MV Werften Fertigmodule GmbHLiquidiert

Wendorfer Weg 5, 23966 Wismar, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Schwerin HRB 12658
Eingetragen
3.2.2016
Branche
Bau von Schiffen und schwimmenden Vorrichtungen für zivile Zwecke, ohne Boots- und YachtbauBau von KriegsschiffenBoots- und Yachtbau
Gegenstand
die Entwicklung und der Bau von Fertigmodulen für den Schiffbau, insbesondere die Entwicklung und Fertigung von Schiffskabinen, Wand- und Deckenelementen als Fertigteil.

Historie

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Management

NameRolle
Carsten J. Haake
seit 18.6.2018
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
MV Werften Holdings GbR
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
MV Werften Holdings GbR
Germany
3.025.000 €
100.00%

Konzern- und Jahresabschlüsse

MV Werften Fertigmodule GmbH

Wismar

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis 31.12.2019

A. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

1. Allgemeines

Die MV Werften Fertigmodule GmbH mit Sitz in Wismar ist ein Unternehmen der MV Werften Gruppe, einem Zusammenschluss von mehreren Unternehmen an 4 Standorten in Norddeutschland.

Die MV Werften Holdings Limited mit juristischem Sitz in London und Verwaltungssitz in Wismar (MVW Holdings) hält 100 % der Anteile an der MV Werften Fertigmodule GmbH (Gesellschaft). Zwischen den beiden Gesellschaften wurde am 07. Dezember 2017 ein Gewinnabführungsvertrag geschlossen. Die MVW Holdings ist Teil des Genting Hong Kong Limited Konzerns (Genting Hong Kong), welcher an der Börse in Hong Kong gelistet ist. Die MV Werften Fertigmodule GmbH produziert am Standort Wismar Kabinen in Modulbauweise für die Schiffbauprojekte von Genting Hong Kong, welche in Deutschland an den MV Werften Standorten Wismar, Rostock und Stralsund durchgeführt werden.

Die MV Werften Fertigmodule GmbH hat mit der MV Werften Fertigmodule Property GmbH einen langfristigen Mietvertrag geschlossen, um die schiffbaulichen Aktivitäten in Wismar durchführen zu können.

Auf Basis von Lieferverträgen mit der MV Werften Gruppe wurden Kabinen für ein 205.000 BRZ Kreuzfahrtschiff der Global-Class und einem Luxus-Expeditionskreuzfahrtschiff der EndeavorClass, jeweils bestimmt für Redereien von Genting Hong Kong an die Standorte in Wismar, Rostock und Stralsund geliefert.

2. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und das Statistische Bundesamt teilten am Anfang des Jahres 2020 mit, dass die deutsche Wirtschaft 2019 das zehnte Jahr in Folge gewachsen ist. Das Bruttoinlandsprodukt ist gegenüber dem Vorjahr um 0,6 % gestiegen.

Noch vor dem Ausbruch der Corona Pandemie ist für Deutschland für das Jahr 2020 von einem Wachstum von 1,1 % ausgegangen worden. Aufgrund der schnellen und dynamischen Ausbreitung des Virus und den damit einhergehenden Restriktionen, rechnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) nun allerdings mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung.

3. Allgemeine Entwicklungen der Kreuzfahrtbranche und Zukunftsperspektiven

Den neusten Daten des Kreuzfahrtverbandes Cruise Lines International Association (CLIA) zu Folge zeichnet sich die Kreuzfahrtbranche weiterhin durch eine weltweit anhaltende Nachfrage aus. Deutlich wird, dass ökologische Nachhaltigkeit und verantwortungsbewusstes Destinationsmanagement zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Entwicklung neuer Antriebe, Technologien und Verfahren zur Reduzierung der Umweltbelastung und gleichzeitiger Effizienzsteigerung besitzen für die Kreuzfahrtindustrie eine hohe Priorität.

In einer Pressemitteilung vom 13. Dezember 2019 erwartete der Kreuzfahrtverband CLIA für das Jahr 2020 einen weiteren Anstieg der Passagierzahlen um 2 Millionen, auf 32 Millionen Passagiere und die Inbetriebnahme von 19 neuen Hochsee-Kreuzfahrtschiffen. Seit Mitte März 2020 führt die Covid-19 Pandemie jedoch nahezu zu einem kompletten Stillstand der weltweiten Kreuzfahrtflotte. Durch das Runterfahren des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens zur Eindämmung des Virus kam es zu weltweiten Nachfrageinbrüchen, unterbrochenen Lieferketten, Verunsicherungen bei Investoren und dramatischen Verhaltensänderungen bei den Verbrauchern. Wann die Reedereien ihre Flotten wieder auf dem Niveau der Phase vor der Pandemie in Betrieb nehmen können, ist noch nicht abschätzbar. Der allgemeine wirtschaftliche Abschwung, höhere Arbeitslosigkeit und sinkende Einkommen dürften aber zu einer schwächeren Nachfrage auch nach Kreuzfahrten führen. Auch wenn Marktbeobachter davon ausgehen, dass börsennotierte Kreuzfahrtunternehmen mittelfristig genügend Liquidität hätten, um auch eine Phase mit nahezu keinen Umsätzen bis ins zweite Quartal 2021 durchzuhalten, würde es sich negativ auf die Bestellungen von Neubauaufträgen auswirken. Zukünftig werden neue Hygienemaßnahmen, neue Technologien und Notfallpläne, zur Verhinderung von Neuinfektionen, die Kreuzfahrtindustrie bestimmen.

4. Geschäftsverlauf der Gesellschaft

Das aktuelle Geschäftsjahr ist weiterhin stark durch Anlaufkosten belastet. Das Geschäftsjahr 2019 war im Wesentlichen durch folgende Sachverhalte geprägt:

Im Geschäftsjahr 2019 wurden Kabinen für ein Kreuzfahrtschiff der Global-Class sowie ein Expeditionskreuzfahrtschiff der Endeavor-Class gefertigt und termingerecht in Wismar, Rostock sowie Stralsund abgeliefert.

Im März startete die Produktion von Kabinen für ein Kreuzfahrtschiff der Global-Class, welche termingerecht auf die Werften in Wismar und Rostock geliefert wurden. Zusätzlich zur Produktion und Logistik waren die Bereiche Projektierung, Konstruktion und Einkauf beinahe vollständig durch die Arbeiten an den Kreuzfahrtschiffen der Global-Class und der Endeavor-Class ausgelastet.

Der feste Auftragsbestand zum Jahresende 2019 beträgt EUR 129 Mio.

Das Geschäftsjahr 2019 wurde mit einem negativen Ergebnis vor Ergebnisabführung in Höhe von EUR 7,8 Mio. abgeschlossen, welches von der MVW Holding im Rahmen des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages übernommen wurde und als Forderung gegen den Gesellschafter ausgewiesen ist.

Wesentliche Gründe für das negative Ergebnis waren:

Das Geschäftsjahr 2019 war trotz des Produktionsstarts für die Global Class von einer noch zu geringen Auslastung in der Produktion und Logistik belastet und somit entstanden Aufwendungen aus den Bereichen Personal und Infrastruktur, die nicht zum Umsatz des Geschäftsjahres beigetragen haben und ein negatives operatives Ergebnis verursachten.

Von den für 2019 geplanten etwa 2.000 Kabinen wurden nur etwa 1.200 Kabinen von den Werften abgerufen.

Generell kann festgestellt werden, dass das Werk Ende 2019 auf die geplante Kapazität erfolgreich hochgefahren werden konnte und somit der Unternehmensaufbau abgeschlossen ist.

4.1. Personal

Der Personalaufbau bei der MV Werften Fertigmodule GmbH wurde im Jahr 2019 konsequent weitergeführt. In Summe wurden 60 neue Mitarbeiter eingestellt wobei 51 Mitarbeiter auf die Bereiche Produktion und Logistik entfallen sowie 4 Mitarbeiter im Projektmanagement sowie 5 Mitarbeiter in sonstigen administrativen Bereichen.

Bei der Qualifizierung der Mitarbeiter stand der Bereich Produktion im Fokus. In der Produktion konnte das langsame Hochfahren der Produktionsmengen für die Global Class Kabinen genutzt werden. Zusätzlich wurden 20 Mitarbeiter mit einem Kranschein weitergebildet.

Die MV Werften Fertigmodule GmbH wird den Focus im Geschäftsjahr 2020 neben den fachlich erforderlichen Qualifikationen auf die Themen Teamentwicklung, Kommunikation und Führungsverhalten lenken. Des Weiteren werden Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostenmanagement durchgeführt.

Insgesamt waren am 31. Dezember 2019 156 Mitarbeiter bei der MV Werften Fertigmodule GmbH beschäftigt.

4.2. Produktentwicklung

Im Jahr 2019 wurde der Bereich Produktentwicklung eingerichtet und mit einem Mitarbeiter besetzt. Ziel ist, neben der Weiterentwicklung von eingesetzten Ressourcen in Produktion und Logistik, auch die Weiterentwicklung der Fertigungsstrategie. Aus diesem Grund wurde die 2018 gestartete Machbarkeitsstudie "Bond Cabin" (Verklebung von Fertigkabinen mit Fußboden) im Berichtsjahr fortgeführt, intensiviert und im dritten Quartal 2019 abgeschlossen. Die Ergebnisse sind dabei die Grundlage für ein eventuell in der gesamten MV Werften Gruppe einfließendes Verbundvorhaben.

B. Darstellung der Lage

1. Vermögens- und Finanzlage

EUR Mio.
31.12.2019
EUR Mio.
31.12.2018
Vermögen
- Anlagevermögen 11,8 4,1
- Umlaufvermögen 35,7 19,0
47,4 23,1
Kapital
- Eigenkapital 2,8 2,8
Fremdkapital
- kurzfristig 23,8 4,2
- mittelfristig 20,8 11,2
- langfristig 0,0 4,9
47,4 23,1

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr 2019 ist unter Angabe der Abschreibungen und Abgänge im Anlagenspiegel dargestellt.

Die größte Position im Umlaufvermögen sind die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Forderungen gegen verbundene Unternehmen.

Die Halb- und Fertigerzeugnisse sind Kabinen oder Kabinenteile hauptsächlich für das im Bau befindliche Kreuzfahrtschiff der Global-Class.

Die geleisteten Anzahlungen betreffen im Wesentlichen Anzahlungen an Lieferanten für die Kreuzfahrtschiffe der Global-Class.

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus dem Verlustausgleich in Höhe von EUR 7,8 Mio. (Vj. EUR 7,6 Mio.) gemäß dem Ergebnisabführungsvertrag mit dem Gesellschafter.

Die flüssigen Mittel am Ende des Geschäftsjahres in Höhe von EUR 0,4 Mio. (Vj. EUR 0,6 Mio.) sind frei verfügbar.

2. Ertragslage

EUR Mio.
01.01.2019- 31.12.2019
EUR Mio.
01.01.2018- 31.12.2018
Umsatzerlöse 24,8 2,6
Bestandveränderung 3,9 0,7
sonstige betriebliche Erträge 0,1 0,0
operative Aufwendungen -36,4 -10,8
Betriebsergebnis -7,5 -7,4
Finanzergebnis -0,3 -0,2
Erträge aus Verlustübernahme 7,8 7,6
Jahresergebnis 0,0 0,0

Die Zunahme der Umsatzerlöse resultiert aus der Aufnahme des operativen Geschäftes und damit Lieferung von Kabinen für die Kreuzfahrtschiffe.

Die positive Bestandsveränderung steht im Zusammenhang mit dem Bestandsaufbau von Halb- und Fertigerzeugnissen.

Die operativen Aufwendungen haben sich im Gegensatz zum Vorjahr erhöht. Hauptgrund hierfür sind die gestiegene Kabinenproduktion und der damit weitergeführte Produktionsaufbau.

3. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Für die mittel- und langfristige operative Steuerung der Gesellschaft werden neben den Monatsergebnissen auf Ebene Gesamtunternehmung auch die Jahresergebnisse nach Steuern verwendet. In Ergänzung hierzu werden zur Führung des operativen Geschäfts diverse nichtfinanzielle Leistungsindikatoren bspw. Kabinenabsätze, Kabinenproduktion herangezogen.

C. Risikobericht

1. Risikomanagement

Die Geschäftsführung der MV Werften Gruppe hat ein systematisches Risikomanagementsystem installiert. Den Geschäftsführern und den Abteilungsleitern der MV Werften Fertigmodule GmbH obliegt dabei die direkte Verantwortung für die Früherkennung, Steuerung und Kommunikation der projekt- und unternehmensbezogenen Risiken, die sich aus der langfristigen Auftragsfertigung und deren Umfeld ergeben.

Zur optimalen Unterstützung des Risikomanagements wurde die Position eines Risikomanagers bei den MV Werften etabliert, welcher direkt an die Geschäftsführung berichtet.

Im Rahmen des Risikomanagementsystems wird mit abgestuften Schwellenwerten über die Eintrittswahrscheinlichkeit, das Ausmaß sowie den Einfluss auf Kosten, Zeit und Performance der jeweiligen Projekte gearbeitet.

Bestandteil der Risikoberichterstattung sind eingeleitete Maßnahmen zur Risikoreduzierung.

2. Gesamtrisiko

Das Geschäftsmodell der MV Werften Gruppe und somit auch der MVW Fertigmodule ist von vielen Faktoren beeinflusst - unter anderem von den rechtlichen und gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, von Kooperationen mit Geschäftspartnern beziehungsweise von sonstigen Vertragsverhältnissen. Auf dieser Grundlage werden Annahmen zur Entwicklung und Profitabilität, Umsatzerlösen, Kostenpositionen, der Mitarbeiterentwicklung, der Finanzierung sowie wesentlichen Bilanzpositionen getroffen.

Die Weltkonjunktur befindet sich nach dem Ausbruch der Covid-19 Pandemie in einer schweren Rezession. Aktuell müssen sich viele Unternehmen schlagartig auf andere, extreme Rahmenbedingungen einstellen. Engpässe in der Lieferkette und teilweise geschlossene Grenzen führen immer wieder zu Einschränkung der kontinuierlichen Produktion. Hieraus entwickelt sich ein erhebliches Risiko, welches die Marktperspektiven der MV Werften Gruppe stark negativ beeinflussen könnte. In Bezug auf den Produktionsprozess können erhebliche Beeinträchtigungen durch Erkrankungen und Quarantänemaßnahmen bei der Belegschaft, durch Reisebeschränkungen oder durch weitere behördlich angeordnete Einschränkungen (wie z.B. einem "Shutdown") nicht ausgeschlossen werden. Des Weiteren sind Lieferkettenprobleme in Bezug auf Unterlieferanten als ein weiterer wesentlicher Risikofaktor zu nennen.

Neben den Risiken in Bezug auf die Lieferanten ist auch die Nachfrage nach Kreuzfahrten derzeit stark betroffen. Einschränkungen der Reisetätigkeiten, Restriktionen und behördlichen Auflagen in Bezug auf Schiffsreisen und somit hohe Umsatzeinbußen bei den Reedereien führen zu einer reduzierten Nachfrage nach neuen Kreuzfahrtschiffen.

Die Muttergesellschaft Genting Hong Kong, mit den Hauptgeschäftsfeldern Tourismus und Entertainment, steht in diesem unsicheren Marktumfeld vor großen wirtschaftlichen und finanziellen Herausforderungen. Diese bringen hohe Finanzierungsbedarfe und tiefgreifende Restrukturierungsmaßnahmen mit sich. Die Tatsache, dass Schwestergesellschaften innerhalb des Mutterkonzerns Genting Hong Kong, aktuell die einzigen Auftraggeber der MV Werften Gruppe sind, führt dazu, dass die Finanzierungs- und Liquidationssituation maßgeblich von der des Konzerns abhängig ist.

Derzeit sind wesentliche Verbesserungen der Rahmenbedingungen und eine Erholung des Kreuzfahrtmarktes nur schwer absehbar. Faktoren, wie eine erfolgreiche Impfstrategie auch bei neuen Covid-19 Varianten und die Umsetzung von Hygienekonzepten, spielen eine entscheidende Rolle. Erfreulicherweise sind einige der von den zur Genting Gruppe gehörenden Kreuzfahrtreedereien wieder in Betrieb genommen worden, maßgeblich in Asien, ab Sommer 2021 auch zusätzlich auf den Bahamas. Aktuell geht die Branche davon aus, dass Mitte 2021 das Kreuzfahrtgeschäft insgesamt in größerem Maße wieder aufgenommen werden kann und somit eine langsame Erholung der Nachfrage eintritt. Hiervon abhängig ist auch die Nachfrage nach neuen Schiffbauprojekten bzw. der Wiederaufnahme von derzeit gestoppten Aufträgen.

Mit dem Ausbruch der Covid-19 Pandemie sieht sich die MV Werften Gruppe mit Mehrkosten konfrontiert, die zum Teil mit Gesellschaftermittel finanziert wurden. Darüberhinausgehende Bedarfe sind durch Mittel des WSF abgebildet.

Jedoch steht der MV Werften Gruppe und somit auch der MVW Fertigmodule lediglich eine geringe Liquiditätsdecke zur Verfügung, die stark von der Abarbeitung des laufenden Auftragsbestands abhängig ist.

3. Bestandsgefährdendes Risiko

Die Covid-19 Pandemie hat das Kreuzfahrtgeschäft, Kerngeschäft des Mutterkonzerns Genting Hong Kong, massiv getroffen, sodass der Gesellschafter die Finanzierung der bei der MV Werften Gruppe bestellten Schiffe über die Gewährung von Gesellschafterdarlehen und Anzahlungen ab März 2020 eingeschränkt hat. Zudem mussten alle Produktionsarbeiten auf den Werften in Mecklenburg-Vorpommern ab diesem Zeitpunkt pandemiebedingt gestoppt und die Ablieferung der im Bau befindlichen Schiffe verschoben werden. Ebenfalls wird über den Bedarf von neuen Schiffen, für die es bereits Verträge und Absichtserklärungen gibt, neu zu entscheiden sein.

Im dritten Quartal 2020 hat der Gesellschafter zur Sicherstellung der Liquidität bis zum Erreichen der Zwischenfinanzierung durch den WSF der MV Werften Gruppe frei gewordene Sicherungseinlagen aus einem verpfändetem Guthabenkonto, der sogenannten "Lock box" in Höhe von TEUR 175.000 als Darlehen zur Verfügung gestellt.

Der Mutterkonzern ist in einer finanziell angespannten Lage und aktuell in einer umfassenden finanziellen Restrukturierung. Diese ist bis Ende Juni 2021 erfolgreich abgeschlossen worden. Die Tatsache, dass Schwestergesellschaften innerhalb des Mutterkonzerns die einzigen Auftraggeber sind, erhöht unter diesen Umständen das bestandsgefährdende Risiko der Gruppe.

Am Bilanzstichtag befinden sich eine Expeditionsyacht der Endeavor-Class, ein Kreuzfahrtschiff der Global-Class sowie eine Yacht im Auftragsbestand der Gruppe. Der Bau des zweiten Global-Class Schiffes ist bis auf weiteres verschoben. Bei bereits angearbeiteten Projekten, deren Realisierung nicht mehr geplant ist, bestehen wesentliche Forderungen gegenüber den konzerneigenen Bestellern bzw. der Genting Hong Kong. Damit ist die Finanzierungs- und Liquiditätslage schlussendlich auch maßgeblich von der Genting Hong Kong abhängig.

Die Auftragsergebnisse der in Mecklenburg-Vorpommern gebauten Schiffe werden durch die Pandemie und den hierdurch geänderten Rahmenbedingungen negativ beeinflusst, was zu einem deutlichen Liquiditätsmehrbedarf führt. Dementsprechend ist die Zahlungsfähigkeit der MV Werften Gruppe und der Gesellschaft in erheblichem Maße von der Unterstützung durch den WSF abhängig.

Im vierten Quartal 2020 wurde der MVW Holdings eine Kreditlinie in Höhe von TEUR 193.000 vom WSF zur Verfügung gestellt, wodurch zum einen die Finanzierung der Fertigstellung der Expeditionsyacht der Endeavor-Class und zum anderen allgemeine Betriebskosten sowie projektbezogene Kosten gesichert sind. Aus dieser Kreditlinie wurden bis zum Stichtag TEUR 58.800 von der MVW Holdings in Anspruch genommen. Dieser Kredit hat eine Endfälligkeit zum 30. Juni 2021. Die Rückzahlung ist aus freiwerdenden Mitteln einer durch Hermes gedeckten Endfinanzierung bei der Ablieferung des ersten Schiffes der Endeavor-Class erfolgt.

Zusätzlich entstandene Aufwendungen durch die Verzögerung beim Bau der Global-Class Schiffe sowie Kosten des Werftbetriebs, Restrukturierungsmaßnahmen etc. sind über weitere WSF-Mittel in Höhe von TEUR 300.000 mit einer Laufzeit bis 30. September 2022 finanziert. Diese Finanzierungsmittel werden zum einen über eine stille Beteiligung in Höhe von TEUR 60.000 und zum anderen über ein Nachrangdarlehen in Höhe von TEUR 240.000 zur Verfügung gestellt. Diese zusätzlichen Mittel sollen nach Ablieferung des ersten Schiffes der Global-Class getilgt werden. Die Mittelweiterreichung im MV Werften Teilkonzern erfolgt im Rahmen einer Liquiditätsausstattungsgarantie der MVW Holdings an ihre Tochtergesellschaften. Im Rahmen der Beurteilung der Fortführungsprämisse hat die Geschäftsführung der MVW Fertigmodule von der Geschäftsführung der MVW Holdings die Information erhalten, dass auf Basis einer auf MV Werften Gruppenebene erstellten Liquiditätsplanung die Liquidität der MVW Holdings und ihrer Tochtergesellschaften bis zum 31. Dezember 2022 gesichert ist und somit die Fertigstellung der Expeditionsyacht der Endeavor-Class und des Kreuzfahrtschiffs der Global-Class ermöglicht. Ein wesentlicher Finanzierungsbaustein hierzu ist das Darlehen des WSF.

Ergänzend und konkret für die MVW Fertigmodule hat die Geschäftsführung von der Geschäftsführung der MVW Holdings eine Liquiditätsausstattungsgarantie bis zum 30. Juni 2022 erhalten. Vor diesem Hintergrund hat die Geschäftsführung der MVW Fertigmodule den Jahresabschluss unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt.

Die Bauzeitfinanzierung für das zweite Schiff der Global-Class mit einem Mittelbedarf von noch über EUR 1 Mrd., wird in den nächsten Monaten abzuschließen sein. Der Auftraggeber hat sein Interesse am Bau des zweiten Kreuzfahrtschiffes der Global-Class bekundet. Als möglicher Liefertermin wird das zweite Quartal 2024 angestrebt. Das Schiff weist derzeitig einen technischen Baufortschritt von ca. 20% aus und wurde vom Auftraggeber, ein Tochterunternehmen der Genting Hong Kong, mit bereits TEUR 323.000 Eigenmittel finanziert. Die Geschäftsführung der MV Werften Gruppe hält es aus jetziger Sicht für wahrscheinlich, dass dieses Projekt im vierten Quartal 2021 reaktiviert werden kann. Um einen entsprechenden, kurzfristigen Produktionsstart zu gewährleisten, werden in der Personalplanung der MV Werften in Mecklenburg-Vorpommern die Kapazitäten bis Ende 2021 vorgehalten und dieses wiederum bei der notwendigen umfangreichen Restrukturierung berücksichtigt. Die Umsetzung dieser Strategie hängt von der Erholung des Kreuzfahrtmarktes, hauptsächlich in Asien, und der erfolgreichen Sicherstellung der notwendigen Finanzierung des Schiffes während der Bauzeit und nach Ablieferung ab.

Der langfristige Bestand der MV Werften Gruppe und der Gesellschaft ist unmittelbar abhängig von der Hereinnahme neuer schiffbaulicher Aufträge am Weltmarkt und deren erfolgreicher Abarbeitung mit positiven Auftragsergebnissen.

Die eingeleiteten Maßnahmen sind im weiteren Verlauf erfolgreich umzusetzen. Trotz der gewährten Finanzierungsmittel bleibt eine Unsicherheit hinsichtlich der Finanzierungssicherheit der MV Werften Gruppe und der Gesellschaft bestehen, da erwartete Restrukturierungseffekte später und nicht in der gewünschten Höhe eintreten könnten.

Sollten allerdings - entgegen der Annahme der Geschäftsführung - die Umsatz-, Ertrags- und Liquiditätserwartungen bei nicht nur unwesentlichen Abweichungen der Planungsannahmen nicht wie geplant erreicht werden, und insbesondere die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen nicht erfolgreich umgesetzt werden sowie die Herstellung der Schiffe nicht im kalkulierten Kostenrahmen und die Realisierung notwendiger Neubauprojekte mittelfristig nicht möglich sein, wird sich die Gruppe und damit auch die Gesellschaft in einer angespannten Liquiditätssituation befinden. Dies weist daher auf eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten (Bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB) hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen könnten, und das Unternehmen daher möglicherweise nicht in der Lage ist, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf seine Vermögenswerte zu realisieren sowie seine Schulden zu begleichen, soweit fehlende operative Zahlungsmittelzuflüsse nicht durch anderweitige Maßnahmen, insbesondere auch von weiteren Liquiditätszuschüssen von Eigen- und Fremdkapitalgebern, kompensiert werden können.

4. Wesentliche Einzelrisiken

a) Währungsrisiken

Alle mit dem Kunden geschlossenen Bauverträge werden in EURO vorgenommen, sodass in dieser Hinsicht kein Währungsrisiko besteht. Gleiches gilt für die Beschaffungsseite, auf der wesentliche Verträge ausschließlich in EURO geschlossen werden.

b) Beschaffungsrisiken

Zur Produktion werden sehr unterschiedliche Materialien von verschiedenen Lieferanten benötigt. Es besteht das Risiko das Lieferanten ausfallen, was wiederum Auswirkungen auf die Produktion und die vertraglichen Verpflichtungen gegenüber den Kunden hätte. Um das Risiko des Lieferantenausfalls zu minimieren wird bereits bei der Auswahl der Lieferanten auf Kriterien wie Marktposition, Produktionsprogramm, Referenzen, Firmenstruktur, Bonität und Lieferzeit geachtet. Ein weiteres strategisches Element dem Lieferantenausfall entgegen zu wirken ist das Risikoregister. Die darin betrachteten Risiken und deren Auswertung sind Basis zweite und dritte Lieferantenquellen im Eintrittsfall des Ausfalls sicherzustellen. Nach Vertragsabschluss werden die gebundenen Lieferanten durch den Einkauf engmaschig betreut und geführt (Expediting), um während der Vertragslaufzeit bis zur vereinbarten Lieferung bzw. Leistungserbringung das Ausfallrisiko zu vermeiden.

Aufgrund der Covid-19 Pandemie sind Produktion und Lieferketten stark beeinflusst und das Risiko von Ausfällen von Lieferanten steigt. Dementsprechend gewinnt das Thema Expediting noch stärker an Bedeutung um frühzeitig bei eintretenden Ausfallrisiko reagieren zu können. Des Weiteren steigt durch die Pandemie ebenfalls das Risiko, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse der Marktteilnehmer verschlechtern und somit die Bonität beeinflusst wird. Dieses kann negative Auswirkungen auf die Liquiditätssituation der Lieferanten und Dienstleister haben, sodass der Bedarf nach in Vorfeld zu leistenden Anzahlungen steigt. Mit der Verschlechterung der Bonität von Lieferanten und Dienstleistern steigt zugleich das Risiko des Lieferungs- und Leistungsausfalls bei geleisteten Anzahlungen.

c) Finanzierungs- und Liquiditätssituation

Die Steuerung des Liquiditätsrisikos, d.h. das Risiko, aufgrund einer unzureichenden Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehende und zukünftig fällig werdende Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen zu können, wird für die MV Werften Gruppe im Wesentlichen durch die MVW Holdings übernommen.

Mit der MVW Holdings besteht seit dem 07. Dezember 2017 ein Ergebnisabführungsvertrag.

Die Liquiditätssituation der MV Werften Gruppe wird durch eine wöchentlich rollierende Liquiditätsplanung für einen Planungszeitraum von 3 Monaten überwacht. Für längerfristige Betrachtungen wird auf die Unternehmensplanung abgestellt. Der Planungshorizont der aktuellen Liquiditätsplanung der MV Werften Gruppe reicht bis Ende des Jahres 2022. Alle unmittelbaren, wesentlichen Tochterunternehmen verfügen über eine Liquiditätsausstattungsgarantie der MVW Holdings mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2022.

Für die Projekte unter Vertrag wurden Anzahlungen mit den Kunden vereinbart. Da es sich bei den derzeitigen Kunden um verbundene Unternehmen handelt, ist die Finanzierungs- und Liquiditätslage schlussendlich maßgeblich von der Genting Hong Kong Limited abhängig.

Des Weiteren wird auf die Ausführungen unter Punkt 3 "Bestandsgefährdendes Risiko" im Risikobericht verwiesen.

d) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die derzeitigen Forderungen bestehen im Wesentlichen gegenüber den Unternehmen der MV Werften Gruppe. Somit ist das Risiko des Forderungsausfalls maßgeblich von der Finanzierungs- bzw. Liquiditätssituation der MVW Holdings abhängig.

e) Personal

Die geplanten Schiffbauvorhaben der MV Werften Gruppe werden und wurden durch die Covid-19 Pandemie massiv verzögert. Die Streckung des Bauprogramms hat insbesondere in dem Bereich Produktion der Kabinen massive Unterauslastungen zur Folge. Es besteht das latente Risiko, dass Schlüsselfunktionen und Leistungsträger durch die anhaltende Unsicherheit nicht gehalten werden können.

Des Weiteren besteht ein latentes Risiko bezüglich der Verfügbarkeit des Know-How und der Kapazitäten durch die im Jahr 2021 geplante Restrukturierung. Eine eventuell notwendige Kompensation über externe Dienstleister birgt das Risiko, dass diese zeitlich nicht umgehend dargestellt werden kann.

f) Produktionsrisiko

Die Produktion von Kabinen in einer Fließbandfertigung erfordert ein möglichst homogenes Produktionsprogramm, um effizient die Prozesse in Massenfertigung durchführen zu können. Die heterogene Kabinenabrufsituation erfordert daher die Vorproduktion in den Lagerbestand, wodurch in das Kabinenlager investiert wurde. Die eingesetzten Ressourcen werden in der Kostenrechnung im Controlling erfasst und je Projekt ausgewertet.

D. Chancenbericht

Für das Geschäftsjahr 2021 wird von einer Erholung der Kreuzfahrtindustrie ausgegangen. Erste Reedereien haben bereits wieder Schiffe in Fahrt. Auch die Reederei Dream Cruises, als verbundenes Unternehmen der Genting Hong Kong, verkehrt wieder mit Kreuzfahrtschiffen im asiatischen Raum, im Sommer 2021 wird ein weiteres Schiff auf den Bahamas eingesetzt. Trotz eingeschränkter, pandemiebedingter Auslastung zeigen erste Erfahrungen und Zahlen einen positiven Trend. Aufgrund der sichtbaren Erholung der Branche geht die Geschäftsführung der MV Werften Gruppe davon aus, dass es gelingen kann, das derzeit verschobene zweite Projekt der Global-Class im vierten Quartal des laufenden Jahres zu reaktivieren.

Gerade in Zeiten der Ungewissheit wird die stetige Verbesserung der organisatorischen Abläufe und Prozesse zur Optimierung der Kostenstrukturen weiter an Bedeutung gewinnen.

Des Weiteren wird aktiv am Produktportfolio gearbeitet, um den sich verändernden Rahmenbedingungen anzupassen. Die technische Ausstattung des Standorts ist für alle denkbaren Produkte, Neubau, Umbau und Reparatur bestens geeignet. Auch Stahlbau für maritime und urbane Bauprojekte schaffen kurzfristige Produktionskapazitäten. Die Werften können sich auf Referenzen im Bereich arktische Schiffe, Offshore Wind Plattformen, Offshore Wind Schiffe, Fähren und Kreuzfahrtschiffe berufen. Diese Märkte werden verstärkt beobachtet und analysiert, um sich entsprechend strategisch zu positionieren. Gerade im Offshore-Markt wird, aufgrund der wachsenden Nachfragen zu regenerativen Energien, mit großen Wachstumspotenzialen gerechnet. Der Fokus der MV Werften Gruppe und somit der MVW Fertigmodule wird aber auch weiterhin auf dem Neubau von Kreuzfahrtschiffen liegen.

E. Prognosebericht

Auch wenn das Ausmaß der anhaltenden Pandemie noch nicht abgeschätzt werden kann, lässt sich mit Sicherheit sagen, dass sie in den kommenden Jahren erhebliche, negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und der MV Werften Gruppe haben wird. Ebenfalls könnte die Covid-19 Pandemie Auswirkungen auf die Prognosegenauigkeit haben, da die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehr deutlich davon betroffen sind.

Die gegenwärtige Strategie sieht eine Streckung des Bauprogramms und erhöhte Vertriebsaktivität vor. Der derzeitige Planungszeitraum reicht bis Ende des Jahres 2022.

Der Weiterbau des zweiten Kreuzfahrtschiffes der Global-Class wurde verschoben und die Verhandlungen über den Bau der kleineren Universal-Class Schiffe auf Basis der weiterhin bestehenden Absichtserklärungen (LOIs) zurückgestellt.

Mit Blick auf das Geschäftsjahr 2021 und den anhaltenden Pandemiemaßnahmen und -folgen wird im Vergleich zum Geschäftsjahr 2020 von einem gleichbleibendem Stundenvolumen ausgegangen. Das Ergebnis für das Geschäftsjahr 2021 wird im mittleren negativen zweistelligen Millionen Bereich erwartet.

Das aktuelle Handeln der Geschäftsführung der MV Werften Gruppe ist darauf konzentriert, die erfolgreiche Ausrichtung der Werften an die neuen Gegebenheiten voranzutreiben, neue Projekte zu akquirieren bzw. derzeitig gestoppte Projekte zu reaktivieren und den Fortbestand des Unternehmens zu sichern.

F. Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f Abs. 4 HGB

Mangels eines Aufsichtsrats wurden bisher keine Zielgrößen für den Frauenanteil in der Geschäftsführung festgelegt. Bezüglich der Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil in den beiden unterhalb der Geschäftsführung liegenden Führungsebenen ist der Prozess zur Festlegung der Quoten noch nicht abgeschlossen.

 

Wismar, 29. Juni 2021

Carsten Haake, Geschäftsführer, CFO

Peter Fetten, Geschäftsführer, CEO

Volker Asmus, Geschäftsführer

Johannes Gößler, Geschäftsführer

Bilanz für das Geschäftsjahr vom 01. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019

AKTIVA

EUR 31.12.2019
EUR
31.12.2018
EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Finanzanlagen
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 11.765.257,85 4.137.750,08
11.765.257,85 4.137.750,08
11.765.257,85 4.137.750,08
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 11.095.858,55 557.766,90
2. Unfertige Erzeugnisse 589.444,56 0,00
3. Fertige Erzeugnisse 4.029.556,98 695.967,53
4. Geleistete Anzahlungen 5.918.140,22 6.718.478,70
21.633.000,31 7.972.213,13
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.030,46 3.784,02
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 13.474.136,42 10.268.521,44
davon gegen Gesellschafter EUR 7.950.728,63 (Vj. EUR 7.659.230,53)
3. Sonstige Vermögensgegenstände 53.257,73 16.344,76
13.529.424,61 10.288.650,22
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 459.427,13 697.125,17
35.621.852,05 18.957.988,52
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 52.472,11 34.071,84
47.439.582,01 23.129.810,44

PASSIVA

EUR 31.12.2019
EUR
31.12.2018
EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 3.025.000,00 3.025.000,00
II. Verlustvortrag -203.191,70 -203.191,70
III. Jahresüberschuss 0,00 0,00
2.821.808,30 2.821.808,30
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Sonstige Rückstellungen 498.651,76 381.753,55
498.651,76 381.753,55
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 18.667.500,00 1.520.000,00
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.748.665,40 484.655,57
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 22.304.912,49 17.204.179,68
davon gegen Gesellschafter EUR 21.293.323,58 (Vj. EUR 16.880.219,24)
4. Sonstige Verbindlichkeiten 398.044,06 717.413,34
davon aus Steuern EUR 80.293,62 (Vj. EUR 510.401,97)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 231,17 (Vj. EUR 3.316,29)
44.119.121,95 19.926.248,59
47.439.582,01 23.129.810,44

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019

EUR 01.01.2019 - 31.12.2019
EUR
01.01.2018 - 31.12.2018
EUR
1. Umsatzerlöse 24.835.814,24 2.591.281,46
2. Erhöhung des Bestands an unfertigen und fertigen Erzeugnissen 3.923.034,01 695.967,53
3. Sonstige betriebliche Erträge, 139.928,24 35.871,31
davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 2,01 (Vj. EUR 0,81)
28.898.776,49 3.323.120,30
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 23.025.349,57 2.984.049,90
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 4.059.024,09 1.092.280,70
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 5.015.645,19 3.517.004,64
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 1.010.114,42 669.713,99
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen, 3.294.761,97 2.487.134,73
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 425,54 (Vj. EUR 0,00)
36.404.895,24 10.750.183,96
-7.506.118,75 -7.427.063,66
7. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens, 254.761,47 38.274,20
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 254.761,47 (Vj. EUR 38.274,20)
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen, 591.627,77 238.718,31
davon an verbundenen Unternehmen EUR 591.627,77 (Vj. EUR 238.402,10)
-336.866,30 -200.444,11
9. Ergebnis nach Steuern -7.842.985,05 -7.627.507,77
10. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages übernommener Verlust 7.842.985,05 7.627.507,77
11. Jahresüberschuss 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019

I. Allgemeine Angaben

Die MV Werften Fertigmodule GmbH hat ihren Sitz in Wismar und ist im Handelsregister beim Amtsgericht Schwerin unter HRB 12658 eingetragen.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB und den ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 2 HGB.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB gegliedert.

Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzubringen sind, weitestgehend im Anhang aufgeführt.

Zwischen der Gesellschaft und der MV Werften Holdings Limited, Wismar (Amtsgericht Schwerin, HRB 12602) als herrschendem Unternehmen ist am 7. Dezember 2017 ein Gewinnabführungsvertrag geschlossen worden.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend:

Finanzanlagen

Finanzanlagen werden mit dem Nennwert angesetzt. Außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.

Vorräte

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu Anschaffungskosten unter Anwendung der Durchschnittsmethode bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten oder mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. In den Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen, Konstruktionsgehältern und Sondereinzelkosten auch angemessene Teile der Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Verwaltungsgemeinkosten und der Werteverzehr des Anlagevermögens berücksichtigt.

Geleistete und erhaltene Anzahlungen werden mit den Nennwerten der korrespondierenden Zahlungen bewertet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sowie liquide Mittel

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben.

Liquide Mittel werden zu Nennwerten bilanziert.

Rechnungsabgrenzungsposten

Unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag aktiviert, die Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Eigenkapital

Das Eigenkapital wird zum Nennwert bilanziert.

Rückstellungen

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren und ungewissen Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen.

Verbindlichkeiten

Erhaltene Anzahlungen werden mit den Nennwerten der korrespondierenden Zahlungen bewertet.

Die Verbindlichkeiten werden mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Fremdwährungsumrechnung

Auf fremde Währung lautende Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände, liquide Mittel und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst und zum Bilanzstichtag mit dem Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Bei einer Laufzeit von mehr als einem Jahr finden das Anschaffungskostenprinzip sowie das Realisations- und Imparitätsprinzip Anwendung.

Latente Steuern

Die Ermittlung und ggf. der Ansatz latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge erfolgt auf der Ebene der Gesellschafterin und Organträgerin, MV Werften Holdings Limited.

III. Erläuterungen zur Bilanz

Finanzanlagen

Die Ausleihungen beinhalten an die Gesellschafterin gegebene Darlehen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen (T€ 13.474, Vorjahr T€ 10.268) beinhalten Forderungen gegen die Gesellschafterin aus dem Ergebnisabführungsvertrag in Höhe von T€ 7.843 (Vorjahr T€ 7.628) und Zinsforderungen (T€ 108, Vorjahr T€ 32). Die verbleibenden T€ 5.523 (Vorjahr T€ 2.608) sind Lieferungs- und Leistungsforderungen gegen Schwestergesellschaften.

Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

Die liquiden Mittel belaufen sich auf T€ 459 (Vorjahr T€ 697) und stehen zur freien Verfügung.

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert T€ 3.025.

Sonstige Rückstellungen

Per 31. Dezember 2019 wurden sonstige Rückstellungen in Höhe von T€ 499 (Vorjahr T€ 382) gebildet. Diese setzen sich wie folgt zusammen:

01.01.2019 - 31.12.2019
T€
01.01.2018 - 31.12.2018
T€
Ausstehende Eingangsrechnungen 227 196
Zeitkonten, Urlaub und Mehrarbeit 199 125
Berufsgenossenschaft und Schwerbehindertenzulage 59 51
Jahresabschlusskosten 14 10
499 382

Verbindlichkeiten

Die Aufgliederung der Verbindlichkeiten nach Restlaufzeiten ergibt sich aus dem nachfolgenden Verbindlichkeitenspiegel:

Gesamt Restlaufzeiten
T€ bis zu 1 Jahr
T€
mehr als 1 Jahr
T€
d avon mehr als 5 Jahre
T€
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 18.668 18.668 0 0
(Vorjahr) (1.520) (1.520) (0) (0)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.749 2.489 260 0
(Vorjahr) (485) (485) (0) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 22.305 1.520 20.785 0
(Vorjahr) (17.204) (1.119) (16.085) (4.900)
-davon Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 21.293 508 20.785 0
(Vorjahr) (16.880) (795) (16.085) (4.900)
Sonstige Verbindlichkeiten 398 398 0 0
(Vorjahr) (717) (717) (0) (0)
Summe 44.120 23.075 21.045 0
(Vorjahr) (19.926) (3.841) (16.085) (4.900)

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (T€ 22.305; Vorjahr T€ 17.204) betreffen Verbindlichkeiten gegen die Gesellschafterin im Wesentlichen in Form von Darlehen (T€ 20.785, Vorjahr T€ 16.585) und den dazugehörigen Zinsen (T€ 508, Vorjahr T€ 226). Die übrigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (T€ 1.012, Vorjahr T€ 393) resultieren aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr.

Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen entfallen in Höhe von T€ 18.500 (Vorjahr T€ 1.520) auf verbundene Unternehmen.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:

01.01.2019 - 31.12.2019 01.01.2018 - 31.12.2018
T€ % T€ %
Gliederung nach Sparten
Kabinenbau 24.733 100 2.517 97
Vermietung und Verpachtung 0 0 16 1
sonstige Erlöse 103 0 58 2
24.836 100 2.591 100
Gliederung nach Märkten
Bundesrepublik Deutschland 24.811 100 2.591 100
Übriges Europa 25 0 0 0
Außereuropäische Länder 0 0 0 0
24.836 100 2.591 100

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von T€ 140 (Vorjahr T€ 36) betreffen überwiegend periodenfremde Erträge (T€ 81, Vorjahr T€ 19).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (T€ 3.295, Vorjahr T€ 2.487) setzen sich im Wesentlichen zusammen aus:

01.01.2019 - 31.12.2019
T€
01.01.2018 - 31.12.2018
T€
Mietaufwendungen 1.708 1.155
Instandhaltung (Material, Leistung) 288 299
Administrative Leistungsumlage 283 241
Unternehmensberatung 269 207
Bewachung/Feuerwehr 146 48
Versicherungsbeiträge 44 30

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsaufwendungen in Höhe von T€ 592 (Vorjahr T€ 238) betreffen ausschließlich die Zinsen an die Gesellschafterin.

V. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag bestanden sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen gegen Dritte in Höhe von T€ 315 (Vorjahr T€ 99). Die Miet- und Leasingverträge enden nach heutigem Kenntnisstand zwischen 2020 und 2023.

Aus dem Mietverhältnis zwischen der Gesellschaft und der Schwestergesellschaft MV Werften Fertigmodule Property GmbH resultieren finanzielle Verpflichtungen von derzeit T€ 1.415 pro Jahr (Vorjahr T€ 1.013). Die Mieterhöhung ist mit umfangreichen Investitionen zu begründen. Dieser Mietvertrag läuft vorerst bis zum Ende des Jahres 2026. Der Gesamtbetrag aus diesem Mietverhältnis beträgt bis Vertragsende T€ 9.907.

Das Bestellobligo zum Bilanzstichtag aus bestellten Materialien und zu beziehenden Leistungen beträgt T€ 30.401.

Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse bestanden zum Bilanzstichtag nicht.

Angaben zur Anzahl der Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2019 waren durchschnittlich beschäftigt:

01.01.2019 - 31.12.2019 01.01.2018 - 31.12.2018
Angestellte 66 49
gewerbliche Arbeitnehmer 70 41
Summe 136 90

Angaben zur Geschäftsführung

Geschäftsführer der Gesellschaft sind:

Name Beruf Zeitraum
Fetten, Peter Geschäftsführung, CEO ab 18.06.2018
Haake, Carsten J. Geschäftsführung, CFO ab 18.06.2018
Gößler, Johannes Geschäftsführung, Technical Director
Asmus, Volker Geschäftsführung, Financial and administration Director

Alle Geschäftsführer sind vom § 181 BGB (Variante 2) befreit.

Die Gesamtbezüge der Geschäftsführer betrugen im Geschäftsjahr T€ 293.

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit zu marktüblichen Konditionen unterhält die Gesellschaft Geschäftsbeziehungen zu zahlreichen Unternehmen, darunter auch verbundene Unternehmen, die als nahestehende Unternehmen gelten.

Die Gesellschaft unterhält Beziehungen zu verbundenen Unternehmen in den Bereichen:

Kauf/Verkauf von Vermögensgegenständen

Bezug/Erbringung von Dienstleistungen

Nutzung/Nutzungsüberlassung von Vermögensgegenständen

Finanzierungen

Erhalt von Bürgschaften oder anderen Sicherheiten

Abreden im Ein- oder Verkauf

Konzernverhältnisse

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Genting Hong Kong Limited, Hong Kong, die den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen aufstellt, einbezogen. Der Konzernabschluss wird nach IFRS aufgestellt. Wesentliche Abweichungen zum deutschen HGB ergeben sich in der Bewertung des Anlagevermögens, des Vorratsvermögens sowie bei der bilanziellen Behandlung von Leasingverhältnissen. Der Konzernabschluss ist auf der Website von Genting Hong Kong Limited unter http://www.gentinghk.com/en/home/investor-relations/corporate-releases.aspx öffentlich zugänglich.

Ergebnisverwendung

Das Geschäftsjahr 2019, beginnend vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 schließt vor Ergebnisabführung mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von T€ 7.843 ab. Gemäß § 1 des bestehenden Gewinnabführungsvertrages zwischen der Gesellschaft und der MV Werften Holdings Limited vom 07. Dezember 2017 wird das negative Jahresergebnis von der MV Werften Holdings Limited ausgeglichen.

Honorar des Abschlussprüfers

Das berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers für Abschlussprüfungsleistungen für das abgeschlossene Geschäftsjahr beträgt T€ 14.

Hinweis zu bestandsgefährdenden Risiken

Die Covid-19 Pandemie hat das Kreuzfahrtgeschäft, Kerngeschäft des Mutterkonzerns Genting Hong Kong, massiv getroffen, sodass der Gesellschafter die Finanzierung der bei der MV Werften Gruppe bestellten Schiffe über die Gewährung von Gesellschafterdarlehen und Anzahlungen ab März 2020 eingeschränkt hat. Zudem mussten alle Produktionsarbeiten auf den Werften in Mecklenburg-Vorpommern ab diesem Zeitpunkt pandemiebedingt gestoppt und die Ablieferung der im Bau befindlichen Schiffe verschoben werden. Ebenfalls wird über den Bedarf von neuen Schiffen, für die es bereits Verträge und Absichtserklärungen gibt, neu zu entscheiden sein.

Im dritten Quartal 2020 hat der Gesellschafter zur Sicherstellung der Liquidität bis zum Erreichen der Zwischenfinanzierung durch den WSF der MV Werften Gruppe frei gewordene Sicherungseinlagen aus einem verpfändetem Guthabenkonto, der sogenannten "Lock box" in Höhe von TEUR 175.000 als Darlehen zur Verfügung gestellt.

Der Mutterkonzern ist in einer finanziell angespannten Lage und aktuell in einer umfassenden finanziellen Restrukturierung. Diese ist bis Ende Juni 2021 erfolgreich abgeschlossen worden. Die Tatsache, dass Schwestergesellschaften innerhalb des Mutterkonzerns die einzigen Auftraggeber sind, erhöht unter diesen Umständen das bestandsgefährdende Risiko der Gruppe.

Am Bilanzstichtag befinden sich eine Expeditionsyacht der Endeavor-Class, ein Kreuzfahrtschiff der Global-Class sowie eine Yacht im Auftragsbestand der Gruppe. Der Bau des zweiten Global-Class Schiffes ist bis auf weiteres verschoben. Bei bereits angearbeiteten Projekten, deren Realisierung nicht mehr geplant ist, bestehen wesentliche Forderungen gegenüber den konzerneigenen Bestellern bzw. der Genting Hong Kong. Damit ist die Finanzierungs- und Liquiditätslage schlussendlich auch maßgeblich von der Genting Hong Kong abhängig.

Die Auftragsergebnisse der in Mecklenburg-Vorpommern gebauten Schiffe werden durch die Pandemie und den hierdurch geänderten Rahmenbedingungen negativ beeinflusst, was zu einem deutlichen Liquiditätsmehrbedarf führt. Dementsprechend ist die Zahlungsfähigkeit der MV Werften Gruppe und der Gesellschaft in erheblichem Maße von der Unterstützung durch den WSF abhängig.

Im vierten Quartal 2020 wurde der MVW Holdings eine Kreditlinie in Höhe von TEUR 193.000 vom WSF zur Verfügung gestellt, wodurch zum einen die Finanzierung der Fertigstellung der Expeditionsyacht der Endeavor-Class und zum anderen allgemeine Betriebskosten sowie projektbezogene Kosten gesichert sind. Aus dieser Kreditlinie wurden bis zum Stichtag TEUR 58.800 von der MVW Holdings in Anspruch genommen. Dieser Kredit hat eine Endfälligkeit zum 30. Juni 2021. Die Rückzahlung ist, aus freiwerdenden Mitteln einer durch Hermes gedeckten Endfinanzierung, bei der Ablieferung des ersten Schiffes der Endeavor-Class erfolgt.

Zusätzlich entstandene Aufwendungen durch die Verzögerung beim Bau der Global-Class Schiffe sowie Kosten des Werftbetriebs, Restrukturierungsmaßnahmen etc. sind über weitere WSF-Mittel in Höhe von TEUR 300.000 mit einer Laufzeit bis 30. September 2022 finanziert. Diese Finanzierungsmittel werden zum einen über eine stille Beteiligung in Höhe von TEUR 60.000 und zum anderen über ein Nachrangdarlehen in Höhe von TEUR 240.000 zur Verfügung gestellt. Diese zusätzlichen Mittel sollen nach Ablieferung des ersten Schiffes der Global-Class getilgt werden. Die Mittelweiterreichung im MV Werften Teilkonzern erfolgt im Rahmen einer Liquiditätsausstattungsgarantie der MVW Holdings an ihre Tochtergesellschaften. Im Rahmen der Beurteilung der Fortführungsprämisse hat die Geschäftsführung der MVW Fertigmodule von der Geschäftsführung der MVW Holdings die Information erhalten, dass auf Basis einer auf MV Werften Gruppenebene erstellten Liquiditätsplanung die Liquidität der MVW Holdings und ihrer Tochtergesellschaften bis zum 31. Dezember 2022 gesichert ist und somit die Fertigstellung der Expeditionsyacht der Endeavor-Class und des Kreuzfahrtschiffs der Global-Class ermöglicht. Ein wesentlicher Finanzierungsbaustein hierzu ist das Darlehen des WSF.

Ergänzend und konkret für die MVW Fertigmodule hat die Geschäftsführung von der Geschäftsführung der MVW Holdings eine Liquiditätsausstattungsgarantie bis zum 30. Juni 2022 erhalten. Vor diesem Hintergrund hat die Geschäftsführung der MVW Fertigmodule den Jahresabschluss unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt.

Die Bauzeitfinanzierung für das zweite Schiff der Global-Class mit einem Mittelbedarf von noch über EUR 1 Mrd., wird in den nächsten Monaten abzuschließen sein. Der Auftraggeber hat sein Interesse am Bau des zweiten Kreuzfahrtschiffes der Global-Class bekundet. Als möglicher Liefertermin wird das zweite Quartal 2024 angestrebt. Das Schiff weist derzeitig einen technischen Baufortschritt von ca. 20% aus und wurde vom Auftraggeber, ein Tochterunternehmen der Genting Hong Kong, mit bereits TEUR 323.000 Eigenmittel finanziert. Die Geschäftsführung der MV Werften Gruppe hält es aus jetziger Sicht für wahrscheinlich, dass dieses Projekt im vierten Quartal 2021 reaktiviert werden kann. Um einen entsprechenden, kurzfristigen Produktionsstart zu gewährleisten, werden in der Personalplanung der MV Werften in Mecklenburg-Vorpommern die Kapazitäten bis Ende 2021 vorgehalten und dieses wiederum bei der notwendigen umfangreichen Restrukturierung berücksichtigt. Die Umsetzung dieser Strategie hängt von der Erholung des Kreuzfahrtmarktes, hauptsächlich in Asien, und der erfolgreichen Sicherstellung der notwendigen Finanzierung des Schiffes während der Bauzeit und nach Ablieferung ab.

Der langfristige Bestand der MV Werften Gruppe und der Gesellschaft ist unmittelbar abhängig von der Hereinnahme neuer schiffbaulicher Aufträge am Weltmarkt und deren erfolgreicher Abarbeitung mit positiven Auftragsergebnissen.

Die eingeleiteten Maßnahmen sind im weiteren Verlauf erfolgreich umzusetzen. Trotz der gewährten Finanzierungsmittel bleibt eine Unsicherheit hinsichtlich der Finanzierungssicherheit der MV Werften Gruppe und der Gesellschaft bestehen, da erwartete Restrukturierungseffekte später und nicht in der gewünschten Höhe eintreten könnten.

Sollten allerdings - entgegen der Annahme der Geschäftsführung - die Umsatz-, Ertrags- und Liquiditätserwartungen bei nicht nur unwesentlichen Abweichungen der Planungsannahmen nicht wie geplant erreicht werden, und insbesondere die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen nicht erfolgreich umgesetzt werden sowie die Herstellung der Schiffe nicht im kalkulierten Kostenrahmen und die Realisierung notwendiger Neubauprojekte mittelfristig nicht möglich sein, wird sich die Gruppe und damit auch die Gesellschaft in einer angespannten Liquiditätssituation befinden. Dies weist daher auf eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten (Bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB) hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen könnten, und das Unternehmen daher möglicherweise nicht in der Lage ist, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf seine Vermögenswerte zu realisieren sowie seine Schulden zu begleichen, soweit fehlende operative Zahlungsmittelzuflüsse nicht durch anderweitige Maßnahmen, insbesondere auch von weiteren Liquiditätszuschüssen von Eigen- und Fremdkapitalgebern, kompensiert werden können.

Nachtragsbericht

Die MV Werften Gruppe sieht sich, wie die gesamte Kreuzfahrtbranche und viele andere Unternehmen in Europa und der Welt, den Herausforderungen der gravierenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19 Pandemie gegenüber. Als Kabinenzulieferer für die Werften der MV Werften Gruppe ist die MV Werften Fertigmodule GmbH stark von der Entwicklung dieser Schiffbaubranche abhängig.

Mit dem Ausbruch der Covid-19 Pandemie Ende März 2020 wurde der gesamte Betrieb an den Werften und somit auch bei der MV Werften Fertigmodule GmbH eingestellt. Ab dem 1. April 2020 waren die Mitarbeiter in Kurzarbeit. Während in den Bereichen Produktion und Logistik die Kurzarbeit ab September 2020 teilweise und ab Dezember 2020 nahezu vollständig aufgehoben worden ist, um die Kabinenlieferung für das Schiff der Global-Class zur Erreichung des Meilensteins zu gewährleisten, wurde im April 2021 wieder die Kurzarbeit eingeführt. Der Geschäftsbetrieb wird bis zur Ablieferung des Kreuzfahrtschiffes der Global-Class auf dem neuen Kapazitätslevel fortgeführt. Wie der zukünftige Ablauf mit neuer Kapazität definiert wird und wann dieser aufgenommen werden kann, ist aktuell ungewiss und maßgelblich von zukünftigen Schiffbauprojekten der MV Werften abhängig.

Der Geschäftsbetrieb der Gesellschaft ist stark vom Weiterbau der Schiffsprojekte und von Neubauten an den Werften der MV Werften Gruppe abhängig, sodass die folgenden Maßnahmen, die die gesamte Werftengruppe betreffen, direkten Einfluss auf die MV Werften Fertigmodule GmbH haben.

Durch die pandemiebedingte Schließung sämtlicher Geschäftsfelder sind die finanziellen und wirtschaftlichen Einbußen für den Mutterkonzern Genting Hong Kong Limited, Hong Kong massiv. Da der Mutterkonzern der einzige Auftraggeber ist, wirkt sich das wiederum negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Werften und somit auch auf die MV Werften Fertigmodule GmbH aus. Die aktuellen Bauvorhaben samt Finanzierung wurden mit dem Ausbruch der Pandemie zunächst gestoppt.

Infolge der wirtschaftlichen Lage der Gesellschaft wurden im Jahr 2020 Restrukturierungsmaßnahmen beschlossen für die zum 31. Dezember 2020 Rückstellungen in Höhe von T€ 574 gebildet wurden.

 

Wismar, 29. Juni 2021

Carsten Haake, Geschäftsführung

Peter Fetten, Geschäftsführung

Volker Asmus, Geschäftsführung

Johannes Gößler, Geschäftsführung

Anlagenspiegel (HGB) zum 31.12.2019

Anschaffungs-/ Herstellungskosten
Angaben
in EUR
Stand am 01.01.2019 Zugänge Abgänge Stand am 31.12.2019
Finanzanlagen
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 4.137.750,08 7.627.507,77 0,00 11.765.257,85
Summe Finanzanlagen 4.137.750,08 7.627.507,77 0,00 11.765.257,85
4.137.750,08 7.627.507,77 0,00 11.765.257,85
Kumulierte Abschreibungen
Angaben
in EUR
Stand am 01.01.2019 Zugänge Abgänge Stand am 31.12.2019
Finanzanlagen
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00
Bilanzwerte
Angaben
in EUR
Stand am 31.12.2019 Stand am 31.12.2018
Finanzanlagen
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 11.765.257,85 4.137.750,08
Summe Finanzanlagen 11.765.257,85 4.137.750,08
11.765.257,85 4.137.750,08

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die MV Werften Fertigmodule GmbH, Wismar

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der MV Werften Fertigmodule GmbH, Wismar, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der MV Werften Fertigmodule GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben in Abschnitt "Hinweis zu bestandsgefährdenden Risiken" des Anhangs sowie in Abschnitt "C. Risikobericht - 3. Bestandsgefährdendes Risiko" des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass der Fortbestand der Gesellschaft von der erfolgreichen Umsetzung der eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen, der Herstellung der Schiffe im kalkulierten Kostenrahmen und der mittelfristigen Realisierung notwendiger Neubauprojekte abhängig ist. Wie in Abschnitt "Hinweis zu bestandsgefährdenden Risiken" und Abschnitt "C. Risikobericht - 3. Bestandsgefährdendes Risiko" dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstel lungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstim mung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereig nisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Bremen, den 29. Juni 2021

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Thomas Ull, Wirtschaftsprüfer

ppa. Ludwig Fink, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 wurde am 29. Juni 2021 festgestellt.

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