Stammdaten

Register
Amtsgericht Memmingen HRB 4010
Vorher
Inter - Planing GmbH. Herstellung und Vertrieb von Lebens- und Genußmittelspezialitäten
Eingetragen
30.4.1969
Branche
Herstellung von Würzmitteln und SoßenGroßhandel mit Mehl und GetreideproduktenHerstellung von Verpackungsmitteln aus Kunststoffen
Gegenstand
Herstellung, Vertrieb und Lohnabfüllung von Lebens- und Genussmittelspezialitäten sowie andere Produkte. Unter der Herstellung sind dabei die nachfolgenden Vorgänge zu verstehen, nämlich: - Vermischung von Trockenprodukten nach eigenen Rezepturen zu Suppen und Saucen als Instant-Produkte, - Verschneidung einzelner Honigsorten zu verschiedenen Honigprodukten in unterschiedlichen Abfüllgrößen, - Abfüllung, Verpackung und Etikettierung von Essig- und Ölprodukten sowie von Wasch- und Reinigungsmitteln bei unterschiedlichen Abfüllgrößen sowie anderer Produkte. Der Vertrieb von Lebensund Genussmittelspezialitäten, Wasch- und Reinigungsmitteln besteht im Großhandel mit solchen Produkten an Wiederverkäufer, Einzelhandelsgeschäfte und Großmärkte bzw. Großküchen. Inhalt der Lohnabfüllung ist die entgeltliche Abfüllung von Lebensmitteln und chemischen Produkten sowie anderer Produkten für fremde dritte Unternehmen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Prokura
Dirk Balzer
seit 6.8.2021
Geschäftsführer
Helmut Arndt
seit 29.8.2018
Prokura
Frank von Glan
seit 23.3.2016
Prokura
Markus Wellm
seit 15.12.2011
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Hügli Nahrungsmittel Gesellschaft mit beschränkter Haftung
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Hügli Nahrungsmittel Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Germany
260.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Bell Deutschland Holding GmbH

Seevetal

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Konzern-Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021

1. Grundlagen und Steuerung des Konzerns

Gegenstand des Konzerns ist die Herstellung und der Vertrieb von Nahrungsmitteln, namentlich im Bereich von Fleisch- und Convenience-Produkten (Suppen, Saucen, Gewürzmischungen, Pasta, Salate und Sandwiches). Die Anteile der Bell Deutschland Holding GmbH liegen zu 100% bei der Bell Food Group AG, Basel/Schweiz, einem Schweizer Traditionsunternehmen seit 1869.

66,3% der Bell Food Group wird von einer Konsumgenossenschaft, der Coop-Gruppe Genossenschaft, Basel/Schweiz, gehalten, an welcher 2,5 Millionen Schweizer Konsumenten angeschlossen sind. Die restlichen Anteile sind an der Schweizer Börse notiert. Beide Unternehmen publizieren jährlich einen Geschäftsbericht, welcher auf der jeweiligen Website abgerufen werden kann.

Die wichtigsten Kundengruppen für den Teilkonzern der Bell Deutschland Holding sind weiterhin der Lebensmitteleinzelhandel, der Fachhandel, die Außer-Haus-Verpflegung (Food Service) sowie die weiterverarbeitende Lebensmittelindustrie.

Der Hauptmarkt ist wie in den vergangenen Jahren Deutschland.

Es bestehen aber zwei kleinere Gruppengesellschaften in Spanien und Polen.

Da die Gruppe fast alle Aufwendungen und Erträge in funktionaler Währung EUR aufweist und nur die polnische Gesellschaft in der Lokalwährung PLN ausgewiesen wird, bleibt das Währungsrisiko unbedeutend.

Die Umsatzerlöse werden wie auch schon im Vorjahr zu 84% mit Dritten erwirtschaftet und auch gleich zu 2020 zu 16% mit Schwestergesellschaften der Bell Food Group respektive der Coop-Gruppe.

Das operative Geschäft des Großteils der Bell Deutschland Gruppe wird durch die Geschäftsbereichsleitung von Bell International und Convenience gesteuert. Für die Konzernsteuerung wichtige Größen sind weiterhin die Umsatzerlöse, der Bruttogewinn (Umsatzerlöse plus/minus Bestandsveränderung Erzeugnisse minus Materialaufwand), die Betriebskosten (Personalaufwand und sonstige betriebliche Aufwendungen) sowie das Konzernergebnis.

Die Gruppengesellschaften greifen bei der Entwicklung von Neuprodukten auf das interne Know-how der Entwicklungsabteilungen zurück. Eigener Entwicklungsaufwand wird nicht aktiviert.

2. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 1

Insgesamt ist das BIP in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr wieder um +2,6% in 2021 gewachsen. Auch in anderen Ländern der EU verzeichnete das BIP Wachstumsraten im mittleren einstelligen bis mittleren zweistelligen Prozentbereich, insgesamt von +5,4%.

Über das Jahr 2021 erwirtschaftete die Ernährungsindustrie insgesamt 186,3 Milliarden Euro, was einem nominalen Zuwachs von 0,5 Prozent im Vorjahresvergleich entspricht. Der Umsatzanstieg wurde von einer steigenden Verkaufspreisentwicklung im In- und Ausland getragen, während der preisbereinigte Umsatz in der Branche mit minus 1,7 Prozent rückläufig war. Das Exportgeschäft fungierte hierbei als Wachstumsmotor, während das Inlandsgeschäft weiterhin unter seinen Möglichkeiten blieb. Im Inland erwirtschaftete die Branche einen nominalen Umsatz von rund 120,5 Milliarden Euro, gleichbedeutend mit einem Umsatzrückgang von -2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Verkaufspreise im Inland in der Ernährungsindustrie stiegen dabei um 2 Prozent, was zu einem realen Umsatzverlust von gut 5 Prozent führte. Im Export betrug das nominale Umsatzergebnis 65,8 Milliarden Euro (+7,0 Prozent) und resultierte zu großen Teilen aus steigenden Verkaufspreisen im Ausland von plus 2,9 Prozent. Dies entspricht einem preisbereinigten Umsatzzuwachs von plus 4,1 Prozent.

Der Lebensmitteleinzelhandel ist mit EUR 231,5 Mrd. (Vorjahr 226,5 Mrd.) weiterhin der größte Marktpartner der Ernährungsindustrie. Der diesbzgl. Umsatz hat von 2020 zu 2021 um +2,2% zugenommen.

Der Außer-Haus-Markt (Food Service) hat sich im Berichtsjahr wieder aufgrund der abflauenden Pandemie positiv entwickelt. Er hat sich aufgrund der zeitweisen Corona-bedingten Betriebsschließungen mit einem Umsatzrückgang von -35,3% in 2020 auf EUR 56,9 Mrd. (+6,2%) in 2021 nach oben bewegt.

1 Im Wesentlichen auf Basis des Jahresberichts 2022 und der Statistikbroschüre der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie BVE von 2021 und 2022.

Die durch die Corona-Pandemie bedingten deutlichen Verwerfungen innerhalb der Ernährungsindustrie im Bereich des Großhandels sowie das Geschäft mit Großverbrauchern und der Gastronomie wie auch die starke Entwicklung des Lebensmitteleinzelhandels sind im Berichtsjahr abgeflacht.

Die Agrarrohstoffkosten sind der größte Kostenfaktor für die Lebensmittelproduktion. Steigende Rohstoffkosten sind eine Belastung der Lebensmittelindustrie und wirken sich kurz- und mittelfristig auf die Verbraucherpreise aus. Die Entwicklung des HWWI-Rohstoffpreisindex für Nahrungs- und Genussmittel wies im Jahr 2021 insgesamt für den Bereich Nahrungs- und Genussmittel einen Anstieg von 32,6% im Vergleich zum Vorjahr auf, wobei unterjährig auch starke Tendenzen zu starker Verbilligung einiger Agrarrohwaren bestanden.

Diese beschriebenen Rahmenbedingungen stellen auch aufgrund der damit verbundenen unterjährigen Unwägbarkeiten die Unternehmen der Bell Deutschland Gruppe im Geschäftsjahr vor Herausforderungen, denen soweit möglich schnell und flexibel begegnet werden musste und denen nicht in allen Bereichen eine erfolgreiche Lösung gegenüberstand.

3. Geschäftsverlauf und Ertragslage

Die Umsatzerlöse der Bell Deutschland Holding GmbH Gruppe verbleiben in 2021 auf dem Niveau des Vorjahres in Höhe von EUR 776,8 Mio. (Umsatzplus 0,01 %).

Infolge der coronabedingten Restriktionen und Verlängerung der Pandemiesituation in 2021 haben sich damit die in 2020 schon bestandenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen fortgesetzt, was auch das Verbleiben der Umsätze auf Vorjahresniveau begründet.

In 2021 entwickelte sich das Fleischgeschäft in allen Bereichen absatzmäßig weiter rückläufig, blieb aber aufgrund von Preiserhöhungen umsatzseitig auf Vorjahresniveau. Der Absatzrückgang ist auch zurückzuführen auf die grundsätzlich negative Marktentwicklung im Fleischsektor.

So ist gemäß Presseinformation der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung der Fleischverzehr in Deutschland in 2021 erneut gesunken und liegt auf einem neuen Rekordtief seit der Berechnung des Verzehrs 1989.

Die Nachfrage der privaten Haushalte nach Fleisch und Fleischwaren blieb somit im vergangenen Jahr deutlich hinter den Werten des Vorjahres zurück. Ein Grund dürfte der Außer-Haus-Konsum gewesen sein. Legt man die Entwicklung bis November 2021 zugrunde, konnte das Vorkrisenniveau bei weitem noch nicht erreicht werden. Trotzdem zeigte sich der Außer-Haus-Konsum im Vergleich zu 2020 jedoch erholt. Steigende Inzidenzzahlen seit Ende Oktober sowie eine verschärfte Corona-Verordnung führten im November 2021 zwar zu einem Umsatzrückgang in der Gastronomie gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum November 2020, in dem die Schließung der Gastronomie sowie Einschränkungen von Inlandsreisen umgesetzt wurden, konnte der Umsatz jedoch fast verdoppelt werden (+ 84 %). Der Gastronomieumsatz lag damit jedoch immer noch 22 % unter dem Niveau des November 2019, d. h. vor Ausbruch der Pandemie in Deutschland. 2

Ein weiterer Grund war die anhaltend positive Marktentwicklung der Fleischersatzprodukte. Im Dezember 2021 konnte dieses Segment einen Zuwachs um rund 26 % im Vorjahresvergleich verzeichnen. Dabei kaufte im Verlauf des Monats jeder siebte Haushalt mindestens einmal fleischfreie Alternativen. 3

Die Fokussierung auf Qualitäts- und Nischenprodukte zeigte jedoch weiterhin positive Effekte in der Bell Gruppe, welche sich weiterhin auch in einer Umsatzsteigerung der auf Schinkenspezialitäten ausgerichteten Gesellschaft in Spanien äußert.

Grundsätzlich muss aber hinzugefügt werden, dass der Food Service, der im Wesentlichen aus der Convenience-Sparte bedient wird, noch nicht wie erhofft trotz gelockerter Corona-Maßnahmen in Schwung gekommen ist.

So ist die Gewichtung der Bereiche Fleisch und Convenience umsatzmäßig ähnlich wie der Gruppenumsatz im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleichgeblieben. (Fleisch 2021 EUR 510,8 Mio., 2020 EUR 510,1 Mio. - Convenience 2021 EUR 266,0 Mio., 2020 EUR 266,6 Mio.).

Bezogen auf die geographische Aufteilung der Umsatzerlöse haben sich hier auch keine weiteren signifikanten Veränderungen zu 2020 ergeben. Der Gesamtumsatz blieb mit EUR 776,8 auf Vorjahreshöhe. Davon wurden EUR 517,6 Mio. in Deutschland (Vj. EUR 519,1 Mio.), EUR 218,8 Mio. in der Rest-EU (Vj. EUR 214,1 Mio.) und EUR 40,4 Mio. (Vj. 43,5 Mio.) in non-EU-Ländern erwirtschaftet.

2 AMI-Analyse auf Basis GfK-Haushaltspanel *Year to date 2021.
3 AMI-Analyse auf Basis GfK-Haushaltspanel *Year to date 2021

Grundsätzlich setzt sich im Bereich Schweinefleisch der Trend fort, dass der sich verringernden Angebotsmenge eine noch geringer ausfallende Nachfrage auf der Konsumseite gegenübersteht. Außerdem stieg in 2021 die Nachfrage nach ITW-Ware (Initiative Tierwohl) sowie Bio-Angeboten.

Ein nahezu gleiches Bild ergab sich im Berichtsjahr für den Geflügelbereich.

Diese Veränderungen wirkten sich, zusammen mit dem Markt- bzw. Abnahmeverhalten der Mastbetriebe, Schlacht- und Zerlegebetriebe sowie der weiterverarbeitenden Industrie, entsprechend auf den VEZG-Vereinigungspreis Schwein aus, der zum Jahresende und bis in das erste Quartal 2022 hinein auf einem bis dahin ungewohnt niedrigen Niveau war. Dies hatte eine entsprechende positive Margenwirkung bei den Schweinefleisch-verarbeitenden Betrieben der Gruppe.

Im ersten Quartal 2022 jedoch stehen diese Märkte jedoch aufgrund der Ukrainekrise und den damit einhergehenden weiteren Veränderungen bzgl. Inflation und Rohstoffen vor einer ganz anderen Situation. Die Erzeugerpreise steigen dadurch, die Futtermittelverfügbarkeit war bzw. ist knapper, was direkten Einfluss auf die Preise und damit die Nachfrage hat. Nur aufgrund der Akzeptanz steigender Preise durch den Handel kann die Marge hier etwas gehalten werden.

Die Bruttomarge der Gruppe stieg leicht wegen umgesetzter produktionsbezogener Effizienzmaßnahmen und Artikelbereinigungen sowie eines gestiegenen Verkaufspreisniveaus aufgrund von höheren Haltungsformen von 28,6% im Vorjahr auf 32,24% in 2021. Weitere Gründe für die Erhöhung der Bruttomarge sind in der vielfältigen Geschäftsausrichtung der Mehrzahl der Gesellschaften zu finden, so dass der Mixeffekt über den größeren Anteil an höhermargigen Convenience-Produkten teilweise gestiegene Rohwarenpreise kompensieren konnte.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind insgesamt von EUR 2,9 Mio. auf EUR 2,2 Mio. zurückgegangen.

Der Personalaufwand hat sich in 2021 um 19,4% auf EUR 106,8 Mio. erhöht. Während laufende tarifliche Lohnerhöhungen per se zu höheren Lohn- und Gehaltsausgaben führten, hat sich auch die Anzahl Mitarbeiter insgesamt um +3,78% im Rahmen der Umsetzung des in 2021 geltenden Leiharbeitergesetzes erhöht. Dadurch wurden insgesamt weitaus mehr gewerbliche Mitarbeiter beschäftigt (+31,6%), während die Anzahl der angestellten Mitarbeiter sich um 6,3% erhöht hat.

Auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verbleiben mit EUR 115,5 Mio. nahezu auf Vorjahresniveau (EUR 115,9 Mio). Während reine Verwaltungskosten leicht gesunken sind, erhöhten sich aber schon die Kosten für Energie und Mieten sowie für Unterhalt und Ersatz.

Damit haben sich unter Beachtung der Personalkosten die Gesamtbetriebskosten insgesamt um +8,2% von EUR 205,4 Mio. auf EUR 222,3 Mio. erhöht.

Ebenfalls belaufen sich die Abschreibungen auf immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen auf EUR 28,8 Mio. in 2021 und sind damit deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (EUR 34,9 Mio.). In 2020 war der Betrag hauptsächlich bedingt durch außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund von Anpassungen der Werthaltigkeit von Markenrechten in Höhe von EUR 7,2 Mio., während in 2021 außerplanmäßige Abschreibungen bei den Sachanlagen infolge einer Werthaltigkeitsprüfung für einen Produktionsstandort in Höhe von EUR 2,2 Mio. enthalten sind.

Die Zinsaufwendungen liegen mit EUR 5,8 Mio. um EUR 6,3 Mio. unter dem Vorjahr, da die maßgebliche Rückzahlung des Konzerndarlehens aus den Mitteln der Einzahlung in die Kapitalrücklage Ende 2020 erfolgte und sich somit im Berichtsjahr gegenüber 2020 vollumfänglich zinswirksam (vermindernd) auswirkte.

Das Konzernergebnis verbesserte sich weiterhin gegenüber dem Vorjahr von EUR -27 Mio. auf EUR -2,3 Mio. in 2021. Die wesentlichen Gründe dafür sind wie oben umfassend beschrieben eine verbesserte Marge aufgrund geringeren Materialaufwands und höherer Verkaufspreise sowie signifikant geringere Aufwendungen für Abschreibungen und Zinsen.

Vor dem Hintergrund der auch in 2021 andauernden Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft und die Ernährungsindustrie im Bereich der Außer-Haus-Verpflegung beurteilt Bell diese Entwicklung bis Ende 2021 als positiv. Bezogen auf das Folgejahr 2022 setzt sich diese positive Entwicklung so wohl nicht fort.

Aufgrund der sich in 2022 geänderten und krisenbelasteten Gesamtsituation mit hoher Inflation bzw. Teuerung gerade auch in den relevanten Bereichen Rohwaren und Logistik, teurer und schwerer verfügbarer Energie aufgrund des Ukrainekonflikts wird derzeit nicht davon ausgegangen, insgesamt über die Gruppe die noch Ende 2021 erwarteten Ergebnisse zu erwirtschaften.

4. Finanz- und Vermögenslage

Im Berichtsjahr verringerte sich die Bilanzsumme um EUR -12,8 Mio. (-2,3%) auf EUR 541,9 Mio. Hierbei waren die wesentlichen Treiber die Abgänge und plan- sowie außerplanmäßigen Abschreibungen von Grundstücken und Gebäuden sowie bei technischen Anlagen und Maschinen, die zu einem Rückgang der Sachanlagen um EUR -14,8 Mio. führten. Denen gegenüber stand vor allem eine stichtagsbezogene Erhöhung der Vorräte, insbesondere bei Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie bei den fertigen Erzeugnissen (EUR +7,9 Mio.).

Bei den Sachlagen waren die Investitionen mit EUR 18,2 Mio. im Berichtsjahr um EUR 10,7 Mio. höher als die Abgänge und um EUR 5,3 Mio. geringer als die Abschreibungen. Die Investitionen in 2021 betreffen im Wesentlichen Anlagen im Bau sowie technische Anlagen und Maschinen. Die Abschreibungen enthalten außerplanmäßige Abschreibungen über EUR 2,2 Mio. von Grundstücken und Gebäuden sowie bei technischen Anlagen und Maschinen infolge einer Werthaltigkeitsprüfung für einen Standort. Die immateriellen Vermögensgegenstände erhöhten sich um EUR +3,2 Mio., hauptsächlich bedingt durch die im Geschäftsjahr vorgenommenen Umbuchungen und Zugänge (EUR +2,5 Mio.) und gegenläufigen planmäßigen Abschreibungen von EUR -5,3 Mio.. Im Geschäftsjahr wurden zudem weitere EUR +5,9 Mio. im Zuge der Einführung einer neuen ERP-Software als Vermögensgegenstand in Entwicklung aktiviert, davon EUR 2,3 Mio. aktivierte Eigenleistungen. Aufgrund der ausstehenden Fertigstellung fanden im Geschäftsjahr noch keine planmäßigen Abschreibungen statt.

Im Vergleich zum Vorjahr, in dem die Finanzanlagen um EUR 8,5 Mio. auf EUR 11,5 Mio. aufgrund von Kapitalerhöhungen bei nicht in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften angestiegen waren, gab es im Berichtsjahr hier keine Veränderungen.

Das Umlaufvermögen blieb mit EUR 289,6 Mio. gemessen am absoluten Betrag auf dem Niveau des Vorjahres (EUR -1,2 Mio.). Dabei sind die wesentlichen Veränderungen in den einzelnen Bilanzpositionen in der stichtagsbezogenen Erhöhung der Vorräte mit EUR +7,9 Mio. sowie in der Abnahme der liquiden Mittel, aufgrund von Darlehensablösung und Cashpooling mit einem Betrag von EUR -6,2 Mio. zu sehen.

Die Einzahlung in die Kapitalrücklage per Ende 2020 über EUR 300 Mio. spiegelt die damit verbundene Stärkung der Eigenkapitalbasis auch in 2021 deutlich wider. Zum 31. Dezember 2021 weist der Konzern ein positives Eigenkapital von EUR 134 Mio. (Vj. EUR 136 Mio.) aus.

Die Veränderung des Konzerneigenkapitals von 2020 auf 2021 ist im Wesentlichen auf das Konzernergebnis mit EUR -2,3 Mio. (Vj. EUR -26,7 Mio.) zurückzuführen.

Die Rückstellungen haben sich nur gemessen an der Bilanzsumme unwesentlich um EUR 1,2 Mio. auf EUR 31,5 Mio. erhöht.

Der Rückgang aller Verbindlichkeiten insgesamt um EUR -12,4 Mio. auf EUR 373,6 Mio. lässt sich im Wesentlichen in der Verringerung der Verbindlichen gegenüber Gesellschafter mit EUR -12,8 Mio. begründen.

Alle Verbindlichkeiten von insgesamt EUR 373,6 Mio. sind wie im Vorjahr in der Regel kurzfristig fällig; Darlehensverbindlichkeiten an Gesellschafter von EUR 273,9 Mio. (Vj. EUR 293,8 Mio.) sind rechtlich ebenfalls kurzfristig fällig, wirtschaftlich aber mit einer Laufzeit von mehr als 5 Jahren zu beurteilen.

Die Eigenkapitalquote beträgt per Ende des Geschäftsjahres 24,7% (Vj. 24,6%).

Einige Gesellschaften der Gruppe sind dem Cash Pooling (verzinsliche Verrechnungskonten) der Muttergesellschaft in der Schweiz angeschlossen, womit wie schon in 2020 weiterhin keine wesentlichen Bankguthaben oder Bankverbindlichkeiten bestehen. Die Finanzierung erfolgt weiter über Konzerndarlehen der Muttergesellschaft. Das Cash Pooling wie auch die Konzerndarlehensvereinbarung erfolgte zu marktüblichen Zinsen.

Der Geldfluss aus Unternehmenstätigkeit beträgt im Geschäftsjahr insgesamt EUR 25,3 Mio. (Vj. EUR 30,6 Mio.), für Investitionen, insbesondere ins immaterielle und Sachanlagevermögen sind im Saldo EUR -17,8 Mio. (Vj. EUR -38,8 Mio.) abgeflossen. Im Gegensatz zu 2020 aber nicht mehr in die Finanzanlagen (Vj. EUR -8,5 Mio).

Aus der Finanzierungstätigkeit des Geschäftsjahres resultierte eine Abnahme der liquiden Mittel in Höhe von EUR -13,7 Mio. (Vj. EUR +9,2 Mio.), insbesondere aus dem höheren Saldo der Rückzahlungen über die Aufnahme von Krediten im Verbundbereich.

Zugesagte, aber nicht genutzte Kreditlinien bestehen grundsätzlich nicht.

Zum Stichtag bestehen außerbilanzielle Verpflichtungen von insgesamt EUR 21,4 Mio. (Vj. EUR 27,6 Mio.), von denen EUR 3,8 Mio. kurzfristig und EUR 0,5 Mio. nach mehr als 5 Jahren fällig sind.

Die Fähigkeit der Gruppengesellschaften, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, war während des Geschäftsjahres jederzeit gegeben.

In einer Gesamtbeurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erfüllt die Gruppe im Ganzen trotz des deutlich reduzierten negativen Konzernergebnisses noch nicht die vorgegebenen Ertragsziele. Die schon in 2019 eingeleiteten und auch im Berichtsjahr fortgeführten Organisationsanpassungen, die Kapitalerhöhung im Vorjahr sowie die weitere Fokussierung auf margenstärkere Produktsegmente und ein konsequentes Kostenmanagement zeigten aber weitere Ertragsverbesserungen in 2021, was vor dem Hintergrund der in 2021 angefangenen, globalen wirtschaftlichen Verwerfungen wie der weiterhin andauernden Corona-Pandemie und stärker werdenden Inflation bzw. der beginnenden Energiekrise als positiv beurteilt werden kann. Eine solide Eigenkapitalbasis ist geschaffen, und die Finanzierung der geplanten Entwicklung ist über das Cash Pooling und die Konzerndarlehen gegeben, was die grundsätzlich positive Beurteilung des Jahres 2021 maßgeblich stützt.

5. Risikobericht

Das konzernweite Risikomanagement (ERM Enterprise Risk Management) der Gruppengesellschaften ist Teil des ERM der Muttergesellschaft in der Schweiz. Dabei wird ein systematischer Prozess zusammen mit dem lokalen Management mit folgenden Elementen durchlaufen: Risikoidentifizierung, Risikoanalyse, Risikobewertung und Risikoüberwachung. Die Risiken werden jeweils auf die Ausprägungen Eintrittswahrscheinlichkeit (klein, mittel, groß, sehr groß) und Ertragsauswirkung (EBIT-Auswirkung über 3 Jahre: klein < EUR 1 Mio., mittel EUR 1-2 Mio., groß EUR 2-3 Mio., sehr groß > EUR 3 Mio.) einzeln bewertet.

Die Risiken werden aktiv gesteuert und überwacht. Die oberste Verantwortung liegt beim Verwaltungsrat der Bell Food Group AG in Basel/Schweiz. Die Abteilung Interne Revision führt periodisch eine Aktualisierung des Risk Managements durch und erstellt einen Bericht zu Händen des Verwaltungsrats. Jedes Risiko wird einem Risiko-Eigner in einer Linienfunktion der jeweiligen Gesellschaft zugeordnet (Abteilungsleiter, Geschäftsführer), welcher das Risiko bewirtschaftet und überwacht.

Einige Risiken werden über Versicherungsdeckungen reduziert. Die Risiken werden jedoch immer vor allfälliger Versicherungsdeckungen beurteilt (Bruttodarstellung).

Ein Teil des Risikomanagements ist das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem (IKS) mit der Zielsetzung, durch die Implementierung von internen Kontrollen eine hinreichende Sicherheit bezüglich der Aufstellung des Jahres- bzw. Konzernabschlusses zu erlangen.

Die nachfolgenden Risiken werden in absteigender Reihenfolge ihrer wirtschaftlichen Auswirkungen dargestellt. Sie haben einen EBIT-Effekt über 3 Jahre zwischen EUR 30 Mio. bis EUR 3 Mio.

In 2021 hatten sich hinsichtlich der Identifizierung und Klassifizierung der Risiken gruppenweit (Bell Food Group) keine Veränderungen ergeben.

Preiserhöhung Rohmaterialien

Treiber: Preiserhöhungen der Rohmaterialien aufgrund Angebotsverknappung, Nachfrageerhöhung oder Teuerung.

Risiko: Preiserhöhungen können nur zeitversetzt oder gar nicht in den Verkaufspreisen umgesetzt und so an den Kunden weitergegeben werden.

Maßnahmen: Einkaufskontrakte mit einer mittelfristigen Laufzeit durch den Einkauf. Zeitnahe und konsequente Preiserhöhungen an Kunden durch den Vertrieb.

Tierseuchen

Treiber: Ausbruch einer Tierseuche.

Risiko: Die Tierseuche führt zum Konsumverzicht durch die Konsumenten, womit der Umsatz stark beeinträchtigt wird. Die Produktion muss gestoppt und Waren vernichtet werden.

Maßnahmen: Ein wirksames, umfassendes Qualitätsmanagement im Produktionsprozess.

Nichtverfügbarkeit von Rohstoffen und Energie

Treiber: Missernten, Tierseuchen, Exportrestriktionen von produzierenden Ländern, Logistikengpässe, längere Unterbrüche in der Energieversorgung.

Risiko: Unvorhersehbare Ereignisse (Naturkatastrophen, Seuchen, politische Restriktionen) führen zu massiven Veränderungen in den verfügbaren Mengen und zu Produktionsausfällen.

Maßnahmen: Definierte Notfallszenarien, Lagerhaltung, Diversifikation in der Beschaffung über Zweitlieferanten in anderen Ländern.

Betriebsausfall durch Elementarschaden

Treiber: Feuer, Sturm, Wasser und Erdbeben.

Risiko: Schäden an Produktionsgebäuden, Maschinen, technischen Anlagen und der Logistikinfrastruktur. Maßnahmen: Bauliche Maßnahmen, Brandschutzkonzepte, Notfallplane, Evaluation von alternativen Produktionsbetrieben.

Nichtverfügbarkeit von externen Logistikdienstleistungen

Treiber: Kein Logistikangebot für Warenvertrieb, mangelnde Verfügbarkeit von Fahrern.

Risiko: Zu wenige Logistikanbieter oder Transportfahrzeuge.

Maßnahmen: Evaluation von alternativen Transportwegen, mittelfristige Zusammenarbeitsverträge.

Gesetzesverstoß

Treiber: Ein Mitarbeiter verstößt gegen geltendes Recht oder Regularien (z. B. Kartellrecht). Risiko: Der Gesetzesverstoß führt zu Geldstrafen und einem Reputationsverlust.

Maßnahmen: Kommunizierte Compliance Richtlinien, regelmäßige Schulungen.

Pandemie

Treiber: Ausbruch einer Infektionskrankheit mit hohen Erkrankungszahlen bei den Mitarbeitenden.

Risiko: Nicht ausreichendes Personal in Produktion und Verwaltung führt zu einer Betriebsunterbrechung, mit Folgen wie Warenvernichtungen und Umsatzverluste.

Maßnahmen: Einrichtung eines betriebsinternen Krisenstabs, Einhaltung des Schutzkonzepts mit Hygienestandards und Abstandsvorschriften.

Fachkräftemangel

Treiber: Nicht verfügbares qualifiziertes Personal.

Risiko: Fehlende Fachkräfte, die Betriebstätigkeit kann nicht aufrechterhalten werden, Überlastung des bestehenden Personals, vermeidbare Fehler.

Maßnahmen: Attraktivität als Arbeitgeber stärken, internes Talentmanagement, Automatisierung.

Qualitätsmangel, verunreinigte Produkte

Treiber: Mikrobiologische, chemische, physikalische oder allergene Verunreinigungen.

Risiko: Verunreinigte Produkte gelangen in den Verkauf und führen zu gesundheitlichen Problemen bei Konsumenten. Folgen wie Produktrückruf, Warenvernichtung und Reputationsschaden.

Maßnahmen: Zertifizierte Qualitätsmanagementsysteme, externe Qualitäts-Audits, interne Qualitätsschulungen.

IT-Systemverfügbarkeit, Cybercrime

Treiber: Ausfall IT/ERP-System aufgrund ERP-Wechsel oder Cyber-Angriffen.

Risiko: Ausfall von Betriebsaktivitäten in Einkauf, Produktion, Verkauf oder Services (v. a. Produktions-, Auslieferungs- und Fakturierungsunterbruch) sowie Verlust von Daten.

Maßnahmen: Umfassendes Projektmanagement, ausgearbeitete Notfallszenarien, technische Sicherheitsvorkehrungen und Backup-Prozesse, Sensibilisierung der Mitarbeitenden.

Insgesamt sieht die Geschäftsführung der Gesellschaft derzeit keine Risiken, deren Auswirkungen den Fortbestand des Konzerns gefährden könnten. Die Geschäftsführung ist davon überzeugt, dass für die im Rahmen des Risikoassessments identifizierten Risiken jeweils geeignete Maßnahmen zur Risikosteuerung bzw. Risikobegrenzung eingeleitet wurden. Sie geht daher davon aus, dass sich innerhalb eines überschaubaren Zeitraums aus diesen Risiken keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben werden.

6. Prognosebericht und Chancen/Risiken der künftigen Entwicklung

Die Gruppengesellschaften der Bell Deutschland Holding GmbH bewegen sich weiterhin in einem stagnierenden bis rückläufigen Marktumfeld. Wie in den Vorjahren herrscht angebotsseitig eine hohe Intensität des Wettbewerbs. Auch Start-ups sorgen für eine sich weiter verstärkende Marktdynamik. Nachfrageseitig ist in Deutschland vor allem die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel hoch, was verbunden mit internationalen Einkaufsallianzen notwendige Preisanpassungen herausfordernd gestaltet. Die bisherige Entwicklung der allgemeinen wettbewerbsbezogenen, rechtlichen finanziellen und konsumseitig anspruchsbezogenen Marktumstände haben sich weiterhin nicht zum produktionsbezogenen Vorteil verändert.

Die Ernährungs- und Konsumgewohnheiten der Konsumenten unterliegen weiterhin einem stetigen und immer dynamischeren Wandel. Für die Bell Deutschland Gruppengesellschaften ist dies jedes Jahr eine Herausforderung, aber auch sowohl ein Risiko wie auch eine Chance. Die nachfolgenden Chancen werden in absteigender Reihenfolge ihrer wirtschaftlichen Bedeutung dargestellt.

Trends wie zum Beispiel Fleischersatz- oder Convenience-Produkte wurden aufgenommen, weiterentwickelt und werden weiterhin mit einem gesunden und qualitativ hochwertigen vegetarischen Sortiment bedient, das auch kontinuierlich ausgeweitet wird.

Ebenso werden in allen Produktionsbereichen nachhaltige Aspekte in der Herstellung und der Verpackung berücksichtigt und Verpackungen und Verpackungstechnik bezogen auf z. B. Recyclebarkeit und Volumen optimiert. Damit soll die Wettbewerbsposition des Konzerns weiter gestärkt werden, wovon man sich einen höheren Marktanteil, zusätzliche Umsätze mit neuen Kundengruppen, eine erhöhte Rentabilität sowie Fortschritte im Sinne der Nachhaltigkeit erwartet.

Neben Wachstumsinitiativen mit neuen Produkten arbeiten die Gruppengesellschaften auch weiterhin intensiv an Effizienzprojekten entlang der gesamten Supply Chain, vom Einkauf, der Produktion, den Services bis hin zum Vertrieb sowie zukünftig auch in den administrativen Bereichen.

Nur so kann aus unserer Sicht der hohen Wettbewerbsintensität begegnet werden.

Eine aktuelle Herausforderung stellte im Berichtsjahr weiterhin zudem die noch andauernde Coronapandemie dar. Die Bell Deutschland Gruppengesellschaften nehmen ihre Verantwortung für die Belegschaft sehr ernst und haben die in 2020 eingeführten Schutzmaßnahmen weiter versucht, zu optimieren und in Teilen auszuweiten, um Ansteckungsrisiken wie bisher so weit als möglich einzudämmen. Wie schon im Vorjahr hat die Coronakrise absatzseitig sowohl umsatzerhöhende (Absatz über den Lebensmitteleinzelhandel durch die vermehrte Verpflegung zu Hause) als auch umsatzsenkende Folgen (in der Außer-Haus-Verpflegung, der Gastronomie wie auch der Betriebsverpflegung durch vermehrte Home-Office-Regelungen).

Es sind diesbzgl. auch aus heutiger Sicht keine Risiken ersichtlich, welche die Bell Deutschland Gruppe im wesentlichen Umfang nachhaltig beeinträchtigen könnten.

Anfang des Geschäftsjahres 2021 rechnete die Bell Deutschland Gruppe derzeit mit einem insgesamt leichten Umsatzrückgang gegenüber 2020, was sich dann in 2021 aus vorgehend geschilderten Gründen so nicht ausgewirkt hat. Es wurde weiterhin mit etwas verbesserten Bruttomargen und einer leichten Optimierung der Betriebskosten (im Wesentlichen die Personalaufwand, Instandhaltung und allgemeinen Betriebskosten) aufgrund von Effizienzmaßnahmen zugunsten einer höheren Produktivität und Verbesserung z. B. der Wartungsintensität gerechnet. So erwartete die Bell Deutschland Gruppe u. a. aber auch aufgrund der sehr viel niedrigeren Zinsaufwendungen ein deutlich verbessertes Konzernergebnis 2021. Diese Annahmen sind so weit eingetroffen, als dass sich das Ergebnis der Gruppe im Vergleich zum Vorjahr signifikant verbessert hat, wenn auch für 2021 immer noch ein Konzernverlust festzustellen ist.

Für das laufende Geschäftsjahr 2022 besteht trotz aller geopolitischen, wirtschaftlichen und umwelttechnischer Herausforderungen bislang immer noch ein moderater Optimismus.

Der ifo-Geschäftsklimaindex fiel zu Beginn 2022 noch positiv aus, vor allem basierend auf der Erholung der Nachfrageseite, was sich nach dem Einsetzen der Ukrainekrise jedoch mehr und mehr ins Gegenteil verkehrt hat. Insofern ist es nun wieder fraglich, wann ein Niveau von vor Corona erreicht werden wird. Zum Jahresende 2022 ist der Geschäftsklimaindex in Anbetracht der weiterhin bestehenden großen wirtschaftlichen und politischen Unsicherheit deutlich eingetrübt und teilweise auf Rekordtief. Der Blick in die Zukunft fällt weiterhin sehr pessimistisch aus. Die Anzahl der Hersteller mit sinkenden Geschäftserwartungen übersteigt die der Hersteller mit positiven Erwartungen nach wie vor deutlich. 4 Allerdings wird das BiP in Deutschland, auch unter Berücksichtigung des Ukrainekonflikts, preisbereinigt um 1,6 % des Vorjahresvergleiches steigen. Danach wird für 2023 jedoch derzeit eine Rezession mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 0,6% prognostiziert. Auch für die übrigen Länder der EU sind die Konjunkturaussichten eher pessimistisch, was mit einer allgemeinen Verunsicherung der Märkte, historisch hohen Inflationsraten in der EU und Unwägbarkeiten bzgl. der Verfügbarkeit und Preisentwicklung für Energie begründet wird.

Als weitere nun auch krisengeborene Herausforderungen werden sehr stark steigende Kosten, vor allem bei der Energie, sowie eine zunehmende Volatilität und Kostensteigerungen auf den Rohstoffmärkten, der Fachkräftemangel und weiterhin höhere Krankheitsstände gesehen, das Ganze verbunden mit einer sich dynamisch entwickelnden Inflation.

Die Erwartung für die Verbraucherpreise 2021 in Deutschland war mit +3,0% außerordentlich hoch angenommen, nach einer Steigerung von +0,5% in 2020, hat sich aber bestätigt bzw. auch schon in 2021 teilweise übertroffen. Dass inflations- und knappheitsbedingte höhere Verbraucherpreise das Konsumklima belasten, zeigt die Zeit nach dem 24. Februar 2022. Hier ist lt. Angaben des statistischen Bundesamtes zu sehen, dass sich die monatlichen Inflationsraten von 4,9% im Januar bis hin zu 10,0% im November 2022 entwickelten. Für das Jahr 2023 wird auch mit einer anhaltend hohen Inflationsrate von 8,8% gerechnet. Auch in der EU insgesamt sind die inflationswerte in 2022 höher ausgefallen als erwartet und die jährliche Prognose wird auf 9,3% abgehoben. Es wird erwartet, dass die Inflation im Jahr 2023 zurückgeht, aber mit 7,0% in der EU hoch bleibt.

Der ifo-Geschäftsklimaindex für 2022, ebenso wie für 2023, ist insbesondere aufgrund der oben beschriebenen zusätzlichen Krisenentwicklung negativ geprägt. Gleiches gilt entsprechend für den GfK-Konsumklimaindex, der die Verbraucherstimmung darstellt und der ebenfalls insbesondere im ersten Quartal 2022 sehr negativ geprägt war. Auch zum Jahresende 2022 befindet sich die Verbraucherstimmung aufgrund anhaltender wirtschaftlicher und politischer Unsicherheiten weiterhin auf einem Rekordtief. 5

Die wirtschaftlichen Aussichten sind insgesamt nach wie vor mit einem außergewöhnlichen Maß an Unsicherheit behaftet, da Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine anhält und das Potenzial für weitere wirtschaftliche Störungen noch lange nicht ausgeschöpft ist.

4 Konjunkturreport 11.2022 der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie BVE
5 Konjunkturreport 11.2022 der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie BVE

Für das laufende Geschäftsjahr 2022 rechnet die Bell Deutschland Gruppe derzeit mit einem weiteren leichten Umsatzanstieg bei insgesamt leicht sinkenden Absätzen im Vergleich zu 2021, der aber vor allem von inflationsbedingten Preissteigerungen geprägt ist und generell aufgrund der ebenfalls überproportional gestiegenen Kosten in fast allen Bereichen keine Ergebnisverbesserung bedeuten wird.

Diejenigen Gruppengesellschaften mit einem wesentlichen Anteil an Kunden im Bereich Außer-Haus-Verpflegung (Gastronomie) waren jedoch aufgrund der behördlichen Corona-Einschränkungen mit rückläufigen Umsätzen in den Vorjahren konfrontiert, was sich trotz Aufhebung der meisten Einschränkungen aufgrund der zurückhaltenden Entwicklung 2022 im Food-Service-Bereich noch nicht allzu sehr wirtschaftlich auswirkt.

Der Markttrend und die Überarbeitung des Produktportfolios im Bereich Fleisch führt zu leicht sinkenden Absätzen, während der Bereich Geflügel ein weiteres Wachstum aufweisen kann. Für 2022, und auch darauf basierend für das Jahr 2023, wird vor allem aufgrund der krisenbedingten Preissteigerungen von im Vergleich zu 2021 grundsätzlich steigenden Umsätzen ausgegangen. Hierbei muss beachtet werden, dass durch stetig fallende Absätze im gesamten Fleischmarkt um bis zu 5% je nach Bereich sowie noch nicht vollends erholter Absätze im Conveniencebereich, diese Umsatzsteigerung für 2023 nur moderat, oder leicht höher als im Vergleich zur Umsatzsteigerung 2021 zu 2022 erwartet wird. Die Überarbeitung des Produktportfolios und die Fokussierung auf margenstärkere Produktsegmente sollen trotz aller Widrigkeiten weiterhin zu einer zumindest, im Vergleich zum Vorjahr, leicht steigenden Bruttomarge in 2022 führen. Für das Folgejahr 2023 wird jedoch aufgrund der anstehenden Rezession zumindest bis Mitte des Jahres von einer stagnierenden Marge ausgegangen. Aber dies in der Annahme bzw. unter der Voraussetzung, dass die gestiegenen Rohstoffpreise weiterhin sukzessive an die Kunden weitergegeben werden können. Eine Prognose für die 2. Hälfte des Jahres 2023 ist derzeit sehr unsicher, da alles davon abhängt, wie weit sich Rezession und Inflation in das Jahr ziehen. Das konsequente Kostenmanagement führte zu einer leichten Optimierung der Betriebskosten im Verhältnis zu den Umsatzerlösen, sowohl in 2021 so aber auch für 2022. Für die Folgejahre und somit auch für das Jahr 2023 wird aufgrund der Inflation, Verfügbarkeitssituation bei Grund- und Rohstoffen sowie bei der Energie von im Vergleich zu 2022 sehr viel stärkerer Preissteigerung ausgegangen, was voraussichtlich auch zu entsprechend höheren Betriebskosten führen wird. Bei dieser Aussage besteht aufgrund der derzeitigen Ungewissheit jedoch ein hohes Maß an Unsicherheit.

Die Zinsaufwendungen sind in 2021 aufgrund der hohen Darlehensrückzahlung in 2020 deutlich geringer ausgefallen. All diese Maßnahmen führen wohl auch in 2022 insgesamt zu einer leichten Verbesserung des Konzernergebnisses gegenüber dem Vorjahr. Anfang 2022 wurde noch von einer merklichen Verbesserung des Konzernergebnisses, unter anderem aufgrund eines durch Kapitalerhöhungen in 2020 stark verbesserten Zinsergebnisses ausgegangen. Allerdings sind die Erwartungen für das Jahr 2023 hinsichtlich einer signifikanten Verbesserung des Konzernergebnisses im Vergleich zur Ergebnisentwicklung in 2021 und 2022 derzeit eher verhalten, wobei trotzdem davon ausgegangen wird, dass es zumindest in 2022 leicht positiv sein wird. Für 2023 besteht aufgrund der steigenden Kosten in allen Bereichen eine insgesamt eher pessimistische Ergebnisaussicht.

Der Einmarsch der russischen Streitkräfte jedoch in die souveräne Ukraine am 24. Februar 2022 sowie die in Reaktion darauf festgelegten internationalen Sanktionen stellen das einschneidende Ereignis dar, das in der globalen Wirtschaft und damit in der Rechnungslegung für 2022 deutliche Spuren hinterlassen wird.

In der Realwirtschaft ergaben sich im Laufe 2022 dadurch wesentliche Beeinträchtigungen und Risiken, etwa im Hinblick auf die Absatzmärkte, bestehende Lieferketten, insbesondere hinsichtlich des Rohstoff- und Energiebedarfs, hinsichtlich der Kreditversorgung durch externe Banken oder aus Cyberangriffen. Inwieweit und in welcher Form genau weitere staatliche Stützungsmaßnahmen ergriffen werden, ist derzeit fraglich oder zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts nicht abschließend verabschiedet.

Auch inwieweit diese Krise zu einer nachhaltigen Transformation der Wirtschaft insgesamt führen wird, ist derzeit nicht absehbar.

Aufgrund der sehr dynamischen Entwicklung im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg haben sich im Laufe des Jahres 2022 immer weitere Auswirkungen auf die Produktion, die Lieferkette oder den Vertrieb der Bell Deutschland-Gruppe ergeben.

Wie aber oben schon beschrieben wird dabei trotzdem mit einem leicht positiven Ergebnis für das Geschäftsjahr 2022 für die Bell Deutschland Gruppe gerechnet, derzeit insgesamt nicht jedoch für das Jahr 2023, bei dem von einem leicht negativen oder ausgeglichenen Ergebnis aufgrund weiter stark gestiegener Betriebskosten ausgegangen wird. Wir weisen aber ausdrücklich auf die Unsicherheiten bzgl. solcher Aussagen aufgrund der sich sehr dynamisch und kurzfristig verändernden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Umfelder hin.

Insgesamt sehen die gesetzlichen Vertreter jedoch derzeit keine derart wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit den geschilderten Ereignissen oder Gegebenheiten, die Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können, und das Unternehmen möglicherweise nicht in der Lage ist, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf seine Vermögenswerte zu realisieren sowie seine Schulden zu begleichen.

 

Seevetal, 6.12.2022

Martin Eryk Schygulla

Markus von der Pütten

Xavier Buro

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021

in Tausend EUR

Aktiva

31.12.2021 31.12.2020
Aktiva 541.850 554.632
A. Anlagevermögen 251.843 263.464
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 49.285 46.107
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.446 1.951
2. Geschäfts- oder Firmenwert 33.315 37.554
3. Geleistete Anzahlungen und Vermögensgegenstände in Entwicklung 12.525 6.601
II. Sachanlagen 191.032 205.832
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 93.242 98.017
2. Technische Anlagen und Maschinen 77.953 89.753
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.590 11.502
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 7.247 6.560
III. Finanzanlagen 11.526 11.526
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 11.524 11.524
2. Sonstige Ausleihungen 1 1
B. Umlaufvermögen 289.599 290.789
I. Vorräte 146.870 138.990
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 25.547 20.657
2. Unfertige Erzeugnisse 77.056 77.123
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 43.095 38.854
4. Geleistete Anzahlungen 1.173 2.356
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 138.300 141.218
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 95.704 98.688
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 95.704 98.688
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 32.422 30.119
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 32.422 30.119
davon aus Lieferungen und Leistungen 6.753 6.748
davon gegen Gesellschafter 5.442 2.564
3. Sonstige Vermögensgegenstände 10.175 12.412
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 10.175 12.329
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 4.428 10.582
C. Rechnungsabgrenzungsposten 408 378

Passiva

31.12.2021 31.12.2020
Passiva 541.850 554.632
A. Eigenkapital 133.762 136.165
I. Gezeichnetes Kapital 25 25
II. Kapitalrücklage 422.000 422.000
III. Verlustvortrag -285.690 -258.972
IV. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung -907 -816
V. Konzernergebnis -2.313 -26.718
VI. Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter 646 646
B. Rückstellungen 31.531 30.298
1. Rückstellungen für Pensionen und andere Verpflichtungen 3.576 3.514
2. Steuerrückstellungen 195 247
3. Sonstige Rückstellungen 27.760 26.537
C. Verbindlichkeiten 373.598 385.982
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 151 661
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 30.185 31.391
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 333.317 346.510
davon aus Lieferungen und Leistungen 10.773 14.688
davon gegenüber Gesellschafter 318.635 331.466
4. Sonstige Verbindlichkeiten 9.945 7.420
davon aus Steuern 2.805 2.475
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit -334 -63
D. Rechnungsabgrenzungsposten 2.864 2.103
E. Passive latente Steuern 95 84

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

in Tausend EUR

2021 2020
1. Umsatzerlöse 776.811 776.732
2. Erhöhung (+) / Reduktion (-) des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 5.584 -5.531
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 2.339 1.100
4. Sonstige betriebliche Erträge 2.223 2.907
davon Erträge aus Währungsumrechnung 450 288
5. Materialaufwand 531.958 549.214
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 471.300 472.326
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 60.658 76.888
6. Personalaufwand 106.840 89.508
a) Löhne und Gehälter 85.766 70.754
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 21.075 18.754
davon für Altersversorgung 818 790
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
und Sachanlagen 28.752 34.922
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 115.463 115.856
davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung 474 646
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 676 391
davon aus Abzinsungen 0 0
davon aus verbundenen Unternehmen 306 357
10. Abschreibungen auf Finanzanlagen 0 0
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 5.779 12.083
davon aus Aufzinsungen von Rückstellungen 0 0
davon an verbundene Unternehmen 5.372 11.943
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 669 260
davon Ertrag/Aufwand aus latenten Steuern 9 -167
13. Ergebnis nach Steuern -1.827 -26.244
14. Sonstige Steuern 486 479
15. Konzernergebnis vor Minderheiten -2.313 -26.723
16. Auf andere Gesellschafter entfallender Gewinn / Verlust 0 4
17. Konzernergebnis nach Minderheiten -2.313 -26.718

Konzern-Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

in Tausend EUR

2021 2020
Konzernergebnis vor Minderheiten -2.313 -26.723
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 28.752 34.922
Gewinn (-) Verlust (+) aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 207 170
Sonstige nicht liquiditätswirksame Erträge (-) Aufwendungen (+) 488 115
Zinsaufwendungen 3.966 12.083
Ertragssteueraufwand/-ertrag 660 427
Ertragssteuerzahlungen/-erstattungen -712 -609
Zunahmen (-)/Abnahmen (+) der Forderungen 3.270 11.470
Zunahmen (-)/Abnahmen (+) der Vorräte -8.804 7.842
Zunahmen (-)/Abnahmen (+) der aktiven Rechnungsabgrenzungen -30 190
Zunahmen (+)/Abnahmen (-) der Verbindlichkeiten -2.516 -10.004
Zunahmen (+)/Abnahmen (-) der Rückstellungen 1.599 -703
Zunahmen (+)/Abnahmen (-) der passiven Rechnungsabgrenzungen 776 1.372
Geldfluss aus Unternehmenstätigkeit 25.343 30.552
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 7.207 168
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -18.158 -24.956
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des immateriellen Anlagevermögens - -
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -6.466 -5.208
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens - 28
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen - -8.524
Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis -357 -318
Geldfluss aus Investitionstätigkeit -17.774 -38.810
Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen von Gesellschaftern - 300.000
Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten 17.039 20.016
Auszahlungen für die Rückzahlung von Krediten -29.701 -308.049
Gezahlte Zinsen -1.054 -2.742
Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit -13.716 9.225
Saldo Geldfluss -6.146 967
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 10.582 9.365
Wechselkurs- und bewertungsbedingte Veränderung des Finanzmittelfonds -7 -42
Konsolidierungskreisbedingte Veränderung des Finanzmittelfonds - 292
Veränderung flüssige Mittel -6.146 967
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 4.428 10.582

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitalspiegels für das Geschäftsjahr 2021

in Tausend EUR

Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Währungsdifferenzen
Bestand per 01.01.2020 25 122.000 -207.399 -109
Änderung im Konsolidierungskreis - - - -
Kapitalerhöhung - 300.000 - -
Übernahme Minderheiten - - - -
Gewinnverwendung - - -51.573 -
Dividende - - - -
Konzernergebnis - - - -
Umrechnungsdifferenzen - - 0 -706
Bestand per 31.12.2020 25 422.000 -258.972 -816
Änderung im Konsolidierungskreis S - - - -
Kapitalerhöhung - - - -
Übernahme Minderheiten - - - -
Gewinnverwendung - - -26.718 -
Dividende - - - -
Konzernergebnis - - - -
Umrechnungsdifferenzen - - - -91
Bestand per 31.12.2021 25 422.000 -285.690 -907
Konzernergebnis Eigenkapital vor Minderheiten Anteil Dritte Gesamtes Eigenkapital
Bestand per 01.01.2020 -51.573 -137.056 650 -136.406
Änderung im Konsolidierungskreis - - - -
Kapitalerhöhung - 300.000 - 300.000
Übernahme Minderheiten - - - -
Gewinnverwendung 51.573 - - -
Dividende - - - -
Konzernergebnis -26.718 -26.718 -4 -26.723
Umrechnungsdifferenzen - -706 - -706
Bestand per 31.12.2020 -26.718 135.519 646 136.165
Änderung im Konsolidierungskreis - - - -
Kapitalerhöhung - - - -
Übernahme Minderheiten - - - -
Gewinnverwendung 26.718 - - -
Dividende - - - -
Konzernergebnis -2.313 -2.313 - -2.313
Umrechnungsdifferenzen - -91 - -91
Bestand per 31.12.2021 -2.313 133.116 646 133.762

Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021

- Immaterielle Vermögensgegenstände

in Tausend EUR

Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten Geschäfts- oder Firmenwert Geleistete Anzahlungen und Vermögensgegenstände in Entwicklung I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Anschaffungswert bis 01.01.2020 48.826 65.781 1.694 116.301
Änderung im Konsolidierungskreis - - - -
Zugänge 301 575 4.907 5.783
Abgänge -4 - - -4
Umbuchungen 247 - -0 247
Währungseinflüsse -31 - - -31
Anschaffungswert am 31.12.2020 49.338 66.356 6.601 122.295
Änderung im Konsolidierungskreis - - - -
Zugänge 542 - 5.924 6.466
Abgänge -7.833 - - -7.833
Umbuchungen 1.990 - - 1.990
Währungseinflüsse -4 - - -4
Anschaffungswert am 31.12.2021 44.033 66.356 12.525 122.914
Kumulierte Abschreibungen am 01.01.2020 40.357 23.900 - 64.256
Änderung im Konsolidierungskreis - - - -
Zugänge - - - -
Abgänge -4 - - -4
Abschreibungen 7.053 4.903 - 11.955
Umbuchungen - - - -
Währungseinflüsse -19 - - -19
Kumulierte Abschreibungen am 31.12.2020 47.386 28.802 - 76.188
Änderung im Konsolidierungskreis - - - -
Zugänge - - - -
Abgänge -7.833 - - -7.833
Abschreibungen 1.038 4.240 - 5.277
Umbuchungen - - - -
Währungseinflüsse -3 - - -3
Kumulierte Abschreibungen am 31.12.2021 40.588 33.042 - 73.629
Buchwert per 01.01.2020 8.469 41.882 1.694 52.045
Buchwert per 31.12.2020 1.951 37.554 6.601 46.107
Buchwert per 31.12.2021 3.446 33.315 12.525 49.285

- Sachanlagen

in Tausend EUR

Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlunge n und Anlagen im Bau II. Sachanlagen
Anschaffungswert bis 01.01.2020 174.698 169.120 35.275 16.311 395.405
Änderung im Konsolidierungskreis - 42 109 - 151
Zugänge 5.601 7.494 4.471 7.390 24.956
Abgänge -3.052 -2.803 -1.310 - -7.164
Umbuchungen 81 14.293 2.520 -17.142 -247
Währungseinflüsse -691 -609 -55 -0 -1.356
Anschaffungswert am 31.12.2020 176.638 187.537 41.011 6.560 411.746
Änderung im Konsolidierungskreis - - - - -
Zugänge 899 5.184 2.808 9.267 18.158
Abgänge -5.487 -10.182 -6.192 -296 -22.156
Umbuchungen 4.770 -470 1.992 -8.282 -1.990
Währungseinflüsse -83 -78 -7 -2 -169
Anschaffungswert am 31.12.2021 176.737 181.991 39.613 7.247 405.588
Kumulierte Abschreibungen am 01.01.2020 75.077 89.416 25.891 - 190.384
Änderung im Konsolidierungskreis - 4 77 - 81
Zugänge - - - - -
Abgänge -2.915 -2.740 -1.171 - -6.826
Abschreibungen 6.415 12.723 3.829 - 22.967
Umbuchungen 297 -1.214 917 - -0
Währungseinflüsse -253 -404 -34 - -692
Kumulierte Abschreibungen am 31.12.2020 78.620 97.785 29.509 - 205.914
Änderung im Konsolidierungskreis - - - - -
Zugänge - - - - -
Abgänge -2.719 -5.991 -6.032 - -14.742
Abschreibungen 7.626 12.298 3.550 - 23.474
Umbuchungen - - - - -
Währungseinflüsse -33 -53 -4 - -90
Kumulierte Abschreibungen am 31.12.2021 83.495 104.038 27.023 - 214.555
Buchwert per 01.01.2020 99.622 79.704 9.384 16.311 205.021
Buchwert per 31.12.2020 98.017 89.753 11.502 6.560 205.832
Buchwert per 31.12.2021 93.242 77.953 12.590 7.247 191.032

- Finanzanlagen

in Tausend EUR

Anteile an verbundenen Unternehmen Sonstige Ausleihungen III. Finanzanlagen
Anschaffungswert bis 01.01.2020 3.028 1 3.029
Änderung im Konsolidierungskreis - - -
Zugänge 8.524 - 8.524
Abgänge -28 - -28
Umbuchungen - - -
Währungseinflüsse - - -
Anschaffungswert am 31.12.2020 11.524 1 11.526
Änderung im Konsolidierungskreis - - -
Zugänge - - -
Abgänge - - -
Umbuchungen - - -
Währungseinflüsse - - -
Anschaffungswert am 31.12.2021 11.524 1 11.526
Kumulierte Abschreibungen am 01.01.2020 - - -
Änderung im Konsolidierungskreis - - -
Zugänge - - -
Abgänge - - -
Abschreibungen - - -
Umbuchungen - - -
Währungseinflüsse - - -
Kumulierte Abschreibungen am 31.12.2020 - - -
Änderung im Konsolidierungskreis - - -
Zugänge - - -
Abgänge - - -
Abschreibungen - - -
Umbuchungen - - -
Währungseinflüsse - - -
Kumulierte Abschreibungen am 31.12.2021 - - -
Buchwert per 01.01.2020 3.028 1 3.029
Buchwert per 31.12.2020 11.524 1 11.526
Buchwert per 31.12.2021 11.524 1 11.526

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021

1. Allgemeine Angaben

Die Muttergesellschaft Bell Deutschland Holding GmbH hat ihren Sitz in Seevetal und ist beim Handelsregister B des Amtsgerichtes Lüneburg unter der HRB 204257 eingetragen.

Der vorliegende Konzernabschluss wurde auf Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) unter Berücksichtigung der Deutschen Rechnungslegungsstandards (DRS) aufgestellt.

Der Konzernabschluss besteht aus der Konzernbilanz, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzernanhang, der Konzern-Kapitalflussrechnung und dem Konzern-Eigenkapitalspiegel.

Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird gemäß § 275 Abs. 2 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Der Teilkonzernabschluss der Bell Deutschland Holding GmbH gehört zum Konzernkreis der Bell Food Group AG, Basel/Schweiz, und wird vollumfänglich in deren Konzernabschluss einbezogen (kleinster Kreis). Die Bell Food Group AG ist an der Schweizer Börse notiert.

Die Coop-Gruppe Genossenschaft, Basel/Schweiz, hält 66,3% an der Bell Food Group AG und bezieht deren Konzernabschluss in ihre Konzernrechnung vollumfänglich ein (größter Kreis). Beide Unternehmen erstellen und publizieren einen Konzernabschluss, der nach Swiss GAAP FER Rechnungslegungsvorschriften aufgestellt wurde.

Die Coop-Gruppe Genossenschaft ist eine Konsumgenossenschaft, an welcher rund 2,5 Millionen Schweizer Konsumenten angeschlossen sind. Das oberste Leitungsorgan, der Verwaltungsrat, wird durch die Regionalräte und die Delegiertenversammlung gewählt.

Hinsichtlich der Offenlegung wird für die nachfolgenden Tochtergesellschaften in Deutschland die befreiende Vorschrift des § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB angewandt.

2. Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen:

Gesellschaft Sitz Anteil am Kapital
Bell Deutschland GmbH & Co. KG Seevetal (DE) 100,0%
Bell Production Services GmbH & Co. KG Seevetal (DE) 100,0%
Bell Verwaltungs GmbH Seevetal (DE) 100,0%
Interfresh Food GmbH Seevetal (DE) 100,0%
Bell Schwarzwälder Schinken GmbH Schiltach (DE) 100,0%
Süddeutsche Truthahn AG Ampfing (DE) 100,0%
Pulyka GmbH Ampfing (DE) 100,0%
Hilcona Feinkost GmbH Leinfelden-Echterdingen (DE) 100,0%
HFC GmbH Bad Wünnenberg (DE) 100,0%
HiFa GmbH & Co. KG Bad Wünnenberg (DE) 100,0%
Delizio GmbH Stuttgart (DE) 100,0%
Hügli Nahrungsmittel GmbH Radolfzell (DE) 94,9%
Heirler Cenovis GmbH Radolfzell (DE) 94,9%
Inter-Planing GmbH Neuburg an der Kammel (DE) 94,9%
Bell España Alimentación S.L.U. Casarrubios del Monte (ES) 100,0%
Bell Polska Sp. z o.o. Niepołomice (PL) 100,0%

Im Geschäftsjahr 2021 ergaben sich keine wesentlichen Änderungen der Zusammensetzung der einbezogenen Unternehmen.

In den Konzernabschluss nicht einbezogene Unternehmen:

Aufgrund der Tatsache, dass zu diesen Unternehmen keine dauerhafte Verbindung angestrebt wird (Weiterveräußerung, Schließung), werden folgende Unternehmen nicht in den Konzernabschluss einbezogen. Die Gesellschaften sind einzeln und zusammen von untergeordneter Bedeutung für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Die Bilanzierung zu Anschaffungskosten erfolgt unter den Anteilen an verbundenen Unternehmen in den Finanzanlagen.

Gesellschaft Sitz Anteil am Kapital
Zimbo Romania S.r.l. Bukarest (RO) 100,0%
Zimbo Perbál Ltd. Perbál (HU) 100,0%
Abraham Benelux SA Libramont-Chevigny (BE) 100,0%
Bell Benelux N.V. Aalst (BE) 100,0%
Bell Nederland B.V. Breda (NL) 100,0%

3. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Konzernabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Die Berichtswährung ist Euro (EUR). Die Zahlenangaben erfolgen in EUR oder in TEUR (Tausend Euro).

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten bilanziert und entsprechend ihrer voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer (4 bis 8 Jahre; lineare Methode) um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Das handelsrechtliche Wahlrecht zur Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände wird ausgeübt, wenn die einschlägigen Voraussetzungen der Aktivierung erfüllt sind. Aktiviert werden die auf die Entwicklungsphase entfallenden Herstellungskosten. Ab der Beendigung der Entwicklungsphase wird der Vermögensgegenstand planmäßig linear über die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben.

Der entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwert wird zu den fortgeführten Anschaffungskosten erfasst und über eine Nutzungsdauer von zwölf Jahren linear abgeschrieben, weil in diesem Zeitraum die Markt- und Synergiepotenziale, welche zum bezahlten Geschäfts- oder Firmenwert geführt haben, voraussichtlich genutzt werden können.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger und außerplanmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Herstellungskosten enthalten die handelsrechtlich aktivierungspflichtigen Kostenbestandteile. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer für Produktions- und Verwaltungsgebäude beträgt 30 bis 40 Jahre, für technische Anlagen und Maschinen 8 bis 13 Jahre, für Installationen 10 bis 15 Jahre, für Fahrzeuge 3 bis 7 Jahre, für Betriebs- und Geschäftsausstattung 5 bis 10 Jahre und für Informatik Hardware 4 Jahre. Die Abschreibungen auf Zugänge werden zeitanteilig im Zugangsjahr vorgenommen. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn voraussichtlich eine dauernde Wertminderung vorliegt.

Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von EUR 250 bis EUR 1.000 wird das steuerliche Sammelpostenverfahren aus Vereinfachungsgründen auch in der Handelsbilanz angewandt. Die Abschreibungen erfolgen über 5 Kalenderjahre.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte an verbundenen Unternehmen zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt.

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder den niedrigeren Marktpreisen am Bilanzstichtag bewertet. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind auf der Basis von Kalkulationen, die auf der aktuellen Betriebsrechnung beruhen, zu Herstellungskosten bewertet. Diese umfassen neben den direkt zuordenbaren Materialkosten und Fertigungseinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen. Kosten der allgemeinen Verwaltung und Fremdkapitalkosten werden nicht aktiviert.

Handelswaren sind zu durchschnittlichen Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert. Alle erkennbaren Risiken in den Vorräten, die sich aus Überbeständen mit zu langer Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit oder niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Zudem wird in allen Fällen verlustfrei bewertet.

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Einzelrisiken und das allgemeine Ausfall- und Kreditrisiko durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt.

Die übrigen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert angesetzt. Wertberichtigungen werden, soweit erforderlich, vorgenommen.

Die Bewertung der liquiden Mittel erfolgt zum Nominalwert.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, welche Aufwendungen für bestimmte Zeiträume nach dem Bilanzstichtag darstellen. Die Auflösung erfolgt linear entsprechend dem Zeitablauf.

Das Gezeichnete Kapital ist zum Nennwert angesetzt und voll einbezahlt.

Die Kapitalrücklage enthält bei Gründung oder bei Kapitalerhöhungen über den Nennwert der zugrunde liegenden Anteile hinaus formell einbezahlte Beträge oder eingebrachte Werte (Agio) bzw. freiwillige Einzahlungen in die Rücklagen.

Die Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung ergibt sich aus der erfolgsneutralen Erfassung der Umrechnungsdifferenzen bei Tochtergesellschaften in Fremdwährung.

Die Rückstellungen für Pensionen und andere Verpflichtungen wurden mit Ausnahme der rückgedeckten Direktzahlungen gutachterlich unter Verwendung des Anwartschaftsverfahrens unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018G von Prof. Dr. Heubeck bewertet und damit mit den nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Für die Abzinsung wurde pauschal der durchschnittliche Marktzins der vergangenen zehn Jahre bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 1,87 % verwendet. Erwartete Rentensteigerungen wurden mit 1,60 % zugrunde gelegt. Der Gehaltstrend und Fluktuationswahrscheinlichkeiten mussten nicht berücksichtigt werden. Der Unterschiedsbetrag nach §253 Abs. 6 HGB (Anwendung des durchschnittlichen Marktzinses der vergangenen sieben Jahre) beträgt TEUR 156 (Vj. TEUR 205). Dieser Betrag unterliegt einer Ausschüttungssperre.

Aus der Umstellung der Pensionsrückstellungen im Rahmen des BilMoG zum 01. Januar 2010 ergab sich ein Zuführungsbetrag im Vergleich zum alten Ansatz zum 31. Dezember 2009 von TEUR 778. Der Konzern macht von dem Wahlrecht des Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB Gebrauch und verteilt den Aufwand aus der Umstellung über einen Zeitraum von maximal 15 Jahren. Im Geschäftsjahr 2021 wurden - unverändert zum Vorjahr - TEUR 52 als sonstiger betrieblicher Aufwand erfasst. Die verbleibenden stillen Lasten betragen zum 31.12.2021 TEUR 156.

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Sie wurden in der Höhe des Betrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zur Erfüllung der Verpflichtungen notwendig sein wird. Die Jubiläumsrückstellungen wurden pauschal mit dem durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 2,36 % abgezinst.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Kurzfristige Fremdwährungsforderungen, -guthaben und -verbindlichkeiten werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten Einnahmen vor dem Bilanzstichtag, welche Erträge für bestimmte Zeiträume nach dem Bilanzstichtag darstellen. Die Auflösung erfolgt linear entsprechend dem Zeitablauf.

Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Aktive latente Steuern resultieren insbesondere aus abweichenden Wertansätzen bei Pensionsrückstellungen, passive latente Steuern im Wesentlichen aus abweichenden Wertansätzen von Gebäuden sowie Grund und Boden. Die Differenzen werden mit den jeweiligen Steuersätzen von 32% in Deutschland, 25% in Spanien und 19% in Polen berechnet.

Es bestehen umfangreiche steuerliche Verlustvorträge in Deutschland, auf welche keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden. Eine Verrechnung von aktiven und passiven latenten Steuern kann aufgrund der Rechtsform oder Ergebnisabführungsverträgen über alle Gesellschaften in Deutschland hinweg erfolgen, mit Ausnahme der Bell Schwarzwälder Schinken GmbH. Aktive und passive latente Steuern werden demnach saldiert ausgewiesen.

In Ausübung des Wahlrechts des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB erfolgt kein Ansatz aktiver latenter Steuerüberhänge.

4. Konsolidierungsgrundsätze

Der Bilanzstichtag aller in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist der 31. Dezember.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgte nach der Buchwertmethode zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung zum 31. Dezember 2018.

Da die eigentlichen Erwerbszeitpunkte der Tochtergesellschaften teilweise deutlich in der Vergangenheit lagen, wurde der erstmalige Konzernabschluss damit aus Vereinfachungsgründen so aufgestellt, als ob dies bereits seit dem Erwerb des ersten Tochterunternehmens geschehen würde. Die sich hieraus ergebenden aktivischen Unterschiedsbeträge wurden als Geschäfts- oder Firmenwert unter den immateriellen Vermögensgegenständen ausgewiesen.

Für Erwerbe ab dem 1. Januar 2019 erfolgt die Konsolidierung nach der Neubewertungsmethode.

Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung werden Forderungen sowie Schulden zwischen den konsolidierten Unternehmen verrechnet. Konzerninterne Umsätze werden im Zuge der Aufwands- und Ertragskonsolidierung mit den entsprechenden konzerninternen Aufwendungen verrechnet. Erträge und Aufwendungen aus sonstigen Geschäftsvorfällen zwischen den einbezogenen Unternehmen werden ebenfalls verrechnet.

In den Vorräten enthaltene Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen wurden aufgrund von Unwesentlichkeit nicht erfolgswirksam eliminiert.

5. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Konzernanlagespiegel als Anlage zum Konzernanhang darstellt.

Bei den immateriellen Vermögensgegenständen erfolgten Zugänge über TEUR 6.466 (VJ TEUR 5.783), namentlich Vermögensgegenstände in Entwicklung mit TEUR 5.924 (Einführung einer neuen ERP-Software), davon TEUR 2.339 aktivierte Eigenleistungen (VJ TEUR 1.100.). Da die ERP-Software zum 31. Dezember 2021 noch nicht abschließend fertiggestellt war, fanden im abgelaufenen Geschäftsjahr noch keine planmäßigen Abschreibungen statt.

Ein Entwicklungsaufwand für die Entwicklung von neuen Produkten wird nicht aktiviert.

Der Geschäfts- oder Firmenwert ergab sich aus dem Erwerb der Süddeutsche Truthahn AG, Ampfing, per 1. März 2016, der Hügli Nahrungsmittel GmbH, Radolfzell, per 1. Januar 2018 sowie der Pulyka GmbH, Ampfing, per 1. November 2020.

Die Abschreibungen der Sachanlagen von TEUR -23.474 umfassen außerplanmäßige Abschreibungen von TEUR -2.161 infolge einer Werthaltigkeitsprüfung. Im Vorjahr enthielten die Abschreibungen der immateriellen Vermögenswerte außerplanmäßige Abschreibungen von TEUR -5.496 für Markenrechte sowie die der Sachanlagen in Höhe von TEUR -1.719.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Angaben in TEUR

(Vorjahreswerte in Klammern): bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 95.704 0 95.704
(98.688) (0) (98.688)
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 32.422 0 32.422
(30.119) (0) (30.119)
Sonstige Vermögensgegenstände 10.175 0 10.175
(12.329) (83) (12.412)
Gesamtbetrag 138.300 0 138.300
(141.135) (83) (141.218)

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus Lieferungen und Leistungen, in Höhe von TEUR 5.442 (VJ TEUR 2.531) dem Cash-Pooling sowie in Höhe von TEUR 19.690 (VJ TEUR 19.398) einem Darlehen an eine Gesellschaft außerhalb des Konsolidierungskreises.

Eigenkapital

Die Entwicklung des Eigenkapitals nach DRS 22 ist dem Konzern-Eigenkapitalspiegel zu entnehmen.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen wurden wie im Vorjahr im Wesentlichen für Urlaubs- und Gleitzeitverpflichtungen, für Jubiläums- und Lohnverpflichtungen sowie für Kundenprämien gebildet. Mit Ausnahme der Jubiläumsrückstellungen betragen die Laufzeiten bis zu einem Jahr.

Verbindlichkeiten

Angaben in TEUR

(Vorjahreswerte in Klammern): bis 1 Jahr 1-5 Jahre über 5 Jahre Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 151 0 0 151
(661) (0) (0) (661)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 30.185 0 0 30.185
(31.391) (0) (0) (31.391)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 59.386 0 273.931 333.317
(52.710) (0) (293.800) (346.510)
Sonstige Verbindlichkeiten 9.945 0 0 9.945
(7.420) (0) (0) (7.420)
Gesamtbetrag 99.667 0 273.931 373.598
(92.182) (0) (293.800) (385.982)

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen umfassen neben Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen vor allem Darlehen von Gesellschaftern in der Höhe von TEUR 273.931 (VJ TEUR 293.800), die rechtlich kurzfristig fällig sind, wirtschaftlich aber langfristig mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren zu beurteilen sind. Die übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten mit TEUR 20.783 (VJ. TEUR 33.974) beinhalten hauptsächlich Verbindlichkeiten aus Darlehen und aufgelaufene Zinsen gegenüber der Bell Food Group AG, Basel/Schweiz (TEUR 5.710; VJ TEUR 21.380), sowie ein Darlehen (TEUR 11.646; VJ TEUR 11.646), welches die Hügli Holding AG, Steinach/Schweiz der Hügli Nahrungsmittel GmbH gewährt hat. Zudem bestehen Cashpool-Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 27.350 (VJ TEUR 4.018).

6. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Von den Umsatzerlösen aus dem Vertrieb von Nahrungsmitteln entfallen EUR 780 Mio. (VJ EUR 782 Mio.) auf Warenverkäufe, davon EUR 665 Mio. (VJ EUR 672 Mio.) an Dritte und EUR 115 Mio. (VJ EUR 110 Mio.) an verbundene Unternehmen, EUR 23 Mio. (VJ EUR 23 Mio.) aus Nebenerlösen und EUR -26 Mio. (VJ EUR -28 Mio.) Erlösminderungen.

Insgesamt resultieren EUR 511 Mio. (VJ. EUR 510 Mio.) aus dem Fleischgeschäft und EUR 266 Mio. (VJ. EUR 267 Mio.) aus Convenience-Umsätzen.

In 2021 ergab sich folgende geographische Aufteilung der Umsatzerlöse (in EUR Mio.):

2021 2020
Deutschland 517,6 519,1
EU 218,8 214,1
Non-EU 40,4 43,5
Total 776,8 776,7

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge von TEUR 664 (VJ TEUR 498), im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Büro- und Verwaltungsaufwendungen, Aufwendungen für Unterhalt und Ersatz, Energieaufwand und Aufwendungen für Betriebsmaterial sowie Mietaufwendungen. Die periodenfremden Aufwendungen betragen TEUR 135 (VJ TEUR 719) sowie im Vorjahr im Wesentlichen aufgrund von Erlösminderungen früherer Jahre und Forderungsverlusten.

7. Angaben zur Kapitalflussrechnung

Die durch DRS 21 geforderten Angaben sind der Konzern-Kapitalflussrechnung zu entnehmen. Der Finanzmittelfonds entspricht der Bilanzposition "Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks".

8. Sonstige Angaben

Mitarbeiter

Durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter:

Gewerbliche Mitarbeiter: 1.649 (VJ 1.614)
Angestellte Mitarbeiter: 1.179 (VJ 1.111)
Total Mitarbeiter: 2.828 (VJ 2.725)

Geschäftsführung

Herr Martin Eryk Schygulla, Vorsitzender der Geschäftsführung, Geschäftsführer Vertrieb, seit 01. Mai 2022

Herr Marco Tschanz, Vorsitzender der Geschäftsführung (vom 16. August 2021 bis 30. April 2022), Vorstandsmitglied der Bell AG, Schweiz

Herr Christian Schröder, Vorsitzender der Geschäftsführung, Geschäftsführer Vertrieb, bis 15. August 2021

Herr Markus von der Pütten, Geschäftsführer Produktion/Technik

Herr Xavier Buro, Vorstandsmitglied der Bell AG, Schweiz

Prüfungs- und Beratungsgebühren

Das Honorar des Abschlussprüfers beträgt für die Abschlussprüfung TEUR 286 (VJ TEUR 326), für Steuerberatungsleistungen TEUR 34 (VJ TEUR 48) und für sonstige Beratungsdienstleistungen TEUR 12 (VJ TEUR 6).

Sonstige nicht bilanzierte finanzielle Verpflichtungen

Aus mehrjährigen Miet-/Baurechtsverträgen für Geschäftsgebäude bestehen Verpflichtungen über TEUR 20.513 (VJ TEUR 24.450), davon fällig innerhalb eines Jahres TEUR 3.672 (VJ TEUR 5.696), davon fällig in zwei bis fünf Jahren TEUR 16.841 (VJ TEUR 18.196) und nach fünf Jahren TEURO 0 (VJ TEUR 558).

Aus operativem Leasing bestehen Verpflichtungen über TEUR 0 (Vj. TEUR 998).

Weiter bestehen sonstige nicht bilanzierte Verpflichtungen über TEUR 867 (VJ TEUR 2.167), davon fällig innerhalb eines Jahres TEUR 127 (VJ TEUR 2.54), davon fällig in zwei bis fünf Jahren TEUR 307 (VJ TEUR 1.056) und nach fünf Jahren TEUR 433 (VVJ TEUR 857).

Gewinnverwendung des Mutterunternehmens

Die Gesellschafterversammlung hat beschlossen, den Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 672 auf neue Rechnung vorzutragen.

Konzernverhältnisse

Die Bell Deutschland Holding GmbH, Seevetal, stellt einen Konzernabschluss für den kleinsten Kreis auf. Dieser wird im Bundesanzeiger publiziert.

Die Bell Deutschland Holding GmbH ist mit ihren Tochtergesellschaften in den Konzernabschluss der Bell Food Group AG, Basel/Schweiz, einbezogen. In der Schweiz offengelegt wird der Abschluss unter https://www.bellfoodgroup.com/de/downloads/ und ist verlinkt mit der Finanzberichtsseite der Schweizer Börse.

Die Bell Food Group AG ist wiederum einbezogen in die Coop-Gruppe Genossenschaft, Basel/Schweiz, welche den Konzernabschluss für den größten Kreis bildet.

Der Geschäftsbericht ist erhältlich unter https://report.coop.ch/de/.

Nachtragsbericht

Nach dem Bilanzstichtag haben sich bzgl. Geschäftsvorfällen von besonderer Bedeutung folgendes ergeben:

Entgegen der Einschätzung zum Jahresende 2021 konnte der Standort Börger im März 2022 veräußert werden, was für 2022 nach den außerplanmäßigen Abschreibungen in 2021 einen entsprechenden Buchgewinn von EUR 2,4 Mio. bedeutet.

Des Weiteren waren schon seit der zweiten Hälfte des Jahres 2021 die Energiepreise in der EU und weltweit sprunghaft angestiegen. Die Brennstoffpreise sind infolge des Ukrainekonflikts weiter gestiegen, was auch zu Unsicherheit bzgl. der Energieversorgungssicherheit in der EU geführt hat. Russlands Entscheidung, die Gaslieferungen an mehrere EU-Mitgliedstaaten auszusetzen, hat die Lage weiter beeinträchtigt.

Dieser Konflikt wirkt sich direkt auf die weltweite Ernährungssicherheit und die Erschwinglichkeit von Lebensmitteln und darauf bezogen auch auf die Rohwarenversorgung für Produktionsunternehmen aus.

Derzeit stellt aber die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln, Futtermitteln und Düngemitteln in der EU noch kein großes Problem dar. Dennoch wird sich der Rückgang bei den Einfuhren von Mais, Weizen, Raps sowie Sonnenblumenöl und -schrot aus der Ukraine insbesondere auf die Futtermittelpreise und die Lebensmittelindustrie in der EU auswirken. Angesichts der hohen Marktpreise und der Inflationstendenzen infolge des Krieges in der Ukraine gilt eine große Sorge nach wie vor der Erschwinglichkeit. Für die Unternehmen der Bell Gruppe bedeutet dies in 2022 stark gestiegene Kosten im Bereich der Energieaufwendungen, des Rohstoffbezuges und der Logistikkosten, die sich im folgenden Geschäftsjahr mit schwieriger Verfügbarkeit und stark gesunkenen Margen bemerkbar machen werden.

 

Seevetal, 6. Dezember 2022

Martin Eryk Schygulla

Marco Tschanz

Markus von der Pütten

Xavier Buro

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Bell Deutschland Holding GmbH, Seevetal

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Bell Deutschland Holding GmbH, Seevetal, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn und Verlustrechnung, der Konzern-Kapitalflussrechnung und dem Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Bell Deutschland Holding GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, den 23. Dezember 2022

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Hagenmüller, Wirtschaftsprüferin

Sicha-Schröder, Wirtschaftsprüferin

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