Ingram Micro Distribution GmbH

Heisenbergbogen 3, 85609 Aschheim, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 76025
Vorher
Ingram Macrotron Distribution GmbH
Eingetragen
28.4.1999
Branche
Großhandel mit Datenverarbeitungsgeräten, peripheren Geräten und SoftwareGroßhandel mit Geräten der UnterhaltungselektronikGroßhandel mit Sportartikeln und -zubehör
Gegenstand
Groß- und Einzelhandel, Import und Export von Waren aller Art sowie Entwicklung und Fertigung von Geräten und Systemen auf dem Gebiet der Datenerfassung, der Datenverarbeitung und Datenauswertung sowie insbesondere von PCs, DV-Peripherie, Software und Zubehör aller Art

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Andreas Schüpfer
seit 19.12.2022
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Bernadette Bompard
seit 14.10.2019
Prokura
Alexander Maier
seit 12.7.2018
Geschäftsführer
Karel Everaet
seit 19.11.2009
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Ingram Micro SASFRA
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Ingram Micro Holding GmbH
Germany
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Ingram Micro Holding GmbH

Aschheim

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

I. Grundlagen des Konzerns

1. Rechtliche Grundlagen

Die deutsche Ingram Micro-Gruppe wurde 1972 unter dem Namen Macrotron gegründet. Die Ingram Micro Holding GmbH, Aschheim, bündelt die deutschen Gesellschaften der weltweit tätigen Ingram Micro Gruppe, darunter die operativ tätigen Ingram Micro Distribution GmbH, Aschheim, Ingram Micro Pan Europe GmbH, Aschheim und Ingram Micro Services GmbH, Aschheim.

2. Geschäftsmodell

Die deutsche Ingram Micro Gruppe bietet als ein führender Distributor in der Informationstechnologie und Telekommunikation umfassende Technologie- und Logistik-Services. Das Angebot umfasst bis zu 100.000 Produkte der Informations- und Telekommunikationstechnik von über 350 Herstellern. Unsere aktiven Kunden profitieren in allen Geschäftsfeldern von individuellen Finanzierungskonzepten und Vertriebsunterstützung durch Marketingtools, Trainings und Roadshows. Das regionale Distribution Center in Straubing ist als größtes ITK-Logistikzentrum das Herzstück der Logistik von Ingram Micro und bietet umfassende Serviceleistungen. Das Geschäftsmodell verbindet die Interessen der Produkthersteller eine hohe Marktdurchdringung zu erzielen mit den Anforderungen der Handelspartner nach einer breit angelegten Produktpalette zu marktgerechten Preisen. Ingram Micro bietet mit seinem Geschäftskonzept Unternehmen jeder Größe - auch kleinen und mittelständischen Firmen - die Möglichkeit Kosten zu reduzieren, ihre Leistungen am Kunden zu optimieren und die nötige Transparenz und Agilität in ihrem Marktauftritt zu erzielen. Damit können bei den Partnerunternehmen Wachstumspotentiale erschlossen und Mehrwerte in der Lieferkette von der Herstellung bis zum Endkunden geschaffen werden. Absatzmarkt ist mit Ausnahme der Ingram Micro Pan Europe GmbH, Aschheim, im Wesentlichen Deutschland. Die Pan Europe GmbH beliefert Unternehmen der Ingram Micro Gruppe in EMEA.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Corona Pandemie hat auch im Jahr 2021 deutliche Spuren hinterlassen und weltweit Regierungen, die Bevölkerung und Wirtschaft vor immense Herausforderungen gestellt. Jede stark industrialisierte und in engen Lieferketten arbeitende Nation bekam dies mitunter sehr deutlich zu spüren. Eine deutliche Erholung der Volkswirtschaften war auf Grund zunehmender Engpässe in den Lieferketten sowie bei den Produktionskapazitäten nicht zu verzeichnen. Unter Berücksichtigung der Folgewirkungen der Corona Pandemie prognostizierte der Sachverständigenrat in seiner Konjunkturprognose für 2021 für den Wirtschaftsraum Deutschland einen Anstieg des realen Bruttoinlandsproduktes um 4,9 % 1 . Für 2022 erwarten die Experten wiederum einen Anstieg von 4,6 %. 2

Realiter entwickelte sich das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2021 aufgrund der Liefer- und Kapazitätsengpässe nicht so optimistisch wie prognostiziert. Mit 2,7 % 3 kompensiert dieser Anstieg den starken Rückgang von 2020 (-4,6 %) nicht vollständig. Die Erwerbslosenquote ist leicht rückläufig von 3,6 % im Jahr 2020 auf 3,3 % in 2021. 4

Der ITK-Markt in Deutschland weist im Jahr 2021 ein Marktvolumen von € 181,5 Mrd. auf und liegt damit um € 7,0 Mrd. deutlich über dem Niveau von 2020 (€ 174,5 Mrd.). 5

Das Angebot der Ingram Micro besteht aus den beiden Säulen "Volume" und "Value": Neben dem klassischen, produktorientierten Volumengeschäft werden in der Kategorie "Value" Lösungen für Fachhändler angeboten, um den vielfältigen IT-Anforderungen ihrer Endkunden gerecht zu werden. Diese Lösungen werden bereichsübergreifend nach dem "Alles aus einer Hand"-Prinzip mit umfassender Beratung, Schulung, Marketing- und Technik-Unterstützung sowie Support angeboten. In aufstrebenden Produkt- und Geschäftsbereichen versorgen erfahrene IT-Reseller, aber auch Händler aus branchenfremden, meist analogen Märkten ihre Endkunden so mittels unserer Unterstützung mit passenden Produkten und ganzheitlichen Lösungen.

Im Folgenden wird auf die Entwicklung in den beiden wesentlichen operativ tätigen Tochterunternehmen des Konzerns eingegangen.

a) Ingram Micro Distribution GmbH

Der Gesamtumsatz hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,4 % oder € 21 Mio. reduziert. Der Markt für Informations- und Kommunikationstechnologie wuchs im Erhebungszeitraum 2020/2021 um 3,9 %. Für den Zeitraum 2021/2022 wurde im Juli 2022 ein Anstieg von 4,3 % erwartet. 6

Die Umsätze gegenüber Dritten waren mit 3 % rückläufig im Vergleich zum Jahr 2020, hauptsächlich bedingt durch einen Rückgang des Marktanteils um ca. 1 % auf das Niveau des Jahres 2018/2019. 7

Das Jahr startete mit einer weiter anhaltend starken Nachfrage nach Modern Workplace-Produkten für Homeoffice und Homeschooling. Produktsegmente wie Displays, Storage, Networking und Printing legten an Dynamik zu. Mit zunehmender Dauer verstärkten sich die Engpässe in der Warenverfügbarkeit gepaart mit einem Nachfragerückgang im Retail-Geschäft, was schlussendlich zu einem rückläufigen Umsatz geführt hat.

Das "Volume"-Segment mit den traditionellen Produkten wie Notebooks, Drucker, Monitoren, Mobilfunkgeräten, Zubehör und Verbrauchsmaterialien war von den Lieferengpässen besonders betroffen und verzeichnete einen Rückgang von 9 %.

Das lösungsorientierte Projektgeschäft im "Value"-Segment war auch im Jahr 2021 getroffen von weiter aufgeschobenen Projekten sowie eingeschränkter Warenverfügbarkeit. Nichtsdestotrotz konnte der Umsatz um nahezu 4 % gesteigert werden, hauptsächlich getrieben durch den Bereich Data Capture/Point of Sale (DC/PoS).

Im Segment "Cloud und Software" entwickelte sich der Umsatz mit +11 % ebenfalls deutlich positiv. Besonders erfreulich ist auch Im Geschäftsjahr 2021 die Entwicklung auf dem "Cloud Marketplace", wo die Umsätze zum Vorjahr um mehr als 60 % gesteigert werden konnten.

Die Rohertragsmarge zeigt sich mit 4,3 % prozentual signifikant höher als im Geschäftsjahr 2020 (3,9 %).

Die strategische Ausrichtung der Ingram Micro Distribution besteht darin, im Volumenbereich Preise und ggf. Strukturen an teilweise rückläufige Umsatztrends anzupassen und unsere Kompetenz und Marktposition in ertragreicheren Segmenten ("Value") auszubauen, sowie um Serviceleistungen rund um dieses Produktgeschäft zu erweitern. Das Jahr 2021 hat erneut gezeigt, wie erfolgreich die Ingram Micro Distribution GmbH auf kurzfristige Veränderungen am Markt reagieren kann, ohne von ihrer Strategie grundsätzlich abzuweichen. Ingram ist als verlässlicher Partner des Fachhandels sehr gut vorbereitet auf Veränderungen in der Markt- und Wettbewerbslandschaft, um auch in einer Post-Corona-Ära flexibel und schnell reagieren zu können.

b) Ingram Micro Pan Europe GmbH

Der Umsatz der Gesellschaft (vor Konsolidierung) ist in der Berichtsperiode um 14,3 % auf € 4.320 Mio. gestiegen. Die Rohertragsmarge erreicht in 2021 0,5 % (Vj. 0,6 %).

Der Komponentenbereich entwickelte sich in einem schwierigen Marktumfeld mit 4,6 % positiv im Vergleich zum Vorjahr, wobei das Wachstum wie bereits in den Vorjahren zum überwiegenden Teil aus dem Geschäft mit Prozessoren in den Niederlanden, Deutschland und UK stammt.

Der Bereich DC/POS (Data Capture & Point of Sales) konnte seinen Umsatz um 41,1 % steigern. Deutliche Umsatzverbesserungen in Deutschland, UK, den Niederlanden, und Polen haben zu diesem ausgezeichneten Ergebnis beigetragen.

Der Umsatz für Netzwerkprodukte und Netzwerktechnologien entwickelte sich mit +20,6 % besser als erwartet. Dieses Wachstum ist nach Aufhebung von COVID Maßnahmen in vielen Ländern zu verzeichnen, was auf die fortgesetzten Infrastrukturprojekte in vielen Unternehmen zurückgeführt werden kann. Insbesondere in Deutschland, Frankreich, UK, den Niederlanden und Italien war diese positive Entwicklung zu beobachten.

Im Bereich Peripherals verzeichnet die Ingram Micro Pan Europe GmbH ein Umsatzplus von 18,6 %, das auf zwei Entwicklungen zurückzuführen ist: Zum einen ein moderates Umsatzplus (+3,0 %) bei Druckern und Verbrauchsmaterialien, das hauptsächlich aus Frankreich stammt. Zum anderen ein signifikantes Wachstum von 38,7 % bei Zubehör (Headsets, Webcams, Keyboards etc.) in Deutschland, Frankreich, Spanien und den Niederlanden.

Das zentrale Beschaffungsmodell der Ingram Micro Pan Europe GmbH, Aschheim, hat auch im Jahr 2021 unter Beweis gestellt, dass in Bezug auf Produktverfügbarkeit, Prozesseffizienz und in der Zusammenarbeit mit den Herstellern alle europäischen Ingram Micro Gesellschaften vom Skaleneffekt profitieren können. Der zunehmende Kostendruck in der Distribution und die Notwendigkeit, den Working Capital Einsatz weiter zu optimieren, positioniert diese Organisation weiterhin als strategischen Erfolgsfaktor im Marktauftritt von Ingram Micro in Europa.

2. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

a) Vermögenslage

Die Bilanzsumme im Konzern liegt mit € 1.916 Mio. zum 31.12.2021 um € 261 Mio. über dem Vorjahrwert von € 1.655 Mio. Die Entwicklung der einzelnen Bilanzposten stellt sich wie folgt dar:

Die immateriellen Vermögensgegenstände reduzierten sich zum 31. Dezember 2021 auf knapp € 1,5 Mio. (Vorjahr: € 2,7 Mio.). Die Zugänge (€ 0,2 Mio.) betreffen im wesentlichen Softwareanschaffungen. Planmäßige Abschreibungen waren im Geschäftsjahr 2021 in Höhe von knapp € 1,4 Mio. im Wesentlichen auf Software zu verzeichnen.

Das Sachanlagevermögen weist im Vergleich zum Vorjahr einen Buchwertrückgang von € 1,7 Mio. auf. Investitionen von € 2,3 Mio. stehen Abschreibungen des Geschäftsjahres in Höhe von € 3,5 Mio. sowie Buchwertabgänge von € 0,3 Mio. gegenüber.

Zum Bilanzstichtag umfasst das Finanzanlagevermögen mit T€ 99 unverändert ausschließlich die Beteiligung an der gEtail GmbH, die nicht in den Konzernabschluss einbezogen wird.

Zum 31.12.2021 ist das Umlaufvermögen inkl. Rechnungsabgrenzungsposten nach einem Rückgang im Vorjahr wieder angestiegen. Während das Vorratsvermögen leicht um € 21,7 Mio. auf € 724,7 Mio. angewachsen ist, sind die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände insgesamt mit € 243,9 Mio. deutlich gestiegen. Ausschlaggebend hierfür sind insbesondere die Forderungen gegen verbundene Unternehmen, die per 31.12.2021 mit € 632 Mio. um € 289 Mio. über dem Vorjahreswert liegen. Ursache ist im Wesentlichen folgender Geschäftsvorfall, der zum 31.12.2020 nicht zu verzeichnen ist: Die Ingram Micro Holding GmbH leistet im Rahmen der weltweiten Unternehmensfinanzierung der Ingram Micro Inc. einen Beitrag durch den Verkauf eines Teils der Kundenforderungen in ein ABS-Programm. Im Sinne einer Finanzierung der Ingram Micro Holding GmbH stellt sich dieses Programm als neutral dar, da sich die daraus ergebenden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Forderungen gegen verbundene Unternehmen in jedem Zeitpunkt neutralisieren. Zum 31.12.2021 waren in den benannten Bilanzposten rund € 270 Mio. auf Grund dieser Konstellation auszuweisen.

Liquide Mittel weisen mit € 0,3 Mio. eine signifikante Veränderung zum Vorjahr (€ 1,6 Mio.) auf.

Das Eigenkapital des Konzerns beläuft sich zum Bilanzstichtag 2021 auf € 320,0 Mio. nach € 266,0 Mio. im Vorjahr. Die Erhöhung resultiert aus dem Konzernjahresüberschuss der Berichtsperiode.

Die Rückstellungen weisen im Vergleich zum Vorjahr (€ 272,7 Mio.) einen marginalen Rückgang um € 0,8 Mio. auf € 271,8 Mio. auf.

Die Steuerrückstellungen umfassen im Wesentlichen die Ertragsteuern der Veranlagungsjahre 2020 und 2021 sowie erwartete Nachzahlungen aus der Betriebsprüfung für die Jahre 2013 bis 2016. Die Erhöhung steht im Zusammenhang mit dem höheren Ergebnis. Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von € 254,0 Mio. (Vorjahr € 260,4 Mio.) beinhalten im Wesentlichen Verpflichtungen gegenüber Lieferanten, Kunden, Mitarbeitern und Behörden:

Gegenüber Lieferanten werden insbesondere Waren- und Kostenrechnungen für die im Geschäftsjahr 2021 noch nicht abgerechneten Lieferungen und Leistungen, Zölle, Frachten sowie Verpackung zurückgestellt. Diese Verpflichtungen sind im Vergleich zum Vorjahr um € 3,9 Mio. auf € 217,0 Mio. zurückgegangen. Kundenspezifische Rückstellungen beinhalten unter anderem zum Bilanzstichtag noch nicht abgerechnete Bonus-, Provisions- und Garantieverpflichtungen und liegen mit € 24,0 Mio. etwa auf Vorjahresniveau (€ 23,8 Mio.).

Ansprüche unserer Mitarbeiter beinhalten zum Bilanzstichtag nicht genommene Urlaubstage, erfolgsabhängige Vergütungen sowie Abfindungsvereinbarungen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Abfindungsverpflichtungen um T€ 77 und erfolgsabhängige Vergütungen um T€ 989 gesunken. Der bewertete Bestand an zum Bilanzstichtag nicht genommenen Urlaubstagen ist auf € 1,4 Mio. angestiegen (Vorjahr: € 1,3 Mio.). Insgesamt sind die Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern um € 0,9 Mio. bzw. rund 12 % auf € 6,4 Mio. zurückgegangen.

Die Verbindlichkeiten verzeichnen auf Grund der zum 31.12.2021 wieder bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Vorjahr € 0 Mio.) einen deutlichen Anstieg von € 1.109 Mio. auf € 1.305 Mio. Hintergrund ist unter anderem das zum 31.12.2021 erneut auszuweisende Finanzierungsprojekt, das unter Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände näher erläutert wurde. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen liegen mit € 988,4 Mio. unter dem Vorjahresniveau von € 1.043,6 Mio. Auch die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen verzeichnen einen Rückgang und liegen zum Stichtag mit € 16,6 um € 20,1 Mio. unter dem Wert des Vorjahres (€ 36,7 Mio.). Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Verpflichtungen aus Umsatzsteuern und sind um € 1,0 Mio. auf € 30,4 Mio. angestiegen.

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten zeigen sich mit € 19,1 Mio. deutlich erhöht zum Vorjahr (€ 7,6 Mio.).

b) Finanzlage

Das Finanzmanagement stellt die permanente Zahlungsfähigkeit aller Konzerngesellschaften des deutschen Ingram Teilkonzerns sicher. Auf Basis der konzerninternen Richtlinien setzt die zentrale Treasury-Abteilung die Finanzpolitik und das Risikomanagement für die Fremdwährungspositionen um. Durch ein aktives Working-Capital-Management wird die Liquiditätsposition für die Konzerngesellschaften kurz- und mittelfristig gesteuert. Die Finanzierung des Konzerns erfolgt durch die Bereitstellung konzerninterner Kreditlinien, die im Rahmen des Bank-Pool-Arrangements der Ingram Micro Inc., USA, von der Ingram Micro Luxembourg Sarl koordiniert werden. Die Eigenkapitalquote ist trotz der Bilanzverlängerung durch die im Gegensatz zum Vorjahr zum Bilanzstichtag bestehende zusätzliche Finanzierungsunterstützung insbesondere auf Grund des sehr positiven Jahresergebnisses von 16,1 % in 2020 auf 16,7 % in 2021 angestiegen.

Zum Bilanzstichtag stehen den kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen ausreichende kurzfristige Forderungen, liquide Mittel und Vorratsvermögen gegenüber, sodass die Liquidität 3. Ordnung, das Working Capital, mit € 319,9 Mio. (Vj. € 251,5 Mio.) positiv ausfällt. Gegenüber dem Vorjahr beträgt der Anstieg € 68,4 Mio.

Aus der Geschäftstätigkeit erzielte der Konzern einen positiven operativen Cashflow von € 15,5 Mio. (Vj. € 146,3 Mio.). Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vorräte sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringer angestiegen. Gleichzeitig sind die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Gegensatz zum Vorjahr gesunken. Aus der Investitionstätigkeit ergibt sich, wie auch aus der Finanzierungstätigkeit des Konzerns ein negativer Cashflow in Höhe von € 0,5 Mio. bzw. € 3,9 Mio.

c) Ertragslage

Der Konzernumsatz stieg pandemiebedingt auf € 7.347,5 Mio. und liegt mit € 358,7 Mio. bzw. 5,1 % über 2020 (€ 6.988,8 Mio.).

Korrespondierend zum Umsatz entwickelte sich der Materialaufwand. Im Jahr 2021 liegt die Rohertragsmarge mit 3,2 % auf Vorjahrniveau.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind in der Berichtsperiode um € 4,6 Mio. auf € 28,7 Mio. (Vorjahr: € 24,1 Mio.) angestiegen und beinhalten überwiegend Kursgewinne, Auflösungen von Rückstellungen, Versicherungsentschädigungen sowie Zahlungseingänge auf in Vorjahren ausgebuchten Forderungen. Ausschlaggebend für den Anstieg dieser Erträge ist die Entwicklung der Kursgewinne insbesondere für die Währung US-Dollar.

Die Konzernunternehmen beschäftigten im Jahresdurchschnitt 1.478 Mitarbeiter, das sind 76 mehr als im Vorjahreszeitraum (1.402 Mitarbeiter). Für 2021 ist ein Anstieg des Personalaufwands um 1,2 % bzw. € 1,2 Mio. auf € 99,0 Mio. (Vorjahr € 97,8 Mio.) festzustellen, der neben dem Mitarbeiteranstieg im Wesentlichen auf den Anstieg von Sozialabgaben zurückzuführen ist.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind mit € 83,1 Mio. (Vorjahr: € 76,9 Mio.) im Vergleich zum Vorjahr signifikant angestiegen. Der Anstieg betrifft angestiegene Wechselkursverluste sowie Instandhaltungsmaßnahmen am Lagerstandort in Straubing. Gesunkene Management Fees und das weiterhin niedrige Niveau der Reisekosten federn den Anstieg der Kosten des Geschäftsjahres etwas ab.

Das operative Ergebnis vor Finanzergebnis ist im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr erneut deutlich von € 64,3 Mio. auf € 80,2 Mio. angestiegen. Die operative Marge beträgt im Berichtsjahr 1,09 % gegenüber 0,92 % im Vorjahr.

Das Finanzergebnis hat sich mit einem Fehlbetrag von € -2,7 Mio. (2020: € -4,2 Mio.) gegenüber dem Vorjahr verbessert. Dabei sind Zinsaufwand als auch Zinserträge gegenüber dem Vorjahr mit 36,5 % bzw. 37,2 % etwa ähnlich stark gesunken.

Die dargestellten Entwicklungsursachen führen nach Berücksichtigung von im Vergleich zum Vorjahr höheren Steuern zu einem Konzernjahresüberschuss in Höhe von € 54,0 Mio. im Berichtsjahr (Vorjahr: € 40,7 Mio.).

III. Prognosebericht

a) Voraussichtliche gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der Volkswirtschaften wird in 2022, nachdem die einschränkenden Effekte der Pandemie nachlassen, durch Lieferengpässe und schwer beherrschbare Unsicherheiten ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine beeinflusst werden. Dies verlangsamt die im Vorjahr prognostizierte deutliche Erholung und führte zu einer Anpassung der erwarteten Entwicklungswerte des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) für 2022. Ein Anstieg des deutschen Bruttosozialproduktes wird für 2022 nunmehr in Höhe von 1,9 % (Sommerprognose; 2,1 %) und für 2023 von 0,3 % (Sommerprognose: 3,3 %) erwartet. 8

Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) geht ebenfalls davon aus, dass die weltweite Produktion im Jahr 2022 um 3,2 % und im Jahr 2023 um 2,2 % ansteigen wird. Neben den weiterhin bestehenden Unsicherheiten in Bezug auf Covid-19 werden eine zwar abgeschwächte, aber immer noch auf hohem Niveau befindliche Inflation sowie der Russland-Ukraine Krieg das Wachstum der Volkswirtschaften verlangsamen. 9

Dies belastet auch die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes in Europa, für das das IfW einen Anstieg von 3,0 % in 2022 und einen Rückgang von -0,1 % in 2023 sieht. 10

b) Entwicklung des IT-Marktes: 20 22 und Ausblick 2023

Für Deutschland errechnete der Branchenverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien (BITKOM) für 2022 ein Wachstum des ITK-Marktes von 4,0 % auf € 196,1 Mrd. Nachdem sich das Marktvolumen im Bereich Software im Jahr 2021 mit einem Wachstum von 11,3 % stärker als prognostiziert (+6,0 %) entwickelt hat, wird mit einem Anstieg um rund 9,4 % auf € 35,5 Mrd. für 2022 eine Fortsetzung dieses Trends erwartet. Umsätze mit Desktop-PCs und Notebooks sind in 2021 mit 11,8 % etwas höher wie prognostiziert (10,9 %) angestiegen. Für das Jahr 2022 wird daher ein weiterhin hohes Nachfrageniveau für Hardware erwartet. Der Markt soll um 5,4 % auf € 37,7 Mrd. wachsen. Der Branchenverband rechnet zudem mit einem weiteren Anstieg der Nachfrage von IT-Dienstleistungen. Diese soll nach einem Anstieg um 5,3 % im Jahr 2021 um 5,5 % auf € 45,7 Mrd. im Jahr 2022 ansteigen. Für das Jahr 2023 prognostiziert die BITKOM ein etwas abgeschwächtes Wachstum von 3,8 % für den ITK-Markt. Das trifft ebenfalls auf die Teilmärkte IT-Hardware (+5,3 %), Software (+9,3 %) und IT-Services (+4,7 %) zu. 11

c) Voraussichtliche Geschäftsentwicklung

Die andauernd hohe Wettbewerbsintensität am ITK-Markt werden nach unserer Einschätzung dauerhaften Margendruck nach sich ziehen. Zusätzliche Margen können daher nur durch zusätzliche Leistungen erzielt werden. Unsere vor einigen Jahren gestartete Initiative spezifische Produktkategorien in ausgewählten Nischenmärkten zu positionieren, erfährt durch die Marktentwicklung ihre Bestätigung. Unser breiter Marktzugang ist die Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Umsatzentwicklung in den innovativen Wachstumsmärkten.

Das Vermarktungskonzept basiert weiterhin auf einer gesunden Balance zwischen den Wachstumsmärkten und einer manifestierten Präsenz in den Volumen Geschäftsfeldern. Für unsere Geschäftspartner und unsere Go-to-Market Organisation ist die Marktausrichtung in der sog. VV-Strategie konkretisiert und die strategischen Geschäftsfelder "Volume" und "Value" definiert.

Vor diesem Hintergrund sowie den konjunkturellen Rahmenbedingungen und Prognosen für den IT-Markt erwarten wir für das Geschäftsjahr 2022 ein Umsatzwachstum im oberen einstelligen bis unteren zweistelligen Prozentbereich (+5% - +15%) bei unseren operativ tätigen Tochtergesellschaften. Bei der Rohertragsmarge erwarten wir im Wesentlichen mixbedingt eine Reduzierung zwischen 10 und 20 Basispunkten. Basierend auf vorläufigen Ergebnissen für das Geschäftsjahr 2022 beträgt das Umsatzwachstum + 2,1%. Die Rohertragsmarge verringert sich um 6 Basispunkte. Für das Geschäftsjahr 2023 erwarten wir ein Umsatzwachstum im Bereich von 0% - + 5%, sowie eine im Wesentlichen mixbedingt Reduzierung der Rohertragsmarge zwischen 0 und 10 Basispunkten.

Die hohe Nachfrage nach Notebooks und Zubehör für Heimarbeitsplätze als Folge der Corona Pandemie haben für die operativen Konzerngesellschaften in den Jahren 2020 und 2021 zu einem deutlich höheren Umsatz geführt als erwartet. Dieser pandemiebedingte Nachfrageschub für Heimarbeitsplätze hat sich in 2022 für Notebooks und Zubehör nicht fortgesetzt. Die oben dargestellte Prognose der Umsatzentwicklung resultiert im Wesentlichen aus einer gestiegenen Nachfrage im B2B / Value Bereich.

Seit dem 24. Februar führt Russland Krieg gegen die Ukraine. Auch in Deutschland hat dies zunehmende Folgen und deutliche Einschnitte im Wirtschaftsleben und in der Gesellschaft. Grundsätzlich kann daher von einer Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Lage ausgegangen werden. Das Unternehmen hat allerdings weder in den genannten Ländern eine Niederlassung, noch ist es dort am wirtschaftlichen Verkehr beteiligt, weshalb von keiner wesentlichen direkten Beeinträchtigung im Rahmen der operativen und strategischen Geschäftstätigkeit ausgegangen wird. Die o.g. Auswirkungen werden sich gleich wohl in der Kostenstruktur des laufenden Jahres widerspiegeln. Daneben können sich im Zusammenhang mit der unsicheren wirtschaftlichen Lage lieferanten- oder kundenseits Auswirkungen ergeben.

Mittelfristig erwarten wir unter der Annahme, dass sich die Weltwirtschaft wieder erholt und dass die Digitalisierung die IT-Nachfrage überdurchschnittlich beeinflusst, eine positive Geschäftsentwicklung sowie tendenziell steigende Umsätze und Ergebnisse. Unsere Strategie zielt in erster Linie darauf ab, die Kundenbindung durch ein innovatives Produkt und Service Angebot, die Motivation unserer Mitarbeiter sowie das operative Ergebnis zu erhöhen.

M. d) Voraussichtliche Umsatz- und Ertragsentwicklung und Prognoserückblick

Hinweise zur Prognose: Insgesamt ist zu beachten, dass die Ergebnisprognosen ohne Berücksichtigung von Sonderereignissen sowie kurzfristigen unterjährig auftretenden Effekten, die nicht vorhersehbar sind, erstellt werden. Die Planung der Leistungsindikatoren erfolgt zum einen für die Ingram Micro Pan Europe GmbH in ihrer Funktion als innerkonzernliche Einkaufsgesellschaft. Zum anderen werden die Kennzahlen für das externe Business, das im Wesentlichen die Ingram Micro Distribution GmbH umfasst, geplant. Für die nachfolgende Darstellung der Prognosekennzahlen werden, um eine Überleitung des Konzernabschlusses herstellen zu können, beide Bereiche zusammengefasst.

Wichtige Leistungsindikatoren für die Steuerung des Konzerns stellen die Kennzahlen "Trade Revenue" und "Operating Margin" dar, die sich wie folgt aus der handelsrechtlichen Gewinn- und Verlustrechnung ableiten lassen:

Trade Revenue Operating Margin
Umsatzerlöse Ergebnis nach Steuern vom Einkommen und Ertrag
- BilRUG Umgliederungen - Zinsen und ähnliche Erträge
+ Gross versus Net + Zinsen und ähnliche Aufwendungen
- Umsatzerlöse Verbund Ausland - Erträge aus Währungsumrechnung
= Trade Revenue + Aufwendungen aus Währungsumrechnung
  + Restrukturierungsaufwand
  + Abschreibung Firmenwert
  + Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
  = Operating Margin

Konkret stellt sich die Entwicklung bzw. Prognose wie folgt dar:

in Mio. Euro 2021 Ausblick 2022 Ausblick 2023
Trade Revenue (in Mio. Euro) 6.430 -+5% bis +15% 0% bis +5%
Operating Margin (in Mio. Euro) 78,2 -2% bis +3% 0% bis +3%
Operating Margin (in % der Trade Revenue) 1,22% -10 bis -20 Basispunkte 0 bis -10 Basispunkte

Die Steuerungskennzahl Trade Revenue stieg im Vergleich zum Vorjahr um knapp 4 % und liegt damit im unteren Bereich des prognostizierten Werterahmens von 0 % bis 10 %.

Die Entwicklung der Kennzahl Operating Margin (in %) liegt mit 14 Basispunkten im oberen Erwartungsbereich (+3 bis +18 Basispunkte). Der absolute Betrag der "Operating Margin" liegt mit € 78,2 Mio. (Vorjahr: € 65,6 Mio.) im unteren Bereich des prognostizierten Entwicklungsrahmens (15 % bis 30 %). Für das Geschäftsjahr 2022 prognostizieren wir hinsichtlich der Umsatzerlöse ein Ansteigen, einhergehend mit einer im Vergleich zu 2021 mixbedingt niedrigeren operativen Marge absolut und in Prozent vom Umsatz. Sondereffekte aus der Endkonsolidierung der Anteile an der P3 Straubing GmbH (vormals Ingram Macrotron GmbH), die im Frühjahr 2022 in vollem Umfang veräußert wurde, sind in den obigen Angaben, da nicht steuerungsrelevant, nicht enthalten. Basierend auf vorläufigen Ergebnissen für das Geschäftsjahr 2022 beträgt das Umsatzwachstum 2,1% und der Anstieg der operative Marge 3,1%.

IV. Chancenbericht

a) Chancenmanagement

Ingram Micro agiert in einem dynamischen Marktumfeld, in dem sich ständig neue Chancen eröffnen. Diese systematisch zu erkennen und zu nutzen - und dabei unnötige Risiken zu vermeiden - ist ein wesentlicher Faktor für ein nachhaltiges Wachstum unseres Unternehmens. Wenn die Chancen ihrer Art oder ihrem Umfang nach vereinbarte Risikotoleranzen überschreiten, mindern wir dieses Risiko durch eine enge Verknüpfung von Chancen- und Risikomanagement. Bei Chancen kann es sich um interne oder externe Potentiale handeln. Unser Chancenmanagement orientiert sich an unserer Strategie für kundenorientierte Leistungselemente und nachhaltiges, profitables Wachstum.

Im Rahmen unseres Chancenmanagements werten wir Markt- und Wettbewerbsanalysen sowie Technologietrends aus und befassen uns mit der Ausrichtung unseres Produktportfolios, den Kostentreibern sowie den kritischen Erfolgsfaktoren unserer Branche. Daraus werden konkrete Marktchancen abgeleitet, die die Geschäftsleitung im Rahmen der operativen Planung und der Zielvereinbarungen mit den Geschäftsbereichen abstimmt. Strategische Chancen von übergeordneter Bedeutung - wie Strategieanpassungen, Akquisitionen, Kooperationen und Partnerschaften - werden auf Geschäftsleitungsebene in Zusammenarbeit mit der europäischen Zentrale behandelt. Das geschieht im Rahmen des jährlichen Strategieentwicklungs- und Planungsprozesses und bei aktuellen Themen in den turnusmäßigen Geschäftsleitungssitzungen. Die Transparenz, wie Chancen wahrgenommen werden, wird über ein Kennzahlensystem und regelmäßige Prognoserechnungen hergestellt.

b) Chancen

Bei den Chancen handelt es sich um künftige Trends oder Ereignisse, die zu einer für Ingram Micro positiven Abweichung von unserem Ausblick und unseren mittelfristigen Perspektiven führen können.

Das Chancenportfolio gliedert sich in folgende Teilbereiche

Gesamtwirtschaftliche Chancen

Branchenspezifische Chancen

Unternehmensstrategische Chancen

Leistungswirtschaftliche Chancen

Die Geschäftsleitung sieht in den nächsten Jahren eine Reihe von Chancen, die Konzernunternehmen erfolgreich weiterzuentwickeln.

● Gesamtwirtschaftliche Chancen

Die Digitalisierung und Durchdringung mit IT-Infrastruktur findet sich zwischenzeitlich in allen Gesellschaftsbereichen und nimmt stetig zu. Hinzu kommt, dass demographische Veränderungen einen verstärkten Einsatz von IT-Lösungen erfordern. Dies reicht von IT-gestützten Lernsystemen bis hin zu Technologien in der Medizin und Behindertenhilfe. Die Verknappung von Rohstoffen und die Veränderungen in der Energieversorgung erfordern IT-basierte Optimierungs- und Verteilungssysteme. Die Möglichkeiten sind in diesen Bereichen nur ansatzweise ausgeschöpft und wir erwarten in den nächsten Jahren im Verhältnis zum Bruttosozialprodukt ein überproportionales Wachstum.

● Branchenspezifische Chancen

Branchenspezifische Chancen ergeben sich vor allem aus unserem breiten Produktspektrum und unserem Zugang zum IT-Fachhandel und den Systemhäusern. Unsere langjährige Zusammenarbeit mit den Herstellern und unser umfassendes Serviceangebot positionieren uns als strategischen Partner in der Vermarktung von IT-Technologien. Mit innovativen Dienstleistungsmodellen werden Produktsegmente für die Distribution erschlossen, die auf Grund ihrer Komplexität bisher nur im Direktvertrieb betreut wurden. Damit können hochwertige IT-Investitionsgüter mit zusätzlichen Wertschöpfungselementen das Produktangebot nach oben hin abrunden. Der Trend zu verbrauchsorientierten Vergütungsmodellen wie z.B. beim Cloud Computing oder bei Software as a Service (SaaS) erfordert die Bereitstellung einer ausfallsicheren IT-Infrastruktur sowie des Vertragsmanagements für die Betreiber - beides Elemente eines Geschäftsmodells, die von der Ingram Micro unterstützt werden können. Ein verändertes Verbrauchs- und Nutzungsverhalten in der digitalen Welt erfordert aber auch Antworten zu Sicherheit, Datenschutz und Urheberrecht. Der Erfolg neuer Technologien ist mit dem Vertrauen der Anwender in die IT-Infrastruktur verknüpft und erfordert umfangreiche Investitionen in Sicherungs- und Speichersysteme.

● Unternehmensstrategische Chancen

Unser Logistikzentrum ist der Grundstein für unsere Wachstumspolitik und schafft die Voraussetzungen für den Aufbau eines europäischen Shared Service Centers. Die technische Ausstattung erlaubt es uns dynamisch auf Veränderungen des Marktes oder in der Wettbewerbsstruktur zu reagieren. Weitere Chancen ergeben sich aus Akquisitionen von Distributionsunternehmen in strategisch wichtigen Teilmärkten.

● Leistungswirtschaftliche Chancen

Prozesskompetenz und eine leistungsstarke IT-Infrastruktur sind ein wichtiger Gradmesser für den Markterfolg in der IT-Distribution. Der Ausbau unserer IT-Plattform und die datentechnische Anbindung unserer Partner sind daher strategische Maßnahmen, Wachstumspotentiale auszuschöpfen. Die Bereitstellung von Produktverfügbarkeitsinformationen bei den Herstellern und die Nutzung dieser Daten in der logistischen Kapazitätsplanung und bei der Disposition mit unseren Kunden eröffnen neue Dimensionen in der Kundenbindung, bei der Optimierung der Warenbestände und in der Prozesseffizienz. Darüber hinaus arbeiten wir ständig daran, unsere Kosten zu optimieren und unsere Produktivität zu steigern. Oberstes Ziel ist die Kosten- und Qualitätsführerschaft von Ingram Micro gegenüber den Wettbewerbern.

Über die oben aufgeführten Determinanten hinaus können sich zusätzliche Chancen durch externe und interne Bestimmungsfaktoren ergeben, die positive Auswirkungen auf den Umsatz und die Ertragslage haben können.

V. Risikobericht

a) Organisation und Struktur des Risikomanagements

Als international agierendes Unternehmen ist der deutsche Ingram Micro Konzern im Rahmen seiner breit gefächerten Geschäftstätigkeit verschiedenen Risiken ausgesetzt.

Die wesentlichen operativen Tätigkeiten werden durch die Ingram Micro Distribution GmbH sowie der Ingram Micro Pan Europe GmbH erbracht. Die Erläuterungen zu den Risiken im Hinblick auf ihre wirtschaftliche Ausprägung und die zukünftige Entwicklung beziehen sich daher insbesondere auf diese Gesellschaften, beinhalten darüber hinaus jedoch auch alle Gesellschaften, an denen die Ingram Micro Holding GmbH mehrheitlich direkt oder indirekt beteiligt ist.

Der Konzern definiert Risiken im weitesten Sinne als potenzielle Ereignisse, die dazu führen, finanzielle, operative oder strategische Ziele nicht wie geplant zu erreichen oder die das Unternehmen gefährden könnten. Zur Identifikation und Steuerung dieser Risiken hat das Unternehmen interne Kontroll- und Überwachungssysteme implementiert. Das Risikomanagement-System ist ein integraler Bestandteil unserer Geschäftsprozesse und ein wesentliches Element der unternehmerischen Entscheidungsfindung. Die Risiken werden in Anlehnung an die Unternehmensziele in folgende Risikofelder kategorisiert und im Folgenden dargestellt:

Marktrisiken

Finanz- und leistungswirtschaftliche Risiken

Liquiditäts- und Zinsrisiken

Prozessrisiken

Abhängigkeitsrisiken

Sonstige Risiken

Die Risiken werden nach ihrer Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit in vier Risikoklassen unterteilt.

Ingram Micro Holding

Auswirkung Risikomatrix
> € 12,5 Mio sehr hoch sehr hoch sehr hoch sehr hoch
5,0 ≤ € 12,5 Mio hoch hoch hoch sehr hoch
2,5 < € 5,0 Mio mittel mittel hoch sehr hoch
0,1 < € 2,5 Mio gering mittel hoch sehr hoch
Eintrittswahrscheinlichkeit 0 < 25% 25 < 50% 50 < 75% 75 ≤ 100%

Das Risikomanagement ist organisatorisch in den operativen Fachbereichen angesiedelt und wird methodisch durch einen Risikobeauftragten unterstützt. Die Risiken aller wesentlichen Geschäftstätigkeiten werden dabei hinsichtlich Steuerung, Effizienz der Gegenmaßnahmen sowie Veränderungen in der Risikostruktur und in der Risikoausprägung überprüft und regelmäßig in der Risikoberichterstattung dokumentiert.

b) Einzelrisiken

Nachfolgend erläutern wir die aus der Gesamtheit, der im Rahmen des Risikomanagements identifizierten Risiken wesentlichen Risikofelder und Einzelrisiken. Darüber hinaus erfolgt eine Qualifizierung jedes Einzelrisikos auf der Grundlage der vorgenannten Risikomatrix.

● Marktrisiken

Die technologische Evolution in den einzelnen Sektoren der IT-Industrie kann die jeweiligen Geschäftspotentiale der einzelnen Geschäftsbereiche beeinträchtigen. Veränderungen im Verbrauchsverhalten und neue Nutzungsmodelle schaffen Marktgegebenheiten, die regelmäßig Anpassungen in der Prozesskette vom Hersteller zum Anwender erfordern.

Die strategische Positionierung als Broadline Distributor mit dem Zugang zu allen Vertriebskanälen definiert den Anspruch, das Leistungsangebot der aktuellen Nachfragesituation permanent anzupassen. Die Aktualität des Portfolios und ein auf den Zielmarkt abgestimmtes Servicekonzept sind eine Grundvoraussetzung in diesem dynamischen Marktumfeld.

Die organische Verflechtung zwischen Herstellern und Distribution in Verbindung mit globalisierten Fertigungsprozessen für IT-Produkte erhöhen bei Marktveränderungen oder bei Prozessstörungen in der Lieferkette zum Endkunden das Risiko von Ertragseinbußen. Die wirtschaftlichen Risiken dieser Marktgegebenheiten werden durch geeignete Vertragsgestaltungen, eine ständige Überprüfung der Service Level Qualität und der Bereitstellung alternativer Versorgungskonzepte begrenzt. Durch Lieferantenauswahl- und Kontrollverfahren werden potentielle Risiken im Vorfeld identifiziert und durch Alternativlösungen abgesichert. Risiken aus Veränderungen in der Vermarktungsstrategie von Herstellern als auch die Bestrebungen von Schlüsselkunden, die Beschaffung direkt über den Hersteller zu initiieren und den damit verbundenen Umsatzverlusten werden durch ein ausgefeiltes Servicekonzept, marktorientierte Business Intelligence Systeme und eine hochgradige Prozesskompetenz gemindert. Der Qualität unserer Kernkompetenzen kommt daher im Sinne des Risikomanagements eine strategische Bedeutung zu.

Der Erfolg des E-Commerce hat einen verschärften Preis- und Margendruck für alle Akteure im IT-Handel zur Folge und verändert die Strukturen und Leistungsprofile der Absatzkanäle. Die führenden Online-Händler offerieren ihre technologische Plattform zunehmend Partnerunternehmen und haben dadurch einen wesentlichen Einfluss auf die Beschaffungsstrukturen und Warenströme vom Hersteller zum Endkunden. Das Leistungsprofil umfasst dabei nicht nur die Bereitstellung der elektronischen Bestell- und Auftragsabwicklung, sondern auch Bezahlsysteme die im direkten Wettbewerb zu Kreditkarten und anderen Zahlungsabwicklungsportalen stehen. Die Wettbewerbsvorteile gegenüber dem stationären Handel und die zunehmende Intransparenz in den Einkaufsprozessen der E-Tailer können zu Verschiebungen zwischen den Absatzkanälen und Umsatzrückgängen führen. Eine breite Präsenz im Online-Handel und ein auf dieses Geschäftsmodell ausgerichtetes Servicekonzept zielen darauf ab, Verlagerungen zwischen den Absatzwegen auszugleichen.

Die Einhaltung diverser Verordnungen im Zusammenhang mit der Erhebung von Urheberrechtsabgaben, Entsorgungsgebühren und besondere umsatzsteuerliche Besteuerungsformen bei speziellen IT-Produkten stellen zwischenzeitlich für die IT-Industrie ein wesentliches Risiko dar. Die administrative und datentechnische Bearbeitung der betreffenden Transaktionselemente erfordert umfangreiche Systemunterstützung und Kontrollen, sowie ein umfassendes fachliches Know How. Neben der technischen Abwicklung dieser Abgabevorschriften gewinnt die formelle und informelle Zusammenarbeit mit den Herstellern in den Branchenverbänden an Bedeutung und trägt wesentlich dazu bei, dass die IT-Distribution ein unverzichtbares Bindeglied in der Vermarktung von IT-Produkten darstellt.

Die einzelnen Elemente der Marktrisiken werden aggregiert als gering eingestuft.

● Finanz- und leistungswirtschaftliche Risiken

Umsätze und Roherträge

Ein konjunktureller Abschwung könnte die Umsätze und Roherträge negativ beeinflussen. Eine Veränderung der Investitionen in die IT-Infrastruktur und eine geringere Kaufbereitschaft für Technologieprodukte im Consumer Sektor sind die größten Risiken bei konjunkturellen Einschnitten.

Neben den makroökonomischen Verwerfungen prägen die spezifischen Marktveränderungen der IT-Branche das Risikoprofil der Gesellschaft. Die IT-Industrie ist weiterhin von einer rasanten Entwicklung gekennzeichnet. Konsolidierungen, kurze Innovationszyklen und Veränderungen bei den Vermarktungsmodellen generieren einen massiven Wettbewerbsdruck und erfordern eine hohe Prozessflexibilisierung. Die Repräsentanz im Kerngeschäft der IT-Distribution sowie die Erschließung branchennaher Geschäftsfelder zielen darauf ab, die Umsatz- und Margenentwicklung langfristig abzusichern. Der ausgewogene Umsatzmix ist darauf angelegt, die Abhängigkeit von einem einzelnen Kundensegment oder technologischen IT-Teilmarkt zu reduzieren. Das Unternehmen vermarktet Technologien, die einen weitgehend branchenunabhängigen Einsatz finden. Prozesskompetenz, Preisaktualität und Produktverfügbarkeit sind die dominierenden Kriterien bei der Kundenbindung. Die wirtschaftliche Ausprägung dieser operativen Steuerungselemente wird mit einem Analysesystem sowohl auf der Kundenebene als auch aus der Produkt- und Lieferantenperspektive kontrolliert und zeitnah in die Steuerung der Kunden- und Lieferantenbeziehungen eingebracht.

Das Risiko von deutlichen Umsatzausfällen und Rohertragsminderungen für die Prognose der Operating Margin wird als gering eingeschätzt, da die Breite des Produktspektrums und die Kundensegmentierung negative Einzelereignisse kompensieren können.

Ausfall von Forderungen gegen Lieferanten

Die Verkürzung von Produktlebenszyklen und die Verlagerung der Warenbevorratung haben ein erhöhtes Preisrisiko im Handel zur Folge. Darüber hinaus führt die hohe Dynamik in der Preisentwicklung in den verschiedenen Vertriebssegmenten dazu, dass permanent Anpassungen auf Standardpreise bei Projekten oder auf ganze Warenkategorien durchgeführt werden müssen. Dieses Preisanpassungsrisiko wird vor dem Hintergrund der Wertschöpfungspotentiale in der Lieferkette in der Regel von den Herstellern übernommen. Das Ausfallrisiko besteht darin, dass gestellte Forderungen aus Abwertungen von Warenbeständen oder der Subventionierung von Projektpreisen seitens des Lieferanten abgelehnt werden bzw. der Lieferant aus wirtschaftlichen Gründen diese Forderungen nicht ausgleichen kann. Das hieraus resultierende Forderungsausfallrisiko wird durch ein umfassendes Kontrollsystem und Management Reporting reduziert. Mit einem Vendor-Risk-Management-System werden bereichsübergreifend sämtliche Forderungspositionen gegenüber den Lieferanten mit den Verbindlichkeiten abgeglichen und mögliche Risikopotentiale identifiziert. Darüber hinaus findet eine ständige Verbesserung der Prozesse für die Bearbeitung von Belastungsanzeigen statt, so dass eine zeitnahe Geltendmachung von Forderungen gegenüber Lieferanten erfolgen kann. Durch die Einbindung des Produktmanagements wird darüber hinaus gewährleistet, dass aktuelle Risikopositionen bei der Warendisposition mit einfließen und im Zusammenhang mit der Fortführung der Geschäftsbeziehung gewertet werden. Infolge der Auswirkungen der COVID-19 Pandemie sowie des Russland-Ukraine-Krieges ist das Lieferantenforderungsausfallrisiko allerdings grundsätzlich erhöht.

Das Risiko des Ausfalls von Lieferantenforderungen wird durch ein ausgeprägtes Prozessmanagement und eine ganzheitliche Beurteilung der Lieferantenbeziehung gleichwohl nach wie vor als gering eingestuft.

Forderungsausfälle von Kunden

Ausfallrisiken, das heißt Risiken, dass Vertragspartner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen, sind überwiegend über einen Kreditversicherer abgedeckt. Für das Eigenrisiko aus dem Versicherungsvertrag wird durch die Bildung angemessener bilanzieller Vorsorgen Rechnung getragen.

Neben der versicherungstechnischen Absicherung von Kreditrisiken wird ein hohes Augenmerk auf die Risikofrüherkennung und -prävention gelegt. Strukturierte Genehmigungsverfahren und die Festlegung von Kreditobergrenzen bilden die Grundlage für ein ausgewogenes Risikomanagement. Hierzu wird eine IT-Lösung zur Verbesserung der Entscheidungsqualität und -effizienz bei Kreditprüfungen eingesetzt. Neben den internen Rating-Daten liefern Schnittstellen zu verschiedenen Informationsdiensten zeitnah Merkmale zur Identifikation von potentiellen Risikokunden. Wo es sachgerecht erscheint, beschafft sich das Unternehmen zusätzliche Sicherheiten in Form von Anrechten auf Forderungsbestände oder banktechnische Garantien.

Spezifische Ereignisse oder Marktveränderungen mit Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation bislang als solvent geltender Unternehmen können allerdings in Zukunft nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der diversifizierten Märkte und Kundenstruktur der Gesellschaft bestehen aber keine wesentlichen Klumpenrisiken. Durch die eingeführten Kontrollverfahren und Informationssysteme sind im langjährigen Durchschnitt die Forderungsausfallrisiken eher gering. Infolge der Auswirkungen der COVID-19 Pandemie sowie des Russland-Ukraine-Krieges ist das Forderungsausfallrisiko allerdings grundsätzlich erhöht.

Das Risiko des Ausfalls von Kundenforderungen wird vor dem Hintergrund eines ausgeprägten Risikomanagements in diesem Bereich sowie der Kreditversicherungen gleichwohl nach wie vor als gering eingeschätzt.

Währungsschwankungen

Unsere Bilanz- und Konzernwährung ist der Euro. Ein hoher Prozentsatz des Konzernumsatzes mit Komponenten sowie ein nicht unbedeutender Anteil des Geschäftes mit Softwareprodukten werden in US-Dollar abgewickelt. Um dem möglichen Währungsrisiko entgegenzusteuern, hat die Ingram Micro Holding GmbH mit der Ingram Micro Luxembourg Sarl einen Vertrag abgeschlossen, wonach bei allen Einkäufen in US-Dollar Währungsrisiken für unsere Gesellschaft weitestgehend ausgeschlossen sind. Ausgenommen von dieser Vereinbarung ist die Ingram Micro Pan Europe GmbH, die dem Währungsrisiko mit einer Matchingmethode entgegensteuert, in dem die Geldflüsse in den jeweiligen Währungen über individuelle Bankkonten abgewickelt werden. Das Risiko von Rohertragsminderungen aus Währungsschwankungen wird daher als gering eingestuft.

● Liquiditäts- und Zinsrisiken

Der Liquiditätsbedarf der deutschen Konzerngesellschaften wird über die Ingram Micro Holding GmbH koordiniert. Die Finanzierung dieser Gesellschaft erfolgt über die Ingram Micro Luxembourg Sarl im Rahmen des weltweiten Bank-Pool-Arrangements der Ingram Micro Inc. in den USA. Die Kreditvereinbarung entspricht in Bezug auf Laufzeit und Konditionen marktüblichen Verhältnissen und beinhaltet eine einjährige Bindung der Zinsmarge. Der Kreditbedarf wird durch eine wöchentliche Liquiditätsplanung und eine rollierende mehrwöchige Prognoserechnung ständig kontrolliert. Das Risiko von Liquiditätsengpässen wird durch eine entsprechende Erklärung des direkten Kreditgebers aus dem Bank-Pool-Arrangement der Ingram Micro Inc., USA, und der Ingram Micro Luxembourg Sarl, reduziert. Vor dem Hintergrund der hohen Kapitalbindung im Umlaufvermögen wird das Risiko von Liquiditätsengpässen aber weiterhin als sehr hoch eingeschätzt. Das Risiko aus Veränderungen des Zinsniveaus aus der Finanzierung durch Ingram Micro Luxembourg Sarl sowie beim Verkauf von Handelswechseln wird weitestgehend in der Preisgestaltung berücksichtigt und kann als gering eingeschätzt werden.

Kürzung von Kreditlinien durch Lieferanten

Die hohe Kapitalbindung im Working Capital kann in der IT-Distribution nicht ausschließlich durch Eigenkapital oder Darlehen finanziert werden. Das Geschäftsmodell setzt voraus, dass von den Lieferanten Kreditlinien in Form von Zahlungszielen eingeräumt werden und damit einen Teil des Finanzierungsbedarfs für das Umlaufvermögen decken. Sollten diese Kreditlinien nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen, können bestimmte Umsatzgrößen oder Projekte nicht finanziert werden. Die Lieferanten versichern die Forderungen gegenüber der Gesellschaft gegen ein Ausfallrisiko bei einem Kreditversicherer oder erhalten im Rahmen ihres Risikomanagements eine Ausfallbürgschaft der Konzernmutter. Vor dem Hintergrund der starken saisonalen Schwankungen bei den Umsätzen haben wir mit unseren umsatzstärksten Lieferanten und den Kreditversicherern Modelle entwickelt, die mit zeitlich befristeten Sonderkreditlinien und dynamischen Skontokonditionen eine kurzfristige Erhöhung des Geschäftsvolumens ermöglichen. Das Management beobachtet das Kreditlinienrisiko weiterhin intensiv, um insbesondere wesentliche Veränderungen beim Einkaufsvolumen oder Portfolioerweiterungen durch entsprechende Kreditlinien rechtzeitig, sowohl bei den Kreditversicherern als auch bei den Herstellern direkt abzusichern. Darüber hinaus wird ein regelmäßiger Informationsaustausch mit den Kreditversicherern und den Schlüssellieferanten gepflegt, um eine der aktuellen Geschäftsentwicklung angepasste Kreditlinienvergabe zu unterstützen.

Das Risiko fehlender Kreditlinien bei Lieferanten kann im Extremfall zu einer Beendigung der Geschäftsbeziehung führen und wird vor dem Hintergrund der materiellen Auswirkung auf die Ertragsprognose als mittleres Risiko eingeschätzt.

● Prozessrisiken

Die Kernprozesse der Wertschöpfungskette unterliegen einer ständigen Überprüfung und Verbesserung durch das Management. Die Leistungsfähigkeit und Zielorientierung dieser Prozesse wird im Rahmen der operativen Planung auf den Prüfstand gestellt und optimiert. Dennoch können grundsätzlich Risiken darin bestehen, dass infolge unzureichend bereitstehender Ressourcen oder veränderter Rahmenbedingungen die für die Planerfüllung notwendigen Prozessergebnisse in zeitlicher und inhaltlicher Hinsicht nicht den Markterfordernissen entsprechen und damit zu Vermögensverlusten führen. Dieses Risiko wird aber übergreifend für alle Prozesse als gering eingestuft.

Zur Absicherung effizienter Prozesse und zur Transparenz unserer Qualitätsstandards für unsere Geschäftspartner operiert das Unternehmen nach verschiedenen ISO-Standards. Die Einhaltung der Standards wird durch die Interne Revision regelmäßig überprüft und im Rahmen einer ISO-Zertifizierung dokumentiert. Dabei wird die Wirksamkeit der Prozesse und Kontrollen überprüft und bei Bedarf werden Verbesserungsvorschläge oder neue Prozessbeschreibungen erarbeitet und eingeführt. Darüber hinaus wird die Prozessqualität anhand einer Marktstudie der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) regelmäßig gegenüber den Mitwettbewerbern und dem Marktstandard bewertet. Die Ergebnisse dieser Studie sind ein wichtiges Instrument, das Qualitätsmanagement zur Absicherung unserer Marktposition gezielt einzusetzen.

Rechnungslegungsrelevante Prozesse und Kontrollen werden gemäß den Sarbanes-Oxley Acts dokumentiert und im Rahmen des jährlichen Management Testings verifiziert. Die Dokumentationen definieren und beschreiben die Kontrollen, die bei den Prozessen zum Nachweis der Richtigkeit finanzwirtschaftlicher Daten durchgeführt werden.

● Abhängigkeitsrisiken und sonstige Risiken

Der weitere Verlauf der Corona Pandemie bleibt als ein grundsätzliches Risiko bestehen, das sowohl die innerbetrieblichen Abläufe betreffen, jedoch insbesondere weiterhin Einfluss auf die Lieferketten haben kann. Dabei ist insbesondere die Situation in China hervorzuheben, die bei Durchführung entsprechender Lockdowns zu signifikanten Verzögerungen in den Lieferketten führen kann.

Der Russland-Ukraine Krieg ist ein weiteres Risiko, das sich bezüglich verschiedener Aspekte auf indirektem Weg auf unser Geschäft auswirken kann:

Das Konsumentenverhalten wird spürbar beeinflusst durch den Krieg auf dem europäischen Kontinent. Anzeichen von allgemeiner Kaufzurückhaltung bei Konsumenten zeichnen sich im Jahr 2022 ab. Bei einer weiteren Verschärfung der Kaufzurückhaltung kann diese sowohl auf das Geschäftsjahr 2022 als auch auf folgende Geschäftsjahre Einfluss haben. Wir sehen eine hohe Wahrscheinlichkeit des Eintretens dieser Entwicklung.

Die Energieversorgung von Haushalten und Unternehmen könnte aufgrund der eingeschränkten Gaslieferungen von Russland zu Engpässen führen. Die Engpässe wiederum würden eine politische Priorisierung notwendig machen, wer vorranging mit Gas beliefert wird. Hierdurch könnte Ingram Micro direkt oder indirekt (bei Kunden und/oder Lieferanten) betroffen sein. Im Extremfall kann durch eine Energiekontingentierung die operative Tätigkeit an unserem Lagerstandort in Straubing zum Erliegen kommen. Wir sehen eine geringe bis mittlere Wahrscheinlichkeit des Eintretens dieser Entwicklung.

In Bezug auf Lieferengpässe ergeben sich das Risiko einer eingeschränkten Versorgung von Herstellern mit Rohstoffen (z.B. Neon Gas, das in der Halbleiterindustrie stark genutzt wird) sowie das Risiko des Wegfallens bestimmter Transportrouten und hieraus resultierende Lieferverzögerungen. Wir sehen eine mittlere Wahrscheinlichkeit des Eintretens dieser Entwicklung.

Die vorab genannten Risiken sind die signifikantesten, die derzeit im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine Krieg gesehen werden.

Als ein weiteres makroökonomisches Risiko ist die Entwicklung der Inflation in Deutschland zu nennen. Die oben angesprochene zu registrierende Kaufzurückhaltung auf Konsumentenseite im Jahr 2022 ist neben dem Russland-Ukraine Krieg auch auf die hohe Inflation in Deutschland zurückzuführen, welche bei nicht gleichlaufenden Lohn- und Gehaltserhöhungen für die Haushalte letztlich zu einem realen Kaufkraftverlust führen. Sollte sich die Inflation weiter auf einem Niveau von etwa 7 - 8 % entwickeln, wird dies bei fehlendem Lohnausgleich bei den Konsumenten zu einem sich möglicherweise verschärfenden Absatzrückgang auf dem Konsumentenmarkt (B2C) führen. Wir sehen eine hohe Wahrscheinlichkeit des Eintretens dieser Entwicklung.

Der Schutz von Prozess-, Kunden- und Lieferantendaten gegen unberechtigte Zugriffe, Zerstörung und Missbrauch ist fester Bestandteil unserer Geschäftsprozesse und richtet sich am internationalen Sicherheitsstandard ISO/IEC 27001 aus. Mitarbeiter, Prozessgestaltung und Informationstechnik werden in das umfassende IT Risiko- und Sicherheitsmanagement einbezogen.

Die Ingram Micro Holding GmbH nutzt das von der Ingram Micro Inc. weltweit eingesetzte "IMpulse" System mit einem Hostrechner in den USA. Alle Maßnahmen zur Sicherstellung der Systemverfügbarkeit und Datensicherheit werden im zentralen Rechenzentrum getroffen und beinhalten auch die Bereitstellung der Support-Kapazitäten. Zur Absicherung der zahlreichen lokalen Applikationen und Systemlösungen wurden am Standort Dornach ein zweites Rechenzentrum mit gespiegelten Funktionalitäten und Datenbeständen sowie eine Notstromversorgung aufgebaut.

Betriebsunterbrechungen verursacht durch Brände, Explosionen und ähnliche Ereignisse, die zwar potenziell hohe Schäden verursachen können, deren Eintrittswahrscheinlichkeit jedoch verhältnismäßig gering ist, begegnet das Unternehmen durch vorbeugende Maßnahmen wie Brandschutz und Sicherheitsdienste. Ein konzernweit eingeführtes Business Continuity Management System spezifiziert im Detail welche Maßnahmen bei unterschiedlichen Schadensausprägungen eingeleitet werden. Neben der operativen Schadensminimierung wird mit Versicherungen in ausreichendem Umfang zur Eingrenzung eines möglichen Vermögensschadens Vorsorge geleistet.

Das Risiko von Ertragsminderungen oder Vermögensschäden wird bei den Abhängigkeitsrisiken und sonstigen Risiken mit einer Ausnahme als gering eingeschätzt. Ein Ausfall des ERP-Systems "IMpulse" hätte nachhaltige Auswirkungen für die Geschäftsprozesse und wird damit als sehr hoch klassifiziert.

Insgesamt hat sich die aktuelle Risikostruktur des Konzerns trotz der COVID-19-Pandemie und des Russland-Ukraine-Krieges nicht wesentlich gegenüber dem Vorjahr verändert. Bestandsgefährdende Risiken wurde nicht identifiziert.

Disclaimer

Der Konzernlagebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen über erwartete Entwicklungen. Diese Aussagen basieren auf aktuellen Einschätzungen und sind naturgemäß mit Risiken und Unsicherheiten behaftet. Die tatsächlich eintretenden Ergebnisse können von den hier formulierten Aussagen abweichen.

 

Aschheim bei München, 10. März 2023

Ingram Micro Holding GmbH

Die Geschäftsführung

Karel Everaet

Kris Mees

1 Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: KONJUNKTURPROGNOSE 2020 UND 2021; 23. Juni 2020, Seite 15f.
2 Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: TRANSFORMATION GESTALTEN: BILDUNG, DIGITALISIERUNG UND NACHHALTIGKEIT, Jahresgutachten 21/22, Kurzfassung, Seite 1 Tz 2., Erschienen Dezember 2021.
3 Statistisches Bundesamt: Bruttoinlandsprodukt für Deutschland, Statement zur Pressekonferenz am 14. Januar 2022, Schaubild 1a; .
4 Statistisches Bundesamt: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen des Bundes, Tabelle zum Ergebnis 81000-0011 Stand 24. Mai 2022, .
5 BITKOM, ITK-Marktzahlen; Juli 2022, www.bitkom.de.
6 BITKOM, IDC, ITK-Marktdaten; Juli 2022, www.bitkom.org
7 Context IT Distribution Panel, Mai 2022
8 IfW-Kiel, Kieler Konjunkturberichte Nr.98 (Deutsche Konjunktur), abgeschlossen am 14.12.2022; www.ifw-kiel.de
9 IfW-Kiel, Kieler Konjunkturberichte Nr.97 (Weltkonjunktur), abgeschlossen am 21.12.2022; www.ifw-kiel.de
10 IfW-Kiel, Kieler Konjunkturberichte Nr.94 (Konjunktur Europa), abgeschlossen am 08.09.2022; www.ifw-kiel.de
11 BITKOM - Presseinformation vom Januar 2023 (ITK-Marktzahlen): www.bitkom.de

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021

Aktiva

31.12.2021
T€
31.12.2020
T€
A. Anlagevermögen    
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.511 2.681
  1.512 2.681
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke und Bauten 5.088 5.730
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10.013 10.949
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 447 527
  15.548 17.206
III. Finanzanlagen    
Anteile an verbundenen Unternehmen 99 99
  99 99
  17.158 19.986
B. Umlaufvermögen    
I. Vorräte    
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.551 1.925
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 1 4
3. Waren 720.218 700.240
4. Geleistete Anzahlungen 2.975 871
  724.744 703.040
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände    
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 494.036 531.546
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 631.731 342.635
3. Sonstige Vermögensgegenstände 46.353 54.078
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr T€ 14; Vorjahr T€ 214)    
  1.172.120 928.259
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 284 1.620
  1.897.148 1.632.919
C. Rechnungsabgrenzungsposten 2.099 2.099
E. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 0 0
  1.916.406 1.655.004

Passiva

   
31.12.2021
T€
31.12.2020
T€
A. Eigenkapital    
I. Gezeichnetes Kapital 25 25
II. Kapitalrücklage 149.703 149.703
III. Gewinnrücklagen    
Andere Gewinnrücklagen 866 866
IV. Konzernbilanzgewinn 169.443 115.422
V. Ausgleichsposten für nicht beherrschende Anteile 3 3
  320.040 266.019
B. Rückstellungen    
1. Steuerrückstellungen 17.880 12.250
2. Sonstige Rückstellungen 253.963 260.410
  271.843 272.660
C. Verbindlichkeiten    
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 269.956 0
(davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr T€ 269.956; Vorjahr T€ 0)    
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 20 22
(davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr T€ 20; Vorjahr T€ 22)    
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 988.422 1.042.606
(davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr T€ 988.422; Vorjahr T€ 1.042.606)    
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 16.569 36.687
(davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr T€ 16.569; Vorjahr T€ 36.687)    
5. Sonstige Verbindlichkeiten 30.417 29.406
(davon aus Steuern T€ 22.903; Vorjahr T€ 20.852)    
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit T€ 4; Vorjahr T€ 16)    
(davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr T€ 30.417; Vorjahr T€ 29.406)    
  1.305.384 1.108.721
D. Rechnungsabgrenzungsposten 19.096 7.601
E. Passive latente Steuern 43 3
  1.916.406 1.655.004

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

2021
T€
2020
T€
1. Umsatzerlöse 7.347.520 6.988.808
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -2 2
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 10 55
4. Sonstige betriebliche Erträge 28.725 24.095
5. Materialaufwand    
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -7.030.410 -6.708.536
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -78.686 -60.454
  -7.109.096 -6.768.990
6. Personalaufwand    
a) Löhne und Gehälter -84.432 -84.091
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -14.538 -13.726
(davon für Alterversorgung T€ 40, Vorjahr T€ 41)    
  -98.970 -97.817
7. Abschreibungen    
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -4.871 -4.941
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -83.083 -76.903
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.529 2.435
(davon aus verbundenen Unternehmen T€ 1.183; Vorjahr T€ 2.087)    
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -4.193 -6.606
(davon an verbundene Unternehmen T€ 282; Vorjahr T€ 2.515)    
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -22.905 -19.396
(davon: latenter Steueraufwand T€ 40; Vorjahr T€ -316)    
12. Ergebnis nach Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 54.664 40.742
13. Sonstige Steuern -643 -21
14. Konzernjahresüberschuss 54.021 40.721
15. Gewinnvortrag 115.422 74.701
16. Gewinnausschüttung 0 0
17. Konzernbilanzgewinn 169.443 115.422

Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

I. Grundlagen und Methoden

1. Angewandte Vorschriften

Der Konzernabschluss der Ingram Micro Holding GmbH, Aschheim, Amtsgericht München, HRB 161462, wird nach den gesetzlichen Vorschriften des § 297 Abs. 1 Handelsgesetzbuch (HGB) und den Bestimmungen des Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee e.V. (DRSC) aufgestellt. Abweichungen von einzelnen DRS sind jeweils angegeben.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird gemäß § 275 Abs. 2 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der deutsche Teilkonzern gehörte 2021 zum Konzern der Ingram Micro Inc., Irvine, Kalifornien, USA. Als verbundene Unternehmen werden in diesem Konzernabschluss die Ingram Micro Inc. sowie alle Gesellschaften angesehen, an denen die Ingram Micro Inc. direkt oder indirekt zu mehr als 50 % beteiligt ist.

Die gesetzlich geforderte Einheitlichkeit der Bilanzierung und Bewertung wird durch Anpassungsbuchungen auf Konzernebene und durch Anweisungen der Geschäftsführung der Ingram Micro Holding GmbH im Rahmen der Aufstellung der Einzelabschlüsse der einbezogenen Konzernunternehmen sichergestellt.

Konzernbilanz

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten beziehungsweise Herstellungskosten und Nebenkosten angesetzt und entsprechend der Dauer ihrer Nutzung planmäßig linear abgeschrieben. Die Abschreibung erfolgt grundsätzlich über eine Nutzungsdauer von 3 bis 15 Jahren. Das Bilanzierungswahlrecht für selbstgeschaffene Vermögensgegenstände wird nicht angewendet.

Die sich aus der Kapitalkonsolidierung der einbezogenen Unternehmen ergebenden Geschäfts- oder Firmenwerte werden planmäßig linear über eine Nutzungsdauer von 5 bzw. 15 Jahren abgeschrieben.

Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden mit den Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen angesetzt. Abschreibungen auf abnutzbare Anlagengegenstände werden planmäßig linear vorgenommen. Die Abschreibungen ermitteln sich im Wesentlichen unter der Annahme der folgenden Nutzungsdauern:

Nutzungsdauer
in Jahren
Gebäude 25
Außenanlagen 5 - 15
Einbauten 5 - 10
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 25

Geringwertige Wirtschaftsgüter ab € 250 bis € 800 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben und gleichzeitig als Abgang gezeigt. Geleistete Anzahlungen sind grundsätzlich zum Nennwert bilanziert.

Unter den Finanzanlagen ausgewiesene Anteile, die nicht nach der Methode der Voll- oder Quotenkonsolidierung oder "at-equity" in den Konzernabschluss einbezogen sind, sowie Ausleihungen werden zu Anschaffungskosten einschließlich Erwerbsnebenkosten bilanziert.

Außerplanmäßige Abschreibungen auf das Anlagevermögen werden vorgenommen, wenn voraussichtlich dauernde Wertminderungen vorliegen.

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu den durchschnittlichen gewogenen Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten beziehungsweise steuerlich aktivierungspflichtigen Herstellungskosten. Für Zölle und Frachten wird ein pauschaler Zuschlag zu den Anschaffungskosten vorgenommen. Die Herstellungskosten beinhalten Fertigungseinzelkosten und Fertigungsgemeinkosten. Weitere Wertberichtigungen werden für Preis- und Währungsrisiken sowie für Verwertungsrisiken aufgrund der Altersstruktur durch Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert berücksichtigt. Geleistete Anzahlungen sind grundsätzlich zum Nennwert bilanziert.

Die Forderungen und Sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert abzüglich Wertberichtigungen, die zur Abdeckung von Risiken gebildet werden, angesetzt. In den Einzelabschlüssen gebildete Einzel- sowie Pauschalwertberichtigungen auf den um die Umsatzsteuer und Einzelwertberichtigungen geminderten Bruttoforderungsbestand werden in den Konzernabschluss übernommen. Sie decken neben Zinsverlusten und Verwaltungskosten auch das allgemeine Kreditrisiko ab. Sofern langfristige Forderungen unverzinslich oder niedrig verzinslich sind, werden sie abgezinst.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten in Fremdwährungen werden gemäß § 256a HGB mit dem jeweiligen Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Die Bewertung der flüssigen Mittel erfolgt zum Nennwert.

Unter den aktiven bzw. passiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben bzw. Einnahmen ausgewiesen, die Aufwand bzw. Ertrag nach dem Bilanzstichtag darstellen.

Die Posten des Eigenkapitals werden zu Nominalwerten bilanziert.

Die Steuer- und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen mit dem Betrag ihrer voraussichtlichen Inanspruchnahme. Langfristige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt.

Altersversorgungsverpflichtungen und vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen, die die Voraussetzungen des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB erfüllen, werden mit den ihnen zuzurechnenden Vermögensgegenständen verrechnet.

Erhaltene Anzahlungen werden zum Nennbetrag angesetzt.

Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden aufgrund von Vereinbarungen zur Absicherung von Währungsrisiken zwischen der Ingram Micro Holding GmbH und der Ingram Micro Luxembourg S.à r.l., Luxemburg, Luxemburg, unverändert mit dem Entstehungskurs bilanziert. Ausgenommen von dieser Vereinbarung ist die Ingram Micro Pan Europe GmbH, Aschheim die dem Währungsrisiko mit einer Matchingmethode entgegensteuert, in dem die Geldflüsse der einzelnen Währungen über individuelle Bankkonten abgewickelt werden. Kurzfristige Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung sind in dieser Gesellschaft mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag, langfristige Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung (Restlaufzeit über ein Jahr) mit dem Devisenkassakurs des Entstehungszeitpunktes oder mit dem niedrigeren bzw. höheren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Latente Steuern werden gemäß § 274 HGB für Differenzen zwischen dem handelsrechtlichen und steuerlichen Ergebnis ermittelt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert. Von dem Wahlrecht, den Aktivüberhang der latenten Steuern zu bilanzieren, wird auch auf Konzernebene kein Gebrauch gemacht. Auf Ergebnisunterschiede aus Konsolidierungsmaßnahmen werden gemäß § 306 HGB aktive und passive latente Steuern gebildet, die unsaldiert ausgewiesen werden. Bei der Ermittlung dieser latenten Steuern wird ein Steuersatz von 27,7 % zugrunde gelegt.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse umfassen solche aus Warenlieferungen und Dienstleistungen aus dem Distributionsgeschäft unserer Geschäftsbereiche. Die Umsatzrealisierung folgt den handelsrechtlichen Vorgaben demnach nach Bewirkung der Leistung, also insbesondere, wenn die gesamte Vertragsleistung oder eine getrennt abrechenbare Teilleistung erbracht ist und ein nennenswertes Abnahmerisiko nicht besteht bzw. im Zeitpunkt der Lieferung nicht bekannt war. Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasste Kursgewinne sowie unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesene Kursverluste beinhalten auch die Unterschiede zwischen dem Entstehungskurs und dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag. Zinserträge und Zinsaufwendungen werden zum Zeitpunkt ihrer Entstehung erfolgswirksam erfasst.

3. Konsolidierungskreis

Zum Kreis der vollkonsolidierten Unternehmen gehören neben der Ingram Micro Holding GmbH alle Unternehmen, bei der die Ingram Micro Holding GmbH unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben kann.

Auf die Einbeziehung von einer inländischen und einer ausländischen Tochtergesellschaft wird weiterhin, wie bereits in den Vorjahren, aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns gemäß § 296 Abs. 2 HGB verzichtet.

Neben der Ingram Micro Holding GmbH werden somit insgesamt sechs inländische und eine ausländische Gesellschaft konsolidiert.

Alle verbundenen Unternehmen und Beteiligungen zum 31. Dezember 2021 sind in der nachfolgenden Aufstellung des Anteilsbesitzes dargestellt:

Lfd. Gesellschaftsname Anteil am Kapital
Nr. direkt
in %
indirekt
in %
gehalten von
1 more services GmbH,   100,0 Lfd. Nr. 5
  Aschheim      
2 Ingram Micro Pan Europe GmbH, Aschheim 100,0    
3 Ingram Micro Europe GmbH, Aschheim   89,8 Lfd. Nr. 7
4 Ingram Micro Distribution GmbH, Aschheim 100,0    
5 Ingram Macrotron GmbH, Aschheim   100,0 Lfd. Nr. 3
6 Ingram Micro Services GmbH, Aschheim   100,0 Lfd. Nr. 5
7 Bright Creative Communications B.V., Utrecht, NL 100,0    
nicht einbezogene Gesellschaften        
8 Ingram Micro Israel Ltd.,   100,0 Lfd. Nr. 4
  Tel Aviv, Israel      
9 gEtail GmbH 100,0    
Lfd. Nr. Gesellschaftsname Abschlussstichtag Eigenkapital
T€
Jahresergebnis
T€
1 more services GmbH, 31.12.2021 143.412,0 *)
  Aschheim      
2 Ingram Micro Pan Europe GmbH, Aschheim 31.12.2021 2.619,1 *)
3 Ingram Micro Europe GmbH, Aschheim 31.12.2021 113.106,4 *)
4 Ingram Micro Distribution GmbH, Aschheim 31.12.2021 15.981,5 *)
5 Ingram Macrotron GmbH, Aschheim 31.12.2021 178.507,0 *)
6 Ingram Micro Services GmbH, Aschheim 31.12.2021 13,1 *)
7 Bright Creative Communications B.V., Utrecht, NL 31.12.2021 223.728,8 -1,8
nicht einbezogene Gesellschaften        
8 Ingram Micro Israel Ltd., 31.12.2021 4.924,1 272,2
  Tel Aviv, Israel      
9 gEtail GmbH 31.12.2021 0,1 -73,9

*) Ergebnisabführungsvertrag

Die verbundenen Unternehmen werden grundsätzlich nach der Methode der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen und haben alle als Bilanzstichtag den 31. Dezember.

Die Ingram Micro Distribution GmbH nimmt die Befreiung nach § 291 HGB in Anspruch und stellt keinen (Teil-) Konzernabschluss auf.

Die Ingram Micro Europe GmbH und die Ingram Macrotron GmbH sind gemäß § 293 HGB von der Aufstellung eines (Teil-) Konzernabschlusses befreit.

4. Konsolidierungsgrundsätze

Der Konzernabschluss ist auf den Bilanzstichtag der Ingram Micro Holding GmbH aufgestellt worden.

Der Konsolidierungskreis umfasst inländische und ausländische Gesellschaften, die ihre Jahresabschlüsse nach § 244 HGB in Euro aufstellen; eine Währungsumrechnung in die Konzernwährung entfällt daher.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode, bei der die Anschaffungswerte der Beteiligungen mit dem anteiligen Zeitwert ihres Eigenkapitals zum Erwerbszeitpunkt verrechnet werden. Vermögenswerte und Schulden gehen ebenfalls mit ihren Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt in die Konzernbilanz ein.

Für Tochtergesellschaften, die vor dem 1. Januar 2010 in den Konzernabschluss einbezogen wurden, erfolgt die Kapitalkonsolidierung nach der Buchwertmethode gemäß § 301 Abs. 1 Nr. 1 HGB (alte Fassung) durch Verrechnung des Kaufpreises mit dem Konzernanteil am Eigenkapital der zu konsolidierenden Tochtergesellschaften zum Zeitpunkt des Erwerbs oder der erstmaligen Konsolidierung. DRS 4.23 alte Fassung findet keine Anwendung.

Ein sich im Rahmen der Kapitalkonsolidierung ergebender aktiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und planmäßig über seine voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Geschäfts- oder Firmenwerte werden über eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 5 Jahren abgeschrieben. Soweit Abschreibungen auf einen niedrigeren beizulegenden Wert geboten erscheinen, werden diese vorgenommen.

Die sich im Rahmen der Kapitalkonsolidierung ergebenden passiven Unterschiedsbeträge werden in der Bilanz in einem gesonderten Posten nach dem Eigenkapital ausgewiesen. In Ausnahme zu der oben beschriebenen Anwendung der Buchwertmethode erfolgte im Rahmen der im Jahr 2006 durchgeführten Umstrukturierung eine Kapitalkonsolidierung nach der Interessenzusammenführungsmethode gemäß § 302 HGB (alte Fassung). Danach wurde die Verrechnung der Anteile auf das gezeichnete Kapital der Tochtergesellschaft beschränkt und der entstandene Unterschiedsbetrag mit der Kapitalrücklage des Konzerns verrechnet.

Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung werden Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Gesellschaften aufgerechnet.

Auf ergebniswirksame Differenzen der Schuldenkonsolidierung und Zwischenergebniseliminierung wurde eine Steuerabgrenzung gemäß § 306 HGB gebildet; die Ergebnisauswirkung beträgt T€ 43.

Die konzerninternen Umsätze und sonstigen betrieblichen Erträge wurden mit den Materialaufwendungen und den entsprechenden sonstigen betrieblichen Aufwendungen, Zinserträge mit den Zinsaufwendungen sowie Aufwendungen aus Gewinnabführungen mit den entsprechenden Ertragsposten konsolidiert.

II. Erläuterungen zur Konzernbilanz

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist dem beigefügten Anlagenspiegel zu entnehmen.

Immaterielle Vermögensgegenstände

Diese Position beinhaltet überwiegend entgeltlich erworbene Software in Höhe von T€ 782 (2020: T€ 1.869) sowie gewerbliche Schutzrechte in Höhe von T€ 729 (2020: T€ 812), die im Geschäftsjahr um planmäßige, lineare Abschreibungen verringert wurden.

Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen beinhaltet im Wesentlichen die Grundstücke und Gebäude T€ 5.088 (2020: T€ 5.730) sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung T€ 10.013 (2020: T€ 10.949) des Logistikzentrums in Straubing und der Verwaltung in Aschheim.

Finanzanlagen

Das Finanzanlagevermögen beträgt T€ 99 (2020: T€ 99) und betrifft Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen.

2. Vorräte

Der ausgewiesene Vorratsbestand setzt sich wie folgt zusammen:

in Tausend € 31.12.2021 31.12.2020
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.551 1.925
Unfertige Erzeugnisse und unfertige Leistungen 1 4
Waren 720.218 700.240
Geleistete Anzahlungen 2.975 871
Vorräte 724.745 703.040

3. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 494.036 (2020: T€ 531.546) resultieren im Wesentlichen aus Warenlieferungen und Leistungen an Kunden. Sämtliche Forderungen sind innerhalb eines Jahres fällig.

4. Forderungen gegen verbundene Unternehmen

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen gliedern sich wie folgt:

in Tausend € 31.12.2021 31.12.2020
Europa 625.728 338.670
Mittlerer Osten & Afrika 5.939 3.925
USA 64 40
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 631.731 342.635

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten kurzfristige Darlehen in Höhe von T€ 544.877 (2020: T€ 283.071) gegenüber der Ingram Micro Luxembourg S.à r.l., Luxemburg, Luxemburg. Alle übrigen Forderungen betreffen Warenlieferungen und Leistungen.

Gegenüber dem Gesellschafter, der Ingram Micro SAS, Lesquin, Frankreich, bestehen ausschließlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 10.586 (2020: T€ 3.289).

Alle Forderungen haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

5. Sonstige Vermögensgegenstände

Die Sonstigen Vermögensgegenstände setzen sich wie folgt zusammen:

in Tausend € 31.12.2021 31.12.2020
Ausgleichsforderungen/Bonusansprüche 25.677 34.746
Erstattungsansprüche aus Urheberrechtsabgaben 1.755 1.884
Forderungen aus Marketingprojekten 11.765 6.312
Forderungen aus Umsatzsteuer 2.563 3.209
Debitorische Kreditoren 1.052 2.796
Forderungen aus noch nicht berechneter Cloud Dienstleistungen 3.290 2.305
Übrige 251 2.826
Sonstige Vermögensgegenstände 46.353 54.078
davon langfristig 14 214
davon kurzfristig innerhalb eines Jahres fällig 46.339 53.864

6. Rechnungsabgrenzungsposten

Es handelt sich im Wesentlichen um vorausbezahlte Versicherungsprämien sowie Wartungsgebühren.

7. Aktive latente Steuern

Aktive und passive latente Steuern ergeben sich insbesondere aus unterschiedlichen handels- und steuerrechtlichen Bewertungsansätzen der Konzerngesellschaften für folgende Bilanzpositionen auf Einzelabschlussebene:

Immaterielle Vermögenswerte aktiv
Sachanlagen aktiv
Fremdwährungsforderungen aktiv
Steuerrückstellungen aktiv
Fremdwährungsverbindlichkeiten aktiv

Der bestehende Aktivüberhang wird unter Ausübung des Ansatzwahlrechts gemäß § 274 Abs. 1 HGB auch im Konzernabschluss nicht angesetzt. Daneben werden sog. Outside Basis Differences gem. § 306 S. 4 HGB nicht in die Ermittlung latenter Steuern einbezogen. Auf erfolgswirksame Unterschiede in der Schuldenkonsolidierung wurden dagegen passive latente Steuern gebildet. Aktive und passive latente Steuern aus Konsolidierungsvorgängen werden unsaldiert ausgewiesen.

8. Gezeichnetes Kapital

Beim gezeichneten Kapital in Höhe von T€ 25 (2020: T€ 25) handelt es sich um das gezeichnete Kapital der Ingram Micro Holding GmbH. Das gezeichnete Kapital ist voll eingezahlt.

9. Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage im Konzern beträgt T€ 149.703 (2020: T€ 149.703). Sie setzt sich zusammen aus der Kapitalrücklage der Ingram Micro Holding GmbH über T€ 279.978 (2020: 279.978) vermindert um die aus der Kapitalkonsolidierung nach der Interessenzusammenführung resultierende Verrechnung von T€ 130.275 (2020: T€ 130.275).

10. Gewinnrücklagen

Die anderen Gewinnrücklagen in Höhe von T€ 866 (2020: T€ 866) resultieren im Wesentlichen aus der Erstanwendung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes. Davon entfallen auf latente Steuern T€ 748 (2020: T€ 748) und auf die Neubewertung von Rückstellungen T€ 110

(2020: T€ 110).

11. Bilanzgewinn

Der Bilanzgewinn in Höhe von T€ 169.443 enthält einen Gewinnvortrag von T€ 115.422

(2020: T€ 74.701).

12. Ausgleichsposten für nicht beherrschende Anteile

Der Ausgleichsposten für nicht beherrschende Anteile in Höhe von T€ 3 (2020: T€ 3) betrifft die Anteile der Ingram Micro Inc., Irvine, Kalifornien, USA, an der Ingram Micro Europe GmbH.

13. Rückstellungen

Die Sonstigen Rückstellungen entfallen auf folgende Positionen:

in Tausend € 31.12.2021 31.12.2020
Ausstehende Waren- und Kostenrechnungen 213.720 216.919
Verkaufsprovisionen an Kunden und Handelsvertreter 23.937 23.726
Abgaben und Beiträge 5.347 7.178
Fracht, Verpackung und Zoll 3.242 3.980
Erfolgsabhängige Mitarbeitervergütungen 2.768 3.757
Ausstehender Urlaub 1.379 1.285
Abfindungen 1.154 1.230
Übrige sonstige Rückstellungen 1.210 1.080
Tantiemen und Jahresboni 1.112 1.022
Grunderwerbsteuer 0 129
Garantieverpflichtungen 94 104
Sonstige Rückstellungen 253.963 260.410

Die Rückstellung für ausstehende Waren- und Kostenrechnungen berücksichtigt noch nicht in Rechnung gestellte, im Geschäftsjahr 2021 von Lieferanten erbrachte Lieferungen und Leistungen.

Eine Rückstellung für Verkaufsprovisionen an Kunden und Handelsvertreter betrifft überwiegend umsatz- und mengenabhängige Boni, die für Lieferungen und Leistungen im Berichtszeitraum gewährt werden, sowie Delkredere- und Werbekostenzuschüsse.

Die Rückstellung für Abgaben und Beiträge besteht im Wesentlichen für Urheberrechtsabgaben, die die Ingram Micro Distribution GmbH als Inverkehrbringer unter anderem auf externe Speichermedien abzuführen hat.

Die Urlaubsrückstellung wurde gebildet basierend auf einer Einzelaufstellung der noch nicht genommenen, auf das Geschäftsjahr entfallenden Urlaubstage unter Berücksichtigung der Sozialversicherungsbeiträge.

In der Rückstellung für Tantiemen und Jahresboni sind Erfolgsbeteiligungen der Mitglieder der Geschäftsleitung für abgelaufene Geschäftsjahre enthalten, die noch nicht ausbezahlt wurden.

14. Verbindlichkeiten

Die Ingram Micro Holding GmbH leistet im Rahmen der weltweiten Unternehmensfinanzierung der Ingram Micro Inc. einen Beitrag durch den Verkauf eines Teils der Kundenforderungen in ein ABS Programm. Im Sinne einer Finanzierung der Ingram Micro Holding GmbH stellt sich dieses Programm als neutral dar, da sich die daraus ergebenden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in jedem Zeitpunkt neutralisieren. Zum 31.12.2021 bestehen daraus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie Forderungen gegen verbundene Unternehmen i.H.v. T€ 269.956 (2020: T€ 0).

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen beinhalten überwiegend Verbindlichkeiten der Ingram Micro Distribution GmbH und der Ingram Micro Pan Europe GmbH aufgrund von Warenlieferungen und in Anspruch genommenen Dienstleistungen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:

in Tausend € 31.12.2021 31.12.2020
Europa 12.395 32.571
Vereinigte Staaten von Amerika 4.166 4.113
Mittlerer Osten & Afrika 0 3
Asien 8 0
Verbindlichkeiten gegen über verbundenen Unternehmen 16.569 36.687

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen umfassen überwiegend Verbindlichkeiten aus kurzfristigen Darlehen in Höhe von T€ 4.673 (2020: T€ 25.261) sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen T€ 11.896 (2020: T€ 11.426).

Die Sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten hauptsächlich Verbindlichkeiten aus Steuern T€ 22.903 (2020: T€ 20.852) und kreditorischen Debitoren T€ 7.461 (2020: T€ 8.491).

Sämtliche Verbindlichkeiten zum 31.12.2021 haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

15. Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Der Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet im Wesentlichen im Voraus erhaltene Werbekostenzuschüsse.

16. Passive latente Steuern

Die passiven latenten Steuern resultieren aus der Konsolidierung gemäß § 306 HGB.

01.01.2021
in Tausend €
Zuführung/Auflösung 31.12.2021
  3 40 43

III. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsätze

Der Konzern ist nahezu ausschließlich im Bereich der ITK Hard- und Software Distribution tätig und erzielte im Geschäftsjahr Umsatzerlöse in Höhe von € 7.348 Mio. (2020: € 6.989 Mio.). Die Umsätze wurden im Geschäftsjahr zu 51,5 % (2020: 56,8 %) im Inland und zu 48,5 % (2020: 43,2 %) im europäischen Ausland erzielt.

2. Wareneinsatz

Die Ingram Micro Distribution GmbH hat mit einem Lieferanten einen Fulfillment-Vertrag geschlossen, auf dessen Grundlage die Gesellschaft vom Lieferanten von jeglichem wirtschaftlichen Risiko aus der Bevorratung von Produkten gegenüber einem Kunden freigestellt wird. Die Abbildung dieser Vereinbarung erfolgt in der Gewinn- und Verlustrechnung durch den reinen Ausweis der Kommissionserlöse. Für das Geschäftsjahr 2021 wurde ein Betrag von T€ 1.510 (2020: T€ 2.011) unter den Umsatzerlösen hierfür ausgewiesen.

3. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

in Tausend € 2021 2020
Erträge aus Fremdwährungsumrechnung 21.752 15.286
Periodenfremde Erträge 5.087 5.697
Übrige betriebliche Erträge inkl. Erträgen aus Sachbezügen 1.598 2.576
Erträge aus Versicherungsentschädigungen 288 536
Sonstige betriebliche Erträge 28.725 24.095

Die periodenfremden Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Ausbuchung von verjährten kreditorischen Debitoren, Auflösung und Anpassung von Rückstellungen für Vorjahre, Erträge aus Anlagenabgängen sowie Zahlungseingänge auf in Vorjahren ausgebuchten Forderungen.

4. Abschreibungen auf das Anlagevermögen

Die Abschreibungen des Geschäftsjahres belaufen sich auf T€ 4.871 (2020: T€ 4.941).

5. Sonstige betriebliche Aufwendungen

in Tausend € 2021 2020
Kostenweiterbelastungen von verb. Unternehmen 24.187 25.855
Aufwendungen aus Fremdwährungsumrechnung 19.760 16.619
Fremdleistungen 9.151 8.288
Raumkosten 7.856 7.513
Übrige betriebliche Aufwendungen 5.666 4.577
Instandhaltungskosten 8.582 4.381
Periodenfremde Aufwendungen 1.439 3.318
Versicherungen, Beiträge, Abgaben 3.066 3.287
Reisekosten 175 440
Rechts-/Beratungs-/Prüfungskosten 1.733 1.389
Fracht- und Lagerkosten 1.468 1.236
Sonstige betriebliche Aufwendungen 83.083 76.903

Die periodenfremden Aufwendungen resultieren im Wesentlichen aus ausgebuchten Belastungsanzeigen gegenüber Herstellern.

6. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

in Tausend € 2021 2020
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.529 2.435
davon aus verbundenen Unternehmen: T€ 1.183 (2020: T€ 2.087)    
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.529 2.435

Die Sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge ergeben sich hauptsächlich aus der kurzfristigen Anlage liquider Mittel bei der Ingram Micro Luxembourg S.à r.l., Luxemburg, Luxemburg sowie Verzugszinsen von Kunden.

7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

in Tausend € 2021 2020
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 4.191 6.602
davon an verbundene Unternehmen: T€ 282 (2020: T€ 2.515)    
Aufwendungen aus der Aufzinsung sonstiger langfristiger Rückstellungen 2 4
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen 4.193 6.606

Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen entfallen vornehmlich auf die Aufnahme kurzfristiger Darlehen bei der Ingram Micro Luxembourg S.à r.l., Luxemburg, Luxemburg, Diskontzinsen aus der Diskontierung von Kundenwechseln sowie Zinsen aus einem ABS Programm.

8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Für die Ermittlung der laufenden sowie der latenten Steuern wird ein einheitlicher Körperschaftsteuersatz von 15 % und darauf ein Solidaritätszuschlag von 5,5 % zugrunde gelegt. Neben der Körperschaftsteuer wird für erzielte Gewinne Gewerbesteuer erhoben. Der durchschnittliche Steuersatz für die Gewerbesteuer beträgt 11,9 %, sodass hieraus ein Gesamtsteuersatz von 27,7 % (2020: 27,7 %) resultiert.

Latente Steuern werden angesetzt, die infolge temporärer Abweichungen zwischen Ansätzen in der Steuerbilanz und der Handelsbilanz der Konzerngesellschaften, bei Anpassung an die einheitliche Bewertung im Konzern und bei Konsolidierungsvorgängen entstehen. Der bestehende Aktivüberhang für primäre latente Steuern wird unter Ausübung des Ansatzwahlrechts gemäß § 274 Abs. 1 HGB auch im Konzernabschluss nicht angesetzt.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzen sich zusammen aus (Aufwand (+) / Ertrag (-)):

in Tausend € 2021 2020
Steuern der laufenden Berichtsperiode 22.316 19.131
Periodenfremde Ertragsteuern 549 581
Latente Steuern 40 -316
Ertragssteueraufwand 22.905 19.396

Die periodenfremden Ertragsteuern ergeben sich im Wesentlichen aus Rückstellungen für zu erwartende Steuernachzahlungen aus einer Betriebsprüfung für die Jahre 2013 - 2016.

Überleitungsrechnung vom erwarteten zum tatsächlichen Steueraufwand:

in Tausend € 2021 2020
Konzernergebnis vor Ertragsteuern 76.927 60.117
Erwarteter Ertragssteueraufwand (Steuersatz: 27,7 %, Vorjahr 27,7 %) 21.309 16.652
Steuerlich nicht abziehbare Ausgaben und gewerbesteuerliche Hinzurechnungen 225 318
Steuerertrag/-aufwand für Vorjahre 549 581
Veränderung nicht aktivierter latenter Steuern 881 1.792
Sonstige Abweichungen -59 53
Ausgewiesener Ertragssteueraufwand 22.905 19.396

IV. Angaben zur Kapitalflussrechnung

Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgt aus dem Bank-Pool-Arrangement mit der Ingram Micro Inc., USA, über die Vergabe von überwiegend kurzfristigen Darlehen durch Konzerngesellschaften.

Der Finanzmittelbestand der nach DRS 21 erstellten Kapitalflussrechnung setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

in Tausend € 2021 2020
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 284 1.620
Kurzfristige Tagesgeldeinlagen (+) /Darlehensaufnahme (-) bei Konzerngesellschaften 540.205 257.810
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -269.956 -
Nettofinanz mittel 270.533 259.430

V. Sonstige Angaben

1. Beschäftigte

Im Konzern waren im Jahresdurchschnitt 1.478 (2020: 1.402) Mitarbeiter beschäftigt. Diese gliedern sich in folgende Gruppen:

2021 2020
Vertrieb und Einkauf 688 662
Operations & Services 623 582
Verwaltung 167 158
Gesamt 1.478 1.402

2. Geschäftsführung im Geschäftsjahr

Karel Everaet, Jurist, Vice President Legal & Associate General Counsel, Sofia,

Bulgarien

Harald Weis, Executive Director Finance, Geschäftsführer Finanz- und Rechnungswesen, München (bis 31. Dezember 2021)

Kris Mees, Vice President Finance & International CFO, Wolvertem, Belgien (seit 01. Januar 2022)

Die Bezüge der Geschäftsführung aus Organtätigkeit bei Mutter- und Tochterunternehmen werden in Inanspruchnahme der Befreiung gemäß § 314 Abs. 3 HGB nicht angegeben.

3. Außerbilanzielle Geschäfte

Die Ingram Micro Distribution GmbH hat zum 31.12.2021 Forderungen gegenüber einem Großkunden in Höhe von T€ 15.002 (2020: T€ 1.978) an externe Finanzdienstleistungsinstitute veräußert. Das echte Factoring dient der kurzfristigen Verbesserung der Liquiditätssituation und der Kapitalstruktur. Alle Forderungsausfallrisiken gehen auf das externe Finanzdienstleistungsinstitut über. Wir behalten jedoch zwecks Kundenpflege das Debitorenmanagement inne.

4. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum 31. Dezember 2021 ergeben sich zukünftige Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen wie folgt:

in Tausend € 31.12.2021 31.12.2020
Fälligkeit    
bis ein Jahr 7.979 7.861
über ein bis fünf Jahre 13.574 13.850
über fünf Jahre 2.504 2.409
Gesamt 24.057 24.120

Sonstige finanzielle Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen nicht.

5. Honorar des Abschlussprüfers

Der im Geschäftsjahr 2021 für den Konzernabschlussprüfer erfasste Honoraraufwand nach § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB beträgt T€ 602 (2020: T€ 548), davon entfallen auf frühere Jahre T€ 31

(2020: T€ 23). Der gesamte Honoraraufwand umfasst ausschließlich Abschlussprüfungsleistungen.

6. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Nach § 314 Abs. 1 Nr. 13 HGB müssen Geschäfte mit Personen oder Unternehmen, die die Ingram Micro Holding GmbH beherrschen oder von ihr beherrscht werden, angegeben werden, soweit sie nicht bereits als konsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss der Ingram Micro Holding GmbH einbezogen werden.

Darüber hinaus erstreckt sich die Angabepflicht nach § 314 Abs. 1 Nr. 13 HGB auf Personen, die einen maßgeblichen Einfluss auf das Unternehmen ausüben können, d.h. an der Finanz- und Geschäftspolitik des Unternehmens mitwirken, diese jedoch nicht beherrschen, einschließlich naher Familienangehöriger. Dies betrifft im Geschäftsjahr Mitglieder der Geschäftsleitung.

Geschäfte mit nicht konsolidierten Tochtergesellschaften, Mutter- und Schwestergesellschaften sowie Gemeinschaftsunternehmen werden zu Bedingungen durchgeführt, wie sie zwischen fremden Dritten üblich sind.

Diese werden in den folgenden Tabellen aufgeführt:

Verkäufe Käufe
in Tausend € 2021 2020 2021 2020
Mutterunternehmen 514.604 424.079 13.578 10.804
Tochterunternehmen 5.476 5.400 - -
Schwesterunternehmen 2.854.312 2.452.975 1.103 2.290
Erbrachte Dienstleistungen Empfangene Dienstleistungen
in Tausend € 2021 2020 2021 2020
Mutterunternehmen 12.230 10.469 17.415 16.298
Tochterunternehmen 10 930 41 50
Schwesterunternehmen 12.206 10.861 11.445 13.088
Zinserträge Zinsaufwendungen
in Tausend € 2021 2020 2021 2020
Schwesterunternehmen 1.183 2.087 282 2.515
Forderungen Verbindlichkeiten
in Tausend € 2021 2020 2021 2020
Mutterunternehmen 11.880 4.272 4.721 4.408
Tochterunternehmen 1.219 676 - 9
Schwesterunternehmen 618.632 337.687 11.848 32.270

Verkäufe und Käufe aus den Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen beziehen sich ausschließlich auf Warenlieferungen.

Die Aufwendungen und Erträge aus Dienstleistungen beziehen sich hauptsächlich auf Management- und Kostenumlagen.

Die Zinserträge und Zinsaufwendungen mit nahestehenden Unternehmen resultieren aus der Aufnahme und Vergabe von kurz- und langfristigen Darlehen.

Die Forderungen und Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, bezogenen und geleisteten Dienstleistungen und Darlehensforderungen und -verbindlichkeiten.

Geschäfte zwischen Unternehmen der Ingram Micro Holding GmbH und Mitgliedern der Geschäftsleitung wurden im Geschäftsjahr zu Bedingungen durchgeführt, wie sie zwischen fremden Dritten üblich sind.

7. Inanspruchnahme der Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB

Die folgenden Gesellschaften, die verbundene, konsolidierte Unternehmen der Ingram Micro Holding GmbH sind und für die der Konzernabschluss der Ingram Micro Holding GmbH der befreiende Konzernabschluss ist, nehmen die Befreiungsmöglichkeiten des § 264 Abs. 3 HGB hinsichtlich der Erstellung eines Anhangs und Lageberichts, Prüfung sowie der Offenlegung in Anspruch:

Ingram Micro Distribution GmbH, Aschheim

more services GmbH, Aschheim

Ingram Micro Pan Europe GmbH, Aschheim

Ingram Micro Europe GmbH, Aschheim

Ingram Macrotron GmbH, Aschheim

Ingram Micro Services GmbH, Aschheim

8. Konzernzugehörigkeit

Die Ingram Micro Holding GmbH stellt als Mutterunternehmen einen Konzernabschluss und einen Konzernlagebericht nach § 290 HGB für das Konzerngeschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 auf.

Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht werden im Bundesanzeiger eingereicht und bekannt gemacht.

Oberstes Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss 2021 für den größten Kreis und kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt, in den der Konzernabschluss der Ingram Micro Holding GmbH einbezogen wird, ist die Ingram Micro Inc., Irvine, Kalifornien, USA. Der Konzernabschluss der Ingram Micro Inc. kann unter der folgenden Adresse bezogen werden:

 

Ingram Micro Inc.

 

Michelson Drive, Suite 100

 

Irvine, 92612-0697, Kalifornien, USA.

9. Wesentliche Vorgänge nach dem Schluss des Geschäftsjahres

Seit dem 24. Februar führt Russland Krieg gegen die Ukraine. Auch in Deutschland hat dies zunehmende Folgen und deutliche Einschnitte im Wirtschaftsleben und in der Gesellschaft. Grundsätzlich kann daher von einer Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Lage ausgegangen werden. Das Unternehmen hat allerdings weder in den genannten Ländern eine Niederlassung, noch ist es dort am wirtschaftlichen Verkehr beteiligt, weshalb von keiner wesentlichen direkten Beeinträchtigung im Rahmen der operativen und strategischen Geschäftstätigkeit ausgegangen wird. Die o.g. Auswirkungen werden sich gleich wohl in der Kostenstruktur des laufenden Jahres widerspiegeln. Daneben können sich im Zusammenhang mit der unsicheren wirtschaftlichen Lage lieferanten- oder kundenseits Auswirkungen ergeben. Die im Lagebericht dargestellte Prognose für 2022, die auf der aktuellen Unternehmensplanung basiert, berücksichtigt diese Auswirkungen.

Im Mai 2022 wurden sämtliche Anteile an der Ingram Macrotron GmbH, Aschheim, an die Second Euro Industrial Properties S.À.R.L., Luxemburg, veräußert. Der Veräußerungspreis betrug T€ 43.246. Gleichzeitig mit der Veräußerung wurde ein neuer Mietvertrag über das regionale Distribution Center in Straubing zwischen der P3 Straubing GmbH (vormals Ingram Macrotron GmbH) und der Ingram Micro Distribution GmbH mit einer zehnjährigen Laufzeit abgeschlossen. Die monatliche Miete beträgt nun T€ 147 und bleibt für zwei Jahre unverändert.

Die Gesellschaft Ingram Micro Services GmbH, Aschheim, hat den Geschäftsbereich "fashion return business" vollständig an eine neugegründete konzernfremde Gesellschaft veräußert. Alle in diesem Bereich beschäftigten Mitarbeiter sind in diesem Zusammenhang mit auf die neue Gesellschaft übergegangen. Durch die Veräußerung entfällt zukünftig Umsatz in Höhe von T€ 4.150. Daneben entfallen Personalaufwendungen in Höhe von T€ 4.200 sowie Mietaufwendungen in Höhe von T€ 120. Bereits im März 2022 wurde das ITAD (IT Asset Disposal) Geschäft für Spanien und die Niederlande innerhalb der Ingram Micro Gruppe durch die Gesellschaft übernommen. Die Geschäftsführung plant zukünftig mit Umsätzen in Höhe von T€ 1.800 in diesem Bereich.

Weitere Vorgänge nach dem Schluss des Geschäftsjahres, die eine wesentliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben könnten, haben sich nicht ereignet.

10. Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den handelsrechtlichen Jahresüberschuss des Mutterunternehmens in Höhe von T€ 54.653 auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Aschheim bei München, 10. März 2023

Ingram Micro Holding GmbH

Die Geschäftsführung

Karel Everaet

Kris Mees

Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021

Gezeichnetes Kapital
T€
Kapitalrücklage
T€
Andere Gewinnrücklagen
T€
Konzernbilanzgewinn
T€
Stand zum 1. Januar 2020 25 149.703 866 74.701
Sonstige Kapitaländerungen 0 0 0 0
Konzernjahresüberschuss 0 0 0 40.721
Stand zum 31. Dezember 2020 25 149.703 866 115.422
Stand zum 1. Januar 2021 25 149.703 866 115.422
Sonstige Kapitaländerungen 0 0 0 0
Konzernjahresüberschuss 0 0 0 54.021
Stand zum 31. Dezember 2021 25 149.703 866 169.443
Eigenkapital des Mutterunternehmens
T€
Ausgleichsposten für nicht beherrschende Anteile
T€
Konzerneigenkapital
T€
Stand zum 1. Januar 2020 225.295 3 225.298
Sonstige Kapitaländerungen 0 0 0
Konzernjahresüberschuss 40.721 0 40.721
Stand zum 31. Dezember 2020 266.016 3 266.019
Stand zum 1. Januar 2021 266.016 3 266.019
Sonstige Kapitaländerungen 0 0 0
Konzernjahresüberschuss 54.021 0 54.021
Stand zum 31. Dezember 2021 320.037 3 320.040

Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2021

2021
TEUR
2020
TEUR
1. Periodenergebnis (Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag einschließlich Ergebnisanteil Nicht beherrschende Anteile) 54.023 40.721
2. +/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 4.871 4.941
3. +/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen -4.571 -45.725
4. +/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge 0 0
5. -/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -3.761 -46.054
6. +/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -41.211 188.744
7. -/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -3 -1.672
8. +/- Zinsaufwendungen/Zinserträge 2.664 4.171
9. - Sonstige Beteiligungserträge 0 0
10. +/- Aufwendungen/Erträge aus außerordentlichen Posten 0 0
11. +/- Ertragsteueraufwand/-ertrag 22.904 19.397
12. + Einzahlungen aus außerordentlichen Posten 0 0
13. - Auszahlungen aus außerordentlichen Posten 0 0
14. -/+ Ertragsteuerzahlungen -19.391 -18.192
15. = Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit (Summe aus 1 bis 14) 15.526 146.331
16. + Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des immateriellen Anlagevermögens 0 0
17. - Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -40 -89
18. + Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 260 1.789
19. - Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -2.261 -2.472
20. + Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 0 0
21. - Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen 0 0
22. + Einzahlungen aus Abgängen aus dem Konsolidierungskreis 0 0
23. - Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis 0 0
24. + Einzahlungen aufgrund von Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition 0 0
25. - Auszahlungen aufgrund von Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition 0 0
26. + Einzahlungen aus außerordentlichen Posten 0 0
27. - Auszahlungen aus außerordentlichen Posten 0 0
28. + Erhaltene Zinsen 1.529 2.435
29. + Erhaltene Dividenden 0 0
Korrektur wegen Änderungen des Konsolidierungskreises 0 0
30. = Cashflow aus der Investitionstätigkeit (Summe aus 16 bis 29) -513 1.663
31. + Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen von Gesellschaftern des Mutterunternehmens 0 0
32. + Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen von Nicht beherrschenden Anteilen 0 0
33. - Auszahlungen aus Eigenkapitalherabsetzungen an Gesellschafter des Mutterunternehmens 0 0
34. - Auszahlungen aus Eigenkapitalherabsetzungen an Nicht beherrschene Anteile 0 0
35. + Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen und der Aufnahme von (Finanz-) Krediten 0 0
36. - Auszahlungen aus der Tilgung von Anleihen und (Finanz-) Krediten 0 0
37. + Einzahlungen aus erhaltenen Zuschüssen/Zuwendungen 0 0
38. + Einzahlungen aus ABS-Programm 269.956 0
39. - Auszahlungen aus ABS-Programm -269.956 0
40. + Einzahlungen aus außerordentlichen Posten 0 0
41. - Auszahlungen aus außerordentlichen Posten 0 0
42. - Gezahlte Zinsen -3.911 -6.594
43. - Gezahlte Dividenden an Gesellschafter des Mutterunternehmens 0 0
44. - Gezahlte Dividenden an Nicht beherrschende Anteile 0 0
45. = Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit (Summe aus 31 bis 42) -3.911 -6.594
46. Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds (Summe aus 15, 30, 43) 11.102 141.400
47. +/- Wechselkurs- und bewertungsbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 0 0
48. +/- Konsolidierungskreisbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 0 0
49. + Finanzmittelfonds am Anfang der Periode *) 259.430 118.030
50. = Finanzmittelfonds am Ende der Periode (Summe aus 44 bis 47) 270.533 259.430

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021

(Konzernanlagengitter)

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.01.2021
T€
Zugänge
T€
Umbuchung
T€
Abgänge
T€
31.12.2021
T€
I. Immaterielle Vermögensgegenstände          
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 13.866 40 187 947 13.146
2. Geschäfts- oder Firmenwert 110.238 0 0 0 110.238
  124.104 40 187 947 123.384
II. Sachanlagen          
1. Grundstücke und Bauten 25.072 32 63 489 24.678
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 53.185 937 877 2.639 52.360
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 527 1.292 -1.127 244 447
  78.784 2.261 -187 3.372 77.485
III. Finanzanlagen          
Anteile an verbundenen Unternehmen 99 0 0 0 99
  99 0 0 0 99
  202.986 2.301 0 4.319 200.968
Abschreibungen
01.01.2021
T€
Zugänge
T€
Abgänge
T€
31.12.2021
T€
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 11.185 1.396 946 11.635
2. Geschäfts- oder Firmenwert 110.238 0 0 110.238
  121.423 1.396 946 121.873
II. Sachanlagen        
1. Grundstücke und Bauten 19.342 737 489 19.590
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 42.236 2.738 2.627 42.347
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0
  61.578 3.475 3.116 61.937
III. Finanzanlagen        
Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 0 0
  0 0 0 0
  183.001 4.871 4.062 183.810
Restbuchwert
31.12.2021
T€
31.12.2020
T€
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.511 2.681
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 0
  1.511 2.681
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke und Bauten 5.088 5.730
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10.013 10.949
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 447 527
  15.548 17.206
III. Finanzanlagen    
Anteile an verbundenen Unternehmen 99 99
  99 99
  17.158 19.986

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Ingram Micro Holding GmbH, Aschheim

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Ingram Micro Holding GmbH, Aschheim, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Ingram Micro Holding GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 10. März 2023

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Petra Hälsig, Wirtschaftsprüfer

ppa. Akram Abdel Karim, Wirtschaftsprüfer

Der Konzernabschluss zum 31.12.2021 wurde am 16.03.2023 gebilligt.

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