Stammdaten

Register
Amtsgericht Stuttgart HRB 755987
Vorher
Adient Kirchheim Teck GmbHRecaro Automotive Seating GmbH
Eingetragen
2.3.2016
Branche
Herstellung von sonstigen Teilen und sonstigem Zubehör für KraftwagenTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Kraftwagenteilen und -zubehörEinzelhandel mit Kraftwagenteilen und -zubehör
Gegenstand
Entwicklung, die Herstellung, der Verkauf, die Montage und der Vertrieb von Zubehör und Teilen für die Automobilindustrie sowie alle damit im Zusammenhang stehenden Geschäfte.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
RECARO Automotive Holding, Inc.USA
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

RECARO Automotive Holding, Inc.
United States
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

RECARO Automotive GmbH (vormals: Recaro Automotive Seating GmbH)

Kirchheim unter Teck

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2020 bis zum 30.09.2021

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2020 bis 30. September 2021

I. Grundlagen der Gesellschaft

A. Organisation und rechtliche Struktur

Die Recaro Automotive GmbH, Kirchheim unter Teck, ist zum Abschlussstichtag 30. September 2021 eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB. Das Kapital der Gesellschaft wird seit dem 01.01.2020 und zum 30.09.2021 zu 100 % von der Raven Holding, Inc., Clinton Township, Michigan/USA, gehalten.

Die Raven Holding, Inc. ist eine Tochter der Raven Acquisition, LLC, Clinton Township, Michigan/USA, welche die oberste Konzernmutter ist.

Am 03.09.2020 hat die Gesellschafterversammlung die Änderung der Firmierung von Recaro Automotive Seating GmbH in Recaro Automotive GmbH beschlossen. Die Änderung wurde am 20. Oktober 2020 ins Handelsregister eingetragen.

B. Geschäftsbereiche

Die Recaro Automotive GmbH, Kirchheim unter Teck, stellt High-Performance-Sitze und ergonomische Sitze für PKW und leichte Nutzfahrzeuge her, die sie direkt an Automobilhersteller sowie über unabhängige Händler für KFZ-Zubehör an Endkunden vertreibt. Darüber hinaus stellt die Gesellschaft Spezialsitze für den Renneinsatz her, welche direkt an die Automobilhersteller und Rennteams verkauft werden. Diese Rennschalen sind einerseits als von der FIA (Fédération Internationale de l'Automobile) zertifizierte Versionen erhältlich und zum Teil auch als straßenzugelassene Version (mit allgemeiner Betriebs­erlaubnis, "ABE").

Alle Sitze werden in der eigenen Entwicklungsabteilung entwickelt, designt und getestet. Die Fertigung findet hierbei bevorzugt am Hauptsitz in Kirchheim unter Teck statt oder bei Bedarf und in Abstimmung mit den Automobilherstellern in ihren eigenen Werken oder an Standorten in ihrer Nähe.

II. Wirtschaftsbericht

A. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Da das Geschäft im Wesentlichen auf international tätigen Kunden beruht, folgen anbei Ausführungen zu den weltweiten gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Auch wenn sich die Weltwirtschaft auf einem Erholungspfad befindet, ließ diese im dritten Quartal des Jahres 2021 etwas nach. Dies ist vermutlich dem Grund geschuldet, dass zu Beginn des Sommers die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus zu einem neuen Anstieg der Infektionszahlen geführt hatte. In China wurde auf lokale Ausbrüche mit drastisch umfangreichen Quarantänemaßnahmen reagiert, was dazu führte, dass unter anderem der globale Seehandel weiter beeinträchtigt wurde. Neben diesen Störungen in der Logistik, gab es auch globale Engpässe vieler Vorprodukte, was eine Erholung der Industriekonjunktur weiterhin ausbremste. Die daraus resultierende gestörte Industrieproduktion traf auf eine ungebrochen hohe Nachfrage nach Industrieprodukten, was hohe Preisanstiege insbesondere bei Vorleistungsgütern zur Folge hatte. Dadurch und durch den sprunghaften Anstieg der Energiepreise zog die Inflation an, sodass für 2021 eine Inflationsrate von 4,35 % [1] (Vorjahr: 3,2 %) prognostiziert wird. Für das Gesamtjahr 2021 wird nichtsdestotrotz ein Wachstum der Weltwirtschaft von 5,9 % [2] (Vorjahr: -3,2 %) prognostiziert.

Das BIP in der Europäischen Union stieg im dritten Quartal 2021 um +2,1 % [3]. Hierunter konnten besonders Italien mit +3,0 %3 und Frankreich mit +2,5 %3 unter den großen Volkswirtschaften Zuwächse verzeichnen. Dies resultierte größtenteils daraus, dass diese beiden Länder besonders von den Eindämmungen der Corona-Pandemie und der Wiedereröffnung zahlreicher Dienstleistungsbranchen profitieren, nachdem sie die tiefsten wirtschaftlichen Einbrüche während der letzten Hochphase der Pandemie erleben mussten. Des Weiteren steigen in Frankreich auch die privaten Konsumausgaben. Auch Deutschland konnte ein Wirtschaftswachstum von 2,8 % [4] nach dem letzten Corona-Jahr 2020 erleben

Infolge der weltweiten konjunkturellen Erholung sind die Preise vieler Rohstoffe im Jahr 2021 gegenüber dem Jahr 2020 gestiegen. Der globale Güterhandel - insbesondere bei der Automobilproduktion - ging im Berichtszeitraum leicht zurück.

Auch wenn sich die Weltwirtschaft erholt, haben sich viele Teile dieser nicht vollständig regeneriert, wie zum Beispiel der Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote in der Europäischen Union lag im Jahr 2021 (Dezember) im Durchschnitt bei 7,0 % [5] (Vorjahr: 7,8 %). Darunter verzeichnete Spanien mit 13,0 %4 die höchste Arbeitslosenquote, während Tschechien im Vergleich mit 2,1 %4 die niedrigste aufwies. Auch Deutschland befindet sich hierbei im unteren Bereich und registrierte eine Arbeitslosenquote von 3,2 %4 . Für die Eurozone gesamt kann man sagen, dass die Arbeitslosenquote zwar zunächst wie erwartet aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie anstieg, jedoch konnte diese in der zweiten Jahreshälfte - trotz vermehrter längerfristiger Lockdowns - mithilfe weitreichender Hilfspakete wie unter anderem die vereinfachte Anmeldung und Ausweitung der Kurzarbeit, welche unter Umständen die jeweiligen Arbeitsplätze sichert, etwas gedämpft werden, sodass die Arbeitslosenquote etwas geringer als im Vorjahr ausfiel.

2. Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Automobilkonjunktur

Auch das Jahr 2021 war ein herausforderndes und turbulentes Jahr für die internationalen Automobilmärkte. Neben der anhaltenden globalen Coronakrise, strapazierte auch weiterhin der Mangel an Halbleitern die weltweiten Lieferketten. Des Weiteren machten die Knappheit weiterer Vorprodukte und Rohstoffe, ebenso wie steigende Preise für Energie und Logistik der Industrie zu schaffen. Von den drei größten Absatzregionen musste Europa erneut einen Rückgang verbuchen, während der Absatz in den USA und in China leicht zulegte.

Zulassungszahlen und Absatzvolumen

In Europa wurden im Jahr 2021 insgesamt knapp 11,8 Mio. [6] PKWs neu zugelassen, was zu einem leichten Rückgang von etwas unter -2 % im Vergleich zum Vorjahr (ca. 12 Mio. Neuzulassungen) führte. Auch wenn die größten Einzelmärkte - bis auf Deutschland - eine leicht positive Entwicklung in 2021 verzeichnen konnten, bleibt eine Erholung von den pandemiebedingten Rückgängen aus. Den stärksten Anstieg zum Vorjahr bei den Neuzulassungen erlebte Italien mit +5,5 %, gefolgt von Großbritannien und Spanien mit jeweils knapp +1,0 %. Auch Frankreich realisierte einen minimalen Zuwachs von +0,5 % zum Vorjahr 2020. Obwohl die Neuzulassungen in Deutschland - wie im vergangenen Jahr - im Vergleich zu den restlichen europäischen Ländern am stärksten waren, wurden im Vergleich zu den anderen vier großen Einzelmärkten im Jahr 2021 sogar 296.000 PKWs weniger neu zugelassen, was einen Rückgang von -10,1 % [7] bedeutete.

Bild

Exporte und Produktion

Auch im Jahr 2021 erlebte Deutschland einen zweistelligen Rückgang bei den Exporten und der inländischen Produktion. So sanken die Exporte um -10,1 % auf 2.378 tausend [8] Einheiten und die inländische Produktion um -11,7 % auf 3.105 tausend8 Einheiten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Produktionsrückgänge lassen sich durch die mangelnde Verfügbarkeit von Vor- und Zwischenprodukten, insbesondere der Halbleiter, erklären, was folglich auch zu einem Einbruch der Absatzzahlen auf dem deutschen Pkw-Markt geführt hat.

Im Fünfjahresvergleich lässt sich ein kontinuierlicher Rückgang bei den Exporten und bei der Produktion erkennen. Dabei sanken die Einheiten von Jahr zu Jahr immer stärker zum jeweiligen Vorjahresgleich.

Bild

3. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Das Unternehmen nutzt die finanziellen Leistungsindikatoren " Net Sales" und " Adjusted EBIT" sowie den nichtfinanziellen Leistungsindikator "Unfallrate" zur Steuerung. Diese werden im Weiteren erläutert.

Die bedeutsamen, zur internen Steuerung verwendeten finanziellen Leistungsindikatoren der Gesellschaft sind die " Net Sales" sowie das auf Grundlage US-amerikanischer Rechnungslegungsvorschriften (US-GAAP) ermittelte " Adjusted EBIT".

Die " Net Sales" ermitteln sich aus jenen Umsatzerlösen, die nach Abzug von Retouren und Rücksendungen sowie gewährten Rabattierungen generiert worden sind.

Das " Adjusted EBIT" ermittelt sich durch " Sales" abzüglich "Costs of Goods/ Service Sold". Von der sich daraus ergebenden " Gross Margin" werden die "SGA - Selling, General and Administrative Expenses" abgezogen, sodass man dann das " Adjusted EBIT" erhält. Dieses enthält jedoch keine Intercompany-Weiterbelastungen sowie keine Restrukturierungskosten.

Im Geschäftsjahr 2021 betrugen die " Net Sales" T€ 32.493 (Vorjahr: T€ 18.564) und das " Adjusted EBIT" T€ -11.671 (Vorjahr: T€ -9.010). Da es sich um zwei Geschäftsjahre mit unterschiedlicher Dauer handelt, Geschäftsjahr 2020 mit 9 Monaten und Geschäftsjahr 2021 mit 12 Monaten, ist ein Vergleich der Kennzahlen mit den Vorjahreswerten nur eingeschränkt möglich.

Die " Net Sales" lassen sich wie folgt auf die handelsrechtlichen " Umsatzerlöse" überleiten:

2021

2020

T€

T€

Net Sales

32.493

18.564

HGB Anpassung Umsatzerlöse

0

0

Entwicklungserlöse/Werkzeuge im Kundenauftrag

9.116

1.864

Erlöse aus Lizenzen

2.814

1.927

Erlöse aus Konzernweiterbelastungen

757

0

Sonstige

41

3

Umsatzerlöse

45.221

22.358

Das Adjusted EBIT lässt sich wie folgt auf das Ergebnis nach Steuern überleiten:

2021

2020

T€

T€

Adjusted EBIT USGAAP

-11.671

-9.010

Überleitung AV und Abschreibungen

297

365

Überleitung Inventurbewertung

-49

9

Überleitung der Rückstellungen

5

-60

Restrukturierungsaufwand

-2.887

-1.033

Sonstiges

-679

-402

Konzernweiterbelastungen

2.708

1.330

Überleitung Zinsergebnis

-361

-506

Ergebnis nach Steuern HGB

-12.637

-9.307

Ein wichtiger nichtfinanzieller Leistungsindikator mit interner Steuerungsrelevanz ist die Arbeitssicherheit, welche zur Minimierung der Arbeitsunfälle in unseren Werken und quantitativ durch Dokumentation der Anzahl an Arbeitsunfällen nachgehalten wird. Es wurden insgesamt acht Arbeitsunfälle (Vorjahr: 2 Arbeitsunfall) im Geschäftsjahr 2021 registriert. Die Unfallrate beträgt 4,84 (Vorjahr: 0,99). Diese wird definiert als Unfälle pro Million Arbeitsstunden. Für das Jahr 2020 betrug die Unfallrate für ganz Deutschland in der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) laut Medienerzeugnissen 11,47.

4. Lage der Gesellschaft

Da das Geschäftsjahr nur eingeschränkt mit dem Rumpfgeschäftsjahr des Vorjahres vergleichbar ist, wurde bei einigen Tabellen eine Spalte hinzugefügt, bei welchen es für sinnvoll erachtet wurde, eine Hochrechnung der enthaltenen Kennzahlen abzubilden. Dabei wurden bei der linearen Hochrechnung (HR 2020) die Werte des Rumpfgeschäftsjahres 2020 auf zwölf Monate entsprechend dem Geschäftsjahr 2021 hinzugefügt, um eine Vergleichbarkeit zu den Vorjahreswerten herzustellen.

4.1 Ertragslage

2021

2020

HR 2020

Delta

T€

T€

T€

%

Umsatzerlöse

45.221

22.358

29.811

51,69%

Herstellungskosten

46.671

26.114

34.819

34,04%

Bruttoergebnis vom Umsatz

-1.450

-3.756

-5.008

71,05%

2021

2020

Delta

%

%

%

Bruttomarge

-3,21

-16,80%

13,59%

Der Umsatz der Recaro Automotive GmbH beträgt für das Geschäftsjahr 2021 T€ 45.221. Ein Vergleich der hochgerechneten Umsatzerlöse und Herstellungskosten zeigt, dass die Umsatzerlöse im Vergleich zu den Herstellungskosten überproportional gestiegen sind. Während die Umsatzerlöse um 51,69 % gestiegen sind, sind die Herstellungskosten nur um 34,04 % gestiegen. Dies führte mit -3,21 % (Vorjahr: -16,80 %) zu einer deutlich besseren Bruttomarge. In 2020 beruhten die geringen Umsatzerlöse auf den durch die Covid-19-Pandemie ausgelösten Lockdown und dem daraus resultierenden starken Rückgang der Nachfrage der Endabnehmer. Die Umsatzerlöse 2021 enthalten Entwicklungs- und Werkzeugerlöse von T€ 9.243 im Rumpfgeschäftsjahr 2020 betrugen diese nur T€ 1.864. Dies beruht im Wesentlichen auf Projekterlösen im Rahmen der Entwicklungen für Ineos. Ergebnisverbessernd haben sich T€ 757 Konzernweiterbelastungen ausgewirkt, die im Vorjahr nicht vorhanden waren.

2021

2020

HR 2020

Delta

T€

T€

T€

%

Vertriebskosten

1.190

655

873

36,26%

Verwaltungskosten

6.897

3.318

4.424

55,90%

Die Vertriebskosten sind im Wesentlichen aufgrund höherer Frachtkosten, entsprechend dem Umsatzanstieg, um T€ 317 gestiegen.

Im Zuge der Übernahme der Verwaltungstätigkeiten, welche bisher im Rahmen eines Dienstleistungsvertrags von der alten Gesellschafterin Adient ausgeführt wurden, erfolgte eine Aufstockung des Personals. Durch dies sowie den Wegfall der Kurzarbeit in 2021 entstanden um 1,29 Mio. Euro höhere Personalkosten gegenüber der Hochrechnung des Geschäftsjahrs 2020. Der Beratungsaufwand im Zuge der Einführung eines neuen ERP-Systems führte zu höheren Beratungskosten in Höhe von T€ 560. Aufgrund der Einführung des neuen ERP-Systems sowie durchgeführten Instandhaltungsmaßnahmen sind die Fremdleistungen um T€ 710 gestiegen.

2021

2020

Delta

T€

T€

T€

sonstige betriebliche Erträge

720

245

475

sonstige betriebliche Aufwendungen

3.411

1.136

2.275

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten Corona Hilfen von T€ 535.

Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen gab es einen Zuwachs von T€ 2.275. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen 2021 sind belastet durch die Bildung einer Rückstellung für Restrukturierungsaufwendungen von T€ 2.887, im Vorjahr von T€ 1.033. Aufgrund der Wechselkursentwicklung entstanden um T€ 221 höhere Aufwendungen gegenüber dem Vorjahr. Außerdem wurden im Geschäftsjahr erstmalig Management Fees der Muttergesellschaft in Höhe von T€ 270 berechnet.

Im Geschäftsjahr 2021 wurde ein Jahresfehlbetrag von T€ -12.637 erwirtschaftet (VJ: 9-monatiges Rumpfgeschäftsjahr 2020: Jahresfehlbetrag von T€ -9.307).

4.2       Finanzlage

Die Kapitalrücklage beträgt unverändert zum Vorjahr T€ 4.411.

Der Jahresfehlbetrag in Höhe von T€ -12.637 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: Jahresfehlbetrag T€ -9.307) erhöht den nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag des Vorjahres (T€ 4.871). In der Folge wird auf der Aktivseite ein "Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag" von T€ 17.508 ausgewiesen. Die Gesellschaft ist somit im bilanziellen Sinne überschuldet. Die Gesellschafter haben der Geschäftsführung am 16.05.2020 ihre Kenntnisnahme der finanziellen Situation aufgrund erhaltener aktueller Bilanzen bestätigt und auf eine formelle Einberufung gemäß § 49 Abs. 3 GmbHG verzichtet. Zur Vermeidung einer insolvenzrechtlichen Überschuldung wurde am 17.07.2020 eine Rangrücktrittsvereinbarung über alle gewährten Darlehen inklusive Zinsansprüchen und sonstigen Forderungen zwischen der Raven Holding, Inc. und der Gesellschaft abgeschlossen. Folglich besteht keine insolvenzrechtliche Überschuldung nach § 19 InsO.

Die Gesellschaft wird vollständig durch Gesellschaftermittel finanziert. Going Concern ist folglich durch die Darlehensfinanzierung durch die unmittelbare Muttergesellschaft, der Raven Holding, Inc., und der von dieser am 17.07.2020 erhaltenen und zuletzt am 30.11.2021/06.12.2021 geänderten Patronatserklärung sichergestellt.

2021

2020

T€

T€

Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit

-7.293

-8.394

Cash Flow aus der Investitionstätigkeit

-965

-520

Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit

7.863

10.007

Finanzmittelbestand am Anfang der Periode

1.094

1

Finanzmittelbestand am Ende der Periode

699

1.094

Ein Vergleich des Cashflows der beiden Rumpfgeschäftsjahre ist nur sehr eingeschränkt möglich.

Der negative Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt im Geschäftsjahr 2021 T€ 7.293. Die sehr begrenzte Verfügbarkeit von Halbleitern im Geschäftsjahr 2021 verhinderte weitere Umsatzzuwächse. Es entstanden höhere Kosten durch die Einführung eines neuen ERP Systems. Die Durchführung der im Geschäftsjahr 2020 geplanten Restrukturierung führte zu weiteren wesentlichen Geldabflüssen. Im Rumpfwirt­schafts­jahr 2020 enthielt der Cashflow die Einzahlung des Verlustausgleiches in Höhe von T€ 2.048 aus dem Geschäftsjahr 2019.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beträgt im Geschäftsjahr 2021 T€ -965. Der negative Cashflow resultiert hauptsächlich aus den Investitionen in das Sachanlagevermögen.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ist im Geschäftsjahr 2021 positiv und beläuft sich auf T€ 7.863. Der positive Cashflow 2021 aus der Finanzierungstätigkeit der Gesellschaft erklärt sich im Grunde durch die Darlehensaufnahme bei der Schwester- und Muttergesellschaft.

4.3 Vermögenslage

Vermögensstruktur

Die Vermögenslage nach Fristigkeiten stellt sich per 30. September 2021 wie folgt dar:

30.09.2021 30.09.2020 Delta Delta
T€ T€ T€ %

Langfristiges Vermögen

2.994

4.143

-1.149

-27,73%

Kurzfristiges Vermögen

12.050

15.186

-3.136

-20,65%

Rechnungsabgrenzungsposten

83

244

-162

-66,18%

Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag

17.508

4.871

12.637

100,00%

32.635 24.444 8.191 33,51%

Die Bilanzsumme beträgt zum 30. September 2021 T€ 32.635 (Vorjahr: T€ 24.444).

Das langfristige Vermögen hat sich im Vergleich zum Vorjahr um T€ -1.149 bzw. um -27,73 % von T€ 4.143 auf T€ 2.994 verringert. Den Zugängen von T€ 965 stehen Abschreibungen und Abgänge von T€ 2.101 gegenüber. Die Abschreibungen beinhalten eine Sonderabschreibung auf die Produktionsanlagen zur Herstellung der Sitze eines OEM Großkunden aufgrund der Kündigung des Liefervertrags.

Bild

Das kurzfristige Vermögen ist mit T€ 12.050 (Vorjahr: T€ 15.186) um T€ 3.136 bzw. um -20,65 % gesunken. Die Differenz zum Vorjahr ergibt sich im Wesentlichen durch eine Bestands­verminderung von 2,1 Mio. € und um ca. 1,1 Mio. € reduzierte Forderungen und Bankguthaben. Hinsichtlich des "Nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags" von T€ 17.508 verweisen wir auf unsere Erläuterungen unter der Kapitalstruktur.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2021 wurden die folgenden wesentlichen Investitionen getätigt:

2021 2020 Delta Delta
T€ T€ T€ %

Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten

einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken

6

38

-33

-85,48%

Technische Anlagen und Maschinen

367

822

-455

-55,39%

Andere Betriebs- und Geschäftsausstattung

826

253

573

226,52%

Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau

-472

-591

119

-20,09%

726

523

203

38,83%

Da es sich beim Geschäftsjahr 2020 um ein Rumpfwirtschaftsjahr handelt, ist der Vergleich mit dem Vorjahr nur sehr eingeschränkt möglich. Im Jahr 2021 wurden von T€ 726 Gesamtinvestitionen T€ 826 in Betriebs- und Geschäftsausstattung investiert. Die geleisteten Anzahlungen aus 2020 sind aufgrund der Fertigstellung und Inbetriebnahme der Betriebsausstattung im Geschäftsjahr 2021 im Wesentlichen auf die Position andere Betriebs- und Geschäftsausstattung übergegangen. Der wesentlichste Zugang 2021 ist die Investition in den neuen Aftermarket Sitz Podium mit T€ 714.

Kapitalstruktur

Die Kapitalstruktur nach Fristigkeiten stellt sich per 30. September 2021 wie folgt dar:

30.09.2021 30.09.2020 Delta Delta
T€ T€ T€ %

Eigenkapital

0

0

0

0,00%

Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag

-17.508

-4.871

-12.637

259,44%

Lang- und mittelfristiges Fremdkapital

2.243

2.131

112

5,26%

Kurzfristiges Fremdkapital

30.392

22.313

8.080

36,21%

15.127 19.573 -4.446 -22,71%

Wesentliche Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr ergeben sich im Bereich Eigenkapital und kurzfristiges Fremdkapital. Der "Nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag" ist aufgrund des erwirtschafteten Jahresfehlbetrags auf T€ 17.508 gestiegen.

Das kurzfristige Fremdkapital ist um T€ 8.080 von T€ 22.313 auf T€ 30.392 gestiegen. Der deutliche Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Darlehensaufnahme bei verbundenen Unternehmen von T€ 7.738 zur Finanzierung der Gesellschaft.

Die kurzfristigen Rückstellungen belaufen sich insgesamt auf T€ 6.592 (Vorjahr: T€ 6.429).

Die kurzfristigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

2021

2020

Delta

Delta

T€

T€

T€

%

Restrukturierungsrückstellung

2.828

1.098

1.730

157,56%

Personalbezogene Rückstellungen

1.519

1.046

473

45,22%

Verpflichtung gegenüber Kunden

1.024

1.045

-21

-2,01%

Verpflichtung gegenüber Lieferanten

561

2.363

1.802

-76,26%

Andere Rückstellungen

660

877

-217

-24,74%

6.592

6.429

163

2,54%

4.4 Gesamtaussage der Geschäftsführung

Das Geschäft verlief im Geschäftsjahr 2021 schlechter als erwartet und endete mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von T€ -12.637 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: Jahresfehlbetrag T€ -9.307). Dies war im Wesentlichen eine Folge der weltweiten Pandemie und der Lieferengpässe im Bereich elektronischer Bauteile und der damit verbundenen Produktionseinschränkungen der OEMs. Vor dem Hintergrund der von außen kommenden Faktoren ist die Geschäftsführung mit der Geschäftsentwicklung insgesamt noch zufrieden.

Da der Zugang zu Ausgleichszahlungen / Fördertöpfen der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) / Bundesregierung aufgrund der jungen Selbständigkeit des Unternehmens weiterhin nur sehr beschränkt möglich war und ein OEM-Großkunde dem Unternehmen mit Schreiben vom 23.04.2021 die Aufträge zur Fertigung von Sitzen zum Ende des Kalenderjahres 2021 gekündigt hat, sah sich das Management in der zweiten Hälfte des Kalenderjahres gezwungen, in erneute Gespräche zu Restrukturierungsmaßnahmen mit dem Betriebsrat und den Tarifparteien zu treten.

Da diese Gespräche im Geschäftsjahr 2021 jedoch nicht abschließend verhandelt werden konnten, wurden infolgedessen Rückstellungen gebildet.

Organisatorisch lag der Fokus somit auf der Sicherstellung weiterhin geordneter Belieferung des OEM-Großkunden und die Vorbereitung des Produktionsauslaufes in den Werken Kirchheim und Saarlouis (Contract Manufacturing) und der Stabilisierung und weiteren Verbesserung des zum 01.12.2020 neu eingeführten ERP-Systems PLEX.

Insgesamt sehr erfolgreich war das Unternehmen bei der Akquise neuer Aufträge, die zu zukünftigem Wachstum führen werden. Das Feedback, welches wir als nun selbständiges Unternehmen von unseren OEM-Geschäftspartnern erhalten haben, war auch im Geschäftsjahr 2021 sehr positiv.

B. Forschung und Entwicklung

2021

2020

HR 2020

Delta

T€

T€

T€

T€

Umsatzerlöse

45.221

22.358

29.811

15.41

Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen

7.105

3.786

5.048

2.057

Quote (in %)

15,71%

16,93%

16,93%

-13,35%

Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen sind entsprechend den Umsatzerlösen im Geschäftsjahr gestiegen. Sie liegen im Vergleich zum Umsatz gegenüber Vorjahr um 13,35 % niedriger. Dem Zuwachs bei den Umsatzerlösen mit T€  15.410 steht eine Zunahme der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen von T€ 2.057 entgegen; dadurch hat sich die F&E-Quote der Gesellschaft um -13,35 % vermindert. Die absolute Zunahme der Entwicklungsaufwendungen beruht auf einigen neuen Projekten sowohl im Aftermarket- als auch im OEM-Bereich. In der Entwicklung waren zum Stichtag 30 Mitarbeiter (Vorjahr 37) beschäftigt.

C. Personal

Die Zahl der Mitarbeiter (ohne Auszubildende) betrug zum Stichtag 30.09.202 220 Arbeitnehmer (Vorjahr: 240), darunter 117 Angestellte (Vorjahr: 133) und 93 gewerbliche Angestellte (Vorjahr: 107) sowie insgesamt 10 Auszubildende (Vorjahr: 11).

Aufgrund von Restrukturierungsmaßnahmen hat die Anzahl der Arbeitnehmer und Angestellten gegenüber dem Vorjahr abgenommen.

Anzahl

davon

davon

Personal

Angestellte

Gewerbliche

Auszubildende

30.09.2021

220

117

93

10

Vorjahr

240

133

107

11

Die Vergütung erfolgte überwiegend nach den jeweiligen Tarifvereinbarungen der IG Metall.

III. Chancen-, Risiko- und Prognosebericht

A. Risikobericht

1. Risikomanagementsystem

Ziel des Risikomanagementsystems ist es, den wirtschaftlichen Erfolg der Gesellschaft sicherzustellen und etwaige entwicklungsbeeinträchtigende Tatsachen oder bestandsgefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Die Einschätzung und Auswertung der Risikopotentiale werden durch die Konzerngeschäftsleitung der Raven Acquisition LLC durchgeführt. Darüber hinaus werden durch die Geschäftsleitung in periodischen Abständen aktuelle Einschätzungen über Risikopotentiale der Gesellschaft vorgenommen und ausgewertet.

Ein wesentlicher Teil unseres Risikomanagementsystems ist eine detaillierte Finanz- und Budgetplanung zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres. Die Planung wird im Rahmen von monatlichen Fortschreibungen ("Forecast") an die Änderungen in der Geschäftstätigkeit sowie die Branchenentwicklung und Entwicklung des wirtschaftlichen Umfeldes angepasst. Ferner werden im Rahmen der monatlichen Berichtserstattung an die Geschäftsführung die Abweichungen zu den Planzahlen analysiert, um mögliche Risiken in den Funktionsbereichen frühzeitig zu erkennen. Des Weiteren werden regelmäßige bereichsübergreifende Kostenmeetings durchgeführt. Die wesentlichen Ergebnisse dieser Besprechungen werden dazu genutzt, die Kontrollen sowie die Effizienz in den Prozessabläufen zu verbessern.

2. Risiken

Auf Grundlage des dargestellten Risikomanagementsystems erfolgt dabei vor allem eine differenzierte Betrachtung der folgenden Risikokategorien:

Strategische Risiken,

Markt- und Absatzrisiken,

Finanzrisiken,

Politische / rechtliche und gesellschaftliche Risiken.

Die oben genannten Risikokategorien unterliegen weiterhin einer strengen Überwachung durch die verantwortlichen Organe unserer Gesellschaft. Grundsätzlich ist die Gesellschaft von der europäischen Automobilkonjunktur und indirekt sehr stark von der weiteren Entwicklung auf den Rohstoff- und Energiemärkten abhängig. Risikoorientierte Handlungsszenarien wurden für alle Funktionsbereiche erarbeitet und in einen Maßnahmenkatalog für die Gesellschaft eingearbeitet. Im Bedarfsfall können diese zielgerichtet eingesetzt werden.

Aufgrund des dargestellten Risikomanagementsystems wurden von uns im Einzelnen insbesondere folgende Risiken identifiziert:

Absatzrisiko mit den daraus resultierenden Auslastungsrisiken,

Marktrisiko mit dem daraus resultierenden Kostendruck durch die Kunden,

Insolvenzrisiko bei Lieferanten,

Risiko des Verlustes von qualifiziertem Personal,

Finanz- und Liquiditätsrisiken.

Dem Absatzrisiko, das sich aus Volumenrückgängen sowie auch aus dem Auslaufen von bestehenden Aufträgen oder dem Verlust von Folgeaufträgen ergibt, mit den daraus resultierenden Auslastungsrisiken sowie dem Marktrisiko, mit dem daraus folgenden Kostendruck durch die Kunden, wird mittels einer zeitnahen Produktionssteuerung und einer fortlaufenden Überwachung und Planung innerhalb der RECARO-Gruppe entgegengewirkt. Zudem wird versucht, weitere Aufträge sowie insbesondere Folgeaufträge zu akquirieren, um dem Auslastungsrisiko entgegenzuwirken. In diesem Zusammenhang unterliegt auch das Risiko von Standortverlagerungen von Kunden ins Ausland einer genauen Überwachung.

Dem Insolvenzrisiko bei Lieferanten wird durch ein zeitnahes Lieferantenmanagement begegnet. Es wird versucht, der Abhängigkeit von Lieferanten durch Erweiterung des Lieferantenkreises entgegenzuwirken. Zudem unterliegt das Insolvenzrisiko bei Lieferanten einer gesonderten Überwachung durch das Management. Hier werden in ständiger Aktualisierung Handlungsszenarien erarbeitet. In dem Recaro-spezifischen Lieferantenportfolio waren jedoch in den letzten Jahren keine Lieferantenwechsel notwendig.

Das Ziel des Unternehmens ist es, qualifiziertes Personal einzustellen, zu halten und weiterzubilden, um eine positive Entwicklung und das Fortbestehen der Gesellschaft garantieren zu können, denn mit einem gefestigten und optimalen Humankapital kann der strategische Plan verfolgt und erfolgreich ausgeführt werden. Restrukturierungen stellen hierbei Herausforderungen dar, das Personal weiterhin effizient und optimal einzusetzen, ohne Unsicherheiten, Belastungen oder Fluktuationen hervorzurufen. Dies gilt es, im Einklang der Interessen des Personals und der Gesellschaft zu gestalten, um keinen negativen Effekt auf das operative Ergebnis zu haben. Des Weiteren werden zum Beispiel den Leistungsträgern umfangreiche Förderungsmaßnahmen und regelmäßig stattfindende Performance-Reviews angeboten. Zusätzlich wird mit jedem Mitarbeiter ein jährliches Zielvereinbarungsgespräch geführt, um eine schlanke und effiziente Linie mit einem definierten Ziel zu erreichen.

Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation der Gesellschaft sind Finanz- und Liquiditätsrisiken erneut von großer Bedeutung. Wie in Abschnitt 4.1 Ertragslage dargestellt, hat die Gesellschaft einen Jahresfehlbetrag von T€ -12.637 erwirtschaftet und weist einen "Nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag" in Höhe von T€ 17.508 (Abschnitt 4.3 Vermögenslage) in der Bilanz aus.

Die Liquidität ist durch eine nicht limitierte, jedoch bis zum 31. Dezember 2023 befristete Patronatserklärung durch die Konzernmutter Raven Holding, Inc., Holly, MI/USA gesichert. Gemäß Patronatserklärung vom 17. Juli 2021, zuletzt geändert am 30.11./06.12.2021, verpflichtet sich die Raven Holding, Inc. sicherzustellen, dass die Tochtergesellschaft Recaro Automotive GmbH in einer Weise geführt und mit finanziellen Mitteln ausgestattet wird, die ihr erlauben, sämtliche Verpflichtungen gegenüber gegenwärtigen oder künftigen Gläubigern in vollem Umfang und fristgerecht zu erfüllen. Nach dem Mindestzeitraum darf die Vereinbarung von jeder Vertragspartei durch schriftliche Kündigung mit einer Frist von einem Monat zum Ende des der Kündigungserklärung folgenden Geschäftsjahres der Recaro Germany beendet werden, unter der Voraussetzung, dass die Fortführung der Unternehmenstätigkeit im Sinne des § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB der Recaro Germany im Zeitpunkt der Abgabe der Kündigungserklärung nachhaltig gesichert ist. Die Ausstattung mit finanziellen Mitteln erfolgt nach Wahl der Recaro Automotive GmbH durch Darlehensgewährung, Ertragszuschuss oder Zuzahlung in die Kapitalrücklage. Im Zusammenhang mit gewährten Darlehen durch die Konzernmutter Raven Holding, Inc. an Recaro Automotive GmbH haben beide Parteien mit Datum zum 17. Juli 2020 eine Rangrücktrittsvereinbarung geschlossen. Mit dieser Vereinbarung tritt Raven Holding Inc. mit allen gegenwärtigen und zukünftigen Ansprüchen aus gewährten Darlehen und darlehensähnlichen Instrumenten sowie sämtlichen sonstigen Forderungen hinter sämtliche Forderungen aller gegenwärtigen und zukünftigen Gläubiger der Recaro Automotive GmbH zurück.

Unter Vorbehalt der üblichen branchenbedingten Geschäftsrisiken, der vorgenannten Risiken sowie der aktuellen Entwicklungen sehen wir zurzeit keine weiteren, besonders hervorzuhebenden, insbesondere keine bestandsgefährdenden Risiken. Der Fortbestand des Unter­nehmens ist während der Laufzeit der Patronatserklärung und der Rangrücktrittserklärung nicht gefährdet, allerdings führt der Angriff Russlands auf die Ukraine aus heutiger Sicht zu kaum abschätzbaren Folgen für die Weltwirtschaft. Bereits jetzt sind die Reaktionen an den Güter- und Finanzmärkten deutlich spürbar aufgrund der verhängten Sanktionen gegen Russland. Die daraus resultierenden Konsequenzen treffen jedoch nicht nur Russland, sondern auch die Staaten, welche unter anderem die Sanktionen verhängen.

Dieser Krieg wird vermutlich noch langfristig erhebliche Konsequenzen für die Weltwirtschaft haben. Auch wir als Unternehmen spüren bereits die Auswirkungen bei den Energie- und Rohstoffpreisen.

Um weiteren potenziellen Folgen frühzeitig und weitgehendst entgegenwirken zu können, stehen wir unter anderem auch im engen Kontakt mit unseren Lieferanten.

B. Chancenbericht

Durch umfangreiche Marktanalysen verfolgt RECARO die Strategie, zukünftige Trends zu erkennen, um sich mit innovativen und kostenoptimierten Produkten als Hersteller von Premium-Marken-Sitzsystemen zu behaupten. Recaro hat durch seine Produkte einen hohen Wiederkennungswert und ist als Premiummarke bekannt. Auf Grundlage der Analysen sind insbesondere folgende Chancen des Konzerns identifiziert worden:

Chancen im Bereich Einkauf und Produktion

Die Konzentration von Einkaufsvolumina über sämtliche Unternehmensbereiche der RECARO-Gruppe - an denen die deutsche RECARO-Gruppe entsprechend partizipiert -, die Überarbeitung und Bewertung des Produktportfolios mit der Konzentration auf die Kernkompetenzen des Unternehmens sowie die Umsetzung des "One Piece Flow" Produktionskonzeptes (d.h. Produktion, bei deren Arbeitsorganisation der Mitarbeiter das Werkstück durch den Produktionsprozess begleitet bis zu dessen Fertigstellung. Durch die Verantwortung des Mitarbeiters für den vollständigen Arbeitsinhalt kommt es zu einer höheren Arbeitsmotivation und dadurch zu verkürzten Lieferzeiten) wird als Chance zur Realisierung von weiteren Kostenvorteilen und damit zusammenhängend als Kostenoptimierung gesehen.

Mit einem neuartigen Fertigungskonzept (RECARO Speciality Line), welches die Fertigung von Sitzen mit sehr unterschiedlichen Taktzeiten auf einer Produktionslinie ermöglicht, geht RECARO einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Optimierung der Produktionskosten vor dem Hintergrund eines diversifizierten Produktportfolios.

Chancen im Bereich Personal

Der Unternehmenserfolg von RECARO ist untrennbar mit seinen Mitarbeitern verknüpft. Ihr Wissen und ihre Erfahrung ist Grundlage dafür, dass RECARO sich weiterhin als einer der weltweit größten Hersteller von Premium-Sitzsystemen positioniert. RECARO reagiert frühzeitig auf veränderte Marktanforderungen und bereitet die eigenen Mitarbeiter mithilfe von Online-Trainings und Schulungen im Bereich moderner Fertigungstechnologien auf die neuen Herausforderungen vor. RECARO legt weiterhin großen Wert auf die betriebliche Ausbildung kaufmännischer und technischer Nachwuchskräfte.

Chancen im Bereich der Produktentwicklung

Das Unternehmen konzentriert sich darauf, seine Kompetenzen im Bereich des ergonomischen / orthopädischen und des Performance-Bereichs in Form neuer, moderner Produkte stärker zum Ausdruck zu bringen und als Kern der Marke RECARO zu festigen.

Hierzu haben die neuen Shareholder entschieden, die RECARO Performance Sitz Plattform (RPSP) zur Marktreife zu bringen und auch die Neuentwicklung einer neuen Generation von ergonomischen / orthopädischen Sitzen zu starten.

Für RPSP konnten, neben der Entscheidung des Launchs einer neuen Aftermarket Performance Sitzgeneration in der zweiten Hälfte des Jahres 2022, bereits erste OEM-Aufträge verbucht werden. Da der Sitz sich insbesondere für Anwendungen der zukunftsorientierten Hersteller im Bereich Elektromobilität eignet, liegen hier sehr große Erwartungen, weitere Aufträge zu generieren. Hervorzuheben sind an dieser Stelle bereits gebuchte Vorentwicklungsaufträge innovativer, aufstrebender Start-ups, die aus anderen Bereichen als dem des klassischen Automobilherstellerumfelds kommen, als auch speziell mit dem Fokus auf die Elektromobilität ausgegründete Teilbereiche klassischer OEMs.

Auch im Bereich der ergonomischen / orthopädischen Sitzgeneration gibt es vielversprechende Gespräche mit OEM-Kunden.

C. Prognosebericht     

Die anhaltende Knappheit an Rohstoffen und anderen Gütern, wie Halbleiter, ebenso die höheren Energiepreise führten dazu, dass die Inflation in der Eurozone und der USA in die Höhe gestiegen ist. Dies beunruhigt momentan weltweit die Finanzmärkte, sodass die Befürchtung Vieler ist, dass die Zentralbanken die Zinssätze vorzeitig erhöhen, um die steigenden Preise zu zügeln, denn die steigenden Preise sind die Folge der anhaltenden Lieferengpässe bzw. der Lieferkettenprobleme. Des Weiteren verunsichert auch der weitere Verlauf der weltweiten Corona-Pandemie Viele und bremst unter anderem die konjunkturelle Erholung. Jedoch wird erwartet, dass sich die Inflation abkühlen wird, sobald die Auswirkungen des weltweiten Ungleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage abklingen werden [9]. Dies wird jedoch voraussichtlich noch nicht in diesem Jahr stattfinden, da sich die Unterbrechungen der Lieferketten hartnäckiger erweisen als gedacht. Auch wenn ein schwacher Start der Wirtschaft für das Jahr 2022 prognostiziert wird, vermutet man eine schrittweise Verbesserung im Jahresverlauf, sodass sogar ein Wachstum der globalen Wirtschaft um 4,4 % [10] erwartet wird.

Im Jahr 2021 wurden die Entwicklungen auf den internationalen Automobilmärkten weiterhin vom Verlauf der Corona-Pandemie bestimmt. Der anhaltende Engpass bei den Halbleitern steht einer raschen Markterholung entgegen und belässt den europäischen Pkw-Markt im ersten Halbjahr 2022 weiterhin unter dem Vor-Corona-Niveau. Auch das Geschäftsjahr 2021 war im zweiten Halbjahr durch anhaltende Lockdowns infolge der Pandemie stark eingeschränkt, wobei sich Produktionseinschränkungen bei den Automobilherstellern aber im Wesentlichen durch fehlende Halbleiter begründeten. Umfangreiche Hygienekonzepte zeigten ihre Wirkung an den Produktions- und Verwaltungsstandorten.

Die Entwicklung der Produktion in der Automobilbranche für die nächsten Monate ist aufgrund des unsicheren Verlaufs der Corona-Pandemie nur schwer vorhersehbar und zeigt sich im Wesentlichen durch Lieferengpässe bei Halbleitern. Daher ist eine verlässliche Prognose der finanziellen Leistungsindikatoren "Net Sales" und "Adjusted EBIT" nicht möglich. Ein Ende der Corona-Krise ist vorerst nicht absehbar, jedoch werden aktuell viele Maßnahmen zur Lockerung der Pandemiebeschränkungen von der neuen Bundesregierung umgesetzt. Deshalb ist für das Jahr 2022 mit voraussichtlich etwas steigenden Neuzulassungen und einer leichten Zunahme der Produktion zu rechnen.

"Net Sales" konnten im Jahre 2021 im Vergleich zum Vorjahr wesentlich gesteigert werden. Allerdings konnten die Erwartungen 2021 nicht erfüllt werden. So zeigt sich, dass in Zusammenhang mit Corona das Absatzvolumen der Automobilhersteller weiterhin ungünstig beeinflusst ist. Die Abrufzahlen der OEM-Kunden sind anhaltend sehr volatil.

Das Management hat daraufhin Maßnahmen im Bereich der Produktion und auch der Verkaufsförderung ergriffen, um durch ein deutliches Umsatzwachstum im Aftermarket-Bereich den Umsatzausfall durch den Wegfall eines OEM-Auftrags wenigstens teilweise kompensieren zu können. Ab August 2022 werden am Standort in Kirchheim die Sitze für den INEOS Grenadier (Vordersitze und Rücksitzbank) gefertigt werden. Diese werden den Markennamen RECARO tragen. Erste Reaktionen in der Fachpresse und den Social-Media-Kanälen auf das Fahrzeug und unsere Sitze lassen eine positive Prognose hinsichtlich der zu erwartenden Stückzahlen zu.

Die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen tragen zu einer Ergebnisverbesserung bei. Zudem wirkte sich eine genehmigte Überbrückungshilfe positiv auf die Ergebnissituation aus. Es werden aktuell weder Liquiditätsrisiken noch Bestandsgefährdung gesehen.

D. Schlussbemerkung

Auf Basis des Risikomanagementsystems werden wesentliche Risiken identifiziert und bewertet, auf die durch geeignete Maßnahmen reagiert wird. Die Entwicklung der wesentlichen Risiken wird regelmäßig verfolgt. Die aktuelle Überprüfung der Risikosituation ergab, dass derzeit keine tatsächlichen oder potenziellen inhärenten Risikokonzentrationen bekannt sind, die den Fortbestand des Unternehmens in absehbarer Zukunft ernsthaft gefährden könnten.

Die aktuellen pandemiebedingten Auswirkungen auf die gesamte Automobilindustrie betreffen natürlich auch die Recaro Automotive GmbH. Durch das frühzeitige Ergreifen von Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen und einer engen Abstimmung im Rahmen einer Covid-19-Arbeitsgruppe - mit Einbindung auch des Betriebsrates und proaktiver Kommunikation an die gesamte Belegschaft -, konnten die Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit, soweit sie im Einflussbereich des Unternehmens liegen, jedoch weitgehend vermieden werden. Eine zusätzliche Herausforderung stellt der recht hohe Anteil der Nicht-Geimpften dar, da diese vor Zutritt des Unternehmens unter Aufsicht getestet werden müssen.

Corona-bedingte Schwankungen der Produktion durch wechselnde Abrufe der OEMs sind seit einiger Zeit rückläufig, jedoch treten vermehrt Abrufschwankungen aufgrund der volatilen Verfügbarkeit von Halbleitern auf. Diesen begegnet die Gesellschaft jedoch mit den kurzfristig zur Verfügung stehenden Mitteln, wie z.B. Kurzarbeit, die seit September 2021 wieder verstärkt eingesetzt wird. Insgesamt werden diese jedoch als vorübergehend angesehen.

 

Kirchheim unter Teck, den 9. Mai 2022

Ulrich J. Severin

Emil G. Kreycik

Dr. Roman Laczkovich

[1] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/248024/umfrage/inflationsrate-weltweit/#:~:text=F%C3%BCr%20das%20Jahr%202021%20wird,Prognosen%20bis%20zum%20Jahr%202026.

[2] https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Schlaglichter-der-Wirtschaftspolitik/2021/12/17-konjunktur-weltwirtschaft.html#:~:text=Aktuelle%20Prognosen%20gehen%20f%C3%BCr%20das,von%204%2C5%20%25%20prognostiziert.

[3] https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Schlaglichter-der-Wirtschaftspolitik/2021/12/17-konjunktur-weltwirtschaft.html#:~:text=Aktuelle%20Prognosen%20gehen%20f%C3%BCr%20das,von%204%2C5%20%25%20prognostiziert.

[4] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4878/umfrage/bruttoinlandsprodukt-von-deutschland-seit-dem-jahr-1950/

[5] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/160142/umfrage/arbeitslosenquote-in-den-eu-laendern/

[6] VDA-Lagebericht / Entwicklung der internationalen Automobilmärkte, Berlin, Januar 2022, Stand Januar 2022

[7] https://www.vda.de/vda/de/presse/Pressemeldungen/220105_Deutscher-Pkw-Markt-2021_Erholung-ausgebremst

[8] https://www.vda.de/vda/de/presse/Pressemeldungen/220105_Deutscher-Pkw-Markt-2021_Erholung-ausgebremst

[9] https://www.dw.com/de/2022-f%C3%BCnf-gefahren-f%C3%BCr-die-weltwirtschaft/a-60195619

[10] https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/iwf-prognose-wachstum-inflation-101.html

Bilanz zum 30. September 2021

AKTIVA

30.09.2021 30.09.2020
EUR EUR TEUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche 
Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 
sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 181.563,18 1
181.563,18 1
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 129.261,79 136
2. technische Anlagen und Maschinen 1.543.256,36 2.895
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.103.098,37 602
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 36.769,00 509
2.812.385,52 4.142
2.993.948,70 4.143
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 4.371.569,35 4.320
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 351.578,94 822
3. fertige Erzeugnisse und Waren 1.757.863,12 1.180
4. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen -2.735.303,51 -521
3.745.707,90 5.801
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.067.781,92 4.331
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 989.611,94 1.384
3. sonstige Vermögensgegenstände 548.288,62 2.576
7.605.682,48 8.291
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 698.840,44 1.094
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 82.539,60 244
D. NICHT DURCH EIGENKAPITAL GEDECKTER FEHLBETRAG 17.508.444,75 4.871
32.635.163,87 24.444

PASSIVA

30.09.2021 30.09.2020
EUR EUR TEUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25
II. Kapitalrücklage 4.411.237,20 4.411
III. Verlustvortrag -9.307.324,98 0
IV. Jahresfehlbetrag -12.637.356,97 -9.307
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 17.508.444,75 4.871
0,00 0
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2.089.033,00 1.983
2. sonstige Rückstellungen 6.745.912,07 6.577
8.834.945,07 8.560
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.681.892,56 4.635
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 18.960.968,90 10.836
3. sonstige Verbindlichkeiten 157.357,34 413
davon aus Steuern: EUR 122.335,66 (Vj. TEUR 374) 23.800.218,80 15.884
32.635.163,87 24.444

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021

Rumpfgeschäftsjahr
01.10.2020 - 30.09.2021 01.01.2020 -30.09.2020
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 45.221.002,52 22.358.294,15
2. Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen -46.671.185,02 -26.113.944,95
3. Vertriebskosten -1.189.829,01 -655.499,73
4. allgemeine Verwaltungskosten -6.896.625,14 -3.317.900,11
5. sonstige betriebliche Erträge 719.596,53 245.168,78
6. sonstige betriebliche Aufwendungen -3.410.711,29 -1.136.528,04
davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung: EUR 284.137,49 (Vj: TEUR 73)
7. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 282,21 2.587,12
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
davon an verbundene Unternehmen: EUR 361.011,29 (Vj. TEUR 535) -409.887,77 -689.502,20
9. Ergebnis nach Steuern -12.637.356,97 -9.307.324,98
10. Jahresfehlbetrag -12.637.356,97 -9.307.324,98

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021

I. Allgemeine Angaben

Die Recaro Automotive GmbH (vormals firmierend als Recaro Automotive Seating GmbH) ist beim Amtsgericht Stuttgart in das Handelsregister unter HRB 755987 eingetragen.

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) und den ergänzenden Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Die gesetzlichen Erleichterungen sind bei der Aufstellung des Jahresabschlusses berücksichtigt worden. Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke, ebenso wie Vermerke, die wahlweise in Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung anzubringen sind, im Anhang aufgeführt. Im Geschäftsjahr 2021 wurden nach Einführung des neuen ERP-Systems PLEX unwesentliche Anpassungen in der Zuordnung der GuV-Konten zu den GuV-Positionen vorgenommen. Diese haben keinen Einfluss auf die VFE-Lage. Es gab keine Notwendigkeit, die Vorjahreszahlen anzupassen.

Bei der Gesellschaft handelt es sich zum Bilanzstichtag um eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren (§ 275 Abs. 3 HGB) aufgestellt.

Der Abschluss wurde unter dem Grundsatz der Unternehmensfortführung nach § 252 Abs.1 Nr. 2 HGB aufgestellt.

Gesellschafter des Unternehmens

Das Kapital der Gesellschaft wird am 30.09.2021 zu 100% von Raven Holding Inc., Clinton Township, Michigan/USA, gehalten. Die Raven Holding Inc. ist Tochter der Raven Acquisition LLC, Clinton Township, Michigan/USA, welche die oberste Konzernmutter ist.

Am 03.09.2020 hat die Gesellschafterversammlung die Änderung der Firmierung von Recaro Automotive Seating GmbH in Recaro Automotive GmbH beschlossen. Die Änderung wurde am 20. Oktober 2020 ins Handelsregister eingetragen.

Sondereffekt Covid-19-Pandemie

Die Covid-19-Pandemie hat sich wesentlich auf die Ertragslage des Geschäftsjahres 2021 ausgewirkt. Im Gegensatz zum Rumpfgeschäftsjahr 2020 waren es im Jahr 2021 weniger pandemiebedingte Einstellungen der Produktionstätigkeit der OEM, sondern vielmehr verringerte Abrufzahlen aufgrund von Lieferengpässen bei Halbleitern, die sich auf die Fahrzeugproduktion auswirkten und in der Folge zu stark volatilen Abrufen auch bei RECARO führten. Aufgrund der reduzierten Abrufzahlen der Automobilhersteller war bis November 2020 Kurzarbeit vereinbart, welche dann erneut im September 2021 aufgenommen wurde.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bilanzierung, Bewertung und Gliederung folgen den allgemein anerkannten und angewandten Methoden.

1. Bilanzierung und Bewertung der Aktivposten

Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, abgeschrieben. Dabei werden entgeltlich erworbene EDV-Programme über eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von drei Jahren abgeschrieben. Soweit die beizulegenden Werte einzelner immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten, werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Für selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände wird das Wahlrecht zur Aktivierung gem. § 248 Abs. 2 Satz 1 HGB nicht in Anspruch genommen.

In Bezug auf die Bilanzierung geringwertiger Wirtschaftsgüter wird handelsrechtlich analog die steuerrechtliche Regelung des § 6 Abs. 2 EStG angewendet. Anschaffungs- oder Herstellkosten von abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, die einer selbstständigen Nutzung fähig sind, werden im Wirtschaftsjahr der Anschaffung, Herstellung oder Einlage in voller Höhe als Betriebsausgaben erfasst, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, für das einzelne Wirtschaftsgut € 800 nicht übersteigen.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Für das bewegliche Anlagevermögen wurde die lineare Abschreibungsmethode gewählt. Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände ihren Buchwert unterschreiten, werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Als betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer werden für erworbene immaterielle Vermögensgegenstände 2 bis 5 Jahre, Büroeinbauten 20 Jahre, technische Anlagen und Maschinen 3 bis 15 Jahre sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 7 Jahre unterstellt.

Die Anschaffungskosten umfassen auch die einzeln zuzuordnenden Anschaffungsnebenkosten und die nachträglichen Anschaffungskosten. Anschaffungspreisminderungen werden abgesetzt.

Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und unter Berücksichtigung des strengen Niederstwertprinzips bewertet. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und/oder niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt. In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d.h. soweit die voraussichtlichen Verkaufspreise abzüglich der bis zum Verkauf anfallenden Kosten zu einem niedrigeren beizulegenden Wert führen, wurden entsprechende Abwertungen vorgenommen. Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter.

Die Ermittlung der Anschaffungskosten bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Waren erfolgt anhand des Durchschnittswertverfahrens.

Die fertigen und unfertigen Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten enthalten die aktivierungspflichtigen Bestandteile des § 255 Abs. 2 HGB. Fremdkapitalzinsen werden in die Herstellungskosten nicht einbezogen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben.

Die flüssigen Mittel sind zu Nennwerten bewertet.

2. Bilanzierung und Bewertung der Passivposten

Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft sowie Rücklagen werden zum Nennbetrag bilanziert.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Method) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck bewertet. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Dieser Zinssatz beträgt zum 30. September 2021 1,97 %. Der Unterschiedsbetrag zu dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinses der vergangenen sieben Jahre (Zinssatz: 1,39 %) beläuft sich zum 30. September 2021 auf € 223.212. Dieser Unterschiedsbetrag unterliegt nach § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB einer Ausschüttungssperre. Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen wurden von einer jährlichen Rentensteigerung von 0,0 % ausgegangen.

Die Jubiläumsrückstellung wird nach versicherungsmathematischen Grundsätzen nach Maßgabe der Projected-Unit-Credit-Methode berechnet. Der Rechnungszinssatz betrug zum 30.09.2021 1,39 %. Es werden die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Bei der Ermittlung der Rückstellung für Jubiläen werden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 0,0 % berücksichtigt.

Die Rückstellung für Altersteilzeit wird auf der Grundlage eines versicherungs-mathematischen Gutachtens (Zinssatz: 0,36 %) unter Zugrundelegung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck für zum Bilanzstichtag bereits abgeschlossene und für zukünftige potenzielle Altersteilzeitvereinbarungen gebildet. Dabei werden die Verpflichtungen nach Maßgabe des Blockmodells gebildet und nach der Projected-Unit-Credit-Methode (Anwartschaftsbarwertverfahren) ermittelt. Die Rückstellungen enthalten Aufstockungsbeträge und bis zum Bilanzstichtag aufgelaufene Erfüllungsverpflichtungen der Gesellschaft. Zur gesetzlich vorgeschriebenen Sicherung von Wertguthaben für Altersteilzeit nach dem Blockmodell der Altersteilzeit ist zum Bilanzstichtag eine verpfändete Einlage in Höhe von T€ 80 bei der Commerzbank hinterlegt.

Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung in angemessenem Umfang alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.

Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Fremdwährungsumrechnung

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Bilanzposten werden zum Stichtag wie folgt bewertet:

Langfristige Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenbriefkurs bei Entstehung der Forderung oder zum niedrigeren beizulegenden Wert, unter Zugrundelegung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag, angesetzt (Imparitätsprinzip). Kurzfristige Fremdwährungsforderungen (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) sowie liquide Mittel oder andere kurzfristige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Langfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Devisengeldkurs bei Entstehung der Verbindlichkeit oder zum höheren Stichtagskurswert, unter Zugrundelegung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag, bewertet (Imparitätsprinzip). Kurzfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Latente Steuern werden auf Basis des Temporary Konzepts gebildet. Dementsprechend wird ein Passivposten für latente Steuern gebildet, wenn sich zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen Differenzen ergeben, die sich in Zukunft voraussichtlich abbauen, und sich daraus eine Steuerbelastung ergibt. Ergeben sich aus den unterschiedlichen Wertansätzen und aus steuerlichen Verlustvorträgen Steuerentlastungen, so erfolgt eine Berücksichtigung maximal bis zur Höhe passiver latenter Steuern aus anderen Bewertungsdifferenzen. Ein Überhang der aktiven latenten Steuern über die passiven latenten Steuern wird nicht aktiviert.

III. Erläuterungen zu Bilanzposten

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt. Der Anlagenspiegel ist dem Anhang als Anlage beigefügt.

2. Vorräte

Die Vorräte belaufen sich auf insgesamt T€ 3.746 (Vorjahr: T€ 5.801). Sie betreffen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe in Höhe von T€ 4.372 (Vorjahr: T€ 4.320), unfertige Erzeugnisse von T€ 352 (Vorjahr: T€ 822), fertige Erzeugnisse in Höhe von T€ 1.758 (Vorjahr: T€ 1.180) sowie erhaltene Anzahlungen T€ -2.735 (Vorjahr: T€ -521).

3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von T€ 6.068 (Vorjahr: T€ 4.331) sowie die Forderungen gegen verbundene Unternehmen von T€ 990 (Vorjahr: T€ 1.384) haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Von den sonstigen Vermögensgegenstände von T€ 548 (Vorjahr: T€ 2.576) haben T€ 295 (Vorjahr: T€  295) eine Restlaufzeit von über einem Jahr. Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen Mietkautionen von T€ 295 (Vorjahr T€ 295) und Vorsteuerforderungen gegenüber EU-Mitgliedstaaten T€ 106 (Vorjahr T€ 67).

4. Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft in Höhe von T€ 25 ist voll einbezahlt. Die Kapitalrücklage beträgt T€ 4.411 (Vorjahr: T€ 4.411). Der Verlust im Geschäftsjahr beträgt T€ 12.637 (Vorjahr: T€ 9.307). Hieraus entwickelt sich zum 30.09.2021 ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag von T€ 17.508 (Vorjahr T€ 4.871).

Der Ausschüttungssperre gem. § 253 Abs. 6 HGB unterliegt ein Betrag von T€ 223 (Vorjahr T€ 259).

5. Rückstellungen

Die Rückstellungen der Gesellschaft setzen sich wie folgt zusammen:

Stand

Stand

30.09.2021

30.09.2020

T€

T€

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

2.089

1.983

Sonstige Rückstellungen

Verpflichtungen gegenüber Lieferanten

561

2.363

Verpflichtungen gegenüber Kunden

1.024

1.045

Rückstellung für Personal

1.673

1.194

Rückstellungen für Restrukturierung

2.828

1.098

Sonstige Rückstellungen

660

877

Summe Sonstige Rückstellungen

6.746

6.577

8.835

8.560

In den sonstigen Rückstellungen sind langfristige Rückstellungen von T€ 154 (Vorjahr T€ 148) enthalten.

6. Verbindlichkeiten

Verbindlichkeitenspiegel

Restlaufzeit

Art der Verbindlichkeit

Gesamt 30.09.2021

bis zu 1 Jahr

mehr als 1 Jahr

davon mehr als 5 Jahre

T€

T€

T€

T€

1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

0

0

0

0

Vorjahr

0

0

0

0

2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

4.682

4.682

0

0

Vorjahr

4.635

4.635

0

0

4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

18.961

705

18.256

18.256

Vorjahr

10.836

588

10.248

10.248

davon aus Lieferungen und Leistungen

705

705

0

0

Vorjahr

588

588

0

0

5. Sonstige Verbindlichkeiten

157

157

0

0

Vorjahr

413

413

0

0

davon aus Steuern

122

122

0

0

Vorjahr

374

374

0

0

Summe Verbindlichkeiten

23.800

5.544

18.256

18.256

Vorjahr

15.884

5.636

10.248

10.248

Pfandrechte und ähnliche Rechte bestehen nicht.

Gegenüber Lieferanten bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte.

7. Latente Steuern

Es existieren steuerliche Latenzen aus Bewertungsunterschieden bei den Bilanzposten langfristige Rückstellungen und aus steuerlichen Verlustvorträgen, die insgesamt zu aktiven latenten Steuern führen.

Von dem Wahlrecht zur Aktivierung von aktiven latenten Steuern nach § 274 Abs. 1 HGB wird kein Gebrauch gemacht.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Da das Geschäftsjahr 2020 ein Rumpfgeschäftsjahr mit 9 Monaten war, ist ein Vergleich mit den Vorjahreswerte nur bedingt möglich.

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres gliedern sich nach Tätigkeitsbereichen wie folgt:

2021

2020

T€

T€

Produktionsumsatz

29.613

18.562

Lizenzerlöse

2.814

1.927

Entwicklungs-, Muster und Werkzeugerlöse

9.243

1.864

Sonstige Erlöse

697

4

Handelsware

2.855

2

Gesamt Umsatz

45.221

22.358

Die Umsatzerlöse gliedern sich nach Regionen wie folgt:

2021

2020

T€

T€

Erlöse Inland

18.077

13.606

Erlöse Ausland

27.144

8.752

Gesamt Umsatz

45.221

22.358

2. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von T€ 720 (Vorjahr: T€ 245) beinhalten im Wesentlichen sonstige weiterbelastete Kosten T€ 81 sowie Erträge aus Corona-Fördergeldern T€ 535. Im Geschäftsjahr bestehen insgesamt periodenfremde Erträge von T€ 18 (Vorjahr: T€ 66).

3. Material- und Personalaufwendungen

Die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen im Sinne des § 275 Abs. 3 Nr. 3 HGB (Umsatzkostenverfahren) beinhalten

Materialaufwand gemäß § 275 Abs. 2 Nr. 5 HGB in Höhe von:

2021

2020

T€

T€

Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren

26.105

11.384

Aufwendungen für bezogene Leistungen

2.240

717

Gesamt

28.345

12.102

sowie Personalaufwand gemäß § 275 Abs. 2 Nr. 5 HGB in Höhe von:

2021

2020

T€

T€

Löhne und Gehälter

13.761

9.625

Soziale Abgaben

2.650

1.661

(davon aus Altersversorgung)

(110)

(-33)

Gesamt

16.411

11.286

4. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von T€ 3.411 (Vorjahr: T€ 1.137) beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für Restrukturierung von T€ 2.887 (Vorjahr: T€ 1.033) sowie Aufwendungen aus der Währungsumrechnung von T€ 284 (Vorjahr: T€  63) und weiterbelastete Kosten von verbundenen Unternehmen von T€ 271 (Vorjahr: T€ 0). Im Geschäftsjahr bestehen periodenfremde Aufwendungen von T€ 19 (Vorjahr: T€ 18).

5. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen in Höhe von T€ 410 (Vorjahr T€ 690) betreffen Zinsen für Intercompany Darlehen in Höhe von T€ 361 (Vorjahr T€ 535) sowie Aufwendungen aus der Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von T€ 49 (Vorjahr: T€ 153).

V. Sonstige Angaben

1. Haftungsverhältnisse

Gemäß dem "Note and Securities Purchase Agreement" vom 02.05.2020 zwischen Raven Acquisition LLC, Recaro North America Inc., Recaro Automotive Seating GmbH, Recaro Japan Co. Ltd. und Michigan Income & Principle-Protected Growth Fund, Limited Partnership haftet Recaro Automotive GmbH mit ihren gesamten Aktiva für die Verbindlichkeiten der Raven Acquisition LLC aus dem Darlehensvertrag. Im Nachtrag "Second Amendment to Note and Securities Purchase Agreement" vom 29. Januar 2021 wird diese Haftung widerrufen und in eine nachrangige Haftung umgewandelt. Das Darlehen valutiert bei der Raven Acquisition LLC am 30.09.2021 mit 8,2 Mio. USD. Nachdem die Raven Acquisition LCC bislang allen ihren laufenden Verpflichtungen aus dem Darlehensvertrag nachkommt, ist die Inanspruchnahme der Haftung als sehr gering einzuschätzen.

2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gliedern sich wie folgt:

T€

T€

T€

T€

T€

Kalenderjahr

2021

2022

2023

2024

Nach 2024

Mietverträge Gebäude

286

1.146

1.146

1.146

2.291

Recaro Marken-Lizenzvertrag

250

1.000

1.000

500

0

Leasingverträge Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung

72

180

93

30

30

Leasingverträge Fuhrpark

19

79

74

71

72

Leasingverträge IT

4

17

17

17

17

Management-Dienstleistungsvertrag

85

342

342

342

1.710

Sonstige

16

64

44

9

0

Total

732

2.828 2.716 2.115

4.120

davon gg. verbundenen Unternehmen

85

342

342

342

1.710

Bei den Leasing- und Mietverträgen handelt es sich um sogenannte Operating Lease Verträge, die zu keiner Bilanzierung der Vermögensgegenstände führen. Der Vorteil dieser Verträge liegt in der geringen Kapitalbindung im Vergleich zum Erwerb und im Wegfall des Verwertungsrisikos. Risiken könnten sich aus der Vertragslaufzeit ergeben, sofern die Objekte nicht mehr vollständig genutzt werden könnten, wofür es derzeit keine Anzeichen gibt.

3. Geschäftsführung

Die Geschäftsführung der Gesellschaft wurde ausgeübt durch:

Ulrich J. Severin, Vice President Europe, Kirchheim unter Teck (seit 1. Januar 2020)

Alan Kowalewski, Chief Financial Officer, Recaro North America Inc., Clinton Township, Michigan/USA (vom 1. Januar 2020 bis 16. Juni 2021)

Emil G. Kreycik, Chief Operating Officer, Recaro North America Inc., Clinton Township, Michigan/USA (seit 1. Januar 2020)

Dr. Roman Laczkovich, Chief Financial Officer, Recaro North America Inc., Clinton Township, Michigan/USA (seit 16. Juni 2021)

4. Gesamtbezüge der Geschäftsführung

Da nur ein Geschäftsführer von der Recaro Automotive GmbH Bezüge erhält, wird unter Bezugnahme auf § 286 Abs. 4 HGB auf die Angabe der Geschäftsführervergütung verzichtet.

5. Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2021 waren durchschnittlich 223 Arbeitnehmer (ohne Geschäftsführer, Auszubildende; Vorjahr: 246) bei der Gesellschaft beschäftigt.

Diese unterteilten sich wie folgt:

2021

2020

Angestellte Mitarbeiter

97

134

Gewerbliche Mitarbeiter

126

112

Summe

223

246

6. Honorar des Abschlussprüfers

Für das Geschäftsjahr wurden folgende Aufwendungen erfasst (§ 285 Nr. 17 HGB):

2021

2020

T€

T€

Abschlussprüferleistungen

98

45

Sonstige Leistungen

24

0

7. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Als nahestehende Personen gelten die Mitglieder der Geschäftsführung.

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit unterhält die Gesellschaft Geschäftsbeziehungen zu zahlreichen Unternehmen, darunter auch verbundene Unternehmen, die als nahestehende Unternehmen gelten.

Die Gesellschaft unterhält Beziehungen zu verbundenen Unternehmen in den Bereichen:

Kauf/Verkauf von Waren,

Bezug/Erbringung von Dienstleistungen,

Nutzung/Nutzungsüberlassung von Vermögensgegenständen,

Finanzierungen,

Gewährung/Erhalt von Bürgschaften oder anderen Sicherheiten.

Zusammenfassung aller wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen nach Geschäftsarten:

Erbrachte Lieferungen und Leistungen und sonstige Erträge

2021

2020

Lieferungen

3.510

1.901

Leistungen

3.497

1.928

Gesamt

7.007

3.829

Empfangene Lieferungen und Leistungen und sonstige Aufwendungen

2021

2020

Lieferungen

19

3

Leistungen

271

250

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

361

535

Gesamt

651

788

Die Gesellschaft haftet neben anderen verbundenen Unternehmen für die Verpflichtungen aus dem Darlehensvertrag der Raven Acquisition LLC gegenüber der Michigan Income & Principle-Protected Growth Fund, Limited Partnership.

8. Ergebnisverwendung

Der erwirtschaftete Jahresfehlbetrag in Höhe von 12.637.356,97 Euro wird auf neue Rechnung vorgetragen.

9. Konzernabschluss

Der Jahresabschluss der Recaro Automotive GmbH (vormals firmierend als Recaro Automotive Seating GmbH) wird in den Konzernabschluss der Raven Holding Inc., Clinton Township, Michigan/USA, einbezogen, welche den kleinsten und größten Konsolidierungskreis darstellt. Als Privatunternehmen ist die Raven Holding Inc. in den USA nicht verpflichtet, den Konzernabschluss zu veröffentlichen.

Als verbundenes Unternehmen werden entsprechend der Definition des § 271 Abs. 2 HGB alle zum Konsolidierungskreis der Raven Holding Inc., Clinton Township, Michigan/USA, zu rechnenden Tochter- und Mutterunternehmen angesehen.

10. Nachtragsbericht

Eine Einschätzung der weiteren Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft und damit verbundene mögliche Bewertungsunterschiede bei den Vermögensgegenständen ist derzeit nicht abschätzbar. Aktuell führt die teils sehr volatile Verfügbarkeit von Halbleitern zu kurzfristigen Änderungen der Produktionsplanung bei den meisten Automobilherstellern. Dies hat Auswirkungen auf die Produktion unserer OEM-Sitze, die wir im Rahmen von Just-in-time (JIT) Lieferverträgen an die Automobilhersteller liefern.

Betroffen sind im Wesentlichen unsere Kunden Ford, Renault und Daimler. Die Auswirkungen sind im Moment eher in Form starker Schwankungen der Abrufzahlen sichtbar, welche auch zu temporärem Bestandsaufbau führen können, als in einer Reduzierung der Gesamtstückzahlen über den Zeitraum eines Jahres.

Im April 2021 hat uns ein OEM-Großkunde informiert, dass er plane, mit der anstehenden Modellpflege einen eigenen Sportsitz in seine Fahrzeuge zu bringen und somit voraussichtlich ab Ende des Jahres 2021 keine RECARO Sitze mehr für die aktuell belieferten Programme beziehen werde. Das Kündigungsschreiben erreichte uns am 23.04.2021. Das Jahr 2021 war somit bestimmt durch die Sicherstellung weiterhin geordneter Belieferung des Kunden und die Vorbereitung des Produktionsauslaufes und entsprechende Anpassung der Beschäftigung in den Werken Kirchheim und Saarlouis (Contract Manufacturing). Die letzten Sitze für diesen OEM-Kunden sind in der Folge in Kirchheim am 07.12.2021 und in Saarlouis am 11.01.2022 produziert worden.

Infolgedessen ist eine Umorganisation und daran anknüpfend eine Abbaumaßnahme geplant. Aus dem Entfall der Stellen resultiert zugleich ein Personalüberhang, dem durch eine flankierende Personalabbaumaßnahme Rechnung getragen werden soll. Geplant ist, die Personalabbaumaßnahme als sogenanntes Freiwilligenprogramm auszugestalten, auf betriebsbedingte Kündigungen also zu verzichten. Der Sachverhalt war Gegenstand von seit August 2021 an geführten Interessenausgleichs- und Sozialplanverhandlungen. Nach dem Scheitern der betrieblichen Gespräche bezüglich eines Interessenausgleichs wurde arbeitgeberseitig ein Antrag auf Einsetzung einer Einigungsstelle beim Arbeitsgericht Stuttgart gestellt, welcher mit Beschluss vom 31.03.2022 positiv beschieden wurde. Gegen diesen arbeitsgerichtlichen Beschluss hat der Betriebsrat mit Schreiben seiner Anwältin vom 19.04. 2022 nun das Rechtsmittel der Beschwerde beim Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg eingelegt. Die bereits per 30.09.2021 gebildete Rückstellung für Restrukturierung ist auch nach aktuellem Erkenntnisstand in ausreichender Höhe dotiert.

Nachdem das Unternehmen bereits im Geschäftsjahr 2020 Gebrauch von dem Mittel der Kurzarbeit gemacht hat, konnte diese in den ersten Monaten des Kalenderjahres 2021 auslastungsbedingt und aufgrund eines zunehmend deutlichen Krankenstandes (im wesentlichen Quarantäne-Maßnahmen) zunächst deutlich zurückgefahren werden. Seit September 2021 setzen wir Kurzarbeit wieder verstärkt im produktiven Bereich ein, um Abrufschwankungen der OEMs und Engpässe in der Lieferkette abfedern zu können. Der Einsatz des Mittels der Kurzarbeit ist in der Betriebsvereinbarung Nr. 04/2019 geregelt und kann in monatlich wechselndem Umfang durchgeführt werden.

Da wir im August 2022 mit dem Anlauf der Produktion der Vorder- und Rücksitze für den INEOS Grenadier starten werden, gehen wir von einer deutlich steigenden Auslastung aus und werden sogar wieder vereinzelt über Neueinstellungen bzw. kurzfristigen Ausgleich von Beschäftigungsbedarfen durch Leiharbeiter nachdenken müssen.

Allerdings führt der Angriff Russlands auf die Ukraine aus heutiger Sicht zu kaum abschätzbaren Folgen für die Weltwirtschaft. Bereits jetzt sind die Reaktionen an den Güter- und Finanzmärkten deutlich spürbar aufgrund der verhängten Sanktionen gegen Russland. Die daraus resultierenden Konsequenzen treffen jedoch nicht nur Russland, sondern auch die Staaten, welche unter anderem die Sanktionen verhängen.

Dieser Krieg wird vermutlich noch langfristig erhebliche Konsequenzen für die Weltwirtschaft haben. Auch wir als Unternehmen spüren bereits die Auswirkungen bei den Energie- und Rohstoffpreisen.

Um weiteren potenziellen Folgen frühzeitig und weitgehendst entgegenwirken zu können, stehen wir unter anderem auch im engen Kontakt mit unseren Lieferanten.

 

Kirchheim unter Teck, den 9. Mai 2022

Ulrich J. Severin

Emil G. Kreycik

Dr. Roman Laczkovich

Anlagenspiegel zum 30. September 2021

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.10.2020 Zugänge Abgänge Umgliederung 30.09.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 50.023,00 3.408,51 235.965,55 289.397,06
50.023,00 3.408,51 0,00 235.965,55 289.397,06
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 162.845,68 0,00 5.568,00 168.413,68
2. technische Anlagen und Maschinen  4.337.847,06 0,00 197.973,20 366.635,29 4.506.509,15
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.319.943,76 62.895,62 1,60 762.994,92 2.145.832,70
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 508.803,32 899.129,44 -1.371.163,76 36.769,00
6.329.439,82 962.025,06 197.974,80 -235.965,55 6.857.524,53
6.379.462,82 965.433,57 197.974,80 0,00 7.146.921,59
Kumulierte Abschreibungen
01.10.2020 Zugänge Abgänge Umgliederung 30.09.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 49.523,00 58.311,32 0,44 107.833,88
49.523,00 58.311,32 0,44 0,00 107.833,88
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 26.702,68 12.451,30 2,09 39.151,89
2. technische Anlagen und Maschinen  1.442.368,06 1.720.263,95 199.379,22 2.963.252,79
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 717.970,76 309.853,98 -14.909,59 1.042.734,33
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00
2.187.041,50 2.042.569,23 184.471,72 0,00 4.045.139,01
2.236.564,50 2.100.880,55 184.472,16 0,00 4.152.972,89
Buchwerte
30.09.2021 30.09.2020
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 181.563,18 500,00
181.563,18 500,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 129.261,79 136.143,00
2. technische Anlagen und Maschinen  1.543.256,36 2.895.479,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.103.098,37 601.973,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 36.769,00 508.803,32
2.812.385,52 4.142.398,32
2.993.948,70 4.142.898,32

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Recaro Automotive GmbH, Kirchheim unter Teck

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Recaro Automotive GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Recaro Automotive GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2020 zum 30. September 2021 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 9. Mai 2022

Baker Tilly GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
(Düsseldorf)

Abel
Wirtschaftsprüfer

Schindler
Wirtschaftsprüfer

Feststellung des Jahresabschlusses zum 30. September 2021

In der Gesellschafterversammlung vom 1. Juni 2022 wurde der Geschäftsjahresabschluss vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021 festgestellt.

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