Indra Avitech GmbH
Bahnhofplatz 3, 88045 Friedrichshafen, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Tsvetan Dr. Georgiev Penev seit 10.11.2025 | Prokura |
Christian Sonders seit 8.10.2025 | Prokura |
Angela Natalie Rauneker seit 8.10.2025 | Prokura |
Gerd Hunno Philipps seit 8.10.2025 | Geschäftsführer |
Andrés Díez Molina seit 23.6.2025 | Geschäftsführer |
Ulrich Lais seit 5.9.2012 | Prokura |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
Indra Advanced Technology, S.L. | 100.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
![]() Indra Avitech GmbHFriedrichshafenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht für das Geschäftsjahr 20231 Grundlagen 1.1 Geschäftsmodell Die Indra Avitech GmbH ist ein IT-Unternehmen mit Hauptsitz in Friedrichshafen sowie einer Niederlassung in Langen bei Frankfurt. Die Indra Avitech GmbH ist ein 100 %iges Tochterunternehmen der Indra Sistemas S.A., Madrid, Spanien, und besitzt mit der Indra Avitech s.r.o. eine 100 %ige Tochtergesellschaft in Bratislava, Slowakei. Die Indra Avitech GmbH verfügt über mehr als 50 Jahre Erfahrung in dem Segment Air Traffic Management (kurz: ATM bzw. Flugsicherungs- und Flugverkehrsmanagement) und ist heute in über 50 Ländern auf der Welt tätig. Hierbei unterstützen wir unsere Kunden sowohl mit unseren State-of-the-Art-Lösungen als auch mit unseren Consultancy Services. Des Weiteren unterstützt die Indra Avitech GmbH als in Deutschland ansässiges Unternehmen auch die Vertriebs- und Business Development Aktivitäten der im Mutterkonzern entwickelten Lösungen in der Verteidigung und Sicherheit auf dem deutschen Markt. Insofern erzielt die Gesellschaft auch Umsatzerlöse in der Verteidigungsbranche. Im Bereich der mobilen Kommunikation unterstützt die Indra Avitech GmbH im Telekommunikationsbereich tätige Unternehmen mit Leistungen sowohl im Mobile-Applikationen- als auch im Netzwerk-Management-Bereich. Aufgrund der aktuellen Marktsituation wurden die hier bestehenden Verträge erweitert bzw. verlängert. Das Geschäftsmodell kann daher in die Business Units / Geschäftsbereiche
unterteilt werden. Mit anderen Worten, wesentliche Veränderungen des Geschäftsmodells haben sich im Geschäftsjahr nicht ergeben. 1.2 Bericht über Forschung und Entwicklung Eine wichtige Grundlage für unsere Innovationskraft im Geschäftsbereich ATM ist ein Team hochqualifizierter, insbesondere technisch-naturwissenschaftlich versierter Mitarbeiter. Im Bereich Produktmanagement und Entwicklung verfügen wir über einen Pool von Mitarbeitern, die sich mit neuen Lösungen und Entwicklungen für die Produkte befassen. Mit der Entwicklung neuer Lösungen investiert die Indra Avitech GmbH in zukünftige Geschäftsbereiche, welche vom Markt in den nächsten Jahren erwartet werden. Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen insgesamt TEUR 652 (Vj.: TEUR 512), dies entspricht 2,1% der Umsatzerlöse. Die im Jahr 2021 bzw. 2022 aktivierten Entwicklungsleistungen in Höhe von TEUR 310 wurden zu Beginn des Jahres 2023 formal fertiggestellt und insofern im Jahr 2023 mit TEUR 103 abgeschrieben. Der Buchwert zum Bilanzstichtag beträgt TEUR 207. 2 Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Laut den aktuellen Erhebungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist die Weltwirtschaft 2023 um ca. 3,1 % gewachsen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) kommt zu den gleichen Annahmen: Sie geht ebenfalls von einer Steigerung von ca. 3,1 % für das abgelaufene Geschäftsjahr aus und ihren Angaben zufolge blieb das Wachstum konstant. Als Hauptgrund für die solide wachsende Wirtschaftsleistung wird eine relativ widerstandsfähige globale Wirtschaftstätigkeit genannt. Außerdem ging die Inflation weiter zurück und das Vertrauen des privaten Sektors in die wirtschaftliche Lage verbesserte sich. Allerdings sind die Auswirkungen der restriktiven monetären Bedingungen nach wie vor spürbar, insbesondere auf den Immobilien- und Kreditmärkten. Laut Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Union, wuchs die Wirtschaftsleistung 2023 sowohl in der Eurozone als auch in der EU insgesamt um jeweils ca. 0,5 %. Der EU-Raum blieb somit deutlich hinter den erzielten Wachstumsraten der Weltwirtschaft zurück. Gründe für das gedämpfte Wachstum sind neben der niedrigen Kaufkraft der privaten Haushalte die hohen Zinsen sowie die gestiegene Inflationsrate. Die wirtschaftliche Eintrübung entspricht den Prognosen des IWF, der ebenfalls von ca. 0,5 % für den Euroraum ausgeht. Die Rahmenbedingungen blieben im abgelaufenen Geschäftsjahr schwierig. Der Ukraine-Krieg hat die Wirtschaft in der EU getroffen und birgt neben dem Konflikt im Nahen Osten nach wie vor Abwärtsrisiken. Branchenbezogene Rahmenbedingungen Die wirtschaftliche Lage der „Nachfrage nach Flugreisen (Air travel Demand)“ im Jahr 2023 hat sich wieder normalisiert. Die IATA International Air Transport Association gab bekannt, dass sich die Erholung im Flugverkehr im Dezember 2023 fortsetzte und das Gesamtverkehrsaufkommen 2023 noch näher an die Nachfrage vor der Corona-Pandemie heranrückte (https://www.iata.org/en/pressroom/2024-releases/2024-01-31-02/). In dem für Indra Avitech GmbH wichtigen Bereich der Flugverkehrsbranche zeigte die Verbesserung der Lage weiterhin positive Auswirkungen mit einem Umsatzanstieg von ca. 15 % im ATM-Bereich. Die Entwicklung des Defence-Bereichs (Verteidigungssektor) in Deutschland im Jahr 2023 wurde maßgeblich von geopolitischen Ereignissen, den gestiegenen sicherheitspolitischen Anforderungen und strategischen Entscheidungen der Bundesregierung beeinflusst mit der grundsätzlichen Erhöhung der Verteidigungsausgaben und der Beschaffung moderner Ausrüstung. Die Investitionen auf dem Telekommunikationsmarkt im Jahr 2023 wurden von mehreren wichtigen globalen Trends und Entwicklungen geprägt. Der Fokus lag auf der Modernisierung und Erweiterung der Netzwerkinfrastruktur, der Integration neuer Technologien wie 5G und Edge Computing sowie nachhaltigen und innovativen Strategien. Die Herausforderungen (z. B. hohe Kosten, wirtschaftliche Unsicherheiten oder regulatorische Hürden) wurden weitgehend durch die Aussicht auf langfristige Wachstumschancen ausgeglichen. 2.2 Analyse des Geschäftsverlaufs In Bezug auf die erbrachte Gesamtleistung (Umsatz und Bestandsveränderung) kann das Geschäftsjahr 2023 in dem für die Indra Avitech GmbH maßgeblichen ATM-Markt (Markt für Technologien, Systeme und Dienstleistungen, die mit der Verwaltung des Luftverkehrs zusammenhängen) als zufriedenstellend bezeichnet werden. Die erbrachte Gesamtleistung (Umsatz und Bestandsveränderung) hat gegenüber dem Vorjahr nochmals deutlich zugenommen. Allerdings ist das Jahresergebnis durch den überproportionalen Anstieg der Material- und insbesondere der Personalaufwendungen sowie durch sonstige gestiegene Kosten und zusätzliche Belastungsfaktoren im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Basierend auf den Produkten der Indra Avitech GmbH im Bereich Aeronautical Information Management (AIM), unterstützt von Lösungen sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich und auf den von den Kunden geschätzten Dienstleistungen im Bereich Consultancy & Service, konnte die Indra Avitech GmbH das seit Jahren kontinuierliche erfreuliche Ergebnis an neuen Verträgen und Auftragseingängen fortsetzen. Die im Budget geplanten Ziele für Umsatz konnten erreicht werden, jedoch konnte der geplante EBIT nicht erreicht werden. Die Entwicklung der Einkaufsaktivitäten des Marktes zeigte im Jahr 2023 die üblichen etablierten Mitbewerber an den entsprechenden Ausschreibungen. Einige von diesen üblichen Mitbewerbern haben ihre Vertriebstätigkeit und ihre strategische Position im Jahr 2023 weiter gefestigt, was den erfolgreichen Abschluss neuer Verträge durch erhöhten Wettbewerb erschwert. Dennoch gelang es der Indra Avitech GmbH, bedeutende neue Aufträge zu erhalten bzw. von strategischen Kunden wieder ausgewählt zu werden und sich damit eine gute Ausgangsposition für die kommenden Geschäftsjahre zu schaffen. Der zwischen der Gesellschaft und der Telefonica Germany bestehende Vertrag wurde zwar grundsätzlich weitergeführt. Allerdings wurde der Wartungsvertrag für die Jahre 2023 - 2025 an ein weiteres Unternehmen vergeben mit der Folge von deutlichen Umsatzrückgängen. Der Umsatzrückgang in diesem Bereich beträgt rd. 70 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Aktivitäten zur Positionierung der Indra-Produkte in Deutschland wurden stärker und aktiver angegangen. Im Jahr 2023 konnten deshalb mehrere bedeutende Angebotsverfahren angegangen werden (sowohl im Bereich der Luftüberwachung als auch in der Flughafen Automatisierung). Es wurde ein mehrjähriger Wartungsvertrag mit dem Mutterunternehmen geschlossen, der Auswirkungen auf unser Geschäftsvolumen haben wird. Darüber hinaus wurden weitere zusätzliche Business Development Initiativen angegangen. Diese Aktivitäten führten im Jahr 2023 zu keinen bedeutenden zusätzlichen finanziellen Auswirkungen für das Unternehmen, werden sich aber in der Zukunft bemerkbar machen. 2.3 Lage des Unternehmens 2.3.1 Ertragslage Im Jahr 2023 wurden Umsatzerlöse von TEUR 30.698 (Vj.: TEUR 26.865) erzielt. Der Anstieg ist auf die zuvor erwähnten Gründe zurückzuführen. Das EBIT beträgt TEUR 131 bzw. 0,4 % bezogen auf die Umsatzerlöse nach TEUR 1.091 (bzw. 4,1 %) im Vorjahr. Damit konnten zwar die prognostizierten Umsatzerlöse von TEUR 29.397 leicht übertroffen werden, jedoch wurde die geplante Umsatzrendite von 9,3 % nicht erreicht. Das Vertragsabschlussvolumen lag im Jahr 2023 mit rund TEUR 35.770 deutlich über dem Niveau des Vorjahres mit TEUR 25.456. Im Jahr 2023 wird eine Gesamtleistung (Umsatz und Bestandsveränderung) von TEUR 32.045 (Vj.: TEUR 27.909) ausgewiesen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Gesamtleistung um 14,8 %. Bezogen auf den ATM-Businessbereich lag die Gesamtleistung bei TEUR 29.451 nach TEUR 25.518 im Vorjahr. In der internen Verteilung dieses Businessbereiches beläuft sich der Jahresumsatz mit den nationalen Hauptkunden auf TEUR 9.236 im Vergleich zu TEUR 9.935 im Vorjahr. Wie bereits im Lagebericht des Jahres 2022 dargelegt, wurde der bestehende Telefónica Germany-Vertrag grundsätzlich fortgeführt, jedoch mit einem signifikanten Rückgang der Leistungen, da der Wartungsvertrag für die Jahre 2023 bis 2025 an ein drittes Unternehmen vergeben wurde. Der Gesamtumsatz im Bereich Telefónica Germany beläuft sich insofern auf TEUR 577 im Vergleich zu TEUR 2.083 im Vorjahr. Auf den Bereich Defense entfallen TEUR 670 (Vj.: TEUR 308) des Gesamtumsatzes. Der Anstieg ist auf die ansteigenden Aktivitäten im Defense Bereich zurückzuführen. Die direkten Kosten (Materialaufwand) bewegen sich mit TEUR 18.942 deutlich über dem Vorjahresniveau (TEUR 16.109). Die Materialaufwandsquote (Materialaufwand/Gesamtleistung) liegt bei 59,1 % (Vj.: 57,7%), was im Wesentlichen auf den Projektmix zurückzuführen ist. Der Personalaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr von TEUR 7.988 auf TEUR 9.845 gestiegen, was insbesondere mit der Erhöhung der Anzahl der Mitarbeiter verbunden mit Gehaltsteigerungen zurückzuführen ist. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um TEUR 301 auf TEUR 3.007 (Vj.: TEUR 2.706) ist im Wesentlichen auf grundsätzlich höhere Kosten in den Bereichen Miete und Energie, Reise- und Werbetätigkeiten sowie den Bezug von nicht projektbezogenen Leistungen zurückzuführen. Im Vorjahr waren zudem Forderungsverluste und Zuführungen zu Wertberichtigungen auf Forderungen von TEUR 1.068 im Vergleich zu TEUR 804 im Geschäftsjahr enthalten. Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr ein EBIT (Jahresergebnis vor Zinsergebnis und Ertragsteuern) von TEUR 131 (Vj.: TEUR 1.091). Der Jahresüberschuss beläuft sich auf TEUR 102 im Vergleich zu TEUR 861 im Vorjahr. Die Umsatzrendite (Jahresergebnis/Umsatzerlöse) beträgt 0,3 % und liegt somit deutlich unter dem Vorjahr (Vj.: 3,2 %). Ergänzend weisen wir darauf hin, dass das slowakische Tochterunternehmen, die Indra Avitech s.r.o. im Jahr 2023 bei einem Umsatz von TEUR 10.495 (Vj. TEUR 7.578) einen Gewinn von TEUR 696 (Vj. TEUR 487) erwirtschaftet hat. Dies ist im Wesentlichen auf das Project iNM zurückzuführen. Hier wird ein neues Information Management System für die EUROCONTROL entwickelt. Der Auftrag wird durch die Indra Avitech GmbH abgewickelt und an die Indra Sistemas abgerechnet. Die Entwicklungsleistungen zu diesem Projekt werden vornehmlich durch die Indra Avitech s.r.o. erbracht, was sich auch im dem starken Anstieg, der durch die Indra Avitech s.r.o. in Rechnung gestellten Leistungen widerspiegelt. 2.3.2 Finanzlage Die Gesellschaft finanziert sich grundsätzlich selbst aus der operativen Geschäftstätigkeit. Die liquiden Mittel zum Abschlussstichtag belaufen sich auf TEUR 6.173 (Vj.: TEUR 948). Unter Einbezug der Cash-Pool-Forderungen gegen die Indra Sistemas betragen die liquiden Mittel insgesamt TEUR 6.173 im Vergleich zu TEUR 8.242 im Vorjahr. Zum Bilanzstichtag besteht keine Cash-Pool-Forderung (Vorjahr: TEUR 7.294). Im Rahmen der bestehenden Cash-Pooling-Vereinbarung mit dem Mutterunternehmen verfügt die Gesellschaft darüber hinaus über eine ausreichend hohe Kreditlinie. Diese Kreditlinie in Höhe von TEUR 1.500 musste im Jahr 2023 aufgrund des zufriedenstellenden Zahlungszuflusses aus der operativen Geschäftstätigkeit und des Cash Managements wie im Vorjahr nicht in Anspruch genommen werden. Ergänzend weisen wir daraufhin, dass die Kreditlinie im März 2025 auf TEUR 2.800 erhöht wurde. Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2023 Investitionen von TEUR 74 durchgeführt. Aufgrund der planmäßigen Abschreibungen hat sich der Buchwert des Anlagevermögens verringert. Die Eigenkapitalquote des Unternehmens liegt mit 59,0 % etwas unter dem Niveau des Vorjahreswertes von 59,7 %. Die Finanzlage des Unternehmens kann somit weiterhin als sehr stabil bezeichnet werden. Ergänzend weisen wir daraufhin, dass zur vorsorglichen Unterstützung der finanzwirtschaftlichen Situation aufgrund der Verlustsituation im Jahr 2024 und in den ersten Monaten des Jahres 2025 das Mutterunternehmen (Indra Sistemas S.A., Madrid/Spanien) am 17. September 2025 eine harte, auf den 31. Dezember 2026, befristete Patronatserklärung ausgesprochen hat. Danach verpflichtet sich das Mutterunternehmen unwiderruflich Sorge dafür zu tragen, dass die Gesellschaft finanziell so ausgestattet ist, dass sie ihren aktuellen und zukünftigen Verpflichtungen jederzeit nachkommen kann. 2.3.3 Vermögenslage Die Indra Avitech GmbH verzeichnet zum Bilanzstichtag ein Anstieg der Bilanzsumme um TEUR 408 von TEUR 18.290 auf TEUR 18.698 zum 31. Dezember 2023. Während sich das Anlagevermögen im Wesentlichen bedingt durch Abschreibungen um TEUR 154 verringerte, erhöhte sich das Umlaufvermögen aufgrund des gestiegenen Umsatz- und Geschäftsvolumens um TEUR 627. Insbesondere erhöhten sich die in Arbeit befindlichen Aufträge (unfertige Leistungen) von TEUR 2.380 im Vorjahr auf TEUR 3.727 zum Bilanzstichtag. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (gegen Dritte und gegen verbundene Unternehmen) erhöhten sich um TEUR 550, was mit dem gestiegenen Umsatz- und Geschäftsvolumen in Zusammenhang steht. Dem Anstieg der Guthaben bei Kreditinstituten (um TEUR 5.225) steht der Rückgang der Cash-Pool-Forderung (um TEUR 7.249) zum Stichtag entgegen. Auf der Passivseite sind die Rückstellungen um TEUR 1.697 zurückgegangen. Dies resultiert im Wesentlichen aus der Inanspruchnahme der Rückstellungen für nachlaufende Tätigkeiten für abgeschlossene Projekte aus Vorjahren und geringere Rückstellungen für Nacharbeiten zum Bilanzstichtag. Gegenläufig haben sich die Personalrückstellungen im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Zum Bilanzstichtag bestehen zudem keine Steuerrückstellungen (Vorjahr: TEUR 79). Die Verbindlichkeiten liegen im Geschäftsjahr mit TEUR 4.674 (Vj.: TEUR 2.672) deutlich über dem Vorjahrsniveau. Der Hauptgrund dafür sind die höheren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (gegenüber Dritten und verbundenen Unternehmen) aufgrund des höheren Bezugs von Leistungen im Zusammenhang mit den Projekten. 2.3.4 Bedeutende finanzielle Leistungsindikatoren Die bedeutendsten finanziellen Leistungsindikatoren der Gesellschaft sind die Umsatzerlöse bzw. die Gesamtleistung (Umsatzerlöse und Bestandsveränderung) sowie das EBIT. Darüber hinaus ist das Vertragsabschlussvolumen, diverse Liquiditätskennzahlen sowie die direkten Kosten (= Materialaufwand) von Bedeutung, jedoch nicht steuerungsrelevant. 2.3.5 Zusammenfassende Einschätzung der Entwicklung im aktuellen Geschäftsjahr Unter Berücksichtigung der Entwicklung im Auftragseingangs- und Umsatzbereich ist das Geschäftsjahr 2023 für das Unternehmen als noch zufriedenstellend zu bewerten. Allerdings ist das Jahresergebnis durch gestiegene Kosten und zusätzliche Belastungsfaktoren im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Die prognostizierten Ziele für das Jahr 2023 konnten insofern nur im Bereich der Umsatz- und Gesamtleistung erzielt werden. Die Zielvorgabe für das EBIT konnte allerdings nicht erreicht werden. Die Gründe sind in den obigen Ausführungen erläutert. Ergänzend weisen wir darauf hin, dass im Geschäftsjahr 2023 erneut Wertberichtigungen auf Forderungen von TEUR 530 gebildet wurden. 3 Risiko- und Chancenbericht sowie Prognosebericht 3.1 Allgemeiner Risikobericht Unser Risikomanagement-System basiert auf einem kontinuierlichen Überwachungsprozess sowohl der intern als auch der extern laufenden Aktivitäten, der sich auf die Früherkennung von Warnsignalen konzentriert und Kontrollmechanismen einsetzt. Das Ziel des Risikomanagements ist ein kontrollierter Umgang mit Risiken für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens. Das Risikomanagement sollte uns in die Lage versetzen, ungünstige Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und diesen entgegenzusteuern (z.B. das Ergreifen zeitnah gesteuerter Maßnahmen gegen das Risiko, noch bevor das Risiko eintritt). Daher ist das Risikomanagement ein integraler Bestandteil des aktiven Management-Kontrollsystems. Das Risikomanagement-System unterstützt die folgenden Ziele:
Der Risikoerkennungs- und -Revisions-Prozess erfolgt in drei verschiedenen Stufen, der sowohl die zukünftigen Möglichkeiten als auch die laufenden Projekte betrachtet und diese aus allen notwendigen Perspektiven (z.B. Finanzen, Human Resources, Organisation) bewertet. 3.2 Spezielle Risikobereiche Das Unternehmen ist den allgemeinen Marktrisiken ausgesetzt, die sich aus veränderten Marktbedingungen, konjunkturellen Schwankungen und sich verändernden Kundenbedürfnissen ergeben. Branchenspezifische Risiken wie technologischer Wandel und sich verschärfender Wettbewerb stellen zusätzliche Herausforderungen dar. Um diesen Risiken zu begegnen, setzt das Unternehmen auf eine Marktbeobachtung, diversifiziert seine Produktpalette und betreibt (projektspezifische) Entwicklungstätigkeiten. Die derzeitige weltpolitische Sicherheitslage, insbesondere durch den Krieg in der Ukraine, hat keinen unmittelbaren Einfluss auf das Geschäft von Indra Avitech, da wir Projekte weder in Russland noch in der Ukraine haben. Dennoch können sich die sich hieraus ergebenden makroökonomischen Unsicherheiten auswirken. Indra Sistemas S.A. verfügt über eine sehr breit gefächerte Geschäftssegmentierung und geographische Präsenz. Dies, verbunden mit den in den letzten Jahren implementierten strukturellen Maßnahmen, ermöglicht eine Bewertung des Finanzmarkt-Status der Muttergesellschaft als stabil und stellt somit kein additives Risiko für die Indra Avitech GmbH dar. Es sind weiterhin keine weiteren Bedrohungen oder existenzgefährdenden Risiken für das Unternehmen bekannt. Das Projektgeschäft birgt verschiedene Risiken, die aufgrund der Komplexität der Projekte und der Koordination und Integration verschiedener Beteiligter entstehen können. Als wesentliche Finanzinstrumente dienen der Gesellschaft die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Ein Ausfallrisiko könnte sich bei den Forderungen ergeben; ein erhöhtes Risiko sehen wir derzeit nicht, da es sich bei den Kunden größtenteils entweder um öffentliche Auftraggeber oder um große private Firmen wie Telefonica Germany und die Muttergesellschaft Indra Sistemas S.A. handelt. Ferner lassen wir einem sich abzeichnenden Ausfallrisiko bei den Forderungen über unser implementiertes Risikomanagement entsprechende Aufmerksamkeit zukommen. Ein erhöhtes Kursrisiko für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen besteht ebenfalls nicht, da nur ein sehr geringer Anteil an Verträgen und Zukäufen nicht auf Euro-Basis abgewickelt wird. Eine Absicherung verbleibender Währungskursrisiken in Form von derivativen Sicherungsinstrumenten findet daher nicht statt. Das Personalrisiko und damit der nachhaltige Erfolg der Gesellschaft hängt maßgeblich von engagierten und leistungsfähigen Fach- und Führungskräften ab. In Hinblick auf die langfristige Nachwuchs- und Know-how-Sicherung legt das Unternehmen großen Wert auf eine zielgerichtete Personalpolitik unterstützt von dem spanischen Mutterunternehmen. Hierzu gehören die interne Weiterbildung und Weiterentwicklung mittels Schulungsprogramme, regelmäßiger Workshops und moderner E-Learning-Plattformen fördern, um die Kompetenzen und Fähigkeiten unserer Mitarbeitenden kontinuierlich zu stärken. Die Risiken im Bereich der Informations- und IT-Sicherheit, wie etwa Datenverlust, Systemausfälle, unautorisierte Zugriffe, Cyberangriffe oder auch gezielte Sabotage, nehmen im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung und der zunehmenden Vernetzung von Systemen und Prozessen erheblich zu. Diese Entwicklungen stellen eine wachsende Herausforderung für Unternehmen dar, da die Bedrohungslage sowohl durch externe Angreifer als auch durch interne Schwachstellen geprägt ist. Den zunehmenden internen & externen Risikofaktoren soll durch Aufbau eines Information Security Management Systems nach ISO 27001 und BSI IT-Grundschutz Standards begegnet werden. Zu diesem Zweck werden insbesondere eine Informationssicherheitspolitik und einheitliches Risikomanagement für die Gesellschaft etabliert. Organisatorische und technische Kontrollen sollen dabei in einem Gesamtprozess zusammenwirken, der im Rahmen der kontinuierlichen Verbesserungsbemühungen den steigenden Anforderungen stetig angepasst wird. Dem Liquiditätsrisiko wird einerseits durch die Einbindung in das Cash-Pooling mit dem Mutterunternehmen mit einem Kreditrahmen und andererseits durch projektspezifische Abrechnungen (Zahlungsvereinbarungen) entgegengewirkt. Zur vorsorglichen Unterstützung der finanziellen Situation hat das Mutterunternehmen eine befristete Patronatserklärung abgegeben. Es liegen keine wesentlichen Preisänderungsrisiken und Risiken aus Zahlungsstromschwankungen vor. Insgesamt wird die Risikosituation der Gesellschaft als moderat eingeschätzt. 3.3 Chancenbericht Die künftigen Chancen für die Entwicklung des Unternehmens, welche ebenfalls Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben, sehen wir in folgenden Bereichen: Digitalisierung: Das Jahr 2020 bedeutete den Startpunkt für die Digitalisierung der Aeronautischen Industrie. Dieser Trend, der in anderen Industrien schon längst begonnen hatte, wird die Aeronautische Industrie in den nächsten Jahren begleiten und viele der neuen Trends stark prägen, sowohl in der Architektur der Lösungen als auch durch die Entstehung von neuen Produkten. Ausbau der Produktpalette: Parallel zu der Digitalisierung erwarten wir weiterhin eine bestehende Erweiterung der bestehenden Produkte durch ergänzende Betriebskonzepte und zusätzliche Dienstleistungen. Nutzung von Artifical Intelligence: Die Nutzung von Artifical Intelligence und Machine Learning Technologies nimmt langsam Pfad in die Aeronautische Industrie, obwohl noch keine direkten Applikationsfelder von den jeweiligen Behörden wie EASA (European Union Aviation Safety Agency, https://www.easa.europa.eu/en) oder FAA (Federal Aviation Administration, https://www.faa.gov/ ) genehmigt worden sind. Darüber hinaus zählen hierzu die Entwicklung von neuen Produkten und Technologien und neuer Geschäftsfelder sowie die Verstärkung der Geschäftsaktivitäten der Indra Sistemas S.A. in Deutschland, die über die Indra Avitech GmbH abgewickelt werden. Die kontinuierliche Entwicklung der betrieblichen Konzepte im Air-Traffic-Management-Bereich fordert die Unternehmen dazu auf, ständig neue Lösungen zu entwickeln bzw. zusätzliche Dienstleistungen anzubieten. Dies bedeutet für die Firma, dass ergänzende Funktionalitäten für die Kunden bereitgestellt werden müssen. Die führenden internationalen Organisationen der Luftfahrbranche zeigen den ANSPs (Air Navigation Service Providers) die Ziele für diese Industrie bis zum Jahr 2030 auf. Sie fordern und fördern damit die Entwicklung der Industrie. Als Dienstleiter dieser Industrie wird Indra Avitech weiter eine bedeutende Rolle spielen und dadurch kontinuierlich erweiterte Lösungen auf dem Markt bringen. Bezogen auf die Entwicklung neuer Produkte und Technologien zielen die laufenden Aktivitäten innerhalb des Unternehmens auch auf die Zukunft bzw. auf globale Trends und Anforderungen für Produkt-Design und Entwicklungstechniken. Dazu gehören unter anderem die vom Markt getriebenen Trends im Bereich Qualität der Daten im ATM-Umfeld, im Bereich Sicherheit, im Bereich Virtualisierung und Visualisierung sowie die Implementierung einer Middleware-Lösung entsprechend den Anforderungen von SESAR. Für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens verfolgt die Indra Avitech GmbH zudem die Entwicklung/Erschließung von neuen Geschäftsfeldern auf folgende Arten: Zum einen durch die Erschließung neuer Märkte, die aus operativen Gründen die neuen Produkte in der näheren Zukunft brauchen werden. Zum anderen durch die Beibehaltung ihrer gegenwärtigen Unterstützung für den Telekommunikations- und Medien-Bereich sowie die Eröffnung neuer Geschäftsfelder in Deutschland in anderen Bereichen. 3.4 Prognosebericht Auf Basis des aufgestellten (ungeprüften) Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2024 erwirtschaftete das Unternehmen bei Umsatzerlösen von rd. TEUR 36.100 bzw. einer Gesamtleistung (Umsatzerlöse und Bestandsveränderungen) von rd. TEUR 42.680 ein negatives EBIT von rd. TEUR -5.000 und einen Jahresfehlbetrag von rd. TEUR 5.500. Das Eigenkapital verringerte sich von TEUR 11.028 zum 31. Dezember 2023 auf rd. TEUR 5.528 zum 31. Dezember 2024, was einer Eigenkapitalquote von rd. 33,0 % entspricht. Das Vertragsabschlussvolumen beträgt rd. TEUR 47.235. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für das Geschäftsjahr 2024 ist aufgrund des erzielten Jahresfehlbetrags verbunden mit den damit einhergehenden negativen Auswirkungen auf die Finanz- und Vermögenslage nicht zufriedenstellend. Die Gesellschaft hat im Jahr 2024 verschiedene Entwicklungen und Risiken identifiziert, die zu dieser negativen Geschäftsentwicklung im Jahr 2024 geführt haben. So haben neben den branchenbezogenen Herausforderungen wie beispielsweise der Preiswettbewerb etc., die Kostensteigerungen in den Bereichen Einkauf, Personal und sonstige betriebliche Aufwendungen verbunden mit Herausforderungen und Probleme bei einzelnen finanziell bedeutsamen Projekten zur negativen Geschäftsentwicklung geführt. Die Gesellschaft hat bereits Maßnahmen zur Gegensteuerung eingeleitet (Austausch der Geschäftsführung, stärkere Anbindung an das spanische Mutterunternehmen, verbesserte Projektsteuerung etc.). Für das Jahr 2025 planten wir unter der Berücksichtigung der Markt-, Branchen- und Unternehmensentwicklung ursprünglich mit Umsatzerlösen bzw. einer Gesamtleistung von rd. TEUR 43.400 bzw. TEUR 49.000 und einem EBIT von rd. TEUR 2.600. Das Vertragsabschlussvolumen wird deutlich über den Werten von 2023 und 2024 liegen. Auf Basis des letzten aktuellen (ungeprüften) Monatsabschlusses Juli und August 2025 ist nicht davon auszugehen, dass die vorgenannten Ziele insbesondere in Bezug auf das EBIT und Jahresergebnis erreicht werden. Wir erwarten derzeit ein nahezu ausgeglichenes Jahresergebnis im Jahr 2025. Das Ende eines zentralen Kundenprojektes und die damit verbundenen Restrukturierungsmaßnahmen werden die Ergebnisentwicklung jedoch beeinflussen. Ergänzend weisen wir daraufhin, dass die Migration der Finanzbuchhaltung aufgrund der Einführung des ERP-Systems (SAP R3) im Jahr 2025 noch nicht ganz abgeschlossen ist. Ferner liegen den Prognosen die nachfolgenden gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Annahmen zugrunde. Der IWF und die OECD rechnen in ihren Prognosen mit einer globalen Wachstumsflaute angesichts der angekündigten Schutzzölle seitens der USA. Die Finanzmärkte sind verunsichert und die wirtschaftliche Lage ist zusätzlich belastet. Vor diesem Hintergrund prognostiziert der IWF für das Jahr 2025 ein globales Wachstum von 2,8 %, damit werden die Erwartungen gegenüber dem Jahresbeginn um 0,5 % gesenkt. Für das kommende Jahr wird mit einem Zuwachs von 3,0 % gerechnet. Die EU-Kommission senkte ihre Konjunkturprognose für die EU auf 1,1 % für dieses Jahr. In ihrem letzten Bericht aus dem vergangenen November 2024 hatte sie noch ein Wachstum von ca. 1,5 % vorausgesagt. Für die Eurozone geht sie nun von einer Steigerung von 0,9 % aus, in ihrer letzten Prognose wurden noch 1,3 % Zuwachs angenommen. Für das Jahr 2025 wird in der Eurozone mit einem Plus von 1,4 % gerechnet. Einen ähnlichen Ausblick gibt der IWF, der einen Zuwachs von 0,8 % für das laufende Geschäftsjahr und von 1,2 % für das nächste Jahr annimmt. Es wird erwartet, dass der Aufschwung durch einen steigenden Konsum, reale Lohnzuwächse und mehr finanzpolitische Spielräume vor allem in Deutschland gestützt wird. Für Deutschland prognostiziert der IWF 2025 eine Stagnation der Wirtschaftsleistung. Im Folgejahr wird mit einem Wachstum von 0,9 % gerechnet. Etwas positiver sieht es die OECD in ihrer aktuellen Konjunkturprognose: Sie sagt eine Steigerung von 0,4 % in diesem Jahr voraus. Allerdings zählt Deutschland damit zu den am langsamsten wachsenden Industrienationen. Einen kleinen Aufschwung erwarten die Fachleute hingegen im kommenden Jahr, es wird ein Zuwachs von 1,2 % angenommen. Als Gründe werden ein Ende der innenpolitischen Unsicherheit sowie ein anziehender Konsum genannt. Die branchenbezogenen Annahmen sind: ATM-Bereich: Auf dem lokalen Markt erwarten wir eine Erholung der Investitionen in IT-Lösungen, die sich auf die neuen Technologien für die Digitalisierung und Virtualisierung von Lösungen konzentrieren. Auf diese Weise können zusätzliche Lösungen und Services gefordert werden, die Avitech umsetzen muss, um neue Produkte für diesen Kunden bereitzustellen. Auf internationaler Ebene ist Indra Avitech im Rahmen eines mit Eurocontrol relevantes Projektes Teil eines Konsortiums, das mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die neuen digitalen Lösungen für das Flugverkehrsmanagement in Europa in den nächsten 10 Jahren definieren wird. Dies impliziert die Schaffung neuer digitaler Produkte, die ab 2024 in der Luftfahrtindustrie verfügbaren Lösungen kennzeichnen und das Unternehmen in die Position versetzen, das Geschäft in diesem Markt auch in Zukunft weiterzuentwickeln. Darüber hinaus bieten die Wartungs- und Aktualisierungsverträge der bereits an Kunden gelieferten Lösungen dem Unternehmen weiterhin eine solide Geschäftsbasis, um die internationale Präsenz auf diesem Markt in den nächsten Jahren sicherzustellen und aufrechtzuerhalten. Bereich Business Development in der Verteidigungsindustrie: Im Jahr 2024 werden wir, durch Unterstützung von Key Ressourcen im Bereich Business Development in der Verteidigungsindustrie in Deutschland, weiterhin verstärkt in die Entwicklung von neuen Geschäftsfeldern in Deutschland investieren. Die ersten Verträge für den Mutterkonzern in diesem neuen Geschäftsfeld wurden bereits abgeschlossen, was zu einer Zunahme des Umsatzes der Indra Avitech GmbH durch die Bereitstellung von neuen Dienstleistungen führen wird, bzw. im Jahr 2024 bereits geführt hat. Wie sich die Schaffung des Sondervermögens in Höhe von 100 Milliarden Euro auf die Geschäftsfelder in den das Unternehmen derzeit tätig ist, auswirken wird, ist schwer abschätzbar. Wir erwarten jedoch, dass hier im Wesentlichen in die Beschaffung neuer Ausrüstung investiert werden wird, in einem Bereich, in dem wir nur am Rande involviert sind. Insgesamt wird das Jahr 2024 etwas mehr von der Bedrohung durch die derzeitigen Kriegshandlungen als weiterhin von den Auswirkungen der Pandemie beeinflusst werden. Telekommunikation-Bereich: Aufgrund der Vergabe des Wartungsvertrags mit der Telefónica Germany für die Jahre 2023 bis 2025 an einen Mitbewerber wird derzeit kein weiteres Geschäftsvolumen in diesem Bereich erwartet. Die Gesellschaft befindet sich derzeit im Planungsprozess für das Jahr 2026, welcher nicht abgeschlossen ist. Auf Basis der ersten Annahmen wird von einem nicht höheren Umsatz- und Geschäftsvolumen als im Jahr 2023 ausgegangen. Das EBIT und das Jahresergebnis für das Jahr 2026 sollen aufgrund der durchgeführten und ergriffenen Maßnahmen sowie der Unterstützung durch das Mutterunternehmen in den verschiedenen kaufmännischen Bereichen wieder positiv sein. Zur vorsorglichen Unterstützung der finanzwirtschaftlichen Situation hat das Mutterunternehmen (Indra Sistemas S.A., Madrid/Spanien) am 17. September 2025 eine harte, auf den 31. Dezember 2026, befristete Patronatserklärung ausgesprochen. Danach verpflichtet sich das Mutterunternehmen unwiderruflich Sorge dafür zu tragen, dass die Gesellschaft finanziell so ausgestattet ist, dass sie ihren aktuellen und zukünftigen Verpflichtungen jederzeit nachkommen kann. Die Gesellschaft ist unverändert in das Cash-Pooling mit dem Mutterunternehmen - mit einem Kreditrahmen von TEUR 2.800 - einbezogen. Bis zum heutigen Tage ist der Kreditrahmen noch nicht in Anspruch genommen worden. Die Gesellschaft hat bis zur Stabilisierung der Ertragslage und der Rückkehr in die Gewinnzone die vorgenannte vorsorglich finanzielle Unterstützung durch die Gesellschafterin erhalten. Die Gesellschaft hat zum 30. September 2025 Bankguthaben in Höhe von TEUR 5.658. Auf Basis der derzeitigen Liquiditätsplanung wird mit keiner Inanspruchnahme der Patronatserklärung von Seiten des Unternehmens gerechnet. 4 Nachtragsbericht Hinsichtlich der Ereignisse nach dem Stichtag verweisen wir auf die Ausführungen im Anhang.
Friedrichshafen, 30. September 2025 Indra Avitech GmbH Die Geschäftsführung GERD HUNNO PHILIPPS ANDRÉS DIEZ MOLINA Bilanz zum 31. Dezember 2023AKTIVA
PASSIVA
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
Anhang für das Geschäftsjahr 2023I. Allgemeine Angaben Die Indra Avitech GmbH hat ihren Sitz in Friedrichshafen und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Ulm HRB 728293. Der Jahresabschluss der Indra Avitech GmbH, Friedrichshafen, für das Geschäftsjahr 2023 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und den einschlägigen Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft nach § 267 Abs. 2 HGB; größenabhängige Erleichterungen des § 288 Abs. 2 HGB werden in Anspruch genommen. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, haben wir die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten der Bilanz und zu Restlaufzeiten sowie teilweise Davon-Vermerke der Gewinn- und Verlustrechnung in diesem Anhang gemacht. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend: Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände sind nur bei Vorliegen bestimmter, genau bezeichneter Voraussetzungen aktivierungsfähig. Das Wahlrecht zur Aktivierung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen nach § 248 Abs. 2 HGB wurde in Anspruch genommen. Die Herstellungskosten umfassen alle direkt zurechenbaren Einzel- und angemessene Gemeinkosten sowie anteilige Abschreibungen, die zur Vorbereitung und Herstellung der Softwareprodukte erforderlich sind. Die aktivierten Entwicklungskosten werden planmäßig linear über den erwarteten Nutzungszeitraum der neu entwickelten Projekte abgeschrieben. Aufwendungen für Forschungstätigkeiten werden in der Periode ihrer Entstehung als Aufwand erfasst. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten angesetzt und entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer in Anlehnung an die amtlichen AfA-Tabellen mit den jeweils zulässigen Höchstsätzen abgeschrieben. Für Server-Hardware, die im Geschäftsjahr zugegangen ist, wird die degressive Abschreibungsmethode angewandt. Zur linearen Methode wird in dem Jahr, für welches die lineare Methode erstmals zu höheren Jahresabschreibungsbeträgen führt, übergegangen. Die übrigen Anlagegüter werden linear abgeschrieben. Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte mit den Anschaffungskosten angesetzt bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bei dauernder Wertminderung. Die Bewertung der Vorräte (unfertige Leistungen) erfolgt zu Herstellungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert. Die Herstellungskosten beinhalten sowohl Einzel- als auch Gemeinkosten sowie anteilige Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens. Kosten der allgemeinen Verwaltung werden zu angemessenen Anteilen ebenfalls einbezogen. Zinsen für Fremdkapital werden nicht aktiviert. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Zweifelhaften Forderungen wird durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Zur Abbildung eines allgemeinen Ausfallrisikos wird in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen eine Pauschalwertberichtigung vorgenommen. Die liquiden Mittel sind mit ihrem Nominalwert ausgewiesen. Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Laufzeit nach diesem Tag darstellen. Die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären Differenzen zwischen handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit dem unternehmensindividuellen Steuersatz im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet. Bei einer sich insgesamt ergebenden Steuerentlastung wird das Wahlrecht gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB dahingehend ausgeübt, dass die sich hieraus ergebende Steuerentlastung nicht aktiviert wird. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Bei der Bemessung der Rückstellungen wurden alle erkennbaren Risiken in Höhe der erwarteten Inanspruchnahme berücksichtigt. Nennenswerte Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr bestehen unverändert nicht, so dass aus Wesentlichkeitsgründen auf eine Abzinsung verzichtet wird. Ergänzend weisen wir daraufhin, dass das Abzinsungswahlrecht für Rückstellungen mit Restlaufzeit von unter einem Jahr nicht in Anspruch genommen wird. Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert. Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit ihrem Umrechnungskurs bei Rechnungsstellung oder dem niedrigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet (Höchstwertprinzip). III. Erläuterungen zur Bilanz Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagespiegel dargestellt (Anlage zum Anhang). Im Jahr 2021 wurden selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte in Höhe von TEUR 310 aktiviert. Hierbei handelt es sich um Entwicklungsprojekte Digital NOTAM (Notice to Airman) System sowie SWIM-Plattform (System Wide Information Management), die nach Beginn der Nutzung über die Nutzungsdauer von 3 Jahren abgeschrieben werden. Der Grund für die Aktivierung ist vor allem in den Marktanforderungen zu sehen, die dann in den Folgejahren in die Verkaufsprojekte eingesetzt werden. Im Jahr 2023 erfolgte die finale Fertigstellung der Entwicklungsprojekte mit der Folge der Abschreibung der Entwicklungsprojekte über die geplante Nutzungsdauer. Der Buchwert zum 31. Dezember 2023 beträgt TEUR 207 (Vorjahr: TEUR 310). In Höhe des aktivierten Buchwertes vermindert um die latenten Steuern (rd. 30 %) besteht eine Ausschüttungssperre. Der Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungskosten des Geschäftsjahres beträgt TEUR 652, davon entfallen TEUR 0 auf die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens. Den Vermögensgegenständen des Anlagevermögens werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:
Finanzanlagen Die ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen betreffen den 100 %-Anteil an der Indra Avitech s.r.o., Bratislava/Slowakei. Bei einem Eigenkapital zum 31. Dezember 2023 von TEUR 1.549 (Vj.: TEUR 843) erwirtschaftete die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2023 einen Jahres- überschuss von TEUR 696 (Vj.: TEUR 487). Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten zum 31. Dezember 2023 Einzelwertberichtigungen von TEUR 898 (Vj.: TEUR 607) und eine Pauschalwertberichtigung von TEUR 82 (Vj.: TEUR 75). Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen von TEUR 5.410 (Vj.: TEUR 8.905) resultieren ausschließlich aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Vj.: TEUR 1.611). Im Vorjahr waren zudem sonstige Vermögensgegenstände in Form von Cash-Pool-Forderungen von TEUR 7.294 enthalten. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen wie im Vorjahr in voller Höhe gegen die Gesellschafterin. Die sonstigen Vermögensgegenständen enthalten mit TEUR 798 (Vj.: TEUR 0) Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuererstattungsansprüche. Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben - wie im Vorjahr - eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten Die Guthaben bei Kreditinstituten betragen zum Bilanzstichtag TEUR 6.171 (Vj.: TEUR 946); es liegen keine Verpfändungen für Avale vor. Latente Steuern Die Gesellschaft hat von dem Wahlrecht zum Ansatz aktiver latenter Steuern aufgrund sich ergebender Steuerentlastungen nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB keinen Gebrauch gemacht. Die aktiven latenten Steuern stehen insbesondere mit der Drohverlustrückstellung und die passiven latenten Steuern mit der Aktivierung der Entwicklungsprojekte in Zusammenhang. Der Steuersatz beträgt unverändert rd. 30 %. Eigenkapital Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt EUR 2.300.000,00. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Rückstellungen für Nachlaufkosten aus abgeschlossenen Projekten mit TEUR 723 (Vj.: TEUR 2.558) sowie Personalrückstellungen mit TEUR 923 (Vj.: TEUR 745). Des Weiteren bestehen Rückstellungen für drohende Verluste in Höhe von TEUR 1.249 (Vj.: TEUR 1.249) für laufende Projekte. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren mit TEUR 1.981 (Vj.: TEUR 327) aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und mit TEUR 717 (Vj.: TEUR 717) aus einem Verrechnungskonto (sonstige Verbindlichkeiten). Es bestehen Verbindlichkeiten gegen- über der Gesellschafterin in Höhe von TEUR 717 (Vj.: TEUR 717). Die Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge umfassen im Wesentlichen periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 94 (Vj.: TEUR 33) sowie Erträge aus Fremdwährungsgewinnen in Höhe von TEUR 4 (Vj.: TEUR 65), letztere im Wesentlichen aus realisierten Kursgewinnen. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten neben den nicht projektbezogenen Leistungen des Tochterunternehmens und freien Mitarbeitern vor allem Aufwendungen für Beratungsleistungen, Gebäude- und Personalnebenkosten sowie Zuführungen zu Einzelwertberichtigungen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen periodenfremde Aufwendungen von TEUR 804 (Vj.: TEUR 1.068) insbesondere aus der Zuführung von Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie realisierte Forderungsverluste. Aufwendungen für Währungsumrechnungen sind in Höhe von TEUR 8 (Vj.: TEUR 4) enthalten und resultieren im Wesentlichen aus realisierten Kursverlusten. Bei den Aufwendungen aus der Zuführung zu Einzelwertberichtigungen auf Forderungen und den Forderungsverlusten von insgesamt TEUR 804 (Vj.: TEUR 1.068) handelt es sich zudem um außergewöhnliche Aufwendungen nach § 285 Nr. 31 HGB. Ertragsteuern Die Ertragsteuern resultieren im Wesentlichen aus den Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz zum Bilanzstichtag. Ergebnisverwendung Die Geschäftsführung wird der Gesellschafterversammlung vorschlagen, den zum 31. Dezember 2023 ausgewiesenen Jahresüberschuss von EUR 102.342,90 auf neue Rechnung vorzutragen. V. Sonstige Angaben Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte/sonstige finanzielle Verpflichtungen Die Indra Avitech GmbH war im Jahr 2023 mit zwei Büros am Standort Friedrichshafen, mit einem Büro in Langen, sowie mit einem am Standort Konstanz und einem in Köln vertreten. Hieraus ergeben sich jährliche Mietverpflichtungen für Büroflächen von insgesamt TEUR 422. Finanzielle Verpflichtungen aus Leasingverträgen für Kopiergeräte und Personal Computer bzw. Laptops belaufen sich auf TEUR 55 jährlich. Der Gesamtbetrag der finanziellen Verpflichtungen für die Jahre 2024 bis 2027 beträgt TEUR 915. Der Zweck der abgeschlossenen Miet- und Leasingverpflichtungen besteht in der geringeren Kapitalbindung (Finanzierungsvorteil). Derzeit sind keine nennenswerten Chancen und/oder Risiken aus diesen Geschäften ersichtlich. Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt Die Indra Avitech GmbH beschäftigte im Jahr 2023 im Durchschnitt 1 (Vj.: 1) leitenden Mitarbeiter und 102 (Vj.: 89) ausschließlich nichtleitende Mitarbeiter an den Standorten Friedrichshafen, Markdorf, Langen, Köln und Konstanz. Angabe über Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2023 folgende Geschäfte mit dem Mutterunternehmen getätigt:
Zum 31. Dezember 2023 besteht - wie im Vorjahr - keine Cashpool-Verbindlichkeit gegenüber dem Mutterunternehmen. Zum Bilanzstichtag besteht zudem keine Cashpool-Forderung (Vj.: TEUR 7.294). Die Gesellschaft hat mit dem Tochterunternehmen im Geschäftsjahr 2023 Beschaffungsgeschäfte von TEUR 10.714 (Vj. TEUR 6.772) getätigt. Geschäftsführer Alleiniger Geschäftsführer der Gesellschaft im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 war Herr Jon Joseba Goyarzu Caño, Ingenieur (Elektrotechnik). Die Gesellschaft nimmt § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch. Im Aufstellungszeitraum gab es folgende Änderungen in der Geschäftsführung:
Konzernrechnungslegung Die Indra Avitech GmbH ist Tochterunternehmen im Sinne des § 290 HGB der Indra Sistemas S.A., Madrid/Spanien. Der Jahresabschluss der Indra Avitech GmbH wird in den von der Indra Sistemas S.A., Madrid/Spanien, erstellten Konzernabschluss einbezogen, welche den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen aufstellt. Der Konzernabschluss ist am Sitz der Indra Sistemas S.A., Madrid/Spanien, erhältlich und wird zudem beim Unternehmensregister in Madrid/Spanien unter der Nummer 3/2017/189241 offengelegt. Die Gesellschaft selbst ist von der Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses nach § 293 HGB befreit. Ereignisse nach dem Stichtag Die Gesellschaft wird aufgrund von identifizierten negativen Entwicklungen und Risiken - erstmals seit mehreren Jahren - das Geschäftsjahr 2024 mit einen deutlichen Jahresfehlbetrag abschließen. Zu den zentralen Einflussfaktoren gehören neben den makroökonomischen Unsicherheiten, den branchenbezogenen Herausforderungen sowie den Kostensteigerungen vor allem auch Herausforderungen und Probleme bei einzelnen finanziell bedeutsamen Projekten. Die Gesellschaft hat bereits erste Maßnahmen zur Gegensteuerung eingeleitet (Austausch der Geschäftsführung, stärkere Anbindung an das spanische Mutterunternehmen, verbesserte Projektsteuerung, etc.). Zur vorsorglichen Unterstützung der finanzwirtschaftlichen Situation hat das Mutterunternehmen (Indra Sistemas S.A., Madrid/Spanien) am 17. September 2025 eine harte, auf den 31. Dezember 2026, befristete Patronatserklärung ausgesprochen. Danach verpflichtet sich das Mutterunternehmen unwiderruflich Sorge dafür zu tragen, dass die Gesellschaft finanziell so ausgestattet ist, dass sie ihren aktuellen und zukünftigen Verpflichtungen jederzeit nachkommen kann. Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag haben sich nicht ereignet.
Friedrichshafen, 30. September 2025 Indra Avitech GmbH Die Geschäftsführung GERD HUNNO PHILIPPS ANDRÉS DÍEZ MOLINA Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Indra Avitech GmbH, Friedrichshafen Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Indra Avitech GmbH, Friedrichshafen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Indra Avitech GmbH, Friedrichshafen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Stuttgart, den 20. Oktober 2025 Deloitte GmbH Volker Schöck, Wirtschaftsprüfer Wilhelm Röscheisen, Wirtschaftsprüfer |
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