Ring Communications GmbH

Niersstraße 1, 41564 Kaarst, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Neuss HRB 17423
Vorher
Callax Telecom Services GmbH
Eingetragen
9.12.2013
Branche
Herstellung von Geräten und Einrichtungen der TelekommunikationstechnikEinzelhandel mit TelekommunikationsgerätenWiederverkaufs- und Vermittlungstätigkeiten für die Telekommunikation
Gegenstand
Erbringung von Dienstleistungen und der Vertrieb von Dienstleistungsprodukten sowie Geräten aller Art im Bereich Telekommunikation einschließlich Errichtung und Betrieb der dazu erforderlichen Einrichtungen

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Nusa Wirawan Prajitno
seit 13.6.2023
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
CALLAX International B.V.NLD
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
CALLAX Holding GmbH
Germany
50.000 DM
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

CALLAX Holding GmbH

Monheim am Rhein (vormals: Düsseldorf)

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020

Konzernlagebericht

A. Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell

Die CALLAX-Unternehmensgruppe, bestehend aus dem Mutterunternehmen Callax Holding GmbH und ihren verbundenen Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Türkei, bietet ein umfassendes Dienste-Portfolio in den Bereichen Energieversorgung und der Produktion von erneuerbaren Energien sowie entgeltlicher Telekommunikationsservices an. Das Hauptgeschäftsfeld ist die Energieversorgung, die durch die UTILITY-Unternehmensgruppe als Teilkonzern der CALLAX-Unternehmensgruppe in den Bereichen Strom und Gas in Deutschland und in Österreich angeboten wird. Die beiden größten operativen Tochtergesellschaften und wesentliche Umsatzträger mit dem größten Kundenstamm sind dabei die Stromio GmbH und die gas.de Versorgungsgesellschaft mbH, die ganz maßgeblich Privat- und kleinere Gewerbekunden als Endverbraucher mit Strom und Gas beliefern.

B. Wirtschaftsbericht

I. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft erlitt infolge der Auswirkungen der Corona-Pandemie im Jahr 2020 einen deutlichen Einbruch des Wirtschaftswachstums. Auch das Wachstum der "EU27" fiel mit -6,1 % negativ aus und liegt somit deutlich unter dem Wachstum des Vorjahres von 1,6 %. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erlebte auch Deutschland erstmals seit der Finanzmarktkrise einen Rückgang der Wirtschaft. In den Jahren 2017, 2018 und 2019 verzeichnete die deutsche Wirtschaft mit 2,6 %, 1,3 % und 0,6 % zwar rückläufige, aber dennoch stets positive Wachstumsraten. Für das Jahr 2020 ergibt sich mit -4,8 % ein deutlicher Einbruch der Wachstumsrate. Die ökonomischen Aussichten für das Jahr 2021 wurden weiterhin durch die wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie getrübt. Das zunächst erwartete Wirtschaftswachstum hat sich durch die sich im Vorfeld des Krieges in der Ukraine bereits abzeichnenden geopolitischen Spannungen leider nicht wie erhofft eingestellt. Maßgebliche Auswirkungen für die Folgezeit ergeben sich insbesondere durch die wesentlich gekürzten Liefermengen im Gasbereich auch für den Strombereich.

Als Teil der energie- und klimapolitischen Agenda der Europäischen Union hat die neue Europäische Kommission am 11. Dezember 2019 den "European Green Deal" präsentiert, der im Rahmen des EU-Gipfels im Dezember 2020 konkretisiert wurde. Dieser Deal beinhaltet Maßnahmen zur Senkung der Treibhausgasemissionen in allen Wirtschaftsbereichen. Die Kommission verfolgt im Kern zwei Ziele. Zum einen soll die EU bis 2050 klimaneutral werden. Zum anderen soll sie ihren jährlichen Treibhausgasausstoß bis 2030 um mindestens 55 % unter den Wert von 1990 senken. Um diese Ziele zu erreichen, sollen alle Wirtschaftsbereiche und -branchen weitreichend umgebaut werden, indem zahlreiche Gesetze und Programme verabschiedet werden. Überdies plant die EU eine Reformation des europäischen Emissionshandels. Die Reform sieht eine Senkung der Zahl in den Markt ausgegebener Zertifikate vor, wobei das Maß in Abhängigkeit vom festgelegten Emissionsminderungsziel festgelegt werden soll. Das Vorhaben der EU hätte weitreichende Folgen für die Preise der Emissionszertifikate.

Bereits einen Monat vor der EU hat die Bundesregierung im Juni 2020 ihre "Nationale Wasserstoffstrategie" vorgestellt. Demnach sollen Wasserstofftechnologien als Kernelement im Rahmen der Energiewende verankert werden. Dieser wird ausschließlich unter Verwendung von Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen. Strom, der zur Herstellung grünen Wasserstoffs eingesetzt wird, wurde durch die Reform des EEG-Gesetzes im Dezember 2020 bereits von EEG-Umlage befreit, um so den Transformationsprozess weiter zu beschleunigen und zu fördern. Das reformierte Gesetz, das bereits zum 01.01.2021 in Kraft getreten ist, orientiert sich ansonsten weitgehend an den Klimazielen und diesbezüglichen Beschlüssen der EU. Es sieht außerdem vor, dass bis 2030 65 % des deutschen Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien gedeckt werden sollen. Deshalb sind in dem neuen EEG-Gesetz diverse Regelungen enthalten, die insbesondere den Betrieb von Solar- und Windkraftanlagen attraktiver machen sollen. Final beschlossen ist zunächst seit Juli 2020 zudem der Kohleausstieg. Durch die Verabschiedung des Kohleausstiegsgesetzes wurde der Rechtsrahmen für einen schrittweisen Kohleausstieg geschaffen, der bis 2038 abgeschlossen sein soll. Inwieweit diese und andere Maßnahmen im Zuge des Ukraine Krieges aufrechterhalten werden, ist noch offen.

Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das negative Wirtschaftswachstum ging mit einem deutlichen Rückgang der Stromnachfrage einher. Gemäß den Berechnungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ist der Nettostromverbrauch um etwa 4 % gesunken. Im Jahr 2020 wurden demzufolge 488 Mrd. kWh Strom verbraucht, was einem Rückgang von 23,6 Mrd. kWh gegenüber dem Verbrauch in 2019 entspricht. Der Nachfragerückgang ist primär auf die Einschränkungen im wirtschaftlichen und öffentlichen Leben aufgrund der Corona-Pandemie zurückzuführen. Mit einem Anteil von knapp 46 % verbraucht die Industrie in Deutschland am meisten Strom, wodurch sich insbesondere die reduzierte Nachfrage der Industrieproduktion im gesunkenen Nettostromverbrauch widerspiegelt. Gedämpft wurde der Verbrauch außerdem durch die milde Witterung in 2020.

Die Entwicklung der einzelnen Energieträger verläuft ähnlich wie in den Vorjahren. Wie es zu erwarten war, ist die Erzeugung durch Erneuerbare Energien im Vergleich zum Vorjahr erneut angestiegen. Laut dem BDEW hatten diese einen Anteil von 45 % an der Bruttostromerzeugung 2020. Das ist ein Anstieg von 5 % gegenüber 2019. Erdgas hat mit 16 % etwa einen Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr zugelegt. Weiterhin rückläufig sind die Anteile der Kernenergie, der Braunkohle und der Steinkohle, die in 2020 Beiträge in Höhe von 11 % (2019: 12 %), 16 % (2019: 19 %) und 8 % (2019: 10 %) geleistet haben.

Gegenüber dem Vorjahr ist auch der Erdgasverbrauch rückläufig gewesen. Gemäß dem BDEW ergab sich ein um 3,4 % geringerer Verbrauch als in 2019. Bedingt durch die Corona-Pandemie ist der Verbrauch insbesondere im Industriesektor und bei Gewerbe-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen geringer ausgefallen. Beim Absatz an private Haushalte konnte hingegen im Vergleich zum Jahr 2019 ein Plus von 1,8 % verzeichnet werden. Das ist einerseits darin begründet, dass die Menschen sich pandemiebedingt mehr zuhause aufgehalten haben. Andererseits ergibt sich die positive Entwicklung durch einen weiterhin hohen Zubau an mit Erdgas beheizten Wohnungen.

Der auf dem europäischen Markt bezüglich des Erdgases bestehende Preisdruck hat zu einem weiteren Rückgang des Spotpreises geführt. Nachdem sich der Preis im Jahr 2019 bereits um 9 EUR auf durchschnittlich 14 EUR/MWh reduziert hat, ergab sich am niederländischen Handelspunkt TTF (Title Transfer Facility) für 2020 nur noch ein Preis von 9 EUR/MWh. Aufgrund des milden Winters 2019/2020 waren die Speicherfüllstände anschließend entsprechend hoch. Im weiteren Jahresverlauf sorgte zudem der rückläufige Gaseinsatz von Industrie und Gewerbe für einen anhaltenden Preisdruck. Die rückläufige Steinkohlenachfrage sorgte auch in diesem Bereich für ein geringeres Spotpreisniveau. Die Verbilligung von Erdgas und Steinkohle konnte, wie auch im Vorjahr nicht durch die weiterhin steigenden Preise für CO 2 -Emissionsrechte ausgeglichen werden. Der Preisverfall wirkte sich zudem auf die Preise für Grundlaststrom aus. Während Grundlaststrom im Jahr 2019 in Deutschland für durchschnittlich 38 EUR/MWh gehandelt wurde, ergab sich in 2020 ein Preisniveau von 30 EUR/MWh.

Bei der Entwicklung der Preise für CO 2 -Emissionsrechte kam es im Jahr 2020 durch die Corona-Pandemie zu starken Schwankungen. Zwischenzeitlich fielen die Preise im März auf unter 16 EUR. Ausschlaggebend für den temporären Preisverfall war die rückläufige Industrieproduktion, aufgrund derer sich der CO 2 -Ausstoß deutlich verringerte und somit auch der Bedarf an Emissionsrechten. Im Jahresverlauf sind die Preise jedoch deutlich angestiegen und erreichten im Dezember mit 33 EUR einen neuen Höchststand. Im Jahresdurchschnitt kostete eine European Union Allowance (EUA), die die Emission einer Tonne CO 2 erlaubt, jedoch wie im Vorjahr 2019 etwa 25 EUR. Auswirkungen auf die Preisentwicklung haben nicht zuletzt die Regulierungsbemühungen der EU zur Erreichung der Klimaschutzziele. Trotz abnehmender CO 2 -Emissionen ist somit ein künftig weiterhin steigender Preis der Zertifikate zu erwarten.

Im Jahr 2020 ergab sich erneut eine rückläufige Nutzung fossiler Energieträger. Somit konnte die Energiewirtschaft im vergangenen Jahr nach Berechnungen des BDWI die CO 2 -Emissionen gegenüber 1990 um 53 % vermindern. Damit hat sie nicht nur das 40%-Minderungsziel für 2020, sondern auch bereits das 45%-Minderungsziel für 2022 übertroffen.

II. Geschäftsverlauf

Der Konzern der CALLAX-Unternehmensgruppe erzielte im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von 1.188.300 TEuro (Vj.: 1.123.263 TEuro). Für das Gesamtjahr bedeutet dies eine Zunahme von 5,8 %. Davon entfällt auf den Bereich Strom 730.922 TEuro (Vj.: 690.113 TEuro), was einem Anteil von 61,5 % entspricht. Im Bereich Gas stiegen die Umsätze auf 456.366 TEuro (Vj.: 431.856 TEuro). Im Bereich Telekommunikation, sind die Umsätze um 282 TEuro auf 1.012 TEuro gesunken, was einem Anteil von 0,1 % entspricht.

Die Prognose des Jahres 2020, einen Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres zu erreichen, wurde übertroffen. Grund hierfür ist im Wesentlichen die positive Entwicklung der Kundenverträge. Im Jahr 2020 wurde unter Berücksichtigung der Marktentwicklung entschieden, die Kundenakquise zu intensivieren. Dies hat im Berichtsjahr zur Folge, dass die Anzahl der Neukunden deutlich gesteigert werden konnte, im Bereich Gas um 23,2 % und im Bereich Strom um 15,1 %.

Zusätzlich hat sich die Kundenzufriedenheit als wichtiger Maßstab unserer Servicequalität für die mittel- und langfristige Zielerreichung bewährt. Diese ist weiterhin als sehr zufriedenstellend zu beurteilen, sodass der Großteil der Kunden unserer Unternehmensgruppe treu geblieben ist.

Die Anzahl der beendeten Lieferverträge konnte dabei unter anderem aufgrund von Kundenbindungsmaßnahmen und gestiegener Kundenzufriedenheitswerte erneut reduziert werden. Hat sich die Anzahl der beendeten Lieferverträge im Vorjahr um 6,9 % reduziert, sind im Berichtsjahr nochmals 9,5 % weniger Verträge als im Vorjahr gekündigt worden. Die absolute Anzahl der insgesamt belieferten Endkunden in den Bereichen Strom und Gas konnte gegenüber dem Vorjahr um knapp 4 % gesteigert werden.

Während die Verkaufspreise für Strom sowie für Gas an Endkunden im Berichtsjahr relativ stabil waren, ist es den operativen Gesellschaften durch Zieleinkäufe gelungen, die Materialaufwendungen zu reduzieren. Folglich konnte die Prognose des Betriebsergebnisses aus dem Vorjahr (mindestens 125.000 Teuro) mit 145.809 Teuro um 20.809 Teuro deutlich übertroffen werden.

Mit einem Konzernjahresüberschuss von 85.193 TEuro, der 26.980 TEuro höher als im Vorjahr ausfällt, kann der Geschäftsverlauf in 2020 als sehr zufriedenstellend bewertet werden.

III. Ertragslage

Umsätze der Geschäftsbereiche

Die CALLAX-Unternehmensgruppe erzielte im Geschäftsjahr 2020 Umsatzerlöse in Höhe von 1.188.300 TEuro (Vj.: 1.123.263 TEuro) und liegt damit leicht über dem Vorjahresniveau. Die Zunahme resultiert größtenteils aus der in Abschnitt B.II. beschriebenen Zunahme der Anzahl an belieferten Endverbrauchern. Dabei trugen die Gesellschaften Stromio GmbH 697.943 TEuro (Vj.: 662.040 TEuro) und gas.de Versorgungsgesellschaft mbH 452.699 TEuro (Vj.: 427.784 TEuro) maßgeblich zum Konzernumsatz bei. Die Umsatzerlöse wurden zu über 99 % in Deutschland realisiert. Ein Anteil in Höhe von 8.235 TEuro entfällt auf Österreich und in Höhe von 1 TEuro entfällt auf die Türkei.

Aufwendungen

Die Materialaufwendungen in Höhe von 950.396 TEuro (Vj.: 953.014 TEuro) setzen sich im Wesentlichen aus Einkauf, Netznutzungsentgelten und hoheitlichen Abgaben zusammen. Die Reduzierung resultiert aus den geringeren Einkaufspreisen. Die Nettoeinkaufskosten betragen 313.104 TEuro (Vj.: 375.251 TEuro), die Netznutzungsentgelte 432.841 TEuro (Vj.: 391.420 TEuro) und die hoheitlichen Abgaben 194.834 TEuro (Vj.: 185.059 TEuro).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen bestehen überwiegend aus Vertriebs- und Marketingkosten sowie aus den Aufwendungen für Dienstleistungen im Prozess- und Servicebereich. Im Geschäftsjahr 2020 beliefen sich die Gesamtaufwendungen auf 89.103 TEuro (Vj.: 71.335 TEuro), davon entfielen 32.673 TEuro (Vj.: 31.287 TEuro) auf Vertrieb und Marketing sowie 23.452 TEuro (Vj.: 21.171 TEuro) auf die Dienstleistungen im Prozess- und Servicebereich. Die Erhöhung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist im Wesentlichen auf den Anstieg der Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften (Erhöhung um 13.041 TEuro) zurückzuführen.

Betriebsergebnis

Das Geschäftsjahr 2020 endete mit einem Betriebsergebnis von 145.809 TEuro (Vj.: 96.420 TEuro). Die Erhöhung der Umsatzerlöse in Kombination mit einer Reduzierung der Materialaufwandsquote von 84,8 % auf 80,0 % führten zu der positiven Entwicklung des Betriebsergebnisses und übertreffen die Erwartungen deutlich.

IV. Vermögenslage

Die Bilanzsumme der CALLAX-Unternehmensgruppe hat sich im Geschäftsjahr um 148.928 TEuro auf 599.122 TEuro (Vj.: 450.194 TEuro) erhöht. Auf der Aktivseite ist der Anstieg im Wesentlichen auf die Erhöhung der Bankbestände (um 100.338 TEuro) und eine Zunahme des Anlagevermögens (um 29.894 TEuro) zurückzuführen. Auf der Passivseite sind die Rückstellungen aufgrund des gegenüber dem Vorjahr verbesserten Ergebnisses und der Drohverlustrückstellung gestiegen (um 52.943 TEuro). Der Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (um 34.849 TEuro) steht die Reduzierung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (um 17.925 TEuro) entgegen.

Die Eigenkapitalquote ist im Berichtsjahr von 46,3 % auf 48,5 % gestiegen.

V. Finanzlage

Die Analyse der Finanzlage zeigt eine Zunahme des Finanzmittelbestandes von 276.952 TEuro auf 377.297 TEuro (Anstieg um 100.345 TEuro). Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt 181.154 TEuro und liegt damit vor allem aufgrund der Veränderung der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der Erhöhung des Ertragsteueraufwands aufgrund der Betriebsprüfung über dem Niveau des Vorjahres. Gegensätzlich wirkt sich der hohe negative Cashflow aus Investitionstätigkeit in Höhe von 60.913 TEuro aus, welcher im Wesentlichen aus den Investitionen in die Sachanlagen sowie in sonstige Wertpapiere resultiert.

Die Finanzierung des Konzerns erfolgt sowohl mittels Innen- als auch über Außenfinanzierung in Form von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, erhaltenen Anzahlungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Verbindlichkeiten.

Das gesamte Investitionsvolumen in 2020 betrug 31.706 TEuro (Vj. 762 TEuro). Bei den Investitionen handelt es sich im Wesentlichen um Ausgaben für Anlagen im Bau (31.311 TEuro) Die Finanzierung der Investitionen erfolgte konzernintern.

Die dargestellte Entwicklung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage spiegelt die gute Position der CALLAX-Unternehmensgruppe im Geschäftsjahr wider.

VI. Ereignisse nach Ablauf des Berichtsjahres

Ende Februar 2022 sind russische Truppen in die Ukraine einmarschiert. Zahlreiche Nationen, u.a. auch Deutschland, haben Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt, die zu mehr oder minder offen kommunizierten Gegenreaktionen durch Russland als Lieferant von Rohstoffen wie Gas und Erdöl geführt haben. Angesichts der Unsicherheiten über den Fortgang der Rohstofflieferungen von Russland nach Europa sind die Notierungen im Gas- und Stromhandel bereits im Vorfeld der Invasion ab Jahresmitte 2021 stark angestiegen in einer Weise, die bis dato beispiellos gewesen ist. Die in 2021 eingetretene Gas und Strompreisexplosion stellen sich im Nachgang als "Vorboten" der geplanten Invasion Russlands in die Ukraine dar. Bedauerlicherweise mussten im Dezember 2021 in Folge der nie dagewesenen Preisentwicklung auf der Beschaffungsseite für Gas und Strom die bestehenden Kundenbeziehungen gekündigt werden, was zu einem vollständigen Erliegen der Geschäftstätigkeiten im Bereich des Endkundengeschäftes der Unternehmen Gas.de und Stromio führte. Die Grünwelt Wärmestrom GmbH sowie die Grünwelt Energie GmbH sind davon nicht betroffen.

C. Chancen- und Risikobericht

Strategie und Organisation des Risikomanagementsystems

Zur Erkennung von Chancen und Risiken bestehen unternehmenseigene Kontroll- und Überwachungsmechanismen, die grundsätzlich geeignet sind, Entwicklungen, die sich gefährdend auf das Unternehmen auswirken könnten, frühzeitig zu erkennen. Daneben stehen der Geschäftsleitung regelmäßig verdichtete Daten in Form von Kennzahlen und Reportings zur Verfügung, die der Einschätzung, Abwendung und Intervention von Risiken dienen. Unbeachtlich dessen konnten die bestehenden Risikokontrollsysteme nicht verhindern, dass sich die im Vorfeld der Ukraine Invasion bereits vom marktwirtschaftlichen Gegebenheiten abgekoppelten Preisentwicklungen vorhergesehen und adäquat berücksichtigt werden konnten.

I. Risikobericht

Marktbezogene Risiken

Soweit ursprünglich Netzstabilität und Versorgungssicherheit als "die" großen Herausforderungen im Energiebereich gesehen wurden, hat sich diese Sichtweise in 2021 nach Anbahnung der Ukraine-Krise sukzessive verändert. Die gesamte Energiepolitik und hier insbesondere die Energiebeschaffungspolitik als Kernelement und Rückgrat einer nationalen Volkswirtschaft steht auf dem Prüfstand, da langjährige vermeintliche Gewissheiten sich als trügerisch erwiesen haben und eine politisch geförderte Abhängigkeit von einem Energielieferanten sich als äußerst risikobehaftet und strategisch fehlerhaft erwiesen hat. Der Netzausbau für den Stromtransport der erneuerbaren Energien dürften zwar weiterhin einer Energiewende zuträglich und langfristig eine Voraussetzung für eine stabile Energieversorgung im Endkundenmarkt sein. Primär dürfte jedoch kurz- und mittelfristig die Beschaffung von Energieträgern in den Fokus gerückt sein.

Diese besonderen sich nunmehr ergebenden Risiken sind noch dadurch verstärkt, dass der Energiesektor durch freie Preisbildung gekennzeichnet ist. Dadurch bieten sich grundsätzlich Chancen und Risiken. Die in den Vorjahren sich ergebenden Chancen wurden - wie aus den positiven Ergebnissen ersichtlich - genutzt. Im vergangenen Jahr erreichten die Notierungen an den wichtigsten europäischen Stromterminmärkten allerdings den höchsten Stand aller Zeiten. Während die Ertragsperspektiven für die Energie erzeugenden Bereiche der Gruppe dadurch günstiger geworden sind, ist auf der Energiebeschaffungsseite ein gegenteiliger Effekt eingetreten, was im Endkundenbereich dazu führte, dass für die Beschaffung von Energie mehr gezahlt werden musste, als durch die Endkunden als Erlös generiert werden konnte. Die Beendigung der Kundenbeziehung im Zuge des Ukraine-Konflikts erfolgte deshalb, weil damit gerechnet werden musste, dass die Energiepreise auf längere Sicht hoch bleiben bzw. gegenüber dem Stand Dezember 2021 noch weiter steigen.

Soweit im Geschäftsjahr 2020 durch kurz-, mittel- und langfristige Beschaffungsstrategien möglichen Risiken entgegengewirkt werden konnten u.a. auch dadurch, dass neben Spotmarktgeschäften dementsprechend auch Terminwarengeschäfte abgeschlossen wurden, um das Preisrisiko zu reduzieren, ergeben sich für 2020 keine Besonderheiten bezogen auf das Geschäftsjahr. Bestehende Absatzpositionen und beschaffungsseitige Terminwarengeschäfte werden zum 31. Dezember 2020 unter Anwendung des IDW RS ÖFA 3 "Besonderheiten der Bilanzierung von Energiebeschaffungs- und Energieabsatzverträgen in handelsrechtlichen Abschlüssen von Energieversorgungsunternehmen" abweichend vom Einzelbewertungsgrundsatz zu einem Portfolio zusammengefasst. Hierbei werden sämtliche schwebende Beschaffungsgeschäfte den Absatzgeschäften zugeordnet. Im Rahmen des Risikomanagements erfolgt die Steuerung des Portfolios anhand des Ziel-Deckungsgrades der abzusichernden Absatzgeschäfte an Endkunden durch beschaffungsseitige Terminwarengeschäfte. Die Höhe des Deckungsgrades wird an kurz- und langfristige Marktentwicklungen angepasst und laufend mit der Geschäftsleitung abgestimmt.

Die in 2020 bis 2022 gesicherte Einkaufsmenge betrugen für das Portfolio Gas 4.343 GWh und für das Portfolio Strom 1.011 GWh. Die sich hieraus ergebenden, nicht in der Bilanz enthaltenen Zahlungsverpflichtungen aus am Abschlussstichtag schwebenden Energiebeschaffungsgeschäften belaufen sich auf 58.630 TEuro im Bereich Gas und 46.735 TEuro im Bereich Strom. Wegen der massiven Preisausschläge, die ab Mitte 2021 im Energiehandel zu attestieren waren und deren Entwicklung sich - nunmehr durch die geplante Invasion Russlands in der Ukraine erklärbar - nicht mehr tatsächlich marktwirtschaftlichen Gegebenheiten anpasste, haben sich die Beschaffungsmengen als nicht ausreichend im Nachgang dargestellt.

Soweit im begrenzten Umfang noch Endkundengeschäft über die Grünwelt Wärmestrom GmbH betrieben wird, sind Preisrisiken auf der Beschaffungsseite dadurch begrenzt, dass Strom überwiegend auf den Zeitpunkt des Stromverkaufs preislich abgesichert ist. Für das Portfolio im Bereich erneuerbare Energien wird zurzeit von einer Terminabsicherung im Hinblick auf die Entwicklung des Strommarktes abgesehen.

Erwähnenswert ist weiterhin, dass für die Erzeugung von Strom keine CO 2 -Emissionsrechte benötigt werden, da ausschließlich erneuerbare Energien erzeugt werden. Eine Absicherung zeitgleich zum Stromverkauf im Hinblick auf CO 2 -Emissionsreche ist daher nicht notwendig.

Der verbleibende Bereich des Endkundengeschäfts im Bereich der Commodity-Position wird dadurch im Hinblick auf mögliche Risiken begrenzt, dass Finanzinstrumente eingesetzt werden. Das Risikomanagementsystem im Energiehandel ist im Hinblick auf Erfahrungen Ende 2021/ Anfang 2022 nochmals überprüft und angepasst worden. Richtlinien geben vor, wie mit Commodity-Preisrisiken und damit zusammenhängenden Finanzierungsrisiken umzugehen ist. Eine fortwährende Überwachung der Commodity-Position ist gesichert.

Veränderungen der politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen haben erhebliche Auswirkungen auf das bestehende Geschäftsmodell. Risiken ergeben sich insofern aus dem Ukraine-Krieg. Es kann in diesem Zusammenhang seitens der Politik zu regulatorischen Eingriffen zur Sicherung der Energieversorgung und zur Stabilisierung der Verbraucherpreise kommen. Ob dies der Fall ist und welche Auswirkungen sich für die Unternehmensgruppe ergeben, kann noch nicht abgesehen werden.

Debitorenausfallrisiko

Das Ausfallrisiko im Bereich der Forderungen wird als gering eingeschätzt. Daher ist anzunehmen, dass die vorgenommenen Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen das tatsächliche Risiko abdecken.

Rechtliche Risiken

Die Tochterunternehmen Stromio GmbH sowie gas.de Versorgungsgesellschaft mbH sind im Zuge der Einstellung der Kundenbeziehungen an verschiedenen Verfahren beteiligt. Es handelt sich hier um außergerichtliche Verhandlungen, Verfahren bei der Schlichtungsstelle Energie e.V. sowie auch zwischenzeitlich anhängige Mahnverfahren und Klagen vor deutschen Gerichten.

Alle Verfahren beziehen sich auf die Beendigung der Kundenbeziehungen. Die betroffenen Unternehmen Gas.de und Stromio verfolgen aktiv eine außergerichtliche Einigung von möglichen Kundenansprüchen im Kulanzwege. Für möglich Verluste aus schwebenden Verfahren, außergerichtlichen Vergleichsverhandlungen und auch Sammelklagen sind - soweit erforderlich - im auf das Berichtsjahr 2020 folgenden Geschäftsjahr 2021 Rückstellungen zu bilden. Rückstellungsbedarf für 2020 ergibt sich nicht.

Unbeachtlich dessen wird auf Folgendes hingewiesen:

Die Vielzahl möglicher Kundenanfragen wird durch das Unternehmen zufriedenstellend beantwortet. Mindestens im Kulanzwege werden Forderungen ausgeglichen und zur Kundenzufriedenheit geregelt. Weiterhin kann eine Großzahl von Fällen die "Schlichtungsstelle Energie" zur Zufriedenheit der Endkunden geregelt werden. Die UTILITY-Gruppe hält dabei die erforderlichen Kapazitäten an Personal vor, um Kundenanfragen sachgerecht und zeitnah beantworten zu können.

Seitens einer Verbraucherzentrale Hessen e.V. ist eine Musterfeststellungsklage gegen Stromio vor Gericht anhängig gemacht worden. Es müssen sich mindestens 50 Verbraucher eintragen lassen, damit die Klage zulässig ist.

Zudem sind seitens gewerblicher Anbieter (sogenannter Consumer Factoring Anbieter) Werbeanzeigen platziert worden, die die Geltendmachung von Ansprüchen für die Kunden zum Gegenstand haben. Teilweise werden auch vermeintliche Kundenforderungen durch dementsprechende Anbieter mit einem Abschlag von 70 % aufgekauft. Ob und in welcher Höhe Ansprüche dieser Anbieter zum Tragen kommen, ist noch offen.

Soweit Endkunden Erstattungen gewährt werden, erfolgt dies ausdrücklich im Kulanzwege. Die Gas.de sowie Stromio sind weiterhin der Auffassung, dass eine außerordentliche Kündigung der Verträge vor dem Hintergrund der massiven geopolitischen Verwerfungen, die zu dem Kriegsausbruch in der Ukraine geführt haben, zulässig war. Sich anbahnende staatliche Hilfen und Stützungsmaßnahmen im mehrstelligen Milliarden Euro-Bereich für dritte, privatwirtschaftliche geführte Unternehmen im Energiesektor zeigen, wie außergewöhnlich die Situation weiterhin ist und ein Fall des "Force Majeur" nicht auszuschließen ist, den betroffenen Unternehmen damit ein Festhalten an dem Vertrag mit den Endkunden nicht zugemutet werden kann.

Aufgrund des noch nicht abgeschlossenen Stadiums von Verhandlungen sowie der Komplexität der Geltendmachung einzelner Ansprüche der jeweiligen Kunden, unterliegen Rückstellungen sowie mögliche Eventualverbindlichkeiten und weitere latente Rechtsrisiken zum Teil erheblichen Einschätzungsrisiken. Die Rechtsrisiken können zu erheblichen finanziellen Belastungen führen. Eine weitere Bewertung ist im Hinblick darauf, dass Rückstellungen für das Kalenderjahr 2020 noch nicht zu bilden sind, dem folgenden Geschäftsjahr vorbehalten.

II. Prognose- und Chancenbericht

Gesamtwirtschaftliche Situation

Prognosen zur konjunkturellen Entwicklung in den Kernmärkten sind seit der sich anbahnenden Eskalation des Ukraine-Konflikts mit erheblichen Unsicherheiten verbunden. Die bei der Aufstellung des Lageberichts vorliegenden Schätzungen sind gegenüber den davorliegenden Schätzungen volkswirtschaftlicher Eckdaten erheblich niedriger. Konnte man ursprünglich davon ausgehen, dass sich die globale Wirtschaftsleistung in Europa erhöht, flacht die konjunkturelle Dynamik nunmehr erheblich ab. Für das Jahr 2021 hat der Sachverständigenrat ursprünglich ein deutsches Wirtschaftswachstum von 3,1 % sowie für das Jahr 2022 zunächst einen Anstieg von 4,0 % prognostiziert. Die Verbraucherpreisinflation sollte danach aufgrund höherer Energiepreise sowie des Auslaufens der Umsatzsteuersenkung nur vorübergehend anziehen. Für die Jahre 2021 und 2022 rechnete der Sachverständigenrat mit jahresdurchschnittlichen Inflationsraten in Deutschland von 2,1 % bzw. 1,9 %. Dies ist nunmehr als überholt zu betrachten, soweit die Inflation mit > 7 % aufgrund aktueller Berechnungen sicher anzunehmen ist.

Diese gesamtwirtschaftliche Situation und deren Einschätzung hat sich im Zuge der sich bereits im Kalenderjahr 2021 auftretenden geopolitischen Konflikte in Europa völlig verändert. Der im Februar 2022 durch Russland begonnene Krieg gegen die Ukraine hatte bereits im 2. Halbjahr 2021 dergestalt seine Schatten vorausgeworfen, als dass die Beschaffungsmärkte in nicht vorhersehbare Turbulenzen gerieten und insbesondere importierte Energieträger wie Gas und Öl im Hinblick auf die Abhängigkeiten von Russland ein nie dagewesenes Preisniveau erreichten. Dies hatte auch unmittelbare immense Auswirkungen auf den Strommarkt, obwohl hier nur mittelbare Abhängigkeiten zu Russland bestehen.

Branchensituation

Die Corona-Pandemie hat sich negativ auf die Energienachfrage in 2019 und 2020 ausgewirkt. Jedoch hat sich die gesamte nachgefragte Menge im Jahr 2021 auf das Niveau vor der Pandemie eingependelt. In Bezug auf die Witterungsverhältnisse war das gesamte Jahr 2020 nach dem Jahr 2018 mit durchschnittlich 10,4 Grad in Deutschland das zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnung. Im Jahr 2021 war jedoch der Winter mit 1,8 Grad (2020: 4,2 Grad) sowie der Frühling mit 7,2 Grad (2020: 9,2 Grad) deutlich kühler, was zu einer erhöhten Nachfrage privater Haushalte in diesem Zeitraum geführt hat.

Die Stromgroßhandelspreise haben im vergangenen Jahr weiter stark angezogen. Zusätzlichen Auftrieb erhalten sie zurzeit durch die seitens Russlands bewussten Verknappung von Rohstoffen, die sich nicht nur auf den Gas- und Rohölpreis, sondern auch auf die Strompreise auswirkt. Wie sie sich im weiteren Jahresverlauf entwickeln werden, ist in deutlicher Abhängigkeit zum Ukraine Krieg zu sehen.

In 2021 konnte nicht an die guten Geschäftsergebnisse 2020 angeknüpft werden. Der Umsatz wird nach Einstellung des Endkundengeschäfts mit EUR 1.275 Mio. sowie einem negativen EBITDA von EUR 71 Mio. liegen. Das Ergebnis wird damit von erheblichen Verlusten aus den sich ab Mitte des Jahres 2021 steigenden Beschaffungskosten für Gas und Strom sowie der Beendigung der Kundenbeziehung bei Stromio und gas.de zum Jahresende geprägt.

Marktbezogene Chancen

Das Geschäftsmodell eines unabhängigen Strom- und Gasanbieters mit bundesweitem Vertriebsgebiet bietet grundsätzlich gute Möglichkeiten einer Positionierung am Markt, da viele Wettbewerber regional begrenzt sind oder Abhängigkeiten zu den vier großen Stromkonzernen bestehen. Weitere Chancen wurden im Bereich der Energieversorgung sowohl in der Zunahme des Absatzes von Ökostrom und klimaneutralem Gasprodukten gesehen. Aufgrund der Marktkonsolidierung sowie Investitionen in die zusätzlichen Vertriebswege versprachen wir uns auf lange Sicht weitere Wachstumsmöglichkeiten sowohl im Strom- als auch im Gas-Bereich. Diese konnten leider im Commodity-Bereich nach Einstellung des Endkundengeschäfts im Bereich der Stromio und Gas.de nicht weiter verwirklicht werden.

Umgekehrt bietet die Entwicklung von Windparks zur Erzeugung erneuerbarer Energien Möglichkeiten, von den aktuellen Entwicklungen im Energiebereich zu profitieren. Ob und inwieweit es der Unternehmensgruppe gelingt, sich nach dem Wegfall einer Vielzahl von Kundenbeziehungen mit einem kleinen Kundenstamm in dem sich massiv geänderten Commodity Marktumfeld neu zu behaupten, bleibt abzuwarten.

Risiken und Chancen: Gesamtbeurteilung durch die Geschäftsführung

Wie die Ausführungen in diesem Kapitel zeigen, haben sich bestimmte Risiken auf der Beschaffungsebene bedauerlicherweise nach Ende des Berichtsjahres realisiert. Durch den Krieg in der Ukraine sind in dessen Vorfeld Entwicklungen erhebliche negative Auswirkungen eingetreten, die für alle Markt-Teilnehmer überraschend und nicht vorhersehbar waren. Erhebliche finanzielle Belastungen ergeben sich damit aus der Beendigung der Endkundenbeziehungen und möglichen Ansprüchen der Kunden daraus. Wir stufen diese Risiken als "hoch" ein.

Durch die aktuelle Hausse an den Commodity-Märkten bieten sich auch Chancen. Sollten die Strom-Großhandelspreise weiterhin hoch bleiben, werden die unternehmensseitig betriebenen Erneuerbare-Energien-Anlagen, soweit diese keine fixe Vergütung erhalten, Mehrerlöse in Zukunft erzielen können. Allerdings ist dieser Unternehmensbereich (Alternative Energieerzeugung) im Verhältnis zum Commodity-Endkundengeschäfts noch relativ unbedeutend, sodass die negativen Effekte aus der Beendigung der Kundenbeziehung in diesem Bereich noch in keiner Weise ausgeglichen werden können.

Maßnahmen zur nachhaltigen Sicherung der Finanz- und Ertragskraft sowie ein an die neuen Herausforderungen angepassten umfassendes Risikomanagementsystem versetzten die Gruppe in der Lage, aktuell erkennbaren Risiken zu beherrschen. Zugleich werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dies in Zukunft gewährleisten zu können. Im Rahmen einer Gesamtbetrachtung ist auch in Anbetracht der rechtlichen Risiken aus der Beendigung der Kundenbeziehung derzeit nicht zu befürchten, dass der Fortbestand der Gruppe gefährdet ist.

 

Monheim am Rhein, 24. November 2022

gez. Ömer Varol

Konzernbilanz

Aktiva

31.12.2020 31.12.2019
EUR EUR
A. Anlagevermögen 52.306.909,97 27.615.547,00
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 7.972.834,68 13.175.459,48
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutz- und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.972.834,68 13.175.459,48
II. Sachanlagen 44.334.075,29 14.440.087,52
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.815.931,00 1.840.364,00
2. technische Anlagen und Maschinen 9.474.310,00 10.278.010,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 855.544,88 626.115,90
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 32.188.289,41 1.695.597,62
III. Finanzanlagen 0,00 0,00
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00
2. Beteiligungen 0,00 0,00
B. Umlaufvermögen 546.353.058,73 422.080.738,88
I. Vorräte 1.514.374,39 3.554.958,80
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 767.134,87 1.170.876,92
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 747.239,52 747.239,52
3. fertige Erzeugnisse und Waren 0,00 100.000,00
4. geleistete Anzahlungen 0,00 1.536.842,36
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 113.613.736,64 118.717.588,32
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 22.342.145,05 32.201.937,22
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 50.343.590,77 46.382.962,49
3. sonstige Vermögensgegenstände 40.928.000,82 40.132.688,61
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 25.514.127,45 25.531.416,41
III. Wertpapiere 53.928.057,42 22.849.073,47
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 80.774,13
2. sonstige Wertpapiere 53.928.057,42 22.768.299,34
IV. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 377.296.890,28 276.959.118,29
C. Rechnungsabgrenzungsposten 462.080,19 497.611,03
Bilanzsumme, Summe Aktiva 599.122.048,89 450.193.896,91

Passiva

31.12.2020 31.12.2019
EUR EUR
A. Eigenkapital 290.811.306,03 208.546.259,31
I. gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 10.149.029,16 10.149.029,16
III. Gewinnvortrag 199.884.229,49 140.401.175,17
IV. Jahresüberschuss 85.193.192,86 58.212.746,40
V. Währungsumrechnungsdifferenzen -4.440.145,48 -241.691,42
B. Rückstellungen 102.994.101,59 50.050.532,33
1. Steuerrückstellungen 45.867.846,55 12.080.642,00
2. sonstige Rückstellungen 57.126.255,04 37.969.890,33
C. Verbindlichkeiten 204.823.349,88 189.687.598,82
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 39.933,37 17.964.703,35
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 39.933,37 17.964.703,35
2. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 19.994.100,03 19.664.471,71
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 19.994.100,03 19.664.471,71
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 168.197.781,17 133.348.538,94
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 168.197.781,17 133.348.538,94
4. sonstige Verbindlichkeiten 16.591.535,31 18.709.884,82
davon aus Steuern 6.963.442,81 10.307.129,16
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 16.591.535,31 18.709.884,82
D. Passive latente Steuern 493.291,39 1.909.506,45
Bilanzsumme, Summe Passiva 599.122.048,89 450.193.896,91

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2020 - 31.12.2020 1.1.2019 - 31.12.2019
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 1.188.300.447,81 1.123.262.955,57
2. sonstige betriebliche Erträge 5.837.541,12 4.399.725,42
davon Erträge aus Währungsumrechnung 3.922,85 1.575.980,51
3. Materialaufwand 950.396.384,20 953.014.021,01
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 515.580.638,85 560.557.060,22
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 434.815.745,35 392.456.960,79
4. Personalaufwand 4.991.071,59 5.075.474,19
a) Löhne und Gehälter 4.649.565,31 4.702.002,89
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 341.506,28 373.471,30
davon für Altersversorgung 17.712,61 17.627,88
5. Abschreibungen 3.838.107,27 1.818.086,23
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 3.433.655,61 1.804.347,78
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens,soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten 404.451,66 13.738,45
6. sonstige betriebliche Aufwendungen 89.102.566,57 71.335.175,31
davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung 387.174,47 760.967,05
7. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 0,00 14.370,00
davon aus verbundenen Unternehmen 0,00 14.370,00
8. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.154.853,72 1.766.107,34
9. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 92.420,30 11.058.767,80
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.979.010,23 364.027,05
davon aus Abzinsung 559,90 448,73
11. Steuern vom Einkommen und Ertrag 60.662.654,84 28.549.032,54
12. Ergebnis nach Steuern 85.230.627,65 58.228.574,20
13. sonstige Steuern 37.434,79 15.827,80
14. Jahresüberschuss 85.193.192,86 58.212.746,40

Konzernkapitalflussrechnung

2020 2019 Veränderung
TEuro TEuro TEuro
Konzernjahresüberschuss 85.193 58.213 26.980
+ Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 3.434 1.804 1.630
+/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge -381 20.965 -21.346
+/- Zunahme/Abnahme der sonstigen Rückstellungen 19.156 4.250 14.906
-/+ Zunahme/Abnahme der Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4.267 -30.811 35.078
-/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 3.379 10.702 -7.323
-/+ Zunahme/Abnahme der latenten Steuern -1.415 0 -1.415
+/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 36.477 -2.197 38.674
-/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 0 -33 33
+/- Zinsaufwendungen/Zinserträge -301 -1.402 1.101
+/- Ertragsteueraufwand/-ertrag 60.663 28.549 32.114
-/+ Ertragsteuerzahlungen/-erstattungen -29.443 -13.956 -15.487
= Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 181.029 76.083 104.946
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -25 -3 -22
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 9 8 1
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -31.681 -759 -30.922
+/- Veränderungen aufgrund von Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzmitteldisposition -31.079 -2.383 -28.696
+ Erhaltene Zinsen 1.863 1.766 97
= Cashflow aus der Investitionstätigkeit -60.913 -1.371 -59.542
-/+ Tilgung/Aufnahme von Darlehen -17.917 6.957 -24.874
- Gezahlte Zinsen -1.854 -364 -1.490
= Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -19.771 6.593 -26.364
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 100.345 81.305 19.039
+/- Wechselkurs- und bewertungsbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 0 -242 242
+/- Konsolidierungskreisbedingte Änderung des Finanzmittelfonds 0 -102 102
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 276.952 195.991 80.961
= Finanzmittelfonds am Ende der Periode 377.297 276.952 100.345

Konzerneigenkapitalspiegel

Entwicklung des Konzerneigenkapitals in TEuro Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung
Stand am 31.12.2018 25 10.149 3
Einstellung in Gewinn-/Verlustvortrag
Währungsumrechnung 2019 -245
Sonstige Veränderungen
Konzernjahresüberschuss 2019
Stand am 31.12.2019 25 10.149 -242
Einstellung in Gewinn-/Verlustvortrag
Währungsumrechnung 2020 -4.198
Sonstige Veränderungen
Konzernjahresüberschuss 2020
Stand am 31.12.2020 25 10.149 -4.440
Entwicklung des Konzerneigenkapitals in TEuro Gewinnvortrag/ Verlustvortrag Konzernjahresüberschuss Konzerneigenkapital
Stand am 31.12.2018 108.264 32.786 151.226
Einstellung in Gewinn-/Verlustvortrag 32.786 -32.786 0
Währungsumrechnung 2019 -245
Sonstige Veränderungen -649 -649
Konzernjahresüberschuss 2019 58.213 58.213
Stand am 31.12.2019 140.401 58.213 208.546
Einstellung in Gewinn-/Verlustvortrag 58.213 -58.213 0
Währungsumrechnung 2020 -4.198
Sonstige Veränderungen 1.270 1.270
Konzernjahresüberschuss 2020 85.193 85.193
Stand am 31.12.2020 199.884 85.193 290.811

Konzernanhang

I. Allgemeine Angaben

Der Konzernabschluss 2020 wurde nach den geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches (§§ 290 ff. HGB) aufgestellt. Die Gliederung des Konzernabschlusses entspricht den Vorschriften der §§ 266, 275 HGB. Bei der Erstellung der Erfolgsrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren angewandt. Der Konzernabschluss wurde in TEuro aufgestellt.

Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht:

Firmenname laut Registergericht: CALLAX Holding GmbH
Firmensitz laut Registergericht: Monheim am Rhein (vormals Düsseldorf)
Registereintragung: Handelsregister
Registergericht: Amtsgericht Düsseldorf
Register-Nr.: HRB 41390

II. Angaben zum Konsolidierungskreis

In den Konsolidierungskreis sind neben der Callax Holding GmbH die im Folgenden aufgeführten inländischen und ausländischen verbundenen Unternehmen einbezogen, an denen die Callax Holding unmittelbar beteiligt ist.

Zum Konsolidierungskreis gehören (Vollkonsolidierung): Anteil am Kapital
1. CALLAX Holding GmbH, Monheim am Rhein, Deutschland, MU
2. Callax Telecom Services GmbH, Kaarst, Deutschland, 100 %
3. Universal Utility International GmbH & Co. KG, Monheim am Rhein, Deutschland, 100 %
4. Universal Utility International Verwaltungs GmbH, Monheim am Rhein, Deutschland, 100 %
5. Stromio GmbH, Kaarst, Deutschland, 100 %
6. gas.de Versorgungsgesellschaft mbH, Kaarst, Deutschland, 100 %
7. Amperax Energie GmbH, Düsseldorf, Deutschland, 100 %
8. Universal Utility International Services GmbH i.L., Kaarst, Deutschland, 100 %
9. Grünwelt Wärmestrom GmbH, Kaarst, Deutschland, 100 %
10. Grünwelt Energie GmbH, Wien, Österreich, 100 %
11. Windkraftanlage Krackow GmbH & Co. KG, Itzehoe, Deutschland, 100 %
12. Windkraftanlage Krackow Verwaltungs GmbH, Itzehoe, Deutschland, 100 %
13. Grünwelt-Stiftung gGmbH, Kaarst, Deutschland, 100 %
14. Bay Temiz Enerji Elektrik Üretim Sanayi Ve Ticaret A.S., Cankaya, Türkei, 100 %

Die CALLAX Holding GmbH ist Mutterunternehmen ("MU") der Gesellschaften Nr. 2 - 3 sowie 13 - 14. Die Universal Utility International GmbH & Co. KG, Kaarst, ist Mutterunternehmen der Gesellschaften Nr. 4 - 10. Die Amperax Energie GmbH ist die Muttergesellschaft der Gesellschaften Nr. 11 - 12.

Bei den Gesellschaften Nr. 1 - 7 und Nr. 9 - 14 ist der Bilanzstichtag der 31. Dezember 2020.

Die Universal Utility International Services GmbH i.L. befindet sich in Liquidation und der Jahresabschluss wurde auf den 5. Dezember 2020 aufgestellt. Vorgänge von besonderer Bedeutung im Zeitraum vom 6. Dezember 2020 und dem 31. Dezember 2020 liegen nicht vor.

Die Callax Enerji Yatirim Hizmetleri A.S., Izmir, Türkei, wird gem. § 296 Abs. 2 HGB aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht in den Konzernabschluss einbezogen. Im November 2020 wurde die Beteiligung als Share-Deal veräußert.

Gesellschafter der CALLAX Holding GmbH ist zu 100 % die Callax International B.V., Roermond, Niederlande.

III. Angaben zu den Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung wird für die Konzerngesellschaften, die bereits vor dem 01.01.2010 zum Konsolidierungskreis gehört haben, nach der Buchwertmethode durchgeführt.

Bei der Buchwertmethode (§ 301 Abs. 1 Nr. 1 und Abs. 2 HGB a.F.) erfolgt die Verrechnung der Beteiligungsbuchwerte der Muttergesellschaft mit dem anteiligen Eigenkapital der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt ihrer erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss.

Für die Konsolidierung von Konzerngesellschaften, die nach dem 31.12.2009 in den Konsolidierungskreis aufgenommen werden, erfolgt die Kapitalkonsolidierung als Vollkonsolidierung nach der Neubewertungsmethode (§ 301 Abs. 1 HGB). Dabei erfolgt die Verrechnung der Beteiligungsansätze gemäß § 301 Abs. 2 HGB mit dem Eigenkapital auf der Grundlage der Wertansätze zu dem Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist.

Gemäß § 303 HGB (Schuldenkonsolidierung) werden Forderungen und Verbindlichkeiten der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen mit den entsprechenden Gegenpositionen verrechnet.

Im Zuge der Aufwands- und Ertragskonsolidierung werden konzerninterne Leistungen sowie sonstige Erträge und Aufwendungen zwischen den Konzernunternehmen mit den entsprechenden Gegenpositionen verrechnet.

Zwischengewinne gem. § 304 HGB werden im Geschäftsjahr keine erzielt und sind daher nicht zu eliminieren.

Latente Steuern werden in Anwendungen der § 274 HGB und § 306 HGB ermittelt.

IV. Währungsumrechnung

Im Konzernabschluss erfolgt die Währungsumrechnung der Bilanzposten der ausländischen Tochterunternehmen von der jeweiligen Landeswährung in Euro nach der modifizierten Stichtagsmethode gemäß § 308a HGB. Dabei werden alle Bilanzposten der einbezogenen ausländischen Tochterunternehmen, mit Ausnahme des Eigenkapitals, das zu historischen Kursen umgerechnet wird, mit dem jeweiligen Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtags in Euro umgerechnet. Die aus der Veränderung der Devisenkurse zu den Vorjahren entstehenden Differenzen aus der Umrechnung von Bilanzposten werden erfolgsneutral in den Eigenkapitalposten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" eingestellt.

Die Aufwands- und Ertragsposten werden mit Jahresdurchschnittskursen umgerechnet.

Die sich bei der Umrechnung zu Jahresdurchschnittskursen und Kursen zum Bilanzstichtag ergebende Differenz wird mit dem Eigenkapitalposten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" verrechnet.

V. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bewertung im Konzern erfolgt einheitlich nach den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen der Muttergesellschaft. Soweit Anpassungen gegenüber den geprüften bzw. erstellten Einzelabschlüssen erforderlich sind, sind diese in der Konsolidierungsbuchführung vorgenommen worden. Fremdwährungswerte wurden unter Beachtung der handelsrechtlichen Grundsätze zum Devisenkassamittelkurs bewertet.

Die Bewertung erfolgte nach den Vorschriften der §§ 252 bis 256a und §§ 308 bis 309 HGB. Die auf den vorhergehenden Konzernabschluss angewendeten Ansatz- und Bewertungsmethoden wurden stetig angewendet.

Die immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sowie das Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige nutzungsbedingte Abschreibungen, bewertet. Abschreibungen werden grundsätzlich nach der linearen Methode vorgenommen. Die immateriellen Vermögensgegenstände bestehen im Wesentlichen aus einer Lizenz zum Aufbau und der Betriebsführung von Energieerzeugungsanlagen im Bereich der Erneuerbaren Energien. Diese wird zeitanteilig über ihre Nutzungsdauer bis Oktober 2060 abgeschrieben. Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens bis zu einem Wert von Euro 250,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis Euro 800,00 werden im Zugangsjahr in voller Höhe abgeschrieben.

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, die in Arbeit befindlichen Aufträge sowie die fertigen Erzeugnisse und Waren werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips gem. § 253 Abs. 4 HGB bewertet. Geleistete Anzahlungen werden mit ihren Nennwerten bilanziert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit den Nennwerten bilanziert. Gegebenenfalls erforderliche Pauschalwert- und Einzelwertberichtigungen wurden gebildet.

Die Bewertung der sonstigen Wertpapiere erfolgt zu den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren Börsen- oder Marktpreis am Abschlussstichtag.

Die flüssigen Mittel werden zu den Nennbeträgen angesetzt.

Innerhalb des aktiven Rechnungsabgrenzungspostens werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit diese Aufwendungen für einen bestimmten Zeitraum danach darstellen.

Die Steuerrückstellungen beinhalten Verpflichtungen aus laufenden Ertragsteuern.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und Verpflichtungen und werden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt.

Bestehende Absatz- und Beschaffungspositionen bilanziert die Gesellschaft abweichend vom Einzelbewertungsgrundsatz unter Anwendung des IDW RS ÖFA 3 "Besonderheiten der Bilanzierung von Energiebeschaffungs- und Energieabsatzverträgen in handelsrechtlichen Abschlüssen von Energieversorgungsunternehmen".

Die übrigen Verbindlichkeiten werden mit ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Der Ansatz latenter Steuern aus den Bewertungsunterschieden der Neubewertung zum Erstkonsolidierungszeitpunkt war geboten. Die Saldierung nach § 274 Abs. 1 HGB wird ausgeübt.

VI. Erläuterungen zur Bilanz

Die Aufgliederung und Entwicklung des Anlagevermögens ist im nachfolgenden Konzernanlagenspiegel dargestellt:

Anschaffungskosten (in TEuro)
01.01.2020 Währungsumrechnung Zugang/ Umbuchungen Abgang 31.12.2020
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 16.402 -3.522 25 0 12.905
0
16.402 -3.522 25 0 12.905
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.963 0 0 0 1.963
2. Technische Anlagen und Maschinen 12.472 0 8 0 12.480
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.258 0 436 0 1.694
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.265 -136 31.238 9 33.358
17.958 -136 31.682 9 49.495
III. Finanzanlagen
I. Wertpapiere des Anlagevermögens 28.096 0 0 0 28.096
28.096 0 0 0 28.096
Anlagevermögen Gesamt 62.456 -3.658 31.707 9 90.496
Abschreibungen (in TEuro)
01.01.2020 Währungsumrechnung Zugang Abgang 31.12.2020
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.227 -85 1.791 0 4.933
3.227 -85 1.791 0 4.933
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 122 0 24 0 146
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.194 0 812 0 3.006
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 632 0 207 0 839
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 570 0 599 0 1.169
3.518 0 1.642 0 5.160
III. Finanzanlagen
I. Wertpapiere des Anlagevermögens 28.096 0 0 0 28.096
28.096 0 0 0 28.096
Anlagevermögen Gesamt 34.840 -85 3.433 0 38.189
Restbuchwert (in TEuro)
31.12.2020 31.12.2019
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.972 13.175
7.972 13.175
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.817 1.841
2. Technische Anlagen und Maschinen 9.474 10.278
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 855 626
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 32.189 1.695
44.335 14.440
III. Finanzanlagen
I. Wertpapiere des Anlagevermögens 0 0
0 0
Anlagevermögen Gesamt 52.307 27.615

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind 50.260 TEuro (Vj. 34.664 TEuro) gegenüber der Gesellschafterin Callax International B.V., Niederlande, enthalten.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten verzinsliche Darlehensforderungen (1,5 % p. a.) gegenüber einem Organ der Gesellschaft in Höhe von 23.691 TEuro sowie Forderungen aus der Verzinsung in Höhe von 1.442 TEuro gegenüber einem Organ der Gesellschaft. Sie haben eine endfällige Laufzeit bis zum 31.12.2022. Vorzeitige Tilgungen sind möglich, im Berichtsjahr jedoch nicht getätigt worden.

Restlaufzeiten von mehr als einem Jahr bestehen bei den sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von 25.514 TEuro (Vj. 25.531 TEuro).

Die bestehenden Bankguthaben dienen im branchenüblichen Umfang zum Teil als Sicherheit für eventuelle Rücklastschriften der Endkunden sowie als Sicherheit des von der Bank zur Verfügung gestellten Avalkredits zur Absicherung der Lieferanten.

Die Aufgliederung und Entwicklung des Konzerneigenkapitals ergibt sich aus dem Konzerneigenkapitalspiegel (Anlage V).

In den sonstigen Rückstellungen sind im Wesentlichen Rückstellungen für Kunden-Boni in Höhe von 39.356 TEuro enthalten.

Entsprechend dem Imparitätsprinzip werden Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Absatzgeschäften in Höhe des Verpflichtungsüberschusses (13.773 TEuro) gebildet.

Art und Umfang der Verbindlichkeiten ergeben sich aus dem nachfolgenden Verbindlichkeitenspiegel:

Insgesamt Restlaufzeit
bis 1 Jahr über 5 Jahre
TEuro TEuro TEuro
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 40 40 0
(Vj. 17.965) (Vj. 17.965) (Vj. 0)
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 19.994 19.994 0
(Vj. 19.664) (Vj. 19.664) (Vj. 0)
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 168.198 168.198 0
(Vj. 133.349) (Vj. 133.349) (Vj. 0)
4. Sonstige Verbindlichkeiten 16.592 16.592 0
(Vj. 18.710) (Vj. 18.710) (Vj. 0)
204.824 204.824 0

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 30 TEuro sind durch im Umlaufvermögen ausgewiesene Wertpapiere besichert.

Die passiven latenten Steuern ergeben sich aus der Saldierung erwarteter Steuerentlastungen und erwarteter Steuerbelastungen.

Die Bewertungsdifferenzen beruhen im Wesentlichen auf Differenzen bei den Wertansätzen der Sachanlagen und der sonstigen Rückstellungen in der Handelsbilanz gegenüber der Steuerbilanz bei der Tochtergesellschaft Bay Temiz Enerji Elektrik Üretim Sanayi Ve Ticaret A.S., Türkei. Ebenfalls wurden auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 767 TEuro aktive latente Steuern gebildet. Der Berechnung liegt der Steuersatz in der Türkei von 22,0 % zugrunde.

31.12.2019 Veränderungen 31.12.2020
TEuro TEuro TEuro
aktive latente Steuern 358 620 978
passive latente Steuern 2.267 -796 1.471
saldierter Passivüberhang 1.910 -1.416 -493

Der Bilanzansatz ergibt sich aus der Saldierung gem. § 274 Abs. 1 HGB.

VII. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Im Berichtsjahr werden Umsatzerlöse in Höhe von 1.188.300 TEuro (Vj. 1.123.263 TEuro) erzielt.

Davon entfallen auf den Geschäftsbereich Energieversorgung 1.187.695 TEuro (Vj. 1.121.969 TEuro) und auf den Telekommunikationssektor 1.012 TEuro (Vj. 1.294 TEuro).

Die Umsatzerlöse wurden überwiegend in Deutschland realisiert. Ein Anteil in Höhe von 28.719 TEuro (Vj. 8.605 TEuro) entfällt auf Österreich.

Im Berichtsjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Anlagevermögens in Höhe von 2.154 TEuro (Vj. 524 TEuro) vorgenommen.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Einzelwertberichtigungen auf sonstige Forderungen in Höhe von 9.213 TEuro enthalten. Diese betreffen im Wesentlichen zum Bilanzstichtag voraussichtlich uneinbringliche Darlehensforderungen.

VIII. Ergänzende Angaben zur Kapitalflussrechnung (DRS 21)

Die Form der Darstellung sowie die Gliederung der Kapitalflussrechnung wurden im Abschlussjahr beibehalten.

Der Finanzmittelfonds entspricht den Bilanzposten "Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks" abzüglich der jederzeit fälligen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Der Finanzmittelfonds setzt sich wie folgt zusammen:

2020 2019
TEuro TEuro
Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 377.297 276.959
jederzeit fällige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 -7
377.297 276.952

Wesentliche zahlungsunwirksame Investitions- und Finanzierungsvorgänge sowie Geschäftsvorfälle sind im Geschäftsjahr 2020 nicht erfolgt.

IX. Gesellschaftsorgane

Als Geschäftsführer der Gesellschaft im Geschäftsjahr war bestellt:

Herr Ömer Varol, Düsseldorf, Kaufmann

Auf die Angabe der Organbezüge im Geschäftsjahr wird gemäß § 314 Abs. 3 i.V.m. § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

X. Bewertung von schwebenden Geschäften

Nach § 252 Abs. 1 Nr. 3 und 4 HGB ist grundsätzlich jedes schwebende Geschäft imparitätisch zu bewerten. Die Geschäftstätigkeit von Energieversorgungsunternehmen ist jedoch davon geprägt, dass wenigen Energiebeschaffungsverträgen eine Vielzahl von Energieabsatzverträgen gegenüberstehen. In Anbetracht dessen ist eine Abweichung vom Einzelbewertungsgrundsatz nach § 252 Abs. 2 HGB vertretbar; schwebende Energiebeschaffungs- und/oder Energieabsatzgeschäfte dürfen daher für Zwecke der bilanziellen Bewertung zusammengefasst werden.

In dem Berichtsjahr werden bestehende Absatzpositionen und beschaffungsseitige Terminwarengeschäfte unter Anwendung des IDW RS ÖFA 3 "Besonderheiten der Bilanzierung von Energiebeschaffungs- und Energieabsatzverträgen in handelsrechtlichen Abschlüssen von Energieversorgungsunternehmen" abweichend vom Einzelbewertungsgrundsatz zu einem Portfolio zusammengefasst. Hierbei werden sämtliche schwebende Beschaffungsgeschäfte den Absatzgeschäften zugeordnet.

Die bis 2022 gesicherte Einkaufsmenge beläuft sich für das Portfolio Gas auf 4.343 GWh und für das Portfolio Strom auf 1.011 GWh. Die sich hieraus ergebenden, nicht in der Bilanz enthaltenen Zahlungsverpflichtungen aus am Abschlussstichtag 31. Dezember 2020 schwebenden Energiebeschaffungsgeschäften belaufen sich auf 58.630 TEuro im Bereich Gas und 46.735 TEuro im Bereich Strom.

XI. Mitarbeiterbestand

Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 460 Arbeitnehmer/Personen für den Konzernkreis tätig. Davon waren durchschnittlich 30 Arbeitnehmer bei einer der Konzerngesellschaften angestellt. Die anderen Personen waren bei externen Service-Gesellschaften beschäftigt und im Geschäftsjahr ausschließlich für die Gesellschaften tätig.

XII. Anwendung der Befreiung nach § 264 HGB

Die folgende Tochtergesellschaft hat aufgrund des Gesellschafterbeschlusses von den Erleichterungen des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht. Die Inanspruchnahme der Erleichterungen ist auf die Offenlegung des Jahresabschlusses nach § 325 HGB beschränkt:

- Callax Telecom Services GmbH, Kaarst, Deutschland

XIII. Angabe nach § 313 Abs. 2 Nr. 7 und 8 HGB

Das Mutterunternehmen CALLAX Holding GmbH stellt den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis der Unternehmensgruppe in Deutschland auf und ist zugleich Tochterunternehmen der Callax International B.V., Roermond, Niederlande. Die deutschen Konzernabschlüsse werden im Bundesanzeiger offengelegt.

XIV. Abschlussprüferhonorar

Das vom Abschlussprüfer berechnete Gesamthonorar für das Geschäftsjahr 2020 beträgt 150 TEuro (davon entfallen 90 Teuro auf dritte Teilbereichsprüfer).

XV. Nachtragsbericht

Änderung des Konsolidierungskreises

Mit Vertrag vom 07. Dezember 2021 wurden die 100 %-igen Anteile an der Tochtergesellschaft Bay Temiz Enerji Elektrik Üretim Insaat Sanayi Ve Ticaret A.S, Türkei, an das Mutterunternehmen Callax International B.V., Roermond, Niederlande, verkauft. Die Forderungen gegenüber der Tochtergesellschaft wurden mit Forderungs- und Abtretungsvertrag vom 23. Dezember 2021 an das Mutterunternehmen abgetreten.

Rechtsstreitigkeiten

Im Dezember 2021 kündigten die Konzerngesellschaften der Stromio GmbH und der gas.de Versorgungsgesellschaft mbH (nachfolgend gemeinsam "Gesellschaften") sämtliche ihrer Sonderverträge über die Belieferung mit Energie gegenüber ihren Kunden außerordentlich aus wichtigem Grund wegen der fortlaufenden Entwicklungen auf den Rohstoffmärkten.

Für die Stromio GmbH erfolgten die Kündigungen am 21.12.2021; für die gas.de Versorgungsgesellschaft mbH wurden die entsprechenden Kündigungen zum 02.12.2021 verschickt.

Trotz zuvor erfolgter Preisanpassungen gegenüber den Kunden im August und November des Jahres 2021 konnten die erheblichen Preissteigerungen in Bezug auf den Strom- bzw. Gaspreis nicht kompensiert werden, sodass die Kündigung sämtlicher Sonderverträge im Dezember erfolgte.

Die Gesellschaften Stromio GmbH sowie gas.de Versorgungsgesellschaft mbH sind im Zuge der Einstellung der Kundenbeziehungen an verschiedenen Verfahren beteiligt. Es handelt sich hier um außergerichtliche Verhandlungen, Verfahren bei der Schlichtungsstelle Energie e.V. sowie auch zwischenzeitlich anhängige Mahnverfahren und Klagen vor deutschen Gerichten.

Alle Verfahren beziehen sich auf die Beendigung der Kundenbeziehungen. Die betroffenen Unternehmen Gas.de und Stromio verfolgen aktiv eine außergerichtliche Einigung von möglichen Kundenansprüchen im Kulanzwege. Für mögliche Verluste aus schwebenden Verfahren, außergerichtlichen Vergleichsverhandlungen und auch Sammelklagen sind - soweit erforderlich - im auf das Berichtsjahr 2020 folgenden Geschäftsjahr 2021 Rückstellungen zu bilden. Rückstellungsbedarf für 2020 ergibt sich nicht.

Unbeachtlich dessen wird auf Folgendes hingewiesen:

Die Vielzahl möglicher Kundenanfragen wird durch das Unternehmen zufriedenstellend beantwortet. Mindestens im Kulanzwege werden Forderungen ausgeglichen und zur Kundenzufriedenheit geregelt. Weiterhin kann eine Großzahl von Fällen die "Schlichtungsstelle Energie" zur Zufriedenheit der Endkunden geregelt werden. Die Utility-Gruppe hält dabei die erforderlichen Kapazitäten an Personal vor, um Kundenanfragen sachgerecht und zeitnah beantworten zu können.

Seitens einer Verbraucherzentrale Hessen e.V. ist eine Musterfeststellungsklage gegen Stromio vor Gericht anhängig gemacht worden. Es müssen sich mindestens 50 Verbraucher eintragen lassen, damit die Klage zulässig ist.

Zudem sind seitens gewerblicher Anbieter (sogenannter Consumer Factoring Anbieter) Werbeanzeigen platziert worden, die die Geltendmachung von Ansprüchen für die Kunden zum Gegenstand haben. Teilweise werden auch vermeintliche Kundenforderungen durch dementsprechende Anbieter mit einem Abschlag von 70 % aufgekauft. Ob und in welcher Höhe Ansprüche dieser Anbieter zum Tragen kommen, ist noch offen.

Soweit Endkunden Erstattungen gewährt werden, erfolgt dies ausdrücklich im Kulanzwege. Die Gas.de sowie Stromio sind weiterhin der Auffassung, dass eine außerordentliche Kündigung der Verträge vor dem Hintergrund der massiven geopolitischen Verwerfungen, die zu dem Kriegsausbruch in der Ukraine geführt haben, zulässig war. Sich anbahnende staatliche Hilfen und Stützungsmaßnahmen im mehrstelligen Milliarden Euro-Bereich für dritte, privatwirtschaftliche geführte Unternehmen im Energiesektor zeigen, wie außergewöhnlich die Situation weiterhin ist und ein Fall des "Force Majeur" nicht auszuschließen ist, den betroffenen Unternehmen damit ein Festhalten an dem Vertrag mit den Endkunden nicht zugemutet werden kann.

Aufgrund des noch nicht abgeschlossenen Stadiums von Verhandlungen sowie der Komplexität der Geltendmachung einzelner Ansprüche der jeweiligen Kunden, unterliegen Rückstellungen sowie mögliche Eventualverbindlichkeiten und weitere latente Rechtsrisiken zum Teil erheblichen Einschätzungsrisiken. Die Rechtsrisiken können zu erheblichen finanziellen Belastungen führen. Eine weitere Bewertung ist im Hinblick darauf, dass Rückstellungen für das Kalenderjahr 2020 noch nicht zu bilden sind, dem folgenden Geschäftsjahr vorbehalten.

XVI. Ergebnisverwendungsvorschlag

Es wird vorgeschlagen, den Jahresüberschuss in Höhe von 85.193 TEuro auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Monheim am Rhein, den 24. November 2022

gez. Ömer Varol

sonstige Berichtsbestandteile

Die Billigung des Konzernabschlusses erfolgte am 9.01.2023.

Bestätigungsvermerk

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

Der vorstehende Jahresabschluss weicht wegen der Inanspruchnahme vonErleich terungen der Offenlegungspflichten vom geprüften Jahresabschluss ab. Folgender Bestätigungsvermerk bezieht sich auf den vollständigen Jahresabschluss.

An die CALLAX Holding GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der CALLAX Holding GmbH und ihrer Tochter- und Enkelgesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der CALLAX Holding GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2020 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Hinweis zur Hervorhebung eines Sachverhalts

Wir verweisen auf die im Anhang im Abschnitt "Nachtragsbericht" und im Konzernlagebericht im Kapitel "C.I. Risikobericht" dargestellten Informationen im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten der Konzerngesellschaften Stromio GmbH und gas.de Versorgungsgesellschaft mbH infolge der Kündigungen sämtlicher Ihrer Sonderverträge über die Belieferung mit Energie gegenüber ihren Kunden außerordentlich aus wichtigem Grund wegen der fortlaufenden Entwicklungen auf den Rohstoffmärkten. Für die Stromio GmbH erfolgten die Kündigungen am 21.12.2021; für die gas.de Versorgungsgesellschaft mbH wurden die entsprechenden Kündigungen zum 2.12.2021 verschickt.

Aufgrund des noch nicht abgeschlossenen Stadiums von Verhandlungen sowie der Komplexität der Geltendmachung einzelner Ansprüche der jeweiligen Kunden, unterliegen Rückstellungen sowie mögliche Eventualverbindlichkeiten und weitere latente Rechtsrisiken zum Teil erheblichen Einschätzungsrisiken. Die Rechtsrisiken können zu erheblichen finanziellen Belastungen führen. Eine weitere Bewertung ist im Hinblick darauf, dass Rückstellungen für das Kalenderjahr 2020 noch nicht zu bilden sind, dem folgenden Geschäftsjahr vorbehalten.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und Konzernlagebericht sind diesbezüglich nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Münster, 23. Dezember 2022

Dr. Merschmeier + Partner GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

gez. Jäger, Wirtschaftsprüfer

gez. Scheiper, Wirtschaftsprüfer

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