Stammdaten

Register
Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 50381
Eingetragen
23.9.2004
Branche
Erbringung von sonstigen Dienstleistungen der InformationstechnologieErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieErbringung von sonstigen Informationsdienstleistungen
Gegenstand
Internet Service Provider für den Privat und Geschäftskundenmarkt sowie die Erbringung von Dienstleistungen aller Art in den Bereichen Informatins- und Telekommunikationstechnologie, die Entwicklung und Herstellung, der Handel und Vertrieb von Netzwerk-Technologie (Hard- und Softwarekomponenten); die Erbringung von Dienstleistungen aller Art im Zusammenhang mit Errichtung, Wartung und Bereitstellung von Netzwerken unter Verwendung von Informations- und Telekommunikationtechnologien; die Bereitstellung und die Vermittlung von Zugängen zu Anwendungen und Diensten über nationale und internationale Netzwerke sowie der Betrieb solcher Netzwerke.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Sebastian Vögel
seit 2.6.2025
Geschäftsführer
Patric Walldorf
seit 22.4.2024
Prokura
Silke Hanna Lohmann
seit 7.4.2022
Prokura
Sven Drewes
seit 7.4.2022
Prokura
Olaf Fischer
seit 23.9.2004
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Claranet Group LtdGBR
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Claranet Group Ltd
United Kingdom
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

ClaraNet GmbH

Frankfurt am Main

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.07.2023 bis zum 30.06.2024

Bilanz zum 30. Juni 2024

Aktiva

30.6.2024 30.6.2023
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 362.759,76 491.487,18
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 130.244,06 118.802,32
493.003,82 610.289,50
II. Sachanlagen
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.287.427,69 2.504.583,88
III. Finanzanlagen
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 7.626.800,53 7.585.521,66
10.407.232,04 10.700.395,04
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 771.213,23 906.414,09
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 0,00 696.755,69
3. sonstige Vermögensgegenstände 26.957,03 27.559,45
798.170,26 1.630.729,23
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 486.430,51 413.503,42
1.284.600,77 2.044.232,65
C. Rechnungsabgrenzungsposten 635.028,03 680.415,77
12.326.860,84 13.425.043,46

Passiva

30.6.2024 30.6.2023
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 100.000,00 100.000,00
II. Kapitalrücklage 5.307.974,87 5.307.974,87
III. Bilanzgewinn 1.959.656,58 3.124.884,67
7.367.631,45 8.532.859,54
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen 760.972,00 792.715,52
2. Steuerrückstellungen 112.136,62 112.136,62
3. sonstige Rückstellungen 1.015.939,71 1.330.223,26
1.889.048,33 2.235.075,40
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 584.033,63 622.935,96
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: € 394.160,51 (Vorjahr: € 622.935,96)
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: € 189.873,12 (Vorjahr: € 0,00)
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 420.264,38 0,00
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: € 420.264,38 (Vorjahr: € 0,00 )
3. sonstige Verbindlichkeiten 381.257,21 331.637,20
- davon aus Steuern: € 234.351,64 (Vorjahr: € 308.022,26)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: € 28.825,69 (Vorjahr: € 15.218,97)
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: € 381.257,21 (Vorjahr: € 322.479,17)
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: € 0,00 (Vorjahr: € 9.158,03)
1.385.555,22 954.573,16
D. Rechnungsabgrenzungsposten 1.684.625,84 1.702.535,36
12.326.860,84 13.425.043,46

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Juli 2023 bis 30. Juni 2024

1.7.2023 - 30.6.2024 1.7.2022 - 30.6.2023
1. Umsatzerlöse 17.615.591,56 18.396.007,94
2. Andere aktivierte Eigenleistungen 624.437,00 767.666,77
3. Sonstige betriebliche Erträge 406.424,87 680.756,03
18.646.453,43 19.844.430,74
4. Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Leistungen 5.303.263,44 5.262.376,99
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 6.533.860,60 6.194.600,28
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.122.371,58 1.095.745,09
- davon für Altersversorgung: € 12.725,04 (Vorjahr: € 14.554,05) 7.656.232,18
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.709.631,04 1.868.354,53
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 5.512.968,05 5.027.889,28
20.182.094,71 19.448.966,17
8. Betriebsergebnis -1.535.641,28 395.464,57
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 395.158,65 235.721,79
- davon aus verbundenen Unternehmen: € 394.784,11 (Vorjahr: € 235.478,50)
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 23.711,00 24.443,63
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -4,16 11.016,10
12. Ergebnis nach Steuern -1.164.189,47 595.726,63
13. Sonstige Steuern 1.038,62 1.972,54
14. Jahresfehlbetrag (Vorjahr: - überschuss) -1.165.228,09 593.754,09
15. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 3.124.884,67 2.531.130,58
16. Bilanzgewinn 1.959.656,58 3.124.884,67

Anhang zum 30. Juni 2024

1. Allgemeines

Die ClaraNet GmbH, Hanauer Landstraße 196, 60314 Frankfurt, hat ihren Sitz in Frankfurt am Main und wird beim Amtsgericht Frankfurt am Main unter der Handelsregisternummer HRB 50381 geführt.

Bei der Erstellung des Jahresabschlusses werden die generellen Ansatz- und Bewertungsvorschriften der §§ 246 bis 256a HGB sowie die besonderen Bestimmungen für Kapitalgesellschaften (§§ 264 bis 288 HGB) sowie des GmbHG angewendet.

Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 Abs. 2 HGB. Die Erleichterungsvorschriften nach §§ 286 Abs. 2, 288 HGB werden von der Gesellschaft in Anspruch genommen. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist gemäß § 275 Abs. 2 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt worden.

Der Abschluss wurde in Euro aufgestellt, die Beträge werden in Tausend Euro (T€) und Euro (€) angegeben.

Der vorliegende Jahresabschluss ist unter Beibehaltung der für den Vorjahresabschluss angewendeten Gliederungs- und Bewertungsgrundsätze nach den für mittelgroße Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des HGB aufgestellt.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Das Anlagevermögen ist mit Anschaffungskosten unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Es kommt nur die lineare Abschreibungsmethode zur Anwendung. Die im Rahmen von Finance-Leasing-Verträgen genutzten Vermögensgegenstände werden mit dem Barwert aus den ausstehenden Leasingraten und des mit Ablauf der Grundmietzeit vereinbarten Kaufpreises bewertet. Die Abschreibung der entsprechenden Vermögensgegenstände erfolgt über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer.

Abschreibungsdauer in Jahren:
Software/Lizenzen 2-9
Netzwerk 3-10
Speicher 3-8
Computer 3-5
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3-13

Seit 01.01.2018 werden Anlagegüter mit einem Anschaffungswert zwischen € 250,01 und € 800,00 einzeln als geringwertiger Vermögensgegenstand aktiviert und sofort abgeschrieben.

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten, ggf. bei voraussichtlich andauernder Wertminderung um außerplanmäßige Abschreibungen vermindert, angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert angesetzt.

Erkennbare Einzelrisiken werden durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung ausreichend Rechnung getragen. Forderungen in Fremdwährung werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag nach § 256a HGB bewertet. Bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger werden § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB und § 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB nicht angewendet.

Die liquiden Mittel sind mit dem Nennwert bewertet.

Rechnungsabgrenzungsposten für transitorische Ausgaben sind nach den handelsrechtlichen Vorschriften gebildet worden.

Der Berechnung der Rückstellungen für Pensionen liegt ein versicherungsmathematisches Gutachten der Mercer Deutschland GmbH, Frankfurt am Main, zugrunde. Die Rückstellung für die Pensionsverpflichtung wird nach der Projected-Unit-Credit-Methode unter Hinzuziehung der Richttafeln 2018G von Klaus Heubeck berechnet. Der Rechnungszinssatz beträgt für die Altersversorgungsverpflichtungen 1,84% (10-Jahres-Durchschnittszinssatz) und der Zinssatz für den Rententrend 2,0%. Bei der Verwendung des 7-Jahres-Durchschnittszinssatzes von 1,86% ergibt sich ein Unterschiedsbetrag der Pensionsrückstellung von T€ -3,5 (Vorjahr: T€ 44) gemäß § 253 Abs. 6 HGB. Für die Berechnung der Fluktuation wurden alters- und geschlechtsabhängige Fluktuationswahrscheinlichkeiten angesetzt. Der Aktivwert des Deckungsvermögens wurde gemäß § 246 Abs. 2 HGB mit der Pensionsrückstellung saldiert.

Die Bewertung des Aktivwertes erfolgte auf Grundlage der Mitteilung zum Stichtag 30.06.2024 von der Alte Leipziger Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit, Oberursel.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen. Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt und haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden, soweit erforderlich, bei der Ermittlung des Erfüllungsbetrags (in Höhe der allgemeinen Inflationsrate) berücksichtigt.

Verbindlichkeiten sind mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt. Leasingverhältnisse werden als Finanzierungsleasing klassifiziert, wenn durch die Leasingbedingungen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen auf den Leasingnehmer übertragen werden. Sie werden zu Beginn des Leasingverhältnisses mit dem Barwert aktiviert. Aktivierte Leasinggegenstände werden über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer entsprechend den abschreibungsfähigen Vermögenswerten, die sich im Eigentum der Gesellschaft befinden, abgeschrieben. Bei der Berechnung des Barwerts der Mindestleasingzahlungen dient der dem Leasingverhältnis zugrundeliegende Zinssatz als Abzinsungsfaktor. Die Leasingzahlungen werden in Finanzierungskosten und dem Tilgungsteil der Restschuld aufgeteilt. Finanzierungsleasing führt so in jeder Periode zu einem Abschreibungsaufwand für die aktivierten Vermögenswerte und zu einem Zinsaufwand.

Verbindlichkeiten in Fremdwährung wurden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet, sofern sie nicht eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben. Bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger werden § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB und § 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB nicht angewendet.

3. Erläuterung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel, siehe Anlage zum Anhang, dargestellt.

Im Geschäftsjahr wurden selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens nach § 248 Abs. 2 HGB in Höhe von T€ 624 (Vorjahr: T€ 768) aktiviert. Die Nutzungsdauern betragen zwischen 2 und 3 Jahren. Die gesamten Entwicklungskosten betragen zum Stichtag 30.06.2024 T€ 2.506 (Vorjahr: T€ 1.882).

Der Gesamtbetrag der aktivierten Forschungs- und Entwicklungskosten des Geschäftsjahres im Sinne von § 285 Nr. 22 HGB beträgt T€ 363 (Vorjahr: T€ 491). Diese entfallen vollständig auf selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens.

Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen bestehen, wie im Vorjahr, ausschließlich aus Darlehensforderungen gegen die Alleingesellschafterin.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Hinsichtlich dem Posten Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen siehe unter Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.

Eigenkapital

Gemäß § 268 Abs. 1 Satz 3 HGB beinhaltet das Eigenkapital den Bilanzgewinn von T€ 1.960 (Vorjahr: T€ 3.125) einschließlich eines Gewinnvortrags von T€ 3.125 (Vorjahr T€ 2.531).

Rückstellungen

Allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten wird durch Bildung von Rückstellungen Rechnung getragen.

Gemäß § 285 Nr. 25 HGB werden folgende Angaben gemacht:

Anschaffungskosten des verrechneten Deckungsvermögens T€ 289
Beizulegender Zeitwert des verrechneten Deckungsvermögens T€ 511
Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden T€ 1.272
Verrechnete Erträge T€ 20
Verrechnete Aufwendungen T€ 24

Aufgrund der Anwendung der Regelungen des HGB i d. F. des BilMoG ergibt sich ein höherer Verpflichtungsumfang für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen. Von dem Erhöhungsbetrag wurden der Rückstellung im laufenden Geschäftsjahr T€ 12 (Vorjahr: T€ 12) zugeführt und in der Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen verbucht. Der in den Folgejahren noch zuzuführende Betrag beläuft sich auf T€ 12 (Vorjahr: T€ 24). Aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellung sind Zinsaufwendungen im laufenden Geschäftsjahr in Höhe von T€ 24 (Vorjahr: T€ 24) entstanden.

Steuerrückstellungen für das laufende Geschäftsjahr ergeben sich nicht. Die bilanzierte Steuerrückstellung der Vorjahre betreff Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer für das Geschäftsjahr 2021/2022 in Höhe von T€ 112.

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen erwartete Verpflichtungen aus ausstehenden Rechnungen T€ 656, (Vorjahr: T€ 929) sowie personalbezogene Rückstellungen T€ 308 (Vorjahr: T€ 365).

Aus der Auflösung von Rückstellungen ergaben sich im Geschäftsjahr Erträge in Höhe von T€ 314 (Vorjahr: T€ 326).

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betragen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr T€ 394 (Vorjahr: T€ 623). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen beinhalten auch Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing in Höhe von T€ 285 (Vorjahr: T€ 0). Davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr in Höhe von T€ 95 (Vorjahr: T€ 0) und mit einer Restlaufzeit bis fünf Jahren in Höhe von T€ 190 (Vorjahr: T€ 0).

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betragen T€ 420 (Vorjahr Forderungen: T€ 697). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 2.328 (Vorjahr: T€ 1.977) und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 2.748 (Vorjahr: T€ 1.282) gegenüber verbundenen Unternehmen werden wie in den Vorjahren saldiert in der Bilanz aufgezeigt. Unter den saldierten Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen wird auch die Forderung und Verbindlichkeit aus Lieferungen und Leistungen gegen die alleinige Gesellschafterin ausgewiesen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 2.310 (Vorjahr: T€ 1.948) und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 2.736 (Vorjahr: T€ 1.348) gegenüber der alleinigen Gesellschafterin werden unter dem Posten Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind im Wesentlichen Umsatzsteuerverbindlichkeiten von T€ 137 (Vorjahr: T€ 205), Lohnsteuerverbindlichkeiten in Höhe von T€ 102 (Vorjahr: T€ 103) und Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von T€ 29 (Vorjahr: T€ 15) enthalten.

Latente Steuern

Für das Geschäftsjahr werden keine latenten Steuern angesetzt.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen insbesondere Aufwendungen für EDV in Höhe von T€ 1.127 (Vorjahr: T€ 829), Marketing in Höhe von T€ 242 (Vorjahr: T€ 264), freie Mitarbeiterkosten in Höhe von T€ 104 (Vorjahr: T€ 184), Dienstleistungen Dritter T€ 2.747 (Vorjahr: T€ 2.495) sowie Kraftfahrzeuge in Höhe von T€ 302 (Vorjahr: T€ 302).

Der Zuführungsaufwand zur Pensionsrückstellung in Höhe von T€ 12 (Vorjahr: T€ 12) wird in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen gezeigt.

4. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen aus verschiedenen Miet- und Leasingverträgen bis zum Jahr 2028, aus denen folgende finanzielle Verpflichtungen hervorgehen:

Geschäftsjahr T€
2024/2025 338
2025/2026 163
2026/2027 74
2027/2028 0
2028/2029 0
Gesamt 575

Mietverträge mit Carrier

Die mit Carrier (Lieferanten von Telekommunikationsleistungen und Leistungskapazitäten) geschlossenen Mietverträge haben i.d.R. eine Laufzeit von einem Jahr. Die Verträge mit den Kunden von ClaraNet sind laufzeitkongruent.

Weiter bestehen mittelbare Pensionsverpflichtungen im Sinne von § 285 Nr. 3a HGB, welche zum Bilanzstichtag keinen Fehlbetrag des Kassenvermögens aufweisen.

Es bestehen keine Risiken aus nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften sowie schwebenden Rechtsstreitigkeiten nach § 285 Nr. 3 HGB.

Der Gesamtbetrag der aktivierten Forschungs- und Entwicklungskosten des Geschäftsjahres im Sinne von § 285 Nr. 22 HGB beträgt T€ 363 (Vorjahr: T€ 491). Diese entfallen vollständig auf selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens.

Arbeitnehmer

Im Berichtsjahr betrug die durchschnittliche Anzahl von Mitarbeitern 91 Angestellte (Vorjahr: 90). Zusätzlich waren durchschnittlich 16 Auszubildende und BA-Studenten (Vorjahr: 15) beschäftigt.

Geschäftsführer

Alleiniger Geschäftsführer im Geschäftsjahr: Olaf Fischer, Diplom-Informatiker, Roßdorf, Deutschland.

Herr Fischer ist einzelvertretungsberechtigt und von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Auf die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung wird mit Verweis auf § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Muttergesellschaft

Unmittelbares Mutterunternehmen ist die Alleingesellschafterin ClaraNet Group Limited, London, U.K., in deren Konzernabschluss die Gesellschaft einbezogen wird. Der Konzernabschluss, der den Konzernabschluss für den kleinsten Konzernkreis darstellt, wird beim britischen Handelsregister ,Companies House' unter der Registernummer 4037420 hinterlegt. Der Konzernabschluss für den größten Konzernkreis wird von der Claranet International Ltd, Jersey, U.K. aufgestellt und ist am Sitz der Gesellschaft erhältlich.

Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresfehlbetrag in Höhe von € 1.165.228,09 auf neue Rechnung vorzutragen und mit dem bestehenden Gewinnvortrag zu verrechnen.

Ausschüttungssperre

Die Ausschüttungssperren gemäß §§ 253 Abs. 6, 268 Abs. 8 HGB betragen insgesamt T€ 406 (Vorjahr: T€ 551).

Der zur Ausschüttung gesperrte Betrag resultiert aus dem Unterschiedsbetrag der Pensionsrückstellung (§ 253 Abs. 6 HGB) in Höhe von T€ -3,5 (§ 253 Abs. 6 HGB), aus den aktivierten selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen (§ 248 Abs. 2 HGB) in Höhe von T€ 254 (§ 268 Abs. 8 HGB) und aus dem zum Verkehrswert angesetzten Deckungsvermögen (§ 268 Abs. 8 HGB) in Höhe von T€ 155 (§ 253 Abs. 6 HGB).

Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach dem Schluss des Geschäftsjahres nicht eingetreten.

 

Frankfurt am Main, den 11. Oktober 2024

Die Geschäftsführung

Entwicklung des Anlagevermögens

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.7.2023 Zugänge Abgänge 30.6.2024
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.881.764,88 624.437,00 0,00 2.506.201,88
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.118.529,05 60.845,09 0,00 1.179.374,14
3.000.293,93 685.282,09 0,00 3.685.576,02
II. Sachanlagen
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 15.094.975,72 701.379,39 130.761,30 15.665.593,81
III. Finanzanlagen
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 7.585.521,66 41.278,87 0,00 7.626.800,53
25.680.791,31 1.427.940,35 130.761,30 26.977.970,36
Abschreibungen
1.7.2023 Zugänge Abgänge 30.6.2024
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.390.277,70 753.164,42 0,00 2.143.442,12
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 999.726,73 49.403,35 0,00 1.049.130,08
2.390.004,43 802.567,77 0,00 3.192.572,20
II. Sachanlagen
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.590.391,84 907.063,27 119.288,99 13.378.166,12
III. Finanzanlagen
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
14.980.396,27 1.709.631,04 119.288,99 16.570.738,32
Restbuchwerte
30.6.2024 30.6.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 362.759,76 491.487,18
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 130.244,06 118.802,32
493.003,82 610.289,50
II. Sachanlagen
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.287.427,69 2.504.583,88
III. Finanzanlagen
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 7.626.800,53 7.585.521,66
10.407.232,04 10.700.395,04

LAGEBERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS 2023/2024

DER CLARANET GMBH, FRANKFURT AM MAIN

Grundlagen des Unternehmens

Geschäftsmodell und Struktur

Die ClaraNet GmbH ist Teil der internationalen Claranet Gruppe, Claranet.

Claranet ist ein globaler Technologie-Dienstleister mit Fähigkeiten in den Bereichen Cloud, Cybersecurity, Data, Applications und Workplace Productivity Solutions. Claranet bietet adaptive, skalierbare Technologielösungen und ist groß genug, um komplexe Projekte zu liefern und gleichzeitig klein genug, um sich um die individuellen Bedürfnisse seiner Kunden zu kümmern. Claranet ist darauf spezialisiert, Unternehmen dabei zu helfen, die Ergebnisse zu erzielen, die sie benötigen, mit der Qualität, Langlebigkeit und Zusammenarbeit einer engagierten Partnerschaft. Claranet hilft seinen Kunden dabei, moderne Technologien einzuführen, ohne sie zu verlangsamen oder unbeherrschbare Risiken einzuführen.

ClaraNet GmbH in Deutschland als Teil der Claranet Gruppe legt seinen Schwerpunkt auf Managed Services für mittelständische Geschäftskunden mit Dienstleistungen in den Bereichen Cloud, Managed Applications für Web- und Business-Applications sowie im Netzwerkbereich verbunden mit Cybersecurity Services.

Dabei investiert ClaraNet fortlaufend in die Weiterentwicklung seiner Managed Services, beispielsweise seit mehreren Jahren in moderne Cloud-Native Konzepte wie Containerisation auf Basis von Docker und Kubernetes oder in der Weiterentwicklung seiner Cybersecurity Fähigkeiten. Auch der Managed Service Betrieb für Business-Applikationen wie SAP gewinnt weiter an Bedeutung.

Neben diesem organischen Ausbau der Fähigkeiten konnte die Claranet Gruppe in Deutschland über den Firmenzukauf weitere Fähigkeiten hinzuzugewinnen. Die Schwestergesellschaft der ClaraNet GmbH, die Claranet Holding GmbH, konnte nach dem Zukauf des SAP BW Experten Kheto Consulting GmbH die AddOn GmbH akquirieren, womit weitere Fähigkeiten im SAP Basis Bereich sowie im Workplace Productivity hinzugewonnen werden konnten. Diese beiden Firmen wurden inzwischen zur Claranet Addon GmbH verschmolzen. Die Kombination dieser Kompetenzen verbunden mit den Cloud- und Managed Services Fähigkeiten der ClaraNet GmbH ergeben viele neue Chancen auf dem deutschen Markt, nicht zuletzt die bereits erwähnten und stark verbesserten Managed Services für SAP, womit im abgelaufenen Geschäftsjahr auch die ersten Kunden gewonnen werden konnten.

Die ClaraNet GmbH agiert weiterhin deutschlandweit. Der Hauptsitz befindet sich in Frankfurt am Main.

Ziele und Strategie

ClaraNet adressiert die Marktdynamik in Deutschland mit unserer Mission und unseren Dienstleistungen:

Wir unterstützen Unternehmen mit innovativen Services dabei, die digitale Transformation zu meistern und ihre Sicherheit und Effizienz zu verbessern. Wo auch immer sich unsere Kunden auf ihrer IT-Modernisierungsreise befinden, wir erschließen das Potenzial der digitalen Welt.

Wir bieten Unternehmen und Organisationen Managed Services, Professional Services und Schulungen in den Bereichen Cloud, Daten & KI, Workplace, SAP und Sicherheit. Wir wollen Unternehmen dabei helfen, das Potenzial der digitalen Welt sicher und innovativ nutzen zu können. Unser Ziel ist es, der bevorzugte Partner für Unternehmen zu sein, die durch adaptive und skalierbare IT-Technologielösungen ihre Konkurrenzfähigkeit festigen und vorantreiben möchten. ClaraNet begegnet seinen Kunden genau dort, wo sie sind und passt sich an ihr Tempo an. Der lokale Ansatz von ClaraNet in Kombination mit den globalen Fähigkeiten der Claranet Gruppe ermöglicht es, auch große mittelständische Kunden optimal mit innovativen IT-Lösungen zu begeistern. Wir legen dabei besonderen Wert auf Qualität, Langlebigkeit und Zusammenarbeit, um eine engagierte Partnerschaft mit unseren Kunden aufzubauen.

In Deutschland ist unsere Strategie auf Managed Services mit wiederkehrenden Umsätzen ausgerichtet und wir planen, diesen Fokus auch zukünftig beizubehalten. Hierbei wird bei größeren Kunden zunehmend die Transition von existierenden Workloads in die Cloud wichtig, wodurch Professional Services eine zunehmende Bedeutung für ClaraNet Deutschland gewinnen.

Die Strategie von ClaraNet Deutschland ist in die Strategie der Claranet Gruppe eingebettet und folgt den gleichen Prioritäten. Diese sind "Organisches Wachstum", "Akquisitionen", "Finanzielle Stärke", wobei wir sehr darauf achten, dass wir unsere "agile und kooperative Kultur" schützen.

Die Fähigkeiten von ClaraNet in Deutschland im Verbund mit der Claranet Gruppe in den Bereichen Cloud, Applications, Cybersecurity, Workplace Productivity und im Netzwerkbereich sind geeignet, Kunden in jeder Branche und weltweit bei der Förderung von Fortschritt, Wachstum und der Stärkung ihrer Widerstandsfähigkeit zu unterstützen und die moderne Welt zu gestalten - Make modern happen.

Steuerungssystem

Die ClaraNet GmbH ist Teil der Claranet Gruppe. In diesem Kontext werden die jährliche Budgetierung, die Konsolidierung der Jahresabschlüsse, das monatliche Reporting inkl. Rolling Forecast sowie die Kernkennzahlen (Key-Performance-Indicators, KPIs) an die Gruppenrichtlinien angelehnt. Als Grundlage für die Budgetierung wird zuvor jährlich ein Businessplan entwickelt, der die Strategie für den deutschen Markt beschreibt, wobei durch die jüngsten Firmen-Akquisitionen in Deutschland eine gemeinsame Strategie für den deutschen Markt entwickelt wurde, die eine starke Kooperation mit den gemeinsamen Fähigkeiten auf dem deutschen Markt vorsieht.

Insgesamt werden weiterhin alle operativen Belange des Geschäfts der ClaraNet GmbH am deutschen Markt eigenständig innerhalb der Claranet Gruppe Deutschland entschieden und gesteuert.

Das Steuerungsgremium für die operativen Belange der Claranet Gruppe Deutschland und damit der ClaraNet GmbH ist das erneut erweiterte Senior Management Team Deutschland (eSMT), u.a. bestehend aus den Bereichsleitern für Operations (FedOps), Human Resources, Finance und Commercials (Sales und Marketing) sowie den Leitern der kommerziellen Geschäftsbereiche "Cloud", "SAP", "Workplace" und "Cyber Security" unter der Führung des alleinvertretungsberechtigten Geschäftsführers der ClaraNet GmbH. Die letztendliche Entscheidung obliegt dem Geschäftsführer, die weiteren Mitglieder des eSMT sind für die operativen Belange ihrer Bereiche verantwortlich. Die finanziellen Entscheidungsspielräume der Bereichsleiter sind in einer internen Zeichnungsrichtlinie geregelt, inklusive einer Vertretungsregelung für den Geschäftsführer.

Das eSMT trifft sich entsprechend einer internen Governance regelmäßig zur Abstimmung im Team und darüber hinaus in durch den operativen Kontext implizierten Einzel- oder Kleingruppenmeetings.

Zum Beginn eines Geschäftsjahres werden durch die Geschäftsleitung dem eSMT neben dem mit der Claranet Gruppe vereinbarten Budgetrahmen die Unternehmensprioritäten der Claranet Gruppe Deutschland für das Geschäftsjahr zur Kenntnis gebracht, welche damit auch für die ClaraNet GmbH relevant sind, und die als Basis für den von der Geschäftsleitung gemeinsam mit dem eSMT aufgestellten Businessplan dienten. Im Businessplan werden auf Grundlage von vereinbarten Prioritäten und der groben Budgetrahmenrichtlinien die strategischen und operativen Ziele für Deutschland festlegt. Der Businessplan sowie das darauf basierende Budget bilden den grundsätzlichen Rahmen, der durch das eSMT operationalisiert wird und der als Grundlage für die Entscheidungen des eSMT dient.

Zur Unterstützung der Entscheidungsfindung und Kontrolle der Ergebnisse wurde ein Kontrollsystem etabliert, das neben der finanziellen Überwachung durch monatlichen Rolling Forecast, Budgetabgleich und Kurzfristliquiditätsplanung auch die Aktivitäten und Ergebnisse monitort, die sich aus der Umsetzung des Businessplans ergeben.

Forschung und Entwicklung

Bei der ClaraNet GmbH fallen nur im unwesentlichen Umfang Kosten für Forschung an. Im Kontext der Entwicklung neuer Plattformen und Services wird hingegen fortlaufend investiert, insbesondere bei der Entwicklung und Innovation unserer "Managed Services" in verschiedenen Bereichen. Die als Zugänge aktivierten Projektaufwände für Neuentwicklungen im vergangenen Geschäftsjahr betrugen ca. T€ 624 (Vorjahr: T€ 768) an dedizierten Personalaufwendungen für diese Innovationen.

Neben den eigenen Entwicklungen profitiert die ClaraNet GmbH von den erweiterten Fähigkeiten der Claranet Gruppe Deutschland (SAP und Workplace Productivity) sowie von den Innovationsanstrengungen und Kooperationen auf Gruppenebene.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Zwischen Juli 2023 und Juni 2024 zeigte der deutsche IT-Markt in wichtigen Schlüsselbereichen wie Managed Cloud Services, Cybersecurity eine positive Entwicklung. Der Markt für Managed Services SAP Basis hat sich durch die aggressive SAP Cloud Strategie ("RISE") etwas weniger stark entwickelt, als erwartet.

Die gesamtwirtschaftliche Lage, geprägt vom Ukrainekrieg, führt weiterhin zu einer vorsichtigen Investitionsmentalität und verstärktem Fokus auf Sicherheit und Resilienz in der IT.

Gleichzeitig bewirkte das Ende der Covid-Krise eine Neubewertung der Arbeitsplatzgestaltung und Technologieinvestitionen, wodurch der Bedarf an Managed Cloud Services anstieg.

Es wurde erwartet, dass der Markt im abgelaufenen Betrachtungszeitraum mit einer CAGR (Compound Annual Growth Rate) von 16% wachsen würde, getrieben durch die Notwendigkeit der Unternehmen, Betriebs- und Infrastrukturkosten zu senken (Quelle: "Analyse der Marktgröße und des Anteils von Cloud Managed Services" von Mordor Intelligence, 2023).

Jedoch scheint diese Prognose nicht erreicht worden zu sein. Die Analysten von Gartner prognostizieren ein weltweites IT Wachstum von nur noch 6,8% für 2024 (Quelle: IT-BUSINESS. "Gartner-Prognose: Die IT-Ausgaben wachsen 2024 um 6,8 Prozent." https://www.itbusiness.de/gartner-analysten-prognostizieren-die-it-ausgaben-wachsen-heuer-um-68-prozent-a-56b9760dfc3f683de4f4456503b1773e/) und die Bitkom für den deutschen Mart sogar nur ein Wachstum von 4,7% für 2024 (Quelle: Bitkom e.V. "Halbjahres-Konjunktur: Digitalbranche wächst stabil." https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Halbjahres-Konjunktur-Digitalbranche-waechst-stabil).

Auch wenn sich diese Zahlen auf den gesamten IT Markt und nicht nur Managed Services beziehen, ergibt sich daraus eine relative Wachstumsschwäche des deutschen Marktes.

Gleichzeitig stiegen und steigen die Cyber-Bedrohungen weiter an, wie man den täglichen Nachrichten entnehmen kann. Daher kann man davon ausgehen, dass die Nachfrage nach Cybersecurity-Lösungen weiterhin zunimmt, und die bereits 2023 prognostizierte Wachstumsrate von 10,31% bis 2028 (Quelle: Statista Marktprognose für Cybersecurity in Deutschland, 2023) realistisch bleibt. Somit wird erwartet, dass im Cybersecurity-Sektor bis 2028 ein Marktvolumen von 10,24 Milliarden Euro erreicht werden kann.

Im Bereich SAP Basis wird trotz der SAP RISE Strategie eine kontinuierliche Nachfrage erwartet, nicht zuletzt angetrieben durch den bereits spürbaren und sich verstärkenden Fachkräftemangel und die gelichzeitige Notwendigkeit zum sicheren Betrieb bestehender Systeme und deren Modernisierung und sukzessiver Migration auf S/4HANA oder SAP RISE. Unternehmen suchten nach Dienstleistern, die sie bei dieser Transformation unterstützen, nicht zuletzt in Hinblick auf Cloud-Integration und Cybersecurity.

Branchenübergreifend war ein Trend zu mehr Nachhaltigkeit und Energieeffizienz in der IT erkennbar. Insgesamt erlebte der deutsche IT-Markt eine Kombination aus wirtschaftlichen Herausforderungen und technologischen Chancen, wobei das Wachstum im Bereich von Managed Cloud Services unter den Erwartungen blieb.

Dennoch kann gefolgert werden, dass die Akzeptanz unserer Services am deutschen Markt gut ist, insbesondere, da wir in Bereichen wie Cybersecurity und modernen Cloud Services weiterhin investieren und der Markt insgesamt wächst, wenn bei Managed Cloud auch langsamer als in der Vergangenheit. Das gesamtwirtschaftliche Marktumfeld in Deutschland forciert die Suche nach Effiziensgewinnen, die nicht zuletzt durch verstärkte Digitalisierung erreicht werden können. Erfolgreiche Digitalisierungsvorhaben benötigen die IT-Agilität von Cloudinfrastrukturen und Clouddiensten, da sie sonst kaum erfolgreich sein können. Hierbei spielt die Sicherheit eine immer größere Rolle, was wir mit unseren Cybersecurity Services verstärkt adressieren. Nicht zuletzt im wichtigen Bereich der Businessapplikation SAP sind derzeit verstärkt Aktivitäten spürbar, einerseits impliziert durch die Strategieentscheidungen des Herstellers, alte Datenbanken nach 2027 nicht mehr zu unterstützen, aber auch durch den sich verstärkenden Fachkräftemangel für SAP-Basisdienstleistungen, der durch das bevorstehende Ausscheiden der Babyboomer-Generation zu einer wachsenden Knappheit an SAP-Spezialisten führt. Eine Studie von Techconsult und Camelot zeigt, dass neun von zehn Unternehmen, die SAP nutzen, innerhalb der nächsten drei Jahre auf S/4HANA migrieren werden, was einen hohen Bedarf an SAP-Fachkräften mit sich bringt (Quelle: "Der Mangel an SAP-Fachkräften spitzt sich zu" - duerenhoff SAP-Blog, 2023). Hier ist Claranet mit seinen im hohen Maße automatisierten und leicht zu adaptierenden Managed SAP Basis Services "on premise" und "on cloud" hervorragend aufgestellt, diesem Mangel zu begegnen. Dazu wir Claranet auch für das SAP RISE Programm eine Managed Service "on RISE" entwickeln, sodass theoretisch alle SAP-Modernisierungsprojekte für die SAP Basis adressiert werden können.

Somit bleibt die Weiterentwicklung unseres Managed Services Portfolios in den Bereichen Cloud, Applications, Security und Data national wie auch international auf lange Zeit die wichtigste strategische Investition von Claranet, wobei wir uns auf weiterhin wachstumsstarke Marktsegmente in diesem Bereich konzentrieren werden.

Dennoch ist zu erwarten, dass die ClaraNet GmbH unter dem Strich nicht so schnell wachsen wird, wie der Cloud Markt, da weiterhin ehemals große Kunden, die schon lange von der ClaraNet GmbH mit Managed Services bedient worden sind, aufgrund von Restrukturierungen internalisieren oder sich anders orientieren, was zu einer Reduktion von Bestandsumsätzen im Bereich Managed Services geführt hat und noch einige Zeit führen wird. Daher muss unser Neugeschäft in diesem Bereich zuerst Umsatzabgänge kompensieren, bevor zusätzliches organisches Wachstum erzeugt werden kann. Wir erwarten, dass wir diese Schwelle im kommenden Geschäftsjahr überwinden, im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten wir die Abgänge noch nicht kompensieren.

Neben diesem strategischen Portfolio bleibt die Bereitstellung von virtuellen IP-Unternehmensnetzwerken und Internetzugängen auch unabhängig von Cloud-Diensten ein Portfoliobaustein der ClaraNet GmbH. In diesem Umfeld ist der Wettbewerb weiterhin sehr hart, ein gewisser Umsatzabgang durch Preisverfall und Kundenwechsel ist nach wie vor zu verzeichnen und weiterhin zu erwarten. Jedoch stellen wir uns diesem Wettbewerb seit Jahren sehr erfolgreich und können Bestands- und Neukunden durch unseren exzellenten Service überzeugen.

Geschäftsverlauf

Die im Vorjahr geäußerte Erwartung eines steigenden Umsatzes gegenüber dem FY2023 wurde nicht erreicht. Erwartungsgemäß hat sich der Bereich Netzwerk verringert (€-675k gegenüber FY23) und Cyber Security erhöht (€+274k), obwohl in diesem Bereich die noch höheren Wachstumserwartungen nicht erfüllt werden konnten. Der Bereich Managed Cloud Hosting ist gegenüber dem VJ leicht gesunken (€-236k).

Wie im Vorjahr wurden Umsatzanteile aus dem klassischen Hosting ("Private Cloud") zunehmend durch neue Cloud Hosting Umsätze ("Public Cloud") substituiert, wodurch die Erlöse für infrastrukturnahe Ressourcen in der Private Cloud zunehmend unter Druck geraten. Analog zum Netzwerkgeschäft kann dieser Bereich als Legacy betrachtet werden, er hat eine geringe strategische Relevanz, bleibt aber Teil unseres Portfolios. Im Rahmen von Sovereign-Cloud-Ansätzen in Europa, die Datenhoheit, Sicherheit und Compliance sowie Unabhängigkeit von ausländischen Anbietern als Motiv haben, kann das Private Cloud-Geschäft in Zukunft jedoch wieder an Bedeutung gewinnen.

Auch im Bereich der Cyber Security Services konnten die Umsätze gesteigert werden, allerdings nicht im erwarteten Umfang. Insgesamt konnten daher die weiterhin rückläufigen Umsätze im Bereich Netzwerk und Private Cloud Hosting nicht vollständig kompensiert werden, so dass der Vorjahresumsatz leicht verfehlt wurde. Für das kommende Jahr erwarten wir eine Fortsetzung dieser Entwicklung, wobei die Talsohle durchschritten zu sein scheint, da unsere wesentlichen Kennzahlen (siehe unten) "Work in Progress" sowie der Auftragsbestand ("Contract Book") über dem Vorjahr liegen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir wie im Vorjahr weiter in die Festigung unserer Positionierung als Managed Cloud Provider und die damit verbundene Marktentwicklung investiert. Schwerpunkte waren wie im Vorjahr eine strategisch auf Inhalte ausgerichtete Vermarktung sowie unsere Investitionen in neue Plattformen und Services. Dennoch waren die Investitionen im Marketing insgesamt leicht geringer als im Vorjahr

Neben den permanent notwendigen Ersatzinvestitionen in unsere Infrastruktur und der fortlaufenden Modernisierung unserer Services ("KISS" ["Containerisation", "Managed Kubernetes"], "Cybersecurity", "Cloud Professional Services") waren im vergangenen Jahr keine größeren Erweiterungsinvestitionen erforderlich.

Die geplante Erhöhung im Personalbereich wurde nur teilweise umgesetzt und beträgt gegenüber dem VJ €+366k.

Im Bereich der "Capital Expenditures" (Capex) wurde mit T€ 1.387 etwas mehr investiert als im Vorjahr (T€ 1.310), diese Schwankung liegt aber im normalen, schwer planbaren Bereich.

Darüber hinaus hat die ClaraNet GmbH ihre Anstrengungen im Bereich der Informationssicherheit und Compliance weiter vorangetrieben. Neben dem erfolgreichen Rezertifizierungsaudit des ISO/IEC-27001:2022-Standard, dessen Geltungsbereich ("Scope") weiterhin nahezu das komplette Portfolio von ClaraNet inklusive der bedeutenden "Managed Cloud Services" umfasst, wurde zusätzlich in folgende Maßnahmen investiert, die alle erfolgreich abgeschlossen wurden:

2. Überwachungsaudit ISO 9001:2015 (Qualitätsmanagement)

Rezertifizierungsaudit ISO/IEC 27017:2021 (Informationssicherheit in der Cloud)

Rezertifizierungsaudit ISO/IEC 27018:2020 (Datenschutz in der Cloud)

1. Überwachungsaudit ISO 22301:2019 (Business Continuity Management)

Audit nach ISAE 3402 und IDW PS 951 gemäß der AICPA Trust Services Criteria 2017 und BSI C5:2020 zum Erhalt eines neuen SOC 2 Typ II Reports

Sicherheit und Compliance sind nach wie vor die Kernthemen bei der Überlegung, IT und Daten in die Cloud auszulagern. Insofern hat ClaraNet im abgelaufenen Geschäftsjahr hier erneut stark investiert und wird diese Investitionen in den folgenden Jahren fortführen.

Der Geschäftsverlauf im abgelaufenen Geschäftsjahr war nicht so positiv, wie prognostiziert, insbesondere das erhoffte Umsatzwachstum blieb hinter den Erwartungen zurück. Durch Kostendisziplin im Personalbereich konnte der Wachstumsschwäche im abgelaufenen Geschäftsjahr jedoch teilweise erfolgreich entgegengewirkt werden.

Insgesamt hat die ClaraNet GmbH mit einem Ergebnis von T€ - 1.164 vor Steuern erstmals seit längerer Zeit keinen Jahresüberschuss erwirtschaftet.

Lage

Ertragslage

Obwohl der Umsatz nur um T€ 780 auf T€ 17.616 zurückging, musste das Geschäftsjahr aufgrund erhöhter Investitionen im Personalbereich und bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen mit einem Verlust vor Steuern in Höhe von T€ -1.165 abgeschlossen werden. Im Personalbereich waren nicht zuletzt Nachholeffekte nach der Covid-Krise zu verzeichnen.

Der Umsatzrückgang verteilt sich im Wesentlichen auf das Netzwerkgeschäft (-T€ 675) und das klassische Hosting Geschäft (-T€ 236), während im Bereich Cyber Security ein leichter Umsatzanstieg (+T€ 274) zu verzeichnen war. Damit wurden die budgetierten Umsatzerwartungen zwar verfehlt, insgesamt konnte jedoch angesichts der herausfordernden Markt- und Kundensituation eine zufriedenstellende Ertragslage erzielt werden.

Der Materialaufwand lag mit T€ 5.303 um +T€ 41 leicht über dem Vorjahreswert, was insbesondere auf das gestiegene Public Cloud-Geschäft zurückzuführen ist, wodurch die Aufwendungen für externe Cloud-Ressourcen um +T€ 89 gestiegen sind, teilweise kompensiert durch Einsparungen in anderen Feldern.

Der im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnende Anstieg von 5% bei den Personalkosten um T€ 366 auf T€ 7.656 ergibt sich insbesondere durch Gehaltssteigerungen, welche aufgrund der überstandenen Covid-Krise sowie der hohen Inflation höher als normal ausfielen. Ein Teil des Anstiegs erklärt sich darüber hinaus aus normalen Schwankungen im Personalbereich.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 5.513 T€ sind gegenüber dem Vorjahr (5.028 T€) um 485 T€ gestiegen, was insbesondere auf höhere Dienstleistungs- und Personalaufwendungen aus der Claranet-Gruppe zurückzuführen ist. Durch die vermehrte Inanspruchnahme dieser Leistungen konnte ein höherer Anstieg der eigenen Personalkosten durch notwendige Personalanpassungen abgemildert werden.

Finanzlage

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir weiter in den Ausbau unserer Services sowie in Maßnahmen zur Effizienzsteigerung investiert. Bei den Services sind beispielhaft die Weiterentwicklung unserer Fähigkeiten in Richtung generischer Application Services auf Container-Basis ("Managed Container Applications", Projektname "KISS"), die Investitionen im Bereich Cyber Security sowie die Entwicklung von Beratungspaketen im Cloud-Kontext ("Cloud Native Professional Services") zu nennen. Projekte zur Effizienzsteigerung aus dem Vorjahr wurden weitergeführt, wie beispielsweise das Projekt "Altawatch" zur Modernisierung unserer Monitoringumgebung. Dieses Projekt konnte zwischenzeitlich erfolgreich abgeschlossen werden.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Investitionen für den Auf- bzw. Ausbau vorhandener Plattformen durch eine Ersatzinvestion im Bereich IaaS (Private) Cloud etwas höher als im Vorjahr ausgefallen (+T€ 220).

Die Liquidität hat sich aufgrund der weiterhin insgesamt stabilen Geschäftslage positiv entwickelt. Der Cashsaldo zum Jahresende betrug (exkl. Festgeld) T€ 436.

Vermögenslage

Die Vermögenslage hat sich aufgrund der Geschäftsentwicklung leicht verändert. Der Deckungsgrad II liegt im Geschäftsjahr bei 79,9 % (Vorjahr: 87,2 %). Das Verhältnis von Fremdkapital zu Eigenkapital hat sich von 57,3 % im Vorjahr auf 67,3 % im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht erhöht. Die Eigenkapitalquote ist von 63,6 % im Vorjahr auf 59,8 % gesunken. Die Eigenkapitalrentabilität beträgt für das abgelaufenen Geschäftsjahr nunmehr -15,8 %.

Die wichtigsten weiteren Veränderungen zum Vorjahr werden im Folgenden erläutert:

Die Verringerung der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände um T€ -833 gegenüber dem Vorjahr (Vorjahr: T€ 564) resultiert im Wesentlichen aus der Umgliederung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen, welche im FY2024 saldiert mit Verbindlichkeiten auf der Passivseite ausgewiesen werden.

Die Verbindlichkeiten sind gegenüber dem Vorjahr um T€ 431 gestiegen. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen zum Bilanzstichtag.

Finanzielle Leistungsindikatoren und andere Kennzahlen

a) Die wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren und ihre Werte (T€) zum Bilanzstichtag

• Revenue 17.616
• Gross Margin 12.312
• Opex 13.169
• EBITDA 174
• EBT -1.164

b) Die folgenden Kennzahlen geben einen zusätzlichen Blickwinkel auf den Zustand zum Bilanzstichtag. Erfreulicherweise haben sich alle im Vergleich zum Vorjahr verbessert (in T€, wenn nicht anders angegeben):

• Contract Book * 18.765
• UBR ** 4.199

* / ** "Contract Book" beinhaltet den Wert aller unter Vertrag stehenden, aber noch nicht abgerechneten Leistungen. Dies ist ein wichtiger Key-Performance-Indikator, um das Geschäftsmodell "Managed Services" von ClaraNet zu beschreiben. Trotz der zunehmenden Bedeutung von Cloud Services beim Neugeschäft mit dem Paradigma "Pay as you go" ("UBR", Usage based revenue) konnte dieser Wert um mehr als 20% zum Vorjahr gesteigert werden. Auch die Umsätze repräsentiert durch den KPI "UBR" der nicht vertraglich garantierten, jedoch erwartbar wiederkehrenden Umsätze ist leicht erhöht, sodass sich insgesamt ein positiver Ausblick ableiten lässt, das Geschäftsmodell ist weiterhin sehr nachhaltig.

Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Prognosebericht

Für das kommende Geschäftsjahr erwarten wir einen Umsatz leicht über dem Niveau des Berichtsjahres. Im Bereich Network und Managed Cloud Hosting (Private und Public) wird er noch leicht zurückgehen, da die Auswirkungen der Kundenabgänge im Bereich Private Cloud noch nicht voll durchgeschlagen sind. Im Bereich Cyber Security wird hingegen erwartet, dass der bereits eingeschlagene Wachstumspfad stärker fortgesetzt werden kann.

Der begonnene Umsatzrückgang bei einigen Kunden wird sich fortsetzen, die bereits in den Vorjahren antizipierten Abgänge werden sich im kommenden Geschäftsjahr endgültig auswirken. Darüber hinaus wird es zu einem weiteren leichten Rückgang im Bereich Netzdienstleistungen kommen.

Dennoch erwarten wir aufgrund einer gesunden Pipeline genügend Neugeschäft in den Bereichen Managed Cloud Services sowie Cyber Security, um die Abgänge zu kompensieren.

Per Saldo prognostizieren wir einen Umsatz über dem Level des Berichtsjahres.

Auch andere zentrale Finanzkennzahlen (Gross Profit, Opex, EBITDA) werden in etwa auf Vorjahresniveau erwartet (Abweichungen <10%).

Insgesamt ist die Prognose in diesem Jahr trotz vielfältiger externer Krisen wie dem Krieg in der Ukraine etwas einfacher als im Vorjahr, da sich wichtige KPIs verbessert haben ( Contract Book) und die Sales-Pipeline vielversprechend ist.

Dennoch können die Auswirkungen schwieriger externer Bedingungen wie eine stagnierende Wirtschaft oder Krisen wie der Krieg in der Ukraine das Bild verändern. Es ist daher möglich, dass aufgrund des Umfelds bei einem Teil unserer Kunden der Churn etwas höher und der Auftragseingang etwas niedriger ausfallen könnte als geplant.

Im Folgenden werden die teilweise schon in diesem Bericht beleuchteten, wichtigsten Chancen und Risiken für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens zusammengefasst dargestellt, um einen guten Überblick zu geben.

Chancen

Das Portfolio umfasst Managed Cloud Services, Cyber Security Services und durch die Akquisitionen in der Claranet Deutschland Gruppe auch Managed Services im Bereich SAP und Modern Workplace Services sowie IT Training Services. Diese Dienstleistungen sind besonders relevant für Unternehmen, die in die digitale Transformation investieren, was das Cross-Selling-Potenzial sowohl bei bestehenden Kunden als auch bei Neukunden erheblich erhöht.

Stärken und Marktchancen:

Technologiekompetenz und Flexibilität: Claranet bietet eine einzigartige Verbindung von Kompetenz und Agilität, die es ermöglicht, Projekte unabhängig von deren Größe oder Komplexität sicher und effizient zu realisieren. Diese Flexibilität ist entscheidend, um auf die dynamischen Anforderungen des Marktes zu reagieren und maßgeschneiderte Lösungen für Kunden bereitzustellen.

Innovationskraft und Partnerschaften: Claranet arbeitet eng mit führenden Technologieunternehmen zusammen, um seinen Kunden die neuesten und besten Lösungen anzubieten. Diese und neue strategische Partnerschaften ermöglichen es Claranet, innovative Technologien schnell zu integrieren und so einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen. Zudem investiert Claranet kontinuierlich in die Entwicklung neuer Dienstleistungen und Lösungen, um den sich ständig ändernden Marktanforderungen gerecht zu werden.

Zertifizierungen und Sicherheitsstandards: Claranet legt großen Wert auf Informationssicherheit, was durch zahlreiche Zertifizierungen wie ISO 27001 und das Trusted Cloud Label des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie belegt wird. Diese Standards sind besonders wichtig für Kunden, die hohe Anforderungen an die Datensicherheit stellen.

Externe Marktentwicklungen:

Wachsende Nachfrage nach Cloud-Migration: Viele Unternehmen planen in den nächsten Jahren Cloud-Migrationsprojekte. Claranet kann hier als starker Partner auftreten, um diese Transformationen zu unterstützen und zu optimieren.

Steigende Investitionen in SAP S/4HANA: Die Bereitschaft zur Investition in SAP S/4HANA steigt, was Claranet die Möglichkeit bietet, seine SAP-Services weiter auszubauen und Unternehmen bei der Migration zu unterstützen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Claranet durch sein breites Dienstleistungsportfolio und seine starke Marktposition gut aufgestellt ist, um von der zunehmenden Digitalisierung und den damit verbundenen Marktchancen zu profitieren. Die Kombination aus technologischem Know-how, Innovation und hohen Sicherheitsstandards macht Claranet zu einem attraktiven Partner für Unternehmen, die ihre digitale Transformation vorantreiben möchten.

Diese Faktoren geben Anlass zu vorsichtigem Optimismus, dass die Unternehmensziele im kommenden Jahr erreicht oder sogar leicht übertroffen werden können.

Risiken

Grundsätzlich lassen sich bei der Risikobetrachtung drei übergeordnete Kategorien identifizieren, das "Marktrisiko" (M), das "Nettowachstumsrisiko" (NRG) aufgrund von Auftragseingang und Umsatzabgang sowie das "Fachkräftemangelrisiko" (HR).

Die externen Faktoren, die das Geschäftswachstum beeinflussen könnten, haben sich seit vorigem Jahr nur zum Teil verändert:

1.

Energiekrise: Die Energiepreise bleiben im Vergleich zu anderen europäischen Regionen hoch, was die Betriebskosten für IT-Infrastrukturen weiterhin belastet. Dies könnte die Preisgestaltung unserer Dienstleistungen in bestimmten Bereichen beeinflussen und zu schwierigeren Geschäftsabschlüssen führen.

2.

Makroökonomische Entwicklungen: Die Wachstumsschwäche im deutschen Markt beeinflusst die Nachfrage nach IT-Dienstleistungen. Unternehmen sind vorsichtiger bei Investitionen in neue Technologien, was zu Verzögerungen oder Reduzierungen bei IT-Projekten führen kann.

3.

Gesetzgebung und Regulierung: Die Umsetzung der neuen europäischen Richtlinie zur Netz- und Informationssicherheit (NIS2) in Deutschland erfordert Anpassungen und zusätzliche Investitionen in Cybersicherheit, sowohl bei Claranet als auch bei Kunden.

4.

Politische Krisen: Der Ukrainekonflikt und andere geopolitische Spannungen bleiben bestehen und können weiterhin Unsicherheiten in den Lieferketten verursachen. Dies könnte zu Budgetkürzungen bei Kunden führen.

5.

Fachkräftemangel: Der Arbeitsmarkt bleibt angespannt, insbesondere im Bereich Cloud-Native Services. Claranet hat jedoch durch gezielte Maßnahmen die Anzahl der offenen Stellen reduzieren können, was das HR-Risiko etwas mindert.

6.

Cloud-Markt: Der Cloud-Markt in Deutschland wächst weiter, was Chancen für Claranet bietet, jedoch auch den Wettbewerb intensiviert. Neue Marktteilnehmer und aggressive Preispolitiken bestehender Wettbewerber könnten den Marktanteil von Claranet beeinflussen.

Daraus abgeleitet ergeben sich die folgenden Risiken für das kommende Geschäftsjahr:

Ukrainekrise und geopolitische Unsicherheiten könnten die Investitionsbereitschaft und damit das Wachstum länger als erwartet dämpfen (NRG).

Entwicklung des Cloud-Marktes könnte hinter den Erwartungen zurückbleiben, trotz positiver Prognosen (M).

Budgetansätze mit höheren Auftragseingangszielen, insbesondere im Bereich Cyber Security, bleiben unsicher (NRG).

Geschäftsabgänge könnten höher ausfallen als geplant, durch den Verlust weiterer großer Kunden (NRG).

Neuer Wettbewerb im Cloud-Markt mit aggressiven Strategien stellt ein Risiko dar (M).

Fachkräftemangel bleibt ein potenzieller Wachstumshemmer, bietet jedoch auf Kundenseite auch Chancen für unsere Managed Services (HR).

Insgesamt bleibt das Nettowachstumsrisiko (NRG) das unmittelbarste Risiko für das prognostizierte Wachstum. Die bekannten Marktrisiken wurden bei der Budgeterstellung bestmöglich berücksichtigt, ihre darüberhinausgehenden Auswirkungen auf das kommende Geschäftsjahr sind jedoch sehr schwer einzuschätzen. Das HR-Risiko des Fachkräftemangels ist weiterhin am Markt zu beobachten, jedoch haben wir aufgrund vorsichtiger Planung insgesamt weniger offene Stellen als in den Vorjahren. Zudem leiden auch unsere Kunden unter dem Fachkräftemangel, woraus sich Chancen für unsere Managed Services ergeben.

Sollten einige der beschriebenen Risiken im kommenden Geschäftsjahr eintreten, sind die Wachstumserwartungen möglicherweise zu hoch. Unser Geschäftsmodell mit einem hohen Anteil an wiederkehrenden Umsätzen gibt uns jedoch in jedem Fall genügend Zeit, um auf unvorhergesehene oder sich verschärfende Ereignisse rechtzeitig zu reagieren, zum Beispiel durch Kostensenkungen im Personalbereich.

IKS - Risikomanagement

Das Risikomanagement bei der ClaraNet GmbH umfasst zwei Kernverfahren. Das Verfahren zum Financial Controlling ist klar auf das Geschäftsergebnis und den Cashflow fokussiert und gleicht aktuelle Ergebnisse und Aussichten mit dem Budgetansatz ab. Das andere Verfahren ist ein systematischer Ansatz zur Erkennung, Klassifizierung und Bearbeitung von generellen Risiken, vor allem im Bereich der Informations-Assets und der Business Continuity von ClaraNet. Die beiden Bereiche werden im Folgenden kurz skizziert:

Rolling Forecast und Budgetabgleich

Unser Verfahren der monatlich angepassten Forecastplanung hat sich als effektives Instrument der Risikokontrolle erwiesen, welche jeweils auf den letzten aktuellen Zahlen aus der Finanzbuchhaltung und dem Controlling aufsetzt.

Das Ergebnis dieser regelmäßigen Planung wird mit dem aktuellen Budget verglichen, signifikante Abweichungen werden analysiert und auf ihre kurzfristigen und mittelfristigen Effekte bewertet, um gegebenenfalls unmittelbar notwendige Maßnahmen einleiten zu können.

In diesen Abgleich fließen sowohl die Zahlen und Kennzahlen aus der Finanzbuchhaltung als auch wichtige Kennzahlen aus dem Vertrieb/Marketing, dem Betriebsbereich (Operations) sowie dem Personalbereich ein. Die vor einigen Jahren eingeführten wichtigsten Kennzahlen ("Key-Performance-Indikatoren", KPIs) haben sich bewährt und geben über einen Online-Report einen schnellen und zuverlässigen Einblick auf die aktuelle Geschäftssituation. Diese KPIs werden zum allergrößten Teil automatisiert aus den Business Support Systemen erzeugt (internes ERP-System Navision, Vertragsdatenbank Messina, CRM-System Salesforce etc.), um manuelle Fehler zu minimieren und die Bereitstellung zu beschleunigen.

Darüber hinaus hat ClaraNet im vorletzten Geschäftsjahr die geforderte Überwachungsaudit zur Beibehaltung des SOC 2 Typ II Report nach ISAE 3402 erfolgreich bestanden und kann somit die Wirksamkeit seines IKS (nicht nur) gegenüber Auftraggebern objektiv belegen.

Weitere Maßnahmen zum Risikomanagement

Bereits im Jahr 2011 hat die ClaraNet ein Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) eingeführt und nach der internationalen Norm ISO 27001 zertifiziert. Neben dem ISMS wurden im Laufe der Zeit weitere Managementsysteme wie BCMS und QMS nach ISO 22301 und ISO 9001 eingeführt und in ein Integriertes Managementsystem (IMS) überführt. Als Teil der IMS nutzt die ClaraNet eine formale Risikomanagement-Methodik die es erlaubt, Risiken jenseits des Finance-Controllings effektiv zu identifizieren und zu bewerten.

Die für den Erhalt der genannten Zertifizierungen erforderlichen Audits, die die Begutachtung von Risikomanagement-Methodiken und Prozessen umfassen, wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgreich und ohne Hauptabweichung durch eine unabhängige Institution auditiert und bescheinigt, was die wirksame Anwendung des ISMS nach der ISO 27001 i.V. m. ISO 27017 und ISO 27018 des QMS nach der ISO 9001 Norm und des BCMS nach der ISO 22301 sicherstellt.

Die in unserem formalisierten Risikomanagementprozess identifizierten Risiken werden systematisch fortlaufend, bewertet, klassifiziert und entsprechend der Risikoanalyse und den dort definierten Maßnahmen behandelt.

Angereichert werden die Risikobetrachtungen durch die Ergebnisse einer Business Impact Analyse (BIA) für alle (hoch)kritischen Geschäftsprozesse. Die BIA resultiert aus den Erfordernissen des Business Continuity Management System (BCMS).

 

Frankfurt am Main, 11. Oktober 2024

Die Geschäftsführung

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die ClaraNet GmbH, Frankfurt am Main

PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben den Jahresabschluss der ClaraNet GmbH, Frankfurt am Main - bestehend aus der Bilanz zum 30. Juni 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2023 bis zum 30. Juni 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.

Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der ClaraNet GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2023 bis zum 30. Juni 2024 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. Juni 2024 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2023 bis zum 30. Juni 2024 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND DEN LAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, 11. Oktober 2024

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