Edelmann Leaflet Solutions GmbHLiquidiert
88131 Lindau (Bodensee), DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Dominik Bea seit 12.4.2017 | Geschäftsführer |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Edelmann Holding GmbH & Co. KGHeidenheim an der BrenzKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021Inhaltsverzeichnis Bestätigungsvermerk Rechnungslegung Auftragsbedingungen, Haftung und Verwendungsvorbehalt Allgemeine Auftragsbedingungen Hinweis: Den nachfolgenden Bestätigungsvermerk haben wir, unter Beachtung der gesetzlichen und berufsständischen Bestimmungen, nach Maßgabe der in der Anlage "Auftragsbedingungen, Haftung und Verwendungsvorbehalt" beschriebenen Bedingungen erteilt. Falls das vorliegende Dokument in elektronischer Fassung für Zwecke der Offenlegung im Bundesanzeiger verwendet wird, sind für diesen Zweck daraus nur die Dateien zur Rechnungslegung und im Falle gesetzlicher Prüfungspflicht der Bestätigungsvermerk resp. die diesbezüglich erteilte Bescheinigung bestimmt. Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Edelmann Holding GmbH & Co. KG Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Edelmann Holding GmbH & Co. KG, Heidenheim, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Kapitalflussrechnung und dem Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Edelmann Holding GmbH & Co. KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts'' unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit Wir verweisen auf den Abschnitt "Liquiditätsrisiken" im Konzernlagebericht, in dem die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass der Konzern sich in einer angespannten Liquiditätslage befindet. Vor diesem Hintergrund wurde ein Zukunftskonzept mit gutachterlicher Aussage zur Sanierungsfähigkeit erstellt, welches umfangreiche Annahmen und Prämissen beinhaltet. Die Fortführung der Unternehmenstätigkeit setzt die Aufrechterhaltung der bestehenden Kredite im Rahmen eines Konsortialkreditvertrages zwischen der Edelmann GmbH und weiteren Konzernunternehmen und verschiedenen finanzierenden Banken zur Sicherung der Liquidität, das Eintreten dieser Annahmen und Prämissen sowie die Umsetzung von operativen und strategischen Maßnahmen im Konzern voraus. Dieser Konsortialkredit hatte eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2022. Ab dem 31. März 2022 waren planmäßige Tilgungen geplant. Mit Datum vom 24. Juni 2022 wurde die Laufzeit des Konsortialkreditvertrag um ein weiteres Jahr bis zum 31. Dezember 2023 verlängert. Die ursprünglich ab dem 31. März 2022 geplanten Tilgungen wurden verschoben und beginnen ab dem 30. September 2022. Hintergrund für die Verschiebung der planmäßigen Tilgungen sind die signifikanten Preissteigerungen auf dem Rohstoffmarkt, die nur zeitverzögert an die Kunden weitergegeben werden können. Wesentliche Maßnahmen sind insbesondere die Reduktion des Materialaufwandes, die Optimierung der Fertigungseffizienz, die Optimierung der Kundenprofitabilität, die erfolgreiche Abwicklung des USA Geschäftes (Edelmann USA Inc., Ontario/USA) sowie die erfolgreiche Entwicklung der im Januar 2019 von der Elanders AB, Mölndal/ Schweden, erworbenen Beteiligung in China (Edelmann (Beijing) Co. Ltd, Beijing/ China, (vormals: Elanders (Beijing) Printing Co. Ltd., Beijing/China). Weiterhin sind die im Geschäftsjahr 2021 neu eingeleitete Zusammenlegung der Standorte Wuppertal und Burscheid, die Weitergabe der Preissteigerungen an die Kunden sowie die langfristige Sicherung der Energiepreise umzusetzen. Sollten die Maßnahmen nicht oder nur teilweise umgesetzt werden beziehungsweise nicht oder nur teilweise liquiditätswirksam beziehungsweise ertragswirksam werden, ist die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit nur durch die Zurverfügungstellung von weiterem Fremd- oder Eigenkapital gegeben. Insbesondere vor dem Hintergrund einer möglichen weiteren negativen wirtschaftlichen Entwicklung durch die Covid-19-Pandemie, weitere Energie- und Rohstoffpreissteigerungen sowie die anhaltende Inflation, kann dies nicht ausgeschlossen werden. Damit wird auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hingewiesen, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht sind bezüglich dieses Sachverhaltes nicht modifiziert. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Stuttgart, 4. Juli 2022 Ernst
& Young GmbH
BÜRKLE MANFRED, Wirtschaftsprüfer DIFFLIPP AGILO, Wirtschaftsprüfer Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021Aktiva
Passiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zum 31. Dezember 2021
Konzern-Kapitalflussrechnung für 2021
Konzern-Eigenkapitalspiegel für 2021
1) Unterschiedsbeträge aus
Kapitalkonsolidierungen sowie Anpassungen steuerlicher
Wertansätze.
Konzernanhang für 2021Allgemeine Hinweis Der Konzernabschluss wurde gemäß §§ 290 ff. HGB aufgestellt. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Das Mutterunternehmen ist unter der Firma Edelmann Holding GmbH & Co. KG mit Sitz in Heidenheim im Handelsregister des Amtsgerichts Ulm unter der Nummer HRA 661072 eingetragen. Konsolidierungskreis Der Konzernabschluss umfasst die Edelmann Holding GmbH & Co. KG, Heidenheim, als Obergesellschaft, langjährig einbezogene inländische Tochtergesellschaften sowie folgende seit dem 1. Januar 2003 einbezogene Tochtergesellschaften:
Zwei inländische Gesellschaften sowie zwei ausländische Gesellschaften ohne Geschäftstätigkeit oder mit geringem Geschäftsumfang werden gemäß § 296 Abs. 2 HGB nicht in den Konzernabschluss einbezogen. Folgende Gesellschaften nehmen die Erleichterungen des § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch: Edelmann Norderstedt GmbH, Norderstedt Edelmann Leaflet Solutions GmbH, Lindau/Bodensee Edelmann Bitterfeld GmbH, Bitterfeld Edelmann GmbH, Heidenheim Edelmann Wuppertal GmbH, Wuppertal Edelmann Pharmadruck GmbH, Weilheim Folgende Gesellschaften nehmen die Erleichterungen des § 264b HGB in Anspruch: Edelmann Holding GmbH & Co. KG, Heidenheim Carl Edelmann GmbH & Co. KG, Heidenheim Konsolidierungsgrundsätze Die Kapitalkonsolidierung der ab 2010 einbezogenen Unternehmen oder für zugekaufte Kapitalanteile, die erstmals konsolidiert wurden, erfolgte nach der Neubewertungsmethode (gemäß § 301 Abs. 1 HGB) zum Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist. Dabei wird der Wertansatz der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals des Tochterunternehmens verrechnet. Das Eigenkapital wird mit dem Betrag angesetzt, der dem zum Konsolidierungszeitpunkt beizulegenden Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten entspricht. Ein nach der Verrechnung verbleibender Unterschiedsbetrag wird, wenn er auf der Aktivseite entsteht, als Geschäfts- oder Firmenwert und, wenn er auf der Passivseite entsteht, unter dem Posten "Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung" nach dem Eigenkapital ausgewiesen. Die Kapitalkonsolidierung bis zum 31. Dezember 2009 erfolgte nach der Buchwertmethode (§ 301 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB a. F.). Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung wurden mit den Rücklagen verrechnet. Aufstockungen von Anteilen an bereits vollkonsolidierten Tochterunternehmen werden ab dem 1. Januar 2018 als Erwerbsvorgang (bisher: Kapitalvorgang) bilanziert. Aktive Unterschiedsbeträge werden damit nicht mehr mit den Rücklagen verrechnet, sondern ein nach Aufdeckung anteiliger stiller Reserven verbleibender Unterschiedsbetrag wird aktivisch als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und planmäßig abgeschrieben. Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten innerhalb des Konsolidierungskreises wurden eliminiert. Zwischengewinne und -verluste wurden gemäß § 304 Abs. 2 HGB, soweit sie von untergeordneter Bedeutung waren, nicht eliminiert. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Der Konzernabschluss wird unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt. Hinsichtlich des bestandsgefährdenden Risikos für die Fortführung der Unternehmenstätigkeit verweisen wir auf den Konzernlagebericht, Abschnitt "Liquiditätsrisiken". Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden im Wesentlichen nach einheitlichen und unveränderten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erstellt. Die immateriellen Anlagegüter sowie das Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige und ggf. außerplanmäßige Abschreibungen, angesetzt. Geschäfts- oder Firmenwerte einschließlich der Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Erstkonsolidierung von Anteilen werden über einen Zeitraum von 6 Jahren linear abgeschrieben. Der Abschreibungszeitraum entspricht der zu erwartenden Dauer des Vorteils durch den uneingeschränkten Zugang zu Humankapital, Kundenstamm und Geschäftsbeziehungen. Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte und Wertpapiere zu Anschaffungskosten oder niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr wurden Anpassungen in den Bilanzierungsrichtlinien bei den Abschreibungen der Vorräte vorgenommen, wodurch diese dem tatsächlichen Verbrauch der Vorräte entsprechen. Die Änderung der Abwertungsregeln wurden auf Basis von Erfahrungswerten und Wiederverkaufspreisen dergestalt angepasst, dass Lagerreichweiten über einem Jahr nicht mehr zu 100%, sondern nur noch zu 50% abgeschrieben werden. Hieraus ergeben sich positive Effekte in Höhe von 1.255 TEUR. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen zum Bilanzstichtag aktiviert. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet. Diese enthalten Einzelkosten zuzüglich angemessener Gemeinkosten und anteiliger Abschreibungen sowie Sondereinzelkosten der Fertigung. Fremdkapitalzinsen werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer sowie geminderter Verwendbarkeit ergeben, wird durch angemessene Wertabschläge Rechnung getragen. Bei den zu Nominalwerten angesetzten Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen werden erkennbare Einzelrisiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung ausreichend Rechnung getragen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden Anpassungen in den Bilanzierungsrichtlinien bei den Abschreibungen der Forderungen vorgenommen, wodurch der tatsächlichen Altersstruktur der Forderungen entsprochen wurde. Die Änderung der Bilanzierung bezieht sich darauf, dass die verkauften Forderungen, bei denen das Ausfallrisiko übergegangen ist, nicht mehr in die Ermittlung der pauschalen Wertberichtigung einbezogen werden. Hieraus ergeben sich positive Effekte in Höhe von 193 TEUR. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen bei inländischen Gesellschaften werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten ("Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck) nach der so genannten "Projected Unit Credit Methode" (PUC-Methode) ermittelt. Bei der Festlegung des lauftzeitkongruenten Rechnungszinssatzes wurde der von der Deutschen Bundesbank ermittelte und veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der letzten zehn Jahre verwendet, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Der zum Bilanzstichtag verwendete Rechnungszinssatz beträgt 1,87 % (Vj. 2,30 %). Zukünftig erwartete Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtung berücksichtigt. Dabei wird derzeit von jährlichen Anpassungen von 1,0 % (Vj. 1,0 %) bei den Renten ausgegangen. Entgeltsteigerungen werden hingegen nicht berücksichtigt (Vj. 0,0 %), weil es bei den unmittelbaren Pensionszusagen keine aktiven Anwärter mit entgeltabhängigen Pensionszusagen mehr gibt. Eine Fluktuationsrate war nicht zu berücksichtigen. Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt TEUR 516. Erfolgsauswirkungen aus der Änderung des Diskontierungssatzes werden im Finanzergebnis gezeigt. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen bei ausländischen Gesellschaften sind von untergeordneter Bedeutung und werden aus Vereinfachungsgründen nach jeweils landesspezifischen Verfahren berechnet. Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem jeweils laufzeitadäquaten Zinssatz gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung abgezinst. Im Zusammenhang mit einer Verschmelzung 1997 wurde eine Verpflichtung zur Zahlung einer Kaufpreisleibrente übernommen. Diese Rückstellung basiert ebenfalls auf einem versicherungsmathematischen Gutachten. Die Leibrente ist in Höhe von EUR 1 Mio. grundpfandrechtlich abgesichert. Die Leibrente ist in fünfjährigem Turnus entsprechend der Entwicklung des Lebenshaltungskostenindex anzupassen. Im Geschäftsjahr 2021 betrug der zurückgestellte Betrag EUR 1,0 Mio. Die Verbindlichkeiten sind mit den Erfüllungsbeträgen bilanziert. Latente Steuern Fortgeführte steuerliche Wertansätze im Anlagevermögen einer inländischen Tochtergesellschaft wurden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert. Hierauf wurden passive latente Steuern mit dem für das Geschäftsjahr geltenden Steuersatz für Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer in Höhe von insgesamt 30 % gebildet. Weiter wurden passive latente Steuern aus der Aktivierung eines Kundenvertrages im Rahmen der Aufstockung der Beteiligung im Jahr 2018 bei der mexikanische Gesellschaft Inversions GDG S.A. de C.V. gebildet. Die Aktivierung aktiver latenter Steuern, die aus Differenzen in den Jahresabschlüssen der konsolidierten Unternehmen resultieren, unterbleibt in den Jahresabschlüssen sowie im Konzern in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts. Diese aktiven latenten Steuern ergeben sich insbesondere für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Anlagegütern, Vorräten, Forderungen, Pensionsrückstellungen, sonstigen Rückstellungen und Schulden sowie für Verlustvorträge. Die Bewertungen der temporären Differenzen in den Abschlüssen der inländischen Tochtergesellschaften erfolgen mit einem Steuersatz von 17 % bzw. 30 %, die der ausländischen Tochtergesellschaften erfolgen mit den für die jeweiligen Länder geltenden Steuersätzen. Diese Steuersätze bewegten sich zwischen 19 % und 36 %. Währungsumrechnung Die Aktiv- und Passivposten der in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse wurden, mit Ausnahme des Eigenkapitals (gezeichnetes Kapital, Rücklagen, Ergebnisvortrag zu historischen Kursen zum Erstkonsolidierungszeitpunkt), zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag in Euro umgerechnet. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind zum Durchschnittskurs in Euro umgerechnet. Die sich ergebende Umrechnungsdifferenz ist innerhalb des Konzerneigenkapitals nach den Rücklagen unter dem Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" ausgewiesen. Ergebnisauswirkungen aus der Bewertung konzerninterner langfristiger Ausleihungen im Jahresabschluss eines der einbezogenen Unternehmen unter Anwendung des Imparitäts-/Realisationsprinzips gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 4 bzw. § 256a HGB werden erfolgswirksam eliminiert und in den Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" eingestellt. Erläuterungen zur Konzernbilanz Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Konzernanlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagespiegel als Anlage 1 dargestellt. Die Angaben zum Anteilsbesitz unter Angabe der Einbeziehung in den Konzernabschluss und der Beteiligung werden im Anteilsbesitz als Anlage 2 dargestellt. Aus der im Jahr 2018 durchgeführten Aufstockung der Anteile um 25% auf 100% der Tochtergesellschaft Inversiones GDG S.A. de C.V., Iztapalapa/Mexico ergab sich ein aktivischer Unterschiedsbetrag von TEUR 3.898. Dieser wird planmäßig über 6 Jahre abgeschrieben. Aus der Erstkonsolidierung der Edelmann (Beijing) Co. Ltd., Beijing/China im Jahr 2019 ergibt sich ein aktiver Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 69, dieser wird planmäßig über 6 Jahre abgeschrieben. Aus der im Geschäftsjahr 2019 durchgeführten Aufstockung der Anteile um 35% auf 100% der Tochtergesellschaft Edelmann India (P) Ltd., Chandirgarh/Indien, ergab sich ein aktivischer Unterschiedsbetrag von TEUR 3.561. Dieser wird planmäßig über 6 Jahre abgeschrieben. Aus der Kapitalkonsolidierung der zum 1. Januar 2016 neu einbezogenen Gesellschaft Edelmann Brazil ergab sich ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 4.667. Aufgrund eines Forderungsverzichts vom 28. Mai 2018 wurden die Anteile an der Edelmann Brazil von 75,00 % auf 82,76 % erhöht. Aus der Aufstockung resultierte ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 617, der im Geschäftsjahr 2018 zusammen mit dem verbleibenden Geschäfts- oder Firmenwert wertberichtigt wurde, wertberichtigt wurde. Aus der Kapitalkonsolidierung der zum 1. November 2020 erhöhten Geschäftsanteile ergab sich zum Bilanzstichtag ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 359, der planmäßig über sechs Jahre abgeschrieben wird. Aufgrund der verbessserten Ertragssituation, war eine außerplanmäßige Abschreibung nicht geboten. Im weiteren wurde im Geschäftsjahr 2018 ein Kundenstamm in Höhe von TEUR 1.784 erworben, welcher planmäßig über 6 Jahre abgeschrieben wird. Der Abschreibungszeitraum entspricht der zu erwartenden Dauer des Vorteils durch den uneingeschränkten Zugang zu Humankapital, Kundenstamm und Geschäftsbeziehungen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben allesamt eine Restlaufzeit unter einem Jahr. Eigenkapital Die Kapitalanteile entsprechen den im Jahresabschluss der Edelmann Holding GmbH & Co. KG ausgewiesenen Kapitalpositionen. In den Rücklagen sind im Wesentlichen passivische und aktivische Unterschiedsbeträge sowie Anpassungen steuerlicher Wertansätze enthalten. Zusätzlich wurden passive latente Steuern aus der Erstanwendung des BilMoG mit den Rücklagen verrechnet. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für drohende Verluste aus Verkaufskontrakten, Arbeitnehmerjubiläen und Abfindungen gebildet. Verbindlichkeitenspiegel in TEUR (Vorjahreszahlen in Klammern)
Passive latente Steuern Die passiven latenten Steuern resultieren aus der Aufstockung von Anlagevermögen bei einer inländischen Tochtergesellschaft. Der Ausweis betrifft im Wesentlichen die passiven latenten Steuern aus der Aktivierung eines Kundenvertrages aus der Aufstockung der Anteile an der mexikanischen Gesellschaft Inversiones GDG S.A. de C.V., Itzapalapa/Mexiko, sowie passive latente Steuern für unterschiedliche Wertansätze für Grundstücke und Gebäude. Sie haben sich wie folgt entwickelt:
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Von den Umsatzerlösen entfallen ca. 32 % (Vj. ca. 40 %) auf das Inland und ca. 68 % (Vj. ca. 60 %) auf das Ausland. Nach Sparten gliedern sich die Umsätze wie folgt:
Periodenfremde und außergewöhnliche Aufwendungen und Erträge In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind außergewöhnliche Aufwendungen in Höhe von TEUR 275 aus dem Konsortialfinanzierungsprozess sowie Restruktuierungs- aufwendungen in Höhe von TEUR 354 enthalten. Diese waren gleichzeitig zahlungswirksam und wurden separat in der Kapitalflussrechnung dargestellt (insgesamter Zahlungsmittelabfluss TEUR 833). Zusätzlich beinhalten die Aufwandspositionen Sonstige betrieblichen Aufwendungen (TEUR 2.415) und Personalaufwand (TEUR 2.209) Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung. Diese betreffen insbesondere die Rückstellungen einer Betriebsschließung in Höhe von TEUR 2.994 (Edelmann USA) sowie aus der Transformation eines Standortes in Höhe von TEUR 1.231 (Edelmann Frankreich). Diese waren zahlungsunwirksam und wurden wegen ihrer außerordentlichen Bedeutung und Größenordnung in der Kapitalflussrechnung (in Summe TEUR 4.624) separat dargestellt. Es wurden keine wesentlichen periodenfremden Aufwendungen und Erträge erfasst. Sonstige Angaben Geplante Änderungen im Konsolidierungskreis Im Laufe des Geschäftsjahres 2021 wurde damit begonnen den Standort Wuppertal der Edelmann Wuppertal GmbH sowie den Standort Leverkusen der Gesellschaft Edelmann Leaflet Solutions GmbH am Standort Burscheid physisch zu vereinen. Hierzu wird in den kommenden Jahren die Edelmann Leaflet Solutions GmbH in die Edelmann Wuppertal GmbH verschmolzen. Zuvor wird eine Umfirmierung der Edelmann Wuppertal GmbH auf die Edelmann Burscheid GmbH erfolgen. Außerbilanzielle Geschäfte Zur Beschaffung liquider Mittel zur Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit werden laufend Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verkauft (Factoring); zum Stichtag war ein Forderungsbestand im Nominalwert von TEUR 20.746 (Vorjahr 18.114 TEUR) verkauft. Hierdurch wird die Liquiditätssituation verbessert. Risiken ergeben sich daraus gegenwärtig keine. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die Verträge enden zwischen 2022 und 2051. Die Miet- und Leasingverträge vermindern das betriebsnotwendige Kapital gegenüber Eigeninvestitionen. Risiken verbleiben beim Vermieter oder Leasinggeber. Liquide Mittel werden freigesetzt. Gesamtbezüge der Geschäftsführung Die Mitglieder der Geschäftsführung haben im Berichtsjahr keine Bezüge erhalten. Gesamtbezüge und Rückstellungen für Pensionen und Anwartschaften ehemaliger Mitglieder der Geschäftsführung Für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung betrugen die Bezüge TEUR 65. Die Pensionsrückstellungen für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung sind in voller Höhe gebildet und belaufen sich zum 31. Dezember 2021 auf TEUR 425. Honorar des Konzernabschlussprüfers
Mitarbeiter Zum Ende des Geschäftsjahres beschäftigte Mitarbeiter:
Ereignisse nach dem Stichtag Nach Stand der Erkenntnisse bei der Erstellung des Konzernabschlusses sind keine schwerwiegenden Verluste, stark rückläufige Marktpreise, Marktumschwünge, unvorhersehbare Kostensteigerungen oder über den genannten Umfang hinausgehende Umsatzrückgänge zu erwarten, die auf die Ausbreitung der Corona-Pandemie (bzw. die Reaktion von nicht erkrankten Personen und der Politik darauf) zurückzuführen sind. Edelmann führt keinerlei unmittelbare wirtschaftliche Beziehungen zwischen Unternehmen, welche in Russland oder der Ukraine ansässig sind, wodurch keine Geld- oder Warenströme in oder aus diesen Ländern fließen. Es bestehen vor Ort keine Produktionsstätten oder Vertriebsbüros. Aus diesem Grund bestehen für die Edelmann Gruppe durch die kriegerischen Aktivitiäten in der Ukraine oder wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland keine direkten Liquiditätsrisiken.
Heidenheim, 29. Juni 2022 Edelmann Holding GmbH & Co. KG Die Geschäftsführung Petra Lange Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2021
Anteilsbesitz zum 31. Dezember 2021 gemäß § 313 Abs. 2 Nr 1 und 2 HGB
V Gemäß § 313 Abs. 2 Nr. 1 HGB in den Konzernabschluss einbezogen. N Gemäß § 296 Abs. 2 HGB nicht in die Konsolidierung einbezogen. Konzernlagebericht für 2021Grundlagen des Konzerns Edelmann ist ein Faltschachtelhersteller in Europa, mit Hauptsitz in Deutschland und Gesellschaften in Frankreich, Polen, Ungarn, Mexiko, Indien, China, Brasilien und den USA. Standorte Die Produktionsstandorte liegen in Heidenheim/Brenz, Weilheim, Bitterfeld, Wuppertal, Norderstedt, Lindau, Leverkusen, Pontoise/Frankreich, Pruszków/Polen, Zalaegerszeg/ Ungarn, Beijing/China, Iztapalapa und Maiz/Mexiko, Cachoeirinha/Brasilien, Ontario/USA und Barotiwala/Indien. Die Kernabsatzmärkte befinden sich in den genannten Ländern. Produkte Im Laufe des über 100-jährigen Bestehens hat Edelmann der Entwicklung der Verpackungsindustrie wichtige Impulse gegeben. Märkte Den Grundstein für den Erfolg legte Carl Edelmann 1913 mit dem Kauf einer Steindruckerei in Heidenheim. In den folgenden Jahrzehnten wurde kontinuierlich das Verpackungsgeschäft ausgebaut und die Wandlung von einem einfachen Faltschachtelhersteller zu einem Hersteller hochwertiger Verpackungen für Pharma und Premium vorangetrieben. Im Bereich Pharma liegt der Schwerpunkt bei verschreibungspflichtigen Medikamenten mit hohen Ansprüchen an Fälschungssicherheit und Rückverfolgbarkeit bis hin zur Serialisierung der Produkte. Die Kundenbasis ist hier global aufgestellt. Premium als Ganzes reicht vom lokalen Food und non-Food Markt für Faltschachteln bis zur hochwertigen Verpackungslösung für edle Parfums über die ebenfalls global organisierte Markenwelt der Kosmetikhersteller. F&E Edelmann integriert innovative technologische Konzepte, um die Stärken der digitalen Kommunikation in der Verpackung hervorzuheben. So werden Produktinformationen via Bewegtbild in die Faltschachtel integrierter Mini-Screens oder Near Field Communication (NFC) dem Verbraucher angezeigt. Die Rolle des Markenbotschafters Verpackung definiert sich hierdurch neu und Edelmann gestaltet die Prozesse dafür aktiv mit. Stakeholder Der Dialog mit unseren Stakeholdern gehört zu den zentralen Aufgaben der Geschäftsführung. Der Fokus der Aktivitäten liegt dabei auf den nachfolgend aufgeführten Gruppen, die in die Entscheidungen der Edelmann-Gruppe unterschiedlich intensiv einbezogen sind. Mit ihnen stehen wir im direkten Kontakt und orientieren uns in der Weiterentwicklung unseres Unternehmens an ihren Anforderungen und Bedürfnissen. Die wichtigsten Gruppen sind:
Darüber hinaus pflegt Edelmann den Austausch mit Regierungen/Behörden, Arbeitgeber- und -nehmerverbänden, Verbänden und Medien. Steuerung der Unternehmensgruppe Als wesentliche Steuerungskennzahlen der Gruppe werden Umsatzerlöse, das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) sowie die Investitionstätigkeit herangezogen. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Aktuelle globale Situation Für den relevanten Verpackungsmarkt war ein konjunkturgetriebenes Wachstum zu versprüren, dessen Dynamik sich langfristig abschwächen wird. Die Segmente Health Care und Beauty Care wachsen global mit über 4,0% (CAGR 2018-2023), Consumer Brand mit rd. 2,5% (CAGR 2018-2023) weltweit. Relevante Wachstumsmärkte sind insbesondere China, Indien und Polen. Die Präsenz von Edelmann in diesen Märkten eröffnet wesentliche Chancen. Vor dem Hintergrund des konjunkturgetriebenen Wachstums wird bis 2023 ein weiterer Anstieg des Kartonverpackungsmarkts erwartet, wenn auch mit nachlassender Dynamik (CAGR 2018-23: 2,8%). Das Wachstum differiert stark nach Region - insb. Mittel-/Osteuropa profitiert vom Produktionsaufbau; Asien wird durch den Bevölkerungs- und Wohlstandsanstieg, der Konsum fördert, getrieben. Die westlichen Märkte stagnieren weitgehend (1,1% CAGR). Der Zielmarkt Consumer Brands wächst bis 2023 (je nach Subsegment) um 2-3% p.a. Vergleichsweise stark steigt der Absatz im Bereich Health Care, insbesondere getrieben durch Selbstmedikation (4,8%). Die Marktkonsolidierung v.a. bei Fast Moving Consumer Goods-Konzernen erhöht die Kunden-Verhandlungsmacht - Folge: steigender Preisdruck. Große Wettbewerber wie WestRock können international bedienen. Die Befragung externer Marktexperten zeigt, dass Edelmann eine starke Marktstellung hat. Die Peer Group liegt insgesamt sehr nah beieinander. Hauptwettbewerber sind WestRock und Autajon. Aktuelle Situation Deutschland Das statistische Bundesamt veröffentlichte für das Jahr 2021 einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes für den wichtigen Inlandsmarkt Deutschland in Höhe von 2,7%. Die Verpackungsproduzenten konnten eine zunehmende Erholung der COVID-19 Pandemie feststellen. Die Beschränkungen für Geschäfte und Duty-Free Shops wurden weiter zurückgefahren, wodurch steigende Umsätze bei den Industriekunden verzeichnet wurden. Die deutsche Papierverpackungsindustrie verzeichnete vor der COVID-19 Pandemie einen Wachstumsrückgang in der Wertschöpfung, welcher durch diese weiter verschärft wurde. Im Vorfeld der Pandemie führte ein Überangebot zu einem hohen Preisdruck, der sich in einzelnen Verpackungssegmenten verstärkte. Auswirkungen der Covid 19 Pandemie Die Ausbreitung des Corona-Virus (SARS-CoV-2) stellt die Branche vor große und bislang nicht gekannte Herausforderungen. Nachdem das Virus im Dezember 2019 in China zum ersten Mal beobachtet wurde, hat es sich weltweit im Jahr 2020 ausgebreitet. Zur Eindämmung des Virus wurden in vielen Ländern weitreichende gesundheitspolitische Gegenmaßnahmen getroffen, welche die sozialen Kontakte stark einschränken. Die wirtschaftlichen Folgen auf das Konsumentenverhalten, die Weltwirtschaft im Allgemeinen und die Branche insbesondere sind auch für das Jahr 2022 schwer zuverlässig einzuschätzen, wobei jedoch von einer zunehmenden Erholung ausgegangen werden kann. Die Nachfrage nach Luxusartikeln erhöht sich wieder zunehmend, während Hygieneartikel sowie Produkte des täglichen Bedarfs stabil nachgefragt werden. Die Nachfrage nach Verpackungen aus dem Gesundheitswesen verhielt sich uneinheitlich. Während akute Medikamente unvermindert benötigt werden und auch der Markt für Health-Care-Produkte sowie freiverkäufliche Medizinprodukte steigt. Im Zuge der Pandemie ergeben sich höhere Schwankungen im Nachfrageverhalten der Verpackungskunden. Gedämpft werden die Absatzzahlen durch weltweit anhaltende Probleme innerhalb der Lieferketten in Folge der Covid 19 Pandemie. Besonders die auf dem Markt herrschende Nachfrage nach Verpackungskarton übersteigt das Angebot bei weitem, wodurch nur bedingt Lieferkontingente zur Verfügung stehen. Hierdurch wird ein potenzielles Absatzwachstum auf der Vertriebsseite gebremst. Gleichzeitig weitet sich der Nachfrageüberhang auch auf weitere industrielle Güter aus, wobei unter anderem die Strom- und Energiepreise signifikant steigen. Hier ist ein Anstieg der Erdgaspreise seit Mitte des Jahres 2021 festzustellen. Dies kann besonders in den energieintensiven Lieferketten der Faltschachtelherstellung beobachtet werden, wobei Energiekostensteigerungen bei den Lieferanten sowie in der eigenen Produktion festgestellt werden. In Bezug auf diese Entwicklung ist für das Jahr 2022 keine Entspannung zu erwarten, da durch zusätzliche kriegerische Aktivitäten in Osteuropa die Energieproduktion angebotsseitig abnehmen kann. Ertragslage Umsatzentwicklung Unser Ziel für das Geschäftsjahr 2021, Umsatzerlöse in Höhe von 299,6 Mio. EUR zu erreichen, haben wir knapp verfehlt. Der Umsatz in 2021 liegt mit 295,0 Mio. EUR 10,0 Mio. EUR oder 3,5 % über dem Vorjahr. Der Umsatzanstieg ist zum einen auf die zunehmenden Lockerungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie in 2021 zurückzuführen. Zum Anderen basiert der auf einem Mehrjahresvertrag mit einem Kunden aus dem Fast Moving Consumer Goods Segment in Mexiko. Ergebnisentwicklung Das Geschäftsjahr 2021 war für Edelmann geprägt durch die Fortführung der Neuausrichtungen und Transformationen in mehreren Werken. Bereits in 2019 wurde mit einer Neuausrichtung und Transformation des Konzerns begonnen, dessen wesentliche Elemente die kontinuierliche Überarbeitung von Unternehmensabläufen mit dem Ziel eines verbesserten Kundenmanagements darstellen. Die hierfür erforderliche Transparenz wird durch die schrittweise Erweiterung des ERP-Systems des Mutterhauses geschaffen. Darüber hinaus werden Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz der Werke eingeleitet. Aufgrund steigender Rohmaterialpreise und den pandemiebedingten Marktgegebenheiten konnten die Unternehmenskennzahlen jedoch nicht verbessert werden. Es wurden im Laufe des Geschäftsjahres rasant steigende Inputkosten verzeichnet (Karton, Papier, Paletten, Farben & Lacke, etc.). Diese Kostensteigerungen konnten nur mit zeitlichem Verzug an die Kunden weitergegeben werden, wodurch die Unternehmenskennzahlen zunehmend belastet wurden. Weiter wird das Ergebnis maßgeblich durch Entwicklungen in den USA negativ beeinflusst. Aufgrund der Pandemie sowie der Materialverknappung ist es nicht gelungen das angestrebte Wachstum zu erzielen. Gleichwohl entspringt ein Teil der Ergebnisminderung aus der Transformation des Standortes Frankreich. All die oben beschriebenen Effekte mindern das Ergebnis signifikant. Im Jahr 2021 wurde die Inbetriebnahme eines neu bezogenen Werkes in Burscheid vorbereitet. Dieser Standort soll langfristig die bisherigen Werke in Wuppertal und Leverkusen vereinen, wodurch Synergieeffekte geschaffen werden. Entsprechende erfolgreiche Kundenauditierungen wurden hierzu bereits im laufenden Geschäftsjahr abgeschlossen. Ein Produktionsbeginn ist für das Geschäftsjahr 2022 vorgesehen. In Mexiko wurde der Hochlauf des neubezogenen, zweiten Werkes im Land, das aufgrund des vertraglich abgesicherten Wachstums mit einem Kunden aus dem Segment der Fast Moving Consumer Goods notwendig wurde, abgeschlossen. Gleichzeitig konnte durch weiteres Wachstum in den vergangenen Jahren der erste Standort in Mexiko durch die Hinzunahme anliegender Flächen erweitert werden. Der französische Standort Edelmann France La Spic wurde im Laufe des Geschäftsjahres weg von einer Produktionsstätte hin zu einem Druckabnahmestudio transformiert. Hierdurch soll die Effizienz der europäischen Standorte gesteigert und die Qualität sowie die Kundenbeziehungen verbessert werden. Im Zusammenhang mit der Neuausrichtung des operativen Geschäfts in den USA wurde die Schließung des Werkes beschlossen. Die Pandemie hat die amerikanische Gesellschaft in besonderem Maße getroffen, weil das Produktportfolio stärker als in anderen Gesellschaften abhängig ist von Luxusartikeln. Darüber hinaus sind die die Aussichten aufgrund knapper Materialverfügbarkeit besonders für jene Unternehmen unattraktiv, welche vor Ort ein geringeres Marktvolumen besitzen. Die Schließung des Standortes gliedert sich somit in die Unternehmensstrategie ein, wozu jene Marktsegmente und Lokationen fokussiert werden, welche eine größtmögliche Profitabilität aufweisen. Die Schließung des Standortes soll zum großen Teil im Laufe des 1. Halbjahres 2022 abgeschlossen sein. Um den Transformationsprozess Frankreich und die Werksschließung USA in 2022 abzuschließen, wurden bereits im Geschäftsjahr 2021 Rückstellungen für Restrukturierungskosten in Höhe von 4,9 Mio. EUR gebildet. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind von 8,7 Mio. EUR auf 6,9 Mio. EUR zurückgegangen, was besonders auf negative Wechselkursentwicklungen zurückzuführen ist. Die sonstigen betrieblichen Aufwendung verringerten sich um 0,4 Mio. EUR auf 64,0 Mio. EUR. Die Steuern aus Einkommen und Ertrag erhöhten sich im Geschäftsjahr von 1,5 Mio. EUR auf 3,1 Mio. EUR, was besonders auf Gewinne im Ausland und latente Steuern zurückzuführen ist. Das budgetierte Ergebnis konnte durch diese Gegebenheiten im Geschäftsjahr 2021 nicht erreicht werden. Die Umsatzrentabilität (Jahresergebnis vor Steuern / Umsatzerlöse) des Konzerns liegt im Geschäftsjahr 2021 bei -2,3 % und somit unter dem Vorjahresniveau von -0,3 %. Die Ertragslage wurde im Wesentlichen durch steigende Rohstoffpreise beeinflusst, welche sich besonders mit Beginn des dritten Quartals intensivierten. Preiserhöhungen auf der Absatzseite wurden umgesetzt, wobei sich diese Effekte frühestens ab Januar 2022 bemerkbar machen werden. Das EBITDA verschlechterte sich von 15,0 Mio. EUR im Vorjahr auf 9,9 Mio. EUR im laufenden Geschäftsjahr. Die Prognose des Vorjahres, ein EBITDA in Höhe von 23,4 Mio. EUR zu erzielen, wurde deutlich verfehlt. Der Konzernjahresfehlbetrag ist von 2,9 Mio. EUR im Vorjahr auf 9,9 Mio. EUR gestiegen. Die Prognose des Vorjahres, eine Jahresüberschüss von 5,4 Mio. EUR zu erzielen, wurden deutlich verfehlt. Aufgrund der anspruchsvollen Rahmenbedingungen mit signifikanten Verwerfungen auf den Beschaffungsmärkten, der Corona-Pandemie sowie der eintretenden Kostensteigerungen ist die Geschäftsführung mit der Unternehmensentwicklung im Jahr 2021 zufrieden, auch wenn das Ergebnis (EBITDA) selbst nicht zufriedenstellend ist. Im Jahr 2021 wurden zu Lasten des Jahresergebnisses wesentliche Weichen gestellt, die die Ertragslage langfristig und nachhaltig verbessern werden. Auf Basis dieser Weichenstellungen blickt die Geschäftsführung positiv in die Zukunft. Finanzlage Die Ergebnisentwicklung in den Vorjahren war unbefriedigend. Aus diesem Grund wurde in 2019 die eben beschriebene Neuausrichtung und Transformation des Konzerns eingeleitet, welche in 2020 und 2021 fortgeführt wurde. Der Weg der Unternehmenstransformation folgt einem Plan bis 2022. Die Neuausrichtung der Unternehmensgruppe wurde dem deutschen und ungarischen Finanziererkreis vorgestellt mit dem Ergebnis, dass alle beteiligten Finanzierungspartner das Transformationskonzept unterstützen. Aufgrund exogener Einflussfaktoren wie 2021 auftretenden Engpässen in den Lieferketten und der länger anhaltenden Pandemie hat das Unternehmen gemeinsam mit dem deutschen Finanziererkreis einvernehmlich eine Verlängerung der Unternehmenstransformation bis 2023 beschlossen. Der Konzern war im Geschäftsjahr 2021 jederzeit in der Lage seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Investitionen Die Investitionen im Geschäftsjahr betrugen für immaterielle Vermögensgegenstände 0,7 Mio. EUR und für Sachanlagen 8,5 Mio. EUR. Die Investitionen für die immateriellen Vermögensgegenstände in Höhe von 0,7 Mio. EUR resultieren im Wesentlichen aus der Einführung eines ERP-Systems. Die Investitionen in Sachanlagen betrugen ca. 8,5 Mio. EUR. Hierin enthalten sind Investitionen in Einrichtungen und Maschinen. Hierbei wurden in Mexiko (2,0 Mio.EUR), in Ungarn (1,2 Mio. EUR) und in den übrigen Lokationen (5,3 Mio. EUR) in den Druck- und Weiterverarbeitungsbereich investiert. Liquidität Die Edelmann GmbH steuert das Finanzmanagement für die Gruppe zentral aus Heidenheim. Die Zielsetzung des Finanzmanagements ist es, den Finanzbedarf des Unternehmens effizient und kostengünstig zu gewährleisten. Per 31. Dezember 2021 bestanden zugesagte Kreditlinien in Deutschland in Höhe von rd. 64 Mio. EUR zuzüglich kleinerer ausländischer Linien. Per Ende des Jahres waren hiervon 5,4 Mio. EUR nicht ausgenutzt. Bezüglich der Liquiditätsrisiken im Prognosezeitraum verweisen wir auf die Risikoberichterstattung zu den Liquiditätsrisiken. Vermögenslage Die Bilanzsumme reduzierte sich geringfügig gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Mio. EUR. Die liquiden Mittel verringerten sich zum Bilanzstichtag um 6,2 Mio. EUR auf 5,4 Mio. EUR (Vj. 11,5 Mio. EUR). Die Vorräte erhöhten sich um 5,9 Mio. EUR auf 39,8 Mio. EUR (Vj. 34,0 Mio. EUR), was besonders auf die Preiserhöhungen im zweiten Quartal des Geschäftsjahres zurückzuführen ist. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen um 1,9 Mio. EUR auf 23,6 Mio. EUR was auf die im Verhältnis zum Vorjahresmonat höheren Umsatzerlöse im Dezember 2021 zurückzuführen ist. Die aktiven Rechnungsabregnzungsposten erhöhten sich um 1,1 Mio. EUR auf 1,5 Mio. EUR. Die Finanzierung des Vermögens erfolgt zu ca. 5% mit Eigenkapital und zu ca. 95% mit Fremdkapital. Das Eigenkapital verringerte sich um 7,9 Mio. EUR aufgrund eines negativen Konzernjahresergebnisses von 9,9 Mio. EUR, was im Wesentlichen auf die steigenden Inputfaktoren und die sonstigen Rückstellungen zurückzuführen ist. Dem entgegen stehen positive Eigenkapitaldifferenzen aus der Währungsumrechnung in Höhe von 1,9 Mio. EUR. Die Währungsdifferenzen im Eigenkapital sind beeinflusst durch die Korrektur von Wechselkurseffekten aus der Umrechnung von konzerninternen Darlehen sowie aus der Umrechnung von nicht in Euro lautender Jahresabschlüsse der konsolidierten Gesellschaften. Die sonstigen Rückstellungen sind mit 13,3 Mio. EUR höher als im Vorjahr (10,2 Mio. EUR). Der Anstieg begründet sich in Rückstellungen für Restrukturierungskosten in Frankreich und den USA in Höhe von 4,7 Mio. EUR, welche im Laufe des Geschäftsjahres gebildet wurden. Von den Bankverbindlichkeiten in Höhe von 60,9 Mio. EUR wurden 60,1 Mio. EUR in der Konzernwährung EUR aufgenommen (Deutschland, Ungarn) und 0,8 Mio. EUR in Fremdwährung (Brasilien, Ungarn). Die Geschäftsentwicklung 2021 verlief aus unserer Sicht aufgrund der steigenden Preise für Inputfaktoren und der Bildung der sonstigen Rückstellungen insgesamt ungünstig. Das Geschäftsjahr 2021 führte trotz des moderaten Umsatzwachstums um 3,5 % bzw. um 9,9 Mio EUR aber aufgrund der korrespondierenden überproportionalen Erhöhung der Materialaufwendungen um 8,1 Mio. EUR, der Erhöhung der Personalaufwendungen um 4,5 Mio. EUR sowie der Reduktion des Saldos der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen um 1,4 Mio. EUR zur Verschlechterung des EBITDA um 5,1 Mio. EUR auf 9,9 Mio. EUR. Mitarbeiter Zum Jahresende 2021 lag die Zahl der Beschäftigten bei Edelmann weltweit bei 2.991 Mitarbeitern. Davon arbeiteten 1.124 in Deutschland; 1.867 waren an Standorten im Ausland tätig. Dies entspricht einem Anteil für Deutschland von 37,6 % (Vorjahr 40,6 %). In allen Werken erfordern insbesondere die unternehmensspezifischen Produktionsprozesse hochqualifizierte Mitarbeiter. Während in Deutschland der Treiber für die Fokussierung auf die Aus- und Weiterbildung im Haus der demografische Wandel ist, ergeben sich ähnliche Anforderungen im Ausland schlichtweg aufgrund der fehlenden gleichwertigen Qualifikation am Markt. Generell entsteht durch die hausinterne Ausbildung eine enge Bindung der Mitarbeiter an Edelmann. Um auf kurzfristige Änderungen der Kapazitätsauslastung schnell reagieren zu können, werden Möglichkeiten des Personalmanagements wie beispielhaft die kurzfristige Flexibilität von Arbeitszeiten genutzt. Nachhaltigkeit Umwelt- und Qualitätsmanagement Der Maßstab unseres Handelns ist die Zufriedenheit unserer Kunden. Der verantwortungsvolle Umgang mit den Ressourcen beruht auf einem gemeinsamen Verständnis. Wir unterstützen sie mit Verpackungsentwicklungen aus dem ökologischen Material Karton, mit Produktionstechnologien, die Abfälle und energieintensive Arbeitsschritte reduzieren sollen. Mit unseren Investitionen halten wir dafür unseren Maschinenpark auf aktuellem Stand. Damit einher geht eine Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter, die einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung und Weiterentwicklung innovativer Lösungen leisten. Ergebnis ist unser High Q Packaging: Verpackungen mit dem Edelmann-Qualitätsstandard, und das von einem unabhängigen und dauerhaft verlässlichen Partner. Karton & Image Das Basismaterial für die Herstellung von Verpackungen bei Edelmann ist Karton. Das verspricht nicht nur eine bessere ökologische Bilanz, da wir auf einen Packstoff setzen, der biologisch abbaubar und wiederverwertbar ist. Karton wird nach Ansicht der Gesellschaft von den Verbrauchern auch als ein umweltfreundliches Verpackungsmaterial wahrgenommen. Auf Basis der Dialoge mit Kunden sind wir überzeugt, dass Kartonverpackungen im Gegensatz zu anderen Substraten ein wirkungsvoller Vermittler für den Imagetransfer in Sachen Nachhaltigkeit darstellen. Qualitätssicherung und Umweltschutz haben Tradition Seit Jahrzehnten beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema Qualitätssicherung. In dieser Zeit haben wir die Entwicklung von der herkömmlichen Qualitätskontrolle zum ganzheitlichen Qualitätsmanagementsystem vollzogen. Wir haben uns dazu verpflichtet, nicht nur das Qualitätsniveau unserer Leistungen zu erhalten, sondern dieses ständig zu verbessern. Dazu gehören im Wesentlichen die internationalen Richtlinien "Good Manufacturing Practises" und die DIN EN ISO 9001. Unser Qualitätsmanagement ist darüber hinaus wichtige Grundlage für nachhaltige Umweltschutz-Maßnahmen. Dies äußert sich im Einsatz umweltschonender und -verträglicher Roh- und Hilfsstoffe, der ressourcenschonenden Produktion bei gleichzeitigem Einsatz erneuerbarer Energien. Denn eine nachhaltige Unternehmensführung und Produktion setzt unter anderem festgeschriebene wie auch nachvollziehbare Prozesse voraus. Risikobericht Das unternehmerische Handeln im nationalen und internationalen Umfeld setzt Edelmann einer Vielzahl von Risiken aus. Der Erfolg des Unternehmens wird wesentlich durch das frühzeitige Erkennen dieser Risiken sowie einen bewussten Umgang mit ihnen beeinflusst. Durch das implementierte Risikomanagementsystem (RMS) wird ein vorausschauendes Handeln sichergestellt. Die Identifizierung und transparente Darstellung der Risiken sowie die getroffenen Steuerungsmaßnahmen sind die Basis für die langfristige Sicherung der Unternehmenspolitik und erfolgreiche Weiterentwicklung in der Zukunft. Die Risikopolitik ist an die Geschäftsstrategie angepasst. In ihrem Rahmen werden kontinuierlich Vorkehrungen getroffen, um Risiken möglichst zu erkennen und zu vermeiden oder zu minimieren. Die Risikostruktur setzt sich zusammen aus branchenspezifischen Risiken, die die Mitbewerber in den jeweiligen Geschäftsfeldern gleichermaßen betreffen und aus individuellen Risiken des Unternehmens. Generell ist festzuhalten, dass die branchenspezifischen Risiken überwiegen, teilweise durch höhere Werte, teilweise wegen der geringeren Möglichkeiten, durch Kontroll- und Steuerungsmaßnahmen kompensierend zu wirken. Der Risikobericht betrifft sowohl die Edelmann GmbH als auch die in- und ausländischen Tochterunternehmen und ist somit für den Konzern gültig. Risiken und Chancen werden grundsätzlich absteigend in ihrer Bedeutung dargestellt und, sofern möglich, quantifiziert. Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems (RMS) Unter Risikomanagement versteht Edelmann nachvollziehbare und systematische Vorgehensweisen zur Identifizierung, Bewertung, Überwachung und Steuerung von potenziellen Risiken sowie die Auswahl und Umsetzung von Maßnahmen zur Risikohandhabung und Risikoverringerung. Edelmann hat ein RMS implementiert, um Risiken frühzeitig erkennen und in Abwägung mit den entsprechenden Chancen beurteilen, minimieren und steuern zu können. Das RMS der Edelmann-Gruppe ist in die allgemeine Unternehmenssteuerung integriert und setzt sich im Wesentlichen aus folgenden Elementen zusammen:
Diese Bestandteile des Risikomanagementsystems dienen der Steuerung und Überwachung der Geschäftsprozesse. Darüber hinaus nutzt die Konzernleitung ihre umfassenden Kenntnisse der Märkte. Diese beruhen insbesondere auf langjährigen Kontakten zu Kunden, Lieferanten und Verbänden. Beim IMS liegt ein besonderes Augenmerk auf den Themen Sicherheit, Qualität der Produkte und Leistungen sowie betrieblicher Umweltschutz. Im Rahmen der Prozessdarstellung werden die jeweiligen Prozessschritte mit ihren Qualitäts-, Umwelt- und Sicherheitskriterien, den operativen Zielen und etwaigen Schnittstellen dargestellt und allgemeingültig beschrieben. Durch laufende Anpassungen an die Veränderungen des Marktes und kontinuierliche Verbesserungen der Prozesse sowie des betrieblichen Umweltschutzes und der Sicherheit wird das IMS ständig weiterentwickelt. Ergänzend zum IMS werden mögliche Kontrollen zur Risikoabdeckung definiert: Die Prozessorganisation, Prozessrisiken und -kontrollen werden durch die jeweiligen Einheiten evaluiert und auf die lokalen Gegebenheiten angepasst. Es handelt sich hierbei um einen fortgesetzten und dauerhaften Prozess mit mehreren Schritten, durch den die Beherrschung der Aktivitäten in der Gruppe und die Ausübung der internen Kontrollen kontinuierlich verbessert werden soll. Auf der Basis des oben dargestellten umfassenden und in die allgemeinen Unternehmensabläufe integrierten Risikomanagementsystems identifiziert und bewertet Edelmann die verschiedenen strategischen und operativen Chancen und Risiken. Ziel ist die Sicherstellung einer nachhaltigen positiven Unternehmensentwicklung. Das Risikomanagementsystem dient insbesondere dazu, mögliche Gefahren für die Erreichung der Unternehmensziele bereits im Vorfeld zu minimieren. Hierbei werden alle im jeweiligen Geschäftsfeld liegenden Chancen sachgerecht gegen Gefahrenpotenziale abgewogen, aufgrund der Analyse bewertet und entsprechende Maßnahmen identifiziert und umgesetzt. Wesentliche Datengrundlage des Edelmann Risikomanagements ist das monatliche Berichtswesen, das detailliert sämtliche Umsatzpositionen, Aufwandsarten und Vermögens- und Finanzierungskomponenten quantitativ und qualitativ darstellt. Die einzelnen Positionen werden mit der Planung und dem Vorjahr abgeglichen und einem Soll-Ist bzw. Ist-Vorjahres-Vergleich unterzogen. Etwaige Abweichungen werden analysiert und kommentiert. Dadurch wird eine regelmäßige und frühzeitige Information über maßgebliche Risiken, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens wesentlich beeinflussen, gewährleistet. Die Risikoüberwachung und -steuerung wird bei Edelmann grundsätzlich auf Geschäftsführungsebene ausgeübt. Im Einzelnen werden für alle relevanten Risiken Verantwortliche festgelegt. Dabei hängt die hierarchische Ebene der Verantwortlichkeit von der Bedeutung des jeweiligen Risikos ab. Einsatz von IT-Systemen Die Erfassung buchhalterischer Vorgänge erfolgt bei den einzelnen Konzernunternehmen der Edelmann durch lokale Buchhaltungssysteme. Die lokalen Abschlüsse sowie die Abschlüsse für Konzernabschlusszwecke werden durch Meldung der einzelnen Konzernunternehmen an die Zentrale übermittelt. Hierbei ist zu unterscheiden, dass für die Gesellschaften, die an SAP angeschlossen sind, die Daten über eine Schnittstelle hochgeladen werden. Für Gesellschaften, die ein anderes Buchhaltungssystem haben, werden Berichte verfasst, die dann in das Konsolidierungssystem hochgeladen werden. Die gemeldeten Abschlüsse werden erfasst und gespeichert, sodass dort alle relevanten Informationen in einer umfangreichen Datenbank im SAP verfügbar sind. Mit Hilfe dieses Informationssystems wird anhand der einzelnen Abschlüsse und nachfolgender Konsolidierungsvorgänge der Konzernabschluss erstellt. Ferner sind in diesem Informationssystem systemintegrierte Kontrollen und Validierungen implementiert. Einzelrisiken Liquiditätsrisiken Im Laufe des Jahres 2019 verschärfte sich die angespannte Liquiditätssituation des Konzerns. Vor diesem Hintergrund wurde die Firma Andersch AG, Frankfurt am Main, beauftragt für die Edelmann Gruppe (Edelmann GmbH und Tochtergesellschaften) ein Zukunftskonzept mit gutachterlicher Aussage zur Sanierungsfähigkeit zu erstellen. Dieses Gutachten sollte den Anforderungen des IDW S 6 entsprechen. Hintergrund war die nachlassende Ertragskraft in Kombination mit einem zusätzlichen hohen Mittelbedarf aus anorganischem Unternehmenswachstum, der zu diesem Zeitpunkt nicht von dem derzeit zur Verfügung stehenden Eigen- und Fremdkapital gedeckt war. Das vorgelegte Zukunftskonzept einschließlich gutachterlicher Stellungnahme zur Sanierungsfähigkeit (Gutachten im Sinne des IDW S6 der Firma Andersch AG) inklusive des Addendums vom 8. April 2022 sieht die Fortführungsfähigkeit der Edelmann Gruppe gegeben, sofern die vorhandenen Kredite aufrechterhalten werden und damit die Zahlungsfähigkeit aufrechterhalten werden kann. Für den Fall einer erfolgreichen Umsetzung der operativen und strategischen Maßnahmen hat die gutachterliche Stellungnahme eine nachhaltige Wettbewerbs- und Renditefähigkeit bescheinigt. Die gutachterliche Stellungnahme beinhaltet umfangreiche Annahmen und Prämissen. Mit Datum vom 24. Juli 2020 wurde ein Konsortialkreditvertrag für revolvierende sowie langfristige Kredite in Höhe von EUR 64.422.856,00 zwischen verschiedenen Konzernunternehmen und verschiedenen finanzierenden Banken geschlossen. Dieser Konsortialkreditvertrag hatte eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2022. Ab dem 31. März 2022 waren planmäßige Tilgungen geplant. Mit Datum vom 24. Juni 2022 wurde die Laufzeit des Konsortialkreditvertrag um ein weiteres Jahr bis zum 31. Dezember 2023 verlängert. Die ursprünglich ab dem 31. März 2022 geplanten Tilgungen wurden verschoben und beginnen ab dem 30. September 2022. Hintergrund für die Verschiebung der planmäßigen Tilgungen sind die signifkanten Preissteigerungen auf dem Rohstoffmartk, die nur zeitverzögert an die Kunden weitergegeben werden können. Insgesamt setzt die Fortführung der Unternehmenstätigkeit die Aufrechterhaltung der bestehenden Kredite im Rahmen des Konsortialkreditvertrages zwischen der Edelmann GmbH und weiteren Konzernunternehmen und verschiedenen finanzieren den Banken zur Sicherung der Liquidität, das Eintreten der im Sanierungsgutachten (inkl. Addendum) enthaltenen Annahmen und Prämissen sowie die Umsetzung von bzw. die Fortführung der teilweise eingeleiteten operativen und strategischen Maßnahmen im Konzern voraus. Wesentliche Maßnahmen sind insbesondere die Reduktion des Materialaufwandes, die Optimierung der Fertigungseffizienz, die Optimierung der Kundenprofitabilität, die erfolgreiche Abwicklung des USA Geschäftes (Edelmann USA Inc., Ontario/USA) sowie die erfolgreiche Entwicklung der im Januar 2019 von der Elanders AB, Mölndal/ Schweden, erworbenen Beteiligung in China (Edelmann (Beijing) Co. Ltd, Beijing/ China, (vormals: Elanders (Beijing) Printing Co. Ltd., Beijing/China). Weiterhin sind die im Geschäftsjahr 2021 neu eingeleitete Zusammenlegung der Standorte Wuppertal und Burscheid, die Weitergabe der Preissteigerungen an die Kunden sowie die langfristige Sicherung der Energiepreise umzusetzen. Sollten die Maßnahmen nicht oder nur teilweise umgesetzt werden beziehungsweise nicht oder nur teilweise liquiditätswirksam beziehungsweise ertragswirksam werden, ist die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit nur durch die Zurverfügungstellung von weiterem Fremd- oder Eigenkapital gegeben. Inbsesondere vor dem Hintergrund einer möglichen weiteren negativen wirtschaftlichen Entwicklung durch die Covid 19 Pandemie, weitere Energie- und Rohstoffpreissteigerungen sowie die anhaltende Inflation, kann dies nicht ausgeschlossen werden. Die operativen und strategischen Maßnahmen wurden im Geschäftsjahr 2020 entsprechend dem Zukunftskonzept eingeleitet und im Geschäftsjahr 2021 fortgesetzt bzw. weiterentwickelt. So konnte insbesondere die Entwicklung der Edelmann (Beijing) Co. Ltd, Beijing/China, planmäßig fortgeführt werden. Aufgrund des aktuellen Materialengpases in Verbindung mit einhergehenden Preiserhöhungen konnte der ursprünglich forcierte Turnaround zur Optimierung des Werkes USA nicht realisiert werden. Vielmehr hat sich die Geschäftsführung im Geschäftsjahr entschieden, den Standort zu schließen um weitere Verluste aus dem USA Geschäft zu minimieren. Der zeitliche Verzug zwischen signfikant gestiegenen Inputkosten sowie der Weitergabe an den Kunden belastet die Liquiditätssituation zusätzlich, was sich besonders seit Q3 2021 intensivierte. Entsprechende Erholungen konnten seit Q1 2022 beobachtet werden. In Zusammenarbeit mit der Andersch AG wurde die gutacherliche Stellungnahme anhand der neuen Begebenheiten auf dem Beschaffungsmarkt angepasst . Edelmann führt keinerlei unmittelbare wirtschaftliche Beziehungen zwischen Unternehmen, welche in Russland oder der Ukraine ansässig sind, wodurch keine Geld- oder Warenströme in oder aus diesen Ländern fließen. Es bestehen vor Ort keine Produktionsstätten oder Vertriebsbüros. Aus diesem Grund entstehen für die Edelmann Gruppe durch die kriegerischen Aktivitiäten in der Ukraine oder wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland keine direkten Liquidiätstrisiken. Daraus entsehende mittelbare Auswirkungen (z.B. Anstieg der Energiepreise) konnte mit langfristigen Lieferverträge mit festen Preisvereinbarungen abgesichert werden. Absatzrisiken Das Edelmann Geschäft ist geographisch und produktseitig breit aufgestellt, eine wesentliche Abhängigkeit von einem bestimmten Teilsegment besteht nicht. Das größte Segment mit einheitlichem Marktverhalten (Haarfärbemittel Europa) erzielt knapp 6 % des Konzernumsatzes. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Absatz- oder Umsatzzahlen dieser oder aller von Edelmann bearbeiteten Teilsegmente gleichzeitig einbrechen, wird als gering eingeschätzt. Die Vergangenheit hat aber auch bei Edelmann, wie in vielen anderen breit aufgestellten Unternehmen gezeigt, dass ein massiver Konjunktureinbruch die Grenzen der Belastbarkeit erreichen kann. In den einzelnen Teilsegmenten besteht ein spezifisches Risikopotenzial. Einflussfaktoren können hierbei solche sein wie kundenseitige Marktkonzentration (Zahnpasta und Food), Witterung (Pharma), politische Vorgaben (US-Exportkunden in Mexiko) oder auch generelles Konsum- und Konjunkturklima (Kosmetik). Rohstoff- und Beschaffungsrisiken Diese Risikoklasse betrifft die Verfügbarkeit von zu beziehenden Waren und Dienstleistungen. Durch unser laufendes Lieferantenkontrollverfahren wird eine gleichbleibend hohe Qualität sichergestellt. Infolge des globalen Pandemiegeschehens konnte ein Angebotsrückgang beobachtet werden, wodurch die Lieferketten unterbrochen wurden. Hinzu kommen vereinzelte Insolvenzen von Kartonherstellern, welche die Beschaffungslage weiter erschweren. Das verringerte Angebot trifft auf eine steigende Nachfrage, wodurch zunehmend Preissteigerungen zu verzeichnen sind. Edelmann begegnet diesen Lieferengpässen mit einer engen Verzahnung mit den wesentlichen Lieferanten auf möglichst vielen Hierarchieebenen und dem Versuch eigene internationale Lieferwege zu etablieren, wozu bspw. der Import aus Asien zählt. Hauptrisiken im Herstellungsprozess sind mittelfristig schwer vorhersehbare Kartonpreise. Darüber hinaus bestehen Risiken für die Material- und Energiekosten, welche besonders durch eine bereits vorhandene Knappheit und eine Verschärfung kriegerischer Aktivitäten in Osteuropa gestiegen sind. Auch die finanzielle Stabilität wichtiger Lieferanten und die anhaltende Konzentration bei den Kartonherstellern stehen im Fokus. Die Risikotragfähigkeit wird einerseits durch den Auf- und Ausbau von Zweitlieferanten für alle kritischen Rohstoffe, andererseits durch gezielte Redundanz zwischen den Standorten in der Rohstoffbeschaffung hergestellt. Industrielle Risiken Die Auswirkungen von Risiken wie Feuer, Hochwasser oder sonstigen schwerwiegenden Ereignissen, deren Eintritt unwahrscheinlich ist, aber Schäden verursachen könnte, die trotz individueller Absicherung nicht in vollem Umfang zu kompensieren sind, wird allein durch die Aufteilung in unabhängige Werke mit unterschiedlichen Standorten verringert. Durch die noch nachwirkende zurückhaltende Investitionstätigkeit der Vergangenheit besteht die Möglichkeit, dass innerhalb der geplanten Lebenszeit ein vorher nicht kalkulierbarer Nachrüst- und Wartungsaufwand anfällt. Hierbei handelt es sich um ein inzwischen limitiertes Kostenrisiko im Rahmen der allgemeinen Tragfähigkeit. Im Bereich Umwelt ist durch interne Prozesse sichergestellt, dass sämtliche Investitionen die geltenden Vorschriften erfüllen. Ausfallrisiken Generell wirkt die stabile Kundenstruktur einer hohen Unsicherheit bezüglich der individuellen Ausfallrisiken entgegen. Maßnahmen zur Minimierung der Ausfallrisiken sind angepasste Zahlungsbedingungen, stringente Einhaltung von Limits und monatliche Einzeldurchsicht von fälligen Forderungen. Konzernweit entstanden aus diesen Ausfallrisiken bei Edelmann nur minimale Schäden, da die Forderungen durch entsprechende Forderungsausfallversicherungen abgesichert sind bzw. das Ausfallrisiko durch Factoring reduziert wird. Zinsänderungsrisiken Mit Datum vom 24. Juli 2020 wurde ein Konsortialkreditvertrag für revolvierende sowie langfristige Kredite in Höhe von EUR 64.422.856,00 mit einer Laufzeit bis 2022 zwischen verschiedenen Konzernunternehmen und verschiedenen finanzierenden Banken geschlossen. Durch die in dem Vertrag enthaltene Zinsbindung ergibt sich kein wesentliches Zinsänderungsrisiko. Mit Datum vom 24. Juni 2022 wurde die Laufzeit des Konsortialkreditvertrages um ein weiteres Jahr bis zum 31. Dezember 2023 verlängert. Die ursprüngliche ab dem 31. März 2022 geplanten Tilgungen wurden verschoben und beginnen ab dem 30. September 2022. Hintergrund für die Verschiebung der planmäßigen Tilgungen sind die signifikanten Preissteigerungen auf dem Rohstoffmarkt, die nur zeitverzögert an die Kunden weitergegeben werden können. Investitionsrisiken Ersatzinvestitionen oder gar Investitionen mit Kapazitätseffekt tragen sich über einen Zeitraum, der in der Regel den Prognosezeitraum übersteigt und bergen das Risiko einer Fehlallokation von knapper Liquidität. Kurzfristig bestehen risikoreduzierende Maßnahmen darin, den Produktionsplan und die Kapazitäten laufend der Entwicklung des Auftragseinganges anzupassen. Die zur Durchführung des Geschäfts notwendigen Investitionen werden abhängig von ihrer Bedeutung einer Wirtschaftlichkeitsberechnung unterzogen. Kurzfristige Währungsrisiken (Transaction Exposure) Edelmann tätigt Umsätze überwiegend in der Landeswährung der jeweiligen Einzelgesellschaften. Für die Aktivitäten außerhalb des Euro-Raumes stehen den Umsätzen Kosten in der jeweiligen Landeswährung gegenüber, sodass sich auf den Ergebnisbeitrag aus diesen Währungsräumen tatsächlich ein Risiko ergibt. Dieses Risiko wird teilweise dadurch abgefedert, dass sich die Ausgaben und Einnahmen in Eigen- und Fremdwährung größtenteils ausgleichen, wobei sich die Fremdwährung auf mehrere unterschiedliche Währungen unterteilt. Insgesamt verharrte der Anteil des nicht in Euro erzielten Umsatzes am Gesamtumsatz in 2021 bei 44 % (Vj.41%). Langfristige Währungsrisiken (Translation Exposure) Die Anteile an den Gesellschaften im Ausland, Kapitalerhöhungen und Investitionen in den letzten Jahren wurden in Euro finanziert und belasten dementsprechend die Verschuldung der Edelmann GmbH. Das somit erworbene oder gebildete Eigenkapital der Landesgesellschaften besteht in lokaler Währung und führt daher bei der Kapitalkonsolidierung mit den volatilen Kursen zu entsprechenden Wechselkursergebnissen, welche jedoch ergebnisneutral in das Konzerneigenkapital einfließen. Personalrisiken Edelmann ist an allen Standorten auf hochqualifizierte Mitarbeiter angewiesen und konkurriert mit zahlreichen Unternehmen um entsprechend geschultes Personal. Speziell in Deutschland wird durch intensive Kooperationen mit Hochschulen, Betreuung von Praktika und Abschlussarbeiten sowie Ausbildung im Werk Heidenheim für die notwendige Verfügbarkeit von potenziell einsetzbaren Kräften gesorgt. Die zunehmende Einrichtung von breit aufgestellten Prozessen reduziert die Abhängigkeit von individuellen Know-how Trägern, deren Ausfallwahrscheinlichkeit im Industriedurchschnitt liegt. Insgesamt ergeben sich hieraus Restrisiken innerhalb des Rahmens der allgemeinen Risikotragfähigkeit. IT-Risiken Die Risiken im IT-Bereich gliedern sich in Systemausfallrisiken, mangelhafte Systemverfügbarkeit und Angriffe von außen. Das Ziel, für alle Anwendungen gleichermaßen eine Risikominimierung anzustreben, bedeutet eine Vielzahl an Ansätzen. Während das zentrale SAP R/3 System für die deutschen Standorte, Frankreich, Ungarn, USA und China durch Edelmann GmbH inklusive Redundanz zur Verfügung gestellt wird, müssen andere Systeme dezentral, oder von externen Partnern gepflegt werden. Die getroffenen Maßnahmen stellen sicher, dass das Risiko einer punktuellen Ergebnisauswirkung wegen Systemausfall als gering einzustufen ist. Rechtliche Risiken Aktuell ist kein wesentlicher Sachverhalt im Bereich der rechtlichen Risiken bekannt. Im Rahmen des Risikomanagements werden sämtliche Risiken betrachtet. Es werden vorbeugende Maßnahmen ergriffen, um die folgenden Risiken zu minimieren: unzureichend kontrollierte Verpflichtungen, Mängel im Prozess der Vertragsgestaltung, mangelhaftes oder verspätetes Management von Rechtsstreitigkeiten und schlechtes Management der juristischen Ressourcen. Zur Risikovermeidung sind im RMS konkrete Maßnahmen formuliert. Umweltrisiken Durch die Produktion entstehen verfahrensbedingte moderate Risiken, die Umwelt zu verunreinigen. Zur Minimierung dieser Risiken und der kontinuierlichen Verbesserung der Umweltschutzleistung der Edelmann wurden Umweltschutzprogramme aufgestellt. Diese beinhalten Ziele, aus denen sich wiederum konkrete Umweltschutzmaßnahmen ableiten, die dann im Einzelnen umgesetzt werden und im Rahmen des jährlich erstellten Umweltberichts nachverfolgt werden. Covid-19 Die Pandemie (Covid-19), die im Dezember 2019 in China ihren Anfang nahm und sich daran anschließend auf alle Regionen der Edelmann-Gruppe verbreitet hat, verursacht Verunsicherung auf den Zuliefer- und Absatzmärkten der Gruppe. In 2020 ergab sich eine pandemiebedingte Reduktion der Absatzmengen von rund 7% im Jahresvergleich. Durch die zunehmende Rücknahme von Zugangsbeschränkungen konnte in 2021 eine erstmalige Entspannung der Covid-19 Pandemie festgestellt werden, welche sich in steigenden Absatzzahlen bemerkbar machte. Für die erste Jahreshälfte 2022 wird eine weitere Erholung der Märkte erwartet, wodurch mit steigenden Erlösen im Zuge der Normalisierung der Pandemieumstände zu rechnen ist. Ein hierdurch geplantes Volumenwachstum wird besonders durch die bereits eingeleiteten Preiserhöhungen geschaffen, wenngleich dieses durch die Engpässe auf dem Beschaffungsmarkt limitiert ist. Die Umsatzerlöse im Segment Health-Care sind weitgehend unbeeinträchtigt durch die Pandemie. Ebenso stabil verhalten sich die Umsätze im Premium-Segment, insofern diese nicht dem Markt der luxuriösen Kosmetikprodukte zuzurechnen sind. Für letztere ergaben sich in der Vergangenheit temporäre Erlösreduktionen, da tradierte Absatzwege nur eingeschränkt zugänglich sind (Einzelhandel, Duty-Free) bzw. Ausgangsbeschränkungen Konsum einschränken, welche jedoch zunehmend zurückgenommen werden. Aus diesem Grund kann im Luxus-Segment ein starker Anstieg der Nachfrage festgestellt werden. Es entwickelt sich ein Nachholeffekt und das Bestreben leere Läger auf die erhöhte Endkonsumentennachfrage anzupassen. Es ist nicht absehbar, ob sich durch die Folgen der Pandemie eine weltweite Rezession anschließt, welche sich durch die steigende Nachfrage und das ausbleibende Angebot ergibt. Hieraus entstehen Risiken einer überdurchschnittlichen Inflation, wodurch die steigende Nachfrage gedämpft wird oder die Profitabilität durch Preissteigerungen abnimmt. Weiterhin bestehen grundsätzlich Risiken bei Werksschließungen oder Störungen der betrieblichen Abläufe als Folge der Pandemie zum Beispiel durch staatliche Einschränkungen, hohe Krankheitsraten oder Beeinträchtigungen der Lieferketten. Demgegenüber stehen Business-Continuity-Pläne zur Aufrechterhaltung der Kundenversorgung. Alle Werke der Gruppe werden aufgrund ihrer Versorgung von Pharmazeuten oder Fast Moving Consumer Goods als "systemrelevant" angesehen. Hohe Sicherheitsstandards, die durch Krisenstäbe erarbeitet und überwacht werden, reduzieren zeitgleich das Risiko von Störungen. Einschätzung der Gesamtrisikosituation Eine Bewertung der gegenwärtigen Risikosituation zeigt, dass für unsere Gesellschaft im Prognosezeitraum über die oben unter "Liquiditätsrisiken" dargestellte Abhängigkeit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit vom Eintreten der genannten Annahmen und Prämissen und dem Einleiten sowie der erfolgreichen Umsetzung der genannten Maßnahmen hinaus kein weiteres bestandsgefährdendes Risiko besteht. Chancenbericht Chancen werden insbesondere in hochqualitativen Produkten und in der Weiterentwicklung und Verbesserung der Produkte sowie Zusatzdienstleistungen wie Konfektionierung, Etikettierung und Logistik gesehen. Auch die ständige Verbesserung bei den pharmazeutischen Produkten bietet Chancen für Edelmann. In den aufgezählten Bereichen liegen die Möglichkeiten einen Mehrwert gegenüber dem Wettbewerb bieten zu können. Erweitertes Absatzpotenzial Mögliche Treiber für eine Absatzentwicklung über Plan sind vorhanden. Zum einen verstärken sich laufend die Ansprüche der globalen Pharma Kunden an individuelle Produktrückverfolgbarkeit (in China bereits Gesetz). Andererseits erlaubt die nun globale Aufstellung von Edelmann die Betreuung von Global Playern auf Kundenseite aus einer Hand durch unser Key Account Management. Verbesserte Kostensituation Die umfangreichen Investitionen auch im Vorjahreszeitraum in unsere Standorte mit Schwerpunkt Osteuropa beinhalten nun auch verstärkt Möglichkeiten, dem anhaltend extremen Margendruck zumindest etwas entgegenzuwirken. Prognosebericht Für den relevanten Verpackungsmarkt wird bis 2023 ein konjunkturgetriebenes Wachstum erwartet, dessen Dynamik sich langfristig abschwächen soll. Für die Segmente Healthcare (HC) und Beautycare (BC) wird mit einem Wachstum von 4,8% und 4,1 % (CAGR 2018-2023), für Consumer Brands (CB) wird mit einem Wachstum von ca. 2,5% (CAGR 2018-2023) weltweit gerechnet. Relevante Wachstumsmärkte sind insbesondere China, Indien und Polen. Die Präsenz von Edelmann in diesen Märkten eröffnet wesentliche Chancen. Eine auf Kundenseite festzustellende Marktkonsolidierung, insbesondere bei internationalen FMCG (Fast Moving Consumer Goods) -Konzernen, erhöht die Verhandlungsmacht der Kunden und induziert einen zunehmenden Preisdruck. Ein Wachstum mit diesen Kunden ist dabei nur mit starker lokaler Präsenz möglich. Geringe Markteintrittsbarrieren sowie ein zunehmender Wettbewerbsdruck aus Niedriglohnländern intensivieren den Verdrängungs- und Preiswettbewerb. Das Wettbewerbsumfeld im Verpackungsmarkt ist (noch) stark fragmentiert; in den letzten Jahren sind vermehrt M&A-Aktivitäten zu beobachten. Edelmann konkurriert sowohl mit regionalen Spezialisten als auch mit global agierenden Faltschachtel-Konzernen. Die Peer Group liegt insgesamt nah beieinander, wobei WestRock und Autajon die beiden Hauptwettbewerber darstellen. Aktuell ist die EBITDA-Marge deutlich unterhalb der Peer Group. Der internationale Währungsfonds IWF veröffentlichte für das Jahr 2022 einen erwarteten Anstieg des Bruttoinlandsproduktes für den wichtigen Inlandsmarkt Deutschland in Höhe von 2,1%. Wirtschaftsprognosen in 2022 geprägt von Lieferkettenproblemen, Kostensteigerungen und Erhöhung der Verkaufspreise Das Jahr 2022 ist in den Umsatzerwartungen geprägt von einer weiteren Erholung, welche jedoch durch Materialpreissteigerungen und Lieferkettenprobleme limitiert wird. Verpackungen für den pharmazeutischen Bereich werden im Vorjahresvergleich ebenso als stabil angesehen wie Verpackungen für das Premium-Segment, insofern die Endprodukte über Supermärkte und Drogerien vertrieben werden. Verpackungen für luxuriöse Kosmetikprodukte waren durch die weltweite Pandemie durch das Coronavirus beeinträchtigt. Diese heben sich jedoch zunehmend durch die Rücknahme der Beschränkungen auf. Eine Belebung der Umsätze insbesondere von Produkten aus dem Segment der luxuriösen Kosmetikprodukte wird für das Jahr 2022 erwartet. Exakte Prognosen sind aufgrund der hohen Unsicherheit zur Materialbeschaffung und der Nachwirkungen der durch das Virus ausgelösten wirtschaftlichen Krise schwierig. Erwartete Geschäfts- und Ertragslage Die 3-Jahresplanung basiert auf operativen Planungen auf Einzelgesellschafts- und Konzernebene für den Zeitraum vom 31.12.2021 bis zum 31.12.2024. Die Planung zeigt einen Umsatzanstieg von 295,4 Mio. EUR in 2021 auf 313,5 Mio. EUR für das Geschäftsjahr 2022. Diese geht im Wesentlichen auf die Preiserhöhungen zurück, wobei kein besonderes Volumenwachstum geplant ist. Für das Geschäftsjahr 2023 ist ein Umsatzwachstum auf 322 Mio. EUR geplant. Wir verweisen auf die verbleibenden Unsicherheiten und das Voraussetzen des Eintretens der Prämissen und Maßnahmen unter "Liquiditätsrisiken". Insbesondere eine Verschlechterung des Auftragseingangs, der Umsätze und der Ergebnisse durch Auswirkungen der Corona Pandemie können die Entwicklung maßgeblich negativ beeinflussen. In Folge der angestrebten operativen Maßnahmen und des Umsatzwachstums weist die Planung eine signifikante Steigerung des EBITDA auf 31,8 Mio. EUR in 2022 und auf 32,7 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2023 aus. Dies entspricht einer EBITDA-Marge von 10,2 % in 2022 sowie in 2023. Die Planung zeigt eine positive Entwicklung des Konzernjahresüberschuss von 14,2 Mio. EUR in 2022 hin zu einem Konzernjahresüberschuss in 2023 von 15,1 Mio EUR. Die erwarteten Investitionen für das Geschäftsjahr 2022 liegen deutlich über dem Vorjahr. Der Konzernumbau wird in 2022 fortgesetzt. Der Verschlankung der Organisation folgen vor allem Programme mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit der Gruppe nachhaltig zu steigern. In 2020 eingeleitete und in 2021 fortgesetzte Maßnahmen (Schließung Werk USA, Zusammenlegung Standorte Leverkusen & Wuppertal, Transformation Frankreich) werden sich in 2022 weiter positiv bemerkbar machen.
Heidenheim, 29. Juni 2021 Edelmann Holding GmbH & Co. KG Die Geschäftsführung Petra Lange |
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