Borsig ZM Compression GmbH

Egellsstraße 21, 13507 Berlin, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 94069
Vorher
Fehmarn 508. V V GmbH
Eingetragen
6.9.2004
Branche
Herstellung von Maschinen für die Metallerzeugung, von Walzwerkseinrichtungen und GießmaschinenHerstellung von Werkzeugmaschinen für die MetallbearbeitungHerstellung von Prüfmaschinen
Gegenstand
Die Planung, Projektierung, Konstruktion, industrielle Herstellung und Montage sowie der Verkauf von Maschinen und Anlagen jeder Art, insbesondere Gebläse, Verdichter, Behälterbau, Silo- und Fördertechnik sowie der Handel mit einschlägigen Komponenten und Serviceleistungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Gabi Scheidegger
seit 21.12.2023
Prokura
Uwe Grajek
seit 6.10.2023
Prokura
Martin Homann
seit 2.12.2022
Prokura
Steffen George
seit 4.10.2022
Prokura
Andi Ziermann
seit 5.8.2022
Geschäftsführer
Martin Krummrey
seit 21.1.2005
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
KNM Process Systems SDN. BHD.MYS
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Borsig GmbH
Germany
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Borsig GmbH

Berlin

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021

Aktiva

31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 314.230,13 500.684,44
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 5.584.027,84 6.849.105,59
2. Technische Anlagen und Maschinen 4.560.633,46 5.262.735,16
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.982.909,16 2.833.682,37
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 274.673,24 13.402.243,70 196.533,45 15.142.056,57
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 941.522,86 0,00
2. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 0,00 1.044.060,77
- davon an verbundenen Unternehmen EUR 0,00 (i. Vj. EUR 1.044.060,77) -
3. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.529.705,25 2.471.228,11 1.439.522,88 2.483.583,65
16.187.701,94 18.126.324,66
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 3.671.479,74 4.103.976,41
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 35.820.177,21 45.365.347,21
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 93.337,80 102.865,96
4. Geleistete Anzahlungen 5.281.574,15 4.522.982,67
abzüglich erhaltener Anzahlungen auf Bestellungen -44.866.568,90 0,00 -51.756.421,65 2.338.750,60
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9.178.156,99 19.145.095,75
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 21.820.903,79 20.541.030,66
- davon gegen Gesellschafterin EUR 17.040.845,52 (i. Vj. EUR 12.680.664,21) -
3. Sonstige Vermögensgegenstände 2.565.051,41 33.564.112,19 1.180.337,58 40.866.463,99
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 60.001.631,58 43.913.979,20
93.565.743,77 87.119.193,79
C. Rechnungsabgrenzungsposten 475.430,16 284.251,67
D. Aktive latente Steuern 331.468,11 607.590,42
110.560.343,98 106.137.360,54

Passiva

31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 100.000,00 100.000,00
II. Kapitalrücklage 44.497.044,13 44.497.044,13
III. Gewinnvortrag 11.640.008,23 11.111.578,70
IV. Konzernverlust (i. Vj. Konzerngewinn) -273.646,85 528.429,53
V. Nicht beherrschende Anteile 2.296.595,75 2.291.858,46
58.260.001,26 58.528.910,82
B. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 16.975.237,09 17.442.632,79
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 54.167,47 164.017,61
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 4.501.183,36 0,00
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.173.812,11 8.751.985,77
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 24.757.034,69 20.765.825,10
- davon gegenüber Gesellschafterin EUR 24.516.079,50 (i. Vj. EUR 20.691.913,16) -
5. Sonstige Verbindlichkeiten 838.908,00 483.988,45
- davon aus Steuern EUR 329.896,95 (i. Vj. EUR 408.735,20) -
35.325.105,63 30.165.816,93
110.560.343,98 106.137.360,54

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

2021 2020
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 159.226.674,28 167.724.550,63
2. Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sowie unfertigen Leistungen -8.863.430,03 -1.471.993,46
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 0,00 2.240,00
4. Sonstige betriebliche Erträge 9.935.718,34 11.931.383,59
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 38.235.204,69 61.197.216,87
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 33.213.505,98 71.448.710,67 26.325.846,83 87.523.063,70
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 28.302.671,21 30.731.154,70
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 5.481.218,22 33.783.889,43 5.981.782,33 36.712.937,03
- davon für Altersversorgung EUR 2.432,38 (i. Vj. EUR 3.200,06) -
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 3.224.358,55 3.496.267,39
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 24.918.143,35 27.139.618,32
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 92.348,31 111.528,78
- davon aus verbundenen Unternehmen EUR 91.350,00 (i. Vj. EUR 111.471,00) -
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 672.569,64 650.208,61
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.089.374,02 554.597,47
- davon Aufwand (i.Vj. Ertrag) aus latenten Steuern EUR 276.122,31 (i. Vj. EUR 172.637,25) -
12. Ergebnis nach Steuern 25.254.265,24 22.221.017,02
13. Sonstige Steuern 101.460,34 112.432,01
14. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages abgeführte Gewinne 24.478.245,99 20.657.113,16
15. Konzernjahresüberschuss 674.558,91 1.451.471,85
16. Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Gewinne 948.205,76 923.042,32
17. Konzernverlust (i.Vj. Konzerngewinn) -273.646,85 528.429,53

Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021

2021 2020
TEUR TEUR
Konzernjahresüberschuss (Einschließlich Ergebnisanteilen anderer Gesellschafter) vor Ergebnisabführung 25.153 22.109
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 3.224 3.496
Abnahme (Vj. Zunahme) der Rückstellungen -467 278
Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 13.901 6.625
Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 1.439 4.805
Gewinn aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -1.029 -21
Zinsaufwendungen/Zinserträge 580 539
Ertragsteueraufwand (vor latenten Steuern) 813 727
Ertragsteuerzahlungen -527 -818
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 43.087 37.739
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -47 -468
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 2.376 67
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -2.495 -1.695
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -90 -84
Auszahlung (i.Vj. Einzahlung) im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition -4.360 -10.866
Erhaltene Zinsen 1 0
Cash Flow aus Investitionstätigkeit -4.615 -13.046
Auszahlung aus Ergebnisabführung an die Gesellschafterin -20.657 -23.934
Auszahlungen aus der Tilgung von Bankkrediten -110 -216
Gezahlte Zinsen -673 -650
Gezahlte Dividenden an nicht beherrschende Gesellschafter -943 -526
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit -22.383 -25.327
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 16.089 -634
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 43.913 44.535
Zugang aus Verschmelzung mit der BORSIG Beteiligungsgeselslchaft mbH 0 12
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 60.002 43.913

Konzerneigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021

(in TEUR)

Mutterunternehmen
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnvortrag Konzernverlust (i. Vj. Konzerngewinn) Eigenkapital
Stand am 1.1.2020 100 36.900 11.053 59 48.112
Einstellung Konzernjahresergebnis 0 0 59 -59 0
Ergebnisausschüttung 0 0 0 0 0
Einstellung in die Kapitalrücklage (aus Verschmelzung der BBetvG) 0 7.597 0 0 7.597
Konzernjahresüberschuss 0 0 0 528 528
Stand am 31.12.2020 100 44.497 11.112 528 56.237
Stand am 1.1.2020 100 44.497 11.112 528 56.237
Einstellung Konzernjahresergebnis 0 0 528 -528 0
Ergebnisausschüttung 0 0 0 0 0
Konzernjahresüberschuss 0 0 0 -273 -273
Stand am 31.12.2021 100 44.497 11.640 -273 55.964
Nicht beherrschende Anteile Konzerneigenkapital
Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Gewinne/Verluste
Stand am 1.1.2020 1.895 50.006
Einstellung Konzernjahresergebnis 0 0
Ergebnisausschüttung -526 -526
Einstellung in die Kapitalrücklage (aus Verschmelzung der BBetvG) 0 7.597
Konzernjahresüberschuss 923 1.451
Stand am 31.12.2020 2.292 58.528
Stand am 1.1.2020 2.292 58.528
Einstellung Konzernjahresergebnis 0 0
Ergebnisausschüttung -943 -943
Konzernjahresüberschuss 948 675
Stand am 31.12.2021 2.297 58.260

Entwicklung des Konzernanlagevermögens vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
1.1.2021 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 6.202.638,00 47.416,19 302.188,50 0,00 5.947.865,69
6.202.638,00 47.416,19 302.188,50 0,00 5.947.865,69
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 11.406.643,39 211.388,13 1.382.944,85 48.671,87 10.283.758,54
2. Technische Anlagen und Maschinen 20.150.819,19 832.227,82 1.014.909,31 0,00 19.968.137,70
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 13.359.598,32 1.176.767,52 1.035.135,88 59.439,68 13.560.669,64
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 217.261,75 274.673,24 109.150,20 -108.111,55 274.673,24
45.134.322,65 2.495.056,71 3.542.140,24 0,00 44.087.239,12
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 941.522,86 941.522,86
2. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 1.044.060,77 0,00 102.537,91 -941.522,86 0,00
3. Sonstige Ausleihungen 1.439.522,88 90.182,37 0,00 0,00 1.529.705,25
2.483.583,65 90.182,37 102.537,91 0,00 2.471.228,11
53.820.544,30 2.632.655,27 3.946.866,65 0,00 52.506.332,92
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2021 Zugänge Abgänge 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.701.953,56 233.870,50 302.188,50 5.633.635,56
5.701.953,56 233.870,50 302.188,50 5.633.635,56
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 4.557.537,80 391.452,02 249.259,12 4.699.730,70
2. Technische Anlagen und Maschinen 14.888.084,03 1.534.329,52 1.014.909,31 15.407.504,24
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10.525.915,95 1.064.706,51 1.012.861,98 10.577.760,48
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 20.728,30 0,00 20.728,30 0,00
29.992.266,08 2.990.488,05 2.297.758,71 30.684.995,42
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00
35.694.219,64 3.224.358,55 2.599.947,21 36.318.630,98
Buchwerte
31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 314.230,13 500.684,44
314.230,13 500.684,44
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 5.584.027,84 6.849.105,59
2. Technische Anlagen und Maschinen 4.560.633,46 5.262.735,16
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.982.909,16 2.833.682,37
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 274.673,24 196.533,45
13.402.243,70 15.142.056,57
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 941.522,86 0,00
2. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 0,00 1.044.060,77
3. Sonstige Ausleihungen 1.529.705,25 1.439.522,88
2.471.228,11 2.483.583,65
16.187.701,94 18.126.324,66

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

Bericht der Geschäftsführung

1 Grundlagen des Konzerns

1.1 Geschäftsmodell

Die BORSIG GmbH ist im abgelaufenen Geschäftsjahr eine 100%ige Tochtergesellschaft der DKNM GmbH, Berlin. Die BORSIG-Gruppe verfügt über Standorte in Berlin, Hamburg, Leegebruch, Meerane, Gladbeck und Rheinfelden (Baden). Der Konzern bietet Apparate, Maschinen, Armaturen und Systeme als individuelle innovative Lösungen und führende Technologien nach Kundenspezifikation sowie die dazugehörigen Ersatzteile und den damit verbundenen Service. Die Produktschwerpunkte liegen in den Bereichen Apparate und Wärmetauscher, Verdichter, Membrantechnologie sowie dem Kraftwerks- und Industrieservice.

Der Vertrieb ist im Wesentlichen global orientiert, wobei sich die aktuell stärksten Absatzmärkte in den Regionen Europas (inklusive dem Inland), in Asien, Australien und dem mittleren Osten sowie in Amerika zeigen. Externe Einflussfaktoren, wie das politische und wirtschaftliche Umfeld, haben daher für den Konzern besondere Bedeutung.

Die im Wesentlichen als Holding tätige BORSIG GmbH hält, zum Teil mittelbar, sämtliche Anteile (bzw. im Fall der GMT Membrantechnik GmbH nur 51 % der Anteile) an den operativ tätigen Gesellschaften der BORSIG-Gruppe. Die Entwicklung des BORSIG-Konzerns ist damit maßgeblich durch die Entwicklung der Gesellschaften der BORSIG-Gruppe beeinflusst.

Im Geschäftsjahr 2021 erfolgte der Verkauf aller gehaltenen Anteile an der KNM BORSIG Service Sdn. Bhd. an die Konzernmuttergesellschaft Deutsche KNM GmbH verbunden mit dem Abtreten der Forderungen gegen diese Gesellschaft zum Buchwert. Im Zuge des Verkaufs verringerten sich im Vergleich zum Vorjahresstichtag auf der Aktivseite die Beteiligungen um TEUR 103 sowie die Forderungen um TEUR 857, welche Darlehen in Höhe von TEUR 671 beinhalteten. Die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr ist insofern in den entsprechenden Posten für die Bilanz eingeschränkt. In der Gewinn- und Verlustrechnung ergaben sich aus dem Verkauf bis auf vorherige Zinserträge aus dem erwähnten Darlehen (i. Vj. TEUR 20) keine wesentlichen Effekte.

1.2 Steuerungssysteme

Der BORSIG-Konzern kann hinsichtlich der Steuerung des Finanzmanagements sowie bei der Entscheidungsfindung im Wesentlichen eigenständig agieren, ist jedoch an Festlegungen und Weisungen der Muttergesellschaft gebunden. Die wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren sind das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (im Folgenden EBIT oder Ergebnis genannt) sowie die Umsatzerlöse. Daneben sind der Auftragseingang und Auftragsbestand von Bedeutung.

1.3 Forschung und Entwicklung

Eine Weiterentwicklung der Produkte erfolgt projektbezogen, um den individuellen Ansprüchen der Kunden zu entsprechen. Auch eine, aus Sicht der Geschäftsführung, stetige Entwicklung und Optimierung der Produktionsabläufe erfolgt im laufenden Produktionsprozess und trägt zur entsprechend gewünschten Qualität zum Ziel des optimalen Einsatzes von Ressourcen bei. Im Zuge der Forschung und Entwicklungstätigkeiten kam es zu keinen Aktivierungen in das Anlagevermögen.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Jahr 2021 war aus Sicht der Weltwirtschaft weiterhin vor allem geprägt durch die weltweite Covid-19-Pandemie. Die Pandemiebedingungen entwickelten sich in den Regionen der Welt unterschiedlich, was durch die ungleich verlaufenden Pandemie-Wellen bedingt war. In den Sommermonaten war in vielen Regionen der Welt eine Entspannung der Pandemie-Situation und infolgedessen auch eine wirtschaftliche Erholung zu verzeichnen, welche sich in Herbst und Winter bedingt durch steigende Infektionszahlen jedoch nahezu weltweit wieder eintrübte. Die Einschränkungen waren allerdings auch im Winter 2021/2022 nicht so umfangreich verglichen mit denen des vorherigen Winters, was für viele Bereiche und vor allem für die Industrieproduktion nicht zu einem wesentlichen Einbruch der Erholung der wirtschaftlichen Lage führte. Der schnelle Nachfrageanstieg durch die Erholung der Weltwirtschaft führt in vielen Bereichen auf Grund von gestörten Lieferketten zu Angebots- und Lieferengpässen für viele Rohstoffe sowie für Vor- und Fertigprodukte. Maßnahmen zur Einschränkung der Pandemie stellen daneben weiterhin Herausforderungen dar, zeigen sich im Allgemeinen für die Industrie jedoch als zunehmend beherrschbar.

Auf den europäischen Wirtschaftsraum bezogen waren zu eine Entspannung und eine kräftige Erholung der Wirtschaft zu verzeichnen, allerdings waren durch verzögerte oder unterbrochene Versorgungsketten deutliche Hemmnisse für das produzierende Beginn des Jahres 2021 durch starke Pandemie-Wellen noch zahlreiche Einschränkungen für alle Bereiche zu verzeichnen sowie teilweise rezessive Tendenzen festzustellen. Hierbei kam es zu diversen Unterschieden der Regionen Europas. Im 2. Quartal und bis in den Spätsommer/Herbst hinein war folgend europaweit Gewerbe spürbar. Der IWF kalkuliert für das Jahr 2021 mit einem Wirtschaftswachstum im Euroraum in Höhe von 5,2% (2020: -6,4%) 1.

1 Quelle: Internationaler Währungsfonds (1/2022): World Economic Outlook

Im Zuge der welt- und europaweiten Entwicklungen erholte sich auch in Deutschland die Wirtschaft ab dem Frühjahr 2021 mit geringer werdenden Beschränkungen durch die zuvor vorhandenen Maßnahmen zum Umgang mit der Covid-19-Pandemie. Allerdings war der Aufschwung im Wesentlichen getragen vom Dienstleistungssektor, welcher sich durch allmähliche Öffnungen spürbar erholen konnte. Die weltweit vorhandenen Lieferengpässe bei wichtigen Rohstoffen und Vorprodukten führten jedoch im verarbeitenden und produzierenden Gewerbe zu Unterbrechungen der Wertschöpfungsketten. Diese Beeinträchtigungen führten trotz guter Auftragslage vieler Unternehmen am Ende für die deutsche Volkswirtschaft laut Ermittlungen des IWF und des Statistischen Bundesamtes nur zu einem geringeren Wachstum von 2,7%. (2020: -4,6%) 2.

2 Quelle: Statistisches Bundesamt, Januar 2022

Seit Ende Februar 2022 ist die wirtschaftliche Entwicklung der kommenden Monate maßgeblich von der Situation im Zuge der Ukraine-Krise und von dadurch in Kraft gesetzten Sanktionen gegen Russland sowie durch die direkt und indirekt damit zusammenhängenden Einflüsse betroffen. Vor allem der Einfluss auf Lieferketten und der Wegfall von Handelspartnern sind schon frühzeitig deutlich spürbar und führen neben den ohnehin zuletzt steigenden Rohstoffpreisen zu weiteren preistreibenden Effekten. Auf Grund der damit einhergehenden großen Unsicherheit ist eine deutliche Investitionszurückhaltung mit entsprechend negativen Einflüssen auf den Welthandel möglich. Die Effekte auch auf das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands lassen sich zum heutigen Zeitpunkt nicht fundiert bewerten. Die zu Beginn des Jahres 2022 guten Indikatoren zur Situation der Industrie dürften sich als Folge dessen jedoch maßgeblich eintrüben.

Ein zusätzlicher Grund zur Sorge ist die hohe Inflation von 5,1% 3 im Februar 2022, welche im Zusammenspiel mit den genannten Einflüssen im Wesentlichen basierend auf deutlich gestiegenen Energiepreisen zu teilweise bisher nicht erreichten Preissteigerungen und Produktionsverzögerungen führt. Die Preisentwicklung und daraus folgend die Intensität negativer Einflüsse ist dabei nicht verlässlich vorherzusagen, da die Dauer und der Ausgang der Ukraine-Krise noch nicht absehbar sind.

3 Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Konjunktur und Wachstum, März 2022

Als Folge der Ukraine-Krise und dem entstandenen Ziel der EU zur Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen aus Russland sind größere Investitionen in den kommenden Monaten und Jahren in die entsprechende Infrastruktur Europas zu erwarten. Die sich abzeichnende Ausweitung von LNG ("Flüssiggas") und anderer per Schiff zu transportierender Energieträger sowie daraus entstehende Einflüsse führen zu einer Stärkung der Zusammenarbeit mit neuen und alten Partnern, z.B. den USA. Zudem bekommt auch der Ausbau erneuerbarer Energien in ganz Europa, aber vor allem auch in Deutschland, nochmals eine größere Beachtung.

Die von der Europäischen Zentralbank (EZB) weiterhin gelockerte Geldpolitik unter den genannten Rahmenbedingungen zeigt einen fortwährend niedrigen Basiszinssatz im negativen Bereich. Dies führt generell zu günstigen Finanzierungsbedingungen, allerdings ist durch die aktuell großen Unsicherheiten auf Grund der noch nicht beendeten Covid-19-Pandemie sowie vor allem als Folge der Ukraine-Krise von erheblichen Beeinträchtigungen für Investitionsentscheidungen auszugehen. Zudem ist zuletzt eine hohe Inflation zu verzeichnen, welche Investitionen unsicherer macht. Am 10. Juni 2022 verkündete die EZB die Anhebung des Leitzinses. Das Plus auf 0,25 Prozentpunkte ab Juli 2022 sind die erste Erhöhung seit mehr als zehn Jahren.

Der ifo-Geschäftsklimaindex zeigte sich Ende Februar 2022 stabil und wies trotz der Ukraine-Krise sogar positive Tendenzen auf. Ein Index von 98,9 Punkten 4 zeigt eine grundsätzliche Zufriedenheit der deutschen Wirtschaft. Die deutliche Behinderung aufgrund von Materialengpässen und massiven Preissteigerungen ist jedoch gerade im verarbeitenden und produzierenden Gewerbe eine steigende Belastung für die Produktion und trübt zuletzt auch die Stimmung für diesen Bereich zunehmend ein.

4 Quelle: Ergebnisse der ifo-Konjunkturumfragen im Februar 2022

Eine weitere wichtige Entscheidung für die Wirtschaft war das in 2021 von der Europäischen Union verabschiedete "Fit für 55"-Paket, welches die 55%-ige Absenkung der Treibhausgase bis 2030 verglichen mit 1990 zum Ziel hat. Dabei werden vor allem Regeln und unterstützende Rahmenbedingungen für erneuerbare und kohlenwasserstoffarme Gase geschaffen. Insbesondere der Markt für Wasserstoff und dekarbonisiertes Gas soll gestärkt werden. Diese Rahmenbedingungen werden die Investitionsentscheidungen mit beeinflussen.

Als Reaktion auf die Summe der genannten Einflüsse und Rahmenbedingungen der Weltwirtschaft und vor allem auf die Auswirkungen der Ukraine-Krise sind Trends zur Deglobalisierung zur Sicherstellung der Versorgungsketten zu verzeichnen. Dies könnte zusätzlich zu einem verstärkten Aufwärtsdruck bei Preisen für Güter und Rohstoffe führen.

Die genannten Einflüsse wirken sich unterschiedlich auf die Geschäftsbereiche der BORSIG-Gruppe aus, was sich durch verschiedene Unsicherheiten hinsichtlich der Geschäftsaussichten der BORSIG-Gesellschaften zeigt. Im Allgemeinen sind dennoch stabile Erwartungen für wesentliche Geschäftsbereiche der Gruppe vorhanden trotz der weiterhin negativen Einflüsse vor allem als Folge der Ukraine-Krise sowie durch die Covid-19-Pandemie. Es zeigen sich wesentliche und in ihrer Auswirkung noch nicht bewertbare Unsicherheiten, woraus verschobene Projektvergaben und Herausforderungen hinsichtlich der Abwicklung bestehender Projekte resultieren. Die Herausforderungen bestehen im Wesentlichen aus Risiken für die Lieferketten sowie steigender Rohstoffpreise oder erschwerter Finanzierungen. Die Dauer und Intensität der vorhandenen Einflüsse und Beschränkungen in Folge der Ukraine-Krise sowie die schwankenden pandemischen Rahmenbedingungen, welche weltweit nicht absehbar sind, werden für geschäftliche Erwartungen und Einflüsse weiterhin ausschlaggebend sein. Der Markt zeigt dennoch stetige Resonanzen hinsichtlich der Nachfrage nach BORSIG-Produkten, so dass die Gruppe für wesentliche Bereiche langfristig weiterhin positive Ansätze und Chancen für Geschäftsabschlüsse der nächsten Jahre sieht. Insbesondere im Geschäftsjahr 2022 kann es jedoch zu wesentlichen Einflüssen auf die Auslastung und Geschäftsentwicklung der Unternehmen der BORSIG-Gruppe kommen.

2.2 Geschäftsverlauf

Der Geschäftsverlauf des Jahres 2021 war durch große Herausforderungen durch die Pandemiebedingungen seit Jahresbeginn 2021 beeinflusst.

Aus Sicht der Geschäftsführung konnte durch stetige Überprüfung und Anpassung der Prozesse sowie durch effiziente Strukturen sowie des, gemessen an den erreichten Kennzahlen, weltweiten Vertrauens der Kunden in die Zuverlässigkeit und Qualität der Produkte des Konzerns, trotz der infolge der Covid-19-Pandemie vorhandenen Einschränkungen und schwierigen konjunkturellen Entwicklung im Geschäftsjahr 2021, weiterhin eine gute Geschäftslage verzeichnet werden. Maßgeblich für diese Bewertung der Lage sind, neben den, wenn auch niedrigeren, erreichten Auftragseingängen, die wiederum aus Sicht der Geschäftsführung stabil guten Erträge sowie die insgesamt vorhandenen Aussichten für kommende Geschäftsabschlüsse im Geschäftsjahr 2022. Diese Bewertung der Geschäftsführung ergibt sich trotz des aktuell schwierigen Marktumfeldes für die BORSIG-Gruppe, vor allem trotz der seit Beginn des Jahres 2022 politischen Spannungen in Folge der Ukraine-Krise sowie der sich zwar abschwächenden, aber weiterhin vorhandenen Covid-19-Pandemie.

Im Geschäftsjahr 2021 konnte die BORSIG-Gruppe ihre Position am Weltmarkt weiterhin durch das Ziel hoher Qualitätsstandards, Termintreue und Weiterentwicklung der bewährten Produkte unter Beweis stellen und weitestgehend bestätigen.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2021 stellt sich die BORSIG-Gruppe (unverändert zum Vorjahr) wie folgt dar, wobei jeder operativen Gesellschaft eine auf ihre Tätigkeit hinweisende Sachfirma zugeordnet ist:

BORSIG GmbH

→ BORSIG Process Heat Exchanger GmbH (BPHE)

→ BORSIG Service GmbH (BS)

→ BORSIG Membrane Technology GmbH (BMT)

→ GMT Membrantechnik GmbH (GMT)

→ BORSIG ZM Compression GmbH (BZM)

→ BORSIG ValveTech GmbH (BVT)

→ BORSIG Boiler Systems GmbH (BBS).

Die BORSIG GmbH hat als herrschende Gesellschaft mit der BORSIG Process Heat Exchanger GmbH, mit der BORSIG Service GmbH, mit der BORSIG Membrane Technology GmbH, mit der BORSIG ZM Compression GmbH, mit der BORSIG ValveTech GmbH und mit der BORSIG Boiler Systems GmbH einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen. Der Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der BORSIG Boiler Systems GmbH wurde mit Wirkung zum 1. April 2022 gekündigt.

Darüber hinaus besteht zwischen der BORSIG GmbH und ihrer Gesellschafterin der Deutsche KNM GmbH, ein Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag.

Der Umsatz des BORSIG-Konzerns erreichte im Geschäftsjahr 2021 insgesamt EUR 159,2 Mio. (i. Vj. EUR 167,7 Mio.). Damit lag der Umsatz nur unwesentlich unter dem Bereich der im Vorjahr prognostizierten Umsatzerlöse für das Geschäftsjahr 2021. Maßgeblich sind vor allem Umsätze von größeren Projekten der BORSIG Process Heat Exchanger GmbH sowie guten Umsätzen der BORSIG Service GmbH im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021. Im Allgemeinen lässt sich zusammenfassen, dass die im Vergleich zu den Erwartungen höheren Umsätze der BORSIG Service GmbH die geringeren Umsätze, vor allem der BORSIG ZM Compression GmbH, ausgleichen konnten.

Der Service-Bereich des Konzerns konnte nach Bewertung der Geschäftsführung eine vor allem unter den Voraussetzungen der Corona-Pandemie sehr zufriedenstellende Geschäftsentwicklung erreichen, welche trotz der Unsicherheit der vorrangig deutschen Kunden durch die veränderten Ansprüche durch die aktuelle Umweltpolitik sowie den zurückhaltenden Markt der Chemie und Petrochemie in allen Bereichen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 über den Erwartungen liegt. Der Auftragseingang und die Umsätze übertrafen im Berichtszeitraum in diesem Bereich aufgrund größerer Revisionsarbeiten trotz angespannter Geschäftslage im Kraftwerks- und Industribereich die aufgestellte Prognose.

Die BORSIG Process Heat Exchanger GmbH konnte im Berichtsjahr aufgrund der erreichten Umsatzvolumina und -margen und des über dem Budget liegenden Ergebnisses die Entwicklung der BORSIG-Gruppe im Bereich Ergebnis weiterhin wesentlich stützen und wie im Vorjahr bezogen auf die Erwartungen übertreffen. Das EBIT im Konzern liegt aufgrund eines das Budget übersteigenden Ergebnisses aus Sicht der Geschäftsführung auf einem sehr erfreulichen Niveau. Die deutlich positivere, aber weiterhin herausfordernde Ergebnisentwicklung bei der BORSIG ZM Compression GmbH im Geschäftsjahr lag im Bereich der Erwartungen und trug somit wie im Vorjahr, trotz der in 2020 eingeleiteten und in 2021 in wesentlichen Teilen umgesetzte Restrukturierung, noch nicht positiv zum Ergebnis auf Konzernebene bei. Die volle Wirkung dieser Maßnahmen mit finaler Umsetzung in 2022 und somit auch turn-around aus Sicht des Ergebnis wird von der Geschäftsführung im kommenden Geschäftsjahr erwartet. Die BORSIG Boiler Systems GmbH ist planmäßig nicht mehr im Markt aktiv und beeinflusst daher nur unwesentlich das Ergebnis der BORSIG-Gruppe.

Der Umsatz entwickelte sich hinsichtlich des Anteils der Gesellschaften wie folgt:

2021 2020 Veränderung
EUR Mio. EUR Mio. EUR Mio.
BPHE 98,8 104,5 -5,7
BS 32,0 19,4 +12,6
BMT 16,3 15,2 +1,1
BZM 7,1 19,8 -12,7
GMT 3,0 3,5 -0,5
BVT 1,9 5,1 -3,2
BORSIG GmbH 0,1 0,2 -0,1
BBS 0,0 0,0 +0,0
Gesamt 159,2 167,7 -8,5

Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen beträgt im Geschäftsjahr EUR 26,9 Mio. (i. Vj. EUR 23,3 Mio.) und konnte somit im Wesentlichen aufgrund der erreichten Umsatzmargen und erzielten Projektergebnisse der BORSIG Process Heat Exchanger GmbH, der BORSIG Service GmbH sowie auch der BORSIG Membrantechnology GmbH trotz geringerer Ergebnisse von Teilen anderer BORSIG Gesellschaften im Konzern das aus Sicht der Geschäftsführung sehr gute Vorjahresergebnis übertreffen.

Der Auftragseingang im BORSIG-Konzern lag im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 bei EUR 149,4 Mio. (i. Vj. EUR 165,9 Mio.). Trotz der ausgeführten Unsicherheiten durch die Covid-19-Pandemie und generell vorhandener Spannungen im Markt liegt der Auftragseingang auf einem für die Geschäftsführung zufriedenstellenden Niveau, auch wenn das Vorjahr, basierend auf den guten Auftragseingängen der BORSIG Process Heat Exchanger GmbH des Vorjahres, nicht erreicht werden konnte. Die aufgestellten Erwartungen wurden im Geschäftsjahr damit jedoch im Wesentlichen auf Grund von durch die pandemische Entwicklung hervorgerufene Hemmnisse, verfehlt. Nach Einschätzung des Managements ist dies weiterhin zum großen Teil auf Verschiebungen von Projektvergaben in folgende Geschäftsjahre zurückzuführen.

Der Auftragsbestand lag per 31. Dezember 2021 bei EUR 169,2 Mio. (i. Vj. EUR 178,7 Mio.). Der Auftragsbestand verteilt sich wie folgt auf die kommenden Jahre:

Auftragsbestand EUR Mio.
2022 144,0
2023 25,2
Gesamt 169,2

Im Geschäftsjahr 2010 wurde die Gesellschaft BORSIG Boiler Systems Sdn. Bhd. in Malaysia gegründet, wobei die BORSIG Boiler Systems GmbH eine 79,6%ige Beteiligung in Höhe von EUR 0,9 Mio. zum Stichtag hält.

Die Gesellschaft ist als Anteil an verbundenen Unternehmen zu Anschaffungskosten im Konzern erfasst und wirkt sich daher nicht auf die Ertragslage aus.

2.3 Lage

2.3.1 Ertragslage

Die Ertragslage stellt sich im Geschäftsjahr wie folgt dar:

2021 2020 Veränderung
TEUR % TEUR % TEUR
Umsatzerlöse 159.227 107 167.725 101 -8.498
Bestandsveränderung -8.863 -6 -1.472 -1 -7.391
Aktivierte Eigenleistungen 0 0 +2 0 -2
Betriebsleistung 150.363 100 166.255 100 -15.892
Materialaufwand 71.449 48 87.523 53 -16.074
Personalaufwand 33.784 23 36.713 22 -2.929
Abschreibungen auf das Anlagevermögen 3.224 2 3.496 2 -272
Sonstige betriebliche Aufwendungen abzgl. Sonstige betriebliche Erträge 14.982 10 15.208 9 -227
Aufwendungen für die Betriebsleistung 123.439 82 142.941 86 -19.502
Betriebsergebnis (EBIT) 26.924 18 23.314 14 +3.610
Finanzergebnis -580 -539 -42
Steuern -1.191 -667 -524
Konzernjahresüberschuss (vor Ergebnisabführung) 25.153 22.109 +3.044

Das EBIT des BORSIG-Konzerns liegt im Geschäftsjahr 2021 mit EUR 26,9 Mio. um EUR 3,6 Mio. erhöht, und liegt somit über dem Bereich des Vorjahres und über dem im Vorjahr aufgestellten Budget, was aus Sicht der Geschäftsführung unter Berücksichtigung der weiter negativen Einflüsse aus Teilen der Gesellschaften des BORSIG-Konzerns und vor allem der Pandemiebedingungen als wiederholt sehr gut zu bezeichnen ist.

Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Umsatz von EUR 167,7 Mio. auf EUR 159,2 Mio. um 5,1 % verringert. Ursächlich für diese Verringerung ist insbesondere die Entwicklung im erreichten Absatz bei der BORSIG ZM Compression GmbH, aufgrund der fehlenden Umsätze aus Neubauprojekten, und der BORSIG Process Heat Exchanger GmbH, die vor allem aus der stichtagsbedingten Abrechnungsverschiebung eines Großprojekts in das folgende Geschäftsjahr resultiert.

Der Konzern weist eine Bestandsminderung von EUR 8,9 Mio. (i. Vj. EUR 1,5 Mio.) aus. Diese ist im Wesentlichen auf im Vorjahr angearbeitete und dieses Jahr zur Abrechnung gekommene Aufträge der BORSIG Gesellschaften zurückzuführen. Damit beläuft sich die Betriebsleistung im Jahr 2021 verringert auf EUR 150,4 Mio. (i. Vj. EUR 166,3 Mio.).

Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich der Materialaufwand, im Wesentlichen bedingt durch das geringer abgearbeitete Auftragsvolumen, um EUR 16,0 Mio. auf EUR 71,5 Mio. Aufgrund des Umsatzes und der erreichten Margen sowie der Bestandsminderung im Geschäftsjahr 2021 verringerte sich die Materialaufwandsquote 5 auf 47,5 % (i. Vj. 52,6 %).

5 Materialaufwandsquote = Materialaufwand/(Umsatz + Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen)

Der Personalaufwand ist gegenüber dem Vorjahr um EUR 2,9 Mio. (-8,0 %) auf EUR 33,8 Mio. gesunken. Diese Veränderung ergibt sich aus den Einflüssen einer veränderten Personalstruktur sowie einer marktüblichen Entwicklung der Personal-kosten bei verringertem durchschnittlichem Personal im Vergleich zum Vorjahr. Die Personalaufwandsquote 6 blieb auf Grund der geringeren Betriebsleistung mit 22,5 % (i. Vj. 22,1%) im Geschäftsjahr 2021 auf ähnlichem Niveau.

6 Personalaufwandsquote = Personalaufwand/(Umsatz + Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen)

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verminderten sich im Wesentlichen aufgrund von auftragsabhängigen Kostenbestandteilen trotz verringerter Instandhaltungskosten leicht um EUR 2,2 Mio. und lagen im Jahr 2021 bei EUR 24,9 Mio. Im Verhältnis zur Betriebsleistung 7 sind dadurch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gegenüber dem Vorjahr um 0,2 %-Punkte erhöht bei 16,5 %.

7 Betriebsleistung = Umsatz + Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen

Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen EUR 9,9 Mio. (i. Vj. EUR 11,9 Mio.). Im Wesentlichen setzen sich diese aus enthaltenen Auflösungen von Rückstellungen in Höhe von EUR 7,8 Mio. (i.Vj. EUR 7,5 Mio.) zusammen.

Der Konzernabschluss weist ein um EUR 3,6 Mio. gestiegenes EBIT im Vergleich zum Vorjahr in Höhe von EUR 26,9 Mio. (i. Vj. EUR 23,3 Mio.) aus. Die geringere Betriebsleistung und damit verbundene Kostenentwicklungen konnten zudem durch erzielte Margen von Teilen des Umsatzes der BORSIG-Gruppe und damit verbundener Ertragsanteile zu großen Teilen ausgeglichen und sogar übertroffen werden, was im Wesentlichen diese Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr begründet. Daneben trugen auch die Auflösungen aus Rückstellungen zum gestiegenen EBIT bei. Diese ergeben sich zu wesentlichen Teilen aus der Auflösung von Rückstellungen für Nachlaufkosten abgerechneter Aufträge und Vertragsstrafen jeweils aus Vorjahren, bei denen durch langjährige Kundenbeziehungen einvernehmliche Einigungen getroffen werden konnten.

Die BORSIG Process Heat Exchanger GmbH mit den Sparten Abhitzesysteme sowie Spaltgas- und Kratzkühler bestätigte ein hohes Ergebnisniveau und lag trotz der Projektrückgänge in Folge der Covid-19-Pandemie über dem Vorjahr. Das erreichte Ergebnis lag dabei auch über dem im Vorjahr aufgestellten Budget, im Wesentlichen durch die aus Sicht der Geschäftsführung erfreulichen Ergebnisbeiträge der erfolgten Umsätze.

Die BORSIG ZM Compression GmbH konnte vor allem aufgrund der unternehmerischen Entscheidung zur Restrukturierung und damit zusammenhängenden Einsparungen ein deutlich verbessertes, jedoch noch negatives Ergebnis ausweisen. Das im Vorjahr prognostizierte verbesserte, aber noch im negativen Bereich liegende Ergebnis vor Steuern und Zinsen wurde mit dem erzielten EBIT-Verlust aus Sicht der Geschäftsführung leicht besser als erwartet umgesetzt. Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich das EBIT der BZM deutlich verbessert.

Die BORSIG Service GmbH erzielte aufgrund eines deutlich gestiegenen Umsatzvolumens, welches trotz des weiterhin schwierigen Marktumfelds im Bereich des deutschen Energiesektors und der unter Covid-19 eingetretenen Rahmenbedingungen erreicht werden konnte, ein deutlich verbessertes Ergebnis. Die Erwartungen des Vorjahres konnten damit übertroffen werden.

Die BORSIG Membrane Technology GmbH weist zusammen mit aus Sicht der Geschäftsführung guten Ergebnisbeiträgen abgeschlossener Projekte ein deutlich gesteigertes Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr aus. Das Ergebnis lag damit über den im Vorjahr aufgestellten Erwartungen.

Die BORSIG Boiler Systems GmbH ist aktuell nicht mehr am Markt aktiv und musste daher ein nur auf restlichen Fixkosten zurückzuführendes negatives Ergebnis vor Verlustausgleich ausweisen.

Nach Ergebnisabführung, gemäß dem Gewinnabführungsvertrag mit der Deutschen KNM GmbH, und abzüglich des auf nicht beherrschende Anteile entfallenden Gewinns, weist der Konzern ein negatives Ergebnis in Höhe von EUR -0,3 Mio. (i. Vj. EUR positives Ergebnis +0,5 Mio.) aus. Aus der Summe aller operativ tätigen Gesellschaften des BORSIG-Konzerns konnten die für den Konzern gesteckten Ziele durch die erwähnten Ergebnisbeiträge, gerade der BORSIG Process Heat Exchanger GmbH, der BORSIG Service GmbH sowie der BORSIG Membrane Technology GmbH, trotz des durch die Pandemie und Spannungen im Mittleren Osten weiterhin anspruchsvollen Geschäftsumfeldes, ergebnisseitig übertroffen werden. Das Ergebnis liegt somit aus Sicht der Geschäftsführung auf einem für den Konzern weiterhin sehr positiven Niveau.

2.3.2 Vermögenslage

Die Vermögenslage (vor Verrechnung von erhaltenen Anzahlungen) stellt sich im Geschäftsjahr wie folgt dar:

31.12.2021 31.12.2020 Veränderung
TEUR % TEUR % TEUR
Aktiva
Anlagevermögen 16.188 10 18.126 12 -1.938
Kurzfristige Forderungen 33.564 22 40.866 26 -7.302
Vorräte 44.867 29 54.095 34 -9.228
sonstige Aktiva 806 1 892 1 -86
Flüssige Mittel 60.002 38 43.914 27 +16.088
Gesamtvermögen 155.427 100 157.893 100 -2.466
Passiva
Eigenkapital 58.260 37 58.529 37 -269
Rückstellungen 16.975 11 17.443 11 +468
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 54 0 164 0 -110
Erhaltene Anzahlungen 49.368 32 51.756 33 -2.388
Übrige Verbindlichkeiten 30.770 20 30.002 19 +768
Gesamtkapital 155.427 100 157.893 100 -2.466

Das Gesamtvermögen bzw. -kapital vor Verrechnung der erhaltenen Anzahlungen beträgt zum Stichtag EUR 155,4 Mio. (i. Vj. EUR 157,9 Mio.). Ursächlich für den Abbau ist im Wesentlichen die Verringerung des Anlagevermögens sowie der Abbau der Vorräte sowie der Forderungen bei gegenläufigem Aufbau der Liquidität zum Stichtag. Auf der Passivseite verringerten sich im Wesentlichen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die Summe der erhaltenen Anzahlungen. Gegenläufig erhöhten sich die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Die übrigen Posten der Passivseite blieben auf ähnlichem Niveau.

Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen des BORSIG-Konzerns betrugen im Geschäftsjahr 2021 EUR 2,5 Mio. (i. Vj. EUR 2,2 Mio.). Es erfolgten vor allem Ersatzinvestitionen in den Gesellschaften der BORSIG-Gruppe.

Die Vorräte gingen stichtagsbedingt zurück und sind zu 110,0% (i. Vj. 95,7 %) durch erhaltene Anzahlungen finanziert. Die erhaltenen Anzahlungen überschritten die Vorräte um EUR 4,5 Mio. (i. Vj. unterschritten sie diese um EUR 2,3 Mio.). Dies resultiert im Wesentlichen aus dem vorhandenen Produkt- und Kundenmix und der damit einhergehenden Anzahlungsstruktur der sich zum Stichtag in Abarbeitung befindlichen Aufträge der BORSIG-Gruppe.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Vergleich zum Vorjahr um EUR 10,0 Mio. auf EUR 9,2 Mio. gesunken. Ursächlich hierfür waren die zum Stichtag des Vorjahres höheren Forderungen aus Umsätzen des vierten Quartals 2020, im Vergleich zum aktuellen Geschäftsjahr, welche im Wesentlichen im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2021 zur Einzahlung führten. Gegenläufig sind um EUR 4,4 Mio. erhöhte Forderungen gegen die Gesellschafterin zu verzeichnen, was auf erhöhte verauslagte Kosten im abgelaufenen Geschäftsjahr beruht.

Zum 31. Dezember 2021 betrug, unter Berücksichtigung der mit den Vorräten verrechneten erhaltenen Anzahlungen, die bilanzielle Eigenkapitalquote 8 52,7% (Vorjahr 55,2 %). Diese verringerte sich, neben leicht geringerem Eigenkapital, im Wesentlichen durch die nach Verrechnung von erhaltenen Anzahlungen leicht höhere Bilanzsumme in Höhe von EUR 110,6 Mio. (i. Vj. EUR 106,1 Mio.).

8 Eigenkapitalquote auf Bilanzbasis = Eigenkapital/Bilanzsumme

Hinsichtlich der in den Rückstellungen enthaltenen sonstigen Rückstellungen ist gegenüber dem Vorjahr nur eine unwesentliche Verringerung um EUR 0,5 Mio. auf EUR 17,0 Mio. zu verzeichnen. Dies ist auf eine dem Vorjahr annähernd entsprechende Zusammensetzung der Rückstellungen zurückzuführen. Die Rückstellungen weisen bis auf die Gewährleistungen (TEUR 2.360, i. Vj. TEUR 2.575) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr auf. Die Gewährleistungsrückstellungen umfassen einen Zeitraum von zwei Jahren.

Die leichte Erhöhung der übrigen Verbindlichkeiten resultiert im Wesentlichen aus um EUR 4,0 Mio. höheren Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen im Wesentlichen begründet aus gestiegener Ergebnisabführung bei gegenläufig stichtagsbedingt um EUR 3,6 Mio. gesunkenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Bei den Verbindlichkeiten weisen TEUR 35.325 (i. Vj. TEUR 30.112) zuzüglich der (abgesetzten) erhaltenen Anzahlungen in Höhe von TEUR 44.867 (i. Vj. TEUR 51.756) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr auf. Weiterhin waren im Vorjahr TEUR 54 mittelfristig fällig. Wesentliche Änderungen in der Fristigkeitsstruktur des Fremdkapitals ergaben sich im Geschäftsjahr nicht. Die Besicherungen sind im Anhang aufgeführt.

2.3.3 Finanzlage

Die Finanzlage stellt sich im Geschäftsjahr wie folgt dar:

2021 2020
TEUR TEUR
Konzernjahresüberschuss vor Ergebnisabführung +25.153 +22.109
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens +3.224 +3.496
Abnahme (i.Vj. Zunahme) der Rückstellungen -467 +278
Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind +13.901 +6.625
Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind +1.439 +4.805
Gewinn (i.Vj. Gewinn) aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens +1.029 -21
Zinsaufwendungen/Zinserträge +580 +539
Ertragsteueraufwand (vor latenten Steuern) +813 +727
Ertragsteuerzahlungen -527 -818
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit +43.087 +37.739
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -47 -468
Auszahlungen für Investitionen in das materielle Anlagevermögen -2.495 -2.247
Auszahlungen für Investitionen ins Finanzanlagevermögen -90 -84
Einzahlungen aus Abgängen des Anlagevermögens +2.376 +67
Auszahlung (i.Vj. Einzahlung) aus verauslagten Zahlungen an die Gesellschafterin -4.360 -10.866
Erhaltene Zinsen 1 0
Cash Flow aus Investitionstätigkeit -4.615 -13.046
Auszahlung aus Ergebnisabführung an die Gesellschafterin -20.657 -23.934
Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten -110 -216
Auszahlung aus Ausschüttung an konzernfremde Gesellschafter -943 -526
Gezahlte Zinsen -673 -650
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit -22.383 -25.327
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds +16.089 -634
Zugang aus Verschmelzung mit der BORSIG Beteiligungsgesellschaft mbH 0 +12
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode +43.913 +44.535
Finanzmittelfonds am Ende der Periode +60.002 +43.913

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ergab sich insgesamt ein Mittelzufluss in Höhe von TEUR 16.089.

Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit ist erhöht im Vergleich zum Vorjahr und somit aus Sicht der Geschäftsführung weiterhin auf einem sehr erfreulichen Niveau. Hierzu trug insbesondere das positive operative Ergebnis des Konzerns sowie der die Zunahme der Verbindlichkeiten deutlich übersteigende Abbau der Forderungen und Vorräte bei. Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit verbesserte sich infolge geringer erfolgter verauslagter Zahlungen an die Gesellschafterin sowie der Einzahlungen aus Anlagenabgängen, welche im Wesentlichen auf die Maßnahmen der Restrukturierung bei der BORSIG ZM Compression GmbH zurückzuführen sind. Der Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit ist geprägt vom niedrigeren Zahlungsmittelabfluss aus Ergebnisabführung in Folge des geringeren Vorjahresergebnisses.

Die Fähigkeit des BORSIG-Konzerns, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen, war jederzeit gegeben. Zum Stichtag verfügt die BORSIG-Gruppe bei liquiden Mitteln von EUR 60,0 Mio. (Vorjahr EUR 43,9 Mio.) über ein Umlaufvermögen, dass die Summe des Fremdkapitals (Verbindlichkeiten und Rückstellungen) übersteigt.

Zu den Zielen des Finanzmanagements gehören die Sicherstellung der Liquidität, Finanzierungsfähigkeit und der vorhanden Aval- und Kreditlinie sowie die Absicherung der finanziellen Risiken durch Einsatz von Finanzinstrumenten. Die Aufträge im BORSIG-Konzern sind überwiegend so verhandelt, dass aus den laufenden An- und Zwischenzahlungen die Finanzierung der Auftragsabwicklung sichergestellt ist.

Nach dem derzeitigen Stand der Unternehmensplanungen ist auf der Basis von Aval- und Kreditlinien der BORSIG-Gruppe in Höhe von EUR 140 Mio. (i. Vj. EUR 140 Mio.) und den eigenen Mitteln in Verbindung mit der gegenwärtigen Auftragslage die Finanzierung im Prognosezeitraum gewährleistet. Die Gesamtinanspruchnahme der Aval- und Kreditlinien durch die BORSIG-Gruppe beträgt zum Stichtag EUR 56,6 Mio. (i. Vj. EUR 55,4 Mio.).

Die Aval- und Kreditlinien werden nach Bedarf der einzelnen Gesellschaft in der BORSIG-Gruppe durch das zentrale Finanzwesen zur Verfügung gestellt.

Zum 2. Mai 2019 wurde das aktuelle Facility Agreement zwischen der Deutsche KNM GmbH, Berlin, der BORSIG GmbH, Berlin, sowie der IKB Deutschen Industrie Bank AG unterzeichnet, welches die Grundlage des aufgeführten Aval- und Kreditrahmens bildet. Das Facility Agreement läuft bis zum September 2023. Es wird nach gegenwärtigem Kenntnisstand und auf Basis der aktuellen Unternehmensplanung erwartet, dass die in diesem Facility Agreement mit den Banken vereinbarten Finanzkennziffern von der Deutsche KNM-Gruppe im Prognosezeitraum eingehalten werden.

Als Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage lässt sich aus Sicht der Geschäftsführung festhalten, dass sich der Konzern durch ein auf Basis internationaler Spannungen und der weiterhin vorhandenen Beeinträchtigungen durch die weltweite Covid-19-Pandemie bedingtes schwieriges, aber gemessen an dem Ertrag trotz des geringeren Auftragseingangs, stabiles Geschäftsumfeld bewegt. Gestützt auch durch langjährige Kundenbeziehungen und einen Auftragsbestandleicht der leicht verringert gegenüber dem Vorjahr ist, jedoch aus Sicht der Geschäftsführung auf gutem Niveau liegend, stellt sich die Gesamtlage, trotz dieser zusätzlichen Risiken, als stabil für den BORSIG-Konzern im Ganzen heraus.

Einzelne negative Entwicklungen im Konzern in Bezug auf die COVID-19 Pandemie und zunehmender internationaler Spannungen konnten im Geschäftsjahr 2021 in Bezug auf das im Vorjahr aufgestellte Budget kompensiert werden. Der vorhandene Auftragsbestand und auch die möglichen Geschäftsabschlüsse für das Geschäftsjahr 2022 und Folgende stimmen trotz bestehender Unsicherheiten weiterhin vorsichtig optimistisch für positive Ergebnisbeiträge der operativen Gesellschaften der BORSIG-Gruppe.

2.4 Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Zum Stichtag 31. Dezember 2021 waren im BORSIG-Konzern insgesamt 486 Mitarbeiter (i. Vj. 511 Mitarbeiter) beschäftigt, davon 13 Auszubildende. Am Standort Berlin waren es 271 Mitarbeiter, am Standort Meerane 76 Mitarbeiter, am Standort Gladbeck 90 Mitarbeiter, am Standort Leegebruch 18 Mitarbeiter, am Standort Rheinfelden 28 Mitarbeiter und am Standort Hamburg drei Mitarbeiter.

Zur Anpassung an den aktuellen Geschäftsverlauf im Zuge der erfolgten Restrukturierungsmaßnahmen verringerte sich die Mitarbeiterzahl vor allem bei der BORSIG ZM Compression GmbH.

Mit 13 Auszubildenden bekennt sich der BORSIG-Konzern zu dem wichtigen gesellschaftlichen Anliegen, Ausbildungsplätze über den Eigenbedarf hinaus zur Verfügung zu stellen.

Trotz der notwendigen Verringerung der Anzahl der Beschäftigten im abgelaufenen Geschäftsjahr sieht der BORSIG-Konzern das Ziel einer langfristigen Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter als wesentliche Basis zur Know-how Sicherung und als Beleg für Mitarbeiterzufriedenheit. Interne und externe Fortbildung tragen zu dem Ziel der Know-how Sicherung bei. Als Beleg für eine positive Wahrnehmung der BORSIG-Gruppe als Arbeitgeber kann die aus Sicht der Geschäftsführung hohe Anzahl an guten engagierten Bewerbern für zu besetzende Stellen gesehen werden.

Neben den Mitarbeitern des BORSIG-Konzerns steht für den Konzern der Umweltschutz im Fokus des täglichen Arbeitsablaufs und des Produktionsprozesses. Durch ein durchgängiges Umweltschutzmanagement werden alle Anstrengungen unternommen, um unnötige Umweltschäden und -belastungen zu vermieden.

Als Nachweis für die Bemühungen um Produktion in Verbindung mit einem hohen Umweltstandard, aber auch als Ziel für eine nicht nachlassende Bemühung diesen Standard zu halten, lassen sich die Gesellschaften der BORSIG-Gruppe in regelmäßigem Abstand durch ein Umweltaudit (zuletzt im August 2021) erfolgreich zertifizieren.

3 Prognosebericht

Die BORSIG-Gruppe geht auf der Grundlage von an die vorhandenen Anforderungen des Marktes und des Wettbewerbs stetig überprüften und angepassten Prozessen und effizienten Strukturen, einer motivierten Belegschaft sowie eines soliden Auftrags-bestands trotz der weiterhin umfangreichen aktuellen Herausforderungen vorsichtig optimistisch in die nächsten Geschäftsjahre.

Auch im Geschäftsjahr 2022 hat die BORSIG-Gruppe das Ziel ihre Marktposition durch hohe Qualitätsstandards, Termintreue, wettbewerbsfähige Verkaufspreise und Weiterentwicklung der bewährten Produkte unter Beweis zu stellen.

Ausgehend von dem erläuterten weltweiten wirtschaftlichen Umfeld, insbesondere der sehr angespannten politischen Lage bedingt durch die umfangreichen Beeinträchtigungen im Zuge der Ukraine-Krise und weiterhin vorhandenen Rahmenbedingungen unter der Covid-19-Pandemie, ist grundsätzlich mit großen Herausforderungen für die Fortführung einer stabilen Entwicklung hinsichtlich der Auftragslage zu rechnen. Speziell diese Einflüsse könnten auch hemmende Auswirkungen auf die Nachfrage der Produkte der BORSIG-Gruppe zur Folge haben, welche sich in Verschiebungen hinsichtlich von Auftragsvergaben zeigen könnten. Entsprechend könnten für das Jahr 2022 hinsichtlich des Auftragseingangs diese möglichen, aber aus heutiger Sicht nicht zwingend wahrscheinlichen, negativen Einflüsse Auswirkungen auf die Erreichung der Ziele haben.

Trotz aller Schwierigkeiten seitens des Marktes ist, aufgrund des aus Sicht der Geschäftsführung guten bis sehr guten Auftragseingang der Jahre 2020 und 2021, der erwartete Umsatz für 2022 zu überwiegenden Teilen aus vorhandenem Auftragsbestand gesichert. Durch diesen Auftragsbestand sowie der zu erwartenden Auftragseingänge erwarten wir unter Berücksichtigung der jeweiligen Durchlaufzeiten für das Jahr 2022 ein Umsatz auf leicht ansteigendem Niveau im Vergleich zum Geschäftsjahr 2021. Auf Basis der durch die Herausforderungen des wirtschaftlichen Umfelds geringer erwarteten Margen in den Umsatzerlösen und der Auftragsstruktur wird für das Jahr 2022 ein positives, aber deutlich unter dem hohen Niveau des Jahres 2021 liegendes Ergebnis (EBIT) erwartet. Die Auftragseingänge sowie der Auftragsbestand liegen gemäß der Erwartung für 2022 ohne Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen durch die Ukraine-Krise über dem Wert von 2021 und könnten damit beeinflusst durch mögliche Großprojekte einen stabilen Auftragszugang auf gutem Niveau bestätigen. Für das Geschäftsjahr 2022 ist jedoch durch die Einwirkung noch nicht vollumfassend bewertbarer Einflüsse, insbesondere durch die politischen Rahmenbedingungen im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise sowie Covid-19, von deutlich negativen Einflüssen und somit von einer Normalisierung der überdurchschnittlichen Ergebnisse 2020 und 2021 auszugehen. Es wird somit eine deutlich negative Entwicklung für das Ergebnis der BORSIG-Gruppe für das Geschäftsjahr 2022 erwartet.

4 Chancen- und Risikobericht

Die im Risikobericht aufgeführten Risiken sind nach der Nettomethode dargestellt und beziehen sich im Wesentlichen auf den Prognosezeitraum 2022.

Die Chancen und Risiken der BORSIG-Gruppe ergeben sich aus den Chancen und Risiken der zum Konzern gehörigen Gesellschaften. Wesentlicher Bestandteil des Risikomanagementsystems sind die regelmäßigen Projektdurchsprachen.

Die BORSIG-Gruppe ist aus Sicht der Geschäftsführung eine erfolgreiche Verbindung von Unternehmen, was in den letzten Jahren sowie insbesondere auch in vorangegangenen Krisen mit Blick auf die erreichten Kennzahlen und Ergebnisse unter Beweis gestellt werden konnte.

Operationale Chancen und Risiken

Die BORSIG-Gruppe steht insgesamt stabil hinsichtlich Auftragsvolumen und Ertragskraft da, auch wenn sich die aktuellen Rahmenbedingungen in unterschiedlicher Intensität auf die Gesellschaften der BORSIG-Gruppe auswirken.

Die BORSIG Process Heat Exchanger GmbH begegnet Risiken durch konsequentes Management der Pandemiebedingungen, wodurch die Fertigung nahezu unbeeinflusst läuft. Auch auf die Gesellschaft zutreffende Einflüsse aus verzögerten Zulieferungen aus besonders von Covid-19 beeinflussten Regionen werden stetig beobachtet und könnten aus heutiger Sicht durch vorhandene Puffer und Flexibilität im Fertigungs-prozess weitestgehend kompensiert werden. Jedoch gewinnen Einflüsse auf das gesamte wirtschaftliche Umfeld in Folge der Ukraine-Krise sehr an Bedeutung, was sich insbesondere in der schwierigen Verfügbarkeit von Materialien und somit auch Untervergaben von Komponenten sowie deren angespannter Preisentwicklung zu Beginn des Jahres 2022 deutlich zeigt. Hinsichtlich des aktuellen Einkaufsprozesses sind trotz umfangreicher Sondierung alternativer Zulieferer aus unterschiedlichen Regionen weltweit auch weiterhin Untervergaben und Materialkäufe zum jetzigen Zeitpunkt nur sehr erschwert möglich. Durch zeitnahes Monitoring hinsichtlich der Zulieferketten und der flexiblen Anpassungen der Arbeitsvorgänge wird Verschiebungen in der Zulieferung so weit wie möglich entgegengewirkt. Eventuelle Verzögerungen hinsichtlich der Fertigstellung einzelner Projekte bezogen auf den Stichtag 31.12.2022 sowie bei finalen Projektvergaben sieht die Gesellschaft aus aktueller Sicht wesentliche mögliche Einflüsse auf die gesteckten Ziele 2022, welche auf Grund der Dynamik der Entwicklung der Rahmenbedingungen zum heutigen Tag noch nicht vollumfänglich bewertet werden können. Die Dauer und der Umfang der Hemmnisse sind für die letztlich eintreffenden Einflüsse auf die Ziele der Gesellschaft von herausragender Bedeutung. Hinsichtlich der sich abzeichnenden Auswirkungen sind die im Auftragsbestand befindlichen Projekte von den erwarteten Projektzugängen im Geschäftsjahr 2022 zu unterscheiden. Während auf Grund von zumeist fixen Vergabepreisen in den Bestandsaufträgen unvorhersehbare Kostensteigerungen ein größeres Risiko darstellen, zeichnet sich für neue Auftragszugänge zunehmend die Möglichkeit der Weitergabe von Preissteigerungen hinsichtlich der Materialbeschaffung sowie eine gewisse Flexibilisierung bezüglich der Vergabepreise an die Kunden in Verbindung mit verlängerten Laufzeiten ab. Das angesprochene Risiko bei Bestandsaufträgen ist jedoch auf Grund von Materialbestellungen mit deutlichem Zeitvorlauf wegen der üblicher-weise längeren Projektdurchlaufzeiten im Geschäftsfeld der BORSIG Process Heat Exchanger GmbH begrenzt. Insgesamt ist kurzfristig von einem mittleren Risiko durch die Beschaffungssituation auszugehen, welches sich längerfristig jedoch zunehmend gering zeigt.

Für die BORSIG ZM Compression GmbH stellt die angespannte Marktsituation, welche zuletzt durch rückläufige bzw. unbefristet verschobene Investitionen aufgrund politischer Spannungen gekennzeichnet war, ein weiterhin vorhandenes Risiko dar. Im Wesentlichen gewinnt, wie bei den anderen Gesellschaften der BORSIG-Gruppe, das gesamte wirtschaftliche Umfeld in Folge der Ukraine-Krise sehr an Bedeutung, was sich ebenfalls in der schwierigen Verfügbarkeit von Materialien und somit auch Untervergaben von Komponenten sowie deren angespannter Preisentwicklung zu Beginn des Jahres 2022 zeigt. Hier geht die Gesellschaft von einer mittleren Eintrittswahrscheinlichkeit aus. Zusätzlich können Verzögerungen bei der Abarbeitung bestehender und erwarteter Service-Aufträge die Steuerungsgrößen im mittleren Bereich belasten. Hier geht die Gesellschaft von einem geringen Risiko und einer geringen Eintrittswahrscheinlichkeit aus. Trotz Verringerung des Geschäftsvolumens hat sich der Ersatzteilbereich im Geschäftsjahr 2021 für von der BORSIG ZM Compression GmbH in den vergangenen Jahren ausgelieferte Neu-Maschinen als weiter wesentlich für die Gesellschaft gezeigt. Dieser Bereich stellt auch für die Zukunft einen wichtigen Bestandteil der größeren positiven Potentiale dar. Dies ist von wichtiger Bedeutung für die Ertragslage der Gesellschaft. Auch hieraus können sich leichte Verbesserungen der Steuerungsgrößen ergeben, sofern sich die Auftragslage besser als geplant entwickelt. Mit der im Spätsommer 2020 eingeleiteten Restrukturierung und Anpassung der Kostenstrukturen wurde eine Neuausrichtung in Verbindung mit einer deutlichen Kostenoptimierung im Jahr 2021 zu wesentlichen Teilen umgesetzt und soll in Zukunft aus Sicht der Geschäftsführung zu wesentlichen Chancen für eine deutlich verbesserte Ertragslage der Gesellschaft führen.

Die BORSIG Service GmbH ist großen Herausforderungen im täglichen Arbeitsumfeld durch die Bedingungen unter der Covid-19-Pandemie ausgesetzt. Basierend auf den bisherigen Erkenntnissen durch Rückläufe von Kunden und Lieferanten kann für die Gesellschaft insgesamt eine herausfordernde, aber generell gute allgemeine Position in der vorhandenen "Krise" belegt werden. In Abhängigkeit von Dauer und Art der in den kommenden Monaten vorhandenen Beschränkungen für die Wirtschaft können sich aktuell verstärkte negative Einflüsse ergeben. Aus heutiger Sicht sind jedoch die mittelfristigen Auswirkungen, aufgrund der Notwendigkeit die Versorgungssicherheit der Bundesrepublik Deutschland mit Energie auch in Krisenzeiten und darüber hinaus sicherstellen zu müssen, positiv. Verschiebungen von Projektabwicklungen sind im Jahr 2022 zu kompensieren oder führen bei gleichzeitiger Bewertung von Verbesserungspotentialen aktuell noch zu keiner wesentlichen Abweichung von den für das Geschäftsjahr 2022 gesteckten Zielen. Auf Basis einer vorhandenen guten Liquiditätsausstattung sowie sicheren Zahlungseingängen durch aktuelle und zu erwartende Abrechnungen ist die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft im Prognosezeitraum gewährleistet.

Die BORSIG Membrane Technology GmbH kann auf ein durch langfristige Service-Rahmenverträge und ein stabiles Ersatzteilgeschäft gesichertes Grundgeschäft aufbauen. Belastungen ergeben sich jedoch auch für diese Gesellschaft durch die schwierige Verfügbarkeit von Materialien und somit auch Untervergaben von Komponenten sowie deren angespannter Preisentwicklung im Zuge der Ukraine-Krise. Hier muss somit aktuell ebenfalls von einer mittleren Eintrittswahrscheinlichkeit ausgegangen werden. Größere Chancen ergeben sich dagegen durch die immer stärker in den Fokus rückenden Themen wie Ressourcen-Schonung, energiesparende Verfahren und durch immer strikter werdende Umweltauflagen. Viele Produkte besetzen bereits diese Themen und die aus Sicht der Geschäftsführung sehr exklusive Neuentwicklung "OSN-Anlagen" kann einen substanziellen Beitrag leisten. Zusammenfassend könnte sich hieraus ein positiver Einfluss auf die Entwicklung der Gesellschaft im Prognosezeitraum ergeben. Trotz aller Schwierigkeiten seitens des Marktes ist, aufgrund der Service-Rahmenverträge und des Auftragseingangs der Jahre 2020 und 2021, der erwartete Umsatz für 2022 zu überwiegenden Teilen aus vorhandenem Auftragsbestand gesichert. In Abhängigkeit der Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden Chancen für positive Einflüsse auf die Entwicklung der Gesellschaft hinsichtlich neuer Projekt-zugänge in der verstärkten Anwendung der Produkte im Bereich der Wasserstoff-verarbeitung, der sehr exklusiven Neuentwicklung "OSN-Anlagen" sowie der stark im Fokus stehenden erneuerbaren Energien gesehen. Insgesamt schätzen wir die sich bietenden Chancen als Mittel ein.

Zum 31. Dezember 2021 liegt bei der BORSIG Boiler Systems GmbH nach wie vor eine bilanzielle Überschuldung in Höhe von TEUR 4.625 vor. Die Gesellschaft befindet sich mangels operativer Tätigkeit seit mehreren Jahren in einer bestehenden Verlustsituation. Die Gesellschafterin BORSIG GmbH, Berlin, hatte gegenüber der BORSIG Boiler Systems GmbH eine zeitlich unbefristete Patronatserklärung von EUR 6,5 Mio. abgegeben. Sie hatte sich zudem verpflichtet, den sich künftig ergebenden Finanzmittelbedarf durch Betriebsmittelkredite zur Verfügung zu stellen. Nach dem Bilanzstichtag hat die BORSIG GmbH die Anteile an der BORSIG Boiler Systems GmbH (Buchwert TEUR 942) und die ggü. der BORSIG Boiler Systems GmbH bestehenden Darlehensforderung (TEUR 8.750) zzgl. Zinsforderungen (TEUR 1.457) abzüglich des Verlustausgleichsanspruchs für den Zeitraum 1.Januar 2022 bis 1. April 2022 (TEUR 43) an die Deutsche KNM GmbH zum Gesamtkaufpreis i.H.v. EUR 11,1 Mio. verkauft.

Im Zuge des Carve Outs und Übertragung der Anteile der BORSIG Boiler Systems GmbH an die DKNM wurden sowohl der Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag als auch die Patronatserklärung der BORSIG GmbH und die Verpflichtung zur Verfügungstellung notwendiger Betriebsmittelkredite mit Wirkung zum 1. April 2022 gekündigt. Darüber hinaus hat die BORSIG GmbH vor der Übertragung der Anteile gemäß der Closing Vereinbarungen des Kaufvertrages am 31. März 2022 eine Einlage in die Kapitalrücklagen der BORSIG Boiler Systems GmbH in Höhe von TEUR 5.567 geleistet und die bilanzielle Überschuldung beseitigt. Die Deutsche KNM GmbH hat durch den Forderungskaufvertrag mit der BORSIG Boiler Systems GmbH vom 13. Mai 2022 die Forderung gegen die BORSIG Boiler Systems Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia, in Höhe von TEUR 4.553 von der BORSIG Boiler Systems GmbH zum Buchwert erworben. Die nunmehr gegenüber der Deutschen KNM bestehende Darlehensverbindlichkeit in Höhe von TEUR 8.750 wurde durch Zahlungen vom 16. Mai 2022 (TEUR 4.700) und vom 2. Juni 2022 (TEUR 4.050) ausgeglichen.

Nach den genannten Transaktionen weist die BORSIG Boiler Systems GmbH, Berlin, eine Verbindlichkeit gegenüber der Deutschen KNM aus aufgelaufenen Zinsverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 1.415 aus. Den Verbindlichkeiten gegenüber der Deutschen KNM GmbH stehen liquide Mittel in Höhe von TEUR 1.414 und der Beteiligungsbuchwert an der BORSIG Boiler Systems Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia, in Höhe von TEUR 942 gegenüber.

Die DKNM hat mit Vertrag vom 23. Juni 2022 einen Gesellschafterdarlehensrahmen in Höhe von TEUR 150 bis zum 30. Juni 2024 eingeräumt. Der Darlehensrahmen kann Vereinbarungsgemäß nicht vorher fällig gestellt werden. Der Fortbestand der Gesellschaft ist maßgeblich von der weiteren finanziellen Unterstützung abhängig. Diese Ereignisse und Gegebenheiten deuten weiterhin auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der BORSIG Boiler Systems GmbH zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko für diese Gesellschaft darstellt. Die Bestandsgefährdung der BORSIG Boiler Systems GmbH hat wie bisher keine signifikanten Auswirkungen auf den BORSIG-Konzern.

Zum 31. Dezember 2021 liegt auch bei der BORSIG ValveTech GmbH eine bilanzielle Überschuldung vor (TEUR 723, i. Vj. TEUR 723). Zur Sicherstellung der Liquidität hat die BORSIG GmbH der Gesellschaft mit Schreiben vom 31. Januar 2022 einen Darlehensrahmen in Höhe von TEUR 4.250 gewährt. Darlehen innerhalb des Darlehensrahmens können nicht vor dem 30. Juni 2024 und weiterhin nicht vor Ausweis eines positiven Eigenkapitals fällig gestellt werden. Die BORSIG ValveTech GmbH hat am 10. Dezember 2019 als beherrschte Gesellschaft mit der BORSIG GmbH einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit Wirkung zum 1. Januar 2019 abgeschlossen. Dadurch hat sich die Gesellschafterin BORSIG GmbH verpflichtet Verluste auszugleichen und Finanzmittelbedarf durch Betriebsmittelkredite zukünftig zur Verfügung zu stellen.

Geringe Risiken könnten sich allgemein aufgrund der für einen Teil der BORSIG-Gruppe vorhandenen Auftragsbestände zum Ende des Geschäftsjahres 2021 sowie der erwarteten Auftragseingänge 2022 und der damit verbundenen Auslastung der Kapazitäten ergeben. Bei den erwarteten Auftragseingängen ist auch die Wettbewerbs- und Nachfragesituation zu berücksichtigen. Diesen Risiken wird mit einer durchgehenden Prozesskontrolle und einer Optimierung der Kapazitäten Rechnung getragen. Des Weiteren werden mögliche Spitzen in der Auslastung weiterhin durch Komponentenzukauf bzw. Vergaben an Fremdfirmen kompensiert. Auch hier geht der Konzern von einer geringen Eintrittswahrscheinlichkeit und einem geringen Risiko aus.

Zusammenfassend bestehen Risiken insgesamt für den Konzern aufgrund stark steigender Rohstoffpreise bzw. Lieferengpässe bei der Rohstoffbeschaffung, vor allem als Folge der Ukraine-Krise. Dies könnte sich aktuell im mittleren Bereich insbesondere auf die Ergebnisgrößen der Gesellschaften der BORSIG-Gruppe auswirken.

In Abhängigkeit der Dauer der negativen Einflüsse könnten sich auch deutlich ansteigende Risiken und Auswirkungen im hohen Bereich auf die Ergebnisgrößen ergeben. Aufgrund der erwähnten möglichen Lieferengpässe bei der Rohstoffbeschaffung, auch infolge von hervorgerufenen Verzögerungen bei der Produktion in besonders von der Pandemie bzw. der Ukraine-Krise betroffenen Regionen oder davon beeinflussten Logistikabläufen, könnten sich damit zusammenhängende kommerzielle Risiken für die Gesellschaften der BORSIG-Gruppe ergeben (z. B. Pönale/Vertragsstrafen). Dies könnte sich im mittleren Bereich insbesondere auf die Ergebnisgrößen auswirken. Eine abschließende Bewertung ist auch hier auf Grund der Dynamik der Einflüsse, wie vorab erwähnt, aktuell noch nicht möglich. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird zum jetzigen Zeitpunkt noch als gering angesehen.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit der operationalen Risiken wird insgesamt für den Konzern, wie auch das Risiko insgesamt, als im mittleren Bereich liegend angesehen. Diese kann sich jedoch, wie vorhergehend bereits erwähnt, bei länger anhaltendenden oder sich gar zuspitzenden negativen Einflüssen durch den Ukraine-Konflikt, noch wesentlich erhöhen. Diesen auftragsbezogenen Risiken wird mit einem durchgehenden Projektcontrolling Rechnung getragen.

Allgemeine Marktchancen und -risiken

Weitere geringe Risiken für den BORSIG-Konzern ergeben sich zum einen aufgrund der fortwährend politisch angespannten Situation aus Geschäften mit Bestimmungsländern aus Teilen des Nahen Ostens. Dies kann sowohl zu Verzögerungen als auch zum vorrübergehenden Abbruch bestehender Aufträge führen und damit die Steuerungsgrößen im mittleren Bereich belasten. Durch ein zeitlich engeres Monitoring der Sachlage und durch das Ziel Kosten abdeckende Anzahlungen durch die jeweiligen Kunden zu erzielen, wird diesem Risiko entgegengewirkt. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird als gering angesehen.

Zum anderen dämpft die aktuelle Lage am Weltmarkt die Investitionsvorhaben eines Teils der Zielmärkte der BORSIG-Gruppe, was sich ebenfalls auf Geschäftsabschlüsse der einzelnen Gesellschaften auswirken kann. Durch möglicherweise fehlende oder sich verschiebende Auftragseingänge könnten sich deutlich negative Effekte auf die Steuerungsgrößen der Gesellschaften ergeben. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird als mittel angesehen. Auch insgesamt handelt es sich hierbei um ein mittleres Risiko.

Zum heutigen Zeitpunkt können die Auswirkungen der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung noch nicht endgültig eingeschätzt werden. Aufgrund enger Verzahnung zur Weltwirtschaft könnten sich bei weiter anhaltend starken Spannungen hinsichtlich der führenden Wirtschaftsmärkte USA und China auch negative Auswirkungen für andere Volkswirtschaften ergeben. Auch die angespannte politische Situation im Nahen und Mittleren Osten sowie in Teilen Nordafrikas kann zu negativen Auswirkungen auf die Steuerungsgrößen der Gesellschaft beitragen. Aufgrund der genannten unsicheren Einflüsse könnte es zu Verschiebungen hinsichtlich Auslieferungen und Auftragsvergaben aus diesen Regionen kommen, was die Umsatz- und Ergebnisentwicklung (EBIT) sowie Auftragseingänge und Auftragsbestand beeinträchtigen könnte. Dies stellt aktuell ein geringes Risiko für die Gesellschaften der BORSIG-Gruppe dar.

Die Konzerngesellschaften begegnen diesen Risiken durch kontinuierliche Abstimmung mit den entsprechenden Behörden und den Kunden sowie durch das Ziel der stetigen Optimierung des Vertriebs und damit verbunden einer strategischen Orientierung auf den Markt. Gerade hierdurch ergeben sich auch Chancen zur Verbesserung bzw. Bestätigung von globalen Marktanteilen für die BORSIG-Gruppe.

Risiken in Folge der Covid-19-Pandemie

In der aktuellen Situation ist aber auch die BORSIG-Gruppe nicht frei von Einflüssen der weltweiten Pandemie durch Covid-19. Die Einflüsse und aktuellen Herausforderungen für die Unternehmen der BORSIG-Gruppe sind damit geschäftsspezifisch differenziert zu verzeichnen.

Gesellschaftsübergreifend ist durch die in Folge der Covid-19-Pandemie bestehenden und sich verändernden Einflüsse ein unvorhersehbares und nach wie vor aktuelles Risiko weiterhin vorhanden. Basierend auf den bisherigen Erkenntnissen durch die Erfahrungen in den abgelaufenen Geschäftsjahren 2020 und 2021 sowie durch Rückläufe von Kunden und Lieferanten kann für den Konzern insgesamt eine gute allgemeine Position in der vorhandenen "Krise" belegt werden. In Abhängigkeit von Dauer und Art der in den kommenden Monaten vorhandenen Beschränkungen für die Wirtschaft, können sich verstärkte negative Einflüsse ergeben, aus heutiger Sicht sind jedoch Verschiebungen im Jahr 2022 zu kompensieren oder führen bei gleichzeitiger Bewertung von Verbesserungspotentialen zu noch keiner wesentlichen Abweichung zu den für das Geschäftsjahr 2022 gesteckten Zielen als Folge dieses Risikos.

Die BORSIG Boiler Systems GmbH ist nicht operativ tätig und ist daher nicht von der Situation durch Covid-19 beeinflusst.

Die BORSIG GmbH und die BORSIG-Gruppe stehen den operativen Gesellschaften insbesondere in der aktuellen Situation im täglichen Austausch von Informationen und Abstimmungen zu Maßnahmen zur Begrenzung von negativen Einflüssen durch Covid-19 sowie der Ukraine-Krise unterstützend zur Seite.

Gesellschaftsübergreifend werden täglich mögliche Maßnahmen wie Kurzarbeit geprüft und befanden sich hinsichtlich der BORSIG ZM Compression GmbH bereits in der Umsetzung. Des Weiteren wurden durch Anstrengungen des IT-Bereichs die Voraussetzungen für ein in allen Gesellschaften verbreitetes Arbeiten im Mobil-Office geschaffen. Dies stellt ein wichtiges und verstärkt genutztes Mittel zur Sicherung der kaufmännischen und Engineering-Kapazitäten dar. Zudem sind durch eine flexible Arbeitszeitenregelung für Urlaub oder die tägliche Arbeitszeit weitere Sicherungen von Kapazitäten bei gleichzeitiger Sicherung der Arbeitsplätze und Einkommen für die Mitarbeiter möglich.

Der Begrenzung von Ausfall- und Gesundheitsrisiken innerhalb der Gesellschaften und Fertigungen wird durch Maßnahmen zur Gewährleistung der Betriebssicherheit Rechnung getragen. Wiederholende Mahnungen zu verstärkten Hygienemaßnahmen unterstützt durch z.B. verbreitetes Aufstellen von Desinfektionsmittelspendern sowie der Organisation von Atemmasken etc. tragen zur Minimierung von negativen Einflüssen auf die BORSIG-Gruppe durch Covid-19 bei.

Für den BORSIG-Konzern geht die Geschäftsführung trotz der dargestellten Umstände von einem geringen Risiko aus, da Stand Juni 2022 aufgrund der von der Geschäftsführung ergriffenen Maßnahmen keine wesentlichen negativen Einflüsse erkennbar sind. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird als mittel eingeschätzt, da insbesondere im Herbst erneute Einschränkungen möglich sein könnten. Die erwarteten Auswirkungen sind in der Prognose berücksichtigt und darüber hinausgehende Risiken werden als gering beurteilt.

Risiken in Folge der Ukraine-Krise

Besondere Risiken haben sich für die BORSIG-Gruppe zu Beginn des Jahres 2022 aus den eskalierenden Umständen um die Situation der Ukraine und Russland und damit verbundenen Sanktionen und Einflüssen auf die weltwirtschaftlichen Zusammenhänge ergeben. Die schon in Folge der Covid-19-Pandemie angespannte Situation am Rohstoffmarkt hat sich drastisch zugespitzt. Die Preise am Weltmarkt haben, auch in direktem Zusammenhang mit explodierenden Energiepreisen, mit kräftigen Raten zugelegt. Dies führt sehr wahrscheinlich zu gedämpften oder zurückhaltenden Investitionsentscheidungen und somit zu entsprechend beeinflussten Projektzugängen für den Konzern. Auch in Kraft getretene Sanktionen gegen Russland tragen verstärkt zu dieser Situation bei. Produktionsausfälle der Ukraine verschärfen die Lieferengpässe am Weltmarkt weiter. Infolgedessen stellen vor allem auch die sehr herausfordernde Kostenkalkulation durch die hohe Preisdynamik sowie die generelle Verfügbarkeit bei der Beschaffung von Materialien und Vorprodukten am Weltmarkt ein wesentliches Risiko dar. Die Auswirkungen daraus für den Konzern sind maßgeblich von der Art und der Dauer der betroffenen Bereiche der Beschränkungen abhängig. Die Unsicherheit hat im Gesamten dadurch deutlich zugenommen, was eine Abschätzung der Auswirkungen auf die Gesellschaften nur schwer möglich macht. Auf das Geschäftsjahr 2022 sind folglich für die Gesellschaften der BORSIG-Gruppe Einflüsse durch kaum validierbare Preisanstiege und verzögerte Lieferketten sowie Leistungsverschiebungen sehr wahrscheinlich. Aus heutiger Sicht sind solche wesentlichen negativen Einflüsse abzusehen, jedoch auf Grund der aktuellen Unsicherheiten noch nicht vollumfänglich zu bewerten. Insgesamt bewerten wir das Risiko aufgrund der beschriebenen Auswirkungen und Unsicherheiten als mittel.

Ausfallrisiken

Ausfallrisiken hinsichtlich Forderungen begegnet der BORSIG-Konzern mit einer sorgfältigen Prüfung der Kunden sowie mit für die jeweilige Gesellschaft guten Anzahlungsbedingungen. Aufgrund dieses konsequenten Forderungsmanagements sowie ggf. einer konzerninternen Vorfinanzierung konnten in der Vergangenheit wesentliche Forderungsausfälle sowie Liquiditätsrisiken vermieden werden oder sind durch hinsichtlich ihres Risikos bewertete Forderungswertberichtigungen berücksichtigt. Es handelt sich aus Konzernsicht um ein geringes Risiko mit einer geringen Eintrittswahrscheinlichkeit.

Währungsrisiken

Wesentliche Währungsrisiken werden für einzelne bestehende Aufträge grundsätzlich jeweils durch den Abschluss von Devisentermingeschäften oder Fremdwährungsoptionen gesichert. Das verbleibende Risiko wird daher als gering angesehen.

Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Absicherung von Währungsrisiken aus bilanzierten und schwebenden Grundgeschäften abgeschlossen. Die Sicherungsgeschäfte (Devisentermingeschäfte) sollen das den Grundgeschäften innewohnende Währungsrisiko neutralisieren und damit Aufwendungen aus Währungsverlusten vermeiden. Dabei wurden in Form von Mikrohedges Bewertungseinheiten von Grund- und Sicherungsgeschäft gebildet. Die bestehende Risiko-Richtlinie ermöglicht grundsätzlich strukturiert die konsequente Früherkennung und Handhabung von Risiken. Gerade durch regelmäßige Auftragsdurchsprachen, sich wiederholende Kontrollen der Arbeitsabläufe sowie ein konsequentes Finanzcontrolling wird zu einer Risikominimierung beigetragen. Risiken aus derivativen Finanzinstrumenten ergeben sich grundsätzlich aus Zahlungsverschiebungen seitens der Kunden, da dann die Konzerngesellschaft den entsprechenden Differenzbetrag ausgleichen muss und aus Opportunitätskosten, falls der Wechselkurs sich für die Konzerngesellschaft günstig entwickelt und man daher auf den Abschluss eines Devisentermingeschäftes hätte verzichten können. Die Auswirkungen aus den häufig eintretenden Zahlungsverschiebungen beeinflussen die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der BORSIG-Gruppe nur in geringem Maße. Da zum Stichtag nur derivative Finanzinstrumente auf einem aus Sicht der Geschäftsführung normalen Niveau bestehen, handelt es sich um ein geringes Risiko.

Neben dem organischen Wachstum der Gruppe sind in Zukunft auch Akquisitionen passend zum Produktportfolio zur Stärkung der BORSIG-Gruppe möglich.

Bestandsgefährdende Risiken für den Konzern sind gegenwärtig nicht erkennbar.

 

Berlin, den 29. Juni 2022

Stegger, Jürgen, Geschäftsführer

Porro, Flavio, Geschäftsführer

Tan, Koon Ping, Geschäftsführer

Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

Vorbemerkungen

Das Mutterunternehmen BORSIG GmbH, Berlin, ist eingetragen beim Amtsgericht Charlottenburg in Berlin unter der Nr. HRB 87337 B.

Im Geschäftsjahr 2021 erfolgte der Verkauf aller gehaltenen Anteile an der KNM BORSIG Services Sdn. Bhd. an die Konzernmuttergesellschaft Deutsche KNM GmbH verbunden mit der Abtretung der Forderungen gegen diese Gesellschaft zum Buchwert. Im Zuge des Verkaufs verringerten sich im Vergleich zum Vorjahresstichtag auf der Aktivseite die Beteiligungen um TEUR 103 sowie die Forderungen um TEUR 857, welche Darlehen in Höhe von TEUR 671 beinhalteten. In der Gewinn- und Verlustrechnung ergaben sich aus dem Verkauf bis auf vorherige Zinserträge aus dem erwähnten Darlehen (i. Vj. TEUR 20) keine wesentlichen Effekte.

Die Berechnung des Konzern-EBIT unter Punkt 13 der Erläuterungen zur Konzernbilanz, Konzerngewinn- und Verlustrechnung und Konzernkapitalflussrechnung wurde für das Jahr 2020 gemäß der Gewinn- und Verlustrechnung angeglichen, wodurch ein zum Vorjahr abweichendes EBIT für das Vorjahr unter diesem Punkt ausgewiesenen wird.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2021 stellt sich die BORSIG-Gruppe unverändert wie folgt dar, wobei jeder operativen Gesellschaft eine auf ihre Tätigkeit hinweisende Sachfirma zugeordnet ist:

BORSIG GmbH

 

→ BORSIG Process Heat Exchanger GmbH, Berlin

 

→ BORSIG Service GmbH, Berlin

 

→ BORSIG Membrane Technology GmbH, Berlin

 

→ GMT Membrantechnik GmbH, Rheinfelden

 

→ BORSIG ZM Compression GmbH, Berlin

 

→ BORSIG ValveTech GmbH, Berlin

 

→ BORSIG Boiler Systems GmbH, Berlin.

Die BORSIG GmbH hat mit der BORSIG Process Heat Exchanger GmbH, mit der BORSIG Service GmbH, mit der BORSIG Membrane Technology GmbH, mit der BORSIG ZM Compression GmbH, mit der BORSIG ValveTech GmbH und mit der BORSIG Boiler Systems GmbH jeweils einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen. Der Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der BORSIG Boiler Systems GmbH ist im Rahmen des Carve-Outs mit Wirkung zum 1. April 2022 gekündigt worden.

Darüber hinaus besteht zwischen der BORSIG GmbH und der Deutsche KNM GmbH ein Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag.

Alle in den Konsolidierungskreis aufgenommenen Unternehmen haben den Stichtag 31. Dezember 2021.

Konsolidierungsgrundsätze

Die Vermögensgegenstände, Schulden, und Rechnungsabgrenzungsposten sowie die Erträge und Aufwendungen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden unter Anwendung folgender Maßnahmen zum Konzernabschluss zusammengefasst:

Zum Erwerbszeitpunkt erfolgt die Erstkonsolidierung durch Aufrechnung der Beteiligungsbuchwerte der Muttergesellschaft mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals der Tochtergesellschaften nach der Neubewertungsmethode gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB.

Die positiven Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung wurden als Firmenwert aktiviert und über 15 Jahre abgeschrieben. Negative Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung in Vorjahren wurden in den sonstigen betrieblichen Erträgen ergebniswirksam aufgelöst.

Die gegenseitigen Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden eliminiert.

In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurden alle konzerninternen Umsätze mit den auf sie entfallenden Aufwendungen verrechnet und die übrigen Erträge und Aufwendungen zwischen den Konzerngesellschaften voll konsolidiert.

Die Eliminierung von Zwischenergebnissen wurde entsprechend den Regelungen des § 304 Abs. 1 HGB vorgenommen.

Auf konzernfremde entfallende Anteile am Eigenkapital und am Ergebnis wurden unter dem Posten nicht beherrschende Anteile ausgewiesen.

Die in den Konzernabschluss übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden der einbezogenen Unternehmen sind mit Ausnahme der Bilanzierung der latenten Steuern nach den auf den Jahresabschluss der BORSIG GmbH angewandten Bewertungsmethoden einheitlich bewertet.

Verbundene Unternehmen

Die Gesellschaften des Konzerns halten im Geschäftsjahr 2021 nach wie vor 79,6% der Anteile an der BORSIG Boiler Systems Sdn Bhd, Kuala Lumpur/Malaysia. Da die Beteiligung für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist (z.B. Bilanzsumme und Umsatz im Vergleich zur BORSIG-Gruppe), wurden diese gemäß § 296 HGB nicht Vollkonsolidiert, sondern zu Anschaffungskosten in den Konzernabschluss einbezogen.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Bei der Bewertung wurde von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit ausgegangen.

Die Vermögensgegenstände und Schulden wurden zum Abschlussstichtag, bis auf die Bewertungseinheiten, einzeln bewertet.

Es wurde vorsichtig bewertet; insbesondere wurden alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, berücksichtigt. Gewinne wurden nur berücksichtigt, wenn sie bis zum Abschlussstichtag realisiert waren.

Posten in fremder Währung werden grundsätzlich bei erstmaliger Berücksichtigung zum am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Wechselkurs eingebucht. Gemäß § 256a HGB werden auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von einem Jahr und weniger sind § 253 Abs. 1 Satz 1 und § 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB nicht anzuwenden. Das Niederstwertprinzip für alle übrigen Vermögensgegenstände und das Höchstwertprinzip für alle übrigen Schulden werden zum Bilanzstichtag grundsätzlich beachtet.

Von dem in § 268 Abs. 5 Satz 2 HGB eingeräumten Wahlrecht, die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen offen von den Vorräten abzusetzen, wird Gebrauch gemacht.

Von dem in § 254 HGB eingeräumten Wahlrecht zur Bildung von Bewertungseinheiten wird Gebrauch gemacht.

Als latente Steuern werden Steuerbe- und Steuerentlastungen in der Bilanz angesetzt, die sich aus Differenzen zwischen den Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten in der Konzernhandelsbilanz und den Wertansätzen in den Steuerbilanzen der konsolidierten Unternehmen sowie aus Verlustvorträgen, die sich in den nächsten fünf Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, ergeben. Das Wahlrecht zur Aktivierung eines Überhangs aktiver latenter Steuern über passive latente Steuern wird - abweichend zu den Bilanzierungsmethoden der BORSIG GmbH - in Anspruch genommen. Sich ergebende Steuerbe- und -entlastungen werden unverrechnet ausgewiesen. Zusätzlich werden latente Steuern entsprechend § 306 HGB auf Konsolidierungsbuchungen erfasst.

Als Organgesellschaft hat die BORSIG GmbH etwaige temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen in der Handels- und Steuerbilanz der Gesellschaft und ihrer Organgesellschaften und sich daraus ergebende aktive oder passive latente Steuern der Organträgerin, der Deutsche KNM GmbH, zugerechnet.

Die Form der Darstellung, insbesondere die Gliederung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung, ist gegenüber dem Vorjahr nicht geändert.

Der Jahresabschluss ist in Euro aufgestellt.

Erläuterungen zur Konzernbilanz, Konzerngewinn- und Verlustrechnung und Konzernkapitalflussrechnung

1. Anlagevermögen

Die Zusammensetzung und Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ergibt sich aus dem diesem Konzernanhang als Anlage beigefügten Anlagenspiegel.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit ihren Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen angesetzt. Die Abschreibungen erfolgen linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer. Die Abschreibungen auf Zugänge der entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden zeitanteilig vorgenommen. Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen Patente und Lizenzen und Software.

Die Bewertung des Sachanlagevermögens erfolgt zu Anschaffungskosten oder Herstellungskosten. Die Herstellungskosten gemäß § 255 Abs. 2 und 3 HGB enthalten die Einzelkosten für Material und Fertigung, die Sonderkosten der Fertigung, angemessene Teile der Gemeinkosten und die fertigungsbedingten Abschreibungen. Die Sachanlagen werden planmäßig linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden zeitanteilig vorgenommen.

Die Abschreibungen des Geschäftsjahres beliefen sich auf TEUR 3.224 (i. Vj. TEUR 3.496), davon entfallen TEUR 344 (i. Vj. TEUR 498) auf außerplanmäßige Abschreibungen bei der BORSIG ZM Compression GmbH. Die voraussichtliche Nutzungsdauer weicht nicht wesentlich von den in den steuerlichen AfA-Tabellen angegebenen Zeiträumen ab.

Die Bewertung der Finanzanlagen erfolgte zu Anschaffungskosten. Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert bei erfolgen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von bis zu EUR 250,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten über EUR 250,00 bis EUR 1.000,00 werden zu einem jahrgangsbezogenen Sammelposten zusammengefasst und über einen Zeitraum von 5 Jahren gewinnmindernd aufgelöst.

Zuwendungen der öffentlichen Hand, die als finanzielle Zuwendung zu einer Investition gewährt worden sind, werden als Anschaffungskostenminderung berücksichtigt.

Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen des Anlagevermögens werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Zuschreibungen für mögliche Wertaufholungen waren nicht vorzunehmen.

2. Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert unter Berücksichtigung notwendiger Abwertungen für Bestandsrisiken.

In die Herstellungskosten der fertigen und unfertigen Erzeugnisse sowie unfertigen Leistungen wurden die Material- und Fertigungseinzelkosten, Sonderkosten der Fertigung und angemessene Teile der Material-, Fertigungsgemeinkosten sowie des Wertverzehrs des Anlagevermögens einbezogen. Verwaltungs-, Vertriebs- und Finanzierungskosten sind nicht enthalten.

Bestandsrisiken, die sich aus langer Lagerreichweite beziehungsweise geminderter Verwertbarkeit ergeben, wird gemäß dem strengen Niederstwertprinzip ausreichend Rechnung getragen. Es wird verlustfrei bewertet.

3. Forderungen und übriges Umlaufvermögen

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Erkennbaren Einzelrisiken bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde durch angemessene Einzelwertberichtigungen mit einem Wert zum Stichtag in Höhe von TEUR 228 (i. Vj. TEUR 162) Rechnung getragen. Dem allgemeinen Ausfallrisiko auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird durch eine Pauschalwertberechtigung in Höhe von 1% der nicht einzelwertberichtigten Netto-Forderungen Rechnung getragen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 21.821 (i. Vj. TEUR 20.541) beinhalten Forderungen gegen die Gesellschafterin in Höhe von TEUR 17.041 (i. Vj. TEUR 12.681) welche wie im Vorjahr auf sonstige Forderungen nach Kostenauslagen entfallen.

Des Weiteren bestehen die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 4.780 (i. Vj. TEUR 7.860) im Wesentlichen aus Darlehen und Zinsen in Höhe von TEUR 3.966 (i. Vj. TEUR 4.704). Die übrigen Forderungen beziehen sich wie im Vorjahr im Wesentlichen auf Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Konzernverrechnungen. Für Forderungen in Höhe von TEUR 4.780 (i. Vj. TEUR 5.545) bestehen erwartete Restlaufzeiten von über einem Jahr.

Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 2.565 (i. Vj. TEUR 1.180) beinhalten im Wesentlichen Umsatzsteuerforderungen in Höhe von TEUR 2.156 (i. Vj. TEUR 606), Ertragsteuervorauszahlungen in Höhe von TEUR 174 (i. Vj. TEUR 477) sowie debitorische Kreditoren in Höhe von TEUR 235 (i. Vj. TEUR 0).

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Vermögensgegenstände betreffen wie im Vorjahr grundsätzlich nur solche mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

4. Flüssige Mittel

Flüssige Mittel werden mit dem Nennwert angesetzt.

5. Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von TEUR 475 (i. Vj. TEUR 284) besteht hauptsächlich aus Bürgschaftskosten in Höhe von TEUR 241 und aus abgegrenzten EDV-Kosten in Höhe von TEUR 174 (i. Vj. TEUR 150).

6. Aktive und passive latente Steuern

Zum Stichtag 31. Dezember 2021 bestehen aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 331 (i. Vj. TEUR 608). Im Berichtsjahr wurde die Änderung der aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 276 aufwandswirksam (i. Vj. TEUR 173 ertragswirksam) erfasst. Die latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus erfolgten Zwischengewinneliminierungen innerhalb der BORSIG-Gruppe sowie Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz. Die Unterschiedsbeträge ergeben sich im Wesentlichen aus Rückstellungen. Der darauf angewandte Steuersatz beträgt rund 30,6 %.

7. Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital der BORSIG GmbH, Berlin, beträgt TEUR 100. Die Kapitalrücklage bei TEUR 44.497 (i. Vj. TEUR 44.497). Das Mutterunternehmen verfügt darüber hinaus über Gewinnvorträge in Höhe von TEUR 6.809 (i. Vj. TEUR 6.809). Ausschüttungsgesperrte Beträge bestehen auf Ebene des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens nicht. Der auf nicht beherrschende Anteile entfallende Eigenkapitalanteil beträgt TEUR 2.297 (i. Vj. TEUR 2.292).

Des Weiteren besteht im Konzernabschluss ein Gewinnvortrag in Höhe von TEUR 11.640 (i. Vj. TEUR 11.112).

Die Entwicklung des Eigenkapitals ist im Konzerneigenkapitalspiegel dargestellt.

8. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2021 31.12.2020
Auftragsrückstellungen TEUR TEUR
Nachlaufende Kosten 7.180 8.693
Gewährleistungen 2.360 2.575
Pönalen/Vertragsstrafen 2.831 1.889
Drohende Verluste 255 0
12.626 13.157
Personalrückstellungen
Urlaub 997 917
Jahresabschlussvergütung 929 854
Überstunden 389 396
Berufsgenossenschaft 76 123
2.392 2.290
Übrige Rückstellungen
Ausstehende Rechnungen 455 455
Lizenzen 486 386
Rechtsstreitigkeiten 70 25
Jahresabschlusskosten 205 205
Sonstige 741 925
1.957 1.996
Gesamt 16.975 17.443

Die sonstigen Rückstellungen decken alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen sowie drohenden Verluste ab und werden mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Rückstellungen haben jeweils (bis auf die Gewährleistungen) eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Auf eine Abzinsung der Gewährleistungsrückstellungen wurde aufgrund der Unwesentlichkeit verzichtet. Aus den Beständen der Gewährleistungsrückstellungen zum Bilanzstichtag und vor dem Hintergrund einer Gewährleistungsfrist von 2 Jahren ergeben sich nur unwesentliche Zinseffekte.

Die pauschalen Gewährleistungsrückstellungen werden auf Basis der Erfahrung der Vergangenheit angesetzt. Darüber hinaus werden für Sondersachverhalte einzelne Gewährleistungsrückstellungen gebildet.

Die Rückstellung für nachlaufende Kosten wird für abgerechnete (Teil-) Projekte auf Basis der Projektkalkulation ermittelt und erfasst damit die ausstehenden Rechnungen und noch durchzuführende Restarbeiten für das jeweilige Projekt.

9. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit den jeweiligen Erfüllungsbeträgen passiviert.

Die Fristigkeiten sowie die Besicherungen sind aus nachfolgendem Verbindlichkeitenspiegel (in TEUR) ersichtlich:

TEUR Restlaufzeit bis zu einem Jahr Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren Gesamtbetrag Geschäftsjahr
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten* 54 0 0 54
Vorjahr: 110 54 0 164
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 4.501 0 0 4.501
Vorjahr: 0 0 0 0
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.174 0 0 5.174
Vorjahr: 8.752 0 0 8.752
4a. Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin 24.516 0 0 24.516
Vorjahr: 20.692 0 0 20.692
4b. Übrige Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 241 0 0 241
Vorjahr: 74 0 0 74
5. Sonstige Verbindlichkeiten 839 0 0 839
Vorjahr: 484 0 0 484
Gesamt 35.325 0 0 35.325
Vorjahr 30.112 54 0 30.166

* Die von der Bank gewährten Darlehen sind durch brieflose Grundschulden auf das bestehende Erbbaugrundstück sowie zum Teil durch einen Schuldbeitritt der BORSIG GmbH gesichert. Als Sicherheit für die gewährte Mitfinanzierung dient zum einen eine brieflose Grundschuld über TEUR 3.045 bzw. TEUR 1.189, zum anderen eine Buchgrundschuld auf dem Betriebsobjekt der BZM in Höhe von TEUR 2.000 bzw. TEUR 2.932. Weiterhin ist die BORSIG GmbH den Verpflichtungen der BZM im Wege des Schuldbeitritts beigetreten und haftet neben der BZM als Gesamtschuldnerin gemäß § 421 BGB.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin handelt es sich im Wesentlichen um Verbindlichkeiten aus der Gewinnabführung 2021 an die Deutsche KNM GmbH in Höhe von TEUR 24.478 (i. Vj. TEUR 20.657).

Bei den übrigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich wie im Vorjahr im Wesentlichen um Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 38, i.Vj.: TEUR 35).

10. Derivative Finanzinstrumente / Bewertungseinheiten

Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Absicherung von Währungsrisiken aus bilanzierten und schwebenden Grundgeschäften abgeschlossen. Die Sicherungsgeschäfte (Devisentermingeschäfte) sollen das den Grundgeschäften innewohnende Währungsrisiko neutralisieren und damit Aufwendungen aus Währungsverlusten vermeiden. Dabei wurden in Form von Microhedges Bewertungseinheiten von Grund- und Sicherungsgeschäft gebildet. Die Bewertungseinheiten werden entsprechend der IDW-Stellungnahme zur Rechnungslegung: Handelsrechtliche Bilanzierung von Bewertungseinheiten (IDW RS HFA 35) nach der Einfrierungsmethode erfasst. Die effektiven Veränderungen aus der Marktbewertung der Sicherungsinstrumente und der Grundgeschäfte haben sich im Berichtsjahr vollständig ausgeglichen, der ineffektive Teil aus den Sicherungsbeziehungen ist wie im Vorjahr nicht wesentlich. Offene Positionen von Devisentermingeschäften bestehen zum Bilanzstichtag nicht. Die Bewertung erfolgt mark-to-market. Die Ermittlung der Effektivität erfolgt im Rahmen der critical terms match-Methode, wobei die Parameter von Grund- und Sicherungsgeschäft verglichen werden.

Nominalwert Grundgeschäft Nominalwert Sicherungsgeschäft Marktwert Derivat
Währungssicherungsgeschäfte TEUR TEUR TEUR
Devisentermingeschäfte (Restlaufzeit ≤ 1 Jahr) 425 400 -25

Die Grundgeschäfte umfassen Anzahlungen sowie aktuelle und zukünftige Forderungen die im Wesentlichen im folgenden Geschäftsjahr von den Kunden vertragsgemäß in Fremdwährung zu leisten sind. Die hiermit verbundenen Währungsrisiken wurden vollständig über Devisentermingeschäfte abgesichert. Die Restlaufzeit und der Nominalwert der Sicherungsgeschäfte in Fremdwährung entsprechen im Wesentlichen denen der Grundgeschäfte. Zum Bilanzstichtag werden keine abgesicherten Fremdwährungsforderungen (i. Vj. TUSD 91 (TEUR 79)) bilanziert, die in den oben genannten Werten enthalten sind. Der Rest entfällt auf schwebende Geschäfte.

Risiken aus derivativen Finanzinstrumenten ergeben sich grundsätzlich aus Zahlungsverschiebungen seitens der Kunden, da dann der Konzern den entsprechenden Differenzbetrag ausgleichen muss und aus Opportunitätskosten, falls der Wechselkurs sich für den Konzern günstig entwickelt und man daher auf den Abschluss eines Devisentermingeschäftes hätte verzichten können.

11. Umsatzerlöse

Die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen ergibt sich wie folgt:

2021 2020
TEUR TEUR
Apparate 98.790 104.511
Industrieservice 32.017 19.393
Membrantechnik 19.335 18.755
Maschinenbau 9.029 24.912
Dienstleistungen 56 154
Summe 159.227 167.725

Die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach geographisch bestimmten Märkten ergibt sich wie folgt:

2021 2020
TEUR TEUR
Asien und Australien 44.533 36.160
Inland 41.470 53.367
Europäisches Ausland 35.351 23.858
Mittlerer Osten 25.213 14.032
Amerika 10.693 37.045
Afrika 1.967 3.263
Gesamt 159.227 167.725

Die Umsätze sind nach den Ländern der Kunden gegliedert. Dabei stimmen diese nicht zwangsläufig mit den Bestimmungsländern überein.

12. Periodenfremde Erträge und Aufwendungen und Angaben nach § 277 Abs. 5 HGB

Auf die Auflösung von sonstigen Rückstellungen entfallen sonstige betriebliche Erträge in Höhe von TEUR 7.831 (i. Vj. TEUR 7.524). Diese setzen sich im Wesentlichen aus nicht mehr benötigten Rückstellungsbeträgen für Nachlaufkosten, Vertragsstrafen und Gewährleistungen zusammen.

Die in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen enthaltenen Erträge bzw. Aufwendungen aus Währungsumrechnung belaufen sich auf TEUR 29 (i. Vj. TEUR 48) bzw. TEUR 17 (i. Vj. TEUR 112).

13. EBIT

Die Aufgliederung des EBIT (Jahresergebnis vor Ergebnisabführung, Zinsen, Beteiligungserträgen und Steuern) nach Gesellschaften ergibt sich wie folgt:

2021 2020
TEUR TEUR
BORSIG Process Heat Exchanger GmbH 23.149 22.225
BORSIG Membrane Technology GmbH 2.714 1.821
BORSIG Service GmbH 2.279 813
GMT Membrantechnik GmbH 2.188 2.205
BORSIG GmbH 1 145 1.246
BORSIG Boiler Systems GmbH -1 -2
BORSIG ZM Compression GmbH -1.380 -5.056
BORSIG ValveTech GmbH -2.203 5
Konsolidierung 33 57
SUMME 26.924 23.314

1 Vor Erträgen aus Gewinnübernahme

14. Konzernergebnis

Vom Konzernjahresüberschuss (nach Gewinnabführung) in Höhe von TEUR 675 (i. Vj. TEUR 1.451) entfällt auf Anteile nicht beherrschender Gesellschafter ein Gewinn in Höhe von TEUR 948 (i. Vj. TEUR 923), diesem stehen abweichend von Stimmrechtsverhältnissen (49%) Gewinnanteile von 60% bezogen auf das Jahresergebnis der GMT zu. Im Geschäftsjahr 2021 wurde unter Berücksichtigung der Gewinnabführung und den auf nicht beherrschende Anteile entfallenden Gewinn ein Konzernverlust von TEUR -274 (i. Vj. Konzerngewinn TEUR 528) erzielt.

15. Kapitalflussrechnung

Der Finanzmittelfonds setzt sich aus dem Kassenbestand und den Guthaben bei Kreditinstituten zusammen. Die Entwicklung des Finanzmittelfonds ist in der Konzernkapitalflussrechnung dargestellt.

Sonstige Angaben

1. Anzahl der Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter nach Gruppen ergibt sich wie folgt:

2021 2020
Angestellte 322 344
Arbeiter 154 199
Summe Arbeitnehmer 476 543
Auszubildende 10 11
Gesamt 486 554

In die Ermittlung der durchschnittlichen Zahl der Mitarbeiter wurde nur das eigene Personal einbezogen.

2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen setzen sich wie folgt zusammen:

< 1 Jahr 1 - 5 Jahre > 5 Jahre Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Provisionen (Projekte im Auftragsbestand) 5.079 0 0 5.079
Mieten 3.824 13.159 16.942 33.925
Dienstleistungsverträge 802 0 0 802
Leasing/Mieten Geräte 456 219 0 675
Dienstfahrzeuge 174 119 0 293
Dienstleistungsumlage 120 0 0 120
Lizenzen 37 0 0 37
SUMME 10.492 13.497 16.942 40.931
davon verbundene Unternehmen 120 0 0 120
im Vorjahr 6.752 2.183 1.453 10.388
davon verbundene Unternehmen 120 0 0 120

Weiterhin bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus bestellten Lieferungen und Leistungen im üblichen Umfang.

3. Angaben zum Abschlussprüferhonorar

Das vom Abschlussprüfer für Abschlussprüfungsleistungen für das Geschäftsjahr 2021 berechnete Gesamthonorar beläuft sich auf TEUR 341 (i. Vj. TEUR 313). Weitere Leistungen wurden seitens des Abschlussprüfers im Geschäftsjahr 2021 nicht erbracht.

4. Geschäftsführer

Geschäftsführer der BORSIG GmbH waren im Geschäftsjahr 2021und sind Herr Koon Ping Tan (Selangor Malaysia, CFO KNM Group Berhad, Malaysia), Herr Jürgen Stegger (Geschäftsführer der DKNM GmbH) sowie Herr Flavio Porro (Geschäftsführer der DKNM GmbH).

Die Geschäftsführer Herr Koon Ping Tan und Herr Flavio Porro erhalten keine Bezüge von den Konzerngesellschaften. Hinsichtlich der Bezüge von Herr Jürgen Stegger wurde von den Regelungen § 314 Abs. 3 i.V.m. § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht und auf eine Angabe verzichtet.

5. Angaben zu nahe stehenden Personen

Im Geschäftsjahr hat der Konzern lediglich Geschäfte mit solchen nahe stehenden Unternehmen abgeschlossen, die in den Konzernabschluss der Deutsche KNM GmbH einbezogen werden. Geschäfte mit nahe stehenden Personen, die über die Geschäftsführeranstellungsverträge hinausgehen, sind nicht zustande gekommen.

6. Haftungsverhältnisse

Die DKNM-Gruppe verfügt über Aval- und Kreditlinien von EUR 140,0 Mio, (i. Vj. EUR 140,0 Mio.). Diese waren mit EUR 56,6 Mio. (i. Vj. EUR 55,4 Mio.) zum Jahresende zu etwa 40,4 % ausgenutzt. Die Inanspruchnahme betrifft ausschließlich im Konzernabschluss der BORSIG GmbH konsolidierte Unternehmen. Die Aval- und Kreditlinien werden nach Bedarf der einzelnen Gesellschaft in der DKNM-Gruppe durch das zentrale Finanzwesen der BORSIG GmbH zur Verfügung gestellt. Die DKNM-Gesellschaften haften gesamtschuldnerisch für die Inanspruchnahme der Aval- und Kreditlinien durch andere DKNM-Gesellschaften.

Die Gesellschaft rechnet nicht mit einer Inanspruchnahme aus dem beschriebenen Haftungsverhältnis, weil in der Vergangenheit allen fälligen Zahlungsverpflichtungen nachgekommen wurde und dies auch zukünftig erwartet wird. Eine Umrechnung der Avale in Fremdwährung erfolgt zum Stichtagskurs.

7. Konsolidierungskreis und Anteilsbesitze

Der Konzernabschluss der BORSIG GmbH wird in den zum 31. Dezember 2021 aufzustellenden Konzernabschluss der KNM Group Berhad, Seri Kembangan, Malaysia, als dem größten Konsolidierungskreis einbezogen, welcher unter http://www.knm.com erhältlich ist. Weiterhin wird er in den Konzernabschluss der Deutsche KNM GmbH, Berlin, (HRB 113399 des Amtsgerichts Charlottenburg) als dem kleinsten Konsolidierungskreis einbezogen, der nebst Konzern-Lagebericht beim Bundesanzeiger offengelegt wird. Der Konzernabschluss der KNM Group Berhad wird in Seri Kembangan, Selangor, Malaysia, veröffentlicht.

Der Anteilsbesitz der BORSIG GmbH stellt sich zum 31. Dezember 2021 wie folgt dar:

Anteil Eigenkapital Jahresergebnis
in % in TEUR in TEUR
BORSIG Process Heat Exchanger Berlin 100 1.901 22.660 2)
BORSIG ZM Compression GmbH Berlin 100 2.341 -1.782 2)
BORSIG Service GmbH Berlin 100 1.400 2.102 2)
BORSIG Membrane Technology GmbH Berlin 100 1.300 3.126 2)
GMT Membrantechnik GmbH 1) Rheinfelden 51 3.828 1.546
BORSIG ValveTech GmbH Berlin 100 -723 -2.284 2)
BORSIG Boiler Systems GmbH Berlin 100 -4.625 -175 2)
BORSIG Boiler Systems Bhd 1) Kuala
Lumpur (Malaysia)
79,6 -8.188 -722
1) mittelbarer Anteilsbesitz
2) vor Ergebnisabführung/Verlustausgleich

Die Umrechnung der in Malaysia gelegenen Gesellschaft von der lokalen Währung malaysischen Ringgit erfolgte mit dem Kurs 4,7228.

Die BORSIG GmbH hat als beherrschte Gesellschaft im Geschäftsjahr 2020 einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Deutsche KNM GmbH abgeschlossen.

In den Konzernabschluss der BORSIG GmbH, Berlin, werden die folgenden Tochterunternehmen im Rahmen der Vollkonsolidierung einbezogen:

BORSIG Process Heat Exchanger GmbH, Berlin

BORSIG Service GmbH, Berlin

BORSIG Membrane Technology GmbH, Berlin

GMT Membrantechnik GmbH, Rheinfelden

BORSIG ZM Compression GmbH, Berlin

BORSIG ValveTech GmbH, Berlin

BORSIG Boiler Systems GmbH, Berlin

Durch die Einbeziehung in den Konzernabschluss der BORSIG GmbH, Berlin, sollen alle oben genannten vollkonsolidierten Tochtergesellschaften bis auf GMT Membrantechnik GmbH und der BORSIG Boiler Systems GmbH von der Offenlegungspflicht nach § 264 Abs. 3 HGB befreit werden.

8. Nachtragsbericht

Besondere Umstände auf die allgemeine wirtschaftliche Lage sind durch die im Zuge der Pandemie durch COVID 19 vorhandenen Beschränkungen entstanden. Die Auswirkungen auf den Konzern sind wie im abgelaufenen Geschäftsjahr weiterhin von der Art und der Dauer der Beschränkungen abhängig. Aus heutiger Sicht sind keine wesentlich durch COVID 19 hervorgerufenen negativen Einflüsse auf das Geschäftsjahr 2022 zu erwarten.

Weitere besondere Umstände haben sich zu Beginn des Jahres 2022 aus den eskalierenden Umständen um die Situation der Ukraine und Russland und damit verbundene Sanktionen und Einflüsse auf die weltwirtschaftlichen Zusammen-hänge ergeben. Die Auswirkungen daraus für den Konzern sind ebenfalls von der Art und der Dauer sowie der betroffenen Bereiche der Beschränkungen abhängig. Auf das Geschäftsjahr 2022 sind Einflüsse durch verzögerte Lieferketten sowie kleinere Leistungsverschiebungen möglich, jedoch sind aus heutiger Sicht noch keine wesentlichen negativen Einflüsse eingetreten.

Die Anteile an der BORSIG Boiler Systems GmbH sind durch das Share Purchase Agreement vom 30. März 2022 mit Wirkung zum 1. April 2022 an die Deutsche KNM GmbH übertragen worden. Im Zuge der Vorbereitung der Übertragung hat die BORSIG GmbH eine Einzahlung in Höhe von TEUR 5.567 in die Kapitalrücklagen vorgenommen und die bilanzielle Überschuldung beseitigt. Der Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der BORSIG GmbH und der BORSIG Boiler Systems vom 24. November 2009 und die Patronatserklärung der BORSIG GmbH an die BORSIG Boiler Systems GmbH wurde mit Wirkung zum 1. April 2022 gekündigt. Die zum Bilanzstichtag bestehende ertragsteuerliche Organschaft ist mit Wirkung zum 1. April 2022 entfallen.

Mit Datum von 23. Mai 2022 hat die Deutsche KNM GmbH als alleinige Gesellschafterin des BORSIG GmbH ein Sales, Purchase und Agreement hinsichtlich der Veräußerung von 100 % der Anteile an der BORSIG Gruppe unterzeichnet. Das Closing ist bisher noch nicht erfolgt.

Nach Schluss des Geschäftsjahres kam es zu keinen weiteren Vorgängen mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

 

Berlin, den 29. Juni 2022

Jürgen Stegger, Geschäftsführer

Flavio Porro, Geschäftsführer

Koon Ping Tan, Geschäftsführer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die BORSIG GmbH, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der BORSIG GmbH, Berlin, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der BORSIG GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften‌‌ und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung‌‌‌ durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter‌‌ für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften‌‌ in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung‌ durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, den 29. Juni 2022

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