Mubea Tailor Rolled Blanks GmbH
Selbe AdresseHerstellung von Werkzeugmaschinen für die Metallbearbeitung
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Michael Dückers seit 3.1.2025 | Geschäftsführer |
Dirk Holger Dr.-Ing. Voswinckel seit 3.1.2025 | Geschäftsführer |
Peter Humborg seit 17.7.2024 | Prokura |
Jörgen Dr. Schulz seit 13.1.2023 | Geschäftsführer |
Andreas Daniel Dr.-Ing. Hauger seit 20.1.2022 | Geschäftsführer |
Stefan Dr.-Ing. Pohl seit 20.1.2022 | Prokura |
Helmut Simon seit 25.3.2020 | Geschäftsführer |
Klaus Quentin seit 28.12.2009 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Muhr und Bender KGAttendornKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021Aktiva
Passiva
Anlage zur Bilanz gem. § 5 Abs. 5 S. 3 PublG
Bewertungs- und Abschreibungsmethoden Bezüglich der Bewertungs- und Abschreibungsmethoden wird auf den Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021, Abschnitt 5, verwiesen. Konzernanhang für das Geschäftsjahr 20211. ANWENDUNG GESETZLICHER VORSCHRIFTEN Der Konzernabschluss der Muhr und Bender KG zum 31. Dezember 2021 ist nach den Vorschriften des Publizitätsgesetzes (§ 11 PublG) und den einschlägigen Vorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt worden. Die Muhr und Bender KG hat ihren Sitz in Attendorn und ist im Handelsregister beim Amtsgericht Siegen unter der Nummer HRA 7400 eingetragen. Die Gliederungsvorschriften der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung (§§ 266, 275 HGB) wurden beachtet. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. 2. KONSOLIDIERUNGSKREIS Neben der Muhr und Bender KG als Mutterunternehmen sind folgende Gesellschaften in den Konsolidierungskreis einbezogen:
(1) Erstkonsolidierung im Geschäftsjahr
2021
Veränderungen des Konsolidierungskreises Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 01. Mai 2021 hat die Mubea Tailor Rolled Blanks GmbH, Attendon, den Teilbetrieb "Halbzeugfertigung" abgespalten, der von der bestehenden Schwestergesellschaft Mubea Halbzeuge GmbH übernommen wurde. Die Mubea Halbzeuge GmbH wurde mit Wirkung zum 1. Mai 2021 daher erstmalig in den Konzernabschluss der Muhr und Bender KG einbezogen. Die Jansen GmbH wurde mit Wirkung zum 1. April 2021 erstmalig in den Konzernabschluss der Muhr und Bender KG einbezogen. Die Gatzsch Schweißtechnik GmbH wurde mit Wirkung zum 1. November 2021 erstmalig in den Konzernabschluss der Muhr und Bender KG einbezogen. Die Mubea Automotive Components Yangzhou Co. Ltd., Yangzhou/China, wurde mit Wirkung zum 1. Dezember 2021 erstmalig in den Konzernabschluss der Muhr und Bender KG einbezogen. Die Gründung des neuen Konzernunternehmens erfolgte am 10. Dezember 2021 (Datum der Gewerbelizenz). Gemeinschaftsunternehmen Im Geschäftsjahr 2017 erfolgte gemeinsam mit einem konzernfremden Gesellschafter die Gründung eines Joint Ventures, das aufgrund der von beiden Gesellschaftern gemeinsam ausgeübten Führung unverändert im Wege der anteilsmäßigen Konsolidierung (§ 310 HGB) in den Konzernabschluss einbezogen wird:
Anteilige, in den Konzernabschluss einbezogene Vermögensgegenstände bzw. Schulden: 8,4 Mio. EUR (langfristig), 11,3 Mio. EUR (kurzfristig); bzw. 9,5 Mio. EUR kurzfristige Schulden. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen Mit Wirkung zum 1. Juli 2020 erfolgte die erstmalige Bilanzierung der Anteile an der csi Verwaltungs GmbH, Neckarsulm/Deutschland, als Beteiligung an assoziierten Unternehmen i.S.d. § 312 HGB. Bei der csi Verwaltungs GmbH handelt es sich um ein Mutterunternehmen, welche einen Konzernabschluss gemäß §§ 290 ff. HGB aufstellt. Eine im Muhr und Bender KG - Konzern voll konsolidierte Gesellschaft hält 49% der Anteile bzw. verfügt über 50% der Stimmrechte an der csi Verwaltungs GmbH. Der sich ergebene Unterschiedsbetrag wird gemäß § 312 Abs. 2 HGB über einen Zeitraum von 20 Jahren linear aufgelöst. Im Geschäftsjahr 2021 wurde eine Auflösung dieses Unterschiedsbetrags in Höhe von 0,1 Mio. € ertragswirksam im Konzernabschluss berücksichtigt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der csi Verwaltungs GmbH unterscheiden sich unwesentlich von den im Muhr und Bender KG - Konzern angewandten Methoden. Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 werden die nachfolgenden Gesellschaften nicht in den Konsolidierungskreis einbezogen:
Von dem Einbeziehungswahlrecht des § 296 Abs. 2 HGB wurde bei diesen verbundenen Unternehmen Gebrauch gemacht, da sie insgesamt für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung sind (die Summe der Umsatzerlöse dieser Gesellschaften beträgt weniger als 0,1% der nicht konsolidierten Umsatzerlöse der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften). Die Anteile an den nicht in den Konsolidierungskreis einbezogenen Tochterunternehmen werden unter dem Posten "Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen" ausgewiesen. Beteiligungen Die Anteile an den nachfolgend benannten Unternehmen werden unter dem Posten "Beteiligungen" ausgewiesen, da die Voraussetzungen für eine Einbeziehung in den Konzernabschluss bzw. für eine Charakterisierung als assoziiertes Unternehmen i.S.v. § 311 HGB nicht erfüllt sind:
3. KONSOLIDIERUNGSMETHODEN Kapitalkonsolidierung Die Kapitalkonsolidierung für Erstkonsolidierungen bis 31. Dezember 2009 erfolgt nach der Buchwertmethode durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem anteiligen Eigenkapital der Tochterunternehmung. Die Kapitalkonsolidierung für Erstkonsolidierungen ab dem 1. Januar 2010 erfolgt nach der Neubewertungsmethode. Als Zeitpunkt der Erstkonsolidierung wurde der 31. Dezember 1991 bzw. der spätere Erwerbs- bzw. Gründungszeitpunkt zu Grunde gelegt. Gemeinschaftsunternehmen bzw. Joint Ventures werden im Wege der anteilsmäßigen Konsolidierung gemäß § 310 HGB einbezogen. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden gemäß § 312 HGB mit dem Buchwert angesetzt. Unterschiedsbeträge aus der Aufrechnung des Beteiligungsbuchwertes mit dem anteiligen Eigenkapital wurden, soweit möglich, den betreffenden Aktivposten zugeordnet, ein aktiver Restbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen, ein sich ergebender passiver Unterschiedsbetrag wird für Erstkonsolidierungen bis 31. Dezember 2009 als Unterschiedsbetrag aus Kapitalkonsolidierung den Rücklagen im Konzern zugeordnet bzw. für Erstkonsolidierungen ab dem 01. Januar 2010 als Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung nach dem Eigenkapital ausgewiesen. Geschäfts- oder Firmenwerte werden ab dem Zugangsjahr über 4 bzw. 5 Jahre linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer von 4 Jahren im Bereich Automotive begründet sich durch die in der Automobilindustrie zunehmend verkürzten Produktlebenszyklen. Für die Flamm-Gruppe (überwiegend Aerotec) wurde die Nutzungsdauer auf 5 Jahres festgelegt aufgrund der im Vergleich längeren Produktlebenszyklen. Minderheitenanteile werden im Eigenkapital unter der Position "Nicht beherrschende Anteile" ausgewiesen. Schuldenkonsolidierung Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den konsolidierten Abschluss einbezogenen Unternehmen sind gemäß § 303 HGB gegeneinander aufgerechnet worden. Sofern hierbei Währungsumrechnungsdifferenzen entstanden sind, wurden diese erfolgsneutral verrechnet. Echte Aufrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam verrechnet und entsprechende Steuerabgrenzungen gebucht. Zwischengewinneliminierung Zwischengewinne aus dem Verkauf von Vermögensgegenständen des Anlagevermögens zwischen Konzerngesellschaften sind - sofern sie von wesentlicher Bedeutung waren - eliminiert worden. Auf diese Zwischengewinne entfallende Abschreibungen sind im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 ergebniswirksam korrigiert worden. Eine Eliminierung von Zwischenergebnissen in den Vorratsbeständen wurde nicht vorgenommen, da diese für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nur von untergeordneter Bedeutung sind. Aufwands- und Ertragskonsolidierung Erlöse aus Innenumsätzen sowie konzerninterne Erträge sind mit den entsprechenden Aufwendungen gemäß § 305 HGB verrechnet worden. 4. WÄHRUNGSUMRECHNUNG Die Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Einzelabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Tochtergesellschaften erfolgt gemäß § 308a HGB. Die Umrechnung des Eigenkapitals erfolgte zu historischen Kursen; die übrigen Positionen der Bilanz werden mit dem am Abschlussstichtag gültigen Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Der Stichtagskurs sowie der Jahresdurchschnittskurs wurden aus der Devisenkursstatistik der Deutschen Bundesbank übernommen. Eine sich ergebende Umrechnungsdifferenz ist ergebnisneutral im Eigenkapital unter der Position Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung abgebildet. Die sich auf Ebene der Einzelabschlüsse ergebenden Umrechnungseffekte der konzernintern gewährten Darlehen (Kursgewinne- und Kursverluste) werden im Rahmen der Aufwands- und Ertragskonsolidierung erfolgsneutral im Eigenkapital abgebildet. 5. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN Die in den Konzernabschluss einbezogenen Abschlüsse bzw. Zwischenabschlüsse der in- und ausländischen Gesellschaften sind nach konzerneinheitlichen, den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches entsprechenden Richtlinien zur Konzernrechnungslegung aufgestellt worden. Die Bewertung der in den Konzernabschluss übernommenen Aktiva und Passiva richtet sich nach den jeweils geltenden nationalen Vorschriften. Soweit Abweichungen zwischen den landesrechtlichen Vorschriften und den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches bestehen, werden die Abschlüsse der ausländischen Tochtergesellschaften angepasst. Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, angesetzt. Software wird über 3-5 Jahre abgeschrieben. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen bewertet. In die Herstellungskosten der selbsterstellten Anlagen werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie der Werteverzehr des Anlagevermögens einbezogen. Soweit beim beweglichen Sachanlagevermögen die degressive Abschreibungsmethode angewendet wird, erfolgt der Übergang zu linear errechneten Beträgen, sobald diese höher liegen. Ist den Anlagegegenständen am Bilanzstichtag wegen dauernder Wertminderung ein niedrigerer Wert beizulegen, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Tilgungszuschüsse zu Darlehen werden bei Mittelzufluss vereinnahmt und entsprechend der Laufzeit des Darlehens ergebniswirksam aufgelöst. Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten angesetzt. Die Anteile an assoziierten Unternehmen, die gemäß § 312 HGB im Konzernabschluss berücksichtigt sind, werden mit dem fortgeführten Wert des Eigenkapitals bewertet. In dem fortgeführten Eigenkapitalwert sind die angefallenen Ertragsteuern bereits ergebniswirksam berücksichtigt worden. Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt. In die Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie der Werteverzehr des Anlagevermögens einbezogen. Zinsen für Fremdkapital werden in Ausübung des Wahlrechts gemäß § 255 Abs. 3 S. 2 HGB nicht in den Herstellungskosten angesetzt. Ausreichende Abschläge für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer und verminderter Verwertbarkeit sowie mangelnder Marktgängigkeit ergeben, werden berücksichtigt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bewertet. Ausfallrisiken werden durch Einzel- und Pauschalwertberichtigungen abgedeckt. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected-Unit-Credit-Methode" kurz PUC-Methode) bewertet. Für die deutschen Konzerngesellschaften, auf die rund 99% der Pensionsrückstellungen entfallen, erfolgte die Bewertung unter Anwendung der Richttafeln 2018 G von Dr. Klaus Heubeck unter Berücksichtigung eines Gehaltstrends von 0%, eines Rententrends von 1,5% und einer Fluktuation von 2%. Wie im Vorjahr wurde bei der Durchschnittsbetrachtung zur Ermittlung des relevanten Diskontierungszinssatzes für die Bewertung der Pensionsrückstellungen nicht mehr auf die vergangenen sieben, sondern auf die vergangenen zehn Geschäftsjahre abgestellt. Daher wurde zum 31. Dezember 2021 ein Zinssatz von 1,87 % (10-Jahres-Durchschnitt) statt 1,35 % (7-Jahres-Durchschnitt) verwendet. Der Unterschiedsbetrag, der sich zwischen der sieben- und zehnjährigen Durchschnittsbetrachtung ergibt, beträgt 13,2 Mio. EUR. In Ausübung des Ausweiswahlrechts im Sinne des § 284 Abs. 2 Nr. 1 HGB haben wir den Zinsänderungseffekt im Finanzergebnis abgebildet. Für die thailändische Tochtergesellschaft sind im Konzernabschluss zum 31.Dezember 2021 Pensionsrückstellungen enthalten, woraus sich landesspezifisch abweichende Bewertungsparameter ergeben im Hinblick auf den Diskontierungszinssatz (2,30%) sowie den Gehaltstrends (4,5%). Im Übrigen kam die thailändische Sterbetafel "TMO 2017" zur Anwendung. Für die Pensionsrückstellungen der polnischen Konzerngesellschaft gestalteten sich die entsprechenden Parameter wie folgt: Diskontierungszinssatz: 3,92%, Gehaltstrend 2022+2023: 7,0% und 2024: 5%, Sterbetafel: Główny Urząd Statystyczny (GUS) Tablice Smiertelnosci 2020. Die Steuer- und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Preis- und Kostenänderungen angesetzt. Bei Rückstellungen mit Restlaufzeiten von über einem Jahr erfolgt eine Abzinsung mit einem fristkongruenten von der Deutschen Bundesbank vorgegebenen durchschnittlichen Marktzins. Jubiläums- und Altersteilzeitrückstellungen werden mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz von 1,35% der vergangenen sieben Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren bei einer Fluktuation von 2,00% bzw. bei einem Gehaltstrend von 2,00% und unter Zugrundelegung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck berechnet. Die übrigen Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden zum Nennwert bzw. Erfüllungsbetrag bewertet. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden im Rahmen der Zugangsbewertung zum Anschaffungskurs und zum Bilanzstichtag mit dem jeweiligen Devisenkassamittelkurs gemäß § 256a HGB bewertet. Im Fall von Restlaufzeiten von einem Jahr und weniger werden auch buchmäßige Umrechnungsgewinne erfasst. Bei Vermögensgegenständen und Schulden mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr erfolgt die Umrechnung unter Beachtung des Imparitätsprinzips. Die Abgrenzung latenter Steuern nach § 274 HGB erfolgt auf der Grundlage unterschiedlicher Wertansätzen in der Handels- und der Steuerbilanz und auf Basis des individuellen Ertragssteuersatzes der jeweiligen Konzerngesellschaften, die nach der derzeitigen Rechtslage zum Realisationszeitpunkt zu erwartet sind. Die Steuersätze bewegen sich in einer Bandbreite von 13% bis 34%. Soweit möglich werden aktive mit passiven latenten Steuern verrechnet. Ein sich daraus ergebener Aktivüberhang wird in Ausübung des Ansatzwahlrechtes gemäß § 274 Abs. 1 S. 2 HGB angesetzt. 6. ANGABEN UND ERLÄUTERUNGEN ZU DEN POSTEN DER KONZERNBILANZ Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens des Konzerns ist aus dem im Folgenden dargestellten Anlagespiegel ersichtlich. Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021
Geschäfts- oder Firmenwert Die als Geschäfts- oder Firmenwert aktivierten Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung resultieren aus der Erstkonsolidierung der:
Die Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 30,2 Mio. EUR (Vorjahr: 44,0 Mio. EUR). Die Konzernbilanz enthält ferner Geschäfts- oder Firmenwerte, die in Einzelabschlüssen einbezogener Unternehmen entstanden sind, in Höhe von 0,2 Mio. EUR (Vorjahr: 0,7 Mio. EUR). Vorräte Die Vorräte im Konzern setzen sich wie folgt zusammen:
Forderungen gegen assoziierte Unternehmen Die Forderungen betreffen ein kurzfristiges Darlehen. Flüssige Mittel Der Ausweis betrifft überwiegend Guthaben bei Kreditinstituten. Rechnungsabgrenzungsposten Bei dem aktiven Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 21,5 Mio. EUR handelt es sich im Wesentlichen um Zahlungen für Lieferungen und Leistungen auf neue Rechnungsperiode. Aktive latente Steuern Aktive latente Steuern bestehen im Wesentlichen aus den handels- und steuerrechtlich voneinander abweichenden Wertansätzen der Pensionsrückstellungen, der sonstigen Rückstellungen und Finanzanlagen. Diese wurden mit passiven latenten Steuern aus Bewertungsunterschieden des Sachanlagevermögens verrechnet, soweit dies möglich war. Über den Saldierungsbereich hinausgehende aktive Steuerlatenzen werden in Ausübung des Ansatzwahlrechtes des § 274 Abs. 1 S. 2 HGB angesetzt, um einen zutreffenden Ausweis des Steueraufwandes zu gewährleisten. Insgesamt ergeben sich zum 31. Dezember 2021 aktive Steuerlatenzen in Höhe von 23,0 Mio. EUR.
Rückstellungen Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen entfallen im Wesentlichen auf die Muhr und Bender KG bzw. deren deutsche Tochterunternehmen sowie - in Höhe von knapp 0,3 Mio. EUR - auf die Mubea Somboon Automotive Co. Ltd., Rayong/Thailand. Des Weiteren betreffen die Pensionsrückstellungen - mit einem geringen Volumen von circa 0,1 Mio. EUR - die Mubea Automotive Poland Sp. Z.o.o., Zimna Wodka/Polen. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten als wesentliche Bestandteile Verpflichtungen aus dem Personal- und Sozialbereich sowie Verpflichtungen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb (im Wesentlichen Rückstellungen für Garantieverpflichtungen und ausstehende Rechnungen). Die Rückstellungen haben - mit Ausnahme der Rückstellungen für Jubiläen und Altersteilzeit - sämtlich eine Laufzeit von unter einem Jahr. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten im Konzern betragen insgesamt 521,2 Mio. EUR. Hiervon haben 20,1 Mio. EUR eine Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren und betreffen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Von den im Konzernabschluss ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind 16,5 Mio. EUR durch Sicherungsübereignung technischer Anlagen und Maschinen gesichert. Rechnungsabgrenzungsposten Der Posten enthält im Wesentlichen eine erhaltene Zahlung eines konkurrierenden Unternehmens zur Erfüllung einer Lieferverpflichtung. Passive latente Steuern Die Differenzen zwischen den unterschiedlichen Wertansätzen in der Handels- und der Steuerbilanz beziehen sich auf die Bilanzpositionen Anlagevermögen, Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Sonstige Rückstellungen. Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen des Konzerns aus Miet-, Leasing- und ähnlichen Dauerschuldverhältnissen sowie das Bestellobligo aus Investitionen liegen im industrieüblichen Rahmen. Zugunsten der Beteiligungsgesellschaft Automotive Center Südwestfalen GmbH, Attendorn, wurde gegenüber dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) eine Patronatserklärung abgegeben. Der Höchstbetrag der Haftung beträgt TEUR 49. Die Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme aus der Patronatserklärung wird größer 50 % eingeschätzt. Dem Risiko wurde durch eine Rückstellung im Konzernabschluss Rechnung getragen. Zugunsten der Mubea Performance Wheels GmbH, Salzburg/Österreich, wurde gegenüber der Fill Beteiligungsverwaltungs GmbH eine Patronatserklärung abgegeben. Der Höchstbetrag der Haftung zum 31.12.2021 beträgt TEUR 263. Die Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme aus der Patronatserklärung wird aufgrund des Einbezugs der Gesellschaft in das Cash Pooling der Mubea Gruppe als sehr gering eingestuft. Zugunsten der Mubea Präzisionsstahlrohr AG, Arbon/Schweiz, wurde gegenüber der Helvetica Swiss Commercial AG, Zürich/Schweiz, eine Patronatserklärung abgegeben. Der Höchstbetrag der Haftung zum 31.12.2021 beträgt TEUR 244. Die Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme aus der Patronatserklärung wird aufgrund des Einbezugs der Gesellschaft in das Cash Pooling der Mubea Gruppe als sehr gering eingestuft. Darüber hinaus wurde zugunsten der Mubea Automotive Components India Pvt. Ltd., Pune/Indien, gegenüber der Deutschen Bank AG Indien eine Garantiererklärung abgegeben. Da die der Garantie zu Grunde liegende Kreditlinie nicht in Anspruch genommen wurde und zudem die Mubea Automotive Components India Pvt. Ltd. über ausreichend eigene finanzielle Mittel verfügt, ist eine Inanspruchnahme aus dieser Garantie als nicht wahrscheinlich einzustufen. Des Weiteren wurde zugunsten der Mubea do Brazil Ltda., Taubate/Brasilien, gegenüber der Deutschen Bank AG Brasilien eine Garantiererklärung abgegeben. Da die Mubea do Brazil Ltda., Taubate/Brasilien, über ausreichend eigene finanzielle Mittel verfügt, ist eine Inanspruchnahme aus dieser Garantie als nicht wahrscheinlich einzustufen. Angaben zu derivativen Finanzinstrumenten Für einen Teil der weltweit benötigten Strom- und Gasmengen der Jahre 2022 bis 2025 wurden Derivate über Strom- und Gasbezugsmengen abgeschlossen. Die Stromderivate haben eine Laufzeit von 12 Monate bis 36 Monate. Die Laufzeit der Gasderivate beträgt 12 bis 48 Monate. Die Derivate dienen der Absicherung des Preisänderungsrisikos (Mikro-Hedge). Die abgesicherten Strom- und Gasmenge sind vor dem Hintergrund des bislang realisierten Energieverbrauchs (Strom und Gas) und der zukünftigen Entwicklung der Gesellschaft mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten. Die im Rahmen einer Bewertungseinheit im Jahresabschluss ausgewiesenen Derivate umfassen den Ankauf von MWh 309.677 (Strom) und MWh 506.345 (Gas) zu einem festen Einkaufspreis von TEUR 22.275 (Strom) und TEUR 10.586 (Gas). Der positive Marktwert (Börsenpreis der Derivate) beträgt zum 31. Dezember 2021 TEUR 59.924 (Strom) und TEUR 25.611 (Gas) und liegt damit oberhalb der durch die Derivate gesicherten Bezugspreise, so dass sich eine bilanzielle Auswirkung nicht ergibt (Einfrierungsmethode). Zum 31. Dezember 2021 bestehen Devisentermingeschäfte in der Währung MXN, CNY, CZK USD und PLN zur Absicherung des Währungsrisikos aufgrund von Fremdwährungsschwankungen (Wertänderungsrisiko) mit einem Nominalvolumen von insgesamt 421,8 Mio. EUR (Mikro-Hedge). Der beizulegende Zeitwert der Devisentermingeschäfte bewertet nach dem Mark-to-Market-Verfahren durch die ausgebenden Kreditinstitute liegt zum 31. Dezember 2021 mit 2,1 Mio. EUR über dem Nominalwert. Diese dienen vor allem der Absicherung von Fremdwährungsrisiken der mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Zahlungsabflüsse von vertraglich vereinbarten Verpflichtungen. Insoweit die Bedingungen zur Bildung einer Bewertungseinheit erfüllt werden konnten, wurden negative Marktwerte aus den oben genannten Geschäften nicht passiviert (Einfrierungsmethode). Für das abgesicherte Risiko gleichen sich die gegenläufigen Effekte von Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft über die Laufzeit des Sicherungsgeschäftes so aus, dass sich ein fester Fremdwährungskurs über die Laufzeit der Sicherung ergibt, da sie demselben Risiko ausgesetzt sind, auf das identische Faktoren in gleicher Weise einwirken. Zur Absicherung von Zinsrisiken setzt die Gesellschaft Zinsswaps ein. Die variabel verzinslichen Kredite werden mit dem parallelen Abschluss von Zinsswaps in festverzinsliche Darlehen umgewandelt, um mögliche Zinsänderungsrisiken abzusichern. Im Rahmen der hierfür gebildeten Bewertungseinheit sind zum Bilanzstichtag bestehende Kreditverbindlichkeiten in Höhe von 50,5 Mio. EUR mit einer Laufzeit zwischen 21 Monaten und 45 Monaten sowie Zinsswaps mit einem Volumen von 50,5 Mio. EUR und einer Laufzeit zwischen 21 Monaten und 45 Monaten einbezogen. Der beizulegende Zeitwert der Zinsswaps bewertet nach dem Mark-to-Market-Verfahren durch die ausgebenden Kreditinstitute beträgt zum 31. Dezember 2021 TEUR -950. Aufgrund des Vorliegens der Bewertungseinheit ist dieser Wert nicht zu passivieren (Einfrierungsmethode). Für das abgesicherte Zinsrisiko gleichen sich die gegenläufigen Zinsänderungen von Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft über die Laufzeit des Sicherungsgeschäftes so aus, dass ein fester Zinssatz über die Laufzeit der Sicherung erreicht wird, da sie demselben Risiko ausgesetzt sind, auf das identische Faktoren in gleicher Weise einwirken. Dabei wird die Wirksamkeit der Bewertungseinheit prospektiv festgestellt. 7. SONSTIGE ANGABEN Arbeitnehmer Im Geschäftsjahr 2021 waren in der Muhr und Bender Gruppe im Jahresdurchschnitt 13.229 Mitarbeiter beschäftigt. Hiervon entfallen auf:
Davon entfallen auf die Mubea Somboon Automotive Co. Ltd., Rayong/Thailand, in 2021 im Durchschnitt 129 gewerbliche Arbeitnehmer und 46 Angestellte. Honorare des Abschlussprüfers Für die erbrachten Dienstleistungen der Grant Thornton AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, sind folgende Honorare im Geschäftsjahr 2021 als Aufwand erfasst worden:
Geschäftsführung Die Geschäftsführung lag im Geschäftsjahr 2021 bei den Komplementären der Konzernobergesellschaft Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Thomas Muhr, Attendorn (Geschäftsführer, CEO), Muhr und Bender Verwaltungs-GmbH, Attendorn (Geschäftsführerin). Beirat Die Beiratstätigkeit wurde im Geschäftsjahr 2021 ausgeübt von Dr.-Ing. Rudolf Muhr, Attendorn (Vorsitzender des Beirates), Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Thomas Muhr, Attendorn (stellvertretender Vorsitzender des Beirates), CEO der Mubea Gruppe, Dr. rer. pol. Bettina Muhr, Attendorn (Mitglied des Beirates), Unternehmensberaterin, Prof. Dr. Hubertus Baumhoff, Bonn (Mitglied des Beirates), Partner der Flick Gocke Schaumburg mbB, Dr. Rolf-Dieter Kempis, Waldenburg (Mitglied des Beirates), Partner der Theron Advisory Group, Stefan Lemmen, Reichshof (Mitglied des Beirates), CFO der Mubea Gruppe und Mitglied des Mubea Executive Boards. Dem Beirat wurden im Geschäftsjahr 2021 Gesamtbezüge von Mio. 0,6 EUR (Vorjahr: 0,6 Mio. EUR) gewährt. 9. NACHTRAGSBERICHT Sowohl der Ukraine-Krieg, die weiterhin bestehenden Lieferengpässe der Halbleiterleiterindustrie als auch ein mögliches russisches Gasembargo erschweren die Prognose der Geschäftsentwicklung der Mubea-Gruppe für das 2. Halbjahr 2022 erheblich. Vor dem Hintergrund des bisherigen Geschäftsverlaufes und einer sich nicht erneut verschärfenden Covid-19-Pandemie gehen wir davon aus, dass wir in allen für Mubea wesentlichen Märkten eine Absatzentwicklung auf Planniveau für das Gesamtjahr erwarten können. Wir rechnen daher mit einem Anstieg des positiven Ergebnisses vor Steuern, dies insbesondere aufgrund der im Vorjahresvergleich höheren erwarteten Umsatzerlöse (+ 16 %). Das Nettobankguthaben wird sich aufgrund plangemäß vorgesehener Investitionen bis zum Jahresende im Vorjahresvergleich um circa. 30 % reduzieren. Anders stellt sich die Situation dar, sollten die schon gedrosselten Gaslieferungen aus Russland nach Europa in naher Zukunft in einem faktischen Gasembargo münden. Letzteres kann die Lieferfähigkeit der Mubea-Gruppe in erhebliche Mitleidenschaft ziehen und die Ertragslage der Gruppe signifikant schwächen. In einem solchen Szenario gehen wir gleichwohl von einem ausgeglichen Ergebnis vor Steuern für das Geschäftsjahr 2022 aus bei einer weiterhin stabilen Finanzsituation der Gruppe. Als weiterer Schritt auf unserem Weg zur Klimaneutralität 2035 haben wir zum 13. Juli 2022 Kaufverträge zum Erwerb zweier Windparks unterzeichnet, die uns in die Lage versetzen ca. 30% des deutschen Strombedarfs abzudecken. Die Anlagen sollen ab dem Jahresbeginn 2023 Strom produzieren. Die Mubea Gruppe beobachtet die weiteren Entwicklungen sehr genau. Notwendige Maßnahmen werden zeitnah ergriffen, um das Unternehmen vor negativen Entwicklungen so weit als möglich zu schützen.
Attendorn, den 14. Juli 2022 Muhr und Bender KG Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Thomas Muhr Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021A. Grundlagen des Konzerns 1. Angaben zum Geschäft und dem Geschäftsmodell Die Mubea-Unternehmensgruppe ist als Automobilzulieferer weltweiter Partner der Automobil- als auch Luftfahrtindustrie. Automotive Mubea ist einer der weltweit führenden Produzenten und Entwickler von komplexen Automobilkomponenten. Unser Produktportfolio umfasst neben Fahrwerkskomponenten auch Produkte für den Antriebsstrang sowie Karosseriestruktur- und Interieurkomponenten sowie Premium-Räder. Seit Anfang 2020 befassen wir uns darüber hinaus mit der Entwicklung von Komponenten für elektrifizierte Antriebsstränge, insbesondere für Hochvoltspeicher und Elektromotoren sowie im Bereich der Brennstoffzellentechnologie mit der Entwicklung möglicher Prozesse für eine skalierbare Fertigung von Brennstoffzellen-Komponenten. Mit den von uns entwickelten Technologien für Karosseriestruktur- und Crashkomponenten aus TRB, wie auch dem GFK-Unterfahrschutz für Hochvoltspeicher und die im Rollbondingverfahren hergestellten Aluminium-Kühlplatten für den Thermohaushalt des Hochvoltspeichers, ist Mubea für die Transformation der Automobilindustrie mit zukunftsweisenden Produkten sehr gut aufgestellt. Die Mubea-Unternehmensgruppe beliefert weltweit bedeutende Automobilhersteller und führende Tier-1-Systemlieferanten und ist in allen für die Automobilindustrie relevanten Ländern präsent. Aufgrund des umfangreichen Know-hows im Engineering von Auto- motive-Komponenten, der hohen Werkstoff- und Materialkompetenz sowie durch Nutzung modernster Fertigungsprozesse schafft die Mubea-Unternehmensgruppe innovative Leichtbaulösungen für künftige Fahrzeuggenerationen und liefert damit einen Beitrag zur Verminderung des Kraftstoffverbrauchs und Schonung der natürlichen Ressourcen unserer Umwelt. Der Trend des Leichtbau-Markts, weg vom alleinigen Vorteil "Gewichtsreduktion" und hin zur Berücksichtigung von CO 2 -Bilanzen der Produkte über den kompletten Lebenszyklus hinweg, begegnet Mubea mit einer Nachhaltigkeitsstrategie, die sich nicht nur auf CO 2 Reduktionen der eigenen Geschäftsaktivitäten beschränkt, sondern die Emissionen der vorgelagerten Lieferketten miteinbezieht. Unser Ziel ist es, bis 2035 klimaneutral zu werden. Unser weltweites Mubea Energy Efficiency Program (MEEP), welches jährlich Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz überwacht, wird ausgebaut. Elektrische Energie wird in naher Zukunft nur noch aus erneuerbaren Energiequellen erworben oder teilweise selbst erzeugt. Energieintensive Gasprozesse werden in CO 2 -freie, alternative Technologien umgewandelt. Zusätzlich werden Partnerschaften zur Sicherung von CO 2 -armen Stahlsorten verfolgt. Unsere Nachhaltigkeitsmaßnahmen
Luftfahrt Durch die Akquisition der Flamm Gruppe mit ihren Gesellschaften FLAMMAEROTEC GmbH und FLAMMAEROTEC A.Ş. hat sich die Produktpalette der Mubea-Unternehmensgruppe um Komponenten und Baugruppen für den Flugzeugstrukturbau erweitert. Die technologische Bandbreite umfasst Zerspanung, Umformung, Oberflächenbehandlung und Montage aus allen metallischen Werkstoffen, insbesondere Aluminium und Titan. Die Fertigungsstandorte sind in Deutschland und der Türkei angesiedelt. Die FLAMMAEROTEC ist Tier-1-Lieferant für Airbus und Pilatus sowie für andere Tier-1 wie die Premium Aerotech GmbH und die FACC AG. U-Mobility Die Gründung der neuen Geschäftseinheit und Sub-Marke "U-Mobility" zielt auf die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Mikromobilitätslösungen. Mikromobilität wird angesichts der zunehmenden Flächenknappheit in Städten und des weiter steigenden Stellenwertes von nachhaltiger Mobilität eine signifikante Rolle in zukünftigen Mobilitätskonzepten spielen. Prognosen gehen bis 2030 von einem Marktvolumen in Höhe von ca. 500 Mrd. € aus. Hier arbeiten wir erfolgreich an dem kurzfristigen Markteintritt eines eCargobikes sowie der Konzeption eines potenziellen Marktstarts eines eScooters in 2023. Mubea-Gruppe Mit derzeit weltweit rund 14.000 Mitarbeitern inklusive Auszubildende in 51 Produktions-, Vertriebs- und Entwicklungsstandorten haben wir im Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz von rd. 2,4 Mrd. € erzielt. Das Wachstum der Mubea-Unternehmensgruppe basiert auf globaler Präsenz und technischer Innovationskraft. In den vergangenen Jahren wurde daher die Internationalisierung des Geschäftsmodells kontinuierlich und konsequent fortgesetzt und durch den Bereich Luftfahrt strategisch erweitert. Getrieben durch das zunehmende globale Einkaufsverhalten unserer Kunden und eine Entwicklung hin zu globalen Plattformen hat die Mubea-Unternehmensgruppe grenzüberschreitende Service- und Vertriebsketten aufgebaut sowie den Ausbau von Produktionskapazitäten in den wesentlichen Automobilstandorten vorangetrieben. Weltweit vernetzte Entwicklungs- und Vertriebsleistungen ermöglichen es uns, flexibel auf die Kundenwünsche zu reagieren. 2. Forschung und Entwicklung Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor ist die konsequente Ausrichtung unserer Produkte auf die Bedürfnisse und Anforderungen unserer Kunden. Weltweit arbeiten wir daher an Innovationen und Lösungen, die insbesondere die nachhaltige Senkung des Kraftstoffverbrauchs und der Emissionswerte zum Ziel haben. 822 Mitarbeiter arbeiten weltweit an neuen Entwicklungen und Verfahrensanwendungen, vorrangig in unseren Entwicklungscentern in Deutschland, Tschechien, Spanien, China, den USA und Japan. Im Geschäftsjahr 2021 haben wir rd. 69 Mio. € (rd. 2,9 % der Umsatzerlöse) für Forschung und Entwicklung bereitgestellt. Vier neue Patente wurden im Geschäftsjahr 2021 angemeldet. Dienstleistungen Dritter werden dabei lediglich in vernachlässigbarem Umfang in Anspruch genommen. B. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 1. Weltwirtschaftliche Entwicklung Die Corona-Pandemie hatte nach 2020 auch einen prägenden Einfluss auf die Entwicklung der Weltwirtschaft in 2021.
Quelle: IWF World Economic Outlook, April 2022 Aufgrund der Zunahme von Impfungen gegen Covid-19, gelockerter Schutz- und Kontaktbeschränkungen sowie der fiskalischen Unterstützungsprogramme zahlreicher Staaten, nahm der private Konsum wieder deutlich zu und es verbesserte sich die Arbeitsmarktsituation in den meisten Regionen weltweit, was in einem kräftigen Wachstum in der ersten Jahreshälfte mündete. Zudem wirkte eine expansive Geldpolitik und das niedrige Zinsniveau in den großen Wirtschaftsräumen unterstützend für die Wirtschaftsentwicklung. In der zweiten Jahreshälfte hingegen traten u.a. durch die Pandemie ausgelöste Probleme in den Vordergrund: Zunehmend angespannte Lieferketten mit resultierenden Lieferverzögerungen, durch die dynamische Erholung ausgelöste Preissteigerungen sowie die Ausbreitung der Omikron-Variante mit in der Folge neuen Schutz- und Kontaktbeschränkungen bremsten das Wirtschaftswachstum im Verlauf der zweiten Jahreshälfte zunehmend ein. Infolge der sprunghaft gestiegenen Inflation im 2. Halbjahr 2021 kündigte u.a. die amerikanische Notenbank Fed noch vor dem Jahresende 2021 die Einleitung einer zunehmend restriktiveren Geldpolitik an, während die EZB bis zum Jahresende 2021 noch an einer expansiven Ausrichtung festhielt. Insgesamt wuchs die Weltwirtschaft um 6,1% gegenüber 2020, getragen von einem starken Wachstum in den Vereinigten Staaten und China. Das Wachstum in Deutschland hinkte im Vergleich zur Entwicklung in anderen wesentlichen Wirtschaftsnationen hinterher, u.a. begründet durch die stark ausgeprägten Lieferkettenprobleme im Automobilsektor ab dem 3. Quartal und die im Zuge der Omikron-Ausbreitung im 4. Quartal erhöhten Schutz- und Kontaktbeschränkungsmaßnahmen. 2. Entwicklung der weltweiten Automobilindustrie Pkw-Absatz Die Entwicklung des weltweiten Pkw-Markts war im Jahr 2021 zweigeteilt. Dank der kräftigen weltwirtschaftlichen Erholung bewegten sich die Verkaufszahlen in der ersten Jahreshälfte deutlich über dem pandemiebedingt schwachen Vorjahresniveau. Im weiteren Jahresverlauf kamen allerdings die durch den Halbleitermangel bedingten Produktionsengpässe immer stärker zum Tragen. Aus diesem Grund war der Weltmarkt trotz weiterhin günstiger Nachfragesituation auf Kundenseite im zweiten Halbjahr im Vorjahresvergleich deutlich rückläufig. Im Gesamtjahr wurde das Vorjahresniveau mit einem Plus von rund 4% leicht übertroffen. Allerdings fiel der Zuwachs aufgrund der sowohl 2020 als auch im Berichtsjahr regional unterschiedlich stark ausgeprägten Auswirkungen der Covid-19-Pandemie mit uneinheitlicher Dynamik aus. Diese unterjährige Entwicklung war über die großen Absatzregionen hinweg zu beobachten. Der chinesische Markt bewegte sich im zurückliegenden Jahr rund 6,5% über dem Vorjahresniveau, nachdem er im Pandemiejahr 2020 deutlich weniger stark gefallen war als andere Regionen. Der europäische Markt kam im Berichtsjahr nicht über das sehr geringe Vorjahresniveau hinaus. Der US-amerikanische Markt für Pkw verzeichnete im zweiten Halbjahr ebenfalls eine schwache Entwicklung und lag dabei deutlich unter dem Vorjahresniveau, konnte aber im Gesamtjahr das Niveau des Vorjahres mit einem Plus von rund 3% übertreffen. Pkw-Produktion Die weltweite PKW-Produktion hat sich in 2021 nach dem massiven Rückgang im Jahr 2020 leicht um 3,5% auf 77,2 Mio. Fahrzeuge erholt (Quelle: IHS Stand Mai 2022). Die Verteilung der weltweiten Automobilproduktion 2021 zeigt dabei die folgende Verteilung: Asien 56,4% (davon China 31,9%- Punkte), NAFTA 16,9%, Europa 20,6%, Südamerika 3,4% sowie Mittlerer Osten & Afrika 2,7%. C. Wirtschaftliche Lage und Geschäftsverlauf der Mubea-Gruppe Vor dem Hintergrund der weltweit nur moderat gestiegenen Pkw-Produktion entwickelte sich der Geschäftsverlauf der Mubea-Gruppe im Geschäftsjahr 2021 erfreulich positiv. Die Entwicklung der für die Geschäftstätigkeit bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren wird nachfolgend dargestellt. Die Mubea-Gruppe erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen konsolidierten Umsatz von 2.369 Mio. € nach 2.066 Mio. € im Vorjahr. Die Umsatzerlöse stiegen um 303,4 Mio. € bzw. 14,7%, im Wesentlichen getrieben durch Volumensteigerungen. Für das Jahr 2021 wurde der Planumsatz um rund 5% unterschritten. Nach einem starken 1. Quartal 2021 schwächte sich die Umsatzentwicklung im 2. Quartal aufgrund der beginnenden Halbleiterengpässe sukzessive ab und mündete im 3. Quartal in einem signifikanten Rückgang der Umsatzerlöse gegenüber unserer Planung von bis zu 20% im Monat September. Die Umsatzerlöse des 4. Quartal lagen in etwa wieder auf Planniveau. Gesamtvermögen und Gesamtkapital der Mubea-Gruppe erhöhten sich um rund 128 Mio. € (+6%) auf 2.232 Mio. €. Dies resultierte im Wesentlichen aus einem umsatzbedingten Anstieg des Working Capitals. Im Geschäftsjahr 2021 investierte die Mubea-Gruppe 159 Mio. €. Damit lagen die Investitionen unterhalb der Abschreibungen. Von den Zugängen entfallen 150 Mio. € auf Sachanlagen sowie geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau. Die im Geschäftsjahr getätigten Investitionen lagen im Rahmen der Unternehmensplanung. Das Anlagevermögen erreichte am 31. Dezember 2021 mit 1.092 Mio. € einen Anteil von 48,9% am Gesamtvermögen und war wie im Vorjahr vollständig durch Eigenkapital finanziert. Das Investitionsobligo der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 liegt unter Berücksichtigung der Wachstumsstrategie der Gruppe auf einem industrieüblichen Niveau und steht im Einklang mit der Budgetplanung. Der Finanzmittelbestand zum Geschäftsjahresende verringerte sich auf 236,4 Mio. € nach 265,4 Mio. € im Vorjahr. Die Mubea-Gruppe verfügte zum 31. Dezember 2021 über ein Nettobankguthaben von 134,9 Mio. € versus 139,3 Mio. € im Vorjahr. Angesichts des aktuellen Zinsniveaus und der gesicherten Darlehenspositionen spielt die Zinsstruktur für die Finanz- und Ertragslage der Mubea-Gruppe derzeit nur eine untergeordnete Rolle. Der Mubea-Gruppe standen zum Ende des Geschäftsjahres zugesagte, aber nicht ausgenutzte Kreditlinien von 270,9 Mio. € zur Verfügung. Die Bilanzstruktur der Mubea-Gruppe stellt sich zum 31. Dezember 2021 wie folgt dar:
Insgesamt bewerten wir die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Mubea-Gruppe als gut. Unser Finanzmanagement ist unverändert auf eine Beibehaltung der soliden Unternehmensfinanzierung sowie die fristgerechte Erfüllung unserer Zahlungsverpflichtungen ausgerichtet. Entwicklung der Mubea-Gruppe im Spiegel der regionalen Automobilkonjunktur Europa Die Anzahl der in Deutschland produzierten Pkw sank erneut um 12,4% auf 3,2 Mio. Einheiten. Der Umsatz vor Konsolidierung der inländischen Mubea-Gesellschaften stieg gegenläufig auf 1.150,9 Mio. € und lag damit um +29,7 % über dem Vorjahresniveau. Der Anstieg ist zu knapp 45 % dem Anteilserwerb neuer Gesellschaften geschuldet. In Europa ohne Deutschland sank die Pkw-Produktion im Berichtszeitraum auf rd. 12,7 Mio. Fahrzeuge und lag damit 1,7 % unter dem Vorjahreswert. Die Umsatzerlöse vor Konsolidierung unserer tschechischen Tochtergesellschaften erhöhten sich demgegenüber um 65,9 Mio. € oder 11,2 %. In den weiteren europäischen Tochtergesellschaften hat sich der Umsatz vor Konsolidierung um 152,9 Mio. € oder 37,8 % auf 557,5 Mio. € erhöht. Nordamerika Im NAFTA-Raum stagnierte die Pkw-Produktion auf Vorjahresniveau (rd. 13. Mio. Einheiten). Die Umsatzerlöse vor Konsolidierung unserer US-amerikanischen und mexikanischen Tochtergesellschaften erhöhten sich überproportional zum Markttrend: Sie erreichten insgesamt einen Stand von 705,0 Mio. € und liegen damit um 2,4% über dem Vorjahr. Strafzölle hatten in 2021 einen untergeordneten Einfluss auf die Ergebnisentwicklung der Gesellschaften im NAFTA-Raum. Südamerika In Südamerika hat sich die Pkw-Produktion auf 2,6 Mio. Fahrzeuge (Vj. 2,2 Mio. Fahrzeuge) erholt und lag mit 15,8% oberhalb des Vorjahresniveaus. In dem für uns wichtigsten Absatzmarkt Brasilien stieg die PKW-Produktion um 8,8% auf 2,1 Mio. Fahrzeuge gegenüber 1,9 Mio. im Vorjahr. Die Umsatzerlöse unserer brasilianischen Konzerngesellschaft entwickelten sich deutlich positiv (Anstieg um 27,7%). Asien In Asien stieg die PKW-Produktion auf 43,6 Mio. Einheiten, was einem Anstieg um 6,4 % entspricht. In dem für uns wichtigen chinesischen Markt ist ein Anstieg um 5,3% auf 24,6 Mio. Einheiten zu verzeichnen, während sich die PKW-Produktion in Japan um -3,8 % verringert hat. Indien (+27,6%) und Thailand (+19,5%) haben sich auf einem Pre-Covid Niveau eingependelt. Unsere chinesischen Tochtergesellschaften konnten die Umsatzerlöse vor Konsolidierung um 18,0% auf rd. 326,6 Mio. € steigern und entwickelten sich damit deutlich oberhalb des Marktes. Die Umsatzerlöse vor Konsolidierung unserer übrigen asiatischen Konzerngesellschaften stiegen im Vergleich zum Vorjahr leicht um 2,7% an. D. Chancen- und Risikobericht Die Mubea-Gruppe ist als weltweit agierendes Unternehmen im Rahmen ihrer geschäftlichen Aktivitäten verschiedenen Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Dabei ist es unser Ziel, die im Zusammenhang mit unserer Tätigkeit entstehenden potentiellen Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu überwachen und durch geeignete Steuerungsmaßnahmen zu begrenzen. Gleichzeitig verfolgt das Management der Mubea-Gruppe die Strategie, sich bietende Chancen konsequent zu nutzen, um weiterhin ein nachhaltiges, ertragsorientiertes Wachstum zu realisieren. Die Führung der Divisionen und Regionen der Mubea-Unternehmensgruppe erfolgt maßgeblich durch Setzung sowohl operativer als auch finanzieller Ziele und durch laufende Überwachung der Zielerreichungsgrade. Die weltweite Überwachung wird durch ein umfassendes Berichtswesen sichergestellt, das alle relevanten Kennzahlen im Ist, im Plan und in der Prognose abbildet. Alle Geschäftseinheiten berichten monatlich über ihre wirtschaftliche Entwicklung und zeigen im Rahmen regelmäßiger Reviews Chancen und Risiken in Bezug auf die geplanten Zielsetzungen auf. Bei negativen Planabweichungen veranlasst die Unternehmensleitung entsprechende Maßnahmen zur Gegensteuerung. Neben operativer und finanzieller Leistungsindikatoren ist das Thema Nachhaltigkeit für uns von hoher Bedeutung. Unter dem Slogan "Make Mubea Green" analysieren wir fortlaufend unsere jährlichen CO 2 -Emissionen gemäß dem anerkannten Standard des Green- house Gas Protocols vom World Ressources Institute und berichtet die Emissionen im Rahmen des Mubea Greenhouse Gas Reports, des Mubea Sustainability Reports und des Carbon Disclosure Projects. Nachfolgend sind die wesentlichen Risikofelder beschrieben, die sowohl unsere Geschäftsentwicklung als auch die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage maßgeblich beeinflussen können. Dies sind nicht die einzigen Risiken, denen wir ausgesetzt sind. Risiken, die uns derzeit noch nicht bekannt sind, oder Risiken, die wir jetzt noch als weniger signifikant erachten, könnten sich bei veränderter Sachlage gegebenenfalls nachteilig auf unser Unternehmen auswirken. Einige besonders gravierende Risiken werden auf Versicherungen übertragen. So sind insbesondere Risiken durch Rückrufe und Haftpflichtfälle sowie Sachschäden und Schäden aus Betriebsunterbrechungen unter Berücksichtigung uns angemessen erscheinender Eigentragungsanteile durch Versicherungen gedeckt. Beschaffungsmarktrisiken Die volatile Marktentwicklung bedingt durch:
stellt derzeit ein erhöhtes Risiko auf dem Beschaffungsmarkt in Bezug auf Versorgungssicherheit und Preisentwicklung dar. Neben einer engmaschigen Beobachtung der aktuellen Markt- und Indexentwicklung trägt Mubea den Risiken an den Rohstoffmärkten durch den Abschluss von Verträgen mit risikoadjustierten Laufzeiten oder von indexbasierten Verträgen analog den Vereinbarungen auf der Absatzseite Rechnung. Dem Risiko von Produktions- und Lieferausfällen setzt Mubea eine Optimierung der Lieferkette sowie ein auf die Situation angepasstes Lieferantenportfolio entgegen. Transparenz in der Preisentwicklung schafft ein regelmäßiges, strukturiertes und fachbereichsübergreifendes Reporting mit regelmäßigen Berichten an die Geschäftsführung, sowie eine engmaschige Abstimmung zwischen Einkauf und Vertrieb. Als zusätzliches Instrument dient das Lieferanten - Risikomanagement, mit dem Ziel, Versorgungs- und Preisrisiken frühzeitig zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten und umzusetzen. Neben der Analyse der Lieferperformance beinhaltet das Risikomanagement auch die Auswertung wesentlicher Finanzkennzahlen und Credit Scores der entsprechenden Lieferanten. Energieversorgungsrisiken Die Invasion des russischen Militärs in die Ukraine am 24. Februar 2022 stellt ein einschneidendes Ereignis für die Weltwirtschaft dar. In der Folge sind Lieferketten unterbrochen, was sich auf negativ auf die Produktionsleistung der Automobilhersteller und somit indirekt auch auf unsere Produktionsstückzahlen auswirkt. Insbesondere ab Sommer 2021, sind die Energiepreise an den europäischen Börsen erheblich gestiegen. Diese Preisentwicklung hat sich durch die Aggression Russlands im Februar 2022 erheblich verstärkt und manifestiert. So ist beispielsweise der Strompreis am Spotmarkt in Deutschland innerhalb eines Jahres um zeitweise mehr als den Faktor 5 angestiegen (Quelle: epexspot.com). Neben der o.g. Preisentwicklung geht es in Europa außerdem um die Versorgungssicherheit der Energielieferungen und drohende Gasliefereinschränkungen. Eine kurzfristige Umstellung der aktuellen Gasprozesse auf einen alternativen Energieträger ist nicht möglich. Mittelfristig wird eine Reduzierung des Gasbedarfes durch eine Elektrifizierung der Wärmeprozesse, auch im Hinblick auf die Reduzierung der CO 2 -Emissionen, angestrebt. In diesem Zusammenhang besteht eine enge Kommunikation mit der Bundesnetzagentur sowie den regionalen Netzbetreibern im Hinblick auf eine adäquate Priorisierung im Rahmen einer drohenden Rationalisierung / Abschaltung. Ziel ist dabei, drohende substanzielle Schäden an den Produktionsanlagen sowie wirtschaftliche Schäden im Fall eines Lieferstopps so weit wie möglich zu minimieren. Die Standorte außerhalb Europas sind in Bezug auf eine Unterbrechung der Gaslieferung nicht gefährdet. Hier können jedoch unternehmensinterne Lieferketten aus Europa unterbrochen werden, was zu Produktionseinschränkungen auch außerhalb Europas führen kann. Wir beobachten dieses Risiko und haben Gegenmaßnahmen eingeleitet. Absatzmarktrisiken und Chancen Als Zulieferer in den Bereichen Automobil und Luftfahrt unterliegt unsere Unternehmensgruppe den zyklischen Nachfrageschwankungen der Automobil- und Luftfahrtproduzenten sowie den Veränderungen im Nachfrageverhalten unserer Kunden. Diesen nachfrageseitigen Risiken begegnet die Mubea-Gruppe mit der Strategie der Innovationsführerschaft. So soll die konsequente Ausrichtung auf die Leichtbauweise im Produktportfolio dazu beitragen, den hohen Kundenanforderungen gerecht zu werden. Zudem streben wir eine enge Entwicklungszusammenarbeit mit den Kunden an, um kostengünstige Produkte bedarfsgerecht entwickeln und neue Märkte erschließen zu können. Eindeutig als Chance begreifen wir den durch unsere Strategie der Klimaneutralität 2035 eingeleiteten Wandel hin zu klimafreundlicheren Produktionsketten. Während in 2019 die Aktivitäten der Mubea Gruppe insgesamt 2,98 Millionen Tonnen CO 2 -Emissionen verursacht haben (davon rd. 80% bei unseren Stahlrohmaterial-Lieferanten, 10% durch die erworbenen Strombezugsmengen und etwa 3% der gesamten Emissionen durch die Verbrennung von Erdgas in unseren Wärmebehandlungsprozessen) konnten wir diese in 2021 um 8% auf 2,74 Millionen Tonnen CO 2 verringern. Insbesondere ist dies durch unsere Grünstrom-Initiative in 2021 gelungen. Hier konnten wir die Emissionen aufgrund erworbener grüner Elektrizität um 15% überproportional senken. Im weiteren Verlauf der Grünstrominitiative wird Mubea bis 2023 ihre durch Strom verursachten Emissionen um mehr als 50% reduzieren. Da für den Automobilkäufer neben Umweltschutzaspekten auch der Energieverbrauch eine immer wichtigere Rolle spielt, kommt der Entwicklung von gewichtsoptimierten Produkten eine hohe Bedeutung zu. Hierzu tragen wir mit unseren innovativen Leichtbaukonzepten bei. Auch im Bereich Luftfahrt nehmen gewichtsoptimierte Produkte einen großen Stellenwert ein, sodass wir überzeugt sind, auch in diesem für uns neuen Segment unsere Kernkompetenten optimal zum Einsatz bringen zu können. Finanzwirtschaftliche Risiken und Chancen Unser Geschäft ist in Teilen Währungs-, Zinsänderungs-, Kredit- und Preisrisiken ausgesetzt. Diese finanzwirtschaftlichen Risiken werden in der Zentraleinheit Treasury konzernweit überwacht und bei Bedarf abgesichert. Dies ermöglicht einen konzernweiten Risikoausgleich über die Einzelgesellschaft hinweg und bietet die Möglichkeit durch zentrale Steuerung den Grundsatz der Funktionstrennung wirksam umzusetzen. Derivative Finanzinstrumente werden in der Mubea-Gruppe in dem im Anhang im Einzelnen dargestellten Umfang als Sicherungsinstrumente von Grundgeschäften verwendet, Eigenhandel mit Finanzinstrumenten erfolgt nicht. Aufgrund des hohen Anteils des Auslandsgeschäfts werden insbesondere Währungsrisiken abgesichert. Trotz der Währungssicherung können Verluste aufgrund kurzfristig eintretender Veränderungen auf den volatilen globalen Finanz- und Devisenmärkten sowie durch währungspolitische Maßnahmen einzelner Länder nicht ausgeschlossen werden. Wesentliche berichtspflichtige Risiken, insbesondere Preisänderungs-, Ausfall-, Liquiditäts- und Zahlungsstromschwankungsrisiken aus den verwendeten Finanzinstrumenten, die für die Lage oder die voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft von wesentlicher Bedeutung wären, bestehen nicht. Kreditrisiken für unsere Geldanlagen werden begrenzt, indem wir nur Transaktionen mit Banken guter Bonität tätigen und dabei Konzentrationsrisiken vermeiden. Die Überwachung der Bonitätsentwicklung obliegt der Zentraleinheit Treasury. Zur Sicherstellung ausreichender Liquidität wird auf Basis der weltweiten Planung der zu deckende Finanzbedarf ermittelt, der durch mittel- und langfristige Finanzierungen vor allem von unseren Kernbanken abgedeckt wird. Die Liquiditätsentwicklung wird durch die Zentraleinheit Treasury fortlaufend überwacht. Durch den Eintritt wirtschaftlicher Risiken kann zusätzlicher Finanzbedarf entstehen. Aufgrund unserer langfristig ausgerichteten, konservativen Finanzierungspolitik und unserer soliden Finanzierungsstruktur ist unsere Zahlungsfähigkeit auch dann gesichert, wenn negative konjunkturelle Einflüsse das Unternehmen belasten. Ausfallrisiken für den Forderungsbestand werden reduziert, indem die Bonität und das Zahlungsverhalten der Kunden laufend überwacht sowie Zahlungsbedingungen risikoadäquat vereinbart bzw. im Einzelfall Kreditlimits festgelegt werden. Eine Chance kann sich ergeben, insofern sich die derivativen Finanzinstrumente positiver entwickeln, als die vorher berechneten erwarteten Marktbewertungen dies vorausgesagt haben. Zudem können sich Ausfallrisiken im Forderungsbestand im Zuge einer gesamtwirtschaftlichen Verbesserung auch zum Positiven verändern. Die Entwicklung der Währungskurse kann zudem die Chance auf Kursgewinne oberhalb unseres Erwartungsbereiches bedingen. IT-Risiken Um mögliche Risiken aus dem IT-Bereich zu beherrschen, setzen wir moderne Hard- und Software ein. Die wesentlichen Säulen der Softwaresystemarchitektur sind im Bereich ERP-System im Wesentlichen die Software der SAP AG, Walldorf, und im Bereich Standardsoftware/Betriebssystemsoftware der Microsoft Corp. Mit beiden Herstellern bestehen globale Rahmenverträge, die durch Wartungsvereinbarungen die eingesetzte Software jeweils auf dem aktuellen Stand halten. Durch den Aufbau einer "Enterprise Storage Architektur" mit einer Gesamtkapazität von rd. 850 TB netto genügt der Rechenzentrumsbetrieb den künftigen Anforderungen in Bezug auf Performance, Redundanz, Kapazität und Verfügbarkeit. Dem Risiko von Datenverlust tragen wir, durch die räumliche Trennung des Backup Rechenzentrums vom Hauptrechenzentrum, den modernen Mitteln zur Datenbankspiegelung, sowie durch den Einsatz von zusätzlicher Hardware (interne Firewalls) und zusätzlicher Software, angemessen Rechnung. Redundante Datenleitungen stellen beim Ausfall einer Leitung die Erreichbarkeit von Standorten sowie die Verfügbarkeit von globalen Applikationen und Diensten sicher. Mubea unterhält ein Informations-Sicherheits-Management-System (ISMS), um einheitliche und verbindliche Standards in Bezug auf Informationssicherheit zu gewährleisten. Das ISMS wurde in allen relevanten Standorten weltweit implementiert. Um die Anforderungen unserer Kunden zu erfüllen und um eine stetige Verbesserung des Sicherheitsniveaus zu erlangen, ist das Mubea ISMS gemäß der internationalen ISO/IEC 27001:2017 Norm und dem TISAX-Standard speziell für die Automobilindustrie zertifiziert. Der Zugriff auf Unternehmensdaten wird auf legitimierte Personen beschränkt. Um dies sicherzustellen, ist ein Authorization-Management implementiert, welches durch technische Komponenten wie Firewalls unterstützt wird. Die Funktionsfähigkeit dieser Sicherheitseinrichtungen wird durch entsprechende Penetrationstests validiert. Die Anzahl und Professionalität von Cyber-Attacken hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Um dieser Situation bestmöglich zu begegnen, wurden zahlreiche interne technische und organisatorische Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt. Diese beinhalten im Wesentlichen die Implementierung von internen Firewalls und einer 24 x 7 Stunden Überwachung aller Netzwerkaktivitäten, den Aufbau eines IT Security Teams und die Einführung eines IT Compliance Monitorings. Das Sicherheitsniveau wurde durch viele Einzelmaßnahmen im Q1/2022 nochmals angehoben um dem deutlich gestiegenen Risiko einer Cyber-Attacke in Verbindung mit dem Ukraine-Krieg entgegenzuwirken. Zusammenfassung der Risiko- und Chancenlage Die Gesamtrisiko- und Chancensituation für die Mubea-Gruppe ergibt sich aus den zuvor dargestellten Einzelrisiken und -chancen. Unsere Geschäftsleitungsorgane sowie der Beirat diskutieren die oben genannten Chancen- und Risiken fortlaufend, nehmen eine Einschätzung und Skalierung vor und stimmen darauf aufbauend kurzfristige Maßnahmenpakete ab. Die identifizierten Risiken stellen sowohl einzeln als auch in ihrer Gesamtheit für einen Zeitraum von einem Jahr nach dem Abschlussstichtag keine den Fortbestand des Unternehmens gefährdenden Risiken in Form einer möglichen Illiquidität oder Überschuldung dar. Wir sind zuversichtlich, dass die Ertragskraft der Mubea-Gruppe eine solide Basis für eine nachhaltige, positive Geschäftsentwicklung unter Nutzung unserer Chancen bietet. E. Voraussichtliche Entwicklung und Risiken bzw. Chancen der künftigen Entwicklung (Prognosebericht) Makroökonomische Rahmenbedingungen Der scharf zu verurteilende Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hat die Aussichten der Weltwirtschaft zu einem Zeitpunkt der Erholung von der Corona-Pandemie massiv negativ beeinflusst und zu einem deutlichen Zuwachs an Unsicherheit und Risikofaktoren geführt. Parallel haben der Ausbruch der Omikron-Variante in China und die Null-Covid-Politik der chinesischen Regierung ab dem Ende des 1. Quartals zu einer Eintrübung der chinesischen Wirtschaft infolge zahlreicher lokaler Lockdowns geführt. Der Krieg in der Ukraine und die Lockdowns in China verschärfen die Lieferkettenproblematik der globalisierten Weltwirtschaft weiter. Aufgrund der kriegsbedingt ausfallenden bzw. reduzierten Produktionskapazitäten in der Ukraine sowie weitreichender wirtschaftlicher Sanktionen gegen Russland stehen landwirtschaftliche Güter, Rohstoffe und Vorprodukte nicht im erwarteten Umfang zur Verfügung. Insbesondere im Energiesektor, aber nicht auf diesen beschränkt, sind gravierende Preissteigerungen die Folge, welche die bereits seit dem 4. Quartal 2021 stark ansteigende Inflation in den großen Wirtschaftsräumen weltweit zusätzlich angefacht hat. Von bisherigen Sanktionsmaßnahmen gegen Russland ausgenommen sind Gaslieferungen Russlands nach Mittel- und Westeuropa. Sollte es zu einem Gaslieferstopp oder zu einem Gasembargo kommen, hätte dies nur schwer absehbare negative Folgen für das verarbeitende Gewerbe in den Abnehmerländern. Massive Produktionsausfälle, Unterbeschäftigung und ein Einbruch des Konsums können eintreten. Die steigende und deutlich über den Erwartungen noch zu Beginn des Jahres liegende Inflation hat inzwischen die Notenbanken veranlasst, eine noch restriktivere Geldpolitik zu verfolgen (u.a. die amerikanische Notenbank Federal Reserve) bzw. auf einen restriktiven geldpolitischen Kurs umzuschwenken (insbesondere die EZB). Während die amerikanische Fed in 2022 bereits zwei Zinserhöhungen beschlossen und weitere Zinsschritte angekündigt hat, wird erwartet, dass die EZB im Juli 2022 erstmals seit 2011 wieder eine Zinserhöhung der Leitzinsen vornimmt. Zahlreiche weitere Länder wie z. B. Tschechien, Polen, Mexiko und Brasilien haben bereits ihre Leitzinsen massiv erhöht, um die Inflation zu bekämpfen, die in diesen Ländern teilweise bereits bei mehr als 10% lag. Auch die Schweizerische Notenbank hat infolge steigender Inflation die Zinsen angehoben. Diese Maßnahmen sind dazu geeignet, das Investitions- und Konsumklima einzutrüben und das Wirtschaftswachstum zu bremsen. Die deutliche wirtschaftliche Abkühlung in China infolge der Lockdowns hingegen hat die chinesische Notenbank zu einer unterstützenden Geldpolitik und ersten Zinssenkungen veranlasst.
Quelle: IWF World Economic Outlook, April 2022 Vor diesem Hintergrund erwartet der IWF in seinem Frühjahrsgutachten ein Wachstum der Weltwirtschaft von nur noch 3,6% in 2022. Insbesondere in Europa - aufgrund der hohen Abhängigkeit von Energielieferungen aus Russland und der infolge des Krieges zusätzlich beeinträchtigten Lieferketten - wird ein nur schwaches Wachstum von 2,8% erwartet, nachdem Europa bereits im Vorjahr unterproportional wuchs. Auch die Wachstumserwartungen für China wurden zuletzt aufgrund der Corona bedingten Lockdowns wiederholt abwärts angepasst und erreichen nur noch 4,4%. Aufgrund eines sehr starken Arbeitsmarktumfelds und der aktiven Notenbankpolitik wird allein für die USA ein weniger stark ausgeprägter Einfluss der negativen Rahmenbedingungen und somit ein Wachstum von 3,7% ggü. 2021 erwartet. Die aktuellen Rahmenbedingungen wirken sich auf die Erwartungen für die Automobilindustrie negativ aus. Wurde von IHS noch im Dezember 2021 für das Jahr 2022 eine weltweite Autoproduktion (Autos und Leight Trucks) von 82,8 Mio. Fahrzeugen erwartet, hat sich dieser Wert nunmehr auf 81,6 Mio. Fahrzeuge reduziert (Stand April), weitere Abwärtsrevisionen nicht ausgeschlossen. Insgesamt übersteigen die Risiken die Chancen in den Prognosen. Eine Eskalation der kriegerischen Handlungen über die Ukraine hinaus oder weiterreichende Sanktionen im Energiesektor gegen Russland bzw. die Einstellung von Energielieferungen Russlands ins Ausland würden die Weltwirtschaft nach Auffassung der meisten Wirtschaftsexperten in Entwicklung der Pkw-Produktion In Bezug auf unseren Hauptabsatzmarkt der Automobilzulieferindustrie ist die Entwicklung der PKW-Produktion von entscheidender Bedeutung. Wir sind daher im Rahmen unserer Budgetplanung von einer weltweiten PKW-Produktion von rd. 80 Mio. Einheiten für das Jahr 2022 ausgegangen (Quelle: IHS Stand Juli 2021 abzüglich individueller Risikoabschläge für Nordamerika und Europa). Die bisherige Entwicklung des Geschäftsjahres bestätigt unsere Planung, da die weltweite Pkw-Produktion laut IHS 2022 voraussichtlich bei 80,4 Mio. Einheiten (Stand: Juni 2022) und damit nur rund 4% (3,2 Mio. Einheiten) über dem Wert für 2021 liegen soll. Ausblick für die Mubea Gruppe Insoweit es nicht zu einem Gasembargo seitens Russlands kommt gehen wir davon aus, dass sich die tatsächliche Pkw-Produktion des Jahres 2022 auf dem Niveau unserer Budgetplanung entwickeln wird. Unter dieser Prämisse halten wir die Realisierung des für das Geschäftsjahr 2022 geplanten Umsatzes von rund 2,8 Mrd. € für möglich. Bezüglich der für die Mubea-Gruppe wichtigen Entwicklung der Rohstoffpreise brachte das 1. Halbjahr 2022 einen weiteren deutlichen Materialpreisanstieg, den wir auch für den weiteren Jahresverlauf so prognostizieren. Insgesamt sind die starken inflationären Tendenzen in Summe herausfordernd. Die Weitergabe dieser Preissteigerungen an unsere Kunden stellt damit weiter unsere höchste Priorität dar. Vor dem Hintergrund unserer erwarteten Umsätze planen wir für die Geschäftsjahre 2022/2023 mit Investitionen die circa. 50% über dem Niveau 2021 liegen. Insbesondere der Erwerb von 4 Windkraftanlagen zur teilweisen Abdeckung unseres inländischen Strombedarfs (30%) stellt einen wesentlichen Meilenstein dar. Mit Umsetzung dieser Maßnahme erreichen wir ab 2023 eine höhere Unabhängigkeit von der Beschaffung an den Energiemärkten und leisten einen weiteren wesentlichen Beitrag hin zur Klimaneutralität. Schwerpunkte unserer geplanten Investitionen und zugleich wesentliche Chancen für eine Optimierung unserer Produktionskosten sind insbesondere die Fertigstellung unseres slowakischen Werkes für im Rollbondingverfahren hergestellte Aluminium-Kühlplatten, der Ausbau der Rohrwellenfertigung in Polen, die Erweiterung der Chassis Core Fertigung in der Türkei, sowie Investitionen in den Unterfahrschutz in CZ. Sofern sich darüber hinaus kurz- und mittelfristig Chancen für strategisch sinnvolle Akquisitionen ergeben sollten, werden wir diese sorgfältig prüfen und ggf. realisieren. Bei Realisierung der für das Gesamtjahr 2022 derzeit erwarteten Umsatzerlöse sowie einer für das 2. Halbjahr weiterhin gesicherten Gasversorgung streben wir ein deutlich höheres Ergebnis vor Steuern im Vergleich zum Vorjahr an. Auf dieser Basis gehen wir weiterhin von einer soliden Finanzierungsstruktur der Mubea-Gruppe aus. Sollte die Gasversorgung insbesondere unserer europäischen Werke in der 2. Jahreshälfte nicht gesichert sein, wird dies die Lieferfähigkeit der Mubea-Gruppe erheblich in Mitleidenschaft ziehen. Deutliche Umsatzrückgänge wären die Folge, denen wir mit entsprechenden Anpassungen der Kapazitäten entgegenwirken müssen. Gleichwohl gehen wir auch unter einem solchen Szenario von einem zumindest ausgeglichenen Ergebnis vor Steuern bei einer weiterhin stabilen Finanzierungsstruktur aus. Der Lagebericht enthält Aussagen zum künftigen Geschäftsverlauf der Mubea- Gruppe. Diesen Aussagen liegen Annahmen zur Entwicklung der Weltwirtschaft, insbesondere zur Entwicklung der Automobilindustrie zugrunde, die wir auf Basis der uns vorliegenden Informationen getroffen haben und die wir zurzeit als realistisch ansehen. Diese Einschätzungen sind auf die Zukunft gerichtet und daher mit Unsicherheiten behaftet. Die tatsächliche Entwicklung kann deshalb von der erwarteten Entwicklung abweichen.
Attendorn, den 14. Juli 2022 Muhr und Bender KG Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Thomas Muhr Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Muhr und Bender KG, Attendorn Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Muhr und Bender KG, Attendorn, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021 und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Muhr und Bender KG, Attendorn, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Beirats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den nach § 13 PublG anzuwendenden deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Beirat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Düsseldorf, den 14. Juli 2022 Grant
Thornton AG
Hermann Schulze Osthoff, Wirtschaftsprüfer Oliver Vos, Wirtschaftsprüfer |
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