Oberkircher Winzer eG
Stammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Klemens Schnurr seit 10.4.2024 | Vorstandsmitglied |
Johannes Sebastian Dr. Hill seit 4.3.2022 | Vorstandsmitglied |
Jürgen Andreas Huber seit 28.11.2018 | Vorstandsmitglied |
Franz Männle seit 19.6.2013 | Vorstandsmitglied |
Hubert Vogt seit 8.3.2010 | Vorstandsmitglied |
BeteiligungenBeta
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Oberkircher Winzer eGOberkirchJahresabschluss zum 30. Juni 2024LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023/24I. Geschäftsverlauf Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Als Spätfolge der hohen Inflationsraten, getrieben von internationalen Spannungen bzw. Kriegen in der Ukraine und in Nahost, hat sich das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt in 2023 auf einen Negativwert von 0,3 % reduziert, nachdem im Jahr zuvor noch ein Wachstum von 1,4 % zu verzeichnen war 1). Seit 2022 ist zu beobachten, dass sich der Preisauftrieb verlangsamt und sich wieder der Zielmarke der EZB nähert. Ausgehend von einem Höchststand von + 11,6 % 2) im Oktober 2022, gemessen als harmonisierter Verbraucherpreisindex, hat sich der Index im Gesamtjahr 2023 auf 6,0 % 3) und im September 2024 bis auf 1,8 % 4) reduziert. In Reaktion auf die schrittweise Normalisierung der Inflationsraten hat die EZB den Leitzins letztmalig im Oktober 2024 um 0,25 Prozentpunkte auf 3,25 % 5) gesenkt. Für 2023 und 2024 zeigen die wirtschaftlichen Kenndaten für Deutschland eine ausgeprägte Schwächephase. So bewegte sich das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt vom zweiten Quartal 2023 an im negativen Bereich und zeigte im ersten Quartal 2024 mit minus 0,8 % seinen schwächsten Wert. Nach dem Jahresgutachten 2024/25 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zu urteilen, wird die Schwächephase der deutschen Wirtschaft, im Gegensatz zur globalen Wirtschaftsentwicklung, auch in 2025 fortbestehen. Danach wird für 2025 für Deutschland ein preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt von 0,4 % prognostiziert, wogegen die Werte für EU-Raum und Weltwirtschaft bei 1,3 % bzw. 2,6 % liegen 6). Aufgrund dieser Situation sind in absehbarer Zeit keine nennenswerten positiven Impulse für die inländische Verbrauchernachfrage zu erwarten. Der GfK-Konsumklima-Index, der sich nach seinem historischen Tiefststand im Oktober 2022 (- 42,8) nicht durchgreifend erholen konnte, wird von der GfK für Dezember 2024 mit minus 23,3 weiterhin auf einem sehr schwachen Niveau prognostiziert. 7) 1) Deutsche Bundesbank Monatsbericht Oktober 2024 2) Deutsche Bundesbank Monatsbericht Oktober 2023 3) Deutsche Bundesbank Monatsbericht Oktober 2024 4) Deutsche Bundesbank Monatsbericht Oktober 2024 5) EZB-Pressemitteilung vom 17. Oktober 2024 6) Jahresgutachten 2024/25 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung 7) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2425/umfrage/gfk-konsumklima-index/ Genossenschaft und Branchenumfeld Die Oberkircher Winzer eG ist eine genossenschaftlich organisierte Erzeugergemeinschaft von heimischen Winzerfamilien im Umkreis der Orte Oberkirch und Kappelrodeck. Die dort im Rench- und Achertal erzeugten Weine stellen ihre überdurchschnittliche Qualität jedes Jahr durch hervorragende Prämierungsergebnisse unter Beweis. Die Weinmarken Oberkircher Winzer, Hex vom Dasenstein und Villa Heynburg haben regional wie auch überregional einen hohen Bekanntheitsgrad. Dies und der Umstand, dass die Oberkircher Winzer eG eine der größten Erzeugerorganisationen im Weinanbaugebiet Baden sind, ermöglicht es den satzungsmäßigen Auftrag zur Förderung der angeschlossenen Winzerbetriebe zu erfüllen. Trotz des hohen Qualitätsniveaus ist es aufgrund des Marktumfeldes nicht einfach, in dem durch starken Wettbewerbsdruck geprägten deutschen Lebensmittelhandel eine angemessene Vergütung für die beteiligten Winzerbetriebe zu erwirtschaften. In den zurückliegenden zwei Jahre zeigt sich folgende Branchenentwicklung: Die Internationale Organisation für Rebe und Wein (OIV) schätzt die weltweite Weinproduktion (ohne Saft und Most) für das Jahr 2023 auf ca. 244,1 Mio. hl. Die Erntemenge liegt damit 7 % unter Vorjahresniveau und ist damit die Kleinste der letzten Jahre. Die Schätzung ist allerdings mit Vorsicht zu betrachten, da von einigen großen Weinbaunationen wie etwa China keine validen Daten vorliegen. Innerhalb der Europäischen Union (EU) wird von einer deutlich geringeren Erzeugungsmenge ausgegangen. 8) 8) DRV Jahresbericht 2023 vom 6. Februar 2024 Zur Ernte 2023 wurden von den badischen Winzergenossenschaften rund 95 Mio. Liter Most eingelagert. Somit bewegte sich die Einlagerungsmenge mit einem Flächenertrag von 92 hl/ha leicht über dem Niveau des Vorjahres. Nach vorläufiger Einschätzung wird der Ertrag aufgrund witterungsbedingter Ausfälle in 2024 deutlich niedriger ausfallen. 9) 9) Faxline Nummer 38/2024 vom 20. September 2024; Herausgeber WEIN+MARKT Deutschland mit seiner hohen Kaufkraft ist ein bedeutsamer Absatzmarkt für Wein. In- und ausländische Produzenten stehen hier unter einem hohen Wettbewerbsdruck. Wie im gesamten Lebensmittelhandel spielt der Discount bei der Vermarktung von Wein die entscheidende Rolle. Wie in der Mehrzahl der international bedeutenden Weinabsatzländern hat sich auch in Deutschland der Weinkonsum reduziert. Aus der Trinkweinbilanz für den 12-Monatszeitraum bis Juli 2023 ergibt sich für in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang im Weinkonsum von durchschnittlich 19,9 Liter je Bundesbürger auf nun 19,2 Liter. Dagegen blieb der Schaumweinkonsum mit 3,2 Liter je Bundesbürger stabil. Nach der Weinmarktanalyse von NielsenIQ war der Weinabsatz in Deutschland um 4 % rückläufig. Aufgrund gestiegener Durchschnittserlöse um 19 Cent/Liter auf 4,08 EUR/Liter konnten die Umsätze insgesamt stabil gehalten werden. Hierbei fiel der Zuwachs bei einheimischen Weinen mit + 31 Cent/Liter noch deutlicher aus. Dies dürfte aber dennoch kaum reichen, um die seit 2022 massiv gestiegenen Betriebskosten der Erzeuger zu kompensieren. 10) 10) DWI Gemeinsamer Geschäftsbericht 2023 Die sinkende Kaufkraft der deutschen Verbraucher schlägt sich auch bei den Weinverkäufen der badischen Weinerzeuger nieder. Die badischen Winzergenossenschaften, die in 2021 noch einen leichten Absatz- und Umsatzzuwachs verzeichnen konnten, mussten in 2022 und 2023 deutliche Verluste hinnehmen. So sanken im Vorjahresvergleich die Absatzmenge um 2,7 % (Vorjahr 6,9 %) und der Umsatz um 2,3 % (Vorjahr 2,6 %). Im ersten Halbjahr 2024 zeigt sich eine Stabilisierung bei Absatz und Umsatz auf niedrigem Niveau. 11) 11) BWGV: GENOGRAPH Ausgabe 11/2023 und Faxline Nummer 38/2024 Rebflächenentwicklung
Im mehrjährigen Vergleich zeigt sich eine weitgehend stabile Rebflächenentwicklung. Inwieweit es gelingt trotz schwieriger Rahmenbedingungen der Weinerzeuger die Erfassungsfläche in den kommenden Jahren auf dem bisherigen Niveau zu halten, bleibt abzuwarten. Von der Ertragsrebfläche entfallen 340 ha bzw. 51,0 % auf Rotweinsorten, im Vorjahr waren dies 51,8 %. In den zurückliegenden fünf Jahren zeigt sich entsprechend den Verbraucherpräferenzen ein kontinuierlich zunehmender Weißweinanteil. Beschaffung / Erzeugung a) von den Mitgliedern wurden angeliefert:
Nach weit unterdurchschnittlicher Erntemenge beim Jahrgang 2021 wurden in den Jahren 2022 und 2023 leicht überdurchschnittliche Ernten eingefahren. Hierbei blieb der Jahrgang 2023 jedoch etwas hinter dem Niveau des Vorjahres zurück (- 3,7 %). Im Vergleich der letzten fünf Jahre liegt die Erntemenge um 21,0 % höher. b) Die Erzeugung betrug:
Von der Gesamterzeugung entfallen auf:
c) Qualitätsphilosophie Das hohe Qualitätsniveau spiegelt sich in den Prämierungsergebnissen der Weine der Oberkircher Winzer und des Winzerkellers Hex vom Dasenstein wider. Für Ihre anspruchsvolle Qualitätsphilosophie wurden die Oberkircher Winzer, neben vielen weiteren Medaillen, bei der DLG Bundesweinprämierung mit dem siebten Bundesehrenpreis in Bronze in Folge ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielten 29 Weine die silberne, 15 die goldene und fünf die Auszeichnung "gold extra" sowie den ersten Platz in der Kategorie "Beste Kollektion Edelsüß". Bei der Landesweinprämierung des Badischen Weinbauverbands kamen acht der TopTen Weine aus unserem Haus und es wurden 91 Weine mit Gold und drei mit Silber ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt die Oberkircher Winzer eG zusammen mit dem Winzerkeller Hex vom Dasenstein den Ehrenpreis als bester Betrieb Badens. Auch bei AWC Vienna, der größten anerkannten Weinbewertung der Welt, konnten 13 goldene und 17 silberne Auszeichnungen erzielt werden. Zudem ist besonders herauszustellen, dass unser Riesling Großes Gewächs die Auszeichnung als bester Riesling der Welt und der Collection Royal Weißburgunder als bester Réserve Weißwein der Welt erhielten. Bei der Auszeichnung der Zeitschrift Selection wurden wir mit 10 goldenen und fünf silbernen Medaillen als beste Weißweingenossenschaft Deutschlands ausgezeichnet. Zudem konnten wir beim VINUM Deutscher Rotweinpreis den ersten Platz bei den Spätburgundern bis 19,99 € erzielen. Zum wiederholten Male wurden abschließend bei der TOP TEN Riesling sowie bei der TOP TEN Spätburgunder der Ortenau hervorragende Platzierungen erreicht. Erstmalig haben wir an der internationalen Sektprämierung Glass of Bubbly Award in London teilgenommen. Aus dem Stand erreichte unser Collection Royal Sekt eine goldene und unser Weißburgunder Crémant eine silberne Medaille. Die Vielzahl herausragender Auszeichnungen unterstreicht den qualitativ hohen Anspruch, welchen wir an die Winzerinnen und Winzer, unsere Arbeit und Weine haben und auch umsetzen. Um aktuellen Markttrends Rechnung zu tragen, wurde das Sortiment der Oberkircher Winzer und des Winzerkellers Hex vom Dasenstein im Geschäftsjahr 2023/24 um einen alkoholfreien Wein und zwei Bag-in-Box-Weine erweitert. Darüber hinaus wurden die Frühlings-/Sommerweine in die Genuss-Serie überführt und die neue Produktlinie "Badner Familie", welche neben Weinen auch ein Klamottenlabel umfasst und gezielt für eine junge Konsumentengruppe ins Leben gerufen. Weiterführend wurde der Fokus auf den Onlinehandel verstärkt und beispielsweise eine eigene Präsenz bei Amazon initiiert. Auch die Bemühungen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Qualität im Unternehmen wurden weiter intensiviert. Am Standort Kappelrodeck wurde eine Hackschnitzelanlage in Betrieb genommen und ein für beide Keller einsetzbarer Kationenaustauscher zur Qualitätsverbesserung der Weine angeschafft. d) Lagerkapazität Die Lagerkapazität für die Betriebsstätten in Oberkirch und Kappelrodeck betrug zum 30.06.2024 für Offen- und Flaschenweine zusammen rund 140.600 hl (ohne Gärtankgebinde). Zum 30.06.2024 lagerten noch 50.358 hl offene Weine und Rohsekt im Keller, sodass rechnerisch die Lagerkapazität für Offenweine zu 36 % ausgenutzt war. Der Gesamtbestand zum Geschäftsjahresende 30.6.2024 beträgt 65.429 hl und entspricht einer Verkaufsreichweite in der Eigenvermarktung von durchschnittlich 14,3 Monaten gegenüber 14,5 Monaten im Vorjahr. Absatz- und Umsatzentwicklung a) Absatzentwicklung Die wieder verbesserte Bestandslage aufgrund der Einlagerungsmengen bei den Jahrgängen 2022 und 2023 bildete die Basis für eine positive Absatzentwicklung im Geschäftsjahr 2023/24. So wurde der Absatz insgesamt gegenüber dem Vorjahr um 17,9 % auf 5,5 Mio. Liter Wein und Sekt erhöht. Der Flaschenweinabsatz gestaltete sich in 2023/24 angesichts der unverändert schwierigen Rahmenbedingungen nicht einfach. Mit einem Rückgang des Absatzvolumens um 2,5 % stellt sich die Situation für die Oberkircher Winzer eG jedoch besser als im Branchenvergleich dar. In den originär von der Oberkircher Winzer eG direkt betreuten Marktsegmenten zeigte sich überwiegend eine positive Entwicklung. So konnten die Absatzmengen bei weiter verbesserten Durchschnittserlösen in den Kundengruppen Endabnehmer und Gastronomie mit + 6,3 % bzw. + 7,8 % deutlich gesteigert werden. Dies gelang in den Handelssegmenten nicht und führte letztendlich zu einem leichten Absatzrückgang bei Flaschenwein. b) Umsatzentwicklung In Anbetracht des schwierigen Marktumfeldes zeigt sich eine zufriedenstellende Umsatzentwicklung. Aufgrund höherer Durchschnittserlöse bei Flaschenwein konnten die Einbußen beim Umsatz auf 0,5 % begrenzt werden. Der gestiegene Umfang an Offenweingeschäften führte in der Wein- und Sektvermarktung insgesamt zu einem Anstieg der Umsatzerlöse von 6,5 % auf 18,4 Mio. EUR. Einschließlich sonstiger Umsatzerlöse aus Dienstleistungstätigkeit sind die Umsatzerlöse insgesamt um 7,1 % auf 19,5 Mio. EUR angestiegen. Investitionen Das Investitionsvolumen im Geschäftsjahr 2023/24 in Sachanlagen und Gebäude betragen 0,7 Mio. EUR nach 1,9 Mio. EUR im Vorjahr und bewegen sich im Vergleich der letzten fünf Jahre auf durchschnittlichem Niveau. Wesentliche Einzelinvestitionen betreffen die Fertigstellung von Holzhackschnitzelanlage in Kappelrodeck und Traubenerfassung in Oberkirch mit jeweils 0,2 Mio. EUR. Weitere wesentliche Investitionen im abgelaufenen Geschäftsjahr betreffen die Installation einer Gärgasabführung, Geschäfts-PKW und Barriquefässer. Die Gebäude und Anlagen sind optisch und technisch in gutem Zustand. Finanzierungsmaßnahmen bzw. -vorhaben Die Investitionen des Geschäftsjahres 2023/24 wurden ohne Inanspruchnahme von Bankkrediten finanziert. Die Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebs ist gewährleistet. Die Finanzlage wird maßgeblich durch die Höhe und Fälligkeit der einzelnen Traubengeldraten bestimmt. Personal- und Sozialbereich Die Zahl der im Durchschnitt beschäftigten Mitarbeiter hat sich in 2023/24 leicht vermindert. Es wurden im Durchschnitt umgerechnet auf Vollzeitkräfte rund 54 Mitarbeiter (Vorjahr 56 Mitarbeiter) beschäftigt. Für die Mitarbeiter besteht eine betriebliche Altersversorgung in Form von Lebensversicherungen und durch die Mitgliedschaft in der Geno Pensionskasse VVaG. Sonstige wichtige Vorgänge des Geschäftsjahres Das Geschäftsjahr 2023/24 war wesentlich von globalen Krisen beeinflusst. Die hieraus resultierenden wirtschaftlichen Folgen führten zu einer deutlichen Eintrübung des Konsumklimas, vor allem in der Vor-/Weihnachtszeit. Ergänzend sorgten die schlechten Witterungsbedingungen im Frühling und Sommer zu einer spürbaren Reduktion des Weinverkaufs in dieser sonst umsatzstarken Zeit. Somit war und ist es unabdingbar, auf die Reduktion nicht notwendiger Kosten und Einsparungen zu achten. Gleichzeitig wurden Vertriebsaktivitäten strategisch ausgeweitet und gezielt gestärkt, wobei im Besonderen die Gastronomie und der Onlinehandel in den Fokus genommen wurden. Während die Bereiche Lebensmitteleinzelhandel und Fachhandel leicht nachgaben, konnte das Endkundengeschäft stabil gehalten werden. Erfreulich waren die positiven Entwicklungen in den Kanälen Gastronomie, Discount und Offenwein. Vor allem im letztgenannten Bereich konnten die Aktivitäten aufgrund der zwei großen Ernten in 2022 und 2023 und guter Marktpositionierung ausgebaut werden. II. Lage der Genossenschaft 1. Vermögens- und Finanzlage
1) (Immaterielle Vermögensgegenstände + Sachanlagen lt. Bilanz) / Gesamtkapital lt. Bilanz 2) Restwertquote = Sachanlagen zu Restbuchwerten : Sachanlagen zu historischen AHK x 100; 3) Wirtschaftliches Eigenkapital / Gesamtkapital lt. Bilanz (wirtschaftliches Eigenkapital = bilanzielles Eigenkapital zuzüglich Wertabschläge § 253 Abs. 4 HGB in der bis 28.05.2009 gültigen Fassung abzüglich Geschäftsguthaben ausscheidender Mitglieder) Die gegenüber dem Vorjahr gesunkene Sachanlageintensität ist auf die gestiegene Bilanzsumme sowie auf niedrigere Buchwerte beim Sachanlagevermögen zurückzuführen. Der Rückgang der Restwertquote resultiert aus geringeren Investitionen sowie aus Investitionszuschüssen, deren Zuschussbescheide in 2023/24 ergangen sind. Die Eigenkapitalquote ist aufgrund der gestiegenen Bilanzsumme leicht rückläufig. Maßgeblich beeinflusst ist diese Entwicklung durch den Anstieg der Vorräte. Nominal zeigt sich beim Eigenkapital ein Anstieg um 0,8 % auf 9,8 Mio. EUR. Die Rücklagen einschließlich des Bilanzgewinns betragen 68,9 % des bilanziellen Eigenkapitals. Die Verschuldung der Genossenschaft beschränkt sich im Wesentlichen auf den Kreis der Mitglieder. Vom Fremdkapital entfallen deutlich mehr als 90 % auf Traubengeldguthaben der Winzer. Die oben dargestellten Kennziffern zur Vermögenslage zeigen im Mehrjahresvergleich solide Verhältnisse. Im Vergleich zur Branche bewegen sich die ausgewiesenen Werte - mit Ausnahme der vergleichsweise hohen Sachanlageintensität - etwa im Durchschnitt. Das Anlagevermögen ist vollständig durch eigene Mittel finanziert. Der Bestand liquider Mittel hat sich im Geschäftsjahr 2023/24 gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Mio. EUR erhöht. Ursächlich hierfür sind die gesunkenen Investitionen sowie das gestiegene Fremdkapital. Die Liquidität zweiten Grades blieb gegenüber dem Vorjahr durch en Anstieg des kurzfristigen Fremdkapitals nahezu unverändert. Unter Berücksichtigung der Vorräte errechnet sich eine Liquidität dritten Grades von 8,8 Mio. EUR gegenüber 8,2 Mio. EUR im Vorjahr. Der höhere Liquiditätsgrad resultiert aus den gestiegenen Weinbeständen zum Bilanzstichtag. Die Zahlungsfähigkeit war jederzeit gegeben. Die Vermögens- und Finanzlage ist geordnet. 2. Ertragslage Die Ertragslage wird wesentlich durch die Auszahlungsleistung bestimmt. 12) 12) Die Auszahlungsleistung beinhaltet für den Jahrgang 2022 9,5 % bzw. für den Jahrgang 2023 9,0 % Umsatzsteuer für pauschalierende Landwirte. Im Geschäftsjahr 2023/24 wurde der Jahrgang 2023 vorläufig abgerechnet. Insgesamt sind 7,8 Mio. EUR Traubengelder zuzüglich Umsatzsteuer zur Auszahlung vorgesehen. Dies ist der höchste Wert seit der Verschmelzung der Oberkircher Winzer eG mit der Winzerkeller Hex vom Dasenstein eG im Jahre 2018. Bezogen auf die Anlieferungsmenge entspricht dies für unsere Mitgliedswinzer einer Brutto-Vergütung von 0,98 EUR pro kg Traubengut. Das Jahresergebnis hat sich wie folgt entwickelt:
Die Entwicklung beim Rohergebnis ist geprägt von der Höhe der Traubengeldzahlungen sowie den Aufwendungen für Weinerzeugung und -abfüllung. Witterungsbedingt sind die Aufwendungen für Weinanreicherung beim Jahrgang 2023 deutlich gestiegen. Im Zusammenhang mit einer gesunkenen Einlagerungsmenge ist ein Rückgang der Aufwendungen für Weinbereitung (- 26 TEUR) und Betriebsstoffe (- 163 TEUR) zu verzeichnen. Der Rückgang der Betriebsstoffe betrifft Wasser und Heizstoffe gleichermaßen. Neben den geringeren Verarbeitungsmengen ist die Entwicklung hier auch durch sinkende Energiepreise sowie betriebliche Umstellungen in der Energieversorgung (Inbetriebnahme Holzhackschnitzelanlage) beeinflusst. Die Aufwendungen für Warenumschließung haben sich bei gesunkenen Füllzahlen (- 5%) leicht reduziert. Die Stückkosten für Warenumschließung bewegen sich seit 2022 aufgrund erheblich höherer Einkaufspreise weiterhin auf weit überdurchschnittlichem Niveau. Für die Sach- und Personalaufwendungen zeigt sich in 2023/24 mit einem Anstieg um 3,9 % insgesamt eine noch moderate Entwicklung. Während sich die Personalaufwendungen um 5,6 % (+ 207 TEUR) erhöhten, ergaben sich bei den Sachaufwendungen für Verwaltung, Reparaturen und Vertrieb keine nennenswerten Änderungen zum Vorjahr. Im Ergebnis der dargestellten Entwicklung konnte trotz gestiegener betrieblicher Aufwendungen aufgrund der Steigerungen der Umsatzerlöse eine deutlich höhere Wertschöpfung erzielt werden. Einschließlich Bestandserhöhung (TEUR + 541) und Finanzergebnis hat sich das Jahresergebnis vor Traubengeld gegenüber dem Vorjahr um 5,5 % auf 7,8 Mio. EUR verbessert. Hierdurch hat sich für den Jahrgang 2023 die Hektar-Auszahlung gegenüber dem Vorjahr um rund 5,5 % auf knapp 12.800 EUR/ha erhöht. Mit der erzielten Auszahlungsleistung wurde trotz der schwierigen Rahmenbedingungen in der Weinvermarktung sowie weiterhin hohem Kostendruck das Unternehmensziel für das Geschäftsjahr 2023/24 erreicht. Ungeachtet dessen wird es für unsere angeschlossenen Winzerbetriebe zunehmend schwieriger aufgrund hoher Kostensteigerungen für Energie und Mindestlöhne eine kostendeckende Rebenbewirtschaftung zu erreichen. Aufgrund der hohen Wettbewerbsintensität auf dem deutschen Weinmarkt wird es für die Oberkircher Winzer eG immer herausfordernder die Weine und Sekte zum angestrebten Erlösniveau erfolgreich zu vermarkten. Dies ist in den zurückliegenden Jahren nur durch erhebliche Anstrengungen in Produktgestaltung, Marketing und Vertrieb gelungen. Die Genossenschaft wird durch das unsichere Marktumfeld weiter vor herausfordernden Aufgaben gestellt. 3. Besondere Darstellung zur Entwicklung und Lage des Unternehmens Der Absatz gliedert sich wie folgt auf:
Eigengeschäft nach Abnehmergruppen (nach Menge):
Eigengeschäft nach Arten (nach Menge):
13) Die hierin enthaltenden Mengen betreffen überwiegend den Verkauf von Offenwein an unser Tochterunternehmen bzw. an andere genossenschaftlich organisierte Partnerunternehmen zur Füllung und Vermarktung im LEH / Discount. III. Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung Wir haben organisatorische Regelungen und Maßnahmen getroffen, damit den Fortbestand der Genossenschaft gefährdende und sonstige wesentliche Risiken der künftigen Entwicklung früh erkannt werden. Nach den vorliegenden Informationen aus diesem System haben sich keine bestandsgefährdenden Risiken für die Genossenschaft ergeben. Ziel der Geschäftsführung ist, Risiken nur im überschaubaren Rahmen und adäquat zu den in Aussicht stehenden Geschäftschancen einzugehen. Die Handhabung der einzelnen Chancen und Risiken stellt sich wie folgt dar: Liquiditätsrisiken Die Möglichkeit der Steuerung der Auszahlungszeitpunkte der Traubengelder und der hohe Bestand an Bankguthaben stellt die Liquidität auch in Zukunft bei unerwarteten Ereignissen sicher. Beschaffungsrisiken Mit der Energiekrise haben sich seit 2022 insbesondere der Einkauf von Warenumschließung sowie auch die Frachten erheblich verteuert. Auch besteht die Sorge hinsichtlich Engpässen bei der Glasversorgung. Dem begegnen wir durch weitsichtige Lagerhaltung, Energieeinsparungen, Prozessumstellungen und die Inbetriebnahme einer neuen Photovoltaikanlage am Standort Kappelrodeck. Darüber hinaus wurde teilweise auf andere, besser verfügbare Flaschen zurückgegriffen und wir sondieren den Markt kontinuierlich nach alternativen Lieferanten. Absatzrisiken Die Nachfrage-, Angebots- und Wettbewerbssituation wird kontinuierlich überwacht. Mit der in 2018 vollzogenen Verschmelzung mit der Winzerkeller Hex vom Dasenstein eG wurde unsere Positionierung im deutschen Lebensmittelhandel weiter gestärkt. Dem hohen Wettbewerbsdruck begegnen wir mit einer konsequenten Qualitäts- und Markenpolitik. Die Entwicklung der Winzergenossenschaft ist eng verknüpft mit der Entwicklung der Vertriebsgesellschaft Weinland Baden GmbH, an der die Winzergenossenschaft gemeinsam mit sieben weiteren badischen Genossenschaften als Gesellschafter beteiligt ist. Die gemeinsame Vertriebsgesellschaft ist die bedeutendste Vertriebskooperation im Weinbaugebiet Baden; sie hat sich als kompetenter Partner des Handels deutschlandweit etabliert. Der Erfolg dieser Kooperation und die Bedeutung für die Winzergenossenschaft spiegeln sich auch in dem Umsatzanteil von mehr als einem Drittel nieder, der über diese gemeinsame Vertriebsorganisation im Berichtsjahr abgewickelt wurde. Der Vertriebserfolg über die gemeinsame Kooperation rechtfertigt die bekannten Risiken und Nachteile, wie reduzierte Einflussnahme auf die Verkaufs- und Vertriebspolitik, die konzeptbedingt mit der Teilnahme an einer derartigen Kooperation verbunden sind. Betriebsrisiken Risiken aus Betriebsunterbrechungen und Störfällen werden durch vorbeugende Wartung und soweit wirtschaftlich vertretbar durch entsprechenden Versicherungsschutz begrenzt (Feuer, Betriebsunterbrechung, Haftpflicht). Qualitätsrisiken Durch die Implementierung von Qualitätsstandards und die Zertifizierung der Einhaltung entsprechender Kriterien (IFS) durch eine zugelassene Audit-Gesellschaft werden diese Risiken begrenzt. Forderungsrisiken Zur Forderungsüberwachung sind regelmäßige Kontrollen eingerichtet. So werden kurzfristig auffällige Forderungen erkannt, Überschreitungen angezeigt und kurzfristig die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet. Rechtliche Risiken Diese betreffen vorwiegend unsere Traubenlieferanten in Form von sich weiter verschärfenden Vorschriften beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Durch die von der Genossenschaft organisierte Anbauberatung und unserem Nachhaltigkeitsmanagement sind wir ständig bestrebt Produkte von höchster Qualität unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit zu erzeugen. Im Vordergrund stehen hierbei ein umweltschonender Weinbau mit einem hohen Maß an Biodiversität sowie eine energieeffiziente Weinerzeugung. IT - Risiken Die Sicherheit unseres EDV-Systems und des Datenbestandes ist durch betriebsinterne Maßnahmen sowie die Vereinbarung entsprechender Dienstleistungs- und Wartungsverträge gewährleistet. Technische Basis für den IT-Einsatz ist hierbei eine ERP-Gruppenlösung auf Grundlage einer Cloud-Architektur. Gesamtrisiko Aufgrund unserer Einschätzung der in Frage kommenden Risiken und den uns gegebenen Mitteln zur Reaktion auf eintretende Gefahren sowie der ergriffenen Maßnahmen zur Verbesserung des Risikomanagements sind wir zu dem Ergebnis gelangt, dass existenzbedrohende Risiken, die über die einem Geschäftsbetrieb grundsätzlich innewohnenden Risiken hinausgehen, für das Unternehmen derzeit nicht bestehen. Chancen In einem durch hohe Wettbewerbsintensität geprägten, relativ homogenen und statischen Markt, der im Lebensmittelhandel branchenbedingt nur geringen Innovationen unterliegt, bestehen für uns als Weinproduzent und -vermarkter grundsätzlich nur begrenzte Chancen, unsere Wettbewerbssituation durchgreifend zu verbessern. Aufgrund unserer Betriebsgröße im nationalen Vergleich, der sehr guten technischen Ausstattung sowie unserer konsequenten Produktqualität sind wir jedoch der Überzeugung gegenüber der Mehrzahl unserer Wettbewerber deutlich besser positioniert zu sein. Sofern der hohe Wettbewerbsdruck im deutschen Lebensmittelhandel auch mittel- und langfristig bestehen bleibt, gehen wir aufgrund unserer Marktstellung davon aus, auch weiterhin Traubenvergütungen zu marktgerechten Konditionen an die uns angeschlossenen Winzer gewähren zu können. IV. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres (Nachtragsbericht) Auf die Ausführungen im Anhang zum Jahresabschluss 30. Juni 2024 sowie auf Abschnitt V. Prognosebericht wird verwiesen. V. Voraussichtliche Entwicklung (Prognosebericht) Die Traubenlese des Jahrgangs 2024 wurde zwischenzeitlich abgeschlossen. Bei guten Qualitäten, insbesondere bei Weißwein, fiel die Gesamternte deutlich unterdurchschnittlich aus. Die Erfassungsmenge des Jahrgangs 2024 entspricht mit rund 4,2 Mio. kg Trauben nur gut der Hälfte einer normalen Erntemenge. Aufgrund der zu Geschäftsjahresbeginn noch hohen Lagerbestände sind jedoch im Kernsortiment keine Lieferengpässe in 2025 zu befürchten. Deutlich reduzieren wird sich hingegen das Vermarktungsvolumen bei Discount und Offenwein. Weiter im Fokus bleibt die verhaltene Verbrauchernachfrage, die sich in einem unverändert schwachen GfK-Konsumklima-Index äußert. Angesichts der negativen Wirtschaftsdaten für Deutschland ist ein Anziehen der Verbrauchernachfrage für die kommenden Monate kaum zu erwarten. Einziger Lichtblick auf eine anziehende Verbrauchernachfrage ist die aktuell deutlich gesunkene Inflation im Euroraum, die in Verbindung mit verbesserten Tarifabschlüssen die Kaufkraft der privaten Haushalte merklich gestärkt hat. Inwieweit dies tatsächlich in 2025 zu mehr (Wein-)Konsum statt einer erhöhten Sparquote führen könnte, wird auch in erheblichem Maße von der Entwicklung der politischen und militärischen Konfliktherde in der Ukraine und in Nahost abhängen. Verhaltene bzw. rückläufige Verbrauchernachfrage kann neben Konsumverzicht auch ein Wechsel zu günstigeren Angeboten im Discounthandel bedeuten. Da die Oberkircher Winzer eG in allen wichtigen Absatzkanälen präsent ist, wäre auch in einem deutlichen Negativszenario ein weitgehend normaler Abverkauf der Bestände zu erwarten. Jedoch wären negative Effekte auf die Wertschöpfung bei verstärkter Bedienung der margenschwachen Absatzkanäle unvermeidbar. Nach gegenwärtiger Beurteilung gehen wir davon aus, dass aufgrund unserer Unternehmensgröße, unserer Kundenstruktur sowie unserer im Vergleich zu anderen Branchen vergleichsweise niedrigen Energieabhängigkeit eine nachhaltig negative Entwicklung der Oberkircher Winzer eG auch im Falle einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eher unwahrscheinlich ist. Unvermeidbar bleibt jedoch aufgrund der weit unterdurchschnittlichen Einlagerungsmenge und der aktuellen Marktsituation ein Rückgang des Vergütungsvolumens beim Jahrgang 2024. Hinzuzuweisen ist diesbezüglich auch auf die Begrenzung möglicher Verlustrisiken durch die genossenschaftliche Ausrichtung der Oberkircher Winzer eG, bei der die Mitglieder am erwirtschafteten Ergebnis - positiv wie auch negativ - über die Höhe der Traubengeldauszahlung partizipieren. Aufgrund des bisherigen Geschäftsverlaufs sowie der Kostenentwicklung ist bei Fortbestand der gegenwärtigen Marktsituation mit einem leichten Rückgang von Rohspanne und Rohertrag zu rechnen. Mittel- und langfristig die größten Herausforderungen bleiben die zunehmende Wettbewerbsintensität im deutschen Lebensmittelhandel, der Strukturwandel in unseren Mitgliedsbetrieben und damit unserer Rebfläche. Hier gilt es strategische Überlegungen anzustellen und Maßnahmen umzusetzen, um unsere Größe nachhaltig zu sichern.
Oberkirch, den 31. Oktober 2024 Oberkircher Winzer eG Der Vorstand Franz Männle Klemens Schnurr Hubert Vogt Dr. Sebastian Hill Jürgen Huber Bericht des AufsichtsratesDer Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Ergebnisverwendung geprüft, in Ordnung befunden und befürwortet den Vorschlag des Vorstandes. Der Vorschlag entspricht den Vorschriften der Satzung.
Oberkirch, den 18. Dezember 2024 Herbert Vollmer, Vorsitzender des Aufsichtsrats BILANZ ZUM 30. JUNI 2024AKTIVA
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023/24
ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023/24A. Allgemeine Angaben Die Oberkircher Winzer eG mit Sitz in Oberkirch ist registriert beim Amtsgericht in Freiburg i. Br. und eingetragen unter der Registernummer GnR 490016. In der Gliederung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung ergaben sich keine Veränderungen. Die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bestehenden Wertberichtigungen gemäß § 253 Abs. 4 HGB in der bis zum 28. Mai 2009 gültigen Fassung betragen TEUR 5.709,3. Vom Fortführungswahlrecht nach 67 Abs. 4 Satz 1 EGHGB wurde bis auf einen Teilbetrag von TEUR 15,0 Gebrauch gemacht. B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Bei Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt: Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände wurden mit den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet. Den planmäßigen Abschreibungen liegen die der geschätzten Nutzungsdauer entsprechenden Abschreibungssätze zugrunde. Bauten und bewegliche Anlagegegenstände wurden mit den Anschaffungskosten bewertet. Den planmäßigen Abschreibungen liegen die der geschätzten Nutzungsdauer entsprechenden Abschreibungssätze zugrunde. Die Abschreibungen wurden über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer, die sich grundsätzlich an den von der Finanzverwaltung veröffentlichten Abschreibungstabellen orientiert, linear vorgenommen. Auf Anlagezugänge in den Bilanzposten "Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken" wurden zum 01.09.2009 Wertberichtigungen nach § 253 Abs. 4 HGB a.F. in Höhe von TEUR 500,0 vorgenommen. Durch die zeitanteilige Auflösung über die Nutzungsdauer der betreffenden Anlagegüter haben sich die bisher vorhandenen Wertberichtigungen zum 30.06.2024 auf TEUR 277,5 (Vorjahr TEUR 292,5) reduziert. Durch die Verschmelzung mit der Winzerkeller Hex vom Dasenstein eG ergaben sich zum Stichtag 1. Juli 2019 außerdem Zugänge bei den Wertberichtigungen nach § 253 Abs. 4 HGB a.F. in Höhe von TEUR 815,8. Diese bestehen unverändert fort. Geringwertige Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens bis zu einem Anschaffungspreis (vermindert um Vorsteuer) von 800 EUR voll abgeschrieben und als Abgang behandelt worden. Die Finanzanlagen wurden mit Anschaffungskosten bewertet. Bei dauerhafter Wertminderung erfolgte eine Wertkorrektur auf den beizulegenden Wert. Der Wertansatz der Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffe erfolgte mit den Anschaffungs- oder Herstellkosten. Fertige Erzeugnisse wurden mit den Herstellungskosten angesetzt. Diese wurden retrograd von den voraussichtlichen Erlösen ermittelt. Zum Bilanzstichtag bestehen Wertabschläge auf das Vorratsvermögen gemäß § 253 Abs. 4 HGB a.F. in Höhe von TEUR 4.582,0 (Vorjahr TEUR 4.582,0). Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände wurden mit dem Nennwert abzüglich einer Pauschalwertberichtigung für das allgemeine Kreditrisiko und das zinsfreie Zahlungsziel bewertet. Bei zweifelhaft einbringlichen Forderungen wurden Einzelwertberichtigungen abgesetzt. Darüber hinaus bestehen zum Bilanzstichtag Wertabschläge auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gemäß § 253 Abs. 4 HGB a.F. in Höhe von TEUR 34,0. Die flüssigen Mittel wurden in allen Fällen mit dem Nennwert angesetzt. Die Rückstellungen entsprechen den zu erwartenden Ausgaben. Sie wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Ergebnisauswirkungen aus Änderungen des Abzinsungssatzes wurden im Finanzergebnis ausgewiesen. Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Rechnungsabgrenzungsposten sind nur für wesentliche Posten gebildet worden. Von den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Vorjahres wurde nicht abgewichen. C. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung I. BILANZ Angaben zu Unternehmen, soweit es sich um Beteiligungen im Sinne des § 271 Abs. 1 HGB handelt oder ein solcher Anteil von einer Person für Rechnung der Genossenschaft gehalten wird:
Hinsichtlich der Beteiligungsgesellschaften Renchtal Tourismus GmbH, Oberkirch, Alte Wache - Haus der badischen GmbH, Freiburg, und Golfanlagen Ortenau AG, Appenweier, wurde von der Regelung gemäß § 286 Abs. 3 Nr. 1 HGB Gebrauch gemacht. In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den geleisteten Anzahlungen auf Vorräte und den sonstigen Vermögensgegenständen sind folgende Beträge enthalten, die auch Forderungen gegen verbundene Unternehmen oder Beteiligungsunternehmen sind:
Die Ergebnisrücklagen haben sich wie folgt entwickelt:
In den sonstigen Rückstellungen sind insbesondere enthalten:
Von den Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit bis zu 1 Jahr, mehr als 1 Jahr bzw. über 5 Jahre:
Von den Verbindlichkeiten haben insgesamt EUR 0,00 eine Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren. In den nachstehenden Verbindlichkeiten sind folgende Beträge enthalten, die auch Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Beteiligungsunternehmen sind:
II. GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:
Betrag und Art der einzelnen Ertragsposten von außergewöhnlicher Bedeutung oder Größenordnung: GuV-Posten Nr. 8.) Auflösung Wertabschlag nach § 253 Abs. 4 HGB a.F. auf Sachanlagen TEUR 15,0 In den Sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen sind Erträge aus der Abzinsung von Sonstigen Rückstellungen in Höhe von EUR 14.138,00 (Vorjahr EUR 5.327,00) enthalten. In den nachfolgend aufgeführten Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind Erträge und Aufwendungen aus / an verbundene(n) Unternehmen enthalten:
D. Sonstige Angaben Nach Abschluss der Bilanzerstellung erging mit Datum vom 12. September 2024 vom Regierungspräsidium Freiburg ein Bescheid für die Gewährung einer Zuwendung mit Mitteln des Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) nach der Verordnung (EG) Nr. 1306/2013 in Höhe von EUR 335.066,81 für die im Geschäftsjahr 2023/24 fertig gestellte Traubenerfassungsstation. Der Zuschussbetrag wurde in der Anlagenbuchhaltung mit Datum vom 1. Juli 2024 als nachträgliche Minderung der Anschaffungs- und Herstellungskosten berücksichtigt. Die Erfassungsmenge des Jahrgangs 2024 entspricht mit rund 4,2 Mio. kg Trauben nur gut der Hälfte einer normalen Erntemenge. Aufgrund der zu Geschäftsjahresbeginn noch hohen Lagerbestände sind jedoch im Kernsortiment keine nennenswerten Lieferengpässe in 2025 zu befürchten. Daher wird das rückläufige Geschäftsvolumen in 2024/25, dass aufgrund der weit unterdurchschnittlichen Einlagerungsmenge beim Jahrgang 2023 zu erwarten ist, nicht zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft führen. In der Bilanz wurde eine Verrechnung von Vermögensgegenständen und Schulden nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB für den Aufbau von Wertguthaben für die Arbeitnehmer im Rahmen eines Lebensarbeitszeitmodells vorgenommen. Anschaffungskosten bzw. beizulegender Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände sowie der Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden betragen jeweils TEUR 273,3. Zur Verwendung des Ergebnisses wird folgender Vorschlag gemacht:
Die Zahl der im Geschäftsjahr durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug:
Außerdem wurden durchschnittlich 30,6 geringfügig Beschäftigte (Minijobs) sowie 2,0 Auszubildende beschäftigt. Mitgliederbewegung
Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes: Baden-Württembergischer Genossenschaftsverband e. V. Am Rüppurrer Schloss 40 76199 Karlsruhe Am Bilanzstichtag betrugen die Forderungen an:
Mitglieder des Vorstands: Franz Männle - Vorsitzender Alois Huber - 1. stellvertretender Vorsitzender bis 28.02.2024 Klemens Schnurr - 1. stellvertretender Vorsitzender ab 28.02.2024 Hubert Vogt - 2. stellvertretender Vorsitzender Dr. Sebastian Hill - Geschäftsführer Jürgen Huber Mitglieder des Aufsichtsrats: Herbert Vollmer - Vorsitzender Paul Kimmig - stellvertretender Vorsitzender bis 28.02.2024 Manuel Graf - stellvertretender Vorsitzender Armin Baßler Georg Baßler Mathias Baßler Martin Panter Josef Roth Klemens Schnurr bis 28.02.2024 Patric Spraul Matthias Hodapp Markus Gmeiner ab 28.02.2024 Daniel Huber ab 28.02.2024
Oberkirch, 31. Oktober 2024 Oberkircher Winzer eG Der Vorstand Franz Männle Klemens Schnurr Hubert Vogt Dr. Sebastian Hill Jürgen Huber Dieser Jahresabschluss wurde gemäß § 48 GenG in der Generalversammlung am 4. Februar 2025 festgestellt und die Ergebnisverwendung wie vorgeschlagen beschlossen. Entwicklung des Anlagevermögens (in EUR)
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