Stammdaten

Register
Amtsgericht Braunschweig HRB 206807
Vorher
KÖDIKO Königsbronner Dienstleistungskontor Verwaltungs-GmbHKöDiKo Königsbronner Dienstleistungskontor GmbHJitpay Financial GmbHJIT Pay Financial GmbH
Eingetragen
22.3.2004
Branche
Institute für Factoring-GeschäfteAlle anderen Finanzdienstleistungen a. n. g.Sonstige mit Finanzdienstleistungen verbundene Tätigkeiten a. n. g.
Gegenstand
Die Erbringung der Finanzdienstleistung Factoring (Ankauf von Forderungen). Es werden erlaubnispflichtige Geschäfte gem. § 1 Abs. 1 a Nr. 9 KWG betrieben.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Gerhard Andreas Vink
seit 31.3.2025
Geschäftsführer
Carsten Koch
seit 12.4.2019
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
5.000.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

JITpay Financial GmbH

Braunschweig

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Bestandteile

1. Jahresbilanz (Formblatt 1)

2. Gewinn- und Verlustrechnung (Formblatt 3 - Staffelform)

3. Anhang

4. Lagebericht

Bilanz zum 31. Dezember 2022

AKTIVA

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
1. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 2.785.404,31 2.103.157,30
2. Forderungen an Kunden 10.646.369,14 3.817.961,33
3. Immaterielle Anlagewerte
a) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 643.483,00 394.910,00
4. Sachanlagen 5.858,00 12.481,00
5. Sonstige Vermögensgegenstände 5.367.006,10 2.562.063,29
6. Rechnungsabgrenzungsposten 11.187,72 1.630,00
19.459.308,27 8.892.202,92

PASSIVA

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 21.765,65 645,23
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 13.000.000,00 6.500.000,00
13.021.765,65 6.500.645,23
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) andere Verbindlichkeiten
aa) mit vereinbarter Laufzeit und Kündigungsfrist 1.212.654,90 436.225,71
1.212.654,90 436.225,71
3. Sonstige Verbindlichkeiten 1.790.524,35 783.228,25
4. Rückstellungen
a) andere Rückstellungen 615.085,30 88.720,00
5. Eigenkapital
a) Eingefordertes Kapital
Gezeichnetes Kapital 5.000.000,00 3.000.000,00
b) Kapitalrücklage 15.100,00 15.100,00
c) Verlustvortrag 1.931.716,27 1.106.809,50
d) Jahresfehlbetrag 264.105,66 824.906,77
2.819.278,07 1.083.383,73
19.459.308,27 8.892.202,92

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
1. Zinserträge aus
Kredit- und Geldmarktgeschäften 2.408.749,06 1.004.097,05
2. Zinsaufwendungen 672.390,02 291.529,87
3. Provisionsaufwendungen 185.937,25 134.416,22
4. Sonstige betriebliche Erträge 366.508,49 142.526,72
5. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 467.576,20 370.839,46
ab) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 87.975,41 75.216,76
555.551,61 446.056,22
b) Andere Verwaltungsaufwendungen 1.218.246,48 784.003,83
6. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 127.337,09 124.101,72
7. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 279.900,76 192.554,68
8. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit -264.105,66 -826.038,77
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,00 -1.132,00
10. Jahresfehlbetrag 264.105,66 824.906,77

Anhang für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2022

I. Allgemeine Angaben

Das Unternehmen ist im Handelsregister des Amtsgerichts Braunschweig unter der Nummer HRB 206807 eingetragen.

Das Unternehmen ist ein Finandienstleistungsunternehmen i.S.d. § 1 Abs. 1b Kreditwesengesetz (KWG).

Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (§ 242 ff. HGB) unter Berücksichtigung der Vorschriften für große Kapitalgesellschaften und der sie ergänzenden Bestimmungen des GmbH-Gesetzes.

Ergänzend waren die besonderen Vorschriften für Kreditinstitute (§§ 340 ff. HGB und Rech- KredV) zu beachten. Dies hat unter anderem zur Folge, dass die Gesellschaft gem. § 340 a Abs. 1 HGB einen Jahresabschluss nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften aufzustellen hat. Des Weiteren ist die Gesellschaft verpflichtet, einen Lagebericht aufzustellen.

Im Interesse der Klarheit und Übersichtlichkeit werden die gesetzlich vorgeschriebenen Vermerke zu Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung fast ausschließlich im Anhang aufgeführt.

II. Erläuterungen zur Bilanz

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben. Diese richten sich nach den Grundsätzen des HGB und der RechKredV.

Forderungen an Kreditinstitute sind in Höhe von 2.785.404,31 EUR (im Vorjahr: 2.103.157,30 EUR) täglich fällig. Die in den Forderungen an Kreditinstitute enthaltenen Beträge, die auf fremde Währung lauten, sind am Abschlussstichtag zum Devisenkassamittelkurs bewertet worden. Sie belaufen sich auf 35.882,75 EUR (im Vorjahr: 10.252,00 EUR).

Die Forderungen an Kunden betragen 10.646.369,14 EUR (im Vorjahr: 3.817.961,33 EUR). Sie haben eine Restlaufzeit von bis zu 3 Monaten. Weiterhin wurden erkennbare Einzel- und Pauschalwertrisiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt.

Die Pauschalwertberichtigungen werden auf der Grundlage der Forderungsverluste des Vorjahres unter Berücksichtigung der Kreditausfallversicherung ermittelt. Zur Berücksichtigung des IDW BFA 7 wird der ermittelte Ausfallfaktor erhöht, um sowohl das erwartete Kreditwachstum als auch mögliche geänderte Ausfallraten einzubeziehen.

Die Einzelwertberichtigungen wurden bei den entsprechenden Forderungen an Kunden auf den nicht abgesicherten Anteil vorgenommen.

Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und - soweit abnutzbar - vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen angesetzt.

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist aus dem nachfolgenden Anlagengitter ersichtlich:

Anlagengitter

Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2022 Zugänge Abgänge Umbuchungen Anschaffungs-, Herstellungskosten 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR EUR
3 Immaterielle Anlagewerte
a) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 623.065,15 426.771,71 59.341,15 0,00 990.495,71
623.065,15 426.771,71 59.341,15 0,00 990.495,71
4 Sachanlagen
andere Betriebs- und Geschäftsausstattungen 22.604,22 801,38 0,00 0,00 23.405,60
22.604,22 801,38 0,00 0,00 23.405,60
645.669,37 427.573,09 59.341,15 0,00 1.013.901,31
kumulierte Abschreibung 01.01.2022 Abschreibung Geschäftsjahr Abgänge kumulierte Abschreibung 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
3 Immaterielle Anlagewerte
a) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 228.155,15 119.912,71 1.055,15 347.012,71
228.155,15 119,912,71 1.055,15 347.012,71
4 Sachanlagen
andere Betriebs- und Geschäftsausstattungen 10.123,22 7.424,38 0,00 17.547,60
10.123,22 7.424,38 0,00 17.547,60
238.278,37 127.337,09 1.055,15 364.560,31
Zuschreibung Geschäftsjahr Buchwert Geschäftsjahr 31.12.2022 Buchwert Vorjahr 31.12.2021
EUR EUR EUR
3 Immaterielle Anlagewerte
a) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 643.483,00 394.910,00
0,00 643.483,00 394.910,00
4 Sachanlagen
andere Betriebs- und Geschäftsausstattungen 0,00 5.858,00 12.481,00
0,00 5.858,00 12.481,00
0,00 649.341,00 407.391,00

Hinsichtlich der so genannten "geringwertigen Wirtschaftsgüter" im Sinne des Steuerrechts wird in 2022 von der Möglichkeit einer Sofortabschreibung bei den anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung entsprechend § 6 Abs. 2 EStG Gebrauch gemacht. Bei den anderen Positionen des Anlagevermögens wird von der Sofortabschreibung kein Gebrauch gemacht.

Aus technischen Gründen wurden im Rahmen der Buchhaltung die fortgeführten Anschaffungskosten für die Factoringsoftware aus 2021 in Höhe von 59.341,15 EUR ausgebucht und neu aktiviert, so dass die Korrektur im Ergebnis neutral erfolgte. Die Aktivierung der gesamten Factoringsoftware erfolgte mit den Anschaffungskosten in Höhe von insgesamt 426.771,71 EUR. Im Anlagenspiegel wurden diese Bewegungen unter den Zugängen bzw. Abgängen und in den Abschreibungen dargestellt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind grundsätzlich zu Nennwerten angesetzt.

Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 5.367.006,10 EUR (im Vorjahr: 2.562.063,29 EUR) haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Sie bestehen hauptsächlich aus Gesellschafterforderungen in Höhe von 3.323.184,94 EUR (im Vorjahr: 1.337.026,84 EUR). Weiterhin bestehen unter den sonsigen Vermögensgegenständen Forderungen gegenüber der Zweckgesellschaft aus der Refinanzierungsbeziehung in Höhe von 2.043.651,31 EUR (im Vorjahr: 1.216.941,69 EUR).

Die Forderungen gegen die Gesellschafterin sind mit 2 % p.a. verzinst und haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr und weniger als 5 Jahren. Sämtliche Gesellschafterforderungen aus dem Vorjahr wurden ebenfalls mit 2 % p.a. verzinst.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten wurden gem. § 250 Abs. 1 Nr. 4 und 5 HGB entsprechend der Verursachung der Aufwendungen gebildet. Sie enthalten vor dem Bilanzstichtag getätigte Ausgaben, die erst nach dem Stichtag als Aufwand zu erfassen sind. Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betragen 11.187,72 EUR (im Vorjahr: 1.630,00 EUR).

Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Zusammensetzung zeigt die nachfolgende Übersicht.

Restlaufzeit
Gesamt bis zu drei Monaten mehr als drei Monate bis zu einem Jahr
EUR EUR EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 13.000.000,00 13.000.000,00
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und andere Verbindlichkeiten 1.212.654,90 1.212.654,90 0,00
14.212.654,90 1.212.654,90 13.000.000,00

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstitute bestehen in Höhe von 13.021.765,65 EUR (im Vorjahr: 6.500.645,23 EUR) und haben in Höhe von 13.000.000,00 EUR (im Vorjahr: 6.500.000,00 EUR) eine Restlaufzeit von mehr als drei Monaten bis zu einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden bestehen in Höhe von 1.212.654,90 EUR (im Vorjahr: 436.225,71 EUR) und haben eine Laufzeit von bis zu drei Monaten. Davon unterliegt ein Betrag in Höhe von 1.138.363,19 EUR (im Vorjahr: 359.309,33 EUR) einem vertraglich vereinbarten Sperrkonto mit Forderungsverkäufern.

Sonstige Verbindlichkeiten bestehen in Höhe von 1.790.524,354 EUR (im Vorjahr: 783.228,25 EUR). Es sind hier Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin in Höhe von 0,00 EUR (im Vorjahr: 65.715,64 EUR) enthalten. Die sonstigen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von bis zu 3 Monaten.

Die Sonstigen Verbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen aus den Positionen Verbindlichkeiten aus Lieferungen + Leistungen (allgemein) in Höhe von 173.289,28 EUR (im Vorjahr: 257.749,15 EUR), aus Verbindlichkeiten gegenüber der Zweckgesellschaft aus der Refinanzierungsbeziehung in Höhe von 762.745,39 EUR (im Vorjahr: 452.029,26 EUR), sowie aus Zinsverbindlichkeiten in Höhe von 70.633,33 EUR (im Vorjahr: 0,00 EUR) und aus Verbindlichkeiten aus Abrechnungen in Höhe von 741.535,08 EUR (im Vorjahr: 0,00 EUR).

Andere Rückstellungen decken die erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und wurden mit dem Erfüllungsbetrag dotiert. Sie wurden nach vernünftigen kaufmännischen Beurteilung gebildet und haben für den Betrag in Höhe von 615.085,30 EUR eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Sie bestehen in Höhe von 205.000,00 EUR (im Vorjahr: 0,00 EUR) aus Intercompany- Leistungen, in Höhe von 85.888,92 EUR (im Vorjahr: 0,00 EUR) aus verbliebenen Differenzen aus der Migration, in Höhe von 177.800,00 EUR (im Vorjahr. 0,00 EUR) aus Kosten für die Prämie der Warenkreditversicherung, in Höhe von 53.376,00 EUR (im Vorjahr: 27.220,00 EUR) aus Abschluss- und Prüfungskosten, in Höhe von 31.299,83 EUR (im Vorjahr: 10.200,00 EUR) aus Personalkosten- und Urlaubsrückstellungen sowie aus übrigen Rückstellungen in Höhe von 61.720,55 EUR (im Vorjahr: 51.300,00 EUR).

Das voll eingezahlte Stammkapital ist zum Nennbetrag bewertet. Es beträgt 5.000.000,00 EUR (im Vorjahr: 3.000.000,00 EUR). Die Kapitalrücklage ist ebenfalls zum Nennwert bewertet, diese beträgt, wie im Vorjahr, 15.100,00 EUR.

Der Jahresfehlbetrag soll entsprechend dem Vorschlag der Geschäftsführung in Höhe von 264.105,66 EUR auf neue Rechnung vorgetragen werden.

III. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 366.508,49 EUR (im Vorjahr: 142.340,25 EUR) setzen sich hauptsächlich aus Versicherungserstattungen der Forderungsausfallversicherung in Höhe von 199.503,52 EUR (im Vorjahr: 80.330,06 EUR), aus sonstigen Zinserträgen in Höhe von 27.789,46 EUR (im Vorjahr: 35.747,23 EUR), aus Mahngebühren und Inkassogebühren in Höhe von 106.113,77 EUR (im Vorjahr: 9.531,61 EUR), sowie aus der Verrechnung von sonstigen Sachbezügen (Kfz 19 % USt) in Verbindung mit Mitarbeitern in Höhe von 19.597,75 EUR (im Vorjahr: 16.707,60 EUR) zusammen.

Die sonstigen Zinserträge enthalten Zinserträge von der Gesellschafterin in Höhe von 27.789,46EUR (im Vorjahr: 35.747,23 EUR).

In dem Posten Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altervorsorge und für Unterstützung sind Aufwendungen für Altervorsorge in Höhe von 3.378,00 EUR (im Vorjahr: 3.048,00 EUR) enthalten.

IV. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Verbindlichkeiten gegen Kreditinstitute sind mit einer Globalabtretung sämtlicher gegenwärtiger und künftiger Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen alle Drittschuldner der Gesellschaft abgesichert.

Durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer beträgt 9.

Zu Geschäftsführern sind bestellt:

 

Herr Dennis Wallenda (Markt), Braunschweig

 

Herr Carsten Koch (Marktfolge), Braunschweig

Bezüglich der Angaben über die Gesamtbezüge der Geschäftsführung wird von der Befreiungsvorschrift gem. § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.

Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022 zu berechnende Gesamthonorar betrifft ausschließlich Prüfungsleistungen und wird 20.900,00 EUR voraussichtlich nicht übersteigen.

 

Braunschweig, den 25. August 2023

JITpay Financial GmbH

Geschäftsführung

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

der JITpay TM Financial GmbH, Braunschweig

I. Grundlagen des Unternehmens

1. Geschäftsmodell des Unternehmens

Die JITpay TM Financial GmbH (nachfolgend "JITpay TM oder die "Gesellschaft") mit Sitz in Braunschweig betreibt Factoring im Sinne des § 1 Abs. 1a S. 2 Nr. 9 KWG und gilt somit als Finanzdienstleistungsinstitut nach § 1 KWG. Daher unterliegt sie den Regelungen des Kreditwesengesetzes (KWG) sowie der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

Die Gesellschaft ist eine 100% Tochter der JITpay TM GmbH, ebenfalls mit Sitz in Braunschweig. Die JITpay TM GmbH bietet ihren Kunden über weitere Gruppengesellschaften verschiedene Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Durchführung von Transportaufträgen an.

Die Kunden von JITpay TM sind insbesondere Unternehmen aus der Transport- und Logistikbranche. Der Fokus liegt dabei auf kleinen und mittelständischen Transportunternehmen.

Die Gesellschaft bietet den Kunden der JITpay TM -Gruppe Finanzierungsleistungen in Form von Factoring an. Das Factoring kann dabei mit weiteren Dienstleistungen von anderen Gesellschaften der JIT-pay TM -Gruppe für den Kunden kombiniert werden.

JITpay TM gliedert das Factoring Geschäft in zwei Segmente. Der Direktvertrieb ("Direct Sales") erfolgt über eigene Außendienstmitarbeiter mit direktem Kundenkontakt. Dieses Segment richtet sich überwiegend an größere Speditionen und beinhaltet individuelle kundenbezogene Ansätze.

Das Digitalgeschäft ("Digital Sales") ist ein standardisiertes Produkt, dass vorwiegend an kleine Transportunternehmen adressiert ist. Es zeichnet sich durch einen hohen Digitalisierungs- und Automatisierungsgrad aus.

2022 hat die Gesellschaft eine neue Factoringsoftware eingeführt. Durch die Einführung des neuen Systems verspricht sich die Gesellschaft eine deutliche Qualitätsverbesserung in der Abbildung des Factoringgeschäftes und eine vollständige schnittstellenfreie Integration aller damit verbundenen Abteilungen.

JITpay TM befindet sich in einer Transformationsphase, die geprägt ist von stark steigendem Geschäftsvolumen ("Digital Sales"), damit verbundenem Wachsen der Mitarbeiteranzahl, dem Ausbau der IT-Infrastruktur sowie der Etablierung von nachhaltigen und effizienten Prozessen.

Um ein weiteres stetiges Wachstum zu erreichen, wurde im Laufe der zweiten Jahreshälfte die Internationalisierung des Geschäftsmodells massiv vorangetrieben. Es wurde eine Gesellschaft in Rumänien gegründet, weitere Gründungen sind in Vorbereitung.

Der wichtigste regionale Markt für JITpay TM ist unverändert Deutschland. Insbesondere osteuropäische Märkte, wie z.B. Polen oder Tschechien, die JITpay TM aus Deutschland heraus bedienen kann, nehmen an Bedeutung kontinuierlich zu.

II. Wirtschaftsbericht

JITpay TM ist Mitglied im Deutschen Factoring Verband, der regelmäßig die wichtigsten Kennzahlen für die deutsche Factoring Branche veröffentlicht. Gemäß dem Jahresbericht für das Geschäftsjahr 2022 profitierte der Factoring Markt in Deutschland zum einen von Nachholeffekten nach der Pandemie sowie von der Bedeutung des Produktes in Krisenzeiten als wichtiges und schnell umsetzbares Finanzierungsinstrument. Die Umsätze der Mitglieder des Deutschen Factoring Verbandes, der rd. 98 Prozent des gesamten deutschen Factoring Marktes repräsentiert, stiegen im Jahr 2022 um 20 Prozent auf 372,9 Mrd. Euro. Auch die Anzahl der Factoring Kunden entwickelte sich in diesem Zeitraum positiv auf über 105.000 (Vorjahr 80.000). Die Factoringquote (Verhältnis zwischen angekauftem Factoring-Forderungsvolumen und dem BIP) erreichte mit 9,7 Prozent einen neuen Höchstwert.

Auch im für JITpay TM aktuell zweitwichtigsten Markt Polen hat sich der Factoring Markt im Jahr 2022 positiv entwickelt. Das Factoringvolumen stieg um 26,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. 4)

Geprägt durch den anfänglichen Aufschwung, vor allem bedingt durch die Aufhebung der Pandemiebeschränkungen, und den Abschwung bis zum Jahresende (insbesondere durch den Ukraine-Krieg und den daraus resultierenden Folgen) erzielte Deutschland im Berichtsjahr noch ein moderates Wachstum des preisbereinigten BIP von 1,8 Prozent.

Durch den Ukraine-Krieg hat sich die Welt nachhaltig verändert. Neben der kaum zu ermessenden menschlichen Tragödie bedeutete dies auch konjunkturelle Auswirkungen und wesentliche Risiken für die Real Wirtschaft - insbesondere in Bezug auf die weltweiten Lieferketten und Absatzmärkte sowie den Energiebedarf und die Kreditversorgung.

Die Logistikbranche bekam 2022 die Rezession, die Auswirkungen des anhaltenden Ukraine-Krieges und die aktuelle Inflation in Deutschland deutlich zu spüren. Durch steigende Kosten und Preise wuchs die Logistikbranche in 2022 zwar um nominal 8,5 Prozent, dies geschah jedoch bei einer geringen realen Steigerung von 0,6 Prozent. Im Jahr 2022 waren im Wirtschaftsbereich Logistik ca. 3,30 Mio. Beschäftigte tätig, die einen Umsatz in Höhe von ca. 319 Mrd. Euro erwirtschafteten. Für das laufende Jahr wird ein Umsatzvolumen von ca. 330 Mrd. Euro erwartet. 2

Laut dem ifo Institut wird die deutsche Wirtschaftsleistung 2023 um 0,4 Prozent schrumpfen. Die Inflation wird langsam sinken von 6,9 Prozent 2022 auf 5,8 Prozent in diesem Jahr. 3

JITpay TM begleitet diese Entwicklungen durch auf Kundenwünsche eingehende Produkte, ein hohes Maß an Qualität und erhebliche Serviceaktivitäten. JITpay TM bietet Factoring Verträge überwiegend in einem Full-Service-Verfahren im stillen oder offenen Verfahren an. Das Factoring Angebot von JITpay TM wird in weiten Teilen als direkte Kombination zu den Abrechnungs- und Servicedienstleistungen der Schwestergesellschaften (Zentralabrechnung für Logistikkosten) angeboten.

Die Zielgruppe der Gesellschaft erstreckt sich auf alle Unternehmen der Logistikbranche, die Transportleistungen durchführen oder solche in Auftrag geben. JITpay TM positioniert sich mit der Kombination von IT-unterstützten Abrechnungs- und Finanzdienstleistungen in einer Nische, die auch in einem durch aktiven Wettbewerb gekennzeichneten Branchenumfeld aussichtsreiches Wachstum erwarten lässt.

1 Jahresbericht 2022 Deutscher Factoring Verband e.V.
2 BVL Das Logistik-Netzwerk
3 ifo Konjunkturprognose Sommer

2. Bedeutsame finanzielle Leistungsindikatoren

Die finanzielle Entwicklung der Gesellschaft wird fortlaufend auf der Grundlage verschiedener Kennzahlen und Steuerungsgrößen überwacht. Als maßgeblichen finanziellen Leistungsindikator für die Steuerung des Unternehmens erachtet die Geschäftsführung das Factoringvolumen. Das Factoringvolumen definiert die Gesellschaft als die Summe aller innerhalb des Berichtszeitraums angekauften Forderungen.

Vor dem Hintergrund der Überarbeitung des Schwerpunkts der Unternehmenssteuerung zu Beginn des Geschäftsjahres 2023 hat die Geschäftsführung die Umsatzmarge als weiteren bedeutsamen finanziellen Leistungsindikator definiert. Für eine bessere Vergleichbarkeit in den Folgejahren wir dieser bereits in die Berichterstattung für das Geschäftsjahr 2022 aufgenommen. Die Umsatzmarge wird als Verhältnis aus Factoringgebühren des jeweiligen Segments mit den dazugehörigen angedienten Forderungen verstanden und in Prozenten ausgewiesen.

Finanzielle KPI 2022 2021 Veränderung
Factoringvolumen in Tsd. Euro 183.297 96.849 89 Prozent
Umsatzmarge in Prozent ("Digital Sales") 2,29 0,94 142 Prozent
Umsatzmarge in Prozent ("Direct Sales") 1,18 1,04 12 Prozent

Ab 2022 hat die Gesellschaft die Anzahl der registrierten Neukunden im "Digital Sales" und im "Direct Sales" als einen nichtfinanziellen Leistungsindikator aufgenommen. JITpay TM befindet sich weiterhin in einer Wachstumsphase und versteht den Leistungsindikator "registrierter Neukunde" als ein wesentliches Steuerungsinstrument zur Überwachung dieses strategischen Ziels. Ein registrierter Neukunde ist ein Kunde, der den Onboarding-Prozess erfolgreich beendet und mindestens eine Forderung angedient hat. Im Geschäftsjahr 2022 konnten 689 Neukunden im "Digital Sales" und 96 Neukunden im "Direct Sales" gewonnen werden.

3. Geschäftsentwicklung

Die Gesellschaft konnte im Berichtsjahr ein Geschäftsvolumen (Factoringvolumen) von 183,3 Mio. Euro (Vorjahr: 96,8 Mio. Euro) abwickeln. Das bedeutet einen Anstieg um 89 Prozent gegenüber dem Vorjahr, lag gleichwohl aber leicht unterhalb unserer Prognose des Vorjahres. Ursächlich für die leichte Verfehlung war eine leicht unterhalb unserer Erwartung liegende Geschäftsentwicklung. Maßgeblich für die Realisierung dieses Geschäftsvolumens waren die zu Beginn des Berichtjahres gemeinsam mit der Muttergesellschaft aufgebauten Vertriebsaktivitäten im Segment ("Digital Sales")- Das Digitalgeschäft ("Digital Sales") ist ein standardisiertes Produkt, dass vorwiegend an kleine Transportunternehmen adressiert ist. Es zeichnet sich durch einen hohen Digitalisierungs- und Automatisierungsgrad aus.

Die Erträge aus dem Factoring Geschäft entwickelten sich deutlich positiv. Insbesondere wuchs das Segment Digital Sales mit einem Anteil von 12 Prozent am Factoringvolumen deutlich (Vorjahr: 8 Prozent). Dabei zeichnete sich dieses Segment für einen Anteil von 21 Prozent (Vorjahr: 7 Prozent) der gesamten Zinserträge der Gesellschaft verantwortlich.

Die Anzahl der Factoring Kunden konnte gegenüber dem Vorjahr um 230 Prozent (Vorjahr: 47 Prozent) über beide Segmente gesteigert werden.

Diese Entwicklung steht im Einklang mit der strategischen Ausrichtung und Zielsetzung der Gesellschaft, künftig vorwiegend das Segment Digital Sales auszubauen. Zu diesem Zweck wurden im Berichtsjahr umfangreiche strategische und organisatorische Maßnahmen getroffen.

Die Rekrutierung zusätzlicher Mitarbeiter sowie das Ersetzen von Mitarbeiterabgängen stellte sich vor dem Hintergrund des sich weiter verstärkenden Fachkräftemangels als herausfordernd dar. Des Weiteren wurde die Gesellschaft insbesondere im zweiten Halbjahr durch die Umstellung auf eine neue Factoringsoftware belastet.

Die seit Juli 2022 vorgenommen Leitzinserhöhungen der EZB wirkten sich direkt auf die Refinanzierungssituation der Gesellschaft aus. Trotz steigender Zinskosten wurden die Gebührenstruktur bei Bestandskunden sowie im Digitalgeschäft ("Digital Sales") nicht angepasst.

Die gestiegenen Zinsaufwendungen sowie der zusätzlich Personalaufwand haben die gute Ertragsentwicklung überkompensiert und zu einer ungünstigen Ergebnisentwicklung beigetragen. Vorgezogene Investitionen in die Erschließung weiterer Märkte haben diese Entwicklung zusätzlich belastet.

Trotz einer unveränderten Verlustsituation beurteilen wir die Entwicklung der Gesellschaft im Jahr 2022 insgesamt als zufriedenstellend, da zum einen der Nachweis für die erfolgreiche Erschließung des Potentials im Geschäftssegment Digital Sales erbracht wurde und zum anderen die gesamte Aufbau- und Ablauforganisation der Gesellschaft weiter ausgebaut wurde.

4. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die Lage des Unternehmens war maßgeblich von Investitionen in Prozesse, IT-Systeme und der Produktentwicklung gekennzeichnet.

a) Finanz- und Vermögenslage

Zum Bilanzstichtag 31.12.2022 erhöhte sich die Bilanzsumme im Vorjahresvergleich von 8.892 Tsd. Euro auf 19.459 Tsd. Euro. Die Zunahme wurde auf der Aktivseite im Wesentlichen aus dem wachstumsbedingten Anstieg der Forderungen gegenüber Kunden sowie einem Anstieg der Forderungen gegenüber Gesellschaftern und einer Zweckgesellschaft bewirkt. Diesem steht auf der Passivseite insbesondere ein Anstieg bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und dem Eigenkapital gegenüber.

Vor dem Hintergrund der Ausweitung der Geschäftsaktivitäten sowie des Weiterverkaufs von Forderungen an eine Zweckgesellschaft zur Refinanzierung der Factoring Ankäufe sind die täglich fälligen Forderungen an Kreditinstitute leicht auf 2.785 Tsd. Euro (Vorjahr: 2.103 Tsd. Euro) gestiegen.

Das gestiegene Factoringvolumen spiegelt sich in einem deutlichen Anstieg der Forderungen an Kunden wider. Diese beliefen sich zum 31. Dezember 2022 auf 10.646 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.818 Tsd. Euro).

Die sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich im Vorjahresvergleich deutlich von 2.562 Tsd. Euro auf 5.367 Tsd. Euro. Die Zunahme resultiert im Wesentlichen aus den Forderungen gegenüber der Muttergesellschaft in Höhe von 3.323 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.337 Tsd. Euro) und dem geschäftsbedingten Anstieg der Forderungen gegenüber der Zweckgesellschaft in Höhe von 3.210 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.217 Tsd. Euro).

Auf der Passivseite erhöhten sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auf 13.022 Tsd. Euro (Vorjahr: 6.500 Tsd. Euro).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in Höhe von 1.213 Tsd. Euro (Vorjahr: 436 Tsd. Euro) bestehen insbesondere aus vertraglich vereinbarten Sperrkonten mit Factoring Kunden.

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 1.790 Tsd. Euro (Vorjahr: 783 Tsd. Euro) bestehen im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten gegenüber der Zweckgesellschaft und Verbindlichkeiten aus Abrechnungen.

Das Eigenkapital der Gesellschaft belief sich zum Berichtsstichtag auf 2.819 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.083 Tsd. Euro) und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr durch eine Kapitalerhöhung trotz des Jahresfehlbetrags um 1.736 Tsd. Euro verbessert.

b) Ertragslage

Im Berichtsjahr sind im Zusammenhang mit dem angestiegenen Factoring Umsatz die Zinserträge auf 2.409 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.004 Tsd. Euro) angestiegen. Damit einhergehend sind auch die Zinsaufwendungen durch den erhöhten Finanzierungsbedarf sowie des allgemeinen Zinsanstiegs auf 672 Tsd. Euro (Vorjahr: 292 Tsd. Euro) gestiegen.

Die Provisionsaufwendungen in Verbindung mit den Digitalgeschäft ("Digital Sales") sowie der Bereitstellung der Refinanzierungslinie über die Zweckgesellschaft und Refinanzierungspartner erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr auf 186 Tsd. Euro (Vorjahr: 134 Tsd. Euro).

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind aufgrund der Versicherungserstattungen der Forderungsausfallversicherung sowie vereinnahmten Mahngebühren auf 367 Tsd. Euro (Vorjahr: 143 Tsd. Euro) angestiegen.

Bedingt durch einen deutlichen Anstieg der Verwaltungsaufwendungen auf 1.774 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.230 Tsd. Euro), insbesondere aufgrund ausgeweiteter Aufwendungen für Personal sowie weiteren Investitionen zum Ausbau des Geschäftsbetriebs, entstand ein Jahresfehlbetrag von 264 Tsd. Euro (Vorjahr: 825 Tsd. Euro). Es handelt sich hierbei nach wie vor um Anlaufverluste, die im Rahmen der Entwicklung und Etablierung des Geschäftsmodells zu erwarten waren.

Insgesamt bewertet die Gesellschaft die Finanz- und Vermögenslage als geordnet. Die Gesellschaft verfügt über ausreichend Eigenkapital, liquide Mittel und Kreditlinien zum Ausbau ihrer Geschäftsaktivitäten.

III. Risikobericht

1. Risikomanagement

Das Risikomanagement von JITpay TM richtet sich nach den der BaFin veröffentlichten "Mindestanforderungen an das Risikomanagement" und verfolgt im Wesentlichen die Sicherstellung der Risikotragfähigkeit sowie die Einführung und Einhaltung angemessener interner Kontrollverfahren. Aus dem Factoring-Geschäft ergeben sich verschiedene Risiken, die die JITpay TM durch systematische Prüfung, Begrenzung der Einzelrisiken, Branchenbeobachtung und fortlaufende Überwachung des Tagesgeschäft mit einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen begrenzt.

Allgemeine und geschäftspolitische Risiken können durch Kontrollen und risikominimierende Maßnahmen naturgemäß nie vollständig ausgeschlossen werden. Das Risikoüberwachungssystem ist daher primär darauf gerichtet, Risiken rechtzeitig zu identifizieren, um bei Bedarf gegensteuernde Maßnahmen einzuleiten und die Risiken quantitativ zu minimieren. Die Gesellschaft verfügt hierzu mit der Risikomanagementsoftware risklytics über adäquate Möglichkeiten, das Risikomanagement proportional zum angestrebten Wachstum weiterzuentwickeln. Die Software bietet u.a. Unterstützung im Rahmen des Risikomonitorings- und reportings, der Risikoinventur, der Risikotragfähigkeitsberechnung sowie des internen Kontrollsystems.

Von den wesentlichen Risikoarten Adressausfall-, Marktpreis-, Liquiditäts- und operationelles Risiko kommt dem Adressausfallrisiko die mit Abstand größte Bedeutung im Factoring-Geschäft zu. Zur Risikominimierung in Bezug auf das Adressausfallrisiko der Debitoren hat die Gesellschaft eine Warenkreditversicherung abgeschlossen. Hierbei decken die maximalen Entschädigungsleistungen je Schadensfall signifikante Risiken ab. Operationelle Risiken werden - soweit möglich - durch verschiedene Versicherungspolicen versichert.

Folgende Risikoarten bestehen:

2. Adressenausfallrisiken

Ein wesentliches Risiko für JITpay TM besteht in der Gefahr, dass ein Forderungsschuldner (Debitor) seinen vertraglich vereinbarten Zahlungsverpflichtungen nicht oder nur teilweise nachkommt. Bei dem Adressenausfallrisiko kommt es somit maßgeblich auf die Bonität des Debitors an.

JITpay TM bietet im Wesentlichen echtes Factoring an. Bei einem echten Factoring übernimmt die Gesellschaft vollständig das Ausfallrisiko des Forderungsschuldners der abgetretenen und angekauften Forderung. Ausgewählten Einzelkunden wird unechtes Factoring angeboten.

JITpay TM wird Forderungen gegen einen Debitor grundsätzlich nur bis zur Höhe von vorab definierten Limiten ankaufen. JITpay TM behält sich in Ausnahmefällen die Möglichkeit vor, Forderungen auch ohne Versicherungsschutz anzukaufen. Dies bedarf vorab einer Zustimmung der gesamten Geschäftsführung der JITpay TM und erfolgt insbesondere unter Berücksichtigung der Bonität des Debitors sowie der Finanzierungshöhe.

Neben dem individuellen Ausfallrisiko des jeweiligen Debitors besteht auch ein ihm zuzuordnendes Länderrisiko. JITpay TM beschränkt den Ankauf von Forderungen überwiegend auf Debitoren mit Sitz in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union und insbesondere auf Länder, die in der bestehenden Warenkreditversicherung eingeschlossen sind.

3. Veritätsrisiken

Veritätsrisiken bestehen auf der Ebene des Forderungsverkäufers (Factoring Kunde). Es wird definiert als das Risiko, welches hinsichtlich des Bestands und der Realisierbarkeit der abgetretenen und angekauften Forderungen besteht. Dies schließt für uns auch das Betrugsrisiko mit ein.

Veritätsrisiken ergeben sich immer dann, wenn die angekaufte Forderung nicht oder nicht in der erwarteten Höhe besteht. Somit wird ein Veritätsrisiko immer dann schlagend, wenn ein Anspruch gegen den Factoring Kunden aus der Veritätshaftung besteht.

Veritätsrisiken liegen in der Natur des Factorings begründet und entstehen beispielsweise bei nicht vollständig erbrachter Leistung des Forderungsverkäufers oder durch statthaftes Einreden des Debitors. Für die Verität der Forderungen haftet vertraglich der Forderungsverkäufer.

Um dieses Risiko zu begrenzen, wird JITpay TM Forderungen nur innerhalb vorab definierter Finanzierungslimite (auch Ankaufrahmen) je Forderungsverkäufer ankaufen, welche sich insbesondere an der Bonität der Forderungsverkäufer orientieren. Zusätzlich übernimmt JITpay TM das Debitorenmanagement für den Forderungsverkäufer, so dass eine Abhängigkeit vom Factoring Kunden und somit das Veritätsrisiko weiter reduziert wird.

Die Veritätsrisiken und die Betrugsrisiken können durch die Mechanismen der vorgeschalteten Rechnungserstellung und/oder Rechnungsprüfung anhand von Auftrags- und Erfüllungsdaten deutlich gemindert werden. Zum einen kann JITpay TM sicherstellen, dass die Leistung, die der anzukaufenden Forderung zu Grunde liegt, von dem Factoring Kunden auch erbracht wurde, da vor Fakturierung ein überprüfbarer Ablieferungsnachweis erfolgt. Zum anderen werden nachträgliche Einreden des Forderungsschuldners im Vorfeld transparent, da die Abrechnung der Leistung anhand von nachvollziehbaren Fakten und zuvor festgelegten Tarifen erfolgt.

4. Operationelle Risiken

Unter operationellen Risiken versteht JITpay TM die Gefahr von Verlusten, die in Folge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Prozessen, Menschen und Systemen oder in Folge von externen Ereignissen eintreten. Auch Rechtsrisiken in Bezug auf die Durchsetzbarkeit der Forderungen und Betrugsrisiken durch Mitarbeiter gehören in diese Kategorie.

Der verstärkte Ausbau des Segments "Digital Sales" sowie die Erschließung weiterer europäischer Märkte setzt effiziente Prozessabläufe, eine stabile IT und einen hohen Grad an Automatisierung voraus. Ein Risiko für die Geschäftsentwicklung kann sich daraus ergeben, dass nicht alle diese Grundpfeiler in angemessener Geschwindigkeit etabliert werden können.

Sämtliche strategische und operative Handlungen von JITpay TM werden mit dem Ziel verfolgt, das Eintreten operationeller Risiken möglichst zu vermeiden oder aber die Schäden (Verluste), die durch das Schlagendwerden von operationellen Risiken auftreten, zumindest zu vermindern bzw. zu übertragen. Der Aufwand für entsprechende Maßnahmen soll dabei in einem vertretbaren Verhältnis zu den vermeidbaren Verlusten stehen. Dies bedeutet auch, dass Risiken mit vertretbarem Schadenpotential akzeptiert werden können. Zudem sind die einschlägigen aufsichtsrechtlichen Anforderungen jederzeit zu gewährleisten.

Das Management von operationellen Risiken orientiert sich an drei Leitlinien:

Operationelle Risiken sollen frühzeitig erkannt werden, bevor sie schlagend werden - "agieren statt reagieren" (Ex-Ante-Sicht)

Eine systematische und regelmäßige Identifizierung der potenziellen Schadensfälle erfolgt im Rahmen der jährlichen Erstellung der Risikoinventur, die die Erstellung eines Gesamtrisikoprofils für Operationelle Risiken beinhaltet. Die aufsichtsrechtliche Anforderung eines zukunftsorientierten Controllinginstrumentariums für Operationelle Risiken wird damit erfüllt.

Aus den Schadensfällen der Vergangenheit lernen (Ex-Post-Sicht)

Eingetretene Schadensfälle werden im Fallmanagement in Risklytics erfasst und jährlich bzw. ad hoc hinsichtlich ihrer Ursachen analysiert sowie Gegenmaßnahmen und Handlungsempfehlungen erarbeitet.

Integration des Managements Operationeller Risiken in die Aufbau- und Ablauforganisation

Hierzu erfolgt die Einrichtung bzw. Weiterentwicklung von Risikomanagementprozessen automatisierten Kontrollen sowie dem Ausbau des IKS. Ziel ist die Weiterentwicklung der Prozessqualität in Verbindung mit der Qualitätskontrolle (Messung/Bewertung, zum Reporting, zur Steuerung sowie zur Kontrolle der Operationellen Risiken von JITpay TM ).

5. Weitere Risiken

Die weiteren Risiken umfassen die Liquiditätsrisiken und Marktpreisrisiken.

Das Liquiditätsrisiko besteht darin, dass JITpay TM zu einem Zeitpunkt nicht über die benötigten Zahlungsmittel für die Begleichung fälliger Zahlungen verfügt bzw. sich diese nur zu erhöhten Kosten beschaffen kann.

Die Liquiditätsplanung von JITpay TM wird jeweils halbjährlich aktualisiert. Sofern sich ein Liquiditätsengpass abzeichnet, sind frühzeitig geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um die Fortführung der Geschäftstätigkeit sicherzustellen.

Das Liquiditätsrisiko ist dahingehend begrenzt, dass JITpay TM vor Sicherstellung weiterer Refinanzierungsquellen vertraglich keine Ankaufverpflichtung eingeht.

Im Berichtsjahr verfügte JITpay TM über ausreichende Kreditlinien.

Marktpreisrisiken werden als das Verlustrisiko aus nicht bzw. nicht vollständig abgesicherten Festzinspositionen bei Veränderungen des Marktpreises (Zinsen, Wechselkurse) aufgefasst. Marktpreisrisiken werden von JITpay TM bewusst eingegangen. Die Marktpreisrisiken von JITpay TM werden grundsätzlich von Veränderungen der Zinsen und der Devisenkurse bestimmt.

Für den Ankauf von Forderungen in Fremdwährungen wird JITpay TM Limite für das maximale Fremdwährungsvolumen vergeben. Auf diese Weise wird JITpay TM sicherstellen, dass etwaige Währungsschwankungen kein geschäftsgefährdendes Ausmaß annehmen. Sofern ein signifikantes Geschäftsvolumen in Fremdwährung für Kunden angeboten wird, ist eine Voraussetzung die Refinanzierung in der entsprechenden Fremdwährung.

Aktuell nimmt JITpay TM Kredite auf EURIBOR Basis in Anspruch. JITpay TM wird die Zinsentwicklung regelmäßig überwachen, um im Falle eines Zinsanstiegs rechtzeitig über den Abschluss entsprechende Zinssicherungsinstrumente entscheiden zu können.

6. Gesamtaussage zum Risikobericht

Wir bewerten die Wahrscheinlichkeit eines Eintretens der zuvor genannten Risiken jeweils unterschiedlich und halten die Risikolage insgesamt für moderat. Risiken, die den Bestand der JITpay TM gefährden könnten, sind uns derzeit nicht bekannt. Insgesamt sind wir der Ansicht, dass die Chancen, die das Unternehmen hat, die Risiken, denen wir ausgesetzt sind, überwiegen.

Die für das Risikomanagement verwendeten Instrumente sind vor dem Hintergrund der Art, dem Umfang, der Komplexität und dem Risikogehalt der betriebenen Geschäfte angemessen. Die dargestellten Risiken werden im Zuge der Unternehmensplanung bewertet und berücksichtigt.

Die rechnerische Risikotragfähigkeit war im Geschäftsjahr 2022 aufgrund eines zu hoch angesetzten Betrugsrisikofaktors bei der Messung der Veritätsrisiken bei gegebenem Geschäftswachstum in den von uns simulierten Risiko- und Stressszenarien zeitweise nicht gegeben. Unter Berücksichtigung eines angepassten Betrugsrisikofaktors war die Risikotragfähigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr gegeben. Nach dem derzeitigem Planungsstand ist die Risikotragfähigkeit auch im Geschäftsjahr 2023 gegeben.

Es erfolgt eine laufende Weiterentwicklung der Systeme und Risikomessverfahren, um den Anforderungen an ein angemessenes Risikomanagement auch künftig zu entsprechen.

Insgesamt hat sich die Risikolage im Vergleich zum Vorjahr analog dem gestiegenen Geschäftsvolumens entwickelt..

VI. Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung

Für das Jahr 2023 wird ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,2 Prozent erwartet. Allerdings ist aufgrund der aktuellen politischen Lage eine abschließende Prognose aus unserer Sicht nicht möglich. Der Russland-Ukraine-Krieg wird weiterhin gesamtwirtschaftliche Folgen haben, die derzeit noch nicht absehbar sind.

Wir gehen neben Preiserhöhungen einhergehend mit einer höheren Inflation auch weiterhin von Lieferengpässen bei wichtigen Produkten aus.

Zusätzlich erwarten wir einen moderaten Anstieg bei den Insolvenzen aufgrund steigender Energie- und Personalkosten bei unseren Anschlusskunden. Hier sind mittelbare Auswirkungen eng zu überwachen. Aufgrund unseres Geschäftsmodells sowie eines professionellen Risikomanagements haben wir die Möglichkeit, zeitnah gegenzusteuern.

Insgesamt gehen wir aktuell von einem weiteren Wachstum sowohl bei unseren Bestandskunden als auch im Neukundengeschäft aus. Unsere Zielkunden bleiben weiter die "digitalen" Kunden. Wir erwarten einen Anstieg im Factoringvolumen, insbesondere im Segment "Digital Sales". Diese Entwicklung werden wir durch individualisierte Lösungen, einer Straffung der Vertriebsstruktur und einer verbesserten Preisstrategie erreichen.

Die Gesellschaft erwartet für das kommende Geschäftsjahr aufgrund der Erhöhung des Leitzinses der Europäischen Zentralbank ansteigende Refinanzierungskosten. Auch über Preisanpassungen in beiden Geschäftssegmenten sollen diese Aufwendungen kompensiert werden und höhere Zinserträge erwirtschaftet werden.

Für das Geschäftsjahr 2023 erwarten wir hinsichtlich unseres bedeutsamen Leistungsindikators "Factoringvolumen" eine deutliche Steigerung auf 550,0 Mio. € bis 650,0 Mio. €. Bei unseren bedeutsamen Leistungsindikatoren Umsatzmarge "Digital Sales" und "Direct Sales" gehen wir im "Digital Sales" von einer Steigerung auf 2,8 Prozent bis 3,1 Prozent und im "Direct Sales" von einer Steigerung auf 1,2 Prozent bis 1,4 Prozent aus. Für 2023 erwartet die JITpay TM in Bezug auf den Leistungsindikator "registrierter Neukunde" eine Steigerung der Anzahl der Neukunden auf 850-1.100.

Des Weiteren plant die Gesellschaft weitere Angebote der JITpay TM -Gruppe verstärkt mit dem Factoring Produkt der Gesellschaft zu verknüpfen, welche sich positiv auf das Factoringvolumen auswirken wird.

Die Gesellschaft wird maßgeblich von der strategischen Entscheidung der JITpay TM -Gruppe profitieren, sich verstärkt auf das nationale und internationales Digitalgeschäft zu konzentrieren. Die Umsetzung der Internationalisierungsstrategie in einer hohen Geschwindigkeit wird dabei ein maßgeblicher Erfolgsfaktor werden.

 

Braunschweig, 25. August 2023

Geschäftsführung

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die JITpay Financial GmbH, Braunschweig

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der JITpay Financial GmbH, Braunschweig (im Folgenden "Gesellschaft") - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Finanzdienstleistungsinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit §§ 340k, 317 HGB und unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit §§ 340k, 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit dem für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Jörg Leinpinsel.

 

Hannover, 25. August 2023

AWADO GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Katja Hampe, Wirtschaftsprüferin

Jörg Leinpinsel, Wirtschaftsprüfer

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