Agrargenossenschaft Liebenau eG

Stammdaten

Register
Amtsgericht Dresden GnR 163
Vorher
Agrargenossenschaft Liebenau e.G.Agargenossenschaft Liebenau eG
Eingetragen
3.2.1992
Branche
Erbringung von landwirtschaftlichen Dienstleistungen für den PflanzenbauErbringung von landwirtschaftlichen Dienstleistungen für die TierhaltungGarten- und Landschaftsbau
Gegenstand
Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte, deren Bearbeitung, Verarbeitung und Vermarktung; Dienstleistungen, insbesondere Bodenbearbeitung, Feldbestellung, Pflegearbeiten, Ernte, Transport, Lagerung landwirtschaftlicher Produkte, Bewirtschaftung von Tierbeständen; des weiteren kommunale Dienstleistungen, Leistungen im Bereich der Landschaftsgestaltung und des Landschaftsschutzes sowie der Landschaftspflege, landeskulturelle und touristische Leistungen; Bau- und Erschließungsarbeiten im ländlichen Raum sowie ausgewählte Dienstleistungen für die Bevölkerung und Unternehmen im ländlichen Raum; eine dem Förderzweck dienende Handelstätigkeit; Nutzung erneuerbarer Energien und deren Vermarktung; Erzeugung und Nutzung regenerativer Energieträger sowie Energieerzeugung und deren Vermarktung; Vermietung und Verpachtung

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Markus Runge
seit 12.2.2020
Vorstandsmitglied
Thomas Hetmank
seit 30.4.2018
Vorstandsmitglied
Utz André Herrmann
seit 23.5.2016
Vorstandsmitglied
Beate Reppe
seit 3.3.2015
Prokura

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Agrargenossenschaft Liebenau eG

Kamenz

Jahresabschluss zum 30. Juni 2023

Lagebericht und Bericht des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2022/23

der Agrargenossenschaft Liebenau eG, Kamenz

A. Lagebericht

I. Darstellung des Geschäftsverlaufs einschließlich des Geschäftsergebnisses

Entwicklung Gesamtwirtschaft

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2022 um 1,9 % höher als im Vorjahr. Kalenderbereinigt betrug das Wirtschaftswachstum 2,0 %. Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland war im Jahr 2022 geprägt von den Folgen des Kriegs in der Ukraine wie den extremen Energiepreiserhöhungen. Hinzu kamen verschärfte Material- und Lieferengpässe, massiv steigende Preise beispielsweise für Nahrungsmittel sowie der Fachkräftemangel und die andauernde, wenn auch im Jahresverlauf nachlassende Corona-Pandemie. Trotz dieser nach wie vor schwierigen Bedingungen konnte sich die deutsche Wirtschaft im Jahr 2022 insgesamt gut behaupten. Im Vergleich zum Jahr 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das BIP 2022 um 0,7 % höher.

[Quelle: Statistisches Bundesamt Pressemitteilungen Nr. 20 vom 13. Januar 2023]

Nach der - nunmehr etwas weniger ausgeprägten - rückläufigen Entwicklung der deutschen Wirtschaftsleistung im Winterhalbjahr 2022/23 stellte sich die allgemein erwartete konjunkturelle Erholung auch im Frühsommer noch nicht ein. Binnenwirtschaftlich zeigen sich mit der erwarteten vorsichtigen Belebung des privaten Konsums, der Dienstleistungen wie auch der Investitionsentwicklung erste Lichtblicke, die sich im weiteren Jahresverlauf festigen dürften. Gleichzeitig dämpfen die noch schwache außenwirtschaftliche Nachfrage, die anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten, die nach wie vor hohen Preissteigerungsraten wie auch die zunehmend spürbaren Auswirkungen der geldpolitischen Straffungen eine kräftigere wirtschaftliche Erholung.

[Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz Pressemitteilung vom 14.08.2023]

Entwicklung der Branche Landwirtschaft

Für das Wirtschaftsjahr vom 1. Juli 2022 bis 30. Juni 2023 geht der Verband der Landwirtschaftskammern von einer weiteren, moderaten Gewinnsteigerung im Ackerbau aus. Mitursächlich dafür dürfte neben einer stabilen Getreideernte 2022 die deutliche Ertragssteigerung bei der Rapsernte sein. Auch die Marktverwertung für die wichtigsten Ackerbauerzeugnisse dürfte im Wirtschaftsjahr 2022/23 weiterhin sehr gut bleiben. Zwar entwickeln sich die Preise für Getreide und Raps seit Frühjahr 2022 wieder rückläufig, über das gesamte Wirtschaftsjahr 2022/23 betrachtet dürften die Preise jedoch um etwa 20 % über ihrem Vorjahreswert liegen. Einer guten Erlössituation im Ackerbau steht 2022/23 eine weiterhin hohe Kostenbelastung gegenüber. Die Preise für die bedeutenden Aufwandsposten Düngemittel sowie Treib- und Schmierstoffe liegen weiterhin deutlich über dem Niveau der Vorjahre.

[Quelle: VR Branchen special Pflanzliche Produktion Juni 2023]

Die tierische Erzeugung konzentriert sich zunehmend in großen Einheiten und auf spezialisierte Betriebe. Neben den strukturellen Veränderungen ist zu beobachten, dass der Trend zu einem geringeren Konsum tierischer Produkte sowie gestiegene Ansprüche der Verbraucher bei Tierwohl und Umweltstandards die Branche beeinflussen.

Die Preise für Schlachtrinder bewegen sich seit dem Frühjahr 2022 auf hohem Niveau. Hauptursache ist ein weiterhin kleines Angebot auf dem deutschen und europäischen Schlachtrindermarkt. Eine kostenbedingt schlechte Rentabilität und zunehmende Umweltauflagen verhindern eine Ausweitung des Rinderbestands.

Die Erzeugerpreise für Milch verzeichneten 2022 ein kräftiges Wachstum. Im Dezember 2022 notierte der Erzeugerpreis für konventionelle Milch knapp 50 % über seinem Vorjahreswert bei 60 Cent je Kilogramm Standardmilch.

Sowohl Rinder haltende als auch Veredlungsbetriebe konnten im Wirtschaftsjahr 2021/22 ihre Gewinne deutlich steigern. Insgesamt konnten die gestiegenen Erlöse die Kostenexplosionen bei den Betriebsmitteln überkompensieren. Für das Wirtschaftsjahr 2022/23 ist von einer ähnlichen Situation auszugehen.

[Quelle: VR Branchen special Tierische Erzeugung Mai 2023]

Die Preise für Schlachtrinder gerieten seit Anfang 2023 zwar etwas unter Druck, notierten im Juli 2023 jedoch weiterhin auf einem hohen Niveau. Aufgrund hoher Futterkosten und einer geringeren Nachfrage nach Rindfleisch hat sich die Rentabilität verschlechtert.

Die Erzeugerpreise für Milch gerieten seit Beginn 2023 unter Druck. Besonders stark fiel der Preisverfall bei konventionell erzeugter Milch aus. Hauptgrund dafür war eine sinkende Nachfrage bei gleichzeitig hohem Milchangebot. Im Winterhalbjahr 2023/24 dürfte der Erzeugerpreis für Milch jedoch wieder anziehen und sich auch 2024 auf einem hohen Niveau bewegen.

[Quelle: VR Branchen special Tierische Erzeugung November 2023]

Geschäftsgrundlagen und Geschäftsverlauf der Genossenschaft

Das Geschäftsmodell der Genossenschaft bleibt im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Schwerpunkt ist die Erzeugung von landwirtschaftlichen Produkten, insbesondere Milch, Getreide und Futtermitteln. Durch das Betreiben einer Biogasanlage wird Strom als erneuerbare Energie erzeugt und vermarktet.

Die Genossenschaft bewirtschaftet eine Fläche von ca. 2.240 ha landwirtschaftliche Nutzfläche davon ca. 350 ha Dauergrünland. Im Betrieb wurden in 2022/23 rund 2.120 Rinder gehalten, davon rd. 1.110 Milchkühe.

Der Geschäftsbereich Tankstellen ist in eine Tochtergesellschaft ausgegliedert.

Die Umsatzerlöse der Genossenschaft sind im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegen. Sie lagen mit 8,5 Mio. EUR um 1,8 Mio. EUR über dem Vorjahr.

Die Naturalerträge (dt/ha) der Ernte 2022 lagen beim Getreide mit durchschnittlich 53 dt/ha, außer der Wintergerste, unter den Vorjahreswerten (60 dt/ha). Die größten Ertragseinbußen hatte die Triticale zu verzeichnen. Der Rapsertrag lag mit 29 dt/ha um 2 dt/ha über dem Vorjahresertrag.

Für den Futterbau waren die Bedingungen nicht optimal. Nach der Rekordernte bei Silomais im Vorjahr (rd. 310 dt/ha) musste in 2022 ein deutlich niedrigerer Ertrag (rd. 170 dt/ha) hingenommen werden, so dass Zukäufe zur Sicherung der Futterversorgung erforderlich waren.

In der Milchviehhaltung lag die Marktleistung mit 9.371 kg/Kuh geringfügig über der des Vorjahres (9.055 kg/Kuh). Im Jahresdurchschnitt wurden mit 1.106 Milchkühen 29 mehr als im Vorjahr gehalten.

Die Sparte Biogasproduktion zur Verstromung erwies sich weiterhin als ertragsstark. Sowohl die eingespeiste Menge als auch der Erlös je kWh haben sich erhöht.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Genossenschaft wird in 2022/23 als sehr gut beurteilt. Es war hinsichtlich der Erzeugerpreise ein Rekordjahr.

Die deutlich positive Entwicklung der Erlöse konnte die gestiegenen Beschaffungspreise für Material, Dienstleistungen und Personal auffangen, so dass das Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr mit 1,0 Mio. EUR nahezu doppelt so hoch ausfiel.

Der im Vorjahresbericht prognostizierte Jahresüberschuss in Höhe von ca. 850 TEUR wurde nicht gänzlich realisiert. Das nunmehrige Jahresergebnis weicht um rd. -250 TEUR ab. Ursächlich dafür ist insbesondere der außerordentliche Aufwand im Zusammenhang mit der Verpflichtung zur Umsetzung der Anforderungen des Wasserhaushaltsgesetzes, wofür 200 TEUR zurückgestellt wurden.

Die Genossenschaft konnte, wie die Gesamtheit der deutschen Landwirtschaft, den Gewinn steigern, verhielt sich jedoch bei Investitionen weiterhin zurückhaltend, da sowohl die rechtlichen Rahmenbedingungen als auch die Nachhaltigkeit der aktuellen Entwicklungen als unsicher beurteilt werden.

Umsatzentwicklung

2022/23 2021/22 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Tierproduktion:
Milch 5.419 4.088 1.331 32,6
Schlacht- und Zuchttiere 359 376 -17 -4,5
Pflanzenproduktion:
Getreide 628 671 -43 -6,4
Raps 376 180 196 108,9
andere Produkte 64 61 3 4,9
Strom Biogas: 1.480 1.166 314 26,9
weitere Sparten:
Dienstleistungen 73 79 -6 -7,6
Miete und Pacht 83 76 7 9,2
übrige 5 7 -2 -28,6
8.487 6.704 1.783 26,6

Die verkaufte Milchmenge lag im abgeschlossenen Wirtschaftsjahr bei 10,4 Mio. kg, was eine Steigerung von ca. 614 Tkg zum Vorjahr bedeutet. Durch einen stark gestiegenen Milchpreis auf durchschnittlich 52,27 ct/kg (Steigerung zum Vorjahr um 10,35 ct/kg) kam es zu einer deutlichen Erhöhung des Umsatzerlöses aus dem Milchverkauf um 1,3 Mio. EUR (+33 %). Trotz einer mit 822 Rindern um im Vergleich zum Vorjahr mit 928 Rindern (um -11 %) geringeren Anzahl an Verkäufen ging der Umsatz infolge höherer Preise geringfügiger zurück.

Der Verkauf pflanzlicher Produkte schloss mit einer Erlössteigerung um 17 % (156 TEUR) ab. Hierbei konnten die Mindermengen bei Getreide (24,2 Tdt; Vorjahr: 35,1 Tdt) infolge niedriger Erntemengen und einer höheren Bevorratung zum Geschäftsjahresende durch höhere Preise sowie einer höheren Erntemenge an preisintensiveren Raps (5,4 Tdt; Vorjahr: 4,0 Tdt) kompensiert werden.

Die Erlöse aus der Verstromung von Biogas lagen mit 1,5 Mio. EUR bei 6,0 Mio. kWh (Vorjahr: 5,4 Mio. kWh) und einem Preis von 24,84 Cent/kwWh (Vorjahr: 21,49 Cent/kWh) um 314 TEUR über dem Vorjahresniveau. Durch die Sanierung des Fermenters und einen Defekt am BHKW 1 konnte die Biogasanlage im Mai und Juni des Vorjahres nicht auf Vollast gefahren werden, weshalb die Erlöse unter den Möglichkeiten blieben.

Investitionen

Die Genossenschaft investierte in 2022/23 insgesamt 762 TEUR in die Sachanlagen. Den größten Teil machten neben dem Boden (209 TEUR) ein Traktor, eine Sämaschine, zwei Anhänger, eine Waschanlage sowie zwei Nutzfahrzeuge (insgesamt 420 TEUR) aus.

Für das Geschäftsjahr 2023/24 sind Investitionen in Höhe von insgesamt ca. 600 TEUR geplant.

Finanzierungsmaßnahmen

2022/23
TEUR
2021/22
TEUR
Jahres-Cashflow 2.051 1.594
Mittelzu- / -abfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit 1.650 2.029
Investitionsbereich
Einzahlungen aus Anlagenabgängen 45 33
Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen -762 -526
erhaltene Investitionszuschüsse 0 0
Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit -717 -493
Finanzierungsbereich
-/+ Aus- und Einzahlungen an bzw. von Mitgliedern -34 -5
Aufnahme von Krediten (einschl. Zwischenfinanzierung Investitionszuschüsse sowie Betriebsmitteldarlehen) 100 100
Tilgung von Krediten (einschl. Zwischenfinanzierung Investitionszuschüsse sowie Betriebsmitteldarlehen) -472 -1.156
+/- Mittelzu- / -abfluss aus der Finanzierungstätigkeit -406 -1.061

Die Finanzierung der Investitionen erfolgte überwiegend (zu 90 %) aus Eigenmitteln.

Der in 2022/23 aufzubringende Kapitaldienst konnte vollständig aus dem Jahres-Cashflow aufgebracht werden.

Personal- und Sozialbereich

Der durchschnittliche Bestand an Mitarbeitern blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert.

Über die gesetzliche Verpflichtung hinaus bestehen in Bezug auf soziale Abgaben und Altersversorgung in Einzelfällen Direktversicherungen sowie erfolgen Sachzuwendungen. Sonderzahlungen wurden in 2022/23 in Höhe von 196 TEUR (Vorjahr: 48 TEUR) gewährt.

II. Darstellung der Lage der Genossenschaft

Vermögens- und Finanzlage

30.06.2023 30.06.2022
Sachanlagenintensität 1) % 70,7 73,9
Eigenkapitalquote 2) % 73,7 71,5
dynamischer Verschuldungsgrad 3) Jahre 0,7 1,3

1) Immaterielle Vermögensgegenstände + Sachanlagen + Tiere, dem Anlagevermögen zuzurechnen / Summe der Aktivseite * 100

2) Wirtschaftliches Eigenkapital (Bilanzielles Eigenkapital - Geschäftsguthaben von ausgeschiedenen Mitgliedern/gekündigte Geschäftsanteile - zur Ausschüttung vorgesehene Dividenden + 70 % Sonderposten Investitionszuschüsse / Bilanzsumme * 100

3) 30 % SoPo + Rückstellungen + Verbindlichkeiten - liquide Mittel - Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände / Jahres-Cashflow

Die Vermögenslage ist geordnet. Das (bilanzielle) Eigenkapital macht zum 30. Juni 2023 mit 10,2 Mio. EUR 67,8 % der Bilanzsumme aus.

Die Liquidität 2. Grades beträgt stichtagsbezogen auf den 30. Juni 2023 168,2 % (Vorjahr: 108,8 %); die 3. Grades 322,3 % (Vorjahr: 242,6 %).

Die Zahlungsfähigkeit war stets gegeben.

Ertragslage

Im Vergleich zum Vorjahr stellt sich die Ertragslage wie folgt dar:

2022/23
TEUR
2021/22
TEUR
Rohertrag 4.929 3.957
sonstige betriebliche Erträge 1.155 1.024
Personal- und Sachaufwand -4.002 -3.291
Abschreibungen -1.080 -1.131
Betriebsergebnis 1.002 559
Finanzergebnis 3 188
neutrales Ergebnis, Steuern vom Ertrag -404 15
Jahresergebnis 601 762

2016/17 wurde die Sparte Tankstellen auf die neu gegründete Liebenauer Agrar Tankstellen GmbH, an der die Genossenschaft alleinig beteiligt ist, ausgegliedert. Das Ergebnis der GmbH wird an die Genossenschaft abgeführt und ist Bestandteil des Finanzergebnisses (41 TEUR; Vorjahr: 244 TEUR).

Unter Berücksichtigung der Bestandsänderungen bei eigenerzeugten Futtermitteln und dem Feldinventar von insgesamt -39 TEUR (Vorjahr: 15 TEUR) sowie bei Tieren von -21 TEUR (Vorjahr: -10 TEUR) - im Saldo -60 TEUR (Vorjahr: 5 TEUR) ergibt sich für 2022/23 mit 8,4 Mio. EUR eine um 1,7 Mio. EUR höhere Gesamtleistung.

Bei dieser Betrachtung blieben in 2021/22 die Bestandserhöhung infolge überarbeiteter Standardherstellungskosten beim Feldinventar (+136 TEUR) sowie betriebsindividueller Herstellungskosten für eigenerzeugte Futtermittel (+59 TEUR) unberücksichtigt.

Der Materialaufwand erhöhte sich um 757 TEUR bzw. 27,9 % auf 3,5 Mio. EUR an. Hierbei betrafen die Mehrausgaben insbesondere preis- und mengenbedingt Futtermittel (um 314 TEUR bzw. 38,0 %), preisbedingt Dünger (um 166 TEUR bzw. 55,4 %) sowie preisbedingt Energie (um 195 TEUR bzw. 70,9 %). Aufgrund der geringer angestiegenen Gesamtleistung erhöhte sich die Materialaufwandsquote geringfügig um 0,6 %-Punkte auf 41,3 %.

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen agrarspezifische Beihilfen (821 TEUR; Vorjahr: 851 TEUR). Darüber hinaus wurden der Genossenschaft im zweiten Geschäftshalbjahr 2022/23 Entlastungsbeträge lt. dem Strompreisbremsegesetz in Höhe von 183 TEUR gewährt.

Der Personalaufwand stieg infolge höherer Entlohnungen infolge der Umsetzung der Bestimmungen des Mindestlohngesetzes und Sonderzahlungen um 414 TEUR bzw. 22,1 % auf 2,3 Mio. EUR.

Die Sachaufwendungen betreffen im Wesentlichen Instandhaltungen/Wartungen, Landpacht und Versicherungen. Der Anstieg um 298 TEUR bzw. 21,4 % ist insbesondere auf um 251 TEUR höhere Ausgaben für Instandhaltungen/Reparaturen/Wartungen sowie um 33 TEUR für Landpacht zurückzuführen.

Beim neutralen Ergebnis (-173 TEUR) handelt es sich im Wesentlichen um die Zuführung zur Rückstellung für die verpflichtende Maßnahme zur Umsetzung der Anforderungen des Wasserhaushaltsgesetzes betreffend die Biogasanlage (-200 TEUR).

Die Rentabilitätskennziffern haben sich wie folgt entwickelt:

30.06.2023
%
30.06.2022
%
Umsatzrentabilität 1) 11,9 8,4
Gesamtkapitalrentabilität 2) 6,0 7,2

1) Betriebsergebnis/Gesamtleistung * 100

2) Jahresergebnis + Zinsaufwand + Steuern / Bilanzsumme * 100

III. Risiken und Chancen der künftigen Entwicklung

Zur Erkennung und Steuerung der Unternehmensrisiken ist ein System eingerichtet, das im Wesentlichen u.a. auf folgende Instrumente aufbaut:

- Liquiditätsplanung

- betriebswirtschaftliche Analysen

- EDV-gestützte Buchhaltung und monatliche Auswertung (Monatsabschlüsse)

- Futtermittel- und Bodenanalysen

- tierärztliche Betreuung

- Milchleistungsprüfung

- Führung von Ackerschlagkarteien

- Versicherungen

Zukünftige Risiken für die Entwicklung der Genossenschaft stellen weiterhin vor allem hohe Preise für Betriebsmittel dar, welche sich ab der 2. Hälfte des Jahres 2023 nicht mehr mit den erlösten Erzeugerpreisen für die eigenerzeugten Produkte gedeckt haben. Ebenso hielt das hohe Preisniveau bei Ersatzinvestitionen für Maschinen an. Einsparungen bei den Betriebsmitteln sind nur bedingt möglich, da z.B. im Bereich von Zukauffuttermitteln, mineralischen Düngemitteln und Dieselkraftstoff praktikable Alternativen fehlen, welche eine Fortführung der Produktion in gewohnten Umfang, bei niedrigeren Ausgaben ermöglichen. Da die hohen Betriebsmittelpreise in vielen Bereichen von den hohen Energiepreisen in Deutschland abhängig sind, welche auf kurze Sicht nicht drastisch sinken werden, ist davon auszugehen, dass die derzeitige Kostenlage in den nächsten Jahren bestehen bleibt. Zwar wurde im letzten Jahr durch kleinere Maßnahmen wie Umstellung der Beleuchtung auf LED-Technologie oder Maisaussaat und Getreidedüngung nach Applikationskarten, angefangen Strom und Betriebsmittel einzusparen. Die Auswirkungen auf das Ergebnis des Gesamtbetriebs sind jedoch dabei relativ gering.

Ein weiterer großer Kostenfaktor, welcher bei dauerhaft niedrigen Erzeugerpreisen zum Risikofaktor wird, sind die Lohnkosten für die angestellten Mitarbeiter. Lohnanstiege getrieben von den Mindestlohnanpassungen und die allgemeine Erhöhung der Durchschnittslöhne können auf einen Großteil der Preise der verkauften Produkte nicht umgelegt werden. Auch eine Einsparung von Arbeitskräften ist bei der vorliegenden Produktionsweise mit intensivem Futterbau und Milchviehhaltung nur bedingt realisierbar. Zudem ist auch in unserem Unternehmen mittlerweile der allgemeine gesellschaftliche Trend zu weniger Arbeitsbereitschaft bei gleichwertiger, wenn nicht gar höherer Bezahlung in einigen Bereichen zu erkennen, was Personaleinsparungen zusätzlich erschwert.

Die allgemeine Verfügbarkeit von Arbeitskräften wird nur sichergestellt, indem eigene Facharbeiter ausgebildet werden. Dies ist derzeitig mit 11 besetzten Ausbildungsstellen der Fall und soll auch in den nächsten Jahren so beibehalten werden, gerade vor dem Hintergrund des Renteneintritts der geburtenstarken Jahrgänge aus den Jahren um 1965, in wenigen Jahren.

Die zurückliegenden Wirtschaftsjahre mit relativ hohen Überschüssen bringen auch Chancen mit sich. So konnten durch die durchgehend gute Liquiditätslage einige über längere Zeit aufgeschobene Instandhaltungen nachgeholt werden, die Rücklagen sollen auch weiterhin dafür verwendet werden. Auch konnten Technikinvestitionen aus Eigenmitteln bezahlt werden, wodurch das Unternehmen vom technischen Fortschritt profitiert, die monatlich zu tilgenden Darlehen mit Blick auf sinkende Einnahmen aber gleichzeitig gering gehalten werden.

Für die Zukunft ist es wichtig, dass die Effizienz des Betriebsmitteleinsatzes in allen Bereichen und die Lebensleistung und Lebensdauer der Milchkühe im speziellen gesteigert werden. Nur so kann gemeinsam mit einem effektiven Einsatz der zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte ein erfolgreiches Wirtschaften der Genossenschaft aus eigenen Kräften sichergestellt werden.

In Bezug auf die Agrarförderung besteht derzeit keine ausreichende Planungssicherheit. Dies zeigen u.a. die Absenkung sowie die ausbleibenden Fördermittelzahlungen zum Ende 2023 sowie die geplante Absenkung der Gasölverbilligung.

IV. Voraussichtliche Entwicklung (Prognosebericht)

Für das Wirtschaftsjahr 2023/24 wird mit Umsatzerlösen in Höhe von ca. 6,8 Mio. EUR gerechnet, damit 1,7 Mio. EUR weniger als im Vorjahr. Der Rückgang ist auf stark gesunkene Erzeugerpreise zurückzuführen. Somit werden in den Sparten Milchproduktion ca. -1,1 Mio. EUR, Verstromung von Biogas ca. -285 TEUR und aus dem Absatz von Marktfrüchen ca. -260 TEUR fehlen.

Bei den sonstigen (ordentlichen) betrieblichen Erträgen wird es bei den Agrarbeihilfen zu rd. -165 TEUR (- 30 %) weniger an Zahlungen kommen. Die Strompreisbremse läuft Ende 2023 aus, die Entlastungsbeträge für das erste Geschäftshalbjahr werden das Niveau des Vorjahres erreichen. Damit können die erhöhten Stromkosten in der zweiten Geschäftsjahreshälfte nicht abgefedert werden, so dass diese steigen.

Positiv werden sich die wieder gefallenen Preise für Dünger auswirken. Dagegen werden die Ausgaben auch infolge der höheren CO 2-Bepreisung für Diesel steigen. Bei den Beschaffungskosten für die anderen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe zeichnet sich keine nennenswerte Entspannung ab. Es wird davon ausgegangen, dass sie auf einem hohen Niveau verbleiben.

Bei den Personalkosten sowie den sonstigen (ordentlichen) betrieblichen Aufwendungen wird von dem Niveau des Vorjahres ausgegangen.

Nennenswerte neutrale Erträge bzw. Aufwendungen zeichnen sich derzeit nicht ab.

Der Vorstand erwartet somit für das Geschäftsjahr einen Jahresfehlbetrag von ca. -330 TEUR, damit eine deutliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage.

Infolge auch der deutlich geringeren Innenfinanzierungskraft wird es zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit zu einem Abbau der Liquiditätsreserve kommen. Sie wird dennoch gewährleistet sein.

 

Kamenz, 20. Januar 2024

Agrargenossenschaft Liebenau eG

Der Vorstand

gez. Runge

gez. Herrmann

gez. Hetmank

B. Bericht des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag über die Ergebnisverwendung geprüft, in Ordnung befunden und befürwortet den Vorschlag des Vorstandes. Der Vorschlag entspricht den Vorschriften der Satzung.

 

Kamenz, 20. Januar 2024

gez. Tille, Vorsitzender des Aufsichtsrates

BILANZ ZUM 30. JUNI 2023

AKTIVA

30.6.2023
EUR
30.6.2022
EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN 9.960.012,22 10.298.969,80
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 3.428,00 5.214,00
II. Sachanlagen 9.889.159,22 10.226.330,80
1. Grundstücke und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 6.752.091,73 6.823.479,80
2. technische Anlagen und Maschinen 3.030.209,00 3.339.121,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 103.239,00 43.739,00
4. stehendes Holz 2.062,24 2.062,24
5. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.557,25 17.928,76
III. Finanzanlagen 67.425,00 67.425,00
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 25.000,00 25.000,00
2. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 14.066,84 14.066,84
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 28.358,16 28.358,16
B. TIERVERMÖGEN 1.181.740,00 1.203.090,00
I. Tiervermögen, dem Anlagevermögen zuzurechnen 758.650,00 783.475,00
II. Tiervermögen, dem Umlaufvermögen zuzurechnen 423.090,00 419.615,00
C. UMLAUFVERMÖGEN 3.891.741,23 3.360.389,65
I. Vorräte 1.576.424,99 1.599.075,82
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 672.461,45 645.927,38
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 246.936,03 282.589,05
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 199.743,90 261.850,92
3. sonstige Vermögensgegenstände 225.781,52 101.487,41
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 1.642.854,79 1.115.386,45
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 32.433,82 37.454,19
15.065.927,27 14.899.903,64

PASSIVA

30.6.2023
EUR
30.6.2022
EUR
A. EIGENKAPITAL 10.219.364,98 9.652.825,13
I. Geschäftsguthaben 36.000,00 36.000,00
II. Ergebnisrücklagen 9.884.315,13 9.237.322,57
III. Bilanzgewinn 299.049,85 379.502,56
B. SONDERPOSTEN FÜR INVESTITIONSZUSCHÜSSE 1.308.921,00 1.432.041,00
C. RÜCKSTELLUNGEN 759.573,00 249.629,00
D. VERBINDLICHKEITEN 2.577.400,19 3.348.704,05
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.057.585,20 2.429.544,41
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 154.758,88 383.672,29
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 52.736,98 39.072,58
4. sonstige Verbindlichkeiten 312.319,13 496.414,77
- davon aus Steuern: 9.622,53 EUR (Vorjahr: 258.239,05 EUR)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: 5,98 EUR (Vorjahr: 544,43 EUR)
E. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 183.203,10 192.589,46
F. PASSIVE LATENTE STEUERN 17.465,00 24.115,00
15.065.927,27 14.899.903,64

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022/23

2022/23
EUR
2021/22
EUR
1. Rohergebnis 6.155.729,92 5.249.065,16
2. Personalaufwand 2.286.120,75 1.872.480,98
a) Löhne und Gehälter 1.905.743,29 1.531.721,45
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 380.377,46 340.759,53
- davon für Altersversorgung: 11.415,32 EUR (Vorjahr: 11.857,32 EUR)
3. Abschreibungen 1.079.883,88 1.131.195,63
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.079.883,88 1.131.195,63
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 1.910.174,75 1.397.123,64
Zwischensumme 879.550,54 848.264,91
5. Erträge aus Geschäftsguthaben 1.061,27 535,64
6. Erträge aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags 41.451,35 243.934,19
7. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.621,91 351,19
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 42.248,21 56.710,36
Finanzergebnis 1.886,32 188.110,66
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 253.624,89 247.760,39
10. Ergebnis nach Steuern 627.811,97 788.615,18
11. sonstige Steuern 26.832,12 26.970,12
12. Jahresüberschuss 600.979,85 761.645,06
13. Einstellungen in Rücklagen -300.490,00 -380.822,50
14. Verzinsung Geschäftsguthaben -1.440,00 -1.320,00
15. Bilanzgewinn 299.049,85 379.502,56

ANHANG FÜR DAS Geschäftsjahr 2022/23

A. Allgemeine Angaben

Die Agrargenossenschaft Liebenau eG mit Sitz in Kamenz ist registriert beim Amtsgericht in Dresden und eingetragen unter der Registernummer GnR 163.

Der Jahresabschluss wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des HGB aufgestellt.

Die Genossenschaft ist eine mittelgroße Genossenschaft gemäß § 336 Abs. 2 HGB in Verbindung mit § 267 Abs. 2 HGB. Von den größenabhängigen Erleichterungen wurde teilweise Gebrauch gemacht.

B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bei Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt:

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet.

Die Sachanlagen werden mit Anschaffungskosten bewertet. Auf Bauten und bewegliche Anlagegegenstände werden planmäßige lineare Abschreibungen vorgenommen. Die Abschreibungen bemessen sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer, die sich grundsätzlich an den von der Finanzverwaltung veröffentlichten Abschreibungstabellen orientiert. Von dem mit Artikel 67 Abs. 4 EGHGB eingeräumten Wahlrecht zur Beibehaltung niedrigerer Wertansätze von Vermögensgegenständen (Boden), die auf Abschreibungen nach § 254 HGB a. F. in Höhe von 138 TEUR beruhen, ist Gebrauch gemacht worden.

Die geleisteten Anzahlungen und die Anlagen im Bau entsprechen dem Nennwert bzw. den bis zum Bilanzstichtag entstandenen Anschaffungskosten.

Stehendes Holz wird mit den Anschaffungskosten bewertet.

Finanzanlagen werden mit Anschaffungskosten angesetzt.

Die Bewertung der Tiere erfolgt in Gruppen zu den Standardherstellungskosten (steuerliche Richtwerte), Mutterkühe werden mit dem Schlachtwert (steuerlicher Standardwert) bewertet.

Die zugekauften Vorräte werden mit den Anschaffungskosten bewertet. Bei den eigenerzeugten Futtermitteln kommen für die Herstellungskosten sowohl Standardherstellungskosten (steuerliche Richtwerte) als auch gewogene betriebsindividuelle Durchschnittswerte und bei den unfertigen Erzeugnissen (Feldinventar) Standardherstellungskosten (steuerliche Richtwerte) zur Anwendung.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögensgegenstände entsprechen dem Nennwert. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird eine Pauschalwertberichtigung für das allgemeine Kreditrisiko und das zinsfreie Zahlungsziel abgesetzt.

Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten werden mit dem Nennwert angesetzt.

Bei den Geschäftsguthaben handelt es sich um geleistete Einzahlungen auf gezeichnete Geschäftsanteile.

Die in den Sonderposten für Investitionszuschüsse ab 2006 eingestellten Beträge werden über die Nutzungsdauer der betreffenden begünstigten Sachanlagen ratierlich erfolgswirksam aufgelöst.

Rückstellungen werden mit den nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbeträgen angesetzt. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden sie mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 7 Geschäftsjahre abgezinst.

Verbindlichkeiten entsprechen dem Erfüllungsbetrag.

Als Rechnungsabgrenzungsposten sind gemäß § 250 Abs. 1 HGB auf der Aktivseite Ausgaben und auf der Passivseite Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand bzw. Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Aufgrund des Bestehens von Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden und ihren steuerlichen Wertansätzen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, sind für die sich daraus insgesamt ergebenden Steuerbelastungen gemäß § 274 Abs. 1 Satz 1 HGB latente Steuern passiviert worden. Der anzuwendende Steuersatz beträgt 30 %. Sie haben sich wie folgt entwickelt:

Stand zu Beginn des Geschäftsjahres
EUR
Veränderungen
EUR
Stand am Ende des Geschäftsjahres
EUR
aktive latente Steuern 8.238,00 -1.439,00 6.799,00
passive latente Steuern -32.353,00 8.089,00 -24.264,00
-24.115,00 6.650,00 -17.465,00

Die Bilanz wurde unter teilweiser Verwendung des Jahresergebnisses nach § 268 Abs. 1 HGB aufgestellt.

Nummerierung Anlagenspiegel: C.

D. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

I. BILANZ

Angaben zu Unternehmen, soweit es sich um Beteiligungen im Sinne des § 271 Abs. 1 HGB handelt:

Anteil am Unternehmens- Eigenkapital des Unternehmens Ergebnis des letzten Geschäftsjahres
kapital
%
am TEUR Jahr TEUR
Liebenauer Agrar Tankstellen GmbH, Kamenz 100 30.06.2023 25,0 2022/23 41,5 1)

1) vor Ergebnisabführung

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind 6.020,80 EUR (Vorjahr: 4.654,35 EUR) enthalten, die auch Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind.

Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich um sonstige Vermögensgegenstände (Ergebnisabführungen und Vorjahr zzgl. Umsatzsteuer). Davon haben 99.743,90 EUR (Vorjahr: 85.641,64 EUR) eine Laufzeit von über 1 Jahr.

Von den sonstigen Vermögensgegenständen haben 32.948,30 EUR (Vorjahr: 32.948,30 EUR) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Antizipative Beträge sind in Höhe von 31.376,00 EUR (Vorjahr: 61.368,41 EUR) enthalten. Hierbei handelt es sich um Steuererstattungsansprüche.

Die Ergebnisrücklagen haben sich wie folgt entwickelt:

gesetzliche Rücklage andere Ergebnisrücklagen Beteiligungsfonds gemäß § 39b der Satzung
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Anfangsbestand 2.873.355,88 2.797.191,38 6.282.791,94 5.765.190,73 81.174,75 56.174,75
Einstellung Bilanzgewinn Vorjahr 40.929,20 0,00 280.573,36 212.943,21 25.000,00 25.000,00
Einstellung aus Jahresüberschuss Geschäftsjahr 60.098,00 76.164,50 240.392,00 304.658,00 0,00 0,00
Endbestand 2.974.383,08 2.873.355,88 6.803.757,30 6.282.791,94 106.174,75 81.174,75

Von den Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit:

bis zu 1 Jahr mehr als 1 Jahr über 5 Jahre
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
gegenüber Kreditinstituten 294.103,02 442.395,65 941.815,99 939.004,20 821.666,19 1.048.144,56
aus Lieferungen und Leistungen 154.758,88 383.672,29 0,00 0,00 0,00 0,00
gegenüber verbundenen Unternehmen 52.736,98 39.072,58 0,00 0,00 0,00 0,00
sonstige Verbindlichkeiten 312.319,13 496.414,77 0,00 0,00 0,00 0,00

Von den Verbindlichkeiten haben insgesamt 821.666,19 EUR (Vorjahr: 1.048.144,56 EUR) eine Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren.

Bei den Verbindlichlkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich mit 30.580,02 EUR (Vorjahr: 39.072,58 EUR) um Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und mit 22.156,96 EUR (Vorjahr: 0,00 EUR) um sonstige Verbindlichkeiten (Umsatzsteuer).

Von den Verbindlichkeiten sind durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert:

gewährtes Pfandrecht oder ähnliches Recht EUR
gegenüber Kreditinstituten Grundschulden, Abtretung benannter Forderungen und Auszahlungsansprüche, Sicherungsübereignung des Tierbestandes und der finanzierten Technik / Ausrüstung 2.057.585,20

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte.

In den sonstigen Verbindlichkeiten ist folgender Betrag enthalten, der erst nach dem Abschlussstichtag rechtlich entsteht:

EUR
Landpacht (ohne Grundsteuer) 108.201,50

II. GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

In dem Posten "sonstige betriebliche Erträge" sind Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens für Investitionszuschüsse von 123.120,00 EUR (Vorjahr: 139.323,00 EUR) enthalten.

Es sind darüber hinaus folgende periodenfremde bzw. außerordentliche Erträge und Aufwendungen enthalten, die für die Beurteilung der Ertragslage von Bedeutung sind:

EUR
"Umsatzerlöse" aus Nachzahlung Milch 23.314,73
"sonstige betriebliche Erträge"
Buchgewinne aus Abgang Sachanlagevermögen 44.869,95
"sonstige betriebliche Aufwendungen"
Zuführung zur Rückstellung für verpflichtende Maßnahme zur Umsetzung der Anforderungen des Wasserhaushaltsgesetzes 200.000,00

Der Posten "sonstige Zinsen und ähliche Erträge" enthält Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von 329,00 EUR (Vorjahr: 0,00 EUR).

"Zinsen und ähnliche Aufwendungen" enthält Aufwendungen aus der Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von 0,00 EUR (Vorjahr: 2.020,00 EUR).

In den "Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" ist im Saldo ein Ertrag passiver latenter Steuern in Höhe von 6.650,00 EUR (Vorjahr: Aufwand in Höhe von 24.115,00 EUR) enthalten.

E. Sonstige Angaben

Nachtragsbericht

Angabe von Vorgängen von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind - unter Angabe ihrer Art und ihrer finanziellen Auswirkungen:

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2023/24 lagen vor allem die Erzeugerpreise deutlich unter dem entsprechenden Vorjahresstand, der durch eine Hochpreisphase geprägt war. Zwar sanken auch die Betriebsmittelpreise, jedoch nicht mit der gleich hohen Intensität. Kräftig verteuerten sich die Anschaffungs- und die Unterhaltungskosten von Maschinen. Darüber hinaus kommt es zum Wegfall krisenbedingter Anpassungshilfen sowie geringeren EU-Direktzahlungen, denen keine adäquaten Mittel im Rahmen eines tragfähigen Investitions- und Zukunftsprogramms für die Landwirtschaft gegenüber stehen.

Im Vergleich zum Vorjahr wird mit einem Rückgang der Umsatzerlöse auf ca. 6,8 Mio. EUR zu rechnen sein. Das Jahresergebnis wird im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich mit -330 TEUR um ca. -930 TEUR geringer ausfallen.

Die wirtschaftliche Lage der Genossenschaft wird sich damit deutlich verschlechtern.

Ergebnisverwendung

Es wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:

EUR
Dividende 28.800,00
Einstellung in den Beteiligungsfonds 16.000,00
Einstellung in die anderen Ergebnisrücklagen 254.249,85
299.049,85

Es bestehen folgende sonstige finanzielle Verpflichtungen, die nicht in der Bilanz enthaltenen und deren Auswirkungen wesentlich sind:

EUR
Landpacht; überwiegend langfristig (Jahresbetrag gerundet - ohne Grundsteuer) 225.000,00
Bestellobligo Sachanlagen 310.000,00

Die Zahl der im Geschäftsjahr durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug:

Vollzeitbeschäftigte Teilzeit- /geringfügig Beschäftigte
kaufmännische Mitarbeiter 2 0
gewerbliche Mitarbeiter 48 3
50 3
Mitgliederbewegung Zahl der Mitglieder Anzahl der Geschäftsanteile
Bestand am 01.07.2022 / 30.06.2023 (unverändert) 10 120

Die Höhe des Geschäftsanteils beträgt 300,00 EUR.

Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder blieben im Geschäftsjahr unverändert.

Eine Nachschusspflicht besteht nicht.

Prüfungsverband

Genoverband e.V.

Geschäftsstelle Leipzig

Augustusplatz 9

04109 Leipzig

Vorstand

Markus Runge - Vorsitzender

Utz André Herrmann

Thomas Hetmank

Aufsichtsrat

Rüdiger Tille - Vorsitzender

Mario Berndt

Heike Friedrich

Thomas Lotzmann

 

Kamenz, 20. Januar 2024

Agrargenossenschaft Liebenau eG

Der Vorstand

gez. Runge

gez. Herrmann

gez. Hetmank

Dieser Jahresabschluss wurde gemäß § 48 GenG in der Generalversammlung am 10.04.2024 festgestellt.

C. Entwicklung des Anlagevermögens

im Geschäftsjahr 2022/23
Anschaffungs- / Herstellungskosten zu Beginn des Geschäftsjahres
EUR
Zugänge
EUR
Berichtigung Vorjahr
EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 17.039,00 0,00 0,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 10.493.133,00 208.719,00 0,00
2. technische Anlagen und Maschinen 12.518.773,00 459.978,00 168,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 643.713,00 91.548,00 0,00
4. stehendes Holz 2.062,00 0,00 0,00
5. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 17.929,00 1.557,00 0,00
23.675.610,00 761.802,00 168,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 25.000,00 0,00 0,00
2. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 14.067,00 0,00 0,00
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 28.358,00 0,00 0,00
67.425,00 0,00 0,00
23.760.074,00 761.802,00 168,00
im Geschäftsjahr 2022/23
Abgänge
EUR
Anschaffungs- / Herstellungskosten am Ende des Geschäftsjahres
EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 17.039,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 10.701.852,00
2. technische Anlagen und Maschinen 202.300,00 12.776.619,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 59.175,00 676.086,00
4. stehendes Holz 0,00 2.062,00
5. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 17.929,00 1.557,00
279.404,00 24.158.176,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 25.000,00
2. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 0,00 14.067,00
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 28.358,00
0,00 67.425,00
279.404,00 24.242.640,00
Abschreibungen zu Beginn des Geschäftsjahres (gesamt)
EUR
Abschreibungen Geschäftsjahr
EUR
Berichtigung Vorjahr
EUR
Änderungen der gesamten Abschreibungen im Zshg. mit Abgängen
EUR
Abschreibungen am Ende des Geschäftsjahres (gesamt)
EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 11.825,00 1.786,00 0,00 0,00 13.611,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.669.653,00 280.107,00 0,00 0,00 3.949.760,00
2. technische Anlagen und Maschinen 9.179.652,00 765.946,00 168,00 199.356,00 9.746.410,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 599.974,00 32.045,00 0,00 59.172,00 572.847,00
4. stehendes Holz 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
5. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
13.449.279,00 1.078.098,00 168,00 258.528,00 14.269.017,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
13.461.104,00 1.079.884,00 168,00 258.528,00 14.282.628,00
Buchwert Geschäftsjahr
EUR
Buchwert Vorjahr
EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.428,00 5.214,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 6.752.092,00 6.823.480,00
2. technische Anlagen und Maschinen 3.030.209,00 3.339.121,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 103.239,00 43.739,00
4. stehendes Holz 2.062,00 2.062,00
5. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.557,00 17.929,00
9.889.159,00 10.226.331,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 25.000,00 25.000,00
2. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 14.067,00 14.067,00
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 28.358,00 28.358,00
67.425,00 67.425,00
9.960.012,00 10.298.970,00

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