Agrargenossenschaft Liebenau eG
Stammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Markus Runge seit 12.2.2020 | Vorstandsmitglied |
Thomas Hetmank seit 30.4.2018 | Vorstandsmitglied |
Utz André Herrmann seit 23.5.2016 | Vorstandsmitglied |
Beate Reppe seit 3.3.2015 | Prokura |
Beteiligungen
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Agrargenossenschaft Liebenau eGKamenzJahresabschluss zum 30. Juni 2023Lagebericht und Bericht des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2022/23der Agrargenossenschaft Liebenau eG, KamenzA. LageberichtI. Darstellung des Geschäftsverlaufs einschließlich des Geschäftsergebnisses Entwicklung Gesamtwirtschaft Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2022 um 1,9 % höher als im Vorjahr. Kalenderbereinigt betrug das Wirtschaftswachstum 2,0 %. Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland war im Jahr 2022 geprägt von den Folgen des Kriegs in der Ukraine wie den extremen Energiepreiserhöhungen. Hinzu kamen verschärfte Material- und Lieferengpässe, massiv steigende Preise beispielsweise für Nahrungsmittel sowie der Fachkräftemangel und die andauernde, wenn auch im Jahresverlauf nachlassende Corona-Pandemie. Trotz dieser nach wie vor schwierigen Bedingungen konnte sich die deutsche Wirtschaft im Jahr 2022 insgesamt gut behaupten. Im Vergleich zum Jahr 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das BIP 2022 um 0,7 % höher. [Quelle: Statistisches Bundesamt Pressemitteilungen Nr. 20 vom 13. Januar 2023] Nach der - nunmehr etwas weniger ausgeprägten - rückläufigen Entwicklung der deutschen Wirtschaftsleistung im Winterhalbjahr 2022/23 stellte sich die allgemein erwartete konjunkturelle Erholung auch im Frühsommer noch nicht ein. Binnenwirtschaftlich zeigen sich mit der erwarteten vorsichtigen Belebung des privaten Konsums, der Dienstleistungen wie auch der Investitionsentwicklung erste Lichtblicke, die sich im weiteren Jahresverlauf festigen dürften. Gleichzeitig dämpfen die noch schwache außenwirtschaftliche Nachfrage, die anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten, die nach wie vor hohen Preissteigerungsraten wie auch die zunehmend spürbaren Auswirkungen der geldpolitischen Straffungen eine kräftigere wirtschaftliche Erholung. [Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz Pressemitteilung vom 14.08.2023] Entwicklung der Branche Landwirtschaft Für das Wirtschaftsjahr vom 1. Juli 2022 bis 30. Juni 2023 geht der Verband der Landwirtschaftskammern von einer weiteren, moderaten Gewinnsteigerung im Ackerbau aus. Mitursächlich dafür dürfte neben einer stabilen Getreideernte 2022 die deutliche Ertragssteigerung bei der Rapsernte sein. Auch die Marktverwertung für die wichtigsten Ackerbauerzeugnisse dürfte im Wirtschaftsjahr 2022/23 weiterhin sehr gut bleiben. Zwar entwickeln sich die Preise für Getreide und Raps seit Frühjahr 2022 wieder rückläufig, über das gesamte Wirtschaftsjahr 2022/23 betrachtet dürften die Preise jedoch um etwa 20 % über ihrem Vorjahreswert liegen. Einer guten Erlössituation im Ackerbau steht 2022/23 eine weiterhin hohe Kostenbelastung gegenüber. Die Preise für die bedeutenden Aufwandsposten Düngemittel sowie Treib- und Schmierstoffe liegen weiterhin deutlich über dem Niveau der Vorjahre. [Quelle: VR Branchen special Pflanzliche Produktion Juni 2023] Die tierische Erzeugung konzentriert sich zunehmend in großen Einheiten und auf spezialisierte Betriebe. Neben den strukturellen Veränderungen ist zu beobachten, dass der Trend zu einem geringeren Konsum tierischer Produkte sowie gestiegene Ansprüche der Verbraucher bei Tierwohl und Umweltstandards die Branche beeinflussen. Die Preise für Schlachtrinder bewegen sich seit dem Frühjahr 2022 auf hohem Niveau. Hauptursache ist ein weiterhin kleines Angebot auf dem deutschen und europäischen Schlachtrindermarkt. Eine kostenbedingt schlechte Rentabilität und zunehmende Umweltauflagen verhindern eine Ausweitung des Rinderbestands. Die Erzeugerpreise für Milch verzeichneten 2022 ein kräftiges Wachstum. Im Dezember 2022 notierte der Erzeugerpreis für konventionelle Milch knapp 50 % über seinem Vorjahreswert bei 60 Cent je Kilogramm Standardmilch. Sowohl Rinder haltende als auch Veredlungsbetriebe konnten im Wirtschaftsjahr 2021/22 ihre Gewinne deutlich steigern. Insgesamt konnten die gestiegenen Erlöse die Kostenexplosionen bei den Betriebsmitteln überkompensieren. Für das Wirtschaftsjahr 2022/23 ist von einer ähnlichen Situation auszugehen. [Quelle: VR Branchen special Tierische Erzeugung Mai 2023] Die Preise für Schlachtrinder gerieten seit Anfang 2023 zwar etwas unter Druck, notierten im Juli 2023 jedoch weiterhin auf einem hohen Niveau. Aufgrund hoher Futterkosten und einer geringeren Nachfrage nach Rindfleisch hat sich die Rentabilität verschlechtert. Die Erzeugerpreise für Milch gerieten seit Beginn 2023 unter Druck. Besonders stark fiel der Preisverfall bei konventionell erzeugter Milch aus. Hauptgrund dafür war eine sinkende Nachfrage bei gleichzeitig hohem Milchangebot. Im Winterhalbjahr 2023/24 dürfte der Erzeugerpreis für Milch jedoch wieder anziehen und sich auch 2024 auf einem hohen Niveau bewegen. [Quelle: VR Branchen special Tierische Erzeugung November 2023] Geschäftsgrundlagen und Geschäftsverlauf der Genossenschaft Das Geschäftsmodell der Genossenschaft bleibt im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Schwerpunkt ist die Erzeugung von landwirtschaftlichen Produkten, insbesondere Milch, Getreide und Futtermitteln. Durch das Betreiben einer Biogasanlage wird Strom als erneuerbare Energie erzeugt und vermarktet. Die Genossenschaft bewirtschaftet eine Fläche von ca. 2.240 ha landwirtschaftliche Nutzfläche davon ca. 350 ha Dauergrünland. Im Betrieb wurden in 2022/23 rund 2.120 Rinder gehalten, davon rd. 1.110 Milchkühe. Der Geschäftsbereich Tankstellen ist in eine Tochtergesellschaft ausgegliedert. Die Umsatzerlöse der Genossenschaft sind im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegen. Sie lagen mit 8,5 Mio. EUR um 1,8 Mio. EUR über dem Vorjahr. Die Naturalerträge (dt/ha) der Ernte 2022 lagen beim Getreide mit durchschnittlich 53 dt/ha, außer der Wintergerste, unter den Vorjahreswerten (60 dt/ha). Die größten Ertragseinbußen hatte die Triticale zu verzeichnen. Der Rapsertrag lag mit 29 dt/ha um 2 dt/ha über dem Vorjahresertrag. Für den Futterbau waren die Bedingungen nicht optimal. Nach der Rekordernte bei Silomais im Vorjahr (rd. 310 dt/ha) musste in 2022 ein deutlich niedrigerer Ertrag (rd. 170 dt/ha) hingenommen werden, so dass Zukäufe zur Sicherung der Futterversorgung erforderlich waren. In der Milchviehhaltung lag die Marktleistung mit 9.371 kg/Kuh geringfügig über der des Vorjahres (9.055 kg/Kuh). Im Jahresdurchschnitt wurden mit 1.106 Milchkühen 29 mehr als im Vorjahr gehalten. Die Sparte Biogasproduktion zur Verstromung erwies sich weiterhin als ertragsstark. Sowohl die eingespeiste Menge als auch der Erlös je kWh haben sich erhöht. Die wirtschaftliche Entwicklung der Genossenschaft wird in 2022/23 als sehr gut beurteilt. Es war hinsichtlich der Erzeugerpreise ein Rekordjahr. Die deutlich positive Entwicklung der Erlöse konnte die gestiegenen Beschaffungspreise für Material, Dienstleistungen und Personal auffangen, so dass das Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr mit 1,0 Mio. EUR nahezu doppelt so hoch ausfiel. Der im Vorjahresbericht prognostizierte Jahresüberschuss in Höhe von ca. 850 TEUR wurde nicht gänzlich realisiert. Das nunmehrige Jahresergebnis weicht um rd. -250 TEUR ab. Ursächlich dafür ist insbesondere der außerordentliche Aufwand im Zusammenhang mit der Verpflichtung zur Umsetzung der Anforderungen des Wasserhaushaltsgesetzes, wofür 200 TEUR zurückgestellt wurden. Die Genossenschaft konnte, wie die Gesamtheit der deutschen Landwirtschaft, den Gewinn steigern, verhielt sich jedoch bei Investitionen weiterhin zurückhaltend, da sowohl die rechtlichen Rahmenbedingungen als auch die Nachhaltigkeit der aktuellen Entwicklungen als unsicher beurteilt werden. Umsatzentwicklung
Die verkaufte Milchmenge lag im abgeschlossenen Wirtschaftsjahr bei 10,4 Mio. kg, was eine Steigerung von ca. 614 Tkg zum Vorjahr bedeutet. Durch einen stark gestiegenen Milchpreis auf durchschnittlich 52,27 ct/kg (Steigerung zum Vorjahr um 10,35 ct/kg) kam es zu einer deutlichen Erhöhung des Umsatzerlöses aus dem Milchverkauf um 1,3 Mio. EUR (+33 %). Trotz einer mit 822 Rindern um im Vergleich zum Vorjahr mit 928 Rindern (um -11 %) geringeren Anzahl an Verkäufen ging der Umsatz infolge höherer Preise geringfügiger zurück. Der Verkauf pflanzlicher Produkte schloss mit einer Erlössteigerung um 17 % (156 TEUR) ab. Hierbei konnten die Mindermengen bei Getreide (24,2 Tdt; Vorjahr: 35,1 Tdt) infolge niedriger Erntemengen und einer höheren Bevorratung zum Geschäftsjahresende durch höhere Preise sowie einer höheren Erntemenge an preisintensiveren Raps (5,4 Tdt; Vorjahr: 4,0 Tdt) kompensiert werden. Die Erlöse aus der Verstromung von Biogas lagen mit 1,5 Mio. EUR bei 6,0 Mio. kWh (Vorjahr: 5,4 Mio. kWh) und einem Preis von 24,84 Cent/kwWh (Vorjahr: 21,49 Cent/kWh) um 314 TEUR über dem Vorjahresniveau. Durch die Sanierung des Fermenters und einen Defekt am BHKW 1 konnte die Biogasanlage im Mai und Juni des Vorjahres nicht auf Vollast gefahren werden, weshalb die Erlöse unter den Möglichkeiten blieben. Investitionen Die Genossenschaft investierte in 2022/23 insgesamt 762 TEUR in die Sachanlagen. Den größten Teil machten neben dem Boden (209 TEUR) ein Traktor, eine Sämaschine, zwei Anhänger, eine Waschanlage sowie zwei Nutzfahrzeuge (insgesamt 420 TEUR) aus. Für das Geschäftsjahr 2023/24 sind Investitionen in Höhe von insgesamt ca. 600 TEUR geplant. Finanzierungsmaßnahmen
Die Finanzierung der Investitionen erfolgte überwiegend (zu 90 %) aus Eigenmitteln. Der in 2022/23 aufzubringende Kapitaldienst konnte vollständig aus dem Jahres-Cashflow aufgebracht werden. Personal- und Sozialbereich Der durchschnittliche Bestand an Mitarbeitern blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Über die gesetzliche Verpflichtung hinaus bestehen in Bezug auf soziale Abgaben und Altersversorgung in Einzelfällen Direktversicherungen sowie erfolgen Sachzuwendungen. Sonderzahlungen wurden in 2022/23 in Höhe von 196 TEUR (Vorjahr: 48 TEUR) gewährt. II. Darstellung der Lage der Genossenschaft Vermögens- und Finanzlage
1) Immaterielle Vermögensgegenstände + Sachanlagen + Tiere, dem Anlagevermögen zuzurechnen / Summe der Aktivseite * 100 2) Wirtschaftliches Eigenkapital (Bilanzielles Eigenkapital - Geschäftsguthaben von ausgeschiedenen Mitgliedern/gekündigte Geschäftsanteile - zur Ausschüttung vorgesehene Dividenden + 70 % Sonderposten Investitionszuschüsse / Bilanzsumme * 100 3) 30 % SoPo + Rückstellungen + Verbindlichkeiten - liquide Mittel - Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände / Jahres-Cashflow Die Vermögenslage ist geordnet. Das (bilanzielle) Eigenkapital macht zum 30. Juni 2023 mit 10,2 Mio. EUR 67,8 % der Bilanzsumme aus. Die Liquidität 2. Grades beträgt stichtagsbezogen auf den 30. Juni 2023 168,2 % (Vorjahr: 108,8 %); die 3. Grades 322,3 % (Vorjahr: 242,6 %). Die Zahlungsfähigkeit war stets gegeben. Ertragslage Im Vergleich zum Vorjahr stellt sich die Ertragslage wie folgt dar:
2016/17 wurde die Sparte Tankstellen auf die neu gegründete Liebenauer Agrar Tankstellen GmbH, an der die Genossenschaft alleinig beteiligt ist, ausgegliedert. Das Ergebnis der GmbH wird an die Genossenschaft abgeführt und ist Bestandteil des Finanzergebnisses (41 TEUR; Vorjahr: 244 TEUR). Unter Berücksichtigung der Bestandsänderungen bei eigenerzeugten Futtermitteln und dem Feldinventar von insgesamt -39 TEUR (Vorjahr: 15 TEUR) sowie bei Tieren von -21 TEUR (Vorjahr: -10 TEUR) - im Saldo -60 TEUR (Vorjahr: 5 TEUR) ergibt sich für 2022/23 mit 8,4 Mio. EUR eine um 1,7 Mio. EUR höhere Gesamtleistung. Bei dieser Betrachtung blieben in 2021/22 die Bestandserhöhung infolge überarbeiteter Standardherstellungskosten beim Feldinventar (+136 TEUR) sowie betriebsindividueller Herstellungskosten für eigenerzeugte Futtermittel (+59 TEUR) unberücksichtigt. Der Materialaufwand erhöhte sich um 757 TEUR bzw. 27,9 % auf 3,5 Mio. EUR an. Hierbei betrafen die Mehrausgaben insbesondere preis- und mengenbedingt Futtermittel (um 314 TEUR bzw. 38,0 %), preisbedingt Dünger (um 166 TEUR bzw. 55,4 %) sowie preisbedingt Energie (um 195 TEUR bzw. 70,9 %). Aufgrund der geringer angestiegenen Gesamtleistung erhöhte sich die Materialaufwandsquote geringfügig um 0,6 %-Punkte auf 41,3 %. Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen agrarspezifische Beihilfen (821 TEUR; Vorjahr: 851 TEUR). Darüber hinaus wurden der Genossenschaft im zweiten Geschäftshalbjahr 2022/23 Entlastungsbeträge lt. dem Strompreisbremsegesetz in Höhe von 183 TEUR gewährt. Der Personalaufwand stieg infolge höherer Entlohnungen infolge der Umsetzung der Bestimmungen des Mindestlohngesetzes und Sonderzahlungen um 414 TEUR bzw. 22,1 % auf 2,3 Mio. EUR. Die Sachaufwendungen betreffen im Wesentlichen Instandhaltungen/Wartungen, Landpacht und Versicherungen. Der Anstieg um 298 TEUR bzw. 21,4 % ist insbesondere auf um 251 TEUR höhere Ausgaben für Instandhaltungen/Reparaturen/Wartungen sowie um 33 TEUR für Landpacht zurückzuführen. Beim neutralen Ergebnis (-173 TEUR) handelt es sich im Wesentlichen um die Zuführung zur Rückstellung für die verpflichtende Maßnahme zur Umsetzung der Anforderungen des Wasserhaushaltsgesetzes betreffend die Biogasanlage (-200 TEUR). Die Rentabilitätskennziffern haben sich wie folgt entwickelt:
1) Betriebsergebnis/Gesamtleistung * 100 2) Jahresergebnis + Zinsaufwand + Steuern / Bilanzsumme * 100 III. Risiken und Chancen der künftigen Entwicklung Zur Erkennung und Steuerung der Unternehmensrisiken ist ein System eingerichtet, das im Wesentlichen u.a. auf folgende Instrumente aufbaut: - Liquiditätsplanung - betriebswirtschaftliche Analysen - EDV-gestützte Buchhaltung und monatliche Auswertung (Monatsabschlüsse) - Futtermittel- und Bodenanalysen - tierärztliche Betreuung - Milchleistungsprüfung - Führung von Ackerschlagkarteien - Versicherungen Zukünftige Risiken für die Entwicklung der Genossenschaft stellen weiterhin vor allem hohe Preise für Betriebsmittel dar, welche sich ab der 2. Hälfte des Jahres 2023 nicht mehr mit den erlösten Erzeugerpreisen für die eigenerzeugten Produkte gedeckt haben. Ebenso hielt das hohe Preisniveau bei Ersatzinvestitionen für Maschinen an. Einsparungen bei den Betriebsmitteln sind nur bedingt möglich, da z.B. im Bereich von Zukauffuttermitteln, mineralischen Düngemitteln und Dieselkraftstoff praktikable Alternativen fehlen, welche eine Fortführung der Produktion in gewohnten Umfang, bei niedrigeren Ausgaben ermöglichen. Da die hohen Betriebsmittelpreise in vielen Bereichen von den hohen Energiepreisen in Deutschland abhängig sind, welche auf kurze Sicht nicht drastisch sinken werden, ist davon auszugehen, dass die derzeitige Kostenlage in den nächsten Jahren bestehen bleibt. Zwar wurde im letzten Jahr durch kleinere Maßnahmen wie Umstellung der Beleuchtung auf LED-Technologie oder Maisaussaat und Getreidedüngung nach Applikationskarten, angefangen Strom und Betriebsmittel einzusparen. Die Auswirkungen auf das Ergebnis des Gesamtbetriebs sind jedoch dabei relativ gering. Ein weiterer großer Kostenfaktor, welcher bei dauerhaft niedrigen Erzeugerpreisen zum Risikofaktor wird, sind die Lohnkosten für die angestellten Mitarbeiter. Lohnanstiege getrieben von den Mindestlohnanpassungen und die allgemeine Erhöhung der Durchschnittslöhne können auf einen Großteil der Preise der verkauften Produkte nicht umgelegt werden. Auch eine Einsparung von Arbeitskräften ist bei der vorliegenden Produktionsweise mit intensivem Futterbau und Milchviehhaltung nur bedingt realisierbar. Zudem ist auch in unserem Unternehmen mittlerweile der allgemeine gesellschaftliche Trend zu weniger Arbeitsbereitschaft bei gleichwertiger, wenn nicht gar höherer Bezahlung in einigen Bereichen zu erkennen, was Personaleinsparungen zusätzlich erschwert. Die allgemeine Verfügbarkeit von Arbeitskräften wird nur sichergestellt, indem eigene Facharbeiter ausgebildet werden. Dies ist derzeitig mit 11 besetzten Ausbildungsstellen der Fall und soll auch in den nächsten Jahren so beibehalten werden, gerade vor dem Hintergrund des Renteneintritts der geburtenstarken Jahrgänge aus den Jahren um 1965, in wenigen Jahren. Die zurückliegenden Wirtschaftsjahre mit relativ hohen Überschüssen bringen auch Chancen mit sich. So konnten durch die durchgehend gute Liquiditätslage einige über längere Zeit aufgeschobene Instandhaltungen nachgeholt werden, die Rücklagen sollen auch weiterhin dafür verwendet werden. Auch konnten Technikinvestitionen aus Eigenmitteln bezahlt werden, wodurch das Unternehmen vom technischen Fortschritt profitiert, die monatlich zu tilgenden Darlehen mit Blick auf sinkende Einnahmen aber gleichzeitig gering gehalten werden. Für die Zukunft ist es wichtig, dass die Effizienz des Betriebsmitteleinsatzes in allen Bereichen und die Lebensleistung und Lebensdauer der Milchkühe im speziellen gesteigert werden. Nur so kann gemeinsam mit einem effektiven Einsatz der zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte ein erfolgreiches Wirtschaften der Genossenschaft aus eigenen Kräften sichergestellt werden. In Bezug auf die Agrarförderung besteht derzeit keine ausreichende Planungssicherheit. Dies zeigen u.a. die Absenkung sowie die ausbleibenden Fördermittelzahlungen zum Ende 2023 sowie die geplante Absenkung der Gasölverbilligung. IV. Voraussichtliche Entwicklung (Prognosebericht) Für das Wirtschaftsjahr 2023/24 wird mit Umsatzerlösen in Höhe von ca. 6,8 Mio. EUR gerechnet, damit 1,7 Mio. EUR weniger als im Vorjahr. Der Rückgang ist auf stark gesunkene Erzeugerpreise zurückzuführen. Somit werden in den Sparten Milchproduktion ca. -1,1 Mio. EUR, Verstromung von Biogas ca. -285 TEUR und aus dem Absatz von Marktfrüchen ca. -260 TEUR fehlen. Bei den sonstigen (ordentlichen) betrieblichen Erträgen wird es bei den Agrarbeihilfen zu rd. -165 TEUR (- 30 %) weniger an Zahlungen kommen. Die Strompreisbremse läuft Ende 2023 aus, die Entlastungsbeträge für das erste Geschäftshalbjahr werden das Niveau des Vorjahres erreichen. Damit können die erhöhten Stromkosten in der zweiten Geschäftsjahreshälfte nicht abgefedert werden, so dass diese steigen. Positiv werden sich die wieder gefallenen Preise für Dünger auswirken. Dagegen werden die Ausgaben auch infolge der höheren CO 2-Bepreisung für Diesel steigen. Bei den Beschaffungskosten für die anderen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe zeichnet sich keine nennenswerte Entspannung ab. Es wird davon ausgegangen, dass sie auf einem hohen Niveau verbleiben. Bei den Personalkosten sowie den sonstigen (ordentlichen) betrieblichen Aufwendungen wird von dem Niveau des Vorjahres ausgegangen. Nennenswerte neutrale Erträge bzw. Aufwendungen zeichnen sich derzeit nicht ab. Der Vorstand erwartet somit für das Geschäftsjahr einen Jahresfehlbetrag von ca. -330 TEUR, damit eine deutliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. Infolge auch der deutlich geringeren Innenfinanzierungskraft wird es zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit zu einem Abbau der Liquiditätsreserve kommen. Sie wird dennoch gewährleistet sein.
Kamenz, 20. Januar 2024 Agrargenossenschaft Liebenau eG Der Vorstand gez. Runge gez. Herrmann gez. Hetmank B. Bericht des AufsichtsratesDer Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag über die Ergebnisverwendung geprüft, in Ordnung befunden und befürwortet den Vorschlag des Vorstandes. Der Vorschlag entspricht den Vorschriften der Satzung.
Kamenz, 20. Januar 2024 gez. Tille, Vorsitzender des Aufsichtsrates BILANZ ZUM 30. JUNI 2023AKTIVA
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022/23
ANHANG FÜR DAS Geschäftsjahr 2022/23A. Allgemeine Angaben Die Agrargenossenschaft Liebenau eG mit Sitz in Kamenz ist registriert beim Amtsgericht in Dresden und eingetragen unter der Registernummer GnR 163. Der Jahresabschluss wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des HGB aufgestellt. Die Genossenschaft ist eine mittelgroße Genossenschaft gemäß § 336 Abs. 2 HGB in Verbindung mit § 267 Abs. 2 HGB. Von den größenabhängigen Erleichterungen wurde teilweise Gebrauch gemacht. B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Bei Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt: Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet. Die Sachanlagen werden mit Anschaffungskosten bewertet. Auf Bauten und bewegliche Anlagegegenstände werden planmäßige lineare Abschreibungen vorgenommen. Die Abschreibungen bemessen sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer, die sich grundsätzlich an den von der Finanzverwaltung veröffentlichten Abschreibungstabellen orientiert. Von dem mit Artikel 67 Abs. 4 EGHGB eingeräumten Wahlrecht zur Beibehaltung niedrigerer Wertansätze von Vermögensgegenständen (Boden), die auf Abschreibungen nach § 254 HGB a. F. in Höhe von 138 TEUR beruhen, ist Gebrauch gemacht worden. Die geleisteten Anzahlungen und die Anlagen im Bau entsprechen dem Nennwert bzw. den bis zum Bilanzstichtag entstandenen Anschaffungskosten. Stehendes Holz wird mit den Anschaffungskosten bewertet. Finanzanlagen werden mit Anschaffungskosten angesetzt. Die Bewertung der Tiere erfolgt in Gruppen zu den Standardherstellungskosten (steuerliche Richtwerte), Mutterkühe werden mit dem Schlachtwert (steuerlicher Standardwert) bewertet. Die zugekauften Vorräte werden mit den Anschaffungskosten bewertet. Bei den eigenerzeugten Futtermitteln kommen für die Herstellungskosten sowohl Standardherstellungskosten (steuerliche Richtwerte) als auch gewogene betriebsindividuelle Durchschnittswerte und bei den unfertigen Erzeugnissen (Feldinventar) Standardherstellungskosten (steuerliche Richtwerte) zur Anwendung. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögensgegenstände entsprechen dem Nennwert. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird eine Pauschalwertberichtigung für das allgemeine Kreditrisiko und das zinsfreie Zahlungsziel abgesetzt. Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten werden mit dem Nennwert angesetzt. Bei den Geschäftsguthaben handelt es sich um geleistete Einzahlungen auf gezeichnete Geschäftsanteile. Die in den Sonderposten für Investitionszuschüsse ab 2006 eingestellten Beträge werden über die Nutzungsdauer der betreffenden begünstigten Sachanlagen ratierlich erfolgswirksam aufgelöst. Rückstellungen werden mit den nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbeträgen angesetzt. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden sie mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 7 Geschäftsjahre abgezinst. Verbindlichkeiten entsprechen dem Erfüllungsbetrag. Als Rechnungsabgrenzungsposten sind gemäß § 250 Abs. 1 HGB auf der Aktivseite Ausgaben und auf der Passivseite Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand bzw. Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Aufgrund des Bestehens von Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden und ihren steuerlichen Wertansätzen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, sind für die sich daraus insgesamt ergebenden Steuerbelastungen gemäß § 274 Abs. 1 Satz 1 HGB latente Steuern passiviert worden. Der anzuwendende Steuersatz beträgt 30 %. Sie haben sich wie folgt entwickelt:
Die Bilanz wurde unter teilweiser Verwendung des Jahresergebnisses nach § 268 Abs. 1 HGB aufgestellt. Nummerierung Anlagenspiegel: C. D. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung I. BILANZ Angaben zu Unternehmen, soweit es sich um Beteiligungen im Sinne des § 271 Abs. 1 HGB handelt:
1) vor Ergebnisabführung In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind 6.020,80 EUR (Vorjahr: 4.654,35 EUR) enthalten, die auch Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind. Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich um sonstige Vermögensgegenstände (Ergebnisabführungen und Vorjahr zzgl. Umsatzsteuer). Davon haben 99.743,90 EUR (Vorjahr: 85.641,64 EUR) eine Laufzeit von über 1 Jahr. Von den sonstigen Vermögensgegenständen haben 32.948,30 EUR (Vorjahr: 32.948,30 EUR) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Antizipative Beträge sind in Höhe von 31.376,00 EUR (Vorjahr: 61.368,41 EUR) enthalten. Hierbei handelt es sich um Steuererstattungsansprüche. Die Ergebnisrücklagen haben sich wie folgt entwickelt:
Von den Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit:
Von den Verbindlichkeiten haben insgesamt 821.666,19 EUR (Vorjahr: 1.048.144,56 EUR) eine Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren. Bei den Verbindlichlkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich mit 30.580,02 EUR (Vorjahr: 39.072,58 EUR) um Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und mit 22.156,96 EUR (Vorjahr: 0,00 EUR) um sonstige Verbindlichkeiten (Umsatzsteuer). Von den Verbindlichkeiten sind durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert:
Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte. In den sonstigen Verbindlichkeiten ist folgender Betrag enthalten, der erst nach dem Abschlussstichtag rechtlich entsteht:
II. GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG In dem Posten "sonstige betriebliche Erträge" sind Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens für Investitionszuschüsse von 123.120,00 EUR (Vorjahr: 139.323,00 EUR) enthalten. Es sind darüber hinaus folgende periodenfremde bzw. außerordentliche Erträge und Aufwendungen enthalten, die für die Beurteilung der Ertragslage von Bedeutung sind:
Der Posten "sonstige Zinsen und ähliche Erträge" enthält Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von 329,00 EUR (Vorjahr: 0,00 EUR). "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" enthält Aufwendungen aus der Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von 0,00 EUR (Vorjahr: 2.020,00 EUR). In den "Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" ist im Saldo ein Ertrag passiver latenter Steuern in Höhe von 6.650,00 EUR (Vorjahr: Aufwand in Höhe von 24.115,00 EUR) enthalten. E. Sonstige Angaben Nachtragsbericht Angabe von Vorgängen von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind - unter Angabe ihrer Art und ihrer finanziellen Auswirkungen: Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2023/24 lagen vor allem die Erzeugerpreise deutlich unter dem entsprechenden Vorjahresstand, der durch eine Hochpreisphase geprägt war. Zwar sanken auch die Betriebsmittelpreise, jedoch nicht mit der gleich hohen Intensität. Kräftig verteuerten sich die Anschaffungs- und die Unterhaltungskosten von Maschinen. Darüber hinaus kommt es zum Wegfall krisenbedingter Anpassungshilfen sowie geringeren EU-Direktzahlungen, denen keine adäquaten Mittel im Rahmen eines tragfähigen Investitions- und Zukunftsprogramms für die Landwirtschaft gegenüber stehen. Im Vergleich zum Vorjahr wird mit einem Rückgang der Umsatzerlöse auf ca. 6,8 Mio. EUR zu rechnen sein. Das Jahresergebnis wird im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich mit -330 TEUR um ca. -930 TEUR geringer ausfallen. Die wirtschaftliche Lage der Genossenschaft wird sich damit deutlich verschlechtern. Ergebnisverwendung Es wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:
Es bestehen folgende sonstige finanzielle Verpflichtungen, die nicht in der Bilanz enthaltenen und deren Auswirkungen wesentlich sind:
Die Zahl der im Geschäftsjahr durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug:
Die Höhe des Geschäftsanteils beträgt 300,00 EUR. Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder blieben im Geschäftsjahr unverändert. Eine Nachschusspflicht besteht nicht. Prüfungsverband Genoverband e.V. Geschäftsstelle Leipzig Augustusplatz 9 04109 Leipzig Vorstand Markus Runge - Vorsitzender Utz André Herrmann Thomas Hetmank Aufsichtsrat Rüdiger Tille - Vorsitzender Mario Berndt Heike Friedrich Thomas Lotzmann
Kamenz, 20. Januar 2024 Agrargenossenschaft Liebenau eG Der Vorstand gez. Runge gez. Herrmann gez. Hetmank Dieser Jahresabschluss wurde gemäß § 48 GenG in der Generalversammlung am 10.04.2024 festgestellt. C. Entwicklung des Anlagevermögens
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