Stammdaten

Register
Amtsgericht Augsburg HRB 14091
Eingetragen
14.6.1978
Branche
Großhandel mit TextilienHerstellung von Arbeits- und BerufsbekleidungHerstellung von Wäsche
Gegenstand
Vertrieb und Produktion von Bett- und Tischwäsche, insbesondere unter dem eingeführten Markennamen "fleuresse".

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Prokura
Ellen Dinges-Dierig
seit 1.7.2019
Geschäftsführer
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Dierig Holding AG
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Dierig Textilwerke Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Germany
60.000 €
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Textil - Treuhand Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Augsburg

IFRS Konzernabschluss 31. Dezember 2022

Textil-Treuhand GmbH IFRS

Konzernabschluss 31. Dezember 2022

Konzernlagebericht 2022

der Geschäftsleitung der Textil-Treuhand GmbH

1. Grundlagen des Konzerns

Die Textil-Treuhand GmbH hält die Mehrheit am Aktienkapital der Dierig Holding AG. Die Dierig Holding AG ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht und fungiert als Holding. Die Geschäftsaktivitäten des Konzerns gliedern sich in das Textilsegment und das Immobiliensegment. Die Dierig Textilwerke GmbH als Tochtergesellschaft der Dierig Holding AG ist die konzernleitende Zwischenholding und damit Muttergesellschaft der operativen Tochtergesellschaften mit Sitz in Deutschland. Zudem verfügt die Dierig Textilwerke GmbH im Immobiliensegment über ein eigenes operatives Geschäft. In Österreich und in der Schweiz verfügt Dierig über dort ansässige Tochtergesellschaften.

Das Unternehmen Dierig wurde im Jahr 1805 im schlesischen Langenbielau als textiles Verlagsgeschäft gegründet.

Die Konzernstrategie fußt auf unternehmerischer Nachhaltigkeit. Die Sicherung und langfristige Mehrung der Substanz hat in jedem Fall Vorrang vor dem Erreichen kurzfristiger Renditeziele. Die Dividendenpolitik basiert darauf, die Anteilseigner angemessen zu beteiligen. Maßgeblich sind dabei Erträge aus dem operativen Geschäft. Hingegen werden Gewinne aus Grundstücksverkäufen reinvestiert.

Die operativen Konzerngesellschaften sind in der folgenden Übersicht dargestellt:

Gesellschaft Standort Produkte und Dienstleistungen Absatzmärkte
fleuresse GmbH Augsburg, Deutschland Markenbettwäsche Groß- und Fachhandel im Wesentlichen in Deutschland
Adam Kaeppel GmbH Augsburg, Deutschland Markenbettwäsche Großabnehmer und Einzelhandel im Wesentlichen im deutschsprachigen Raum
Christian Dierig GmbH Leonding, Österreich Markenbettwäsche Groß- und Fachhandel in Österreich sowie Export in die CEE-Staaten
Dierig AG Wil, Schweiz Markenbettwäsche Groß- und Fachhandel in der Schweiz sowie Export in EU-Staaten
Christian Dierig GmbH (operativ tätig bis 30. November 2022; Übergang der operativen Geschäftstätigkeit zum 1. Dezember 2022 auf die BIMATEX GmbH) Augsburg, Deutschland Damaste, technische Textilien Damaste in Westafrika, technische Textilien weltweit
BIMATEX Textil Marketing- und Vertriebs GmbH (BIMATEX GmbH) Augsburg, Deutschland Roh- und Fertiggewebe als Meterware, Objekttextilien Konfektionäre, Großhändler und Gewerbetreibende in der EU
Dierig Textilwerke GmbH Augsburg, Deutschland Entwicklung, Bau und Vermietung von Immobilien; Dienstleistungen für die Tochtergesellschaften Gewerbliche Mieter an den Konzernstandorten im Großraum Augsburg und Kempten
Prinz GmbH Augsburg, Deutschland Entwicklung, Bau und Vermietung von Immobilien Gewerbliche Mieter in Augsburg
Peter Wagner Immobilen AG (PWI) Augsburg, Deutschland Immobilienberatung und -bewertung, Vermittlung und Verwaltung von Immobilien, Projektentwicklung, Standortmanagement, Finanzierungsberatung Private Immobilienverkäufer und -käufer, Immobilieninvestoren, private und gewerbliche Mieter und Vermieter in Augsburg und der Metropolregion München

Das Jahr 2022 war geprägt von sich überlappenden und teilweise miteinander verknüpften Krisen. Der Krieg in der Ukraine führte zur Verteuerung von Energie und damit zu einer hohen Inflation sowie zu Unsicherheiten in internationalen Lieferketten. Auch waren 2022 Einschränkungen und Belastungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie noch spürbar. Über die krisenbedingten Anpassungen im Tagesgeschäft hinausgehend überprüften Geschäftsführung, der Aufsichtsrat und Vorstand der Dierig Holding und die Geschäftsführungen der Tochtergesellschaften fortwährend die Geschäftsmodelle des Konzerns und seiner operativen Tochtergesellschaften, die übergeordneten Strategien sowie die Ziele und das Steuerungssystem. Die Prüfungen ergaben, dass diese Grundlagen geeignet sind, den Konzern sicher durch und aus der Krise zu führen. Infolgedessen erfolgten lediglich punktuelle Anpassungen. Die Grundlagen des Konzerns betreffende Neuausrichtungen waren indes nicht erforderlich. Weder wurden strategische Geschäftsfelder aufgegeben noch kam es zu einer Besetzung neuer Geschäftsfelder von unternehmensrelevanter Tragweite.

1.1 Geschäftsmodell des Konzerns

Im Textilsegment entwickelt und vermarktet der Konzern Bettwäsche der Marken fleuresse und Kaeppel und handelt international mit Roh- und Fertiggeweben. Die eigene Textilproduktion mit Spinnerei, Weberei und Ausrüstung wurde Mitte der 1990er-Jahre verlagert. Die freigewordenen Areale werden seither vom Immobiliensegment entwickelt, umgebaut und an Dritte vermietet. Seit dem Jahr 2006 kauft der Konzern Immobilien im Großraum Augsburg zu und entwickelt diese. Stand 31. Dezember 2022 umfassen die Liegenschaften rund 482.000 Quadratmeter Grundstücks- und 147.000 Quadratmeter Gewerbemietflächen an den Standorten Augsburg, Gersthofen und Kempten.

1.2 Ziele und Strategien

Die Gesamtstrategie des Konzerns zielt auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung. Dabei sind die Konzernwerte Beständigkeit, Seriosität und Solidität wesentliche Faktoren, um Kunden sowohl im Textil- als auch im Immobiliensegment langfristig zu binden. Ökologische und soziale Nachhaltigkeit sind im unternehmerischen Handeln des Konzerns von jeher von wesentlicher Bedeutung und genießen einen zunehmenden Stellenwert.

Die strategische Ausrichtung wird regelmäßig von den Geschäftsführungen der operativen Tochtergesellschaften, dem Vorstand und Aufsichtsrat der Holding AG und der Geschäftsführung der Textil-Treuhand GmbH diskutiert und überprüft. Trotz der massiven wirtschaftlichen Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine und der Corona-Pandemie hat sich die strategische Ausrichtung des Konzerns im Jahr 2022 gegenüber den Vorjahren nicht verändert. Dessen ungeachtet fanden auf operativer Ebene umfangreiche Anpassungen an die wirtschaftlichen Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine sowie der Corona-Pandemie statt. Auch wurden einzelne Märkte und Aktivitäten einer Neubewertung unterzogen, was zu Veränderungen bei Personal, Investitionen und Lagerhaltung führte.

1.2.1 Textilstrategie

Da die Fertigung von Textilien in Deutschland bis auf wenige Nischen unrentabel geworden ist, hat der Konzern in den 1990er-Jahren die Eigenfertigung in Spinnerei, Weberei und Ausrüstung aufgegeben. Im Zentrum der Textilstrategie steht das Bettwäschegeschäft, in dem für die beiden Marken Kaeppel und fleuresse eigene Entwürfe produziert und als Markenbettwäsche an den Handel im gesamten deutschsprachigen Raum abgesetzt werden. Dafür werden jährlich mehrere Hundert Dessins und Farbvarianten entwickelt. Der Bettwäschevertrieb in Österreich und in der Schweiz erfolgt für fleuresse jeweils über Landesgesellschaften.

Die textilen Handelsgesellschaften Christian Dierig GmbH und BIMATEX GmbH sind im Bereich der Meterware und der Objekttextilien aktiv. Die Christian Dierig GmbH vermarktet Damaststoffe, die in Westafrika vorrangig zu Herrenbekleidung konfektioniert werden. Darüber hinaus ist die Gesellschaft in der Entwicklung und im Handel technischer Textilien für die Schleifmittelproduktion und die Filtration tätig. Dieses Geschäftsfeld dient dazu, Moderisiken zu minimieren und potentielle Wachstumsfelder zu besetzen. Die BIMATEX GmbH übernimmt für die Bettwäschegesellschaften des Konzerns den Einkauf von Rohware und verkauft Gewebe an Dritte. Überdies handelt die Gesellschaft auftragsbezogen mit Objektbettwäsche für Krankenhäuser und Hotels. Um diese Kunden umfassend bedienen zu können, beliefert die Gesellschaft ihre Abnehmer auch mit Frottierwaren, OP-Kitteln und anderen Bedarfsgütern.

Beide Gesellschaften haben schon in der Vergangenheit eng miteinander kooperiert. So übernahm die BIMATEX GmbH für die Christian Dierig GmbH Aufgaben in Beschaffung und Qualitätssicherung. Um Synergieeffekte zu nutzen, übernahm die BIMATEX GmbH mit Wirkung zum 1. Dezember 2022 per Asset-Deal die operativen Geschäfte der Christian Dierig GmbH.

Die Textilstrategie gründet auf der hohen textilen Kompetenz der operativen Gesellschaften. Strategisches Ziel ist es, die Kunden durch Qualität zu überzeugen, um damit im Kerngeschäft und in angrenzenden Segmenten Marktanteile zu gewinnen und bei einem entsprechenden Marktumfeld organisch zu wachsen. Gegenüber den Vorjahren hat sich die Textilstrategie des Konzerns im Jahr 2022 nur unwesentlich verändert. Auch im Jahr 2022 lag das Hauptaugenmerk darauf, die Kosten und Lagerbestände an das volatile Umsatzvolumen anzupassen und die Lieferketten aufrechtzuerhalten.

1.2.2 Immobilienstrategie

Durch die Verlagerung der Textilproduktion auf Dritte wurden in den 1990er-Jahren große Konzernareale an den Standorten Augsburg und Kempten für eine anderweitige Nutzung frei. Die Immobilienstrategie setzt darauf, diese Liegenschaften bedarfsgerecht zu entwickeln und zu vermarkten.

In der ersten Phase galt es, zur Deckung der Fixkosten - insbesondere der Pensionslasten - die Hallen an fremde Dritte zu vermieten. Im zweiten Schritt wurde der Bestand im Mieterauftrag umgebaut, was eine höherwertige Vermietung ermöglichte. Die dritte Phase bestand darin, Neubauten auf Freiflächen zu errichten. Als die eigenen Freiflächen im Jahr 2006 weitestgehend entwickelt waren, betrat das Immobiliensegment eine vierte strategische Phase: Seither kauft der Konzern Industrieimmobilien und Grundstücke und führt diese Liegenschaften einer Entwicklung und Vermarktung zu.

Mit der Beteiligung an der PWI legte der Konzern 2018 die Grundlagen für eine neue fünfte Stufe der Immobilienstrategie. Diese besteht aus dem Immobilienservice, also der Immobilienberatung sowie der Vermittlung und Verwaltung von Immobilien, der Projektentwicklung und dem Standortmanagement für Dritte. Damit reagiert der Konzern auf die sich abzeichnenden Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt.

In ihren Aktivitäten konzentrierte sich das Immobiliensegment des Konzerns bisher auf die Entwicklung und Vermietung von Gewerbeflächen. Geben Bebauungspläne eine Wohnbebauung vor, wurden diese Grundstücke in der Vergangenheit bis zur Baureife entwickelt und anschließend verkauft. Zukünftig deckt die Immobilienstrategie in ihrer sechsten Phase ab, Mietwohnungen zu errichten und im eigenen Bestand zu halten. Mit konzeptionellen Vorarbeiten zum Wohnbauprojekt "Mühlbach-Quartier" betrat Dierig diese neue Phase der Immobilienstrategie bereits im Jahr 2016. Mit dem Abriss von Industriehallen im Jahr 2021 sowie dem Neubau einer Parkgarage und der Erschließung des Grundstücks im Jahr 2022 ging Dierig in die Umsetzung dieser jüngsten Phase der Immobilienstrategie.

Bei der Entwicklung von Standorten folgt das Immobiliensegment einer Doppelstrategie. Um den Mietern ein attraktives Umfeld zu bieten, wird für jeden Immobilienstandort eine branchen- und nutzungsspezifische Prägung entwickelt und umgesetzt. Zugleich wird aus Gründen der Risikominimierung standortbezogen und standortübergreifend ein breiter Branchenmix angestrebt.

Bei der Veräußerung von Grundstücken und Gebäuden entstehende Erträge werden gemäß der Immobilienstrategie ausschließlich und vollständig zur Finanzierung von neuen Immobilienkäufen oder von Baumaßnahmen verwendet. Da der inzwischen mancherorts überhitzte Immobilienmarkt keine Zukäufe zu wirtschaftlich interessanten Konditionen mehr zulässt, nimmt die Bedeutung des Grundstückstauschs zu. Bei dieser Vorgehensweise tauscht Dierig entwickelte Standorte und Grundstücke gegen Entwicklungsprojekte ein. 2021 machte der Konzern mit Wirkung zum 1. Januar 2022 erstmals von der in der Immobilienstrategie verankerten Option des Grundstückstausches Gebrauch.

1.3 Steuerungssystem

Das finanzielle Steuerungssystem orientiert sich an den langfristigen Zielen und Strategien des Konzerns. Für die Entwicklung der Umsatzerlöse und der Profitabilität sowie für die Optimierung der Kapitalstruktur sind Kennzahlen definiert. Darüber hinaus sind Mindestanforderungen festgelegt, die bei der Durchführung von Investitionen generell berücksichtigt werden müssen. Im Immobilienbereich werden Mindestrenditen standort- und mieterbezogen aufgestellt. Sie sind aus Gründen des Konkurrenzschutzes nicht zur Veröffentlichung bestimmt.

Eine stabile Umsatzentwicklung ist ein wichtiger Faktor für die langfristige Sicherung des Unternehmens. Daher werden Tages-, Wochen- und Monatsumsätze mit der Planung verglichen. Abweichungen werden analysiert und geeignete Maßnahmen zur Zielerreichung entwickelt und umgesetzt.

Um im Textilbereich eine optimale Kapitalallokation sicherzustellen, sind bei der Steuerung der Kapitalstruktur die Höhe der Vorräte sowie die Höhe der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von zentraler Bedeutung. Der Konzern ist bestrebt, das Verhältnis von Eigenkapital zu Gesamtkapital langfristig bei 1:3 zu halten. Beeinflusst wird das Eigenkapital von Pensionsrückstellungen. Infolge des stark steigenden Rechnungszinses konnten im Jahr 2022 Pensionsrückstellungen aufgelöst werden. Dieser Effekt schlägt sich im gestiegenen OCI (Other Comprehensive Income - kumuliertes übriges Eigenkapital) und entsprechend positiv auch im Eigenkapital nieder. Investitionen in das Immobilienvermögen führen naturgemäß zu einem Anstieg des Fremdkapitals im Konzern. Um die Ertragskraft nachhaltig zu stärken, tätigt der Konzern Investitionen in renditestarke und durch langfristige Mietverträge mit solventen Mietern gesicherte Immobilienprojekte.

Die Steuerung des Konzerns und seiner Unternehmen erfolgt im Wesentlichen mithilfe der Kennzahlen Umsatzerlöse, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vorräte und Eigenkapitalquote. Im Immobilienbereich ist der Vermietungsgrad steuerungsrelevant. In Krisenzeiten gewinnt die Liquidität besondere Bedeutung. Über die oben beschriebenen Kennzahlen ist eine zeitnahe Kontrolle und Steuerung der Liquidität gewährleistet, sodass hierfür kein eigenes Kennzahlensystem erforderlich ist.

1.4 Forschung und Entwicklung

Anders als klassische Industrie- und Technologieunternehmen betreibt der Konzern lediglich im Segment der technischen Textilien Forschung und Entwicklung im engeren Sinne. Hauptsächlich besteht die Entwicklung im Textilbereich aus dem Design neuer Bettwäsche und Damaste.

Die beiden Bettwäschemarken fleuresse und Kaeppel geben jährlich über 200 verschiedene Neuentwürfe und Farbvarianten in Produktion. 2022 waren im Konzern 4,8 FTE (Full Time Equivalent) als festangestellte Textildesigner beschäftigt. Dies entspricht einem Anteil an der Gesamtbelegschaft der im Modebereich tätigen Gesellschaften Christian Dierig GmbH, Adam Kaeppel GmbH und fleuresse mit 69,1 FTE von 6,9 Prozent. Damit ist ein beträchtlicher Anteil der Personalkosten im Designbereich gleichwertig mit Forschungs- und Entwicklungskosten. Zusätzlich zur Entwicklung eigener Designs kaufen die Bettwäschemarken fleuresse und Kaeppel auch Muster externer Designer zu. Technische Innovationen wie die Entwicklung von Filtrationsgeweben und die Ausstattung von Objekttextilien werden gemeinsam mit Entwicklungspartnern realisiert.

Die Entwicklung im Immobiliensegment besteht vorrangig aus wirtschafts- und verkehrsgeografischen Standortanalysen sowie aus der Erstellung von Nutzungsprofilen und -konzepten. Auch Architektenleistungen im Rahmen von Neu- und Umbaumaßnahmen sowie aus Planungstätigkeiten im Rahmen von Energieeinsparkonzepten gehören im weiteren Sinn zur Entwicklungstätigkeit. In Summe dienen diese Investitionen der Optimierung sowie Sicherung der Gebäudesubstanz. Nachdem rund 30 Prozent der Immobilien des Konzerns unter Denkmalschutz stehen, haben denkmalpflegerische Aspekte große Bedeutung für die Nutzung und den wirtschaftlichen Wert der Immobilien. Auch aus der Gebäudetechnik kommen starke Innovationsimpulse vornehmlich zur Reduzierung des Energieaufwandes der Gebäude. Diese Impulse werden vom Immobiliensegment systematisch aufgenommen und verarbeitet, um eine optimale und langfristig wirtschaftliche Nutzung der Immobilien zu ermöglichen.

2. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

2.1 Entwicklung der Weltwirtschaft

Als internationales Textilunternehmen mit Kunden in rund 30 Ländern und weltumspannenden Aktivitäten in der Beschaffung ist der Konzern abhängig von globalen weltwirtschaftlichen Entwicklungen. Die Auswirkungen der sich überlappenden Krisen - der Krieg in der Ukraine, die Energiepreiskrise und generell eine steigende Inflation bei weiterhin gestörten Lieferketten infolge der Corona-Krise - auf die Weltwirtschaft waren im Jahr 2022 immens und führten zu einer scharfen Verlangsamung des wirtschaftlichen Wachstums.

In ihrem im Januar 2023 veröffentlichten Konjunkturbericht "Global Economic Prospects" beziffert die Weltbank das Wachstum der weltweiten Wirtschaftsleistung im Jahr 2022 mit geschätzt 2,9 Prozent. Der Internationale Währungsfonds (IWF) betrachtet die Entwicklung der Weltwirtschaft traditionell etwas optimistischer als die Weltbank. In seinem ebenfalls im Januar 2023 veröffentlichten Update zum Konjunkturbericht "World Economic Outlook" lag das Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2022 bei geschätzt 3,4 Prozent.

Die Volkswirtschaften waren 2022 in unterschiedlichem Maß von den Auswirkungen der multiplen Krisen betroffen. In den entwickelten Volkswirtschaften wuchs die Wirtschaft nach Weltbank-Prognosen um 2,5 Prozent, die Schwellen- und Entwicklungsländer steigerten ihre Wirtschaftsleistung um 3,4 Prozent. China erzielte ein Wirtschaftswachstum von nur noch 2,7 Prozent. Für Indien prognostiziert die Weltbank ein relativ starkes Wirtschaftswachstum von 6,9 Prozent, für Pakistan werden 6,0 Prozent Wachstum erwartet und für Bangladesch 7,2 Prozent. In der Türkei stieg die volkswirtschaftliche Leistung trotz hoher Inflation real um 4,7 Prozent. Damit waren 2022 die wichtigsten Textilexportländer weniger stark von den Auswirkungen der multiplen Krisen betroffen als die meisten anderen Volkswirtschaften.

In den USA wuchs die Wirtschaft nach Prognosen der Weltbank im Jahr 2022 um 1,9 Prozent. In der Euro-Zone wuchs die Wirtschaft um 3,3 Prozent und konnte damit ihren im Vorjahr eingeschlagenen Erholungskurs in abgeschwächter Form fortsetzen. Dies gilt insbesondere für die südeuropäischen Staaten, die überwiegend ein etwas höheres Wachstum aufwiesen als die Länder in Zentral- und Nordeuropa. Für das Afrika südwestlich der Sahara, in der Vergangenheit eine bedeutsame Abnehmerregion für Dierig, gibt der Weltbank-Bericht eine Wachstumsrate in Höhe von 3,4 Prozent an.

In Deutschland war das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2022 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 1,9 Prozent höher als im Vorjahr. Im Vergleich zum Jahr 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, lag die Wirtschaftsleistung im Jahr 2022 um 0,7 Prozent höher.

Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung stieg 2022 um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei verlief die Entwicklung in den einzelnen Wirtschaftsbereichen sehr unterschiedlich: Einige Dienstleistungsbereiche profitierten nach dem Wegfall nahezu aller Corona-Schutzmaßnahmen von Nachholeffekten. Die Wirtschaftsbereiche Verkehr und Gastgewerbe profitierten von der Aufhebung der Schutzmaßnahmen. Diese beiden Bereiche sorgten für ein kräftiges Plus im zusammengefassten Wirtschaftsbereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe (+4,0 Prozent). Die Bruttowertschöpfung im Handel ging dagegen zurück.

Im Baugewerbe, das vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen war, führten Material- und Fachkräftemangel, hohe Baukosten und zunehmend schlechtere Finanzierungsbedingungen dagegen 2022 zu einem deutlichen Rückgang der Bruttowertschöpfung (-2,3 Prozent). Die hohen Energiepreise und die immer noch eingeschränkte Verfügbarkeit von Vorprodukten bremsten auch die Wirtschaftsleistung im Verarbeitenden Gewerbe, die im Vorjahresvergleich kaum zunahm (+0,2 Prozent). Das Verarbeitende Gewerbe litt vor allem in der ersten Jahreshälfte 2022 wie schon im Jahr 2021 unter gestörten internationalen Lieferketten. Hinzu kam der massive Anstieg der Energiepreise infolge des Kriegs in der Ukraine.

Auf der Nachfrageseite waren die privaten Konsumausgaben mit einem Plus von 4,6 Prozent die wichtigste Wachstumsstütze der deutschen Wirtschaft. Grund hierfür waren Nachholeffekte im Zuge der Aufhebung fast aller Corona-Schutzmaßnahmen im Frühjahr 2022. Besonders stark stiegen die Aufwendungen für Urlaubsreisen. Auch im Bereich Freizeit, Unterhaltung und Kultur gaben die privaten Haushalte wieder mehr aus als noch vor einem Jahr.

Die Konsumausgaben des Staates stiegen nach zwei stark von Corona geprägten Jahren mit hohen Ausgaben für Tests und Impfstoffe im Jahr 2022 moderat um 1,1 Prozent. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Sparquote im Jahr 2022 bei 11,4 Prozent und damit in etwa wieder auf dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019. Sie lag damit aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Im Pandemiejahr 2020 hatte die Sparquote mit 16,1 Prozent einen Rekordwert in der Nachkriegsgeschichte erreicht.

Die Wirtschaftsleistung wurde im Jahr 2022 von durchschnittlich 45,6 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das waren 1,3 Prozent oder 589.000 Personen mehr als im Jahr zuvor und so viele wie noch nie in Deutschland. Der Beschäftigungsaufbau fand 2022 insbesondere bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und in den Dienstleistungsbereichen statt. Im Verarbeitenden Gewerbe stieg die Zahl der Erwerbstätigen 2022 nur leicht und konnte die Beschäftigungsverluste der beiden Vorjahre nicht ausgleichen. Im Baugewerbe gab es trotz Fachkräftemangel erneut einen kleinen Beschäftigungszuwachs.

Die staatlichen Haushalte beendeten das Jahr 2022 nach vorläufigen Berechnungen mit einem Finanzierungsdefizit von 101,6 Milliarden Euro. Die Neuverschuldung lag 2022 damit um knapp 33 Milliarden Euro niedriger als im Jahr 2021 mit 134,3 Milliarden Euro. Die Entlastungen des Staatshaushalts durch die auslaufenden Corona-Maßnahmen wurden von neuen Belastungen durch die Energiekrise infolge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine überlagert.

Die gesamte konjunkturelle Entwicklung in Deutschland stand 2022 unter dem Zeichen einer mit 7,9 Prozent historisch hohen Teuerungsrate. Ursächlich für die hohe Inflation war der extreme Preisanstieg bei Energie sowie bei Lebensmitteln.

2.2 Textilkonjunktur in den relevanten Absatzmärkten

Besser als die Gesamtkonjunktur entwickelte sich 2022 die Textilkonjunktur in Deutschland. Nach Angaben des Gesamtverbands Textil+Mode stieg der Umsatz der Textil- und Bekleidungsindustrie im Jahr 2022 um nominal 11,7 Prozent. Die Textilindustrie legte um 7,7 Prozent zu, die Bekleidungsindustrie konnte ihre Umsätze sogar um 19,4 Prozent steigern. Ein weit weniger positives Bild ergibt sich bei der Betrachtung der inflations- und saisonbereinigten Zahlen. Real erwirtschaftete die Bekleidungsindustrie ein Umsatzplus von 12,0 Prozent. Ursächlich für die positive Entwicklung ist ein starker Vorjahreseffekt: In der Bekleidungsindustrie war es 2021 infolge der Corona-Schutzmaßnahmen zu starken Umsatzverlusten gekommen. Der reale Umsatz der Textilindustrie sank nach Verbandsangaben hingegen im Jahr 2022 um 6,0 Prozent.

Der deutsche Bekleidungshandel profitierte 2022 stark von dem weitestgehenden Auslaufen der Corona-Schutzmaßnahmen und erwirtschaftete nach Angaben des Gesamtverbands Textil+Mode ein Umsatzplus in Höhe von 31,2 Prozent. Der gesamte Einzelhandel erzielte hingegen nach Verbandsangaben ein Umsatzplus von 7,9 Prozent. Trotz dieser positiven Entwicklung kam es im Einzelhandel zu Insolvenzen. Bekanntestes Beispiel ist Galeria Karstadt Kaufhof. Nach einer ersten Insolvenz im April 2020 meldete die Kaufhauskette im Oktober 2022 erneut Insolvenz an.

Der Online-Handel, der in den Corona-Jahren 2020 und 2021 starke Zuwächse verbuchen konnte, musste 2022 einen Dämpfer hinnehmen. Nach Angaben des E-Commerce-Verbands bevh bezifferte sich im Jahr 2022 der Brutto-Umsatz mit Waren im E-Commerce auf 90,4 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr mit 99,1 Milliarden Euro bedeutet dies einen nominalen Umsatzrückgang in Höhe von 8,8 Prozent. Inflationsbereinigt würde der Umsatzrückgang noch größer ausfallen. Die rückläufige Entwicklung der Online-Umsätze lässt sich darauf zurückführen, dass die Kunden nach dem weitgehenden Auslaufen der Corona-Schutzmaßnahmen im Jahr 2022 ihren Bedarf wieder zu einem größeren Teil im stationären Einzelhandel deckten. Gleichwohl blieb der E-Commerce über die Pandemiezeit hinaus ein starker Vertriebskanal, über den mittlerweile etwa ein Fünftel der Konsumgüter abgesetzt werden.

Über den deutschen Markt für Heimtextilien, ein für den Konzern sehr bedeutsames Marktsegment, liegen keine zuverlässigen statistischen Angaben vor. Eigenen Marktbeobachtungen und Erhebungen zufolge verliefen die Geschäfte mit Heimtextilien im Jahr 2022 angesichts der starken Verteuerung von Energie und Lebensmitteln schwierig. Hinzu kam, dass der Cocooning-Effekt im Jahr 2022 auslief. Hatten in den beiden Vorjahren die Menschen einen größeren Teil ihres frei verfügbaren Einkommens dafür aufgewandt, ihr Zuhause umzugestalten und zu verschönern, gaben die Menschen im Jahr 2022 ihr Geld wieder vermehrt für Urlaubsreisen und Freizeitaktivitäten aus.

In Österreich stieg die Wirtschaftsleistung 2022 nach der Konjunkturprognose des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) aus dem Dezember 2022 um 4,7 Prozent. Damit fiel die wirtschaftliche Entwicklung 2022 deutlich stärker aus als in Deutschland. Zurückzuführen ist das Wachstum auf die starke Erholung des Dienstleistungssektors sowie eine positive Entwicklung der Industrieproduktion in der ersten Jahreshälfte. Wachstumstreibend waren zudem der deutliche Anstieg der Konsumausgaben sowie eine starke Exporttätigkeit im ersten Halbjahr. Im zweiten Halbjahr schwächte sich die Wirtschaftsdynamik deutlich ab. Die Teuerungsrate lag in Österreich im Jahr 2022 bei 8,5 Prozent.

Die Wirtschaft in der Schweiz wuchs nach vorläufigen Angaben des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) im Jahr 2022 um 2,0 Prozent. Der private Konsum erwies sich mit einem Plus von 4,1 Prozent als Stütze der Entwicklung der Gesamtwirtschaft. Die Inflation stieg in der Schweiz lediglich um 2,9 Prozent. Insgesamt zeigte sich die Schweizer Wirtschaft 2022 überaus robust.

Frankreich, Italien und Spanien sind wichtige Absatzmärkte des Konzerns. In diese Länder wird hauptsächlich Rohware exportiert. Nach der Herbstprognose der EU-Kommission stieg die Wirtschaftsleistung in Frankreich im Jahr 2022 real um 2,6 Prozent bei einer Inflationsrate von 5,8 Prozent. In Italien wuchs die Wirtschaft 2022 real um 3,8 Prozent bei einer Inflationsrate von 8,7 Prozent. Die spanische Wirtschaft wuchs 2022 real um 4,5 Prozent bei einer Teuerungsrate von 8,5 Prozent. Die Textilkonjunktur war in allen südeuropäischen Ländern schwierig.

Die wirtschaftliche Lage in Westafrika ist für den Konzern mittlerweile von untergeordneter Bedeutung, da die Christian Dierig GmbH ihre Textilexporte in diese Region zurückgefahren hat. Nach Weltbank-Angaben wuchs die Wirtschaft in der CFA-Franc-Zone (Benin, Burkina Faso, Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Tschad, Republik Kongo, Elfenbeinküste, Äquatorialguinea, Gabin, Mali, Niger, Senegal und Togo) im Jahr 2022 um 4,3 Prozent. Die Wirtschaft in Nigeria blieb unter dieser Entwicklung und zeigte ein Wachstum von 3,1 Prozent. Beeinträchtigt wurde die Konsumkonjunktur durch politische Instabilitäten. Mali, früher wichtigstes Exportziel der Christian Dierig GmbH, zeigte 2022 nach Weltbank-Angaben ein Wachstum von 1,8 Prozent, infolge der schwierigen Sicherheitslage ist ein regulärer Geschäftsbetrieb jedoch nicht mehr möglich.

2.3 Immobilienkonjunktur in Deutschland und an den Konzernstandorten

Nach der Zinswende durch die EZB kam es im zweiten Quartal 2022 auf dem deutschen Immobilienmarkt zu einem Konjunktureinbruch, der den seit dem Jahr 2009 währenden Immobilienboom beendete. Mit den steigenden Zinsen und sinkenden Preisen musste sich die Immobilienwirtschaft auf neue Rahmenbedingungen einstellen. Viele Neubauvorhaben wurden aufgrund sich verschlechternder Renditen zurückgestellt, auch der Transaktionsmarkt brach zusammen, weil nach der Zinswende Käufer und Verkäufer aufgrund der weit auseinanderlaufenden Preisvorstellungen nicht zusammenkamen.

Der von der Deutschen Hypo - NORD/LB Real Estate Finance herausgegebene Immobilienkonjunktur-Index zeigte demnach Konjunktureinbrüche in nahezu allen Asset-Klassen. Besonders tief waren die Einbrüche in den Bereichen Wohnen und Logistik, die in den Vorjahren eine überschäumende Entwicklung genommen hatten. Lediglich der Immobilienmarkt für Hotels zeigte 2022 bedingt durch das Auslaufen der meisten Corona-Schutzmaßnahmen eine zaghafte Aufwärtstendenz, allerdings von einer sehr niedrigen Basis ausgehend. Das Investment-Klima, Maßstab für die Investitionsbereitschaft institutioneller Immobilienanleger, ging 2022 auf ein Rekordtief zurück. Deutlich besser war das Ertragsklima, also die Einschätzung der Rendite von Bestandsimmobilien.

Der Immobilienmarkt in der Region Augsburg, wo sich die Mehrzahl der Dierig-Immobilien befindet, zeichnete 2022 die deutschlandweiten Entwicklungen nach. Wohnwirtschaftliche Bauvorhaben wurden zurückgestellt. Da Verkäufer nicht von hohen Preisvorstellungen abrücken, die potenziellen Käufer hingegen nur bei deutlich niedrigeren Preisen in die Investition gehen wollten, waren Immobilientransaktionen kaum feststellbar. Im Mietmarkt blieben die Gewerbemieten weitestgehend stabil, die Wohnungsmieten stiegen weiter.

Ähnlich wie in Augsburg entwickelte sich der Immobilienmarkt in der Mittelstadt Kempten, wo Dierig mit dem rein gewerblich genutzten Dierig-Park engagiert ist. Auch in Kempten neigten Investoren zu größter Vorsicht. Der Mietmarkt zeigte sich stabil. Von der gewerblichen Wirtschaft gingen kaum neue Nachfrageimpulse aus, die Wohnungsmieten entwickelten sich wie im Bundestrend leicht steigend.

2.4 Währungsentwicklung

Für das internationale Geschäft im Textilsegment von Dierig ist die Entwicklung des US-Dollars zum Euro von Bedeutung, da Zahlungsströme beschaffungsseitig auch in US-Dollar getätigt werden. Während der Berichtsperiode verlor der Euro gegenüber dem US-Dollar deutlich an Wert. Zu Jahresanfang 2022 kostete ein Euro 1,14 US-Dollar. Danach sank der Euro bis Ende September 2022 nahezu linear und erreichte am 27. September 2022 mit einem Kurs von 0,96 US-Dollar seinen Tiefststand. Bis Jahresende erholte sich der Euro wieder auf 1,07 US-Dollar für einen Euro. Damit hatten Währungseffekte im Jahr 2022 einen spürbaren Einfluss auf die Einkaufspreise von Geweben im Dollarraum und auf die Bewertung von Lagervorräten. Im Vergleich zum Marktgeschehen waren die Währungseffekte jedoch von untergeordneter Bedeutung.

Die Schweizer Landesgesellschaft des Konzerns, die Dierig AG in Wil, erwirbt Bettwäsche im Euroraum und verkauft diese größtenteils auf dem Schweizer Inlandsmarkt. Zu Jahresanfang 2022 kostete ein Euro 1,04 Schweizer Franken. Den Höchststand erreichte der Euro am 7. Februar 2022 mit 1,06 Schweizer Franken. Danach verlor der Euro bis Ende September 2022 konstant an Wert, der Tiefstkurs bezifferte sich am 29. September 2022 auf 0,95 Schweizer Franken. Bis Jahresende erholte sich der Euro leicht auf einen Kurs von 0,99 Schweizer Franken. Damit waren Währungseffekte im Schweiz-Geschäft von grundsätzlicher Bedeutung. Mit der Stärke des Schweizer Frankens wurde der Einkauf im Ausland für die Schweizer Bevölkerung noch interessanter als zuvor.

Einen Teil ihrer Ware lassen die Bettwäschegesellschaften in der Türkei bedrucken und nähen. Die Türkische Lira verlor gegenüber dem Euro im Jahr 2022 abermals stark an Wert. Im Januar 2022 kostete ein Euro 15,16 Türkische Lira. Den Höchststand erreichte der Euro am 31. Dezember 2022 mit 19,96 Türkische Lira. Aufgrund des anhaltenden Währungsverfalls wickeln die Bettwäschegesellschaften des Konzerns Geschäfte mit Lieferanten in der Türkei seit geraumer Zeit überwiegend in Euro ab, um permanente Preisanpassungen zu vermeiden. Damit kommen keine währungsbedingten Einkaufsvorteile in der Türkei zum Tragen.

2.5 Entwicklung des Baumwollpreises und der Rohstoffmärkte

Die Baumwollpreise zeigten 2022 eine ungewöhnliche Entwicklung. Standardqualitäten mit 25 bis 30 Millimetern Faserlänge (Stapellänge) kosteten zu Jahresbeginn 1,13 US-Dollar pro amerikanisches Pfund. Anschließend stieg der Preis konstant und stark weiter. Am 4. Mai 2022 erreichte die Baumwollnotierung den Jahreshöchststand von 1,58 US-Dollar und gab bis zum 23. Juni 2022 auf 1,36 US-Dollar nach. Tags darauf stürzte der Kurs auf 1,04 US-Dollar ab. Nach einer zeitweisen Erholung im August 2022 gab der Baumwollkurs bis Jahresende 2022 weiter nach. Der Jahresendkurs bezifferte sich auf 0,83 US-Dollar.

Zurückzuführen war der Kurssturz der Baumwolle auf mehrere Faktoren. Aufgrund von Rohstoffspekulationen war der Baumwollpreis bis Juni 2022 überhöht. Angesichts einsetzender Rezessionsängste kam es an den Baumwollbörsen anschließend zu einer Überreaktion. Nach dem abrupten Preiseinbruch zeigten sich die Marktteilnehmer auf den Rohstoffmärkten stark verunsichert.

Der Rohstoff für die Qualitätsbettwäsche der Dierig-Marken fleuresse und Kaeppel ist nicht Baumwolle in Standardqualitäten mit 25 bis 30 Millimetern Stapellänge, sondern vielmehr langstapelige Baumwolle mit einer Stapellänge von über 32 Millimetern. Der Preis für Baumwolle in Premiumqualität ist mit dem Preis der Baumwolle in Standardqualitäten gekoppelt, liegt aber wesentlich darüber. Auf diese qualitativ besonders hochwertige Baumwolle entfällt ein Anteil von unter zehn Prozent der Weltproduktion. Ein Teil des Anbaus erfolgt in Ägypten. Um die Risiken aus der wirtschaftlichen und politischen Lage in Ägypten zu begrenzen, nutzte der Konzern wie in den Vorjahren die Möglichkeit, Gewebe zu beziehen, in denen langstapelige Baumwolle auch aus anderen Herkunftsregionen verarbeitet wurde.

Auf den Preis von Geweben wirkte sich der Einbruch der Baumwollpreise nur relativ aus. Prägender Faktor der Preisbildung war 2022 vielmehr die Verteuerung von Energie. Auch die angesichts der teilweise gestörten Lieferketten nur schwer prognostizierbare Verfügbarkeit von Ware wirkte sich auf die Gewebepreise aus. Trotz des Preiseinbruchs bei der Baumwolle waren daher am Markt für Gewebe kurzfristig schwankende, in der Tendenz aber stark steigende Preise zu beobachten.

2.6 Zinsentwicklung

Um die Inflation zu bekämpfen, beendete die Europäische Zentralbank (EZB) im Jahr 2022 mit einer Zinswende die lockere Geldpolitik der vergangenen Jahre. Das Ankaufsprogramm für Anleihen der EZB lief zum 1. Juli 2022 aus. Gleichzeitig hob die EZB den Leitzins, der seit 2016 bei null gelegen hatte, um 0,25 Punkte an. Im weiteren Jahresverlauf stieg der Leitzins in mehreren Schritten auf 2,5 Prozent.

Schon im Vorgriff der erstmaligen Anhebung der Leitzinsen hatten die Geschäftsbanken ihre Kreditkonditionen angepasst. Die Zinsen für langfristige Immobilienkredite stiegen im Verlauf des zweiten Halbjahres 2022 sprunghaft an, auch erhöhten die Kreditinstitute die Zinsen für Kontokorrent- und Investitionskredite deutlich. Die Zinserhöhung hatte spürbare Auswirkungen auf die Investitionstätigkeit im Konzern.

3. Wirtschaftsbericht

3.1 Gesamtaussage der Geschäftsführung zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns

Das geschäftliche Umfeld war im Jahr 2022 für den Konzern enorm schwierig. Nach einem sehr erfreulichen Jahresauftakt brach mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Textilsegment die Nachfrage ein. Es kostete große Anstrengungen, sich aus diesem Tief herauszuarbeiten, zumal sich in der darauffolgenden Energiepreiskrise die Inflation verschärfte und sich die Konsumenten wie der Handel mit Ausgaben zurückhielten. Als die EZB als Abwehrmaßnahme gegen die Inflation die Leitzinsen erhöhte und damit die Zinsen für Hypothekenkredite abrupt stiegen, zog dies einen tiefen Einbruch der Immobilienkonjunktur nach sich. Daher waren beide Segmente von stark negativen konjunkturellen Einflussfaktoren betroffen.

Vor diesem Hintergrund ist sowohl die Umsatzentwicklung des Konzerns als auch die Ergebnisentwicklung als gut zu bezeichnen.

Erschwert wurde der Geschäftsbetrieb durch den sprunghaft wechselnden Arbeitsanfall. Auf die Hochphase zu Jahresbeginn kam ein tiefer Absturz, auf die Kurzarbeit der deutschen Textilgesellschaften in den Herbstmonaten folgte ein relativ starkes Jahresendgeschäft. Umso höher ist die Leistung unserer Beschäftigten anzuerkennen, die in Extremsituationen loyal zum Unternehmen standen und um jeden Auftrag kämpften. Wir danken allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren außerordentlichen Einsatz und ihre Leistungsbereitschaft.

2022 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 52,1 Millionen Euro (im Vorjahr 55,1 Millionen Euro) und blieb damit um 5,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Textilbereich erlöste einen Umsatz in Höhe von 38,1 Millionen Euro, was gegenüber dem Vorjahr mit 40,8 Millionen Euro einen Rückgang um 6,6 Prozent bedeutet. Mit einem Umsatz von 14,0 Millionen Euro (im Vorjahr 14,3 Millionen Euro) verzeichnete der Immobilienbereich einen Rückgang um 2,1 Prozent. Damit konnte der im Konzernlagebericht 2021 prognostizierte Umsatzrückgang von 10 bis 12 Prozent teilweise vermieden werden. Zum Halbjahr 2022 gingen wir noch (wie im Halbjahresfinanzbericht 2022 dargestellt) von einem Rückgang des Textilumsatzes zwischen 10 und 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem stabilen Immobilienumsatz aus. Saldiert hätte dies einen gegenüber dem Vorjahr um etwa 10 bis 12 Prozent sinkenden Konzernumsatz bedeutet. Der Umsatz des Konzerns entwickelte sich damit deutlich besser als prognostiziert.

Auch in einem sehr schwierigen wirtschaftlichen Umfeld erreichte der Konzern seine Ertragskraft, wie im Konzernlagebericht 2021 prognostiziert. Das Ergebnis vor Ertragsteuern lag bei 4,6 Millionen Euro und damit nur 0,3 Millionen Euro unter dem Vorsteuerergebnis des Vorjahres. Beeinflusst wurde das Ergebnis 2022 durch Gewinne aus Grundstücksverkäufen in Höhe von 0,5 Millionen Euro. Im Vorjahr waren keine Grundstücksverkäufe getätigt worden. Auch unter Einbeziehung von Grundstückstransaktionen war die Ertragskraft aus dem operativen Geschäft heraus im Jahr 2022 hoch. Diese gute Ergebnisentwicklung ist für uns der Anlass, gemeinsam mit dem Aufsichtsrat der Dierig Holding AG der Hauptversammlung am 23. Mai 2023 vorzuschlagen, für das Geschäftsjahr 2022 eine Dividende in Höhe von 20 Eurocent je dividendenberechtigter Aktie auszuschütten.

Erfreulich ist, dass beide Segmente des Konzerns 2022 erneut ein positives Ergebnis ausweisen. Dem Textilsegment gelang es trotz der anhaltenden Konsumschwäche, in der Gewinnzone zu bleiben. Das Immobiliensegment war so robust, dass der mit dem Abriss der Hallen am Standort Augsburg-Mühlbach verbundene Abgang von ca. 16.000 Quadratmetern an konzernfremde Mieter vermieteter Fläche praktisch keine Auswirkung auf den Umsatz und Ertrag des Immobiliensegments mit sich brachte.

Diese Hallen waren am Ende ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer angelangt. Ihr Abriss war die erste bauliche Maßnahme des lange geplanten und vorbereiteten Wohnbauprojekts Mühlbach-Quartier mit 211 Mietwohnungen. Dieses Bauprojekt wurde angesichts der sprunghaft gestiegenen Bauzinsen und der hohen Baukosten verschoben, zumal trotz lange zurückliegender Bauanträge noch keine Baugenehmigungen Vorlagen.

Damit die Bauarbeiten am Wohnbau bei einer Entspannung der Kostensituation umgehend wieder aufgenommen werden können, werden die Planungs- und Erschließungsarbeiten fortgeführt. Das Projekt band einen großen Teil der personellen Kapazitäten in den Gesellschaften des Immobiliensegments. Durch die Verschiebung des Projekts stehen nun Ressourcen für kleinere Projekte zur Verfügung. Die dafür notwendige Nachfrage nach Immobilien ist im ausreichenden Maße vorhanden.

Am Standort Porschestraße Gersthofen bahnen sich Veränderungen an. Der Mieter Faurecia hat im dritten Quartal 2022 angekündigt, die Produktion am Standort Ende März 2023 zu beenden. Die Räumung des Standortes hat für das Jahr 2022 wie auch für die Folgejahre bis zum Auslaufen des Mietvertrags Ende 2026 keine absehbaren wirtschaftlichen Auswirkungen auf den Konzern.

Auch im Textilsegment band die Bewältigung der Konsumkrise viele Kapazitäten. Dennoch gelang es, in diesem Bereich die Unternehmens- und Markenentwicklung voranzutreiben. So hat die Bettwäschemarke fleuresse 2022 den Einstieg in das Premiumsegment vorbereitet, weiterhin haben alle Bettwäschegesellschaften durch die Umstellung auf eine plastikfreie Verpackung ihre Nachhaltigkeitsleistung verbessert.

Zudem wurden im Textilsegment als Reaktion auf das schwierige Geschäftsumfeld im internationalen Gewebehandel die konzerninternen Strukturen angepasst. Um Synergieeffekte zu heben, übernahm die BIMATEX GmbH mit Wirkung zum 1. Dezember 2022 per Asset-Deal die operativen Geschäfte der Christian Dierig GmbH. Auf diese Weise entfallen interne Abrechnungen, zudem werden Geschäftsprozesse verschlankt.

Auch im Textilsegment wurden aufgrund von Signalen aus dem Risikomanagementsystem unternehmerische Entscheidungen getroffen. Aufgrund der anhaltend hohen Risikolage in Westafrika wurde beschlossen, den Export von Damasten in diese Abnehmerregion als Nischengeschäft fortzuführen.

Die Prognose für das Jahr 2023 fällt angesichts der sich weiterhin verschlechternden Konsumkonjunktur verhalten aus, auch ist die Prognosegenauigkeit angesichts der vielen Unwägbarkeiten eingeschränkt. Dennoch sind wir nach der erfolgreichen Bewältigung des Jahres 2022 mit seinen multiplen Krisen vorsichtig optimistisch, die künftigen Herausforderungen zu bestehen. Ein Garant dafür sind unsere Mitarbeiter im Konzern, die auch zukünftig nicht nachlassen werden, am gemeinsamen Erfolg zu arbeiten.

3.2 Erklärung der Geschäftsführung zum Krisenmanagement während der Corona-Pandemie und während des Kriegs in der Ukraine

Im dritten Pandemiejahr 2022 hat sich im Konzern als Ergebnis verschiedener Anpassungsmaßnahmen ein Gewöhnungseffekt im Umgang mit Schutzmaßnahmen, gestörten Lieferketten und Personalausfällen eingestellt. Unsicherheiten sind in Kostenkalkulationen, Terminplänen und Stellvertreterregelungen hinreichend berücksichtigt. Um die Mitarbeiter vor akuter Ansteckung zu schützen, gilt nach wie vor das Prinzip der Kontaktvermeidung, wo immer dies möglich und sinnvoll ist.

Der Konzern unterhält weder beschaffungs- noch absatzseitig direkte Geschäftsbeziehungen mit in Russland und in der Ukraine ansässigen Unternehmen oder Personen. Daher ist der Konzern auch nicht von Sanktionen betroffen. Gleichwohl gehen vom Krieg in der Ukraine weitreichende negative Auswirkungen auf die Geschäfte aus. Besonders schwerwiegend waren dabei die Verknappung und Verteuerung von Energie, die daraus resultierende hohe Inflation und die Eintrübung der Konjunktur. Betroffen davon waren sämtliche Geschäftsbereiche und -aktivitäten.

Die Beschäftigten des Konzerns sind dafür sensibilisiert, dass in einer von Unsicherheit und konjunkturellen Risiken geprägten Zeit ein besonders vorsichtiges Wirtschaften vonnöten ist. Die kurzen Entscheidungswege im Konzern begünstigen eine rasche Reaktion auf eintretende Störungen und sich verändernde Einflussfaktoren. Die Einrichtung spezieller Krisenstäbe oder Task Forces als Reaktion auf die wirtschaftlichen Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine ist daher nicht erforderlich.

3.3 Geschäftsverlauf

Der Konzern agierte 2022 in einem Umfeld, das von multiplen und sich überlappenden Krisen geprägt war. Im Textilsegment kam es zu Umsatzrückgängen. Um Synergieeffekte im Gewebehandel zu nutzen, übernahm die BIMATEX GmbH mit Wirkung zum 1. Dezember 2022 per Asset-Deal die operativen Geschäfte der Christian Dierig GmbH. Deren Exportgeschäft nach Westafrika wurde aus Gründen der Risikominimierung weiter zurückgefahren.

Trotz des negativen Geschäftsumfelds blieb der Umsatz im Immobiliensegment lediglich 2,1 Prozent unter Vorjahr. Bedeutsamstes Ereignis in diesem Segment war, dass aufgrund der gestiegenen Bauzinsen und Baukosten die Realisierung des Wohnbau-Projekts Mühlbach-Quartier verschoben wurde.

3.3.1 Geschäftsverlauf im Textilsegment

Das Textilsegment erlöste im Jahr 2022 einen konsolidierten Umsatz in Höhe von 38,1 Millionen Euro (im Vorjahr 40,8 Millionen Euro). Im Inland belief sich der Textilumsatz auf 22,5 Millionen Euro (im Vorjahr 23,9 Millionen Euro). Im Ausland setzten die textilen Gesellschaften 15,6 Millionen Euro um (im Vorjahr 16,9 Millionen Euro). Die textile Exportquote belief sich im Berichtsjahr auf 40,9 Prozent (im Vorjahr 41,4 Prozent).

Der rückläufige Textilumsatz ist direkt auf die Auswirkungen des Überfalls der russischen Armee auf die Ukraine und die sich daraus ergebende Energiepreiskrise zurückzuführen. Im ersten Quartal 2022 lagen die meisten Gesellschaften des Konzerns trotz der anhaltenden Auswirkungen der Corona-Pandemie über Plan und über Vorjahr. Auf den Beginn des Krieges in der Ukraine folgte ein tiefer Einbruch der Nachfrage und des Neugeschäfts. Zur Jahresmitte 2022 war der Vorsprung aus dem ersten Quartal aufgezehrt. Im dritten Quartal stabilisierten sich die Umsätze auf einem niedrigeren Niveau, während im vierten Quartal ein Anziehen des Geschäfts zu beobachten war. Trotz dieser positiven Entwicklung zum Jahresende gingen die Textilumsätze im Vergleich zum Vorjahr zurück. Der Internationale Gewebehandel war mit einem Umsatzminus von 18,1 Prozent deutlich stärker von der schlechten Wirtschaftsentwicklung betroffen als der Bettwäschebereich, der lediglich ein Umsatzminus in Höhe von 3,0 Prozent aufwies. Der Umsatzrückgang im Gewebehandel ist nicht allein auf eine Nachfrageschwäche zurückzuführen, vielmehr verzichteten die Handelsgesellschaften auf margenschwache und risikobehaftete Exportgeschäfte.

Das gesamte Textilsegment des Konzerns war 2022 nicht nur von der Konsumflaute betroffen. Auch führten die Energiekrise und verschiedene andere Faktoren dazu, dass Vorlieferanten ihre Preise massiv anhoben. Daher war es für die Gesellschaften des Konzerns unabdingbar, in einem insgesamt rückläufigen Markt und gegenüber sehr zurückhaltend ordernden Kunden Preiserhöhungen durchzusetzen. Durch gute Produkte und ein schnelles und flexibles Handeln auf plötzlich eintretende Herausforderungen gelang es den Unternehmen des Textilsegments, die schwere Krise zu bewältigen und solide Ergebnisse zu erwirtschaften.

Bei der Bettwäschegesellschaft Kaeppel, die mit ihrer Marke das mittlere Preissegment besetzt und ihre Ware vorrangig an Großabnehmer absetzt, war es bereits 2021 im Geschäft mit zwei Großkunden zu Umsatzrückgängen gekommen. Kaeppel gelang es im Jahr 2022, diese durch Mehrumsätze mit anderen Kunden größtenteils zu kompensieren. Auf diese Weise blieb die Gesellschaft etwas unter dem Vorjahresumsatz. Die im Oktober 2022 angemeldete Insolvenz der Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof wirkte sich im Geschäftsjahr 2022 noch in untergeordnetem Umfang auf den Gang der Geschäfte aus.

Die Bettwäschegesellschaft fleuresse, die sich in Deutschland mit modischer Qualitätsbettwäsche im gehobenen Preissegment positioniert hat und den Fachhandel bedient, musste 2022 ein größeres Umsatzminus hinnehmen. Neben konjunkturellen Einflüssen ist dies darauf zurückzuführen, dass fleuresse 2022 die direkte Zusammenarbeit mit dem Online-Händler Amazon deutlich reduziert hat. Zum einen wurden in der Zusammenarbeit Renditeziele verfehlt, zum anderen erschwerte die Preispolitik des marktführenden Wiederverkäufers Amazon die Neupositionierung der Marke fleuresse. Diese Neuausrichtung wurde 2021 begonnen und 2022 mit Erfolg weiterbetrieben. Mit der Linie "black premium" stößt fleuresse erstmals mit unter der eigenen Marke vertriebener Ware in ein Preissegment von 150 Euro bis 200 Euro (Ladenpreis je Garnitur, UVP) vor. Auch nach der deutlichen Reduzierung bei Amazon hält fleuresse am Vertriebskanal E-Commerce fest und vertreibt Bettwäsche über andere Handelsplattformen im Internet und Online-Händler. Zusätzlich wird die Marke fleuresse zukünftig den deutschsprachigen B2C-Markt mit eigenen Online-Shops stärker bespielen.

Gegen den Trend schloss die österreichische Bettwäschegesellschaft das Jahr 2022 mit einem deutlichen Umsatzplus ab. Ursächlich dafür waren neben verkaufsstarken Kollektionen, die dank des hohen Eigenfertigungsanteils unter dem Label "Made in Austria" vertrieben werden dürfen, die hohe Lieferfähigkeit sowohl im Bereich Mode als auch bei den Standards und Laken.

Die Schweizer Landesgesellschaft konnte in einem positiven konjunkturellen Umfeld ihre Umsätze im Jahr 2022 auf dem erfreulich hohen Niveau des Vorjahres halten.

Alle Tochtergesellschaften befassten sich im Jahr 2022 mit der Verbesserung ihrer Nachhaltigkeitsleistung. Als wesentliches Verbesserungsfeld wurde neben dem Einsatz zertifizierter Rohgewebe die plastikfreie Verpackung der Ware identifiziert. Die Bettwäschegesellschaften entwickelten dazu unterschiedliche, den jeweiligen Landesmärkten angepasste Lösungen. 2023 soll ein Großteil der Modekollektionen plastikfrei verpackt werden. Eine vollständige Umstellung der Modekollektionen auf plastikfreie Verpackungen wäre technisch möglich und wird angestrebt, wobei B2B-Kunden vereinzelt noch auf Plastikverpackungen bestehen.

Mit dem Übergang der Logistik an einen Dienstleister im Vorjahr gelang es dem Konzern, Fixkosten zu variabilisieren. Die Zusammenarbeit verlief 2022 positiv. Die für 2022 erwarteten Effizienzsteigerungen und damit verbundenen Kosteneffekte konnten dennoch nicht vollumfänglich realisiert werden.

Extrem schwierig gestaltete sich 2022 der internationale Gewebehandel. Die Tochtergesellschaft BIMATEX, die in ihrem Kerngeschäftsfeld Meterware an die Heimtextilien-Industrie in Deutschland und in Südeuropa vermarktet, musste wegen der schlechten Textilkonjunktur einen starken Umsatzrückgang hinnehmen. Aufgrund der sich verschlechternden Bonität einzelner Kunden wurde teilweise auf den Abschluss von Geschäften verzichtet. Ein Teil des Umsatzrückgangs geht auch darauf zurück, dass das Objektgeschäft zur Vermeidung von Risiken bereits bewusst zurückgefahren wurde und nur noch auftragsbezogen betrieben wird.

Eine leicht positive und angesichts der Entwicklungen erfreuliche Umsatzentwicklung zeigte sich bei den Geschäften der Christian Dierig GmbH. Der Handel mit technischen Textilien verlief in einem herausfordernden Marktumfeld positiv. Das Geschäft der Christian Dierig GmbH mit technischen Textilien für die Schleifmittel- und Polierscheibenproduktion wird unter anderem stark von der Automobilkonjunktur beeinflusst und verlief 2022 der Konjunktur entsprechend zufriedenstellend. Als Lichtblick erwies sich der Handel mit Filtrationsgeweben. Weil sich die Kunden infolge von gestörten Lieferketten langfristig eindeckten, entwickelte sich dieses Marktsegment konträr zum schwierigen Geschäftsumfeld. Im früheren Kerngeschäftsfeld der Christian Dierig GmbH, dem Export von Damasten nach Westafrika, zeichnete sich 2022 eine abermalige und weitreichende Verschlechterung des Marktumfelds ab. Hauptzielland für die Damast-Exporte der Christian Dierig GmbH ist Mali. Die hochproblematische Sicherheitslage in Mali und die Handelssperren der umliegenden Staaten gegen das malische Militärregime ließen 2022 eine reguläre Abwicklung von Geschäften nicht zu. Der Damast-Export bewegt sich bereits seit dem Jahr 2019 auf einem extrem niedrigen Niveau. Nachdem sich keine Besserung der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen abzeichnet, wird dieser Teilbereich der wirtschaftlichen Aktivitäten seit dem Jahr 2022 als Nischengeschäft betrieben. Bei dem Ziel, ältere Forderungen zu realisieren, erzielte die Gesellschaft wichtige Teilerfolge.

Als Reaktion auf das schwierige Geschäftsumfeld im Gewebehandel und um Synergieeffekte zu nutzen, kam es 2022 zu konzerninternen Umstrukturierungen, in deren Zuge die BIMATEX GmbH mit Wirkung zum 1. Dezember 2022 per Asset-Deal die operativen Geschäfte der Christian Dierig GmbH übernahm. Beide Gesellschaften kooperierten bereits in der Vergangenheit eng miteinander. So übernahm die BIMATEX GmbH als Dienstleistung für die Christian Dierig GmbH den Einkauf und die Lieferantenbewertung sowie die Importabwicklung und die Qualitätskontrolle von Geweben. Zudem war bereits in der Vergangenheit ein Geschäftsführer in Personalunion für die beiden Gesellschaften zuständig. Durch die Zusammenlegung ergeben sich diverse Vorteile. So entfallen beispielsweise interne Abrechnungen, auch werden Prozessschritte in der Auftragsabwicklung und in der Buchhaltung verschlankt.

3.3.2 Geschäftsverlauf im Immobiliensegment

Das Immobiliensegment (einschließlich PWI) erwirtschaftete im Jahr 2022 einen Umsatz von 14,0 Millionen Euro und blieb damit um 0,3 Millionen Euro oder 2,1 Prozent unter dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von 14,3 Millionen Euro. Positiv entwickelten sich dabei die Umsätze aus Vermietung und Verpachtung, während die stark volatilen Erlöse aus Provisionen (PWI) unter dem Niveau des ungewöhnlich starken Vorjahres blieben.

Trotz einiger Mieterwechsel blieb der Vermietungsgrad auf einem hohen Niveau von 96 Prozent (im Vorjahr 96 Prozent). Das Flächenangebot stieß auch in Krisenzeiten auf hohe Nachfrage. Teilweise ließen sich die Wünsche potenzieller Neumieter mangels verfügbarer Flächen nicht erfüllen. Auslaufende Mietverhältnisse führten zu in der Regel kurzen Leerstandsperioden. Mieterwechsel und damit verbundener kurzzeitiger Leerstand werden daher zunehmend als Chance angesehen, Flächen aufzuwerten und anschließend höherwertig zu vermieten. In Summe entwickelte sich das Immobiliensegment im Jahr 2022 erfreulich und erwies sich bis dato als krisenfest.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise sowie der Energiekrise auf das Immobiliengeschäft blieben im Jahr 2022 gering. Selbst Mieter aus den Bereichen Gastronomie, Sport und Freizeit, aus dem Veranstaltungswesen und aus anderen von der Corona-Krise besonders betroffenen Wirtschaftszweigen konnten zum allergrößten Teil ihren vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nachkommen. Selbiges gilt für Mieter, die stark von der Verteuerung bei Energie und Nahrungsmitteln betroffen waren. Bei rund 330 gewerblichen Mietern im Bestand kam es 2022 zu lediglich einer Mieterinsolvenz. Das Restaurant "Zur Alten Bleiche" im Dierig-Park Kempten musste zum Ende des Jahres leider aufgeben.

Bei Neu- und Umbauprojekten erwiesen sich die hohen Kosten für Baustoffe und Bauleistungen, der Fachkräftemangel auf dem Bau und die stark steigenden Bauzinsen als Belastung. Dies betraf hauptsächlich das Wohnbauprojekt Mühlbach-Quartier, mit seinen geplanten 211 Mietwohnungen das größte laufende Projekt. Nachdem durch die gestiegenen Gestehungskosten und Zinsen die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens aktuell nicht mehr gegeben ist, wurde der Baubeginn für die Wohnungen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Zudem stehen zum Jahreswechsel Baugenehmigungen aus. Bauvorbereitende Tätigkeiten werden jedoch weitergeführt.

Zum Stichtag 31. Dezember 2022 waren die Hallen abgerissen und die Fläche von Bauschutt geräumt. Im Boden traten Kontaminationen im zu erwartenden überschaubaren Rahmen zutage. Das Parkhaus als erster Bauabschnitt wurde im Sommer 2022 fertiggestellt und genutzt. Ebenfalls fertiggestellt ist der Grundkörper der Erschließungsstraße. Zudem ist der Anschluss an die Kanalisation erfolgt und die Hauptwasserleitung ist verlegt. Im Jahr 2023 ist vorgesehen, die Anschlüsse für Fernwärme, Strom und Telekommunikation zu legen, sowie die Straße im Rohbau herzustellen und zur Nutzung freizugeben. Hinzu kommen als konzeptionelle Vorarbeiten die Flurstücksaufteilung und die Ausführungsplanung bis zur Oberkante der Untergeschosse. Anschließend wird die Baustelle gesichert und die Arbeiten werden vorübergehend eingestellt. Diese Vorgehensweise minimiert den Kostenaufwand und erlaubt es, bei verbesserten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Bautätigkeiten schnell wieder aufnehmen zu können. Der Wiedereinstieg in das Projekt hängt vom Preisniveau für Bauleistungen, vom Zinsniveau für Immobilienkredite und von der Entwicklung des Mietniveaus in Augsburg ab.

Die finanziellen Auswirkungen der Verschiebung bleiben für den Konzern im überschaubaren Rahmen. Die abgebrochenen Hallen aus den 1950er- und 1960er-Jahren hatten ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer erreicht und teilweise überschritten. In naher Zukunft hätte damit ein Abbruch oder eine Sanierung erfolgen müssen. Die Erschließungskosten verhalten sich bilanzneutral.

Unabhängig von den Entwicklungen des Wohnbauprojektes erfolgte 2022 die weitere Aufwertung des Standortes Augsburg-Mühlbach durch kleinere Umbaumaßnahmen. Für zwei gekündigte Flächen konnten sofortige Nachmieter gefunden werden.

Am Standort SchlachthofQuartier kamen die Sanierungsarbeiten an den Decken des Kühlhauses im zweiten Quartal 2022 zum Abschluss. Zudem entschloss sich der Mieter des ansässigen Fitnessstudios, für das Jahr 2023 zusätzlich zum zweiten Obergeschoss nahezu das gesamte erste Obergeschoss anzumieten. Die dortigen Flächen wurden bislang zu entsprechend günstigen Mieten als Lagerraum genutzt und werden 2023 im Mieterauftrag umgebaut.

Der Ende 2021 vertraglich vereinbarte Grundstückstausch einer rund 33.000 Quadratmeter großen, unbebauten Gewerbefläche am Standort Porschestraße Gersthofen gegen das bebaute und vermietete Schwaba-Areal (Autohaus) von rund 13.700 Quadratmetern am Standort Augsburger Straße Gersthofen wurde 2022 wirtschaftlich wirksam. Dadurch, dass die Schwaba bis zur Fertigstellung ihrer neuen Immobilie als Mieter auf dem Gelände bleibt, fließen Dierig seit Beginn des Jahres Mietzahlungen zu. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden überdies Konzepte für eine Umnutzung des Standortes entwickelt.

Am Standort Prinz Gewerbepark verlängerte der Hauptmieter den Mietvertrag bis 2026. Der frühere Standort der Adam Kaeppel GmbH in Innenstadtrandlage war voll vermietet. Auch im Dierig-Park Kempten waren mit Ausnahme der Mieterinsolvenz des Restaurants "Zur Alten Bleiche" alle Mietverhältnisse stabil. Der Standort ist nahezu komplett belegt, die hochwertigen Büroflächen im Nordbau sind vollständig vermietet.

Am Standort Porschestraße Gersthofen erstreckt sich das Eigentum von Dierig nach dem erfolgten Grundstückstausch ausschließlich über die Flächen des Automobilzulieferers Faurecia Clean Mobility. Faurecia hat im dritten Quartal 2022 angekündigt, die Produktion am Standort Ende März 2023 zu beenden. Der Mietvertrag ist allerdings bis Ende 2026 bindend.

Im Zusammenhang mit der Freimachung diskutierten Vermieter Dierig und Mieter Faurecia in mehreren Gesprächen ergebnisoffen mögliche Zukunftsvarianten. Für beide Parteien die ideale Option ist die Gewinnung eines Nachmieters für das gesamte Areal. Im Erfolgsfall ist bei entsprechender Solvenz des Mieters eine vorzeitige Rückgabe des Standortes an Dierig denkbar. Ebenfalls möglich ist, dass Faurecia in Abstimmung mit Dierig Flächen an mehrere Dritte untervermietet. Dies könnte eine optional gesicherte Verlängerung des Mietverhältnisses über den 31. Dezember 2026 hinaus zur Folge haben.

Die Räumung des Standortes hat für das Jahr 2022 wie auch für die Folgejahre bis zum Auslaufen des Mietvertrags Ende 2026 keine absehbaren wirtschaftlichen Auswirkungen auf den Konzern. Beiderseitiger Konsens ist, dass jede Form der Nachnutzung ohne finanziellen Nachteil für Dierig bleiben muss. Dies gilt auch für die Untervermietung mit Inanspruchnahme der Option über das Jahr 2026 hinaus.

Im Berichtsjahr wandte der Konzern für Investitionen im Immobilienbereich 13,1 Millionen Euro auf, im Vorjahr wurden 4,2 Millionen Euro in das Immobilienvermögen investiert. Ursächlich für die deutliche Erhöhung waren Investitionen am Standort Mühlbach im Zusammenhang mit dem Wohnbauprojekt und der Grundstückstausch in Gersthofen. Im Jahr 2022 wurden diverse Verkaufsangebote geprüft, aber aufgrund der hohen Verkaufspreise keine neuen Liegenschaften erworben. Auch wurden 2022 außer dem Tauschgeschäft keine weiteren Grundstückstransaktionen durchgeführt.

Die aus Dienstleistungen bei Investment und Verkauf, Vermietung und Verwaltung sowie Finanzierungsberatung und -vermittlung bestehenden Aktivitäten der PWI erwiesen sich erneut als krisenfest. Positiv entwickelte sich insbesondere das Verwaltungsgeschäft. Angesichts einer sich abzeichnenden Überhitzung des Immobilienmarktes hatte PWI bereits in den Jahren 2020 und 2021 das Engagement in diesem krisensicheren Dienstleistungsbereich ausgebaut. Diese veränderte strategische Ausrichtung erwies sich auch im schwierigen Immobilienjahr 2022 als richtig. Im Berichtszeitraum konnte PWI neue Verwaltungsmandate übernehmen. Vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine war das Transaktionsgeschäft im ersten Halbjahr 2022 fast zum Erliegen gekommen. Im zweiten Halbjahr 2022 konnte PWI erfolgreich mehrere Transaktionen begleiten. Der Provisionsumsatz der Gesellschaft aus dem Investmentgeschäft lag trotz der positiven Entwicklung im zweiten Halbjahr unter dem Vorjahr. Das Vermietungsgeschäft bewegte sich 2022 dank einer hohen Nachfrage aus den Segmenten Wohnen und Logistik auf einem hohen Niveau. Auch wuchsen die Umsätze aus der Immobilienberatung. In diesem Segment erarbeitete PWI im Auftrag von Kunden Studien zu möglichen Nachnutzungen komplexer industriegeschichtlicher Standorte sowie zu Entwicklungsmöglichkeiten unbebauter Grundstücke.

3.3.3 Prognose-Ist-Vergleich

Der Konzern setzt sich neben finanziellen Zielen weitere Ziele in der Unternehmensentwicklung und detaillierte Projektziele. Um die nachhaltige Unternehmensentwicklung und eine langfristige Wertsteigerung nicht zu gefährden, hat bei Planungen die Vermeidung konjunktureller Risiken Vorrang vor dem Erreichen kurzfristiger Renditeziele. Daher werden Prognosen konservativ aufgestellt. Dies gilt auch für die im Konzernlagebericht 2021 dargestellten Prognosen (siehe Geschäftsbericht 2021, Seite 67ff.). Diese wurden vor dem Hintergrund des kurz davor erfolgten Überfalls der russischen Armee auf die Ukraine erstellt und waren entsprechend verhalten. Zum Halbjahr 2022 konnten die Prognosen im Wesentlichen erfüllt werden.

Der nachfolgende Prognose-Ist-Vergleich bezieht sich auf die Prognosen, wie sie im Halbjahresfinanzbericht 2022 von Seite 12 bis 14 dargestellt sind:

Gesellschaft Ziel laut Halbjahresfinanzbericht 2022 Zielerreichung Bemerkungen
Konzern Bestandssicherung, Sicherung der Liquidität, Keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar
Krisenmanagement (Corona-Krise und Auswirkungen des Ukrainekriegs)
Ermittlung von Daten im Hinblick auf neue Verpflichtungen in der Nachhaltigkeitsberichterstattung Aktivitäten im Hinblick auf neue Berichtspflichten sind im Plan
Ggfls. Anpassung der Kostenstruktur an den eventuell rückläufigen Textilumsatz Rückläufiger Textilumsatz durch direkte Auswirkungen des Ukraine-Krieges (globale Teuerung, Energiepreiskrise, Konsumflaute, etc.); Kostenstruktur angepasst
Anpassung der Forderungen an den eventuell rückläufigen Textilumsatz Rückläufiger Textilumsatz durch direkte Auswirkungen des Ukraine-Krieges (globale Teuerung, Energiepreiskrise, Konsumflaute, etc.); Forderungen erfolgreich an den rückläufigen Umsatz angepasst
Möglichst geringer Aufbau von Lagerbeständen Lagerbestand auf solidem und aktuellen Niveau
Sicherung des Eigenkapitals Übererfüllung - Erhöhung des Eigenkapitals von 43,9 Millionen Euro zu Jahresbeginn 2022 auf 49,0 Millionen Euro zum Ende des Jahres 2022, Verbesserung der Eigenkapitalquote von 38,7 Prozent auf 42,8 Prozent
Stabilisierung des Vermietungsgrads und der Mieteinnahmen Stabiler Vermietungsgrad bei 96 Prozent, Immobilienumsatz mit 2,1 Prozent leicht unter Vorjahr
fleuresse GmbH Stabilisierung des Umsatzes auf möglichst hohem Niveau; ggfls. Anpassung der Kostensituation Umsatzrückgang, Kostenstruktur ist angepasst
Adam Kaeppel GmbH Stabilisierung des Umsatzes auf möglichst hohem Niveau; ggfls. Anpassung der Kostensituation Leichter Umsatzrückgang, Kostenstruktur ist angepasst
Christian Dierig GmbH, Österreich Stabilisierung des Umsatzes auf möglichst hohem Niveau; ggfls. Anpassung der Kostensituation Übererfüllung durch Umsatzsteigerung
Dierig AG, Schweiz Stabilisierung des Umsatzes auf möglichst hohem Niveau; ggfls. Anpassung der Kostensituation Stabiler Geschäftsverlauf, Umsatz auf Vorjahresniveau
BIMATEX GmbH Stabilisierung des Umsatzes auf möglichst hohem Niveau; ggfls. Anpassung der Kostensituation Umsatzrückgang, Kostenstruktur ist angepasst
Christian Dierig GmbH Stabilisierung des Umsatzes mit technischen Textilien auf möglichst hohem Niveau; ggfls. Anpassung der Kostensituation Umsatzsteigerung; zur Nutzung von Synergieeffekten im Gewebehandel gingen mit Wirkung zum 1. Dezember 2022 die operativen Geschäfte an die BIMATEX GmbH per Asset-Deal über
Sicherung der Kundenbeziehungen im Damastexport nach Westafrika, Fortführung der Geschäfte im Einklang mit der Sicherheitslage; ggfls. Anpassen der Kostensituation (Ziel zum Halbjahr 2022 grundsätzlich bestätigt und präzisiert: Verschiebung des Neueinstiegs in den Textilmarkt in Mali bis zur Aussetzung der Wirtschaftssanktionen) Exportgeschäft aus Gründen der Risikominimierung weiter zurückgefahren; bei der Realisierung der Altforderungen konnten wichtige Teilerfolge realisiert werden
Dierig Textilwerke GmbH (Immobiliensparte) Planmäßiger Fortschritt beim Wohnbauprojekt MühlbachQuartier: Abriss von Bestandsgebäuden; Fertigstellung der Parkgarage; Detailplanungen Abriss von Bestandsgebäuden; Fertigstellung der Parkgarage; Fertigstellung der konzeptionellen Vorarbeiten; Verschiebung des Projekts bis wirtschaftliche Rahmenbedingungen (Normalisierung des Preisniveaus für Bauleistungen und des Zinsniveaus für Immobilienkredite) sich verbessern
Entwicklung für Nutzungsplanungen des neuen Standortes Augsburger Straße in Gersthofen (Schwaba) für die Zeit nach dem Auszug des Alteigentümers/Mieters Konzeptionelle Arbeiten liegen im Plan
Nachfrageabhängige Nachverdichtung der Vermietung; Aufwertung der Standorte durch mieterspezifische Umbauten Arbeiten liegen im Plan
Stabilisierung des Vermietungsgrades Keine wesentlichen Mietausfälle; Anschlussvermietungen in der Regel ohne außerplanmäßigen Leerstand
Suche nach interessanten anzukaufenden Entwicklungsstandorten Fortwährende Prüfung des Marktes
Prinz GmbH Beibehaltung des hohen Vermietungsgrades Vermietungsgrad stabil und durch Vertragsverlängerung des Hauptmieters gesichert
Peter Wagner Immobilien AG (PWI) Stabilisierung der Umsätze; Ausbau des Portfolios insbesondere in der Immobilienverwaltung (Ziel zum Halbjahr 2022 grundsätzlich bestätigt und präzisiert: konjunkturbedingt könnte der Umsatz aus dem Transaktionsgeschäft stärker sinken als geplant) Konjunkturbedingter Umsatzrückgang durch geringere Provisionserlöse aus dem Transaktionsgeschäft; erfolgreicher Ausbau des Verwaltungsgeschäftes
Ziel erreicht
Ziel in Teilen erreicht
- Ziel nicht erreicht

3.4 Lage

3.4.1 Ertragslage

Ausgewählte Positionen der Gesamtergebnisrechnung des Konzerns 2022
in Mio. €
2021
in Mio. €
Veränderung
Umsatzerlöse Textil 38,1 40,8 -6,6%
Umsatzerlöse Immobilien 14,0 14,3 -2,1%
Umsatzerlöse 52,1 55,1 -5,4%
Operatives Ergebnis 4,1 4,9 -16,3%
Gewinne aus Grundstücksverkäufen 0,5 0 n. a.
Ergebnis vor Ertragsteuern 4,6 4,9 -6,1%
Vermietungsgrad Immobilien 96% 96% 0,0%

Das Textilsegment erlöste im Jahr 2022 einen konsolidierten Umsatz in Höhe von 38,1 Millionen Euro (im Vorjahr 40,8 Millionen Euro). Im Inland belief sich der Textilumsatz auf 22,5 Millionen Euro (im Vorjahr 23,9 Millionen Euro). Im Ausland setzten die textilen Gesellschaften 15,6 Millionen Euro um (im Vorjahr 16,9 Millionen Euro). Die textile Exportquote belief sich im Berichtsjahr auf 40,9 Prozent (im Vorjahr 41,4 Prozent).

Das Immobiliensegment erwirtschaftete im Jahr 2022 einen Umsatz von 14,0 Millionen Euro und blieb damit um 0,3 Millionen Euro oder 2,1 Prozent unter dem Umsatz des Vorjahres in Höhe von 14,3 Millionen Euro. Positiv entwickelten sich dabei die Umsätze aus Vermietung und Verpachtung, während die stark volatilen Erlöse aus Provisionen (PWI) unter dem Niveau des ungewöhnlich starken Vorjahres blieben. Der Vermietungsgrad blieb trotz einiger Mieterwechsel auf dem sehr hohen Niveau von 96 Prozent.

Der Materialaufwand, der im Wesentlichen bezogene Waren und Leistungen im Textilsegment umfasst, ging gegenüber dem Vorjahr zurück (26,0 Millionen Euro im Jahr 2022 zu 26,8 Millionen Euro im Jahr 2021). Darin spiegeln sich neben dem Umsatzrückgang im Textilsegment die Preissteigerungen im Einkauf wider.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens, Sachanlagen, Investment Properties und Nutzungsrechte betreffen hauptsächlich die planmäßigen Abschreibungen auf das Immobilienvermögen. Sie blieben mit 2,7 Millionen Euro im Jahr 2022 auf dem Niveau des Vorjahres. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Millionen Euro (12,0 Millionen Euro im Jahr 2022 zu 10,9 Millionen Euro im Jahr 2021). Dies ist zum einen auf die Verlagerung der Logistik der deutschen Textilgesellschaften an einen externen Dienstleister zur Jahresmitte 2021 zurückzuführen. Im Zuge des damit einhergehenden Betriebsübergangs waren 37 Personen aus dem Konzern in das Logistikunternehmen gewechselt, deren Personalaufwand sich nun in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen niederschlägt. Zum anderen ist dies auch auf gestiegene Aufwendungen für Instandhaltungen an den bestehenden Immobilien-Standorten zurückzuführen. Der Personalaufwand sank insbesondere in der Folge der Verlagerung der Logistik. Der Rückgang um 0,6 Millionen Euro von 9,1 Millionen Euro im Jahr 2021 auf 8,5 Millionen Euro im Jahr 2022 spiegelt neben diesem Effekt den weiteren Abbau von Personal und als gegenläufiger Effekt die Lohn- und Gehaltserhöhungen bei der verbleibenden Belegschaft wider.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern des Konzerns im Geschäftsjahr 2022 belief sich auf 4,6 Millionen Euro und lag damit geringfügig unter dem Niveau des Vorjahreswertes von 4,9 Millionen Euro. Im Unterschied zum Vorjahr, in dem das Ergebnis nicht durch Gewinne aus Grundstücksgeschäften beeinflusst worden war, wurden 2022 aus Grundstückstransaktionen Erträge in Höhe von 0,5 Millionen Euro erzielt. Diese resultieren im Wesentlichen aus dem Tauschgeschäft des Areals an der Porschestraße Gersthofen gegen den Standort Augsburger Straße Gersthofen. Der Dividendenpolitik des Konzerns folgend, werden Gewinne aus Grundstücksverkäufen bei der Beurteilung der Dividendenfähigkeit ausgeklammert. Maßgeblich sind vielmehr die Erträge aus dem operativen Geschäft.

Nach Steuern weist der Konzern 2022 einen Konzernjahresüberschuss von 3,0 Millionen Euro aus (im Vorjahr 4,1 Millionen Euro).

3.4.2 Finanzlage

Cashflow des Konzerns 2022
in Mio. €
2021
in Mio. €
Cashflow aus dem Ergebnis 5,7 5,2
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 1,4 7,8
Cashflow aus Investitionstätigkeit -7,8 -4,3
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 1,0 -8,4
Flüssige Mittel 3,5 8,8

Der Konzern erzielte 2022 einen Mittelzufluss aus dem Ergebnis in Höhe von 5,7 Millionen Euro (im Vorjahr 5,2 Millionen Euro). Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit sank von 7,8 Millionen Euro im Vorjahr auf 1,4 Millionen Euro im Jahr 2022. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf den Anstieg der Vorräte und den Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern zurückzuführen.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit war zum einen geprägt von Investitionen am Standort Mühlbach im Zusammenhang mit dem Wohnbauprojekt, zum anderen durch den Grundstückstausch in Gersthofen. Daneben wurden Immobilieninvestitionen in den Umbau von Bestandsimmobilien an allen Standorten getätigt.

Signifikant sind die Veränderungen beim Cashflow aus Finanzierungstätigkeit. Dieser bezifferte sich 2022 auf 1,0 Millionen Euro (im Vorjahr -8,4 Millionen Euro). Der wesentliche Abfluss im Vorjahr war bestimmt durch Sondertilgungen von Finanzierungen, um Verwahrentgelte zu vermeiden.

Zum 31. Dezember 2022 standen dem Konzern 3,5 Millionen Euro an flüssigen Mitteln zur Verfügung, dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahresstichtag mit 8,8 Millionen Euro ein Rückgang in Höhe von 5,3 Millionen Euro.

Der Konzern zeigte sich auch im Geschäftsjahr 2022 gut finanziert, konnte seinen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen. Eventuell erforderliche Fremdmittel können bei den Hausbanken zu marktüblichen Konditionen beschafft werden. Die Konzernunternehmen eingeräumten Kreditlinien sind ausreichend zur Finanzierung der laufenden Geschäfte und des weiteren Wachstums. Dabei weist der von den Hausbanken zur Verfügung gestellte Kreditrahmen per 31.12.2022 freie Kreditlinien in Höhe von 22,9 Millionen Euro auf. Die Finanzierungsstrategie des Konzerns hat zum Ziel, die jederzeitige Zahlungsfähigkeit der einzelnen Tochtergesellschaften bei gleichzeitiger Optimierung der Kapitalkosten sicherzustellen. Zur Optimierung der Zahlungsströme und Bankkonditionen verfügt der Konzern über ein zentrales Cash-Management. Die notwendigen Finanzmittel werden über die Zwischenholding Dierig Textilwerke GmbH bereitgestellt und mit den Kreditinstituten verhandelt.

3.4.3 Vermögenslage

Die Bilanzsumme des Konzerns bezifferte sich zum 31. Dezember 2022 auf 114,9 Millionen Euro und lag damit um 1,4 Millionen Euro über dem Wert des Vorjahresstichtags mit 113,5 Millionen Euro.

Ausgewählte Positionen der Aktiv-Seite der Bilanz des Konzerns 31.12.2022 31.12.2021 Veränderung
Investment Properties (in Millionen €) 85,0 73,9 15,0%
Investment Properties (in Relation zur Bilanzsumme) 73,9,0% 65,1% 8,8%p
Vorräte (in Millionen €) 12,8 10,5 21,9%
Vorräte (in Relation zur Bilanzsumme) 11,1% 9,3% 1,8%p
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (in Millionen €) 4,9 6,1 -19,7%
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (in Relation zur Bilanzsumme) 4,3% 5,4% -1,1%p

Der Wert der Investment Properties, also der Immobilien, die zum Zweck der Vermietung und Weiterentwicklung gehalten werden, hat sich 2022 um 11,0 Millionen Euro erhöht. Diese deutliche Steigerung ist hauptsächlich ein Effekt aus dem Tausch des Areals an der Porschestraße Gersthofen gegen den Standort Augsburger Straße Gersthofen. Das neue Areal an der Augsburger Straße fällt als Vermietungsobjekt definitionsgemäß unter die Investment Properties, während die abgegebene Liegenschaft Porschestraße Gersthofen im Jahresabschluss 2021 als zur Veräußerung gehaltener langfristiger Vermögenswert behandelt wurde. Zusätzlich ist die Wertsteigerung bei den Investment Properties auf Immobilieninvestitionen im Jahr 2022 zurückzuführen.

Im Geschäftsjahr 2022 lagen die Abschreibungen auf das Immobilienvermögen niedriger als die Immobilieninvestitionen.

Die textilen Vorräte nahmen 2022 um 2,2 Millionen Euro oder um 21,3 Prozent zu. Dabei spielen zwei Faktoren eine Rolle: Zum einen stieg aufgrund höherer Einstandskosten der durchschnittliche Wert je Garnitur, zum anderen wurde mehr Ware auf Lager genommen, um in einem auf Verkaufsseite stark volatilen und im Beschaffungsmarkt von gestörten Lieferketten geprägten Marktgeschehen den Kunden gegenüber lieferfähig zu bleiben. Der Lagerbestand war im Geschäftsjahr 2022 aktuell, sodass keine wesentlichen Abschreibungen aufgrund von Moderisiken vorgenommen werden mussten.

Die Höhe der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sank um 1,2 Millionen Euro oder um 19,7 Prozent. Darin spiegelt sich einerseits der gesunkene Textilumsatz wider, andererseits ist der Rückgang der Forderungen das Ergebnis des straffen Forderungsmanagements und der Maßgabe, Kunden mit erhöhten Ausfallrisiken nur noch gegen Vorkasse zu beliefern.

Ausgewählte Positionen der Passiv-Seite der Bilanz des Konzerns 31.12.2022 31.12.2021 Veränderung
Eigenkapital (in Millionen €) 49,0 43,9 11,6%
Eigenkapital (in Relation zur Bilanzsumme) 42,6% 38,6% 4,0%p
Langfristige Finanzverbindlichkeiten (in Millionen €) 13,5 17,2 -21,5%
Langfristige Finanzverbindlichkeiten (in Relation zur Bilanzsumme) 11,8% 15,2% -3,4%p
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten (in Millionen €) 7,4 1,8 311,1%
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten (in Relation zur Bilanzsumme) 6,4% 1,6% 4,8%p
Pensionsrückstellungen (in Millionen €) 11,4 16,6 -31,3%
Pensionsrückstellungen (in Relation zur Bilanzsumme) 10,0% 14,7% -4,7%p

Das Eigenkapital hat sich hauptsächlich durch das gute Ergebnis und den Anstieg der Gewinnrücklagen um 5,1 Millionen Euro erhöht. Der Konzern erreichte zum 31. Dezember 2022 eine Eigenkapitalquote in Höhe von 42,6 Prozent (im Vorjahr 38,6 Prozent). Damit liegt die Eigenkapitalquote abermals höher als im Langfristziel festgelegt. Im Hinblick auf das geplante Wohnbauprojekt mit Immobilieninvestitionen in beträchtlicher Höhe wird angesichts des damit einhergehenden Fremdfinanzierungsbedarfs ein möglichst hohes Eigenkapital angestrebt.

Unter den langfristigen Schulden sind Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 13,5 Millionen Euro (im Vorjahr 17,2 Millionen Euro), Pensionsrückstellungen von 11,4 Millionen Euro (im Vorjahr 16,6 Millionen Euro) sowie latente Steuern in Höhe von 9,3 Millionen Euro (im Vorjahr 8,1 Millionen Euro) enthalten. Aufgrund des gestiegenen Basiszinses konnten demnach Pensionsrückstellungen niedriger bewertet werden. Insgesamt haben sich die Pensionsrückstellungen um 5,2 Millionen Euro reduziert, wobei ein großer Teil auf die im sonstigen Ergebnis erfolgsneutral gebuchten versicherungsmathematischen Gewinne entfällt. Bei den Finanzverbindlichkeiten wurden langfristige Schulden planmäßig abgebaut und kurzfristige Schulden erhöht.

3.5 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Die Gesellschaften des Konzerns betreiben ihre Geschäfte im Einklang mit geltendem Recht und nach hohen unternehmensethischen und ökologischen Standards. Im Vorgriff auf die aus der EU-Taxonomie und die aus der Reform der Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen der Europäischen Union resultierenden neuen Berichtspflichten setzte sich der Konzern 2021 und 2022 verstärkt mit den aus dem Geschäft resultierenden Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima sowie mit Sozialstandards und Steuerungssystemen auseinander.

Ziel ist es, nicht nur die Berichtspflichten zu erfüllen, sondern die Leistungen des Unternehmens im Bereich der Nachhaltigkeit zu verbessern. Dies dient auch dazu, neue Geschäftschancen zu nutzen, zumal immer mehr Kunden sich in ihren Kaufentscheidungen von Nachhaltigkeitskriterien lenken lassen. Gleichzeitig zielen die Aktivitäten auf die Finanzmärkte. Immer mehr Investoren treffen ihre Anlageentscheidungen anhand der Leistungsfähigkeit des Anlageziels im Bereich Nachhaltigkeit. Auch die Entscheidung der Banken, ob und zu welchen Konditionen Kredite vergeben werden, wird zunehmend von Nachhaltigkeitskriterien bestimmt.

Der Konzern strebt an, seine Leistung im Bereich Nachhaltigkeit stetig zu verbessern. Als äußeres Zeichen dieses Engagements hat sich die Dierig Holding AG im Jahr 2022 dem UN Global Compact angeschlossen. Zum Engagement in dieser Nachhaltigkeitsinitiative der Vereinten Nationen gehört einen Beitrag zum Erreichen der 17 Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zu leisten, was in einem jährlichen Fortschrittsbericht darzulegen ist. Folgende nichtfinanzielle Leistungsindikatoren haben Einfluss auf den Erfolg des Konzerns:

3.5.1 Mitarbeiter

Unsere Mitarbeiter machen uns erfolgreich. Es ist daher ein zentraler Erfolgsfaktor, unseren Beschäftigten ein gutes und sicheres Arbeitsumfeld mit vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Die Gesellschaften des Konzerns honorieren das Engagement der Mitarbeiter, treten Diskriminierungen entgegen, ermöglichen Chancengerechtigkeit, fördern Eigeninitiative und bieten neben der Arbeitsplatzsicherheit auch Weiterbildungsangebote und Aufstiegschancen. Dierig hat einen guten Ruf als verantwortungsbewusster Arbeitgeber und als erstklassiger Ausbildungsbetrieb.

Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 110,2 FTE im Konzern beschäftigt (im Vorjahr 127,5 FTE). Der Rückgang resultiert hauptsächlich aus einem Vorjahreseffekt: Zur Jahresmitte 2021 wurde die Logistik der deutschen Textilgesellschaften an einen externen Dienstleister verlagert.

Zusätzlich kam es im Textilsegment im Jahr 2022 zu einem weiteren Abbau von Personal, der zum überwiegenden Teil durch natürliche Fluktuation erfolgte. Darüber hinaus kam sehr zum Bedauern der Konzernführung und der betreffenden Geschäftsführungen der textilen Tochtergesellschaften im Textilsegment zu vereinzelten betriebsbedingten Kündigungen. Die Personalmaßnahmen wurden mit dem Betriebsrat abgestimmt, eine Sozialauswahl wurde getroffen. Betriebsbedingte Kündigungen erfolgten nur, wenn andere Personalmaßnahmen wie Versetzungen innerhalb der Unternehmen des Konzerns nicht möglich waren.

Als Reaktion auf das krisenhafte Umfeld und den Umsatzrückgang im Textilsegment nutzten die textilen Tochtergesellschaften des Konzerns im Jahresverlauf in unterschiedlichem Umfang das Instrument der Kurzarbeit, um auf diese Weise Arbeitsplätze zu sichern.

Der Aufwand für Löhne und Gehälter belief sich 2022 auf 7,3 Millionen Euro, gegenüber dem Vorjahr mit 8,0 Millionen Euro bedeutet dies eine Verringerung um 0,7 Millionen Euro. Einschließlich Sozialabgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung bezifferte sich der Personalaufwand 2022 auf 8,5 Millionen Euro, im Vorjahr lag der Personalaufwand bei 9,1 Millionen Euro. Die Sozialabgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung beinhalten auch die tatsächlich erfolgten Auszahlungen an Betriebsrentner im Jahr 2022. Diese Zahlungen sind tendenziell rückläufig.

Die Geschäftsführung spricht allen Mitarbeitern im Konzern seinen Dank für die Einsatzbereitschaft und höchsten Respekt vor dem gezeigten Engagement aus. Das Jahr 2022 war von multiplen Krisen und einem sehr volatilen Geschäftsverlauf geprägt. Es ist unseren Mitarbeitern zu verdanken, dass der Konzern in einem äußerst widrigen konjunkturellen Umfeld auf Kurs blieb und seine wesentlichen Ziele erreichen konnte.

Die besondere Verantwortung des Unternehmens für seine Mitarbeiter zeigt sich nicht zuletzt in der Fortführung der umfangreichen Pensionsverpflichtungen aus der Vergangenheit. Der Konzern steht nach wie vor zu seinen Zahlungsverpflichtungen aus zugesagten Betriebsrenten. So trug der Konzern mit im Jahresdurchschnitt 110,2 FTE 2022 die Lasten aus 587 Betriebsrenten (im Vorjahr 628) und wird auch weiterhin hohe Pensionslasten zu tragen haben. Die Pensionsverpflichtungen wirken sich jährlich aufs Neue erheblich auf das Ergebnis und die Liquidität aus.

3.5.2 Klima- und Umweltauswirkungen

Von den eigenen textilen Aktivitäten des Konzerns gehen nur geringe direkte Umweltauswirkungen aus. Indirekte Umweltauswirkungen entstehen durch beauftragte Drittunternehmen in der Produktion der Waren - insbesondere in der Ausrüstung - und in der Logistik. Die Unternehmen des Konzerns führen in Deutschland sowie anderen Herkunftsländern Kontrollen der Lieferanten durch und verpflichten diese zu umweltverträglichen Verfahren.

Im Immobilienbereich optimiert der Konzern durch Investitionen in den Gebäudebestand die Energieeffizienz der selbstgenutzten wie der vermieteten Flächen. Dazu zählen vorrangig Maßnahmen zur baulichen Energieeinsparung wie die Nachdämmung von Gebäuden, der Austausch von Fenstern, die Modernisierung von Heizungen und Wärmeverteilungssystemen und deren Dämmung. Energiepässe dokumentieren den guten Zustand der Gebäudesubstanz. Dank dieser Maßnahmen trägt der Konzern zur langfristigen Einsparung von Energieressourcen bei. Bei Neubaumaßnahmen setzt der Konzern auch auf innovative Heizungs- und Klimasysteme, die im Idealfall den Einsatz fossiler Brennstoffe erübrigen. Dieses Konzept wurde beispielshaft 2019 beim Neubau der Bürolofts im SchlachthofQuartier umgesetzt.

Im Jahr 2022 hat der Konzern erstmals den CO 2 -Fußabdruck der Geschäftsaktivitäten ermittelt. Bereits im Jahr 2021 wurden Handlungsfelder zur Verbesserung der Nachhaltigkeit im Bereich Umwelt und Klima definiert. So arbeitet der Bettwäschebereich an Lösungen, um die Plastikverpackungen durch umweltfreundliche Verpackungen zu ersetzen. Im Immobilienbereich liegt das Hauptaugenmerk auf die Verringerung des Energieverbrauchs durch Heizung und Klimatisierung.

3.5.3 Standorte und Corporate Responsibility

Der Konzern folgt in seinem Wirtschaften - auch vor dem Hintergrund seiner 218-jährigen Geschichte - hohen unternehmensethischen Standards. Am Unternehmenssitz Augsburg pflegt das Unternehmen einen intensiven Dialog mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Verbänden, Universitäten und Schulen sowie mit sozialen Trägern, kulturellen Einrichtungen und weiteren gesellschaftlichen Gruppen. Das Unternehmen ist sich seiner Verantwortung insbesondere gegenüber der lokalen Gemeinschaft an den beiden Immobilienstandorten Augsburg und Kempten bewusst.

Als Vermieterin von Seniorenzentren, Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen sowie Bildungsstätten in der sozialen Jugendarbeit steht der Konzern weit über den üblichen geschäftlichen Rahmen hinaus im engen Kontakt mit Sozialträgern und Institutionen. Dabei unterstützt der Konzern soziale Initiativen mit Kontakten und personellen Ressourcen.

Das soziale und bürgerschaftliche Engagement des Unternehmens ist eng verzahnt mit der Geschäftsstrategie. Der Immobilienbereich des Konzerns hat aus der langjährigen Zusammenarbeit mit sozialen Trägern umfangreiche Kenntnisse über die Anforderungen an Sozialimmobilien und über die Bedürfnisse der Betreiber gewonnen. Neue Projekte lassen sich so schnell und zielsicher realisieren.

Als Eigentümerin denkmalgeschützter Immobilien stellt sich die Immobiliensparte des Konzerns der Verpflichtung, das bauliche und architektonische Erbe vergangener Zeiten zu bewahren. Dabei gelingt es der Immobiliensparte mit großem Erfolg, eine zeitgemäße Nutzung ehemaliger Industrieimmobilien mit allen Aspekten der Denkmalpflege in Einklang zu bringen. Rund 30 Prozent des Immobilienbestandes sind denkmalgeschützt.

Im Geschäftsjahr 2022 setzte der Konzern seine langjährige Schulpartnerschaft mit dem Jakob-Fugger-Gymnasium Augsburg fort und leistete seinen Beitrag dafür, dass junge Menschen Einblick in die unternehmerische Praxis erhalten und wirtschaftliche Zusammenhänge besser verstehen. Üblicherweise stellen die Gesellschaften des Konzerns Plätze für Schülerpraktika bereit. Die Dierig Holding AG lädt überdies Klassen und Kurse zur Hauptversammlung ein. Um Kontakte zu beschränken, war dies im Jahr 2022 nur digital im Rahmen der virtuellen Hauptversammlung möglich.

Weiterhin engagiert sich Dierig seit vielen Jahren in der Kulturförderung. Im Rahmen dieser Kulturarbeit unterstützte das Unternehmen auch 2022 unter anderem das Sensemble Theater, eine professionell arbeitende freie Bühne für zeitgenössisches Theater in Augsburg, mit finanziellen Mitteln und Kontakten, wobei die Kulturförderung im Jahr 2022 aufgrund der teilweise noch geltenden Kontaktbeschränkungen existenziell war.

Darüber hinaus engagieren sich Mitglieder des Vorstands der Dierig Holding AG auf ehrenamtlicher Basis in der Industrie- und Handelskammer Schwaben sowie in der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH, um auf diese Weise einen Beitrag für die regionale Wirtschaftsförderung zu leisten.

3.5.4 Sozial- und Umweltstandards bei der Textilherstellung

Die textilen Gesellschaften kaufen Gewebe bei Lieferanten auf der ganzen Welt ein. Deren Fabriken werden üblicherweise bereist, wobei vor Ort auch die Arbeitsbedingungen der Menschen einer Kontrolle unterzogen werden. Im Jahr 2021 waren diese Besuche pandemiebedingt ausgesetzt worden. 2022 wurde die Reisetätigkeit wieder aufgenommen, wobei Lieferanten auch durch Mitglieder des Vorstands der Dierig Holding AG vor Ort in Augenschein genommen wurden.

Auf Kundenwunsch können die textilen Gesellschaften des Konzerns Ware anbieten, die mit dem Label sozial-fair oder mit dem GOTS-Siegel (Global Organic Textile Standard) ausgestattet sind.

Der überwiegende Teil der in Deutschland und der Schweiz abgesetzten Bettwäschekollektionen der Tochtergesellschaft fleuresse wird innerhalb der EU konfektioniert. Die Konfektion der fleuresse-Kollektionen in Österreich findet in einer eigenen Näherei im Land statt. Zunehmend interessieren sich auch die Verbraucher dafür, ob ihre gekauften Textilien umweltverträglich und verantwortungsvoll hergestellt wurden. Daher informiert die Tochtergesellschaft fleuresse die Verbraucher mit Informationsschriften und im Internet über den Ursprung ihrer Markenbettwäsche.

Um die Einhaltung von Sozialstandards in der gesamten Lieferkette zu gewährleisten, erarbeitete der Konzern in den Jahren 2021 und 2022 eine Verhaltensrichtlinie für Lieferanten. Dieser Verhaltenskodex orientiert sich unter anderem an der Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen und den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sowie am vielfach implementierten Code of Conduct des Gesamtverbands Textil+Mode, der hohen Branchenbezug aufweist. Der Rollout der Verhaltensrichtlinie für Lieferanten begann wie geplant im Jahr 2022. Für 2023 ist vorgesehen, einen Großteil der Lieferanten im Textilsegment, darunter sämtliche Kernlieferanten weltweit, zur Einhaltung der Verhaltensrichtlinie zu verpflichten.

4. Nachtragsbericht

Nach dem Ende des Geschäftsjahres haben sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung ergeben.

5. Prognosebericht

In diesem Prognosebericht bezieht sich der Konzern auf das Geschäftsjahr 2023. Wo dies möglich ist, blickt der Konzern freiwillig über den Prognosezeitraum hinaus.

Infolge der multiplen krisenhaften Entwicklungen (Krieg in der Ukraine, Energiepreiskrise und globale Teuerung) fallen die ökonomischen Vorhersagen von supranationalen Institutionen für 2023 äußerst verhalten aus. In ihrem im Januar 2023 veröffentlichten Konjunkturbericht "Global Economic Prospects" erwartet die Weltbank für 2023 ein Wachstum der Weltwirtschaft von lediglich 1,7 Prozent. Der Internationale Währungsfonds, die OECD und die Europäische Union kommen zu ähnlichen Prognosen (2,5 - 2,9 Prozent).

Auch für Deutschland sind die Prognosen gedämpft. Die Bundesregierung geht in ihrem Jahreswirtschaftsbericht für das Jahr 2023 von einem Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts um lediglich 0,2 Prozent aus. Bei den Verbraucherpreisen wird ein Anstieg in Höhe von 6,0 Prozent erwartet. Die Kombination aus geringem Wachstum und hoher Inflation (Stagflation) wirkt sich stark negativ auf die Konsumkonjunktur aus. Daher rechnet die Bundesregierung für 2023 mit einem Rückgang des privaten Konsums um 0,2 Prozent. Bei den Bauten erwartet die Bundesregierung sogar einen Rückgang in Höhe von 2,8 Prozent. Hierin spiegeln sich die sprunghaft angestiegenen Zinsen sowie die ebenfalls stark gestiegenen Baukosten wider. Während der öffentliche Bau aufgrund der langen Vorlaufzeiten größtenteils stabil bleiben wird, ist beim privatwirtschaftlich initiierten Bau, insbesondere dem Wohnbau, der schneller auf äußere Einflüsse reagiert, ein deutlich größerer Einbruch zu erwarten.

Aber nicht nur in Deutschland rechnet der Konzern mit sich deutlich verschlechternden konjunkturellen Rahmenbedingungen. Auch in Österreich verschlechtern sich die wirtschaftlichen Aussichten. Gleiches gilt für die Exportländer in Süd- und Westeuropa. Lediglich in der Schweiz kann von weitestgehend stabilen Rahmenbedingungen ausgegangen werden. In Summe ergibt sich hieraus ein schwieriges geschäftliches Umfeld für beide Segmente des Konzerns.

Infolge der eingetrübten Konsumkonjunktur ist im Bettwäschebereich mit einem Umsatzrückgang zu rechnen. Durch die angemeldete Insolvenz des Großabnehmers Galeria Kaufhof Karstadt ist das weitere Orderverhalten von großer Unsicherheit geprägt, was die Prognosegenauigkeit im Bettwäschebereich einschränkt.

Mit der Übernahme der operativen Geschäfte der Christian Dierig GmbH durch die BIMATEX GmbH zum Ende des Jahres 2022 wird der internationale Gewebehandel des Konzerns ab dem Jahr 2023 nur noch in dieser Gesellschaft abgebildet. Im Gewebehandel ist eine deutliche Umsatzsteigerung möglich. Bei den technischen Textilien wird ein leicht rückläufiges Umsatzvolumen erwartet. Der Export von Damasten nach Westafrika hat für die BIMATEX GmbH als Nischengeschäft nur noch eine untergeordnete Bedeutung.

Für das Textilsegment des Konzerns ergibt sich saldiert für 2023 ein prognostizierter leichter Umsatzrückgang in einem stärker rückläufigen Markt. Der Auftragsbestand im Textilsegment des Konzerns bezifferte sich zum 31. Dezember 2022 auf 12,3 Millionen Euro (im Vorjahr 15,8 Millionen Euro). Durch die zunehmende Kurzfristigkeit der Orders und den steigenden Anteil von Stornierungen verliert der Auftragsbestand als Frühindikator zunehmend an Bedeutung.

Im Immobiliensegment ist für 2023 trotz eines widrigen konjunkturellen Umfelds ein steigender Umsatz aus Vermietung und Verpachtung zu erwarten. Zum Umsatzwachstum werden Mietpreissteigerungen durch indizierte Mieten beitragen. Zudem wird es Sondereffekte auf den Immobilienumsatz geben, die daraus resultieren, dass im Zuge der Energiepreisverteuerung für 2023 die Heizkostenvorauszahlungen der Mieter erhöht wurden. Da es sich dabei um durchlaufende Posten handelt, sind diese Umsatzsteigerungen nicht ertragsrelevant. Sollten die Energiepreise im Verlauf des Jahres 2023 wieder sinken, wird sich das im Geschäftsjahr 2024 umgekehrt auf die Höhe des Immobilienumsatzes auswirken.

Zudem ergeben sich für 2023 aus der Aufwertung von einzelnen Flächen neue Umsätze. Gegenläufig zu dieser positiven Entwicklung steht, dass mit der Schwäche der Gesamtkonjunktur die Gefahr von Mieterinsolvenzen zunimmt und Leerstandsperioden länger werden.

Ziel der PWI ist es, den weitgehend konjunkturunabhängigen Bereich der Immobilienverwaltung zu stärken, um auf diese Weise die Abhängigkeit vom volatilen Transaktionsgeschäft zu reduzieren. Für 2023 wird daher die strategische Ausrichtung der Geschäfte fortgeführt. Es wird ein leicht reduziertes Umsatzniveau prognostiziert.

Saldiert zeigt die Umsatzprognose im Immobiliensegment für 2023 eine positive Entwicklung.

Angesichts vieler Unwägbarkeiten und durch die rasche Veränderung vieler äußerer Faktoren gestaltet sich die Erstellung einer Umsatzprognose zunehmend schwierig. Voraussichtlich wird der Konzern bei leicht rückläufigen Textilumsätzen und moderat steigenden Immobilienumsätzen 2023 einen Umsatz auf der Höhe des Jahres 2022 erreichen.

Die sich verschlechternden konjunkturellen Rahmenbedingungen werden sich auch im Ergebnis widerspiegeln. Durch die Nachfrageschwäche im Textilsegment wird der Druck auf die Margen zunehmen, was sich nur teilweise durch Neugeschäfte im margenstarken Hochpreissegment kompensieren lässt. Aufgrund des strikten Kostenmanagements wird das Textilsegment dennoch ein planmäßig positives Ergebnis auf Vorjahresniveau ausweisen können. Das Ergebnis im Immobiliensegment wird 2023 durch höhere Kosten im Unterhalt von Gebäuden belastet werden. Dadurch ist mit einem leichten Ergebnisrückgang zu rechnen. Das Konzernergebnis wird 2023 demnach leicht unter dem Ergebnis des Jahres 2022 liegen.

Der zu erwartende rückläufige Textilumsatz wird im Jahr 2023 die Höhe der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kaum beeinflussen, da krisenbedingt erfahrungsgemäß mit einer Verschlechterung der Zahlungsmoral zu rechnen ist.

Für die textilen Gesellschaften der Dierig-Gruppe sind Lagerbestände unabdingbar, um die Kundennachfrage schnell bedienen zu können. Die Lagerbestände sind aktuell und weisen demnach eine hohe Verkäuflichkeit auf. Für das Jahr 2023 ist eine Stabilisierung der Lagerbestände zu erwarten.

Die Entwicklung des Eigenkapitals und der Eigenkapitalquote ist im hohen Maße von der Höhe möglicher Investitionen und von Grundstückstransaktionen im Immobiliensegment abhängig. Das projektierte Bauvorhaben Mühlbach-Quartier mit 211 Mietwohnungen wurde Anfang 2023 mit Ausnahme der Planungs- und Erschließungsarbeiten aufgrund der gestiegenen Bauzinsen und der hohen Baukosten auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Daher wird 2023 für dieses Projekt nur ein Fremdfinanzierungsbedarf in untergeordneter Bedeutung entstehen. Auch der für 2023 vorgesehene Umbau der ersten Etage des ehemaligen Kühlhauses im SchlachthofQuartier als Erweiterung des dortigen Fitnessstudios wird weitgehend aus Eigenmitteln finanziert werden. Infolgedessen wird die Entwicklung des Eigenkapitals im Jahr 2023 nur unwesentlich von langfristig geplanten Immobilieninvestitionen beeinflusst werden. Falls sich jedoch die Möglichkeit ergibt, einen Standort mit Entwicklungsperspektive zu einem interessanten Preis zu kaufen, kann dies einen Fremdfinanzierungsbedarf nach sich ziehen.

Der Konzern verfolgt bei Immobilieninvestitionen das Ziel, dass der Zuwachs der Investment Properties stets höher ausfällt als der Anstieg der Verschuldung. Weiterhin ist die Höhe der Pensionsrückstellungen von hoher Relevanz für das Eigenkapital. Aufgrund des steigenden Basiszinses konnten bereits 2022 Pensionsrückstellungen niedriger bewertet werden. Auch für 2023 ist bei einem weiter ansteigenden Basiszins und damit einhergehend mit der neuerlichen Reduzierung von Pensionsrückstellungen zu rechnen. Unabhängig von diesem rechnerischen Effekt ist es das Ziel des Konzerns, die Eigenkapitalquote im Jahr 2023 zu halten.

Die Geschäftsentwicklung im Jahr 2023 sieht die Geschäftsführung als sehr herausfordernd an, existenzbedrohende Risiken bestehen jedoch nicht.

Wie in der Vergangenheit ist die Grundlage der Prognose konservativ und fußt auf einer realistischen Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung, wobei genügend Spielräume bestehen, um Geschäftschancen zu nutzen. Der Konzern wird auch in Zukunft solide finanziert sein. Geplant ist, den Finanzierungsbedarf für die operative Geschäftstätigkeit aus dem laufenden Cashflow abzudecken. Der Konzern wird im Gesamtjahr 2023 unter Berücksichtigung bestehender Kreditlinien über liquide Mittel in ausreichender Höhe verfügen.

Die nachfolgende Tabelle erläutert die Zielsetzungen 2023 des Konzerns und der Einzelgesellschaften:

Gesellschaft Ziel
Konzern Bestandssicherung, Sicherung der Liquidität
Anpassung des Forderungsmanagements an eine sich eventuell verschlechternde Zahlungsmoral zur Stabilisierung der Höhe der Forderungen
Stabilisierung der Lagerbestände
Sicherung des Eigenkapitals
Stabilisierung des Vermietungsgrads und der Mieteinnahmen
fleuresse GmbH Stabilisierung des Umsatzes
Adam Kaeppel GmbH Stabilisierung des Umsatzes
Christian Dierig GmbH, Österreich Stabilisierung des Umsatzes
Dierig AG, Schweiz Stabilisierung des Umsatzes
BIMATEX GmbH Stabilisierung des Umsatzes
Dierig Textilwerke GmbH (Immobiliensparte) Planerische und infrastrukturelle Vorarbeiten des verschobenen Wohnbauprojekts Mühlbach-Quartier bis zum tatsächlichen Hochbaubeginn
Entwicklung für Nutzungsplanungen des neuen Standortes Augsburger Straße in Gersthofen (Schwaba) für die Zeit nach dem Auszug des Alteigentümers/Mieters
Umbau des ersten Obergeschosses des ehemaligen Kühlhauses im SchlachthofQuartier als Erweiterung des dortigen Fitnessstudios
Nachfrageabhängige Nachverdichtung der Vermietung; Aufwertung der Standorte durch mieterspezifische Umbauten
Beibehaltung des hohen Vermietungsgrades
Suche nach interessanten anzukaufenden Entwicklungsstandorten
Prinz GmbH Beibehaltung des hohen Vermietungsgrades
Peter Wagner Immobilien AG (PWI) Stabilisierung der Umsätze
Ausbau der Immobilienverwaltung

Der Prognosebericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen oder Schätzungen des Managements der Dierig Holding AG und der Geschäftsführung der Textil-Treuhand GmbH beruhen. Trotz der Annahme, dass die vorausschauenden Aussagen realistisch sind, kann nicht garantiert werden, dass diese Erwartungen sich auch als richtig erweisen werden.

6. Chancen- und Risikobericht

6.1 Chancen- und Risikomanagement-System

Als international tätige Unternehmensgruppe sieht sich der Konzern mit seinen operativen Tochtergesellschaften im Rahmen der geschäftlichen Tätigkeiten einer Reihe möglicher Risiken ausgesetzt. Strategische und finanzielle Unternehmensziele zu erreichen, stehen im Fokus der Chancen- und Risikopolitik des Konzerns. Das konzernweite Chancen- und Risikomanagement-System ist integraler Bestandteil einer wertorientierten Unternehmensführung, verbunden mit dem Ziel der langfristigen Bestandssicherung des Konzerns und der nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts. Die Berichterstattung von Chancen und Risiken im Lagebericht bezieht sich grundsätzlich auf einen Einjahreszeitraum.

Das Chancen- und Risikomanagement-System des Konzerns umfasst alle Maßnahmen eines systematischen und transparenten Umgangs mit Chancen und Risiken. Dadurch soll gewährleistet werden, dass Chancen und Risiken möglichst frühzeitig erkannt, adäquat bewertet und somit die Planungssicherheit der künftigen Entwicklung erhöht werden. Maßgebliche Bestimmungsgrößen für die Bewertung von Chancen und Risiken sind die Erfolgs- bzw. Schadenshöhe sowie die jeweilige Eintrittswahrscheinlichkeit. Die Eintrittswahrscheinlichkeit, auch Schadenswahrscheinlichkeit oder Schadenshäufigkeit genannt, bezeichnet den statistischen Erwartungswert oder die geschätzte Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines bestimmten Ereignisses innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Durch Multiplikation der beiden Größen wird der Erfolgs- bzw. Schadenserwartungswert ermittelt.

Mit der regelmäßigen und systematischen Kontrolle und Steuerung von Chancen und Risiken erfüllt der Konzern nicht nur die für ihn geltenden regulatorischen Anforderungen, insbesondere des deutschen Aktiengesetzes (AktG), sondern stellt auch ein zielgerichtetes Steuerungs- bzw. Führungsinstrument innerhalb des Konzerns zur Verfügung.

6.1.1 Organisation und Verantwortlichkeiten

Der Vorstand der Dierig Holding AG trägt die Gesamtverantwortung für ein effektives Chancen- und Risikomanagement-System. Er koordiniert die Umsetzung und stetige Weiterentwicklung des Chancen- und Risikomanagement-Systems und steht dabei in einem engen Austausch mit den jeweiligen Unternehmensbereichen und Tochtergesellschaften. Dort sind die Verantwortlichen für die Identifikation und Bewertung der Chancen und Risiken sowie für die Umsetzung geeigneter risikominimierender Maßnahmen zuständig.

Die Überwachung der Wirksamkeit des Chancen- und Risikomanagement-Systems obliegt dem Aufsichtsrat bzw. dem Prüfungsausschuss der Dierig Holding AG.

Der Zentralbereich Finanzen & Recht unterstützt den Vorstand der Dierig Holding AG bei der Entwicklung von Richtlinien für das konzernweite Chancen- und Risikomanagement-System. Er ist für die regelmäßige Berichterstattung und die stetige Weiterentwicklung konzernweit gültiger Maßnahmen und Instrumente für die Erfassung, Bewertung und Steuerung relevanter Chancen und Risiken verantwortlich.

Der Chancen- und Risikomanagementprozess des Konzerns besteht aus den nachfolgenden vier Schritten:

• Identifikation:

Laufende Überwachung der jeweiligen Chancen- bzw. Risikosituation unter Berücksichtigung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds, des Wettbewerbsumfelds sowie sämtlicher unternehmensinternen Prozesse.

• Bewertung:

Erfolgt durch Einschätzung von Eintrittswahrscheinlichkeiten und Ermittlung der zu erwartenden Erfolgs-bzw. Schadenshöhe.

• Steuerung:

Entwicklung, Umsetzung und Weiterentwicklung geeigneter Maßnahmen zur Nutzung von sich ergebenden Chancen bzw. der Reduzierung bestehender Risiken unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten. Ein wesentlicher Bestandteil der Steuerung ist auch die Übertragung von versicherbaren Risiken auf Versicherer, wodurch die finanziellen Auswirkungen weitestgehend begrenzt werden sollen. Hierbei werden insbesondere auch die zu erwartenden Kosten zur Umsetzung der jeweiligen Maßnahme in Relation zu der Effektivität berücksichtigt.

• Überwachung/Reporting:

Sämtliche identifizierten Chancen und Risiken werden regelmäßig im Hinblick auf Aktualität und Werthaltigkeit überprüft. Erkenntnisse zu relevanten neuen Entwicklungen werden entsprechend dokumentiert sowie die Bewertung und Steuerung bei Bedarf dahingehend überarbeitet. Im Rahmen einer regelmäßigen Kommunikation werden der Vorstand der Dierig Holding AG, die Geschäftsleitungen der operativen Tochtergesellschaften und der Prüfungsausschuss über relevante Chancen und Risiken informiert. Sollten sich kritische und dringliche Themen ergeben, wird der reguläre Reporting-Prozess durch eine Ad-hoc-Berichterstattung ergänzt. Auf dieser Informationsgrundlage sind der Vorstand der Dierig Holding AG und die Geschäftsleitungen der operativen Gesellschaften des Konzerns frühzeitig in der Lage, neue Risiken zu erkennen und Gegenmaßnahmen rechtzeitig zu ergreifen, sofern Abweichungen vom Plan auftreten.

6.2 Chancenbericht

Chancen werden innerhalb des Konzerns als eine mögliche positive Abweichung von der Prognose oder einem anderen Ziel aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen definiert.

Durch ihre Nähe zum Markt und durch ihre Branchenkompetenz sind Fach- und Führungskräfte des Konzerns in der Lage, Marktchancen frühzeitig zu erkennen und einzuschätzen. Flache Hierarchien sorgen dafür, dass auf sich bietende Marktchancen rasch reagiert werden kann.

Das Geschäft des Konzerns wird von einer Reihe externer Größen beeinflusst, die zahlreiche Chancen eröffnen. Die im Textilbereich vertriebenen Produkte sind in der Regel krisensicher. Heimtextilien gehören zu den Gütern des täglichen Bedarfs. Auch wenn Privathaushalte oder Objektkunden Neuanschaffungen aufschieben können, ist selbst in Krisenzeiten Nachfrage zu erwarten. Teilweise ist es sogar möglich, in Krisenzeiten von Cocooning-Effekten zu profitieren, wie dies in Mitteleuropa während der Corona-Krise der Fall war.

Die Bettwäschemarken fleuresse und Kaeppel zählen zu den stärksten und bekanntesten im deutschsprachigen Raum, im Bettwäschemarkt Österreich ist fleuresse Marktführer, in der Schweiz unter den ersten drei. Das Kundenvertrauen in die Marken ist groß, daher sind die Waren fernabsatzfähig. Folglich können fleuresse und Kaeppel vom E-Commerce profitieren.

Ein großes Entwicklungspotential liegt im Bereich sozial- und ökozertifizierter Bettwäsche. Zertifizierungen werden zunehmend von den Konsumenten und damit auch vom Handel nachgefragt und teilweise zur Bedingung für einen Kauf gemacht. In einem etwas geringeren Umfang als bei der Bettwäsche sind auch im Handel mit ökosozial hergestellten und zertifizierten Roh- und Fertiggeweben neue Geschäftschancen möglich.

Im Gewebehandel der BIMATEX GmbH ist die hohe textile Kompetenz bei Produkt, Beschaffungsquellen und Absatzmärkten ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Als chancenreich werden vor allem die regionalen Absatzmärkte in Südeuropa und Frankreich angesehen. Hier war die Textilkonjunktur über längere Zeit rückläufig, so dass es bei einem Anziehen der Nachfrage zu Nachholeffekten kommen kann. Auch der Handel mit technischen Textilien weist Wachstumschancen auf. Potenzial hat insbesondere der Bereich der Filtergewebe für die Nass-Trocken-Filtration, einer Schlüsseltechnologie unter anderem bei der Aufbereitung von Prozess- und Trinkwasser.

Neue Geschäftschancen bieten sich insbesondere im Immobiliensegment. Der Konzern hat umfangreiche Erfahrungen in der Umwandlung von brachliegenden und denkmalgeschützten Objekten. Überdies verfügt das Immobiliensegment über etablierte Kundenbeziehungen sowie über umfassende Marktkenntnisse an den Immobilienstandorten Augsburg und Kempten. Die Immobilienfachleute beobachten permanent interessante Objekte. Wenn diese zum Verkauf stehen, beteiligt sich das Immobiliensegment nach eingehender Prüfung an Wettbewerben und Bieterverfahren.

Neue Geschäftschancen bestehen kontraintuitiv gerade in einem Abschwung der Immobilienwirtschaft. In der Vergangenheit verhinderten überhöhte Grundstücks- und Immobilienpreise den Zukauf neuer Liegenschaften. Durch die Zinserhöhung und Preissteigerungen bei den Baukosten steht zu erwarten, dass Grundstücksanbieter von ihren überhöhten Kaufpreisvorstellungen abrücken oder sich Investoren von laufenden Projekten oder Projektentwicklungen trennen.

Dank seiner Kapitalstärke und seiner Expertise ist der Konzern in der Lage, selbst größere Immobilienvorhaben in kurzer Zeit zu realisieren. Durch die 2018 erworbene Beteiligung an der PWI hat der Konzern seinen Marktzugang verbessert und besetzt mit dem Immobilienservice ein chancenreiches Wachstumsfeld.

Über die Nutzung aktueller Geschäftschancen berichten wir im Wirtschaftsbericht, über konkrete Ziele im Prognosebericht.

6.3 Risikobericht

Risiken werden innerhalb des Konzerns als negative Abweichung von geplanten kurzfristigen operativen und langfristigen Zielen aufgrund künftiger Ereignisse oder Entwicklungen definiert. Im Rahmen ihrer geschäftlichen Tätigkeit und verbunden mit ihrem unternehmerischen Handeln sind die zum Konzern gehörenden Tochtergesellschaften auf einigen Gebieten einer Reihe möglicher Risiken ausgesetzt. Risiko-Analysen werden in allen im Folgendem beschriebenen Risikofeldern durchgeführt, um Risikolimits für einzelne Kunden, Lieferanten und Geschäftsfelder festzulegen, geeignete risikobegrenzende Maßnahmen einzuleiten und Restrisiken zu ermitteln. Nicht vom Risikomanagement-System erfasst werden hingegen nicht kalkulierbare Kriegsrisiken oder Wettereinflüsse auf Saisonware. Hier findet eine gesonderte Risikobetrachtung statt.

Um ein möglichst transparentes und detailliertes Bild der Gesamtrisikoposition des Konzerns zu erhalten, erfolgt auf oberster Konzernebene die Aggregation der Einzelrisiken der jeweiligen Gesellschaften. Unter Berücksichtigung der Schadenserwartungswerte sämtlicher erfasster Risiken sowie den zugewiesenen Eintrittswahrscheinlichkeiten wird ein möglicher Gesamtschaden ermittelt. Das implementierte Risikomanagement-System ist die maßgebliche Grundlage für die Beurteilung der Risikosituation durch den Vorstand der Dierig Holding AG und durch die jeweilige Geschäftsführung der operativen Tochtergesellschaften und wird von diesen regelmäßig überprüft. Die Simulation im Geschäftsjahr 2022 hat ergeben, dass keine einzelnen oder aggregierten Risiken zu erkennen sind, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.

6.4 Chancen- und Risikobewertung im Jahr 2022 und Chancen- und Risikoprognose für das Jahr 2023

Mit dem Krieg in der Ukraine, mit der Verteuerung von Energie und einer generell steigenden Inflation und mit den Einschränkungen und Belastungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie war das äußere Umfeld für den Konzern im Jahr 2022 krisenhaft. Wie die in Summe gute Umsatz- und Ertragsentwicklung zeigen, kam der Konzern auch mit diesen widrigen äußeren Umständen zurecht. Die gegenüber den bereits krisenhaften Vorjahren gestiegenen Risiken blieben 2022 erfreulicherweise in Summe beherrschbar. Neue Geschäftschancen boten sich im Jahr 2022 nur im kleineren Umfang. Größter Erfolgsfaktor war für Dierig die Zuverlässigkeit gegenüber seinen Partnern und Kunden.

Für das Jahr 2023 sind weitere Anpassungen der Marktteilnehmer an die Risikolage zu erwarten, sodass die Marktrisiken weiter sinken. Zugleich steigt mit Fortdauer der wirtschaftlichen Schwäche das Risiko, dass weniger widerstandsfähige Marktteilnehmer aus dem Markt ausscheiden werden. Dieses Ausfallrisiko betrifft sowohl das Textil- als auch das Immobiliensegment des Konzerns. Weiterhin war 2022 ein starker Preisanstieg bei zugekauften Produkten und Leistungen zu beobachten. Auch dies betraf beide Segmente des Konzerns.

Die Umsatz- und Ertragsplanungen der inländischen und ausländischen Bettwäschegesellschaften wurden daher dieser neuen Chancen- und Risikolage angepasst. Die Einzelheiten sind dem Prognosebericht zu entnehmen.

Wie in den Vorjahren haben der die Geschäftsführung und der Vorstand der Dierig Holding AG und die Geschäftsleitungen der operativen Tochtergesellschaften im Jahr 2022 dem Forderungsmanagement und der Kundenbewertung höchste Aufmerksamkeit gewidmet. Infolge der Summe der risikomindernden Maßnahmen und Systeme sowie der guten Ausstattung mit Eigenkapital sieht die Geschäftsführung und der Vorstand der Dierig Holding AG im gesamten Umfeld der Aktivitäten weder bestandsgefährdende Risiken noch Risiken für die künftige Entwicklung des Konzerns.

6.4.1 Chancen- und Risikofelder

Nachfolgend werden wesentliche Chancen und Risiken des unternehmerischen Handelns näher erläutert. Die dargestellten Chancen und Risiken sind nicht notwendigerweise die einzigen, denen der Konzern ausgesetzt ist. Weitere Einflüsse, die derzeit noch nicht bekannt sind oder die noch nicht als wesentlich einzuschätzen sind, könnten die Geschäftstätigkeiten ebenfalls beeinflussen. Ungeachtet der eingeleiteten Maßnahmen zur Steuerung der identifizierten Chancen und Risiken bleiben bei allen unternehmerischen Aktivitäten Restrisiken bestehen, die auch durch das implementierte Chancen- und Risikomanagement-System nicht gänzlich vermieden werden können. Die Darstellung der Chancen- und Risikofaktoren orientiert sich an den Kategorien des internen Chancen- und Risikomanagement-Systems und basiert auf dem Prinzip der Wesentlichkeit.

Corona-Krise

Hierzu verweisen wir auf Punkt 3. Wirtschaftsbericht sowie auf Punkt 5. Prognosebericht.

Krieg in der Ukraine

Hierzu verweisen wir auf Punkt 3. Wirtschaftsbericht sowie auf Punkt 5. Prognosebericht.

Entwicklung der Baumwollpreise

Der Preis für Baumwolle zeigte 2022 eine hohe Volatilität. Die Baumwollpreisentwicklung wirkt sich nicht allein auf die aktuelle Einkaufssituation aus, sondern hat auch Auswirkungen auf die Bewertung der Lagerbestände. Für die textilen Gesellschaften des Konzerns sind Lagerbestände unabdingbar, um die Kunden schnell bedienen zu können. Bei einem Preisrückgang kann neue Rohware günstiger auf dem Weltmarkt beschafft werden, das Lager ist folglich abzuwerten. Bei einem Preisanstieg hingegen steigt der temporäre Warenwert der Lagerbestände, was sich im operativen Geschäft in höheren Verkaufspreisen und Margen widerspiegelt. Bilanziell wird das Lager bei einem Anstieg der Baumwollpreise nicht aufgewertet.

Insbesondere im Handel mit Rohware resultieren aus schwankenden Baumwollpreisen Ertragschancen und -risiken. Im Bettwäschegeschäft hingegen entsteht ein großer Teil der Wertschöpfung durch das Muster, die Ausrüstung und Konfektionierung. Daher ist in diesem Produktsegment der Einfluss der Rohstoffpreise geringer. Angesichts des derzeit hohen Baumwollpreise und der Notwendigkeit, Ware nachkaufen zu müssen, haben sich die Risiken im Bereich der Rohstoffe vergrößert. Um diese Risiken zu begrenzen, verfolgen die textilen Gesellschaften des Konzerns eine umsichtige Einkaufs- und Lagerpolitik. Das Risiko aus dem Rohstoffbereich ist daher als gut beherrschbar einzustufen.

Forderungen

Die Überwachung von Forderungen bildet einen zentralen Bestandteil des monatlichen Berichtswesens. Dadurch können wesentliche Abweichungen schnell erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Im Immobilienbereich etwa ist bei zirka 330 gewerblichen Mietern das Risiko einzelner Mieterinsolvenzen hoch. Aufgrund des breiten Mieter-Mixes gibt es indes nur geringe Klumpenrisiken. Zudem werden Geschäfte im Immobiliensegment durch Mietbürgschaften abgesichert. Bei mieterspezifischen Einbauten wird in der Regel eine finanzielle Eigenbeteiligung des Mieters gefordert. Einem Ausfall von Forderungen gegenüber Textilkunden beugt der Konzern, soweit möglich und wirtschaftlich sinnvoll, durch Warenkreditversicherungen vor (siehe auch den folgenden Punkt Versicherung). Eine Konzentration von Ausfallrisiken durch wesentliche Außenstände bei einzelnen Kunden lag zum Bilanzstichtag nicht vor.

Versicherung

Einen wesentlichen Bestandteil des Risikomanagements bildet der Versicherungsbereich, durch den bedeutende Risiken, soweit wirtschaftlich sinnvoll, zentral abgesichert werden. Dazu zählen neben den üblichen Sach- und Haftpflichtversicherungen auch Mietausfallversicherungen, Betriebsunterbrechungsversicherungen, Cyber-Versicherungen, Vermögensschäden-Haftpflichtversicherungen für den Aufsichtsrat und teilweise für den Vorstand der Dierig Holding AG (sogenannte D&O-Versicherungen) sowie Kreditversicherungen, mit denen bedeutsame Textilgeschäfte abgesichert werden. Dabei können einzelne Rechtsgeschäfte im Rahmen der textilen Aktivitäten nicht mehr durch Warenkreditversicherungen abgesichert werden. Betroffen davon sind vor allem Handelsgeschäfte mit Abnehmern in Schwellen- und Entwicklungsländern sowie in Südeuropa. Nicht versicherbare Geschäfte werden mit besonderer Vorsicht betrieben. In Einzelfällen kann dies zu Belieferungen von Kunden ausschließlich nach Vorauszahlung oder letztlich auch zum Verzicht auf Geschäfte mit als nicht kreditwürdig eingestuften Kunden führen.

Investitionen in Immobilien

Neuinvestitionen im Immobilienbereich tragen wesentlich zum langfristigen Wachstum und zur Ertragssicherung des Konzerns bei. Dank seiner Kapitalstärke und seiner Expertise ist der Konzern in der Lage, selbst größere Immobilienvorhaben in kurzer Zeit zu realisieren. Verbunden ist diese Investitionstätigkeit mit Fixkosten, Marktrisiken sowie Risiken aus Altlasten im Boden. Der Konzern begegnet diesen Risiken durch ein Berichts- und Überwachungssystem und lässt beim Neuerwerb von Standorten, sofern Verdachtsmomente über Altlasten vorliegen, Baugrunduntersuchungen durchführen. Im Jahr 2022 wurden diverse Verkaufsangebote geprüft, aber aufgrund der hohen Verkaufspreise keine neuen Liegenschaften erworben. Voraussetzung für Neu- und Umbauvorhaben ist, dass sich der Mieter länger bindet und selbst mit in die Investition geht, angemessene Sicherheit leistet und vorab eine Überprüfung seiner finanziellen Verhältnisse stattgefunden hat. Diese Bedingungen wurden bei den realisierten Bauvorhaben im Jahr 2022 erfüllt.

Bei dem Wohnbauprojekt im Mühlbach-Quartier ergab sich im Jahr 2022 aufgrund der gestiegenen Zinsen und der höheren Baukosten eine neue Risikobewertung. Das Projekt wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Die Erschließungstätigkeiten und weitere bauvorbereitende Aktivitäten werden hingegen fortgesetzt, um bei einer veränderten Risikolage die Bautätigkeiten rasch aufnehmen zu können.

Rechtsgeschäfte

Um rechtlichen Risiken vorzubeugen, werden wesentliche Rechtsgeschäfte mit externen Anwälten abgestimmt. Haftungsrisiken und Schadensfälle werden durch weltweit wirksame Versicherungen minimiert. Für das verbleibende Risiko sowie für Rechtsberatungskosten werden Rückstellungen gebildet, soweit eine Inanspruchnahme nach kaufmännisch vorsichtiger Beurteilung erwartet wird.

Governance- und Compliance-Risiken

Alle Mitarbeiter des Konzerns sind zur Einhaltung des konzernweit geltenden Verhaltenskodex und der ergänzenden spezifischen Richtlinien verpflichtet. Jeder Mitarbeiter des Konzerns wird im Rahmen regelmäßig stattfindender Schulungen für Compliance-relevante Fragestellungen sensibilisiert. Das bestehende konzernweite Compliancemanagement-System berücksichtigt insbesondere die Risiken aus den Bereichen Antikorruption, Geldwäsche und Datenschutz, da diese Risiken sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch auf die Reputation des Konzerns maßgebliche Auswirkungen haben können. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Risiken im Zusammenhang mit Governance und Compliance stuft der die Geschäftsführung und der Vorstand Dierig Holding AG als niedrig, jedoch mit einer hohen finanziellen Tragweite ein.

Unternehmensführung

Das Geschäft des Konzerns wird über Tochtergesellschaften betrieben, in denen die Geschäftsführer über entsprechende Entscheidungskompetenzen verfügen, um marktnah und eigenverantwortlich Geschäftschancen nutzen zu können. Der Konzern hat deshalb eine Profit-Center-Struktur, durch die gewährleistet wird, dass die Geschäftseinheiten von "Unternehmern im Unternehmen" geführt werden. Alle leitenden Mitarbeiter sind der verantwortungsvollen Unternehmensführung verpflichtet. Interne Autorisierungsregelungen werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf weiterentwickelt. Trotz mehrstufiger Prüfungs- und Controllingmechanismen kann die Gefahr des Missbrauchs eingeräumter Handlungsvollmachten nie völlig ausgeschlossen werden. Auch 2022 gab es diesbezüglich keine Vorkommnisse.

Beschaffung, Logistik und Vertrieb

Um auf Geschäftschancen agil reagieren zu können, erfolgen Beschaffung, Logistik und Vertrieb im Konzern dezentral über die einzelnen operativen Einheiten. Für die Steuerung der Prozesse sind konzerneinheitliche Vorgaben und Kontrollen definiert. Vor dem Hintergrund häufiger Irritationen auf den Rohstoffmärkten vermeidet der Konzern in den Beschaffungsmärkten die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten oder Lieferregionen. In einigen Teilbereichen bestehen dennoch aus technischen und wirtschaftlichen Gründen strukturelle Abhängigkeiten von strategischen Lieferanten. Bei Ausfällen verfügen die Gesellschaften des Konzerns über die Marktkenntnisse, um, soweit möglich, für schnellen Ersatz zu sorgen. Im Vertriebsbereich achten die Gesellschaften ebenfalls auf eine ausgewogene Kundenstruktur. Dabei gibt es in einzelnen Bereichen strukturelle Abhängigkeiten vom Fach- und Einzelhandel wie auch vom Großhandel.

Informationstechnologie und Digitalisierung

Zur Kommunikation mit Kunden und Geschäftspartnern sowie zur effizienten Steuerung und Abwicklung von Geschäftsprozessen nutzt der Konzern in erheblichem Umfang IT-Systeme. Aus der IT-Kompetenz erwachsen hohe Geschäftschancen: Die Auskunftsfähigkeit gegenüber Kunden ist ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Großkunden ordern nicht allein Ware nach genauen Spezifikationen. Sie geben vielmehr auch vor, in welchem Format und in welchem Takt Daten zu liefern sind. Die Bedeutung der Informationstechnologie wird sich mit der fortschreitenden Digitalisierung noch vergrößern. Der Konzern arbeitet eng mit führenden Internethändlern zusammen und verfolgt deren Entwicklungen. Zudem verfügt der Konzern über eine eigene IT-Abteilung und setzt für die Abwicklung geschäftskritischer Vorgänge moderne und weit verbreitete Standard-Software namhafter Hersteller ein. Den großen Geschäftschancen aus der Informationstechnologie stehen beträchtliche Risiken durch Systemausfälle sowie durch Ausspähung und Datenmanipulation gegenüber. Zur Minimierung des Ausfallrisikos wurde ein Notfallplan erstellt und getestet, wie schnell sich eine Systemverfügbarkeit wiederherstellen lässt. Die Handlungsfähigkeit des Unternehmens wird demnach selbst bei einem Totalausfall von Hardware oder Software nur kurzfristig beeinträchtigt. Zur Abwehr von Cyber-Angriffen sind konzernweit Sicherheitsstandards für IT-Systeme definiert und entsprechende Maßnahmen umgesetzt.

Finanzierung und Zinsen

Der Konzern deckt seinen Finanzierungsbedarf durch ein ausgewogenes Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdkapital. Dadurch werden sowohl die finanzielle Stabilität als auch eine hinreichende Flexibilität sichergestellt. Die wichtigsten Finanzierungsquellen sind grundsätzlich das Eigenkapital und der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit. Benötigte Mittel zur Finanzierung des laufenden Geschäfts sowie der Investitionen in den Tochtergesellschaften und Beteiligungen, die nicht aus dem laufenden Cashflow erwirtschaftet werden, beschafft der Konzern bei den Hausbanken. Die Zusammenarbeit mit diesen Bankinstituten verläuft vertrauensvoll und professionell. Bei der Fremdfinanzierung werden langfristige Darlehen mit einem konstanten Zins über die Laufzeit abgeschlossen. Um ein Liquiditätsrisiko zu minimieren, verfügt der Konzern über Kreditlinien, die den maximalen Fremdfinanzierungsbedarf des Geschäftsjahres übersteigen. Neue Immobilienprojekte werden außerhalb dieses Rahmens finanziert. Die Zinsentwicklung am Kreditmarkt wird ständig beobachtet, um rechtzeitig langfristige Bindungen einzugehen. Diese Strategie ist abgesichert durch die fest zugesagten Kreditlinien der Hausbanken. Der Großteil der Konzernfinanzierung ist weiterhin über langfristige Darlehen mit Festzinssatz abgedeckt. Daher sind Restrisiken aus der Finanzierung als gering einzuschätzen.

Währungsentwicklung

Aus den Geschäftsaktivitäten der Dierig-Gruppe resultieren Lieferungs- und Zahlungsströme in unterschiedlichen Währungen (hauptsächlich in Euro und US-Dollar), wobei gegenläufige Zahlungsströme in den einzelnen Währungen gegenübergestellt und aufgerechnet werden. Im Spitzenausgleich können Währungskursschwankungen einen negativen Einfluss auf die Vermögens- und Ertragslage des Konzerns haben. Mit dem Ziel, diesen negativen Einfluss zu minimieren, steuert der Konzern das Restrisiko durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente wie Devisentermingeschäfte über Microhedge-Sicherungsgeschäfte, wobei diese laufend überwacht und nicht zu spekulativen Zwecken eingesetzt werden.

Grundsätzlich schwierig für das Geschäft sind plötzliche und starke Kursschwankungen, da sich diese auf die Verkaufspreise der Textilien und damit auf die Bewertung der Lagerbestände auswirken.

6.4.2 Gesamtbewertung von Chancen und Risiken

Durch die dezentrale Organisation und flache Hierarchien können im Konzern Geschäftschancen rasch erkannt und realisiert werden. Planungsrisiken bestehen naturgemäß in der Umsatzvorhersage, der Abschätzung von Wertberichtigungen auf Vorräte, in Forderungsausfällen und in den Wechselkursen. Risiken, die den Bestand des Unternehmens gefährden könnten, sind auch im wirtschaftlich schwierigen Umfeld multipler Krisen nicht erkennbar.

6.5 Internes Kontroll- und Risikomanagement-System bezogen auf den Rechnungslegungsprozess

Gemäß § 289 Abs. 4 HGB und § 315 Abs. 4 HGB berichtet die Dierig Holding AG über die wesentlichen Merkmale des internen Kontrollsystems und des Risikomanagement-Systems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess und die Abschlusserstellung: Durch konzernweit gültige und laufend aktualisierte Richtlinien wird im Konzern eine einheitliche Rechnungslegung gewährleistet. Das vorhandene Chancen- und Risikomanagement-System und das interne Kontrollsystem (IKS) umfassen auch die rechnungslegungsbezogenen Prozesse und die damit in Zusammenhang stehenden möglichen Risiken und notwendigen Kontrollen.

Das interne Kontroll- und Risikomanagement-System gewährleistet einen effizienten Rechnungslegungsprozess. Ziel der vorhandenen Kontrollen ist ein möglichst umfassender Fehlerausschluss. Soweit Fehler nicht von vornherein ausgeschlossen werden können, muss das System mindestens gewährleisten, dass sie entdeckt und somit korrigiert werden können. Dadurch wird sichergestellt, dass die Rechnungslegung in der Dierig Holding AG in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorgaben erfolgt. Ferner wird durch Kontroll- und Überprüfungsmechanismen erreicht, dass Geschäftsvorfälle konzernweit einheitlich und zutreffend erfasst, ausgewiesen und bewertet werden und somit verlässliche und relevante Informationen zur Verfügung gestellt werden können. Identifizierte Risiken und entsprechend ergriffene Maßnahmen oder Empfehlungen werden an die Geschäftsführung und den Vorstand der Dierig Holding AG berichtet.

Wesentliche Elemente der Risikoprävention, -steuerung und Kontrolle in der Rechnungslegung:

Die organisatorische Trennung der Funktionen sowie eine genaue Aufgabenverteilung der am Rechnungslegungsprozess wesentlich beteiligten Bereiche Finanz- und Rechnungswesen sowie Controlling in Bezug auf die Abschlusserstellung.

Eine klare Struktur in Hinblick auf Verantwortungsbereiche und Führung der bei der Dierig Holding AG und den in den Abschluss einbezogenen Tochterunternehmen eingerichteten Rechnungslegungsprozesse.

Die Buchführung für die Konzerntochtergesellschaften wird, soweit möglich und sofern dem keine landesrechtlichen Bestimmungen der Auslandsgesellschaften entgegenstehen, zentral in Augsburg abgewickelt.

Rückgriff auf externe Fachleute bei relevanten Sachverhalten wie der Bewertung von Pensionen.

Bei den im Bereich Rechnungswesen eingesetzten Finanzsystemen handelt es sich soweit möglich um Standardsoftware. Durch entsprechende Sicherheits- und Berechtigungskonzepte, die regelmäßig überprüft werden, sind diese Systeme gegen unbefugte Zugriffe geschützt.

Eine den Anforderungen entsprechende EDV-technische und personelle Ausstattung mit entsprechenden Qualifikationen.

Rechnungslegungsrelevante Daten werden regelmäßig durch Stichprobenprüfungen auf Vollständigkeit und Richtigkeit überprüft. Es erfolgen fortlaufend Plausibilitätsprüfungen, sowohl im Rahmen der tagesaktuellen Buchungen als auch beim monatlichen und quartalsweisen Reporting.

Bei allen rechnungslegungsrelevanten Prozessen wird durchgängig das Vier-Augen-Prinzip angewendet.

 

Augsburg, den 24. Mai 2023

Textil-Treuhand GmbH

Die Geschäftsführung

Gerhard Sigl

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

Textil-Treuhand GmbH

AKTIVA

Notes 31.12.2022
T€
31.12.2021
T€
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte (7)
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 2.975 2.998
Sachanlagen (8)
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 680 915
Technische Anlagen und Maschinen 31 29
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 489 486
geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 179 0
1.379 1.430
Investment Properties (9) 84.952 73.919
Finanzanlagen (10)
Anteile an verbundenen Unternehmen 109 109
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte (11) 382 450
Latente Steuern (12) 1.331 2.344
Summe langfristiger Vermögenswerte 91.128 81.250
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte (13)
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 280 272
Fertige Erzeugnisse und Waren 12.477 10.155
Geleistete Anzahlungen 0 80
12.757 10.507
Forderungen und sonstige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (14) 4.896 6.089
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (15) 157 326
5.053 6.415
Steuerforderungen (16) 2.436 1.041
Flüssige Mittel (17) 3.522 8.840
Zur Veräusserung gehaltene langfristige Vermögenswerte (18) 0 5.397
Summe kurzfristiger Vermögenswerte 23.768 32.200
Summe Aktiva 114.896 113.450

PASSIVA

31.12.2022
T€
31.12.2021
T€
EIGENKAPITAL (19)
Gezeichnetes Kapital 10.000 10.000
Eigene Anteile -790 -790
9.210 9.210
Gewinnrücklagen 22.647 21.058
Andere Rücklagen 2.349 297
Summe Eigenkapital der Aktionäre der Dierig Holding AG 34.206 30.565
Nicht beherrschte Anteile 14.787 13.248
Summe Eigenkapital 48.993 43.813
Langfristige Schulden
Langfristige Finanzverbindlichkeiten (20) 13.532 17.229
Pensionsrückstellungen (21) 11.436 16.636
Sonstige langfristige finanzielle Schulden (22) 2.277 1.961
Latente Steuern (23) 9.288 8.095
36.533 43.921
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten (24) 7.379 1.769
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (25) 2.978 2.886
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (26) 116 115
Kurzfristige Rückstellungen (27) 1.089 1.019
Sonstige kurzfristige finanzielle Schulden (28) 17.745 19.782
Steuerverbindlichkeiten (29) 63 145
29.370 25.716
Summe Passiva 114.896 113.450

Konzern - Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2022

Textil-Treuhand GmbH

Notes 2022
T€
2021
T€
Umsatzerlöse (30) 52.122 55.147
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen Sonstige betriebliche Erträge (31) 1.735 1.186
Materialaufwand (32)
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -25.163 -25.754
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -860 -1.032
-26.023 -26.786
Personalaufwand (33)
a) Löhne und Gehälter -7.345 -8.081
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -1.204 -1.036
-8.549 -9.117
Abschreibungen (34)
auf immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens, Sachananlagen Investment Properties und Nutzungsrechte -2.678 -2.673
Sonstige betriebliche Aufwendungen (35) -12.006 -10.948
Veränderung der Kreditausfallrisiken (36) 668 -1.222
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 5.269 5.587
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 3 7
Zinserträge nach der Effektivzinsmethode (37) 0 39
Zinsen und ähnliche Aufwendungen (38) -681 -737
Finanzergebnis -678 -691
Ergebnis vor Ertragsteuern 4.591 4.896
Ertragsteuern (39) -1.545 -805
Konzernjahresüberschuss 3.046 4.091
Vom Konzernjahresüberschuss entfällt auf die Aktionäre des Mutterunternehmens 2.127 2.863
nicht beherrschte Anteile (40) 919 1.228

Konzerngesamtperiodenergebnis für das Geschäftsjahr 2022

Textil-Treuhand GmbH

Notes 2022
T€
2021
T€
Konzernjahresüberschuss 3.046 4.091
Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden:
Unrealisierte Gewinne/Verluste aus der Anwendung des IAS 19 (21) 4.396 6
Latente Steuern auf unrealisierte Gewinne/Verluste aus der Anwendung des IAS 19 (23) -1.419 -2
Posten, die anschließend möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden:
Unrealisierte Gewinne/Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten (44) -131 155
Latente Steuern auf unrealisierte Gewinne/Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten (23) 42 -50
Währungsdifferenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochtergesellschaften (4) 39 31
Sonstiges Ergebnis 2.927 140
Gesamtergebnis 5.973 4.231
Vom Gesamtergebnis entfällt auf:
die Aktionäre des Mutterunternehmens 4.180 2.961
nicht beherrschte Anteile 1.793 1.270

Eigenkapitalspiegel

Textil-Treuhand GmbH nach IAS 1

Gezeichnetes Kapital
T€
Gewinnrücklagen
T€
Andere Rücklagen
T€
Eigenkapital der Aktionäre der Dierig Holding AG
T€
Nicht beherrschte Anteile
T€
Konzerneigenkapital
T€
Stand 1.1.2021 9.210 18.734 198 28.142 12.232 40.374
Dividendenzahlung -553 -553 -240 -793
Sonstige Veränderungen 14 14 -14 0
Jahresüberschuss 2.864 2.864 1.228 4.092
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 98 98 42 140
Gesamtergebnis zum 31.12.2021 2.864 98 2.962 1.270 4.232
Stand am 31.12.2021 9.210 21.059 296 30.565 13.248 43.813
Gezeichnetes Kapital
T€
Gewinnrücklagen
T€
Andere Rücklagen
T€
Eigenkapital der Aktionäre der Dierig Holding AG
T€
Nicht beherrschte Anteile
T€
Konzerneigenkapital
T€
Stand 1.1.2022 9.210 21.059 296 30.565 13.248 43.813
Dividendenzahlung -553 -553 -240 -793
Sonstige Veränderungen 14 14 -14 0
Jahresüberschuss 2.127 2.127 919 3.046
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 2.053 2.053 874 2.927
Gesamtergebnis zum 31.12.2022 2.127 2.053 4.180 1.793 5.973
Stand am 31.12.2022 9.210 22.647 2.349 34.206 14.787 48.993

Statement of cash flows

Textil-Treuhand GmbH

Siehe Anhang Notes Nr. 42 2022
TEUR
2021
TEUR
Konzernjahresüberschuss 3.046 4.091
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Investment Properties 2.678 2.673
Abschreibungen auf Vermögenswerte des Umlaufvermögens Veränderung der latenten Steuern 830 163
Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge -46 -56
Veränderung der Pensionsrückstellungen -804 -1.687
Cash Flow aus dem Ergebnis 5.704 5.184
Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen 70 -405
Ergebnis aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -469 29
Veränderung der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva -2.426 3.579
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva -1.434 -531
1. Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 1.445 7.856
Einzahlungen aus den Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens 26 63
Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen -7.795 -4.406
2. Cash Flow aus Investitionstätigkeit -7.768 -4.343
Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 3.685 61
Auszahlungen für die Tilgung/Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten -1.772 -7.544
Aufnahme von Konzernkrediten 6 6
Rückzahlung von Konzernkrediten -5 -7
Auszahlung für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -154 -155
Dividendenauszahlung -793 -793
3. Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit 967 -8.432
4. Zahlungswirksame Veränderung des Finanzbestands (Summe Punkt 1.+2.+3.) -5.357 -4.919
Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderung (Währungsumrechnungsrücklage) 39 31
Änderung Konsolidierungskreis 0 0
Zahlungsmittel am Anfang der Periode Zugang Zahlungsmittel Erstkonsolidierung 8.840 13.727
5. Zahlungsmittel am Ende der Periode 3.522 8.840
Ergänzende Informationen zum Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit: geleistete Zahlungen
für Zinsen 575 626
für Ertragsteuern 2.414 1.460

IFRS-Konzernanhang 2022

Textil-Treuhand GmbH

GRUNDSÄTZE DER KONZERNRECHNUNGSLEGUNG

Als Konzernobergesellschaft erstellt die Textil-Treuhand GmbH mit Sitz in Augsburg, Deutschland, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichtes Augsburg unter der Nummer HRB 6049, einen Konzernabschluss. Die Geschäftstätigkeiten des Unternehmens sind Entwicklung und der Vertrieb von textilen Erzeugnissen sowie die Verwaltung und Entwicklung von Immobilien.

(1) Rechnungslegung nach International Financial Reporting Standards (IFRS)

Der Konzernabschluss der Textil-Treuhand GmbH, Augsburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 steht in Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) bzw. International Accounting Standards (IAS) des International Accounting Standards Board (IASB), London/England, in der jeweils von der EU-Kommission übernommenen Fassung. Alle für das Geschäftsjahr 2022 geltenden Auslegungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) und die früheren Interpretationen des Standing Interpretations Committee (SIC) wurden berücksichtigt. Die Vorjahreszahlen wurden nach denselben Grundsätzen ermittelt. Die weiterhin gültigen Vorschriften gem. § 315e Abs. 1 HGB wurden ebenfalls beachtet. Der vorstehende Konzernabschluss wird in Euro erstellt und auf Tausend Euro gerundet.

Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Rechnungslegungsmethoden zugrunde. Die Einzelabschlüsse der einbezogenen Gesellschaften sind auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt. In der Bilanz wird zwischen lang- und kurzfristigen Vermögenswerten und Schulden unterschieden. Als kurzfristig werden Vermögenswerte und Schulden angesehen, wenn sie innerhalb eines Jahres veräußert werden sollen oder fällig sind. Entsprechend werden die Vermögenswerte und Schulden als langfristig klassifiziert, wenn sie länger als ein Jahr im Unternehmen verbleiben. Die Konzerngesamtergebnisrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Im Konzernabschluss müssen in einem eng begrenzten Umfang Schätzungen und Annahmen getroffen werden, die Auswirkungen auf die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten haben. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen.

Die Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die konzerneinheitliche Festlegung von Nutzungsdauern, die Bewertung des Vorratsbestands, die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen und bei unsicheren Steuerpositionen auf die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen, die Bestimmung des Zeitwerts von Finanzinstrumenten, die Prognosebestandteile im Lagebericht sowie die Angabe von Zeitwerten und Bandbreiten für Investment Properties im Anhang. Bezüglich der Realisierbarkeit künftiger Steuerentlastungen wird auf die zukünftige Geschäftsentwicklung abgestellt. Da diese stets unsicher ist, ist die Bewertung der latenten Steuern mit Unsicherheiten verbunden. Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf Prämissen, die zum Bilanzstichtag Gültigkeit hatten. Zugrunde gelegt wurde die künftige Geschäftsentwicklung, die globale und branchenbezogene Entwicklung, die Entwicklung von Zinsniveau und Rohstoffpreisen und Erfahrungswerte aus der Vergangenheit, für die die jeweils die größte Wahrscheinlichkeit unterstellt wurde. Die Schätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft.

Durch den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine sind neue, umfassende und immer noch schwer zu quantifizierende Risiken erwachsen. Da weder beschaffungs- noch absatzseitig direkte Geschäftsbeziehungen mit den in den kriegführenden Ländern ansässigen Unternehmen unterhalten werden, sind keine Geschäfte von diesen Kriegshandlungen bzw. aus daraus resultierenden Sanktionen unmittelbar betroffen. Es bestehen keine Forderungen gegenüber Wirtschaftssubjekten in der Ukraine und in Russland sowie keine Vermögenswerte in den beiden Ländern. Daher ergeben sich durch den Angriffskrieg keine Hinweise auf Wertminderungsbedarf von Vermögenswerten oder Forderungen, keine wesentlichen Änderungen von Schätzungen oder Auswirkungen auf Kredite oder Tilgungsleistungen. Kredite wurden planmäßig getilgt und fortgeführt. Wesentliche Auswirkungen auf Ausfallrisiken oder Marktrisiken haben sich nicht ergeben, ebenso wenig wie Liquiditätsrisiken.

Die Prognosebestandteile im Lagebericht wurden wie in den Vorjahren konservativ geplant unter Heranziehung der zum Erstellungszeitpunkt vorliegenden Informationen und Kenntnisse, insofern auch unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Ukraine-Krise.

Auch wenn die wirtschaftlichen Aktivitäten des Konzerns nicht direkt vom Kriegsgeschehen berührt werden, ist auch im Jahr 2023 mit einer wesentlichen Beeinträchtigung des Geschäftsverlaufs durch die Energiekrise und globale Teuerung in allen Wirtschaftsbereichen, durch eine weiter zunehmende Volatilität der Fremdwährungskurse, durch sprunghaft angestiegene Zinsen, durch Zahlungsausfälle oder verspätete Zahlungen, durch Verzögerungen im Auftragseingang und durch sich zuspitzende Lieferengpässe zu rechnen. Diese Faktoren können sich auf beizulegende Zeitwerte und Buchwerte von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, Höhe und Zeitpunkt der Ergebnisrealisierung sowie Zahlungsflüsse auswirken.

Die tatsächlichen Werte können von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen, wenn sich die genannten Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln. Änderungen werden, zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis, erfolgswirksam berücksichtigt und die Prämissen entsprechend angepasst.

Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie die Angaben über sonstige am Abschlussstichtag wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten, durch die ein beträchtliches Risiko entstehen kann, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte der ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden erforderlich wird, betreffen Nutzungsdauern des Anlagevermögens und der Investment Properties, Vorräte, Pensionsrückstellungen, sonstige Rückstellungen, latente Steuern sowie den Geschäfts- oder Firmenwert und werden in den entsprechenden Erläuterungen genannt.

Ermessensentscheidungen sind z. B. im Zusammenhang mit der Bilanzierung und Bewertung von Investment Properties zum Tragen gekommen und werden bei den Erläuterungen zu den jeweiligen Vermögenswerten und Schulden genannt.

Einige Vermögenswerte und Schulden des Konzerns werden für Zwecke der Finanzberichterstattung zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Das Management legt die angemessenen Bewertungsverfahren und Eingangsparameter für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert fest.

Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes von Vermögenswerten und Schulden verwendet der Konzern, so weit wie möglich, beobachtbare Marktdaten. Sind solche Eingangsparameter der Stufe 1 nicht verfügbar, zieht der Konzern übliche Bewertungsmethoden wie das DCF-Verfahren heran bzw. beauftragt qualifizierte externe Gutachter mit der Durchführung der Bewertungen. Einzelheiten zu den verwendeten Bewertungstechniken und Eingangsparametern bei der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der verschiedenen Vermögenswerte und Schulden können den Kapiteln "Angaben zu Finanzinstrumenten" und "Angaben zur Fair-Value-Bewertung" entnommen werden.

Neue Rechnungslegungsvorschriften

Auf den Konzern haben die folgenden ab dem 1. Januar 2022 erstmalig angewendeten Standards keine oder nur unwesentliche Bedeutung:

Änderungen an IFRS 3-Verweise auf das Rahmenkonzept,

Änderungen an IAS 16 - Erträge vor der geplanten Nutzung,

Änderungen an IAS 37 - Kosten der Vertragserfüllung,

Jährliche Verbesserungen 2018-2020.

Aus weiteren vom IASB herausgegebenen, aber noch nicht angewendeten Rechnungslegungsstandards werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet. Es erfolgt keine freiwillige vorzeitige Anwendung von noch nicht verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsstandards.

Standard Veröffentlichung/ Anwendungspflicht Auswirkungen auf den Konzern
IFRS 14: "Regulatorische Abgrenzungsposten" Veröffentlicht am 30.01.2014; anzuwenden ab 01.01.2016 1) EU Endorsement noch nicht erfolgt Keine Bedeutung
IFRS 17: "Versicherungsverträge" und Änderungen an IFRS 17 Veröffentlicht am 18.05.2017/25.06.2020 anzuwenden ab 01.01.2023 EU Endorsement am 19.11.2021 Keine Bedeutung
Änderungen an IFRS 10 und IAS 28: "Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture" Veröffentlicht am 11.09.2014; anzuwenden ab 01.01.2016 2) EU Endorsement noch nicht erfolgt Grundsätzlich von Bedeutung
Änderungen an IAS 1 : "Einstufung von Verbindlichkeiten als kurz- bzw. langfristig (inkl. Verschiebung der Erstanwendung)" und IAS 1 : "Langfristige Kreditbedingungen" Veröffentlicht am 23.01.2020 / 15.07.2020 / 31.10.2022 anzuwenden ab 01.01.2024 EU Endorsement noch nicht erfolgt Grundsätzlich von Bedeutung
Änderungen an IAS 1 : "Angabe von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (nebst Änderungen am IFRS Practice Statement 2)" Veröffentlicht am 12.02.2021 anzuwenden ab 01.01.2023 EU Endorsement am 02.03.2022 Grundsätzlich von Bedeutung
Änderungen an IAS 8: "Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen" Veröffentlicht am 12.02.2021 anzuwenden ab 01.01.2023 EU Endorsement am 02.03.2022 Grundsätzlich von Bedeutung
Änderungen an IAS 12: "Latente Steuern die sich auf Vermögenswerte und Schulden einer einzigen Transaktion beziehen" Veröffentlicht am 07.05.2021 anzuwenden ab 01.01.2023 EU Endorsement am 11.08.2022 Grundsätzlich von Bedeutung
Änderungen an IFRS 17: "Erstmalige Anwendung von IFRS 17" und IFRS 9: "Vergleichende Informationen" Veröffentlicht am 09.12.2021 anzuwenden ab 01.01.2023 EU Endorsement am 08.09.2022 Keine Bedeutung
Änderungen an IFRS 16: "Leasingverbindlichkeit in einem Sale and Leaseback" Veröffentlicht am 22.09.2022 anzuwenden ab 01.01.2024 EU Endorsement noch nicht erfolgt Keine Bedeutung

1) Keine Anwendungspflicht für alle Unternehmen innerhalb der EU, da die EU-Kommission den Interims-Standard abgelehnt hat und auf den finalen Standard warten wird. Unternehmen außerhalb der EU mussten zum 1. Januar 2016 mit der Anwendung beginnen.
2) Keine Anwendung für alle Unternehmen, da das IASB den Erstanwendungszeitpunkt auf einen noch unbestimmten Zeitpunkt verschoben hat.

ERLÄUTERUNGEN ZUM IFRS-KONZERNABSCHLUSS 2022

(2) Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss der Textil-Treuhand GmbH werden die Abschlüsse des Mutterunternehmens und die von ihr beherrschten Unternehmen (ihre Tochterunternehmen) ab dem Zeitpunkt einbezogen, ab dem die Textil-Treuhand GmbH oder ihre Tochterunternehmen die Möglichkeit der Beherrschung erhalten. Die Gesellschaft erlangt die Beherrschung, wenn sie

Verfügungsmacht über das Beteiligungsunternehmen ausüben kann,

schwankenden Renditen aus ihrer Beteiligung ausgesetzt ist und

die Renditen aufgrund ihrer Verfügungsmacht der Höhe nach beeinflussen kann.

Es wird eine Neubeurteilung vorgenommen, ob die Gesellschaft ein Beteiligungsunternehmen beherrscht oder nicht, wenn Tatsachen und Umstände darauf hinweisen, dass sich eines oder mehrere der oben genannten drei Kriterien der Beherrschung verändert haben. Die Einbeziehung endet, wenn eine Beherrschung nicht mehr gegeben ist.

Der Konsolidierungskreis umfasst zum 31. Dezember 2022 einschließlich der Muttergesellschaft elf (31. Dezember 2021 : elf) Inlandsgesellschaften und zwei (31. Dezember 2021 : zwei) Auslandsgesellschaften. Bei allen Tochterunternehmen wird die Verfügungsmacht durch eine Stimmrechtsmehrheit erreicht; atypische Fälle liegen nicht vor. Im Geschäftsjahr 2022 ergaben sich keine Veränderungen im Konsolidierungskreis.

Es verbleiben drei Tochtergesellschaften: eine inaktive Gesellschaft (i.Vj. eine) sowie zwei reine Komplementär-Verwaltungsgesellschaften (i.Vj. zwei), die aufgrund der untergeordneten Bedeutung nicht konsolidiert, sondern gemäß IFRS 9 bewertet werden. Grundlage für die Beurteilung der Wesentlichkeit sind der Konzernumsatz, das Ergebnis sowie die Bilanzsumme. Die Nichteinbeziehung der Tochtergesellschaften führt zu keiner Veränderung des Konzernumsatzes und würde die Bilanz nur unwesentlich (< 0,1%) verändern.

(3) Konsolidierungsgrundsätze

Tochterunternehmen werden gemäß IFRS 10 vollkonsolidiert.

Bei der erstmaligen Anwendung der IFRS-Vorschriften wurden bei der Kapitalkonsolidierung die Erleichterungen angewendet und die bisherigen Werte aus dem HGB-Konzernabschluss zum 31. Dezember 2003 übernommen. Danach erfolgte die Kapitalkonsolidierung ausschließlich nach der Buchwertmethode, wobei die Buchwerte der Beteiligungen mit dem auf sie entfallenden anteiligen Eigenkapital verrechnet wurden. Dabei wurden aktive Unterschiedsbeträge, die einen Geschäftswert darstellen, mit den Gewinnrücklagen verrechnet und passive Unterschiedsbeträge mit Rücklagencharakter in die anderen Rücklagen eingestellt.

Die Kapitalkonsolidierung bei Unternehmensneuzugängen wird entsprechend IFRS 3 (Business Combinations) nach der Erwerbsmethode durchgeführt, wenn der Konzern die Beherrschung erlangt hat. Die beim Erwerb übertragene Gegenleistung sowie das erworbene identifizierbare Nettovermögen werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Jeder entstandene Geschäfts- oder Firmenwert wird jährlich auf Wertminderungen überprüft. Transaktionskosten werden sofort im Aufwand erfasst.

Bei der Vollkonsolidierung werden die Vermögenswerte und Schulden sowie Aufwendungen und Erträge der zu konsolidierenden Unternehmen voll angesetzt. Umsätze, Aufwendungen und Erträge, Forderungen, Rückstellungen und Verbindlichkeiten zwischen den einbezogenen Gesellschaften wurden herausgerechnet. Die ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgänge betreffen im Wesentlichen die Währungsumrechnung bei der Einbeziehung einer ausländischen Tochtergesellschaft und wurden mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Unwesentliche Zwischenergebnisse wurden nicht herausgerechnet. Auf temporäre Unterschiede aus der Konsolidierung werden die nach IAS 12 erforderlichen Steuerabgrenzungen vorgenommen.

(4) Grundlagen der Währungsumrechnung Umrechnung von unterjährigen Fremdwährungstransaktionen

Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Monetäre Posten in fremder Währung werden zum Bilanzstichtag gemäß IAS 21 mit dem Stichtagskurs (Mittelkurs) vom 31. Dezember 2022 in Euro umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen werden in der Periode, in der sie entstanden sind, erfolgswirksam erfasst. Für nicht monetäre Vermögenswerte, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet wurden und deren Wert in einer Fremdwährung angegeben wird, erfolgt die Währungsumrechnung zu dem Zeitpunkt, an dem der beizulegende Zeitwert bestimmt wurde. Die Umrechnungsdifferenzen aus einem nicht monetären Posten werden entsprechend dem Gewinn oder Verlust aus dem nicht monetären Posten entweder direkt im Eigenkapital oder erfolgswirksam erfasst.

Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen

Die Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen von ausländischen Tochtergesellschaften werden nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro aufgestellt. Bei einer Auslandsgesellschaft ist die funktionale Währung die lokale Währung. Die Vermögenswerte und Schulden dieser ausländischen Tochtergesellschaft wurden, soweit ihre Rechnungslegung nicht in Euro erfolgt, gemäß IAS 21 mit dem Stichtagskurs (Mittelkurs) vom 31. Dezember 2022 in Euro umgerechnet. Die Positionen der Gesamtergebnisrechnung werden mit Jahresdurchschnittskursen, das Eigenkapital zu historischen Kursen umgerechnet. Die sich daraus ergebenden Umrechnungsunterschiede werden erfolgsneutral in der Konzernbilanz unter der Position "Sonstiges Ergebnis" im Eigenkapital ausgewiesen (vgl. die Erläuterungen unter Nr. 19).

Die wichtigsten im Konzernabschluss verwendeten Kurse haben sich in Relation zum Euro wie folgt entwickelt:

Land Währung Mittelkurs Durchschnittskurs
1 Euro = 31.12.2022 31.12.2021 2022 2021
USA 1) USD 1,0676 1,1319 1,0533 1,1828
Schweiz CHF 0,985 1,0334 1,0049 1,0812

1) Hinsichtlich der Devisenabsicherung relevant.

(5) Angaben zu Tochterunternehmen

Zur Zusammensetzung des Konzerns wird auf die Konzernanteilsbesitzliste verwiesen.

Von den vollkonsolidierten beherrschten Tochterunternehmen sind sieben Gesellschaften im Textil- und fünf im Immobiliengeschäft tätig. Beschränkungen der Möglichkeit, Zugang zu Vermögenswerten der Gruppe zu erlangen oder diese zu verwenden und Verbindlichkeiten der Gruppe zu erfüllen, bestehen keine. Bei der Prinz GmbH liegen nicht beherrschende Anteile vor, die aus Konzernsicht nicht wesentlich sind. Gegenüber dem Vorjahr ergaben sich keine Veränderungen.

(6) Rechnungslegungsmethoden

a) Allgemeines

Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen in- und ausländischen Unternehmen werden entsprechend IFRS 10 nach den im Folgenden dargestellten Rechnungslegungsmethoden des Mutterunternehmens aufgestellt.

Als kurzfristige Posten werden solche mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr ausgewiesen; langfristige Posten haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Es wird erwartet, dass die Vermögens- und Schuldposten auch innerhalb der Restlaufzeit realisiert oder erfüllt werden.

b) Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwert (vgl. 7)

Es liegen keine selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerte oder solche ohne unbeschränkte Nutzungsdauer vor. Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerte werden wie bisher mit den Anschaffungskosten angesetzt und entsprechend ihrer jeweiligen wirtschaftlichen Nutzungsdauer (drei Jahre) planmäßig linear abgeschrieben.

Die Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden werden jährlich überprüft. Ändert sich die erwartete Nutzungsdauer oder der erwartete Abschreibungsverlauf des immateriellen Vermögenswerts, wird ein anderer Abschreibungszeitraum oder eine andere Abschreibungsmethode gewählt. Derartige Änderungen werden als Änderungen einer Schätzung behandelt.

Ein bilanzierter Geschäfts- oder Firmenwert wird mit dem Erwerb einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet und einmal jährlich auf Wertminderungsbedarf untersucht und ggf. wertberichtigt.

c) Sachanlagen (vgl. 8)

Die Sachanlagen werden gemäß IAS 16 mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und planmäßig entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Kosten für laufende Instandhaltung werden erfolgswirksam verrechnet. Wenn durch die mit der Sachanlage verbundenen Kosten ein künftiger Nutzenzufluss verbunden ist, erfolgt die Aktivierung nachträglicher Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Die Abschreibungen bei Geschäfts- und Fabrikgebäuden werden linear in längstens 50 Jahren, technische Anlagen und Maschinen in längstens zwölf Jahren und andere Anlagen in fünf bis sieben Jahren vorgenommen. Die zugrunde gelegten Nutzungsdauern entsprechen den erwarteten Nutzungsdauern im Konzern. Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung von Sachanlagen zugeordnet werden können, werden aktiviert, sofern es sich um einen qualifizierten Vermögenswert nach IAS 23 handelt.

d) Investment Properties (vgl. 9)

Immobilien werden als Investment Properties klassifiziert, wenn sie zur Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zum Zweck der Wertsteigerung gehalten werden. Die selbstgenutzten Bereiche werden anhand einer Aufteilung der Nutzflächen von den Investment Properties abgegrenzt und unter den Sachanlagen ausgewiesen. Gemäß dem Wahlrecht nach IAS 40 werden die Investment Properties nach dem Anschaffungskostenmodell wie bisher zu fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert. Anlagen im Bau werden als Investment Properties ausgewiesen, wenn diese Anlagen zur Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zum Zwecke der Wertsteigerung erstellt werden. Sie werden ebenfalls mit den fortgeführten Anschaffungskosten analog IAS 16 bewertet. Bauzeitzinsen werden als Bestandteil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten für einen qualifizierten Vermögensgegenstand nach IAS 23 aktiviert. Abschreibungen werden linear über eine gewöhnliche Nutzungsdauer von längstens 50 Jahren vorgenommen.

e) Wertminderungen

Die Überprüfung der Werthaltigkeit der aktivierten Buchwerte erfolgt gemäß IAS 36. Bei immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Investment Properties wird jährlich überprüft, ob es Anhaltspunkte für einen Wertminderungsbedarf gibt. Ein Geschäfts- oder Firmenwert wird jedes Jahr auf einen Wertminderungsbedarf untersucht.

Bei der Wertminderungsprüfung wird jeder Vermögenswert einzeln überprüft, es sei denn, dieser erzeugt keinen weitestgehend von anderen Vermögenswerten oder anderen Gruppen von Vermögenswerten (zahlungsmittelgenerierende Einheiten) unabhängigen Zahlungsmittelzufluss. Im letzteren Fall erfolgt die Prüfung auf Basis von "Cash Generating Units". Liegen Anhaltspunkte für einen Wertminderungsbedarf vor, wird der Buchwert des Vermögenswertes bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit mit dem erzielbaren Betrag verglichen. Soweit der Buchwert von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen oder Investment Properties (oder einer Cash Generating Unit) über dem am Bilanzstichtag erzielbaren Betrag liegt, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Diese Wertminderung wird sofort erfolgswirksam erfasst.

Der erzielbare Betrag bestimmt sich aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung oder - falls höher - dem Barwert des geschätzten zukünftigen Cashflows aus der Nutzung des Vermögenswertes (Nutzwert).

Bei dem Geschäfts- oder Firmenwert liegt der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit unter dem erzielbaren Betrag. Bei den Investment Properties liegt der Buchwert unter dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung. Die Sachanlagen betreffen hauptsächlich alten Grundstücksbesitz. In der Regel liegt bereits deshalb der beizulegende Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung über dem Buchwert, sodass auf eine Ermittlung des Nutzwertes verzichtet wird.

Soweit die Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen nicht mehr bestehen, werden Wertaufholungen auf die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten vorgenommen (Ausnahme Geschäfts- oder Firmenwert, hier erfolgt keine Zuschreibung). Wesentliche Sachverhalte für außerplanmäßige Abschreibungen und Zuschreibungen lagen im Geschäftsjahr 2022 nicht vor.

f) Finanzanlagen (vgl. 10)

Finanzanlagen (Beteiligungen) werden zu dem Zeitpunkt des Geschäftsabschlusses ein- und ausgebucht. Die erstmalige Erfassung der Finanzanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten.

Die Wertänderungen bei Beteiligungen werden in der Folgebewertung bei Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Dividenden aus solchen Finanzanlagen werden erfolgswirksam erfasst.

g) Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte (vgl. 11)

Die hier ausgewiesenen Vermögenswerte werden der Kategorie "Fortgeführte Anschaffungskosten" zugeordnet. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Die erwarteten Ausfälle der kommenden zwölf Monate werden als Wertminderungen erfasst, soweit keine Kreditrisiken bestehen.

h) Vorräte (vgl. 13)

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt zu Anschaffungskosten. Die zugekauften Erzeugnisse sind zu Einstandspreisen, ausgerüstete Gewebe sind zuzüglich bereits berechneter Ausrüstlöhne bewertet. Die fertigen Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten angesetzt. Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten auch direkt zurechenbare anteilige Fertigungs- und Materialgemeinkosten und produktspezifische Verwaltungskosten. Die Waren sind zu Anschaffungskosten bewertet. Teilweise kommt die Bewertung zum Durchschnittspreis zum Ansatz. Soweit die Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten der Vorräte den Wert übersteigen, der sich, ausgehend von den realisierbaren Verkaufspreisen, abzüglich bis zum Verkauf noch anfallender Kosten, ergibt, wird der niedrigere Nettoveräußerungswert angesetzt.

i) Forderungen und sonstige Vermögenswerte (vgl. 14, 15)

Bei den Forderungen und sonstigen Vermögenswerten handelt es sich um Kredite und Forderungen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb. Diese werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Allen erkennbaren Risiken wird durch angemessene Wertberichtigungen Rechnung getragen. Zur Bewertung der derivativen Finanzinstrumente verweisen wir auf die Erläuterungen Nr. 6 p).

j) Flüssige Mittel (vgl. 17)

Dieser Posten umfasst ausschließlich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.

k) Pensionsrückstellungen (vgl. 21)

Die Bewertung der Pensionsrückstellungen beruht auf dem in IAS 19 vorgeschriebenen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) für leistungsorientierte Altersversorgungspläne, das unter Berücksichtigung der bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften und von zukünftigen Entgelt- und Rentenanpassungen errechnet wurde. Dabei werden zu jedem Bilanzstichtag versicherungsmathematische Gutachten erstellt. Im Geschäftsjahr wurden hierzu die Richttafeln 2018 von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden im sonstigen Ergebnis gezeigt. Der Nettozinseffekt aus der Verzinsung der Verpflichtung wird als Nettozins im Finanzergebnis erfasst. Hier werden des Weiteren Effekte aus der Änderung der demographischen Annahmen gezeigt. Alle übrigen Aufwendungen aus der Dotierung der Rückstellung werden im Personalaufwand erfasst. Sämtliche Versorgungswerke sind geschlossen.

Der Ermittlung der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Prämissen zugrunde gelegt:

2022 2021
Parameter
Rechnungszins 3,68% 0,60%
Gehaltstrend 1,75% 1,75%
Rententrend 2,00%-2,40% 2,00%

l) Kurzfristige Rückstellungen (vgl. 27)

Rückstellungen werden gemäß IAS 37 gebildet, soweit rechtliche oder faktischem Verpflichtungen gegenüber Dritten bestehen, die in der Vergangenheit begründet sind, die künftig wahrscheinlich zu einem Abfluss von wirtschaftlich nutzbaren Ressourcen führen und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Abzinsungen werden vorgenommen, wenn der Zinseffekt wesentlich ist. In den sonstigen Rückstellungen sind alle erkennbaren Verpflichtungen berücksichtigt. Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und an die gegenwärtig beste Schätzung angepasst. Die Bewertung erfolgt auf der Grundlage des wahrscheinlichen Betrags. Der Aufwand zur Bildung der Rückstellungen wird in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen.

m) Verbindlichkeiten (vgl. 20, 22, 24-26, 28, 29, 44)

Schulden (Verbindlichkeiten) werden zu fortgeführten Anschaffungskosten oder mit ihrem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Die Zeitwerte der Schulden entsprechen dem Buchwert. Zur Bewertung der derivativen Finanzinstrumente verweisen wir auf die Erläuterungen Nr. 6 o).

n) Latente Steuern (vgl. 12, 23, 39)

Latente Steuern werden gemäß IAS 12 für zeitlich abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsansätze in der Steuerbilanz der Einzelgesellschaften und den Wertansätzen in der IFRS/IAS-Bilanz des Konzernabschlusses, für Anpassungen an die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsansätze sowie auf Konsolidierungsmaßnahmen gebildet, soweit sich die zugrunde liegenden Bewertungsunterschiede in zukünftigen Perioden umkehren. Latente Steuern auf Vorteile aus noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträgen und noch nicht genutzte Steuergutschriften werden in dem Umfang aktiviert, in dem mit hinreichender Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, dass im jeweiligen Unternehmen künftig ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die noch nicht genutzten steuerlichen Verluste und noch nicht genutzten Steuergutschriften verwendet werden können. Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. zukünftig anzuwenden sind. Die Ermittlung der latenten Steuern beruht unverändert gegenüber dem Vorjahr auf einem Körperschaftsteuersatz von 15,0% (zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5% auf die Körperschaftsteuer) und einem pauschalierten Gewerbesteuersatz von 16,5%. Der Gesamtsteuersatz für die Unternehmensgruppe beläuft sich auf 33,7% (i.Vj. 16,5%).

Latente Steuern werden als Steuerertrag oder -aufwand in der Gesamtergebnisrechnung erfasst, es sei denn, sie betreffen erfolgsneutral unmittelbar im Eigenkapital erfasste Posten; in diesem Fall werden die latenten Steuern ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Aktive und passive latente Steuern werden je Gesellschaft bzw. je Organkreis saldiert, soweit sie Ertragsteuern betreffen, die von derselben Steuerbehörde erhoben werden und der Konzern beabsichtigt, den Ausgleich seiner laufenden Steueransprüche und Steuerschulden auf Nettobasis vorzunehmen.

o) Derivative Finanzinstrumente (vgl. 44, 45)

Als derivatives Finanzinstrument werden Devisentermingeschäfte zur Sicherung von Währungsrisiken aus dem operativen Geschäft eingesetzt. Jede Sicherungsbeziehung wird mit den Zielen und der Strategie des Risikomanagements abgestimmt. Die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung wird prospektiv anhand einer genauen Gegenüberstellung der Fälligkeiten von Grund- und Sicherungsgeschäft überprüft.

Bei Eingehen von Devisentermingeschäften werden bestimmte Derivate bestimmten Grundgeschäften zugeordnet. Auf eine Trennung zwischen Termin- und Kassaelement wird verzichtet. Die zur Behandlung als Sicherungsgeschäfte notwendigen materiellen und formellen Voraussetzungen des IFRS 9 wurden sowohl bei Abschluss des Sicherungsgeschäfts als auch am Bilanzstichtag erfüllt. Nach IFRS 9 sind derivative Finanzinstrumente zum Marktwert zu bilanzieren, und zwar unabhängig davon, zu welchem Zweck oder in welcher Absicht sie abgeschlossen wurden. Das eingesetzte Finanzinstrument wird zur Absicherung der Zahlungsströme (Cashflow Hedge) abgeschlossen. Deswegen richtet sich die Bewertung des Sicherungsgeschäfts nach der Bewertung des Grundgeschäfts. Die Bewertung des Grundgeschäfts als auch des Sicherungsinstruments erfolgt zum Zeitwert. Marktwertänderungen des Sicherungsinstruments werden im übrigen Eigenkapital erfasst.

p) Eventualschulden und Eventualforderungen (vgl. 47)

Eventualschulden werden wie bisher nicht angesetzt. Sie werden im Anhang angegeben, es sei denn, die Möglichkeit eines Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen ist sehr unwahrscheinlich. Eventualforderungen werden im Abschluss nicht angesetzt. Sie werden im Anhang angegeben, wenn der Zufluss wirtschaftlichen Nutzens wahrscheinlich ist.

q) Leasingverhältnisse (vgl. 49)

Die bestehenden Leasingverhältnisse betreffen Kfz-Leasingverträge sowie Leasingverhältnisse für Büroräume. Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von weniger als zwölf Monaten oder Leasingverträge mit einem geringen Wert (Neuwert von weniger als ca. 5.000 US-Dollar) werden nicht in der Bilanz erfasst. Für alle anderen Leasingverhältnisse, bei denen der Konzern als Leasingnehmer agiert, wird am Bereitstellungstag ein Nutzungsrecht erfasst (Ausweis unter den Bilanzposten, unter denen die Vermögenswerte zuzuordnen wären, vgl. Nr. 8) und eine Leasingverbindlichkeit (Ausweis erfolgt unter den sonstigen finanziellen Schulden, vgl. Nr. 22, 28). Das Nutzungsrecht wird hierbei in Höhe der Leasingverbindlichkeit zuzüglich aller anfänglich entstandenen direkten Kosten und bei oder vor Bereitstellung geleisteten Leasingzahlungen, abzüglich aller erhaltenen Leasinganreize, erfasst. Die Leasingverbindlichkeit wird in Höhe des Barwertes aller festen Leasingzahlungen sowie etwaiger Zahlungen, die im Rahmen von Restwertgarantien voraussichtlich geleistet werden müssen, erfasst.

r) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag (vgl. 54)

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, die zusätzliche Informationen zur Lage der Gesellschaft zum Bilanzstichtag liefern (berücksichtigungspflichtige Ereignisse), werden im Konzernabschluss bilanziell berücksichtigt. Nicht zu berücksichtigende Ereignisse nach dem Bilanzstichtag werden im Anhang angegeben, wenn sie wesentlich sind.

s) Ertrags- und Aufwandsrealisierung (vgl. 30-39)

Umsatzerlöse werden erfasst, wenn der Kunde die Verfügungsgewalt über den Vermögenswert erlangt und somit die vereinbarte Leistungsverpflichtung erfüllt wird. Umsätze werden unter Berücksichtigung etwaiger Preisnachlässe und Rabatte erfasst. Erlöse aus dem Verkauf von Gütern werden erfasst, wenn die Lieferung erfolgt ist und der Käufer die Verfügungsgewalt über den Vermögenswert erlangt hat. Der Zeitpunkt der Umsatzrealisation wird durch die vertragliche Grundlage und die dortigen Lieferbedingungen determiniert. Die Mieterlöse werden mit Erbringung der Leistung zeitanteilig über die Vertragslaufzeit erfolgswirksam vereinnahmt.

Die Umsatzerlöse umfassen das vereinbarte Entgelt abzüglich direkter Erlösschmälerungen wie kundenbezogene Rabatte oder Rückvergütungen. Bei der Bestimmung des Transaktionspreises wird von einer vollständigen Leistungserfüllung des geschlossenen Vertrages ausgegangen, erwartete Änderungen oder Vertragsbrüche werden nicht einbezogen.

Zinsen werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Periodenabgrenzung erfasst. Fremdkapitalzinsen während der Herstellungsphase eines qualifizierten Vermögenswertes werden bis zu seiner Fertigstellung aktiviert und nicht als Aufwand verbucht. Nach erfolgter Fertigstellung werden die Fremdkapitalzinsen stets aufwandswirksam erfasst.

Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.

t) Informationen nach Segmenten (vgl. 41) Segmentabgrenzung

Der Konzern ist in zwei Geschäftsfeldern tätig, Textil und Immobilien. Die Segmentberichterstattung erfolgt entsprechend der internen Organisations- und Berichtsstruktur. Für die Beurteilung der Segmentabgrenzung wurde neben den Umsatzerlösen der Anteil an den Konzernvermögenswerten herangezogen. Die Umsatzerlöse werden im Segment Textil mit dem Vertrieb von Bettwäsche, Roh-, Fertig- und technischen Geweben erzielt. Im Segment Immobilien fallen Miet- und Provisionserlöse an, daneben wurden im Jahr 2022 Erträge aus Grundstücksgeschäften i.H.v. T€ 381 nach Steuern (i.Vj. T€ 0) erzielt. Gemäß IFRS 8 werden die Aktivitäten des Konzerns wie im Vorjahr nach Geschäftstätigkeiten (Textil und Immobilien) abgegrenzt. Darüber hinaus werden die Segmentangaben nach geografischen Gesichtspunkten aufgegliedert. Als Segmentergebnis ist der Jahresüberschuss dargestellt.

Segmentrechnungslegungsmethoden

Die Segmentberichterstattung erfolgt in Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsmethoden des zugrunde liegenden Abschlusses nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften. Die Beträge wurden vor Konsolidierungsmaßnahmen ermittelt, jedoch sind intersegmentäre Konsolidierungen vorgenommen worden.

Für Positionen, die von mehr als einem Segment genutzt oder mehr als einem Segment zugerechnet werden, erfolgte eine Aufteilung nach einem sachgerechten Schlüssel. Korrespondierende Komponenten des Segmentergebnisses wurden nach den gleichen Kriterien zugeordnet.

u) Informationen zu Finanzinstrumenten (vgl. Nr. 44 - 46)

Die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte nach IFRS 9 erfolgt auf der Grundlage der Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme sowie auf der Grundlage des Geschäftsmodells zur Steuerung finanzieller Vermögenswerte. Im Hinblick auf das Geschäftsmodell differenziert der Konzern zwischen solchen finanziellen Vermögenswerten, deren Zielsetzung ausschließlich in der Realisation vertraglicher Cashflows besteht und solchen finanziellen Vermögenswerten, deren Zielsetzung sowohl in der Realisation der vertraglichen Cashflow als auch im Handel mit diesen Finanzinstrumenten bestehen kann. Finanzielle Vermögenswerte, die keiner der beiden Alternativen zugeordnet werden können, werden einer "Restkategorie" zugewiesen (z.B. Finanzinstrumente, die ausschließlich zu Handelszwecken gehalten werden). Finanzielle Vermögenswerte werden nach der erstmaligen Erfassung nur dann einer anderen Kategorie zugeordnet, wenn der Konzern sein Geschäftsmodell zur Steuerung der finanziellen Vermögenswerte ändert.

Die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Verbindlichkeiten erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten, es sei denn, diese werden zu Handelszwecken gehalten. Ist Letzteres der Fall, erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert.

Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn die Ansprüche auf Zahlung erlöschen oder der finanzielle Vermögenswert auf eine dritte Partei übertragen wird. Der Konzern bucht eine finanzielle Verbindlichkeit aus, wenn die vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Eine signifikante Änderung der vertraglichen Konditionen eines Finanzinstruments führt zu seiner Ausbuchung und zum Ansatz eines neuen finanziellen Vermögenswerts bzw. einer finanziellen Verbindlichkeit. Nicht signifikante Änderungen führen zu einer Anpassung des Buchwerts ohne Ausbuchung des Finanzinstruments.

Marktübliche Käufe oder Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag bilanziert. Die Nettogewinne bzw. -verluste aus jeder Kategorie von Finanzinstrumenten ergeben sich als Unterschiedsbetrag zwischen den Zahlungsflüssen und den bilanzierten Werten.

v) Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte (vgl. Nr. 18)

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte werden als solche ausgewiesen, wenn die Veräußerung des Vermögenswerts höchstwahrscheinlich ist, der Vermögenswert tatsächlich zum Erwerb angeboten wird und das Management einen Plan für den Verkauf bzw. mit der Suche nach einem Käufer begonnen hat. Im Allgemeinen werden diese Vermögenswerte zum niedrigeren Wert aus ihrem Buchwert und beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt.

ERLÄUTERUNGEN ZUR IFRS-KONZERNBILANZ 2022

Langfristige Vermögenswerte

Im Anlagespiegel ist die Entwicklung des Konzernanlagevermögens dargestellt.

(7) Immaterielle Vermögenswerte, Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte, Geschäfts- oder Firmenwert

In diesem Posten wird in Höhe von T€ 156 (i.Vj. T€ 179) entgeltlich erworbene Software ausgewiesen. Zudem sind im Geschäftsjahr aufgrund von Unternehmenszusammenschlüssen in vorhergehenden Geschäftsjahren Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von T€ 2.819 (i.Vj. T€ 2.819) enthalten. Wertberichtigungen ergaben sich keine. Der Geschäfts- oder Firmenwert betrifft die Peter Wagner Immobilien AG (PWI) in Höhe von T€ 2.805 (i.Vj. T€ 2.805) und die MCA GmbH & Co. KG in Höhe von T€ 14 (i.Vj. T€ 14). Beide Geschäfts- oder Firmenwerte sind dem Segment Immobilien zugeordnet. Die Bewertung erfolgt zu den Buchwerten der Erstkonsolidierung bzw. den fortgeführten Anschaffungskosten, Hinweise auf Wertminderungen liegen nicht vor.

Im Geschäftsjahr wurde der Geschäfts- oder Firmenwert einer Werthaltigkeitsprüfung anhand des Nutzungswertes unterzogen. Wesentliche Grundlage hierfür ist die Planung der Gesellschaft für das Kalenderjahr 2023, die wiederum auf der Unternehmensentwicklung der Vergangenheit und den hieraus gewonnenen Erfahrungswerten sowie der prognostizierten Marktentwicklung in der Region basiert. Für die Berechnung wurden die geplanten Cash Flows für das Folgejahr herangezogen und eine Wachstumsrate von 5,4% bzw. in der ewigen Rente von 0,5% angesetzt. Zur Abzinsung der Cash Flows wurde ein nach CAPM ermittelter Kapitalisierungszinssatz von 8,0% herangezogen. Der ermittelte Nutzungswert übersteigt den Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Aufgrund der stabilen Geschäftsentwicklung im Immobilienbereich, in den die Geschäfts- oder Firmenwerte fallen, wurden die Parameter unverändert zum Vorjahr angesetzt.

(8) Sachanlagen

Beim Sachanlagevermögen in Höhe von T€ 1.379 (i.Vj. T€ 1.430) handelt es sich überwiegend um eigengenutzte Grundstücke und Gebäude sowie um Nutzungsrechte nach IFRS 16. Unter der Position Grundstücke und Gebäude sind Nutzungsrechte in Höhe von T€ 102 (i.Vj. T€ 151), und in der Position Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung von T€ 153 (i.Vj. T€ 115) enthalten. Im Geschäftsjahr wurden keine Finanzierungskosten aktiviert. Beschränkungen von Verfügungsrechten oder als Sicherheiten für Schulden verpfändete Sachanlagen bestehen keine. Es bestehen keine Verpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagen zum Bilanzstichtag.

(9) Investment Properties

Bei den Investment Properties in Höhe von T€ 84.952 (i.Vj. T€ 73.919) handelt es sich um unterschiedlichste Grundstücke und Gebäude im Großraum Augsburg und Kempten. Die Grundstücke sind im Wesentlichen gewerblich vermietet. Zum Bilanzstichtag wurden Investment Properties in Höhe von T€ 0 (i.Vj. T€ 5.397) als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte umgegliedert. Im Geschäftsjahr 2022 wurden Immobilienerlöse in Höhe von T€ 14.037 (i.Vj. T€ 14.314) erwirtschaftet, denen Aufwendungen für vermietete Immobilien in Höhe von T€ 8.689 (i.Vj. T€ 7.372) und für Immobilien, die keine Mieterträge generieren, in Höhe von T€ 355 (i.Vj. T€ 335) gegenüberstehen. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Aufwendungen wie z. B. kommunale Grundstücksabgaben, Abschreibungen etc. Die sicher zu erwartenden Zahlungen aus operativen Mietverhältnissen mit fester Laufzeit und Preisanpassungsklauseln betragen für 2023 T€ 6.997, für die Jahre 2024 bis 2027 insgesamt T€ 19.480, für Folgejahre T€ 4.712. Die Zugänge beinhalten keine nachträglichen Anschaffungskosten (i.Vj. T€ 0). Im Geschäftsjahr 2022 wurden Gewinne aus Grundstücksgeschäften in Höhe von T€ 455 (vor Steuern) erzielt (i.Vj. T€ 0). Beschränkungen hinsichtlich der Veräußerbarkeit von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien oder der Überweisung von Erträgen und Veräußerungserlösen bestehen keine. Entsprechend dem IAS 23 werden Bauzeitzinsen, sofern diese anfallen, als Bestandteil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten für einen qualifizierten Vermögensgegenstand erfasst. Im Geschäftsjahr 2022 sind keine Bauzeitzinsen angefallen. Die Zeitwerte von Grundstücken und Gebäuden unterliegen verschiedensten Einflüssen, die sich auch kurzfristig wesentlich auf deren Wert auswirken können. So ist beispielsweise nicht absehbar, wie sich die weiterhin bestehende Ukraine-Krise auf die Werte auswirkt. Zudem können Kontaminierungen in der Bausubstanz und im Grundstück durch noch so umfangreiche Untersuchungen nur bedingt beziffert werden. Aufgrund dieser Besonderheiten sind die Angaben von Zeitwerten bzw. Bandbreiten nur für indikative Zwecke verwendbar.

Da aber nach Ansicht übergeordneter Stellen die Angabe der Zeitwerte bzw. Bandbreite gemäß IAS 40.79 (e) unerlässlich ist, machen wir unter Hinweis auf die o.g. Restriktionen folgende Angaben:

Bezüglich der Bestimmung des Zeitwertes der Investment Properties lassen sich die Grundstücke und Gebäude, die zur Vermietung und Verpachtung gehalten werden, in zwei Klassen einteilen. Zum einen handelt es sich um kleinere, überschaubare und größtenteils jüngere Objekte (sonstige Industriestandorte), für die ein Zeitwert ermittelt werden kann. Für diese Klasse der Investment Properties mit einem Buchwert von T€ 20.495 (i.Vj. T€ 18.492) beträgt der Zeitwert T€ 34.130 (i.Vj. T€ 27.900).

Zum anderen handelt es sich um große, teilweise bebaute Grundstücke an alten Industriestandorten, die aktuell durch Nach- und Umnutzungen Mieteinnahmen generieren und größtenteils seit Jahrzehnten im Besitz des Konzerns sind. Für diese Gruppe der Investment Properties, die zudem aus der Vergangenheit teilweise mit Kontaminationen belastet sind, liegen weder vergleichbare Markttransaktionen vor noch lassen sich andere zuverlässige Schätzungen sinnvoll anwenden. Die Bestimmung eines beizulegenden Zeitwerts ist somit nur unter Angabe einer Bandbreite möglich. Für diese Klasse der Investment Properties mit einem Buchwert von T€ 64.457 (i.Vj. T€ 60.825) liegt die Bandbreite der Zeitwerte zwischen T€ 104.942 und T€ 117.697 (i.Vj. T€ 95.600 und T€ 111.000).

Für das im Geschäftsjahr 2021 begonnene Wohnbauprojekt erfolgt eine Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts auf Basis der Anschaffungskosten. Es wird davon ausgegangen, dass der beizulegende Zeitwert nach Fertigstellung verlässlich bewertbar sein wird.

Die Zeitwerte wurden dabei unter Berücksichtigung indifferenter Baurechte einerseits und andererseits unter Abzug von geschätzten Dekontaminierungskosten auf Basis diskontierter Cashflow-Prognosen sowie aktueller Transaktionen auf Grundlage eigener Bewertungsmodelle ermittelt. Diese Einflüsse sind aufgrund ihrer Vielschichtigkeit und Komplexität nur in einer großen Bandbreite abschätzbar.

(10) Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen

Bei dieser Position handelt es sich um Beteiligungen an mehreren Unternehmen, die aufgrund untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht konsolidiert wurden. Diese werden als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet, da es sich um Verwaltungsgesellschaften bzw. inaktive Gesellschaften handelt und der Konzern die Investments langfristig für strategische Ziele halten möchte. Der Posten setzt sich zum 31. Dezember 2022 wie folgt zusammen:

Beizulegender Zeitwert 31.12.2022
T€
In 2022 erfasster Dividendenertrag
T€
Bleicherei Verwaltungs GmbH, Augsburg 23 0
Dierig Immobilien Verwaltungs-GmbH, Augsburg 26 0
MCA Verwaltungsgesellschaft mbH, Augsburg 60 0
109 0

Der beizulegende Zeitwert entspricht dem Eigenkapital der jeweiligen Gesellschaft als dem Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern für den Verkauf eines Vermögenswertes eingenommen bzw. gezahlt würde. Dividenden, Nettogewinne und -verluste ergaben sich hieraus im Berichtsjahr keine.

(11) Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte

In diesem Posten werden die Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen von T€ 277 (i.Vj. T€ 262) sowie ein Erstattungsanspruch gegenüber einem ehemaligen Mitgesellschafter (Martini GmbH & Cie.) in Höhe von T€ 105 (i.Vj. T€ 188) ausgewiesen.

(12) Latente Steuern

Siehe Punkt (23) zu passiven latenten Steuern.

Kurzfristige Vermögenswerte

Vermögenswerte werden als kurzfristig klassifiziert, wenn erwartet wird, dass sie innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert werden, innerhalb des normalen Geschäftszyklus realisiert werden oder zum Verbrauch oder Verkauf innerhalb dieses Zeitraums gehalten werden. Vermögenswerte werden zudem als kurzfristig klassifiziert, wenn sie primär für Handelszwecke gehalten werden oder es sich um Zahlungsmittel bzw. Zahlungsmitteläquivalente handelt, außer deren Tausch oder Nutzung ist länger als zwölf Monate eingeschränkt.

(13) Vorräte

In den Vorräten in Höhe von T€ 12.757 (i.Vj. T€ 10.507) sind kumulierte Abwertungen in Höhe von T€ 4.109 (i.Vj. T€ 5.301) enthalten, die branchenspezifisch auf Fertigerzeugnisse und Waren entfallen. Diese kumulierten Abwertungen wurden auf Vorräte in Höhe von T€ 16.866 (i.Vj. T€ 15.808) vorgenommen. Daraus resultiert ein Nettoveräußerungswert in Höhe von T€ 5.488 (i.Vj. T€ 5.334). Zu Anschaffungs- bzw. Herstellkosten wurden Vorräte in Höhe von T€ 7.269 (i.Vj. T€ 5.173) angesetzt. Wertaufholungen ergaben sich im Geschäftsjahr keine.

In der Berichtsperiode wurden als Aufwand für Vorräte T€ 26.024(i.Vj. T€ 26.786) erfasst. Darin sind T€ 1.418 (i.Vj. T€ 1.473) als Aufwand für Wertminderungen von Vorräten zur Berücksichtigung gesunkener Verkaufspreise enthalten. Es sind keine Vorräte als Sicherheiten für Verbindlichkeiten verpfändet.

(14) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Der Zeitwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem Bilanzwert. Erkennbare Einzelrisiken sind durch kumulierte Einzelwertberichtigungen in Höhe von T€ 3.810 (i.Vj. T€ 4.595) berücksichtigt, die zu 94% auf das Textilsegment entfallen.

Einzelwertberichtigungen wurden in der Regel vorgenommen bei Schuldnern, über die das Insolvenzverfahren eröffnet wurde oder bei denen aufgrund der Bonitätseinschätzung nicht oder nicht in voller Höhe mit einem vollständigen Rückfluss der Forderungen gerechnet wird. Die Ausbuchungsquote liegt in der Regel bei 100%. Die Ausbuchung von Forderungen wird in dem Zeitpunkt vorgenommen, wenn keine juristischen Schritte mehr möglich sind oder eine Eintreibung wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Zuführungen im Geschäftsjahr werden in der Gesamtergebnisrechnung unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen, Auflösungen unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Die Vornahme von Abschreibungen bei ausfallbedrohten Forderungen unterliegt der Ermessensausübung des Managements und wird auf Basis von Erfahrungswerten getroffen.

31.12.2022 31.12.2021
T€ T€ T€ T€
Nominalwert der Forderungen 8.706 10.684
Stand Wertberichtigungen 01.01. 4.595 3.458
Veränderungen des zu erwartenden Kreditverlustes 668 1.222
Verbrauch 117 18
Auflösungen 0 67
Stand Wertberichtigungen 31.12. 3.810 4.595
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.896 6.089

Im Berichtszeitraum wurden keine Abschreibungen auf Forderungen vorgenommen, die einer Vollstreckungsmaßnahme unterliegen. Die vorgenommenen Wertberichtigungen beruhen in der Regel auf einer Bonitätseinschätzung der Kunden sowie der Einschätzung der jeweiligen Länderrisiken.

(15) Sonstige Vermögenswerte

Die sonstigen Vermögenswerte in Höhe von T€ 157 (i.Vj. T€ 326) beinhalten unter anderem Forderungen an Lieferanten sowie Abgrenzungen aus der Periodenzuordnung.

(16) Steuerforderungen

Die Steuerforderungen beinhalten Ertragsteuererstattungsansprüche in Höhe von T€ 2.436 (i.Vj. T€ 1.041).

(17) Flüssige Mittel

31.12.2022
T€
31.12.2021
T€
Kassenbestand 11 14
Guthaben bei Kreditinstituten 3.511 8.826
3.522 8.840

Die Entwicklung der flüssigen Mittel ist in der Kapitalflussrechnung dargestellt.

(18) Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Im Geschäftsjahr sind keine zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte ausgewiesen. Im Vorjahr wurden zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte ausgewiesen. Hierbei handelte es sich um ein Tausch-/Verkaufsgeschäft einer Immobilie aus dem Immobiliensegment, für welches die notariellen Verträge bereits im Jahr 2021 unterschrieben wurden. Wirtschaftlicher Übertragungszeitpunkt und damit Zeitpunkt der Übertragung war im Januar 2022. Für diesen Vermögenswert bestanden keine Erträge oder Aufwendungen im sonstigen Ergebnis.

(19) Eigenkapital

Die Entwicklung des Eigenkapitals ist gemäß IAS 1 als eigener Bestandteil des Konzernabschlusses in einer Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.

Stammkapital

Das Stammkapital ist vollständig eingezahlt und beträgt unverändert € 10.000.000. Der Nennwert der eigenen Anteile in Höhe von € 790.190 wurde vom Stammkapital abgesetzt.

Damit ergibt sich für das gezeichnete Kapital folgender Bilanzansatz:

2022
T€
2021
T€
Stammkapital Stand 01.01. 10.000 10.000
./. Rückkauf eigener Anteile -790 -790
Grundkapital Stand 31.12. 9.210 9.210

Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden. Daneben ist in diesem Posten die Neubewertungsrücklage aus der Umstellung auf die Konzernbilanzierung nach IFRS sowie das Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres verrechnet.

Andere Rücklagen

Unter den anderen Rücklagen sind Beträge aus der Kapitalkonsolidierung und das kumulierte sonstige Konzernergebnis ausgewiesen. Im kumulierten sonstigen Konzernergebnis sind Differenzen aus der erfolgsneutralen Währungsumrechnung vom Abschluss des ausländischen Tochterunternehmens enthalten. Daneben enthält dieser Posten unrealisierte Wertänderungen aus zu Sicherungszwecken abgeschlossenen derivativen Finanzinstrumenten, die den rechnerischen Verlust für den Fall der vorzeitigen Auflösung beziffern. Gewinne und Verluste aus der Änderung von versicherungsmathematischen Annahmen bei den Pensionsrückstellungen werden ebenfalls im sonstigen Konzernergebnis erfasst.

Währung
T€
Finanzinstrumente
T€
Pensionen
T€
Sonstiges
T€
Gesamt
T€
Stand 1.1.2021 545 -40 -2.370 2.064 199
Sonstiges Ergebnis 22 73 3 - 98
Stand am 31.12.2021 567 33 -2.367 2.064 297
Währung
T€
Finanzinstrumente
T€
Pensionen
T€
Sonstiges Gesamt
T€
Stand 1.1.2022 567 33 -2.367 2.064 297
Sonstiges Ergebnis 27 -62 2.087 - 2.052
Stand am 31.12.2022 594 -29 -280 2.064 2.349

Kapitalmanagement

Ziele des Kapitalmanagements sind die Sicherstellung der Unternehmensfortführung und eine adäquate Verzinsung des Eigenkapitals. Zur Umsetzung wird das Eigenkapital ins Verhältnis zum Gesamtkapital gesetzt. Ziel ist es, für die vorgenannte Relation diese Verhältniszahl bei 1:3 zu halten. Hierfür werden insbesondere die Finanzverbindlichkeiten und die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe, Zusammensetzung und Risikostruktur laufend überwacht. Die Kapitalstruktur des Konzerns besteht aus Nettofinanzschulden (Schulden, Zahlungsmittel) sowie dem den Eigenkapitalgebern des Mutterunternehmens zustehenden Eigenkapital. Dieses setzt sich zusammen aus ausgegebenen Aktien, Gewinnrücklagen und anderen Rücklagen. Dem Eigenkapital in Höhe von € 49,0 Mio. (i.Vj. 43,8 Mio.) stehen Nettofinanzschulden von 17,4 Mio. (i.Vj. € 11,3 Mio.) gegenüber. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich um 4,02%-Punkte auf 42,64% (i.Vj. 38,62%).

Langfristige Schulden

(20) Langfristige Finanzverbindlichkeiten

Unter den langfristigen Finanzverbindlichkeiten werden verzinsliche Verpflichtungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr ausgewiesen, die zum jeweiligen Bilanzstichtag bestanden. Von den Finanzverbindlichkeiten in Höhe von insgesamt T€ 13.532 (i.Vj. T€ 17.229) haben T€ 9.104 (i.Vj. T€ 12.304) eine Laufzeit von zwei bis fünf Jahren und T€ 4.428 (i.Vj. T€ 4.925) eine Laufzeit von mehr als fünf Jahren. Die Finanzverbindlichkeiten bestehen ausschließlich gegenüber Kreditinstituten. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr resultiert aus den getätigten Tilgungen, denen keine neuen längerfristigen Finanzierungen gegenüberstehen.

(21) Pensionsrückstellungen

Die Grundlage für die Pensionsverpflichtungen stellen leistungsorientierte Pensionszusagen auf Endgehaltbasis der ruhegehaltsfähigen Vergütungen der Mitarbeiter und ihrer Dienstzeiten dar. Die Pensionszusagen im Konzern werden sowohl von der Dierig Holding AG als auch von diversen Tochtergesellschaften direkt gewährt. Daneben existieren im Konzern zwei Unterstützungsvereine. Sämtliche Pensionen sind rückstellungsfinanziert. Ursprüngliches Planvermögen wurde aufgebraucht. Im Berichtsjahr wurden wiederum keine neuen Zusagen gewährt.

Veränderungen der Dienstzeit ergeben sich nur im Einzelfall aufgrund individueller Vereinbarungen. Mindestdotierungsverpflichtungen bestehen keine.

Im Zusammenhang mit den leistungsorientierten Pensionsplänen ergeben sich die allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie das Langlebigkeitsrisiko und das Zinssatzänderungsrisiko.

Der Zinssatz ist gegenüber dem Vorjahr um 3,08 %-Punkte auf nunmehr 3,68 % erhöht.

Im aktuellen Geschäftsjahr wurden die Richttafeln RT 2018 G verwendet.

Pensionsrückstellungen

2022
T€
2021
T€
Rückstellungsfinanzierte Pensionen:
Veränderung des Anwartschaftsbarwerts
Anwartschaftsbarwert 1. Januar 14.621 15.989
Laufender Dienstzeitaufwand 42 261
Zinsaufwand 86 94
Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste aus Änderung der demographischen Annahmen Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste 209 143
aus Änderung der finanziellen Annahmen -4.224 -
Pensionszahlungen -764 -683
Abgang durch Auslagerung - -1.183
Anwartschaftsbarwert 31. Dezember 9.971 14.621
Unmittelbare Verpflichtungen zum 31.12. 9.971 14.621
Durch Planvermögen finanzierte Rückstellungen: (Unterstützungsverein Dierig e.V., Prima e.V.)
Veränderung des Anwartschaftsbarwerts
Anwartschaftsbarwert 1. Januar 2.015 2.340
Laufender Dienstzeitaufwand - 1
Zinsaufwand 12 13
Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste aus Änderung der demographischen Annahmen Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste -24 -149
aus Änderung der finanziellen Annahmen -357 -
Pensionszahlungen -180 -191
Mittelbare Verpflichtungen zum 31.12. 1.465 2.015
Pensionsrückstellungen 11.436 16.636

Pensionsverpflichtung

Der Barwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Gruppen von Versorgungsberechtigten (IAS 19.137):

2022
%
2021
%
Aktive Anwärter 6,79 9,00
Ausgeschiedene Anwärter 2,01 3,07
Pensionäre 91,20 87,93

Sämtliche Versorgungszusagen sind unverfallbar.

Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der zugrunde liegenden leistungsorientierten Verpflichtung beträgt am 31. Dezember 2022 11 Jahre (i.Vj. 14 Jahre). Für das Geschäftsjahr 2023 werden Zahlungen in Höhe von T€ 922 (Vj.-Ist T€ 944) erwartet. Die langfristigen Pensionsverpflichtungen sind durch langfristige Rückflüsse aus den Investment Properties gedeckt.

Nettopensionsaufwand

Der im Gewinn oder Verlust der Periode erfasste Teil der Nettopensionsaufwendungen setzt sich wie folgt zusammen:

2022
T€
2021
T€
Laufender Dienstzeitaufwand 42 246
Zinsaufwendungen 97 108
Summe 139 354

Der im Gewinn oder Verlust der Periode erfasste Teil der Nettopensionsaufwendungen wird in folgenden Bereichen ausgewiesen:

2022
T€
2021
T€
Personalaufwand 42 246
Zinsaufwand 97 108

Sensitivitätsanalyse

Den Sensitivitäten liegt die durchschnittliche Laufzeit der zum 31. Dezember 2022 ermittelten Versorgungsverpflichtung zugrunde, die ebenfalls nach den Methoden der Pensionsverpflichtungen berechnet wurden. Durch die isolierte Berechnung des als wesentlich eingestuften versicherungsmathematischen Parameters (Diskontierungssatz) konnten die Auswirkungen der Pensionsverpflichtung zum 31. Dezember 2022 separat aufgezeigt werden. Dabei führt eine Erhöhung des Diskontierungssatzes von 0,20 % zu einer Veränderung der Pensionsrückstellung um T€ -140. Eine Veränderung der Rentendynamik um 0,20 % verändert die Pensionsrückstellung um T€ -120.

(22) Sonstige langfristige finanzielle Schulden

Die sonstigen langfristigen Schulden in Höhe von T€ 2.277 (i.Vj. T€ 1.961) betreffen Mietkautionen sowie Periodenabgrenzungen und Leasingverbindlichkeiten von T€ 138 (i.Vj. T€ 149).

(23) Latente Steuern

Körperschaftsteuer 2022 2021
Aktivisch
T€
Passivisch
T€
Aktivisch
T€
Passivisch
T€
Pensionsrückstellungen 802 - 1.609 -
Sonstige Rückstellungen 9 - 9 -
Verlustvorträge Ansatz und Bewertung des 1.053 - 1.595 -
Anlagevermögens 116 5.333 186 5.354
Übrige - -1 - 19
Derivative Finanzinstrumente 10 - - 11
1.990 5.332 3.400 5.384
Saldierung innerhalb der Steuerart -1.990 -1.990 -3.400 -3.400
Latente Steuern (Körperschaftsteuer) - 3.342 - 1.984
Gewerbesteuer 2022 2021
Aktivisch
T€
Passivisch
T€
Aktivisch
T€
Passivisch
T€
Pensionsrückstellungen 834 8 1.673 8
Sonstige Rückstellungen 10 - 10 -
Verlustvorträge Ansatz und Bewertung des - - - -
Anlagevermögens 118 5.544 192 5.566
Übrige - 35 - 56
Derivative Finanzinstrumente 10 - - 11
972 5.587 1.875 5.641
Saldierung innerhalb der Steuerart -972 -972 -1.875 -1.875
Latente Steuern (Gewerbesteuer) - 4.615 - 3.767
Passive latente Steuern 7.957 5.751
Ausweis in der Bilanz
Aktive latente Steuern 1.331 2.344
Passive latente Steuern 9.288 8.095
Latente Steuern gesamt (Saldo) 7.957 5.751

In der Bilanz erfolgt der Ausweis pro Organkreis. Es bestehen, unverfallbare, nicht angesetzte steuerliche Verlustvorträge in Höhe von T€ 719 (i.Vj. T€ 769).

Kurzfristige Schulden

Verbindlichkeiten werden als kurzfristig klassifiziert, wenn ihre Tilgungen innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag fällig werden.

(24) Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

Die kurzfristigen Finanzschulden in Höhe von T€ 7.379 (i.Vj. T€ 1.769) betreffen ausschließlich Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sind zu marktüblichen Konditionen verzinst.

(25) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben eine Laufzeit von unter einem Jahr.

(26) Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

In dieser Position sind Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 116 (i.Vj. T€ 115) gegenüber nicht konsolidierten Gesellschaften ausgewiesen.

(27) Kurzfristige Rückstellungen

01.01.2022
T€
Verbrauch
T€
Auflösung
T€
Zuführung
T€
Währungsdifferenz
T€
31.12.2022
T€
Steuerrückstellungen 347 166 6 133 1 309
Personalrückstellungen Fremde 29 14 - - - 15
Dienstleistungen 274 187 21 231 - 297
Übrige Rückstellungen 369 149 106 353 1 468
1.019 516 133 717 2 1089

Die Rückstellungen für fremde Dienstleistungen beinhalten die Jahresabschlusskosten. Fremde Dienstleistungen beinhalten Buchprüfungs- und Beratungskosten. Unter den übrigen Rückstellungen sind im Wesentlichen Reklamationen bilanziert.

Bei der Schätzung der Rückstellungsbeträge orientiert sich das Management an den Erfahrungswerten aus ähnlichen Transaktionen. Dabei lässt sich das Management umfangreich beraten und stützt sich auf Expertenmeinungen ab. Alle Hinweise aus Ereignissen bis zur Erstellung des Konzernabschlusses werden dabei berücksichtigt. Aufgrund der Kurzfristigkeit der Rückstellungen sind keine Preissteigerungen und Abzinsungen zu berücksichtigen.

(28) Sonstige kurzfristige finanzielle Schulden

Im Geschäftsjahr 2022 enthält dieser Posten Leasingverbindlichkeiten in Höhe von T€ 124 (i.Vj. T€ 132), Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern aus Urlaub und ergebnisabhängigen Abschlussvergütungen sowie solche aus ausstehenden Rechnungen. Weiter werden in diesem Posten Verbindlichkeiten aus Provisionen, Gutschriften an Kunden, Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern sowie Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern ausgewiesen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern betragen zum Bilanzstichtag T€ 10.511 (Vj. T€ 11.392).

(29) Steuerverbindlichkeiten

Es bestanden am Abschlussstichtag Steuerverbindlichkeiten (Kapitalertragssteuern) i.H.v. T€ 63 (i.Vj. T€ 145).

ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 2022

(30) Umsatzerlöse

In den Umsatzerlösen werden die den Kunden berechneten Entgelte für Lieferungen und Leistungen ausgewiesen. Erlösschmälerungen wie Rabatte und Skonti werden umsatzmindernd gebucht. Die Umsatzerlöse wurden in den Bereichen Textil und Immobilien erzielt und gliedern sich wie folgt auf:

Der Zeitpunkt der Erfüllung der Leistungsverpflichtung im Textilsegment ist in der Regel der Zeitpunkt des Versands oder der Lieferung der Ware. Als Zahlungsziel werden in der Regel Fristen bis maximal 120 Tage gewährt. Auf eine Anpassung dieser Forderungen wird jedoch aus praktischen Gründen verzichtet, wenn die Zeitspanne zwischen der Übertragung des Guts und deren Bezahlung maximal ein Jahr beträgt.

Die Erlöse mit Kunden werden ausschließlich zu einem Zeitpunkt realisiert.

Im Immobiliensegment entspricht der Zeitpunkt der Leistungserfüllung dem Zeitpunkt der Erbringung der Dienstleistung. Die Umsätze werden ratierlich entsprechend der Laufzeit des Mietvertrages erbracht. Das Zahlungsziel entspricht einer sofortigen Fälligkeit der monatlichen Miete, die Höhe der Gegenleistung ist jeweils fix.

2022 Textil
T€
Immobilien
T€
Gesamt
T€
Deutschland 22.505 14.038 36.543
Übriges Europa 15.393 - 15.393
Übrige Welt 186 - 186
38.084 14.038 52.122
2021 Textil
T€
Immobilien
T€
Gesamt
T€
Deutschland 23.870 14.314 38.184
Übriges Europa 16.133 - 16.133
Übrige Welt 830 - 830
40.833 14.314 55.147

(31) Sonstige betriebliche Erträge

2022
T€
2021
T€
Erträge aus Dienstleistungen 119 173
Erträge aus Grundstücksgeschäften 455 -
Auflösung von kurzfristigen Rückstellungen vgl. (27) 127 31
Übrige Erträge 1.034 982
1.735 1.186

Die Erträge aus Dienstleistungen betreffen im Wesentlichen Kostenverrechnungen. In den übrigen Erträgen sind Auflösungen von Wertberichtigungen, Schadenerstattungen von Versicherungen sowie Währungsgewinne von T€ 506 (i.Vj. T€ 170) enthalten.

(32) Materialaufwand

Im Materialaufwand sind die Aufwendungen für den Warenbezug und dessen Ausrüstung, Zölle und Verpackungsmaterial enthalten.

(33) Personalaufwand

Der Aufwand für Löhne und Gehälter belief sich 2022 auf T€ 7.345, gegenüber dem Vorjahr mit T€ 8.081 bedeutet dies eine Verringerung von T€ 736. Darin spiegelt sich neben den Effekten aus der Verlagerung der Logistik und der weitere Abbau von Personal und als gegenläufiger Effekt die Lohn- und Gehaltserhöhungen bei der verbleibenden Belegschaft wider.

Die sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung im Geschäftsjahr auf T€ 1.204 gegenüber dem Vorjahr (T€ 1.036) erhöht.

(34) Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens, Sachanlagen, Nutzungsrechte und Investment Properties

Die Abschreibungen in Höhe von T€ 2.678 (i.Vj. T€ 2.673) bewegen sich leicht über dem Vorjahresniveau. Im Geschäftsjahr sind auch die auf die erfassten Nutzungsrechte aus Leasingverträgen entfallenden Abschreibungen in Höhe von T€ 146 (i.Vj. T€ 156) enthalten.

(35) Sonstige betriebliche Aufwendungen

2022
T€
2021
T€
Betriebsaufwand 6.191 4.442
Verwaltungsaufwand 1.638 1.617
Vertriebsaufwand 2.524 2.956
Übrige Aufwendungen 1.314 1.600
Sonstige Steuern 339 333
12.006 10.948

Bedingt durch die planmäßige Ausgliederung der eigenen Logistikabteilung im Geschäftsjahr 2021 im Rahmen eines Betriebsüberganges nach § 613a BGB sowie durch Aufwendungen für Instandhaltungen an den bestehenden Immobilien-Standorten erhöhten sich die Betriebsaufwendungen. Die Reduzierung der Vertriebsaufwendungen resultiert aus gesunkenen Aufwendungen für Fremdarbeiten und Provisionskosten. Die Verwaltungsaufwendungen betreffen unter anderem Aufwendungen gegenüber Mitarbeitern aus Urlaubsverpflichtungen und ergebnisabhängige Abschlussvergütungen sowie die Aufwendungen ausstehender Rechnungen. In den übrigen Aufwendungen sind unter anderem Aufwendungen für Währungsverluste in Höhe von T€ 551 (i.Vj. T€ 149) enthalten und Leasingzahlungen, für kurzfristige Leasingverhältnisse und solche von geringem Wert in Höhe von T€ 87 (i.Vj. T€ 88) enthalten.

(36) Veränderung der Kreditausfallrisiken

nicht einzelwertberichtigte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 31.12.2022
T€
Erwartete Verlustrate
%
T€
Nicht fällig 4.230 0% 12
1 bis 30 Tage überfällig 343 2% 6
31 bis 60 Tage überfällig 146 4% 5
61 bis 90 Tage überfällig 39 6% 2
> 90 Tage überfällig 151 16% 24
4.909 49
nicht einzelwertberichtigte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 31.12.2021
T€
Erwartete Verlustrate
%
T€
Nicht fällig 4.111 0% -
1 bis 30 Tage überfällig 1.182 1% 12
31 bis 60 Tage überfällig 417 2% 8
61 bis 90 Tage überfällig 20 8% 2
> 90 Tage überfällig 162 22% 37
5.892 58

Der Konzern ermittelt die Wertberichtigung für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach einem vereinfachten Modell. Grundlage für die Bewertung des erwarteten Verlusts über die Gesamtlaufzeit sind die Ausfallwahrscheinlichkeiten der vergangenen drei Jahre für Forderungen, die nicht vorab wertberichtigt waren. Diese Erfahrungswerte wurden als Basis für die Ermittlung der Wertberichtigung herangezogen. Anpassungen ergaben sich keine, nachdem die Marktentwicklungen der vergangenen Jahre, auch unter Berücksichtigung der Corona-Pandemie, mit denen der Zukunft als vergleichbar angenommen werden.

Ferner werden in dieser Position auch die Veränderungen von Einzelwertberichtigungen ausgewiesen. Die Veränderung der Einzelwertberichtigungen beläuft sich im Jahr 2022 auf T€ 671(i.Vj. T€ 1.209). Insgesamt wird in der Position Veränderung von Kreditausfallrisiken ein Ertrag von T€ 668 (i.Vj. T€ -1.222) ausgewiesen.

Für Bankguthaben erfolgt keine Wertminderungskalkulation, da aus Sicht des Konzerns nicht mit einer Wertminderung zu rechnen ist. Das Ausfallrisiko für Bankguthaben wird durch die Risikostreuung (unterschiedliche Kreditinstitute) und Auswahl von bonitätsstarken Kreditinstituten ausgeschlossen.

(37) Zinserträge nach der Effektivzinsmethode

Die Zinserträge resultieren nach der Anwendung der Effektivzinsmethode auf Forderungen.

(38) Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen betreffen im Wesentlichen die Finanzierung der getätigten Investitionen in der Immobiliensparte. Für finanzielle Schulden (bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten) sind Zinsaufwendungen in Höhe von T€ 681 (i.Vj. T€ 737) entstanden. Ferner sind in dieser Position Aufwendungen für Aufzinsungen von Pensionsverpflichtungen in Höhe von T€ 97 (i.Vj. T€ 97) enthalten sowie Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten in Höhe von T€ 5 (i.Vj. T€ 6).

(39) Ertragsteuern

2022
T€
2021
T€
Laufende Steuern 715 641
Latente Steuern laufendes Jahr 830 164
1.545 805

Das für das abgelaufene Geschäftsjahr 2022 anzuwendende deutsche Körperschaftsteuerrecht sieht einen gegenüber dem Vorjahr unveränderten gesetzlichen Steuersatz von 15% zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5% vor. Die durchschnittliche Gewerbesteuerbelastung der Gesellschaften des Konzerns beträgt 16,3%.

In den laufenden Steuern sind ausländische Steueraufwendungen in Höhe von T€ 186 (i.Vj. T€ 175) sowie inländische Steuern von T€ 529 (i.Vj. T€ 466) enthalten, davon entfallen T€ 25 (i.Vj. T€ 205) auf Ertragsteuern früherer Perioden. Die Veränderung der latenten Steuern wird unter Punkt (23) dargestellt.

Die Überleitung vom erwarteten zum tatsächlichen Ertragssteueraufwand stellt sich

wie folgt dar: 2022 2021
T€ % T€ %
Ergebnis vor Ertragsteuern 4.591 100,0 4.896 100,0
Rechnerischer Steueraufwand Körperschaftsteuer (15,0%) 689 15,0 735 15,0
Solidaritätszuschlag (5,5%) 38 0,8 40 0,8
Gewerbesteuer (16,45 %) 755 16,5 806 16,5
rechnerischer Gesamtsteueraufwand 1.482 32,3 1.581 323
Steuereffekt der nicht abzugsfähigen Aufwendungen 42 0,9 52 1,1
Steuereffekt der gewerbesteuerlichen Zu- und Abrechnungen -121 -2,6 -15 -0,3
Steuererstattung Vorjahre -25 -0,5 -292 -6,0
Steuereffekt aus Ausgliederungen von Pensionsrückstellungen 38 0,8 -383 -7,8
Steuersatzbedingte Abweichungen (Ausland) -90 -2,0 -75 -1,5
geänderte steuerliche Verlustvorträge 57 1,2 -221 -4,5
Mindestbesteuerung 138 3,0 150 3,1
Sonstige Abweichungen 24 0,5 8 0,2
0 0,0
Ausgewiesener Ertragsteueraufwand 1.545 33,7 805 16,5

Sonstige Steuern werden im operativen Ergebnis ausgewiesen.

(40) Ergebnisanteil nicht beherrschter Anteile

In dieser Position wird der Ergebnisanteil der Minderheitsgesellschafter ausgewiesen.

SONSTIGE ERLÄUTERUNGEN

(41) Segmentberichterstattung

Der Konzern ist in zwei Geschäftsfeldern tätig, Textil und Immobilien. Die Segmentberichterstattung ist an dieser Organisationsstruktur ausgerichtet. Für die Beurteilung der Segmentabgrenzung wurde neben den Umsatzerlösen der Anteil an den Konzernvermögenswerten herangezogen. Die Umsatzerlöse werden im Segment Textil mit dem Vertrieb von Bettwäsche, Roh-, Fertig- und technischen Geweben erzielt. Es handelt sich in diesem Segment um die gleiche Art von gehandelten Produkten. Im Segment Immobilien fallen Miet- und Provisionserlöse an, daneben wurden im Jahr 2022 Erträge aus Grundstücksgeschäften i.H.v. T€ 381 nach Steuern (i.Vj. T€ 0) erzielt.

Nachfolgende Tabelle enthält jeweils die HGB-Zahlen, die bezüglich der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der Vorräte an die interne Steuerung angepasst wurden. Die Zuordnung der Umsatzerlöse der Kunden erfolgt anhand des Firmensitzes.

Segmentangaben: 2022
T€
2021
T€
2022
T€
2021
T€
2022
T€
2021
T€
Segmentumsätze 38.084 40.833 14.038 14.314 - -
davon: Inland 22.505 23.870 14.038 14.314 - -
davon: verbleibende EU 13.057 13.672 - - - -
davon: übriges Europa 2.336 2.461 - - - -
davon: restliche Welt 186 830 - - - -
Investitionen 290 208 13.355 4.198 - -
davon: Inland 239 143 13.355 4.198 - -
davon: verbleibende EU 51 35 - - - -
davon: übriges Europa - 30 - - - -
Segmentergebnis 1) 48 257 2.975 2.961 23 873
darin enthalten:
Abschreibungen 250 266 2.242 2.221 186 186
Zinsaufwand 218 216 588 644 -125 -123
Zinserträge 2 3 1 4 - 39
Ertragsteuern -18 -42 -1.105 -485 -423 -278
Segmentangaben: 2022
T€
2021
T€
Segmentumsätze 52.122 55.147
davon: Inland 36.543 38.184
davon: verbleibende EU 13.057 13.672
davon: übriges Europa 2.336 2.461
davon: restliche Welt 186 830
Investitionen 13.645 4.406
davon: Inland 13.594 4.341
davon: verbleibende EU 51 35
davon: übriges Europa - 30
Segmentergebnis 1) 3.046 4.091
darin enthalten:
Abschreibungen 2.678 2.673
Zinsaufwand 681 737
Zinserträge 3 46
Ertragsteuern -1.546 805

1) Im Immobiliensegmentergebnis 2022 sind Gewinne aus Grundstücksgeschäften vonT€ 331(i.Vj. T€ 0) nach Steuern enthalten. Das operative Immobilienergebnis beträgt T€ 2.643 (i.Vj. T€ 2.961).

Textil Immobilien IFRS-Anpassung
2022
T€
2021
T€
2022
T€
2021
T€
2022
T€
2021
T€
Vorräte 12.739 10.500 18 7 - -
davon: Inland 10.691 8.765 18 7 - -
davon: verbleibende EU 1.703 1.597 - - - -
davon: übriges Europa 345 138 - - - -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.564 4.657 217 1.301 115 131
davon: Inland 2.828 2.648 217 1.301 93 102
davon: verbleibende EU 1.589 1.533 - - 58 67
davon: übriges Europa 134 223 - - 12 19
davon: restliche Welt 13 254 - - -48 -58
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.117 2.305 860 580 - -
davon: Inland 632 611 860 580 - -
davon: verbleibende EU 118 216 - - - -
davon: übriges Europa 66 15 - - - -
davon: restliche Welt 1.301 1.463 - - - -
Konzern
2022
T€
2021
T€
Vorräte 12.757 10.507
davon: Inland 10.709 8.772
davon: verbleibende EU 1.703 1.597
davon: übriges Europa 345 138
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.896 6.089
davon: Inland 3.138 4.051
davon: verbleibende EU 1.647 1.600
davon: übriges Europa 146 242
davon: restliche Welt -35 196
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.977 2.885
davon: Inland 1.492 1.191
davon: verbleibende EU 118 216
davon: übriges Europa 66 15
davon: restliche Welt 1.301 1.463

Die Verrechnungspreise für konzerninterne Umsätze werden marktorientiert festgelegt (At-Arm's-Length-Prinzip). Mit keinem Kunden werden Umsätze von über 10% der gesamten Erlöse erzielt. Für Zinsanteile, die mehr als einem Segment zugerechnet werden, erfolgt gegebenenfalls eine Aufteilung nach einem sachgerechten Schlüssel. Effekte aus der Überleitung von HGB auf IFRS ergeben sich im Wesentlichen bei Pensionsrückstellungen, sonstigen Rückstellungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Abschreibungen.

(42) Anteilsbesitz

In den Konzernabschluss einbezogene verbundene Unternehmen sind in der Aufstellung zum Anteilsbesitz dargestellt.

(43) Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt gemäß IAS 7 (Cashflow Statement), wie sich die Zahlungsmittel im Konzern im Lauf des Berichtsjahres durch Mittelzu- und abflüsse verändert haben. Die Kapitalflussrechnung unterscheidet zwischen Mittelveränderungen aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit und wurde nach der indirekten Methode ermittelt. Der in der Kapitalflussrechnung dargestellte Bestand an Zahlungsmitteln umfasst alle in der Bilanz ausgewiesenen liquiden Mittel, das heißt den Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten. Kontokorrentkredite wurden, wie in den Vorjahren, nicht in Anspruch genommen. Keines der hier einbezogenen Zahlungsmittel oder -äquivalente unterliegt einer Beschränkung.

Die Überleitung für die Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit nach IAS 7 stellt sich wie folgt dar:

Zahlungsunwirksam
01.01.2022
T€
Zahlungswirksam
T€
Erwerb
T€
Wechselkursänderungen
T€
Änderung beizulegender Zeitwert / Zinseffekt
T€
31.12.2022
T€
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 17.229 -3.697 - - - 13.532
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 1.884 5.611 - - - 7.495
Leasingverbindlichkeiten 280 -154 131 - 5 262
Summer der Schulden aus Finanzierungstätigkeit 19.393 -1.760 131 - 5 21.289

(44) Finanzinstrumente
Sicherungsgeschäfte

Für Wareneinkäufe im Textilsegment, die in US-Dollar abgewickelt werden, bestehen Währungsrisiken. Unternehmenspolitik ist es, diese Risiken durch den Abschluss von Sicherungsgeschäften wie Devisentermingeschäfte auszuschließen bzw. zu begrenzen. Der Konzern setzt zur Absicherung dieser Währungsrisiken aus der operativen Geschäftstätigkeit in begrenztem Umfang marktübliche derivative Finanzinstrumente ein. Dabei erfolgt in der Regel ein Micro-Hedging zwischen einem einzelnen Wareneinkauf mit dem Devisentermingeschäft. Laufzeit und Höhe von Grund- und Sicherungsgeschäft sind kongruent. Die Effektivität wird mittels der Critical-Terms-Match-Methode ermittelt. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagement-Systems durch Konzernrichtlinien geregelt, die grundgeschäftsorientierte Limits festlegen, Genehmigungsverfahren definieren, den Abschluss derivativer Instrumente zu spekulativen Zwecken ausschließen und das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Die Einhaltung dieser Richtlinien und die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft. Alle Derivatgeschäfte werden nur mit Banken höchster Bonität abgeschlossen. Zur Erläuterung der Risiken verweisen wir auch auf die Ausführungen im Konzernlagebericht.

Wertänderungen aus den daraus resultierenden Cashflow Hedges werden bis zum Eintritt des Grundgeschäfts ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst. Im Geschäftsjahr ist hieraus ein kumuliertes, unrealisiertes Ergebnis in Höhe von T€ -89 (i.Vj. T€ 105) im Eigenkapital entstanden. Da Grund- und Sicherungsgeschäfte im Geschäftsjahr nahezu vollständig effektiv waren, ergaben sich keine Auswirkungen auf das Periodenergebnis aus Ineffektivitäten. Transaktionen, die als Sicherungsgeschäfte bilanziert wurden und deren Eintritt nicht mehr erwartet wird, bestehen keine. Die zum Bilanzstichtag bestehenden Sicherungsgeschäfte haben eine Laufzeit von unter einem Jahr mit einem Durchschnittskurs der Sicherungsinstrumente von 1,0676 USD/EUR. Zum Bilanzstichtag wurden Grundgeschäfte in Höhe von T€ 960 mit Devisentermingeschäften in gleicher Höhe abgesichert. Umgliederungen ergeben sich nur durch die erfolgswirksame Erfassung des gesicherten Grundgeschäfts.

Sicherungsgeschäft Angaben IFRS 7.24A

2022 Buchwert der Sicherungsinstrumente
T€
Bilanzposten Fair-Value-Änderung, die einer Unwirksamkeit zugeordnet wird
T€
Nominalbetrag
T€
Devisentermingeschäfte -62 Sonstige kurzfristige finanzielle Schulden 0 960

Grundgeschäft Angaben IFRS 7.24B

2022 Wertänderung, die einer Unwirksamkeit zugeordnet wird
T€
Saldo in Rücklagen für laufende Absicherungen
T€
Saldo in Rücklagen für beendete Absicherungen
T€
Grundgeschäfte 0 -42 0

Angabe IFRS 7.24C

2022 Im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne oder Verluste
T€
erfolgswirksam erfasste Unwirksamkeiten
T€
Aus sonstigem Ergebnis in Gewinn oder Verlust umgegliederte Beträge
T€
Zugeordnete Posten
-89 0 47 Materialaufwand

Sicherungsgeschäft Angaben IFRS 7.24A

2021 Buchwert der Sicherungsinstrumente
T€
Bilanzposten Fair Value Änderung, die einer Unwirksamkeit zugeordnet wird
T€
Nominalbetrag T€
Devisentermingeschäfte 70 Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 0 3.476

Grundgeschäft Angaben IFRS 7.24B

2021 Wertänderung, die einer Unwirksamkeit zugeordnet wird
T€
Saldo in Rücklagen für laufende Absicherungen
T€
Saldo in Rücklagen für beendete Absicherungen
T€
Grundgeschäfte 0 47 0

Angabe IFRS 7.24C

2021 Im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne oder Verluste
T€
erfolgswirksam erfasste Unwirksamkeiten
T€
Aus sonstigem Ergebnis in Gewinn oder Verlust umgegliederte Beträge
T€
Zugeordnete Posten
105 0 57 Materialaufwand

Ausfallrisiken

Ausfallrisiken bestehen für die Kategorie bei den zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Vermögenswerten. Die dort bestehenden Risiken werden über Einzelwertberichtigungen berücksichtigt, siehe unsere Erläuterungen unter Nr. 14. Kundenforderungen werden durch entsprechende Versicherungen abgesichert. Die Forderungen unterliegen einer internen Bonitätsprüfung, die auf dem historischen Zahlungsverhalten des Kunden, seinem aktuellen offenen Saldo sowie Vorauszahlungen basiert. Im Immobilienbereich werden als Sicherungen Kautionen bzw. Bürgschaften eingeholt. Um Ausfallrisiken bei Forderungen entgegenzuwirken, werden die Außenstände im Forderungsmanagement laufend überwacht. Die Fakturierung erfolgt tagesaktuell. Die Beurteilung, ob sich das Ausfallrisiko seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat, wird durch die laufende Überwachung systemunterstützt entsprechend den mit dem Kunden vereinbarten Zahlungszielen vorgenommen. Rückständige Zahlungen werden in regelmäßigen Intervallen gemahnt.

Das maximale Ausfallrisiko wird durch die Buchwerte der in der Bilanz ausgewiesenen Vermögenswerte wiedergegeben. Aufgrund unserer Erfahrungswerte gehen wir davon aus, dass abgesehen von den genannten Wertberichtigungen derzeit keine weiteren Wertberichtigungen auf finanzielle Vermögenswerte vorzunehmen sind. Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 4.896 (i.Vj. T€ 6.089) sind Bruttoforderungen in Höhe von T€ 3.846 (i.Vj. T€ 4.851) einer Wertberichtigung von T€ 3.810 (i.Vj. T€ -4.595) unterworfen worden.

Marktrisiken

Als Marktrisiken ist der Konzern Zinsrisiken und Währungsrisiken ausgesetzt, die jeweils zu einer Änderung beizulegender Zeitwerte bzw. künftiger Cash Flows führen könnten. Bedeutende Risikokonzentrationen lagen im Berichtsjahr nicht vor. Wir verweisen auch auf unsere Erläuterungen im Konzernlagebericht.

Absicherung der Zinsrisiken

Der Konzern ist Zinsrisiken ausgesetzt, da die Konzernunternehmen Finanzmittel zu festen und variablen Zinssätzen aufnehmen. Aufgrund der Bilanzstruktur bestehen Zinsänderungsrisiken nur im Bereich der Finanzverbindlichkeiten. Das Zinsmanagement verfolgt das Ziel, Risiken aus steigenden Zinsbelastungen für Finanzverbindlichkeiten durch Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus zu begrenzen. Das Risiko wird durch den Konzern gesteuert, indem Kredite ausschließlich mit festen Verzinsungen aufgenommen werden. Marktzinssatzänderungen von festverzinslichen Krediten wirken sich nur dann auf das Ergebnis aus, wenn diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Im Konzern werden diese aber zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und unterliegen damit keinen Zinsänderungsrisiken im Sinne von IFRS 7. Zudem werden diese Kredite regelmäßig bis zur Fälligkeit gehalten.

Absicherung der Währungsrisiken

Bestimmte Geschäftsvorfälle (Warenbezug) im Konzern lauten auf US-Dollar. Daher entstehen Risiken aus Wechselkursschwankungen. Wechselkursrisiken werden durch Devisentermingeschäfte innerhalb genehmigter Limits gesteuert. Zum Bilanzstichtag bestehen Devisentermingeschäfte mit einem Nominalvolumen von T€ 960 bzw. TUSD 1.025 (i.Vj. T€ 3.476 bzw. TUSD 3.934), deren Zahlungsströme und Auswirkungen auf das Periodenergebnis voraussichtlich im Jahr 2023 eintreten werden. Der Marktwert dieser Devisentermingeschäfte beträgt zum Bilanzstichtag T€ -62 (i.Vj. T€ 70). Durch die Verwendung von Cashflow Hedges zur Absicherung von Währungsrisiken gleichen sich die wechselkursbedingten Wertänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäft nahezu vollständig aus. Demzufolge sind auch diese Finanzinstrumente nicht mit Währungsrisiken in Bezug auf das Ergebnis verbunden. Auswirkungen ergeben sich auch hier nur rein bilanziell im Rahmen der Hedge-Rücklage im Eigenkapital.

Bei einem Erstarken bzw. einer Abschwächung des Euro um 10% gegenüber dem Fremdwährungsstichtagskurs im Konzern wäre zum Bilanzstichtag das Konzerneigenkapital um T€ 87 (i.Vj. T€ 316) geringer bzw. um T€ 107 (i.Vj. T€ 386) höher gewesen.

Liquiditätsrisiken

Der Konzern steuert Finanzrisiken durch das Halten von angemessenen Rücklagen, Kreditlinien bei Banken sowie durch ständiges Überwachen der prognostizierten und tatsächlichen Cash Flows. Geschäftsbeziehungen werden nur mit führenden Banken unterhalten, derivative Finanzinstrumente nur mit ihnen abgeschlossen. Durch eine frühe Refinanzierung von finanziellen Verbindlichkeiten wird das Finanzrisiko minimiert. Die jederzeitige Zahlungsfähigkeit und finanzielle Flexibilität wird durch Liquiditätsreserven in Form von Kreditlinien und Barmitteln sowie über einen zentral gesteuerten Konzern-Cash-Pool sichergestellt. Das Liquiditätsrisiko ist daher als gering einzustufen.

Die folgende Darstellung zeigt die Fälligkeiten:

2023
T€
2024
T€
2025-2027
T€
2028 und danach
T€
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.978 - - -
Finanzverbindlichkeiten 7.379 2.647 6.457 4.428
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 116 - - -
Sonstige Finanzschulden 17.621 - 540 1.598
Leasingverbindlichkeiten 124 97 41 -

Als Sicherheiten für die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten hat der Konzern Gesamtgrundschulden bestellt. Diese Grundschulden valutieren zum Bilanzstichtag mit € 20,9 Mio. (i.Vj. € 19,0 Mio.). Der Buchwert der dagegenstehenden Vermögenswerte beträgt € 85,6 Mio. (i.Vj. € 80,2 Mio.).

(45) Angaben zu Finanzinstrumenten

Im Berichtsjahr ergaben sich keine Nettogewinne oder -verluste aus finanziellen Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bzw. zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Es entstanden keine Gewinne oder Verluste aus ausgebuchten finanziellen Vermögenswerten.

Die Aufgliederung nach Bewertungskategorien nach IFRS 9 sowie der bilanziellen Buchwerte nach IFRS 7 hat zum Ziel, die Bedeutung von Finanzinstrumenten auf die Vermögens- und Finanzlage zu erläutern und stellt sich wie folgt dar:

31.12.2022 Finanzanlagen
T€
Langfristige Vermögenswerte
T€
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
T€
Sonstige Vermögenswerte
T€
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value - - - -
Finanzielle Verbindlichkeiten zum Fair Value - - - -
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten - 382 4896 110
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten - - - -
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value erfolgsneutral 109 - - -
Derivate, die in eine Hedgingbeziehung einbezogen sind - - - -
Gesamt
Finanzinstrumente 109 382 4.896 110
Nicht unter IFRS 9 fallende Positionen - - - 2.483
Gesamt 109 382 4.896 2.593
31.12.2022 Zahlungsmittel
T€
Finanzverbindlichkeiten
T€
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value - -
Finanzielle Verbindlichkeiten zum Fair Value - -
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten 3522 -
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten - 21027
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value erfolgsneutral - -
Derivate, die in eine Hedgingbeziehung einbezogen sind - -
Gesamt
Finanzinstrumente 3.522 21.027
Nicht unter IFRS 9 fallende Positionen - -
Gesamt 3.522 21.027
31.12.2022 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
T€
Sonstige Schulden
T€
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value - -
Finanzielle Verbindlichkeiten zum Fair Value - -
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten - -
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten 2978 17342
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value erfolgsneutral - -
Derivate, die in eine Hedgingbeziehung einbezogen sind - 62
Gesamt
Finanzinstrumente 2.978 17.404
Nicht unter IFRS 9 fallende Positionen - 2.681
Gesamt 2.978 20.085
31.12.2021 Finanzanlagen
T€
Langfristige Vermögenswerte
T€
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
T€
Sonstige Vermögenswerte
T€
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value - - - -
Finanzielle Verbindlichkeiten zum Fair Value - - - -
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungs - 450 6.089 199
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungs - - - -
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value erfolgsneutral 109 - - -
Derivate, die in Hedgingbeziehung einbezogen - - - 70
Gesamt
Finanzinstrumente 109 450 6.089 269
Nicht unter IFRS fallende Position - - - 1.098
Gesamt 109 450 6.089 1.367
31.12.2021 Zahlungsmittel
T€
Finanzverbindlichkeiten
T€
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value - -
Finanzielle Verbindlichkeiten zum Fair Value - -
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungs 8.840 -
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungs - 18.998
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value erfolgsneutral - -
Derivate, die in Hedgingbeziehung einbezogen - -
Gesamt
Finanzinstrumente 8.840 18.998
Nicht unter IFRS fallende Position - -
Gesamt 8.840 18.998
31.12.2021 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
T€
Sonstige Schulden
T€
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Vak - -
Finanzielle Verbindlichkeiten zum Fair Value - -
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungs - -
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungs 2.886 19.973
Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value erfolgsneutral - -
Derivate, die in Hedgingbeziehung einbezogen - -
Gesamt
Finanzinstrumente 2.886 19.973
Nicht unter IFRS fallende Posit - 1.915
Gesamt 2.886 21.888

Die Differenzen zwischen den Buchwerten und dem beizulegenden Zeitwert der finanziellen Verbindlichkeiten sind der folgenden Tabelle zu entnehmen:

Buchwerte Marktwerte
31.12.2022
T€
31.12.2021
T€
31.12.2022
T€
31.12.2021
T€
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten 41.347 41.857 42.381 41.660

Die Marktwerte der finanziellen Verbindlichkeiten entsprechen mit Ausnahme der festverzinslichen Finanzverbindlichkeiten dem Buchwert (vgl. Punkt 6 i und 6 m).

Der hypothetische Marktwert der festverzinslichen Finanzverbindlichkeiten liegt aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus seit Abschluss der Geschäfte um T€ 1.034 über dem Buchwert (abgeschlossene Darlehensverträge zu historischen Zinsen im Vergleich mit dem Zinsniveau zum Bilanzstichtag). Im Vorjahr lag der Marktwert T€ 197 unter dem Buchwert.

(46) Angaben zur Fair-Value-Bewertung

in T€ Wiederkehrende Fair-Value-Bewertung 31.12.2022 Buchwerte Beizulegender Zeitwert zum Bewertungsstichtag mit:
T€ signifikanten sonstigen beobachtbaren Inputparametern Level 2 signifikanten nicht beobachtbaren Inputparametern Level 3
Finanzielle Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten 41.347 42.381
Derivate
Währungsderivate 62 62
Investment Properties
Sonstige Industriestandorte 20.495 34.130
Alte Industriestandorte 64.457 104.942-117.697

Der Bestimmung des Fair Values liegen folgende Bewertungslevel zugrunde:

in T€ Wiederkehrende Fair-Value-Bewertung Beizulegender Zeitwert 31.12.2022
T€
Bewertungsmethode Signifikante nicht beobachtbare Inputparameter Level 2/3
Finanzielle Verbindlichkeiten 42.381 DCF-Verfahren Zinsen
Derivate 62 Optionsmodelle Diskontfaktoren, Zinsen, Barwerte
Investment Properties 139.072 - 151.827 Ertragswertverfahren Bodenrichtwerte € 90,00 - € 2.100,00 Mietpreise Kapitalisierungszins Kontaminierungen Indifferente Baurechte

Während des Geschäftsjahres 2022 hat kein Wechsel zwischen den Bewertungshierarchien stattgefunden. Eine Umgruppierung würde zum Zeitpunkt des Eintritts des Ereignisses erfolgen, welches eine Veränderung der Umstände verursacht, die eine Umgruppierung erfordern würde. Grundlage für eine Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes in den Levels 2 und 3 sind die folgenden Bewertungsmethoden und Parameter:

Eine Überleitungsrechnung gemäß IFRS 13.93 (e) ist nicht erforderlich, da in der Bilanz keine Fair-Value-Bewertung nach Level 3 vorgenommen wird. Als Unternehmen mit Immobiliensparte verfügt der Konzern über die notwendigen beruflichen Qualifikationen und Erfahrungen zur Bewertung der Investment Properties, sodass keine externen Gutachter herangezogen werden.

(47) Haftungsverhältnisse

Zum Bilanzstichtag bestehen keine Haftungsverhältnisse.

(48) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen betreffen kurzfristige Leasingverträge und Mietverträge. Die daraus resultierenden Verpflichtungen in Höhe von T€ 87 (i.Vj. T€ 88) zum 31. Dezember 2022 betreffen das Jahr 2023. Kaufoptionen oder Preisanpassungsklauseln bestehen keine.

(49) Leasing - Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten

Die mit den Leasingverhältnissen in Verbindung stehenden Nutzungsrechte werden unter den langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen. Darin enthalten sind:

Gebäude
T€
Andere Anlagen
T€
Nutzungsrecht zum 1.1.2022 151 115
Zugänge 7 127
Abgänge 0 12
Abschreibungen des Geschäftsjahrs -56 -101
Nutzungsrecht zum 31.12.2022 102 153
Gebäude
T€
Andere Anlagen
T€
Nutzungsrecht zum 1.1.2021 203 160
Zugänge 0 61
Abgänge 0 2
Abschreibungen des Geschäftsjahrs -52 -108
Nutzungsrecht zum 31.12.2021 151 115
Leasingverbindlichkeit zum 31.12.2022 T€
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 124
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 138
Gesamt 262
Zahlungsmittelabflüsse in 2022 241
Leasingverbindlichkeit zum 31.12.2021 T€
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 132
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 149
Gesamt 281
Zahlungsmittelabflüsse in 2021 248

Für die mit den Leasingverhältnissen verbundenen Zinsaufwendungen siehe (38). Bezüglich der Angaben zu kurzfristigen und geringwertigen Leasingverhältnissen verweisen wir auf (35).

(50) Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Für die Beurteilung von Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen gilt die Definition gemäß IAS 24.9. Wir verweisen auch auf Nr. (52).

Daneben bestehen gegenüber nichtkonsolidierten verbundenen Unternehmen zum Bilanzstichtag kurzfristige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von T€ 116 (i.Vj. T€ 115). Die im Geschäftsjahr erfassten Zinsaufwendungen dafür belaufen sich auf T€ 1,1 (i.Vj T€ 1,1). Bei sich veränderten Marktverhältnissen wird der Zinssatz entsprechend angepasst.

Mit Aufsichtsrats- und Vorstandsmitgliedern der Dierig Holding AG bzw. ihnen nahestehenden Personen bestehen Mietverträge, für die im Geschäftsjahr 2022 T€ 44 vereinnahmt bzw. T€ 71 ausgegeben wurden. Die Mieten sind marktüblich. Zum Bilanzstichtag bestanden keine Forderungen und Verbindlichkeiten.

(51) Honorare des Abschlussprüfers

Honorare des Abschlussprüfers

2022
T€
2021
T€
Abschlussprüfungen 130 107
Steuerberatungsleistungen 6 6
Sonstige Leistungen 0 9
136 122

(52) Organbezüge

Weder die Geschäftsführung noch der Beirat erhielten für ihre Tätigkeit eine Vergütung. Einige Beiratsmitglieder erhielten für ihre Tätigkeit in verbundenen Unternehmen von diesen Vergütungen von T€ 334 (i.Vj. T€ 535). Für Mitglieder des Beirates und für Hinterbliebene von früheren Mitgliedern der Geschäftsführung wurden von verbundenen Unternehmen T€ 223 (i.Vj. T€ 132) bezahlt; für diesen Personenkreis bestehen Pensionsrückstellungen von T€ 4.642 (i.Vj. T€ 6.877).

(53) Arbeitnehmer

Im Jahresdurchschnitt waren im Konzern 20 (i.Vj. 30) gewerbliche Mitarbeiter und 125 (i.Vj. 134) Angestellte beschäftigt.

(54) Ereignisse nach dem 31. Dezember 2022

Infolge der multiplen krisenhaften Entwicklungen (Krieg in der Ukraine, Energiekrise und globale Teuerung) und den damit einhergehenden verschlechterten konjunkturellen Rahmenbedingungen erwachsen umfassende und schwer zu quantifizierende Risiken. Da jedoch weder beschaffungs- noch absatzseitig direkte Geschäftsbeziehungen zu den kriegführenden Ländern ansässigen Unternehmen unterhalten werden, sind weiterhin keine Geschäfte von diesen Kriegshandlungen unmittelbar betroffen. Gleichwohl kann eine wesentliche Beeinträchtigung des Geschäftsverlaufs, insbesondere aufgrund einer Beeinträchtigung der Lieferketten nicht ausgeschlossen werden. Durch die bestehende Finanzkraft ist es möglich, Geschäftschancen zu nutzen. Angesichts vieler Unwägbarkeiten und durch die rasche Veränderung vieler äußerer Faktoren gestaltet sich auch die Planung für das Geschäftsjahr 2023 schwierig. Die konservativ errechneten Planziele für das Jahr 2023 erscheinen aus heutiger Sicht erreichbar zu sein. (siehe Lagebericht, Punkt 5). Sonstige wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag haben sich nicht ergeben.

(55) Entsprechenserklärung

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung der Dierig Holding AG zum Corporate Governance Kodex wurde abgegeben und für die vorgeschriebene Dauer den Aktionären unter www.dierig.de zugänglich gemacht.

(56) Organe der Textil Treuhand GmbH

Geschäftsführung

Gerhard Sigl

Leiter Konzernrechnungslegung

Beirat:

Christian Dierig, Augsburg, Vorsitzender

Ehemaliger Sprecher des Vorstandes der Dierig Holding AG

Ellen Dinges-Dierig, Augsburg, stellvetr. Vorsitzende

Vorstand der Dierig Holding AG

Isabell Buccellati, London

Fondmanagerin

Dr. Barbara Dierig, Augsburg

Tierärztin

Daniel Dierig, Augsburg

Technischer Angestellter

Stephan Meyer, Augsburg

Unternehmer

Katharina von Smirnow, Frankfurt

Rechtsanwältin

(57) Zeitpunkt der Freigabe des Abschlusses zur Veröffentlichung

Die Geschäftsführung der Textil-Treuhand GmbH hat den Konzernabschluss am 24. Mai 2023 zur Weitergabe an den Beirat freigegeben. Der Beirat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

 

Augsburg, den 24. Mai 2023

Textil-Treuhand GmbH

Die Geschäftsführung

Gerhard Sigl

Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens

Textil-Treuhand GmbH

Immaterielle Vermögenswerte Sachanlagen
in EUR Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte Geschäfts- oder Firmenwert Immaterielle Vermögenswerte Gesamt Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Anfangsstand 01. Januar 2021 1.515.901 2.819.139 4.335.040 4.241.729 863.092 3.052.813
Währungsanpassung 1.190 1.190 76 6.575
Zugänge 44.376 44.376 17.225 13.210 169.091
Umbuchungen 38.197 38.197 -38.197
Abgänge 0 2.394 196.108 767.453
Endstand 31. Dezember 2021/ Anfangsstand 01. Januar 2022 1.599.664 2.819.139 4.418.803 4.256.560 680.270 2.422.829
Währungsanpassung 1.323 1.323 84 7.300
Zugänge 55.920 55.920 7.668 17.568 432.134
Umbuchungen 425 425 -1.914.182 -425
Abgänge 235.770 235.770 1.254 93.359 222.504
Endstand 31. Dezember 2022 1.421.562 2.819.139 4.240.701 2.348.792 604.563 2.639.334
Abschreibungen
Anfangsstand 01. Januar 2021 1.345.985 0 1.345.985 3.205.308 830.522 2.348.384
Währungsanpassung 522 522 75 5.598
Zugänge 74.650 74.650 139.094 16.326 282.500
Zuschreibungen
Umbuchungen
Abgänge 0 2.394 195.243 700.192
Endstand 31. Dezember 2021/ Anfangsstand 01. Januar 2022 1.421.157 0 1.421.157 3.342.008 651.680 1.936.290
Währungsanpassung 706 706 83 6.397
Zugänge 79.621 79.621 116.417 14.820 239.844
Zuschreibungen 0
Umbuchungen 0 -1.788.761
Abgänge 235.770 235.770 591 93.359 211.497
Endstand 31. Dezember 2022 1.265.714 0 1.265.714 1.669.074 573.224 1.971.034
Bilanzwert 31. Dezember 2022 155.848 2.819.139 2.974.987 679.718 31.339 668.300
Bilanzwert 31. Dezember 2021 178.507 2.819.139 2.997.646 914.552 28.590 486.539
Sachanlagen
in EUR Sachanlagen Gesamt
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Anfangsstand 01. Januar 2021 8.157.634
Währungsanpassung 6.651
Zugänge 199.526
Umbuchungen -38.197
Abgänge 965.955
Endstand 31. Dezember 2021/ Anfangsstand 01. Januar 2022 7.359.659
Währungsanpassung 7.384
Zugänge 457.370
Umbuchungen -1.914.607
Abgänge 317.116
Endstand 31. Dezember 2022 5.592.689
Abschreibungen
Anfangsstand 01. Januar 2021 6.384.214
Währungsanpassung 5.673
Zugänge 437.920
Zuschreibungen 0
Umbuchungen 0
Abgänge 897.829
Endstand 31. Dezember 2021/ Anfangsstand 01. Januar 2022 5.929.978
Währungsanpassung 6.480
Zugänge 371.081
Zuschreibungen 0
Umbuchungen -1.788.761
Abgänge 305.447
Endstand 31. Dezember 2022 4.213.332
Bilanzwert 31. Dezember 2022 1.379.357
Bilanzwert 31. Dezember 2021 1.429.681

Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens

Textil-Treuhand GmbH

Investment Properties Finanzanlagen
in EUR Investment Properties Anteile an verbundenen Unternehmen Anteile an Gemeinschaftsunternehmen Sonstige Ausleihungen
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Anfangsstand 01. Januar 2021 108.138.714 108.976 0 0
Währungsanpassung
Zugänge 4.162.216
Umbuchungen
Abgänge 8.644.733
Endstand 31. Dezember 2021/ Anfangsstand 01. Januar 2022 103.656.197 108.976 0 0
Währungsanpassung
Zugänge 13.132.131
Umbuchungen 1.914.182
Abgänge 91.448
Endstand 31. Dezember 2022 118.611.062 108.976 0 0
Abschreibungen
Anfangsstand 01. Januar 2021 30.800.661 0 0 0
Währungsanpassung
Zugänge 2.160.880
Zuschreibungen
Umbuchungen
Abgänge 3.224.536
Endstand 31. Dezember 2021/ Anfangsstand 01. Januar 2022 29.737.005 0 0 0
Währungsanpassung
Zugänge 2.227.366
Zuschreibungen
Umbuchungen 1.788.761
Abgänge 93.867
Endstand 31. Dezember 2022 33.659.265 0 0 0
Bilanzwert 31. Dezember 2022 84.951.797 108.976 0 0
Bilanzwert 31. Dezember 2021 73.919.192 108.976 0 0
Finanzanlagen Anlagevermögen Gesamt
in EUR Finanzanlagen Gesamt Summe
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Anfangsstand 01. Januar 2021 108.976 120.740.364
Währungsanpassung 0 7.841
Zugänge 0 4.406.118
Umbuchungen 0 0
Abgänge 0 9.610.688
Endstand 31. Dezember 2021/ Anfangsstand 01. Januar 2022 108.976 115.543.635
Währungsanpassung 0 8.706
Zugänge 0 13.645.421
Umbuchungen 0 0
Abgänge 0 644.334
Endstand 31. Dezember 2022 108.976 128.553.428
Abschreibungen
Anfangsstand 01. Januar 2021 0 38.530.860
Währungsanpassung 0 6.195
Zugänge 0 2.673.450
Zuschreibungen 0
Umbuchungen 0 0
Abgänge 0 4.122.365
Endstand 31. Dezember 2021/ Anfangsstand 01. Januar 2022 0 37.088.140
Währungsanpassung 0 7.186
Zugänge 0 2.678.069
Zuschreibungen 0 0
Umbuchungen 0 0
Abgänge 0 635.083
Endstand 31. Dezember 2022 0 39.138.311
Bilanzwert 31. Dezember 2022 108.976 89.415.117
Bilanzwert 31. Dezember 2021 108.976 78.455.495

Konzernanteilsbesitz der Textil-Treuhand GmbH (Stand 31.12.2022, Beträge in Tausend, Landeswährung)

Name und Sitz der Gesellschaft Währung Anteil am Kapital
%
Eigenkapital Ergebnis Hauptgeschäft
I. Vollkonsolidierte Unternehmen
Inland
Dierig Holding AG 70,13 u 41.881 2.754 Verwaltung
Dierig Textilwerke GmbH, Augsburg * 100 u 17.000 Ergebnisabführungsvertrag mit der Dierig Holding AG Immobilien/Verwaltung
Christian Dierig GmbH, Augsburg * 100 m 1.100 Ergebnisabführungsvertrag mit der Dierig Textilwerke GmbH Textil
Bimatex Textil-Marketing- und Vertriebs-GmbH, Augsburg * 100 m 245 Ergebnisabführungsvertrag mit der Dierig Textilwerke GmbH Textil
fleuresse GmbH, Augsburg * 100 m 2.050 Ergebnisabführungsvertrag mit der Dierig Textilwerke GmbH Textil
Prinz GmbH, Augsburg * 94 m 30 Ergebnisabführungsvertrag mit der Dierig Textilwerke GmbH Immoblilien
Bleicherei Objekt GmbH & Co. KG, Augsburg * 100 m 33 0 Immoblilien
MCA GmbH & Co. KG, Augsburg * 100 m 1.612 323 Immoblilien
Peter Wagner Immobilien AG, Augsburg * 100 m 94 Ergebnisabführungsvertrag mit der MCA GmbH & Co. KG Immoblilien
S-Modelle GmbH, Augsburg * 100 m 1.670 353 Textil
Adam Kaeppel GmbH, Augsburg * 100 m 1.790 Ergebnisabführungsvertrag mit der S-Modelle GmbH Textil
Ausland
Dierig AG, Wil CHF 100 u 3.634 623 Textil
Christian Dierig GmbH, Leonding 100 m 2.605 484 Textil
II. Nicht einbezogene Unternehmen
Dierig Immobilien Verwaltungs-GmbH, Augsburg 100 m 28 0 Verwaltung
Bleicherei Verwaltungs GmbH, Augsburg 94 m 13 -1 Verwaltung
MCA Verwaltungsgesellschaft mbH, Augsburg 100 m 72 2 Verwaltung
Anmerkung: 1 € = CHF 1,0049 Beträge in Tausend Landeswährung
m = mittelbar Stand 31.12.2022
u = unmittelbar

* = Das Unternehmen hat von der Befreiung nach §§ 264 Abs. 3, 264 b HGB Gebrauch gemacht.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Textil-Treuhand GmbH, Augsburg

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Textil-Treuhand GmbH, Augsburg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022 und der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung, der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Textil-Treuhand GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Aussagen zur Angemessenheit bzw. Wirksamkeit des Steuerungssystems, die im Konzernlagebericht enthalten sind, haben wir im Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 3 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Konzernlageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Aussagen zur Angemessenheit bzw. Wirksamkeit des Steuerungssystems, die im Konzernlagebericht enthalten sind.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Beirats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzenden nach § 315e Abs.1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn es besteht die Absicht, den Konzern zu liquidieren, oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Beirat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der gesamten Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 3 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Augsburg, den 25. Mai 2023

SONNTAG GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Wird der Konzernjahresabschluss und der Konzernlagebericht der Textil-Treuhand GmbH in einer von der bestätigten Fassung abweichenden Form veröffentlicht, vervielfältigt oder an Dritte weitergeleitet und wird dabei unser Bestätigungsvermerk zitiert oder auf unsere Prüfung hingewiesen, so ist zuvor eine erneute Stellungnahme durch uns erforderlich. Dies gilt auch für die Übersetzung des Konzernjahresabschlusses in andere Sprachen. Wir weisen diesbezüglich auf § 328 HGB hin.

Bei der Printversion des Prüfungsberichts handelt es sich um eine Kopie des digitalen Originals.

 

Dr. Burkhardt-Böck, Wirtschaftsprüferin

Kanus, Wirtschaftsprüfer

Datum der Feststellung

Das Datum der Billigung bzw. Feststellung des Konzernabschlusses war der 24. Mai 2023.

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