JCL Home Delivery Germany GmbH

Am Fährkanal 3, 20457 Hamburg, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Hamburg HRB 165223
Vorher
Kraus & Pabst Privatkundenlogistik GmbHJCL Fulfillment Germany GmbHJCL Logistics Germany GmbH
Eingetragen
9.4.2008
Branche
Erbringung von LogistikdienstleistungenTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von MöbelnVermittlungstätigkeiten für die Güterbeförderung
Gegenstand
Gegenstand der Gesellschaft ist der Betrieb einer nationalen und internationalen Spedition und Lagerei, jeweils in allen einschlägigen Fachsparten, insbesondere im Bereich der Möbellogistik an Fachhandel und Endkunden. Desgleichen werden den hauptsächlichen Gesellschaftszweck ergänzende Dienst- und Montageleistungen sowie Handelsfunktionen übernommen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Stephan Mag. Jöbstl
seit 23.10.2020
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Daporta Capital AGCHE
100.00%

Gesellschafter

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

JCL AG
Switzerland
50.000 €
100.00%
JCL Logistics Switzerland AG
Switzerland
50.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

JCL Home Delivery Germany GmbH

Hamburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

JCL Logistics Germany GmbH, Hamburg

1. Allgemeine Informationen zur Gesellschaft

Grundlagen der Gesellschaft

Die JCL Logistics Germany GmbH, Hamburg, (im nachfolgenden kurz JCL Logistics Germany oder Gesellschaft) gehört zur Unternehmensgruppe der JCL Logistics Switzerland AG, Baar (Schweiz). Mit Hauptsitz in Baar (CH), über 40 Standorten in 7 Ländern und einem globalen Partnernetzwerk, bietet die JCL Unternehmensgruppe mit den Produkten ROAD & RAIL, AIR & OCEAN, B2C/B2B und CONTRACT LOGISTICS zukunftsweisende Full-Service-Logistik für die gesamte Supply Chain. Flexible Logistiklösungen machen jeden Handelsplatz just in time erreichbar und ermöglichen Transparenz und Echtzeitinformationen zu Transport, Lagerung, Verpackung und Kommissionierung.

Die Transportlogistik umfasst Air & Ocean sowie Overland Transporte via Rail und Road. Der produktlogistische Bereich umfasst branchenspezifische Leistungen, die die Produkte der Kunden für den Verkauf optimieren und die Lagerhaltung betreffen. Die JCL Unternehmensgruppe erbringt Leistungen für B2B und B2C im Bereich der Transport- und Produktlogistik und ist spezialisiert auf die Branchen Health & Pharma, Industry, Retail, Chemical, FMCG/Konsumgüter und Drinks Logistics. Des Weiteren bietet die JCL Unternehmensgruppe softwarebasierte Lösungen für den Vertrieb und die Organisation der Prozesse entlang der Supply Chain. Die zwei Geschäftsbereiche Transport- und Produktlogistik stellen für die JCL Unternehmensgruppe eine schlüssige Synergie dar, um Logistik-Prozesse schnittstellenreduziert und kostenoptimiert ausführen zu können.

Der Fokus für 2024 liegt auf den folgenden Themenbereichen: Die Ertragslage verbessern, die Marktposition ausbauen, auf das Kundenwohl fokussieren, um den Kundennutzen zu erhöhen, weiterhin in Digitalisierung und Automation investieren und sich durch unsere gelebten ESG-Werte als attraktiver Arbeitgeber hervorzuheben. Die Berücksichtigung der ESG-Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmensführung ist dabei ein integraler Bestandteil der Unternehmenskultur von JCL Logistics. Künftig konzentriert sich die gesamte Gruppe auf die Kernkompetenzen des Unternehmens und auf definierte Marktnischen. Die JCL Unternehmensgruppe stärkt die einzelnen Ländergesellschaften und Produkte. Gleichzeitig wird die Zusammenarbeit innerhalb des Konzerns gefördert. Davon erwartet man sich einen besseren Wissenstransfer und Synergieeffekte für die gesamte Unternehmensgruppe und folglich für die Kunden.

Geschäftsmodell der Gesellschaft

JCL Logistics Germany sieht sich als Spezialist für die Lagerung, Veredelung und europaweite Distribution im Bereich B2C sowie für weltweite Logistik- und Transportlösungen mit dem Fokus auf internationaler Seefracht, häufig in Verbindung mit vor- und nachgelagerten Value Added Services. Zu den Stärken zählen auch internationale Transportlösungen für Transporte auf der Straße sowie für den Schienenverkehr.

Mit den Subspediteuren, welche nach sehr strengen Kriterien ausgewählt werden, ist die Gesellschaft in der Lage, schnell und vor allem zuverlässig die Verteilung anvertrauter Güter europaweit durchzuführen. Dabei wird nicht nur der Fachhandel, sondern auch gewerbliche und private Endkunden beliefert.

Die Leistungspalette umschließt dabei die gesamte Supply Chain. Von der Abholung beim Hersteller über Kommissionierung und Lagerung bis zum Terminaviso beim Endkunden inklusive Montage und Retourenmanagement übernimmt JCL Logistics Germany die Verantwortung für das Produkt.

Speziell im Bereich B2C bietet die Gesellschaft weitere Dienstleistungen an. Über Telefon- oder SMS- Aviso wird der Kunde informiert, wann Artikel geliefert und von fachmännischen Mitarbeitern aufgebaut werden. Endkunden haben auch die Möglichkeit, via Track & Trace-Systemen den genauen Aufenthaltsort ihrer Ware weltweit nachzuverfolgen.

Im Einklang mit unserer Strategie, die Risiken im Geschäftsumfeld effektiv zu managen und die finanzielle sowie ertragsmäßige Position unserer Gesellschaft nachhaltig zu stärken, haben wir uns für das Geschäftsjahr 2024 zusätzliche Maßnahmen vorgenommen. Ein wesentlicher Schritt in diesem Zusammenhang ist die geplante Schließung von Standorten, die dauerhaft defizitär sind. Am 18.12.2023 wurde der Beschluss gefasst, den Standort Bremen im April 2024 zu schließen. Zudem wurde am 23.11.2023 entschieden, die beiden Standorte Redwitz und Burgkunstadt im Laufe des Geschäftsjahres 2024 zu schließen. Diese Entscheidung ist Teil unseres Bestrebens, die operative Effizienz zu erhöhen und die Kostenstruktur der Gesellschaft zu optimieren. Durch die Konsolidierung unserer Aktivitäten und die Fokussierung auf leistungsstarke und strategisch wichtige Standorte wollen wir unsere Ressourcen effektiver einsetzen und die Grundlage für langfristiges Wachstum und Stabilität schaffen.

2. Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die globalen Wachstumsaussichten haben sich im Laufe des Jahres 2023 weiter verändert und bleiben von einer gewissen Unsicherheit geprägt. Vor dem Hintergrund weltweiter geldpolitischer Maßnahmen zur Eindämmung der Inflation verzeichnete die Weltwirtschaft im abgelaufenen Jahr nur ein moderates Wachstum. Trotz nachlassender Lieferengpässe und rückläufiger Inflationsraten im Vergleich zum Jahresbeginn stagnierten die Industrieproduktion und der Welthandel. Im Euroraum konnte das Wirtschaftswachstum leicht steigen. In China blieb die erhoffte wirtschaftliche Erholung nach der Beendigung der Zero-Covid-Politik größtenteils aus.

Im Jahr 2023 erlebte die deutsche Wirtschaft einen leichten Rückgang von 0,3 % im Vergleich zum Vorjahr. Dies wurde durch eine Kombination aus hohen Bau- und Kreditkosten, Arbeitskräftemangel und gestiegenen Energiepreisen verursacht, die insbesondere in den bau- und energieintensiven Sektoren zu einer gedämpften Investitionstätigkeit führten. Der private Verbrauch litt unter einem Verlust an Kaufkraft, was zusätzlich die wirtschaftliche Aktivität dämpfte. Die Inflation, die im Jahr 2022 ihren Höhepunkt erreichte, verlangsamte sich 2023 auf 6,0 % und wird voraussichtlich weiter auf 2,8 % im Jahr 2024 und 2,4 % im Jahr 2025 sinken. Dies wird hauptsächlich durch den Rückgang der Großhandelsenergiepreise und das Auslaufen von Energiesubventionen getrieben. 1

Aufgrund einer verringerten Nachfrage nach Transportkapazitäten und logistischen Dienstleistungen verzeichnete der Logistikmarkt einen rückläufigen Trend. Die Luftfrachtraten fielen im Verlauf des Jahres weiter und erreichten deutlich niedrigere Werte als in früheren Perioden, als sie historische Höchststände erreichten. Ebenso sanken die Seefrachtraten unerwartet stark auf ein niedriges Niveau, was hauptsächlich auf eine außergewöhnlich hohe Verfügbarkeit von Schiffskapazitäten zurückzuführen war. Der rückläufige Trend bei den Seefrachtraten wurde jedoch Anfang des Jahres 2024 wieder unterbrochen. Hintergrund für diese Trendumkehr waren die Angriffe der Huthi-Rebellen im Roten Meer. Die Folge war eine Verteuerung der Versicherungsraten sowie gestiegene Gefahrenzulagen für die Besatzung oder als Alternative verlängerte Transportzeiten aufgrund der Umgehungsrouten. Die Konsequenz daraus sind steigende Frachtraten, obgleich sie jedoch noch nicht das Niveau zu Coronazeiten erreicht haben.2

Die wirtschaftliche Entwicklung im Logistikbereich im Jahr 2023 war geprägt durch Herausforderungen wie den anhaltenden Fachkräftemangel, die Notwendigkeit der Digitalisierung und die Implementierung von künstlicher Intelligenz (KI) zur Optimierung von Prozessen. Der Fachkräftemangel setzte sich fort und machte eine vorausschauende Planung, die optimale Ausnutzung von Frachtkapazitäten und die Eliminierung von Ineffizienzen essenziell, was ohne umfassende Digitalisierung nicht umsetzbar ist. Die künstliche Intelligenz spielte eine zunehmend größere Rolle bei der Planung von Routen, der Vorhersage von Kundennachfrage und dem Management von Flotten und Beständen vor allem aufgrund der hohen Leistungsfähigkeit und des einfachen Zuganges zu KI-Lösungen. Die Vernetzung aller Prozessbeteiligten und die Nutzung von Cloud-Anwendungen, Blockchain-Technologie, und Sensorik wurden vorangetrieben, unterstützt durch den weltweiten Ausbau der 5G-Netze. Die Transparenz der Lieferkette sollte sich weiter verbessern, insbesondere im Bereich Krisenmanagement, wo Big Data und Datentransparenz in Kombination mit KI besonders effizient sind.3

Der anhaltende Trend der Verbraucher, ihre Produkte verstärkt online zu bestellen, besteht seit vielen Jahren unvermindert fort. Neue Technologien, steigende Kundenanforderungen und der zunehmende Druck, Ressourcen effizienter zu nutzen, prägen die Logistikbranche maßgeblich. Ein wesentliches Learning aus der Pandemie ist die zunehmende Bedeutung des Nearshorings, als Unternehmen die Verwundbarkeit langer Lieferketten erkannten und begannen, ihre Produktion näher an ihre Hauptabsatzmärkte zu verlagern. Diese Strategie, die durch die Pandemie beschleunigt wurde, zielt darauf ab, Lieferketten zu verkürzen und widerstandsfähiger gegenüber globalen Störungen zu machen, was sowohl die Transportkosten und -zeiten reduziert als auch die Flexibilität und Reaktionsfähigkeit auf Marktveränderungen verbessert. Besondere Bedeutung kommt dabei der Bewältigung der letzten Meile zu. Die steigende Digitalisierung, die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien sowie die damit verbundenen schnellen Geschäftsprozesse führen zu einer deutlichen Beschleunigung der physischen Abläufe.

1 https://economy-finance.ec.europa.eu/economic-surveillance-eu-economies/germany/economic-forecast-germany_en

2 https://www.gtai.de/de/trade/welt/wirtschaftsumfeld/huthi-rebellen-greifen-welthandel-an-1076922

3 https://dhl-freight-connections.com/de/trends/logistik-trends-2023-2024/

3. Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft

Die JCL Logistics Germany ist überwiegend in den drei Bereichen Air & Ocean, B2C und Road & Rail tätig. Die Umsätze nach Märkten und Bereichen zeigen im Wirtschaftsjahr 2023 folgendes Bild:

Märkte
Bereich Inland
EUR
Ausland
EUR
Total
EUR
Air & Ocean 2.326.379,80 2.089.304,78 4.415.684,58
Vorjahr 16.441.793,13 3.344.350,85 19.786.143,98
Road & Rail 10.384.449,08 13.868.009,51 24.252.458,59
Vorjahr 16.741.187,05 16.107.469,60 32.848.656,65
B2C 39.324.124,34 966.781,77 40.290.906,11
Vorjahr 42.381.562,54 1.082.941,22 43.464.503,76
OVH 522.922,61 0,00 522.922,61
Vorjahr 1.467.995,91 1.000,00 1.468.995,91
Total 52.557.875,83 16.924.096,06 69.481.971,89
Vorjahr 77.032.538,63 20.535.761,67 97.568.300,30

Air & Ocean:

Im Jahr 2023 hat der Bereich Air & Ocean einen signifikanten Umsatzeinbruch von 77,7 % im Vergleich zum Vorjahr 2022 erlebt. Dieser Rückgang lässt sich vor allem auf zwei wesentliche Faktoren zurückführen. Zum einen sind die Seefrachtraten unerwartet stark gesunken, was die Einnahmen aus dem Frachtgeschäft deutlich reduziert hat. Zum anderen war eine außergewöhnlich hohe Verfügbarkeit von Schiffskapazitäten zu verzeichnen, was in einem Überangebot resultierte und die Frachtraten weiter unter Druck setzte. Zusätzlich haben die georderten Mengen der Kunden nachgelassen, was die Situation verschärfte und zu einem weiteren Umsatzrückgang führte. Diese Kombination aus sinkenden Seefrachtraten, erhöhter Kapazitätsverfügbarkeit und rückläufigen Kundenaufträgen hat den Bereich Air & Ocean im Jahr 2023 stark belastet.

Road & Rail:

Der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland hat Störungen auf den globalen Energiemärkten verursacht, was wiederum zu starken Fluktuationen bei den Treibstoffpreisen und Frachtkosten führte. Diese Volatilität resultierte in einer veränderten Allokation zwischen Schienen- und Straßentransport, wobei die jeweiligen Kostenunterschiede mal den Straßentransport (Road) und mal den Schienentransport (Rail) wirtschaftlich attraktiver machten. Diese Dynamik bewirkte wiederum ein inkonsistentes Bestellverhalten bei den Kunden, was sich letztlich negativ auf den Umsatz im Jahr 2023 auswirkte. Durch die wechselnden Präferenzen zwischen Road und Rail aufgrund der schwankenden Frachtraten kam es zu einem unbeständigen Nachfrageverhalten, was einen Umsatzrückgang von 26,2 % in diesem Zeitraum nach sich zog.

B2C:

Im Jahr 2023 verzeichnete der B2C-Sektor einen leichten Umsatzrückgang im Vergleich zu 2022, der hauptsächlich auf Änderungen im Konsumentenverhalten zurückzuführen ist. Die anhaltende Teuerung hat dazu geführt, dass Verbraucher generell weniger konsumierten, da ihre Kaufkraft durch gestiegene Preise in vielen Bereichen geschmälert wurde. Zudem hatten viele Konsumenten während der Coronapandemie verstärkt investiert und Anschaffungen vorgezogen, was in den darauffolgenden Jahren zu einer Sättigung und damit zu einem Rückgang im Kaufinteresse führte. Diese Entwicklungen beeinflussten den B2C-Bereich negativ, was sich in einem leichten Umsatzrückgang im Jahr 2023 widerspiegelte.

3.1 Finanzielle Leistungsindikatoren und Ertragslage

Folgende bedeutsamsten finanzielle Leistungsindikatoren dienen der Gesellschaft zur Unternehmenssteuerung:

Leistungsindikatoren 31.12.2023
TEUR
Veränderung
in %
31.12.2022
TEUR
Umsatzerlöse 69.482 -28,79 97.568
EBITDA -7.126 >-100 3.384
Gross-Profit 21.699 21,15 27.518

Der Umsatzrückgang von 28,79 % zum Vorjahr ist vor allem auf den gesunkenen Seefrachtraten im Bereich Air & Ocean sowie der wechselnden Präferenzen zwischen Road & Rail aufgrund der schwankenden Frachtraten zurückzuführen.

Der deutliche Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge um 65,5 % im Vergleich zum Vorjahr ist hauptsächlich auf niedrigere Auflösungen von Rückstellungen und geringere Erträge aus Schadensregulierungen zurückzuführen. Im Geschäftsjahr 2023 ist der Materialaufwand im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 22.267 (31,79 %) gesunken. Im Vergleich zum Umsatz ist der Materialaufwand um 3,0 % stärker zurückgegangen, was darauf hindeutet, dass die Kosteneffizienz in Bezug auf die Beschaffung der bezogenen Leistungen verbessert werden konnte

Die Personalkosten sind im Vorjahresvergleich um 12,24 % gestiegen, was einer Steigerung von TEUR 1.550 entspricht. Dieser Anstieg resultiert überwiegend aus der Erfassung von Abfindungskosten in Höhe von TEUR 1.940 für Mitarbeiter im Zusammenhang mit der Schließung von Unternehmensstandorten. Die JCL Logistics Germany legt großen Wert darauf, ihre qualifizierten Mitarbeiter zu behalten, um ihre langfristige Wettbewerbsfähigkeit und operative Kapazität zu gewährleisten, auch wenn die Umsätze kurzfristig zurückgegangen sind.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verzeichneten einen Anstieg von 3,72 %, was einer absoluten Erhöhung von TEUR 572 entspricht. Der Hauptgrund für den Anstieg liegt in der Berücksichtigung der Kosten in Höhe von TEUR 1.288, die durch die Schließung der Standorte Bremen, Redwitz und Burgkunstadt entstehen.

Das EBITDA ist von einem positiven Wert von TEUR 3.384 im Vorjahr auf TEUR -7.126 zurückgegangen, was einen deutlichen Rückgang darstellt. Die primären Ursachen für diese negative Entwicklung liegen vor allem im Rückgang der Umsätze sowie in der Tatsache, dass die Kostensenkungen nicht im gleichen Umfang wie der Umsatzrückgang realisiert werden konnten. Zusätzlich belastet die Berücksichtigung von Kosten, die direkt mit der Schließung von Unternehmensstandorte zusammenhängen, das EBITDA erheblich.

Auch wenn sich der Gross-Profit in Höhe von TEUR 21.699 (=Rohgewinn) gegenüber dem Vorjahr in Höhe von TEUR 27.518 um TEUR 5.819 reduziert hat, konnte die Brutto- bzw. Rohertragsmarge von 28,2 % im Vorjahr auf 31,2 % in 2023 gesteigert werden. Der Hauptgrund dafür liegt an dem markanten Umsatzrückgang in Bereichen mit geringeren Brutto- bzw. Rohertragsmargen.

Die Bildung latenter Steuern auf die Verlustvorträge in Höhe von TEUR 915 hatte einen positiven Effekt auf das Jahresergebnis.

3.2 Finanzlage

Zum 31. Dezember 2023 betragen die liquiden Mittel TEUR 272 (Vorjahr: TEUR 2.565). Der markante Rückgang ist unter anderem auf die negative Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2023 zurückzuführen.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 weist einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von TEUR 3.134 aus. Eine Überschuldung im Sinne des Insolvenzrechtes liegt nach Ansicht der Geschäftsführung nicht vor, weil unter anderem die Muttergesellschaft JCL Logistics Switzerland AG eine Patronatserklärung abgegeben hat, dass im Falle der Zahlungsunfähigkeit sowie im Falle der Überschuldung der JCL Logistics Germany GmbH die JCL Logistics Switzerland AG verpflichtet ist, auf erstes schriftliches Anfordern ihre fälligen Verbindlichkeiten in dem Umfang zu erfüllen, wie dies zur Beseitigung der Überschuldung oder zur Vermeidung der Zahlungsunfähigkeit erforderlich ist. Diese Vereinbarung vom 20. Februar 2024 hat ihre Gültigkeit bis 31. Dezember 2025 und ist mit einer aufschiebenden Bedingung versehen, dass der Betriebsrat der JCL Logistics Germany GmbH die Maßnahmen im Zusammenhang mit der Schließung der Standorte zustimmt.

Weiters deuten die finanzielle Zukunftsplanung und Prognosen auf eine gute Entwicklung in den nächsten Geschäftsjahren hin. Im Rahmen dieser zukunftsorientierten Strategie hat die Geschäftsleitung für das Jahr 2024 die Entscheidung getroffen, defizitäre Standorte zu schließen. Dieser Schritt ist ein wesentlicher Bestandteil der Bemühungen, die finanzielle und ertragsmäßige Basis der Gesellschaft langfristig zu verbessern und zu festigen.

Durch die Konzentration auf die profitablen Kernbereiche und das Eliminieren von Verlustbringern wird darauf abgezielt, die vorhandenen Ressourcen effizienter zu nutzen und die Wettbewerbsfähigkeit am Markt zu steigern. Diese Maßnahme wird nicht nur zu einer Reduktion unnötiger Kosten führen, sondern auch dazu beitragen, Investitionen gezielter und wirkungsvoller zu gestalten. Dadurch wird eine solide Grundlage für anhaltendes Wachstum und Stabilität geschaffen.

Die zugesicherte Finanzierung, die optimistischen Zukunftsaussichten sowie die vorgesehenen strategischen Schritte unterstreichen unsere Zuversicht, dass das Unternehmen seine finanzielle Robustheit aufrechterhalten und mögliche Risiken erfolgreich steuern wird.

3.3 Vermögenslage

Die Bilanzsumme zum Stichtag beläuft sich auf TEUR 15.072, verglichen mit TEUR 16.745 im Vorjahr, was einen leichten Rückgang darstellt. Der Ausweis des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrages in Höhe von TEUR 3.134 erfolgt auf der Aktivseite.

Der Rückgang der Aktivseite ist im Wesentlichen auf die Reduktion der Forderungen gegen verbundene Unternehmen um TEUR 2.823 auf TEUR 4.162 sowie auf den Rückgang der liquiden Mittel um TEUR 2.293 auf TEUR 272 zurückzuführen. Des Weiteren haben sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 1.209 gegenüber dem Vorjahr reduziert.

Die im Geschäftsjahr 2023 getätigten Investitionen in Sachanlagen beliefen sich auf TEUR 336 (Vorjahr: TEUR 940). Die planmäßigen Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen beliefen sich auf TEUR 443 gegenüber TEUR 224 im Vorjahr.

Der Anstieg bei den aktiven Latenten Steuern ist im Wesentlichen auf die Aktivierung von neuen Verlustvorträgen zurückzuführen. Nach der aktuellen Finanzplanung wird erwartet, dass die Verlustvorträge bis zum Jahr 2026 vollständig genutzt werden können.

In der Position Subventionen und Zuschüsse befindet sich eine Förderung vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle für elektrisch betriebene Fahrzeuge.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 636 betreffen einen nicht zur Gänze ausgenutzten Kreditrahmen in Höhe von TEUR 1.950.

Der Anstieg bei den sonstigen Rückstellungen steht im Zusammenhang mit Schließung von Unternehmensstandorten. Hierfür wurde eine Rückstellung in Höhe von TEUR 2.987 gebildet.

3.4 Forschung und Entwicklung

Tatsächlich widmet sich die Gesellschaft nicht direkt der Forschung und Entwicklung im klassischen Sinne. Trotzdem sind die stetigen Neuerungen in ihren Logistikprozessen und Dienstleistungen ein direktes Ergebnis von Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen. Diese Innovationen kommen entweder spezifisch durch die Bearbeitung von Kundenprojekten zustande oder durch die fortlaufende interaktive Zusammenarbeit mit den Kunden. Diese Innovationsdynamik erweist sich als ein zentraler Faktor, welcher der Gesellschaft einen signifikanten Vorteil im Wettbewerb verschafft.

3.5 Personal- und Sozialbereich

Zum 31. Dezember 2023 beschäftigte die Gesellschaft im Jahresdurchschnitt 284 Mitarbeiter gegenüber 261 im Vorjahr.

In unserem weiteren beruflichen Kontext legen wir großen Wert auf die kontinuierliche Weiterbildung unserer Mitarbeiter in fachlicher, arbeitstechnischer und sozialer Hinsicht. Darüber hinaus organisieren wir innerhalb des Konzernverbunds regelmäßig integrative Events für unsere Belegschaft. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, das Zusammengehörigkeitsgefühl zu fördern und das Bewusstsein und die Identifikation mit den Werten und Zielen der JCL-Gruppe zu stärken.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren werden nicht zur Steuerung des Unternehmens herangezogen.

3.6 ESG

ESG steht für Environmental, Social, and Governance, also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Diese drei Säulen sind entscheidend für die Bewertung der Nachhaltigkeits- und ethischen Auswirkungen eines Unternehmens. Die Integration von ESG-Kriterien in die Unternehmensstrategie ist nicht nur eine Frage der ethischen Verantwortung, sie ist auch ein wesentlicher Faktor für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

Um der EU-Richtlinie NFRD (Non-Financial Reporting Directive) gerecht zu werden und im Einklang mit der EU-Taxonomie für nachhaltige Finanzen zu agieren, hat die Gesellschaft ein eigenes Projektteam, einschließlich eines ESG-Managers, ins Leben gerufen. Dieses Team ist dafür verantwortlich, die Einhaltung der Richtlinie durch die Analyse und das Monitoring von nichtfinanziellen Leistungsindikatoren sicherzustellen. Für eine präzise Auswertung dieser wichtigen Kennzahlen wurde zudem eigens eine fortschrittliche Software angeschafft. Dies unterstreicht das Engagement der Gesellschaft, Nachhaltigkeit und verantwortungsvolle Unternehmensführung aktiv zu fördern und transparent zu kommunizieren.

4. Prognosebericht

Einige der im Lagebericht enthaltenen Angaben, einschließlich der Aussagen zu möglichen Veränderungen in der Branche oder zu Wettbewerbsbedingungen und zur Finanzlage, enthalten zukunftsbezogene Aussagen.

Die Planung beruht auf Erwartungen und Einschätzungen der Geschäftsführung auf Basis unserer Mittelfristplanung. In die Zukunft gerichtete Aussagen unterliegen naturgemäß Risiken, Ungewissheiten, Annahmen und anderen Faktoren, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse einschließlich der Finanzlage und der Profitabilität der JCL Logistics Germany wesentlich von denjenigen abweichen, in positiver wie in negativer Hinsicht, die in diesen Aussagen ausdrücklich oder implizit angenommen oder beschrieben werden.

4.1 Vorjahresprognose

Ein unerwartet starker Rückgang der Seefrachtraten hat die Erlöse im Frachtgeschäft signifikant gemindert. Gleichzeitig führte ein hohes Angebot an Schiffsraum zu einem Überangebot, welches die Preise für Frachtraten zusätzlich drückte. Hinzu kam ein Rückgang in den von Kunden bestellten Mengen, der die ohnehin angespannte Lage weiter verschlechterte und einen zusätzlichen Einbruch der Umsätze zur Folge hatte. Die Kombination dieser Faktoren, fallende Frachtraten, überschüssige Kapazitäten und nachlassende Kundennachfrage, lastete schwer auf dem Sektor Air & Ocean im Jahr 2023, was dazu führte, dass die Umsatzziele in diesem Bereich zu etwa 50 % verfehlt wurden. Der geplante Gross-Profit wurde lediglich zu 30 % erreicht und aus dem positiv geplanten EBITDA wurde tatsächlich ein negatives EBITDA.

Die Auseinandersetzung zwischen der Ukraine und Russland führte zu Verwerfungen auf den internationalen Energiemärkten, was erhebliche Schwankungen bei den Kosten für Treibstoff und Fracht nach sich zog. Diese Volatilität resultierte in einer veränderten Allokation zwischen Schienen- und Straßentransport, wobei die jeweiligen Kostenunterschiede mal den Straßentransport (Road) und mal den Schienentransport (Rail) wirtschaftlich attraktiver machten. Diese Situation führte zu einem unregelmäßigen Bestellmuster unter den Kunden, was schließlich einen negativen Einfluss auf den Umsatz im Jahr 2023 hatte. Dieses unbeständige Kundenverhalten trug dazu bei, dass die in diesem Segment angestrebten Umsatzziele zu etwa 70 % nicht erreicht wurden. Der geplante Gross-Profit konnte auch nur zu etwa 65 % erreicht werden und das positiv geplante EBITDA wurde tatsächlich ein leicht negatives EBITDA.

Die geplanten Umsatzziele im B2C-Sektor konnten zu etwa 85 % erreicht werden, was teilweise auf Veränderungen im Verhalten der Konsumenten zurückgeht. Die fortwährende Preissteigerung bewirkte eine allgemeine Konsumzurückhaltung unter den Verbrauchern, deren Kaufkraft durch die erhöhten Preise in zahlreichen Sektoren beeinträchtigt wurde. Darüber hinaus tätigten viele Konsumenten während der Corona-Pandemie vermehrt Einkäufe und zogen geplante Anschaffungen vor, was in den folgenden Jahren zu einer Marktsättigung und somit zu einem nachlassenden Kaufinteresse beitrug. Die Kombination dieser Faktoren trug dazu bei, dass der geplante Gross-Profit nur zu etwa 70 % erreicht wurde und das positiv geplante EBITDA tatsächlich zu einem negativen EBITDA wurde.

4.2 Künftige Entwicklung - Prognose

Alle Prognosen bezüglich der zukünftigen Entwicklung sind aufgrund der bestehenden Unsicherheiten, die mit der fortschreitenden Ukraine-Krise, dem andauernden Konflikt im Nahen Osten, der zunehmenden Inflation sowie der sich verschlechternden allgemeinen Wirtschaftslage verbunden sind, mit Vorsicht zu betrachten. Die genannten Faktoren tragen zu einer schwer kalkulierbaren Zukunft bei, weshalb jede Aussage über die künftige Entwicklung mit gewissen Risiken behaftet ist.

Road & Rail:

Für das Jahr 2024 erwarten wir im Roa d& Rail-Bereich einen leichten Umsatzrückgang, jedoch eine Verbesserung des Gross-Profits und ein positives EBITDA. Diese Prognose stützt sich auf gezielte Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung. Durch die kontinuierliche Verbesserung unserer operativen Prozesse und die Schließung eines kleinen, nicht-rentablen Standortes werden wir in der Lage sein, unsere Kostenbasis deutlich zu reduzieren. Diese Optimierungen sollen nicht nur zu einer schlankeren Kostenstruktur führen, sondern auch die operative Effizienz innerhalb des Road & Rail- Segments erhöhen. Diese strategischen Anpassungen sind darauf ausgerichtet, trotz des erwarteten leichten Umsatzrückgangs die Rentabilität zu verbessern und ein gesundes EBITDA zu erzielen.

Air & Ocean:

Für das Jahr 2024 prognostizieren wir im Bereich Air & Ocean eine Verbesserung der Umsätze und des Gross-Profits sowie ein positives EBITDA. Ein wesentlicher Grund für diese positive Entwicklung ist der Abschluss eines Joint Ventures zur Bildung einer Einkaufsgemeinschaft, die es uns ermöglichen wird, von günstigeren Frachtraten zu profitieren. Dies sollte zu einer deutlichen Kostenreduktion führen und unsere Wettbewerbsfähigkeit stärken. Darüber hinaus planen wir eine gezielte Expansion im Vertrieb, um unser Kundenportfolio zu erweitern. Diese Initiative zielt darauf ab, neue Kundenbeziehungen aufzubauen und dadurch unser Umsatzvolumen zu steigern. Zusammen genommen sollten diese strategischen Maßnahmen dazu beitragen, die finanzielle Leistung im Bereich Air & Ocean zu verbessern.

B2C:

Für das Jahr 2024 prognostizieren wir im B2C-Bereich einen stabilen Umsatz bei gleichzeitig verbessertem Gross-Profit und deutlich gesteigertem EBITDA. Diese erwarteten Verbesserungen basieren auf strategischen Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung. Durch die Optimierung unserer Prozesse und die Schließung von einem defizitären Betriebsteil werden wir unsere Kostenstruktur signifikant verbessern. Diese Schritte ermöglichen es uns, effizienter zu operieren und Mittel in die Stärkung unseres Kerngeschäfts zu investieren. Zusätzlich werden wir die Beziehung zu unserem größten Kunden durch langfristige Vereinbarungen festigen, die unter anderem Kostenbeteiligungen im Bereich der Dekarbonisierung beinhalten. Diese strategische Partnerschaft zielt darauf ab, den Kunden langfristig an uns zu binden und gleichzeitig unsere Nachhaltigkeitsziele voranzutreiben. Insgesamt erwarten wir, dass diese Maßnahmen zu einer signifikanten Verbesserung des Betriebsergebnisses im B2C-Segment führen werden.

Gesellschaft:

Basierend auf den Prognosen für die voraussichtliche Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche, erwarten wir für die Gesellschaft von 2024 bis 2026 einen moderaten Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich. Zusätzlich prognostizieren wir für denselben Zeitraum einen deutlich höheren Bruttogewinn im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023 sowie ein positives EBITDA für die Jahre 2024, 2025 und 2026.

4.3 Branchenentwicklung

In den vergangenen 40 Jahren hat sich die Logistik sowohl als wissenschaftliche Disziplin als auch in ihrer Bedeutung für die unternehmerische Praxis radikal verändert. Logistik ist heute ein ganzheitlich planendes und steuerndes Führungsinstrument - innerhalb von Unternehmen ebenso wie in regionalen, internationalen oder globalen Produktions- und Lieferantennetzwerken. Anforderungen wie Sicherheit, Zuverlässigkeit und Umweltschutz oder Risikomanagement und Compliance sorgen für zusätzliche Komplexität.

In der Logistikbranche wird die fortschreitende Digitalisierung, durch die sich viele Prozesse im Geschäftsbetrieb vereinfachen lassen, als Vorteil betrachtet. Lückenloser Datenfluss über die gesamte Supply Chain hinweg beispielsweise bringt Übersichtlichkeit und Transparenz und kommt damit der Qualität von Lager- und Transportdienstleistungen zugute.

Der weiter andauernde Krieg zwischen Russland und der Ukraine sowie der neu entflammte Nahostkonflikt betrifft die JCL Logistics Germany in Ihrer Geschäftstätigkeit nicht unmittelbar. Dennoch können Folgewirkungen wie zum Beispiel ein rückläufiges volkswirtschaftliches Gesamtwachstum sowie weiter steigende Energiekosten sich negativ auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage auswirken. Diese gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen sind stark abhängig von der weiteren Entwicklung dieser beiden Kriege und somit mit entsprechenden Unsicherheiten behaftet. Welche langfristigen Effekte diese beiden Konflikte auf die weitere gesamtwirtschaftliche Lage haben wird, ist nach wie vor sehr schwer abzuschätzen, jedoch erwartet die Unternehmensleitung für 2024 hier kein wesentliches Risiko. Eine Bestandsgefährdung durch die aktuellen Geschehnisse in der Ukraine, Russland und im Nahen Osten ist aus heutiger Sicht nicht gegeben.

4.4 Chancenbericht

Für die Logistikbranche identifizieren wir mehrere positive Entwicklungen, die das Potenzial haben, die Branche nachhaltig zu stärken und weiterzuentwickeln. Zum einen bietet das Nearshoring, also die Verlagerung von Produktionsstätten in geografisch nähere Länder, die Möglichkeit, robustere Lieferketten zu schaffen. Dieser Trend wurde durch die Covid-19-Pandemie sowie die geopolitischen Spannungen in der Ukraine und im Nahen Osten beschleunigt, da Unternehmen die Notwendigkeit erkennen, ihre Abhängigkeit von weit entfernten Lieferquellen zu reduzieren.

Darüber hinaus haben die erwähnten Krisensituationen ein Umdenken in der Branche bewirkt, das sich von der ausschließlichen Just-in-Time-Lieferung wegbewegt. Firmen orientieren sich jetzt verstärkt hin zu einer ausbalancierteren Herangehensweise, die eine umfangreichere Lagerhaltung bevorzugt. Dieser strategische Wandel zielt darauf ab, die Widerstandsfähigkeit der Unternehmen gegenüber Unterbrechungen in den Lieferketten zu verbessern, indem sie auf eine robustere Vorratshaltung setzen, die potenzielle Lieferengpässe abfedern kann.

Ein weiterer bedeutender Faktor ist die fortschreitende Digitalisierung und die Integration von künstlicher Intelligenz (KI) in logistische Prozesse. Diese Technologien ermöglichen es, Abläufe zu optimieren, Effizienz zu steigern und Entscheidungsprozesse zu verbessern. Durch die Nutzung von Big Data, automatisierten Systemen und KI-gestützten Analysen können Logistikunternehmen präzisere Vorhersagen treffen, ihre Ressourcen effektiver einsetzen und somit ihre Wettbewerbsfähigkeit in einem sich schnell verändernden Marktumfeld erhöhen.

4.5 Risikobericht

Abhängigkeit von Hauptkunden

Die JCL Logistics Germany GmbH erwirtschaftet einen Großteil des Umsatzes mit wenigen Hauptkunden. Folglich besteht das Risiko des Verlustes von Hauptkunden. Insgesamt wird das Risiko des Verlustes von Hauptkunden als mittel eingestuft. Beim Hauptgeschäft handelt es sich um Zustellungen mit zwei Personen sowie weitere Zusatzdienstleistungen wie Verbringen zur Verwendungsstelle, Entsorgungen, Retouren und Montagen. Das Risiko des Verlusts von Hauptkunden wird durch langfristige Logistikverträge minimiert.

Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiken bzw. Liquiditätsunterdeckungen konnte die Gesellschaft in der Vergangenheit durch Gesellschafterfinanzierungen sowie durch Lieferantenkredite mit verbundenen Unternehmen kompensieren. Die Muttergesellschaft, die JCL Logistics Switzerland AG, hat eine Patronatserklärung abgegeben in der Form, dass im Falle der Zahlungsunfähigkeit sowie im Falle der Überschuldung der JCL Logistics Germany GmbH die JCL Logistics Switzerland AG verpflichtet ist, auf erstes schriftliches Anfordern ihre fälligen Verbindlichkeiten in dem Umfang zu erfüllen, wie dies zur Beseitigung der Überschuldung oder zur Vermeidung der Zahlungsunfähigkeit erforderlich ist.

Die zugesicherte Finanzierung, die optimistischen Zukunftsaussichten sowie die vorgesehenen strategischen Schritte unterstreichen unsere Zuversicht, dass das Unternehmen seine finanzielle Robustheit aufrechterhalten und mögliche Risiken erfolgreich steuern wird und genügend eigene Zahlungsmittelüberschüsse erwirtschaften wird, um alle Verbindlichkeiten zum Fälligkeitszeitpunkt ordnungsgemäß bedienen zu können. Insgesamt wird das Risiko aufgrund der vorliegenden Patronatserklärung als gering eingestuft.

Branchenrisiko

Das Branchenrisiko (Frachtpreiserhöhungen, Standortveränderungen der verladenden Unternehmen, etc) wird durch entsprechende Kunden- und Lieferantenvereinbarungen versucht, auf ein Minimum zu reduzieren. Als Preisrisiko werden seitens der Geschäftsleitung die weiterhin schwankenden Preise bei den bezogenen Leistungen (Frachten) gesehen. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, wird versucht innerhalb der Konzerngruppe die Eigenleistung zu erweitern. Die derzeitigen Preisschwankungen im Treibstoffsektor sind nur sehr schwer abschätzbar. Aber auch hier wird versucht, die Auswirkungen durch entsprechende Kunden- und Lieferantenvereinbarungen entsprechend abzufedern und entgegenzuwirken. Insgesamt wird das Risiko eher als gering eingestuft.

Cyberrisiko

In der heutigen digitalisierten Welt sind Unternehmen mehr denn je von der Technologie abhängig. Diese Abhängigkeit birgt jedoch auch Risiken, insbesondere im Bereich der Cybersicherheit. Cyberangriffe können erhebliche finanzielle Verluste, Datenschutzverletzungen und Schäden am Ruf eines Unternehmens verursachen. Cyberrisiken umfassen eine breite Palette von Bedrohungen, darunter Datenlecks, Hackerangriffe, Phishing, Ransomware und andere Malware. Diese Bedrohungen können zu direkten finanziellen Verlusten führen, wie zum Beispiel Erpressungsgelder bei Ransomware-Angriffen oder Kosten für die Wiederherstellung von Daten und Systemen. Darüber hinaus können indirekte Kosten entstehen, beispielsweise durch Rechtsstreitigkeiten, Strafen bei Nichteinhaltung gesetzlicher Vorschriften und Verlust des Kundenvertrauens. Durch eine Cyberversicherung wird versucht diese Risiken zu reduzieren. Sie bietet nicht nur finanziellen Schutz, sondern auch Zugang zu Expertenwissen im Bereich der Cybersicherheit. Neben den technischen Möglichkeiten wird durch spezielle präventive Beratung und Dienstleistungen versucht die Sensibilität bei den Mitarbeitern zu stärken und die Wahrscheinlichkeit von Cyberangriffen zu verringern sowie die Resilienz gegenüber Cyberbedrohungen zu stärken.

Sonstige Risiken

Das Ausfallrisiko von Kundenforderungen wird insgesamt als gering eingeschätzt. Gleiches gilt aus genannten Gründen für das Risiko aus Zahlungsstromschwankungen.

Aufgrund der Zugehörigkeit zum JCL AG-Konzern ist die JCL Logistics Germany in das Berichtswesen des Konzerns voll eingebunden. Die Gesellschaft ist verpflichtet, monatlich Informationen bezüglich Ergebnis, Auftragseingang, Umsatz, Auftragsbestand, Liquidität, Personal-, Mengen- und Forderungsentwicklung sowie Qualität abzugeben sowie eine Abschätzung, einen monatlichen Forecast bis zum Geschäftsjahresende abzugeben.

4.6 Gesamtbild zur Risikolage der Gesellschaft

Im Jahr 2023 gab es geringfügige Veränderungen in der Einschätzung der aktuellen Risikosituation, vor allem im Hinblick auf die aktuelle Liquiditätssituation. Die Geschäftsführung ist jedoch der Ansicht, dass die Risiken für die Gesellschaft insgesamt begrenzt und gut überschaubar bleiben. Aufgrund der derzeitigen Ertragslage und Finanzlage sind unter Einbeziehung der momentanen kurz- und mittelfristigen Geschäftsaussichten sowie der vorliegenden Finanzierungsverpflichtung der Muttergesellschaft keine wesentlichen bestandsgefährdenden Risiken erkennbar.

4.7 Standorte

Die JCL Logistics Germany GmbH unterhält neben ihrem Hauptsitz in Hamburg weiter Niederlassungen in Elsdorf, Castrop-Rauxel, Köln, Melle, Kehl und Kiel. Diese geografische Diversifizierung trägt dazu bei, operative Risiken zu minimieren und die Marktpräsenz auszubauen. Jeder dieser Standorte spielt eine strategische Rolle in dem Unternehmensnetzwerk.

 

Hamburg, den 17. Mai 2024

Stephan Jöbstl, Geschäftsführer

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 1.036.717,64 1.249.106,21
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 90.328,98 124.418,08
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutz- und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 9.381,41 6.483,08
2. Geschäfts- oder Firmenwert 80.947,57 117.935,00
II. Sachanlagen 946.387,66 1.124.688,13
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 203.957,56 238.153,40
2. technische Anlagen und Maschinen 653.752,14 787.398,36
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 88.677,96 99.136,37
III. Finanzanlagen 1,00 0,00
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00
2. Beteiligungen 1,00 0,00
B. Umlaufvermögen 8.462.580,57 15.019.618,96
I. Vorräte 29.225,81 43.354,54
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 29.225,81 43.354,54
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 8.161.034,54 12.411.299,92
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.537.393,80 4.745.966,95
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4.161.768,48 6.985.561,61
3. sonstige Vermögensgegenstände 461.872,26 679.771,36
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 272.320,22 2.564.964,50
C. Rechnungsabgrenzungsposten 122.640,63 119.284,97
D. Aktive latente Steuern 2.315.920,27 356.833,48
E. nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 3.133.671,23 0,00
Bilanzsumme, Summe Aktiva 15.071.530,34 16.744.843,62

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 0,00 2.174.672,25
I. gezeichnetes Kapital 50.000,00 50.000,00
II. Kapitalrücklage 770.436,97 770.436,97
III. Bilanzverlust 3.954.108,20 -1.354.235,28
IV. nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 3.133.671,23 0,00
B. Sonderposten für Zuschüsse und Zulagen 46.104,11 100.000,00
C. Rückstellungen 5.048.631,49 3.935.593,60
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 382.652,00 386.426,00
2. Steuerrückstellungen 147.073,51 1.204.335,31
3. sonstige Rückstellungen 4.518.905,98 2.344.832,29
D. Verbindlichkeiten 9.976.794,74 10.534.577,77
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 635.534,72 0,00
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8.569.921,88 9.171.314,74
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 117.403,63 184.119,73
4. sonstige Verbindlichkeiten 653.934,51 1.179.143,30
davon aus Steuern 90.043,64 391.085,77
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 889,34 3.694,98
Bilanzsumme, Summe Passiva 15.071.530,34 16.744.843,62

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Umsatzerlöse 69.481.971,89 97.568.300,30
2. sonstige betriebliche Erträge 1.351.757,80 3.922.459,26
davon Auflösung Investitionszuschuss zum Anlagevermögen 67.145,89 20.000,00
3. Materialaufwand 47.782.507,24 70.050.625,26
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 820.178,28 693.165,97
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 46.962.328,96 69.357.459,29
4. Personalaufwand 14.210.704,99 12.661.484,02
a) Löhne und Gehälter 12.089.500,28 10.666.013,74
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 2.121.204,71 1.995.470,28
davon für Altersversorgung -4.772,26 12.604,68
5. Abschreibungen 551.505,80 749.517,69
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 551.505,80 749.517,69
6. sonstige betriebliche Aufwendungen 15.966.151,79 15.394.301,15
7. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 328.774,47 163.025,84
davon aus verbundenen Unternehmen 328.524,31 160.821,04
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 293.298,15 167.075,27
davon Aufwendungen aus der Aufzinsung 37.308,47 16.861,40
9. Steuern vom Einkommen und Ertrag -2.350.336,67 859.629,78
a) Aufwand aus der Veränderung latenter Steuern -1.959.086,79 296.129,78
10. Ergebnis nach Steuern -5.291.327,14 1.771.152,23
11. sonstige Steuern 17.016,34 15.730,17
Jahresfehlbetrag 5.308.343,48 -1.755.422,06

Ergebnisverwendung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Jahresfehlbetrag 5.308.343,48 -1.755.422,06
2. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 1.354.235,28
3. Verlustvortrag aus dem Vorjahr 401.186,78
4. Bilanzverlust 3.954.108,20 -1.354.235,28

Anhang FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. JANUAR BIS ZUM 31. DEZEMBER 2023

JCL Logistics Germany GmbH, Hamburg

I. ALLGEMEINE ANGABEN ZUM JAHRESABSCHLUSS UND ZU BILANZIERUNGS- UND BERWERTUNGSMETHODEN

Die JCL Logistics Germany GmbH mit Sitz in Hamburg (Handelsregister B des Amtsgerichts Hamburg, HRB 165223) ist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 HGB.

Der Jahresabschluss wird nach den Rechnungslegungsvorschriften für Kapitalgesellschaften des Handelsgesetzbuches (HGB) unter Berücksichtigung des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Die Gesellschaft weist zum Bilanzstichtag einen "Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag" in Höhe von 3.133.671,23 EUR (Vorjahr: 0,00 EUR) aus. Aufgrund der positiven Ertragsaussichten für die Gesellschaft wurde der Jahresabschluss unter Annahme der Unternehmensfortführung (Going-Concern) aufgestellt.

Die Muttergesellschaft JCL Logistics Switzerland AG hat eine Patronatserklärung abgegeben in der Form, dass im Falle der Zahlungsunfähigkeit sowie im Falle der Überschuldung der JCL Logistics Germany GmbH die JCL Logistics Switzerland AG verpflichtet ist, auf erstes schriftliches Anfordern ihre fälligen Verbindlichkeiten in dem Umfang zu erfüllen, wie dies zur Beseitigung der Überschuldung oder zur Vermeidung der Zahlungsunfähigkeit erforderlich ist. Diese Vereinbarung vom 20. Februar 2024 hat ihre Gültigkeit bis 31. Dezember 2025 und ist mit einer aufschiebenden Bedingung versehen, dass der Betriebsrat der JCL Logistics Germany GmbH den Maßnahmen im Zusammenhang mit der Schließung der Standorte zustimmt.

Für die Erstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden, gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen unveränderten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, abgeschrieben. Dabei werden entgeltlich erworbene EDV-Programme über eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von drei Jahren abgeschrieben. Eine Ausnahme bilden die EDV-Programme mit Anschaffungskosten unter 250,00 EUR; diese werden sofort in voller Höhe aufwandswirksam erfasst. Soweit die beizulegenden Werte einzelner immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.

Der Zeitraum der planmäßigen linearen Abschreibung für entgeltlich erworbene Geschäfts- und Firmenwerte beträgt in Anlehnung an die Geschäftstätigkeit bzw. die zugrundeliegenden mehrjährigen Verträge mit zentralen Kunden zwei bis fünf Jahre. Der Zugang des Geschäfts- oder Firmenwerts in 2023 resultiert aus der Übernahme eines Kundenstamms. Die geschätzte voraussichtliche Nutzungsdauer beträgt zwei Jahre.

Das Anlagevermögen ist mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten vermindert, um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der linearen Abschreibungsmethode entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer ermittelt. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Die Nutzungsdauern des Anlagevermögens betragen:

Technische Anlagen und Maschinen 1 Jahr bis 11 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 1 Jahr bis 23 Jahre

In Bezug auf die Bilanzierung geringwertiger Wirtschaftsgüter wird handelsrechtlich die steuerrechtliche Regelung des § 6 Abs. 2 EStG angewendet. Anschaffungs- oder Herstellungskosten von abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, die einer selbständigen Nutzung fähig sind, werden im Wirtschaftsjahr der Anschaffung, Herstellung oder Einlage in voller Höhe als Betriebsausgaben erfasst, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, für das einzelne Wirtschaftsgut 800,00 EUR nicht übersteigen.

Bei den Finanzanlagen sind die Anteile an verbundenen Unternehmen und die Beteiligungen zu Anschaffungskosten oder den niedrigeren beizulegenden Werten bewertet. Bei Wegfall der Gründe für die Abschreibungen werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen.

Die Vorräte sind zu Anschaffungskosten bewertet. Wertmindernden Sachverhalten wurde durch den Ansatz niedrigerer beizulegender Werte Rechnung getragen.

Bei den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind erkennbare Einzelrisiken durch Wertberichtigungen erfasst und wurden zum Nennwert erfasst. Das allgemeine Kreditrisiko wird durch eine pauschale Einzelwertberichtigung zu Forderungen ausreichend berücksichtigt. Bei Valutaforderungen wurde der Kurs am Tage des Geschäftsvorfalles angesetzt. Soweit der Kurs am Bilanzstichtag niedriger war, sind Kursverluste verrechnet worden.

Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.

Rechnungsabgrenzungsposten auf der Aktivseite der Bilanz weisen Ausgaben vor dem Bilanzstichtag aus, die Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach diesem Termin darstellen.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

In der Position Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen wurde ein nicht rückzahlbarer Zuschuss des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle für elektrisch betriebene Fahrzeuge bilanziert und über eine Laufzeit von 24 Monaten aufgelöst.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach dem Anwartschaftsverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der Heubeck-Richttafeln 2018 G bewertet. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank im Monat Dezember 2023 veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Dieser Zinssatz beträgt 1,82 %. Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 0,00 % und Rentensteigerungen von jährlich 1,50 % zugrunde gelegt. Der Unterschiedsbetrag aus der Ermittlung der Pensionsrückstellungen unter Zugrundelegung des entsprechenden Marktzinssatz aus den vergangenen sieben Jahren (1,75 %) beträgt 4 TEUR und ist ausschüttungsgesperrt.

Die sonstigen Rückstellungen wurden in Höhe des voraussichtlichen nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags gebildet und tragen allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen Rechnung. Bei der Bewertung wurde das Vorsichtsprinzip beachtet. Aufwandsrückstellungen sind nicht bilanziert worden.

Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Bei Valutaverbindlichkeiten wurde der Kurs am Tage des Geschäftsvorfalles angesetzt. Soweit der Kurs am Bilanzstichtag höher war, sind Kursverluste berücksichtigt worden.

II. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

1. Anlagevermögen

Der Anlagespiegel mit der Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist in der Anlage zum Anhang gesondert dargestellt.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Restlaufzeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Restlaufzeit
bis zu 1 Jahr
EUR
über 1 Jahr
EUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.537.393,80 0,00
Vorjahr 4.745.966,95 0,00
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 23.790,37 4.137.978,11
Vorjahr 17.828,23 6.967.733,38
Sonstige Vermögensgegenstände 453.682,53 8.189,73
Vorjahr 652.681,63 27.089,73
Total Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 4.014.866,70 4.146.167,84
Vorjahr 5.416.476,81 6.994.823,11

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren in Höhe von 23.790,37 EUR (Vorjahr: 17.828,23 EUR) aus Lieferungen und Leistungen. Darüber hinaus bestehen Forderungen aus einem gewährten Darlehen an den Gesellschafter in Höhe von 4.137.978,11 EUR (Vorjahr: 6.967.733,38 EUR) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Die in den Sonstigen Vermögensgegenständen enthaltenen langfristigen Forderungen in Höhe von 8.189,73 EUR sind verpfändet und dienen als Sicherheitsleistung für bestehende Mietverträge.

3. Latente Steuern

Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern auf die bestehenden körperschaft- und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge gebildet, soweit innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Verlustverrechnung zu erwarten ist.

Der Aufwand und Ertrag aus der Veränderung der bilanzierten latenten Steuern wird in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert unter dem Posten "Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" als sog. Davon-Vermerk ausgewiesen.

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragssteuersatzes von aktuell 31,36 %. Der kombinierte Ertragssteuersatz umfasst Körperschaftsteuer in Höhe von 15,0 %, Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % auf die Körperschaftsteuer sowie eine durchschnittliche Gewerbesteuer für alle Betriebsstätten von 15,54 %. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung würde in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt werden. Im Falle einer Steuerentlastung wird vom entsprechenden Aktivierungswahlrecht Gebrauch gemacht werden.

Latente Steuern resultierten im Wesentlichen aus den aktivierten latenten Steuern auf die steuerlichen Verlustvorträge sowie auf den unterschiedlichen Wertansätzen im Anlagevermögen und den Personalrückstellungen. Die sich rechnerisch ergebende Steuerentlastung wurde nach dem Wahlrecht des § 274 HGB im Berichtsjahr in Höhe von 2.315.920,27 EUR (Vorjahr: 356.833,48 EUR) aktiviert.

4. Eigenkapital

Die Geschäftsführung der Gesellschaft nimmt zur Frage, ob eine Überschuldung im Sinne des Insolvenzrechts vorliegt, wie folgt Stellung:

Die Muttergesellschaft JCL Logistics Switzerland AG hat eine Patronatserklärung ausgefertigt, deren genauen Einzelheiten in Abschnitt I enthalten sind. Zudem lassen die finanzielle Zukunftsplanung und die erstellten Prognosen eine positive Entwicklung in den kommenden Geschäftsjahren erwarten. Im Rahmen dieser zukunftsorientierten Strategie hat die Geschäftsleitung für das Jahr 2024 die Entscheidung getroffen, defizitäre Standorte zu schließen. Dieser Schritt ist ein wesentlicher Bestandteil der Bemühungen, die finanzielle und ertragsmäßige Basis der Gesellschaft langfristig zu verbessern und zu festigen.

Durch die Konzentration auf die profitablen Kernbereiche und das Eliminieren von Verlustbringern wird darauf abgezielt, die vorhandenen Ressourcen effizienter zu nutzen und die Wettbewerbsfähigkeit am Markt zu steigern. Diese Maßnahme wird nicht nur zu einer Reduktion unnötiger Kosten führen, sondern auch dazu beitragen, Investitionen gezielter und wirkungsvoller zu gestalten. Dadurch wird eine solide Grundlage für anhaltendes Wachstum und Stabilität geschaffen.

Die zugesicherte Finanzierung, die optimistischen Zukunftsaussichten sowie die vorgesehenen strategischen Schritte unterstreichen unsere Zuversicht, dass das Unternehmen seine finanzielle Robustheit wiedererlangen und mögliche Risiken erfolgreich steuern wird, ohne dass ein Insolvenzgrund besteht.

5. Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen

In der Position Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen befindet sich ein nicht rückzahlbarer Zuschuss vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle für elektrisch betriebene Fahrzeuge (Umweltbonus) in Höhe von 46.104,11 EUR. Zum Stichtag 31. Dezember 2023 wurden 67.145,89 TEUR erfolgswirksam aufgelöst.

6. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Schließung von einzelnen Standorten 3.227.699,43 EUR (Vorjahr: 0,00 EUR), für Personalrückstellungen 622.863,29 EUR (Vorjahr: 938.895,16 EUR), ausstehende Rechnungen 476.243,30 EUR (Vorjahr: 588.086,17 EUR) sowie Regressansprüche 14.368,76 EUR (Vorjahr: 235.310,03 EUR) gebildet.

Die Auflösung der sonstigen Rückstellungen in Höhe von 392.342,69 EUR resultiert mit 210.906,15 EUR aus der Auflösung von Personalrückstellungen und mit 181.436,54 EUR aus der Auflösung von Rückstellungen für ausstehende Rechnungen.

7. Verbindlichkeiten

Fristigkeit und Besicherung der Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Restlaufzeit
bis zu 1 Jahr
EUR
1 bis 5 Jahre
EUR
über 5 Jahre
EUR
Gesamt
EUR
Gesicherte Beträge
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 635.534,72 0,00 0,00 635.534,72 0,00
Vorjahr 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8.569.921,88 0,00 0,00 8.569.921,88 0,00
Vorjahr 9.171.314,74 0,00 0,00 9.171.314,74 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 117.403,63 0,00 0,00 117.403,63 0,00
Vorjahr 184.119,73 0,00 0,00 184.119,73 0,00
Sonstige Verbindlichkeiten 406.685,00 247.249,51 0,00 653.934,51 0,00
Vorjahr 736.248,21 442.895,09 0,00 1.179.143,30 0,00
9.729.545,23 247.249,51 0,00 9.976.794,74 0,00
10.091.682,68 442.895,09 0,00 10.534.577,77 0,00

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren in Höhe von 117.403,63 EUR (Vorjahr: 184.119,73 EUR) aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit anderen Unternehmen der JCL-Gruppe.

Die Sonstigen Verbindlichkeiten haben sich gegenüber dem Vorjahr um ca. 525 TEUR reduziert, was vor allem auf dem Rückgang im Finanzierungsleasing und dem Rückgang bei den Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt zurückzuführen ist.

8. Sonstige finanzielle Verpflichtungen und nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus langfristigen Miet- und Pachtverträgen, abgeschlossenen Leasingverträgen bzw. Leasingverträgen für Kraftfahrzeuge, Büroausstattung und technische Anlagen für das Jahr 2024 betragen insgesamt 6.361.169,20 EUR (davon 316.451,08 EUR gegenüber verbundenen Unternehmen). Für die Jahre 2025 bis 2028 bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen von insgesamt 15.871.490,64 EUR (davon 1.251.338,88 EUR gegenüber verbundenen Unternehmen). Risiken sind hieraus nicht erkennbar.

9. Factoring

Die JCL Logistics Germany GmbH hat einen bestehenden Factoringvertrag über den Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit bestimmten Kunden. Die verkauften Forderungen der JCL Logistics Germany GmbH betragen zum Stichtag 4.965.221,86 EUR (Vorjahr: 7.149.425,50 EUR).

Ziel dieser Maßnahme ist eine Ergänzung bzw. Optimierung der Finanzierungsstrukturen.

10. Fremdwährungsumrechnung

Geschäftsvorfälle in fremder Währung wurden zum jeweiligen Tageskurs eingebucht. Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeiten nicht mehr als ein Jahr betragen, wurden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag gemäß § 256a HGB bewertet und als Kursgewinne bzw. Kursverluste ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

11. Ausschüttungssperre Beträge i.S.v. § 268 Abs. 8 HGB

Zum Abschlussstichtag unterliegen der Ausschüttungssperre

• Überhang der aktiven latenten Steuern gemäß § 268 Abs. 8 HGB: 2.316 TEUR

• Der Unterschiedsbetrag aus der Ermittlung der Pensionsrückstellungen unter Zugrundelegung des entsprechenden Marktzinssatz aus den vergangenen sieben Jahren (1,75 %): 4 TEUR

III. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich nach Tätigkeitsbereichen und Märkten wie folgt:

Märkte
Bereich Inland
EUR
Ausland
EUR
Total
EUR
Air & Ocean 2.326.379,80 2.089.304,78 4.415.684,58
Vorjahr 16.441.793,13 3.344.350,85 19.786.143,98
Road & Rail 10.384.449,08 13.868.009,51 24.252.458,59
Vorjahr 16.741.187,05 16.107.469,60 32.848.656,65
B2C 39.324.124,34 966.781,77 40.290.906,11
Vorjahr 42.381.562,54 1.082.941,22 43.464.503,76
OVH 522.922,61 0,00 522.922,61
Vorjahr 1.467.995,91 1.000,00 1.468.995,91
Total 52.557.875,83 16.924.096,06 69.481.971,89
Vorjahr 77.032.538,63 20.535.761,67 97.568.300,30

2. Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von 38.934,19 EUR (Vorjahr: 185.194,60 EUR) und periodenfremde Erträge in Höhe von 47.531,27 EUR (Vorjahr: 19.000,34 EUR) enthalten.

3. Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von 46.596,30 EUR (Vorjahr: 191.327,31 EUR) und 44.831,64 EUR periodenfremde Aufwendungen (Vorjahr: 26.161,88 EUR) enthalten. Ebenso sind die Aufwendungen für die Bildung einer Rückstellung für die Schließung einzelner Standorte in Höhe von 1.287.699,43 EUR (Vorjahr: 0,00 EUR) enthalten.

IV. SONSTIGE ANGABEN

1. Leitungsorgane

Geschäftsführer:

Herr Stephan Jöbstl, Geschäftsführer, Zug (Schweiz), CEO JCL AG, Baar, Schweiz

Herr Guido Schmid, Geschäftsführer, Zug (Schweiz), CFO JCL AG, Baar, Schweiz, ist per 02.10.2023 als Geschäftsführer der JCL Logistics Germany GmbH ausgeschieden.

2. Bezüge der Geschäftsführer

Die Geschäftsführer haben im Geschäftsjahr für ihre Tätigkeit keine Bezüge von der Gesellschaft erhalten.

3. Mitarbeiterzahl

Die durchschnittliche Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer (ohne Auszubildende) setzt sich wie folgt zusammen:

2023 2022
Gewerbliche Arbeitnehmer 178 150
Angestellte 106 111
Gesamt 284 261

4. Name und Sitz der Gesellschafter

Die JCL Logistics Germany GmbH, Hamburg, wird als 100%ige Tochtergesellschaft der JCL Logistics Switzerland AG, Baar, Schweiz, in den Konzernabschluss (kleinster und größter Konsolidierungskreis) der JCL Logistics Switzerland AG, Baar, Schweiz, einbezogen und dort offengelegt.

5. Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Die Angabe des Gesamthonorars unterbleibt mit Verweis auf die Angaben im Konzernabschluss der JCL Logistics Switzerland AG, Baar, Schweiz, in den die JCL Logistics Germany GmbH einbezogen wird.

6. Anteile an verbundenen Unternehmen

Die Gesellschaft hat Anteile an verbundenen Unternehmen im Sinne von § 271 Abs. 2 HGB an:

Anteile am Kapital
in %
Beteiligungsbuchwert
in TEUR
Eigenkapital per 31.12.2023
in TEUR
Ergebnis 2023
in TEUR
JCL Transport Services GmbH, Redwitz 100,0 0 -559 104

7. Geschäfte mit nahestehenden Personen/Unternehmen

Es liegen keine Geschäfte zwischen nahestehenden Personen/Unternehmen vor, die nicht zu marktüblichen Konditionen vereinbart wurden.

8. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Der weiter andauernde Krieg zwischen Russland und der Ukraine sowie der neu entflammte Nahostkonflikt betrifft die JCL Logistics Germany GmbH in Ihrer Geschäftstätigkeit nicht unmittelbar. Dennoch können Folgewirkungen wie zum Beispiel ein rückläufiges volkswirtschaftliches Gesamtwachstum sowie weiter steigende Energiekosten sich negativ auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage auswirken. Diese gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen sind stark abhängig von der weiteren Entwicklung dieser beiden Kriege und somit mit entsprechenden Unsicherheiten behaftet. Welche langfristigen Effekte diese beiden Konflikte auf die weitere gesamtwirtschaftliche Lage haben wird, ist nach wie vor sehr schwer abzuschätzen, jedoch erwartet die Unternehmensleitung für 2024 hier kein wesentliches Risiko. Eine Bestandsgefährdung durch die aktuellen Geschehnisse in der Ukraine, Russland und im Nahen Osten ist aus heutiger Sicht nicht gegeben.

Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Abschluss des Geschäftsjahres, die auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentliche Auswirkung haben, ergaben sich nicht.

9. Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführer schlagen der Gesellschafterversammlung vor, den Bilanzverlust von 3.954.108,20 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Hamburg, den 17. Mai 2024

Stephan Jöbstl, Geschäftsführer

Anlage zum Anhang

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS zum 31.12.2023 der JCL Logistics Germany GmbH, Hamburg

Anschaffungskosten
Anlagevermögen 01.01.2023
Zugänge
Abgänge
31.12.2023
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechte und Werten 582.788,30 6.922,70 6.057,48 583.653,52
2. Geschäfts- oder Firmenwert 3.226.941,35 67.547,14 0,00 3.294.488,49
3.809.729,65 74.469,84 6.057,48 3.878.142,01
II. SACHANLAGEN
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschliesslich der Bauten auf fremden Grundstücken 369.663,88 64.648,54 127.557,02 306.755,40
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.047.289,97 168.832,73 80.385,60 1.135.737,10
3. Andere Anlagen-, Betriebs- und Geschäftsausstattung 814.387,30 102.763,61 129.538,22 787.612,69
2.231.341,15 336.244,88 337.480,84 2.230.105,19
III. FINANZANLAGEN
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 27.500,00 0,00 0,00 27.500,00
2. Beteiligungen 0,00 1,00 0,00 1,00
27.500,00 1,00 0,00 27.501,00
ANLAGEVERMÖGEN INSGESAMT 6.068.570,80 410.715,72 343.538,32 6.135.748,20
Brutto-Abschreibungen
01.01.2023
Jahres-Abschreibungen
Abgänge
31.12.2023
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechte und Werten 576.305,22 4.024,37 6.057,48 574.272,11
2. Geschäfts- oder Firmenwert 3.109.006,35 104.534,57 0,00 3.213.540,92
3.685.311,57 108.558,94 6.057,48 3.787.813,03
II. SACHANLAGEN
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschliesslich der Bauten auf fremden Grundstücken 131.510,48 52.500,66 81.213,30 102.797,84
2. Technische Anlagen und Maschinen 259.891,61 277.224,18 55.130,83 481.984,96
3. Andere Anlagen-, Betriebs- und Geschäftsausstattung 715.250,93 113.222,02 129.538,22 698.934,73
1.106.653,02 442.946,86 265.882,35 1.283.717,53
III. FINANZANLAGEN
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 27.500,00 0,00 0,00 27.500,00
2. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00
27.500,00 0,00 0,00 27.500,00
ANLAGEVERMÖGEN INSGESAMT 4.819.464,59 551.505,80 271.939,83 5.099.030,56
Buchwerte
31.12.2023
Vorjahr
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechte und Werten 9.381,41 6.483,08
2. Geschäfts- oder Firmenwert 80.947,57 117.935,00
90.328,98 124.418,08
II. SACHANLAGEN
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschliesslich der Bauten auf fremden Grundstücken 203.957,56 238.153,40
2. Technische Anlagen und Maschinen 653.752,14 787.398,36
3. Andere Anlagen-, Betriebs- und Geschäftsausstattung 88.677,96 99.136,37
946.387,66 1.124.688,13
III. FINANZANLAGEN
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00
2. Beteiligungen 1,00 0,00
1,00 0,00
ANLAGEVERMÖGEN INSGESAMT 1.036.717,64 1.249.106,21

000300011

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 26.06.2024 festgestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die JCL Logistics Germany GmbH, Hamburg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der JCL Logistics Germany GmbH, Hamburg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der JCL Logistics Germany GmbH, Hamburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Nürnberg, den 17. Mai 2024

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Julius Pinckernelle, Wirtschaftsprüfer

gez. Johannes Gräbner, Wirtschaftsprüfer"

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