B.R.A.H.M.S AktiengesellschaftLiquidiert

16761 Hennigsdorf, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Neuruppin HRB 6035
Eingetragen
3.3.2005
Branche
Herstellung von Bestrahlungs- und Elektrotherapiegeräten und elektromedizinischen GerätenGroßhandel mit medizinischen und orthopädischen Artikeln, Dental- und LaborbedarfErbringung von Dienstleistungen von medizinischen Laboratorien
Gegenstand
Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von Produkten sowie Dienstleistungen im Gesundheitswesen, insbesondere die Herstellung und der Vertrieb diagnostischer Erzeugnisse und Geräte.

Historie

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Management

NameRolle
Prokura
Marc Ludger Beisel
seit 6.4.2010
Prokura
Vorstandsmitglied
Metod Dr. Miklus
seit 3.3.2005
Vorstandsmitglied
Ute Schütt
seit 3.3.2005
Vorstandsmitglied
Ansgar Schmitt
seit 3.3.2005
Prokura
Vorstandsmitglied

Konzern- und Jahresabschlüsse

B.R.A.H.M.S Aktiengesellschaft

Hennigsdorf

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2007

Lagebericht 2007

A. Zusammenfassende Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2007 übertraf alle bisherigen finanziellen Ergebnisse der B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft. Die Umsatzerlöse, bereinigt um Erlösschmälerungen, stiegen um 19,6 % auf 56,8 Mio. €. Die positive Entwicklung ist vor allem zurückzuführen auf die starke Nachfrage nach:

- dem Sepsistest Procalcitonin (PCT) mit 43 %
- dem "Prenatal Screening" mit 13 %

Die Steigerung des Umsatzanteils innovativer Produkte sowie die wachsenden Erlöse aus den bisher abgeschlossenen Lizenzvereinbarungen trug u. a. dazu bei, dass- unter Einschluss der Erträge aus Beteiligungen - ein Ergebnis auf der Ebene EBITDA von 7,7 Mio. € erzielt wurde. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 0,9 Mio. € bzw. rund 12 %. Der Anteil des EBITDA am Gesamtumsatz beträgt 13,6 %.

Das Ergebnis vor Gewinnabführung schloss mit 5,4 Mio. € ab und übertraf deutlich die gesteckte Zielsetzung für das Geschäftsjahr. Es ist anzumerken, dass aufgrund des seit dem 1. Januar 2006 geltenden Ergebnisabführungsvertrages das Jahresergebnis der B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft bei der B·R·A·H·M·S Holding GmbH versteuert wird.

B. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

1. Rechtliche und organisatorische Strukturen sowie Geschäftsprozesse

Die organisatorischen Strukturen und Aufgabenteilungen innerhalb der B·R·A·H·M·S Gruppe haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr nur unwesentlich verändert. Die Tochtergesellschaft Cezanne S.A.S. in Nîmes, Frankreich, beliefert die Gruppe weiterhin mit hochwertigen Reagenzien und Tests sowie mit Laborautomaten für den medizinischen Diagnostikmarkt.

Der weltweite Vertrieb der Produktpalette von B·R·A·H·M·S erfolgt über die drei wesentlichen Vertriebswege:

• Direktvertrieb aus Hennigsdorf für die Märkte Deutschland, Skandinavien und weitere Länder, in denen B·R·A·H·M·S Vertriebsmitarbeiter tätig sind, aber keine eigenen rechtlichen Einheiten bestehen.

• Tochtergesellschaften in Frankreich, in den Vereinigten Staaten und in Österreich.

• Über Vertriebspartner werden in verschiedenen europäischen und außereuropäischen Ländern mehr als 60 Märkte bedient.

Der Name der Landesvertriebsgesellschaft in Wien wurde von B·R·A·H·M·S Diagnostica GmbH in B·R·A·H·M·S Austria GmbH geändert. Die B·R·A·H·M·S Diagnostica LLC wurde zum Jahreswechsel 2008 in die neu gegründete B·R·A·H·M·S USA Inc. integriert. Für das Vertriebsgebiet Großbritannien und Irland ist Ende 2007 in Cambridge eine Tochtergesellschaft B·R·A·H·M·S UK Ltd. gegründet worden. Im Februar des Jahres 2008 wurde die Vertriebsgesellschaft B·R·A·H·M·S Italia s.r.l. in Mailand gegründet.

Im Geschäftsjahr 2007 hatte die B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft durch die Ausübung einer Call-Option rund 15 % der Geschäftsanteile an der Quatuor S.A. erworben und hält nun 100 % der Anteile an der Gesellschaft.

Nachdem die B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft 2005 die mit einer Anzahl Cezanne-Mitarbeitern vereinbarte Call-Option für den Erwerb der Geschäftsanteile abgeschlossen hat, ist die Call-Option 2007 bei den 4 Cezanne-Managern ebenfalls ausgeübt worden. Die B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft hält nun ebenfalls 100 % der Anteile an dieser Gesellschaft.

2. Forschung und Entwicklung

In 2007 erfolgte die Durchführung einer Vielzahl an "Freezer-Studien" (bereits bestehende Studienkollektive von Serumproben von Kooperationspartnern), hieraus ergaben sich neue klinische Anwendungspotenziale für eine Reihe weiterer Indikationen:

• Herzinfarkt-Frühdiagnose

• Herzinfarkt-Verlaufsprognose/Therapiesteuerung

• Akute Herzinsuffizienz Differentialdiagnose/-Prognose

• Chronische Herzinsuffizienz- Prognose/-Therapiesteuerung

Die in 2007 ausgebauten diagnostischen Möglichkeiten stellen ein außerordentliches Wachstumspotenzial für B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft dar.

In 2007 wurde die multinationale "BACH"-Studie (klinische Studie zur Untersuchung von Biomarkern bei akuter Herzinsuffizienz) mit 8 Zentren in den USA und insgesamt 7 Zentren in Deutschland, Großbritannien, Neuseeland, Polen, Schweiz, Griechenland und Italien begonnen und planmäßig fortgeführt. Das erwartete Ergebnis trägt die vier neuen Cardiac-Marker und das PCT in eine neue Dimension der Anwendbarkeit in Notfallaufnahme- und Normalstationen von Krankenhäusern. Die Studie mit insgesamt 1.500 Patienten wird in 2008 abgeschlossen.

Ein Projekt zur Entwicklung eines sensitiven PCT-POC-Tests (Pointof-care) wurde unter dem Brand PCT Direct erfolgreich in die Eigenfertigung übertragen.

Ein Tumormarker- Entwicklungsprojekt wurde planmäßig fertiggestellt.

In 2007 erfolgte die Schaffung insgesamt 7 weiterer Erfindungen auf dem Gebiet Herz-/Kreislauf- und Infektionserkrankungen. Von den Erfindungen wurden 5 zum Patent angemeldet.

Die B·R·A·H·M·S Forschung reichte insgesamt 22 Publikationen zu B·R·A·H·M·S Markern, bzw. deren Leistungsfähigkeiten bei internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften ein.

Insgesamt hat die B·R·A·H·M·S Forschung und Entwicklung durch ihren kontinuierlich hohen Output an erfolgreich durchgeführten Projekten die Pipeline innovativer Produkte für zukünftige aussichtsreiche Märkte gefüllt und dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der B·R·A·H·M·S nachhaltig gestärkt.

3. Wesentliche Einflussfaktoren und Rahmenbedingungen für die Geschäftsentwicklung

Der Marktanteilszuwachs der Schlüsselprodukte hat das Marktwachstum in den relevanten Teilmärkten im Jahr 2007 deutlich übertroffen. In dem für B·R·A·H·M·S größten Markt Deutschland stellen die Marktforschungsdaten der vorliegenden Markteinschätzungen für 2007 ein Gesamtwachstum des Marktes von 2,0% für den Gesamtmarkt einschließlich der Geräte/Laborsysteme fest. Hervorzuheben ist, dass das relevante Marktsegment der immunchemischen Reagenzien in 2007 gegenüber 2006 insgesamt nur um 2,2% anstieg. In diesem Markt ist B·R·A·H·M·S im Berichtsjahr um ca. 16% gewachsen. In unterschiedlicher Gewichtung hat dieses in weiteren Schlüsselmärkten im europäischen Raum ebenfalls stattgefunden. Bei der beabsichtigten Marktdurchdringung in dem größten Diagnostikmarkt der Welt, den USA, wurde mit dem Aufbau der eigenen Organisation und dem Erreichen des Umsatzplans ein weiterer Meilenstein erreicht.

3.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die vorstehend geschilderten Wachstumsraten des Unternehmens bei gleichzeitig fast stagnierendem Marktwachstum machen deutlich, dass sich die Entwicklung von B·R·A·H·M·S im Wesentlichen im Verdrängungswettbewerb als Folge des Erfolgs der patentgeschützten innovativen Marker ergibt. Erfreulicherweise fanden in 2007 in den Schlüsselmärkten der Diagnostikwelt (USA, Japan, Deutschland, Frankreich und Italien) keine wesentlichen weiteren Restriktionen in der Erstattung von innovativen Diagnostika statt. Auch für 2008 und die Folgejahre kann nicht von einem wesentlich höheren Ausgabevolumen im Gesundheitswesen gesprochen werden, vielmehr könnte bei einem US-Regierungswechsel in diesem mit Abstand größten Diagnostika-Absatzmarkt der Welt (45% Weltmarktanteil) neue, bisher nicht gekannte restriktive Maßnahmen zur Kostenkontrolle im Gesundheitssystem greifen. Auf Grund der Erfahrungen in anderen Märkten ist sich der B·R·A·H·M·S-Vorstand sicher, dass sich die vom Unternehmen entwickelten Innovationen auf Grund der Qualität der diagnostischen Aussage und ihres gesundheitsökonomischen Nutzens auch in diesem Markt weiterhin durchsetzen werden.

3.2 Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Auch im Jahr 2007 hat sich der Konzentrationsprozess in der Branche unvermindert fortgesetzt. Siemens hat durch die Akquisition von Dade Behring innerhalb von wenigen Monaten quasi aus dem Nichts die Branchenführung im Bereich der Labordiagnostika-Hersteller übernommen. Aus den derzeitigen Akquisitionsstrategien kristallisieren sich zwei wesentliche Business-Modelle im Diagnostik-, besser Diagnosemarkt heraus:

1. das "Integrated-Biomarker Informationnetwork" favorisiert einen "ganzheitlichen" Ansatz aus bildgebenden, funktions- und labordiagnostischen Verfahren im Verbund mit modernster Informationstechnologie, während

2. das "Near-Patient Know-How Ensemble" die globale Dominanz in einem nahe am Patienten/Verbraucher angesiedelten Methodensegment anstrebt.

Beiden Modellen, die durch die Firmen Siemens und Inverness repräsentiert werden, gemeinsam ist ein umfassendes Arrondierungsbestreben, für das zumindest im labordiagnostischen Bereich die Realität "analytische Masse" vor "analytischer Klasse" gilt.

Die hieraus entstehende Lücke an notwendigen Biomarkerinnovationen für die klinische Routine eröffnet für das B·R·A·H·M·S Business-Modell hervorragende Zukunftschancen. Beleg hierfür ist der im Jahr 2007 mit Siemens abgeschlossene PCT-Lizenzvertrag, der B·R·A·H·M·S einzigartige Marktkonditionen einräumt.

Aus den vorstehenden Gründen heraus wird B·R·A·H·M·S durch seine Innovations- und Sortimentsstrategie ein immer interessanterer Partner für große Anbieter der Diagnostikindustrie. Die Erweiterung des Produktsortiments auf eigenhergestellte Pointof-care-Systeme in 2008 wird die Möglichkeit des Unternehmens zur stärkeren Marktpenetration auch im Hausarztsegment weiterhin erhöhen.

3.3 Einschätzung der Marktentwicklung und der Situation der B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft

Während für den Bereich des Classic-Geschäftes (Schilddrüsen, Tumor- und Fertilitätsteste) durch zunehmende Wettbewerbsintensität in den nächsten Jahren von einer degressiven Entwicklung auszugehen sein wird, ist die Strategie von B·R·A·H·M·S, Biomarkerinnovationen werthaltig im Markt zu positionieren, um mit diesen in der Folge in gewinnbringenden Allianzen mit Branchenführern eine weltweite Nachfrage abzudecken, am Beispiel des Markers PCT voll aufgegangen.

Für die bei B·R·A·H·M·S kurz vor Marktausbietung stehenden Biomarkerinnovationen muss nun zunächst bei selektierten Großkunden in Kernmärkten eine Routinenachfrage geschaffen werden, bevor die vorstrukturierten Allianzkanäle mit einer dem PCT ähnlichen Wertschöpfung genutzt werden können.

Das hierfür als Voraussetzung notwendige Potenzial an klinischem Nutzen dieser Biomarkerinnovationen zeichnet sich im Rahmen der bereits laufenden, umfangreichen internationalen Großstudien ab. Die beiden bedeutendsten Multicenter-Studien wird B·R·A·H·M·S im Jahr 2008 abschließen. Sollte sich erwartungsgemäß der klinische Nutzen der neuen Biomarker auch in der Routineanwendung bewähren, könnte das für die nächsten Jahre durch PCT vorgezeichnete Wachstumspotenzial des Unternehmens erheblich gesteigert werden.

Aufgrund der Qualität seiner Innovationen wird B·R·A·H·M·S in der Lage sein, auch weiterhin im Verdrängungswettbewerb ein überdurchschnittliches Marktwachstum zu behaupten. Hier zählt, dass neben der innovativen Qualität der patentgeschützten Biomarker auch die Nutzenstiftung für ärztliche Entscheidungen, sowohl unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf Behandlungskosten als auch auf die Qualität der jeweils resultierenden therapeutischen Entscheidungen, das Unternehmen eine Sonderstellung einnimmt. Gekennzeichnet ist das ebenfalls durch die Lizenzvergabepolitik des Unternehmens an größte Diagnostikunternehmen der Branche.

Zusammenfassend nimmt B·R·A·H·M·S über die Zahlen seiner Marktentwicklung sowie die Wertentwicklung des Unternehmens eine Sonderstellung in der Branche ein und hat gute Chancen, in den nächsten Jahren seine strategischen und operativen Positionen weiterhin auszubauen.

C. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

1. Ertragslage

1.1 Ergebnisentwicklung und Ergebnisstruktur

Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Umsatzerlöse um 19,6 % auf 56,8 Mio. €. Im Berichtsjahr wurde 1,0 Mio. € aus einer Kooperationsvereinbarung vereinnahmt, die ertragswirksam über die Laufzeit des Lizenzvertrages bzw. der zugrundeliegenden Patentlaufzeit in den Umsatzerlösen abgegrenzt wird. Im Geschäftsjahr 2007 war der anteilige Umsatzwert aus diesen und ähnlichen Vereinbarungen mit 0,2 Mio. € von untergeordneter Bedeutung.

Die Summe der die gewöhnliche Geschäftstätigkeit betreffenden Aufwendungen stieg im gleichen Zeitraum um 9,0 Mio. €; dies entspricht einer Steigerung von 20,4 % im Jahresvergleich. Während bei den Materialkosten und Personalkosten unterdurchschnittliche Veränderungen zu verzeichnen waren, ergaben sich erhebliche Zuwächse bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen als Ergebnis der u. a. erhöhten Aufwendungen für externe Dienstleistungen im Zusammenhang mit klinischen Studien. Die Personalkosten liegen, auch aufgrund des kontinuierlichen personellen Aufbaus im Vertrieb, um 1,9 Mio. € oder 15,9 % über dem Vorjahreswert.

Das Betriebsergebnis, bestehend aus den jeweils bereinigten Umsatzerlösen, Erträgen und Aufwendungen, konnte im Jahresvergleich um rund 13 % auf rund 4,5 Mio. € gesteigert werden.

Die Zinsaufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr um rund 0,2 Mio. € angestiegen. Die kurzfristigen Kreditlinien wurden zur Finanzierung des operativen Geschäfts sowie für Instrumentenanschaffungen im Durchschnitt in Höhe von 6,0 Mio. € bzw. zu 75 % in Anspruch genommen.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wurde im Jahresvergleich um 0,5 Mio. € oder 9,8 % auf 5,4 Mio. € gesteigert. Ausschlaggebend für die Steigerung sind die absoluten Umsatzsteigerungen gegenüber den Kostensteigerungen. Die neutralen Ergebnisbestandteile liegen mit 1,1 Mio. € um 0,1 Mio. € über dem Vorjahresniveau. Erwähnenswert sind Erträge aus öffentlichen Fördermitteln zu Forschungsvorhaben in Höhe von 0,9 Mio. €.

Unabhängig von den vorgenannten nicht wiederkehrenden Faktoren ist für die gute Ertragslage der B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft das Umsatzwachstum mit Produkten mit hohen Deckungsbeiträgen ausschlaggebend. Die Unternehmensführung geht davon aus, dass aufgrund umfangreicher Investitionen in komplexe klinische Studien zur Belegung des klinischen Nutzens der neuen B·R·A·H·M·S Biomarker das Ergebnis für 2008 deutlich unterhalb des Vorjahresergebnisses liegen wird.

Die B·R·A·H·M·S strebt unverändert an, ihren Umsatz innerhalb von fünf Jahren zu verdoppeln und insbesondere die Ertragskraft im Rahmen der PCT-Auslizenzierungsstrategie überproportional wachsen zu lassen.

1.1 Umsatzentwicklung

1.2.1 Produktspektrum

Im Berichtsjahr erfolgte der Markteintritt eines global agierenden Lizenznehmers für PCT. Bei sonst unverändertem Produktprogramm wurde der Bruttoumsatz auf 57,7 Mio. € signifikant mit einer Zuwachsrate von 20,1 % erhöht. Der stärkste Wachstumsimpuls ging wiederum von der international mit 43 % stark gestiegenen Nachfrage nach PCT aus, gefolgt von Testen des pränatalen Screenings.

1.2.2 Technologien

Mit einiger Verspätung gegenüber der Planung wurde im Berichtsjahr der Kryptor-Compact als neue Instrumentengeneration eingeführt. Trotz der Verzögerung in der Bereitstellung dieser zusätzlichen Automationsplattform wurden die geplanten Reagenzienumsätze nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen. Hintergrund war die durch den Vertrieb erfolgreich umgesetzte erhebliche Mengenausweitung von PCT-Tests auf bereits platzierten Kryptor-Systemen. Im Ergebnis wurde dadurch gegenüber dem Plan ein wesentlich besseres Investitions-/Absatzverhältnis erreicht.

Für die Zukunft ist angestrebt, dass der Vertrieb von PCT-Tests in Lizenzpartnerformaten durch die B·R·A·H·M·S Vertriebsorganisationen erhebliche zusätzliche Nachfrageimpulse setzt. Das daraus resultierende Formatmix von PCT-Tests im Markt wird in den nächsten Jahren wie geplant zunehmend auf Reagenzien verlagert, die Technologien unserer Partner nutzen. Daneben ist die Sicherstellung einer begrenzten internationalen Verfügbarkeit von Kryptor-Compact Instrumenten, platziert bei Schlüsselkunden notwendig für die erste Phase der künftigen Vermarktung der B·R·A·H·M·S Biomarkerinnovationen.

Um die Abhängigkeit von investitionsintensiven Technologien in Zukunft weiter zu verringern und die globale Verfügbarkeit mit einfach handzuhabenden Tests zu sichern, wird B·R·A·H·M·S zunehmend PCT und die Biomarkerinnovationen in Point of Care Formaten in den Markt stellen.

1.2.3 Lizenzerträge

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde ein weiterer Lizenz- und Kooperationsvertrag mit Siemens Medical Solutions Diagnostics abgeschlossen. Mit der Markteinführung dieses PCT-Lizenzformates, das auf den weltweit in großer Anzahl verbreiteten Immunoassay-Gerätesystemen des Lizenznehmers abgearbeitet werden kann, ist in Europa voraussichtlich in 2009 (USA 2010) zu rechnen. Damit stehen in den Jahren 2008 (Roche) und 2009 (Siemens) zwei wesentliche Markteinführungen von zusätzlichen PCT-Formaten an, die in den wesentlichen europäischen Märkten direkt und exklusiv von den B·R·A·H·M·S Vertriebsorganisationen in den Verkehr gebracht werden.

Aus einem abgeschlossenen Lizenzvertrag ist der Gesellschaft im Berichtsjahr ein Down-Payment in Höhe von 1,0 Mio. € zugeflossen, das ergebniswirksam über die Umsatzerlöse bis zum Jahr 2013 periodisiert wird. Ein weiteres Down-Payment erfolgt voraussichtlich im April 2008 nach erfolgreichem Abschluss einer Produkt-Machbarkeitsstudie. Ergänzend hierzu wird die B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft nach Markteinführung der Produkte von Roche und Siemens mengenabhängige Zahlungen in Form von fest vereinbarten Stücklizenzen (in Euro pro abgesetztem Test) erhalten.

Die kritischen Erfolgsfaktoren für die an diese Kooperationen geknüpften Einnahmeerwartungen sind neben rechtzeitigem Abschluss der Lizenzproduktentwicklungen im Rahmen der vorgegebenen Spezifikationen auch die erfolgreiche Schaffung der regulatorischen und erstattungstechnischen Voraussetzungen in den internationalen Kernmärkten. Diese Aufgaben liegen im Wesentlichen im Verantwortungsbereich des Lizenzpartners.

Die Lizenzerträge, die im abgelaufenen Geschäftsjahr bei rund 4 % des Gesamtumsatzes lagen, werden aufgrund des Markteintritts der Branchenführer in Zukunft mit einem wesentlich höheren Anteil die Profitabilität der B·R·A·H·M·S überproportional steigern.

1.2.4 Regionale Verteilung der Brutto-Umsatzerlöse

Die Aufgliederung der Brutto-Umsatzerlöse nach Regionen ergibt folgendes Bild:

Inland (ohne Industriepartner) € 22,6 Mio. ( + 14,8 % )
Ausland (ohne Industriepartner) € 31,4 Mio. ( + 24,5 % )
Industriepartner € 3,7 Mio. ( + 12,7 % )
€ 57,7 Mio. ( + 20,1 % )

1.2.4.1 Deutschland

Trotz des schwierigen Marktumfeldes und einer zeitlichen Verzögerung der Markteinführung der Kryptor-Compact Instrumentengeneration konnte die deutsche Vertriebsorganisation auch in 2007 ein zweistelliges Umsatzwachstum erzielen. Wie in den Vorjahren beruht dieses Ergebnis insbesondere auf der positiven Umsatzentwicklung des PCT-Testes, welches mit +33 % zum Vorjahr sogar die Erwartungen übertreffen konnte. Besonders erfreulich in diesem Zusammenhang ist eine mit der Mengenausweitung einhergehende Preissteigerung für das PCT von durchschnittlich 0,45 €/Test. Mit dem im April erfolgten Markteintritt des Lizenzpartners bioMérieux mit dem B·R·A·H·M·S PCT VIDAS-Test konnte ein weiterer Wachstumsimpuls gesetzt werden. Mengenmäßig wurden von diesem international eingeführten Produkt im Ländervergleich in Deutschland die höchsten Regionsabsätze erzielt, so dass das Gesamtmarktwachstum für das Produkt PCT in Deutschland wertmäßig sogar noch deutlich über +33 % liegt. Es ist davon auszugehen, dass diese positive Marktentwicklung auch im Jahr 2008 anhält, da für Mai des Jahres die Markteinführung des in Lizenz von Roche entwickelten und produzierten PCT-Testes auf den weit verbreiteten Laborautomaten dieses Global Players erwartet wird. Der Vertrieb dieses Testes in Deutschland erfolgt exklusiv über die Vertriebsorganisation von B·R·A·H·M·S.

Auch in den anderen wesentlichen Produktbereichen "Schilddrüsenteste" und "Kryptor-Produkte" (außer PCT) konnten geringe Wachstumsraten erzielt werden. Hier wird mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten Jahren aber durch die Markteinführung eines automatisierten TRAK-Testes eines Wettbewerbers ein deutlicher Umsatzrückgang für den Produktbereich "Schilddrüsenteste" zu verzeichnen sein.

Zu Beginn des Jahres 2008 wird in Deutschland im Rahmen eines internationalen Testmarktprogrammes ein neuer, von B·R·A·H·M·S patentierter Biomarker in der Indikation "Infektionen der unteren Atemwege" eingeführt.

Das nachhaltige Marktwachstum des PCT mit der Einführung von Lizenzprodukten der Branchenführer und die erwartete Ausbietung neuer, patentgeschützter Teste sollte auch in Zukunft ein zweistelliges Marktwachstum in Deutschland ermöglichen.

Um hierfür auch die notwendigen Vertriebsressourcen bereitstellen zu können, wird der Klinikaußendienst kontinuierlich angemessen ausgebaut.

1.2.4.2 Frankreich

Mit wiederum mehr als 1,0 Mio. € Wachstum für Umsätze mit der französischen Tochtergesellschaft beim PCT wurden die angestrebten Wachstumsziele erreicht. Aus dem anderen Produktprogramm ergab sich unter dem Strich ein leichter Umsatzverlust im Bereich der Tumormarker und Instrumente. Für 2008 wird ein Wachstum in gleicher Höhe beim PCT erwartet, wobei auch die Vertriebsrechte an dem in Kooperation mit Roche geplanten Produkt einen wesentlichen Beitrag leisten werden.

Im Bereich der anderen Produkte wird für 2008 mit verschärftem Wettbewerb gerechnet. Verluste im Bereich der Schilddrüse und der Tumormarker werden erwartet und sollen zu einem Teil mit der Verstärkung der Aktivitäten im Prenatal Screening (PNS) ausgeglichen werden.

1.2.4.3Österreich / Schweiz

Sowohl in Österreich als auch in der Schweiz konnte eine positive Umsatzentwicklung erzielt werden. Wachstumsmotor war wie in den vergangenen Jahren das PCT mit einer Entwicklung von + 24 % für diese Region.

1.2.4.5 Italien

Der geplante personelle Aufbau einer neuen B·R·A·H·M·S Demand-Marketing-Einheit zur Vermarktung des PCT-Testes in Kooperation mit Lizenz- und Vertriebspartnern wurde zeitgerecht vollzogen. Für 2008 ist der weitere Ausbau dieses Teams im Zusammenhang mit der vollzogenen Gründung der italienischen Vertriebsgesellschaft geplant.

Durch die Aktivitäten dieses Teams waren im Geschäftsjahr deutliche Absatzsteigerungen beim PCT von 44 % zu verzeichnen. Insgesamt konnte somit ein deutliches Umsatzwachstum für die Region von 27 % erzielt werden, wobei allerdings durch die Verzögerung der Kryptor-Compact Ausbietung die Erfüllung des ambitionierten Gesamtplanes leider nur eingeschränkt möglich war.

Für die nächsten Jahre wird ein nachhaltiges, deutlich zweistelliges Umsatzwachstum für die Region angestrebt.

1.2.4.6 USA

Die Brahms Diagnostica LLC wurde zum Jahreswechsel 2008 in die neu gegründete B·R·A·H·M·S USA Inc. integriert. Die Niederlassung wurde auf mittlerweile 10 Mitarbeiter ausgebaut. Trotz noch ausstehender Zulassung des automatisierten B·R·A·H·M·S Testes für PCT wurden mit dem manuellen Test eine Reihe von Referenzen im Markt aufgebaut. Mit dem Lizenzpartner bioMérieux, der im Oktober die Zulassung für seinen PCT-Test erhielt, wurden erfolgreiche Co-Marketing Aktionen durchgeführt. Für 2008 soll über die Zulassung des automatisierten B·R·A·H·M·S Testes mit einer Indikation in der Notaufnahme der Auftakt für eine breitere Bewerbung des PCT außerhalb der Intensivmedizin gesetzt werden. Darüber hinaus wird die Vorbereitung des Marktes für die neuen Marker von B·R·A·H·M·S zu einem strategischen Schwerpunkt 2008.

1.2.4.7 Japan

Auf niedriger Basis konnte ein Wachstum von gut 55% erzielt werden. Neben der Stabilität im Schilddrüsengeschäft war hier vor allem der in der zweiten Jahreshälfte in den Markt eingeführte PCT-Q ursächlich. Hiermit und mit der Zulassung von weiteren PCT-Lizenzprodukten ist für 2008 trotz Gefährdungen im Schilddrüsengeschäft von weiterem Wachstum auszugehen.

1.2.4.8 Restliche Märkte

Das Unternehmen erzielte darüber hinaus in 50 weiteren Ländern, vornehmlich mit Vertriebspartnern, gut 15 Millionen Euro Umsatz. In den anderen europäischen Ländern konnte vor allem auch durch Einsatz weiterer eigener Mitarbeiter zur Unterstützung von Vertriebspartnern und Lizenznehmern ein Wachstum von gut 30% erzielt werden. Außerhalb Europas betrug bei einer geringeren Basis die Wachstumsrate gut 45%.

1.3 Leistungserstellung und Standortmanagement

1.3.1 Kryptor Produktion

Die auf Anfang 2007 verschobene Markteinführung hatte durch Personal- und Qualitätsprobleme beim externen Gerätehersteller zu Fertigungsrückständen und Lieferverzögerungen bzgl. Kryptor-Compact geführt. Dies hat in Konsequenz zu einem Einführungsverzug von einem weiteren halben Jahr geführt. Trotz dieser Produktionsanlaufschwierigkeiten wurde das angestrebte Jahresproduktionsvolumen von ca. 180 Geräten realisiert, von denen ca. 110 abgesetzt werden konnten. Mit dem Aufbau von Lagerbestand an Kryptor-Compact verkürzen sich die Lieferzeiten deutlich.

1.3.2 OEM-Produktion

Das OEM-Produktportfolio hat sich gegenüber dem Vorjahr weiterhin moderat ansteigend entwickelt. Der in 2006 zusätzlich aufgenommene B·R·A·H·M·S Parameter ACTH CTK RIA in dieses Programm ist hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Jedoch konnten erneut durch die OEM-Produktion Kostensynergien für das RIA-Classic-Produktportfolio erzielt werden.

1.3.3 Anlagenqualifizierung und -validierung

Die Anlagenqualifizierung und -validierung ist ergebnisorientiert abgeschlossen worden. Die im Berichtsjahr weiter reduzierten Fehlerquoten sind auf das tiefergehende Prozessverständnis und die konsequenten Fehleranalysen im CAPA-System zurückzuführen. Die in 2007 fortdauernden Prozessvalidierungen (inkl. Reinigungs- und Funktionsvalidierungen) werden kontinuierlich wie anlassbezogen fortgeführt.

Für die im Zuge des POC-Know How Transferprojekts, für PCT-Direct POC-Fertigung angeschafften neuen Anlagen und Maschinen sind Installations- und Funktionsqualifizierungen durchgeführt worden. Bei gesicherter Prozessgestaltung wird 2008 mit Validierungen gerechnet.

1.3.4 Qualitätsmanagement

Die strukturierte Erfassung, Bewertung und Analyse von Qualitätsmängeln oder etwaige Lieferbeeinträchtigungen boten weitere Anknüpfungspunkte für die Ursachenforschung und die Erarbeitung von Maßnahmen in Projektteams. Die Umsetzung dieser Maßnahmen hatte zur Folge, dass erneut Produktionsausschuss vermindert und die Produktqualität sowie die Sicherstellung der anforderungsgerechten Belieferung der B·R·A·H·M·S-Kunden mit Reagenzien, KRYPTOR Laborsystemen und -Ersatzteilen gegenüber dem Vorjahr verbessert werden konnten.

1.3.5 Risikomanagement

Das nach ISO 13485 und 14971 geforderte produktbezogene Risikomanagement der B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft wird routiniert angewandt und ist gruppenweit implementiert. Das System dient der allgemeinen Freiverkehrsfähigkeit aller Produkte im EU-Raum und weiteren internationalen Märkten darüber hinaus.

1.4. Supply Chain Management

Schwerpunkte unserer Verhandlungen im Einkauf waren im Jahr 2007 Preisreduktion bzw. -stabilität und der Rohstoffsicherungsaspekt. Die Festlegung der technischen Spezifikationen, Verfahrens- und Knowhow-Sicherung sowie Sicherheitsbestände beim Lieferanten wurden für die wichtigsten Zulieferer vertraglich gesichert.

Das inzwischen veraltete EDV-Programm für die Exportabwicklung "Trafic" wurde durch das System "EcoVision" abgelöst.

Für den Aufbau der eigenen Serviceorganisation für KRYPTOR Geräte wurde ein zentrales Ersatzteillager bei B·R·A·H·M·S aufgebaut.

1.5. Personal und Sozialbereich

Die Mitarbeiterzahl der B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft ist im Jahresvergleich zum Stichtag 31. Dezember 2007 um 27 auf 219 Mitarbeiter gestiegen. Im Wesentlichen ist die Personalveränderung auf den Aufbau von zusätzlichen Vertriebsressourcen zurückzuführen. Hierzu zählten insbesondere die Rekrutierung von 9 Vertriebsmitarbeitern in Dänemark (1), Großbritannien (2), Italien (4), Spanien (1) und in der Schweiz (1) sowie die Implementierung erster Führungsstrukturen im europäischen Ausland. Neben vorbereitenden Tätigkeiten zur Gründung von Tochtergesellschaften in Italien und Großbritannien wurden in 2007 die Definition und Umsetzung international einheitlicher HR-Richtlinien in Bezug auf Einstellung, Betreuung und Vergütung in die Wege geleitet.

In Deutschland wurden ein eigener technischer Service aufgebaut sowie zusätzliche Stellen in der Forschung und Entwicklung geschaffen.

Zum Stichtag 31. Dezember 2007 waren 4 Auszubildende bei der B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft tätig. Zwei Auszubildende haben in 2007 ihre Ausbildung erfolgreich beendet und konnten aufgrund ihrer guten Leistungen übernommen werden. Auch in 2007 nahm die B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft ihre gesellschaftspolitische Verantwortung wahr und stellte zwei neue Auszubildende ein. Neben der klassischen dualen Ausbildung zur/zum Chemielaborantin/-laboranten und Industriekauffrau/-mann bietet B·R·A·H·M·S im Praxisverbund mit Fachhochschulen ein Bachelor Studium Biotechnologie und ein Bachelor Studium Betriebswirtschaftslehre an.

Darüber hinaus wurde das Projekt Potenzialanalyse / Nachfolgeplanung im Jahr 2007 zunächst am Standort Hennigsdorf umgesetzt. Es handelt sich um eine systematische Erhebung der Potenziale aller Schlüsselstellen mit dem Ziel, Transparenz über mögliche Nachfolger und Potenziale zu erhalten sowie fehlende Potenziale über eine marktgerechte Rekrutierungsstrategie anzuwerben. Dem starken Wachstum, der Einführung neuer Technologien sowie der zunehmenden Internationalisierung und den damit erhöhten Anforderungen an die Mitarbeiter- und Managementkompetenzen werden auf diesem Wege Rechnung getragen.

Insgesamt wurden in 2007 23 Führungskräfte der ersten und zweiten Ebene, davon 14 in Deutschland, einer systematischen Potenzialanalyse unterzogen. Der Prozess wird in 2008 fortgesetzt. Es werden dann die dritte Führungsebene und Expertenpositionen einbezogen. Für die Potenzialträger aus der ersten Runde werden in 2008 gezielte Entwicklungspläne abgeleitet.

1.6 Informationstechnologie

Im 1. Quartal 2007 wurde das neue Siemens-Gebäudeleittechnik-Monitoringsystem unter dem Betriebssystem MS-2000 mit der neuesten validierten FDAkonformen Software InfoCenter und Desigo Insight in Betrieb genommen.

Als Entscheidungsgrundlage für eine mögliche Vertragsverlängerung des mit einer Kündigungsfrist von 12 Monaten zum 31.10.2008 auslaufenden IT-Outsourcingvertrages mit der IBM Mittelstandssysteme wurde das Vertragsvolumen neu ausgeschrieben. Nach Prüfung der Ergebnisse wurde der Outsourcingvertrag mit der IBM Mittelstandssysteme bis zum 31.12.2011 verlängert.

Im 4. Quartal 2007 wurde das webbasierte Customer Relationship Managementsystem (CRM) für den Internationalen Außendienst (Phase 2) eingeführt. Darüber hinaus war 2007 geprägt von der Einführung von verschiedenen EDV-technischen Spezialanwendungen.

In Vorbereitung auf einen Wechsel auf eine neue international und plattformunabhängig einsetzbare ERP-Warenwirtschaftslösung wurde an den B·R·A·H·M·S - Standorten Hennigsdorf und Paris sowie bei Cezanne in Nîmes eine Geschäftsprozessanalyse an zwei externe Dienstleister in Auftrag gegeben. Diese ist Basis für das in 2008 zu erstellende Lastenheft, welches die Grundlage für den Auswahlprozess der neuen ERP-Software ist.

2. Finanzlage

2.1 Finanzmanagement

Das operative Finanzmanagement der B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft ist darauf ausgerichtet eine fristenkongruente Finanzierung des lang- und kurzfristigen Vermögens zu erreichen. Die B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft finanziert mit dem Eigenkapital und mit ihren Banklinien fast ausschließlich den Finanzbedarf der Firmengruppe. Zur Finanzierung stehen je nach Klassifizierung des Vermögens nach Fristen entsprechende Kreditlinien zur Verfügung. Im Rahmen des Managements finanzieller Risiken der B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft wird die Finanzplanung permanent überprüft und analysiert und die zinsoptimale Finanzierungsstruktur erarbeitet und kurzfristig umgesetzt.

Die hohen Liquiditätszuflüsse wurden insbesondere zur Finanzierung des Laborautomatengeschäfts und der klinischen Studien verwendet. Obwohl die durchschnittliche Inanspruchnahme der kurzfristigen Kreditlinien im Geschäftsjahr wesentlich höher war als im Vorjahr (hierdurch begründen sich auch die höheren Zinsaufwendungen) lagen die Finanzschulden zum Jahresende 2007 rund 2,0 Mio. € unter dem Vorjahreswert.

Die vereinbarten Zinskonditionen liegen in Abhängigkeit vom Euribor zwischen 4,4 % und 5,4 %. Die an die B·R·A·H·M·S Holding GmbH ausgereichten Darlehen werden mit dem konzerneinheitlichen Zinssatz von 5 % verzinst. Mit einem allgemein rückläufigen Zinsniveau wird im Jahr 2008 gerechnet.

Obwohl im Geschäftsverkehr der B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft der Euro die vorherrschende Währung ist, wird die Gesellschaft im operativen Geschäft unter anderem mit den Fremdwährungen US-Dollar, Schweizer Franken, britische Pfund und den skandinavischen Kronenwährungen konfrontiert. Währungssicherungsgeschäfte werden nicht durchgeführt, da das Gesamtvolumen der Fremdwährungen für die B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft - mit Ausnahme der US-Währung - derzeit nicht wesentlich ist. Die zunehmende Schwäche des US-Dollars im Verhältnis zum EURO wirkte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf die in den USA getätigten Ausgaben insbesondere im Zusammenhang mit den klinischen Studien und dem laufenden FDA-Zulassungsverfahren positiv aus.

2.2 Kennzahlen zur Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme der B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft hat sich im Jahresvergleich um rund 3,1 Mio. € erhöht. Aufgrund der vertragsmäßigen Ergebnisabführung an die B·R·A·H·M·S Holding GmbH ist die Eigenkapitalquote um 2 %-Punkte auf 23 % gesunken. Unter Einschluss des Sonderpostens mit Rücklageanteil, der abgegrenzten, erhaltenen und nicht rückzahlbaren Down-Payments sowie nach Abzug hierauf entfallender latenter Steuern erhöht sich die Eigenkapitalquote auf 32 %. Die Finanzschulden betragen 13,3 Mio. € und haben einen Anteil von 32 % an der Bilanzsumme (8 %-Punkte unter dem vergleichbaren Vorjahreswert).

2.3 Investitionen

Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen liegen mit 3,5 Mio. € um 75 % über dem vergleichbaren Vorjahreswert. Der Investitionsschwerpunkt lag wiederum bei KRYPTOR Laborsystemen, die überwiegend im Rahmen von "Reagent-Rental-Verträgen" bei Kunden platziert sind. Die Anzahl der im Anlagevermögen aktivierten Geräte erhöhte sich um 44 Automaten; insgesamt sind 198 Gerätestellungen bilanziell aktiviert.

2.4 Vermögensstruktur

Das Anlagevermögen hat sich in Summe um 2,7 Mio. € vermindert. Während im Jahresvergleich bei immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen eine Steigerung von 1,1 Mio. € zu verzeichnen war, sind insbesondere die Ausleihungen an verbundene Unternehmen aufgrund der Verrechnung der Ergebnisabführung an die B·R·A·H·M·S Holding GmbH mit ausgereichten Darlehen um 5,0 Mio. € zurückgegangen.

Der erhebliche Anstieg im Umlaufvermögen um 6,0 Mio. € resultiert u. a. aus dem Vorratsaufbau bei Kryptor - Laborautomaten von 2,3 Mio. € sowie den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wegen der erhöhten Umsatztätigkeit um 2,5 Mio. €. Als Folge eines kontinuierlichen, aktiven Forderungsmanagements ist der Anteil fälliger Forderungen unverändert niedrig.

2.5 Rückstellungen

Die in der Bilanz ausgewiesenen Rückstellungen decken die zum Bilanzaufstellungstermin bekannten Risiken ab. Schwerpunkte der bilanziellen Vorsorge sind die Bereiche Personalkosten und Pensionen sowie ausstehende Rechnungen aus Studienvereinbarungen. Die Zusagen aus der Altersversorgung sind überwiegend durch Rückdeckungsversicherungen gedeckt. Diese hieraus resultierenden Zahlungsvorgänge sind in der kurz- und mittelfristigen Finanzplanung enthalten und können aus den vorhandenen Kreditlinien bedient werden.

2.6 Weitere finanzielle Verpflichtungen

Die B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft hat mit mehreren Instituten und Wissenschaftlern Verträge zu klinischen Studien abgeschlossen. Entsprechend der vereinbarten Bedingungen bzw. bei Erreichen bestimmter Projektabschnitte werden Zahlungen aus den Vereinbarungen fällig. Darüber hinaus hat die Gesellschaft im November 2007 eine Änderungsvereinbarung zum bestehenden IT-Vertrag mit einem Dienstleistungsunternehmen, bestehend aus einer Vertragsverlängerung bis zum 31.12.2011 für den Standort Hennigsdorf geschlossen.

2.7 Cashflow

Im operativen Geschäft wurde ein Cashflow in Höhe von 5,9 Mio. € erzielt; der vergleichbare Vorjahreswert lag bei 5,0 Mio. €. Positive Cashflowbeiträge konnten aus dem operativen Geschäft sowie aus der Vereinnahmung eines Down-Payments erzielt werden. Darüber hinaus trugen die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten und Konzerngesellschaften zur Finanzierung bei. Negative Cashflows ergaben sich aus dem Anstieg der Vorräte sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Den Cashflows aus dem operativen Geschäft stehen Investitionen in Höhe von 4,3 Mio. € gegenüber.

Die B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft hat im abgelaufenen Geschäftsjahr Rückführungen von Inanspruchnahmen von lang- und kurzfristigen Kreditlinien in Höhe von rund 2,0 Mio. € vorgenommen.

D. Wesentliche Entwicklungen nach dem Bilanzstichtag

Mit der Finanzverwaltung konnte im Zusammenhang mit der zwischenzeitlich abgeschlossenen Betriebsprüfung der Geschäftsjahre 1999 - 2002 im Januar 2008 eine Verständigung über die wesentlichen bisher strittigen Sachverhalte erzielt werden. Die hieraus resultierende effektive Steuerbelastung ist u. a. aufgrund von steuerlichen Verlustvorträgen im Betriebsprüfungszeitraum für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens nicht von signifikanter Bedeutung.

E. Risikomanagement

Die B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft ist naturgemäß einer Anzahl von Risiken ausgesetzt, die mit dem Unternehmenszweck, dem unternehmerischen Handeln sowie dem Wettbewerb einhergehen. Aufgabe des Risikomanagements ist es, Risiken für das Unternehmen frühzeitig zu erkennen, zu analysieren, zu bewerten und zu bewältigen. Diese Aufgaben werden im Rahmen des operativen und strategischen Risikomanagements bei der B·R·A·H·M·S als ein integraler Bestandteil der einzelnen Geschäftsprozesse wahrgenommen. Einzelne Komponenten des gesamten Risikomanagementprozesses sind im Wesentlichen:

- Risikomanagement Produktentwicklung

Die B·R·A·H·M·S unterliegt den typischen Branchen- und Marktrisiken für Unternehmen, die sich mit der Erforschung und Entwicklung innovativer Produkte befassen. In der Natur dieses Prozesses besteht grundsätzlich das Risiko, dass Produktideen nicht erfolgreich entwickelt werden können, Produkte nicht die Zustimmung des Marktes finden oder Wettbewerber mit ihren Entwicklungen früher die Marktreife erlangen. Zur Vermeidung von technischen Produktrisiken werden entlang der gesamten Entwicklungsprozesskette sämtliche Risikofaktoren intensiv analysiert. Dies beinhaltet unter anderem die Auswahl und Sicherstellung der gleichbleibend hohen Rohstoffqualität, die Durchführung einer kontinuierlich einwandfreien Produktion, das Testen der Produkte auf veränderte Umweltbedingungen, die Auswirkungen von fehlerhafter Handhabung bei der Durchführung von Diagnosen sowie die Auswertung der Ergebnisse von klinischen Studien.

Die Ergebnisse dieses Risikomanagementprozesses finden Eingang in die Schulungsunterlagen und Produktinformationen. Sämtliche Ergebnisse werden in dem Produktdossier zusammengefasst, das Ausgangsbasis für die CE- Kennzeichnung ist.

Sofern bei der Produktentwicklung die erwarteten Meilensteine nicht erreicht werden, kann es zu wesentlichen Verzögerungen im Entwicklungsprozess kommen, die mitunter die finanziellen Zielsetzungen des Unternehmens gefährden.

Ein Abschluss eines Knowhow- bzw. Patenttransfers aus B·R·A·H·M·S heraus kann das Risiko bergen, dass in einem nicht vorhergesehenen Bereich ein Wettbewerber unter Nutzung seiner Marktmöglichkeiten einen so hohen und/oder wesentlichen Preisdruck erzeugt, dass das Preisniveau, das von B·R·A·H·M·S für diese Parameter im Markt gesetzt ist, nicht gehalten wird. Unter Beachtung aller relevanten kartellrechtlichen und wettbewerbsrechtlichen Vorschriften versucht B·R·A·H·M·S, dieses Risiko kalkulierbar zu halten, die aktuelle Gesetzeslage lässt aber einen Ausschluss dieses Risikos nicht zu.

- Risikomanagement Produkte

Das Risikomanagement der in den Verkehr gebrachten Produkte wird von einem funktionsübergreifenden Mitarbeiterteam durchgeführt. Die Informationen zu möglichen Risiken ergeben sich aus eigenen oder Kundenbeobachtungen, Kundenreklamationen, Literaturquellen oder Änderungen in den gesetzlichen Regelungen. Nach definierten Regeln im Rahmen des Prozesses werden die Informationen ausgewertet und bei Bedarf die entsprechenden Maßnahmen erarbeitet und durchgeführt. Unabhängig von Einzelprozessen werden in wiederkehrenden fixierten Rhythmen sämtliche Produkte einer Risikobetrachtung unterzogen.

Der Eintritt der B·R·A·H·M·S Produkte in den US-amerikanischen Absatzbereich führt zu einer Neueinschätzung von Produkthaftungsrisiken. Eine kürzlich abgeschlossene Evaluierung der Risiken hat der Vorstand durch den Beschluss der Erhöhung der entsprechenden Risikovorsorge im Sinne von Produkt- und Verfahrenshaftpflichtversicherung entsprochen.

- Risikomanagement Produktionsprozess

Das Diagnostikgeschäft bedingt, dass den Produktionsmaterialien und Rohstoffen sowie dem gesamten Produktionsprozess eine besondere Aufmerksamkeit zuteil wird. Ausgehend von den gesetzlichen Regelungen und den Anforderungen im Rahmen der Zertifizierungsprozesse wurde in den vergangenen Jahren ein Qualitätsmanagement aufgebaut. Ergänzend hierzu wurde eine Anlagenqualifizierung und -validierung sowie eine Hygienevalidierung der Produktionsanlagen abgeschlossen. Die Summe der Maßnahmen hat dazu geführt, dass eine nachhaltige Reduzierung der Fehlerquoten erreicht wurde. Auf dem erreichten hohen Niveau aufsetzend werden die Prozesse kontinuierlich analysiert und optimiert.

Ergänzend zu den technischen Analysen werden die Produktionsprozesse anhand von ökonomischen Leistungskennzahlen untersucht. Auf der Produktionsplanung basierend werden Ausbringungsmengen und Preisergebnisse detailliert analysiert. Dies geschieht nicht nur vor dem Hintergrund einer kosteneffizienten Produktion, sondern trägt wesentlich zu einer Risikominimierung in dem Bereich der speziellen Rohstoffe bei. Die Bevorratung dieser Rohstoffe in einer gleichbleibend hohen Qualität für einen definierten Produktionszeitraum wurde als ein besonderer Risikoaspekt identifiziert. Die Ergebnisse der Analysen haben direkten Einfluss auf die Beschaffungsplanung und das operative Vorrätemanagement hinsichtlich Qualität und Quantität.

- Corrective And Preventive Action (CAPA) - Management

Die Geschäftsprozesse bei B·R·A·H·M·S sind umfassend in Standard Operating Procedures (SOP) Anweisungen definiert. Abweichungen von diesen Regelungen, die sich aus internen oder externen Erkenntnissen ergeben, werden in einer CAPA-Datenbank dokumentiert. Aus der Analyse der Ursachen werden Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt. Die Fortschreibung der Ergebnisse trägt nicht nur dazu bei, dass das hohe Qualitätsniveau sichergestellt ist, sondern unterstützt einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess in allen Ablaufschritten und eine Minimierung der Risiken in operativen Abläufen.

- Risikomanagement Finanzdaten

Mittels monatlicher Abschlüsse werden die Finanzdaten der Gruppe nach mehreren Aspekten und in einem hohen Detaillierungsgrad analysiert. Auf diese Weise sind Faktoren, welche die Entwicklung der Unternehmensgruppe hinsichtlich der geplanten Ertragsfaktoren und Kostenstrukturen eventuell bedrohen, frühzeitig erkennbar. Turnusmäßige Forecast - Rechnungen auf Basis aktueller Informationen bieten frühzeitige Erkenntnisse über den Zielerreichungsgrad.

Die Finanzierung der Unternehmensgruppe wird weitestgehend zentral durchgeführt. Somit ist unter anderem gewährleistet, dass frühzeitig Informationen über die Risiken in den finanziellen Ressourcen erkannt werden bzw. Abweichungen von den Ertragszielen in den Finanzplanungen berücksichtigt werden können.

- IT-gestütztes Risikomanagement

Das Risikomanagement wird insgesamt durch mehrere IT-gestützte Systeme unterstützt, die eine systematische und permanente Erfassung der identifizierten Risiken ermöglichen. Ergänzend hierzu werden die quantifizierten Auswirkungen und gegensteuernden Maßnahmen erfasst. Mittels turnusmäßiger Überprüfung der Risiken und Maßnahmen können die Veränderungen bei den speziellen Einzelrisiken sowie dem Gesamtrisiko für das Unternehmen fortgeschrieben und analysiert werden. Die Zusammenfassung von Einzelrisiken in Risikoklassen ermöglicht die Abgrenzung von Verantwortungsbereichen und ein dezentrales Management und Controlling der Risiken.

- Abhängigkeit von wichtigen Mitarbeitern

Die sehr niedrige Fluktuationsrate bei B·R·A·H·M·S ist Ausdruck einer insgesamt hohen Mitarbeiterzufriedenheit. Neben der Gruppe der sogenannten "Professionals" nehmen seit 2006 auch die Mitarbeiter im "Support"- Bereich am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens teil, was sowohl regional, wie auch branchenzugehörig besondere leistungsorientierte Entlohnungsbestandteile charakterisiert. Dem starken Wachstum des Unternehmens wird durch ein in 2007 angelaufenes Programm einer umfassenden Mitarbeiterpotenzialanalyse und hieraus resultierender Nachfolgeregelungen Rechnung getragen.

- Risikomanagement in den Gesellschaftsorganen

In Sitzungen des Vorstandes sowie des Aufsichtsrates findet eine vertiefende Kommunikation über mögliche Risiken und Chancen für die gesamte Unternehmensgruppe statt. Dieser Informationsaustausch trägt wesentlich dazu bei, dass eine umfassende Beurteilung und Quantifizierung von Risiken und Chancen sowie deren funktionsübergreifenden Interdependenzen vorgenommen wird. Die Dokumentation von Prämissen und Entscheidungen, Zuordnung von Aufgaben und Verantwortungen sowie die Überwachung der Prozesse und Maßnahmen gewährleistet ein zielorientiertes Management der erkannten Risiken und Chancen. Die Ergebnisse dieses Prozesses finden unter anderem Eingang in die strategische Ausrichtung des Unternehmens, die operativen Unternehmensplanungen sowie in den unterjährigen Prognosen.

Die Summe der Maßnahmen zum operativen, finanziellen und strategischen Risikomanagement stellt insgesamt ein umfassendes Überwachungssystem für alle betrieblichen Prozesse und Funktionsbereiche dar, das geeignet ist, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährdenden Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und mittels geeigneter Maßnahmen gegenzusteuern.

F. Risiko- und Chancenbericht

Im September 2007 hat der Vorstand dem Aufsichtsrat die strategische Planung für den Zeitraum 2008 bis 2012 vorgelegt und mit diesem Übereinstimmung für die Kernaufgaben des Unternehmens im strategischen Horizont erzielt. Besondere Chancen erwachsen dem Unternehmen für die nächsten Jahre durch neue Patentanträge auf Nachfolgeprodukte für den Infektionsmarker Procalcitonin (PCT), der im Geschäftsjahr 2007 der Wachstumsmotor des Unternehmens gewesen ist. Das Projekt PCT 2nd generation hat für seine Positionierung auf den Auslauf wesentlicher Patente des PCTs in der Mitte des nächsten Jahrzehnts essentielle strategische Bedeutung. Determinierend für den Erfolg des Unternehmens in 2008 und Folgejahren sind ebenfalls die erfolgreiche klinische Positionierung von vier neuen Biomarkern; die Einführung in einer Pilotmarktstrategie des ersten dieser vier Marker erfolgt Anfang 2008. Mit diesen Markern wird B·R·A·H·M·S nicht nur seine Präsenz im Indikationsbereich bakterieller Infektionen/Sepsis verstärken, sondern zugleich den Eintritt in ein neues Indikationsfeld der Früherkennung und Therapiekontrolle von Herzerkrankungen vornehmen.

Zusammenfassend sind im operativen Planungszeitraum 2008 bis 2012 viele Möglichkeiten eines weiterhin sich beschleunigenden Unternehmenswachstums zu sehen, die die besonderen Chancen der B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft begründen. Allerdings ist bei Ausbleiben der Umsetzung dieser Chancen für die künftige Entwicklung des Unternehmens auch die nachfolgende Risikostruktur zu beachten:

a) politische Intervention in der Erstattungspolitik in Schlüsselländern sowie mögliche Rationierung von labordiagnostischen Untersuchungen können, je nach Bedeutung für das Absatzsortiment der B·R·A·H·M·S-Gruppe, angestrebte Wachstumsfaktoren reduzieren.

b) Mittbewerberaktivitäten, insbesondere durch Verletzung der gewerblichen Schutzrechte der B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft, können die Penetration künftiger Schlüsselmärkte behindern, das Wachstum des Unternehmens verlangsamen, möglicherweise auch zu einer schnelleren Umsatzreduzierung des Classic-Produktsortiments (Altpräparate im letzten Abschnitt des Produktlebenszyklus) führen.

c) Die im Planungshorizont weiterhin erforderlichen hohen Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen des Unternehmens dienen dem Ziel der markt- und entscheidernahen klinischen Profilierung der B·R·A·H·M·S-Biomarker. Hierbei werden ebenfalls neue strategische Positionierungen auf Anwenderzielgruppen (Emergency Room, Chest Pain Units, etc.) angestrebt. Sollten sich für die neuen B·R·A·H·M·S-Biomarker nicht entsprechend klare klinische Profile aus den hochinvestiven Ausgaben für klinische Forschung ergeben, würde dieses das Umsatzwachstum des Unternehmens in den nächsten Jahren reduzieren.

Zusammenfassend sind die aufgezeigten Risiken für die künftige Entwicklung des Unternehmens aus heutiger Sicht beherrschbar, es scheint hinreichenden Grund zur Annahme zu bestehen, dass sie durch die beschriebenen Chancen und konservativ bewertete Wachstumsakzelleratoren ausgeglichen werden.

G. Prognosebericht

Die Gesellschaft geht davon aus, dass bei einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von 15 % die Marke von 100 Mio. € Jahresumsatz 2010 erreicht wird. Die Umsatz- und die Ergebnisbeiträge, die künftig mit hohen Lizenzeinnahmen und Erlösen mit PCT - Fremdformaten erzielt werden, steigern die Ertragskraft und somit den Unternehmenswert überproportional. Die geplanten finanziellen Mehraufwendungen für die Realisierung der strategischen Unternehmensziele werden sukzessive vollständig aus dem laufenden Cash - Flow finanziert werden können.

 

Hennigsdorf, den 31. März 2008

Dr. Bernd Wegener Albert Johannes Jonker
Vorstandsvorsitzender Mitglied des Vorstandes
- Controlling und Finanzen -
Dr. Andreas Bergmann Dr. Metod Miklus
Mitglied des Vorstandes Mitglied des Vorstandes
- Forschung und Entwicklung - - Operations -
Dr. Rudolf Nothelfer Ute Schütt
Mitglied des Vorstandes Mitglied des Vorstandes
- Vertrieb International - - Personal, Administration,
Materialwirtschaft und EDV -
Herbert Sucka
Mitglied des Vorstandes
- Marketing und Vertrieb International -

Bilanz zum 31. Dezember 2007

AKTIVA

Vorjahr
T€
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.341.224,00 731
2. Geleistete Anzahlungen 148.135,24 67
1.489.359,24 (798)
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 7.844.447,04 8.290
2. Technische Anlagen und Maschinen 924.969,56 914
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.942.058,17 3.174
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 95.447,66 0
12.806.922,43 (12.378)
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.402.583,18 1.386
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 2.635.553,49 7.636
3. Beteiligungen 255.645,94 256
4. Rückdeckungsversicherungen 813.711,73 704
6.107.494,34 (9.982)
20.403.776,01 (23.158)
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 2.351.668,59 2.090
2. Unfertige Erzeugnisse 2.392.495,38 2.362
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 4.457.364,75 2.141
9.201.528,72 (6.593)
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.249.288,12 4.766
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3.811.494,39 2.708
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 75.718,08 7
4. Sonstige Vermögensgegenstände 249.157,34 252
11.385.657,93 (7.733)
III. Wertpapiere
Eigene Anteile 0,00 0
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 122.078,80 492
20.709.265,45 (14.818)
C. Rechnungsabgrenzungsposten 315.396,42 359
41.428.437,88 38.335

PASSIVA

Vorjahr
T€
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 5.550.740,00 5.551
II. Kapitalrücklage 4.099.041,86 4.099
III. Bilanzgewinn 19.840,59 20
9.669.622,45 (9.670)
B. Sonderposten für Investitionszuschüsse und -zulagen zum Anlagevermögen 3.210.479,77 3.512
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.003.066,00 908
2. Steuerrückstellungen 100.000,00 100
3. Sonstige Rückstellungen 4.626.232,63 3.517
5.729.298,63 (4.525)
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 13.333.919,16 15.310
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.764.011,24 2.774
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.578.028,27 1.277
4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 5
5. Sonstige Verbindlichkeiten 391.078,36 310
- davon aus Steuern:
€ 181.204,75 (Vorjahr: T€ 191)
21.067.037,03 (19.676)
E. Rechnungsabgrenzungsposten 1.752.000,00 952
41.428.437,88 38.335

Gewinn- und Verlustrechnung für 2007

Vorjahr
T€
1. Umsatzerlöse 56.817.647,95 47.488
2. Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 193.312,41 144
3. Sonstige betriebliche Erträge 2.604.504,01 2.571
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -15.979.350,24 -14.141
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -76.743,01 -65
-16.056.093,25 (-14.206)
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -12.832.593,66 -10.805
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -2.168.683,54 -2.175
-15.001.277,20 (-12.980)
6. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -2.343.558,42 -2.221
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten 0,00 -324
-2.343.558,42 (-2.545)
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -20.589.525,34 -15.589
8. Erträge aus Beteiligungen 100.000,00 120
- davon aus verbundenen Unternehmen:
€ 100.000,00 (Vorjahr: T€ 120)
9. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 398.874,55 428
- davon aus verbundenen Unternehmen:
€ 393.424,93 (Vorjahr: T€ 415)
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 8.239,50 30
- davon aus verbundenen Unternehmen:
€ 0,00 (Vorjahr: T€ 22)
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -734.569,86 -546
- davon an verbundene Unternehmen:
€ 0,00 (Vorjahr: T€ 7)
12. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 5.397.554,35 4.915
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,00 67
14. Sonstige Steuern -17.997,90 -18
15. Jahresüberschuss 5.379.556,45 4.964
16. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags abgeführter Gewinn -5.379.556,45 -4.964
17. Gewinnvortrag 19.840,59 20
18. Bilanzgewinn 19.840,59 20

Entwicklung des Anlagevermögens zum 31. Dezember 2007

(Anlagenspiegel)

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2007 Zugänge Abgänge Umgliederungen 31.12.2007
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 17.833.933,85 869.467,58 -121.178,31 25.907,50 18.608.130,62
2. Geleistete Anzahlungen 67.428,42 106.614,32 0,00 -25.907,50 148.135,24
17.901.362,27 976.081,90 -121.178,31 0,00 18.756.265,86
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 11.529.503,75 0,00 0,00 0,00 11.529.503,75
2. Technische Anlagen und Maschinen 3.694.517,29 317.557,28 -51.066,35 0,00 3.961.008,22
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 9.084.809,52 2.159.081,06 -511.891,28 0,00 10.731.999,30
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 95.447,66 0,00 0,00 95.447,66
24.308.830,56 2.572.086,00 -562.957,63 0,00 26.317.958,93
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.661.434,79 1.052.130,39 -35.450,86 0,00 2.678.114,32
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 8.112.434,61 0,00 -5.000.000,00 0,00 3.112.434,61
3. Beteiligungen 255.645,94 0,00 0,00 0,00 255.645,94
4. Rückdeckungsversicherungen 704.371,62 109.340,11 0,00 0,00 813.711,73
10.733.886,96 1.161.470,50 -5.035.450,86 0,00 6.859.906,60
52.944.079,79 4.709.638,40 -5.719.586,80 0,00 51.934.131,39
Kumulierte Abschreibungen
Minderung
wegen
01.01.2007 Zugänge Abgängen 31.12.2007
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 17.102.977,85 285.107,08 -121.178,31 17.266.906,62
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
17.102.977,85 285.107,08 -121.178,31 17.266.906,62
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.239.116,71 445.940,00 0,00 3.685.056,71
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.780.869,73 306.235,28 -51.066,35 3.036.038,66
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.910.948,35 1.306.276,06 -427.283,28 6.789.941,13
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
11.930.934,79 2.058.451,34 -478.349,63 13.511.036,50
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 275.531,14 0,00 0,00 275.531,14
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 476.881,12 0,00 0,00 476.881,12
3. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00
4. Rückdeckungsversicherungen 0,00 0,00 0,00 0,00
752.412,26 0,00 0,00 752.412,26
29.786.324,90 2.343.558,42 -599.527,94 31.530.355,38
Buchwerte
31.12.2007 31.12.2006
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.341.224,00 730.956,00
2. Geleistete Anzahlungen 148.135,24 67.428,42
1.489.359,24 798.384,42
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 7.844.447,04 8.290.387,04
2. Technische Anlagen und Maschinen 924.969,56 913.647,56
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.942.058,17 3.173.861,17
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 95.447,66 0,00
12.806.922,43 12.377.895,77
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.402.583,18 1.385.903,65
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 2.635.553,49 7.635.553,49
3. Beteiligungen 255.645,94 255.645,94
4. Rückdeckungsversicherungen 813.711,73 704.371,62
6.107.494,34 9.981.474,70
20.403.776,01 23.157.754,89

Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2007

Beteiligungs- Abgekürzte
Name und Sitz des Unternehmens Eigenkapital quote Ergebnis 2007 Firmenbezeichnung
1. Verbundene Unternehmen
B·R·A·H·M·S Austria GmbH, Wien, Österreich € 148.167,51 100,0 % € 100.289,46 B·R·A·H·M·S Wien
B·R·A·H·M·S France S.A.S., Clichy, Frankreich € 811.654,13 90,0 % € 66.705,98 B·R·A·H·M·S France
Quatuor S.A., Nîmes, Frankreich € 958.419,69 100,0 % € 4.382,09 Quatuor S.A.
Cezanne S.A.S., Nîmes, Frankreich € 3.398.918,80 100,0 % € 284.169,79 Cezanne S.A.S.
B·R·A·H·M·S USA Inc., Annapolis, MD, USA $ -411.691,91 100,0 % $ 778.607,95 B·R·A·H·M·S USA
B·R·A·H·M·S UK Ltd., Bottisham, England £ 10.000,00 100,0 % *) £ 0,00 B·R·A·H·M·S UK
B·R·A·H·M·S Life Science GmbH, Wiesbaden € 26.685,21 100,0 % € 732,68 B·R·A·H·M·S Life Science
InVivo Biotech GmbH, Hennigsdorf € 99.484,20 60,0 % € 10.471,32 InVivo GmbH
HENO GmbH i. L., Wiesbaden € -1.402.689,45 100,0 % *) € 0,00 HENO GmbH
L-A-D Labor für Autoimmundiagnostik GmbH i. L., Hennigsdorf € -2.264,16 100,0 % *) € -47,66 L-A-D GmbH
2. Beteiligungsunternehmen
BIOTECH GmbH - BioTechnologieZentrum Hennigsdorf, Hennigsdorf € -792.927,36 49,0 % € -156.833,76 BIOTECH GmbH
BIOTECH II GmbH - BioTechnologieZentrum Hennigsdorf, Hennigsdorf € 47.090,06 100,0 % **) € -95.161,01 BIOTECH II GmbH

*) nicht konsolidiert im Konzernabschluss
**) Tochterunternehmen der BIOTECH GmbH

Aufgliederung der Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2007

(Verbindlichkeitenspiegel)

Restlaufzeit
31.12.2007 mehr
insgesamt bis 1 Jahr 1 - 5 Jahre als 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 13.333.919,16 9.430.311,66 1.761.023,62 2.142.583,88
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.764.011,24 3.764.011,24 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.578.028,27 3.578.028,27 0,00 0,00
Sonstige Verbindlichkeiten 391.078,36 391.078,36 0,00 0,00
- davon aus Steuern: (181.204,75) (181.204,75) (0,00) (0,00)
21.067.037,03 17.163.429,53 1.761.023,62 2.142.583,88

Anhang für das Geschäftsjahr 2007

Vorbemerkung

(1) Allgemeines

Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Dritten Buches des HGB (§§ 238 ff.) aufgestellt. Die ergänzenden Bestimmungen für Kapitalgesellschaften im Zweiten Abschnitt (§§ 264 ff.) wurden beachtet.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB gewählt.

Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft i. S. d. § 267 Abs. 3 i. V. m. Abs. 2 HGB.

(2) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, Währungsumrechnung

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen gemäß der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer, angesetzt. Die Herstellungskosten auf aktivierte Gebäude enthalten Teile der eigenen Verwaltungsaufwendungen.

Geringwertige Wirtschaftsgüter werden im Zugangsjahr vollständig abgeschrieben.

Für Investitionszuschüsse wurde in Vorjahren ein Sonderposten in Höhe der bewilligten Zuschüsse für Zugänge zum Anlagevermögen gebildet.

Im Berichtsjahr wurden wie in den Vorjahren gewährte Investitionszulagen wegen untergeordneter Bedeutung in voller Höhe unter dem Posten Sonstige betriebliche Erträge erfasst.

Finanzanlagen sind grundsätzlich zu Anschaffungskosten bewertet. Bei voraussichtlich dauerhaften Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. In die Herstellungskosten werden Material- und Fertigungsgemeinkosten einbezogen.

Soweit den Vorräten am Bilanzstichtag ein niedrigerer Wert beizulegen war, erfolgte eine Abwertung in entsprechender Höhe.

Die Forderungen werden zu Nominalwerten angesetzt. Bei der Bewertung der Forderungen werden erkennbare Risiken durch individuelle Wertberichtigungen berücksichtigt. Die Wertberichtigungen zur Berücksichtigung des allgemeinen Zins-, Bearbeitungs- und Kreditrisikos werden pauschal gebildet.

Die Pensionsrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Zugrundelegung eines Rechnungszinsfußes von 6 % p. a. ermittelt. Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.

Die Verbindlichkeiten werden mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt.

Vermögensgegenstände, die auf fremde Währung lauten, werden im Anschaffungszeitpunkt mit dem Devisenkurs bewertet. Fremdwährungsforderungen bzw. -verbindlichkeiten werden zum Bilanzstichtag gegebenenfalls mit dem niedrigeren bzw. höheren Stichtagskurs bewertet.

Erläuterungen zur Bilanz

(3) Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist in Anlage 3 a (Anlagenspiegel) dargestellt, die Angaben nach § 285 Nr. 11 HGB sind gemäß § 287 HGB in Anlage 3 b (Aufstellung Anteilsbesitz) aufgeführt.

(4) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bzw. Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind in Höhe von T€ 2.255 gleichzeitig den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zuzuordnen.

Die Sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Beträge mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr in Höhe von T€ 42.

(5) Eigenkapital

Das Grundkapital beträgt € 5.550.740,00, eingeteilt in 5.550.740 auf den Namen lautende Stückaktien.

Aufgrund des Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages vom 28. September 2005 zwischen B.R.A.H.M.S Aktiengesellschaft und B.R.A.H.M.S Holding GmbH wurde der Jahresüberschuss in Höhe von € 5.379.556,45 zum 31. Dezember 2007 vollständig abgeführt.

(6) Sonderposten für Investitionszuschüsse und -zulagen zum Anlagevermögen

Der Sonderposten wurde gebildet für Zuwendungen der öffentlichen Hand. Die Zuführungen betragen T€ 0, die Auflösungen analog zu den Abschreibungen auf das bezuschusste Anlagevermögen T€ 302.

Bei Auflösung des Sonderpostens mit Rücklageanteil werden nach derzeitigen Steuersätzen rund 30 % Ertragsteuern anfallen.

(7) Sonstige Rückstellungen

Die Sonstigen Rückstellungen enthalten Beträge für Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern und Vorstand (T€ 2.640) sowie für sonstige Verpflichtungen (T€ 1.986), insbesondere für ausstehende Lieferantenrechnungen (T€ 1.224), Archivierungskosten (T€ 200) und Kosten für Vertragsauflösung (T€ 150).

(8) Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten ergeben sich aus dem als Anlage 3 c beigefügten Verbindlichkeitenspiegel.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bzw. Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind in Höhe von T€ 3.150 gleichzeitig den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zuzuordnen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind besichert durch:

- brieflose Grundschulden auf dem Grundstück Hennigsdorf in Höhe von T€ 5.027

- Sicherungsübereignung von 24 Kryptor-Automaten

Darüber hinaus besteht eine Grundschuld in Höhe von T€ 2.094 im Zusammenhang mit den gewährten Fördermitteln.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(9) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:

2007 2006
T€ T€
Inlandsumsätze 23.208 19.706
Auslandsumsätze 34.442 28.318
Erlösschmälerungen -832 -535
56.818 47.489

Die in Lizenzverträgen vereinbarten Downpayments werden über die Laufzeit der ihnen zugrunde liegenden Lizenzverträge verteilt. Für 2007 ergibt sich daraus ein Umsatz von T€ 200.

(10) Sonstige betriebliche Erträge

Enthalten sind u. a. Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen (T€ 302), Auflösungen von Rückstellungen (T€ 294), Entschädigungen (T€ 324) sowie aufwandsbezogene Zuschüsse aus öffentlichen Fördermitteln (T€ 917).

(11) Personalaufwand (Mitarbeiter)

Mitenthalten sind Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung in Höhe von T€ 692 (Vorjahr: T€ 628). Infolge der in Vorjahren eingetretenen Änderung der Berechnungsparameter und der reduzierten Überschussanteile ergibt sich eine Deckungslücke in Höhe von rund € 1,4 Mio., die durch jährliche Unterstützungskassenbeiträge in Höhe von rund T€ 180 geschlossen wird.

Zum Bilanzstichtag waren 219 Mitarbeiter beschäftigt. Die Arbeitnehmerzahl belief sich im Jahresdurchschnitt auf 207 Mitarbeiter und setzt sich wie folgt zusammen:

2007 2006
Vorstand 7 7
Administration (Personal, Materialwirtschaft, Einkauf, EDV) 27 25
Finanzen, Controlling 9 9
Produktion, Qualitätskontrolle 67 67
Forschung, Entwicklung 22 17
Marketing, Vertrieb 71 59
Auszubildende 4 6
207 190

Sonstige Pflichtangaben

(12) Geschäftsführungsorgan

Der Vorstand besteht aus folgenden Mitgliedern:

- Dr. Bernd Wegener (Vorsitzender)

- Dr. Andreas Bergmann

- Albert Jonker

- Dr. Metod Miklus

- Dr. Rudolf Nothelfer

- Ute Schütt

- Herbert Sucka

(13) Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat besteht aus folgenden Mitgliedern:

- Dr. Gerald Möller, Diplom-Chemiker, Heidelberg (Vorsitzender)

- Renke Lührs, Rechtsanwalt, Berlin (stellvertretender Vorsitzender)

- Dr. Werner Schaefer, Diplom-Chemiker, Wiesbaden

(14) Bezüge der Organmitglieder und früherer Organmitglieder

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes für ihre Tätigkeit während des gesamten Geschäftsjahres 2007 betragen einschließlich der Zuführung zur Rückstellung für den Bonus 2007 T€ 2.793.

Die Bezüge des Aufsichtsrates belaufen sich auf T€ 118.

(15) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Finanzielle Verpflichtungen an die BIOTECH GmbH aus der Anmietung von Geschäftsgebäuden betragen jährlich ohne Betriebskosten netto T€ 560 bis zum 31.10.2012.

Für Leasingverträge für Betriebs- und Geschäftsausstattung betragen die Verpflichtungen für das Geschäftsjahr 2008 T€ 193. Die Verpflichtungen bis zum Ablauf der Verträge im Jahr 2010 betragen T€ 433.

Aus dem Vertrag zum Outsourcing des IT-Bereichs bestehen Verpflichtungen von jährlich netto rund T€ 650. Der Vertrag hat eine Laufzeit bis zum Dezember 2011.

(16) Mutterunternehmen/ Konzernabschluss

Die B.R.A.H.M.S Holding GmbH, Hennigsdorf, hält 100 % der Geschäftsanteile an der B.R.A.H.M.S Aktiengesellschaft, Hennigsdorf.

Die B.R.A.H.M.S Aktiengesellschaft ist in den von der B.R.A.H.M.S Holding GmbH erstellten Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS), der beim Amtsgericht Neuruppin unter HR B 7421 NP hinterlegt wird, einbezogen.

Die in diesem Konzernabschluss von deutschem Recht abweichend angewandten Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsmethoden sind in dem Konzernanhang der B.R.A.H.M.S Holding GmbH erläutert.

Die B.R.A.H.M.S Aktiengesellschaft macht von den Befreiungsvorschriften des § 291 Abs. 1 HGB Gebrauch und stellt keinen Konzernabschluss und Konzernlagebericht auf.

 

Hennigsdorf, den 31. März 2008

Der Vorstand
Dr. Bernd Wegener
Dr. Andreas Bergmann
Albert Johannes Jonker
Dr. Metod Miklus
Dr. Rudolf Nothelfer
Ute Schütt
Herbert Sucka

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der B∙R∙A∙H∙M∙S Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1.1.2007 bis 31.12.2007 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt.

Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht im Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Berlin, 14. April 2008

RöverBrönner KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Dr. Christoph Regierer, Wirtschaftsprüfer
Dirk Schulz, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft erstattet der Hauptversammlung folgenden Bericht gemäß § 171 Abs. 2 AktG:

Der Aufsichtsrat hat sich während des am 31. Dezember 2007 endenden Geschäftsjahres in sechs Sitzungen sowie durch mündliche und schriftliche Berichte des Vorstands über die allgemeine Geschäftsentwicklung und wichtige Einzelvorgänge der Gesellschaft informiert. In seinen Sitzungen hat der Aufsichtsrat alle vom Vorstand vorgelegten wesentlichen Entscheidungen und insbesondere diejenigen Maßnahmen, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, eingehend mit dem Vorstand diskutiert und beraten. Zu den wichtigsten Diskussionspunkten zählten die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft, Markt- und Wettbewerbsperspektiven, mögliche Aktivitäten zur Verbesserung der Unternehmensposition in den Kerngeschäftsfeldern und weitere Fragen der Unternehmensstrategie.

Die Buchführung, der Jahresabschluss und der Lagebericht zum 31. Dezember 2007 wurden von der RöverBrönner KG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als Abschlussprüfer geprüft, mit den Büchern und den gesetzlichen Vorschriften als übereinstimmend befunden und mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen. Aufgrund eigener Prüfungsfeststellungen und nach ausführlicher Erörterung mit dem Abschlussprüfer schließt sich der Aufsichtsrat dem Ergebnis des Prüfungsberichts des Abschlussprüfers an. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung erhebt der Aufsichtsrat keine Einwendungen gegen den Jahresabschluss und den Lagebericht und billigt diesen Abschluss und Bericht. Mit seiner Billigung ist der Jahresabschluss festgestellt.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeitern der Gruppe für ihren Einsatz und die konstruktive Zusammenarbeit.

 

Berlin, den 28. April 2008

B·R·A·H·M·S Aktiengesellschaft

Dr. Gerald Möller Der Aufsichtsrat, Vorsitzender

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