Betrieb von Bahnhöfen für den Personenverkehr einschließlich Omnibusbahnhöfen
Becker Industrielack GmbH
Norfer Straße 3, 41539 Dormagen, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Johan Frej Oscar Sandström seit 16.9.2021 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (2)
| Name | Anteil |
|---|---|
Becker Industrial Coatings Holding AB | 94.00% |
AB Wilh. Becker | 6.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
2 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Becker Industrielack GmbHDormagenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht für das Geschäftsjahr 20231. Grundlagen der Gesellschaft 1.1 Geschäftsmodell der Gesellschaft Gegenstand des Unternehmens ist die Entwicklung, Herstellung und der Vertrieb von Industrielacken, Farben und Anstrichstoffen in dem Geschäftsbereich "Coil Coatings", auch Bandbeschichtung genannt. Es ist ein Verfahren zur ein- oder beidseitigen Beschichtung von Stahl- oder Aluminiumblechen. Coil-Coating-Bleche aus Stahl und Aluminium werden größtenteils im Dach- und Fassadenbau verwendet. Teilweise werden auch Elektro- und Haushaltsgeräte, wie Waschmaschinen und Kühlschränke aus Coil-Coating-Blechen aus Stahl gefertigt. Weitere Anwendungen sind Lamellen für Jalousien, Blechtüren und Tore, Garagen sowie Wohnwagen und Caravans. Zu den Hauptabnehmern der Gesellschaft gehören im Wesentlichen Unternehmen der Stahl- und Aluminiumindustrie. Die Umsatzerlöse entfallen zu rd. 39 % auf das Inland und zu etwa 61 % auf das europäische Ausland. Neben Deutschland ist Westeuropa unser Hauptmarkt. 1.2 Steuerungssystem Wesentliche Kennzahlen zur Steuerung des Unternehmens sind die Umsatzentwicklung sowie primär das handelsrechtliche Jahresergebnis, das als Grundlage für die Ausschüttungen an die beiden Gesellschafter dient. 1.3 Forschung und Entwicklung Im Bereich Forschung und Entwicklung wird auf bestehende Potenziale des weltweiten Beckers-Konzern zurückgegriffen. Beckers Group hat zwei wichtige Labore eingerichtet, ein Entwicklungslabor im Vereinigten Königreich und ein Forschungslabor in Schweden, die sich mit Coil-Coating-Beschichtungen bzw. Industrielacken befassen. Beispiele für innovative Lösungen aus unserem Entwicklungslabor für den Coil-Coating-Markt sind Deck- und Strukturlacke mit hoher Deckkraft, Beschichtungen auf Polyester- und Polyurethanbasis sowie Mehrschichtsysteme mit alternativen chemischen Zusammensetzungen. Die Forschungsteams von Beckers sind bestrebt, die Umweltbelastung zu verringern, die Leistung zu verbessern und die Haltbarkeit zu erhöhen. 2. Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Die wirtschaftliche Entwicklung im Euroraum zeichnet sich durch eine gedämpfte Dynamik beim Bruttoinlandsprodukt aus. Der Statistik von EuroStat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, zufolge stieg das reale BIP in der Europäischen Union im Jahr 2023 nur noch um rund 0,4 % im Vergleich zu 3,4 % im Vorjahr. Im Jahr 2023 betrug das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands rund 4,19 Billionen Euro, nominal ist das BIP also kräftig gestiegen. Dies liegt allerdings in der Inflation begründet, preisbereinigt ist die deutsche Wirtschaft im letzten Jahr in eine Rezession gerutscht. Das reale Bruttoinlandsprodukt sank gegenüber dem Vorjahr um 0,3 %. Nach der Corona-Krise und dem wirtschaftlichen Einbruch im Jahr 2020 erhoffte sich die deutsche Wirtschaft eine Regeneration in den Folgejahren. Durch den Krieg in der Ukraine, die steigenden Energiepreise und die Rekordinflation fiel die ökonomische Regeneration bereits im Jahr 2022 geringer als erwartet aus. Im Jahr 2023 kam es nun sogar zu einer Rezession. Ukraine-Krise, Energieknappheit, hohe Rohstoffpreise und globale Inflation haben der Lackindustrie im Jahr 2023 weiter stark zugesetzt. In der Folge haben Transportengpässe und Lieferschwierigkeiten unter anderem die Rohstoffversorgung stark beeinträchtigt und die wirtschaftliche Erholung gedämpft. Die Inflationsrate in Deutschland lag im Jahr 2023 unter dem historischen Höchststand des Jahres 2022 von 8,7 %. Nach Angaben von Destatis verzeichnete Deutschland für das Jahr 2023 einen Inflationsanstieg von 5,9 % gegenüber dem Vorjahr. Nahrungsmittel verteuerten sich im Jahresdurchschnitt 2023 besonders stark. Die Energieprodukte verteuerten sich 2023 gegenüber dem Vorjahr um 5,3 % nach einem enormen Anstieg um 29,7 % im Jahr 2022. Die Entlastungsmaßnahmen aufgrund der hohen Energiepreise milderten die Teuerung von Energie im Jahresverlauf wie bereits im Vorjahr teilweise ab. Im Jahresverlauf zeigte sich zudem von März bis Dezember 2023 bei der Energie insgesamt eine Entspannung bei der Preisentwicklung. Nach Angabe des Verbandes der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V. (VdL) erzielte die Farbenbranche im Jahr 2023 ein schlechteres Ergebnis als im Vorjahr. Der Absatz ging um 3 % zurück und der Umsatz stieg inflationsbedingt um 2 %. Bei den Industrielacken kam es 2023 zu einem leichten Anstieg des Verbrauchs um 1,5 % in der Menge, der Wert stieg preisbedingt um 6,7 %. 2.2 Geschäftsverlauf Im Vorjahr wurde für das Geschäftsjahr 2023 aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ein Umsatz mit rd. Mio. EUR 42,1 für Produkte (ohne Rohware und Nebenumsätze) erwartet - dieser wurde mit Mio. EUR 32,5 (Vorjahr: Mio. EUR 40,5) um Mio. EUR 9,6 deutlich unterschritten. Die gesamten Umsatzerlöse sind im Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr um 20,1 % gesunken (Vorjahr: um 4,9 % gestiegen). Bereits ab dem ersten Quartal bis zum Jahresende wurde der Absatzrückgang deutlich spürbar. Infolge eines schwierigen Umfeldes mit deutlichen Rohstoff- und Energiepreiserhöhungen, Materialversorgungsproblemen und nicht vollständiger Weitergabe der Preiserhöhungen an die Kunden sowie insbesondere der Aufwendungen für die ergriffenen Restrukturierungsmaßnahmen blieb das Jahresergebnis mit einem Jahresfehlbetrag von TEUR 2.209 (Vorjahr: Jahresfehlbetrag TEUR 2.637) weiterhin deutlich negativ, fiel jedoch besser als geplant aus. 2.3 Lage der Gesellschaft 2.3.1 Ertragslage Die Umsatzerlöse sind im Vergleich zum Vorjahr um 20,1 % gesunken. Im Jahr 2023 sinkt auch der durchschnittliche Verkaufspreis um 4,5 %. Dieser Rückgang lässt sich unter anderem auf Verschiebungen im Produktportfolio zurückführen. Seit einiger Zeit findet das Thema rund um PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) hohe mediale Präsenz, bei der es um ein Verbot von mehr als 10.000 Stoffen auf europäischer Ebene geht. Im Speziellen geht es um die Fluorkunststoffe wie PVDF, ECTFE, PFA oder FEP. Als Reaktion auf das bevorstehende Verbot haben auch unsere Kunden einige Umstellungen vorgenommen und sind auf alternative Technologien umgestiegen. Dies hatte einen starken Rückgang des Absatzes von hochpreisigen Produkten dieser Gruppe zur Folge.
Trotz der gesamtwirtschaftlichen Prognosen erwartete die Becker Industrielack GmbH im Jahr 2023 eine Absatzmenge leicht über dem Niveau des Jahres 2022. Die Gesellschaft rechnete mit einem Absatzwachstum von 2,6 %, jedoch preisbedingt mit einem höheren Umsatzwachstum von 4 % und demnach mit Umsatzerlösen von TEUR 46.382. Im Rückblick auf das Jahr 2023 zeigt die Absatzmenge gegenüber dem Vorjahr einen sehr starken Rückgang von 15,9 %. Der Umsatzrückgang ist mit 19,7 % sogar stärker ausgeprägt. Der Materialaufwand (ohne Aufwendungen für bezogene Leistungen) ist im Vergleich zum Vorjahr bedingt durch einen deutlichen Rückgang des Mengenvolumens bei gegenläufigen Verschiebungen im Produktmix um 22,0 % auf Mio. EUR 20,3 gesunken. Die Materialaufwandsquote (Materialaufwand ohne Aufwendungen für bezogene Leistungen zur Gesamtleistung) ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 %-Punkte auf 56,4 % gesunken. Dies resultiert vor allem aus dem Produktmix. Ein weiterer positiver Effekt kommt aus dem Projekt "Complexity Reduction". Im Rahmen dieses Projektes wurden sämtliche Rohstoffe überprüft und einige durch günstigere Alternativen ersetzt. Der Personalaufwand hat sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 1.791 (14,6 %) deutlich reduziert. Dieser Rückgang resultiert im Wesentlichen aus Umstrukturierungsaufwendungen von TEUR 1.543 die im Vorjahr enthalten waren. Im Geschäftsjahr 2022 begannen wir mit Umstrukturierungsmaßnahmen als Reaktion auf die aktuelle Marktlage und die stagnierende Auftragslage, um die bestehende Personalstruktur zu optimieren. Diese entfalteten insbesondere ab dem zweiten Halbjahr 2023 ihre positive Wirkung und führten zu einer Reduktion des Personalaufwands. Die Umstrukturierungsmaßnahmen wurden im Laufe des Geschäftsjahres 2024 fortgeführt und abgeschlossen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt TEUR 1.417 (20,4 %) gesunken. Der Rückgang ergab sich unter anderem durch gesunkene Absatzvolumen aber auch geringere Aufwendungen für Kundenreklamationen und Beratungskosten. In erster Linie bedingt durch die schwache Konjunktur und den starken Rückgang des Umsatzvolumens hat sich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 1 trotz deutlichen Verbesserungen in der Kostenstruktur mit TEUR -1.801 gegenüber dem Vorjahreswert von TEUR -2.627 nur geringer als erwartet verbessert und ist weiterhin deutlich negativ. Die geschilderten Entwicklungen haben dazu geführt, dass das Jahr 2023, auch bedingt durch Sonderaufwand für Restrukturierungsmaßnahmen von TEUR 523, hinter den Erwartungen zurückblieb. Es ergab sich ein negatives Ergebnis von TEUR 2.209 (Vorjahr: TEUR 2.637). Die Gesellschaft verzeichnete in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 positive Effekte aus den Restrukturierungsmaßnahmen, einhergehend mit einer Verbesserung des Rohertrages. 2.3.2 Vermögenslage Die Bilanzsumme reduzierte sich insgesamt um TEUR 840 auf TEUR 17.586. Das Anlagevermögen erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 158. Die Investitionen des Jahres 2023 lagen mit TEUR 974 über den Abschreibungen des Geschäftsjahres von TEUR 798. Die Investitionen wurden primär in Automatisierungen der Produktion, Lagerlogistik sowie bauliche Maßnahmen vorgenommen. Das Vorratsvermögen zeigt insgesamt einen leichten Anstieg von 3 % (TEUR 155). Der Anstieg resultiert aus dem Bereich Fertige Erzeugnisse und Waren und ist mit gestiegenen Produktionskosten bedingt durch gestiegene Einkaufspreise zu begründen. Dabei wirken sich der gezielten Bestandsabbau im Bereich der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie der absatzbezogene Abbau der Bestände in den unfertigen Erzeugnissen gegenläufig aus. Zwar sind die Umsatzerlöse im Verlauf des Geschäftsjahres gegenüber dem Vorjahr um 20,1 % gesunken, so liegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit TEUR 3.026 (Vorjahr: TEUR 3.046) auf Vorjahresniveau. Dies begründet sich insbesondere aus Umsatzverlusten in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres und der über dem Vorjahresniveau liegenden Umsatzerlöse im vierten Quartal des Geschäftsjahres. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 1.278 auf TEUR 708 gesenkt. Der Rückgang ist insbesondere auf um TEUR 880 geringere Cash-Pool-Forderungen zurückzuführen. Die Abnahme der Bilanzsumme auf der Passivseite ist im Wesentlichen durch den erzielten Jahresfehlbetrag begründet. Gegenläufig erhöhten sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die Steuerrückstellungen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr stichtagsbedingt um TEUR 1.329. Insbesondere das umsatzstärkere vierte Quartal des Geschäftsjahres trug zu dieser Entwicklung bei. Die Finanzierung der Becker Industrielack GmbH wird ausschließlich über den Konzernverbund dargestellt. Eine Fremdfinanzierung über Kreditinstitute oder sonstige Investoren erfolgte nicht. Im Geschäftsjahr sind Zinsen an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 267 (Vorjahr: TEUR 97) angefallen und es wurden Zinsen aus verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 52 erzielt. Die sonstigen Rückstellungen sind von TEUR 3.975 im Jahr 2022 auf TEUR 3.704 im Geschäftsjahr gefallen. Dieser Rückgang resultiert aus der Abnahme der Rückstellungen für Personalkosten. Dennoch ist die Gesamtsumme der Rückstellungen um TEUR 21 leicht angestiegen bedingt durch die Bildung einer Steuerrückstellung in Höhe von TEUR 300 als Ergebnis der steuerlichen Außenprüfung für die Jahre 2017 bis 2020, die im Jahr 2023 stattgefunden hat. Zum 31. Dezember 2023 hat sich das Eigenkapital der Gesellschaft um TEUR 2.209 auf TEUR 3.844 reduziert. Die Veränderung des Eigenkapitals resultiert ausschließlich aus dem Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres. Da der Rückgang des Eigenkapitals mit einer Abnahme der Bilanzsumme einherging, verminderte sich die Eigenkapitalquote im Vergleich zum Vorjahr um 11 %-Punkte auf 21,9 %. 2.3.3 Finanzlage Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgt im Rahmen von Cash-Pool-Vereinbarungen mit der DNB Bank bzw. der HSBC Continental Europe und der AB Wilh. Becker, Höganäs/Schweden, bzw. der Beckers Industrial Coating Holding AB, Höganäs/Schweden, als Central Account Manager sowie weiteren Gesellschaften der AB Wilh. Becker-Gruppe jeweils als Transaction Account Holders. Zum 31. Dezember 2023 bestehen gegenüber der AB Wilk. Becker Verbindlichkeiten aus dem Cash- Pooling in Höhe von TEUR 877 (Vorjahr: Forderungen von TEUR 1.060) sowie Forderungen aus dem Cash-Pooling gegen die Beckers Industrial Coating Holding AB von TEUR 179 (Vorjahr: TEUR 0). Dagegen wurde das bestehende Darlehen von der schwedischen Schwestergesellschaft Beckers Industrial Coating Holding AB um TEUR 1.000 reduziert, das zum Stichtag mit insgesamt TEUR 4.600 (Vorjahr: TEUR 5.600) valutiert. 2.3.4 Sonstige Informationen Belegschaftsentwicklung (Zum Jahresende - in FTE)
Die Anzahl der Mitarbeiter hat sich zum Vorjahr von 125 auf 99 im Wesentlichen bedingt durch die Restrukturierungsmaßnahmen vermindert. Unsere Personalaufwandsquote (Personalaufwand zu Umsatz) ist im Wesentlichen bedingt durch die niedrigeren Umsatzerlöse von 27,5 % im Jahr 2022 auf 29,4 % im Geschäftsjahr 2023 gestiegen. Beckers legt großen Wert darauf, seine Mitarbeiter über ihre gesamte Karriere unabhängig vom Alter zu motivieren, sich weiterzubilden und neue Herausforderungen innerhalb des Unternehmens und des Konzerns anzunehmen. Managementsystem Neben internen Richtlinien und Arbeitsanweisungen haben Qualitätsstandards einen hohen Stellenwert für uns, so dass wir uns nach den Normen ISO 9001 zertifiziert haben. Zudem haben wir ein Umweltmanagement- sowie Energiemanagementsystem etabliert, das nach den Standards ISO 14001 (Umweltmanagementsystem) sowie ISO 50001 (Energiemanagementsystem) zertifiziert und weiter ausgebaut wurde. Im April 2023 haben wir die Erst-Zertifizierung für die ISO 45001 (Managementsysteme für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz) erfolgreich absolviert. 3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht Risikomanagementsystem Das Risikomanagementsystem umfasst detaillierte Planungsrechnungen zu Beginn des neuen Geschäftsjahres. Im Zuge der Erstellung der Monatsergebnisse werden "Plan-Ist-Vergleiche" für Umsatz, Herstellkosten, Deckungsbeiträge, Gemeinkosten, operatives Ergebnis, Vorräte und Cashflow durchgeführt und Abweichungen analysiert, um mögliche Risiken zu erkennen und ihnen frühestmöglich entgegenzuwirken. Diese Analysen sind Bestandteil des monatlichen Reportings an die Muttergesellschaft. Die wesentlichen Ergebnisse werden regelmäßig im Führungskreis in Dormagen, auf der übergeordneten Organisationsebene "North Europe and America" und im Konzern besprochen. Risiken und Chancen Die Becker Industrielack GmbH ist einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die die Geschäftstätigkeit und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich beeinflussen. Die Erfassung von Risiken und Chancen ist ein integraler Bestandteil unserer Unternehmensführung. Uns sind derzeit keine akuten Risiken bekannt, die die Geschäftstätigkeit oder unsere Unternehmensfortführung gefährden könnten. Absatzbezogene Risiken bestehen - neben marktbedingten Nachfragerückgängen - insbesondere in der Abhängigkeit von einzelnen Kunden und Branchen. Die Auftragslage unserer Kunden sowie deren wirtschaftliche Entwicklung hat einen unmittelbaren Einfluss auf die Absatzmenge der Gesellschaft. Starker Auftragsrückgang oder gar Wegfall eines einzelnen Kunden kann signifikante Einschnitte in den Umsätzen bedeuten und birgt somit ein großes Risiko. Mit Blick auf die schwierige gesamtwirtschaftliche Situation bleibt die Gesellschaft weiterhin eng mit ihren Kunden im Dialog und beobachtet die Situation genau. Auch Änderungen innerhalb der metallverarbeitenden Industrie haben direkten Einfluss auf die Geschäftsaktivitäten der Gesellschaft. Die enge Zusammenarbeit mit den Kunden verstärkt die gegenseitige Abhängigkeit. Dadurch können Lieferverzögerungen, Lieferausfälle oder Qualitätsmängel zu Produktionsstörungen beim Kunden führen. Zur Reduzierung dieser Risiken hat die Gesellschaft Qualitätssicherungskonzepte entwickelt. Des Weiteren ist die Gesellschaft an das Versicherungskonzept der Gruppe angeschlossen, welches durch eine internationale Masterpolice etwaige Haftpflicht-, Produkt- und Sachschäden abdeckt. Ausfallrisiken werden im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen durch ein aktives Debitorenmanagement und angemessene Wertberichtigungen begegnet. Liquiditätsrisiken sind aufgrund der Einbeziehung in das konzerninterne Cash-Pool-Verfahren nicht erkennbar. Neben dem Cash-Pool-Verfahren sind notwendige Finanzmittel über Darlehen aus der Gruppe zur Verfügung gestellt. Durch Implementierung von laufender Liquiditätsplanung- und Überwachung wird sichergestellt, dass die zur Verfügung stehenden Mittel ausreichend sind. Das derzeit größte Risiko stellt nach wie vor die Entwicklung auf den Rohstoffmärkten dar. Vor dem Ukrainekonflikt wurden für das Jahr 2023 für Deutschland noch positive Aufholeffekte durch den Wegfall der Schutzmaßnahmen gegen die Pandemie prognostiziert. Inzwischen zeigen sich jedoch die Auswirkungen des Konflikts und der damit verbundenen Sanktionen und Gegensanktionen auf die europäische Wirtschaft deutlich und lassen somit die Hoffnungen auf positive Aufholeffekte nach der Pandemie sinken. Besonders stark zeigen sich die Auswirkungen des Konflikts auf den Rohstoffmärkten; hier ist der stärkste Anstieg der Rohstoffpreise seit der Ölpreiskrise 1973 zu verzeichnen. Der Ausbruch des Konflikts erfolgte zu einem Zeitpunkt, in dem sich die Rohstoffmärkte aufgrund der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und der stockenden Lieferketten in einer ohnehin schon angespannten Lage befanden. Die gestiegenen Rohstoffpreise können nur zum Teil durch Preiserhöhungen gegenüber unseren Kunden abgefedert werden. Russland gehört zu den weltweit größten Produzenten von Industriemetallen wie Aluminium und Nickel, die in dem Subindex für Industrierohstoffe enthalten sind. Vor allem die Preise für Nickel, Aluminium und Zink stiegen auf Rekordhöhen. Diese Entwicklung stellt insbesondere unsere Kunden aus dem Aluminiumbereich vor große Herausforderungen. Hinzu kommen die Probleme bei der Energieversorgung. Die dramatischen Entwicklungen an den Energiemärkten infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine stellen insbesondere die energieintensive Industrie vor große Herausforderungen. Lieferengpässe und hohe Energiepreise haben maßgeblich zu allgemein steigenden Güterpreisen beigetragen. Die hohen Inflationsraten bauen zusätzlichen Kostendruck auf die Unternehmen auf. Die Gesellschaft ist bestrebt, etwaige Preiserhöhungen bestmöglich abzufedern. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sich diese Preiserhöhungen negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft auswirken. Zur Reduzierung dieser Risiken ist es unabdingbar, für die Zukunft verstärkt auf Differenzierung durch Spezialisierung zu setzten und in die neuen Technologien zu investieren. Dabei sind die Entwicklung und die Vorstellung neuer Produkte ein wichtiger Bestandteil zur Erreichung dieser Zielsetzung. Durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Kunden werden durch speziell entwickelte Lacke diverse Nischenbedürfnisse der Kunden gedeckt. Diese Zusammenarbeit verstärkt gleichzeitig die gegenseitige Abhängigkeit und minimiert das Risiko des schnellen Verlustes von Marktanteilen. In dieser engen Verbindung mit dem Kunden sehen wir außerdem attraktive Wachstumschancen innerhalb unseres Produktangebots. Die größten Chancen sehen wir in der Entwicklung neuer Technologien, wie z. B. UV/EB, die uns Wachstumschancen bieten und es uns ermöglichen, zusätzliche Marktanteile zu gewinnen und bei der Bandbeschichtung unsere Position zu stärken und weiter auszubauen. Die Produktinnovation ist ein wichtiger Pfeiler unserer Strategie und eröffnet uns weitere Wachstumschancen. Ein Beispiel dafür ist unsere UV/EB-Härtungstechnologie, mit der die VOC- und nachgelagerten CO 2 -Emissionen erheblich gesenkt und die Effizienz durch eine bis zu doppelt so hohe Oberflächenabdeckung pro Kilogramm Farbe gesteigert werden können. Die Gruppe Beckers investiert erheblich in diese Technologie, wie die Einrichtung des neuen Sustainable Innovation Centre in Liverpool, Großbritannien, zeigt. Nachhaltigkeit ist der Schlüssel zu unserer Innovation. Die meisten Kunden in der Stahlindustrie haben sich ehrgeizige Ziele in Bezug auf die Reduzierung des Kohlenstoffausstoßes gesetzt. Wir sind bestrebt, im Bereich der Bandbeschichtung führend in Sachen Nachhaltigkeit zu sein und damit unsere Rolle als bevorzugter Partner dieser Kunden zu sichern. Ein Höhepunkt des Jahres 2023 war die Weiterentwicklung des Beckers Sustainability Index, der einen ganzheitlichen Ansatz für die Nachhaltigkeit von Coil Coatings bietet, der über den Kohlenstoff-Fußabdruck hinausgeht. Dieses einzigartige Angebot ermöglicht es uns, die Umweltauswirkungen jedes einzelnen Produkts darzustellen und so eng mit Kunden zusammenzuarbeiten, die ihre Umweltbilanz verbessern wollen. Prognose Im Juli 2024 hat der Internationale Währungsfonds IWF seine Prognose zur globalen ökonomischen Entwicklung aktualisiert und aktuelle Risiken beleuchtet. Trotz Energie- und Nahrungsmittelpreisschock infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, Kaufkraftverlusten durch gestiegene Inflation sowie geldpolitischer Straffung zeigt die Weltwirtschaft derzeit noch eine gewisse Resilienz. Die Basisprognose für die Weltwirtschaft für das Jahr 2024 wird stabil bei 3,2 % belassen, mit einem leichten Wachstum um 0,1 %-Punkte und damit 3,2 % für das Jahr 2025. Dem IWF zufolge erschwert die Inflation im Dienstleistungssektor weiterhin Maßnahmen zur Normalisierung der Geldpolitik, was darauf hindeutet, dass die Zinssätze länger als erwartet hoch bleiben könnten. Alles erfolgt in einem internationalen Kontext, der von Handelsspannungen und politischer Unsicherheit geprägt ist. Die globale Inflation wird den Prognosen zufolge stetig zurückgehen, von 6,8 % im Jahr 2023 auf 5,9 % im Jahr 2024 und 4,5 % im Jahr 2025, wobei die fortgeschrittenen Volkswirtschaften früher zu ihren Inflationszielen zurückkehren als die Schwellen- und Entwicklungsländer. Die Kerninflation wird den Projektionen zufolge im Allgemeinen langsamer zurückgehen. Die deutsche Wirtschaft wird aus Sicht des IWF im Jahr 2024 nur noch um 0,2 % wachsen. Damit hat der IWF die Wachstumsperspektiven Deutschlands immer noch nicht aufgehellt. Im April 2024 hatte der IWF für 2024 ebenfalls ein Wachsen der Wirtschaftsleistung um 0,2 % vorausgesagt. Deutschland bleibt weiterhin das Schlusslicht in der Reihe der stärksten Volkswirtschaften der Welt. Deutschland leide als Exportnation laut IWF stärker unter dem insgesamt schwachen Welthandel als andere Länder. Zudem habe die Industrie mit den hohen Energiepreisen zu kämpfen. Beide Faktoren sorgen dem IWF zufolge für ein schwaches Wachstum der Wirtschaftsleistung gegenüber dem vorangegangenen Jahr. Hinweise auf positive Auswirkungen durch das geplante Paket der Ampelregierung zur Stärkung des Standorts Deutschland sind in dem neuen IWF-Weltwirtschaftsausblick nicht zu finden. Laut dem Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V. (VdL) bleibt das Geschäft für die Farbenbranche auch im Jahr 2024 schwierig. Neben dem noch schwachen Bautenfarbenmarkt wird sich auch das Umfeld für die Industrielacke verschlechtern, allenfalls im zweiten Halbjahr könnte sich die konjunkturelle Lage in der Branche leicht aufhellen. Die Inlandsnachfrage sank im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um gut 3 %. Laut VdL belasten der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, die Inflation und die gegenwärtige internationale politische Situation weiterhin die deutschen Farbenproduzenten, so dass der Gesamtabsatz von Lacken, Farben und Druckfarben 2024 ebenfalls um gut 2 % sinken wird. Der Umsatz der in Deutschland verkauften Lacke, Farben und Druckfarben stieg 2023 inflationsbedingt gegenüber dem Vorjahr um 2 % auf 6,1 Mrd. Euro. Auch für das Jahr 2024 erwartet der VdL einen weiteren leichten Anstieg um gut 1 % auf 6,2 Mrd. Euro. Die Erwartung für das Jahr 2024 zeichnet einen deutlichen Anstieg der Absatzmenge um ca. 22 % gegenüber dem Niveau des Jahres 2023. Die Umsatzerlöse sollen dem positiven Trend folgen und ein Wachstum von 17,5 % gegenüber dem Niveau des Vorjahres erreichen. Die Gesellschaft verzeichnete in den ersten sieben Monaten des Jahres 2024 eine zufriedenstellende Entwicklung. Die kumulierten Umsätze liegen im Juli 2024 in Übereinstimmung mit den Erwartungen. Weitere leichte Optimierungen in der Kostenstruktur haben dazu beigetragen, dass das EBIT deutlich über dem Budget liegt. Es wird damit gerechnet, dass dank der weiteren Optimierung der Kostenstruktur das Jahresergebnis verbessert werden kann. Zudem wird die Gesellschaft die Optimierung der Produktionsprozesse weiter aktiv vorantreiben. Aufgrund der durchgeführten Kostenoptimierung in Verbindung mit der aktuellen Marktentwicklung gehen wir davon aus, für das Jahr 2024 eine deutliche Verbesserung des Ergebnisses zu erzielen und das Geschäftsjahr 2024 mit einem leichten Jahresfehlbetrag von TEUR 105 abzuschließen. Aufgrund der mit jeder Prognose verbundenen Unsicherheiten insbesondere im Zusammenhang mit der fortlaufenden Energiekrise sowie dem Russland-Ukraine-Konflikt und gestiegenen Lieferkettenproblemen kann die tatsächliche Entwicklung von unseren Erwartungen abweichen. Aktuell sieht sich die Gesellschaft noch vielen Herausforderungen konfrontiert. Trotz der herausfordernden Bedingungen sieht sich die Gesellschaft in den nächsten Jahren gut aufgestellt.
Dormagen, den 31. Oktober 2024 Becker Industrielack GmbH Johan Frej Oscar Sandström Geschäftsführung Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Anhang für das Geschäftsjahr 2023Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den ergänzenden Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft i. S. d. § 267 Abs. 2 HGB. Sie hat ihren Sitz in Dormagen und ist beim Amtsgericht in Neuss unter HRB 4840 eingetragen. Von den Erleichterungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften gemäß § 288 Abs. 2 HGB wird teilweise Gebrauch gemacht. Die in Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung oder wahlweise im Anhang anzubringenden Vermerke wurden teilweise im Anhang aufgeführt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird unverändert das Gesamtkostenverfahren angewendet. 1. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden im Wesentlichen unverändert zum Vorjahr angewendet. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten, sofern sie der Abnutzung unterliegen, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer (in der Regel 3 Jahre), bilanziert. Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen werden entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer vorgenommen. Das Sachanlagevermögen wird linear abgeschrieben. Die Abschreibungen erfolgen über folgende voraussichtliche Nutzungsdauern:
Bei Zugängen erfolgt die Abschreibung ausschließlich pro rata temporis. Abnutzbare, bewegliche Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis zu EUR 250,00 werden aufwandswirksam erfasst. Anlagenzugänge, deren Anschaffungskosten mehr als EUR 250,00, aber nicht mehr als EUR 800,00 betragen, wurden ins Anlagevermögen aufgenommen und einer Sofortabschreibung unterzogen. Soweit den nach diesen Grundsätzen bewerteten Gegenständen des Anlagevermögens zum Bilanzstichtag ein voraussichtlich dauerhaft niedrigerer Wert beizulegen ist, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Soweit Wertminderungen nicht mehr bestehen, wird dem Wertaufholungsgebot nach § 253 Abs. 5 HGB Rechnung getragen. Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden unter Beachtung des Niederstwertprinzips mit den Einstandspreisen bewertet. Die Bewertung erfolgt als Einzelbewertung auf Basis des gleitenden Durchschnitts und FiFo-Prinzips. Auf überalterte und schwer verwertbare Bestände werden angemessene Gängigkeitsabschläge vorgenommen. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten gemäß § 255 Abs. 2 HGB bewertet. In die Herstellungskosten werden die Einzelkosten, angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist, einbezogen. Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Waren werden mit den letzten Einstandspreisen oder zu niedrigeren Marktpreisen nach dem Einzelbewertungsprinzip bewertet. Auf die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sowie Waren werden in angemessenem Umfang Gängigkeitsabschläge und Abschläge wegen eingeschränkter Verwertbarkeit vorgenommen. Die Forderungen, sonstigen Vermögensgegenstände und liquiden Mittel werden grundsätzlich zum Nennwert bilanziert. Ausfallrisiken wird in Form von Einzel- bzw. Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen. Forderungen in fremder Währung mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr werden gemäß § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet. Fremdwährungsforderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem Umrechnungskurs bei Rechnungsstellung oder mit dem niedrigeren Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtags bewertet. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden gebildet für Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und steuerliche Verlustvorträge ermittelt. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung würde in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt werden. Im Falle einer Steuerentlastung wird vom entsprechenden Aktivierungswahlrecht kein Gebrauch gemacht und auf den bilanziellen Ausweis verzichtet. Die Bewertung von latenten Steuern erfolgt auf der Grundlage des geltenden Körperschaftsteuersatzes sowie des gewerbesteuerlichen Hebesatzes. Unter Berücksichtigung von Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer ergab sich im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Steuersatz von 31,58 %, der zur Berechnung der latenten Steuern herangezogen wurde. Das Gezeichnete Kapital wird zum Nennbetrag bilanziert. Die Rückstellungen tragen allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen ausreichend Rechnung. Die Bewertung der Rückstellungen erfolgt in Höhe des Erfüllungsbetrages, der sich nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung ergibt, um die zu erwartenden Ausgaben der ungewissen Verbindlichkeiten zu begleichen. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst, wobei Effekte aus der Änderung des Diskontierungszinssatzes im operativen Ergebnis ausgewiesen werden. Die Rückstellungen für Pensionen werden versicherungsmathematisch auf Basis der Heubeck-Richttafeln 2018 G nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt. Bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen wurden zukünftige jährliche Rentenanpassungen von 2 % (Vorjahr: 2 %) berücksichtigt. Hinsichtlich des zugrunde gelegten Rechnungszinses für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen wurde unter der Annahme einer Restlaufzeit von 15 Jahren der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre von 1,83 % (Vorjahr: 1,78 %) und für die Ermittlung des Unterschiedsbetrages gemäß § 253 Abs. 6 HGB der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre von 1,75 % (Vorjahr: 1,44 %) angesetzt. Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB beträgt EUR 543 (Vorjahr: EUR 2.632). Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag passiviert. Fremdwährungsverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden gemäß § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet. Fremdwährungsverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem Umrechnungskurs bei Rechnungsstellung oder dem höheren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Die aus Fremdwährungsgeschäften resultierenden Erträge und Aufwendungen werden zum Tageskurs im Zeitpunkt ihrer Entstehung umgerechnet. 2. Erläuterungen zur Bilanz Anlagevermögen Die Entwicklung der Bruttowerte des Anlagevermögens sowie der Abschreibungen ergibt sich aus dem beigefügten Anlagenspiegel. Forderungen gegen verbundene Unternehmen Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen (TEUR 708 vs. TEUR 1.986 im Vorjahr) resultieren in Höhe von TEUR 529 (Vorjahr: TEUR 926) aus Lieferungen und Leistungen. Hiervon entfallen TEUR 3 (Vorjahr: TEUR 0) auf die Gesellschafterinnen. Darüber hinaus sind Cash-Pool-Forderungen in Höhe von TEUR 179 (Vorjahr: TEUR 1.060). enthalten, die im Vorjahr gegenüber dem Gesellschafter bestanden. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Verpflichtungen aus dem Personalbereich (TEUR 1.869; Vorjahr: TEUR 2.814), Kundenboni (TEUR 841; Vorjahr: TEUR 502), Kundenreklamationen (TEUR 694; Vorjahr: TEUR 502) sowie ausstehende Eingangsrechnungen (TEUR 300; Vorjahr: TEUR 156). Verbindlichkeiten Sämtliche Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und sind unbesichert. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betragen insgesamt TEUR 6.246 (Vorjahr: TEUR 6.253). Hiervon entfallen TEUR 4.620 (Vorjahr: TEUR 5.616) auf ein Darlehen (inklusive Zinsen) von der schwedischen Schwestergesellschaft Beckers Industrial Coating Holding AB, TEUR 365 (Vorjahr: TEUR 503) auf Lieferungen und Leistungen sowie TEUR 384 (Vorjahr: TEUR 134) auf sonstige Verbindlichkeiten u.a. aus Weiterbelastungen. Darüber hinaus sind Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin von TEUR 877 (Vorjahr: TEUR 0) aus Cash-Pooling enthalten. Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern bestehen in Höhe von TEUR 312 (Vorjahr: TEUR 286). Sonstige finanzielle Verpflichtungen An Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen werden in den Geschäftsjahren 2024 bis 2028 TEUR 279 (Vorjahr: TEUR 440) fällig. 3. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus dem Verkauf von Lacken/Lackprodukten an industrielle Kunden. Die Umsatzerlöse beinhalten außerdem Erträge aus Weiterbelastungen der Personalkosten an die verbundenen Unternehmen für beratende Tätigkeiten in Höhe von TEUR 2.617 (Vorjahr: TEUR 3.113). Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten periodenfremde Erträge in Höhe von insgesamt TEUR 82 (Vorjahr: TEUR 192), insbesondere aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen sowie Rückstellungen. Personalaufwand Der Personalaufwand enthält im Geschäftsjahr Aufwendungen im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von TEUR 398 (Vorjahr: TEUR 1.543), die Aufwendungen von außergewöhnlicher Bedeutung gemäß § 285 Nr. 31 HGB darstellen. Sonstige betriebliche Aufwendungen In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von insgesamt TEUR 43 (Vorjahr: TEUR 58) und Kursverluste von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 4) enthalten. Zinsen und ähnliche Aufwendungen Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen in Höhe von insgesamt TEUR 269 (Vorjahr: TEUR 100) betreffen Zinsen an verbundene Unternehmen für die Darlehensgewährung in Höhe von TEUR 267 (Vorjahr: TEUR 98). Darüber hinaus sind in Höhe von TEUR 2 (Vorjahr: TEUR 2) Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen enthalten. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag entfallen wie im Vorjahr ausschließlich auf vorangegangene Perioden. Sonstige Steuern In den sonstigen Steuern ist ein periodenfremder Aufwand von TEUR 85 enthalten. 4. Sonstige Angaben Nachtragsbericht Es sind nach dem Stichtag keine Ereignisse eingetreten, die eine wesentliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben. Arbeitnehmerzahl Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl betrug:
Geschäftsführung
Von einer Angabe der Geschäftsführungsbezüge wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB abgesehen. Beziehungen zu Mutterunternehmen Die Gesellschaft steht zu 94 % im Besitz der Wilh. Becker Holding GmbH, Berlin, die wiederum zu 100 % im Besitz der Becker Industrial Coatings Holding AB, Märsta/Schweden, steht, die ihrerseits eine Tochtergesellschaft der AB Wilh. Becker, Höganäs/Schweden, ist. Die Becker Industrielack GmbH wird in den Konzernabschluss der AB Wilh. Becker, Höganäs/ Schweden, einbezogen, welche den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt. Die Lindengruppen AB, Höganäs/Schweden, stellt den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen auf. Die Konzernabschlüsse sind am jeweiligen Sitz der Gesellschaften in Schweden sowie unter www.bolagsverket.se und unter www.lindengruppen.com erhältlich.
Dormagen, den 31. Oktober 2024 Becker Industrielack GmbH Johan Frej Oscar Sandström Geschäftsführung Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Becker Industrielack GmbH, Dormagen Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Becker Industrielack GmbH, Dormagen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Becker Industrielack GmbH, Dormagen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Düsseldorf, den 31. Oktober 2024 Deloitte
GmbH
Andrea Goertzen, Wirtschaftsprüferin Žans Gorskis, Wirtschaftsprüfer |
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