Stammdaten

Register
Amtsgericht Memmingen HRB 15308
Vorher
Ostseeflug GmbH
Eingetragen
18.10.1990
Branche
Betrieb von Flughäfen und Landeplätzen für LuftfahrzeugeErbringung von sonstigen Dienstleistungen für die Luftfahrt a. n. g.Vermietung von Luftfahrzeugen
Gegenstand
die Entwicklung des kommerziellen Flugbetriebes, insbesondere die Durchführung von Geschäfts-, Besichtigungs- und Werbeflügen, die Organisation und Durchführung der Ausbildung von Luftfahrzeugführern, die Werbung und der Handel mit spezifischen Artikeln der Luftfahrt sowie die Tätigkeit als genehmigte Organisation zur Führung der Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit (CAMO); die Betreibung von Landeplätzen für Luftfahrzeuge bis 5,7 t MTOW; die Unterstützung von Luftsportvereinen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Holger Korff
seit 20.5.2025
Geschäftsführer
Ralitza Kunst
seit 31.10.2024
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Identifizierte Personen (3)

NameAnteil
45.00%
P**** B*****
5.00%

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Air Allgäu GmbH
Germany
50.000 DM
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Excellent Air GmbH

Memmingerberg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

1 Wirtschaftsbericht

1.1 Gesamtwirtschaftliche Lage

Die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zeigt die nachfolgende Aufstellung:

in v.H. 2023 2022 2021 2020 2019
Welt 2,7 3,1 6,2 -2,9 2,7
Europa 0,6 3,7 6,5 -5,8 1,7
Deutschland -0,2 1,9 3,1 -4,2 1,1
Nordamerika 2,3 2,1 8,0 -2,4 2,4

Das Weltwirtschaftswachstum verlangsamte sich im Jahr 2023. Die Wachstumsrate lag bei 2,7 %, nachdem sie im Vorjahr noch 3,1 % betragen hatte. In Europa wuchs die Wirtschaft um 0,6 % (Vorjahr: 3,7 %). In Deutschland sank die Wirtschaftsleistung um 0,2 % (Vorjahr: +1,9 %).

Der Euro gewann im Jahresdurchschnitt gegenüber den meisten Hauptwährungen an Wert. Der durchschnittliche Wechselkurs zum US-Dollar lag um 3 % über dem Vorjahresniveau. Zum Britischen Pfund verzeichnete der Euro eine Aufwertung um 2 %; gegenüber dem Schweizer Franken wertete der Euro im Durchschnitt um 3 % ab.

Die Inflationsrate ist im Berichtsjahr zurückgegangen. Ende 2023 lag sie im weltweiten Durchschnitt bei 5,5 % (Vorjahr: 9,7 %). In Europa lag die Inflationsrate bei 2,9 %, in Deutschland bei 3,7 %. Im Kampf gegen die Inflation haben Zentralbanken die Leitzinsen im Berichtsjahr deutlich erhöht. Die US-Notenbank Fed hob den Leitzins mit vier Zinsschritten auf 5,5 %. Die Europäische Zentralbank erhöhte den Leitzins ebenfalls mit sechs Zinsschritten auf 4,5 %.

Sowohl die kurz- als auch die langfristigen Zinsen sind im Jahresdurchschnitt stark gestiegen. Die kurzfristigen Zinssätze stiegen auf Niveaus, die zuletzt im Jahr 2008 erreicht wurden. Der durchschnittliche 6-Monats-Euribor lag im Jahr 2023 bei 3,69 %. Im langfristigen Bereich legte der durchschnittliche 10-Jahres-Euro-Swap gegenüber dem Vorjahr signifikant von 1,93 % auf 3,05 % zu.

Der Ölmarkt hat sich im Jahr 2023 nach den starken Verwerfungen im Jahr 2022 etwas entspannt. Mit Preisen zwischen 72 USD/bbl und 97 USD/bbl lag der Durchschnittspreis 2023 bei 82,18 USD/bbl und damit um 17 % unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 99,03 USD/bbl). Am 31. Dezember 2023 kostete ein Barrel Rohöl der Sorte Brent 77,04 USD/bbl (Jahresende 2022: 85,91 USD/bbl).

1.2 Rechtliche und regulatorische Einflussfaktoren

Unser Unternehmen unterliegt zahlreichen nationalen und europäischen Vorschriften. Diese haben Einfluss auf die Kosten und Wettbewerbsfähigkeit.

Besonders relevant ist in diesem Zusammenhang die künftige Klimaschutzpolitik in Deutschland und Europa. Aber auch Gesetze zum Daten- und Verbraucherschutz sowie Luftverkehrssteuern, Luftsicherheitskosten, Start- und Landerechte beeinflussen die die gesamte Luftfahrtbranche.

Im Sommer 2021 hat die EU-Kommission mit ihrem "Fit for 55"-Legislativpaket regulatorische Vorschläge präsentiert, wie die europäischen Klimaschutzziele - die CO 2 -Emissionen um 55 % im Vergleich zu 1990 zu senken - erreicht werden sollen. Von den insgesamt 13 Gesetzesinitiativen sind drei für den Luftverkehr besonders relevant:

Die Reform des Emissionshandels (EU-ETS),

Eine Beimischungsquote für nachhaltige Flugkraftstoffe (ReFuelEU Aviation)

Der Vorschlag zur Einführung einer Kerosinsteuer (Energiesteuerrichtlinie).

Die in Deutschland derzeit diskutierte Erhöhung der nationalen Luftverkehrsteuer würde weiter die im europäischen Vergleich ohnehin schon hohen deutschen Standortkosten des Luftverkehrs in Deutschland weiter erhöhen und damit die Anbindung Deutschlands an den europäischen Luftverkehr - ohne Nutzen für das Klima - zusätzlich verschlechtern.

1.3 Branchenentwicklung

Die Erholung der Nachfrage nach Flugreisen nach der Corona-Pandemie setzte sich weiter fort. Dabei stieg insbesondere die Nachfrage nach touristischen Reisen, insbesondere in den Sommermonaten, an.

Bei den Passagier-Airlines lag die angebotene Kapazität im Geschäftsjahr 2023 insgesamt 16 % über Vorjahr und damit bei 84 % des Vorkrisenniveaus im Jahr 2019. Angesichts der positiven Nachfrageentwicklung im Passagiergeschäft gelang es den Passagier-Airlines, die Durchschnittserlöse deutlich zu steigern.

1.4 Geschäftsverlauf

1.4.1 Überblick über die Geschäftsentwicklung

Die gecharterten Luftfahrzeuge erfüllten allesamt die seitens der Hersteller vorgegebenen Eigenschaften; die Wartungszyklen wurden eingehalten.

1.4.2 Wesentliche Ereignisse

Durch den im Jahr 2022 stattgefundenen Gesellschafterwechsel konnte bei uns und unserem Mutterunternehmen die latent bestehende Zahlungsunfähigkeit beseitigt werden.

Durch eine höhere Fluktuation beim fliegenden Personal, verbunden mit höheren Wartungszeiten bei den eingesetzten Flugzeugen mussten wir bei den Umsatzerlösen einen Rückgang von 14 % verzeichnen.

Der Kostenaufwand konnte daher wie im Vorjahr nicht ausgeglichen werden, so dass im Ergebnis wieder ein Jahresfehlbetrag erwirtschaftet wurde.

1.5 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

1.5.1 Vermögenslage

Zum Stichtag betrug die Bilanzsumme gem. § 267 Abs. 4a HGB TEUR 1.001 und lag damit um TEUR 579 über dem Vorjahreswert.

Die Abnahme des Anlagevermögens ist ausschließlich auf planmäßige Abschreibungen zurückzuführen. Das Anlagevermögen hat sich relativ zur Bilanzsumme von 0,90 % im Vorjahr auf 0,41 % vermindert.

Die erhebliche Zunahme bei den flüssigen Mitteln um TEUR 338 ist auf Darlehenszuführungen aus dem Gesellschafterkreis zurückzuführen.

Die Rückstellungen haben sich gegenüber dem Vorjahr minimal vermindert; die Zunahme bei den sonstigen Verbindlichkeiten resultiert aus der Darlehenserhöhung aus dem Gesellschafterkreis.

Trotz des negativen Eigenkapitals ist unsere Vermögenslage durch unsere finanzstarken mittelbaren Gesellschafter gesichert. Aus diesem Grund haben wir keine Schulden bei Kreditinstituten.

1.5.2 Finanzlage

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (-TEUR 1.125; (i. Vj. -TEUR 2.080) hat sich, bereinigt um den Sondereffekt "Rückstellungsminderung" gegenüber dem Vorjahr um TEUR 293 verbessert.

Investitionen im Sachanlagevermögen wurden im Berichtszeitraum nicht vorgenommen.

Die Liquidität 1. Grades (Verhältnis der liquiden Mittel zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten) beträgt 35,1 % (i.Vj. 12,7 %).

Die Liquidität 2. Grades (Verhältnis der liquiden Mittel und der kurzfristigen Forderungen zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten) beträgt 36,5 % (i.Vj. 15,7%).

Die Verbesserung beider Kennzahlen im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr ist auf die Darlehenserhöhung durch den Gesellschafterkreis zurückzuführen.

1.5.3 Ertragslage

Unsere Gewinn- und Verlustrechnung schließt im Geschäftsjahr 2023 mit einem Jahresfehlbetrag von -TEUR 1.167 (i.Vj. -TEUR 1.157) ab.

Das Rohergebnis, bestehend aus den Umsatzerlösen, den sonstigen betrieblichen Erträgen und dem Materialaufwand hat sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 236 (= 4,0%) verschlechtert. Hierfür ursächlich ist der Umsatzrückgang um TEUR 3.040 und geringere sonstige betriebliche Erträge obwohl eine überproportionale Verminderung des Materialaufwands um 21 % zu verzeichnen ist.

Die Personalkosten erhöhten sich geringfügig um TEUR 49 (= 1,1%) infolge Lohnerhöhungen.

Der sonstige Betriebsaufwand hat sich gegenüber dem Vorjahr um -TEUR 280 (= -10,2 %) vermindert, was auf geringere Konzernumlagen zurückzuführen ist.

Die Ertragslage unserer Gesellschaft im Geschäftsjahr 2023 ist nach wie vor nicht zufriedenstellend.

2 Chancen- und Risikobericht

Für die globale Airline-Industrie mit ihrer hohen Dynamik bieten sich Chancen sowohl von außen, zum Beispiel durch neue Kundenwünsche, Marktstrukturen, als auch von innen durch neue Produkte, Innovationen, Qualitätsverbesserungen und weitere Wettbewerbsdifferenzierungen.

Als wesentliches Risiko sehen wir die Gewinnung von qualifizierten Piloten und weiteren Mitarbeitern, verbunden mit einsatzbereiten Flugzeugen und der Optimierung von Standzeiten.

Die Entwicklung des Gehaltsniveaus, insbesondere durch Forderungen für den Inflationsausgleich stellen ein weiteres Risiko dar.

Für die Abdeckung unsere Flugangebote sind wir noch auf Broker angewiesen. Der Wettbewerb innerhalb der Branche ist nach wie vor sehr hoch. Wir streben jedoch an, eine eigene Stammkundschaft aufzubauen.

Nicht absehbar sind die Folgen aus den derzeitigen Risiken Ukraine-Krieg wie auch der Bekämpfung der Inflation durch die Notenbanken sowie aus der politischen Entwicklung im Rahmen der CO 2 Diskussion um Privatflüge.

3 Prognosebericht

Wir sehen zwar eine hohe Nachfrage für die von uns betriebene Flugzeugflotte. Um die Nachfrage befriedigen zu können, müssen wir unser fliegendes Personal weiter ausbauen, die Standzeiten bei den Flugzeugen wie auch Leerflüge optimieren. Für das laufende Geschäftsjahr planen wir trotz des deutlich negativen Ergebnisses im 1. Halbjahr noch ein ausgeglichenes Ergebnis. Voraussetzung hierfür ist, dass die eingeleiteten Maßnahmen zur Verbesserung der Ertragslage greifen und die Gesellschafter nötigenfalls unsere Finanzlage stärken. Im übrigen wird auf die Ausführungen auf Seite 6 im Anhang (Nachtragsbericht) verwiesen.

 

Memmingerberg im Mai 2024

Die Geschäftsführung

Bilanz zum 31. Dezember 2023

(mit Vergleichszahlen des Vorjahres)

AKTIVA

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR TEUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1 5
II. Sachanlagen 23 33
III. Finanzanlagen 1 1
25 39
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 462 211
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 478 140
940 351
C. Rechnungsabgrenzungsposten 36 33
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 4.997 3.829
5.998 4.252

PASSIVA

A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 26 26
II. Kapitalrücklage 2.325 2.325
III. Bilanzverlust -7.347 -6.180
-4.996 -3.829
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 4.996 3.829
0
B. Rückstellungen 133 137
C. Verbindlichkeiten 5.814 4.075
darin: Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen 660 686
D. Rechnungsabgrenzungsposten 51 40
5.998 4.252

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember 2023

(mit Vergleichszahlen des Vorjahres)

2023 2022
EUR EUR EUR EUR
1. Rohergebnis 5.700 5.936
2. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -3.796 -3.747
b) Soziale Abgaben -535 -4.331 -564 -4.311
3. Abschreibungen auf immaterielle Anlagevermögens und Sachanlagen -17 -16
4. Sonstige betriebliche Aufwandungen -2.475 -2.755
davon aus Währungsumrechnungen T€ 2 (i.Vj.T€ 1)
6. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 5 0
davon aus der Abzinsung von Rückstellungen € 1.100,00
5. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -49 -11
davon an verbundene Unternehmen T€ 0,00 (i.Vj. T€ 14)
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0 0
8. Ergebnis nach Steuern -1.167 -1.157
9. Sonstige Steuern 0 0
6. Jahresfehlbetrag -1.167 -1.157
7. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -6.180 -5.023
8. Bilanzverlust -7.347 -6.180

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Allgemeine Angaben

Die Excellent Air GmbH hat ihren Sitz in 87766 Memmingerberg. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Memmingen unter HR B 15308 eingetragen.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 ist nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft i. S. d. § 267 Abs. 2 HGB. Von den größenabhängigen Erleichterungen gemäß §§ 274 a, 276, 288 HGB wurde zum Teil Gebrauch gemacht.

Der vorliegende Jahresabschluss ist unter Beibehaltung der für den Vorjahresabschluss angewendeten Gliederungsgrundsätze nach den für mittelgroße Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt (§§ 265 Abs. 1 S. 2, 266 ff. HGB).

Der buchmäßigen Überschuldung am Bilanzstichtag in Höhe von TEUR 4.997 stehen mittelbare und unmittelbare Gesellschafterdarlehen mit Rangrücktritt in Höhe von TEUR 4.050 gegenüber. Daneben hat das Mutterunternehmen hat eine bis zum 31. Dezember 2025 befristete Patronatserklärung abgegeben. Damit verpflichtet sich die Air Allgäu GmbH, die Excellent Air GmbH finanziell und kapitalmäßig so auszustatten, dass diese ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber Gläubigern jederzeit nachkommen kann.

Die Excellent Air GmbH hat im Geschäftsjahr 2023 einen Jahresfehlbetrag von -TEUR 1.167 (i. Vj. -TEUR 1.157) erwirtschaftet.

Die Gesellschaft hat die wirtschaftlichen Beeinträchtigungen durch die Corona-Pandemie sowie den Krieg in der Ukraine noch nicht überwunden. Durch die Gewährung von mittelbaren Gesellschafterdarlehen war die Gesellschaft stets zahlungsfähig. Weiter wurden zum Jahresende 2023 die Weichen für eine Neuaufstellung des Unternehmens gestellt.

Auf dieser Grundlage wurde der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 der Gesellschaft nach den Grundsätzen der Unternehmensfortführung aufgestellt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die dem Abschluss des Geschäftsjahres 2023 zu Grunde liegenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze blieben gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Entgeltlich erworbene Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, ggf. vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen angesetzt. Die Abschreibungen werden entsprechend dem tatsächlichen Nutzenverlauf des jeweiligen Vermögensgegenstands linear ermittelt. Die Bemessung der Abschreibungen erfolgt im Wesentlichen nach den steuerlichen Höchstsätzen, wobei als Nutzungsdauern 3 bis 13 Jahre zur Anwendung kommen. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Einzelanschaffungskosten von bis zu EUR 800,00 werden in einem Jahr abgeschrieben.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten gegebenenfalls abzüglich angemessener Einzelwertberichtigungen wegen drohendem Ausfallrisiko oder sonstiger Risiken sowie einer Pauschalwertberichtigung wegen allgemeiner Kreditrisiken angesetzt.

Die Guthaben bei Kreditinstituten sind zu Nominalwerten angesetzt.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält Ausgaben, die Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach dem Bilanzstichtag darstellen.

Die Rückstellungen sind für alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen in Höhe des Betrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihren Rückzahlungs- bzw. Erfüllungsbeträgen passiviert.

Geschäftsvorfälle in fremder Währung wurden zum jeweiligen Tageskurs eingebucht. Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, wurden mit dem Euroreferenzkurs am Bilanzstichtag bewertet (§ 256 a HGB). Beträgt die Restlaufzeit mehr als ein Jahr, wurden (nur) eventuelle Kursverluste am Bilanzstichtag berücksichtigt. Gewinne und Verluste aus der Umrechnung von Fremdwährungsgeschäften werden erfolgswirksam erfasst und in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten "sonstige betriebliche Erträge" bzw. "sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen.

Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023 stellt sich wie folgt dar:

Gesamt ImmaterielleVermögensgegenstände Sachanlagen Finanzanlagen
EUR EUR EUR EUR
Anschaffungskosten
Stand am 1. Januar 2023 198.542 47.372 150.670 500
Zugänge 3.410 0 3.410 0
Abgänge -698 0 -698 0
Stand am 31. Dezember 2023 201.254 47.372 153.382 500
Kumulierte Abschreibungen
Stand am 1. Januar 2023 160.358 42.110 118.248 0
Abschreibungen Geschäftsjahr 16.948 4.058 12.890 0
Abgänge -698 0 -698 0
Stand am 31. Dezember 2023 176.608 46.168 130.440 0
Buchwert
Stand am 31. Dezember 2023 24.646 1.204 22.942 500
Stand am 31. Dezember 2022 38.184 5.262 32.422 500

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen in Höhe von TEUR 16 (i.Vj. TEUR 24) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Eigenkapital

Das Stammkapital beträgt DM 50.000,00. Der Bilanzverlust enthält den Verlustvortrag aus dem Vorjahr in Höhe von TEUR 6.180.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen entfallen im Wesentlichen auf den Resturlaub und Überstunden (TEUR 70, i. Vj. TEUR 69), auf interne und externe Kosten der Jahresabschlusserstellung und -prüfung nebst Steuerdeklarationskosten (TEUR 41; i. Vj. TEUR 45) und auf künftige Betriebsprüfungskosten (TEUR 14; i. Vj. TEUR 16).

Verbindlichkeiten

Die Laufzeiten der Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

31.12.2023
Gesamt Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr
TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.050 1.050 0
Verbindlichkeiten gegenüberverbundenen Unternehmen 660 0 660
Sonstige Verbindlichkeiten 4.104 390 3.714
5.814 1.440 4.374
31.12.2022
Gesamt Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr
TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 852 852 0
Verbindlichkeiten gegenüberverbundenen Unternehmen 686 0 686
Sonstige Verbindlichkeiten 2.537 290 2.247
4.075 1.142 2.933

Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren bestehen in Höhe von TEUR 3.350.

Neben üblichen Eigentumsvorbehalten bestanden keine weiteren Sicherheiten.

Die sonstigen Verbindlichkeiten entfallen in Höhe von TEUR 35 (i. Vj. TEUR 27) auf Steuern sowie in Höhe von TEUR 13 (i.Vj. TEUR 9) auf Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit.

Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen i. S. d. § 285 Nr. 3a HGB bestanden am Bilanzstichtag mit einem Gesamtvolumen von TEUR 11.473.

Nicht bilanzierte Geschäfte

Außerbilanzielle Geschäfte liegen vor allem in Form von Mietverträgen für Immobilien und Flugzeuge vor. Sie dienen unter anderem der Schonung der Liquidität und der Verbesserung der Bilanzstruktur bzw. der Eigenkapitalquote. Die Zahlungsverpflichtungen hieraus sind den vorstehenden Angaben zu den sonstigen finanziellen Verpflichtungen zu entnehmen.

Anzahl der Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt)

Die Zahl der Mitarbeiter i. S. d. § 267 Abs. 5 HGB beträgt 51, davon 39 Piloten.

Angaben zum Mutterunternehmen

Die Air Allgäu GmbH, Memmingerberg ist Mutterunternehmen. Ein Konzernabschluss wird gem. § 293 HGB nicht aufgestellt.

Vorgänge nach dem Schluss des Geschäftsjahres (Nachtragsbericht)

Auch im Winterhalbjahr 2023/2024 wurde die globale Wirtschaft noch durch anhaltende Folgen der Corona-Pandemie und vor allem durch die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine, spürbar belastet. Die Konjunktur in Deutschland hat sich etwas aufgehellt, eine durchgreifende Belebung ist aber noch nicht gesichert. Die Inflationsrate hat sich im Geschäftsjahr 2023 bzw. im ersten Quartal 2024 deutlich abgeschwächt.

Bei unserem Unternehmen wurde im Zuge des Ende September 2022 erfolgten mittelbaren Gesellschafterwechsels durch die Zuführung von mittelbaren Gesellschafterdarlehen die zu diesem Zeitpunkt bestehende Zahlungsunfähigkeit beseitigt. Zudem konnte die Verfügbarkeit von Flugzeugen stark verbessert werden. Durch Kapazitätsengpässe beim fliegenden Personal wie auch durch verlängerte Werftaufenthalte bei den Flugzeugen blieben die erwirtschafteten Umsätze des Geschäftsjahres 2023 deutlich hinter den Planungen und Erwartungen der Geschäftsführung zurück.

Zum Jahresende 2023 wurden Änderungen in der Geschäftsführung vorgenommen und im Jahr 2024 weitere Umstrukturierungen eingeleitet. Durch diese Umstrukturierungen sollen in erster Linie die wartungsbedingten Stillstandzeiten der Flugzeuge reduziert, sowie auch personelle Doppelstrukturen beseitigt werden.

In den ersten vier Monaten des Geschäftsjahres 2024 war saisonbedingt trotz einer spürbaren Umsatzsteigerung (+ 38%) im Vorjahresvergleich ein erneut deutlich negatives Ergebnis zu verzeichnen. Dabei wurde das Ergebnis durch die wartungsbedingt mangelnde Verfügbarkeit von Flugzeugen deutlich belastet.

Für die künftige Entwicklung des Unternehmens wird es entscheidend darauf ankommen, die bereits eingeleiteten und noch vorgesehenen Maßnahmen erfolgreich umzusetzen. Zudem ist es notwendig, dass die bestehende Finanzierung aufrechterhalten bleibt und insbesondere für das saisonal schwache Winterhalbjahr 2024/2025 rechtzeitig weitere Finanzierungsspielräume erschlossen werden können, um so gegebenenfalls einen zusätzlichen Finanzierungsbedarf der Gesellschaft abdecken zu können.

Die Geschäftsführung ist zuversichtlich, dass dies gelingen wird und geht daher aufgrund der aktuellen Unternehmensplanung von einer Fortführung der Unternehmenstätigkeit aus.

Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, haben sich nicht ergeben.

 

Memmingerberg, den 10. Mai 2024

Excellent Air GmbH

Gez. Klaus Abbelen

Gez. Dipl.-Kfm. Gunnar Neumann

Als Ergebnis unserer Prüfung haben wir dem aufgestellten Jahresabschluss folgenden uneingeschränkten, mit einem Hinweis versehenen Bestätigungsvermerk erteilt:

"Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Excellent Air GmbH, Memmingerberg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Excellent Air GmbH --bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden-- geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Excellent Air GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Die Excellent Air GmbH hat im Geschäftsjahr 2023 einen Jahresfehlbetrag von -TEUR 1.167 (i. Vj. -TEUR 1.157) erwirtschaftet, bedingt durch einen Umsatzrückgang um TEUR 3.041 (= 13,9 %); das Rohergebnis gem. § 276 HGB verminderte sich um TEUR 236. Zudem wurde die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Excellent Air GmbH durch die signifikant gestiegenen Treibstoffkosten sowie durch weitere inflationsbedingte Kostensteigerungen als Folge der russischen Invasion in die Ukraine, zusätzlich beeinträchtigt. Aufgrund von Stillstandszeiten bei den Flugzeugen durch Werft-aufenthalte und Kapazitätsengpässe beim fliegenden Personal blieben die Umsätze in den ersten vier Monaten des Geschäftsjahres 2024 jedoch deutlich hinter den Planungen und Erwartungen der Geschäftsführung zurück. Trotz weiterer Mittelzufuhr durch die neuen mittelbaren Gesellschafter im Frühjahr 2023, verbunden mit Rangrücktrittsvereinbarungen, ist die Excellent Air GmbH zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses 2023 buchmäßig überschuldet. Aufgrund der beschlossenen und zum Teil bereits eingeleiteten Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung der Ertragslage ist die Geschäftsführung der Excellent Air GmbH davon überzeugt, die aktuelle Wirtschaftslage im Laufe der kommenden Monate zu verbessern. Für die künftige Entwicklung der Excellent Air GmbH wird es entscheidend darauf ankommen, die bereits eingeleiteten und noch vorgesehenen Maßnahmen erfolgreich umzusetzen. Zudem ist es notwendig, dass die bestehende Finanzierung aufrechterhalten bleibt und insbesondere für das saisonal schwache Winterhalbjahr 2024/2025 rechtzeitig weitere Finanzierungsspielräume erschlossen werden können, um so gegebenenfalls einen zusätzlichen Finanzierungsbedarf der Gesellschaft abdecken zu können. Die Geschäftsführung der Excellent Air GmbH ist zuversichtlich, dass dies gelingen wird und geht daher aufgrund der aktuellen Unternehmensplanung von einer Fortführung der Unternehmenstätigkeit aus.

Die Prüfung der wirtschaftlichen Entwicklung im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit auf den Rechnungslegungsgrundsatz der Unternehmensfortführung der Excellent Air GmbH war ein besonders wichtiger Prüfungssachverhalt.

Prüferisches Vorgehen

Wir haben mit den gesetzlichen Vertretern erörtert, welchen Einfluss die aktuelle bestandsgefährdende wirtschaftliche Lage der Gesellschaft kurz- und mittelfristig haben könnte. Wir haben darüber hinaus erörtert, welche verschiedenen Maßnahmen, Annahmen und Szenarien der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter zugrunde liegen, um die Zahlungsfähigkeit zu erhalten und die Ertragslage nachhaltig zu verbessern.

Wir haben die von den gesetzlichen Vertretern der Gesellschaft beschlossenen und zum Teil eingeleiteten Maßnahmen sowie die darauf basierenden Planungs- und Liquiditätsprognosen analysiert, erörtert und beurteilt.

Verweis auf zugehörige Angaben

Zu der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter der Excellent Air GmbH bzgl. der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit verweisen wir pflichtgemäß auf die Ausführungen auf den Seiten 1, 6 und 7 im Anhang sowie im Lagebericht. Diese mit den üblichen immanenten Prognoseunwägbarkeiten verbundene Einschätzung ist aufgrund der anhaltenden Folgen durch die Corona-Pandemie bestehenden und insbesondere durch den Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine Ende Februar 2022 verursachten globalen wirtschaftlichen Krise mit erhöhten Unsicherheiten behaftet. Die Ausführungen deuten auf das Besteheneiner wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 S. 3 HGB darstellt.

Unser Prüfungsurteil ist bezüglich dieses Sachverhaltes nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebe richt

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."

 

München, den 10. Mai 2024

gez. Sanktjohanser, Wirtschaftsprüfer

gez. Gerber, Wirtschaftsprüfer

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