Stammdaten

Register
Amtsgericht Stuttgart HRB 770264
Eingetragen
20.8.2018
Branche
Herstellung von Nutzkraftwagen und NutzkraftwagenmotorenTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von KraftwagenHerstellung von Karosserien, Aufbauten und Anhängern
Gegenstand
Die Produktion von, der Service für und der Vertrieb von sowie der Handel mit Fahrzeugen und Anhängern aller Art.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Dirk Domeyer
seit 30.8.2024
Prokura
Corinna Möntmann
seit 10.8.2023
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

100.00% identifiziert0.00% ungelöst

Identifizierte Personen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

78658 Zimmern
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Hirth Fahrzeugbau GmbH

Deißlingen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Lagebericht für das Jahr 2022

Hirth Fahrzeugbau GmbH

I. Grundlage des Unternehmens

Die Hirth Fahrzeugbau GmbH ist ein Hersteller von Anhängern und Aufbauten. Die Gesellschaft bietet verschiedenste Sorten von Anhängern in jeder nur denkbaren Konfiguration an. Die Gesellschaft fertigt Hoch- und Tiefladeranhänger, Kippanhänger, LKW-Anhänger, Pferdeanhänger und landwirtschaftliche Anhänger.

II. Wirtschaftliche Entwicklung

1. Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Die Erholung der Weltwirtschaft von der Corona-Pandemie wurde 2022 von dem Angriff auf die Ukraine und dessen Folgen in vielen Ländern gebremst. Der Krieg führte sowohl zu einer humanitären als auch einer wirtschaftlichen Krise mit globalen Auswirkungen. Während es in den meisten Ländern angesichts steigender Impfraten zu weniger coronabedingten Einschränkungen kam, ergriff die chinesische Regierung beim Auftreten neuer Varianten und vergleichsweise kleinerer Ausbrüche stets großflächige Maßnahmen zur Eindämmung. Durch diese Lockdowns wurden die Wirtschaftstätigkeit in China, aber auch die globalen Lieferketten weiterhin beeinträchtigt. Der Krieg in der Ukraine brachte zusätzliche Störungen mit sich, insbesondere in Europa. Die Preise für Rohstoffe und Landwirtschaftsprodukte stiegen nach der Invasion Russlands stark an, da die Ukraine kriegsbedingt und Russland sanktionsbedingt als Lieferanten ausfielen. Die Verknappung der Erdgaslieferungen aus Russland in die Europäische Union (EU) führte zu einer erhöhten Unsicherheit bezüglich der Versorgungslage und enormen Preissteigerungen bei fossilen Brennstoffen. Hinzu kamen die nach wie vor pandemiebedingt gestörten Wertschöpfungsketten und die damit einhergehenden Preissteigerungen. Zusammen mit Nachholeffekten der privaten Haushalte und Unternehmen, zum Teil noch genährt durch staatliche Konjunkturpakete, führte dies zum starken Anstieg der Inflationsraten. Die Nationalbanken schwenkten angesichts dessen zu Beginn bzw. im Laufe des Jahres 2022 auf den Weg einer restriktiveren Geldpolitik ein, wodurch sich die Kreditkosten im Laufe des Berichtsjahres erhöhten.

Laut der Europäischen Kommission erreichte die Eurozone im Jahr 2022 ein Plus von 3,4 % nach einem Wachstum von 5,4 % im Vorjahr. Deutschland verzeichnete ein Wachstum von 1,8 %, Spanien und Italien von 5,5 bzw. 3,9 %. Die USA erzielten ein Wirtschaftswachstum von rund 2,1 %.

Die Preise haben sich in Deutschland im Jahresdurchschnitt 2022 um 7,9 % gegenüber 2021 erhöht. Im Dezember 2022 lag die Inflationsrate bei +8,6 %. Laut Statistischem Bundesamt lag die Jahresteuerungsrate damit deutlich höher als in den vorangegangenen Jahren; so hatte sie im Jahr 2021 noch bei +3,1 % gelegen. Deutschland verzeichnete somit im Jahr 2022 eine historisch hohe Inflationsrate. Auch für das Jahr 2023 wird mit weiter steigenden Preisen, sowohl für Unternehmen als auch für Verbraucher, gerechnet.

Gleichzeitig wies der deutsche Arbeitsmarkt eine robuste Erscheinung auf. Die Arbeitslosigkeit ist im Jahr 2022 jahresdurchschnittlich gesunken und wird zu Jahresende mit 5,3% angegeben (-0,4 Prozentpunkte gegenüber 2021).

Ferner stieg der Bestand an Kraftfahrzeuganhängern nach Angaben des statistischen Bundesamtes im Jahr 2022 um 2,9% auf etwa 8,1 Mio.

2. Geschäftsverlauf

Der Umsatz wurde im Jahr 2022 um rund 6 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Dies ist zum einen auf gestiegene Verkaufspreise im Zuge der Weitergabe der gestiegenen Rohstoffkosten zurückzuführen, andererseits griff die seit Mitte 2020 bestehende Händlerzusammenarbeit mit einem Anhängerhersteller im Norden Deutschlands auch im Jahr 2022 gut und trug ihren Anteil zum Umsatz im Bereich Handel bei.

Die durch die gegen Russland verhängten Sanktionen entstandene Verknappung des Angebots an Gas führte zu einem steilen Anstieg der Energiepreise auf den globalen Rohstoffmärkten. Dies zog für viele Unternehmen erhebliche Preissteigerungen in der Energiebeschaffung nach sich und führte zu teilweise erheblichen Preissteigerungen im Materialeinkauf. Durch eine im Vorjahr begonnene Ausweitung der Lagerbestände sowie eine im Vorjahr bereits abgeschlossene, mehrjährig gültige Liefervereinbarung konnten Einkaufsvorteile im Berichtsjahr realisiert werden. Die deutlichen Kostensteigerungen im Personal- und Einkaufsbereich sollen auch künftig im Rahmen der wettbewerbsmäßigen Möglichkeiten durch Verkaufspreiserhöhungen teilweise weitergegeben werden.

Um die Leistungsfähigkeit des Unternehmens weiterhin zu verbessern, investierte die Hirth Fahrzeugbau GmbH auch im Jahr 2022 in ihr Sachanlagenvermögen. So flossen T€ 93 in die Sanierung und Modernisierung der technischen Anlagen und Maschinen, sowie in die Sanierung der Gebäude, um auch zukünftig dem hohen Qualitätsanspruch an Produkte und Serviceleistungen gerecht werden zu können.

III. Darstellung der Lage

1. Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage

a) Ertragslage

Die Umsatzerlöse konnten um rund 6% gegenüber 2021 gesteigert werden. Die im Vorjahr begonnene erhöhte Bevorratung von Rohstoffen wirkt sich im Berichtsjahr positiv aus. Hierdurch sind die Materialaufwendungen im Vergleich zur Umsatzentwicklung unterproportional um rund 3 % gestiegen. Das Rohergebnis beträgt TEUR 5.195 nach TEUR 4.504 im Vorjahr. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist im Wesentlichen auf gestiegene Vertriebsaufwendungen zurückzuführen. Es konnte insgesamt im Jahr 2022 ein Jahresüberschuss von TEUR 578 erwirtschaftet werden.

b) Vermögens- und Finanzlage

Durch die kreditfinanzierte Unternehmensübernahme im Rahmen einer außerfamiliären Nachfolgeregelung Mitte 2019 weist die Gesellschaft eine hohe Fremdkapitalquote auf. Die Verbindlichkeiten wurden auch im Jahr 2022 zuverlässig bedient; gleichzeitig konnte die Eigenkapitalquote um 4,7 Prozentpunkte auf 11,6% erhöht werden. Die Bilanzsumme hat sich im Jahr 2022 um 835 T€ erhöht. Die Liquidität der Gesellschaft war im Berichtsjahr jederzeit ausreichend gesichert. Der Gesellschaft standen zur Finanzierung aller Maßnahmen jederzeit Eigenmittel, planmäßig getilgte Bankdarlehen sowie ausreichende Kontokorrent-Kredite zur Verfügung. Alle Darlehenstilgungen erfolgten vertragsgemäß.

2. Finanzielle Leistungsindikatoren

Bei den finanziellen Leistungsindikatoren liegt der Fokus weiterhin auf der Entwicklung des Rohertrages sowie auf der EBIT-Entwicklung. Der Rohertrag beträgt TEUR 5.195 gegenüber TEUR 4.504 im Vorjahr. Das EBIT hat sich von TEUR 467 auf TEUR 943 verbessert.

3. Gesamtaussage

Die Hirth Fahrzeugbau GmbH steht daher auch im herausfordernden Jahr 2022 insgesamt stabil da. Unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage schätzen wir nach wie vor als gut ein. Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung ist zufriedenstellend.

IV. Ausblick auf das Geschäftsjahr 2023

Die hohen Inflationsraten lösten in 2022 eine zügige Reaktion der Zentralbanken in Form einer weltweiten monetären Verschärfung der Geldpolitik aus, um der Inflation entgegenzuwirken.

Ausgehend vom sich verschlechternden makroökonomischen Umfeld, steht die Wirtschaft 2023 und 2024 vor schwierigen Bedingungen. Es wird erwartet, dass die restriktive Geldpolitik und höheren Realzinsen, die weiterhin hohe Inflation, anhaltend hohe Energiepreise, ein schwaches Wachstum der realen Haushaltseinkommen und sinkendes Verbrauchervertrauen zur Schwächung des Weltwirtschaftswachstums beitragen.

Laut der ifo Konjunkturprognose Herbst 2024 wird die Wirtschaftsleistung in Deutschland in den Jahren 2025 und 2026 um 0,9 bzw. 1,5 % zunehmen. Nach einem Rückgang von 0,3% in 2023 wird das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt in 2024 nur stagnieren. Neben dem schwachen BIP-Wachstum verringert die hohe Inflation die Realeinkommen und Ersparnisse und dämpft damit den privaten Konsum. Für 2023 wird ein weiterhin hohes Inflationsniveau im Euroraum von 6,2 % erwartet, welches sich voraussichtlich erst in 2024 abschwächen wird. Diese Unsicherheit wird das Kaufverhalten unserer Kunden negativ beeinflussen.

Weiterhin steigende Preise auf der Beschaffungsseite können die Produktionskosten merklich nach oben treiben. Dies, zusammen mit einem Rückgang der privaten und gewerblichen Kaufkraft, können zu Rückgängen im Auftragseingang führen.

Gleichzeitig dürften die Lieferengpässe für verschiedene Materialien in den kommenden Monaten bestehen bleiben. Die Hirth Fahrzeugbau GmbH hat bereits im Jahr 2021 auf einen erhöhten Lagerbestand gesetzt und wird die Entwicklung auf den Beschaffungsmärkten weiterhin genau beobachten. Eine vorausschauende Einkaufsstrategie soll hier weiterhin stabile Produktionsmöglichkeiten sichern. Gleichzeitig bedeutet dies für die Hirth Fahrzeugbau GmbH weiterhin die Notwendigkeit, die Auftragseingangsseite genau im Blick zu behalten, um ggf. durch verstärkte Vertriebsanstrengungen einen Rückgang zu verhindern. Zudem sollte auch im Jahr 2023 mit erheblich steigenden Lohn- und Gehaltskosten gerechnet werden; auch um im Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte bestehen zu können.

V. Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung

Die Auftragssituation zeigt sich zu Beginn des Jahres 2023 leicht rückläufig aber auf stabilem Niveau. Die Auswirkungen der hohen Inflationsraten sowie die allgemeinen Preissteigerungen wirken sich auf die Nachfragesituation aus. Diese Entwicklung wird von der Geschäftsleitung auch unter Berücksichtigung der Wettbewerbssituation weiter genau beobachtet.

Materialseitig darf aufgrund der guten Lagersituation und daraus resultierender Materialverfügbarkeit derzeitig mit einem stabilen Produktionsablauf gerechnet werden. Es besteht das Risiko, dass Lieferkettenengpässe und Rohstoffmangel sich negativ auf die rechtzeitige Warenverfügbarkeit auswirken können. Einen weiteren Engpass können weiterhin krankheitsbedingte Mitarbeiterausfälle darstellen. Um längerfristige Ausfälle zu kompensieren, sollte rechtzeitig mit der Beschaffung von Leiharbeitnehmern begonnen werden. Das Forderungsausfallrisiko wird durch ein konsequentes Mahnwesen sowie durch stetige bereichsübergreifende Kommunikation minimiert.

Ein weiteres Risiko ist der Rückgang der Nachfrage und die mögliche Stornierung bestehender Aufträge aufgrund gestiegener Finanzierungskosten im Zusammenhang mit der Steigung des Leitzinses. Allerdings wird dieses Risiko von unserer Seite aus als sehr gering eingeschätzt.

Generell basieren die Prognosen für 2023 und 2024 auf den gegebenen Rahmenbedingungen. Sie ist durch die möglichen Risiken, die sich aus dem weiteren Verlauf des Ukraine-Kriegs, allgemeinen politischen Spannungen, beeinträchtigten Lieferketten sowie des Inflationsdrucks ergeben können, mit hoher Unsicherheit behaftet. Die Beobachtung der Gesamtsituation kommt einem Steuern und Agieren "auf Sicht" gleich. Mit einer Entspannung und auch einem Nachlassen der starken Teuerungsraten ist aus heutiger Betrachtung nicht vor Ende des Jahres 2023 zu rechnen. Rückläufige Zulassungswerte und deutlich rückläufige Absätze im Ausland belasten die Hersteller von Karosserien, Aufbauten und Anhängern. Dem Wettbewerb am Markt werden wir weiterhin durch unsere langjährige Erfahrung, Innovationen, unsere Zuverlässigkeit sowie durch ein hohes Maß an Qualität begegnen. Mit Blick auf 2023 und 2024 rechnet die Geschäftsleitung mit einem stabilen Umsatzvolumen für 2023 und einem leichten Rückgang für das Jahr 2024. Erhöhungen auf der Kostenseite könnten dabei zu einem Ergebnisrückgang gegenüber dem Berichtsjahr führen.

 

Deißlingen, 07.11.2024

gez. Geschäftsleitung

Corinna Möntmann

Bilanz

Aktiva

31.12.2022
EUR
31.12.2021
EUR
A. Anlagevermögen 7.001.448,07 7.444.922,07
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 349.463,00 419.377,00
II. Sachanlagen 6.651.985,07 7.025.545,07
B. Umlaufvermögen 3.891.656,92 2.617.487,24
I. Vorräte 2.721.056,50 2.238.690,20
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 386.320,79 376.926,32
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 784.279,63 1.870,72
C. Rechnungsabgrenzungsposten 8.345,66 3.608,55
Bilanzsumme, Summe Aktiva 10.901.450,65 10.066.017,86

Passiva

31.12.2022
EUR
31.12.2021
EUR
A. Eigenkapital 1.269.466,28 690.829,53
I. gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Gewinnvortrag 665.829,53 426.330,56
III. Jahresüberschuss 578.636,75 239.498,97
B. Rückstellungen 376.396,71 301.245,00
C. Verbindlichkeiten 9.255.587,66 9.073.943,33
Bilanzsumme, Summe Passiva 10.901.450,65 10.066.017,86

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1.1.2021 - 31.12.2021
EUR
1. Rohergebnis 5.195.867,20 4.509.256,40
2. Personalaufwand 2.554.700,64 2.438.362,68
a) Löhne und Gehälter 2.099.803,90 1.988.033,71
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 454.896,74 450.328,97
3. Abschreibungen 460.342,43 500.796,60
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 460.342,43 500.796,60
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 1.220.309,47 1.086.050,42
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0,00 5,92
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 145.724,87 143.828,90
7. Steuern vom Einkommen und Ertrag 219.298,79 84.309,45
8. Ergebnis nach Steuern 595.491,00 255.914,27
9. sonstige Steuern 16.854,25 16.415,30
Jahresüberschuss 578.636,75 239.498,97

Anhang

1. Allgemeine Angaben zum Unternehmen

Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht

Firmenname laut Registergericht: Hirth Fahrzeugbau GmbH
Firmensitz laut Registergericht: Deißlingen
Registereintrag: Handelsregister
Registergericht: Stuttgart
Register-Nr.: HRB 770264

2. Allgemeine Angaben zum Inhalt und Gliederung des Jahresabschlusses

Zusätzliche Angaben

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter der Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften aufgestellt.

Ergänzend zu diesen Vorschriften waren die Regelungen des GmbH-Gesetzes zu beachten.

Angaben, die wahlweise in der Bilanz, in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang gemacht werden können, sind insgesamt im Anhang aufgeführt.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft eine mittelgroße Kapitalgesellschaft.

3. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Beim Jahresabschluss konnten die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Wesentlichen übernommen werden. Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgt dabei unverändert unter der Annahme der Unternehmensfortführung (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB).

Im Einzelnen waren für die Aufstellung des Jahresabschlusses die folgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend:

Immaterielle Vermögensgegenstände

Erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer von 3 Jahre um planmäßige Abschreibungen nach der linearen Methode vermindert.

Auf die Nutzung des erworbenen Firmenwerts aus der Übernahme der Hirth Fahrzeugbau GmbH wirken vielfältige Einflussfaktoren teils gegenläufig ein. Da seine Nutzungsdauer nicht verlässlich geschätzt werden kann, wird die standardisierte Nutzungsdauer von 10 Jahren zugrunde gelegt.

Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear ggf. unter Anlehnung an steuerlichen Vorschriften vorgenommen. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden unter Berücksichtigung der voraussichtlichen Nutzungsdauer von 3 bis 14 Jahre abgeschrieben.

Davon abweichend werden geringwertige Vermögensgegenstände mit Einzelanschaffungskosten von über EUR 250,00 und unter EUR 800,00 im Anlagevermögen erfasst und im jeweiligen Zugangsjahr vollständig abgeschrieben.

Im Berichtsjahr sind Sofortabschreibungen in Höhe von TEUR 5 angefallen.

Vorräte

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren wurden zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Nebenkosten mit durchschnittlichen oder letzten Einstandspreisen bewertet.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse wurden zu Herstellungskosten (Einzelkosten, angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten, § 255 Abs. 2 Satz 2 HGB) bewertet.

Sofern die Tageswerte am Bilanzstichtag niedriger waren, wurden diese angesetzt.

Forderungen, Sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände wurden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet. Bei den Forderungen werden erkennbare Einzelrisiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen.

Flüssige Mittel

Die flüssigen Mittel sind zum Nominalwert angesetzt.

Rückstellungen

Die Steuerrückstellungen beinhalten die das Geschäftsjahr betreffenden, noch nicht veranlagten Steuern.

Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Sofern die Tageswerte über den Erfüllungsbeträgen lagen, wurden die Verbindlichkeiten zum höheren Tageswert angesetzt.

4. Angaben zur Bilanz

AKTIVA

Anlagevermögen

Die Aufgliederung und Entwicklung der Anlagenwerte sowie die Geschäftsjahresabschreibung je Posten der Bilanz ist dem Anlagenspiegel als Anlage zum Anhang zu entnehmen.

Die Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter wird als Zugang der Abschreibung ausgewiesen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Der Betrag der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr beträgt Euro 386.320,79 (Vorjahr: TEUR 376,9).

Art der Forderung zum Gesamtbetrag davon mit einer Restlaufzeit
31.12.2022 TEuro kleiner 1 Jahr
TEuro
größer 1 Jahr
TEuro
aus Lieferungen und Leistungen 333,0 333,0 0,0
(Vorjahr) 304,7 304,7 0,0
sonstige Vermögensgegenstände 53,4 53,4 0,0
(Vorjahr) 72,2 72,2 0,0
Summe 386,3 386,3 0,0
(Vorjahr) 376,9 376,9 0,0

Die Abgrenzung dient der periodengerechten Gewinnermittlung. Die Beträge haben Forderungscharakter.

PASSIVA

Angaben und Erläuterungen zu Rückstellungen

Im Posten sonstige Rückstellungen sind die nachfolgenden nicht unerheblichen Rückstellungsarten enthalten:

Rückstellungen für Garantieverpflichtungen (TEUR 27, Vj. TEUR 26), Rückstellungen für Personalverpflichtungen (TEUR 246; Vj TEUR 199) sowie Rückstellungen für Abschluss- und Prüfungskosten (TEUR 34; Vj. TEUR 32).

Verbindlichkeiten

Der Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten mit Restlaufzeit weniger als 1 Jahr beträgt Euro 1.418.341,39 (Vj. TEUR 1.702,7) und Euro 4.448.699,57 (Vj. TEUR 5.075,1) mit einer Restlaufzeit von über 5 Jahren.

Unter den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von Euro 235.928,79 (Vj. TEUR 330,5) und die Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit in Höhe von Euro 7.087,00 (Vj. TEUR 0,0) ausgewiesen.

Aufgliederung der Verbindlichkeiten und Sicherungsrechte mit einer Restlaufzeit > 5 Jahre

Art der Verbindlichkeit zum Gesamtbetrag davon mit einer Restlaufzeit
31.12.2022 TEuro kleiner 1 J.
TEuro
1 bis 5 J.
TEuro
größer 5 J.
TEuro
gegenüber Kreditinstitute 6.136,5 413,0 1.814,6 3.908,8
(Vorjahr) 5.982,6 396,1 1.389,6 4.196,9
erhaltene Anzahlungen 393,7 393,7 0,0 0,0
(Vorjahr) 0,0 0,0 0,0 0,0
aus Lieferungen und Leistungen 194,2 194,2 0,0 0,0
(Vorjahr) 278,3 278,3 0,0 0,0
sonstige Verbindlichkeiten 2.531,2 811,1 1.180,3 539,9
(Vorjahr) 2.813,0 1.028,3 906,5 878,2
Summe 9.255,6 1.812,0 2.994,9 4.448,7
(Vorjahr) 9.073,9 1.702,7 2.296,2 5.075,1

Die nachfolgenden Sicherungsarten und Sicherungsformen sind mit den Verbindlichkeiten verbunden:

Die nachfolgende Darstellung zeigt Sicherungsrechte der in der Bilanz aufgeführten Verbindlichkeiten.

Art der Verbindlichkeit Sicherung
Betrag Vermerk
gegenüber Kreditinstituten 6.136.489,00 Euro 1+2+3+4
sonstige Verbindlichkeiten 1.784.764,27 Euro 1
Summe 7.921.253,27 Euro

Die Nummern der Sicherungsvermerke bedeuten:

1 = Pfandrecht an unbeweglichen Sachen

2 = Pfandrecht an beweglichen Sachen

3 = Pfandrecht an übertragbaren Rechten

4 = Sicherungsübereignung Vorräte

5 = Sicherheitsabtretung Forderungen

6 = Eigentumsvorbehalt

Branchenübliche Eigentumsvorbehalte bestehen hinsichtlich gelieferter Vorräte.

Angaben zu Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern

(§ 42 Abs. 3 GmbHG / § 264c Abs. 1 HGB)

Gegenüber den Gesellschaftern bestehen die nachfolgenden Rechte und Pflichten:

Sachverhalte Betrag
Euro
Verbindlichkeiten 405.296,51

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Neben den in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten bestehen in Höhe von 326.400,00 Euro sonstige finanzielle Verpflichtungen.

Im Einzelnen beinhalten diese Verpflichtungen folgende Sachverhalte:

- Managementverträge

5. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

In den Aufwendungen für soziale Abgaben sind Aufwendungen für die Altersversorgung in Höhe von Euro 7.994,55 enthalten (Vj. TEUR 21,2)

6. Sonstige Angaben

Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigt:

Arbeitnehmergruppen Zahl
Arbeiter 34,00
Angestellte 10,75
davon leitende Angestellte 3,00
Die Gesamtzahl der durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer beträgt damit 47,75

Namen der Geschäftsführer

Während des abgelaufenen Geschäftsjahrs wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende Personen geführt:

Geschäftsführer: Andreas Möntmann ausgeübter Beruf: Geschäftsführer
Geschäftsführer: Bruno Hirth ausgeübter Beruf: Fahrzeugbautechniker

Vergütungen der Geschäftsführer

Bezüglich der Angabe des Gesamtbezüge der Geschäftsführung wurde die Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch genommen.

Vorschlag bzw. Beschluss zur Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den Jahresüberschuss in Höhe von Euro 578.636,75 auf neue Rechnung vorzutragen.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Stichtag

Nach dem Stichtag ist der seitherige Geschäftsführer der Gesellschaft Andreas Möntmann am 09.06.2023 verstorben.

Unterschrift der Geschäftsleitung

 

Deißlingen, 07.11.2024

Corinna Möntmann

Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2022
Euro
Zugänge
Euro
davon FK-Zinsen
Euro
Abgänge
Euro
Umbuchungen
Euro
Anschaffungs-, Herstellungskosten 31.12.2022
Euro
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 58.545,00 0,00 0,00 0,00 0,00 58.545,00
Geschäfts- oder Firmenwert 511.414,49 0,00 0,00 0,00 0,00 511.414,49
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 569.959,49 0,00 0,00 0,00 0,00 569.959,49
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 6.589.418,36 0,00 0,00 0,00 0,00 6.589.418,36
Technische Anlagen und Maschinen 900.522,05 8.667,60 0,00 0,00 0,00 909.189,65
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 547.936,35 8.200,83 0,00 0,00 0,00 556.137,18
Summe Sachanlagen 8.037.876,76 16.868,43 0,00 0,00 0,00 8.054.745,19
Summe Anlagevermögen 8.607.836,25 16.868,43 0,00 0,00 0,00 8.624.704,68
kumulierte Abschreibungen 01.01.2022
Euro
Abschreibungen Geschäftsjahr
Euro
Zugänge
Euro
Abgänge
Euro
Umbuchungen
Euro
kumulierte Abschreibungen 31.12.2022
Euro
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 22.727,00 18.772,00 0,00 0,00 0,00 41.499,00
Geschäfts- oder Firmenwert 127.855,49 51.142,00 0,00 0,00 0,00 178.997,49
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 150.582,49 69.914,00 0,00 0,00 0,00 220.496,49
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 408.834,29 169.639,00 0,00 0,00 0,00 578.473,29
Technische Anlagen und Maschinen 354.058,05 126.370,60 0,00 0,00 0,00 480.428,65
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 249.439,35 94.418,83 0,00 0,00 0,00 343.858,18
Summe Sachanlagen 1.012.331,69 390.428,43 0,00 0,00 0,00 1.402.760,12
Summe Anlagevermögen 1.162.914,18 460.342,43 0,00 0,00 0,00 1.623.256,61
Zuschreibungen Geschäftsjahr
Euro
Buchwert 31.12.2022
Euro
Buchwert 31.12.2021
Euro
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 17.046,00 35.818,00
Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 332.417,00 383.559,00
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 349.463,00 419.377,00
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 6.010.945,07 6.180.584,07
Technische Anlagen und Maschinen 0,00 428.761,00 546.464,00
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 212.279,00 298.497,00
Summe Sachanlagen 0,00 6.651.985,07 7.025.545,07
Summe Anlagevermögen 0,00 7.001.448,07 7.444.922,07

sonstige Berichtsbestandteile

Siehe Angaben im Anhang.

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 07.11.2024 festgestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Hirth Fahrzeugbau GmbH, Deißlingen

Prüfungsurteile

Ich habe den Jahresabschluss der Hirth Fahrzeugbau GmbH, Deißlingen, - bestehend aus der Bilanz zum 31.12.2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus habe ich den Lagebericht der Hirth Fahrzeugbau GmbH, Deißlingen, für das Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022 geprüft.

Nach meiner Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31.12.2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erkläre ich, dass meine Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Ich habe meine Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Meine Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" meines Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Ich bin von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und habe meine sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Ich bin der Auffassung, dass die von mir erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für meine Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Meine Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der meine Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung übe ich pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahre eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifiziere und beurteile ich die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, plane und führe Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlange Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für meine Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinne ich ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteile ich die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehe ich Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls ich zu dem Schluss komme, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, bin ich verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, mein jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Ich ziehe meine Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum meines Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteile ich Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteile ich den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führe ich Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehe ich dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteile die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen gebe ich nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Ich erörtere mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die ich während meiner Prüfung feststelle.

 

Augsburg, den 07.11.2024

Peter Tress, Wirtschaftsprüfer

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