MV Werften Stralsund GmbHLiquidiert

23966 Wismar, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Stralsund HRB 20365
Eingetragen
9.8.2016
Branche
Bau von Schiffen und schwimmenden Vorrichtungen für zivile Zwecke, ohne Boots- und YachtbauReparatur und Instandhaltung von KriegsschiffenBau von Kriegsschiffen
Gegenstand
der Betrieb von einer oder mehrerer Werften, mobiler oder stationärer Dockanlagen, insbesondere für den Schiffsbau, den Schiffsumbau, die Schiffsreparatur am Standort Stralsund, auch im Wege der Betriebspacht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Carsten Haake
seit 21.6.2018
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
MV Werften Holdings GbR
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Konzern- und Jahresabschlüsse

MV Werften Stralsund GmbH

Stralsund

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis 31.12.2019

A. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

1. Allgemeines

Die MV Werften Stralsund GmbH mit Sitz in Stralsund ist ein Unternehmen der MV Werften Gruppe, einem Zusammenschluss von mehreren Unternehmen an 4 Standorten in Norddeutschland.

Die MV Werften Holdings Limited mit juristischem Sitz in London und Verwaltungssitz in Wismar (MVW Holdings) hält 100 % der Anteile an der MV Werften Stralsund GmbH (Gesellschaft, MVW Stralsund). Zwischen den beiden Gesellschaften wurde am 24. November 2016 ein Gewinnabführungsvertrag geschlossen. Die MVW Holdings ist Teil des Genting Hong Kong Limited Konzerns (Genting Hong Kong), welcher an der Börse in Hong Kong gelistet ist. Die MV Werften Gruppe führt schiffbauliche Aktivitäten für die Genting Hong Kong in Deutschland an den Standorten Wismar, Rostock, Stralsund und Bremerhaven durch.

Die MVW Stralsund hat mit der MV Werften Stralsund Property GmbH einen langfristigen Mietvertrag zur Nutzung des Werftgeländes nebst aller Anlagen geschlossen, um schiffbauliche Aktivitäten in Stralsund durchführen zu können.

2. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und das Statistische Bundesamt teilten am Anfang des Jahres 2020 mit, dass die deutsche Wirtschaft 2019 das zehnte Jahr in Folge gewachsen ist. Das Bruttoinlandsprodukt ist gegenüber dem Vorjahr um 0,6 % gestiegen.

Noch vor dem Ausbruch der Corona Pandemie ist für Deutschland für das Jahr 2020 von einem Wachstum von 1,1 % ausgegangen worden. Aufgrund der schnellen und dynamischen Ausbreitung des Virus und den damit einhergehenden Restriktionen, rechnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) nun allerdings mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung.

3. Allgemeine Entwicklungen der Kreuzfahrtbranche und Zukunftsperspektiven

Den neusten Daten des Kreuzfahrtverbandes Cruise Lines International Association (CLIA) zu Folge zeichnet sich die Kreuzfahrtbranche weiterhin durch eine weltweit anhaltende Nachfrage aus. Deutlich wird, dass ökologische Nachhaltigkeit und verantwortungsbewusstes Destinationsmanagement zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Entwicklung neuer Antriebe, Technologien und Verfahren zur Reduzierung der Umweltbelastung und gleichzeitiger Effizienzsteigerung besitzen für die Kreuzfahrtindustrie eine hohe Priorität.

In einer Pressemitteilung vom 13. Dezember 2019 erwartete der Kreuzfahrtverband CLIA für das Jahr 2020 einen weiteren Anstieg der Passagierzahlen um 2 Millionen, auf 32 Millionen Passagiere und die Inbetriebnahme von 19 neuen Hochsee-Kreuzfahrtschiffen. Seit Mitte März 2020 führt die Corona Pandemie jedoch zu einem Stillstand der weltweiten Kreuzfahrtflotte. Durch das Runterfahren des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens zur Eindämmung des Virus, kam es zu weltweiten Nachfrageinbrüchen, unterbrochenen Lieferketten, Verunsicherungen bei Investoren und Verhaltensänderungen bei den Verbrauchern. Wann die Reedereien ihre Flotten wieder in Betrieb nehmen können, ist noch nicht abschätzbar. Der allgemeine wirtschaftliche Abschwung, höhere Arbeitslosigkeit und sinkende Einkommen könnten aber zu einer schwächeren Nachfrage auch nach Kreuzfahrten führen. Auch wenn Marktbeobachter davon ausgehen, dass börsennotierte Kreuzfahrtunternehmen mittelfristig genügend Liquidität hätten, um auch eine Phase mit nahezu keinen Umsätzen bis ins erste Quartal 2021 durchzuhalten, würde es sich negativ auf die Bestellungen von Neubauaufträgen auswirken. Zukünftig werden neue Hygienemaßnahmen, neue Technologien und Notfallpläne, zur Verhinderung von Neuinfektionen, die Kreuzfahrtindustrie bestimmen.

4. Geschäftsverlauf der Gesellschaft

Das Geschäftsjahr 2019 war im Wesentlichen durch folgende Sachverhalte geprägt:

Seit Januar 2018 entsteht am Standort Stralsund die Luxus-Expeditionsyacht der Endeavor-Class, welche im Dezember 2019 ausgedockt wurde und nun zur Endausrüstung an der Kaikante liegt.

Für die neue Schiffsserie der Universal-Class wurden im Berichtsjahr sechs Absichtserklärungen mit einem Gesamtvolumen von rd. EUR 5.000 Mio. unterzeichnet.

Im abgeschlossen Geschäftsjahr 2019 wurden 1,5 Mio. Stunden am Standort in Stralsund geleistet. Eine Vollauslastung ist damit nicht gegeben gewesen, was sich wiederum bei der MVW Stralsund in einem negativen Jahresergebnis niederschlägt. Das Geschäftsjahr 2019 wurde mit einem negativen Jahresergebnis vor Verlustübernahme in Höhe von EUR 4,1 Mio. abgeschlossen. Im Vorjahr war ein negatives Jahresergebnis in niedriger zweistelliger Millionenhöhe für 2019 prognostiziert worden. Hauptgrund für den Verlust sind die gestiegenen Kosten für Material und Fremdleistungen, sowie ein erhöhtes Stundenvolumen im Zusammenhang mit dem Bau der Endeavor-Class Expeditionsyacht. Das Ergebnis wird im Rahmen des Ergebnisabführungsvertrages von der MVW Holdings übernommen und als Forderung gegen den Gesellschafter ausgewiesen.

4.1. Personal

Im Geschäftsjahr 2019 wurde der weitere Aufbau der Strukturen der MV Werften Gruppe konsequent weitergeführt. So wurden im Jahr 2019 am Standort Stralsund 82 Mitarbeiter eingestellt, um die notwendigen Ressourcen im Engineering, aber auch in der Administration weiter zu stärken. Die Produktion wurde für die Fertigstellung des Endeavor-Class Projektes mit insgesamt über 70 Einstellungen begleitet.

Darüber hinaus ist es wiederum gelungen, 24 Auszubildende und Duale Studenten einzustellen. Im Jahr 2019 wurde erstmalig mit der Ausbildung von Industriekaufleuten und Technischen Produktdesignern begonnen, um qualifizierte Fachkräfte auch für Verwaltung und Konstruktion frühestmöglich zu gewinnen und an das Unternehmen zu binden.

Im Jahr 2019 wurden die gewonnen Erkenntnisse aus dem Fortschreiten der Projekte der Global-Class, gemeinsame Fertigung in Rostock, Wismar und Stralsund, sowie der Endeavor-Class in Stralsund in die Weiterbildungsmaßnahmen integriert. Die MV Werften Gruppe wird den Fokus im Geschäftsjahr 2020 neben den fachlich erforderlichen Qualifikationen auf die bereits implementierten Themen sowie auf die Schwerpunkte Prozess- und Projektmanagement sowie Nachfolgeplanung lenken.

Auch im Jahr 2019 gab es bei MV Werften Stralsund keinen Aufsichtsrat. In der Geschäftsführung wurde kein Beschluss bezüglich der Frauenquote gefasst.

Insgesamt waren am 31. Dezember 2019 582 Mitarbeiter und 81 Auszubildende und Duale Studenten bei der MV Werften Stralsund GmbH beschäftigt.

4.2. Forschung und Entwicklung

Die im Jahre 2018 begonnenen Aktivitäten im Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation (FEI) wurden im Jahr 2019 ausgebaut und neu strukturiert. Das Direktorat Werftentwicklung und Innovation, kurz GW, ist seit März 2019 eine Stabsstelle der Geschäftsleitung und berichtet direkt an den CTO.

Das Direktorat hat die Aufgabe, FEI-Aktivitäten im Werftenverbund, sowie in den Schwesterunternehmen der Fertigmodule und der Neptun Ship Design zu koordinieren, Synergien zu erschließen und eine ganzheitliche FEI Strategie zu erarbeiten und fortzuschreiben. Darüber hinaus konzentriert sich das Direktorat auf die Verbesserung der Fertigungsprozesse der Werft und die Koordination öffentlich geförderter FEI-Projekte.

Die Entwicklungs- und Innovationstätigkeit der Werftengruppe verfolgt drei wesentliche Ziele:

Die Entwicklung innovativer, umweltfreundlicher, sicherer und wirtschaftlicher Kreuzfahrtschiffe;

Die Weiterentwicklung und Einführung effektiver und zuverlässiger Entwurfs- und Fertigungsprozesse sowie

Den Ausbau der Innovationsfähigkeit der Werften durch Wissensmanagement und Netzwerke.

Die umfangreichen Investitionen der Werftengruppe in neue Fertigungsanlagen wurden durch Innovationsprojekte zur Einführung neuer Schweißverfahren und im Bereich der Qualitätssicherung unterstützt. Neue Simulationswerkzeuge und der Aufbau eigener Entwicklungskapazität wird Entscheidungsprozesse bei Planung und Steuerung der Werftprozesse unterstützen und sicherer machen.

In beiden Bereichen sind weitere interne Projekte, aber auch Verbundprojekte mit Partnern auf deutscher und europäischer Ebene in Vorbereitung.

Forschung, Entwicklung und Innovation sind strategische Ziele der MV Werften Gruppe. Dies findet seinen Ausdruck u.a. auch in dem 2019 an die Werft verliehenen Innovationspreis "Top-Innovator-Award" für die 100 innovativsten Unternehmen in Deutschland.

B. Darstellung der Lage

1. Vermögens- und Finanzlage

EUR Mio.
31.12.2018
EUR Mio.
31.12.2018
Vermögen
- Anlagevermögen 20,6 20,7
- Umlaufvermögen 38,5 26,2
59,1 46,9
Kapital
- Eigenkapital 10,0 10,0
Fremdkapital
- kurzfristig 25,8 14,0
- mittelfristig 23,2 5,3
- langfristig 0,0 17,7
59,1 46,9

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr 2019 ist unter Angabe der Abschreibungen und Abgänge im Anlagenspiegel dargestellt.

Die Position Ausleihungen an verbunden Unternehmen betragen unverändert EUR 20,5 Mio. und resultieren aus den Forderungen aus dem Ergebnisabführungsvertrag des Jahres 2016 und 2017, welche im Geschäftsjahr 2018 in Darlehen gewandelt worden sind.

Die größte Position im Umlaufvermögen sind die Forderungen gegen verbunden Unternehmen (EUR 37,7 Mio., Vj. EUR 21,1 Mio.), welche hauptsächlich aus Leistungen im Zusammenhang mit den Neubauaufträgen (EUR 31,4 Mio., Vj. EUR 20,9 Mio.) resultieren. Des Weiteren bestehen Forderungen gegen die Gesellschafterin aus dem Ergebnisabführungsvertrag (EUR 4,1 Mio., Vj. abgeführter Gewinn EUR 0,4 Mio.).

Die flüssigen Mittel am Ende des Geschäftsjahres in Höhe von EUR 0,6 Mio. (Vj. EUR 4,1 Mio.) sind frei verfügbar.

Die Eigenkapitalquote der Gesellschaft verringert sich aufgrund der Steigerung des operativen Geschäftes von 21% auf 17%. Das Eigenkapital beträgt unverändert EUR 10,0 Mio.

2. Ertragslage

EUR Mio.
01.01.2019- 31.12.2019
EUR Mio.
01.01.2018- 31.12.2018
Umsatzerlöse 82,0 67,2
Bestandveränderung -0,5 -11,5
sonstige betriebliche Erträge 0,2 0,1
operative Aufwendungen -85,5 -55,1
Betriebsergebnis -3,9 0,7
Finanzergebnis -0,2 -0,4
Erträge aus Verlustübernahme (Vj. Aufwand) 4,1 -0,4
Jahresergebnis 0,0 0,0

Die Zunahme der Umsatzerlöse resultiert im Wesentlichen aus dem Ausbau des operativen Geschäftes. Für die aktuellen Schiffe der Global-Class und Endeavor-Class erbringt die MVW Stralsund schiffbaulichen Leistungen, die periodengerecht an die Schwestergesellschaft MVW Wismar abgerechnet werden, was mit einer Bestandsminderung einhergeht.

Die operativen Aufwendungen haben sich im Gegensatz zum Vorjahr erhöht. Hauptgrund hierfür ist die Erweiterung der schiffbaulichen Tätigkeiten einhergehend mit der Neueinstellung von Personal.

3. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Wesentlicher finanzieller Leistungsindikator ist für die Gesellschaft das Jahresergebnis vor Ergebnisabführung bzw. Verlustübernahme.

In Ergänzung hierzu werden zur Führung des operativen Geschäfts als nichtfinanzieller Leistungsindikator das produktive Stundenvolumen herangezogen. Das Stundenvolumen entscheidet in erheblichem Umfang über den Erfolg eines Auftrages, da hierüber ein Großteil der Gemeinkostendeckung erfolgt.

C. Risikobericht

1. Risikomanagement

Die Geschäftsführung der MV Werften Gruppe hat ein systematisches Risikomanagementsystem installiert. Den Projektmanagern und den Abteilungsleitern obliegt dabei die direkte Verantwortung für die Früherkennung, Steuerung und Kommunikation der projekt- und unternehmensbezogenen Risiken, die sich aus der langfristigen Auftragsfertigung und deren Umfeld ergeben.

Zur optimalen Unterstützung des Risikomanagements wurde die Position eines Risikomanagers etabliert, welcher direkt an die Geschäftsführung berichtet.

Im Rahmen des Risikomanagementsystems wird mit abgestuften Schwellenwerten über die Eintrittswahrscheinlichkeit, das Ausmaß sowie den Einfluss auf Kosten, Zeit und Performance der jeweiligen Projekte gearbeitet.

Bestandteil der Risikoberichterstattung sind eingeleitete Maßnahmen zur Risikoreduzierung.

2. Gesamtrisiko

Das Geschäftsmodell der MV Werften Gruppe und somit auch der MVW Stralsund ist von vielen Faktoren beeinflusst - unter anderem von den rechtlichen und gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, von Kooperationen mit Geschäftspartnern beziehungsweise von sonstigen Vertragsverhältnissen. Auf dieser Grundlage werden Annahmen zur Entwicklung und Profitabilität, Umsatzerlösen, Kostenpositionen, der Mitarbeiterentwicklung, der Finanzierung sowie wesentlichen Bilanzpositionen getroffen.

Die Weltkonjunktur befindet sich nach dem Ausbruch der Covid-19 Pandemie in einer schweren Rezession. Aktuell müssen sich viele Unternehmen schlagartig auf andere, extreme Rahmenbedingungen einstellen. Engpässe in der Lieferkette und geschlossene Grenzen führen zu einer immensen Einschränkung der kontinuierlichen Produktion. Hieraus entwickelt sich ein erhebliches Risiko, welches die Marktperspektiven der MV Werften Gruppe stark negativ beeinflussen könnte. In Bezug auf den Produktionsprozess können erhebliche Beeinträchtigungen durch Erkrankungen und Quarantänemaßnahmen bei der Belegschaft, durch Reisebeschränkungen oder durch weitere behördlich angeordnete Einschränkungen (wie z.B. einem "Shutdown") nicht ausgeschlossen werden. Des Weiteren sind Lieferkettenprobleme in Bezug auf Unterlieferanten als ein weiterer wesentlicher Risikofaktor zu nennen.

Neben den Risiken in Bezug auf die Lieferanten ist die Nachfrageseite derzeit stark betroffen. Einschränkungen der Reisetätigkeiten, Restriktionen und behördlichen Auflagen in Bezug auf Schiffsreisen und somit hohe Umsatzeinbußen bei den Reedereien führen zu einer deutlich reduzierten Nachfrage nach neuen Kreuzfahrtschiffen.

Die Genting Hong Kong, mit den Hauptgeschäftsfeldern Tourismus und Entertainment, steht in diesem unsicheren Marktumfeld vor großen wirtschaftlichen und finanziellen Herausforderungen. Diese bringen hohe Finanzierungsbedarfe und tiefgreifende Restrukturierungsmaßnahmen mit sich. Die Tatsache, dass Schwestergesellschaften innerhalb des Genting Hong Kong Konzerns mit einer Ausnahme aktuell die einzigen Auftraggeber der MV Werften Gruppe sind, führt dazu, dass die Finanzierungs- und Liquidationssituation maßgeblich von der des Konzerns abhängig ist.

Der Mutterkonzern Genting Hong Kong, mit den Hauptgeschäftsfeldern Tourismus und Entertainment, steht in diesem unsicheren Marktumfeld vor großen wirtschaftlichen und finanziellen Herausforderungen. Diese bringen hohe Finanzierungsbedarfe und tiefgreifende Restrukturierungsmaßnahmen mit sich. Die Tatsache, dass, bis auf ein Projekt, alle Schiffsneubauten der MV Werften Gruppe durch Schwestergesellschaften innerhalb des Genting Hong Kong Konzerns beauftragt worden sind, führt dazu, dass die Finanzierungs- und Liquidationssituation maßgeblich von der des Konzerns abhängig ist.

Derzeit sind wesentliche Verbesserungen der Rahmenbedingungen und eine Erholung des Kreuzfahrtmarktes nur schwer absehbar. Faktoren, wie eine erfolgreiche Impfstrategie auch bei neuen Covid-19 Varianten und die Umsetzung von Hygienekonzepten, spielen eine entscheidende Rolle. Einige der von den zur Genting Gruppe gehörenden Kreuzfahrtreedereien haben ihren Betrieb wiederaufgenommen, maßgeblich in Asien, ab Sommer 2021 auch zusätzlich auf den Bahamas. Aktuell geht die Branche davon aus, dass Mitte 2021 das Kreuzfahrtgeschäft insgesamt in größerem Maße wiederaufgenommen werden kann und somit eine langsame Erholung der Nachfrage eintritt. Hiervon abhängig ist auch die Nachfrage nach neuen Schiffbauprojekten bzw. der Wiederaufnahme von derzeit gestoppten Aufträgen.

Mit dem Ausbruch der Covid-19 Pandemie sieht sich die MV Werften Gruppe mit Mehrkosten konfrontiert, die zum Teil mit Gesellschaftermittel finanziert wurden. Darüberhinausgehende Bedarfe sind durch Mittel des Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes (WSF) abgebildet.

3. Bestandsgefährdendes Risiko

Die Covid-19 Pandemie hat das Kreuzfahrtgeschäft, Kerngeschäft des Mutterkonzerns Genting Hong Kong, massiv getroffen, sodass der Gesellschafter die Finanzierung der bei der MV Werften Gruppe bestellten Schiffe über die Gewährung von Gesellschafterdarlehen und Anzahlungen ab März 2020 eingeschränkt hat. Zudem mussten alle Produktionsarbeiten auf den Werften in Mecklenburg-Vorpommern ab diesem Zeitpunkt pandemiebedingt gestoppt und die Ablieferung der im Bau befindlichen Schiffe verschoben werden. Ebenfalls wird über den Bedarf von neuen Schiffen, für die es bereits Verträge und Absichtserklärungen gibt, neu zu entscheiden sein.

Im dritten Quartal 2020 hat der Gesellschafter zur Sicherstellung der Liquidität bis zum Erreichen der Zwischenfinanzierung durch den WSF der MV Werften Gruppe frei gewordene Sicherungseinlagen aus einem verpfändetem Guthabenkonto, der sogenannten "Lock box" in Höhe von TEUR 175.000 als Darlehen zur Verfügung gestellt.

Der Mutterkonzern ist in einer finanziell angespannten Lage und aktuell in einer umfassenden finanziellen Restrukturierung. Diese ist bis Ende Juni 2021 erfolgreich abgeschlossen worden. Die Tatsache, dass Schwestergesellschaften innerhalb des Mutterkonzerns die einzigen Auftraggeber sind, erhöht unter diesen Umständen das bestandsgefährdende Risiko der Gruppe.

Am Bilanzstichtag befinden sich eine Expeditionsyacht der Endeavor-Class, ein Kreuzfahrtschiff der Global-Class sowie eine Yacht im Auftragsbestand der Gruppe. Der Bau des zweiten Global-Class Schiffes ist bis auf weiteres verschoben. Bei bereits angearbeiteten Projekten, deren Realisierung nicht mehr geplant ist, bestehen wesentliche Forderungen gegenüber den konzerneigenen Bestellern bzw. der Genting Hong Kong. Damit ist die Finanzierungs- und Liquiditätslage schlussendlich auch maßgeblich von der Genting Hong Kong abhängig.

Die Auftragsergebnisse der in Mecklenburg-Vorpommern gebauten Schiffe werden durch die Pandemie und den hierdurch geänderten Rahmenbedingungen negativ beeinflusst, was zu einem deutlichen Liquiditätsmehrbedarf führt. Dementsprechend ist die Zahlungsfähigkeit der MV Werften Gruppe und der Gesellschaft in erheblichem Maße von der Unterstützung durch den WSF abhängig.

Im vierten Quartal 2020 wurde der MVW Holdings eine Kreditlinie in Höhe von TEUR 193.000 vom WSF zur Verfügung gestellt, wodurch zum einen die Finanzierung der Fertigstellung der Expeditionsyacht der Endeavor-Class und zum anderen allgemeine Betriebskosten sowie projektbezogene Kosten gesichert sind. Aus dieser Kreditlinie wurden bis zum Stichtag TEUR 58.800 von der MVW Holdings in Anspruch genommen. Dieser Kredit hat eine Endfälligkeit zum 30. Juni 2021. Die Rückzahlung ist aus freiwerdenden Mitteln einer durch Hermes gedeckten Endfinanzierung bei der Ablieferung des ersten Schiffes der Endeavor-Class erfolgt.

Zusätzlich entstandene Aufwendungen durch die Verzögerung beim Bau der Global-Class Schiffe sowie Kosten des Werftbetriebs, Restrukturierungsmaßnahmen etc. sind über weitere WSF-Mittel in Höhe von TEUR 300.000 mit einer Laufzeit bis 30. September 2022 finanziert. Diese Finanzierungsmittel werden zum einen über eine stille Beteiligung in Höhe von TEUR 60.000 und zum anderen über ein Nachrangdarlehen in Höhe von TEUR 240.000 zur Verfügung gestellt. Diese zusätzlichen Mittel sollen nach Ablieferung des ersten Schiffes der Global-Class getilgt werden. Die Mittelweiterreichung im MV Werften Teilkonzern erfolgt im Rahmen einer Liquiditätsausstattungsgarantie der MVW Holdings an ihre Tochtergesellschaften. Im Rahmen der Beurteilung der Fortführungsprämisse hat die Geschäftsführung der MVW Stralsund von der Geschäftsführung der MVW Holdings die Information erhalten, dass auf Basis einer auf MV Werften Gruppenebene erstellten Liquiditätsplanung die Liquidität der MVW Holdings und ihrer Tochtergesellschaften bis zum 31. Dezember 2022 gesichert ist und somit die Fertigstellung der Expeditionsyacht der Endeavor-Class und des Kreuzfahrtschiffs der Global-Class ermöglicht. Ein wesentlicher Finanzierungsbaustein hierzu ist das Darlehen des WSF.

Ergänzend und konkret für die MVW Stralsund hat die Geschäftsführung von der Geschäftsführung der MVW Holdings eine Liquiditätsausstattungsgarantie bis zum 30. Juni 2022 erhalten. Vor diesem Hintergrund hat die Geschäftsführung der MVW Stralsund den Jahresabschluss unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt.

Die Bauzeitfinanzierung für das zweite Schiff der Global -Class mit einem Mittelbedarf von noch über EUR 1 Mrd., wird in den nächsten Monaten abzuschließen sein. Der Auftraggeber hat sein Interesse am Bau des zweiten Kreuzfahrtschiffes der Global-Class bekundet. Als möglicher Liefertermin wird das zweite Quartal 2024 angestrebt. Das Schiff weist derzeitig einen technischen Baufortschritt von ca. 20% aus und wurde vom Auftraggeber, ein Tochterunternehmen der Genting Hong Kong, mit bereits TEUR 323.000 Eigenmittel finanziert. Die Geschäftsführung der MV Werften Gruppe hält es aus jetziger Sicht für wahrscheinlich, dass dieses Projekt im vierten Quartal 2021 reaktiviert werden kann. Um einen entsprechenden, kurzfristigen Produktionsstart zu gewährleisten, werden in der Personalplanung der MV Werften in Mecklenburg-Vorpommern die Kapazitäten bis Ende 2021 vorgehalten und dieses wiederum bei der notwendigen umfangreichen Restrukturierung berücksichtigt. Die Umsetzung dieser Strategie hängt von der Erholung des Kreuzfahrtmarktes, hauptsächlich in Asien, und der erfolgreichen Sicherstellung der notwendigen Finanzierung des Schiffes während der Bauzeit und nach Ablieferung ab.

Der langfristige Bestand der MV Werften Gruppe und der Gesellschaft ist unmittelbar abhängig von der Hereinnahme neuer schiffbaulicher Aufträge am Weltmarkt und deren erfolgreicher Abarbeitung mit positiven Auftragsergebnissen.

Die eingeleiteten Maßnahmen sind im weiteren Verlauf erfolgreich umzusetzen. Trotz der gewährten Finanzierungsmittel bleibt eine Unsicherheit hinsichtlich der Finanzierungssicherheit der MV Werften Gruppe und der Gesellschaft bestehen, da erwartete Restrukturierungseffekte später und nicht in der gewünschten Höhe eintreten könnten.

Sollten allerdings - entgegen der Annahme der Geschäftsführung - die Umsatz-, Ertrags- und Liquiditätserwartungen bei nicht nur unwesentlichen Abweichungen der Planungsannahmen nicht wie geplant erreicht werden, und insbesondere die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen nicht erfolgreich umgesetzt werden sowie die Herstellung der Schiffe nicht im kalkulierten Kostenrahmen und die Realisierung notwendiger Neubauprojekte mittelfristig nicht möglich sein, wird sich die Gruppe und damit auch die Gesellschaft in einer angespannten Liquiditätssituation befinden. Dies weist daher auf eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten (Bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB) hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen könnten, und das Unternehmen daher möglicherweise nicht in der Lage ist, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf seine Vermögenswerte zu realisieren sowie seine Schulden zu begleichen, soweit fehlende operative Zahlungsmittelzuflüsse nicht durch anderweitige Maßnahmen, insbesondere auch von weiteren Liquiditätszuschüssen von Eigen- und Fremdkapitalgebern, kompensiert werden können.

4. Wesentliche Einzelrisiken

a) Währungsrisiken

Alle mit den Kunden geschlossenen Bauverträge werden in EURO vorgenommen, sodass in dieser Hinsicht kein Währungsrisiko besteht. Gleiches gilt für die Beschaffungsseite auf die wesentlichen Verträge ausschließlich in EURO geschlossen werden.

b) Beschaffungsrisiken

Zur Produktion werden verschiedene Rohstoffe, in erster Linie Stahl, benötigt. Die Einkaufspreise können dabei je nach Marksituation erheblich schwanken und sich entsprechend auf die Kostenstrukturen auswirken. Um dem entgegenzuwirken, werden u.a. die Stahlpreise am Markt beobachtet, verschiedene Lieferanten angefragt und es wird versucht, Rahmenverträge abzuschließen, die zumindest für die nächsten Monate Preis- und somit Planungssicherheit geben. Ebenso können Lieferanten ausfallen, was wiederum Auswirkungen auf die Produktion und die vertraglichen Verpflichtungen gegenüber den Kunden hätte. Um das Risiko des Lieferantenausfalls zu minimieren wird bereits bei der Auswahl der Lieferanten auf Kriterien wie Marktposition, Produktionsprogramm, Referenzen, Firmenstruktur, Bonität und Lieferzeit geachtet. Ein weiteres strategisches Element dem Lieferantenausfall entgegen zu wirken, ist das Risikoregister. Die darin betrachteten Risiken und deren Auswertung sind die Basis zweite und dritte Lieferantenquellen im Eintrittsfall des Ausfalls sicherzustellen. Nach Vertragsabschluss werden die gebundenen Lieferanten durch den Einkauf engmaschig betreut und geführt (Expediting), um während der Vertragslaufzeit bis zur vereinbarten Lieferung bzw. Leistungserbringung das Ausfallrisiko zu vermeiden.

Aufgrund der Covid-19 Pandemie sind Produktion und Lieferketten stark beeinflusst und das Risiko von Ausfällen von Lieferanten steigt. Dementsprechend gewinnt das Thema Expediting noch stärker an Bedeutung, um frühzeitig bei eintretendem Ausfallrisiko reagieren zu können. Des Weiteren steigt durch die Pandemie ebenfalls das Risiko, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse der Marktteilnehmer verschlechtern und somit die Bonität beeinflusst wird. Dieses kann negative Auswirkungen auf die Liquiditätssituation der Lieferanten und Dienstleister haben, sodass der Bedarf nach in Vorfeld zu leistenden Anzahlungen steigt. Mit der Verschlechterung der Bonität von Lieferanten und Dienstleistern steigt zugleich das Risiko des Lieferungs- und Leistungsausfalls bei geleisteten Anzahlungen.

c) Finanzierungs- und Liquiditätssituation

Die Steuerung des Liquiditätsrisikos, d.h. das Risiko, aufgrund einer unzureichenden Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehende und zukünftig fällig werdende Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen zu können, wird für die MV Werften Gruppe im Wesentlichen durch die MVW Holdings übernommen.

Mit der MVW Holdings besteht seit dem 24. November 2016 ein Ergebnisabführungsvertrag.

Die Liquiditätssituation der MV Werften Gruppe wird durch eine wöchentlich rollierende Liquiditätsplanung für einen Planungszeitraum von 3 Monaten überwacht. Für längerfristige Betrachtungen wird auf die Unternehmensplanung abgestellt. Der Planungshorizont der aktuellen Liquiditätsplanung der MV Werften Gruppe reicht bis Ende des Jahres 2022. Alle unmittelbaren, wesentlichen Tochterunternehmen verfügen über eine Liquiditätsausstattungsgarantie der MVW Holdings mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2022.

Für die Projekte unter Vertrag und für die Projekte, für welche eine Absichtserklärung geschlossen ist, wurden Anzahlungen mit den Kunden vereinbart. Da es sich bei den derzeitigen Kunden um verbundene Unternehmen handelt, ist die Finanzierungs- und Liquiditätslage schlussendlich maßgeblich von der Genting Hong Kong abhängig.

Des Weiteren wird auf die Ausführungen unter Punkt 3 "Bestandsgefährdendes Risiko" im Risikobericht verwiesen.

d) Forderungen

Die derzeitigen Forderungen bestehen im Wesentlichen gegen verbundene Unternehmen. Somit ist das Risiko des Forderungsausfalls maßgeblich von der Finanzierungs- bzw. Liquiditätssituation der MVW Holdings und der Genting Hong Kong abhängig.

e) Personal

Die geplanten Schiffbauvorhaben der MV Werften Gruppe werden und wurden durch die Covid-19 Pandemie massiv verzögert. Die Streckung des Bauprogramms hat insbesondere in den Bereichen Konstruktion und Produktion massive Unterauslastungen zur Folge. Es besteht das latente Risiko, dass Schlüsselfunktionen und Leistungsträger durch die anhaltende Unsicherheit nicht gehalten werden können.

Des Weiteren besteht ein latentes Risiko bezüglich der Verfügbarkeit des Know-Hows und der Kapazitäten durch die im Jahr 2021 geplante Restrukturierung. Eine eventuell notwendige Kompensation über externe Dienstleister birgt das Risiko, dass diese zeitlich nicht umgehend dargestellt werden kann.

f) Produktionsrisiko

Der Abwicklung der technisch hochwertigen Einzelprojekte wird bei der Gesellschaft größte Aufmerksamkeit gewidmet. Aus den technischen und kalkulatorischen Anforderungen können Risiken entstehen, die bedeutsam sein können. Während des Konstruktions- und Bauprozesses ermöglicht es die im Controlling implementierte mitlaufende Kalkulation frühzeitig Abweichungen vom Budget festzustellen, um eventuell erforderliche Gegenmaßnahmen rechtzeitig ergreifen zu können. Bei strenger Beachtung der hohen Sicherheitsstandards und der konsequenten Anwendung des EDV-gestützten Projektcontrollings sind Risiken der künftigen Entwicklung im Bauprozess insofern weitgehend erkennbar.

D. Chancenbericht

Für das Geschäftsjahr 2021 wird von einer Erholung der Kreuzfahrtindustrie ausgegangen. Erste Reedereien haben bereits wieder Schiffe in Fahrt. Auch die Reederei Dream Cruises, als verbundenes Unternehmen der Genting Hong Kong, verkehrt wieder mit Kreuzfahrtschiffen im asiatischen Raum, im Sommer 2021 wird ein weiteres Schiff auf den Bahamas eingesetzt. Trotz eingeschränkter, pandemiebedingter Auslastung zeigen erste Erfahrungen und Zahlen einen positiven Trend. Aufgrund der sichtbaren Erholung der Branche geht die Geschäftsführung der MV Werften Gruppe davon aus, dass es gelingen kann, das derzeit verschobene zweite Projekt der Global-Class im vierten Quartal des laufenden Jahres zu reaktivieren.

Gerade in Zeiten der Ungewissheit wird die stetige Verbesserung der organisatorischen Abläufe und Prozesse zur Optimierung der Kostenstrukturen weiter an Bedeutung gewinnen.

Des Weiteren wird aktiv am Produktportfolio gearbeitet, um den sich verändernden Rahmenbedingungen anzupassen. Die technische Ausstattung des Standorts ist für alle denkbaren Produkte, Neubau, Umbau und Reparatur bestens geeignet. Auch Stahlbau für maritime und urbane Bauprojekte schaffen kurzfristige Produktionskapazitäten. Die Werften können sich auf Referenzen im Bereich arktische Schiffe, Offshore Wind Plattformen, Offshore Wind Schiffe, Fähren und Kreuzfahrtschiffe berufen. Diese Märkte werden verstärkt beobachtet und analysiert, um sich entsprechend strategisch zu positionieren. Gerade im Offshore-Markt wird, aufgrund der wachsenden Nachfragen zu regenerativen Energien, mit großen Wachstumspotenzialen gerechnet. Der Fokus der MV Werften Gruppe und somit der MVW Stralsund wird aber auch weiterhin auf dem Neubau von Kreuzfahrtschiffen liegen.

E. Prognosebericht

Auch wenn das Ausmaß der anhaltenden Pandemie noch nicht abgeschätzt werden kann, lässt sich mit Sicherheit sagen, dass sie in den kommenden Jahren erhebliche, negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und der MV Werften Gruppe haben wird. Ebenfalls könnte die Covid-19 Pandemie Auswirkungen auf die Prognosegenauigkeit haben, da die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehr deutlich davon betroffen sind.

Die gegenwärtige Strategie sieht eine Streckung des Bauprogramms und erhöhte Vertriebsaktivität vor. Der derzeitige Planungszeitraum reicht bis Ende des Jahres 2022.

Der Weiterbau des zweiten Kreuzfahrtschiffes der Global-Class wurde verschoben und die Verhandlungen über den Bau der kleineren Universal-Class Schiffe auf Basis der weiterhin bestehenden Absichtserklärungen (LOIs) zurückgestellt.

Im Geschäftsjahr 2020 wurden 0,5 Mio. Stunden am Standort in Stralsund geleistet. Eine Vollauslastung ist damit nicht gegeben gewesen, was sich wiederum bei der MVW Stralsund in einem negativen Jahresergebnis niederschlägt. Das Geschäftsjahr 2020 wurde mit einem negativen Jahresergebnis vor Verlustübernahme in Höhe von EUR 22,9 Mio. abgeschlossen.

Mit Blick auf das Geschäftsjahr 2021 und den anhaltenden Pandemiemaßnahmen und -folgen wird im Vergleich zum Geschäftsjahr 2020 von einem gleichbleibenden Stundenvolumen ausgegangen. Das Ergebnis für das Geschäftsjahr 2021 wird im mittleren negativen zweistelligen Millionen Bereich erwartet.

Das aktuelle Handeln der Geschäftsführung der MV Werften Gruppe ist darauf konzentriert, die erfolgreiche Ausrichtung der Werften an die neuen Gegebenheiten voranzutreiben, neue Projekte zu akquirieren bzw. derzeitig gestoppte Projekte zu reaktivieren und den Fortbestand des Unternehmens zu sichern.

F. Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f Abs. 4 HGB

Mangels eines Aufsichtsrats wurden bisher keine Zielgrößen für den Frauenanteil in der Geschäftsführung festgelegt. Bezüglich der Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil in den beiden unterhalb der Geschäftsführung liegenden Führungsebenen ist der Prozess zur Festlegung der Quoten noch nicht abgeschlossen.

 

Stralsund, 29. Juni 2021

Carsten Haake, Geschäftsführer, CFO

Peter Fetten, Geschäftsführer, CEO

Bilanz für das Geschäftsjahr vom 01. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019

AKTIVA

EUR 31.12.2019
EUR
31.12.2018
EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Rechte und Software 1.126,00 7.270,00
1.126,00 7.270,00
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 112.394,00 191.410,00
112.394,00 191.410,00
III. Finanzanlagen
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 20.504.449,66 20.504.449,66
20.504.449,66 20.504.449,66
20.617.969,66 20.703.129,66
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Unfertige Erzeugnisse 0,00 483.653,97
0,00 483.653,97
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 65.836,23 34.255,88
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 37.742.151,81 21.092.358,42
davon gegen Gesellschafter EUR 4.244.093,02 (Vj. EUR 157.200,78)
3. Sonstige Vermögensgegenstände 23.706,52 479.162,23
37.831.694,56 21.605.776,53
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 607.805,86 4.131.639,68
38.439.500,42 26.221.070,18
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 9.192,45 19.978,12
59.066.662,53 46.944.177,96

PASSIVA

EUR 31.12.2019
EUR
31.12.2018
EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 2.025.000,00 2.025.000,00
II. Kapitalrücklage 8.000.000,00 8.000.000,00
III. Verlustvortrag 0,00 -1.089,53
IV. Jahresüberschuss 0,00 1.089,53
10.025.000,00 10.025.000,00
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Sonstige Rückstellungen 5.677.944,95 3.233.949,08
5.677.944,95 3.233.949,08
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 6.750.000,00 5.250.000,00
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.041.802,08 1.468.137,67
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 31.594.441,33 24.588.696,25
davon gegen Gesellschafter EUR 24.148.157,07 (Vj. EUR 23.738.533,04)
4. Sonstige Verbindlichkeiten 2.977.474,17 2.378.156,75
davon aus Steuern EUR 1.214.367,97 (Vj. EUR 958.645,58)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 12.315,46 (Vj. EUR 17.739,63)
43.363.717,58 33.684.990,67
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 0,00 238,21
59.066.662,53 46.944.177,96

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019

01.01.2019 - 31.12.2019
EUR
EUR 01.01.2018 - 31.12.2018
EUR
1. Umsatzerlöse 81.973.878,60 67.247.314,00
2. Verminderung des Bestands an unfertigen Erzeugnissen - 483.653,97 - 11.519.454,62
3. Sonstige betriebliche Erträge 183.606,86 58.440,85
81.673.831,49 55.786.300,23
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 4.472.177,84 4.362.199,11
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 21.097.833,67 8.041.568,22
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 34.606.973,10 25.115.681,29
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 7.178.192,28 5.213.539,72
6. Abschreibungen a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 85.160,00 91.472,00
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen, 18.105.817,85 12.239.788,70
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 0,00 (Vj. EUR 19,40)
85.546.154,74 55.064.249,04
- 3.872.323,25 722.051,19
8. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens, 623.677,01 348.467,29
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 623.677,01 (Vj. EUR 348.467,29)
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen, 838.246,00 707.045,90
davon an verbundenen Unternehmen EUR 837.815,39 (Vj. EUR 706.933,32)
- 214.568,99 - 358.578,61
10. Ergebnis nach Steuern - 4.086.892,24 363.472,58
11. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages übernommener Verlust (Vj . abgeführter Gewinn) 4.086.892,24 - 362.383,05
12. Jahresüberschuss 0,00 1.089,53

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019

I. Allgemeine Angaben

Die MV Werften Stralsund GmbH hat ihren Sitz in Stralsund und ist im Handelsregister beim Amtsgericht Stralsund unter HRB 20365 eingetragen.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB und den ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 3 HGB.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB gegliedert.

Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzubringen sind, weitestgehend im Anhang aufgeführt.

Zwischen der Gesellschaft und der MV Werften Holdings Limited, Wismar (Amtsgericht Schwerin, HRB 12602) als herrschendem Unternehmen ist am 24. November 2016 ein Gewinnabführungsvertrag geschlossen worden.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend:

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen

Realisations- und Imparitätsprinzip werden beachtet; Vermögensgegenstände werden höchstens zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sowie die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und planmäßig linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Planmäßige Abschreibungen werden linear über einen Zeitraum zwischen 3 und 25 Jahren vorgenommen. Zinsen für Fremdkapital wurden nicht aktiviert.

Außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.

In Bezug auf die Bilanzierung geringwertiger Wirtschaftsgüter wird die steuerrechtliche Regelung des § 6 Abs. 2a EStG angewendet. Anschaffungs- oder Herstellungskosten von abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, die einer selbständigen Nutzung fähig sind, werden im Wirtschaftsjahr der Anschaffung, Herstellung oder Einlage in voller Höhe als Betriebsausgaben erfasst, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, für das einzelne Wirtschaftsgut € 250 (bis 2017 € 150) nicht übersteigen. Für geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, mehr als € 250 (bis 2017 € 150) und bis zu € 1.000 betragen, wird ein jährlicher Sammelposten im Sinne des § 6 Abs. 2a EStG gebildet. Der jährliche Sammelposten wird über fünf Jahre gewinnmindernd aufgelöst. Scheidet ein Wirtschaftsgut vorzeitig aus dem Betriebsvermögen aus, wird der Sammelposten nicht vermindert.

Finanzanlagen

Finanzanlagen werden mit dem Nennwert angesetzt. Außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.

Vorräte

Die unfertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten oder mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. In den Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen, Konstruktionsgehältern und Sondereinzelkosten auch angemessene Teile der Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Verwaltungsgemeinkosten und der Werteverzehr des Anlagevermögens mitberücksichtigt. Darüber hinaus werden Zinsen für Fremdkapital angesetzt, das zur Finanzierung der Herstellung verwendet wird, soweit sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sowie liquide Mittel

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben.

Liquide Mittel werden zu Nennwerten bilanziert.

Rechnungsabgrenzungsposten

Unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag aktiviert, die Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten sind Einnahmen vor dem Abschlussstichtag passiviert, die Erträge für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Eigenkapital

Das Eigenkapital wird zum Nennwert bilanziert.

Rückstellungen

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren und ungewissen Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen.

Verbindlichkeiten

Erhaltene Anzahlungen werden mit den Nennwerten der korrespondierenden Zahlungen bewertet.

Die Verbindlichkeiten werden mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Fremdwährungsumrechnung

Auf fremde Währung lautende Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände, liquide Mittel und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst und zum Bilanzstichtag mit dem Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Bei einer Laufzeit von mehr als einem Jahr finden das Anschaffungskostenprinzip sowie das Realisations- und Imparitätsprinzip Anwendung.

Latente Steuern

Die Ermittlung und ggf. der Ansatz latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge erfolgt auf der Ebene der Gesellschafterin und Organträgerin, MV Werften Holdings Limited.

III. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 ist unter Angabe der Abschreibungen im Anlagenspiegel dargestellt. Der Anlagenspiegel ist als Anlage zum Anhang beigefügt.

Vorräte

Am Bilanzstichtag gibt es keine ausgewiesenen unfertigen Erzeugnisse (Vorjahr T€ 484).

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (T€ 66, Vorjahr T€ 34) beinhalten hauptsächlich Forderungen aus der Altmetallverwertung.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen (T€ 37.742, Vorjahr T€ 21.092) resultieren im Wesentlichen aus Forderungen aus Neubauaufträgen (T€ 31.406, Vorjahr T€ 20.898) sowie Forderungen gegen die Gesellschafterin aus dem Ergebnisabführungsvertrag in Höhe von T€ 4.087 (Vorjahr T€ 0) und Zinsforderungen (T€ 157, Vorjahr T€ 157). Des Weiteren bestehen Forderungen aus Innovationsförderung (T€ 1.500, Vorjahr T€ 0). Die verbleibenden T€ 592 (Vorjahr T€ 37) sind Lieferungs- und Leistungsforderungen gegen Schwestergesellschaften.

Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

Die liquiden Mittel belaufen sich auf T€ 608 (Vorjahr T€ 4.132) und stehen zur freien Verfügung.

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert T€ 2.025 und die Kapitalrücklage unverändert T€ 8.000.

Sonstige Rückstellungen

Per 31. Dezember 2019 wurden sonstige Rückstellungen in Höhe von T€ 5.678 (Vorjahr T€ 3.234) gebildet. Diese setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2019
T€
31.12.2018
T€
Ausstehende Eingangsrechnungen 2.958 1.700
Urlaub, Mehrarbeit und Abfindungen 2.272 1.170
Berufsgenossenschaft und Schwerbehindertenzulage 448 363
5.678 3.234

Verbindlichkeiten

Die Aufgliederung der Verbindlichkeiten nach Restlaufzeiten ergibt sich aus dem nachfolgenden Verbindlichkeitenspiegel:

Gesamt Restlaufzeiten
T€ bis zu 1 Jahr
T€
mehr als 1 Jahr
T€
davon mehr als 5 Jahre
T€
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 6.750 6.750 0 0
(Vorjahr) (5.250) (0) (5.250) (0)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.042 2.042 0 0
(Vorjahr) (1.468) (1.468) (0) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 31.594 8.394 23.200 0
(Vorjahr) (24.589) (6.889) (17.700) (17.700)
-davon Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 24.148 948 23.200 0
(Vorjahr) (23.739) (6.039) (17.700) (17.700)
Sonstige Verbindlichkeiten 2.977 2.977 0 0
(Vorjahr) (2.378) (2.378) (0) (0)
Summe 43.364 20.164 23.200 0
(Vorjahr) (33.685) (10.735) (22.950) (17.700)

Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen übliche Eigentumsvorbehalte.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (T€ 31.594; Vorjahr T€ 24.589) betreffen im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegen die Gesellschafterin in Höhe von T€ 24.148 in Form von Darlehen (T€ 23.200, Vorjahr T€ 23.200) und die dazugehörigen Zinsen (T€ 948, Vorjahr T€ 176). Die übrigen Verbindlichen gegenüber verbundenen Unternehmen (T€ 7.806, Vorjahr T€ 850) resultieren aus Lieferungen und Leistungen.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:

01.01.2019 - 31.12.2019 01.01.2018 - 31.12.2018
T€ % T€ %
Gliederung nach Sparten
Neubauten 78.978 96 65.460 97
Umbauten/Reparaturen 344 0 262 0
Erträge Arbeitnehmerüberlassung 120 0 359 1
sonstige Erlöse 2.532 4 1.166 2
81.974 100 67.247 100
Gliederung nach Märkten
Bundesrepublik Deutschland 81.821 100 67.247 100
Übriges Europa 153 0 0 0
81.974 100 67.247 100

Sonstige betriebliche Erträge

Der Großteil der sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von T€ 184 (Vorjahr T€ 58) resultiert aus der Auflösung von Rückstellungen (T€ 158, Vorjahr T€ 22).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (T€ 18.106, Vorjahr T€ 12.240) setzen sich im Wesentlichen zusammen aus:

01.01.2019 - 31.12.2019
T€
01.01.2018 - 31.12.2018
T€
Mietaufwendungen 5.725 2.806
Instandhaltungskosten 3.377 3.690
Kosten für Bewachung, Feuerwehr und Dienstleistungen 2.951 2.563
Admnistrative Konzernumlage 2.345 241
Reinigungs- und Müllbeseitigungskosten 1.010 597
Weiterberechnete Aufwendungen 538 55

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsaufwendungen in Höhe von T€ 838 (Vorjahr T€ 707) betreffen fast ausschließlich die Zinsen an die Gesellschafterin (T€ 838).

V. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag bestanden sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen gegen Dritte in Höhe von T€ 992 (Vorjahr T€ 76). Diese Miet- und Leasingverträge enden nach heutigem Kenntnisstand zwischen 2020 und 2024.

Aus dem Mietverhältnis zwischen der Gesellschaft und der Schwestergesellschaft MV Werften Stralsund Property GmbH resultieren finanzielle Verpflichtungen von derzeit T€ 5.113 pro Jahr (Vorjahr T€ 2.746). Die Mieterhöhung ist mit umfangreichen Investitionen zu begründen. Dieser Mietvertrag läuft vorerst bis zum Ende des Jahres 2026. Der Gesamtbetrag aus diesem Mietverhältnis beträgt bis Vertragsende T€ 35.789.

Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse bestanden zum Bilanzstichtag nicht.

Angaben zur Anzahl der Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2019 waren durchschnittlich beschäftigt:

01.01.2019 - 31.12.2019 01.01.2018 - 31.12.2018
Angestellte 271 236
gewerbliche Arbeitnehmer 292 215
Summe 563 451
Auszubildende 75 57

Angaben zur Geschäftsführung

Geschäftsführer der Gesellschaft sind:

Name Beruf Zeitraum
Fetten, Peter Geschäftsführung, CEO seit 21. Juni 2018
Haake, Carsten Geschäftsführung, CFO seit 6. Juni 2018
Hagemann, Joachim Geschäftsführung bis 30. September 2020

Alle Geschäftsführer sind vom § 181 BGB (Variante 2) befreit.

Die Geschäftsführer üben ihre Tätigkeit im Rahmen ihrer Anstellung bei der MV Werften Wismar GmbH aus. Auf die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung wird unter Verweis auf § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit unterhält die Gesellschaft Geschäftsbeziehungen zu zahlreichen Unternehmen, darunter auch verbundene Unternehmen, die als nahestehende Unternehmen gelten.

Die Gesellschaft unterhält Beziehungen zu verbundenen Unternehmen in den Bereichen:

Kauf/Verkauf von Vermögensgegenständen

Bezug/Erbringung von Dienstleistungen

Nutzung/Nutzungsüberlassung von Vermögensgegenständen

Finanzierungen

Erhalt von Bürgschaften oder anderen Sicherheiten

Abreden im Ein- oder Verkauf

Konzernverhältnisse

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Genting Hong Kong Limited, Hong Kong, die den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen aufstellt, einbezogen. Der Konzernabschluss wird nach IFRS aufgestellt. Wesentliche Abweichungen zum deutschen HGB ergeben sich in der Bewertung des Anlagevermögens und des Vorratsvermögens. Der Konzernabschluss ist auf der Website von Genting Hong Kong Limited unter http://www.gentinghk.com/en/home/investo r-relations/corporat e-releases.aspx öffentlich zugänglich.

Ergebnisverwendung

Das Geschäftsjahr 2019, beginnend vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 schließt vor Ergebnisabführung mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von T€ 4.087 ab. Gemäß § 1 des bestehenden Gewinnabführungsvertrages zwischen der Gesellschaft und der MV Werften Holdings Limited vom 24. November 2016 wird das negative Jahresergebnis von der MV Werften Holdings Limited ausgeglichen.

Honorar des Abschlussprüfers

Das berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers für Abschlussprüfungsleistungen für das abgeschlossene Geschäftsjahr beträgt T€ 35.

Hinweis zu bestandsgefährdenden Risiken

Die Covid-19 Pandemie hat das Kreuzfahrtgeschäft, Kerngeschäft des Mutterkonzerns Genting Hong Kong, massiv getroffen, sodass der Gesellschafter die Finanzierung der bei der MV Werften Gruppe bestellten Schiffe über die Gewährung von Gesellschafterdarlehen und Anzahlungen ab März 2020 eingeschränkt hat. Zudem mussten alle Produktionsarbeiten auf den Werften in Mecklenburg-Vorpommern ab diesem Zeitpunkt pandemiebedingt gestoppt und die Ablieferung der im Bau befindlichen Schiffe verschoben werden. Ebenfalls wird über den Bedarf von neuen Schiffen, für die es bereits Verträge und Absichtserklärungen gibt, neu zu entscheiden sein.

Im dritten Quartal 2020 hat der Gesellschafter zur Sicherstellung der Liquidität bis zum Erreichen der Zwischenfinanzierung durch den WSF der MV Werften Gruppe frei gewordene Sicherungseinlagen aus einem verpfändetem Guthabenkonto, der sogenannten "Lock box" in Höhe von TEUR 175.000 als Darlehen zur Verfügung gestellt.

Der Mutterkonzern ist in einer finanziell angespannten Lage und aktuell in einer umfassenden finanziellen Restrukturierung. Diese ist bis Ende Juni 2021 erfolgreich abgeschlossen worden. Die Tatsache, dass Schwestergesellschaften innerhalb des Mutterkonzerns die einzigen Auftraggeber sind, erhöht unter diesen Umständen das bestandsgefährdende Risiko der Gruppe.

Am Bilanzstichtag befinden sich eine Expeditionsyacht der Endeavor-Class, ein Kreuzfahrtschiff der Global-Class sowie eine Yacht im Auftragsbestand der Gruppe. Der Bau des zweiten Global-Class Schiffes ist bis auf weiteres verschoben. Bei bereits angearbeiteten Projekten, deren Realisierung nicht mehr geplant ist, bestehen wesentliche Forderungen gegenüber den konzerneigenen Bestellern bzw. der Genting Hong Kong. Damit ist die Finanzierungs- und Liquiditätslage schlussendlich auch maßgeblich von der Genting Hong Kong abhängig.

Die Auftragsergebnisse der in Mecklenburg-Vorpommern gebauten Schiffe werden durch die Pandemie und den hierdurch geänderten Rahmenbedingungen negativ beeinflusst, was zu einem deutlichen Liquiditätsmehrbedarf führt. Dementsprechend ist die Zahlungsfähigkeit der MV Werften Gruppe und der Gesellschaft in erheblichem Maße von der Unterstützung durch den WSF abhängig.

Im vierten Quartal 2020 wurde der MVW Holdings eine Kreditlinie in Höhe von TEUR 193.000 vom WSF zur Verfügung gestellt, wodurch zum einen die Finanzierung der Fertigstellung der Expeditionsyacht der Endeavor-Class und zum anderen allgemeine Betriebskosten sowie projektbezogene Kosten gesichert sind. Aus dieser Kreditlinie wurden bis zum Stichtag TEUR 58.800 von der MVW Holdings in Anspruch genommen. Dieser Kredit hat eine Endfälligkeit zum 30. Juni 2021. Die Rückzahlung ist, aus freiwerdenden Mitteln einer durch Hermes gedeckten Endfinanzierung, bei der Ablieferung des ersten Schiffes der Endeavor-Class erfolgt.

Zusätzlich entstandene Aufwendungen durch die Verzögerung beim Bau der Global-Class Schiffe sowie Kosten des Werftbetriebs, Restrukturierungsmaßnahmen etc. sind über weitere WSF-Mittel in Höhe von TEUR 300.000 mit einer Laufzeit bis 30. September 2022 finanziert. Diese Finanzierungsmittel werden zum einen über eine stille Beteiligung in Höhe von TEUR 60.000 und zum anderen über ein Nachrangdarlehen in Höhe von TEUR 240.000 zur Verfügung gestellt. Diese zusätzlichen Mittel sollen nach Ablieferung des ersten Schiffes der Global-Class getilgt werden. Die Mittelweiterreichung im MV Werften Teilkonzern erfolgt im Rahmen einer Liquiditätsausstattungsgarantie der MVW Holdings an ihre Tochtergesellschaften. Im Rahmen der Beurteilung der Fortführungsprämisse hat die Geschäftsführung der MVW Stralsund von der Geschäftsführung der MVW Holdings die Information erhalten, dass auf Basis einer auf MV Werften Gruppenebene erstellten Liquiditätsplanung die Liquidität der MVW Holdings und ihrer Tochtergesellschaften bis zum 31. Dezember 2022 gesichert ist und somit die Fertigstellung der Expeditionsyacht der Endeavor-Class und des Kreuzfahrtschiffs der Global-Class ermöglicht. Ein wesentlicher Finanzierungsbaustein hierzu ist das Darlehen des WSF.

Ergänzend und konkret für die MVW Stralsund hat die Geschäftsführung von der Geschäftsführung der MVW Holdings eine Liquiditätsausstattungsgarantie bis zum 30. Juni 2022 erhalten. Vor diesem Hintergrund hat die Geschäftsführung der MVW Stralsund den Jahresabschluss unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt.

Die Bauzeitfinanzierung für das zweite Schiff der Global -Class mit einem Mittelbedarf von noch über EUR 1 Mrd., wird in den nächsten Monaten abzuschließen sein. Der Auftraggeber hat sein Interesse am Bau des zweiten Kreuzfahrtschiffes der Global-Class bekundet. Als möglicher Liefertermin wird das zweite Quartal 2024 angestrebt. Das Schiff weist derzeitig einen technischen Baufortschritt von ca. 20% aus und wurde vom Auftraggeber, ein Tochterunternehmen der Genting Hong Kong, mit bereits TEUR 323.000 Eigenmittel finanziert. Die Geschäftsführung der MV Werften Gruppe hält es aus jetziger Sicht für wahrscheinlich, dass dieses Projekt im vierten Quartal 2021 reaktiviert werden kann. Um einen entsprechenden, kurzfristigen Produktionsstart zu gewährleisten, werden in der Personalplanung der MV Werften in Mecklenburg-Vorpommern die Kapazitäten bis Ende 2021 vorgehalten und dieses wiederum bei der notwendigen umfangreichen Restrukturierung berücksichtigt. Die Umsetzung dieser Strategie hängt von der Erholung des Kreuzfahrtmarktes, hauptsächlich in Asien, und der erfolgreichen Sicherstellung der notwendigen Finanzierung des Schiffes während der Bauzeit und nach Ablieferung ab.

Der langfristige Bestand der MV Werften Gruppe und der Gesellschaft ist unmittelbar abhängig von der Hereinnahme neuer schiffbaulicher Aufträge am Weltmarkt und deren erfolgreicher Abarbeitung mit positiven Auftragsergebnissen.

Die eingeleiteten Maßnahmen sind im weiteren Verlauf erfolgreich umzusetzen. Trotz der gewährten Finanzierungsmittel bleibt eine Unsicherheit hinsichtlich der Finanzierungssicherheit der MV Werften Gruppe und der Gesellschaft bestehen, da erwartete Restrukturierungseffekte später und nicht in der gewünschten Höhe eintreten könnten.

Sollten allerdings - entgegen der Annahme der Geschäftsführung - die Umsatz-, Ertrags- und Liquiditätserwartungen bei nicht nur unwesentlichen Abweichungen der Planungsannahmen nicht wie geplant erreicht werden, und insbesondere die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen nicht erfolgreich umgesetzt werden sowie die Herstellung der Schiffe nicht im kalkulierten Kostenrahmen und die Realisierung notwendiger Neubauprojekte mittelfristig nicht möglich sein, wird sich die Gruppe und damit auch die Gesellschaft in einer angespannten Liquiditätssituation befinden. Dies weist daher auf eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten (Bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB) hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen könnten, und das Unternehmen daher möglicherweise nicht in der Lage ist, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf seine Vermögenswerte zu realisieren sowie seine Schulden zu begleichen, soweit fehlende operative Zahlungsmittelzuflüsse nicht durch anderweitige Maßnahmen, insbesondere auch von weiteren Liquiditätszuschüssen von Eigen- und Fremdkapitalgebern, kompensiert werden können.

Nachtragsbericht

Die MV Werften Gruppe sieht sich, wie die gesamte Kreuzfahrtbranche und viele andere Unternehmen in Europa und der Welt, den Herausforderungen der gravierenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19 Pandemie gegenüber.

Mit dem Ausbruch der Covid-19 Pandemie Ende März 2020 wurde der gesamte Werftbetrieb am Standort Stralsund eingestellt. Seit dem 1. April 2020 sind die Mitarbeiter in Kurzarbeit. Zusätzlich wurden alle Vergaben an externe Unternehmen und Neueinstellungen gestoppt und die Anzahl der Mitarbeiter in Arbeitnehmerüberlassungen und Werkverträgen reduziert. Durch die pandemiebedingte Schließung sämtlicher Geschäftsfelder sind die finanziellen und wirtschaftlichen Einbußen für den Mutterkonzern Genting Hong Kong Limited, Hong Kong, massiv. Da der Mutterkonzern der einzige Auftraggeber der Werften ist, wirkt sich das wiederum negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aller Gesellschaften der MV Werften Gruppe aus. Die aktuellen Bauvorhaben samt Finanzierung wurden mit dem Ausbruch der Pandemie zunächst gestoppt. Die Arbeiten an der im baubefindlichen Expeditionsyacht der Endeavor-Class in der Werft in Stralsund konnten im zweiten Halbjahr 2020 unter speziellen Hygienemaßnahmen am Standort Stralsund wiederaufgenommen werden. Im März 2021 wurde die Probefahrt der Expeditionsyacht erfolgreich durchgeführt.

Infolge der wirtschaftlichen Lage der Gesellschaft wurden im Jahr 2020 Restrukturierungsmaßnahmen beschlossen für die zum 31. Dezember 2020 Rückstellungen in Höhe von T€ 13.057 gebildet wurden.

 

Stralsund, 29. Juni 2021

Carsten Haake, Geschäftsführung

Peter Fetten, Geschäftsführung

Anlage:

Anlagenspiegel (HGB) zum 31. Dezember 2019

Anlagenspiegel (HGB) zum 31.12.2019

Anschaffungs-/ Herstellungskosten
Angaben
in EUR
Stand am 01.01.2019 Zugänge Abgänge Stand am 31.12.2019
Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Rechte und Software 21.668,00 0,00 0,00 21.668,00
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 21.668,00 0,00 0,00 21.668,00
Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 349.445,85 0,00 0,00 349.445,85
Summe Sachanlagen 349.445,85 0,00 0,00 349.445,85
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 20.504.449,66 0,00 0,00 20.504.449,66
Summe Finanzanlagen 20.504.449,66 0,00 0,00 20.504.449,66
Summe Anlagevermögen 20.875.563,51 0,00 0,00 20.875.563,51
Kumulierte Abschreibungen
Angaben
in EUR
Stand am 01.01.2019 Zugänge Abgänge Stand am 31.12.2019
Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Rechte und Software 14.398,00 6.144,00 0,00 20.542,00
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 14.398,00 6.144,00 0,00 20.542,00
Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 158.035,85 79.016,00 0,00 237.051,85
Summe Sachanlagen 158.035,85 79.016,00 0,00 237.051,85
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Anlagevermögen 172.433,85 85.160,00 0,00 257.593,85
Bilanzwerte
Angaben
in EUR
Stand am 31.12.2019 Stand am 31.12.2018
Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Rechte und Software 1.126,00 7.270,00
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 1.126,00 7.270,00
Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 112.394,00 191.410,00
Summe Sachanlagen 112.394,00 191.410,00
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 20.504.449,66 20.504.449,66
Summe Finanzanlagen 20.504.449,66 20.504.449,66
Summe Anlagevermögen 20.617.969,66 20.703.129,66

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die MV Werften Stralsund GmbH, Stralsund

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der MV Werften Stralsund GmbH, Stralsund, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der MV Werften Stralsund GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben in Abschnitt "Hinweis zu bestandsgefährdenden Risiken" des Anhangs sowie in Abschnitt "C. Risikobericht - 3. Bestandsgefährdendes Risiko" des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass der Fortbestand der Gesellschaft und der MV Werften Gruppe von der erfolgreichen Umsetzung der eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen, der Herstellung der Schiffe im kalkulierten Kostenrahmen und der mittelfristigen Realisierung notwendiger Neubauprojekte in der MV Werften Gruppe abhängig ist. Wie in Abschnitt "Hinweis zu bestandsgefährdenden Risiken" und Abschnitt "C. Risikobericht - 3. Bestandsgefährdendes Risiko" dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote).

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Bremen, den 29. Juni 2021

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Thomas Ull, Wirtschaftsprüfer

ppa. Ludwig Fink, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31.12.2019 wurde am 29.6.2021 festgestellt.

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

1 nahegelegene Organisation

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.