Schlachthof Beckum GmbHLiquidiert
33378 Rheda-Wiedenbrück, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Ulrich Steinemann seit 30.8.2021 | Geschäftsführer |
Daniel Tonius Nottbrock seit 22.5.2020 | Prokura |
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Tönnies Holding ApS & Co. KGRheda-WiedenbrückKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2019I. Grundlagen des Konzerns Geschäftsmodell des Konzerns Die Tönnies-Gruppe gehört zu den großen deutschen Familienunternehmen. Sitz der Gruppe ist Rheda-Wiedenbrück. Als Verarbeitungs- und Veredelungsbetrieb steht das Unternehmen zwischen landwirtschaftlicher Erzeugung und dem Lebensmitteleinzelhandel und setzt sich für eine nachhaltige Entwicklung der Branche ein. Die Kernkompetenzen der Unternehmen des Tönnies Holding Konzerns, Rheda-Wiedenbrück, liegen in den Bereichen Schlachtung, Zerlegung, Weiterverarbeitung und dem Handel von Rind- und Schweinefleisch. Die Unternehmen entwickeln, produzieren und liefern hochwertige SB-Fleisch- und Convenience-Artikel für Großabnehmer und Fleischereifachbetriebe im verbrauchernahen Bereich. Die Tönnies-Gruppe zählt zusammen mit Danish Crown, der Westfleisch eG und VION Food zu den vier großen Unternehmen der Fleischbranche in Europa. Die Tönnies-Gruppe umfasst dabei im Wesentlichen die Beteiligungen im Konzernabschluss der Tönnies Holding ApS & Co. KG. Der wesentliche Tätigkeitsbereich des Tönnies Holding Konzerns ist von der Nahrungsmittelindustrie abhängig. Die Nahrungsmittelindustrie zählt nach wie vor zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen in Deutschland und Europa. Dabei ist ihre Stabilität gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten ein wichtiger Beitrag für Wohlstand, Wachstum und Beschäftigung. 1 Der Konzern gliedert sich in die Bereiche Meat, Sausages, Convenience, International, Logistics, Ingredients sowie Central Services. Innerhalb der Bereiche gibt es weitere Untergliederungen. Die Geschäftsbereiche ergänzen sich gegenseitig und ermöglichen eine effiziente Produktions- und Vertriebsstruktur. Die Zur Mühlen Gruppe mit Sitz in Böklund ist eines der führenden Fleisch- und Wurstunternehmen in Europa. Sie bietet ein breites Sortiment an hochwertigen Fleisch- und Wurstspezialitäten an. Die Zur Mühlen Gruppe produziert die Wurstmarken Böklunder, Könecke, Redlefsen, Schulte, Jensen's, Gutfried, Zerbster Original und Plumrose. Die Zur Mühlen Gruppe ist ausschließlich im Bereich der Fleischverarbeitung tätig. Die Zur Mühlen Gruppe unterhält mehrere Produktionsstätten im Inland und Ausland. Die Produkte der Zur Mühlen Gruppe werden weltweit abgesetzt, der Hauptabsatzmarkt liegt dabei in Deutschland und der EU. Im Geschäftsjahr 2019 wurden die Gesellschaft C & K Meats Ltd., Coventry, Großbritannien, erworben und die Gesellschaften Börger Wurstwaren GmbH, Rheda-Wiedenbrück, Z1 Besitz GmbH, Rheda-Wiedenbrück, Z2 Besitz GmbH, Rheda-Wiedenbrück, Marten Fleischwarenfabrik GmbH & Co. KG, Böklund, Die frische Thüringer GmbH, Rheda-Wiedenbrück, sowie die Marten Fleischwaren Beteiligungs GmbH, Böklund, neu gegründet. Die Gesellschaften Jensen's Fine Foods GmbH, Elmshorn, Future Siebenhundertste Verwaltungs-GmbH, Rheda-Wiedenbrück, Vogt & Wolf GmbH, Gütersloh, Tican A/S, Thisted, Dänemark, Tican Foods Scandinavia A/S, Ansager, Dänemark, Garant Fleischnebenprodukte GmbH, Weißenfels, Rhedaer Geflügelfeinkost GmbH, Herzebrok-Clarholz, TEVEX Contract Logistics GmbH, Rheda-Wiedenbrück, SB Pork A/S Brörup, Dänemark, und Union Protein GmbH, Rheda-Wiedenbrück, wurden aufgrund von Verschmelzungen entkonsolidiert. Die Geschäftsführung sieht aufgrund des zum 1. Februar 2020 vollzogenen Austritts des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union (Brexit) keine Änderungen bei den Grundlagen des Konzerns. Unternehmensziele bzw. die Unternehmensstrategie sind nicht betroffen. Es besteht eine Volatilität in den Finanzmärkten, die jedoch als nicht wesentlich eingestuft wird bzw. entsprechende Sicherungsinstrumente mit Kooperationsbanken eingerichtet sind. Diese Sicherungsinstrumente schaffen zum einen Stabilität bei Zinssatzschwankungen, zum anderen werden Wechselkursschwankungen abgefangen. Wirtschafts-, Gesellschafts-, Arbeits- und aufenthaltsrechtliche Risiken werden nicht gesehen. Forschung und Entwicklung Die Nutztierhaltung ist ein Thema von großem öffentlichem Interesse. In der Diskussion um artgerechte Haltung, Transport, Schlachtung oder Arzneimitteleinsatz mischen sich viele Stimmen, verschiedenste Vorstellungen und berechtigte Erwartungen an alle Beteiligten, in der Landwirtschaft und in der Lebensmittelindustrie. Gleichzeitig zeigt sich eine größer werdende Distanz in der Öffentlichkeit gegenüber der Nutztierhaltung. Aus dieser resultieren Skepsis und nicht selten Vorbehalte gegenüber der Nutztierhaltung im Allgemeinen und der Fleischproduktion im Speziellen. Im Spannungsfeld zwischen ökonomischen Zwängen, Verbrauchererwartungen und gesellschaftlichen Forderungen stehen Unternehmen der Branche in der Pflicht, diese Vorbehalte auszuräumen und die Diskussion zu versachlichen. Um die wissenschaftlichen Grundlagen für die notwendige Diskussion zu legen und einen Beitrag zu leisten, die Bedingungen der Nutztierhaltung stetig zu verbessern, wurde 2010 die Tönnies Forschung Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung der Forschung über die Zukunft des Tierschutzes in der Nutztierhaltung mbH ("Tönnies Forschung") gegründet. Die Gesellschaft initiiert und fördert Forschungsvorhaben, die sich mit dem Tierschutz im Allgemeinen und der Nutztierhaltung im Speziellen befassen. Die Tönnies Forschung verfolgt dabei ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. Das Ziel der Gesellschaft ist es, durch die Förderung der Grundlagenforschung in den Bereichen Ernährung, Haltung und Transport von Tieren die Basis für weitere wissenschaftliche Erkenntnisse zu legen. Dadurch leistet die Tönnies Forschung einen Beitrag für kontinuierliche Fortschritte bei Tierschutz und Tierhaltung. Der Aufgabenkreis umfasst die Umstände der Nutztierhaltung zu untersuchen und daraus Vorschläge zur Verbesserung der artgemäßen Haltung von Nutztieren abzuleiten. Darüber hinaus, die Transportbedingungen von Nutztieren zu untersuchen und daraus Vorschläge für einen noch besseren und schonenderen Transport abzuleiten. Ferner die Schulung von Personen, die beruflich in der Nutztierhaltung tätig sind sowie entsprechende Schulungseinrichtungen zu fördern. In der Vergangenheit haben Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler-Instituts am Tönnies Standort in Rheda-Wiedenbrück die Transportbedingungen für Schweine untersucht. Gefördert durch die Tönnies Forschung untersuchen die Wissenschaftler die Bedingungen auf dem Transporter sowie die Auswirkungen der Fahrt auf die Tiere. In zwei Untersuchungszeiträumen wurde der Einfluss des Wetters auf die Schweine beobachtet. Der Tiertransporter wurde für das Forschungsvorhaben mit Sensoren und Kameras ausgestattet. Zudem werden bei der Schlachtung Blutproben gezogen um weitere Auswirkungen zu erfassen. Auch in der Zukunft sind weitere Untersuchungen geplant. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden zeitnah umgesetzt. In diesem Zusammenhang wurde in der Vergangenheit auch die Health Analytics Lab GmbH, Rheda-Wiedenbrück, gegründet, die ein Prüflaboratorium für Lebensmittel und Umweltanalytik sowie wissenschaftliche Beratung betreibt. Die Entwicklung von neuen Produkten ist die Basis für den Geschäftserfolg. Die Verbraucherwünsche nach gesunder und zeitgemäßer Ernährung stehen dabei im Mittelpunkt. Mit dem fTRACE-Barcode lässt sich für viele Produkte ein hohes Maß an Transparenz und Produktinformation erzeugen. Durch das Einscannen des Barcodes per Smartphone besteht schon vor dem Kauf eines Produktes die Möglichkeit, umfangreiche Informationen zu erlangen. Darüber hinaus steht das Umwelt- und Energiemanagement im Fokus einer effizienten Unternehmensstrategie. Umgesetzt wird dieses u.a. durch hochmoderne Technologien wie beispielsweise moderne Blockheizkraftwerke. Diese Blockheizkraftwerke erzeugen Strom und nutzen gleichzeitig mittels Kraft-Wärme-Kopplung und einer speziell entwickelten Absorbertechnik ganzjährig die Wärme zur Herstellung von Kälte. Die Tönnies-Gruppe unterstützt zudem Projekte der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen bei der Entwicklung neuer Fütterungskonzepte. Diese TONISO-Fütterungen (tieroptimierten-, nitrat- und sojareduzierten Fütterungskonzepte) senken die Nitrat Ausscheidungen (auch die Phosphor-Ausscheidungen) über die Gülle erheblich. Ziel der TONISO-Fütterung ist den Sojaanteil im Ferkel- und Vormastfutter zu halbieren sowie in der Endmast unter bestimmten Voraussetzungen komplett auf den Sojaeinsatz zu verzichten. Dadurch kann der Stickstoffausstoß um bis zu 30 % gesenkt werden. 2 Darüber hinaus ist die Tönnies-Gruppe bei der Entwicklung einer neuen Generation von Schweineställen aktiv. Durch die Technik gelangt ein Drittel weniger Nitrat in den Boden. 3 Darüber hinaus wird stetig an der Verpackungsoptimierung gearbeitet. Tönnies ist einer führenden Lieferanten des Lebensmitteleinzelhandels und verpackt nunmehr einen Teil seiner SB-Fleischwaren nachhaltiger. Die Öko-Alternative zu den Plastikschalen mit Folie heißt jetzt Flow-Pack. Die Verpackung besteht aus recyclingfähiger Polypropylen-Folie, wodurch Einsparungen beim CO2-Ausstoß erzielt werden. Die neue Verpackung soll außerdem weniger Platz beim Transport einnehmen.
2 Vgl. agrarheute: Neues Fütterungskonzept
reduziert Nitrt und Sojaeinsatz, 16. Januar 2019,
www.agrarheute.com, Abruf: 27. März 2020.
II. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 1.1 Gesamtwirtschaftliche Bedingungen Die weltweite wirtschaftliche Dynamik hat sich weiter vermindert. Dabei war eine Verschlechterung insbesondere in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften zu beobachten. Für das Jahr 2019 lag ein Anstieg der Weltproduktion von nur noch 3,0 % vor, nach 3,7 % im Jahr 2018. 4 Der Arbeitsmarkt in den fortgeschrittenen Vorlkswirtschaften zeigte sich robust. Die Inflation in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften ist im Verlauf des Jahres 2019 stabil geblieben. 5 Blickt man auf die Wechselkursentwicklung im Jahr 2019, so war diese volatil. Der Kurs des Euro zum US-Dollar pendelte im Jahresverlauf zwischen Werten von 1,10 USD und 1,14 USD. Der Kurs des Euro zum russischen Rubel schwankte zwischen den Werten von 69,99 RUB und 74,72 RUB. Der Kurs des britischen Pfund schwankte zwischen 0,85 GBP und 0,92 GBP. 6 Diese Wechselkursentwicklung führte im Exportgeschäft zu Herausforderungen. Im Folgenden werden die Wirtschaftsregionen betrachtet in denen der Konzern im Wesentlichen tätig ist.
4 Vgl. IFW Kiel: Kieler Konjunkturberichte
Weltkonjunktur im Winter 2019, 11. Dezember 2019,
www.ifw-kiel.de, Abruf: 8. Januar 2020.
Deutsche Wirtschaft Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen standen im Zeichen des Abschwungs. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt ist im Geschäftsjahr 2019 um 0,6 % gestiegen. Die Verbraucherpreise stiegen im Geschäftsjahr 2019 um 1,4 %. Die Arbeitslosenquote lag im Geschäftsjahr 2019 bei 5,0 %. 7 Dänische Wirtschaft Dänemark gehört zu den großen Exportländern der Welt. Währung ist die dänische Krone. Beim dänischen Bruttoinlandsprodukt lag im Jahr 2019 ein Anstieg von 2,0 % vor. Bei den Verbraucherpreisen lag im Jahr 2019 ein Anstieg um 0,6 % vor. Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2019 bei 5,0 %. 8 Vereinigtes Königreich Wirtschaft Für das vereinigte Königreich lag im Geschäftsjahr 2019 ein Anstieg beim Bruttoinlandsprodukt von 1,3 % vor. Die Verbraucherpreise sind im Geschäftsjahr um 1,8 % gestiegen. Die Arbeitslosenquote lag im Geschäftsjahr 2019 bei 3,7 %. 9 Chinesische Wirtschaft Das chinesische Bruttoinlandsprodukt ist im Geschäftsjahr 2019 um 6,2 % gewachsen. Die Verbraucherpreise sind im Geschäftsjahr 2019 um 2,9 % gestiegen. 10 Bei der Markt- und Wettbewerbsposition sowie den rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen lagen in 2019 insgesamt keine wesentlichen Veränderungen vor. 1.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen In Deutschland ist die Lebensmittelindustrie unverändert zu den Vorjahren ein bedeutender Geschäftszweig innerhalb des verarbeitenden Gewerbes und sichert auch bei einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus die notwendige Grundversorgung der Haushalte.
7 Vgl. IFW Kiel: Kieler Konjunkturberichte
Deutsche Konjunktur im Winter 2019, 11. Dezember 2019,
www.ifw-kiel.de, Abruf: 8. Januar 2020.
Die Lebensmittelindustrie ist ein Teil vom sogenannten Agribusiness (u.a. Futtermittel-, Getränke-, Landtechnik-, Pflanzenschutz-, Düngemittel- und Agrarrohstoffindustrie). Dabei ist die Fleischwirtschaft die größte Teilbranche der deutschen Ernährungsindustrie und verzeichnet im abgelaufenen Geschäftsjahr deutliche Umsatzanstiege. 11 Weltweit wird bis zum Jahre 2050 ein weiterer Anstieg vom globalen Fleischkonsum auf bis zu ca. 450 Millionen Tonnen erwartet. 12 Im Folgenden wird auf den Exportmarkt, die Entwicklung im Inland sowie den wesentlichen Auslandsmärkten eingegangen. Der deutsche Fleischexport ist von dem Handel mit China geprägt. China bietet derzeit starke Impulse für die deutsche Fleischwirtschaft. Aufgrund der eingetretenen Afrikanischen Schweinepest ist der chinesische Importbedarf erheblich gestiegen. 13 Im internationalen Vergleich hat die deutsche Fleischwarenindustrie - bedingt durch die deutliche Preisorientierung der Verbraucher und der anhaltenden Wettbewerbsintensität - eine hohe Leistungsfähigkeit entwickelt. Die Geschäftsführung schätzt, dass der Ertragsdruck weiter wachsen wird und somit Preisanpassungen für die Lebensmittelhersteller notwendig werden. Der zunehmende internationale Wettbewerb und die Marktkonzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel schränken die Möglichkeiten für höhere Verkaufspreise jedoch empfindlich ein. Der steigende Druck auf die Erträge belastet die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der deutschen Lebensmittelproduktion. Immer mehr Kosten und Regulierung führen dazu, dass sich der Konsolidierungsdruck in der Branche fortsetzt. Im Inland müssen sich die Hersteller auf immer höhere Anforderungen an Lebensmittel und ein steigendes Konsumbewusstsein einstellen. Im Ausland finden sie zunehmende Handelsbarrieren vor. Verstärkt wird der harte Wettbewerb zusätzlich durch das anhaltend hohe Kostenniveau in der Lebensmittelproduktion bedingt durch Agrarrohstoff- und Energiekosten. Durch die Mindestlohnpolitik und die geltenden neuen Tarifabschlüsse sind die Lohnkosten gestiegen.
11 Vgl. E&Y Konjunkturbarometer Agribusiness
in Deutschland 2020, Januar 2020.
In Deutschland ist die Zahl der geschlachteten Schweine rückläufig. Während im Jahr 2018 noch 56,6 Millionen Schweine in deutschen Schlachthöfen geschlachtet wurden, waren es in 2019 noch rund 55,0 Millionen. 14 Damit hat Schweinefleisch trotz eines Rückgangs in Höhe von 2,8 % im Vergleich zum Vorjahr den höchsten Anteil an den gewerblichen Schlachtungen in Deutschland. Während in Deutschland zum Geschäftsjahresende 2018 noch ca. 12,0 Millionen Rinder gehalten wurden, waren es zum Geschäftsjahresende 2019 noch 11,8 Millionen Rinder. 15 In Deutschland wurden zum Geschäftsjahresende 2018 ca. 26,9 Millionen und 2019 ca. 25,9 Millionen Schweine gehalten. 16 Damit ist der Rinder- und Schweinebestand weiterhin rückläufig. Der rückläufige inländische Konsum von Schweinefleisch führt zu der Notwendigkeit neue Märkte im Ausland zu erschließen. Die Tönnies International Holding GmbH als Tochtergesellschaft der Tönnies Holding bündelt die Auslandsaktivitäten und trägt zum zukünftigen Wachstum der Tönnies-Gruppe wesentlich bei, damit Rückgänge in Deutschland durch andere Geschäftsfelder kompensiert werden können. Die Zahl der verarbeiteten Tiere in der Tönnies-Gruppe ist auf dem Niveau des Vorjahres. Es wurden weltweit durch die Tönnies-Gruppe unverändert rd. 20,6 Mio. Schweine geschlachtet, davon rd. 16,7 Mio. (plus 0,5 %) in Deutschland. Hinzu kommen wie im Vorjahr rd. 440.000 verarbeitete Rinder. Die Schweinepreise sind im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 in einer Spanne von EUR. 1,36 bis 1,99 pro kg volatil gewesen (im Vorjahr EUR 1,33 - 1,50 pro kg). Im Jahresdurchschnitt sind die Schweinepreise von EUR. 1,42 pro kg in 2018 auf EUR 1,73 pro kg in 2019 gestiegen (Ermittlung auf Basis VZEG Daten und Tönnies Hauspreis). Für die Exporte nach China ist diese Entwicklung positiv. Die Sparte Sausages und Convenience konnte die Preissteigerung am Markt nicht kompensieren.
14 Vgl. Statista: Schweineschlachtungen in
Deutschland bis 2019, 6. Februar 2020, de.statista.com,
Abruf: 27. März 2020.
2. Geschäftsverlauf Die Umsätze im Tönnies Holding Konzern sind von TEUR 6.126.367 um TEUR 947.366 auf TEUR 7.073.733 angestiegen. Die Erhöhung resultiert im Wesentlichen aus der vermehrten Nachfrage im Ausland. Damit hat sich die Wachstumsdynamik - wie von uns bereits zu Jahresbeginn erwartet - aufgrund des Markterfolgs unserer umfassenden Produktpalette und der Expansion im Ausland weiter beschleunigt. Die durchschnittlichen Schweinepreise sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Die konstant hohe Nachfrage nach Fleischerzeugnissen in anderen EU-Ländern sorgt für einen stabilen Umsatzanteil aus diesen Absatzmärkten. Im Inland sind die Umsatzerlöse von TEUR 3.267.578 um TEUR 31.494 auf TEUR 3.236.084 zurückgegangen. Die Umsätze im Ausland sind von TEUR. 2.858.789 um TEUR 978.860 auf TEUR 3.837.649 gestiegen. Der Anstieg resultiert zum einen aus höheren Preisen und zum anderen aus gestiegenen Mengen. Es besteht keine zentrale Abhängigkeit von Kunden oder Zulieferern. Es werden unverändert zu den Vorjahren im Wesentlichen die Discounter mit Schweine- und Rindfleisch beliefert. Die wesentlichen Rahmenbedingungen haben sich nicht verändert. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl im Tönnies Holding Konzern beträgt 9.105. 3. Lage des Konzerns Vermögens- und Finanzlage
Finanzierungsstruktur Der Tönnies Holding Konzern nutzt auch das sich im Eigentum der Tönnies Grundbesitz GmbH & Co. KG befindliche Vermögen, das nicht in den Konzernabschluss der Tönnies Holding einbezogen wird. Die Finanzierung des Konzerns wird durch einen langfristigen Konsortialkredit über die Tönnies Grundbesitz GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück, gesichert. Die Tönnies Unternehmensgruppe hat in den Vorjahren ein Schuldscheindarlehen mit einem Gesamtvolumen von EUR 350 Mio. platziert, welches zum Bilanzstichtag mit EUR 348 Mio. valutiert. Dieses Darlehen hat überwiegend langfristigen Charakter. Neben der genannten Finanzierung steht für einen Teilbereich des Konzerns ein Factoring-Programm mit bis zu EUR 95 Mio. Volumen (Laufzeit bis Dezember 2020) zur Verfügung. Die Inanspruchnahme der Linien zum Stichtag beläuft sich auf EUR 85,7 Mio. Es liegt keine Änderung der bedeutsamen Kreditkonditionen gegenüber dem Vorjahr vor. Zudem sind keine wesentlichen Finanzierungsvorhaben geplant, die zu einer Änderung der Finanzierungsstruktur führen könnten, wobei jedoch stetige Überlegungen zu einer Optimierung der Finanzierungsstruktur bestehen und geprüft werden. Die Bilanzsumme ist um TEUR 237.293 bzw. 11,9 % auf TEUR 2.236.892 angestiegen. Investitionen Das Anlagevermögen ist von TEUR. 609.169 um TEUR 1.162 auf TEUR 608.007 gesunken. Die Zugänge zum Anlagevermögen betrugen im Geschäftsjahr 2019 TEUR 94.805. Davon entfallen TEUR 10.811 auf immaterielle Vermögensgegenstände, TEUR 76.347 auf Sachanlagen und TEUR 7.647 auf Finanzanlagen. Die Abschreibungen auf das immaterielle Vermögen und das Sachanlagevermögen in Höhe von TEUR 92.227 liegen insofern leicht oberhalb der Zugänge zum immateriellen Vermögen und dem Sachanlagevermögen (TEUR 87.157). Die Investitionen im Sachanlagevermögen entfallen im Wesentlichen auf die Sparte Meat zur Steigerung der Produktionseffizienz. Es wurde im Wesentlichen in technische Anlagen und Maschinen sowie in andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung investiert. Diese Investitionen setzen die kontinuierlichen Investitionen an den zentralen Standorten fort. Zum Abschlussstichtag liegen keine wesentlichen Investitionsverpflichtungen vor. Die Finanzierung der Investitionen vom Tönnies Holding Konzern erfolgt aus dem Cashflow, vorhandenen Finanzmitteln bzw. neuen Kreditaufnahmen. Die Unternehmen des Tönnies Holding Konzerns nehmen hierzu an einem Cash-Pooling teil. Es bestehen Aufrechnungserklärungen der Gesellschaften im Zusammenhang mit der Cash-Pooling-Vereinbarung gegenüber allen beteiligten Banken. Bestände Die Vorräte sind von TEUR 333.783 um TEUR 55.100 auf TEUR 388.883 angestiegen. Die Erhöhungen ergeben sich aufgrund höherer Beschaffungspreise und des ausgeweiteten Geschäftsvolumens. Forderungen Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind von TEUR. 509.041 um TEUR 203.885 auf TEUR 712.926 angestiegen. Liquidität Die liquiden Mittel haben sich von TEUR. 334.556 um TEUR 24.913 auf TEUR 309.642 vermindert. Der Tönnies Holding Konzern konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr stets seine Zahlungsverpflichtungen erfüllen. Es liegen keine absehbaren Liquiditätsengpässe vor und die Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen ist sichergestellt. Zum 31. Dezember 2019 verfügte der Konzern über ungenutzte Finanzierungslinien in Höhe von EUR 220 Mio. Übrige Aktiva Die sonstigen Vermögensgegenstände sind von TEUR. 128.136 um TEUR 6.074 auf TEUR 134.210 gestiegen. Passiva
Auf der Passivseite ist das Eigenkapital von TEUR 778.106 um TEUR 36.097 auf TEUR 814.203 gestiegen. Die Eigenkapitalquote (Eigenkapital / Bilanzsumme) ist von 38,9 % um 2,5 % auf 36,4 % gesunken. Der Rückgang liegt in einem Anstieg der Bilanzsumme um TEUR 237.293 bzw. 11,9 % begründet. Die Rückstellungen sind von TEUR 134.369 um TEUR 43.091 auf TEUR 177.460 gestiegen. Innerhalb der Rückstellungen sind die Pensionsrückstellungen um TEUR 5.026 gestiegen, die Steuerrückstellungen um TEUR 22.020 gestiegen sowie die sonstigen Rückstellungen um TEUR 16.045 gestiegen. Die Verbindlichkeiten betragen insgesamt TEUR 1.240.131. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind von TEUR 358.128 um TEUR 5.914 auf TEUR 364.042 gestiegen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind insbesondere aufgrund des erhöhten Geschäftsvolumens von TEUR 468.955 um TEUR 109.105 auf TEUR 578.060 gestiegen. Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen sind von TEUR 127.132 um TEUR 22.967 auf TEUR 150.099 gestiegen. Die sonstigen Verbindlichkeiten sind von TEUR 58.682 um TEUR 5.220 auf TEUR 63.902 gestiegen. Gesamtbeurteilung der Lage Vor dem Hintergrund eines herausfordernden wirtschaftlichen Umfeldes beurteilen wir die Geschäftsentwicklung im Konzern insgesamt als zufriedenstellend. Die Bereiche Sausages und Convenience zeigen sehr schwache wirtschaftliche Ergebnisse, konnten aber durch die wirtschaftlich positiven Fleischexporte ins Ausland kompensiert werden. Für den Bereich Sausages und Convenience müssen sich in den Folgejahren die Verkaufspreise erhöhen. Wir haben unsere Strategie in den zurückliegenden Jahren konsequent und mit großer Zielstrebigkeit umgesetzt. Durch die Konkurrenz am Markt und die Anbieter von relativ identischen Produkten ergibt sich ein steigender Margendruck durch die großen Lebensmitteldiscounter als zentrale Abnehmer. Den eingeschlagenen Wachstumskurs haben wir im Berichtsjahr fortgesetzt. Bei der Umsetzung unserer Effizienzprogramme sind wir im Plan und unsere neuen Produkte kommen im Markt hervorragend an. Für das Geschäftsjahr 2019 wurde ein Anstieg der Umsatzerlöse auf das Niveau von EUR 6,8 Mrd. erwartet. Ein Kernelement unserer Strategie des profitablen Wachstums ist die umfassende Produktoffensive in allen Geschäftsfeldern, mit der wir neue Kunden gewinnen und zusätzliche Märkte erschließen. Unsere Kunden verlangen von uns, dass wir eine hohe Fertigungsbreite bereitstellen können. Das weltweite Netzwerk von Produktions- und Vertriebsstandorten wird kontinuierlich ausgebaut. Die gesamte Tönnies-Gruppe ist international aufgestellt. Durch die Zusammenlegung von Standorten können positive Synergieeffekte realisiert werden. Synergieeffekte umschreiben hierbei Effizienzsteigerungen durch die Zusammenlegung von Vertriebs- oder Produktionsstandorten. Finanzmanagement Das Finanzmanagement des Tönnies Holding Konzerns umfasst das Kapitalstrukturmanagement sowie das Cash- und Liquiditätsmanagement, welches das Management von Marktpreisrisiken (Währungen, Zinsen) und von Kreditausfall- und Länderrisiken beinhaltet. Das Finanzmanagement wird von der Treasury-Organisation für alle inländischen Konzerngesellschaften einheitlich aus der Hauptniederlassung vom Standort Rheda-Wiedenbrück ausgeführt. Organisatorisch handelt es sich um eine separate Ebene, die getrennt vom Finanzcontrolling, der Berichterstattung und vom Rechnungswesen agiert. Das Kapitalstrukturmanagement gestaltet die Kapitalstruktur vom Tönnies Holding Konzern und seiner Tochtergesellschaften. Die Kapitalausstattung wird nach den Grundsätzen kosten- und risikooptimaler Finanz- und Kapitalausstattung vorgenommen. Das Liquiditätsmanagement stellt sicher, dass der Konzern jederzeit seine Zahlungsverpflichtungen erfüllen kann. Hierzu ermittelt der Tönnies Holding Konzern die Zahlungsströme aus dem operativen Geschäft und gleichzeitig den Finanzierungsbedarf. Dabei wird darauf geachtet, die als notwendig erachtete Liquidität kostenoptimal bereitzustellen. Zusätzlich zur operativen Liquidität verfügt der Tönnies Holding Konzern über weitere Liquiditätsreserven, die kurzfristig verfügbar sind. Im Cash Management werden Zahlungsmittelbedarfe und -überschüsse zentral ermittelt. Die Aufrechterhaltung der Finanzierung über die finanzierenden Banken ist abhängig von der Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen (Financial Covenants). Das Management von Marktpreisrisiken hat die Aufgabe, die Auswirkungen von Schwankungen bei Währungen und Zinssätzen auf das Ergebnis der Geschäftsfelder und des Konzerns zu begrenzen. Dieses erfolgt grundsätzlich in Abstimmung mit Kooperationsbanken. III. Prognose-, Chancen- und Risikobericht 1. Prognosebericht Der Geschäftsbericht wird in einer Zeit aufgestellt, in der die Weltwirtschaft durch die Auswirkungen des Coronavirus deutlich in Mitleidenschaft gezogen wird. Risiken aus einer weiteren Ausweitung des Coronavirus bestehen u.a. in unterbrochenen Lieferketten und Produktionsstillständen. Bedingt durch seuchenpolitische Maßnahmen und die allgemeine Verunsicherung von Marktteilnehmern wird es zu wesentlichen Auswirkungen auf die deutsche Gesamtwirtschaft kommen. Das Institut für Weltwirtschaft schätzt, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 4,5 % fällt, sofern die derzeitige Stresssituation bis Ende April 2020 andauert und sich dann ab Mai des gleichen Jahres allmählich entspannt. Dies wäre ein Rückgang der Wertschöpfung von 150 Milliarden Euro. Setzt die Erholung erst drei Monate später im August 2020 ein, würde das deutsche BIP um 8,7 % fallen. 17 Geld- und fiskalpolitische Maßnahmen sollen die Abwärtsspirale bremsen bzw. nach Aufhebung der Ausgangssperre die Konjunktur wieder ankurbeln. Die Dauer der Eindämmungs- bzw. Beschränkungsmaßnahmen des öffentlichen Lebens ist derzeit nicht absehbar, kann nach aktueller Einschätzung des Robert Koch Instituts einige Wochen und Monate, im äußersten Fall jedoch auch zwei Jahre andauern. Die Tönnies-Gruppe wird auch bei einer Ausweitung des Coronavirus ein verlässlicher Lebensmittellieferant bleiben. Aufgrund zahlreicher Präventionsmaßnahmen, die seit mehreren Wochen in den Betrieben durchgeführt werden, wie beispielsweise Informationskampagnen und Clusterbildungen von Mitarbeitern, ist das Risiko unter den Mitarbeitern deutlich reduziert. Ein Produktionsstillstand wird nicht erwartet. Es sind aus heutiger Sicht keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wird in der Eurozone für 2020 mit einem Rückgang des BIP um 1,0 % zu rechnen sein. In diesem Zusammenhang ist davon auszugehen, dass sich die Arbeitslosenquote im Euroraum erhöhen und der Verbraucherpreisanstieg verlangsamen wird. 18
17 Vgl. IFW Kiel: Update Konjunkturbericht:
Deutsches BIP dürfte 2020 zwischen 4,5 und 9 %
einbrechen, 19. März 2020, www.ifw-kiel.de, Abruf: 27.
März 2020.
Im Vereinigten Königreich wird die Konjunkturentwicklung 2020 neben den Auswirkungen des Coronavirus auch davon abhängen, wie die Verhandlungen bezüglich Freihandelsabkommen mit der EU ablaufen werden. Insofern können die Auswirkungen auf die Konjunktur im Vereinigten Königreich nicht exakt beziffert werden. Derzeit wird davon ausgegangen, dass das britische BIP zwar im zweiten Quartal sinkt, in den beiden folgenden Quartalen jedoch aufgrund höherer staatlicher Investitionen wieder kräftig steigt, sodass in 2020 insgesamt mit einem geringen Anstieg des BIP um 0,4 % gerechnet wird. In 2021 wird mit einem deutlich stärkeren Zuwachs von 1,7 % gerechnet. 19 In China sanken die nominalen Ausfuhren im Januar und Februar 2020 um 17 % unter den Vergleichswert des Vorjahres. Dem entgegenstehend fiel der entsprechende Wert der Einfuhren mit 4 % deutlich geringer geringer aus. Ein wesentlicher Grund für die robusten Einfuhren ist auf den starken Anstieg der Fleischimporte zur Ergänzung des angesichts der afrikanischen Schweinegrippe erheblich geschrumpften heimischen Angebots zurückzuführen. 20 Die Wertschöpfung in China dürfte zwar im ersten Quartal 2020 merklich schrumpfen, sich jedoch aufgrund des drastischen Durchgreifens der chinesischen Behörden anschließend rasch erholen. 21 Die folgenden im Prognosebericht getroffenen Aussagen basieren auf der von der Geschäftsführung verabschiedeten operativen Planung des Tönnies Holding Konzerns. Grundlage dieser Planung sind die von uns gesetzten Prämissen zu den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und zur Entwicklung der Lebensmittelbranche. Dabei handelt es sich um Einschätzungen der Geschäftsführung, die sich auf einschlägige Analysen verschiedener renommierter Wirtschaftsforschungsinstitute, internationaler Organisationen und Branchenverbände sowie auf interne Marktanalysen unserer Vertriebsgesellschaften stützen. Die dargestellten Einschätzungen für den künftigen Geschäftsverlauf orientieren sich an Zielsetzungen unserer Geschäftsfelder sowie an den Chancen und Risiken, die die erwarteten Marktbedingungen und die Wettbewerbssituation im Planungszeitraum bieten. Vor dem Hintergrund der aktuellen Prognosen zur Entwicklung der Weltwirtschaft und der Lebensmittelmärkte sowie des aktuellen Geschäftsverlaufs passen wir unsere Erwartungen allerdings laufend an. Die im Folgenden getroffenen Aussagen basieren auf unserem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts. Die Grundlage unserer Einschätzungen für das Jahr 2020 ist eine stabile Nachfrage nach Lebensmittelerzeugnissen. Die derzeit enorme Ungewissheit hinsichtlich der weltweiten Ausbreitung und der Folgen des Coronavirus erschweren eine genaue Absatzprognose. Der Schweinefleischkonsum in Deutschland ist wie in den Vorjahren moderat rückläufig. Das Ausland bietet weiterhin Wachstumschancen, so dass die Tönnies-Gruppe bei einer stabilen Preisentwicklung weiterhin von einer Steigerung des mengenmäßigen Absatzes ausgeht. Die Nachfrage in China nach Schweinefleisch aus Deutschland hat sich auch zu Beginn des Geschäftsjahres 2020 fortgesetzt. Die von uns skizzierte Entwicklung unterliegt verschiedenen Chancen und Risiken, die im Risiko- und Chancenbericht detailliert erläutert werden.
19 Vgl. IFW Kiel: Kieler Konjunkturberichte
Weltkonjunktur im Frühjahr 2020, 11. März 2020,
www.ifw-kiel.de, Abruf: 27. März 2020.
Die Konjunkturdaten für die Länder in denen wir operativ tätig sind und Beteiligungen halten zeigen auf, dass die Tönnies-Gruppe mit den internationalen Beteiligungen auf dynamischen Märkten unterwegs ist. Wir erwarten, dass die Marktpräsenz zum weiteren Wachstum der gesamten Tönnies-Gruppe beitragen und Synergieeffekte weiter heben wird. Auch bei einer Ausweitung des Coronavirus gehen wir davon aus, dass die Nachfrage nach Lebensmitteln im Ausland nicht einbrechen wird. 22 Aus dem zum 1. Februar 2020 vollzogenen Brexit erwarten wir aufgrund unserer strategischen Ausrichtung keine wesentlichen Auswirkungen auf das Geschäft der Tönnies-Gruppe. In den zurückliegenden Jahren haben wir die Weichen für weiteres und vor allem für profitables Wachstum im chinesichen Exportgeschäft gestellt. Allerdings führt der enorme Preiskampf im Lebensmittelmarkt zu stetigen Herausforderungen. Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2020 einen Rückgang der Umsatzerlöse auf das Niveau von EUR 6,9 Mrd. Der Planung liegen spezifische Annahmen zur Schweinepreisentwicklung zu Grunde. Es wird stetig an den zentralen Produktionsstandorten investiert werden. Die Investitionen werden aus dem operativen Cashflow sowie den Finanzreserven getätigt. Bezüglich zukunftsbezogener Aussagen wird darauf hingewiesen, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können. 2. Chancen- und Risikobericht Gesamtwirtschaftliche Risiken und Chancen Die Geschäftsfelder vom Tönnies Holding Konzern sind einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Unter einem Risiko wird die Gefahr verstanden, dass Ereignisse oder Handlungen den Konzern oder eines der Geschäftsfelder daran hindern, seine Ziele zu erreichen. Gleichzeitig ist es für den Tönnies Holding Konzern wichtig, Chancen für das Unternehmen zu identifizieren, um diese im Zuge des unternehmerischen Handelns zu nutzen und so die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns zu sichern und auszubauen. Eine Chance bezeichnet die Möglichkeit, aufgrund von Ereignissen, Entwicklungen oder Handlungen die geplanten Ziele zu übertreffen. Die direkte Verantwortung, unternehmerische Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen und zu steuern, liegt bei den Geschäftsfeldverantwortlichen. Im Rahmen des Strategieprozesses werden Risiken und Chancen für weiteres profitables Wachstum ermittelt. Um unternehmerische Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und konsequent zu handhaben, werden wirksame Steuerungs- und Kontrollsysteme eingesetzt, die jeweils in einem Risiko- und Chancenmanagementsystem gebündelt sind. Eine Verrechnung von Chancen und Risiken erfolgt nicht. Beide Systeme werden nachfolgend dargestellt. Der Tönnies Holding Konzern ist einer zunehmenden Internationalisierung des Wettbewerbs ausgesetzt. Zudem verändern sich die Strukturen in der Fleischwirtschaft fortlaufend und das Geschäftsmodell ist sehr volatil. Eine professionelle Risiko- und Chancensteuerung wird als Grundlage für nachhaltiges Wachstum und finanzielle Stabilität verstanden. Das Risikomanagement des Tönnies Holding Konzerns stellt sicher, dass bestehende und drohende Risiken erfasst, analysiert und hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und Tragweite bewertet werden. Dazu stehen der Geschäftsleitung mehrstufige, integrierte Berichtssysteme zur Verfügung. Ziel ist es, identifizierte Risiken auf ein akzeptables Niveau bei möglichst geringem Kostenaufwand zu begrenzen. Der kontrollierte Umgang mit Risiken soll ferner dazu beitragen, bestehende Chancen konsequent zu nutzen und den Unternehmenswert entsprechend weiter zu steigern. Das Risikomanagementsystem ist integraler Bestandteil des gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesses in den rechtlichen Einheiten, Geschäftsfeldern und konzernweiten Funktionen. Mit dem Risikomanagementsystem sollen wesentliche und bestandsgefährdende Risiken systematisch und kontinuierlich identifiziert, beurteilt, gesteuert, überwacht und dokumentiert werden, um die Erreichung der Unternehmensziele abzusichern und das Risikobewusstsein im Unternehmen zu erhöhen. Das Chancenmanagementsystem des Konzerns ist an das Risikomanagementsystem angelehnt. Ziel des Chancenmanagements ist es, die im Rahmen der Geschäftstätigkeit sich ergebenden Chancen frühzeitig zu erkennen und diese durch geeignete Maßnahmen möglichst optimal für das Unternehmen zu nutzen. Das Nutzen von Chancen kann zum Übertreffen von geplanten Zielen führen. Die Einschätzung von Risiken erfolgt im Rahmen der operativen Planung prinzipiell für einen einjährigen Planungszeitraum. Im Rahmen der strategischen und operativen Planung werden zusätzlich zu Risiken auch relevante und umsetzbare Chancen einbezogen. Die Berichterstattung von Risiken und Chancen im Lagebericht bezieht sich grundsätzlich auf ein Jahr. Im Rahmen der operativen Planung werden - unter Berücksichtigung entsprechender Risiko- und Chancenkategorien - Risiken und Chancen der Geschäftsfelder und der operativen Einheiten identifiziert und bewertet. Der Konsolidierungskreis des Risiko- und Chancenmanagements entspricht dem Konsolidierungskreis des Konzernabschlusses und geht bei Bedarf darüber hinaus. Das Risikomanagement ist am Grundsatz der Vollständigkeit ausgerichtet, das heißt, alle konkreten Risiken fliesen auf der Ebene der einzelnen Einheiten in den Risikomanagementprozess ein. Generelle Unsicherheiten ohne konkreten Anhaltspunkt auf eine mögliche Ergebniswirkung werden im internen Kontrollsystem (IKS) überwacht. Aufgabe der Verantwortlichen für das Risiko- und Chancenmanagement ist es, neben der Erfassung und Bewertung auch zugehörige Maßnahmen zu entwickeln und gegebenenfalls einzuleiten. Diese Maßnahmen dienen dazu, Risiken zu vermeiden, zu reduzieren oder sich gegen diese abzusichern. Zur Ergreifung oder Erhöhung einer Chance sowie zur teilweisen oder vollständigen Umsetzung sind ebenfalls Maßnahmen notwendig. Grundsätzlich wird die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen vor ihrer Umsetzung bewertet. Die Entwicklung aller Risiken und Chancen aus den einzelnen Einheiten sowie die zugehörigen, eingeleiteten Maßnahmen werden kontinuierlich überwacht und in Sitzungen der Geschäftsführer besprochen. Das zentrale Konzernrisikomanagement berichtet die identifizierten Risiken und Chancen regelmäßig an die Geschäftsführer der Konzernholding. Zusätzlich zur Regelberichterstattung gibt es für unerwartet auftretende Risiken eine konzerninterne Berichterstattungspflicht an die Konzernholding. Eine Steuerung der Risiken findet im Konzern auf Ebene der Geschäftsfelder basierend auf Einzelrisiken statt. Im Folgenden werden die Risiken und Chancen durch die Geschäftsführung näher beschrieben, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns haben können. Der Ausbruch von COVID-19 wurde von der WHO am 11. März 2020 zu einer Pandemie erklärt, welche erhebliche Auswirkungen auf das öffentliche Leben, Unternehmen und Märkte hat. Es bestehen in diesem Zusammenhang enorme Risiken für die globale Konjunktur durch die weltweit eingeleiteten seuchenpolitischen Maßnahmen. Volkswirtschaftliche Risiken und Chancen stellen Rahmenbedingungen für die in den nachfolgenden Kategorien genannten Risiken und Chancen dar und fließen als Prämissen in die Quantifizierung dieser Risiken und Chancen ein. Der Lebensmittelmarkt ist seit Jahren durch einen zunehmenden Wettbewerbs- und Preisdruck geprägt. Aufgrund einer fortwährenden aggressiven Preispolitik der Mitbewerber, der Einführung neuer Produkte durch Wettbewerber und des Preisdrucks durch die Lebensmitteldiscounter können Risiken entstehen. Darüber hinaus ergeben sich Chancen aus der Übernahme finanzschwacher Konkurrenzunternehmen. Insgesamt steht die deutsche Fleischbranche weiterhin unter dem Druck des weltweiten Wettbewerbs. Durch neue Handelsabkommen zwischen den USA und der EU wird der Marktanteil der USA in der europäischen Union beim Rind künftig zunehmen. Es bestehen Beschaffungsmarktrisiken und -chancen. Die Konzernrisiken auf der Beschaffungsseite ergeben sich für die lebensmittelmarktbezogenen Geschäftsfelder insbesondere aus den Preisschwankungen bei den Tiereinkäufen. Chancen auf den Rohmaterialmärkten werden wie im Vorjahr nur in geringem Umfang erwartet. Unternehmensspezifische Risiken und Chancen Für den Tönnies Holding Konzern sieht die Geschäftsführung folgende Chancen und Risiken für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Das besondere Risiko für den Tönnies Holding Konzern im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie könnte in temporär gestörten Lieferketten ins Ausland liegen. Demgegenüber bestehen Chancen im erhöhten Absatz haltbarer Produkte, die in Krisenzeiten regelmäßig deutlich stärker am Markt nachgefragt werden. Die Tönnnies-Gruppe wird auch bei einer weiteren Verbreitung des Coronavirus die Lieferung von Fleischerzeugnissen sicherstellen. Wesentliche Risiken auf die Nachfrage nach Fleischerzeugnissen werden nicht gesehen. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Internationalisierung in der Fleischbranche hat sich die globale Wettbewerbssituation weiter verschärft. Das Risiko der Branche wird ebenfalls durch das Kaufverhalten der Verbraucher geprägt. Fernerhin besteht ein generelles Marktrisiko durch die Möglichkeit des Auftretens von Tierseuchen u. a. die afrikanische Schweinepest, die zu einer Verunsicherung der Verbraucher und erheblichen Mehrkosten bei den Unternehmen führen können. Die Schweinepest ist bereits bei deutschen Nachbarländern ausgebrochen. Die Tönnies-Gruppe hat für den Fall eines möglichen Ausbruchs in Deutschland bereits Notfallmaßnahmen implementiert, um kurzfristig reagieren zu können. Die Gesellschaft hat mehrere Schlachtorte in ganz Deutschland, so dass Kapazitäten verlagert werden können. Ein Ausbruch würde sich unter anderem direkt auf die Exporte auswirken, da einige Empfängerländer insbesondere der chinesische Markt den Import aus derartigen Ländern untersagen. In China wurde der Schweinebestand infolge der ASP-Epidemie um die Hälfte dezimiert d.h. ca. 200 Millionen Schweine. 23 Zum Vergleich liegt der gesamte europäische Schweinebestand bei ca. 137,2 Millionen Schweinen. 24 Die Schweinepreise in China haben sich mehr als verdoppelt. Eine Übertragung und Ausbreitung der afrikanischen Schweinepest geschieht meistens durch den Faktor Mensch und Transportfahrzeugen zwischen verschiedenen Ländern. Europäische Länder könnten bei einem Ausbruch der afrikanischen Schweinepest in Deutschland voraussichtlich weiter beliefert werden. Die Tönnies-Gruppe ist bereits in Gesprächen mit der Bundesregierung zur Erreichung einer Regionalisierung, damit eine Exportsperre für das gesamte Bundesgebiet vermieden wird.
23 Vgl. agrarheute: ASP und Schweinemarkt, 15.
Januar 2020, www.agrarheute.com, Abruf: 27. März 2020.
Hinsichtlich der Auswirkungen gibt es verschiedene Szenarien. Zum einen könnte der Markt komplett zusammenbrechen, welches ein wirtschaftlich katastrophales Szenario mit sich bringen würde. Ein drastischer Preisabfall wäre die Folge. Die folgende Seuchenbekämpfung führt zu weiteren Schäden. Die deutschen Schweinehalter haben allerdings bereits strenge Sicherheitsvorkehrungen getroffen die bereits in Übungen erprobt werden. 25 Ausfallrisiken der Kunden sind aufgrund der Vielzahl der Geschäftsbeziehungen und der Solvenz der Marktpartner - insbesondere der großen Lebensmittelfilialisten - als von untergeordneter Bedeutung anzusehen. Das Risiko von Produktionsausfällen und Vermögensschäden aufgrund von höherer Gewalt ist durch entsprechende Versicherungen im Wesentlichen abgedeckt. Weitere Risiken stellen neben den volatilen Fleischpreisen, insbesondere denen für Schweinefleisch, die allgemeinen Marktpreisentwicklungen für Rohstoffe, Energie, Fremdarbeiter oder Transporte dar. Die deutschen Lebensmitteldiscounter als wesentliche Kunden haben eine große Marktmacht, welche durch eine Auslistung sämtlicher Produkte eines einzigen Lieferanten jederzeit ausgeübt werden kann. Die Tönnies-Gruppe sieht diese Gefahr als gering an, da die Produkte der Tönnies-Gruppe höchste Qualitätsansprüche erfüllen und dieses durch die Discounter regelmäßig überprüft wird. Gleichwohl ist der Preisdruck eine sehr große Herausforderung. Steigenden Einkaufspreisen stehen Preissenkungsforderungen des Lebenseinzelmittelhandels gegenüber. Die Geschäftsführung sieht ein Risiko in einer zunehmenden Rohstoffverknappung und begegnet diesem Risiko unter anderem durch historisch gewachsene Lieferantenbeziehungen. Der Konsolidierungsdruck wird in der Branche weiter zunehmen. Es werden sich durch Firmenübernahmen Marktwachstumschancen ergeben, die zu einer Änderung vom Verschuldungsgrad führen können, sofern weitere Kapitalmittel benötigt werden. Die Übernahme von finanzschwachen Konkurrenzunternehmen ist mit Risiken verbunden, die sich unter anderem in Restrukturierungsaufwendungen und Neuinvestitionen äußern. Liquiditätsrisiken werden aufgrund der vorhandenen liquiden Mittel sowie der soliden Ertragslage der Unternehmensgruppe nicht gesehen. Durch die Streuung der Unternehmensaktivitäten auf unterschiedliche Märkte und Länder lassen sich die aufgeführten Risiken zum Teil begrenzen. Die Konzernunternehmen nutzen für die Tätigkeiten in der Produktion unter anderem - wie in der Fleischbranche üblich - Werkunternehmen. Hierzu setzen die Werkunternehmen eigenes Personal unter eigener Regie ein. Bei Nichteinhaltung der gesetzlichen Regelungen und der von der Rechtsprechung aufgestellten Grundsätze zum Einsatz von Werkunternehmen bestehen rechtliche und finanzielle Risiken. Diesen Risiken wird durch eine intensive Überwachung der Einhaltung der einschlägigen Bestimmungen begegnet. Insgesamt handelt es sich um Risiken, die sich zweifellos auf die Ergebnisentwicklung auswirken können, jedoch keinesfalls die finanzielle Stabilität der Gesellschaft sowie des Konzerns gefährden. Blickt man auf die Produktions- und Technologierisiken und -chancen, so zeigen sich als wesentliche Erfolgsfaktoren das Markenimage und die Qualität der Produkte. Dieses kann jedoch nur durch erhebliche finanzielle Investitionen in neue und verbesserte Produktionstechnologien gewährleistet werden. Auf der Absatzseite sind keine außergewöhnlichen Abhängigkeiten gegeben. Somit entsprechen die Risiken denen der Branche. Gleichwohl können sich aus Exportsperren in Drittländern Absatzrisiken ergeben, die die Vorratsbestände ansteigen lassen. Die Haltbarkeit von tiefgefrorenem Fleisch ist begrenzt, so dass zeitnah neue Absatzwege erschlossen werden müssen, um Abschreibungen zu vermeiden. Chancen sieht die Geschäftsführung insbesondere im international werdenden Markt für Fleisch und dem marktführenden Prozess-Know-How. Es könnten sich Risiken und Chancen aus Beteiligungen und Kooperationen ergeben. Die Zusammenarbeit mit Partnern in Beteiligungen (assoziierten Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und gemeinschaftlichen Tätigkeiten) und Kooperationen ist für den Tönnies Holding Konzern von zentraler Bedeutung. Neben einem besseren Zugang zu Wachstumsmärkten und neuen Technologien dienen die Beteiligungen und Kooperationen der Nutzung von Synergieeffekten und der Verbesserung von Kostenstrukturen. An den Risiken und Chancen der Beteiligungen partizipiert der Konzern grundsätzlich entsprechend seiner jeweiligen Anteilsquote. Die möglichen Risiken umfassen unter anderem negative wirtschaftliche Entwicklungen oder einen zeitlich verzögerten Aufbau von Entwicklungs- und Produktionsstrukturen. Dieses kann zu einer Beeinträchtigung der Wachstumsziele führen. Im folgenden Abschnitt wird auf die finanzwirtschaftlichen Risiken und Chancen des Konzerns eingegangen. Risiken und Chancen können sich negativ und positiv auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns auswirken. Der Tönnies Holding Konzern ist grundsätzlich Risiken und Chancen durch die Veränderungen von Marktpreisen durch Wechselkursschwankungen und Zinssatzschwankungen ausgesetzt. Marktpreisveränderungen können einen negativen oder positiven Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns haben. Der Tönnies Holding Konzern steuert und überwacht Marktpreisrisiken und -chancen vorwiegend im Rahmen seiner operativen Geschäfts- und Finanzierungsaktivitäten und setzt bei Bedarf derivative Finanzinstrumente ein. Aufgrund der globalen Ausrichtung des Konzerns ergeben sich Wechselkursrisiken und -chancen aus dem operativen Geschäft sowie den Finanztransaktionen. Diese resultieren insbesondere aus Schwankungen des US-Dollars, britischen Pfunds, polnischen Zloty, dänischen Kronen und Yen. Ein Wechselkursrisiko beziehungsweise eine -chance entsteht im operativen Geschäft vor allem dann, wenn Umsatzerlöse in einer anderen Währung anfallen als die zugehörigen Kosten (Transaktionsrisiko). Im Falle erwarteter Wechselkursveränderungen bei den vorgenannten Hauptwährungen setzt die Tönnies-Gruppe mit der Zielsetzung einer Ertragsgenerierung darüber hinaus derivative Finanzinstrumente ein. Finanzwirtschaftliche Risiken, soweit sie Währungskursentwicklungen bei Exporten betreffen, werden teilweise durch antizipative Währungssicherungsmaßnahmen abgedeckt. Zur Absicherung von variablen Zahlungsströmen aus Kreditgeschäften gegen Zinssatzschwankungsrisiken werden teilweise Zinssicherungsgeschäfte eingesetzt. Der Abschluss vorgenannter Derivate ist für die Tönnies-Gruppe mit finanziellen Chancen, aber auch finanziellen Risiken verbunden. Dies gilt insbesondere im Falle nicht vorhergesehener, stark schwankender Währungskurse. Mit den finanzierenden Banken wurde die Einhaltung bestimmter Financial Covenants für die entsprechenden Vertragszeiträume vereinbart. Die Einhaltung bzw. die Entwicklung der Finanzkennzahlen sind den finanzierenden Banken quartalsweise mitzuteilen. Bei Nichteinhaltung bestehen die kreditvertraglich üblichen Risiken mit entsprechenden Auswirkungen auf die Finanzierung des Konzerns. Weitere Risiken, die derzeit noch nicht identifiziert sind oder noch nicht als solche wahrgenommen werden, können sich bei veränderter Sachlage gegebenenfalls nachteilig auf den Konzern auswirken. Die im Vorjahresvergleich weitgehend unveränderte Gesamtrisikosituation des Konzerns setzt sich aus den Einzelrisiken aller Risikokategorien der Geschäftsfelder zusammen. Neben den beschriebenen Risikokategorien gibt es unvorhersehbare Ereignisse, die Produktions- und Geschäftsprozesse stören können, beispielsweise unvorhersehbare Tierseuchen wie die afrikanische Schweinepest oder Einfuhrverbote in Drittländer. Zusätzlich zu den beschriebenen Risikoarten gibt es Risiken, die die Reputation des Konzerns als Ganzes betreffen. Die Haltung des Unternehmens in Bezug auf Themenstellungen wie Ethik und Nachhaltigkeit im Produktions- und Abwicklungsprozess steht im Fokus der Öffentlichkeit. Der Konzern setzt umfassende Maßnahmen ein, damit Risiken, die in diesem Zusammenhang mit Wirkung auf die Reputation entstehen könnten, geregelten internen Kontrollen unterliegen. Zusammenfassend lässt sich nach Beurteilung der gegenwärtigen Risikosituation feststellen, dass keine den Fortbestand gefährdenden Risiken für die in den Tönnies Holding Konzern einbezogenen Unternehmen bestehen.
Rheda-Wiedenbrück, 30. März 2020 Clemens Tönnies Andres Ruff Daniel Nottbrock Dr. Stefan Gros für die Tönnies Holding Verwaltungs ApS, Brörup, Dänemark Günter Daake Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019Aktiva
Passiva
Anlage zur Konzernbilanz der Tönnies Holding ApS & Co. KG zum 31.12.2019 *
* gemäß § 5 Abs. 5 PubIG in
Verbindung mit § 13 Abs. 3 S. 2 PubIG
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 20191. Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss Der Konzernabschluss der Tönnies Holding ApS & Co. KG, die ihren Sitz in Rheda- Wiedenbrück hat und beim Amtsgericht Gütersloh unter der Handelsregister-Nummer HRA 5590 registriert ist, wurde entsprechend den Vorschriften des Publizitätsgesetzes und des Handelsgesetzbuches (insbesondere §§ 13 PubIG und 290 ff. HGB) aufgestellt. Der Konzernanhang richtet sich nach den Vorschriften der §§ 313 f. HGB. Die Fristigkeitsvermerke zu den Forderungen (§ 298 Abs. 1 i.V.m. § 268 Abs. 4 HGB) und den Verbindlichkeiten (§ 298 Abs. 1 i.V.m. § 268 Abs. 5 HGB) sowie Mitzugehörigkeitsvermerke zu den Posten der Bilanz wurden zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit in den Anhang aufgenommen. Aus demselben Grund wurden in Erweiterung des gesetzlichen Gliederungsschemas die Position "Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern" in der Bilanz sowie die Zwischensumme "Ergebnis vor Steuern" in der Gewinn- und Verlustrechnung eingefügt. Innerhalb der Eigenkapitalgliederung wird in Anlehnung an DRS 22 eine Aufgliederung zwischen den Rücklagen des Mutterunternehmens und den sonstigen Konzernrücklagen vorgenommen. Die Kommanditisten halten neben ihrer Beteiligung an der Tönnies Holding ApS & Co. KG weitere gemeinschaftliche Beteiligungen. Diese Unternehmen, einschließlich ihrer Tochterunternehmen, werden als nahestehende Unternehmen bezeichnet; Forderungen gegen und Verbindlichkeiten gegenüber diesen nahestehenden Unternehmen werden gesondert ausgewiesen; gleiches gilt für zugehörige Finanzerträge und -aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung. 2. Vergleichbarkeit der Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Es haben sich keine wesentlichen Veränderungen beim Konsolidierungskreis ergeben, die zu einer eingeschränkten Vergleichbarkeit der Vorjahreszahlen führen. 3. Angaben zur Konsolidierung a) Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss sind gemäß § 294 Abs. 1 HGB neben dem Mutterunternehmen 110 (Vorjahr 111) inländische und 43 (Vorjahr 45) ausländische Unternehmen einbezogen worden, an denen das Mutterunternehmen jeweils unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmrechte zusteht (§ 290 Abs. 2 Nr. 1 i.V.m. Abs. 3 HGB). In den Folgejahren wird es zu weiteren Umstrukturierungen kommen um den Konzern in die Sparten Meat, Sausages, Convenience, International, Logistics, Ingredients sowie Central Services zu strukturieren. Die Tönnies Forschung ergänzt als gemeinnützige Gesellschaft die Struktur. Die vollkonsolidierten Gesellschaften sind in der folgenden Aufstellung gemäß § 313 Abs. 2 HGB enthalten:
(1) Für diese Gesellschaften gibt es
freiwillige Verlustübernahmeverträge.
Die Gesellschaft Tican-Rose GmbH, Eckernförde, wurde aufgrund eines Doppelstimmrechtes vollkonsolidiert. Gemäß § 296 Abs. 2 HGB wurden die folgenden 5 (Vorjahr 4) Tochterunternehmen nicht in den Konzernabschluss einbezogen, da diese sowohl einzeln als auch in ihrer Gesamtheit aufgrund des geringfügigen Anteils am Konzernumsatz sowie -ergebnis nur von untergeordneter Bedeutung sind:
(1) Die Gesellschaft wurde in 2019
gegründet und wird in 2020 erstmalig konsolidiert.
Es wird zudem die Mehrheit der Stimmrechte an der Unterstützungskasse der deutschen Fleischindustrie e.V., Rheda-Wiedenbrück, gehalten. Die Gesellschaft ist von untergeordneter Bedeutung und wird ebenfalls nicht mit konsolidiert. Folgende Beteiligungen mit einem Anteilsbesitz (entspricht den Stimmrechten) zwischen 20-50% wurden gemäß den §§ 310ff. HGB nach der Equity-Methode im Konzernabschluss berücksichtigt:
(1) Es handelt sich um die Werte zum 31.
Dezember 2019 (umgerechnet zum Kurs PLN 4,26 = 1,00
€).
Die vom assoziierten Unternehmen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des Mutterunternehmens. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert und dem anteiligen Eigenkapital der assoziierten Unternehmen Sinfo One s.p.a. und PAGO sp. z.o.o. entfällt in voller Höhe auf Geschäfts- oder Firmenwerte und beträgt TEUR 7.302. Die Abschreibung dieser Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt planmäßig nach der linearen Methode über einen Zeitraum von 5 Jahren. Die Nutzungsdauer wurde Basis des starken technologischen Wandels und der starken Konkurrenzsituation der Gesellschaften festgelegt. Der Konzernbilanzstichtag entspricht bei den wesentlichen Gesellschaften dem Bilanzstichtag des Mutterunternehmens und dem Bilanzstichtag der einbezogenen Unternehmen. Abweichungen bestehen bei einer nach der Equity-Methode einbezogenen Gesellschaft, die den 31. Oktober als Bilanzstichtag hat; wesentliche Veränderungen der Wertverhältnisse haben sich nicht ergeben. Die nachfolgenden Tochterunternehmen wurden erstmalig konsolidiert:
Die folgende Tabelle zeigt die Gesellschaften auf, die in 2019 entkonsolidiert worden sind:
b) Konsolidierungsmethoden Die Kapitalkonsolidierung der Gesellschaften des Konzerns für Erwerbsvorgänge vor dem 1. Januar 2010 erfolgt gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB a. F. nach der Buchwertmethode. Entsprechend Art. 66 Abs. 3 Satz 4 EGHGB wurde diese bisher angewandte Buchwertmethode unverändert fortgeführt. Für ab dem 1. Januar 2010 erstmals zu konsolidierende Tochterunternehmen erfolgt die Kapitalkonsolidierung nach der Neubewertungsmethode gem. § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem auf das Mutterunternehmen entfallenden anteiligen Eigenkapital der konsolidierten Gesellschaften zu dem Zeitpunkt, zu dem das jeweilige Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist. Ein nach Verrechnung verbleibender aktiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert aus der Kapitalkonsolidierung aktiviert und gemäß § 309 Abs. 1 HGB planmäßig abgeschrieben. Sich ergebende passive Unterschiedsbeträge werden grundsätzlich als Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung ausgewiesen und gemäß § 309 Abs. 2 HGB i.V.m. DRS 23 fortgeschrieben. Aus dem Hinzuerwerb von Minderheitenanteilen an bereits vollkonsolidierten Tochterunternehmen resultierende aktive oder passive Unterschiedsbeträge werden mit den Konzernrücklagen verrechnet. Die sich aus Vorjahren ergebenden Geschäfts- oder Firmenwerte werden über 15 Jahre abgeschrieben. Die Abschreibung über 15 Jahre ergibt sich aus Art und Umfang des übernommenen Geschäftsbetriebs und der erwarteten Ertrags potenziale. Zugänge ab 2010 unterliegen einer Nutzungsdauer von ein bis zwölf Jahren. Die Nutzungsdauer wird jeweils betriebsindividuell ermittelt. Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den einbezogenen Gesellschaften wurden vollständig eliminiert. Differenzen aus der Schuldenkonsolidierung wurden - sofern erforderlich - erfolgswirksam erfasst. Die Innenumsatzerlöse wurden mit dem Materialaufwand bzw. den auf sie entfallenden Aufwendungen der Lieferungs- oder Leistungsempfänger aufgerechnet; gleichfalls wurden die konzerninternen Zinsaufwendungen und -erträge kompensiert. Ebenso werden andere Erträge und Aufwendungen eliminiert. Auf die Eliminierung von Zwischenergebnissen aus Lieferungen von fertigen Erzeugnissen und Waren zwischen einbezogenen Gesellschaften wurde verzichtet, da diese für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung sind. Auf Konsolidierungsmaßnahmen, die zu Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen führen, werden latente Steuern nach § 306 HGB abgegrenzt, wenn sich diese Differenzen in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich wieder abbauen, und soweit es sich nicht um einen nach § 301 Abs. 3 HGB verbleibenden Unterschiedsbetrag handelt. Steuerbe- und -entlastungen werden stets miteinander verrechnet. Die auf nicht beherrschende Gesellschafter entfallenden Eigenkapitalanteile von einbezogenen Tochterunternehmen (einschließlich Kapital- und Gewinnrücklagen) sowie der auf diese nicht beherrschenden Gesellschafter entfallende Anteil am Jahresergebnis der jeweiligen Tochterunternehmen werden innerhalb des Eigenkapitals unter dem Ausgleichs posten für nicht beherrschende Anteile ausgewiesen. c) Befreiung von der Offenlegung Folgende Tochterunternehmen erfüllen die Voraussetzungen des § 264 Abs. 3 HGB, § 264b HGB bzw. des § 5 Abs. 6 PubIG i.V.m. § 264 Abs. 3 HGB und werden von der dort geregelten Offenlegungsbefreiung Gebrauch machen:
4. Allgemeine Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie zur Währungsumrechnung Die Abschlüsse der konsolidierten Gesellschaften werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt. Maßgeblich sind hierbei die für Kapitalgesellschaften sowie bestimmte Personenhandelsgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsrechts. Nach Umgliederungen und materiellen Anpassungen der landesrechtlichen Einzelabschlüsse an die deutsche Bilanzierungsweise werden die in Landeswährung erstellten Jahresabschlüsse in Euro umgerechnet. Dabei wurden die Bilanzposten, mit Ausnahme des Eigenkapitals (Umrechnung mit historischen Kursen), mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind zum Durchschnittskurs in Euro umgerechnet worden. Umrechnungsdifferenzen werden erfolgs- neutral in die Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung im Eigenkapital eingestellt. Die Gliederung der Konzernbilanz sowie der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung entspricht den für Kapitalgesellschaften sowie bestimmte Personenhandelsgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsrechts. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt worden. Es wurden die im Folgenden beschriebenen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - unverändert angewandt. Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Bei den Anschaffungskosten sind sowohl Nebenkosten als auch gewährte Skonti und Rabatte berücksichtigt. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden Vermögensgegenstände des Anlagevermögens außerplanmäßig abgeschrieben. Die Abschreibungen werden pro rata temporis vorgenommen. Die den Abschreibungen zugrunde liegenden Nutzungsdauern orientieren sich an den amtlichen AfA-Tabellen und den Einschätzungen zur betrieblichen Nutzungsdauer. Die Abschreibungen erfolgen über einen Zeitraum von 3 bis 33 Jahren. Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten unter EUR 800,00 werden sofort voll abgeschrieben. Das Aktivierungswahlrecht für selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände im Sinne des § 248 Abs. 2 HGB wird nicht angewendet. Das Aktivierungswahlrecht für selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände im Sinne des § 248 Abs. 2 HGB wird nicht angewendet. Die Abschreibungen wurden pro rata temporis vorgenommen. Die den Abschreibungen zugrunde liegenden Nutzungsdauern orientieren sich an der durch die Geschäftsführung eingeschätzten voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer sowie nach den amtlichen AfA-Tabellen. Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Ist der ursprüngliche Grund für eine außerplanmäßige Abschreibung entfallen, erfolgt grundsätzlich eine Zuschreibung bis zu den fortgeführten Buchwerten. Die geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau werden werden zum Nennwert angesetzt. Die in den Vorjahren erhaltenen Zulagen und Zuschüsse werden in einem Sonderposten passivisch ausgewiesen und ratierlich entsprechend den angewendeten Abschreibungsmethoden über die Nutzungsdauer der geförderten Anlagegüter aufgelöst. Die Anteile an verbundenen Unternehmen, die Beteiligungen und die Ausleihungen an nahestehende Unternehmen und sonstige Ausleihungen sind zu Anschaffungskosten oder, bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, mit dem jeweils niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Die at-Equity bewerteten Anteile an assoziierten Unternehmen werden im Zeitpunkt der Erlangung eines maßgeblichen Einflusses bzw. bei Gründung nach der Buchwertmethode gemäß § 312 Abs. 1 Satz 1 HGB zu Anschaffungskosten in der Konzernbilanz angesetzt. In den Folgejahren wird der bilanzierte at-Equity-Wert um die anteiligen Eigenkapitalveränderungen des Beteiligungsunternehmens fortgeschrieben. Die im Vorratsvermögen ausgewiesenen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren werden zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung des strengen Niederstwertprinzips bewertet. Die fertigen und unfertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet, die überwiegend nach der retrograden Methode durch Vornahme von Abschlägen auf vorsichtig bemessene Verkaufspreise am Bilanzstichtag ermittelt werden. Fremdkapitalzinsen sowie Kosten der allgemeinen Verwaltung werden nicht aktiviert. Ein untergeordneter Teilbereich der Vorräte wird abweichend von den vorgenannten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach der Festwertmethode gemäß § 240 Abs. 3 HGB mit einer gleichbleibenden Menge und einem gleichbleibenden Wert angesetzt. Es handelt sich hierbei um Vermögensgegenstände, die regelmäßig ersetzt werden und deren Gesamtwert für das jeweilige Unternehmen bzw. den Konzern von nachrangiger Bedeutung ist. Diese Festwertbestände werden grundsätzlich in Zeitabständen von drei Jahren durch eine körperliche Bestandsaufnahme ermittelt, fortgeschrieben und bewertet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert unter Beachtung evtl. niedrigerer beizulegender Werte angesetzt. Erkennbare Risiken werden durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Dem in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegenden allgemeinen Ausfallrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Forderungen in Fremdwährungen wurden zu Entstehungskursen bzw. zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. In die Bilanz sind die untenstehenden Stichtagskurse (SK) und in die Gewinn- und Verlustrechnung sind die folgenden Periodendurchschnittskurse (PDK) eingeflossen.
Die liquiden Mittel sind mit ihrem Nennwert bilanziert. Bankguthaben in fremder Währung sind mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite (Passivseite) Ausgaben (Einnahmen) vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, die Aufwand (Ertrag) für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Neben den aus Konsolidierungsmaßnahmen resultierenden Steuerabgrenzungen entstehen latente Steuern aus temporären Bewertungsunterschieden zwischen Handels- und Steuerbilanz, die bei ihrem Ausgleich in späteren Jahren zur Entlastung bzw. Belastung führen. Die in den jeweiligen Einzelabschlüssen der einbezogenen Gesellschaften ausgewiesenen aktiven latenten Steuern werden im Konzernabschluss nicht angesetzt. Aus Konsolidierungsmaßnahmen haben sich latente Steuern aus der Aufdeckung stiller Lasten ergeben. Die aus den Einzelabschlüssen resultierenden passiven latenten Steuern belaufen sich auf TEUR 1.056 (Vorjahr TEUR 590) und beziehen sich im Wesentlichen auf Bewertungsunterschiede im Bereich des Anlagevermögens. Die Veränderung dieser Position erfolgt, mit Ausnahme eines geringen Anteils im Rahmen der Währungsumrechnung ausländischer Gesellschaften, ergebniswirksam. Die anzuwendenden Steuersätze betragen im Durchschnitt 16,9 Prozent. Innerhalb des Eigenkapitals des Konzerns stimmen die Posten Kapitalanteile der Kommanditisten sowie Rücklagen des Mutterunternehmens mit den entsprechenden Posten aus dem Jahresabschluss des Mutterunternehmens überein. Die sonstigen Konzernrücklagen beinhalten die seit der jeweiligen Erstkonsolidierung thesaurierten Jahresergebnisse der Tochterunternehmen, soweit sie nicht auf nicht beherrschende Anteile in Fremdbesitz entfallen, bereinigt um Konsolidierungseffekte einschließlich der Effekte aus Folgekonsolidierungen (z.B. in Gestalt der Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte aus Erstkonsolidierungen), der Effekte aus der Anwendung der equity-Methode und der Effekte aus latenten Steuern. Für die Rückstellungen für Pensionen wird als Berechnungsmethode das Teilwertverfahren angewendet. Es handelt sich dabei um ein Anwartschaftsdeckungsverfahren (Projected Unit Credit Method / PUC-Methode). Der Teilwert ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Barwert der künftigen Pensionsleistungen am Schluss des Geschäftsjahres und dem Barwert der gleichbleibenden Jahresbeträge für die Pensionsberechtigten vor Beendigung des Dienstverhältnisses. Für unverfallbare Ansprüche ausgeschiedener Pensionsberechtigter oder nach Eintritt des Versorgungsfalls wird als Berechnungsmethode der Barwert der künftigen Pensionsleistungen angewendet. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck verwendet. Für die Abzinsung wurde ein von der Deutschen Bundesbank vorgegebener durchschnittlicher Marktzinssatz bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren von 2,71 % (Vorjahr 3,21 %) verwendet. Gehalts- und Rententrends werden mit erwarteten Steigerungen von jeweils 0,00 % bis 1,00 % p.a. berücksichtigt sowie grundsätzlich eine Fluktuation bei Aktiven auf Basis der Heubeck Richttafeln unterstellt. Erfolgswirkungen aus einer Änderung des Diskontierungszinssatzes werden im operativen Ergebnis erfasst. Die Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen wurden nach versicherungsmathematischen Berechnungsverfahren (PUC-Methode) sowie grundlegenden Annahmen der Berechnung gemäß den Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck unter Anwendung des laufzeitadäquaten pauschalen Marktzinssatzes von 1,97 % bewertet. Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen sind in Höhe des Erfüllungsbetrags angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert. Kurzfristige Verbindlichkeiten in fremder Währung werden zum Devisenkassamittelkurs am Stichtag bewertet. Erhaltene Anzahlungen werden zum Nennwert angesetzt. 5. Erläuterung zur Konzernbilanz und zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung I. Anlagevermögen Die Veränderungen der einzelnen Posten des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2019 sind in der Übersicht zur Entwicklung des Anlagevermögens (Anlage zum Konzernanhang) dargestellt. Unter dem Posten Geschäfts- oder Firmenwert werden solche aus Einzelabschlüssen der einbezogenen Tochterunternehmen sowie aus verbleibenden aktiven Unterschiedsbeträgen aus der Kapitalkonsolidierung ausgewiesen. Die Abschreibung erfolgt planmäßig nach der linearen Methode über einen Zeitraum von 1 bis 15 Jahren. Die Nutzungsdauer wurde auf der Grundlage der dauerhaften Kunden- und Lieferantenbeziehung festgelegt. Die Restbuchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte teilen sich wie folgt auf:
Im Geschäftsjahr sind Geschäfts- oder Firmenwerte aufgrund Neuerwerbs einer Gesellschaft in Höhe von TEUR 5.445 zugegangen. Die Abschreibung erfolgt planmäßig über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren, die auf Basis der starken Konkurrenzsituation im Lebensmitteleinzelhandel und in der fleischverarbeitenden Industrie festgesetzt wurde. Die Ausleihungen an nahestehende Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:
Die sonstigen Ausleihungen betreffen im Wesentlichen ein ausgereichtes Darlehen an einen Minderheitsgesellschafter eines einbezogenen Tochterunternehmens (TEUR 2.000) sowie darüberhinaus Genossenschaftsanteile. II. Forderungen Sämtliche Forderungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultierten im Vorjahr in voller Höhe aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen gegen nahestehende Unternehmen betragen TEUR 76.542 (Vorjahr TEUR 79.387). Davon entfallen auf Darlehensforderungen nebst Zinsansprüchen TEUR 73.693 (Vorjahr TEUR 71.116) und auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen TEUR 2.849 (Vorjahr TEUR 8.271). III. Sonstige Vermögensgegenstände Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten unter anderem Forderungen aus Steuererstattungsansprüchen, Ansprüche gegen Versicherungen, sonstige Erstattungsansprüche sowie debitorische Kreditoren. Sonstige Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. IV. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten EUR 28,9 Mio. (Vorjahr EUR 24,8 Mio.) der Guthaben bei Kreditinstituten sind wirtschaftlich als Sicherheit bei einer Bank verpfändet. Die Sicherheit steht im Zusammenhang mit dem Engagement der Tönnies-Gruppe in Russland. Die Laufzeit gilt bis zur vollständigen Erfüllung der Verpflichtungen aus den Kreditverträgen, die bis zum 15. Oktober 2020 laufen. V. Rechnungsabgrenzungsposten Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten belaufen sich auf TEUR 6.556 (Vorjahr TEUR 5.308). Hierbei handelt es sich insbesondere um zeitanteilig aufzulösende Versicherungsaufwendungen, bestehende Wartungsverträge sowie abgegrenzte Mietaufwendungen. VI. Latente Steuern Der Ausweis der latenten Steuern stellt sich tabellarisch wie folgt dar:
Die Saldenbewegungen der passiven latenten Steuern betragen TEUR -466 und der aktiven latenten Steuern TEUR +585. VII. Eigenkapital Das Mutterunternehmen ist mit einem Kommanditkapital in Hohe von EUR 10.000.000,00 (Vorjahr EUR 10.000.000,00) ausgestattet. Die Kommanditeinlagen, von denen zum Bilanzstichtag insgesamt TEUR 400 (Vorjahr TEUR 400) als Hafteinlagen im Handelsregister eingetragen sind, sind vollständig erbracht. Unter dem Eigenkapitalposten Rücklagen des Mutterunternehmens weist unsere Gesellschaft analog § 264c Abs. 2 Satz 8 HGB die über die Festkapitalkonten hinausgehenden Betrage aus, die auf Grund einer gesellschaftsrechtlichen Vereinbarung gebildet worden sind, nämlich die entsprechend des Gesellschaftsvertrags für jeden Gesellschafter geführten Gesellschafterverrechnungskonten sowie das gesamthänderisch gebundene Rücklagenkonto. Den Gesellschaftern stehen Regelentnahmen zu Lasten ihrer Gesellschafterverrechnungskonten im Verhältnis ihrer Festkapitalanteile zu. Maßgeblich für die Höhe der Entnahmen ist u.a. auch die wirtschaftliche Entwicklung der Tönnies Gesellschaften bzw. die Ertragsentwicklung. Bis zur Fälligkeit der Entnahmen sieht der Gesellschaftsvertrag der Tönnies Holding ApS & Co. KG vor, die Entnahmebeträge im Eigenkapital auszuweisen. Derzeit gibt es im Gesellschafterkreis unterschiedliche Ansichten über die Höhe der möglichen Entnahmen bzw. die Auslegung der gesellschaftsvertraglichen Regelungen. Der Posten für die nicht beherrschenden Anteile enthält auch die auf diese Gesellschafter entfallenden Anteile am Ergebnis des jeweiligen Tochterunternehmens. Der Posten setzt sich wie folgt zusammen:
VIII.Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung Es besteht ein passiver Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung in Höhe von TEUR 44 (Vorjahr TEUR 110). Der Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung wurde im Rahmen der Kapitalkonsolidierung bei der Verrechnung des neubewerteten Eigenkapitals der Tochterunternehmen mit dem Beteiligungsansatz beim Mutterunternehmen aufgedeckt. Der Unterschiedsbetrag wird zwischen dem Eigenkapital und dem Fremdkapital ausgewiesen. Wesentliche Ergebniswirkungen aus der Veränderung des Unterschiedsbetrages bestehen in 2019 nicht. IX. Sonderposten für Investitionszuschüsse und -zulagen zum Anlagevermögen Bei den Sonderposten für Investitionszulagen und -zuschüsse zum Anlagevermögen handelt es sich um öffentliche Fördermittel im Zusammenhang mit durchgeführten Investitionsmaßnahmen im Bereich des Anlagevermögens. Der Sonderposten wurde insbesondere für die von der Investitionsbank Sachsen-Anhalt erhaltenen Investitionszuschüsse gemäß R 6.5 Abs. 2 EStR i. V. m. §§ 247 Abs. 3, 273 HGB a.F. in den vorherigen Geschäftsjahren eingestellt und wird in Anlehnung an die durchschnittliche Nutzungsdauer der angeschafften und bezuschussten Sachanlagen über einen Zeitraum von 10 Jahren abgeschrieben. Die Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens sind in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen (TEUR 202; Vorjahr TEUR 168). Der Sonderposten beträgt im abgelaufenen Geschäftsjahr TEUR 3.393. Rückstellungen für Pensionen Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 Satz 3 HGB beträgt TEUR 2.515 (Vorjahr TEUR 2.769). X. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen betreffen insbesondere Verpflichtungen im Personalbereich wie z.B. Resturlaub und Berufsgenossenschaftsbeiträge, Rechts- und Beratungskosten, Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten sowie Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. XI. Zu Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften verweisen wir auf die weiter unten erfolgenden Angaben zu Fremdwährungsderivaten und Zinsderivaten. XI. Verbindlichkeiten Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten:
(Werte in Klammern geben die Vorjahreswerte an.) Die Verbindlichkeiten werden durch Eigentumsvorbehalte, Sicherungsübereignungen und Mithaftung durch nahestehende Unternehmen gesichert. Neben den Gesellschaften im Konzernabschluss der Tönnies Holding ApS & Co. KG ist die Tönnies Grundbesitz GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück, in den Konsortialkreditvertrag eingebunden. Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern betreffen wie im Vorjahr deren variable Gesellschafterkonten zur Verrechnung von Entnahmen und Einlagen auf Ebene der Tochtergesellschaften, soweit sie dort keinen Eigenkapitalcharakter aufweisen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, entfallen wie im Vorjahr in voller Höhe auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen betragen TEUR 150.099 (Vorjahr TEUR 127.132). Davon entfallen TEUR 149.239 (Vorjahr 123.917) auf Darlehensverbindlichkeiten und TEUR 860 (Vorjahr TEUR 3.215) auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich unter anderem aus Verbindlichkeiten durch Betriebssteuern und Abgaben sowie Verpflichtungen gegenüber der Belegschaft zusammen. XII. Umsatzerlöse Umsatzerlöse umfassen Verkäufe von Produkten und Dienstleistungen, vermindert um direkte Erlösschmälerungen wie kundenbezogene Rabatte, Rückvergütungen und übrige Entgelte. Umsatzerlöse werden erfasst, sobald die Lieferung erfolgt ist oder die Leistung erbracht wurde. Die Umsatzerlöse gliedern sich nach Regionen wie folgt auf:
Die Umsatzerlöse gliedern sich nach Sparten wie folgt auf:
Die Spartenaufgliederung im Konzerngeschäftsjahr 2019 erfolgt in Meat (umfasst die Bereiche Schlachtung und Zerlegung von Rindern, Schweinen und Sauen und den zugehörigen Vertrieb), Convenience und Sausages sowie Sonstige. In der Sparte Sonstige werden die Bereiche Logistics, Ingredients sowie zentrale Funktionen gebündelt. XIII.Steuern Innerhalb der Steuern vom Einkommen und Ertrag sind Steueraufwendungen für Vorjahre in Höhe von TEUR 813 (Vorjahr TEUR 3.381) sowie Steuerererträge für Vorjahre in Höhe von TEUR 1.157 (Vorjahr TEUR 745) enthalten. 1. Sonstige Angaben a) Haftungsverhältnisse und außerbilanzielle Geschäfte sowie sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen Haftungsverhältnisse in Höhe von TEUR 410.802 (Vorjahr TEUR 410.545) aus der Besicherung von Kreditlinien zu Gunsten des nahestehenden Unternehmens Tönnies Grundbesitz GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück. Mit einer Inanspruchnahme ist aufgrund der Verwendung dieser Kredite für die Finanzierung der von der Tönnies-Gruppe genutzten Grundstücke und Gebäude nicht zu rechnen. Ein Haftungsverhältnis aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten besteht hinsichtlich der Bankverbindlichkeiten eines nahestehenden Unternehmens durch die Verpfändung eines Bankguthabens über EUR 28,9 Mio. (Vorjahr EUR 24,8 Mio.); wir verweisen auf die obige Erläuterung zu den Guthaben bei Kreditinstituten. Eine drohende Inanspruchnahme ist auch hier nicht ersichtlich, da die Gesellschaften solide im Markt positioniert sind. Des Weiteren bestehen Verpflichtungen in Höhe von rd. EUR 12,4 Mio. (Vorjahr EUR 10,0 Mio.) aus Bestellobligo. Auf Leasingverpflichtungen und sonstiges entfallen EUR 15,0 Mio. Außerdem bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit aus Miet- und Pachtverträgen über EUR 67,6 Mio. p.a. Davon sind EUR 52,6 Mio. p.a. gegenüber dem nahestehenden Unternehmen Tönnies Grundbesitz GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück, sowie EUR 6,6 Mio. p.a. gegenüber dem nahestehenden Unternehmen ZM Grundbesitz GmbH & Co. KG, Böklund, die allesamt kurzfristig sind. Der Einsatz von Miet-, Leasing- und Pachtverträgen dient der Verbesserung der Bilanzstruktur sowie der Verteilung des Liquiditätsabflusses über mehrere Perioden. Die Abflüsse liquider Mittel in künftigen Perioden stellen dabei sowohl ein Risiko als auch einen Vorteil dar. Die Tönnies Holding ApS & Co. KG hat gegenüber kreditgebenden Banken eines ihr nahestehenden Unternehmens Rangrücktritts- und Belassungserklärungen in Höhe von insgesamt TEUR 31.748 abgegeben. Diese beziehen sich auf von der Tönnies Holding ApS & Co. KG an ein nahestehendes Unternehmen gewährte Darlehen. Aus Gewährleistungen für fremde Leistungen (bürgschaftsähnliche Rechtsverhältnisse) resultieren mögliche Rückhaftungsverpflichtungen in Höhe von TEUR 3.599 (Vorjahr TEUR 3.748), die sich auf Avale beziehen. Eine drohende Inanspruchnahme ist auch hier nicht ersichtlich, da die Gesellschaften solide im Markt positioniert sind. Forderungen werden für einzelne Konzerngesellschaften im Rahmen von Factoring veräußert. Mit diesem Programm werden die Liquidität und der Finanzmittelfonds gestärkt und die latenten Ausfallrisiken im Forderungsbestand an den Erwerber übertragen. Zum Bilanzstichtag wurden Forderungen in Höhe von EUR 85,7 Mio. veräußert. Nach Abzug von Sicherheitseinbehalten in Höhe von EUR 11,9 Mio. sind hieraus Finanzmittel in Höhe von EUR 73,8 Mio. zugeflossen. b) Fremdwährungsderivate Zur Absicherung gegen Währungskursschwankungen werden Devisentermingeschäfte genutzt. Zum Abschlussstichtag bestanden die folgenden Devisenoptionsgeschäfte:
Darüber hinaus bestanden zum Bilanzstichtag die folgenden Devisenswap- bzw. Devisen- forwardgeschäfte:
c) Zinsderivate Zur Absicherung von variablen Zahlungsströmen aus Kreditgeschäften gegen Zinssatzschwankungsrisiken haben die Muttergesellschaft sowie eine Tochtergesellschaft in den Vorjahren Zinssicherungsgeschäfte abgeschlossen. Sie werden, soweit möglich, nach § 254 HGB mit den Grundgeschätten zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Die erwarteten Transaktionen beinhalten in den nächsten 5 Jahren nach dem Abschlussstichtag abfließende Zinszahlungen und entsprechen den jeweiligen der Unternehmensplanung zugrunde liegenden Zins- und Tilgungsplänen bestehender Darlehen. Die Bilanzierung erfolgt nach der sogenannten "Einfrierungsmethode", wonach die sich ausgleichenden Wertänderungen nicht bilanziert werden. Zum Abschlussstichtag waren Sicherungsgeschäfte mit einem Nominalvolumen in Höhe von TEUR 141.175 (Vorjahr TEUR 143.795) abgeschlossen, die einen negativen Marktwert in Höhe von TEUR -10.753 (Vorjahr TEUR -14.277) aufweisen. Die Marktwerte werden auf Basis der Mark-to-Market-Methode ermittelt. Für den nicht-effektiven Teil der Bewertungseinheiten wurde in der Bilanz eine unter den sonstigen Rückstellungen eine Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe von TEUR 10.753 (Vorjahr TEUR 14.277) berücksichtigt. d) Mitarbeiter Die in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften beschäftigten in den letzten beiden Jahren durchschnittlich:
e) Honorare des Abschlussprüfers Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers des Tönnies Holding ApS & Co. KG Konzerns beträgt EUR 0,9 Mio. für Abschlussprüfungsleistungen. Für Steuerberatungsleistungen wurden EUR 0,1 Mio. und für sonstige Leistungen EUR 0,2 Mio. aufgebracht. f) Persönlich haftende Gesellschafter Persönlich haftende Gesellschafter der Tönnies Holding ApS & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück, sind die Tönnies Holding Verwaltungs ApS, Brörup, Dänemark, mit einem gezeichneten Kapital von DKK 50.000 (rd. TEUR 6,7) sowie Herr Günter Daake, Rheda-Wiedenbrück, ohne feste Einlage. g) Geschäftsführung Einzelvertretungsberechtigte persönlich haftende Gesellschafterin der Tönnies Holding ApS & Co. KG ist die Tönnies Holding Verwaltungs ApS, Brörup, Dänemark, die durch die folgenden Geschäftsführer vertreten wird:
Beirat der Gesellschaft sind Herr Dr. Reinhold Festge (Vorsitzender), Herr Dr. Helmut Limberg, Herr Prof. Dr. Siegfried Russwurm sowie Herr WP/StB Jens-Uwe Göke. Daneben gehören auch die Herren Clemens und Robert Tönnies sowie Herr Daniel Nottbrock dem Beirat an. Der Beirat der Tönnies-Gruppe berät die Holding-Geschäftsführung in zentralen Unternehmensfragen. h) Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen Hinsichtlich der Pflicht zur Angabe von Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen wird von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, nur die wesentlichen, nicht zu marktüblichen Bedingungen zustande gekommenen Geschäfte anzugeben. Da derartige Geschäfte nicht getätigt wurden, entfallen weitere Angaben nach § 314 Abs. 1 Nr. 13 HGB. i) Gewinnverwendung der Muttergesellschaft Das Jahresergebnis der Muttergesellschaft wird entsprechend den gesellschaftsvertraglichen Regelungen entsprechend der Festkapitalanteile der Kommanditisten den Gesellschafterverrechnungskonten zugewiesen. j) Nachtragsbericht Am 30. Januar 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation WHO den internationalen Gesundheitsnotstand aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus ausgerufen. Seit dem 11. März 2020 stuft die WHO die Verbreitung des Coronavirus nunmehr als Pandemie ein. Zum jetzigen Zeitpunkt sind durch die Verbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2, durch den die Lungenkrankheit COVID-19 ausgelöst werden kann, keine wesentlichen wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Tönnies-Gruppe bekannt oder abschätzbar. Der weitere Verlauf der Ausbreitung des Coronavirus und die Folgen auf den Geschäftsverlauf des Konzerns werden laufend überwacht. Die Lebensmittelnachfrage ist weiterhin stabil. Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, liegen zum Aufstellungszeitpunkt nicht vor.
Rheda-Wiedenbrück, 30. März 2020 Clemens Tönnies Andres Ruff Daniel Nottbrock Dr. Stefan Gros für die Tönnies Holding Verwaltungs ApS, Brörup, Dänemark Günter Daake Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2019
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Tönnies Holding ApS & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Tönnies Holding ApS & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Tönnies Holding ApS & Co. KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 14 PublG unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den nach § 13 PublG anzuwendenden deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 14 PubIG unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Auftragsbedingungen Wir erteilen diesen Prüfungsvermerk auf Grundlage des mit Tönnies Holding ApS & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück, geschlossenen Auftrags, dem auch mit Wirkung gegenüber Dritten die diesen Prüfungsvermerkt beigefügten Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften vom 1. Januar 2017 zugrunde liegen.
Osnabrück, den 31. März 2020 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Norbert Niedenhof, Wirtschaftsprüfer ppa. Thomas Angele, Wirtschaftsprüfer |
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