May & Olde GmbH
Papenkamp 1, 25524 Itzehoe, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Christian Schell seit 19.1.2026 | Geschäftsführer |
Søren Vinderslev seit 10.12.2024 | Geschäftsführer |
Christian Rönsch seit 30.6.2006 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
NCG RETAIL A/S | 100.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
May & Olde GmbHItzehoeJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die May & Olde GmbH, Itzehoe Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der May & Olde GmbH, Itzehoe, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der May & Olde GmbH, Itzehoe, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften sowie bestimmten Personenhandelsgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Kiel, 22. März 2024 rt
Revision + Treuhand GmbH & Co. KG
gez. Grimm, Wirtschaftsprüfer gez. ppa. Sander, Wirtschaftsprüfer Bilanz zum 31. Dezember 2023der May & Olde GmbHAmtsgericht Pinneberg, HRB 2147 IZAKTIVA
PASSIVA
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023der May & Olde GmbH, Itzehoe
Anhang für das Geschäftsjahr 20231 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze 1.1 Vorbemerkung Die Gesellschaft ist zum Bilanzstichtag eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Absatz 3 HGB und stellt ihren Jahresabschluss nach den für alle Kaufleute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften (§§ 242 ff. HGB), den entsprechenden Vorschriften für Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) und den Sondervorschriften des GmbH-Gesetzes auf. Die dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 zugrundeliegenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden unverändert zum Vorjahr angewendet. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gliederungsschema des Gesamtkostenverfahrens gemäß § 275 Abs. 2 HGB angewandt. 1.2 Grundsätze der Bilanzierung und Bewertung Die Bewertung des Anlagevermögens erfolgt zu den handelsrechtlich aktivierungspflichtigen Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen. Der Ansatz der Vorräte erfolgt zu Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert angesetzt. Zur Abdeckung des Ausfallrisikos wurden Einzelwertberichtigungen und Pauschalwertberichtigungen gebildet. Das gezeichnete Kapital ist zum Nennbetrag ausgewiesen. Die Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung der jeweiligen Risiken und möglichen Verpflichtungen erforderlich sein wird. Rückstellungen mit Restlaufzeiten von mehr als einem Jahr wurden mit den von der Deutschen Bundesbank herausgegebenen Abzinsungssätzen gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung abgezinst. Die Verbindlichkeiten sind zu Erfüllungsbeträgen angesetzt. 2 Erläuterungen zur Bilanz 2.1 Anlagevermögen Siehe Anlagenspiegel. 2.2 Vorräte In den Vorräten werden insbesondere Neufahrzeuge (10.639 T€), Gebrauchtfahrzeuge (12.691 T€), Vorführfahrzeuge (5.026 T€) sowie Ersatzteile und Zubehör (1.413 T€) ausgewiesen. Die Vorführfahrzeuge werden im Gegensatz zur steuerlichen Rechtsprechung nicht im Anlagevermögen, sondern bei den Vorräten ausgewiesen. Zur Beachtung des Niederstwertprinzips erfolgt bei den Vorführwagen eine pauschale Wertberichtigung in Höhe von 1,667% pro Monat. Diese betrug im Geschäftsjahr insgesamt 309 T€. Bei Gebrauchtfahrzeugen wurden im Geschäftsjahr im Rahmen von Einzelbeurteilungen Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert in Höhe von 307 T€ vorgenommen. 2.3 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffen zu einem wesentlichen Teil die BMW Bank GmbH, München. Auf die übrigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden Einzelwertberichtigungen in Höhe von 25 T€ vorgenommen. Darüber hinaus wurde mit 1 % auf den nicht einzelwertberichtigten Netto-Forderungsbestand eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von 47 T€ gebildet. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten in Höhe von 2.121 T€ Prämien, Boni und Unterstützungsansprüche gegenüber der BMW AG, München. Sonstige Forderungen, für die kein Rechtsanspruch besteht und die bis zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses noch nicht gutgeschrieben waren, wurden nicht berücksichtigt. Dies umfasst insbesondere bereits eingereichte, aber noch nicht beschiedene Corona-Hilfen in Höhe von 166 T€. In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Beträge in Höhe von 113 T€ enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag rechtlich entstehen. Sämtliche Forderungen haben eine Laufzeit von bis zu einem Jahr. 2.4 Eigenkapital Die Gesellschaft weist zum Bilanzstichtag ein Eigenkapital in Höhe von 10.067 T€ (Vorjahr: 10.895 T€) aus. 2.5 Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen gebildet für die aus den abgeschlossenen Leasing-Verträgen folgenden Rücknahmeverpflichtungen (833 T€), für Personalkosten (823 T€) sowie für Gewährleistungsverpflichtungen (235 T€). Die Bewertung der Rückstellung für Rücknahmeverpflichtungen wurde wie im Vorjahr unter Berücksichtigung der tatsächlichen Fahrzeugrückläufe und der Ergebnisse aus dem Weiterverkauf der Fahrzeuge vorgenommen. Diese Rückstellung wurde unter Annahme einer pauschalen Restlaufzeit der Leasingverträge von zwei Jahren abgezinst. Bezüglich der hier ebenfalls ausgewiesenen Rückstellung für die Erfüllung der gesetzlichen Aufbewahrungsfristen wurde wegen der nur geringfügigen Veränderungen auf eine Anpassung des Zinssatzes verzichtet. 2.6 Verbindlichkeiten Siehe Verbindlichkeitenspiegel. 3 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 3.1 Umsatzerlöse
3.2 Sonstige betriebliche Erträge/ sonstige betriebliche Aufwendungen In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge, im Wesentlichen aus nachlaufenden Bonus-Abrechnungen, in Höhe von 194 T€ enthalten. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen, im Wesentlichen aus nachlaufenden Bonus-Korrekturen in Höhe von 211 T€ enthalten. 4 Sonstige Angaben Sonstige finanzielle Verpflichtungen im Sinne des § 285 Nr. 3a HGB ergeben sich aus den Mietverträgen für die Geschäftsräume in Höhe von 1.133 T€ pro Jahr, aus Leasingverträgen in Höhe von 60 T€ pro Jahr sowie aus Rücknahmeverpflichtungen aus laufenden Leasingverträgen in Höhe von 54.526 T€ (davon 21.073 T€ mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in voller Höhe abgesichert durch:
Die durchschnittliche Zahl der im Berichtszeitraum beschäftigten Arbeitnehmer betrug 178 (Vorjahr: 172). Diese lassen sich nach Gruppen wie folgt aufteilen:
Geschäftsführer der Gesellschaft waren im Berichtsjahr:
Herr Rönsch ist alleinvertretungsberechtigt und von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit. Herr Pohlmann ist gemeinsam mit einem anderen Geschäftsführer oder einem Prokuristen vertretungsberechtigt. Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Nic. Christiansen Gruppen A/S, Kolding/Dänemark (kleinster Konsolidierungskreis), erhältlich im CVR-Register unter der Nummer 37491888, einbezogen. Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der B. Christiansen 2016 ApS, Kolding/Dänemark (größter Konsolidierungskreis), erhältlich CVR-Register unter der Nummer 38090216, einbezogen. Das von dem Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2023 berechnete Gesamthonorar beträgt 74 T€, davon entfallen 50 T€ auf Abschlussprüferleistungen, 22 T€ auf Steuerberatungsleistungen und 2 T€ auf sonstige Leistungen. Aus abzinsungsbedingten Bewertungsunterschieden der sonstigen Rückstellungen in Höhe von 65 T€ ergeben sich aktive latente Steuern. Diese werden mit einem Steuersatz von 29,5% bewertet. Die Gesellschaft hat von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, die aktiven latenten Steuern nicht anzusetzen. Voraussichtlich ab Oktober 2024 vertreibt die BMW AG die Fahrzeuge der Marke MINI im Rahmen des so genannten Agenturmodells. Die May & Olde GmbH wird daher neue MINI-Fahrzeuge nicht mehr im eigenen Namen verkaufen, sondern im Namen und für Rechnung der BMW AG vermitteln und hierfür eine Provision von der BMW AG erhalten. Die Gesellschaft wird infolgedessen keine Umsatzerlöse aus dem Verkauf von MINI-Fahrzeugen mehr ausweisen, ebenso keine Materialaufwendungen aus dem Einkauf der betreffenden Fahrzeuge. Zugleich entfällt der Bilanzausweis von entsprechendem Vorratsvermögen.
Itzehoe, den 19. März 2024 gez. Christian Rönsch gez. Ralf Pohlmann Anlagenspiegel zum 31.12.2023 der May & Olde GmbH, Itzehoe
Zugänge bei Position II. 2. EUR 171.317,29 abzgl. Zuschüsse für im Vorjahr angeschaffte Ladeinfrastruktur von EUR 144.602,00 VerbindlichkeitenspiegelMay & Olde GmbH Itzehoe
Lagebericht für das Geschäftsjahr 20231. Grundlagen des Unternehmens Die May & Olde GmbH, Itzehoe, wurde im Jahr 2001 gegründet und betreibt sieben Autohäuser an den Standorten in Itzehoe, Elmshorn, Halstenbek, Heide, Rendsburg, Kaltenkirchen und Quickborn. Wir sind Vertragshändler der BMW AG für den Vertrieb von Neu- und Vorführfahrzeugen der Marken BMW, BMW i und MINI. An den Standorten Rendsburg und Quickborn sind wir zudem Vertriebspartner der ALPINA Burkhard Bovensiepen GmbH + Co. KG für den Handel von Fahrzeugen der Marke ALPINA in Schleswig-Holstein und Hamburg. Als Servicepartner erbringen wir für diese Marken zudem die entsprechenden Serviceleistungen samt Teilevertrieb und Mietwagengestellung. Daneben sind wir im Handel mit Gebrauchtfahrzeugen, insbesondere von gebrauchten BMW-Fahrzeugen tätig. Abgerundet wird unser Leistungsportfolio durch die Vermittlung von Versicherungs-, Finanzierungs- und Leasingangeboten an unsere Kunden. Seit 1. Januar 2023 ist die May & Olde GmbH Teil der Nic. Christiansen Group, Kolding (Dänemark), deren Hauptgeschäftsfeld der Import und Handel von Kraftfahrzeugen in Skandinavien ist. Als Teil dieser Gruppe können wir für unsere Mitarbeiter und Kunden sowie auch für die BMW AG eine zukunftssichere Ausrichtung des Unternehmens gewährleisten. 2. Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2023 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 0,3 % niedriger als im Vorjahr. "Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kam im Jahr 2023 im nach wie vor krisengeprägten Umfeld ins Stocken", sagte die Präsidentin des Statistischen Bundesamts Ruth Brand bei der Pressekonferenz "Bruttoinlandsprodukt 2023 für Deutschland" in Berlin. "Die trotz der jüngsten Rückgänge nach wie vor hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen dämpften die Konjunktur. Hinzu kamen ungünstige Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen und eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Damit setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft vom tiefen Einbruch im Corona-Jahr 2020 nicht weiter fort", (vgl. Destatis, Pressemitteilung Nr. 019 vom 15. Januar 2024). Der Automobilhandel konnte sich von der allgemein negativen wirtschaftlichen Entwicklung im abgelaufenen Jahr 2023 etwas abkoppeln. Im Bereich der Neufahrzeuge konnte erstmals seit der Corona-Pandemie wieder ein deutlicher Zuwachs bei den Neuzulassungen verzeichnet werden. So stiegen die Neuzulassungen gegenüber 2022 (2,651 Mio. Fahrzeuge) um 7,3 % auf 2,845 Mio. Fahrzeuge deutlich an (vgl. https://www.kfz-betrieb.vogel.de/neuzulassungszahlen/). Allerdings liegen die Zulassungszahlen immer noch deutlich unterhalb des Wertes von vor der Pandemie (2019: 3,9 Mio.). Von den Zuwächsen bei den Neuzulassungen profitierten auch die Marken der BMW Group. So stieg die Zahl der Neuzulassungen bei der Marke BMW (Mini) von 209.722 (40.142) Fahrzeuge im Vorjahr um 10,1 % (14,4 %) auf 233.160 (45.938) Fahrzeuge im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 (vgl. https://www.kba.de/DE/Presse/ Pressemitteilungen/AlternativeAntriebe/2024/pm03_2023_Antribe_12_23_komplett.ht ml). Auch die Anzahl der Besitzumschreibungen bei den Gebrauchtfahrzeugen hat sich gegenüber dem Vorjahr (5,642 Mio. Fahrzeuge) nach dem starken Rückgang in 2022 gegenüber 2021 (-15,8 %) wieder leicht erholt und ist um 6,9 % auf 6,031 Mio. Fahrzeuge in 2023 gestiegen. (vgl. https://www.kpa.de/DE/Statistik/Fahrzeuge/ Besitzumschreibungen/Monatsergebnisse/monatsergebnisse_u_node.html). 2.2. Geschäftsverlauf Der Geschäftsverlauf ist von zwei verschiedenen Halbjahren durch eine massive Veränderung der Rahmenbedingungen im Vertrieb gekennzeichnet. Während im ersten Halbjahr noch die Ware im Neuwagen und Gebrauchtwagenbereich durch die Liefer- und Teilesituation als knapp bezeichnet werden kann, ergab sich zur Jahresmitte ein Wechsel von einem Pull- zum Push-Markt. Dies zeigte sich insbesondere bei den Auslieferungen im Neuwagenbereich für den Monat Dezember, bei denen wir einen Rekord zu verzeichnen hatten. Insgesamt hat sich unser Fahrzeugabsatz mit einem Plus von 9,1 % ähnlich positiv entwickelt, wie die Anzahl der Neuzulassungen der BMW Group. So wurden an den sieben Standorten 1.206 (Vorjahr: 1.106) Neu- und Vorführwagen abgesetzt, die sich wie folgt verteilen: BMW: 850 (Vorjahr: 753), MINI: 211 (Vorjahr: 228), ALPINA: 36 (Vorjahr: 33), Neuwagen an Großkunden: 109 (Vorjahr: 92). Die Entwicklung bei der Marke BMW war dabei sehr positiv, während die Absatzzahlen bei der Marke MINI hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Dies zeigt sich bei der Erfüllung unserer Abnahmeverpflichtungen gegenüber der BMW AG. Der Plan des Herstellers sah die Abnahme von 818 (Vorjahr: 773) BMW und 240 (Vorjahr: 220) MINI vor. Demgegenüber haben wir 899 (Vorjahr: 727) BMW und 216 (Vorjahr: 208) MINI abgenommen. Bei den Gebrauchtfahrzeugen hat sich unsere Absatzmenge, dem Branchentrend übertreffend, um 11,7 % erhöht. Wurden in 2022 2.025 Gebrauchtwagen abgesetzt, waren es im abgelaufenen Geschäftsjahr nunmehr 2.262. Dieser Wechsel folgte vom Pull- zum Push-Markt in der Jahresmitte 2023 erfolgte sehr abrupt. Den gestiegenen Absatzzahlen bei den Neu- und Gebrauchtwagen standen dabei ein schnelles Abschmelzen der Verkaufspreise gegenüber. Das historische Allzeit-Hoch der beiden Vorjahre konnte aufgrund steigender Nachlassgewährungen in Folge des hohen Fahrzeugangebots nicht gehalten werden. Im Aftersales verzeichneten wir eine kontinuierliche starke Auslastung, trotz leicht rückläufiger Anzahl der Werkstattdurchgänge (-4 %). So betrug die Anzahl der Werkstattdurchgänge im abgelaufenen Geschäftsjahr 35.744 gegenüber 37.419 im Vorjahr. Aufgrund der hohen Auslastung im Servicebereich wurde die Anzahl der Mitarbeiter um 26 bzw. 12 % erhöht. Zum Abschlussstichtag waren bei uns über alle sieben Standorte 244 (Vorjahr: 218) Mitarbeiter beschäftigt. Für die Fortbildung und Schulung unserer Mitarbeiter haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr 256 T€ (Vorjahr 222 T€) aufgewendet. 2.3 Lage 2.3.1 Ertragslage Aufgrund der höheren Verkaufszahlen im Retail haben sich die Umsatzerlöse um 19,4 Mio. € bzw. 16,0 % gegenüber dem Vorjahr erhöht. Der Materialaufwand ist hingegen überproportional um 17,6 Mio. € bzw. 17,9 % gestiegen, da im 2. Halbjahr 2023 die hohen Einstandskosten nicht mehr ohne Nachlässe an die Kunden weitergegeben werden konnten. Infolgedessen ist das Rohergebnis lediglich unterproportional um 1,8 Mio. € bzw. 8,0 % auf 24,1 Mio. € gestiegen. Dies resultiert insbesondere auch aus den gesunkenen Verkaufsmargen im Gebrauchtwagensegment. Da in den beiden Vorjahren bei den Gebrauchtwagen aufgrund der Lieferprobleme aller Fahrzeughersteller im Neuwagensegment Rekordmargen erzielt wurden, setzte im Geschäftsjahr 2023 nach Überwindung dieser Lieferprobleme eine "Normalisierung" ein. Gleichwohl bewegen sich die Margen im Mehrjahresvergleich immer noch auf einem hohen Niveau. Der Personalaufwand hat durch einen deutlichen Aufwuchs um 26 Mitarbeiter (+11,9 %) und planmäßige Gehaltssteigerungen im abgelaufenen Geschäftsjahr um 1,1 Mio. ' € bzw. 10,5 % erhöht. Der Mitarbeiteraufwuchs erfolgte insbesondere aufgrund des sehr hohen Auslastungsgrads im Aftersales-Bereich. Trotz der gestiegenen Mitarbeiterzahl ist die Personalkostenquote auf 8,2 % (Vorjahr 8,7 %) gesunken. Die sonstigen Aufwendungen, insbesondere die Aufwendungen für Warenabgabe und Verkaufsförderung, haben sich aufgrund des deutlichen gestiegenen Fahrzeugabsatzes um 12,3 % erhöht. Insgesamt ist das Betriebsergebnis mit 5.291 T€ (Vorjahr: 5.312 T€) nahezu konstant geblieben. Trotz konstantem Betriebsergebnis hat sich der Jahresüberschuss von 3.626 T€ (Geschäftsjahr 2022) - entsprechend unserer Prognose im Vorjahr - um 828 T€ auf 2.798 T€ (Geschäftsjahr 2023) vermindert. Ursache hierfür sind die um 844 T€ gestiegenen Zinsaufwendungen, die einerseits aus gestiegenen Zinssätzen und andererseits aus einer höheren Valuta im Bereich der Fahrzeugfinanzierung resultieren. 2.3.2 Vermögens- und Finanzlage Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Investitionen in Höhe von 377 T€ (Vorjahr: 861 T€) getätigt, die aus freier Liquidität der laufenden Geschäftstätigkeit finanziert wurden. Die Investitionen betreffen im Wesentlichen eine neue Telefonanlage und einen LKW. Im Zuge des Anteilsverkaufs an den neuen Gesellschafter wurde das Grundstück in Rendsburg sowie die beiden Reifenhallen in Itzehoe und Halstenbek verkauft und wieder angemietet. Der Fahrzeugbestand zum Abschlussstichtag (Neu- und Vorführwagen) hat sich aufgrund nach Überwindung der Lieferengpässe des Herstellers im 2. Halbjahr 2023 deutlich von 214 Fahrzeuge um 30 % auf 278 Fahrzeuge erhöht. Zudem konnte der Bestand an Gebrauchtwagen mit 537 Fahrzeugen (Vorjahr: 544) auf Vorjahresniveau gehalten werden. Aufgrund der gestiegenen Gesamtzahl an Fahrzeugen und weiter steigenden Einstandspreisen für Neuwagen haben sich die Vorräte um 3.600 T€ bzw. 14 % auf 29.552 T€ erhöht. So haben sich die durchschnittlichen Einstandspreise für Neuwagen (BMW) um 8 % erhöht. Der Bestand an Neu-, Vorführ- und Gebrauchtfahrzeugen ist unverändert der wesentlichste Teil unseres Gesamtvermögens. Die Vorratsquote (=Anteil der Vorräte am Gesamtvermögen) beträgt 64,8 % (Vorjahr: 65,1 %). Der Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat sich parallel zu den gestiegenen Umsatzerlöse und aufgrund der "Jahresendrally" im Dezember deutlich gegenüber dem Vorjahr erhöht. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beinhalten ausschließlich die Finanzierung von Neu- und Vorführwagen sowie von "Jungen Gebrauchten Automobilen" und Leasingrückläufern. Der Bestand an liquiden Mitteln ist gegenüber dem Vorjahr konstant geblieben. Die Finanzierung der laufenden Geschäfte sowie die Durchführung der geplanten Investitionen waren im Geschäftsjahr 2023 jederzeit sichergestellt. Neben den vorhandenen liquiden Mitteln stehen im ausreichenden Umfang von unseren Finanzierungspartnern eingeräumte und derzeit nicht in Anspruch genommene Dispositionskredite zur Verfügung. Die finanzielle Lage der Gesellschaft ist somit als sehr gut einzustufen. 2.3.3 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Wir ziehen für unsere interne Unternehmenssteuerung die Kennzahlen Umsatzrendite (Return on Sales) und Eigenkapitalquote heran. Die Umsatzrendite berechnen wir entsprechend den Vorgaben der BMW- Händlerorganisation für betriebswirtschaftliche Kennzahlen aus dem Ergebnis vor Steuern im Verhältnis zum Umsatz. Dabei stellen wir unsere Analyse u.a. auf den Betriebsvergleich der Händlerorganisation ab. Die durchschnittliche Umsatzrendite der BMW-Händler in Deutschland lag 2023 bei 2,4 % (Vorjahr: 3,3 %). Unsere Umsatzrendite ist zwar - wie im Vorjahr prognostiziert - spürbar von 4,3 % auf 2,9 % gesunken; sie übertrifft aber weiterhin den Händlerdurchschnitt. Die Eigenkapitalquote ermitteln wir aus dem Verhältnis des wirtschaftlichen Eigenkapitals (Eigenkapital zum Abschlussstichtag abzüglich geplanter Ausschüttung) zum Gesamtkapital. Als interne Vorgabe ist eine Mindest-Eigenkapitalquote von 20 % vorgesehen. Zum Abschlussstichtag beträgt die Eigenkapitalquote 20,1 % (Vorjahr 20,4 %). Die für uns wichtigsten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren sind die Kundenzufriedenheit sowie die Standtage bei den Fahrzeugbeständen auch im Verhältnis zu den Durchschnittswerten der Händlerorganisation. Die Zufriedenheit der Kunden wird von uns regelmäßig anhand spezieller Indizes ermittelt. Diese liegen intern differenziert für alle Geschäftsbereiche vor. Die Kundenzufriedenheit konnte gegenüber dem Vorjahr im Service um zwei Prozentpunkte gesteigert werden und übertrifft, wie schon im Vorjahr, den Durchschnittswert der Händlerorganisation. Im Vertrieb ist die Kundenzufriedenheit aufgrund der negativen Entwicklung in einer Filiale gegenüber dem Vorjahr um vier Prozentpunkte gesunken und bewegt sich nunmehr auf Höhe des Durchschnittswerts der Händlerorganisation. Wesentlicher Maßstab für die Attraktivität unseres Fahrzeugangebots ist der gewichtete Durchschnitt der Standtage von Neu-, Vorführ- und Gebrauchtwagen. Bei unserer Analyse orientieren wir uns einerseits an unseren internen Planvorgaben (Neuwagen: 90 Standtage, Vorführwagen: 180 Standtage und Gebrauchtwagen: 60 Standtage), die sowohl für Fahrzeuge der Marke BMW als auch MINI gelten, sowie andererseits an den Durchschnittswerten der Händlerorganisation. Im Geschäftsjahr 2023 ergaben sich als gewichtete Durchschnittswerte für Fahrzeuge der Marke BMW bei Neuwagen 103 Standtage (Händlerorganisation: 67 Standtage) und bei Vorführwagen 181 Standtage (Händlerorganisation: 193 Standtage). Für Fahrzeuge der Marke MINI ergaben sich bei Neuwagen 85 Standtage (Händlerorganisation: 74 Standtage), bei Vorführwagen 194 Standtage (Händlerorganisation: 227 Standtage). Für Gebrauchtwagen waren es 57 Standtage (Händlerorganisation: 79 Standtage). 3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht Der Prognose-, Chancen- und Risikobericht der May & Olde GmbH gibt die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens im Geschäftsjahr 2024 mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken aus der Sicht der Geschäftsführung wieder. Der Prognosebericht erstreckt sich entsprechend der internen Steuerung über ein Jahr. Chancen und Risiken hingegen werden im Unternehmen auf der Basis einer zweijährigen Betrachtung gesteuert. Daher umfasst der Chancen- und Risikobericht einen Zeitraum von zwei Jahren. Der kontinuierliche Planungsprozess im Unternehmen stellt sicher, dass auch Chancen, die sich kurzfristig ergeben, schnell und konsequent genutzt werden können, aber auch auf unerwartete Risiken entsprechend reagiert wird. Die wesentlichen Chancen und Risiken sind im Chancen- und Risikobericht beschrieben. Die dort näher erläuterten Chancen und Risiken betreffen sämtliche Leistungsindikatoren und können dazu führen, dass deren tatsächliche Entwicklung von der Prognose abweicht. 3.1 Prognose Die hohen Inflationsraten und die geldpolitische Straffung belasten die Weltkonjunktur. Die deutsche Wirtschaft hat sich im globalen Vergleich besonders stark abgekühlt. So haben die privaten Haushalte und der Staat ihre Konsumausgaben reduziert. Die Industrie und die Bauwirtschaft zehren zwar noch von einem erhöhten Bestand an Aufträgen, allerdings gehen diese und auch die Neuaufträge deutlich zurück. Hinzu kommen Engpässe aufgrund fehlender Arbeitskräfte. Der Sachverständigenrat für die Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung erwartet, dass die deutsche Volkswirtschaft sich erst im Verlauf des Jahres 2024 allmählich wieder erholt (+0,7 % beim BIP). Diese Prognose sei jedoch mit erheblichen Abwärtsrisiken behaftet. So könnten eine ausbleibende Erholung in China, eine Verschärfung der weltpolitischen Lage, ein erneuter Anstieg der Energiepreise, eine stärkere Dämpfung der Nachfrage durch die Geldpolitik als erwartet oder ein zurückhaltendes Ausgabeverhalten der Verbraucher das Wachstum bremsen. Die Inflation in Deutschland und im Euro-Raum ist auf dem Weg der Normalisierung. Es ist allerdings zu erwarten, dass stark verzögerte Kostenüberwälzungen und neuer Druck von der Lohnentwicklung die Kerninflation im Euro-Raum noch bis ins Jahr 2025 hochhalten. In Deutschland erwartet der Sachverständigenrat für 2024 eine Inflationsrate von 2,6 % (vgl. Jahresgutachten 2023/24 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung vom 08.11.2023). Aktuell geht die Bundesregierung nur noch von 0,2 % Wachstum in 2024 aus. Bundeswirtschaftsminister Habeck nannte die Entwicklung "dramatisch schlecht" (vgl. www.tagesschau.de, 14.02.2024). Der Branchenverband VDA geht in seiner Prognose für 2024 von 2,8 Millionen Neuzulassungen aus, was einem Rückgang um ein Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspräche. Die Schwäche hat unter anderem mit dem einstigen Hoffnungsträger E-Auto zu tun. Für die Neuzulassungen dieser Modelle erwarten die Experten ein deutliches Minus von 14 % auf 451.000 Fahrzeuge, die Zahl der Plug-in- Hybride steigt hingegen wieder leicht um 5 % auf 185.000 Fahrzeuge. Der Jahresendspurt im 4. Quartal 2023 führte dazu, dass wir einen Rekord an Auslieferungen im Neuwagenbereich für den Monat Dezember zu verzeichnen hatten. Entsprechend gedämpft sind die Erwartungen für das Jahr 2024, da die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingen im Neuwagengeschäft auf einen verhaltenen Jahresauftakt und Verlauf deuten. Das Gebrauchtwagengeschäft war im Januar dieses Jahres überraschend stark und robust, wir konnten unsere gute Lagersituation unmittelbar in Verkäufe umsetzen und somit einen erfolgreichen Jahresstart realisieren. Wir gehen trotz der verhaltenen Konjunkturaussichten von steigenden Absatzzahlen im Fahrzeugvertrieb sowie einer weiter hohen Auslastung im Service aus. Die Reduktion von Fahrzeugbeständen im Neuwagenbereich und die generelle Fokussierung auf die Reduktion von Kosten hat für uns eine hohe Priorität. In unserer Planung für das Geschäftsjahr 2024 erwarten wir aufgrund der steigenden Verkaufszahlen leicht steigende Umsätze gegenüber dem Vorjahr. Aufgrund unverändert hoher Zinsen, Energie- und Personalkosten, sowie gestiegener Nachlässe beim Fahrzeugvertrieb gehen wir jedoch von einem gegenüber 2023 unveränderten Jahresergebnis aus. Damit einhergehend erwarten wir einen entsprechenden Rückgang bei der Umsatzrendite. Für die Eigenkapitalquote erwarten wir unverändert eine Zielerreichung von mindestens 20 %. Die Liquiditätslage ist als gut zu bezeichnen, es sind auch zukünftig keine finanziellen Engpässe zu erwarten. Wir werden auch künftig in der Lage sein, unseren finanziellen Verpflichtungen fristgerecht nachzukommen. Wesentliche Änderungen im Personalbereich sind aktuell nicht geplant. 3.2 Chancen und Risiken 3.2.1 Gesamtwirtschaftliche Chancen und Risiken Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit und somit auf das Ergebnis der May & Olde GmbH. In einer Phase positiven Wirtschaftswachstums steigt die Nachfrage nach Konsumgütern und somit auch der Absatz von Fahrzeugen, während in einer Rezession beides rückläufig ist. Die aktuell größten Risiken für die deutsche Wirtschaft ergeben sich aus den Folgen des Kriegs in der Ukraine sowie der damit verbundenen Spannungen mit Russland. Insbesondere die spürbaren Verwerfungen auf den Energie- und Rohstoffmärkten, sowohl hinsichtlich Verfügbarkeit als auch Preisentwicklung, können sich weiterhin negativ auf die deutsche Konjunktur auswirken. 3.2.2 Branchenspezifische Chancen und Risiken Durch die Pandemie aber auch durch die gefühlte "Unzuverlässigkeit" der Deutschen Bahn (hohe Verspätungsquote, marode Infrastruktur, Ausfälle durch Lokführerstreiks) hat die Individualmobilität eine Renaissance erfahren, so dass grundsätzlich mit weiter hohen Absatzzahlen gerechnet werden kann. Verschärfte Umweltauflagen der EU, bezogen auf den CO 2 -Ausstoß der Fahrzeugflotten der Hersteller sowie aktuell deutlich steigende Energiekosten, stellen sowohl für die Automobilhersteller als auch für den traditionellen Kfz-Handel und - Service erhebliche Herausforderungen dar. Die Hersteller, insbesondere auch die BMW Group, reagieren hierauf mit einer konsequenten Elektrifizierung ihrer Fahrzeugflotten. Dabei besteht für die Kfz-Händler das Risiko, dass aufgrund des vorzeitigen Auslaufens der Förderung von Elektroautos (Abschaffung des Umweltbonus durch die Bundesregierung zum 17.12.2023) die Absatzzahlen für Elektro-Fahrzeuge deutlich sinken werden. Bei einer zukünftig stärker elektrifizierten Fahrzeugflotte besteht im Servicebereich das Risiko, dass sich die Deckungsbeiträge aufgrund des deutlich geringeren Servicebedarfs von Elektro-Fahrzeugen reduzieren könnten. Dieser Entwicklung soll durch speziell auf den Kunden zugeschnittene Serviceangebote und einer daraus resultierenden längerfristigen Kundenbindung entgegengewirkt werden. Ein langfristiges Risiko besteht in der Verfügbarkeit einer ausreichenden Anzahl von Neufahrzeugen der BMW Group. So wird der andauernde Halbleitermangel in der Automobilindustrie - sofern keine geeigneten Gegenmaßnahmen ergriffen werden - laut einer Studie im Auftrag des Verbands der Automobilindustrie e.V. (VDA) bis 2026 global zu einem Produktionsrückgang von 20 Prozent führen. Dies entspricht rund 18 Millionen Fahrzeugen. Die Halbleiternachfrage in der Automobilindustrie wird sich bis 2030 voraussichtlich verdreifachen. Damit steigt der notwendige Versorgungsanteil der Automobilindustrie an Chips bis 2030 von derzeit 8 % auf 14 % der globalen Halbleiterkapazitäten. Die steigende Nachfrage geht insbesondere auf den allgemeinen Hochlauf der Elektromobilität zurück sowie auf den zunehmenden Bedarf für Fahrerassistenzsysteme und Funktionserweiterungen bis hin zum autonomen Fahren. (Quelle: https://www.vda.de/de/presse/Pressemeldungen/2023/230126_PM_Studie_Bis_2026_drohen_wegen_Halbleitermangel_weltweit-20-Prozent_weniger_produzierte_Fahrzeuge). Es besteht das Risiko, dass die von der Automobilindustrie benötigte Anzahl von Halbleitern nicht zur Verfügung steht und damit Produktionskapazitäten im Automobilbau nicht ausgelastet werden können. Infolgedessen würde sich langfristig aus Händlersicht ein zu geringes Angebot an Neufahrzeugen ergeben. 3.2.3 Operative Chancen und Risiken Aufgrund der Exklusivität unser Händlerverträge haben strategische Entscheidungen insbesondere zur Modell- und Preispolitik sowie der Ausgestaltung des Bonifizierungssystems der BMW Group unmittelbare Auswirkungen auf unseren Geschäftserfolg. Dies gilt insbesondere auch für die Produktionsplanung und etwaige Lieferverzögerungen beim Hersteller, die sowohl unsere geplanten Beschaffungsmengen als auch die termingetreue Auslieferung der Fahrzeuge an unsere Kunden beeinflussen können. Um diese Risiken zu minimieren, besteht ein kontinuierlicher Austausch mit unseren Partnern bei der BMW Group. Eine wesentliche Chance ergibt sich aus der Krisenfestigkeit des Premiumsegments. Nach dem Motto "Premium geht auch in der Krise" zeigt sich besonders in den aktuell herausfordernden Zeiten die hohe Beliebtheit hochwertiger Automobile bei unseren Kunden. Dabei profitieren wir als Händler auch von der Stärke und Attraktivität der Marke BMW, welche unter den wichtigsten Automarken in Deutschland die stärksten positiven Emotionen hervorruft (Stichwort: "BMW macht am meisten Freude"; gemeinsame Studie von Mobile.de und der Hochschule Koblenz in Kfz-betrieb v. 05.02.2019). Zudem hat May & Olde die Krisen der letzten Jahre genutzt, um interne Abläufe zu verbessern, die Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit zu stärken und die Kundenbindung konsequent auszubauen. Ein wesentliches operatives Risiko ergibt sich aus den Rückkaufverpflichtungen aus Leasinggeschäften. Hierbei entstehen Risiken, wenn der Vermarktungswert eines Leasingfahrzeugs am Ende der Vertragslaufzeit von der ursprünglich bei Vertragsabschluss kalkulierten Restwertprognose abweicht. Ein Restwertrisiko besteht, sobald der erwartete Marktwert des Fahrzeugs am Ende der Vertragslaufzeit geringer ist als die bei Vertragsabschluss kalkulierte Restwertprognose. Das Restwertrisiko ist jedoch für uns aufgrund einer Vereinbarung mit der BMW Leasing GmbH auf 1,5 % der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers (UPE) für die betreffenden Fahrzeuge begrenzt. Zur Risikovorsorge haben wir für den auf uns entfallenden Anteil des Restwertrisikos eine entsprechende Rückstellung gebildet. Chancen können sich hingegen aus einer positiven Abweichung von der Restwertprognose ergeben. Zur Absicherung gegen das Liquiditätsrisiko und zur Aufrechterhaltung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit wird ein fortlaufender Liquiditätsplan erstellt, welcher permanent an aktuelle Entwicklungen angepasst wird und als Basis für die Geldmitteldisposition dient. Eine bedeutende Umstellung mit langfristigen Auswirkungen für die Zukunft im Neuwagenvertrieb wird sich für uns aus der seitens des Herstellers geplanten Einführung eines Agenturmodells ergeben. So ist geplant, für die Marke Mini bereits im Oktober 2024 und für die Marke BMW ab 2026 mit dem neuen Preismodell zu starten. Für die May & Olde GmbH bietet das neue Preismodell eine strategische Chance. Zum einen profitieren wir bei diesem Modell von unser langjährig hohen Kundenbindung und zum anderen wurden unsere internen Vergütungsmodelle für den Vertrieb bereits an das neue Preismodell angepasst. 3.2.4 Risikoberichterstattung in Bezug auf Finanzinstrumente Bei den im Unternehmen eingesetzten Finanzinstrumenten handelt es sich insbesondere um Guthaben bei Kreditinstituten, Forderungen sowie Lieferanten- und Bankkredite. Zur Steuerung der Finanzinstrumente haben wir ein entsprechendes Risikomanagementsystem eingerichtet. Ziel dieses Systems ist die Sicherung des Unternehmenserfolgs gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Wir verfolgen dabei eine konservative Risikopolitik. Die Guthaben bei Kreditinstituten werden ausschließlich bei inländischen Kreditinstituten gehalten. Alle unsere Bankkonten werden in Euro geführt, so dass sich hieraus keine Wechselkursrisiken ergeben. Etwaige überschüssige Liquidität wird ausschließlich auf Geldmarktkonten angelegt. Die Forderungen betreffen im Wesentlichen Forderungen gegen Kunden aus dem Fahrzeughandel und dem Servicebetrieb sowie Forderungen gegen die BMW AG aus der Abrechnung von Boni, Prämien und Großkundengeschäften. Beim Verkauf von Neu-, Vorführ- und Gebrauchtfahrzeugen werden diese dem Kunden grundsätzlich erst nach vollständiger Bezahlung bzw. Freigabe der BMW Bank bei Finanzierung oder Leasing übergeben. Die Herausgabe von Kundenfahrzeugen nach einem Servicetermin erfolgt bei Neu- und Privatkunden ebenfalls grundsätzlich erst nach vollständiger Bezahlung der Werkstattleistung. Zur weiteren Minimierung von Ausfallrisiken im Kundenbereich verfügen wir zudem über ein entsprechendes Debitorenmanagement sowie eine effizientes Mahnwesen. Im kurzfristigen Bereich finanzieren wir uns überwiegend mittels Lieferantenkrediten und über Kreditlinien unserer Hausbank. Die Lieferantenverbindlichkeiten werden von uns innerhalb der vereinbarten Zahlungsfrist gezahlt. Da wir den Zahlungsverkehr mit unseren Lieferanten, insbesondere der BMW AG, ausschließlich in Euro abwickeln, bestehen keine wesentlichen Währungsrisiken. Die Zinskonditionen bei den kurzfristigen Fahrzeugfinanzierungen i.H.v. rd. 27,7 Mio. € sind variabel. Die zukünftige Entwicklung des variablen Zinssatzes hat erheblichen Einfluss auf die Finanzierungskosten. Das Zinsänderungsrisiko ist somit für uns von erheblicher Bedeutung. Nach derzeitiger Einschätzung rechnen wir für 2024 vorerst mit einem gegenüber dem Vorjahr stabilen Zinsniveau. Derivative Finanzinstrumente werden von uns nicht eingesetzt. 3.3 Gesamtaussage Durch die angemessene finanzielle Ausstattung ist das Fortbestehen des Unternehmens gesichert. Trotz der aktuell schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind derzeit keine bestandsgefährdenden Risiken für eine weitere positive Entwicklung der Gesellschaft zu erkennen. Als erhebliches, nicht näher zu spezifizierendes Risiko verbleiben die weltweit angespannte geopolitischen Lage sowie die schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland.
Itzehoe, den 19. März 2024 May & Olde GmbH gez. Christian Rönsch gez. Ralf Pohlmann Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde am 21. Mai 2024 festgestellt. Ergebnisverwendungsbeschluss:Von dem Bilanzgewinn wird ein Teilbetrag in Höhe von EUR 900.000,00 an die Gesellschafter ausgeschüttet. Der Restbetrag wird auf neue Rechnung vorgetragen. |
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