Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 212486
Vorher
aptus 1543. GmbH
Eingetragen
26.11.2019
Branche
Managementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenKauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und NichtwohngebäudenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
Die Erbringung von Dienstleistungen zur Unterstützung der Konzernholding bei der Leitung des Konzerns und der übrigen Gesellschaften des Konzerns, insbesondere durch Bereitstellung der Leitungsfunktionen und Fachabteilungen wie z.B. HR, Marketing, Vertrieb, Finance, lT, Development, Compliance und Strategie unter Ausschluss von Tätigkeiten, die einer Erlaubnis, insbesondere nach dem Kreditwesengesetz (KWG), dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB), der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) oder der Gewerbeordnung (GewO) bedürfen. Die Unternehmensgruppe ist in den Geschäftszweigen Erwerb, Entwicklung, Verwaltung und Veräußerung von Sozialimmobilien tätig.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Dirk Stenger
seit 20.1.2020
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

100.00% identifiziert0.00% ungelöst

Identifizierte Personen (1)

NameAnteil
Felix Herbert Gottfried Friedrich Edler von Braun+1
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
DPF GmbH
Germany
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

DPF GmbH (vormals: DPF AG)

Berlin

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Inhaltsverzeichnis

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bus 31. Dezember 2022

Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

1. Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

2. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

3. Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022

Entwicklung für das Konzernanlagevermögen für das Geschäftsjahr 2022

4. Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2022

5. Entwicklung des Konzerneigenkapitals zum 31. Dezember 2022

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022

1. Grundlagen der DPF GmbH

1.1 Geschäftsmodell und rechtliche Struktur

Das Unternehmen unterscheidet im Konzernlagebericht nicht zwischen den Geschlechtern, und verwendet immer die maskuline Form von Personenbezeichnungen. Dies soll eine neutrale Sprache sein, die darauf abzielt, alle Menschen gleichermaßen und ohne jegliche Voreingenommenheit anzusprechen.

Die DPF GmbH ist die Muttergesellschaft des DPF-Konzerns mit Sitz in Berlin. Die DPF-Gruppe ist ein führender unabhängiger Anbieter von Premium-Wohnmodellen in Deutschland mit 612 Mitarbeitern am 31. Dezember 2022. Das Angebot der DPF-Gruppe konzentriert sich auf das Geschäftsfeld "Wohnen im Alter" und hochwertige begleitende Serviceleistungen, die insbesondere mit den Megatrends Demografie, Urbanisierung und Digitalisierung korrespondieren.

Durch ihre Marke Tertianum Premium Residences und weitere Premium-Angebote wie die Brasserie Colette Tim Raue ist die Gruppe im hochwertigen Bereich dieses Segments etabliert und gut aufgestellt. Durch eine Mehrheitsbeteiligung an dem exklusiven Concierge-Anbieter RAS Services GmbH ist das Unternehmen zusätzlich in Deutschland und Österreich im Bereich Residential- und Reception-Concierge sowie hochwertiger Büro- und Empfangsdienste präsent. Des Weiteren hält die DPF-Gruppe Immobilien. Sie verfolgt bei Erwerb, Betrieb und Finanzierung von seniorengerechten Wohnimmobilien das Ziel der Optimierung von Qualität und Wirtschaftlichkeit - und das sowohl auf der Immobilien- als auch auf der Betreiberseite.

Die DPF-Gruppe hat sich der Mitgestaltung des demografischen Wandels verschrieben. Um der Vielfalt der Veränderungen gerecht zu werden, entwickelt die DPF-Gruppe zukunftsfähige Angebote. Wichtigstes Prinzip ist in diesem Zusammenhang das Streben nach exzellenter Qualität und ganzheitlichen Lösungen. Dabei liegt allen Entscheidungen und Vorhaben das Ideal eines selbstbestimmten und vielseitigen Lebens im Alter zugrunde. Dafür investiert die DPF-Gruppe in wegweisende Produkte für die alternde Gesellschaft von morgen, u. a. mit dem Konzept "livrée". Hierbei handelt es sich um ein innovatives, einzigartiges und reproduzierbares Wohnkonzept für die Zielgruppe 65+.

Der demographische Wandel und die damit sich parallel entwickelnde Versorgungslücke an Wohnraum für die ältere und sich immer stärker nach verschiedenen Bedürfnissen und Erwartungen differenzierende Zielgruppe birgt große Marktpotentiale für ein Wohnkonzept, das den Schwerpunkt auf folgende Anforderungen und Bedürfnisse legt:

Sicherheit

barrierearmer bzw. barrierefreier Wohnraum

angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis

modernes Ambiente

Anschluss an eine Community

Das Livree-Konzept bietet Unterstützung bei Pflege- und Betreuungsbedarf. Auf Wunsch wird individuelle Hilfestellunggegeben bei:

der Bereitstellung von Informationsmaterial

der Bereitstellung örtlicher Verzeichnisse zu Haus- und Fachärzten, medizinischen Einrichtungen und Pflegdiensten

der Beantragung von Leistungen der sozialen oder privaten Pflegeversicherung

der Einrichtung von Hausnotrufdiensten

der Inanspruchnahme von ambulanten bzw. häuslichen Pflegeleistungen in den eigenen Wohnräumen durch ambulante Pflegedienste von regionalen Qualitätsführern

Information von Angehörigen im Fall von Krankenhausaufenthalten

Organisation von Besuchsdiensten

1.2 Service-Gesellschaften und Gastronomie

Den Kern der Betreibergesellschaften bildet die im Jahre 2014 erworbene Tertianum-Gruppe. Die Steuerung der Tertianum-Gesellschaften erfolgt durch die Tertianum Service GmbH, eine 100%ige Tochter der DPF GmbH.

Neben der Tertianum Service GmbH sind weitere folgende Gesellschaften Teil der Gruppe:

 

Residenzwohnen Passauer Str. 5-7 GmbH

 

Tertianum Seniorenresidenzen Betriebsgesellschaft mbH

 

Tertianum Seniorenresidenz Betriebsgesellschaft München mbH

 

Tertianum Sternwarte Service GmbH

 

livree Service GmbH

Tertianum vereint mit den Flagships «Tertianum Premium Residences» 5-Sterne-Services, ein Kultur- und Wellnessprogramm, Concierge-Services und ambulante sowie vollstationäre Pflege. Die Tertianum Premium Residences Berlin, München und Konstanz bieten unter diesen Prämissen Premium-Wohnen für ein selbstbestimmtes Leben in zentraler städtischer Lage.

In jeder Residenz werden den Bewohnern die Dienste eines Pflegewohnbereichs mit 20 bis 25 Plätzen angeboten. Darüber hinaus wird am Standort München die Inanspruchnahme der Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes innerhalb des Gebäudes ermöglicht. Der ambulante Dienst agiert hierbei im Rahmen der Abschnitte V und XI des Sozialgesetzbuchs. Die Pflegewohnbereiche haben einen Versorgungsvertrag nach § 72 SGB XI mit den Pflegekassen geschlossen, allerdings ohne Vergütungsvereinbarungen gemäß § 85 SGB XI. Unabhängig davon wurden in allen Residenzen in Bezug auf die zusätzlichen Betreuungsleistungen Vergütungsvereinbarungen nach §43b SGB XI geschlossen, die jedes Jahr mit den Pflegekassen neu verhandelt werden.

Daneben bieten die «Tertianum Suites» ein hochwertiges Wohnangebot für selbstbestimmtes Wohnen inmitten der Stadt.

Die Brasserie Colette Tim Raue ist an den drei Tertianum-Standorten München, Berlin und Konstanz vertreten.

Die Brasserien werden von der CUK Gastronomie Betriebsgesellschaft mbH, einer 100%igen Tochter der Tertianum Service GmbH, betrieben.

1.3 Concierge-Service

Die Mehrheitsbeteiligungen an der RAS Services GmbH, Berlin, sowie GCS - Grand Concierge Service & Empfangsdienste GmbH, Wien, (nachfolgend RAS-Gruppe) bildet mit ihren Angeboten im Bereich Concierge-Dienste für Privat- und Bürogebäude, Outsourcing von Empfangsdiensten, Beratung, exklusive Sicherheitsdienste sowie digitale Angebote einer Concierge-App seit 2019 einen weiteren Schwerpunkt des Serviceangebots der DPF-Gruppe. Alle Services der RAS-Gruppe dienen der Unterstützung und Entlastung von Privathaushalten, Bürogemeinschaften, Projektentwicklern und Hausverwaltungen, aber auch Wohnungs- und Immobilieneigentümern. Sie werden je nach Objekt und Bedürfnissen individuell angepasst. Das RAS-Managementsystem wurde im Rahmen eines unabhängigen Audits gemäß DIN EN ISO 9001:2015 zertifiziert und folgt definierten Qualitätsmaßstäben. Folgende Servicebereiche umfasst das Leistungsspektrum der RAS-Gruppe:

Wohnconcierge

Büroconcierge

Empfangsoutsourcing und Office Management

Sicherheitsservice (mit Kooperationspartner)

Digitaler Service durch die RAS Concierge Apps "RAS Residential" und "RAS-Office"

Immobilienberatung

1.4 Immobilien

Die DPF-Gruppe analysiert Bedürfnisse und Potenziale von Standorten für altersgerechte Immobilien wie Pflegeeinrichtungen, Seniorenresidenzen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens bis hin zu Service-Wohnkonzepten. Der Schwerpunkt liegt auf der Auswahl des richtigen Standortes in Kombination mit dem dazu passenden Nutzungs- und Servicekonzept. Daneben betreibt die DPF-Gruppe die Entwicklung und prüft ggf. eine Beteiligung an oder die Übernahme der gesamten Liegenschaft. Neben der Expansion der Eigenmarken sollen weiterhin auch Immobilien mit Drittbetreibern erworben werden.

Das Immobiliengeschäft wird durch die DPF Real Estate Management GmbH, einer 100%igen Tochter der DPF GmbH, koordiniert.

Folgende Konzerngesellschaften sind dem Halten und dem Vermieten von Immobilien zuzuordnen:

DPF Real Estate Holding GmbH, Berlin

Blackcurrant 1. Immobilien GmbH, Berlin

Blackcurrant 2. Immobilien GmbH, Berlin

Blackcurrant 3. Immobilien SCI, Grasse

Beteiligungsgesellschaft Sternwarte mbH, Berlin

DPF Immobilen Treuhand GmbH, Berlin

Tertianum Immobilien GmbH & Co KG, Berlin

1.6 Steuerungssystem

Das finanzielle und nicht-finanzielle Steuerungssystem orientiert sich an den Interessen und Ansprüchen des Gesellschafters bzw. der Konzernmuttergesellschaft und stellt die Basis für eine wertorientierte Unternehmensführung dar. Grundlage ist die jährliche Budgetplanung mit der Prognose über die finanziellen Leistungsindikatoren EBITDA, Umsatz und den Kapitalfluss (Cashflow) als maßgebliche Steuerungsgrößen. Darüber hinaus relevant ist das 5-Jahres-Budget, welches mindestens alle zwölf Monate aktualisiert wird. Die Budgetwerte werden monatlich in Bezug zu den Ist-Werten und deren Abweichungen analysiert.

Im Geschäftsjahr betrug das EBITDA für den Konzern minus 4,9 Mio. Euro (Vorjahr: plus 3,3 Mio. Euro), davon entfielen auf die Tertianum-Gruppe minus 1,0 Mio. Euro (Vorjahr: minus 1,2 Mio. Euro), auf die RAS-Gruppe plus 0,5 Mio. Euro (Vorjahr: plus 0,6 Mio. Euro) und auf die Immobilien-Gruppe minus 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: plus 7,7 Mio. Euro). Der Kapitalfluss betrug für das Jahr 2022 minus 6,2 Mio. Euro (Vorjahr: minus 6,9 Mio. Euro). Davon entfielen auf den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit minus 4,5 Mio. Euro (Vorjahr: minus 4,9 Mio. Euro), auf den Cashflow aus Investitionstätigkeit minus 1,7 Mio. Euro (Vorjahr: plus 10,5 Mio. Euro) und auf den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit minus 0,03 Mio. Euro (Vorjahr: minus 12,4 Mio. Euro).

Neben den finanziellen Leistungsindikatoren werden für die verschiedenen Bereiche die nichtfinanziellen Indikatoren budgetiert, überwacht und analysiert. Für den Bereich Residenzwohnen ist das vor allem die Auslastung (Anzahl der vermieteten Einheiten vs. in Vermietung befindlichen Einheiten) der Wohnungen (2022: 96 %, 2021: 95 %). Für den Pflegewohnbereich sind die wesentlichen Kennzahlen die Auslastung (Anzahl der vermieteten Einheiten vs. in Vermietung befindlichen Einheiten) und die gebuchten Pflegetage (Anzahl der insgesamt vorhandenen Einheiten multipliziert mit der Anzahl der Kalendertage eines Monats multipliziert mit der Auslastung). Für den Conciergeservice wird dem Management monatlich die Anzahl der Objekte unter Vertrag berichtet.

1.7. Der Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2022 (bis zum Formwechsel) die Geschäfte der DPF AG basierend auf einem quartalsmäßigen Reporting überwacht. Dieses Reporting enthält die wesentlichen Entwicklungen der Ertrags-, Finanz-, und Vermögenslage sowie eine Analyse der Abweichungen zum Budget. Außerdem wurde der Aufsichtsrat jährlich über die aktualisierte 5-Jahres-Planung informiert. Der Aufsichtsrat kam mindestens zweimal jährlich zu einer Aufsichtsratssitzung zusammen und informiert sich fortlaufend unterjährig auch außerhalb seiner Sitzungen durch Gespräche mit dem Vorstand.

Der Aufsichtsrat wurde mit Beschluss des Formwechsels der DPF AG in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung am 24.11.2022 aufgelöst.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und branchenspezifische Entwicklung

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die DPF GmbH und ihre Tochtergesellschaften sind überwiegend deutsche Kapitalgesellschaften oder Personenhandelsgesellschaften, mit Ausnahme der GCS-Grand Concierge Service & Empfangsdienste GmbH, Wien, sowie der Blackcurrant 3. Immobilien SCI, Grasse. Insofern ist die wirtschaftliche Entwicklung der Gruppe wesentlich von den makroökonomischen Bedingungen in Deutschland beeinflusst, die im Folgenden beschrieben werden.

Die relativ positive wirtschaftliche Dynamik zu Beginn des Jahres 2022 wurde durch den Beginn der russischen Invasion in der Ukraine am 24. Februar 2022 überschattet. Weitere Störungen in den globalen Lieferketten sowie der andauernde Handelskonflikt zwischen China und den USA haben zu deutlich ansteigenden Inflationsraten geführt. Infolgedessen haben die Zentralbanken damit begonnen, ihre Geldpolitik zu straffen, was sich in signifikanten Anstiegen der Leitzinsen niederschlug. Trotz der ersten Leitzinserhöhungen seit 2016 verzeichnete Europa eine Inflationsrate im zweistelligen Bereich, die zu einem verhaltenen Wirtschaftswachstum führte Leitzinsentwicklung in der Eurozone: 1

21.07.2022 0,50 %
08.09.2022 1,25 %
28.10.2022 2,00 %
15.12.2022 2,50 %

Das dritte Jahr der COVID-19-Pandemie war überschattet von der zunehmenden Inflation und einer sehr verhaltenen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Dagegen hellte sich die gesamtwirtschaftliche Stimmung deutlich auf. Im Jahr 2022 betrug das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands, der größten Volkswirtschaft Europas, 2 rund 3,87 Billionen Euro. 3 Damit wuchs das deutsche Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahr trotz steigender Energiepreise, dem Ukraine-Krieg und der Inflation um 1,8 %.

Im Jahresdurchschnitt 2022 waren rund 45,57 Mio. Personen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Die Anzahl der Arbeitslosen reduzierte sich auf 2.418.000. 4 Diese Entwicklungen lassen sich auf die Vorjahresprognose sowie auf die Erfassung ukrainischer geflüchteter Personen zurückführen. Insgesamt lag die Entwicklung im Forecast der ifo-Prognose. 5

Die Preisentwicklung für private Verbrauchsausgaben im Jahr 2022 (Verbraucherpreisindex) als einer der zentralen Indikatoren zur Beurteilung der Geldwertentwicklung in Deutschland lag 2022 bei 110,2 Punkten. 6 Der sprunghafte Anstieg um 6,9 % gegenüber 2021, verursacht durch den Ukraine-Krieg und die damit einhergehenden Energiepreise, führte zu gestiegenen Produktions- und Lebenshaltungskosten.

1 Quelle: https://www.finanzen.net/zinsen/leitzins/historisch Zugriff: 9. Juni 2023
2 Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/188776/umfrage/bruttoinlandsprodukt-bip-in-den-eu-laendern/#:~:text=Bruttoinlandsprodukt%20(BIP)%20in%20den%20L%C3%A4ndern%20der%20EU%2020
22&text=Deutschland%20ist%20im%20Jahr%202022,der%20Europ%C3%A4ischen%20Union%20(EU) Zugriff: 6. September 2023
3 Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1251/umfrage/entwicklung-des-bruttoinlandsprodukts-seit-dem-jahr1991/Zugriff: 9.Juni 2023
4 Quelle: https://www.arbeitsagentur.de/presse/2023-02-jahresrueckblick-2022 Zugriff: 5. Juli 0223
5 Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/74470/umfrage/prognose-des-ifo-zur-entwicklung-der-arbeitslosenzahl/ Zugriff: 5. Juli 2023
6 Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2550/umfrage/entwicklung-des-verbraucherpreisindex/ Zugriff: 5. Juli 2023

Die Bundesregierung stellte 2022 drei umfassende Entlastungspakete im Gesamtwert von 100 Milliarden Euro für die deutsche Bevölkerung zur Verfügung. Ziel war das Abfedern der hohen Energiekosten und deren Folgen für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen. Durch den Rückbau der kalten Progression wurde zudem vor inflationsbedingter erhöhter Besteuerung geschützt. 7 Speziell für Seniorenresidenzen und Einrichtungen der ambulanten und stationären Pflege wurden besondere Förderprogramme aufgelegt, die von der DPF-Gruppe geprüft und bei Erfüllung der Förderrichtlinien genutzt wurden.

Im Geschäftsjahr wurden Coronahilfen gem. § 150 Abs. 2 SGB XI (SARS-CoV-2 bedingten Mehraufwendungen sowie Mindereinnahmen), Unterstützungen gem. § 7 TestV (Erstattung von Antigentests) sowie Fördermittel der kommunalen Investitionsförderung für ambulante Pflegedienste (AGSG) in Anspruch genommen.

Demographische Entwicklung

Aktuellen Vorausberechnungen und Prognose des Statistischen Bundesamtes zufolge wird die Einwanderung aus der Ukraine die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland erheblich beeinflussen. Voraussichtlich 84 Millionen Menschen werden im Jahr 2022 in Deutschland leben. Weitere Vorhersagen gehen von einer Bevölkerung von 85 Millionen Menschen bis zum Jahr 2031 aus. Der damit einhergehende Zuwachs von älteren Menschen beinhaltet Angaben von mindestens 20 Millionen Menschen bis Mitte der 2030er Jahre. Eine eklatante Zunahme des Pflegebedarfs ab Mitte der 2030er Jahre ist ebenfalls erwartbar. Herausfordernd wird die wachsende Anzahl der Pflegebedürftigen ab 67 Jahren in westdeutschen Bundesländern und den deutschen Stadtstaaten. 8

Nach wie vor müssen bis zum Jahr 2040 mindestens rund 3 Mio. barrierefreie und altersgerechte Wohnungen geschaffen werden, um den prognostizierten Bedarf aus der demographischen Entwicklung zu decken. Ein Bestand von nur rund einer Million barrierearmen Wohnungen steht dem gegenüber. 9

Entwicklung im Bereich Pflege

Die fünf wichtigsten Aspekte, die die Pflegeentwicklung in Deutschland betreffen, sind:

Demografischer Wandel: Der demografische Wandel mit einer alternden Bevölkerung stellt eine der größten Herausforderungen für die Pflegeentwicklung dar. Die steigende Zahl älterer Menschen führt zu einem erhöhten Bedarf an Pflegeleistungen und erfordert entsprechende Maßnahmen, um eine angemessene Versorgung sicherzustellen.

Fachkräftemangel: Deutschland leidet unter einem erheblichen Fachkräftemangel in der Pflege. Es gibt nicht ausreichend qualifiziertes Personal, um den steigenden Bedarf an Pflegeleistungen zu decken. Der Mangel an Pflegefachkräften hat Auswirkungen auf die Versorgungsqualität und stellt eine der dringendsten Herausforderungen für die Pflegeentwicklung dar.

7 Quelle: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Entlastungen/schnelle-spuerbare-entlastungen.html Zugriff: 29. August 2023
8 Quelle: https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Demografischer-Wandel/_inhalt.html#353406 Zugriff: 29. August 2023
9 Quelle: Deschermeier, Philipp, 2023, Altersgerechter Wohnraum, in: IW-Trends, 50. Jg., Nr. 2, S. 115-134 Zugriff: 29. August 2023

Pflegereformen und Finanzierung: Die Einführung und Weiterentwicklung von Pflegereformen spielen eine zentrale Rolle in der Pflegeentwicklung. Die Anpassung der Pflegeleistungen, die Verbesserung der Qualität der Pflege und die Diskussion um die Finanzierung der Pflege sind wichtige Aspekte, die stetig weiterentwickelt werden müssen.

Ambulante versus stationäre Pflege: Der Ausbau der ambulanten Pflege und die Förderung des Verbleibs von Pflegebedürftigen in ihrer häuslichen Umgebung gewinnen an Bedeutung. Es wird angestrebt, die stationäre Pflege auf schwerere Pflegefälle zu fokussieren und die ambulante Pflege als bevorzugte Form der Versorgung zu stärken.

Digitalisierung und Technologie: Die Digitalisierung hat auch im Pflegesektor Einzug gehalten und spielt eine immer größere Rolle. Der Einsatz von Technologien wie elektronischen Patientenakten, Telemedizin, Assistenzrobotern und anderen digitalen Lösungen kann die Effizienz und Qualität der Pflege verbessern und zur Bewältigung der Herausforderungen beitragen.

Alle Aspekte werden vom demografischen Wandel in Deutschland berührt und getrieben. Die 15. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des statistischen Bundesamtes zeigt, dass der Anteil der Menschen ab 67 Jahren weiterwachsen wird - bis Mitte der 2030er Jahre auf mindestens 20 Millionen Personen. 10 Zum Ende des Jahres 2021 war ein Drittel der Pflegebedürftigen mindestens 85 Jahre alt. Die Anzahl der Pflegebedürftigen in Deutschland belief sich Ende 2021 auf 4,96 Millionen Menschen. Das ist ein Anstieg von 20 % um 0,83 Millionen Personen seit der zuletzt erhobenen Pflegestatistik im Jahr 2019. 11 Laut einer Prognose des Statistischen Bundesamtes könnte die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland bis 2050 auf 6,5 Millionen Menschen ansteigen. Ursache hierfür ist vor allem die kontinuierlich zunehmende Zahl älterer Menschen in Folge einer stetig besser werdenden medizinischen Versorgung. 12

Entwicklung im Bereich Immobilien

Der seit Jahren andauernde Preisanstieg für Wohnimmobilien hat im Jahr 2022 durch die gestiegenen Finanzierungskosten und die hohe Inflation abrupt geendet. Die Nachfrage brach durch die Teuerung in der ersten Jahreshälfte 2022 ein. Dadurch kam es zu einem Preisrutsch von 9 %. Die Verschlechterung des finanziellen Spielraums bei Kaufinteressenten und Mietern sowie die starken Zinssteigerungen für Hypothekendarlehen haben die Resonanz vorerst gebremst. Das prognostizierte Ende der Immobilienhochkonjunktur ist somit eingetreten. Die Verbesserung des bestehenden Wohnraumangebotes konnte durch die Knappheit bei Roh- und Baustoffen sowie dem Fachkräftemangel nicht erfolgen. Neubauten blieben im Vergleich zu Bestandsimmobilien unrentabel und sind vielerorts gestoppt worden. Die Verknappung von städtischem Wohnraum in deutschen Ballungsräumen wie München, Hamburg, Düsseldorf und Berlin hat zu Mietsteigerungen von 4,9 % bei Neuvertragsmieten geführt. 13

10 Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressekonferenzen/2022/bevoelkerungsvorausberechnung/statementbvb.pdf?_blob=publicationFile Zugriff: 7. September 2023
11 Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/12/PD22_554_224.html Zugriff: 5. Juli 2023
12 Quelle. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/168254/umfrage/pflegebeduerftige-in-deutschland-seit-2007/ Zugriff: 6. September 2023
13 Quelle: https://www.bundesbank.de/de/aufgaben/themen/preise-fuer-wohnimmobilien-nach-langem-anstieg-2022-erstmalig-gesunken-905228 Zugriff: 7. Juli 2023

2.2 Ertragslage

2.2.1 Darstellung der Ergebnisse

Die Umsatzerlöse der DPF-Gruppe für das Geschäftsjahr 2022 betrugen 38,3 Mio. Euro (Vorjahr: 35,3 Mio. Euro). Davon entfielen auf die Tertianum-Betriebsgesellschaften 26,1 Mio. Euro (Vorjahr: 23,7 Mio. Euro), auf die RAS-Gruppe 11,7 Mio. Euro (Vorjahr: 10,1 Mio. Euro) und auf die Immobiliensparte 0,3 Mio. Euro (Vorjahr: 0,8 Mio. Euro). Damit konnte das Budget für die DPF-Gruppe für das Jahr 2022 um 1,8% leicht übertroffen werden. Die Umsätze der Tertianum-Betriebsgesellschaften resultieren im Wesentlichen aus den Residenzentgelten der drei Tertianum-Residenzgesellschaften sowie den Umsätzen der drei Colette-Restaurants. Die Umsatzerlöse der RAS- Gruppe ergeben sich aus den Monatspauschalen der Immobilienbetreiber und die Umsatzerlöse der Immobiliensparte aus den Mieteinnahmen. Während die Umsätze in den Tertianum-Residenzgesellschaften Berlin und München aufgrund von höheren Residenzentgelten bei Neuvermietungen um 10,1 % bzw. 3,5 % gestiegen sind, sanken die Umsätze am Standort Konstanz aufgrund geringerer Corona-Erstattungen für Mehraufwendungen. Die Colettes waren in 2022 nach den coronabedingten Schließungen erstmals wieder ganzjährig geöffnet. Die Umsätze stiegen um 90% auf 3,5 Mio. Euro. Zusätzliche Umsatzsteigerungen (+ 15,4 %) resultieren im Jahr 2022 aus Neuverhandlung von Pauschalen und zusätzlich unter Vertrag genommenen Objekten in der RAS-Gruppe.

Bei den Betriebs-, RAS- und sonstigen Gesellschaften sind, wie in den Vorjahren, die Personalaufwendungen in Höhe von 21,5 Mio. Euro (Vorjahr: 18,5 Mio. Euro) die größte Aufwandsposition. Davon entfallen auf die operativen Gesellschaften 2,7 Mio. Euro (RAS +1,4 Mio. Euro, Tertianum Gruppe 1,3 Mio. Euro). Hier sind sowohl die tariflichen Anpassungen im Bereich Pflege, inflationsbedingte Gehaltsanpassungen zur Bindung der Mitarbeiter im Unternehmen und die Rekrutierung zusätzlichen Personals für neue Conciergeobjekte als Kostentreiber zu nennen. An den Residenzstandorten bleiben die Raumkosten (Pachten und Nebenkosten) in Höhe von 8,6 Mio. Euro (Vorjahr: 8,2 Mio. Euro) die zweitgrößte Aufwandsposition.

Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände) der gesamten DPF-Gruppe beläuft sich im Geschäftsjahr auf minus 4,9 Mio. Euro (Vorjahr: plus 3,3 Mio. Euro) und liegt damit 1,8 Mio. Euro hinter dem Budget. Die Abweichung resultiert im Wesentlichen aus den operativen Geschäftseinheiten und aus dem auf Expansion ausgerichteten Headoffice in Berlin. Im EBITDA des Vorjahres ist ein Einmaleffekt von 7,7 Mio. Euro aus dem Verkauf des Grundstücks in Wedel enthalten. Ohne diesen Effekt lag das VorjahresEBITDA bei minus 4,4 Mio.

Das EBITDA der Tertianum-Betriebsgesellschaften beträgt minus 1,00 Mio. Euro (Vorjahr: minus 1,15 Mio. Euro) und damit minus 0,9 Mio. Euro hinter dem Budget. Trotz gestiegener Umsätze ist das EBITDA in den Residenzen München und Berlin um 0,6 Mio. Euro bzw. 0,4 Mio. Euro gesunken. Gründe hierfür sind Kostensteigerungen in fast allen Aufwandspositionen (Material, Personal und Pacht). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind sich leicht zurückgegangen. Das EBITDA für die Residenz München liegt bei minus 0,7 Mio. Euro (Vorjahr: minus 0,1 Mio. Euro), für die Residenz Berlin bei minus 1,9 Mio. Euro (Vorjahr: 1,4 Mio. Euro). Am Standort Konstanz sind die Umsätze vor allem wegen der Beendigung der Coronahilfen für Mehraufwendungen gesunken. Auch an diesem Standort haben sich die Personal- und Materialkosten erhöht, so dass das EBITDA bei minus 1,1 Mio. Euro liegt (Vorjahr: minus 0,7 Mio. Euro).

Das EBITDA für die RAS-Gruppe liegt bei plus 0,46 Mio. Euro (Vorjahr: plus 0,59 Mio. Euro). Das budgetierte EBITDA lag bei plus 1,1 Mio. Euro. Hier wirken sich die Umsetzung von Gehaltsanpassungen zur Bindung der Mitarbeiter und Neueinstellungen spürbar auf die Margen aus.

Insgesamt beläuft sich der Konzernjahresfehlbetrag der DPF-Gruppe im Geschäftsjahr auf 6,38 Mio. Euro (Vorjahr: Konzernjahresüberschuss 1,91 Mio. Euro), das Betriebsergebnis (=EBIT) auf minus 6,7 Mio. Euro (Vorjahr: plus 1,5 Mio. Euro). Davon entfielen minus 1,60 Mio. Euro (Vorjahr: minus 1,65 Mio. Euro) auf die Tertianum-Betriebsgesellschaften. Die RAS-Gruppe erwirtschaftete ein Betriebsergebnis von minus 0,3 Mio. EUR (Vorjahr: minus 0,2 Mio. Euro).

2.2.2 Entwicklung in den Servicegesellschaften, Gastronomie und Concierge

Unter Berücksichtigung des weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Umfelds hat die DPF-Gruppe das Geschäftsjahr 2022 zufriedenstellend abgeschlossen. Die Umsatzziele des Budgets 2022 für die Tertianum-Gruppe wurden um 0,5 Mio. Euro überschritten, was vor allem auf stärker als erwartet gestiegene Umsätze im Bereich Wohnen und Pflege an den Standorten München und Berlin zurückzuführen ist. Das EBITDA der Tertianum-Betriebe lag 0,3 Mio. Euro über dem Budget (Vorjahr: 0,5 Mio. Euro hinter Budget).

Im Bereich Concierge wurden die Umsatzziele für 2022 leicht übertroffen. Das EBITDA lag jedoch 0,6 Mio. Euro unter den Budget-Erwartungen, was auf stärker angestiegene Kosten für Personal und Fremdleistungen zurückzuführen ist.

Die Fortführung der bisherigen Strategie zeichnet sich durch Qualitätsverbesserungen und eine damit verbundene steigende Nachfrage aus. Dieses führt wiederrum zu plan- und absehbaren Preiserhöhungen, so dass der Vorstand der DPF GmbH daher von einer Grundlage für weiteres Wachstum in den Folgejahren ausgeht.

2.2.3 Leistungsindikatoren

Als wesentliche Leistungsindikatoren der Betriebsgesellschaften sind im Bereich Residenzwohnen der durchschnittliche Umsatz je belegter Wohnung und die Auslastungsquote zu nennen. Der durchschnittliche monatliche Umsatz aus dem Residenzentgelt je Wohnung liegt im Geschäftsjahr 2022 bei 4.977 Euro (Vorjahr: 4.738 Euro). Die Auslastung bei den Wohnungen liegt leicht über dem Vorjahr bei 96 % (2021: 95 %). Insgesamt belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 die Umsatzerlöse aus dem Bereich Wohnverträge auf 15,1 Mio. Euro (Vorjahr: 14,3 Mio. Euro). Der Umsatz aus Leistungen der stationären Pflege beträgt 5,3 Mio. Euro (Vorjahr: 5,0 Mio. Euro).

Die Belegtage entwickelten sich wie folgt:

Belegungstage
2022 2021 Diff.
Stationäre Einrichtung München 7.100 7.083 17
Stationäre Einrichtung Berlin 8.958 9.059 -101
Stationäre Einrichtung Konstanz 8.314 7.514 800
Gesamtbelegung Stationär 24.372 23.656 716

Auch für den Bereich der stationären Pflege lässt sich eine leicht verbesserte Auslastung von 97 % (Vorjahr: 95 %) feststellen.

Die Umsatzerlöse aus der ambulanten Pflege beliefen sich auf 0,9 Mio. Euro (Vorjahr: 1,1 Mio. Euro).

Im Bereich Gastronomie konnten im Geschäftsjahr 2022 Umsatzerlöse von 3,75 Mio. Euro (Vorjahr: 2,0 Mio. Euro) erwirtschaftet werden. Nach der Corona-Pandemie waren die Restaurants wieder ganzjährig geöffnet.

Die Umsätze aus Concierge-Dienstleistungen der RAS-Gruppe beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf 11,2 Mio. Euro (Vorjahr: 9,9 Mio. Euro).

Die Anzahl der Conciergeobjekte betrug zum Stichtag 101 (Vorjahr: 94). Laut Budget war für 2022 ein Objektbestand von 103 zum Stichtag erwartet worden.

2.3 Vermögens- und Finanzlage

Die Konzernbilanzsumme der DPF-Gruppe beträgt 67,20 Mio. Euro (Vorjahr: 73,82 Mio. Euro) und das Eigenkapital 56,07 Mio. Euro (Vorjahr: 62,45 Mio. Euro). Dies ergibt eine Eigenkapitalquote von 83,4 % (Vorjahr: 84,6 %). Die Aktiva der Gruppe setzen sich im Wesentlichen aus den Immobilienwerten von 13,92 Mio. Euro (Vorjahr: 12,42 Mio. Euro) und sonstigen Vermögensgegenständen von 20,81 Mio. Euro (Vorjahr: 21,26 Mio. Euro) zusammen. Hierin sind Darlehen in Höhe von 15,9 Mio. Euro (Vorjahr: 15,6 Mio. Euro) enthalten. Der Um- und Ausbau eines Wohn- und Geschäftshauses hat zu einer weiteren Erhöhung des Anlagevermögens um 0,94 Mio. Euro (Vorjahr: 1,79 Mio. Euro) geführt. Der Buchwert des Grundstücks in der Almstadtstraße liegt per 31.12.2022 bei 10,12 Mio. Euro (Vorjahr: 8,74 Mio. Euro). Seit Juni 2022 ist der hochwertige Wohnraum im Objekt langfristig vermietet.

Die Bank- und Kassensalden zum Stichtag betrugen 24,75 Mio. Euro (Vorjahr: 30,98 Mio. Euro).

Finanziert ist die Gruppe im Wesentlichen durch Eigenkapital i. H. v. 56,07 Mio. Euro und ein Bankdarlehen i. H. v. 1,51 Mio. Euro (Vorjahr: 1,75 Mio. Euro). Die passiven latenten Steuern betragen 0,90 Mio. Euro (Vorjahr: 0,92 Mio. Euro) und wurden mit den aktiven latenten Steuern saldiert. Der passive Unterschiedsbetrag beträgt 0,89 Mio. Euro (Vorjahr: 0,92 Mio. Euro) und die Rückstellungen betragen zum Stichtag 2,10 Mio. Euro (Vorjahr: 2,35 Mio. Euro).

Die Veränderung in der Bilanzsumme zum Vorjahr (minus 6,62 Mio. Euro) resultiert im Wesentlichen aus der Minderung der liquiden Mittel.

Der Cashflow der Gruppe für das Geschäftsjahr betrug minus 6,2 Mio. Euro (Vorjahr: minus 6,9 Mio. Euro). Davon resultieren minus 4,5 Mio. Euro (Vorjahr: minus 4,9 Mio. Euro) aus dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit. Im Wesentlichen begründet sich der operative Cashflow aus dem negativen EBITDA der sonstigen Headquarter-Gesellschaften und der Tertianum-Gruppe (minus 4,19 Mio. Euro bzw. minus 1,11 Mio. Euro), aus der Veränderung im Working Capital (plus 1,04 Mio. Euro) und aus Steuerzahlungen (minus 0,49 Mio. Euro). Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit betrug minus 1,75 Mio. Euro (Vorjahr: plus 10,46 Mio. Euro) und betrifft hauptsächlich Auszahlungen für den Abschluss des Umbaus eines Wohn- und Geschäftshauses (minus 0,92 Mio. Euro), den Umbau eines Grundstücks in Frankreich (minus 0,31 Mio. Euro) und den Ausbau einer Musterwohnung am Standort der Residenz Berlin (0,18 Mio. Euro). Der Cash-Abfluss aus Finanzierungstätigkeit beträgt minus 0,03 Mio. Euro (Vorjahr: minus 12,4 Mio. Euro). Das bestehende Hypothekendarlehen wurde planmäßig getilgt.

Zugesagte, aber nicht ausgenutzte Kreditlinien bestanden nicht. Die Zahlungsfähigkeit der Gruppe war zu jedem Zeitpunkt sichergestellt.

2.4 Angaben nach § 160 Aktiengesetz

Die Angaben nach § 160 Abs. 1 Nr. 2 Aktiengesetz sind im Anhang aufgeführt.

2.5 Mitarbeiter

Innerhalb des Geschäftsjahres 2022 beschäftigte die DPF-Gruppe im Durchschnitt 597 (Vorjahr: 546) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Anzahl der Mitarbeiter zum 31.12.2022 betrug 612 (Vorjahr: 559).

2.6 Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf

Insgesamt kann der Geschäftsverlauf 2022 als zufriedenstellend bezeichnet werden. Das EBITDA lag mit minus 4,89 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahresergebnis (plus 3,3 Mio. Euro). Der operative Geschäftsverlauf 2022 blieb erneut hinter den Erwartungen zurück. Die Umsätze lagen zwar im Geschäftsjahr mit 37,6 Mio. Euro 1,8 % über dem Budget und 3,0 Mio. Euro über dem Vorjahr. Das Konzern-EBITDA lag bei minus 4,9 Mio. Euro und blieb 1,8 Mio. Euro hinter dem Budget und 0,3 Mio. Euro hinter dem um den Sondereffekt bereinigten Vorjahres-EBITDA.

Dabei blieb der Geschäftsbereich RAS mit einem EBITDA von 0,46 Mio. Euro und die Tertianum Gruppe mit einem EBITDA von minus 1,0 Mio. Euro signifikant hinter den erwarteten Ergebnissen zurück (RAS minus 0,6 Mio. Euro, Tertianum minus 0,8 Mio. Euro im Vergleich zum Budget 2022). Gründe hierfür waren die im Vergleich zur Planung höhere Personalkosten und Aufwendungen für Personalleasing in beiden Bereichen, im Geschäftsbereich Tertianum außerdem erhöhte Kosten in fast allen relevanten Kostenarten. Das EBITDA der sonstigen Gesellschaften lag bei minus 4,2 Mio. Euro und damit 0,2 Mio. Euro hinter dem erwarteten Wert.

Die Tertianum-Gruppe als wesentlicher Bestandteil des DPF-Konzerns verfolgt den Weg zum Break-Even weiter. Die Neuausrichtung und Bereinigung in den Betriebsgesellschaften haben aber auch 2022 zu einem negativen EBITDA geführt. Die budgetierten Umsatzziele für die Tertianum-Gruppe wurden leicht übertroffen (plus 0,4 Mio. Euro), was vor allem auf die positive Entwicklung im Bereich Gastronomie zurückzuführen ist. Das zusätzliche Umsatzpotential der Tertianum-Gruppe (Differenz zwischen aktuellem Jahresumsatz und dem Jahresumsatz, der sich bei einer kompletten Neubelegung zum derzeitigen Neubelegungspreis ergäbe), liegt regelmäßig bei über 2 Mio. Euro. Korrespondierend zu den Umsätzen sind auch die Materialaufwendungen gestiegen (minus 17,9% Budgetabweichung). An allen Standorten sind gestiegenen Aufwendungen für Pflegematerialien (minus 291,4% Budgetabweichung), höhere Energiekosten (minus 10,4% Budgetabweichung) und vor allem am Standort Berlin höhere Rechts- und Beratungskosten zur Durchsetzung unserer Entgeltanpassungen (minus 220,2% Budgetabweichung) angefallen.

Bei der RAS-Gruppe sind im Jahr 2022 sieben weitere Objekte hinzugekommen. Die Umsätze liegen leicht über den Erwartungen. Analog zu den gestiegenen Umsätzen ist auch der Materialaufwand gestiegen. Darüber hinaus wurden mehr Fremddienstleister zur Abdeckung der Wochenend- und Feiertagsschichten benötigt (minus 23,3% Budgetabweichung).

Das EBITDA des Immobilienbereich liegt bei minus 0,16 Mio. Euro. Der Erwirtschaftung zusätzlicher Umsatzerlöse stehen erhöhte Instandhaltungskosten und Kosten für Rechtsberatung gegenüber.

Im Hinblick auf die Fortführung der bisherigen Strategie, welche sich im Wesentlichen durch angestrebte Preiserhöhungen bei der Produktpalette vor allem auf Grund von Qualitätsverbesserungen und einer damit verbunden stark steigenden Nachfrage auszeichnet, geht die Geschäftsführung der DPF GmbH weiterhin von einer geeigneten Grundlage für weiteres Wachstum in den Folgejahren aus, auch wenn ggf. steigende Preise nicht in voller Höhe an die Kunden weitergegeben werden können.

Die Geschäftsführung beurteilt den Geschäftsverlauf der DPF-Gruppe insgesamt als positiv, nicht zuletzt auch im Hinblick auf die getätigten Investitionen sowie die teilweise Erweiterung der Produktpalette innerhalb des Konzerns. Auch die Entwicklung am Immobilienmarkt stimmt trotz steigender Zinsen und Baukosten positiv, da mit einer deutlichen Zunahme an Opportunitäten zur Projektentwicklung gerechnet wird und das Geschäftsmodell der DPF- Gruppe deutlich höhere Margen als die marktüblichen erzielbar macht. Die gegenüber dem Markt für reine Wohnimmobilien erhöhten Margen sind auf die grundsätzliche Bereitschaft der Kunden zurückzuführen, für Immobilien mit einem gekoppelten Servicekonzept für ältere Menschen deutlich höhere Kauf- oder Mietpreise zu zahlen als für eine vergleichbare Wohnung ohne ein entsprechendes Serviceangebot.

3. Risikobericht

3.1 Darstellung der Risikolage

Unter einem Risiko verstehet die Geschäftsführung interne und externe Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer negativen Abweichung von Prognosen bzw. Zielen des Konzerns führen können. Grundsätzlich sind die Risiken nach den verschiedenen Geschäftsmodellen zu unterscheiden. Bei den Einnahmen stellen die Umsätze der Tertianum-Betriebsgesellschaften aus Residenzentgelten, Pflegeentgelten und Umsätzen der Brasserien Colette, bei der RAS-Gruppe die Monatspauschalen und bei der Immobilienwirtschaft ein möglicher Wertverlust der Objekte im Portfolio die drei wesentlichen Risikobereiche dar. Auf der Seite der Aufwendungen bei den Tertianum- und RAS-Gruppen liegen die Risiken in einem im Vergleich zur allgemeinen Teuerungsrate überproportionalen Kostenanstieg, speziell bei den Personalaufwendungen für Pflegepersonal und anderen Dienstleistungsberufen. Bei steigender Inflation besteht auch das Risiko, dass Kostensteigerungen nicht in voller Höhe an die Kunden weitergegeben werden können.

Die DPF-Gruppe verfügt zur Früherkennung und Steuerung der Risiken über ein erprobtes Risikomanagementsystem. So wird monatlich, bis zum letzten Tag des Folgemonats, ein Management- Reporting erstellt, welches die finanziellen- und nicht-finanziellen Aspekte, auch in Bezug auf die Jahresplanung, inklusive einer Abweichungsanalyse darstellt. Die Kapitalflüsse werden wöchentlich anhand eines Cash-Flow-Reports überwacht und gesteuert. Für die Bereiche Vertrieb, Finanzen, Pflege, Facility und HR sind Stabsstellen eingerichtet, die konzernübergreifend Risiken erfassen und regelmäßig an die Geschäftsführung berichten. Darüber hinaus berichten für die Tertianum- Betriebsgesellschaften die jeweiligen Residenzdirektoren wöchentlich über die Entwicklung der Standorte und für die RAS-Gruppe die RAS-Geschäftsführung 14-tägig an die Geschäftsführung.

3.2 Finanzwirtschaftliche Risiken

Bei den Tertianum-Betriebsgesellschaften bestehen Risiken im Wesentlichen darin, die angestrebten Preise für Neuabschlüsse nicht am Markt durchsetzen zu können, zumal auch ein kontinuierlicher Preisanstieg in den nächsten Jahren geplant ist. Ein solches Risiko wird allerdings aufgrund der oben beschriebenen demographischen Entwicklung und der positiven Entwicklung der allgemeinen Vermögensverhältnisse, besonders in den großen deutschen Metropolen, mithin dem Markt der Tertianum-Betriebsgesellschaften, als gering eingeschätzt, auch wenn die steigende Inflation zunehmend die Gefahr birgt, Kostensteigerungen nicht adäquat bei Neuabschlüssen weitergeben zu können. Zusätzliche Risiken ergeben sich aus der sich in Deutschland eintrübenden wirtschaftlichen Entwicklung. In den letzten Monaten ist zeitweise in regionalen Märkten ein Nachlassen der Nachfrage feststellbar. Allerdings ist mittel- und langfristig mit einer ausreichend hohen Auslastung zu rechnen.

Höher einzuschätzen sind die Risiken durch den auch weiterhin zunehmenden Arbeitskräftemangel, trotz wachsenden Migrationszahlen und einer sich wirtschaftlich eintrübenden Lage in Deutschland. Dies könnte zu einer Einschränkung der Servicequalität führen, die zu einer negativen Entwicklung bei den Entgelten für die Residenzen führen würde. Da jedoch die Residenzen der Tertianum-Gruppe gute Arbeitsbedingungen bieten, z. B. in der Pflege auch einen wesentlich höheren Personalschlüssel als gesetzlich gefordert vorhalten, werden auch diese Risikofaktoren als durchaus beherrschbar angesehen. Zudem werden interne Anstrengungen fortgeführt, sich dem Fachkräftemangel durch eine kontinuierliche Positionierung als attraktiver Arbeitgeber für die relevanten Zielgruppen entgegenzustellen. Generell müssen auch weiterhin wirksame Gegenmaßnahmen umgesetzt werden, mit dem Ziel, die Mitarbeiterbindung zu stärken und der Fluktuation vorzubeugen. Mit verschiedenen Bonusprogrammen, internen Weiterbildungen, jährlichen Mitarbeiterbefragungen und einer genauen Analyse der Altersstruktur kann diesem Risiko grundsätzlich begegnet werden. Dennoch war auch im Verlauf dieses Geschäftsjahres festzustellen, dass die Aktivitäten im Bereich Recruiting kontinuierlich verstärkt werden mussten, um offene Positionen bei gleichzeitig steigender Entlohnung zu besetzen. Zusätzliche Dynamik hat diese Entwicklung auch durch das im vergangenen Geschäftsjahr in Kraft getretene Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG) erhalten, welches Pflegekräften eine deutlich höhere Entlohnung garantiert. Dies hat zunehmend auch Auswirkungen auf die Gehaltsvorstellungen anderer Berufsgruppen innerhalb des Unternehmens.

Nachdem im Geschäftsjahr 2021 mit Abklingen der Coronakrise wieder ein durchgehend hohes Interesse von Kunden und eine hohe Anzahl von Vertragsabschlüssen festgestellt werden konnte, setzte sich dieser Trend im Jahr 2022 weiter fort. Mittel- und langfristig ist aber grundsätzlich nach wie vor das Risiko vorhanden, dass die erwartete progressive Preisentwicklung am Markt nicht mehr in entsprechenden Entgelten durchsetzbar ist. Jedoch hält die Geschäftsführung dies aufgrund der demographischen Entwicklung, mangelnder Konkurrenz und der Vermögenslage in wohlhabenderen Kreisen der Bevölkerung für nicht sehr wahrscheinlich, wenn auch in der ersten Hälfte 2023 aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung kurzzeitig die Nachfrage schwächer ausfiel als in den Vorjahren.

Wir sehen damit den Konzern insgesamt strategisch und operativ stabil aufgestellt, so dass im mittel- und langfristen Verlauf keine wesentlichen negativen Einflüsse auf den Geschäftsverlauf zu erwarten sind. Im Zusammenhang mit der Coronapandemie und dem Beginn des Ukrainekriegs ist allerdings im Jahr 2022 und darüber hinaus, gemessen an vorherigen Erwartungen, eine Eintrübung der gesamtwirtschaftlichen Konjunktur eingetreten und die Situation wird sich mittelfristig auch nicht verändern. Für die DPF-Gruppe können sich daraus u. a. Risiken aus Mietstundungen und Einnahmeausfällen sowie aus Verzögerungen bei der Durchführung von Modernisierungsmaßnahmen ergeben. Hinzu kommt als Auswirkung des Ukrainekrieges eine Knappheit an Energieressourcen zusätzlich zu den ohnehin stark steigenden Preisen. Diese Risiken können gegenwärtig hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit ihres Eintritts sowie liquiditäts- und ergebniswirksamer Größenordnungen noch nicht abschließend abgeschätzt werden, wenn auch bisher keine wesentlichen Auswirkungen spürbar waren. Eine Ausnahme bilden die Energiekosten, die für die Residenzen stark ansteigen, jedoch wird erwartet, dass die Steigerungen an die Bewohner weitergegeben werden können.

Die Umsatzausfälle der Brasserien Colette Tim Raue - sowohl bedingt durch die zeitweise gesetzlich angeordnete Schließung als auch durch die Umsetzung der Hygienemaßnahmen wie vergrößerter Tischabstand - gehören der Vergangenheit an. Seit dem Geschäftsjahr hat sich die Ertragssituation der Brasserien stark verbessert und liegt deutlich über Vor-Corona Niveau. Mit einem weiteren Lockdown ist nicht zu rechnen. Allerding besteht das Risiko, dass die schlechte wirtschaftliche Lage sich auf das Konsumentenverhalten und damit auf die Brasserien eine negative Auswirkung haben könnte. Seit Mitte 2022 scheinen die Umsätze in der Spitzengastronomie spürbar zurückzugehen. In den Brasserien ist dies nicht der Fall.

Betreffend der Markenrechte "Tertianum" befindet sich die DPF-Gruppe mit dem ehemaligen Schweizer Partner, der Tertianum AG, im Rechtsstreit um die Markennutzung in Deutschland und verschiedenen Ländern der EU. In erster Instanz wurden der DPF GmbH die Markenrechte eindeutig zugesprochen. Die Tertianum AG, Schweiz, hat daraufhin Revision eingelegt. Wir sehen das Risiko eines gegenteiligen Urteils in zweiter Instanz aufgrund der nach unserer Ansicht eindeutigen Sachlage als sehr gering an.

Bei der RAS-Gruppe bestehen grundsätzlich Risiken hinsichtlich einer Aussetzung von Erträgen aus Concierge Dienstleistungen, wenn und sobald aufgrund eines Lockdowns im Zuge der Coronapandemie Bürogebäude geschlossen werden. Insgesamt gesehen sind keine wesentlichen langfristigen negativen Folgen der Coronapandemie für die RAS-Gruppe ersichtlich, sondern es zeichnet sich ab, dass dieser Bereich sogar eher gestärkt aus der Krise hervorgehen könnte. Die Nachfrage im Geschäftsjahr war sehr zufriedenstellend. Allerdings besteht auch in diesem Bereich das Risiko einer Auswirkung der wirtschaftlichen Eintrübung in Deutschland auf den Geschäftsverlauf. Diese könnte sich in sinkender Nachfrage nach Neuverträgen und in Kündigungen bestehender Verträge aufgrund von Einsparmaßnahmen bemerkbar machen. Aktuell ist solch eine Entwicklung für die RAS-Gruppe aber nicht absehbar.

Im Bereich Immobilienwirtschaft besteht das immanente Risiko des Wertverlusts von Immobilien im Bestand. Allerdings wurde im vorigen Geschäftsjahr der Immobilienbestand wesentlich reduziert. Seit Beginn des Ukrainekriegs im Februar 2022 sind zusätzliche Risiken durch erhöhte Baukosten und damit erhöhte Risikoabschläge bei Immobilienfinanzierungen aufgrund von gestiegenen Materialpreisen und ansteigender Inflation entstanden. Die Inflationsentwicklung führt tendenziell auch zu höheren Kreditzinsen. Aus Sicht der Unternehmensführung sind diese Risken aber beherrschbar und führen auch zu Wettbewerbsvorteilen gegenüber Projektentwicklern aus anderen Branchen, da die Renditechancen im Bereich Alterswohnen deutlich höher liegen als in anderen Wohnformen. Es wird im weiteren Verlauf mit einer Zunahme dieser Effekte gerechnet.

3.3 Informationstechnologische Risiken

Die IT-Sicherheitslage in Deutschland stand 2022 auch im Kontext des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine. Insgesamt wurde eine hohe Bedrohungslage, insbesondere durch Ransomware, beobachtet. 14 Auch 2022 befasste sich die DPF-Gruppe mit der zunehmenden Gefährdung durch IT- Risiken. Mit der Bechtle AG kooperiert die DPF-Gruppe als einem langjährigen Partner, der nach neuesten Erkenntnissen und Entwicklungen im Cyberschutz für kleine und mittelständische Unternehmen aktiv ist.

Nach wie vor liegt damit ein Großteil der Kenntnisse und Interna über die IT-Struktur der DPF-Gruppe bei einem externen Dienstleister, was ein potenzielles Risiko darstellt und sich auch bei Vertrags- und Preisverhandlungen mit der Bechtle AG negativ abbilden kann. Insgesamt wird dieses Risiko allerdings als moderat eingeschätzt, da die vorliegende Dokumentation für die wesentlichen Bereiche weiter ausgebaut wird.

Informationstechnologische Risiken entstehen immer durch die IT-Anwender selbst. Für die Mitarbeiter der DPF-Gruppe erfolgen regelmäßige Sicherheitshinweise, z. B. zu Phishing, CEO Fraud, Impersonation und Social Engineering sowie eine jährliche Datenschutzschulungen durch den externen Datenschutzbeauftragten. Die Stärkung der digitalen Resilienz rückte auch 2022 weiter in den Fokus. Zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen zur Erhöhung des Microsoft Security Scores werden pro Quartal überprüft und konzernweit implementiert. Zum 31.12.2022 lag der Score bei 36,2 % und stieg damit um 5,74 % im Vergleich zu 2021 an. Weitere im Jahr 2022 eingeführte Maßnahmen waren die Einführung der Zwei-Faktor-Authentifizierung, die Durchführung von zentral gemanagten iOS-Updates für mobile Firmengeräte, eine Festplattenverschlüsselung sowie der Start eines zusätzlichen Offline-Backups aller SharePoint-Daten.

14 Quelle: https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/Publikationen/Lageberichte/Lagebericht2022.pdf? blob=publicationFile&v=8 Zugriff: 9. Juni 2023

Jede Störung der IT-Sicherheitssysteme hat Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit. Daher werden in allen Standorten redundante Hot-Standby-Firewalls verwendet sowie eine Internet-Ausfallleitung vorgehalten. Im Ernstfall kann so eine deutliche Verkürzung der Ausfallzeit erreicht werden. Zudem erfolgte 2022 weiterhin eine zusätzliche Sicherung der in der Microsoft-Cloud gespeicherten Daten über "NetApp".

3.4 Sonstige Risiken

Bei der Betreuung älterer Menschen besteht ein fortlaufendes Risiko, diese medizinisch und psychologisch nicht in vollem Umfang allen Anforderungen entsprechend zu versorgen. Die Tertianum- Gruppe investiert in die Auswahl und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Ferner sind an den kritischen Stellen, speziell in der stationären Pflege, die Mitarbeiterschlüssel deutlich höher angesetzt als vom Gesetzgeber gefordert. Die Pflegequalität wird zusätzlich zu dem gesetzlich vorgeschriebenen Qualitätsmanagement durch eine eigene Qualitätsbeauftragte sichergestellt. Diese überwacht die Auswahl und Qualität der Mitarbeiterschulungen, überprüft die Qualität der Pflegeleistungen sowie die Einhaltung von internen Standards und berichtet 14-tägig an die Geschäftsführung.

Weitere Risiken für die Tertianum-Betriebsgesellschaften sind mit der Kernaufgabe der Unternehmung verbunden, nämlich der Versorgung von schutzbedürftigen Menschen. Die Bedeutung des Unternehmensgegenstandes ebenso wie die hohe Aufmerksamkeit gegenüber diesem auch gesellschaftlich herausragend bedeutsamen Wirtschaftsbereich bewirken ein hohes Außeninteresse und erfordern ebenfalls eine Schadensvermeidung für die deutschlandweite Bekanntheit der Marke Tertianum, z. B. bei Pflegefehlern.

Die RAS-Gruppe steht in einer deutlichen Abhängigkeit von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung. So ist das Luxusprodukt "Concierge" für Büro- und Wohngebäude einem starken Preiskampf unterworfen, da die immer noch beachtliche deutschlandweite Bautätigkeit im Immobiliengewerbe entsprechende Konkurrenzanbieter aktiviert.

4. Chancenbericht

4.1 Darstellung der Chancenlage

Wie der demographischen und gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zu entnehmen ist, sieht sich die Unternehmensgruppe gut positioniert, zumal die Nachfrage nach hochwertigem Wohnen im Alter und hochwertigen Dienstleistungen weiter zunehmen wird. Auch stehen dem die derzeitigen und erkennbaren zukünftigen Entwicklungen der Ukrainekrise und der eintrübenden wirtschaftlichen Lage in Deutschland mittelfristig nicht entgegen. Vielmehr eröffnen sich hierdurch bisweilen geschäftliche Opportunitäten aufgrund nutzbarer Marktverwerfungen. So erschließen sich beispielsweise dem Geschäftsbereich Immobilien zusätzliche Möglichkeiten, z. B. in der Umnutzung bisheriger Hotelkonzepte und der Umnutzung veralteter Büroimmobilien, die in verstärktem Maße an die DPF- Gruppe herangetragen und im Rahmen der Akquisition fortlaufend geprüft werden. Auch ergeben sich ggf. Chancen, um als Betreiber in Lücken vorzustoßen, wo sich reine Vermietungskonzepte aufgrund der gestiegenen Baukosten und Zinsen nicht mehr rechnen. Die zunehmend problematische Lage für Projektentwicklungsgesellschaften und die steigende Zahl von Insolvenzen in den letzten Wochen begünstigen diese Entwicklungsmöglichkeiten der Gruppe zusätzlich.

Der Markt bietet demnach für hochwertige Wohnformen in Kombination mit qualitativer Pflege für Tertianum große Chancen. Vor dem Hintergrund der bereits näher beschriebenen demographischen Entwicklung und einer offensichtlichen Unterversorgung mit den entsprechenden Angeboten bieten sich gute Möglichkeiten für eine Expansion, auch über die bisherigen Standorte hinaus. Weiterhin ist bei einer zu erwartenden Übernachfrage mit einer Steigerung des Preisniveaus zu rechnen. Auch zeichnet sich zunehmend eine Nachfrage nach Unternehmen ab, die über langjährige Erfahrung im Bereich hochwertigen Alterswohnens verfügen - entweder, um wiederum als Betreiber beauftragt oder als Berater involviert zu werden.

Durch die Entwicklung der 3-Sterne-Marke "livree" ist zusätzlich ein Konzept für selbstbestimmtes Service-Wohnen entstanden, das Menschen ab 65+ neben barrierefreiem Wohnraum und verschiedenen Services vor allem Sicherheit, ein modernes Ambiente, Anschluss an eine Community sowie Information als auch Hilfestellung bei Unterstützungsbedarf bietet. Jedoch werden die Chancen in diesem Bereich aufgrund der gestiegenen Baukosten und Zinsen, die negativen Einfluss auf die Margen haben, nicht mehr ganz so optimistisch gesehen, wie in den Vorjahren.

Bei den Brasserien Colette Tim Raue besteht die Chance, dass Menschen zukünftig mehr Wert auf hochwertige Kulinarik-Angebote legen und für Genussprodukte mehr Mittel aufwenden. Kurz- und mittelfristig besteht die Chance, dass nach der Coronakrise ein großer Nachholbedarf im Bereich Gastronomie bestehen wird, so wie es in der Phase nach dem Lockdown im Frühsommer 2021 und im Jahr 2022 zu beobachten war. Auch 2023 sind bisher höhere Umsätze erzielt worden als dies erwartet wurde. Die Krise innerhalb der Spitzengastronomie eröffnet ferner die Chance Gäste zu gewinnen, die nicht mehr in der Lage oder willens sind, die Preise am oberen Ende der Skala zu bezahlen, trotzdem jedoch bereit sind überdurchschnittliche Qualität überdurchschnittlich zu honorieren.

Zudem arbeitet die RAS-Gruppe konstant an einer umfassenden Erweiterung ihrer Produktpalette (Beratungsleistungen für Projektentwickler, After-Sales-Services und Boardinghouse-Konzepte) sowie ihrer Vertriebs- und Marketingstrategie, um die Marktpotenziale optimal zu erfassen und zu bedienen. Die RAS-Gruppe wird als Experte und Berater auf Augenhöhe sichtbar gemacht: durch die Verankerung neuer Geschäftsfelder sowie die Nutzung zusätzlicher Monetarisierungspotentiale. Durch die Positionierung im B2B-Segment wird die RAS-Gruppe als Partner und Berater für Immobilienprojekte etabliert. Durch die Fokussierung auf qualifizierte Schlüsselpositionen mit einem zentralen Concierge wird der allgemeine Fachkräftemangel weniger Einfluss auf das Risikopotenzial haben. Ein übergreifendes Recruiting-Tool vereinheitlicht und vereinfacht den Bewerberprozess und erhöht die Chancen erfolgreicher Stellenbesetzungen sowohl für die RAS-Gruppe als auch für die Tertianum- Betriebsgesellschaften.

4.2 Finanzwirtschaftliche Chancen

Die Anzahl hochwertiger Immobilien und Neubauten liegt immer noch auf hohem Niveau. Die Inanspruchnahme exklusiver Servicedienstleistungen wird durch die bislang gute Vermögensentwicklung angetrieben. Daneben bietet der sich auch verändernde Immobilienmarkt weiterhin Chancen, die tendenziell durch die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung eher noch zunehmen.

4.3 Informationstechnologische Chancen

Nach einer erfolgreichen Neustrukturierung der IT-Architektur in den Jahren 2020 und 2021 profitiert die DPF-Gruppe nun von moderner cloudbasierter Technik. Die interne IT begann Ende 2021 mit der Einführung einer zentralen und modernen SaaS-basierten Software für die Abrechnung, Dienstplanung und stationäre Pflegedokumentation. Die Einbettung in eine Gesamtlösung zielt auch auf potenzielle Expansionsschritte sowie die aktuelle Entwicklung der IT-Trends ab und wird voraussichtlich im 1. Quartal 2024 abgeschlossen werden. Hier ist neben einer modernen browserbasierten Bedienung auch eine Kostenersparnis sowie eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit und optimale Administrierbarkeit erwartbar.

Durch die langjährige Kooperation mit einem der führenden deutschen IT-Dienstleister, der Bechtle AG, konnte einer der modernesten Sicherheitslösungen zur proaktiven Cyberabwehr, Cyberreason MDR (Managed End Point Detection & Response), in einem Pilotprojekt für die DPF-Gruppe eingeführt werden. Alle aktiven Clients unterliegen damit einem 24/7-Screening. Bei auftretenden Malops, die in drei Schweregrade eingestuft werden, erfolgt ein sofortiges Threat Handling und Threat Hunting. Ein begleitendes Service- und Notfallmanagement stellt dabei ein koordiniertes Krisenmanagement für die DPF Group sicher.

Ein weiterer Schwerpunkt lag bereits im Jahr 2022 auf der Einführung der Telematikinfrastruktur, einem der zukunftsorientiertesten Trends im Gesundheitswesen. Die digitale Vernetzung und Integration aller am Behandlungsprozess Beteiligten, z. B. niedergelassene Ärzte, Klinken, Reha-Einrichtungen und Anschlussversorger, wurde im Rahmen eines Pilotprojektes in einer der Tertianum-Residenzen eingeführt.

Die Digitalisierungsdurchdringung der DPF-Gruppe hat sich auch 2022 weiter fortgesetzt. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Rahmen des Onboardings mit den Kollaborationsmöglichkeiten vertraut gemacht worden. Die Kundenbindung kann intensiviert und die Dienstleistungsqualität durch die Einführung entsprechender Kommunikations- und Kontrollsysteme verbessert werden. Die Nutzung von Ambient-Assisted-Living-Komponenten (Sensoren und Komponenten aus dem Smart-Home-Bereich sowie technische Unterstützung der Pflegetätigkeiten) für die Wohn- und Serviceprojekte der DPF-Gruppe wird dabei zunehmend in den Fokus rücken. Die weitere Netzwerksegmentierung und das Netzwerk-Hardening an allen Standorten erhöht dabei permanent die Sicherheit für Software- und Hardwarekomponenten.

Eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit ist ein wesentlicher Aspekt für den wirtschaftlichen Erfolg der DPF-ruppe. Die Möglichkeit des mobilen Arbeitens dank moderner Hardware und einfacher Datenzugriffe über die Cloud und die damit einhergehende höhere Flexibilität und Work-Life-Balance tragen unmittelbar dazu bei.

Zur Erzielung eines möglichst umfassenden Datenschutzes begleiten ein konzernexterner Datenschutzexperte sowie eine interne Datenschutzkoordinatorin die informations-technologischen Risiken und Chancen. Prozesse und Datenverwaltung werden fortlaufend entsprechend der aktuellen DSGVO angepasst und regelmäßig geschult. Darüber hinaus wurde zum 1. Januar 2023 die interne Funktion einer IT-Koordination besetzt.

4.4 Sonstige Chancen

Grundsätzlich wird die Nachfrage nach hochwertigem und sicherem Wohnen im Alter ungeachtet der Coronapandemie und der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung unserer Erwartung nach tendenziell aufgrund der auch zukünftig noch bestehenden Knappheitssituation noch weiter steigen. Der Geschäftsbereich Immobilien bietet darüber hinaus interessante weitere Möglichkeiten, z. B. in der Umnutzung bisheriger Hotelkonzepte und der Umnutzung veralteter Büroimmobilien und in der konzeptuellen Neuausrichtung von bestehenden Bauprojekten. Besondere Chancen sehen wir in diesem Zusammenhang durch die starken Marken "Tertianum" und "RAS", die seit langem am deutschen Markt eingeführt sind und einen hervorragenden Ruf bei den Markteilnehmern genießen.

Im Bereich der Immobilienwirtschaft werden konstant Verhandlungen zum Portfolio und Betreiberverträgen in Kombination mit Immobilienbeteiligungen geführt, um den Wachstumsambitionen der DPF-Gruppe Rechnung zu tragen und damit die Renditen zu optimieren. Außerdem bieten sich Chancen, durch Investitionen in Immobilienbestände ganz allgemein zusätzliche Steigerungen der Erträge zu erreichen.

4.5 Gesamtaussage zum Chancen- und Risikobericht

Alle Aspekte berücksichtigend, erscheinen die Chancen für das Unternehmen aufgrund der weiterhin steigenden Nachfrage nach altersgerechtem Wohnraum für Menschen ab 65 Jahren sowie eines ebenfalls wachsenden Bedarfs an höherwertigen Dienstleistungen weitaus größer als die damit verbundenen Risiken. Der demographische Wandel wird einerseits zu einer erhöhten Nachfrage nach altersgerechtem Wohnraum führen, andererseits aber im Gegenzug auch, was wir nicht verkennen, den Fachkräftemangel zur Versorgung eben dieser Menschen verstärken. Die Tendenz ist eindeutig: die Anzahl hochwertiger Immobilien und Neubauten nimmt zu und die Inanspruchnahme exklusiver Servicedienstleistungen wird durch die allgemein positive Vermögensentwicklung angetrieben.

Bedingt durch den Ausbruch der Coronapandemie ab März 2020, der Ukrainekrise ab Februar 2022 und dem darauffolgenden Anstieg der Inflation und Zinsen, kam es zu gravierenden, weltweiten Veränderungen der Märkte. Das durch die stark gestiegene Inflation erhöhte Risiko, qualitätsadäquate Preise nicht mehr am Markt durchsetzen zu können, sehen wir nur begrenzt, da die potenziellen Kunden in der Regel über ausreichende finanzielle Reserven verfügen.

Im Immobilienbereich schätzen wir dafür bei derzeit sinkenden Preisen für passende Objekte die daraus entstehenden Chancen höher ein als die Risiken durch steigende Finanzierungszinsen und steigende Baukosten. Deutlich gestiegen sind die Chancen, als Betreiber mit einer Beteiligung am Immobilienertrag in bestehende Projekte einzusteigen, da teilweise nur noch mit Seniorenwohnen Mietpreise erzielt werden können, die eine auskömmliche Projektrendite sichern.

Schließlich steht auch noch die erhebliche Risikovorsorge existenzgefährdenden Risiken entgegen.

Die Geschäftsführung der DPF GmbH sieht nach alldem den Konzern für die Zukunft positiv aufgestellt.

5. Prognosebericht

5.1 Prognose der Geschäftstätigkeit im Geschäftsjahr 2023 und 2024

Der DPF-Konzern hat die EBITDA-Ziele für das Geschäftsjahr 2022 nicht erreicht. In Hinblick auf die Fortführung der Expansionsstrategie sowie der positiven Marktprognosen geht die Geschäftsführung weiterhin von einer geeigneten Grundlage und Strategie für weiteres Wachstum in den Folgejahren aus. Im Pflegebereich wurden zum 01.09.2022 gesetzlich vorgeschriebene Gehaltsanpassungen vorgenommen. Diese können teilweise erst mit Verzögerung durch weitere Entgelterhöhungen kompensiert werden. Durch die Coronapandemie werden keine Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf erwartet. Die durch die Inflation und steigenden Zinsen zu erwartenden negativen Effekte erscheinen beherrschbar. Der Ausbruch des Ukrainekriegs im Februar 2022 und die dadurch hauptsächlich verursachte europaweite Inflation bewegt die gesamtwirtschaftliche Konjunktur erheblich. Führende Institutionen korrigieren ihre aktuellen Konjunkturprognosen drastisch nach unten und heben die Volatilität ihrer Einschätzungen hervor. 15 Dieser Einschätzung kann sich die DPF-Gruppe nicht entziehen, wird sich aber aufgrund aller bisherigen Erfahrungen im Geschäftsverlauf den Herausforderungen mit gezielten Planungen und Maßnahmen zur Umsatzsteigerung entgegenstemmen.

5.2 Entwicklung der Ertrags- und Finanzlage im Geschäftsjahr 2023 und 2024

Auf Grund des Budgets für das Jahr 2023 ist geplant die Umsätze für die DPF-Gruppe um 4,4 Mio. Euro (plus 11,6%) zu steigern, davon entfallen auf die Tertianum Gruppe 2,8 Mio. Euro. Dabei geht die Geschäftsführung von weiter steigenden Neuvermietungspreisen im Wohnbereich aus und erwartet in diesem Bereich für 2023 eine durchschnittliche Auslastung von 97%, im Bereich Pflege von 98%. Damit sollen die abrechenbaren Pflegetage auf 24.788 in 2023 ansteigen.

Für die RAS-Gruppe ist geplant die Umsätze um 2,0 Mio. Euro auf 13,6 Mio. Euro zu steigern. Dies soll durch vertragsgemäße Anpassungen bei den Pauschalen und durch Gewinnung neuer Standorte in den Metropolen realisiert werden. Auch wenn das ambitionierte Ziel die Anzahl der Objekte auf 118 zu steigern nicht erreicht wird, hält die Geschäftsführung an der Umsatzprognose fest. Allerdings werden in allen Bereichen im Jahr 2023 bedingt durch den Fachkräftemangel und steigende Lebenshaltungskosten im Privatbereich auch weiter steigende Personalkosten erwartet. Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erwarten wir eine Kostenreduktion um 14,6%. Es wird erwartet das Geschäftsjahr 2023 mit einem konsolidierten EBITDA von minus 3,2 Mio. Euro abzuschließen. Nach wie vor wird die Tertianum Gruppe ein negatives EBITDA (minus 0,4 Mio. Euro) erwirtschaften. Für die RAS-Gruppe wird beim EBITDA ein Plus von 0,7 Mio. Euro erwartet.

15 Quelle: https://www.businessinsider.de/wirtschaft/konjunktur-prognosen-fuer-deutschland-2022-und-2023-rezession-institute-iwf-oecd-bundesregierung-sachverstaendigenrat-a/ Zugriff: 24. August 2023

Für das Jahr 2023 wird ein Cash-Bedarf von 4,2 Mio. Euro prognostiziert.

Für 2024 erwartet das Management weiter steigende Umsätze in den operativen Bereichen. Bei nur moderat steigenden Personalkosten und einer im Vergleich zu 2023 gleichbleibenden Kostenstruktur wird ein EBITDA ungefähr minus 2 Mio. Euro für die DPF-Gruppe vorausgesagt. Der Cash Bedarf wird annährend dem EBITDA entsprechen.

Im Wohn- und Pflegebereich geht das Management für das Jahr 2024 von einer Auslastung von 97% bzw. 98% aus. Daraus ergeben sich ca. 25.000 geplante Pflegetage. Ausgehend vom aktuellen Objektbestand ist geplant bis Ende 2024 die Anzahl der Objekte mit Conciergediensten auf mindestens 111 zu erhöhen.

5.3 Gesamtaussage zum Prognosebericht

Die Geschäftsführung der DPF GmbH sieht den Konzern für die Zukunft stabil und chancenreich aufgestellt.

 

Berlin, den 12. September 2023

Felix Edler von Braun, Geschäftsführer

Dirk Stenger, Geschäftsführer

Konzernbilanz zum 31.12.2022

AKTIVA

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen 18.942.680 18.752.927
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie Lizenzen 47.936 80.540
2. Geschäfts- oder Firmenwert 1.355.918 2.033.968
3. Geleistete Anzahlungen auf immaterielle 0 71.400
1.403.854
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 13.924.305 12.423.142
2. Technische Anlagen und Maschinen 114.901 130.400
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.452.763 2.489.104
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 444.818 922.333
16.936.787
III. Finanzanlagen
Beteiligungen 602.040 602.040
602.040
B. Umlaufvermögen 47.178.705 53.890.343
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 436.717 505.670
2. Unfertige Leistungen 26.821 73.385
3. Geleistete Anzahlungen 6.567 6.651
470.106
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.137.935 1.062.114
2. Sonstige Vermögensgegenstände 20.816.134 21.255.756
21.954.068
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei 24.754.531 30.986.766
C. Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten 139.952 146.027
D. Aktive latente Steuern 938.729 1.035.160
Summe AKTIVA 67.200.067 73.824.456

PASSIVA

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR EUR
A. Eigenkapital 56.074.295 62.452.338
I. Gezeichnetes Kapital 50.000 50.000
II. Gewinnrücklagen
1. Gesetzliche Rücklagen 5.000 5.000
II. Konzernbilanzgewinn
1. Konzerngewinnvortrag 62.034.827 60.091.291
2. Konzernjahresüberschuss bzw. -fehlbetrag des Mutterunternehmens -6.438.954 1.943.536
55.595.873
III. Nicht beherrschende Anteile 423.423 362.511
B. Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung 896.074 924.149
C. Rückstellungen 2.099.470 2.345.860
1. Steuerrückstellungen 6.026 259.644
2. Sonstige Rückstellungen 2.093.444 2.086.216
davon mit einer RLZ größer als 1 Jahr TEUR 91 (31.12.2021: TEUR 46)
D. Verbindlichkeiten 8.053.755 7.935.649
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.709.407 1.755.215
davon mit einer RL größer als 1 Jahr TEUR 1.663 (31.12.2021: TEUR 1.709)
davon mit einer RLZ größer als 5 Jahre TEUR 1.465 (31.12.2021: TEUR 1.516)
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 944.045 981.973
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 898.999 1.135.769
4. Sonstige Verbindlichkeiten 4.501.304 4.062.691
davon aus Steuern TEUR 398 (31.12.2021: TEUR 208)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit TEUR 63 (31.12.2021: TEUR 32)
E. Passiver Rechnungsabgrenzungsposten 76.473 166.460
Summe PASSIVA 67.200.067 73.824.456

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022

in EUR 2022 2021
1. Umsatzerlöse 38.255.780 35.265.726
2. Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -46.564 -23.014
3. andere aktivierte Eigenleistungen 10.489 0
4. Sonstige betriebliche Erträge 935.280 8.760.118
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe -2.696.179
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -3.870.246
-6.566.425 -5.164.901
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -17.926.914
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -3.550.544
davon für Altersversorgung TEUR -9 (Vorjahr: TEUR -1) -21.477.458 -18.489.387
7. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -1.856.645 -1.765.982
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -16.000.787 -17.043.057
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 585.793 536.585
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -112.386 -731.005
11. Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 0 29.556
12. Steuern vom Einkommen und Ertrag -99.746 560.609
13. Ergebnis nach Steuern -6.272.923 1.935.248
14. Sonstige Steuern -5.373 -24.019
15. Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag -6.378.043 1.911.229
16. Ergebnis Minderheitengesellschafter -60.911 32.307
17. Konzerngewinnvortrag 62.034.827 60.091.291
18. Konzernbilanzgewinn 55.595.873 62.034.827

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022

Allgemeine Hinweise

Die Firma DPF GmbH, als Muttergesellschaft des Konzerns, mit Sitz in Berlin ist beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg unter der Nummer HRB 121346 B eingetragen.

Der Konzernabschluss der DPF GmbH, Berlin, wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) vom 17. Juli 2015 und den Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt.

Für die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB gewählt.

Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt.

Es gilt die Satzung in der Fassung vom 09.01.2023 (nach Formwechsel).

Konsolidierungskreis

Im Geschäftsjahr 2022 wurden im Rahmen der Vollkonsolidierung neben der DPF GmbH, Berlin, als Mutterunternehmen die folgenden Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen:

Konzerngesellschaft Anteile Eigenkapital * Bilanzsumme * Jahresüberschuss *
% in TEUR in TEUR in TEUR
Tertianum Service GmbH, Berlin 100,0% 49 636 -39
Residenzwohnen Passauer Str. 5-7 GmbH, Berlin 100,0% -10.065 13.163 -1.376
Tertianum Seniorenresidenzen Betriebsgesellschaft mbH, Konstanz 100,0% -6.575 8.194 -1.105
Tertianum Seniorenresidenz Betriebsgesellschaft München mbH, München 100,0% -6.111 8.994 -786
CUK Gastronomie Betriebsgesellschaft mbH, Konstanz 100,0% -2.600 3.085 41
Tertianum Sternwarte Service GmbH, Berlin 100,0% -205 206 -22
livree Service GmbH, Berlin 100,0% -155 156 -146
Tertianum Immobilien GmbH & Co. KG, Berlin 100,0% 10 813 -186
DPF Real Estate Holding GmbH, Berlin 89,9% 125 5.206 0
Blackcurrant 1. Immobilien GmbH, Berlin 85,3% 1.082 9.854 0
Blackcurrant 2. Immobilien GmbH Berlin 89,9% 7 11 -8
Blackcurrant 3. Immobilien SCI, Grasse, Frankreich 89,0% -662 4.797 -368
Beteiligungsgesellschaft Sternwarte mbH, Berlin 89,9% -196 1.091 -15
RAS Services GmbH, Berlin 70,0% 650 1.506 230
GCS - Grand Concierge Service & Empfangsdienste GmbH, Wien 52,4% 57 228 69
DPF Service GmbH, Berlin 100,0% -753 1.218 -191
DPF Real Estate Management GmbH, Berlin 100,0% 25 1.283
DPF Immobilien Treuhand GmbH, Berlin 100,0% -1.266 1.328 -29
DPF Komplementär GmbH, Berlin 100,0% -65 65 -27

* Die Angaben wurden den ungeprüften, festgestellten Jahresabschlüssen 2022 der Tochtergesellschaften entnommen

Hinsichtlich der Anwendung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gelten die Angaben analog zur Bilanzierung im Konzern. Finanzielle Verpflichtungen gegenüber assoziierten Unternehmen, soweit sie nicht in der Bilanz angegeben sind, bestehen nicht.

Alle Tochterunternehmen des Konsolidierungskreises nehmen die Befreiung von der Offenlegung ihrer Einzelabschlüsse gem. § 264 Abs. 3 bzw. § 264b HGB in Anspruch. Die Zustimmung der Gesellschafter der Tochterunternehmen hinsichtlich der Befreiung liegen vor. Die DPF GmbH hat sich bereit erklärt, für die bis zum Abschlussstichtag vom Tochterunternehmen eingegangenen Verpflichtungen einzustehen. Darüber hinaus hat die DPF GmbH gegenüber der Tertianum Seniorenresidenz Betriebsgesellschaft München mbH, der Tertianum Seniorenresidenzen Betriebsgesellschaft mbH und der Residenzwohnen Passauer Str. 5-7 GmbH eine Patronatserklärung abgegeben.

Im Geschäftsjahr 2022 gab es keine Veränderungen im Konsolidierungskreis, die Auswirkungen auf das Konzernergebnis und die Konzernbilanz hatten.

Der 31. Dezember ist der gemeinsame Bilanzstichtag aller einbezogenen Unternehmen in den Konzernabschluss der DPF GmbH.

Konsolidierungsmethoden

Für sämtliche in den Konzernabschluss der DPF GmbH einbezogenen Unternehmen wird im Rahmen der Kapitalkonsolidierung die Neubewertungsmethode gem. § 301 Abs. 1 HGB angewendet. Danach werden im Zeitpunkt der Erstkonsolidierung die anzusetzenden Vermögensgegenstände und Verpflichtungen der erworbenen Unternehmen mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Das auf den Zeitpunkt der Erstkonsolidierung neubewertete Eigenkapital des jeweiligen Tochterunternehmens ist im Zuge der Kapitalkonsolidierung nach § 301 Abs. 1 Satz 1 HGB mit dem Wertansatz der konsolidierungspflichtigen Anteile verrechnet worden.

Bei Tochterunternehmen, die aufgrund eines Zugangs zum Konsolidierungskreis erstmals konsolidiert wurden, wurde zum Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist, die Erwerbsmethode angewendet (§ 301 Abs. 2 HGB).

Dabei wurde der Wertansatz der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals des Tochterunternehmens verrechnet. Das Eigenkapital wird mit dem Betrag angesetzt, der dem zum Konsolidierungszeitpunkt beizulegenden Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten entspricht.

Ein nach der Verrechnung verbleibender Unterschiedsbetrag wird, wenn er auf der Aktivseite entsteht, als Geschäfts- oder Firmenwert und wenn er auf der Passivseite entsteht, unter dem Posten "Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung" nach dem Eigenkapital ausgewiesen. Sind im Zeitraum zwischen Entstehung des Mutter-Tochter-Verhältnisses und der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss in den Vermögensgegenständen oder Schulden des Tochterunternehmens neue stille Reserven oder stille Lasten entstanden, wird dieser Unterschiedsbetrag entsprechend den Regelungen des DRS 23 fortgeführt.

Scheidet ein vollkonsolidiertes Unternehmen durch Veräußerung aus dem Konsolidierungskreis aus, ist eine Entkonsolidierung erforderlich. Dabei gehen sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten mit ihren bis zum Tag des Ausscheidens fortgeführten Konzernbuchwerten aus dem Konzernkreis ab. Der Entkonsolidierungserfolg ergibt sich aus der Gegenüberstellung des Veräußerungserlöses und dem Konzernbuchwert der abgehenden Vermögenswerte und Schulden. Sind an dem ausscheidenden Unternehmen fremde Gesellschafter beteiligt, so sind nur die auf den Anteil des Mutterunternehmens entfallenden Vermögenswerte und Schulden in den Entkonsolidierungserfolg einzubeziehen.

Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung

in TEUR 31.12.2021 31.12.2022
Grundstücksbewertung
Wohn- und Geschäftshaus, Almstadtstraße 43, 10119 Berlin 924 896
924 896

Der für die Bestimmung des Zeitwerts der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und der für die Kapitalkonsolidierung maßgebliche Zeitpunkt ist grundsätzlich der, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist.

Werden Anteile an einem vollkonsolidierten Tochterunternehmen erworben (Aufstockung) oder veräußert (Abstockung), ohne dass der Status als Tochterunternehmen verloren geht, können diese Transaktionen gemäß DRS 23 entweder als Kapitalvorgang oder als Erwerbs- bzw. Veräußerungsvorgang behandelt werden. Die DPF-Gruppe behandelt solche Vorgänge als Erwerbs- bzw. Veräußerungsvorgang. Die gewählte Methode wird einheitlich und stetig auf alle Auf- und Abstockungsvorgänge angewandt. Bei einer Behandlung als Erwerbs- bzw. Veräußerungsvorgang sind die Vermögensgegenstände und Schulden anteilig in Höhe des Zuerwerbs bzw. der Veräußerung neu zu bewerten. Ein sich nach der Verrechnung des Veräußerungserlöses der verkauften Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden neubewerteten Eigenkapital ergebender Unterschiedsbetrag ist nach den handelsrechtlichen Vorschriften der §§ 301 Abs. 3 und 309 HGB zu behandeln.

Bei einer teilweisen Anteilsveräußerung ohne Verlust der Beherrschung ist die Differenz zwischen dem Verkaufspreis der Anteile und dem hierauf entfallenden Anteil des Eigenkapitals zum Zeitpunkt der Veräußerung dieser Anteile erfolgswirksam zu behandeln. Der auf die verkauften Anteile entfallende Anteil des Eigenkapitals, einschließlich eines hierin enthaltenen Geschäfts- oder Firmenwerts, ist als nicht beherrschender Anteil auszuweisen. Das auf das Mutterunternehmen entfallende, neubewertete und auf den Zeitpunkt der Transaktion fortgeschriebene Eigenkapital (Neubewertungsbilanz) vermindert sich anteilig, wobei sich die Anteile der Fremdgesellschafter am Eigenkapital im gleichen Umfang erhöhen.

Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung wurden gemäß § 303 HGB alle Forderungen, Verbindlichkeiten, Rückstellungen und Rechnungsabgrenzungsposten zwischen den einbezogenen Unternehmen verrechnet.

Im Rahmen der Zwischenergebniseliminierung gemäß § 304 HGB wurden konzerninterne Buchgewinne und -verluste eliminiert.

Im Rahmen der Aufwands- und Ertragskonsolidierung wurden gemäß § 305 HGB die konzerninternen Liefer- und Leistungsbeziehungen zwischen den Konzerngesellschaften eliminiert.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erstellt.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wurden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer (1-5 Jahre) bewertet.

Die Erstkonsolidierung der neu in den Konzernabschluss aufzunehmenden Gesellschaften erfolgte zum jeweiligen Zeitpunkt des Nutzen-/Lastenwechsels.

Aus dem Erwerb der RAS Services GmbH und der GCS - Grand Concierge Service & Empfangsdienste GmbH wurde ein Geschäfts- und Firmenwert bilanziert. Nach Einschätzung des Managements ist der Verbleib des Geschäftsführers maßgebend für die Kundenbindung und - neugewinnung im Bereich Concierge. Die Nutzungsdauer von 6 Jahren für den Firmenwert bemisst sich an der vertraglichen Bindung des Geschäftsführers. Der Firmenwert wird linear über die Laufzeit abgeschrieben.

Gemäß § 298 i.V.m. § 253 HGB sind bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, die Anschaffungs- oder die Herstellungskosten um planmäßige Abschreibungen zu vermindern. Kann in Ausnahmefällen die voraussichtliche Nutzungsdauer eines selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstands des Anlagevermögens nicht verlässlich geschätzt werden, sind planmäßige Abschreibungen auf die Herstellungskosten über einen Zeitraum von zehn Jahren vorzunehmen.

Die Abschreibungen auf Sachanlagen erfolgen linear unter Zugrundelegung der jeweiligen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.

Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 9-11 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1-23 Jahre

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis 250 Euro werden im Zugangsjahr in voller Höhe aufwandswirksam erfasst. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten zwischen 250 und 1.000 Euro werden in Anlehnung an die steuerlichen Vorschriften als gesondert geführter Sammelposten erfasst und über 5 Jahre linear abgeschrieben.

Im Berichtsjahr 2022 wurde die Nutzungsdauer der digitalen Wirtschaftsgüter von einem auf drei Jahre angepasst.

Geleistete Anzahlungen sind mit dem Nennbetrag angesetzt.

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Bei Vorliegen von Anzeichen für eine dauerhafte Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Die Vorräte werden mit den Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. In der Folgebewertung sind ggf. Abschreibungen vorzunehmen, um die Vorräte mit einem niedrigeren Wert anzusetzen, der sich aus einem Börsen- oder Marktpreis am Abschlussstichtag ergibt. Geleistete Anzahlungen werden mit dem Nennbetrag angesetzt.

Soweit in den Mietverträgen mit Endnutzern die Abrechnung von Betriebskosten vereinbart ist, werden die umlegbaren Betriebskosten unter den unfertigen Leistungen bis zur finalen Abrechnung aktiviert. Bei rechtlich nicht mehr durchsetzbaren Betriebskostenabrechnung erfolgt eine vollständige Wertberichtigung der aktivierten unfertigen Leistungen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten bilanziert. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nominalwert angesetzt.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet die Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Das gezeichnete Kapital ist zum Nennbetrag angesetzt. Es besteht eine gesetzliche Rücklage in Höhe von 5.000 Euro.

Aus der Erstkonsolidierung sind passive Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung entstanden. Die Fortschreibung der passiven Unterschiedsbeträge folgt der Fortschreibung der entsprechenden Aktivposten.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden gemäß § 253 Abs 2 HGB diskontiert.

Die Bewertung der ausstehenden Urlaubstage und Überstunden wurden in 2022 angepasst. Sie enthalten nun auch Gehaltsanpassungen und berücksichtigen Feier- und Krankheitstage.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Erhaltene Anzahlungen sind mit dem Nennbetrag angesetzt.

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet die Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, die Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Für die Berechnung der latenten Steuern wird das Temporary-Konzept angewendet.

Temporäre Differenzen resultieren im Wesentlichen aus unterschiedlichen Wertansätzen bei den Grundstücken und Gebäude im Anlagevermögen aufgrund höherer Wertansätze im Zuge der Neubewertung.

Die latenten Steueransprüche aus Verlustvorträgen beziehen sich auf die bestehenden körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge und die gewerbesteuerlichen Verlustvorträge und stellen sich wie folgt dar:

Verlustvortrag Körperschaftsteuer Verlustvortag Gewerbe-steuer
in TEUR 31.12.2022 31.12.2022
DPF GmbH * 9.814.844,00 13.972.119,00
DPF Real Estate Holding GmbH 118.202,00 116.306,00
DPF Real Estate Management GmbH 221,00 221,00
DPF Immobilien Treuhand GmbH 63.014,00 63.014,00
RAS Services GmbH 0,00 108.800,00
Blackcurrant 1. Immobilien GmbH 573.534,00 641.591,00
Beteiligungsgesellschaft Sternwarte mbH 221.183,00 221.183,00
Tertianum Immobilien GmbH & Co. KG - 55.023,00
DPF Komplementär GmbH 89.550,00 94.550,00
Tertianum Service GmbH 89.096,00 99.450,00
Residenzwohnen Passauer Str. 5-7 mbH 422.746,00 427.702,00
Tertianum Seniorenresidenzen Betriebsgesellschaft mbH 208.373,00 177.600,00
Tertianum Seniorenresidenz Betriebsgesellschaft München mbH 208.373,00 177.600,00
CUK Gastronomie Betriebsgesellschaft mbH 2.624.969,00 2.590.083,00
Tertianum Sternwarte Service GmbH 229.843,00 229.843,00
DPF Service GmbH 742.436,00 742.436,00
Blackcurrant 2. Immobilien GmbH 18.363,00 18.363,00
livree Service GmbH 180.215,00 180.215,00

* Verlustvorträge per 31.12.2021

Steuerliche Verlustvorträge sind bei der Berechnung aktiver latenter Steuern grundsätzlich nur zu berücksichtigen, soweit die Realisierung der Steuerentlastung aus dem Verlustvortrag innerhalb der nächsten fünf Jahre erwartet werden kann. Die erwartete Realisierung der temporären Differenzen ist aufgrund objektiver, am Bilanzstichtag vorliegender und spätestens bei der Aufstellung der Bilanz zu treffender Einschätzung unter Berücksichtigung des Vorsichtsprinzips zu beurteilen. Daher werden auf die steuerlichen Verlustvorträge keine aktiven latenten Steuern zum Ansatz gebracht.

Zudem werden auch Differenzen, die auf Konsolidierungsmaßnahmen gemäß den §§ 300 bis 307 HGB beruhen, berücksichtigt, nicht jedoch Differenzen aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts bzw. eines negativen Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung (outside-base differences). Die Aktivierung eines Überhangs latenter Steuern, die aus Differenzen in den handelsrechtlichen Jahresabschlüssen der konsolidierten Unternehmen resultieren, werden gemäß des Ausübungswahlrechtes gem. § 298 i.V.m. § 274 HGB auf der Aktivseite ausgewiesen. Der Berechnung wurde eine Körperschaftsteuerbelastung von 15 % zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag zugrunde gelegt. Für die Unternehmen, die die erweiterte Kürzung nach § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG nicht in Anspruch nehmen, wurde eine Gewerbesteuermesszahl von 3,5 % bei einem Hebesatz von 410 % verwendet. Der Berechnung wurde ein Steuersatz von 30,175 % zugrunde gelegt.

Die passiven latenten Steuern resultieren aus temporären Differenzen aufgrund der Aufdeckung stiller Reserven im Rahmen der Neubewertung der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände gemäß § 301 HGB. Darüber hinaus ergeben sich zukünftige Steuerentlastungen (aktive latente Steuern) aus Differenzen zwischen den handels- und steuerrechtlichen Einzelabschlüssen. Die passiven latenten Steuern werden über die durchschnittliche Restnutzungsdauer ergebniswirksam aufgelöst. Die Auflösung der aktiven latenten Steuern erfolgt nach den zugrundeliegenden Nutzungsdauern der Vermögensgegenstände, auf welchen die Differenzen beruhen.

Im Ergebnis wurden 905 TEUR passive latente Steuern mit den aktiven latenten Steuern saldiert (Vorjahr: 916 TEUR). Die aktiven latenten Steuern (ohne Aktivierung auf Verlustvorträge) in Höhe von 1.844 TEUR (Vorjahr: 1.951 TEUR) resultieren aus unterschiedlichen Wertansätzen zwischen den Handels- und Steuerbilanzen im Wesentlichen aus der RAS Service GmbH aufgrund eines in der Steuerbilanz angesetzten Firmenwerts. Auf die im Erstkonsolidierungszeitpunkt (1.1.2018) aufgedeckten stillen Reserven entfielen 23.514 TEUR passive latente Steuern. Davon wurden im Berichtsjahr - 6 TEUR (Vorjahr: 722 TEUR) realisiert.

Der Ansatz latenter Steuern erfolgt aufgrund nachfolgend aufgeführter Differenzen:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
aktive latente Steuern
Abweichung zwischen Handels- und Steuerbilanz 1.633 1.734
Aufdeckung stiller Lasten in Gebäuden 211 218
passive latente Steuern
Abweichung zwischen Handels- und Steuerbilanz 425 437
Aufdeckung stiller Reserven in Grundstücken 480 480

Erläuterungen zur Konzernbilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der in der Bilanz erfassten Anlagegenstände im Geschäftsjahr 2022 ist im Anlagenspiegel dargestellt. Wir verweisen auf die separate Darstellung auf Seite 31 bis 31 (Anlage II).

Im Erstkonsolidierungszeitpunkt für die RAS-Gruppe haben sich gem. § 301 HGB Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 3.948 TEUR ergeben. Aufgrund der angesetzten Nutzungsdauer von 6 Jahren beläuft sich der Geschäfts- und Firmenwert zum 31.12.2022 auf 1.356 TEUR (Vorjahr: 2.034 TEUR).

Vorräte

Unter den Vorräten werden Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe ausgewiesen, die vor allem für die Leistungserbringung in den Bereichen Gastronomie, Pflege und für die Kundengewinnung erforderlich sind. Die Bewertung erfolgt nach der Fifo Methode. Der in 2020 aufgebaute Bestand an Pflegematerialien wurde in 2022, im Vergleich zum Vorjahr, um 60% abgebaut, liegt aber immer noch deutlich über dem Vor-Corona-Bestand, um die Leistungserbringung im Pflegebereichen abzusichern. Nach Öffnung der Restaurants mussten die Vorräte an Lebensmitteln und Getränke erhöht werden, um das operative Geschäft zu gewährleisten. Der Bestand liegt hier über dem Vor-Corona Niveau.

Darüber hinaus werden noch nicht abgerechnete Betriebskosten als unfertige Leistungen ausgewiesen.

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Nicht abgerechnete Miet-Nebenkosten 27 73
Lebensmittel und Getränke 191 162
Pflegematerial 73 185
Werbematerial 66 106
Sonstige Vorräte 106 53
geleistete Anzahlungen auf Vorräte 7 7
Summe 470 586

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Zusammensetzung sowie die Laufzeiten der Forderungen zum 31. Dezember 2022 sind in der folgenden Aufgliederung ersichtlich:

in TEUR gesamt davon mit einer Restlaufzeit
bis 1 Jahr über 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.138 1.138 0
Sonstige Vermögensgegenstände 20.816 6.749 14.067
Summe 21.954 7.887 14.067

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Forderungen aus Nominaldarlehen in Höhe von 15.516 TEUR (Vorjahr: 15.561 TEUR).

Der Darlehensvertrag mit der Tertianum Care Mobile Pflege GmbH (TCMP) wurde bis zum 31.08.2024 verlängert. Der Geschäftsbetrieb der TCMP wurde mit Wirkung zum 31.08.2022 eingestellt. Um die Werthaltigkeit des von der DPF GmbH ausgegebenen Darlehens zu sichern, wurde am 31.08.2022 eine Schuldübernahmevereinbarung durch Felix von Braun als Gesellschafter der TCMP zum oben genannten Darlehen abgeschlossen.

Zum Stichtag bestehen Forderungen in Höhe von 14.067 TEUR mit einer Restlaufzeit größer als einem Jahr.

Forderungen mit einer Restlaufzeit länger als fünf Jahre existieren nicht.

Zum Stichtag 31.12.2021 ergab sich folgende Aufgliederung:

in TEUR gesamt davon mit einer Restlaufzeit
bis 1 Jahr über 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.062 1.062
Sonstige Vermögensgegenstände 21.256 9.198 12.058
Summe 22.318 10.260 12.058

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital der DPF GmbH beträgt 50.000 Euro. Weiterhin besteht eine Gewinrücklage in Höhe von 5.000 Euro, die gemäß § 150 Abs.2 AktG (vor Formwechsel) gebildet wurde. Herr Felix von Braun hat mit Wirkung zum 31.12.2019 sämtliche Anteile in die Dellest Holding Ltd. eingelegt. Der Bilanzgewinn des Konzerns ergibt sich aus dem Konzernbilanzvortrag zum 01.01.2022 und dem im Berichtsjahr erwirtschafteten Konzernergebnis.

Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung

Die Entwicklung des Unterschiedsbetrages aus der Kapitalkonsolidierung ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.

in TEUR Zugangsjahr Nutzungsdauer Zugang bei Erstkonso.
Passauer Str. 1) 2018 24/08 30.147
Wedel 2) 2018 44/11 2.626
Almstadtstr. 3) 2018 36/11 1.036
TMU 4) 2018 01/00 288
Summe 34.097
in TEUR erfolgswirksame Vereinnahmung 2022 kumulierte erfolgswirksame Vereinnahmung 31.12.2022 Saldo 31.12.2022
Passauer Str. 0 -30.147 0
Wedel 0 -2.626 0
Almstadtstr. 28 -140 896
TMU 0 -288 0
Summe 28 -33.201 896

Aus der Erstkonsolidierung sind passive Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung gem. DRS 23 Tz. 147 entstanden. Die Zugänge zum Unterschiedsbetrag zu 1) bis 3) resultiert aus der Aufdeckung der stillen Reserven der Objekte Passauer Straße 5-7, Berlin, Almstadtstraße 43, Berlin und Kirchstieg 3,5,7,9, Wedel, die sich aus den Differenzen zwischen der Bewertung gemäß externen Gutachten und dem Buchwert der Grundstücke zum 01.01.2018 ergeben. Durch die Neubewertung entstehen technische Unterschiedsbeträge mit Eigenkapitalcharakter. Durch den Verkauf der Objektgesellschaft Passauer Straße 5-7 in 2019 und den Verkauf des Kirchstieg 3,5,7,9, in Wedel wurde der Unterschiedsbetrag komplett aufgelöst.

Der Saldo per 31.12.2022 beträgt 896 TEUR (Vorjahr: 924 TEUR).

Der technische Unterschiedsbetrag zu 4) ergibt sich aus der Erstkonsolidierung der Tertianum Seniorenresidenz Betriebsgesellschaft München mbH. Im Zeitpunkt des Erwerbs der Beteiligung lagen bereits konkrete Anhaltspunkte zu zukünftigen Verlusten vor (DRS 23, Tz. 142). Es handelt sich um einen Unterschiedsbetrag mit Fremdkapitalcharakter. Gemäß Annahmen sind diese Verluste nach dem Erstkonsolidierungszeitpunkt eingetreten. Der Unterschiedsbetrag wurde im Jahr 2018 wegen der anhaltenden Verlustsituation in der Gesellschaft erfolgswirksam aufgelöst.

Rückstellungen für Ertragsteuern

Die Rückstellungen für Ertragsteuern betragen zum Stichtag 6 TEUR (Vorjahr: 260 TEUR).

Sonstige Rückstellungen

In den sonstigen Rückstellungen sind 92 TEUR mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr enthalten. Dieser Betrag ist auf den diskontierten Erfüllungsbetrag angesetzt. Für die übrigen sonstigen Rückstellungen erfolgte keine Abzinsung, da mit der Inanspruchnahme der Rückstellungen innerhalb eines Jahres zu rechnen ist.

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Rechts- und Prozesskosten 181 274
Mängelbeseitigung verkaufte Objektgesell. 0 66
Personalkosten 1.023 721
Ausstehende Rechnungen 466 514
Jahresabschluss und Steuererklärung 239 222
Risikorückstellung Coronaerstattungen 89 285
Übrige 5 6
Summe 2.003 2.086

In 2022 wurden im ambulante Pflegebereich am Standort Konstanz im sog. nachgelagerten Nachweisverfahren die eingereichten Coronahilfen durch die Krankenkasse geprüft. Im Rahmen der Prüfung wurden die Nachweisverpflichtungen für die Hilfen erstmals präzisiert und schriftlich dargelegt. Für diesen Standort ergab sich insgesamt eine Rückforderung von 177 TEUR. Die dafür im Vorjahr gebildeten Rückstellungen wurden zum großen Teil verbraucht.

Der Anstieg der Rückstellungen für Personalkosten ist Folge einer Anpassung der Bewertungsgrundlage für die Urlaubs- und Überstundenrückstellungen.

Verbindlichkeiten

Die Zusammensetzung sowie die Laufzeiten der Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2022 sind aus dem folgenden Verbindlichkeitenspiegel ersichtlich.

in TEUR RLZ bis 1 Jahr RLZ größer 1 Jahr davon > 5 Jahre
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 1.709 47 198 1.465
erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 944 944 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 899 899 0 0
sonstige Verbindlichkeiten 4.502 4.502 0 0
Summe 8.054 6.391 198 1.465

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind mit Grundschulden besichert. Zugunsten der Berliner Sparkasse bestehen Grundschulden in Höhe von 2,0 Mio. EUR. Mit einer Inanspruchnahme wird nicht gerechnet, da die Gesellschaft jederzeit ihren Verpflichtungen nachgekommen ist.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Mietkautionen i.H.v TEUR 2.106 (Vorjahr: TEUR 1.961) enthalten.

Die Verbindlichkeiten des Vorjahres gliedern sich wie folgt:

in TEUR RLZ bis 1 Jahr RLZ größer 1 Jahr davon > 5 Jahre
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 1.755 46 1.709 1.516
erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 982 982 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.136 1.136 0 0
sonstige Verbindlichkeiten 4.063 4.063 0 0
Summe 7.936 6.226 1.709 1.516

Latente Steuern

Nach Saldierung der aktiven und passiven latenten Steuern verbleibt ein aktiver Überhang latenter Steuern in Höhe von 939 TEUR (Vorjahr: 1.035 TEUR).

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

in TEUR 2022 2021
Wohnverträge 15.394 15.157
Conciergedienstleistungen 11.246 9.862
Pflegeverträge (Stationär) 5.291 4.965
Gastronomie 3.753 2.012
Pflegeverträge (Ambulant) 762 1.137
Coronazuschüsse gem. § 150 Abs.3 SGB XI und § 7 SGB XI 821 919
Sonstige Umsatzerlöse 989 1.214
Summe 38.256 35.266

Die Gesamtumsätze der Gruppe sind um 8 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der wesentliche Anteil an der Steigerung resultiert aus den Umsätzen aus der Gastronomie, die im Vergleichszeitraum (Gesamtjahresbetrachtung) um 87% gestiegen sind. Weiterhin sind in den Umsatzerlösen Coronazuschüsse für Mehraufwendungen und Mindereinnahmen im Pflegebereich gem. § 150 Abs.3 SGB XI und § 7 SGB XI i.H.v. 821 TEUR (Vorjahr: 919 TEUR) enthalten. Zum Stichtag 31.12.2022 waren die Hilfen für die Monate November und Dezember noch nicht ausgezahlt. Die Zahlungen erfolgten im Wesentlichen in Höhe der Anträge im ersten Quartal 2023.

An den Standorten in Berlin, München und Konstanz erwirtschaftet der DPF-Konzern Umsätze im Bereich altersgerechtes Wohnen. Die Umsätze dieser Sparte sind um 2% gestiegen. Darüber hinaus werden an den Standorten Berlin, München und Konstanz Umsätze im stationären Pflegewohnbereich (Steigerung 7%) erbracht. Am Standort Konstanz wurde der ambulante Pflegebereich zum 30.06.2021 geschlossen. Die Umsätze sind deshalb, im Vergleichszeitraum, um 33% gesunken. Im Berichtsjahr gab es keine coronabedingen Schließungen der externen Restaurants. Die Umsatzerlöse im Bereich Gastronomie sind insgesamt um 87% auf 3.753 TEUR (Vorjahr: 2.012 TEUR) gestiegen. Bei den Sonstigen Erlösen handelt es sich im Wesentlichen um Zusatzleistungen an Bewohner i.H.v. 561 TEUR (Vorjahr: 446 TEUR), Zusatzleistungen im Rahmen der Conciergeservices i.H.v. 334 TEUR (Vorjahr: 215 TEUR) und um die Erbringung von Buchhaltungsservices und Unterstützung bei administrativen Pflegethemen für einen ambulanten Pflegedienst (76 TEUR; Vorjahr: 72 TEUR). Die Umsatzerlöse entfallen überwiegend auf das Inland. Im Ausland (Österreich) wurden Umsatzerlöse von 1.086 TEUR (Vorjahr: 487 TEUR) erzielt.

In den Umsätzen aus Wohnverträgen sind periodenfremde Umsätze i.H.v. 386 TEUR aus Betriebskostenabrechnungen der Vorjahre enthalten.

Sonstige betriebliche Erträge

Die Zusammensetzung des Postens ergibt sich aus der nachfolgenden Übersicht:

in TEUR 2022 2021
Erträge aus Weiterberechnung an Bewohner und Mitarbeiter 315 320
Erstattungen für Personal bei Krankheit und Sachbezüge 302 244
Periodenfremde Erträge 111 68
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 97 43
Erträge aus der Auflösung des passivischen Unterschiedsbetrages aus der Kapitalkonsolidierung 28 3.101
Serviceleistung 17 17
Versicherungsentschädigungen 6 12
Erstattungen für Personal für Kurzarbeit und Corona-Quarantäne 5 159
Erlöse aus dem Abgang von Sachanlagen 2 4.748
Übrige sonstige betriebliche Erträge 52 48
Summe 935 8.760

Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellung resultieren hauptsächlich aus den für den Standorten Konstanz nicht nachgeforderten Pachtanpassungen aus dem neu abgeschlossenen Pachtvertrag. Im Bereich Concierge wurden Kundenüberzahlungen aus verjährten Zeiträumen vereinnahmt und bei einem Kunden Leistungen aus Vorjahren nachberechnet. In den Residenzen wurden Gutschriften aus dem Pflegeausbildungsfonds vereinnahmt und nach einer Einigung mit einem Kunden Wohnentgelte für das Vorjahr nachbelastet.

Materialaufwand

Der Materialaufwand ist um 1.402 TEUR auf 6.566 TEUR gestiegen (Vorjahr: 5.164 TEUR). Die Steigerung resultiert aus den wieder ganzjährig geöffneten Colettes und den zusätzlich erforderlichen Fremdleistungen. Der Materialaufwand für die Gastronomie stieg um 722 TEUR

(+32 %). Der Aufwand für Personalleasing stieg an allen Residenzstandorten um 329 TEUR, im Bereich Concierge um 196 TEUR.

Personalaufwand

Der Personalaufwand ist im Jahr 2022 um 2.988 TEUR auf 21.477 TEUR gestiegen (+ 16%). 45% der Steigerung entfällt auf die Tertianum-Gruppe, u.a. bedingt durch die Einführung des Tarifvertrages TV-L. in der Pflege. Auf die RAS-Gruppe entfallen 46% der Personalkostensteigerungen, verursacht durch notwendige Neueinstellungen für zusätzliche Standorte und die allgemeine Gehaltsanpassungen.

Abschreibungen

Im Berichtsjahr sind planmäßige Abschreibungen in Höhe von 1.857 TEUR (Vorjahr: 1.766 TEUR) angefallen. Der Geschäfts- und Firmenwert wurde in Höhe von 678 TEUR (Vorjahr: 678 TEUR) abgeschrieben.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

in TEUR 2022 2021
Pacht- und Raumkosten 8.874 8.475
Instandhaltung 1.659 2.215
Rechtliche und steuerliche Beratung 1.335 1.275
Marketing und Vertriebsaufwendungen 928 949
Sonstige operative Kosten 618 725
Wäsche- und Berufskleidung 553 505
Versicherungen 478 426
Pflegebedarf 367 411
Reisekosten und Bewirtung 351 324
Verwaltungsaufwand 197 280
Periodenfremde Aufwendungen 166 843
Mängelbeseitigung 75 250
Übrige sonstige Kosten 400 366
Summe 16.001 17.043

Die Aufwendungen für Pacht- und Sonstige Raumkosten sind insgesamt um 399 TEUR gestiegen. Die Steigerung ergibt sich überwiegend aus den vertraglichen Vereinbarungen in den Pachtverträgen an den Residenzstandorten Berlin und München. Die Instandhaltungskosten enthalten IT Kosten i.H.v. 299 TEUR für Sicherstellung der IT Umgebung.

Steuern vom Einkommen und Ertrag

Im Posten wurde die ergebniswirksame Auflösung der passiven latenten Steuern in Höhe von -96 TEUR (Vorjahr Aufwand aus latenten Steuern gesamt: 609 TEUR) erfasst. Ertragssteueraufwand ist in Höhe von 4 TEUR (Vorjahr: 49 TEUR) angefallen.

Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die liquiden Mittel im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben, sowie die Herkunft und Verwendung der Zahlungsströme. In den Finanzmittelfonds sind Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente einzubeziehen. Sofort fällige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Kontokorrente) sind in den Finanzmittelfonds einzubeziehen. Der in der Kapitalflussrechnung dargestellte Finanzmittelbestand von 24.755 TEUR (Vorjahr: 30.987 TEUR) umfasst alle Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten.

Die liquiden Mittel enthielten 1.000 TEUR (Vorjahr: 1.000 TEUR) verpfändete Guthaben zu Gunsten eines Vermieters. Die zum Bilanzstichtag frei verfügbaren liquiden Mittel betrugen somit 23.755 TEUR.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Aus langfristigen Mietverträgen bestehen finanzielle Verpflichtungen i. H. v. 49.415 TEUR (Vorjahr: 30.756 TEUR).

in TEUR 2022 2021
Laufzeit bis
bis zu einem Jahr 7.582 6.122
1 bis 5 Jahre 21.179 18.551
mehr als 5 Jahre 20.653 6.083
= 49.415 30.756

Haftungsverhältnisse

Das Grundstück in der Almstadtstraße ist mit 2,0 Mio. EUR (Vorjahr: 2,0 Mio. EUR) besichert. Mit einer Inanspruchnahme wird nicht gerechnet.

Die der Gesellschaft überlassenen Mietkautionen betragen zum 31. Dezember 2022 2.106 TEUR (Vorjahr: 1.961 TEUR) und wurden, vom übrigen Vermögen getrennt, bei einem Kreditinstitut verzinslich angelegt.

Da die DPF-Gruppe ihren Zahlungsverpflichtungen zu jeder Zeit nachgekommen ist sowie über eine ausreichende Liquidität verfügt, ist mit einer Inanspruchnahme für die im Konzernabschluss ausgewiesenen Verbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse nicht zu rechnen.

Sonstige Angaben

Angaben der Abschlussprüferhonorare nach Leistungen

Die vom Abschlussprüfer im Geschäftsjahr 2022 an die DPF GmbH und die vollkonsolidierten Tochterunternehmen berechneten Honorare für Abschlussprüferleistungen:

in TEUR 2022 2021
Steuerberatung 46 41
Prüfung Konzernabschluss 60 50
Sonstige Leistungen 84 5
Summe 190 95

Mitarbeiterzahl

Zum Stichtag 31.12.2022 waren im DPF Konzern 612 (Vorjahr: 559) Mitarbeiter beschäftigt. Der durchschnittliche Personalbestand im Geschäftsjahr lag bei 596 (Vorjahr: 546 - ohne Geschäftsführung). Der Zuwachs resultiert aus Neueinstellungen.

2022 2021
Pflegekräfte 134 136
Köche und Servicemitarbeiter 83 75
Betreuung und Rezeptionisten 47 48
Conciergemitarbeiter 274 228
Verwaltungsangestellte 58 61
durchschnittliche Anzahl Arbeitnehmer 596 546

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Die DPF GmbH hat Darlehen an verschiedene Gesellschaften ausgereicht, deren Anteile dem ehemaligen Gesellschafter bzw. zuzurechnen sind. Die Darlehen belaufen sich zum Stichtag auf 14.067 TEUR (Vorjahr: 13.761 TEUR). Ein Darlehen ist befristet bis zum 31.08.2024 (1.671 TEUR), ein weiteres wurde im Dezember 2021 mit einer Laufzeit von 5 Jahren ausgereicht (12.397 TEUR). Des Weiteren besteht ein Darlehen an eine Gesellschaft, in der ein Mitglied der Geschäftsführung Gesellschafter ist. Das Darlehen beläuft sich zum Stichtag auf 1.800 TEUR.

Persönlich haftender Gesellschafter einer Personenhandelsgesellschaft

Die in den Konzernabschluss einbezogene DPF Komplementär GmbH ist vollhaftender Gesellschafter der Tertianum Immobilien GmbH & Co. KG, die ebenfalls in den Konzernabschluss einbezogen ist.

Konzernverhältnisse

Die Dellest Holding Ltd, Mayfair Business Centre, St. George's Bay, St. Julians STJ 3311, Malta, wurde mit Datum 09. Dezember 2019 gegründet. Sie ist beim Malta Business Registry unter Nummer C94176 erfasst. Die Dellest Holding Ltd bildet den größten Konsolidierungskreis. Die Offenlegung des Konzernabschlusses 2021 beim Malta Business Registry erfolgte am 22.06.2023.

Die DPF GmbH mit Sitz im Inland ist Mutterunternehmen des kleinsten Konsolidierungskreis, für den die Vorschriften des Handelsgesetzbuches Anwendung finden. Die Offenlegung des Konzernabschlusses erfolgt im elektronischen Bundesanzeiger.

Organe der Gesellschaft bis zur Wirksamkeit des Formwechsels am 9.01.2023

Mitglieder des Vorstandes

Felix Edler von Braun, Architekt

Erste Bestellung ab dem 25.03.2010

Bestellt bis zum 30.11.2024

Vorsitzender des Vorstandes

Dirk Stenger, Vorstand für die Bereiche Finanzen, Operative, IT und Personal

Erste Bestellung ab dem 01.10.2015

Bestellt bis zum 31.03.2025

Mitglieder des Aufsichtsrates

Die Aufsichtsräte sind mit dem, in der Hauptversammlung vom 24.11.2022 beschlossenen Formwechsel als Organe ausgeschieden.

Im Geschäftsjahr 2022 waren die Folgenden Mitglieder des Aufsichtsrates:

Torsten Hollstein, Rechtsanwalt

Mitglied des Aufsichtsrates seit 15.07.2016

Vorsitzender des Aufsichtsrates

Ulrich Dunkelberg, Unternehmensberater

Mitglied des Aufsichtsrates seit 05. Dezember 2017

Dr. Dirk Hoffmann, Rechtsanwalt

Mitglied des Aufsichtsrates seit 22.10.2020

Hinsichtlich der Angabe zur Vergütung der Organmitglieder wird die Schutzklausel gem. § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch genommen, da im Geschäftsjahr 2022 die Geschäftsführung aus zwei Personen sowie der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2022 aus drei Personen bestand.

Gesellschafter

Zum 31.12.2022 ist alleiniger Gesellschafter der DPF GmbH die Dellest Holding Ltd., St. Julians, Malta, eingetragen beim Malta Business Registry unter der Nummer C94176.

Offenlegung

Die Offenlegung des Konzernabschlusses der DPF GmbH erfolgt im elektronischen Bundesanzeiger.

Die DPF GmbH hat sich bereit erklärt, für die bis zum Abschlussstichtag vom Tochterunternehmen eingegangenen Verpflichtungen einzustehen. Darüber hinaus hat die DPF GmbH gegenüber der Tertianum Seniorenresidenz Betriebsgesellschaft München mbH, Tertianum Seniorenresidenzen Betriebsgesellschaft mbH und der Residenzwohnen Passauer Str. 5-7 GmbH eine Patronatserklärung abgegeben.

Nachtragsbericht

Die Gesellschaft wurde mit Eintragung im Handelsregister zum 09.01.2023 umgewandelt in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung.

Die in Malta ansässige Muttergesellschaft Dellest Holding Ltd. soll im 4. Quartal 2023 ihren Sitz nach Deutschland verlegen.

Hinsichtlich der langfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie verweisen wir auf unsere Ausführungen im Lagebericht.

Im 3. Quartal 2023 wurde ein langfristiger Mietvertrag im Rhein-Main-Gebiet gezeichnet. Das Objekt mit ca. 120 Wohneinheiten wird voraussichtlich unter der Marke Tertianum Premium Suites betrieben. Die Inbetriebnahme wird für Mitte 2025 erwartet.

Insgesamt erscheinen die Chancen aufgrund des demografischen Wandels und der damit einhergehenden steigenden Nachfrage nach altersgerechtem Wohnraum sowie eines ebenfalls wachsenden Bedarfs an höherwertigen Dienstleistungen, insbesondere in der Gastronomie, weitaus größer als die Risiken. Im Hinblick auf die Fortführung der Expansionsstrategie geht die Gesellschaft von einer positiven Unternehmensentwicklung aus.

 

Berlin, den. 12. September 2023

Felix Edler von Braun, Geschäftsführer

Dirk Stenger, Geschäftsführer

Entwicklung für das Konzernanlagevermögen für das Geschäftsjahr 2022

Konzern-Anlagenspiegel für das Geschäftsjahr 2022

Anschaffungs- und Herstellungskosten
in EUR 1.1.2022 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 4.614.716 45.420 0 0 4.660.136
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen 448.933 10.196 0 0 459.129
2. Geschäfts- oder Firmenwert 4.094.383 0 0 0 4.094.383
3. Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vern 71.400 35.224 0 0 106.624
II. Sachanlagen 20.098.425 2.003.158 -301.220 -681 21.799.683
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 12.928.802 1.245.985 0 647.296 14.822.083
2. Technische Anlagen und Maschinen 227.489 0 0 1.046 228.535
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.019.801 551.067 -298.840 32.219 6.304.248
4. Geleistete Anzahlungen 922.333 206.107 -2.380 -681.242 444.818
III. Finanzanlagen 602.040 0 0 0 602.040
1. Assoziierte Unternehmen 0 0 0 0 0
2. Beteiligungen 602.040 0 0 0 602.040
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 0 0 0 0
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 0 0 0 0 0
5. Sonstige Ausleihungen 0 0 0 0 0
Summe Anlagevermögen 25.315.181 2.048.579 -301.220 -681 27.061.859
Abschreibungen
in EUR 31.12.2021 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände -2.428.808 -827.475 0 0 -3.256.282
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen -368.393 -42.800 0 0 -411.193
2. Geschäfts- oder Firmenwert -2.060.415 -678.050 0 0 -2.738.465
3. Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vern 0 -106.624 0 0 -106.624
II. Sachanlagen -4.133.447 -1.029.170 299.040 681 -4.862.896
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken -505.660 -392.118 0 0 -897.778
2. Technische Anlagen und Maschinen -97.089 -15.499 0 -1.046 -113.634
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -3.530.698 -621.553 299.040 1.727 -3.851.485
4. Geleistete Anzahlungen 0 0 0 0 0
III. Finanzanlagen 0 0 0 0 0
1. Assoziierte Unternehmen 0 0 0 0 0
2. Beteiligungen 0 0 0 0 0
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 0 0 0 0
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 0 0 0 0 0
5. Sonstige Ausleihungen 0 0 0 0 0
Summe Anlagevermögen -6.562.254 -1.856.645 299.040 681 -8.119.179
Buchwerte
in EUR 31.12.2022 31.12.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1.403.854 2.185.908
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen 47.936 80.540
2. Geschäfts- oder Firmenwert 1.355.918 2.033.968
3. Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vern 0 71.400
II. Sachanlagen 16.936.787 15.964.978
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 13.924.305 12.423.142
2. Technische Anlagen und Maschinen 114.901 130.400
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.452.763 2.489.104
4. Geleistete Anzahlungen 444.818 922.333
III. Finanzanlagen 602.040 602.040
1. Assoziierte Unternehmen 0 0
2. Beteiligungen 602.040 602.040
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 0
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 0 0
5. Sonstige Ausleihungen 0 0
Summe Anlagevermögen 18.942.680 18.752.927

Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2022

31.12.2022 31.12.2021
in TEUR in TEUR
1. Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
Periodenergebnis -6.378 1.911
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 1.857 1.766
Zunahme der Rückstellungen 8 603
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge -28 -3.023
Zunahme/Abnahme der Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie andere Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 845 -625
Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 108 400
Gewinn aus dem Abgang von Anlagevermögen 0 -4.772
Zinsaufwendungen/-erträge -473 194
Ertragssteueraufwand/-ertrag 100 -561
Ertragssteuerzahlungen -491 -822
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -4.453 -4.929
2. Cashflow aus der Investitionstätigkeit
Auszahlungen für Investitionen in immaterielles Anlagevermögen -55 -135
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 2 15.182
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -2.022 -6.683
Einzahlungen aus dem Verkauf von konsolidierten Unternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten -5 219
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 0 995
Erhaltene Zinsen 333 886
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -1.748 10.465
3. Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Einzahlungen von Minderheitengesellschafter 0 45
Auszahlungen an Minderheitengesellschafter 0 -239
Ein- und Auszahlung von Krediten 127 -6.465
Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten -46 -5.053
Gezahlte Zinsen -112 -731
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -31 -12.442
4. Finanzmittelfonds am Ende der Periode 24.755 30.987
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds -6.232 -6.906
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 30.987 37.893

Entwicklung des Konzerneigenkapital zum 31.12.2022

Gezeichnetes Kapital Gesetzliche Rücklagen Konzerngewinnvortrag Konzernjahresüberschuss/ - fehlbetrag, der dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist Summe
in EUR Stammaktien
Stand 31.12.2021 50.000 5.000 60.091.291 1.943.536 62.089.826
Verrechnung mit Konzerngewinnvortrag 1.943.536 -1.943.536 0
Einstellungen in die gesetzliche Rücklage 0
Ausschüttung 0
Änderungen im Konsolidierungskreis 0
Konzernjahresüberschuss -6.438.954 -6.438.954
Stand 31.12.2022 50.000 5.000 62.034.826 -6.438.954 55.650.872
Nicht beherrschende Anteile Konzerneigenkapital
in EUR Anteil nicht beherrschender Anteile am Konzernergebnis
Stand 31.12.2021 362.511 62.452.338
Verrechnung mit Konzerngewinnvortrag 0
Einstellungen in die gesetzliche Rücklage 0
Ausschüttung 0
Änderungen im Konsolidierungskreis 0
Konzernjahresüberschuss 60.911 -6.378.043
Stand 31.12.2022 423.423 56.074.295

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die DPF GmbH (vormals DPF AG), Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der DPF GmbH (vormals DPF AG), Berlin, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der DPF GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise.

Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, den 22. September 2023

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Michael Ey, Wirtschaftsprüfer

ppa. Dr. Veronika Hefen, Wirtschaftsprüferin

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