ottonova Technology Services GmbH

Ottostraße 4, 80333 München, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 227447
Vorher
ottonova services GmbHottonova Technologies Services GmbH
Eingetragen
5.8.2016
Branche
Alle anderen Finanzdienstleistungen a. n. g.Sonstige mit Finanzdienstleistungen verbundene Tätigkeiten a. n. g.Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Gegenstand
Gegenstand geändert, nun: Planung, Entwicklung und Betrieb digitaler Produkte und Dienstleistungen jeglicher Art sowie Übernahme von Vertriebs- und Verwaltungstätigkeit für Finanzdienstleistungsunternehmen im Inund Ausland.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Philip Lönneker
seit 14.10.2025
Geschäftsführer
Matthias Schreiber
seit 23.7.2025
Prokura
Prokura
Geschäftsführer
Prokura
Bernhard Dr. Brühl
seit 26.10.2021
Prokura
Geschäftsführer
Prokura
Thomas Oßwald
seit 11.7.2017
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

ottonova services GmbH

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

GESCHÄFTSBERICHT 2022

OTTONOVA SERVICES GMBH

Inhaltsverzeichnis

Vorwort Jesko David Kannenberg

Mitglieder der Geschäftsführung

Lagebericht der ottonova services GmbH

I. Geschäftsjahr 2022 im Überblick

II. Tatsächliche Entwicklung im Geschäftsjahr im Vergleich zur Prognose des Vorjahres

III. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

IV. Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung und Risikomanagement

V. Voraussichtliche Entwicklung

Jahresabschluss der ottonova services GmbH

Bilanz

Gewinn- und Verlustrechnung

Anhang

Nachtragsbericht

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

Zur besseren Lesbarkeit wird in diesem Bericht weitestgehend das generische Maskulinum verwendet. Die verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich - sofern nicht anders kenntlich gemacht - auf alle Geschlechter.

Vorwort

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Geschäftspartner,

"Zeitenwende" ist das Wort des Jahres 2022 und fasst den Krisenmarathon des vergangenen Jahres auf prägnante Weise zusammen. Zusätzlich zur zuvor schon prägenden Zeit der SARS- CoV-2-Pandemie und den zunehmenden Gefährdungen durch den Klimawandel erschütterte im Februar der russische Angriffskrieg auf die Ukraine. Vieles kam gezwungenermaßen auf den Prüfstand, die deutsche und die internationale Wirtschafts- und Energiepolitik mussten sich völlig neu ausrichten. Die russische Invasion hat die pandemiebedingten Engpässe bei Rohstoffen mit vielfach gerissenen oder massiv gestörten Lieferketten dabei noch einmal verschärft. Gestiegene Energiepreise verteuerten das Heizen der eigenen vier Wände und das Autofahren. Auch die Herstellung vieler Produkte wurde kostspieliger, die Produzenten gaben die Mehrkosten vielfach an Handel und Verbraucher weiter. Bei 6,9% schließlich lag 2022 die Inflationsrate in Deutschland - nach einem vorläufigen Höhepunkt im Oktober und November mit jeweils 8,8%.

Krieg und Inflation setzten auch den Kapitalmärkten kräftig zu; steigende Zinsen und sinkende Marktbewertungen taten ihr Übriges, um die Risikobereitschaft von Investoren spürbar eintrüben zu lassen. Der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften diagnostizierte eine Investorenstimmung, die das letzte Mal vor 20 Jahren so gedrückt war wie 2022. Investierten Wagniskapitalgeber im Rekordjahr 2021 noch rund 17,4 Mrd. EUR in deutsche Startups, waren es 2022 mit 9,9 Mrd. EUR über 40,0% weniger als im Jahr zuvor - und das zu geänderten Anforderungen: Einhergehend mit den Bewertungskorrekturen bei InsurTechs priorisierten Investoren anders als im Vorjahr bei ihren Zukaufszielen Profitabilität vor Wachstum.

In diesem anspruchsvollen Umfeld konnte unsere Muttergesellschaft ottonova Holding AG im Spätsommer 2022 weitere Investoren vom digitalen Geschäftsmodell unserer Gruppe überzeugen und mit einer Eigenkapitalerhöhung von 36,8 Mio. EUR in die nächste Unternehmensphase eintreten, diejenige vor Erreichen des Break-Even. Neben dem erneuten Engagement bestehender Investoren sind nunmehr auch der Wachstumskapitalgeber Cadence Growth Capital sowie ein in München ansässiges Single Family Office weitere wichtige Bestandteile des ottonova-Investorenkreises.

Dass sich Nachhaltigkeitsaspekte bei den institutionellen Investoren in Deutschland als fester Bestandteil für eine Investmententscheidung etabliert haben, traf im abgelaufenen Geschäftsjahr auf das, was wir als ottonova mit Blick auf ESG 1 -Kriterien erreicht haben. So haben wir im vergangenen Jahr eine Nachhaltigkeits-Due-Diligence durchgeführt, die uns mit einem durchweg positiven Ergebnis bewertet und uns gleichzeitig weiteres Optimierungspotenzial für die Zukunft aufgezeigt hat. Die Einhaltung von ESG-Kriterien ist ein wichtiger Hebel für Wertgenerierung und bietet, richtig umgesetzt, große Chancen für mehr Wachstum, höhere Profitabilität und eine Steigerung des Unternehmenswertes. Als ottonova-Gruppe wollen wir hier Themen besetzen im Einklang mit dem Kerngeschäft, den Erwartungen unserer Stakeholder und dem Reifegrad unserer Organisation.

Profitabilität ist das neue Wachstum. Die ottonova-Gruppe wird in den kommenden Jahren in einer Balance aus Effizienz, Wachstum und Innovation die Rolle als digitaler Vorreiter der privaten Krankenversicherungen weiter und nachhaltig ausbauen. Die Mittel der letzten Finanzierungsrunde wird die Gruppe nutzen, um bestehende und zukünftige Versicherungstarife zu vermarkten und die Geschäftsprozesse noch effizienter zu gestalten, auch in der ottonova services GmbH. Ein großer vertrieblicher Schwerpunkt wird im Wachstumsmarkt der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) liegen, einer privaten Krankenzusatzversicherung in Form eines Gruppenvertrages über einen Arbeitgeber, der im Idealfall die Beitragszahlung vollständig übernimmt - im heutigen Arbeitnehmermarkt ein wirksames Instrument zur Mitarbeitendengewinnung und -bindung und bei ottonova im Abschluss und in der Verwaltung als volldigitale Strecke. Die ottonova services GmbH wird wie bei den übrigen Produkten einen wertvollen Beitrag beim Vertrieb sowie der operativen Betreuung der Versicherten der ottonova Krankenversicherung AG übernehmen.

ottonova überträgt die Annehmlichkeiten der digitalen und mobilen Welt auf die private Krankenversicherung. Unsere rund 40.000 Kunden in der ottonova Krankenversicherung AG wissen das zu schätzen und kürten ottonova 2022 im Rahmen der KUBUS-Studie zum vierten Mal in Folge zum privaten Krankenversicherer mit der höchsten Kundenzufriedenheit - mit großem Vorsprung zu den weiteren Marktteilnehmern.

2022 war für ottonova ein herausforderndes, ein wegweisendes Jahr. Ich sage allen 110 Kolleginnen und Kollegen der ottonova services GmbH meinen herzlichsten Dank, die gemeinsame Arbeit und das große Engagement aller haben 2022 zu einem herausragenden ottonova-Jahr gemacht.

Die ottonova-Gruppe stand noch nie so gut da wie jetzt und ist ein weiteres Mal ein ",Great Place to Work®".

Ich freue mich, wenn Sie uns auf unserem weiteren Weg begleiten.

Herzlichen Dank für Ihr Vertrauen.

 

ottonova services GmbH

Jesko David Kannenberg, Geschäftsführer

1 ESG = Environmental, Social, Governance (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung)

Mitglieder der Geschäftsführung

Jesko David Kannenberg

Business Development / Design

Andreas Katzig (bis 31. März 2022)

IT

Christopher Koker (seit 1. Januar 2022)

Marketing

Matthias Schreiber

Leistungs- und Vertragsservice / Underwriting

Dr. Stefan Strobl

Product

LAGEBERICHT

DER OTTONOVA SERVICES GMBH

I. Geschäftsjahr 2022 im Überblick

Gesamtwirtschaftliche Situation

Im Jahr 2022 musste sich die deutsche Wirtschaft mehreren Krisen gleichzeitig stellen: Im dritten Jahr der andauernden SARS-CoV-2-Pandemie kamen ab Ende Februar die politischen und wirtschaftlichen Verwerfungen des Krieges in der Ukraine hinzu, die im Jahresverlauf in massiven Preissteigerungsraten für Energie und den Bedarfsmitteln des täglichen Lebens mündeten. War das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2021 um 2,9% gestiegen, so lag die Wachstumsrate 2022 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes noch bei 1,9%. Die deutsche Wirtschaft konnte sich inmitten des multiplen Krisengefüges doch recht gut behaupten.

Auf der Nachfrageseite waren die privaten Konsumausgaben durch Nachholeffekte die wichtigste Wachstumsstütze der deutschen Wirtschaft; mit einem Anstieg von 4,6% gegenüber dem Vorjahr erreichten sie damit fast das Vorkrisenniveau von 2019. Auch die drei Entlastungspakete der Bundesregierung in Höhe von über 100,0 Mrd. EUR wirkten. Beide Entwicklungen trafen auf einen robusten Arbeitsmarkt: Die Zahl der Erwerbstätigen am Arbeitsmarkt stieg um 1,3% auf 45,6 Mio.

Die Dynamik der deutschen Wirtschaft schwächte sich allerdings im Jahresverlauf deutlich ab und auch die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung wandelten sich 2022 mehrfach: Bis weit ins zweite Halbjahr hinein sank der ifo-Geschäftsklimaindex in allen Dimensionen (Geschäftsklima, Beurteilung der Geschäftslage, Geschäftserwartungen) auf das niedrigste Niveau seit Beginn der SARS-CoV-2-Krise, bei den Geschäftserwartungen von über 95 zu Beginn 2022 auf unter 80. Seit dem vierten Quartal hat sich die Stimmung jedoch wieder deutlich gebessert und dieser Trend setzt sich auch 2023 fort. Nicht zuletzt die stark gestiegene Inflation 2022 dürfte hierfür ein Treiber sein. Auch durch das aktive Eingreifen der Notenbanken mit der Erhöhung der Leitzinsen, bei der Europäischen Zentralbank (EZB) im Dezember 2022 auf 2,5%, konsolidiert sich die Inflation zum Jahresende auf einem hohen Niveau.

Marktsituation der privaten Krankenversicherung

Die ottonova services GmbH erbringt im Wesentlichen Vertriebs- und Verwaltungstätigkeiten für ihre Schwestergesellschaft ottonova Krankenversicherung AG und ist insofern mittelbar eingebunden in die Entwicklung des Marktes der privaten Krankenversicherungen (PKV) und hiervon maßgeblich beeinflusst.

Die ottonova services GmbH ist eng verknüpft mit der Marktentwicklung der PKV, konkurriert sie doch grundsätzlich im Markt der Dienstleister für Versicherungen mit anderen Service Providern, sowohl bezüglich Effizienz als auch hinsichtlich des Levels an Kundenservice.

Der Markt der privaten Krankenversicherung ist 2022 erneut gewachsen. Dem Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) zufolge stieg die Gesamtzahl der Versicherungen auf 37,8 Mio.; davon entfielen auf die Zusatzversicherung insgesamt 29,1 Mio. Verträge - ein Plus von 2,1%. Die Zahl der PKV-Vollversicherten hielt sich mit einem leichten Minus von 0,16% weitgehend stabil.

Das fünfte Jahr in Folge wechselten wieder mehr Menschen von der gesetzlichen (GKV) in die private Krankenversicherung (PKV) als umgekehrt. 2022 entschieden sich 145.500 Personen für einen Wechsel aus der GKV in die PKV, 115.900 Personen wiederum wechselten von der PKV in die GKV.

Die Beitragseinnahmen in der Kranken- und Pflegeversicherung erhöhten sich 2022 um 3,1% auf 46,8 Mrd. EUR. 41,7 Mrd. EUR (plus 1,8%) entfallen auf die private Krankenversicherung sowie 5,1 Mrd. EUR (plus 14,7%) auf die private Pflegepflichtversicherung (PPV).

Gleichwohl wurde die private Krankenversicherung (PKV) wie in den vergangenen Jahren auch 2022 von politischen Diskussionen beeinflusst, darunter die Debatten um pauschale Beihilfen in einzelnen Bundesländern oder eine Beteiligung der PKV an den Folgekosten der SARS-CoV-2-Pandemie. Die weiter steigende Jahresarbeitsentgeltgrenze sorgte für zusätzliche Belastungen, weil sie das Marktpotenzial für die PKV beschneidet.

Die breite Verunsicherung der Bevölkerung durch die Polykrise 2022 (SARS-CoV-2-Pandemie, Ukrainekrieg, Inflation) führte nach unserer Beobachtung zudem dazu, dass weitreichende wirtschaftliche Entscheidungen wie jene für eine PKV durchaus verschoben wurden. Zudem sank die Zahl der Selbstständigen 2022 das elfte Jahr in Folge - diesmal um 54.000 Personen (-1,4%) auf 3,9 Mio.

Geschäftsentwicklung ottonova services GmbH

Die ottonova Krankenversicherung AG (nachfolgend "ottonova KV"), die ottonova Holding AG, die ottonova services GmbH (nachfolgend "ottonova services"), die on Beratungs- und Vertriebs-GmbH, die KVpro.de GmbH sowie die ION Access & Health GmbH werden gemeinsam als "ottonova-Gruppe" bezeichnet. Die ottonova services GmbH hat einen Beherrschungsvertrag mit der Muttergesellschaft ottonova Holding AG abgeschlossen und wird in deren Abschluss einbezogen.

Gegenstand der ottonova services GmbH ist die Übernahme von Vertriebs- und Verwaltungstätigkeiten jeglicher Art für Finanzdienstleistungsunternehmen im In- und Ausland. Für die Schwestergesellschaft ottonova KV werden in der ottonova services unterstützende Dienstleistungsprozesse gebündelt, die sonst in vorwiegend dezentral aufgestellten Geschäfts- oder Unternehmenseinheiten erbracht würden.

Die ottonova services GmbH ist Teil des Ökosystems von ottonova, sie ist zentraler Plattformanbieter, Produkt- und Technologielieferant. Services verschiedener Marktteilnehmer können über Schnittstellen flexibel und wechselseitig in der ottonova services GmbH integriert werden - "Software as a Service" (Saas) als Cloud-Computing-Modell, mit dem Hard- und Softwaretools für die Anwendungsentwicklung etwa bei anderen Versicherungen bereitgestellt werden, womit sie im Rahmen einer White-Label-Kooperation Krankenzusatz- und Krankenversicherungstarife unter eigenem Namen anbieten können. Per SaaS stellt die ottonova services GmbH Softwareanwendungen aus der Cloud zur Verfügung. Kunden müssen keine eigene Software installieren oder betreiben und benötigen keine klassischen Softwarelizenzen.

Im Einzelnen hat die ottonova KV folgende Tätigkeiten an die ottonova services ausgegliedert:

Vertrieb und Vertriebsverwaltung B2B 1

Bestandsverwaltung

Leistungsbearbeitung im Bereich der Schadenabwicklung.

Die ottonova KV als Haupt-Business-Partner der ottonova services hat sich im Geschäftsjahr 2022 dank eines deutlichen Wachstums im Neugeschäft weiterhin positiv entwickelt. Die Zahl der vollversicherten Personen wuchs von 2.890 auf 3.899, die Zahl der zusatzversicherten Personen von 23.232 auf 34.792. Die Bruttobeitragseinnahmen stiegen auf 22.071 TEUR (Vorjahr: 14.597 TEUR). Die Umsatzerlöse der ottonova services erhöhten sich von 3.403 TEUR im Vorjahr auf 3.924 TEUR. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verbesserte sich durch die gestiegene Effizienz in den operativen Prozessen inklusive der Skalierung von Sachkosten von -19.926 TEUR im Vorjahr auf -17.740 TEUR. Ergebnisverbessernd wirkte zudem die Erhöhung der sonstigen betrieblichen Erträge durch die Auflösung von Rückstellungen.

II. Tatsächliche Entwicklung im Geschäftsjahr im Vergleich zur Prognose des Vorjahres

Die Gesellschaft bewertet ihre Geschäftsentwicklung insgesamt als positiv, jedoch noch in starker Abhängigkeit des stark anwachsenden Geschäftes der ottonova KV. Daher war auch in der Prognose nicht mit einer vollständigen Kostendeckung und dem Erreichen der Gewinnschwelle geplant worden.

Die ottonova services GmbH erwirtschaftet ihre Umsatzerlöse mit Dienstleistungen für die ottonova Krankenversicherung AG.

Deren Neugeschäft entwickelte sich wie erwartet gut, was sich auf eine Steigerung der Umsatzerlöse um 15,3% in der ottonova services positiv auswirkte. Die Umsatzerlöse generieren sich durch Erträge aus der Bestandsbetreuung und den Versicherungsabschlüssen. Geplant war ein nur geringer Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen, dies konnte die Gesellschaft mit einem Plus von 1,3% von 13.585 TEUR im Vorjahr auf 13.760 TEUR im Geschäftsjahr 2022 erreichen.

Wie geplant verbesserte sich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von -19.926 TEUR im Vorjahr auf -17.740 TEUR.

Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag blieb wie im Vorjahr bei 48.686 TEUR, durch Ausübung des bestehenden Beherrschungsvertrages mit der ottonova Holding AG.

Auf der Aktiva erhöhten sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 88,0% auf 37.966 TEUR. Demgegenüber stand auf der Passiva ein Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von 26,5% auf 86.677 TEUR. Die Verbindlichkeiten haben sich durch den wachsenden Kundenbestand und die daraus resultierenden Kosten für das Wachstum weiter erhöht. Weiterer Faktor war ein Ansteigen der Verbindlichkeiten durch Inter-Company-Darlehensverträge.

Die jahresdurchschnittliche Zahl der Beschäftigten lag mit 119 (Vorjahr: 93) Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rahmen der Planung.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Wesentliche Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen ergaben sich im abgelaufenen Jahr 2022 aus Sicht der Gesellschaft nicht.

Personalsituation

Die ottonova services GmbH ist Teil der ottonova-Gruppe, insofern gelten die hier gemachten Aussagen für die Gruppe als auch für die dazugehörigen Gesellschaften.

Die Kundinnen und Kunden der ottonova-Gruppe profitieren von den unterschiedlichen Kompetenzen, Erfahrungen und Persönlichkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Deren Qualifikationen und Stärken bilden die Grundlage unseres geschäftlichen Erfolges. Die ottonova-Gruppe beschäftigte Ende 2022 164 (Vorjahr: 153) festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon waren bei der ottonova services GmbH 110 (Vorjahr: 105) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angestellt.

Um langfristig erfolgreich zu sein, steht die ottonova-Gruppe im Wettbewerb um die besten Talente und verfolgt das Ziel, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Die ottonova-Gruppe setzt dabei auf eine Mischung aus attraktiver Vergütung, einer kollegialen und konstruktiven Unternehmenskultur, individuell angepassten Entwicklungsmöglichkeiten und flexiblen Arbeitszeitmodellen. In der heutigen Definition des Employer Branding sind Arbeitgeber zudem besonders gefragt, wenn sie sich der Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien verschreiben und hierüber berichten.

Im Berichtszeitraum wurde eine Reihe von ESG-Maßnahmen initiiert und umgesetzt, die positiv sowohl auf die Belegschaft nach innen wirken als auch auf potenzielle neue Mitarbeitende; die Kommunikation hierüber erfolgt über einen eigenen Nachhaltigkeitsbereich auf der Website von ottonova (Landing Page).

Anlässlich des Produktlaunchs der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) im Herbst 2022 hat ottonova im Rahmen einer repräsentativen Umfrage die Bedeutung dieses Angebotes für Mitarbeitende in Erfahrung gebracht: 86,3% der Befragten halten eine bKV für wichtig, 29,9% davon für sehr wichtig. Insofern ist es folgerichtig, den Mitarbeitenden der ottonova- Gruppe ab 1. Juni 2023 die bKV als Ergänzung der privaten Versorgung anzubieten. Die bKV definiert diese Form der privaten Gesundheitsversorgung über Krankheitskostenteilversicherungen als arbeitgeberfinanzierte Gruppenversicherung.

Im Jahr 2022 konnte der eingeschlagene Weg, die von Vertrauen und offenem Dialog geprägte Führungskultur zu stärken, fortgesetzt werden. Die Personalentwicklung hat im Rahmen der HR 2 - Strategie einen großen Stellenwert und so konnten im Ergebnis mehrere Mitarbeiter ihr Wirkungsfeld vergrößern und mehr Verantwortung übernehmen.

1 B2B steht für "Business to Business", die Geschäftsverbindung zwischen zwei Unternehmen
2 HR steht für Human Resources (Personalwesen)

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Attraktivität der ottonova- Gruppe als Arbeitgeber: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Ebenen sollen das Unternehmen von innen heraus mitentwickeln und die Arbeitsplatzkultur gestalten. Hierzu hat die ottonova-Gruppe 2022 gemeinsam mit dem Beratungsinstitut Great Place to Work® zum vierten Mal eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Dabei konnten wir eine Beteiligungsquote von 81,0% (Vorjahr: 94,0%) erreichen und erneut die zweitbeste Note "sehr gut" erzielen.

In der Folge wurde die ottonova-Gruppe als "Great Place to Work®" zertifiziert. Bewerteten 2021 82,0% der Mitarbeitenden ottonova als attraktiven Arbeitgeber, waren es 2022 84,0%. In den Nachbereitungsprozess, bei dem es darum geht, im Rahmen der Befragung erkannte Defizite zu analysieren und Optimierungsmöglichkeiten im Sinne der Belegschaft einzuleiten, werden erneut alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter intensiv einbezogen.

III. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Ertragslage

Die Umsatzerlöse der ottonova services erhöhten sich von 3.403 TEUR im Vorjahr auf 3.924 TEUR. Die Umsatzerlöse generieren sich im Wesentlichen durch Erträge aus der Bestandsbetreuung (2.471 TEUR) und den Vertragsabschlüssen (1.437 TEUR).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 1,3% von 13.585 TEUR im Vorjahr auf 13.760 TEUR. Grund hierfür waren im Wesentlichen die gestiegenen Aufwendungen für Software.

Der Personalaufwand erhöhte sich durch vermehrte Neueinstellungen von 7.937 TEUR auf 9.218 TEUR.

Finanzlage

Die Finanzlage der Gesellschaft ist geordnet. Sie verfügt zum Jahresende über liquide Mittel in Höhe von 581 TEUR sowie Forderungen insbesondere gegen verbundene Unternehmen (TEUR 37.966). Durch den Beherrschungsvertrag mit der Muttergesellschaft ottonova Holding AG werden Verluste periodisch ausgeglichen.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme ist um 14.729 TEUR gestiegen. Das Anlagevermögen hat sich im Geschäftsjahr um 541 TEUR vermindert, was auf die planmäßigen Abschreibungen von Vermögensgegenständen zurückzuführen ist. Das Umlaufvermögen hat sich um 15.606 TEUR erhöht, die größte Position sind die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 37.966 TEUR. Die Rückstellungen sind im Vergleich zum Vorjahr von 3.409 TEUR auf 290 TEUR gesunken. Es wurden vor allem Rückstellungen für Aktienoptionen in Höhe von 3.112 TEUR aufgelöst. Die Verbindlichkeiten erhöhten sich von 69.766 TEUR auf 87.613 TEUR, was auf den wachsenden Kundenbestand, die daraus resultierenden Kosten für das Wachstum und die bestehenden Inter-Company- Darlehensverträge zurückzuführen ist.

Gesamtergebnis

Das Ergebnis verbesserte sich von -19.926 TEUR auf -17.740 TEUR, hauptsächlich aufgrund der Auflösung von Rückstellungen vor allem für Aktienoptionen und den hieraus resultierenden sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von 1.831 TEUR. Nach Steuern wurde ein Jahresüberschuss/-fehlbetrag von 0 TEUR (Vorjahr: O TEUR) ausgewiesen. Das Eigenkapital blieb im Geschäftsjahr 2022 unverändert bei 0 EUR. Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert bei 48.686 TEUR.

Gesamtaussage

Das Geschäftsjahr 2022 verlief für die ottonova services GmbH im Rahmen der Erwartungen des definierten Plans und ist damit als insgesamt positiv zu bewerten.

IV. Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung und Risikomanagement

Zusammenfassung

Wie bei jungen, wachsenden Unternehmen im Aufbau üblich, ist die ottonova services GmbH auch kurz- bis mittelfristig zur Unterstützung des Wachstums auf weitere Zuführung liquider Mittel angewiesen. Diese erhält die Gesellschaft im Bedarfsfall über die Muttergesellschaft ottonova Holding AG, die im Geschäftsjahr 2022 eine weitere Finanzierungsrunde erfolgreich abschließen konnte und somit in der Lage ist, der ottonova services GmbH auch kurzfristig die benötigten Mittel bereitzustellen.

Im aktuellen Marktumfeld konzentriert sich ottonova darauf, dass die neu eingeführten Produkte sowie das bestehende Geschäft effizient wachsen, damit die Profitabilität in den nächsten Jahren erreicht wird. Gemäß der Unternehmensplanung sollte die 2022 abgeschlossene Finanzierungsrunde die letzte vor dem Erreichen der Gewinnschwelle (Break-Even) gewesen sein.

Der Vorstand der Muttergesellschaft ottonova Holding AG bewertet regelmäßig diverse Szenarien, um jederzeit die langfristige Finanzierung sicherzustellen. An dieser Stelle spielt die Gruppensicht eine wesentliche Rolle, da an die ottonova services GmbH Aufgaben innerhalb der Gruppe ausgegliedert sind.

Im Rahmen der Unternehmensplanung wird ein Stressszenario betrachtet, in dem die Sensitivität des geplanten Neugeschäftes und seine Auswirkung auf das Erreichen der Gewinnschwelle untersucht wird. In diesem Fall wird eine im Vergleich zur gesamten Kapitalisierung sehr geringe Finanzierung benötigt, die durch Kosteneinsparungen und kurzfristig ergriffene Maßnahmen gesteuert werden kann.

Das Risikomanagementsystem der ottonova services GmbH

Da die Schwestergesellschaft ottonova Krankenversicherung AG (im Folgenden auch "ottonova KV") ein durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) reguliertes Unternehmen ist, verfügt sie über ein fundiertes Risikomanagementsystem, das alle operativen Einheiten der ottonova-Gruppe umfasst. Die ottonova services GmbH ist in dieses System eng eingebunden, da die Aufgaben der ottonova KV systematisch an die ottonova services GmbH sowie andere Tochtergesellschaften der ottonova Holding AG ausgegliedert sind beziehungsweise durch andere Unternehmen der ottonova-Gruppe wahrgenommen werden.

Die Geschäfts- und Risikostrategie der Schwestergesellschaft ottonova KV bildet den Rahmen für die übergeordneten geschäftspolitischen Ziele sowie die risikostrategische Ausrichtung. Sie zeigt strategische Chancen und Potenziale auf und definiert das gemeinsame Grundverständnis darüber, welche Risiken eingegangen, wie sie überwacht und gesteuert werden.

Deshalb kommt im Risikomanagementprozess dem gezielten Abwägen von Chancen und Risiken eine große Bedeutung zu. Eingebunden in die Gesamtsteuerung der ottonova-Gruppe ist das Risikomanagement darauf ausgerichtet, die Finanzkraft und Unabhängigkeit des Konzerns zu erhalten, die dauerhafte Erfüllung der Verpflichtungen und Leistungsversprechen gegenüber den Kunden und die Einhaltung der gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen sicherzustellen und zu einer nachhaltigen Wertsteigerung beizutragen.

Vorgehen im Berichtsjahr

Die Entwicklung der geopolitischen und wirtschaftlichen Lage hat in den letzten Jahren zu starken Veränderungen geführt. Zurzeit ist die ottonova-Gruppe inklusive aller Tochterunternehmen davon nicht wesentlich betroffen. Die mit diesen Entwicklungen verbundenen Risiken werden regelmäßig beobachtet.

Das Interne Kontrollsystem (IKS) der ottonova-Gruppe wird sukzessive mit der Modellierung der Prozesse weiter ausgebaut. Im Jahr 2023 plant die ottonova-Gruppe, die Risikoanalyse und die Struktur des Internen Kontrollsystems weiterzuentwickeln.

Die unternehmensspezifischen Kriterien hinsichtlich Fähigkeiten, Kenntnissen und Fachkunde aller Personen, die die ottonova- Gruppe tatsächlich leiten oder andere Schlüsselfunktionen innehaben, sind in einer Leitlinie dokumentiert. Durch die strikte Überprüfung und Einhaltung dieser Kriterien wird die Erfüllung der Anforderungen an die fachliche Qualifikation und persönliche Zuverlässigkeit sichergestellt.

Organisation des Risikomanagements

Im Rahmen der internen Gruppenausgliederungen werden mehrere Aufgaben durch die ottonova services GmbH wahrgenommen, was durch die entsprechenden Ausgliederungsverträge reguliert ist.

ottonova überwacht, dass es weder zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Qualität des Governance-Systems noch zu einer übermäßigen Steigerung des operationellen Risikos kommt. Um die Einhaltung dieser Vorgaben zu gewährleisten, hat die ottonova Holding AG die an die ottonova services GmbH ausgegliederten Funktionen, soweit sie wesentlich sind, in ihr Risikomanagementsystem beziehungsweise Internes Kontrollsystem integriert.

Beim Outsourcing wichtiger Funktionen ist zudem sicherzustellen, dass relevante Elemente des Risikomanagementsystems und des Internen Kontrollsystems des beauftragten Dienstleisters angemessen und wirksam sind. Die Erfüllung dieser und aller weiteren gesetzlichen und aufsichtsbehördlichen Anforderungen an ein (wichtiges) Outsourcing wird durch eine interne Leitlinie sichergestellt.

Die Verantwortung für die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems für die gesamte ottonova-Gruppe trägt der Gesamtvorstand der ottonova Holding AG. Ihm obliegen die gesellschafts- und ressortübergreifende Planung, Steuerung und Überwachung des gesamten Risikoprofils. Dies schließt die Festlegung risikostrategischer Vorgaben für das Eingehen von Risiken in den operativen Geschäftsbereichen und die Überwachung dieser Vorgaben ein. Die operativen Entscheidungen über die Wahrnehmung von Chancen und das Eingehen von Risiken werden grundsätzlich im Rahmen von Kompetenzregelungen dezentral in den Fachabteilungen getroffen. Die jeweilige Abteilungsleitung fungiert als dezentraler Risikomanager. Bei ihr liegt die Verantwortung für die umfassende Identifizierung, Bewertung und Steuerung aller ihrem Kompetenzbereich zugeordneten Risiken.

In der Wahrnehmung ihrer Aufgaben wird sie vom zentralen Risikomanagement unterstützt, das den reibungslosen Ablauf des Risikomanagementprozesses überwacht und sicherstellt, dass das Risikomanagementsystem der Gruppe in Einklang mit den regulatorischen Anforderungen und den innerbetrieblichen Leitlinien steht. Für Transparenz über die aktuelle Risikolage sorgt ein turnusmäßiges Risikoreporting an das mindestens quartalsweise tagende Risiko- und Compliance-Komitee, den Vorstand der ottonova Holding AG, deren Aufsichtsrat und die Geschäftsführung der ottonova services GmbH. In besonderen Fällen werden die Geschäftsführung der ottonova services GmbH sowie der Vorstand der Muttergesellschaft ottonova Holding AG sofort unterrichtet und gegensteuernde Maßnahmen zeitnah eingeleitet.

Die Interne Revision überprüft die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems. Darüber hinaus fungieren der Aufsichtsrat der ottonova Holding AG sowie die Sicherheits-, Compliance- und Datenschutzbeauftragten als interne Kontrollinstanzen.

Risikoprofil

Das Risikoprofil wird im Wesentlichen von den Risikokategorie operationelle und Compliance-Risiken bestimmt. Darüber hinaus werden zur Einschätzung der Lage in der Hauptsache strategische, Liquiditäts-, Reputations- und Klimawandelrisiken betrachtet. Weitere Risiken der ottonova-Gruppe sind im Konzernabschluss der ottonova Holding AG dargestellt.

Die ottonova services GmbH ist eine der zentralen Dienstleistungsgesellschaften der ottonova KV für Konzerneinheiten in folgenden Bereichen:

Business Development

Customer Support

Operations Support

Claims Management

Underwriting

Brand Marketing

Online Marketing

Growth

Design

IT

Informationssicherheit IT

Product.

Die zu erbringenden Dienstleistungen werden in den mit den entsprechenden Konzerneinheiten geschlossenen Funktionsausgliederungsverträgen geregelt. Dieser Sachverhalt bestimmt maßgeblich das Risikoprofil der ottonova services GmbH, die verwendeten Instrumente und die Struktur des Risikomanagements, wie sie innerhalb des Unternehmens aufgebaut sind.

Bevor eine Ausgliederung erfolgen darf, ist eine Analyse der Kritikalität der auszulagernden Funktion oder Versicherungstätigkeit durchzuführen. Diese Analyse basiert auf einer vollständigen Darstellung aller Funktionen beziehungsweise Prozesse, die einzeln nach ihrer Kritikalität (das heißt der Konsequenzen für den Fall einer Störung oder den kompletten Funktionsausfall) für das Geschäftsmodell der ottonova Krankenversicherung bewertet werden. Anhand dieser Bewertung wird dann entschieden, ob die Funktion oder die Versicherungstätigkeit ausgelagert werden kann. Die Risiken werden ab Zeitpunkt des Vertragsschlusses regelmäßig überwacht. Mindestens einmal jährlich muss der Ausgliederungspartner (Leistungserbringer) dahingehend beurteilt werden, wie die vertraglichen Verpflichtungen hinsichtlich Qualität, Termingerechtigkeit, allgemeiner Vertragstreue und Nachhaltigkeitskriterien (Klimawandelrisiko) erfüllt werden. Die Leistungsbeurteilung erfolgt anhand vorgegebener Kriterien in Abstimmung mit dem Risikomanagement.

Darüber hinaus werden die operationellen Risiken der ottonova services GmbH ständig überwacht. Diese werden in regelmäßig stattfindenden Risikointerviews mit den Risikoverantwortlichen, in der Regel den Abteilungsleitern, erfasst. Dabei werden die Einzelrisiken umfassend beschrieben und gemäß einer Bewertungsmatrix in ihrer Bruttoauswirkung definiert. Mittels ebenfalls definierter Kontrollmechanismen beziehungsweise Maßnahmen werden die erwarteten Bruttorisiken auf Nettorisiken reduziert. Dabei haben die Risikoverantwortlichen besondere Bedeutung hinsichtlich der Meldung und der Überwachung der definierten Maßnahmen zur Schadenbegrenzung.

Für die geschäftskritischen Prozesse werden die Notfallpläne definiert, die einer regelmäßigen Aktualisierung unterliegen.

Operationelle und Compliance-Risiken - Chancen und Risiken

Operationelle Risiken entstehen in betrieblichen Systemen oder Prozessen, die aus menschlichem oder technischem Versagen beziehungsweise aus externen Einflussfaktoren resultieren. Auch rechtliche Risiken, die auf vertraglichen Vereinbarungen oder rechtlichen Rahmenbedingungen basieren, zählen dazu.

Bei der Steigerung des Geschäftsvolumens gewinnt das operationelle Risiko mehr an Bedeutung.

Aufgrund der hohen Durchdringung der Geschäftsprozesse mit IT-Systemen kommt dem Management der technischen Risiken eine bedeutende Rolle zu. Im Fokus steht die Gewährleistung der IT-Sicherheit und IT-Verfügbarkeit, die insbesondere durch Betriebsstörungen sowie Betriebsunterbrechungen, Sicherheitslücken, Datenverluste und externe Angriffe auf die Systeme gefährdet sein können. Diesen Risiken begegnet ottonova durch die Auslagerung der Kernsysteme mit umfassenden Schutzvorkehrungen wie der räumlichen Trennung von kritischen Hardwarekomponenten, dem Einsatz von Firewalls, Virenschutzprogrammen und Backups, physikalischen Zugangskontrollen sowie einem wirkungsvollen Zugriffsberechtigungssystem inklusive regelmäßig stattfindender Reviews desselbigen. Die Risiken durch Datenverlust oder bei einem Systemausfall sind dadurch minimiert, dass die Datenspeicher mehrfach redundant und ausfallsicher in unterschiedlichen und voneinander vollständig unabhängigen Rechenzentren stationiert sind. Um die durch Sicherheitslücken und mögliche Angriffsvektoren entstehenden Risiken zu reduzieren, werden regelmäßige manuelle und automatisierte Penetrationstests unserer öffentlich erreichbaren und internen Infrastruktur mit unterschiedlichen und wechselnden externen Dienstleistern durchgeführt. Darüber hinaus werden alle Systeme regelmäßig auf sicherheitsrelevante Updates für eingesetzte Software geprüft und mit verfügbaren Aktualisierungen auf dem aktuellen Stand gehalten. Zum Schutz vor Viren und Trojanern setzt ottonova unternehmensweit eine Antivirensoftware ein, die zentral gesteuert und regelmäßig aktualisiert wird.

Es werden kontinuierliche Monitorings durchgeführt, die ottonova zeitnah auf verdächtige Aktivitäten in den Netzwerken hinweisen. Für die Mitarbeiter werden regelmäßig interne Schulungen durchgeführt; sie erhalten zudem Informationen, die auf die Notwendigkeit zum vorsichtigen und sicheren Umgang mit Software, E-Mails und dem Internet hinweisen sowie auf aktuelle bestehende Gefahren. Darüber hinaus wurden im IT-Bereich mehrere Notfallpläne entwickelt, die einer regelmäßigen Überprüfung unterliegen.

Außerdem werden politische Krisenherde und ihre Auswirkungen auf ottonova ständig beobachtet und analysiert. Das Geschäft von ottonova befindet sich ausschließlich in Deutschland. Die Entwicklung der geopolitischen und damit verbundenen wirtschaftlichen Lage hat insbesondere im letzten Jahr zu starken Veränderungen geführt. Zurzeit ist die ottonova-Gruppe davon insgesamt nicht wesentlich betroffen. Die mit diesen Entwicklungen verbundenen Risiken werden von ottonova regelmäßig beobachtet, im internen Reporting dargestellt und plausibilisiert sowie mit der Geschäftsführung der ottonova services GmbH und dem Vorstand der Muttergesellschaft ottonova Holding AG erörtert.

Im Bereich "menschliches Versagen" wird das Risiko einer fehlerhaften Bearbeitung oder von Handlungen in betrügerischer Absicht durch stichprobenhafte Prüfung von Bearbeitungsvorgängen minimiert. Auszahlungen unterliegen zudem strengen Berechtigungs- und Vollmachtregelungen, so dass Handlungen in arglistiger oder betrügerischer Absicht verhindert oder zumindest erschwert werden. Im eingerichteten Internen Kontrollsystem werden Risiken in Prozessen dargestellt. Auf dieser Grundlage prüft die Interne Revision regelmäßig die Angemessenheit und Funktionsfähigkeit der eingerichteten Kontrollmechanismen.

Zu operationellen Risiken wird jährlich eine ottonova-individuelle Risikoinventur durchgeführt, innerhalb derer nach einem eigenen Scoring-System eine Bewertung und Abstufung der Risiken nach deren Kritikalität und dem möglichen Handlungsbedarf erfolgt.

Ebenso ist eine Zuordnung von Maßnahmen zur Risikobegrenzung und deren Verfolgung enthalten. Quartalsweise wird die Risikoinventur aktualisiert und die wichtigsten Risiken werden an den Vorstand der ottonova Holding AG berichtet. Bei Veränderung der Risikolage werden die Risiken sowie die entsprechenden Maßnahmen im Laufe des Jahres zusätzlich ergänzt. Die wichtigsten zehn Risiken sowie alle Risiken im IT-Bereich werden im internen Risikobericht dargestellt.

Risiken, aber auch Chancen, die aus der aktuellen Rechtsprechung beziehungsweise aus veränderten gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen resultieren können, werden laufend beobachtet, um eine zeitnahe Reaktion sicherzustellen. Darüber hinaus begegnet die ottonova-Gruppe den durch Veränderungen der Gesetzgebung und Rechtsprechung begründeten Risikopotenzialen durch aktive Mitarbeit in Verbänden und Gremien, wo immer dies sinnvoll erscheint.

Die Compliance-Risiken spielen ebenfalls eine wesentliche Rolle für ottonova. Hierfür ist es erforderlich sicherzustellen, dass diese Risiken und deren Veränderungen frühzeitig erkannt und verfolgt werden, um die erforderlichen Maßnahmen treffen zu können. Für alle identifizierten Rechtsrisiken sind risikomitigierende Maßnahmen implementiert, die ein verbleibendes Rechtsrisiko auf ein nach Auffassung der Compliance-Funktion vertretbares Maß reduzieren. Da die Wirksamkeit der mitigierenden Maßnahmen für die Nettorisikobewertung der identifizierten Rechtsrisiken wesentlich ist, wurde die regelmäßige Überprüfung der risikomitigierenden Maßnahmen bei den wesentlichen Bruttorechtsrisiken im Regelfall in den Compliance-Plan aufgenommen und deren Umsetzung im Rahmen eines jährlichen Compliance-Audits überprüft. Der Schwerpunkt der durch die Risikoinventuren identifizierten Compliance-Risiken lag im Berichtszeitraum im Bereich des Datenschutzrechts. Hierbei handelt es sich insbesondere um die Themen Datenverlust/Angriff von Hackern sowie unbefugte Erhebung, Verarbeitung und Weitergabe von Daten an Dritte ohne rechtliche Grundlage.

Aufgrund des Bewusstseins über die Sensibilität des Themas Datenschutz wurden bereits in der Vergangenheit umfassende mitigierende Maßnahmen implementiert, die im Berichtszeitraum weiterentwickelt und ergänzt wurden. Mit allen relevanten Partnern werden entsprechende ADV 1 -Verträge abgeschlossen. So wurden unter anderem ein umfangreiches Schulungskonzept umgesetzt, interne Leitlinien erweitert, ein Permission-Prozess implementiert und ein vollintegriertes Datenauskunfts- und Datenlöschsystem vorangetrieben. Alle wesentlichen Rechtsthemen werden zusätzlich mit einem externen Datenschützer und Datenschutzkoordinator abgestimmt. Damit die Rechtsrisiken reduziert werden können, spielt die Zusammenarbeit mit der IT-Abteilung eine wesentliche Rolle. Neben der Weiterentwicklung des Governance-Systems, des Notfallmanagementsystems und der Umsetzung des Berechtigungskonzeptes sowie der Implementierung der Leitlinien IT-Sicherheit, Clean Desk und Informationssicherheit werden permanent technische Maßnahmen durchgeführt und eingesetzt (beispielsweise Firewall, Antivirensoftware, externe Penetrationstests, IDV 2 -Inventur).

Das Risikokapital wird für operationelle Risiken aus der handelsrechtlichen Sicht, jeweils abhängig vom Umfang des Geschäftsbetriebes, in die Berechnungen zur Risikotragfähigkeit einbezogen.

Außerdem werden politische Krisenherde und ihre Auswirkungen auf die ottonova-Gruppe ständig beobachtet und analysiert. Da sich das Geschäft ausschließlich in Deutschland befindet und ottonova in der IT-Entwicklung der Services und Infrastrukturen sowie in der Organisation (beispielsweise IT Security Chapter) und mit den Aktivitäten (Workshops, Penetrationstests) aus Sicht des Vorstandes der ottonova Holding AG sicherheitsseitig gut aufgestellt ist, schätzt die Gesellschaft die Auswirkungen der aktuellen Risiken zurzeit nicht wesentlich ein. Zusammenfassend sieht ottonova keine operationellen Risiken, die den Geschäftsbetrieb nachhaltig gefährden könnten.

Liquiditätsrisiko

Zur Steuerung des Liquiditätsrisikos wird eine Liquiditätsplanung für die ottonova-Gruppe erstellt und überwacht. Alle Tochtergesellschaften werden im Rahmen dieser Planung getrennt dargestellt, womit für die ottonova services GmbH eine detaillierte Planung besteht. Dadurch wird nach Einschätzung des Vorstandes der ottonova Holding AG sowie den Geschäftsleitungen der anderen Tochtergesellschaften inklusive der ottonova services GmbH gewährleistet, dass jedes Unternehmen der ottonova-Gruppe jederzeit in der Lage ist, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Das Liquiditätsrisiko ist als moderat anzusehen, steht jedoch permanent im Mittelpunkt des unternehmerischen Handelns der ottonova-Gruppe.

Strategie und Reputation - Chancen und Risiken

Strategische Chancen und Risiken können sich für die ottonova services GmbH aus strategischen Geschäftsentscheidungen ergeben oder daraus, dass Geschäftsentscheidungen nicht an ein geändertes Umfeld angepasst werden. Darüber hinaus können die strategischen Entscheidungen innerhalb der ottonova-Gruppe das Geschäft der ottonova services GmbH stark beeinflussen. Deswegen werden die Reputationsrisiken innerhalb der ottonova-Gruppe betrachtet.

1 ADV = Auftragsdatenverarbeitung
2 IDV = Individuelle Datenverarbeitung

Die Ergebnisse der laufenden Beobachtung des externen Umfeldes werden vom Vorstand der ottonova Holding AG analysiert und gegebenenfalls durch eine Prüfung und Anpassung der Geschäfts- und Risikostrategie - im jährlichen Turnus oder ad hoc - sowie eine konsequente Umsetzung der Änderungen operationalisiert.

Durch negative Darstellungen in der Öffentlichkeit können für die ottonova-Gruppe Reputationsrisiken entstehen. Insbesondere die im Rahmen der Ausgliederungsverträge für die ottonova KV erbrachten Leistungen können durch unzufriedene Kunden, die sich an die Öffentlichkeit wenden, einen wesentlichen Einfluss haben. Es sind derzeit keine wesentlichen Reputationsrisiken erkennbar. Dazu trägt auch die vorbeugende Öffentlichkeitsarbeit der Gruppe bei. So begegnet die ottonova-Gruppe den beschriebenen Reputationsrisiken durch eine intensive Beobachtung aller Medien, inklusive der sozialen Medien, um schnell auf negative Darstellungen reagieren zu können. Demgegenüber entstehen durch positive Bewertungen von Kunden auch Chancen, die die ottonova-Gruppe konsequent in Marketing und Vertrieb zum Ausbau des Geschäftes nutzt.

Klimawandelrisiken - Chancen und Risiken

Da die Nachhaltigkeit ein wichtiger Aspekt für die ottonova services GmbH und die gesamte ottonova-Gruppe ist, sind die Klimawandelrisiken - und damit verbundene Reputationsrisiken - von hoher Bedeutung. Eine kurzfristige sowie langfristige Auswirkung des Klimawandels auf die ottonova-Gruppe kann Folgen in verschiedenen Bereichen verursachen (unter anderem Versicherungsprodukte, IT, Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, nachhaltiges Handeln im Büro) und wird deswegen ständig überwacht. Maßnahmen zur Verringerung des Kohlenstoffdioxidausstoßes sollen auch ein integraler Bestandteil der gesamten Geschäftsstrategie der ottonova-Gruppe sein und dazu beitragen, sowohl die betriebliche Leistung zu verbessern als auch potenziell schädliche Emissionen in Boden, Wasser und Luft zu reduzieren. ottonova hat eine Reihe von Leitlinien erweitert, um ordnungsgemäße und effiziente Arbeitsabläufe zu gewährleisten. Darüber hinaus gilt für die ottonova-Gruppe eine eigene interne Leitlinie Klimaschutz. Damit die Ergebnisse der Umweltaktivitäten regelmäßig überwacht werden können, führt ottonova eine jährliche Ermittlung des Kohlenstoffdioxidverbrauches durch.

Der Carbon Footprint von ottonova wurde hierbei auf Grundlage international anerkannter Standards berechnet.

Nachhaltigkeitsthemen werden in Strategiebildungsprozesse integriert, sie sind Teil des Purpose von ottonova als Organisation.

Zudem erreichte die ottonova-Gruppe im Rahmen einer 2022 durchgeführten ESG-Due-Diligence eine sehr positive Investmentbewertung. Jegliche nachhaltige Innovation und Kommunikation wirkt nach innen in die Unternehmenskultur und nach außen im Auftritt gegenüber den Stakeholdern von ottonova.

Zusammenfassende Darstellung der Chancen- und Risikolage

Zusammenfassend stellt die Gesellschaft fest, dass indirekt die Interessen der Versicherungsnehmer der ottonova KV (als Haupt- Business-Partner der ottonova services GmbH) aus Sicht der Geschäftsführung der ottonova services GmbH zu keinem Zeitpunkt gefährdet waren.

Sowohl die SARS-COV-2-Pandemie als auch die politisch-wirtschaftliche Mehrfachkrise 2022 haben die Resilienz wie auch die Chancen des digitalen Geschäftsmodells der ottonova services GmbH und der ottonova-Gruppe eindrucksvoll aufgezeigt.

Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems in der ottonova services GmbH ist gewährleistet und in das Risikomanagementsystem der ottonova-Gruppe einbezogen. Mit Hilfe der eingeführten Strukturen und Prozesse werden Risikoentwicklungen frühzeitig erkannt, analysiert, bewertet und deren Steuerung ermöglicht.

Mit dem rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystem sind die Ziele verbunden, dass

die Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften vollständig, zeitnah, mit dem korrekten Wert, in der richtigen Buchungsperiode und auf den richtigen Konten erfasst, verarbeitet und dokumentiert werden,

die Buchungsunterlagen richtig und vollständig sind,

Inventuren ordnungsgemäß durchgeführt werden,

Aktiva und Passiva im Abschluss zutreffend angesetzt, ausgewiesen und bewertet werden und

verlässliche Informationen zeitnah und richtig bereitgestellt werden.

Die wesentlichen Merkmale dieses Systems betreffen

dokumentierte und standardisierte Verfahrensabläufe,

Funktionstrennungen,

Berechtigungskonzepte,

(maschinelle und manuelle) regelmäßige Kontroll- und Abstimmtätigkeiten und

die Prüfung des Rechnungslegungsprozesses durch die unabhängige Interne Revision.

Eine klare Funktionstrennung ist dadurch sichergestellt, dass die operative Verantwortung für Geschäftsentscheidungen auf Ebene der Fachbereiche von der buchhalterischen Erfassung und bilanziellen Bewertung des Geschäftes getrennt ist.

Einer engen und frühzeitigen Abstimmung mit dem Wirtschaftsprüfer über bilanzrechtliche Änderungen und die bilanzielle Abbildung neuartiger Transaktionen misst ottonova eine hohe Bedeutung bei.

Im Rechnungslegungsprozess ist ein leistungsfähiges Standardsystem im Einsatz, das die Erfüllung der Qualitätsanforderungen sicherstellt, hinsichtlich der Verhinderung eines unautorisierten Zugriffs im Rahmen des Berechtigungskonzeptes, der Einhaltung eines wirksamen Vier-Augen-Prinzips, insbesondere bei allen zahlungsrelevanten Vorgängen der vollständigen und ordnungsgemäßen Dokumentation aller Transaktions- und Parameteränderungen.

Die Kontrollaktivitäten umfassen sowohl Vollständigkeits- und Richtigkeitskontrollen als auch Soll-/Ist-Abgleiche. Dazu gehört auch die Abstimmung der in Nebenbüchern (insbesondere für Anlagegüter, Provisionsabrechnungen und Versicherungsverträge) geführten Bestände mit dem Buchungsstand im Hauptbuch der Finanzbuchhaltung.

Ein Risiko besteht in der Veränderung von Zahlungsströmen beispielsweise durch steigende Kundenakquisitionskosten. Unter aktuellen Planannahmen ist die ottonova-Gruppe derzeit ausreichend bis zum Erreichen des Break-Even finanziert. Für die ottonova services GmbH bedeutet das, dass benötigte Mittel kurzfristig bereitgestellt werden könnten. Gleichwohl finden mitunter Gespräche mit verschiedenen Marktteilnehmern statt, um die Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung strukturell zu optimieren. Mit dem Verlauf der Finanzierungsrunde 2022 ging die verstärkte Fokussierung auf Kosteneffizienz einher, womit kurz- bis mittelfristig neue Parameter für die Wachstumsdynamik definiert werden. Insofern ist insgesamt mit einem stabilen und zugleich effizienteren Wachstum als in den Vorjahren zu rechnen.

V. Voraussichtliche Entwicklung

In Folge der Auswirkungen des Ukraine-Russland-Konfliktes, der hohen Inflation sowie der Leitzinsanhebungen prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF) für die Weltwirtschaft eine Wachstumsrate von 2,8%. Für Deutschland wird ein Rückgang des Wirtschaftswachstums um -0,1% erwartet; die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erhöhten hingegen in ihrem Anfang April 2023 veröffentlichten Frühjahrsgutachten die Wachstumserwartungen für Deutschland auf 0,3%.

Geldpolitik wirkt zeitversetzt auf die Wirtschaft, so dass die treibende Inflation auch weiterhin das bestimmende Thema der kommenden Monate sein wird - wenn hier auch möglicherweise der Höhepunkt überschritten scheint. Zwar hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen im Euroraum seit der Zinswende im Sommer 2022 zuletzt zum sechsten Mal in Folge auf nunmehr 3,5% erhöht. Gekoppelt an weitere Zinsschritte wird sich die Inflationsrate in den kommenden Monaten damit möglicherweise verringern, gleichwohl aber ein beherrschendes Thema bleiben. Das vom EZB-Rat zur Wahrung der Preisstabilität angestrebte Inflationsziel von 2,0%, das eigentliche EZB-Mandat, scheint bei einer derzeit rund 6,9%igen Preissteigerungsrate im Euroraum (März 2023) jedoch in weite Ferne gerückt zu sein, auch wenn sich der Preisauftrieb gegenüber den Werten zu Jahresbeginn (Januar: 8,6%, Februar: 8,5%) deutlich verringert hat. Allerdings bestehen weiterhin eine Reihe inflationstreibender und -verfestigender Tendenzen. Die US-Notenbank Fed hatte vor Einsetzen der Störungen im Bankensystem mit ihrer Sicht der wenig ausgeglichenen Inflationsrisiken zunächst deutlicher als die EZB weitere Erhöhungen des zwischenzeitlich auf 4,75%-5,0% angehobenen Zinskorridors angekündigt, um ihr ebenso 2,0%iges Inflationsziel zu erreichen. In den USA ging die Inflation im März dieses Jahres tatsächlich stärker als erwartet auf 5,0% zurück, seit März gerieten aber sowohl die Fed als auch die EZB durch die neuerlichen Verwerfungen im Bankensektor in einen gewissen Zielkonflikt zwischen Preis- und Finanzstabilität.

Die Geschäftsentwicklung der ottonova services GmbH wird maßgeblich von jener der Schwestergesellschaft ottonova Krankenversicherung AG beeinflusst. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit wird nach Einschätzung der Gesellschaft bei leicht steigenden Umsätzen etwa im Bereich des Ergebnisses von 2022 liegen.

Wir wissen, dass wir unseren bisherigen Erfolg weiterhin zuallererst unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu verdanken haben. Nur mit ihrem Engagement können wir wettbewerbsfähige Produkte entwickeln und exzellenten Service bieten. Daher gilt ihnen allen unser Dank für den in einem herausfordernden Jahr 2022 geleisteten enormen Einsatz.

Bilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

(in EUR) 2022 2021
A. Anlagevermögen 246.769 787.766
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 155.605 644.675
II. Sachanlagen 91.164 143.091
B. Umlaufvermögen 38.627.679 23.021.945
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 38.046.479 20.399.350
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 55.389 50.097
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 37.966.075 20.199.387
3. Sonstige Vermögensgegenstände 25.015 149.866
II. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 581.200 2.622.595
C. Rechnungsabgrenzungsposten 343.123 679.280
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 48.685.921 48.685.921
Summe Aktiva 87.903.492 73.174.912

Passiva

(in EUR) 2022 2021
A. Eigenkapital 0 0
I. Gezeichnetes Kapital 25.000 25.000
II. Bilanzgewinn/-verlust -48.710.921 -48.710.921
III. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 0 0
IV. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 48.685.921 48.685.921
B. Rückstellungen 290.142 3.408.908
I. Sonstige Rückstellungen 290.142 3.408.908
C. Verbindlichkeiten 87.613.350 69.766.004
I. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 751.834 1.068.777
II. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 86.676.607 68.538.541
III. Sonstige Verbindlichkeiten 184.909 158.686
Summe Passiva 87.903.492 73.174.912

Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

(in EUR) 2022 2021
1. Umsatzerlöse 3.923.802 3.402.977
2. Sonstige betriebliche Erträge 3.340.103 6.968
3. Personalaufwand -9.217.977 -7.936.670
4. Abschreibungen -792.823 -853.299
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen -13.759.822 -13.584.631
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.233.316 -961.753
7. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -17.740.034 -19.926.407
8. Erträge aus Verlustübernahme 17.740.034 19.926.407
9. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 0 0
10. Gewinn-/Verlustvortrag 0 0
11. Bilanzgewinn/-verlust 0 0

Anhang

Die Gesellschaft wird als ottonova services GmbH beim Amtsgericht München im Handelsregister unter HRB 227 447 mit Sitz in München geführt. Die Gesellschaft erstellt den Jahresabschluss und den Lagebericht nach Maßgabe der Bestimmungen des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG). Soweit ergänzende Angaben aus der Bilanz beziehungsweise Gewinn- und Verlustrechnung ersichtlich sind, werden diese im Anhang nicht gesondert erläutert. Leerposten werden gemäß § 265 Abs. 8 HGB nicht angegeben.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die ottonova services GmbH stellt den Jahresabschluss nach den Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften auf (§ 267 Abs. 2 HGB).

Im Einzelnen wurden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt:

Im Jahresabschluss sind die Ansatzvorschriften der §§ 246-251 HGB beachtet worden. Es sind sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden, Aufwendungen und Erträge enthalten, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist. Die Posten der Aktivseite sind nicht mit Posten der Passivseite, Aufwendungen nicht mit Erträgen saldiert. Die Vermögensgegenstände und Schulden sind zum Abschlussstichtag einzeln bewertet worden.

Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres sind unabhängig von den Zeitpunkten der entsprechenden Zahlungen im Jahresabschluss berücksichtigt worden.

Es ist vorsichtig bewertet worden, namentlich sind alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, berücksichtigt, selbst wenn diese erst zwischen Abschlussstichtag und dem Tag der Aufstellung des Jahresabschlusses bekannt geworden sind. Gewinne sind nur berücksichtigt worden, wenn sie am Abschlussstichtag realisiert sind.

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Die planmäßige Abschreibung erfolgt nach der wirtschaftlichen Nutzungsdauer von drei bis dreizehn Jahren. Vermögensgegenstände des beweglichen Sachanlagevermögens, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten für den einzelnen Vermögensgegenstand bis zu 800 EUR (netto) betragen, wurden als geringwertige Vermögensgegenstände behandelt und im Jahr des Erwerbs in voller Höhe abgeschrieben. Geringwertige Vermögensgegenstände bis zu 250 EUR (netto) werden im Zugangsjahr vollständig abgeschrieben.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert beziehungsweise mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben.

Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand, andere Vermögensgegenstände und Rechnungsabgrenzungsposten sind mit den Nominalbeträgen angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag wird entsprechend § 268 Abs. 3 HGB gebildet.

Das Stammkapital wird zum Nennwert bilanziert.

Sonstige Rückstellungen werden mit den notwendigen Erfüllungsbeträgen (§ 253 Abs. 1 HGB) bewertet. Bei Restlaufzeiten von mehr als einem Jahr erfolgt eine Abzinsung mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre (§ 253 Abs. 2 HGB).

Vom Wahlrecht zur Bildung von aktiven latenten Steuern wird kein Gebrauch gemacht.

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Weitere Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB bestehen zum 31. Dezember 2022 nicht.

Zugehörigkeit zu Konzernen

Die ottonova services GmbH ist ein mit der ottonova Holding AG, München, verbundenes Unternehmen. Das voll eingezahlte gezeichnete Kapital befindet sich zu 100,0% im Besitz der ottonova Holding AG. Die ottonova services GmbH hat einen Ergebnisabführungsvertrag mit der Muttergesellschaft ottonova Holding AG geschlossen.

Das Mutterunternehmen ottonova Holding AG erstellt unter Berücksichtigung der Grundsätze aus § 341i Abs. 2 und 3, § 290 HGB einen Konzernabschluss als Holding, der gleichzeitig der kleinste und größte Konsolidierungskreis ist. Die ottonova services GmbH wird in diesen Konzernabschluss einbezogen. Der Konzernabschluss der ottonova Holding AG wird im Unternehmensregister des Bundesanzeiger-Verlages veröffentlicht.

Bilanzerläuterungen

AKTIVA

Die immateriellen Vermögensgegenstände in Höhe von 155.605 EUR (Vorjahr: 644.675 EUR) bestehen vollumfänglich aus Softwarelizenzen. Sie werden unter Zugrundelegung einer Nutzungsdauer zwischen drei und fünf Jahren linear abgeschrieben.

Die Sachanlagen (91.164 EUR; Vorjahr 143.091 EUR) enthalten Büroeinrichtung sowie EDV-Ausstattung. Die wirtschaftliche Nutzungsdauer der Büroeinrichtung beträgt dreizehn Jahre, die Nutzungsdauer der EDV-Ausstattung zwischen drei und acht Jahren. Die Sachanlagen werden linear abgeschrieben.

Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände weisen eine Restlaufzeit von unter einem Jahr auf.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren vollständig aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen gegenüber der ottonova Holding AG resultieren aus der Verlustübernahme gemäß Beherrschungsvertrag.

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen eine Mietkaution.

Der Posten Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks beträgt 581.200 EUR (Vorjahr: 2.622.595 EUR) und enthält ausschließlich Guthaben bei Kreditinstituten.

PASSIVA

Das gezeichnete Kapital beträgt 25.000 EUR (Vorjahr: 25.000 EUR) und ist voll eingezahlt.

Der Bilanzverlust von -48.710.921 EUR (Vorjahr: - 48.710.921 EUR) enthält einen Verlustvortrag in Höhe von -48.710.921 EUR (Vorjahr: - 48.710.921 EUR). Der Jahresüberschuss/-fehlbetrag beträgt unter Berücksichtigung des Beherrschungsvertrages mit der ottonova Holding AG vom 19. Juli 2021 0 EUR (Vorjahr: 0 EUR). Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag beträgt 48.685.921 EUR (Vorjahr: 48.685.921 EUR).

Sonstige Rückstellungen

(in EUR) 2022 2021
Sonstige Rückstellungen
1. Rückstellungen für externe Jahresabschlusskosten 0 21.389
2. Rückstellungen für Urlaubsansprüche 231.552 103.995
3. Rückstellungen für Schwerbehindertenausgleichsabgabe 25.920 19.200
4. Rückstellungen für Berufsgenossenschaftsbeiträge 0 28.092
5. Rückstellungen für noch ausstehende Kosten 0 81.942
6. Rückstellungen für Bonus- und Personalkosten 32.670 42.350
7. Rückstellungen für Aktienoptionen 0 3.111.940
Sonstige Rückstellungen insgesamt 290.142 3.408.908

Die Verbindlichkeiten in Höhe von 87.613.350 EUR (Vorjahr: 69.766.004 EUR) und deren Restlaufzeiten werden im folgenden Verbindlichkeitsspiegel dargestellt:

(in EUR) Gesamt Geschäftsjahr (GJ) Gesamt Vorjahr (VJ)
Verbindlichkeiten I. aus Lieferungen und Leistungen 751.834 1.068.777
II. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 86.676.607 68.538.541
Sonstige Verbindlichkeiten 184.909 158.686
davon aus Steuern 0 3.477
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 184.909 155.210
Gesamt 87.613.350 69.766.004
< 1 Jahr 1-5 Jahre > 5 Jahre
(in EUR) GJ VJ GJ VJ GJ VJ durch Pfandrechte o.ä. gesichert
Verbindlichkeiten I. aus Lieferungen und Leistungen 751.834 1.068.777 0 0 0 0 0
II. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0 0 0 0 86.676.607 68.538.541 0
Sonstige Verbindlichkeiten 184.910 158.686 0 0 0 0 0
davon aus Steuern 0 3.477 0 0 0 0 0
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 184.910 155.210 0 0 0 0 0
Gesamt 936.744 1.227.463 0 0 86.676.607 68.538.541 0

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betragen 86.676.607 EUR und beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber der Muttergesellschaft ottonova Holding AG in Höhe von 69.938.367 EUR (Vorjahr: 57.534.271 EUR), für deren Erfüllung eine Rangrücktrittsvereinbarung zwischen der ottonova Holding AG und der ottonova services GmbH zugunsten der ottonova services GmbH besteht.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen umfassen zudem Verbindlichkeiten gegenüber der Schwestergesellschaft ottonova Krankenversicherung AG in Höhe von 181.506 EUR (Vorjahr: 0 EUR) und aus Posten der Konzernverrechnung (797.520 EUR).

ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Die Umsatzerlöse betragen 3.923.802 EUR (Vorjahr: 3.402.977 EUR).

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 3.340.103 EUR (Vorjahr: 6.968 EUR) enthalten periodenfremde Erträge aufgrund der Auflösung von sonstigen Rückstellungen. Sie resultieren hauptsächlich aus der Auflösung von Rückstellungen vor allem für Aktienoptionen.

Angaben nach § 285 Nr. 17 HGB

Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar liegt bei 12.500 EUR.

Personalbericht

Die ottonova services GmbH beschäftigte im Jahresdurchschnitt 119 (Vorjahr: 93) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Innendienst.

Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

(in EUR) 2022 2021
Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 7.605.744 6.735.467
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 1.405.158 1.147.043
c) Sonstiger Personalaufwand 207.076 54.160
Personalaufwand insgesamt 9.217.977 7.936.670

Die Aufwendungen für Altersversorgung betrugen im Geschäftsjahr 5.308 EUR (Vorjahr: 4.833 EUR).

Die Abschreibungen in Höhe von 792.823 EUR (Vorjahr: 853.299 EUR) entfallen vollständig auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und beinhalten ausschließlich planmäßige Abschreibungen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gliedern sich wie folgt:

(in EUR) 2022 2021
Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Rückstellungen 25.920 19.632
b) Raumkosten 16.466 76.999
c) Reisekosten 55.120 33.677
d) Verwaltungskosten 2.980.717 1.550.120
e) Versicherungen, Gebühren und sonstige Abgaben 5.753 40.402
f) Rechts- und Beratungskosten 2.007.303 1.341.493
g) Vertriebskosten 8.666.129 10.521.915
h) Bewirtungskosten extern 2.414 393
Sonstige betriebliche Aufwendungen insgesamt 13.759.822 13.584.631

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen in Höhe von 1.233.316 EUR (Vorjahr: 961.753 EUR) beinhalten weitestgehend Zinsaufwand aus den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.

Zum Bilanzstichtag bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 322.068 EUR, davon 8.068 EUR aus Mietverträgen für die Kopierer sowie 314.000 EUR aus einem Abrechnungsvertrag mit einem verbundenen Unternehmen zur Weitergabe der Kosten der Medialeistungen.

Organe

Die Mitglieder der Geschäftsführung werden namentlich als Bestandteil des Anhangs auf Seite 4 genannt. Die Geschäftsführung erhielt in der Berichtsperiode Gesamtbezüge in Höhe von 275.000 EUR.

Das Mutterunternehmen ottonova Holding AG erstellt als Holding unter Berücksichtigung der Grundsätze aus § 341i Abs. 2 und 3, § 290 HGB einen Konzernabschluss nach den für Versicherungen geltenden Rechnungslegungsvorschriften. Die ottonova services GmbH wird im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss der ottonova Holding AG, München, einbezogen, der gleichzeitig der kleinste und größte Konsolidierungskreis ist.

 

München, den 19. April 2024

Jesko David Kannenberg

Christopher Koker

Matthias Schreiber

Dr. Stefan Strobl

Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung mit Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft sind nach Ablauf des Geschäftsjahres nicht eingetreten. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichtes stehen die internationalen Finanzmärkte durch Turbulenzen im Bankensektor unter Druck; neben der weiterhin hohen Inflation und den gestiegenen Zinsen würde eine fehlende Widerstandsfähigkeit des Bankensystems die Konjunkturerwartungen schmälern.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die ottonova services GmbH, München:

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der ottonova services GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass zukünftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hannover, den 26. April 2024

Nordwest-Revision GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

André Bödeker, Wirtschaftsprüfer

Marleen Börner, Wirtschaftsprüferin

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