Stammdaten

Register
Amtsgericht Mannheim HRB 33
Vorher
MW OEG AG
Eingetragen
27.2.1922
Branche
Betrieb von Bahnhöfen für den Personenverkehr einschließlich OmnibusbahnhöfenBetrieb von Verkehrswegen für SchienenfahrzeugePersonenbeförderung im Eisenbahnverkehr
Gegenstand
Die Beförderung von Personen und Gütern, der Betrieb von Schienenbahnen und Kraftwagen, die Beratung Dritter in diesen Bereichen, sowie alle sonstigen der Förderung des Nahverkehrs dienenden Geschäfte. Ferner ist Gegenstand des Unternehmens der Bau, der Erwerb, die Errichtung und der Betrieb von Anlagen und Gegenständen für eigene Rechnung oder gemeinsam mit anderen, die zur Erreichung der vorgenannten Zwecke erforderlich sind. Daneben können andere verkehrswirtschaftliche Aufgaben von den Aktionären übertragen werden.

Historie

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Management

NameRolle
Martin E. Dr. Auer
seit 21.1.2009
Vorstandsmitglied

Konzern- und Jahresabschlüsse

MVV OEG AG

Mannheim

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2007 bis zum 30.09.2008

Lagebericht

Geschäft und Rahmenbedingungen

Die MVV OEG AG mit Sitz in Mannheim, gehört zum MVV Konzern, der ebenfalls in Mannheim ansässig ist. Im MVV Konzern sind die börsennotierte MVV Energie AG und MVV RHE AG einerseits sowie die Verkehrsgesellschaften MVV Verkehr AG und MVV OEG AG andererseits unter dem gemeinsamen Dach der Holding MVV GmbH zusammengefasst. Als Allianzunternehmen und Gesellschafter der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) erbringt die MVV OEG AG Nahverkehrsleistungen in der Region um Mannheim, Heidelberg, und Weinheim.

Das Grundkapital der MVV OEG AG beträgt 9,4 Mio Euro. Es ist eingeteilt in 10 000 Namensaktien zu je 511,29 Euro je Aktie und in 5 000 Namensaktien zu je 848,74 Euro je Aktie. Die MVV GmbH hält davon 94,6 % der Aktien. Die Stadt Mannheim besitzt 5,18 % der Aktien, die Städte Heidelberg und Weinheim insgesamt 0,22 % der Aktien. Alleingesellschafterin der MVV GmbH ist die Stadt Mannheim.

Der Vorstand der MVV OEG AG besteht nach der Satzung der Gesellschaft aus einem Mitglied. Die Bestellung und Abberufung erfolgt durch den Aufsichtsrat. Die Änderung der Satzung hat nach § 133 und § 173 Aktiengesetz zu erfolgen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Satzungsänderungen zu beschließen, die nur die Fassung betreffen.

Städteübergreifende Verkehrsallianz für die Metropolregion Rhein-Neckar

Seit April 2005 ist die im Schnittpunkt der Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz liegende Region Rhein-Neckar "Europäische Metropolregion". Die Metropolregion Rhein-Neckar umfasst die Oberzentren Heidelberg, Ludwigshafen und Mannheim sowie die Städte Worms, Neustadt/Weinstraße, Speyer, Bensheim, Viernheim, Weinheim, Schwetzingen und Mosbach. Mit 2,4 Mio Einwohnern auf 5.637 Quadratkilometer Fläche ist die Metropolregion Rhein-Neckar einer der größten Ballungsräume Deutschlands und eine aufstrebende Region mit zahlreichen leistungsstarken Unternehmen sowie renommierten Universitäten, Hochschulen, Forschungsinstituten und Kultureinrichtungen.

Angesichts neuer wettbewerblicher Rahmenbedingungen haben sich die Städte Heidelberg, Ludwigshafen und Mannheim im Jahr 2004 zur Gründung eines städteübergreifenden gemeinsamen Verkehrsunternehmens, der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV GmbH), durch die Gesellschaften Heidelberger Straßen- und Bergbahn GmbH (HSB), Verkehrsbetriebe Ludwigshafen GmbH (VBL), Rhein-Haardtbahn GmbH (RHB), MVV Verkehr AG und MVV OEG AG entschlossen.

Seit 1. März 2005 führt die RNV GmbH als Tochterunternehmen dieser Gesellschaften den operativen Fahrbetrieb auf den jeweiligen Stadtbahn-, Straßenbahn-, Eisenbahn- und Omnibuslinien durch und betreibt und unterhält die Infrastruktur. Mit dem operativen Start der RNV GmbH ist ein neuer leistungsstarker Mobilitätsdienstleister in der Metropolregion Rhein-Neckar entstanden. Die RNV bedient mit ihrem Verkehrsangebot die Region zwischen Pfälzer Wald und Odenwald. Durch den gemeinsamen Marktauftritt als RNV GmbH und mit abgestimmten Marketingaktivitäten können die Kunden den Öffentlichen Personennahverkehr in der Metropolregion Rhein-Neckar als ein einheitliches Produkt erleben.

Die MVV OEG AG ist mit einem Beteiligungsanteil von 16,26 % an der RNV GmbH ein bedeutender Partner in dieser Verkehrsallianz. Zusammen mit der MVV Verkehr AG (Anteil 35,13 %) hält der MVV Konzern insgesamt 51,39 % an der RNV GmbH. Grundprinzip der RNV ist die Gleichrangigkeit der Gesellschafter und ihrer Stimmrechte, unabhängig von der unterschiedlichen Höhe ihrer jeweiligen Beteiligung.

Entwicklung von Gesamtwirtschaft und ÖPNV-Branche

Die internationale Finanzkrise, die volatile Entwicklung bei den Primärenergie- und Energiepreisen sowie eine globale Konjunkturabschwächung prägten das Stimmungsbild und die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Verlaufe des Jahres 2008. Ein weiteres herausragendes Thema in der öffentlichen Diskussion war die Notwendigkeit des Klimaschutzes, dem sich auch die Unternehmen der ÖPNV-Branche stellen müssen.

Nach dem am 14. Oktober 2008 veröffentlichten Herbstgutachten der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen die Konjunkturexperten für das Jahr 2008 in Deutschland mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts gegenüber 2007 um 1,8 %. Das Wirtschaftswachstum wird damit schwächer ausfallen als im Vorjahr mit 2,5 %. Die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise hatte im Berichtsjahr keine negativen Auswirkungen auf die MVV OEG AG. Für das Jahr 2009 wird als Folge der Finanzkrise und ihrer Auswirkungen auf die Realwirtschaft mit einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums gerechnet (siehe Prognosebericht).

Knappe Energieressourcen und steigende Energie- und Benzinpreise beflügeln den ÖPNV. Die bis Juli 2008 drastisch gestiegenen Benzinpreise haben die Kosten des Wettbewerbers Auto in erheblichem Umfang erhöht. Dadurch gewann der ÖPNV in preislicher Hinsicht an Wettbewerbsfähigkeit. Mit den gestiegenen Energiepreisen sind allerdings auch die Produktionskosten, insbesondere Diesel und Bahnstrom, in erheblichem Umfang gestiegen. Im weiteren Jahresverlauf 2008 sind die Benzinpreise der Rohölpreisentwicklung folgend gegenüber dem Höchststand im Juli 2008 deutlich gesunken.

Die öffentlichen Verkehrsunternehmen sehen sich vermehrten Leistungskürzungen durch gesetzliche Sparmaßnahmen von Bund und Ländern gegenüber gestellt. In diesen Zusammenhang gehört auch, dass ab 1. Januar 2007 die Bundesländer den Ausgleich gemeinwirtschaftlicher Leistungen im Ausbildungsverkehr nach § 45a PBefG und § 6a AEG abweichend von der Bundesregelung selbst bestimmen können.

Auf europäischer Ebene wurde die neue EU-Verordnung über öffentliche Personenverkehrsdienste auf Schiene und Straße (1370/2007) verabschiedet. Diese ersetzt die Verordnung aus dem Jahr 1969. Die neue Verordnung wird zwei Jahre nach der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt, die am 3. Dezember 2007 erfolgte, in Kraft treten und ist dann unmittelbar geltendes Recht.

Während die neue EU-Verordnung für den ÖPNV eine "Zeitenwende" darstellt, sind die Auswirkungen auf den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) nicht so gewichtig. Schon nach bisherigem Recht hatte der Aufgabenträger die Möglichkeit, Schienenpersonenverkehrsleistungen freihändig zu vergeben. Die VO 1370/2007 sieht die Möglichkeit einer direkten Vergabe von Aufträgen mit einer Laufzeit von bis zu 10 Jahren vor. Die wesentliche Neuerung für den SPNV liegt somit darin, dass die Regelungen für die Gewährleistung von Ausgleichsleistungen für gemeinwirtschaftliche Verpflichtungen neu gefasst werden.

ÖPNV-Beitrag für den Klimaschutz

Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) stiftet einen hohen volkswirtschaftlichen, sozialen und umweltpolitischen Nutzen. Ohne einen leistungsstarken ÖPNV könnten die klimaschutzpolitischen Ziele nicht realisiert werden. Um diese Ziele erreichen zu können, ist eine Mitfinanzierung aus öffentlichen Haushalten dringend geboten. Bei der Verteilung der Haushaltsmittel steht der ÖPNV im Wettbewerb mit anderen öffentlichen Aufgaben.

Trotz Erholung der öffentlichen Haushalte ist kein Anstieg der Mittel für den ÖPNV in Sicht. Im Gegenteil, im Bereich des Ausbildungsverkehrs ist, beispielsweise durch die Öffnungsklausel des § 45a PBefG, eher mit einer Reduzierung zu rechnen.

Der Gesetzgeber hat im Juni 2008 die wichtigsten Umsetzungsmaßnahmen des von der Bundesregierung 2007 in Meseberg beschlossenen "Integrierten Energie- und Klimaprogramms" (IEKP) verabschiedet. Das Maßnahmenpaket soll einen wesentlichen Beitrag zur Minderung der deutschen Treibhausgasemissionen um mindestens 30 % bis 2020 leisten. Die öffentlichen Verkehrsmittel haben als Partner für eine umweltfreundliche und verantwortungsbewusste Mobilität einen hohen Stellenwert und können mit ihren bedeutenden Umweltvorteilen in Städten und Ballungsgebieten einen bedeutenden Beitrag zur Verringerung der klimaschädlichen CO 2-Emissionen leisten. Auch jeder Bürger kann durch die Nutzung von Bussen und Bahnen einen eigenen attraktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. Der spezifische Kraftstoffverbrauch pro Fahrgast und Kilometer ist bei Bussen und Bahnen deutlich geringer als beim PKW. Nach Untersuchungen des Verbands der Öffentlichen Verkehrsunternehmen (VDV) steht dem Verbrauch von 2,0 Litern Diesel-Kraftstoff pro 100 Kilometer und Fahrgast bei einer durchschnittlichen Platzausnutzung von 16 Fahrgästen in Bussen ein Durchschnittsverbrauch von 6,6 Litern pro Person mit dem PKW gegenüber. Dieser rund dreimal höhere spezifische Kraftstoffverbrauch verursacht einen entsprechend höheren Ausstoß an Treibhausgasen.

Die Vergleichszahlen zeigen das Einsparpotenzial an CO 2 durch den ÖPNV. Durch zusätzliche Fahrgäste, die von PKW auf Stadtbahnen und Busse umsteigen, kann der CO 2 -Ausstoß deutlich verringert werden. Hierzu sind stärkere Investitionen in die Infrastruktur des öffentlichen Personennahverkehrs notwendig. Die im zunehmenden Wettbewerb stehenden ÖPNV-Unternehmen können diese Investitionen nur leisten, wenn sie auf eine verlässliche Bundes- und Länderfinanzierung für Investitionen und Verkehrsleistungen vertrauen können.

Angesichts steigender Energiekosten und politischer Klimaschutzforderungen arbeiten die Hersteller von Schienenfahrzeugen an neuen energiesparenden Techniken, vor allem an der konsequenten Nutzung der Bremsenergie und neuer Energiespeichertechnologie. Die von der RNV GmbH im September 2007 bestellten acht Stadtbahnen für das Verkehrsgebiet der MVV OEG AG werden vom Hersteller mit einem zukunftsorientierten MITRAC Energy Saver ausgerüstet. Durch die in den Fahrzeugen gespeicherte Bremsenergie, die beim nächsten Anfahren wieder genutzt wird, kann der Energieverbrauch je Unterwerk dauerhaft um rund 25% und damit auch die Energiekosten und die CO 2-Emissionen gesenkt werden. Mit der Umrüstung dieser Stadtbahnen übernimmt die Allianzgesellschaft eine Vorreiterrolle, leistet einen messbaren Beitrag in der aktuellen Klimaschutzdebatte und positioniert den öffentlichen Nahverkehr in der Metropolregion als umweltschonende Alternative zum Individualverkehr.

Projekt RNV 2009

Gemeinsam mit unseren Partnerunternehmen können wir in der Verkehrsallianz Größenvorteile am Markt nutzen und durch Synergieeffekte Kosten einsparen. Kosteneinsparungen sind zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten fünf Verkehrsunternehmen und zur Aufrechterhaltung unseres hochwertigen Leistungsangebots für die Bürgerinnen und Bürger in Mannheim, angesichts des zunehmenden Wettbewerbsdrucks und drastischer Kürzungen bei den öffentlichen Zuschüssen und komplementären Finanzierungsmitteln, unbedingt notwendig.

Die Erfahrungen in den ersten drei Jahren des operativen Betriebs der RNV seit März 2005 haben gezeigt, dass die Strukturen in der heutigen RNV noch zu komplex sind und dass von den einzelnen Gesellschaften teilweise noch ineffiziente Doppelfunktionen wahrgenommen werden.

Die gegenwärtige Aufgabenverteilung zwischen Muttergesellschaften und RNV GmbH ist noch nicht ausreichend, um die Wettbewerbsfähigkeit der RNV GmbH langfristig zu sichern. Gleichzeitig müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, um die Vorgaben der Direktvergabe nach der neuen EU-Verordnung 1370/2007 mit größtmöglicher Rechtssicherheit zu erfüllen.

Vor diesem Hintergrund hatten die MVV Verkehr AG und MVV OEG AG mit Unterstützung der SMP Management Programm St. Gallen im Geschäftsjahr 2006/07 ein strategisches Geschäftsmodell zur Strukturvereinfachung ("SPUR 12" ) erarbeitet, das hauptsächlich die Strategie der MVV-Verkehrsgesellschaften und die Rolle der Muttergesellschaften im Blick hatte. Eine Reihe der im Projekt "SPUR 12" bis 2012 vorgesehenen Maßnahmen wurden bereits umgesetzt. Das gilt insbesondere für den Übergang der Personalabteilung von den MVV Verkehrsgesellschaften auf die RNV GmbH. Ebenso sind zahlreiche Kosten senkende und verschlankende Maßnahmen im Verhältnis zwischen RNV und MVV Verkehrsgesellschaften umgesetzt worden.

Aufbauend auf den Grundlagen von "SPUR 12" wurde im Mai 2007 mit dem Projekt "RNV 2009" begonnen. In diesem Projekt wurden die Ziele und Handlungsfelder von "SPUR 12" auf eine breitere Basis gestellt. Insbesondere geht es dabei um die Umsetzung von Maßnahmen, die sinnvoll nur gleichzeitig mit den Heidelberger und Ludwigshafener Partner umgesetzt werden können. Unter der Federführung der RNV GmbH sollen in Zusammenarbeit mit den Gesellschaften HSB, VBL, RHB, MVV Verkehr AG und MVV OEG AG mit Beteiligung der Arbeitnehmervertreter dieser Gesellschaften, der Gewerkschaft ver.di sowie Vertretern der Städte Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen neue effiziente Strukturen mit einer geänderten Funktionsaufteilung entwickelt werden. Ziel des Projekts "RNV 2009" ist es, durch Veränderung der Allianzstrukturen die Kosten weiter zu senken und gleichzeitig die Qualität zu steigern.

Im Rahmen der strukturellen Veränderungen sollen bisherige Aufgaben im größtmöglichen Umfang von den einzelnen Gesellschaften (Altverkehrsunternehmen) auf die RNV GmbH verlagert werden, um Doppelstrukturen und -funktionen abzubauen und Voraussetzungen für eine weitere Verschlankung der Altverkehrsunternehmen zu schaffen. Betroffen von den Aufgabenverlagerungen sind insbesondere die Konzessionen und damit die Fahrgeldeinnahmen und Betriebszuschüsse sowie die Personalverwaltung und der Infrastrukturbetrieb. Die operativen Funktionen der Altverkehrsunternehmen, das betrifft auch die MVV OEG AG, werden auf das Infrastruktur- und Stadtbahneneigentum, das Vorhalten des Alt-Personals und auf steueroptimierte Finanzierungsfunktionen reduziert. Die Steuerung der RNV GmbH soll nicht mehr durch die Altverkehrsunternehmen, sondern über die Städte direkt erfolgen, die auch die Angebotsqualität und den Finanzrahmen vorgeben. Die Mitbestimmung soll durch ein zentrales Betriebsratsgremium gestärkt werden.

Durch die Umsetzung von RNV 2009, die zum 1. Oktober 2009 erfolgen soll, wächst die Bedeutung der RNV GmbH als zentrales Verkehrsunternehmen für die Metropolregion Rhein-Neckar. Ein konsequenter Auftritt der RNV GmbH nach innen und außen wird die RNV-Identität für Kunden, Mitarbeiter und die Region insgesamt stärken.

Erfolgreicher Abschluss eines Rahmentarifvertrages

Die vom Vorstand der MVV Verkehr AG und MVV OEG AG geführten Tarifvertragsverhandlungen zum Abschluss eines Rahmentarifvertrages, der die Tarifverträge der Allianzunternehmen auf den Haustarif der RNV GmbH überleiten soll, konnten zum 30. September 2008 erfolgreich abgeschlossen werden. Betroffen sind von diesem Tarifvertrag sämtliche 1479 von den sieben Allianzunternehmen an die RNV GmbH überlassenen Arbeitnehmer. Die große Tarifkommission der Gewerkschaft ver.di hat das ausgehandelte Ergebnis am 7. Oktober 2008 einstimmig gebilligt.

Der Rahmentarifvertrag sieht vor, dass alle in den sieben Unternehmen der Allianzgesellschaften bestehenden bislang elf verschiedenen Tarifverträge und über 200 unterschiedliche Betriebsvereinbarungen auf den Haustarifvertrag der RNV GmbH als einheitlichen Tarifvertrag überführt werden sollen. Dies stellt einen wesentlichen Schritt zur Vereinheitlichung der Arbeitsbedingungen und des einheitlichen Personaleinsatzes im Rahmen der RNV GmbH auf der Grundlage moderner, wettbewerbsfähiger Tarifvertragsstrukturen dar. Durch die geänderten Tarifvertragsbedingungen können insbesondere die Mitarbeiter flexibler eingesetzt, Produktivzeiten erhöht und die Kostenbelastungen der Unternehmen gesenkt werden. Gleichzeitig bleibt der Besitzstand der Arbeitnehmer sozialverträglich gewahrt. Auch die bestehenden Rationalisierungsschutzverträge bleiben bestehen und sind von dem Überleitungsvertrag nicht betroffen. Die Regelungen werden voraussichtlich zum 1. Oktober 2009 in Kraft treten. Der Tarifvertrag wird eine Laufzeit bis 30. Juni 2019 haben.

Forschung und Entwicklung

Forschungs- und Entwicklungsprojekte werden von der RNV GmbH durchgeführt. Die MVV OEG AG begleitet und unterstützt im Bedarfsfall diese Projekte.

Umsatzerlöse der MVV OEG AG
in Tsd
2007/2008 2006/2007 ±
%
Linien- und Sonderverkehr nach Verbundabrechnung 1 17 210 16 045 + 7,3
Ausgleichszahlungen nach § 45a PBefG 5 451 5 425 + 0,5
Schwerbehindertenzuschüsse 748 609 + 22,8
Verkehrserlöse 23 409 22 079 + 6,0
sonstige Umsatzerlöse 2 1 498 1 492 + 0,4
Umsatzerlöse gesamt 24 907 23 571 + 5,7

1 Einschließlich erhöhtes Beförderungsentgelt 83 Tsd Euro (Vorjahr 72 Tsd Euro)
2 Jeweils ohne erhöhtes Beförderungsentgelt

Ertragslage

Die wirtschaftliche Entwicklung der MVV OEG AG wird in starkem Maße durch das operative Geschäft der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV GmbH) geprägt. Finanziell werden sämtliche Kosten des Verkehrsbetriebs seitens der RNV GmbH verursachungsgerecht an die Muttergesellschaften weiterverrechnet, so dass die RNV GmbH selbst grundsätzlich mit einem "Null-Ergebnis" abschließt (sogenannte Spitzabrechnung).

Als Verkehrs- und Eisenbahnunternehmen im Sinne des Allgemeinen Eisenbahngesetzes (AEG) und des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) erhielt die MVV OEG AG auch im Geschäftsjahr 2007/08 die Fahrgeldeinnahmen, die im Rahmen der monatlichen Verbundabrechnung unter den Gesellschaften der Unternehmensgesellschaft Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH (URN) aufgeteilt werden. Die MVV OEG AG ist auch weiterhin Zuwendungsempfängerin der Ausgleichszahlungen für gemeinwirtschaftliche Leistungen im Ausbildungsverkehr nach §6a des Allgemeinen Eisenbahngesetzes (AEG) und § 45a PBefG, der Zuschüsse für die unentgeltliche Beförderung von schwerbehinderten Menschen nach §148 des Sozialgesetzbuchs (SGB IX) und der Investitionszuschüsse nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG).

Die MVV OEG AG hat im Januar 2008 Änderungen in der Organisationsstruktur ihrer Steuerungseinheit vorgenommen. So wurde das Personalmanagement der MVV OEG AG in die Personalabteilung der RNV GmbH integriert und die Mitarbeiter der RNV GmbH überlassen. Die Aufgaben der Steuerungseinheit wurden auf das Verkehrs- und Projektmanagement sowie Finanzen und Controlling, das heißt die Kontrolle der Planeinhaltung und das Gegensteuern bei Abweichungen, reduziert. Hier arbeitet sie eng mit der RNV GmbH zusammen. Auch Finanzaufgaben, wie Quartals- und Risikoberichterstattung sowie Finanzmanagement, werden weiterhin von der MVV OEG AG übernommen.

Entwicklung der Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Mio Euro (+ 5,7 %) auf 24,9 Mio Euro. Dieser Zuwachs stammt in erster Linie aus höheren Fahrgeldeinnahmen im Linien- und Sonderverkehr, die im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Mio Euro (+ 7,3 %) auf 17,2 Mio Euro zugenommen haben.

Maßgebend für diese Entwicklung sind die gesamten Verbundeinnahmen (Pooleinnahmen) und die Verbundabrechnung durch die Unternehmensgesellschaft Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH (URN GmbH) auf der Grundlage des geltenden Einnahmenaufteilungsverfahrens. Die Pooleinnahmen lagen im Abrechnungszeitraum Januar bis September 2008, die in den Jahresabschluss 2007/08 voll einbezogen wurden, um 6 % über den Vorjahreseinnahmen. Dieser Zuwachs ist vor allem auf die Fahrpreiserhöhungen zum 1. Januar 2008 (durchschnittlich 3,0 %) und auf eine Zunahme der Fahrgastzahlen im Gesamtverbund um 2,5 % zurückzuführen. Aus dem eigenen Fahrscheinverkauf (vor Verbundabrechnung) erzielte die MVV OEG AG im Berichtsjahr Fahrgeldeinnahmen von netto 9,5 Mio Euro (Vorjahr 9,0 Mio Euro), die in den Verbundpool geflossen sind.

Im Geschäftsjahr 2007/08 erfolgte die Einnahmenaufteilung weiter nach der seit 2004 geltenden Einnahmenaufteilungsregelung, die auf den Ergebnissen der Verkehrszählung 2002 basiert. Die derzeitige Aufteilungsregelung ist bis zum Abschluss einer neuen Aufteilungsregelung bis 31. Dezember 2008 verlängert worden. Im Jahr 2007 wurde im Verkehrsverbund Rhein-Neckar eine verbundweite Verkehrserhebung durchgeführt, die die Grundlage für eine neue Einnahmenaufteilungsregelung bilden soll. Im September 2008 wurden das Mengengerüst und erste Basiszahlen präsentiert. In den bisherigen Verhandlungen konnte noch kein geeignetes Einnahmenaufteilungsmodell gefunden werden.

Die Ausgleichszahlungen im Ausbildungsverkehr nach § 6a AEG beziehungsweise § 45a PBefG lagen mit 5,5 Mio Euro auf Vorjahresniveau. Das bisherige gesetzlich geregelte Ausgleichsverfahren wurde ab dem Ausgleichsjahr 2007 durch ein pauschaliertes Verfahren ersetzt, das zwischen dem Innenministerium des Landes Baden-Württemberg und den baden-württembergischen Verkehrsverbünden vereinbart wurde. Zur Abgeltung der gesetzlichen Ausgleichsansprüche des Verkehrsunternehmens nach § 6a AEG beziehungsweise § 45a PBefG zahlt das Land Baden-Württemberg als Ausgleichsleistung für die Rabattierung von Tarifen der Zeitfahrausweise im Ausbildungsverkehr an die MVV OEG AG beginnend mit dem Ausgleichsjahr 2007 bis einschließlich 2011 eine jährliche Ausgleichsleistung als Pauschale. Die Pauschale basiert auf der Ausgleichsleistung, die für das Ausgleichsjahr 2005 nach den gesetzlichen Vorschriften berechnet wurde. Von dieser Ausgleichsleistung wird eine Kürzung von zwölf Prozentpunkten nach der dritten Stufe aus dem Haushaltsbegleitgesetz 2004 vorgenommen. Die Pauschale des Landes wird wie bisher in zwei Hälften zum 15. Juli und zum 15. November des maßgeblichen Ausgleichsjahres über die URN GmbH der MVV OEG AG überwiesen.

Fahrgäste der MVV OEG AG im Gesamtverkehr
in Tsd
2007/2008 2006/2007 ±
%
Bezahlter Linien- und Sonderverkehr 20 367 19 313 + 5,5
Unbezahlter Linienverkehr 1 1 170 956 + 22,4
Fahrgäste gesamt 21 537 20 269 + 6,3

1 Insbesondere Schwerbehinderte, Übergangsfahrgäste

Die Erstattungen und Ansprüche gegenüber dem Land Baden-Württemberg für die unentgeltliche Beförderung der Schwerbehinderten nach §148 Sozialgesetzbuch (SGB IX) erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Mio Euro auf 0,7 Mio Euro. Die Zunahme resultiert aus den höheren erstattungsfähigen Fahrgeldeinnahmen im Geschäftsjahr 2007/08. Für den Berichtszeitraum Oktober bis Dezember 2007 wurde der für die Erstattungszahlungen im Jahr 2007 maßgebliche Prozentsatz aus den Verkehrszählungen 2006 von 4,75 % zugrunde gelegt. Für den anteiligen Berichtszeitraum Januar bis September 2008 kam ein für das Gesamtjahr 2008 hochgerechneter Prozentsatz von 5,85 % zur Anwendung, der auf drei von vier im Kalenderjahr 2008 gesetzesgemäß durchzuführenden Schwerbehindertenerhebungen basiert. Die durch individuelle Verkehrszählungen nachgewiesenen Prozentsätze wurden um einen "Selbstbehalt" von 0,85 % gekürzt, der im Gesetz zur Vereinfachung der Verwaltungsverfahren im Sozialrecht vom 21. März 2005 festgelegt wurde.

Weiter steigende Fahrgastzahlen

Das Fahrgastaufkommen der MVV OEG AG stieg im Geschäftsjahr 2007/08 im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Mio (+ 6,3 %) auf 21,5 Mio Fahrgäste. Da die MVV OEG AG im Vergleich zu ihrem Fahrscheinverkauf wesentlich mehr Fahrgäste befördert, werden aus den über die Verbundabrechnung zugeschiedenen Fahrgeldeinnahmen auch entsprechende Fahrgastzahlen zugerechnet, die mit 0,6 Mio Fahrgästen zum Zuwachs des Fahrgastaufkommens der MVV OEG AG beigetragen haben.

Die aus dem eigenen Fahrscheinverkauf der MVV OEG AG ermittelten Fahrgastzahlen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 4 % auf 11,2 Mio Fahrgäste. Die Verkaufsentwicklung zeigt eine starke Zeitkartenbindung. Innerhalb des Zeitkartensortiments besteht eine hohe Nachfrage nach den preisgünstigen zielgruppenorientierten Netzkarten, die im gesamten Verbundgebiet gültig sind. Die stärksten Zunahmen weist das Job-Ticket auf (+ 0,3 Mio Fahrgäste). Zum 1. Oktober 2007 sind verschiedene Einrichtungen der Universität Heidelberg als neuer Job-Ticket-Vertragspartner hinzugekommen. Das neue Ticketangebot hat auch im Einzugsbereich der MVV OEG AG zu zahlreichen Neukunden geführt. Im Ausbildungsverkehr haben die Fahrgastzahlen aufgrund von höherer Verkaufszahlen beim MAXX-Ticket und beim Semester-Ticket um 0,2 Mio zugenommen.

Die sonstigen Umsatzerlöse lagen mit 1,5 Mio Euro auf Vorjahresniveau. Sie stammen insbesondere aus Zahlungen von der WEBU für den in ihrem Auftrag durchgeführten Linienverkehr in der Stadt Weinheim.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken um 0,8 Mio Euro auf 15,0 Mio Euro. Die Hauptposten sind Erträge von der RNV GmbH für die Arbeitnehmerüberlassung (7,8 Mio Euro) sowie für die vermieteten Bahnen, Infrastruktur und Betriebshöfe (2,9 Mio Euro). Für die im Schienenpersonenverkehr im Umland erbrachten Verkehrsleistungen erhielt die MVV OEG AG Ausgleichsleistungen von 0,9 Mio Euro. Die Höhe der vom Rhein-Neckar-Kreis, der Stadt Heidelberg und dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar (für die Stadt Viernheim) zu zahlenden Ausgleichsleistungen sind in Euro je Nutzwagenkilometer pro Jahr bis Ende 2008 vertraglich festgelegt. Auch die MVV GmbH hat entsprechende Vereinbarungen mit der MVV OEG AG über die Gewährleistung der planmäßigen Nahverkehrsleistungen im Gebiet der Stadt Mannheim abgeschlossen. Aus dem Grundstücksverkauf Bahnhof Wallstadt hat die MVV OEG AG im Berichtsjahr nach Abzug der Buchwerte einen Ertrag von 0,8 Mio Euro realisiert.

Die Gesamtleistung (insbesondere Umsatzerlöse und sonstige betriebliche Erträge) stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Mio Euro auf 39,9 Mio Euro.

Der Materialaufwand nahm im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Mio Euro auf 25,3 Mio Euro zu. Für die Durchführung der Verkehrsdienstleistungen mit Stadtbahnen und Bussen sowie für die Instandhaltung und den Betrieb der Schienen- und Haltestelleninfrastruktur zahlte die MVV OEG AG an die RNV im Berichtsjahr ein Leistungs- und Betreiberentgelt von 22,9 Mio Euro (Vorjahr 22,3 Mio Euro). Das Leistungsentgelt berechnet sich nach den erbrachten Nutzwagenkilometern.

Die Personalaufwendungen verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Mio Euro auf 10,3 Mio Euro. Der Rückgang beruht vor allem auf der geringeren Neubildung und Anpassung von Rückstellungen für Altersteilzeit und Abfindungen im Rahmen des sozialverträglichen Personalabbaus von 0,1 Mio Euro (Vorjahr 1,1 Mio Euro).

Der Personalstand verringerte sich im Jahresdurchschnitt gegenüber dem Vorjahr um 11 auf 239 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (4 %). Zum Bilanzstichtag 30. September 2008 beschäftigte die MVV OEG AG 237 (Vorjahr 244) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die der RNV GmbH überlassenen Beschäftigten sind weiterhin bei der MVV OEG AG zu ihren Tarifen angestellt.

Die Abschreibungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Mio Euro auf 2,5 Mio Euro infolge der höheren Investitionen in Fahrzeuge und Infrastrukturanlagen. Die MVV OEG AG ist weiterhin Eigentümerin der Infrastrukturanlagen, insbesondere der Grundstücke, Gebäude, Schienenwege, Haltestelleneinrichtungen usw.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Mio Euro auf 1,6 Mio Euro angestiegen. Die Hauptposten sind Aufwendungen aus der Leistungsverrechnung mit der MVV Energie AG und Zahlungen zur Finanzierung des Eigenaufwands an die URN GmbH.

In Summe sind die Gesamtaufwendungen (ohne Finanzergebnis) im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Mio Euro (+ 2 %) auf 39,8 Mio Euro angestiegen.

Das weiterhin negative Finanzergebnis hat sich insbesondere durch höhere Zinserträge im Vergleich zum Vorjahr von - 0,7 Mio Euro auf - 0,6 Mio Euro leicht verbessert.

Nach Berücksichtigung des Finanzergebnisses weist die MVV OEG AG im Geschäftsjahr 2007/08 ein Ergebnis vor Verlustübernahme durch die MVV GmbH von - 0,5 Mio Euro aus im Vergleich zu - 0,3 Mio Euro im Vorjahr. Die geringfügige Ergebnisverschlechterung um 0,2 Mio Euro ist im Wesentlichen auf höhere Abschreibungen zurückzuführen. Unter dem Strich, d. h. nach den Erträgen aus Verlustübernahme von der MVV GmbH, weist die MVV OEG AG wie im Vorjahr ein Null-Ergebnis aus.

Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme erhöhte sich im Vergleich zum Bilanzstichtag des Vorjahres um 17,3 Mio Euro (+ 19 %) auf 110,2 Mio Euro.

Das Anlagevermögen stieg im Vergleich der Bilanzstichtage um 4,4 Mio Euro auf 75,5 Mio Euro. Damit macht das Anlagevermögen 69 % der Bilanzsumme aus. Dieser hohe Anteil zeigt den bedeutenden Kapitaleinsatz der MVV OEG AG. Der Zuwachs ist in erster Linie auf Investitionen in Gleisanlagen, Streckenausrüstung und Sicherungsanlagen sowie auf Anzahlungen für im Bau befindliche Anlagen zurückzuführen.

Das Finanzanlagevermögen von 6,2 Mio Euro enthält als größten Posten den Beteiligungsanteil an der RNV GmbH von 16,26 % (5,5 Mio Euro).

Das Umlaufvermögen erhöht sich im Vergleich zum Vorjahr um 12,9 Mio Euro auf 34,6 Mio Euro. Der vergleichsweise starke Anstieg resultiert im Wesentlichen aus Forderungen gegenüber der RNV GmbH. Dabei handelt es sich um bereits durch die RNV GmbH vereinnahmten Fahrgeldeinnahmen, die noch nicht an die MVV OEG AG weitergeleitet wurden, um Forderungen aus der Arbeitnehmerüberlassung und aus geleisteten Anzahlungen für durchgeführte Infrastrukturdienstleistungen sowie um Forderungen aus den der RNV GmbH gewährten Darlehen zur Finanzierung der im Berichtsjahr von RNV erworbenen Stadtbahnen.

Auf der Passivseite lag das Eigenkapital mit 10,4 Mio Euro auf Vorjahresniveau.

Die Rückstellungen erhöhten sich um 2,1 Mio Euro auf 20,5 Mio Euro. Die größten Posten sind Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen, Altersteilzeit, Pensionen und Instandhaltungen.

Die Verbindlichkeiten stiegen um 15,3 Mio Euro auf 78,4 Mio Euro. Ausschlaggebend für die Zunahme waren höhere Verbindlichkeiten gegenüber der MVV GmbH, die hauptsächlich aus den laufenden Finanzierungstätigkeiten im Rahmen des Cash-Pool-Vertrags resultieren.

Die Eigenkapitalquote ist im Vergleich zum Vorjahr von 11 % auf 9 % gesunken.

Investitionen

Die MVV OEG AG ist als Eigentümer ihrer Infrastruktur auch nach RNV-Gründung weiterhin für Investitionen in die weitgehend an die RNV GmbH vermieteten und verpachteten Anlagen zuständig. Die Investitionen in Sachanlagen betrugen im Berichtsjahr 9,3 Mio Euro (Vorjahr 16,1 Mio Euro).

Die Auslieferung des im September 2007 beschlossenen Kaufs von acht neuen Rhein-Neckar-Variobahnen soll im Geschäftsjahr 2009/10 erfolgen. Die zunächst vorgesehene Übertragung der neuen Bahnen auf die RNV GmbH wurde aus steuerlichen Gründen nicht durchgeführt. Durch Änderung des Jahressteuergesetzes 2008 hätte die Übertragung zu höheren Steuerzahlungen bei der RNV GmbH durch die sogenannte Zinsschranke geführt. Die neuen Stadtbahnen bleiben somit - wie die bisherigen Stadtbahnen - im Eigentum der MVV OEG AG und werden an die RNV GmbH vermietet. Die bestellten acht Stadtbahnen sollen aus Klimaschutzgründen mit neuen Energiespeichern und neuer MITRAC-Leittechnik ausgerüstet werden. Mit dieser zukunftsorientierten und energiesparenden Fahrzeugtechnik unterstreicht die MVV OEG AG ihre gesellschaftspolitische Verantwortung und ihr Bemühen um Klimaschutz (siehe Seite 6).

Investitionsschwerpunkte waren der Umbau des OEG-Bahnhofs Mannheim-Seckenheim, der Neubau der Elektrischen Stellwerk-Anlage Wieblingen sowie Planungskosten für den zweigleisigen Ausbau der OEG-Strecke an der Bergstraße.

Die MVV OEG AG erhält für ihre infrastrukturellen Baumaßnahmen Zuschüsse nach dem Gemeindefinanzierungsgesetz (GVFG), aus dem Oberbauprogramm nach dem Landeseisenbahnfinanzierungsgesetz Baden-Württemberg (LEFG) und für höhengleiche Kreuzungen nach dem Allgemeinen Eisenbahngesetz (AEG). Von den gesamten Brutto-Investitionen in Sachanlagen verblieben - nach Abzug von Kapitalzuschüssen nach GVFG, LEFG und AEG sowie von bedienten Städten, Gemeinden und dem Landkreis Rhein-Neckar - Netto-Investitionen von 7,0 Mio Euro (Vorjahr 11,7 Mio Euro). Die Kapitalzuschüsse betrugen 2,3 Mio Euro (Vorjahr 4,4 Mio Euro).

Die Finanzierung der nicht durch Kapitalzuschüsse gedeckten Investitionen erfolgt im Wesentlichen durch Darlehensaufnahme von der MVV GmbH. Die Liquidität der MVV OEG AG ist über die MVV GmbH sichergestellt.

Erklärung gemäß § 312 Aktiengesetz

Nach Inkrafttreten des Ergebnisabführungsvertrages zwischen MVV OEG AG und der MVV GmbH ist die Erstellung eines Berichts über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG und § 316 AktG (Abhängigkeitsbericht) nicht mehr erforderlich.

Nachtragsbericht

Der Rhein-Neckar-Kreis, die Stadt Heidelberg und die MVV OEG AG haben Anfang Oktober 2008 den Vertrag zum zweigleisigen Ausbau der OEG-Strecke zwischen Weinheim und Schriesheim unterzeichnet. Das Regierungspräsidium Karlsruhe hatte bereits im August 2008 das Planfeststellungsverfahren eingeleitet. Wenn das Planfeststellungsverfahren erfolgreich abgeschlossen und das Projekt in die Bundesförderung aufgenommen worden ist, soll ab Herbst 2009 mit den Baumaßnahmen entlang der etwa acht Kilometer langen Strecke begonnen werden. Die bislang eingleisige Verkehrsführung auf diesem stark nachgefragten Streckenabschnitt stellte einen infrastrukturellen Engpass dar, der durch den zweigleisigen Ausbau beseitigt wird.

Der zweigleisige Ausbau steigert die Attraktivität des ÖPNV in der Region erheblich. Zusammen mit der Taktverdichtung wird er auf der Line 5 zu einer Beschleunigung und einer größeren Fahrplanstabilität führen, von der die Fahrgäste und alle Städte und Gemeinden entlang der gesamten Linie profitieren. Alle Haltestellen und Bahnhöfe zwischen Weinheim und Schriesheim werden auf eine Bahnsteiglänge von jeweils 65 Metern verlängert, modernisiert und barrierefrei ausgebaut. Zugleich wird die Leit- und Sicherungstechnik der Strecke modernisiert, die Fahrleitungsanlage komplett neu errichtet, dem neuen Spurplan angepasst und die Fahrstromversorgung verstärkt. Der Ausbau wird zudem zu einer Reihe von Umbaumaßnahmen im Straßen- und Wegenetz der beteiligten Bergstraßen-Gemeinden führen.

Von den Gesamtbaukosten für den zweigleisigen Ausbau der OEG-Strecke von 60 Mio Euro trägt der Bund voraussichtlich zwei Drittel, also rund 40 Mio Euro. Die Übernahme der übrigen Kosten durch den Rhein-Neckar-Kreis, die Stadt Heidelberg sowie die beteiligten Bergstrassen-Gemeinden Weinheim, Schriesheim, Hirschberg und Dossenheim wurden in der im Oktober 2008 unterzeichneten Finanzierungsvereinbarung geregelt. Die MVV OEG AG wird sich in Höhe der Hälfte des Erlöses aus dem Verkauf der freiwerdenden Fläche des OEG-Bahnhofgeländes in Schriesheim selbst an der Finanzierung des zweigleisigen Ausbaus beteiligen.

Der Aufsichtsrat der URN GmbH hat am 20. Oktober 2008 eine Preiserhöhung von durchschnittlich 3,9% beschlossen. Der Einzelfahrschein der Preisstufe 2 bleibt unverändert. Die Preise der "Karte ab 60" und des "MAXX-Tickets" werden maßvoll um rund 3% angehoben.

Prof. Dr. Ulrich Tödtmann, seit 1. Januar 2006 alleiniger Vorstand der MVV OEG, wird mit Zustimmung des Aufsichtsrats sein Vorstandsamt zum 31. Dezember 2008 vorzeitig niederlegen. Als seinen Nachfolger hat der Aufsichtsrat mit Wirkung zum 1. Januar 2009 Herrn Dr. Martin Auer, Leiter der Konzernrechtsabteilung der MVV Energie AG, bestellt.

Risikobericht

Ziel einer kontinuierlichen und verlässlichen Steuerung von Risiken und Chancen ist ein nachhaltiger Unternehmenserfolg. Dies erreichen wir im MVV Konzern durch ein konzernweites und systematisches Risikomanagementsystem, das ein integraler Bestandteil unserer konzernweiten Unternehmensführung ist. Das Risikofrüherkennungssystem der MVV OEG AG ist Teil des zentralen Risikomanagements des MVV Konzerns.

Die Umsetzung der Risikopolitik wird durch einen vom Vorstand verabschiedeten Beschluss gewährleistet, in dem das Risikomanagement durch die MVV OEG AG selbst durchgeführt wird und anschließend die Meldung der Risiken an den MVV Konzern erfolgt.

Vorstand und Aufsichtsrat werden durch Quartalsberichte über die Risikoentwicklung der MVV OEG AG informiert. Wirksamkeit und Effizienz des von uns aufgebauten Risikomanagementsystems sind Prüfungsgegenstand unserer internen Revision. Die Beurteilung des Risikofrüherkennungssystems ist auch Gegenstand der jährlichen Abschlussprüfung.

Strategische Risiken

Wir definieren Strategische Risiken als die Gefährdung der Ergebniserreichung infolge einer unzureichenden Ausrichtung der MVV OEG AG auf das politische, ökonomische, technologische, soziale und ökologische Umfeld.

Das Umfeld unseres Unternehmens ist durch eine von der EU-Kommission angestrebte marktwirtschaftliche Liberalisierung und eine spürbare Dynamisierung des Wettbewerbs im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) geprägt. Auch die allgemeine Finanznot der öffentlichen Aufgabenträger und der Rückgang der für Verkehrsleistungen zur Verfügung stehenden Finanzmittel werden unmittelbare Auswirkungen auf eine beschleunigte Öffnung des ÖPNV-Markts haben.

Wir können den hieraus resultierenden Geschäftsrisiken mit einer verbesserten Wirtschaftlichkeit begegnen. Das gemeinsame städteübergreifende Betriebsunternehmen RNV GmbH bietet Chancen für ein wettbewerbsfähiges und attraktives Verkehrsangebot und die Realisierung von Synergien zwischen den beteiligten Verkehrsunternehmen. Die erfolgreiche Fortführung des Integrationsprozesses und weitere Optimierung der Kostenstrukturen innerhalb der RNV-Konstruktion sollen in den kommenden Jahren dazu beitragen, die Verluste der Allianzgesellschaften und damit auch die Verluste der MVV-Verkehrsgesellschaften zu verringern.

Gesetzliche Risiken

Unter gesetzlichen Risiken werden rechtliche und regulatorische Unsicherheiten beschrieben, welche die Geschäftstätigkeit der MVV OEG AG negativ beeinflussen können.

Besonders relevant sind die Veränderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen, die sich vor dem Hintergrund der Haushaltsnöte in Bund, Ländern und Gemeinden in der fortschreitenden Reduzierung der Fördermittel für den ÖPNV manifestieren. Dies betrifft Zuschüsse nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzen des Bundes und der Länder (GVFG), dem Landeseisenbahnfinanzierungsgesetz (LEFG) und dem Allgemeinen Eisenbahngesetz (AEG) für Infrastrukturinvestitionen, gesetzliche Ausgleichsleistungen im Ausbildungsverkehr nach dem Personenbeförderungsgesetz und dem AEG sowie die Erstattungsleistungen für die Freifahrt schwerbehinderter Menschen nach dem Sozialgesetzbuch IX.

Die MVV OEG AG schafft auf der Aufwandsseite durch Kosteneinsparungen sowie Ablauf- und Prozessoptimierungen über die RNV GmbH die Voraussetzungen dafür, die wegfallenden Fördermittel zu kompensieren und das hohe Qualitätsniveau ihrer Verkehrsleistungen weiterhin finanzieren zu können. Auf der Ertragsseite werden Kürzungen der Betriebszuschüsse unter anderem durch Preisanhebungen kompensiert.

Die Verträge über die Verlustbeteiligung für die von der MVV OEG AG für Nachbarkommunen und den Landkreis Rhein-Neckar erbrachten Verkehrsleistungen wurden mit Wirkung zum 1. Januar 2005 auf eine neue Grundlage gestellt. Die Vereinbarungen zwischen der MVV OEG AG und dem Rhein-Neckar-Kreis waren von einem Busunternehmen aus der Region sowohl vor der Vergabekammer des Oberlandesgerichts Karlsruhe (OLG) als auch vor den Verwaltungsgerichten angegriffen worden. Nachdem der Busunternehmer alle Verfahren vor den deutschen Gerichten verloren hatte, legte er bei der Europäischen Kommission eine Beihilferechtsbeschwerde sowie eine Vergaberechtsbeschwerde ein. In Bezug auf die Vergaberechtsbeschwerde wurde das Verfahren durch eine Entscheidung der Kommission zwischenzeitlich eingestellt. Die Untersuchungen im Verfahren der Beihilferechtsbeschwerde waren bis Ende des Berichtsjahres noch nicht formell abgeschlossen. Eine Einleitungsentscheidung der Kommission zur Eröffnung eines förmlichen Prüfverfahrens ist bisher noch nicht ergangen.

Finanzierungsrisiken

Zu den Finanzierungsrisiken zählen Liquiditäts- und Forderungsausfallrisiken. Zur Optimierung der Liquiditätspositionen ist die MVV OEG AG in das Finanzmanagement und Cash-Pool-System der MVV GmbH eingebunden. Die Einschränkung der Kreditrisiken erfolgt durch die Beschränkung unserer Transaktionen auf Banken und Handelspartner mit hoher Bonität und auf Geschäftsvorgänge, die sich im Rahmen festgelegter Limits bewegen.

Die sich abzeichnende Gefahr einer Weltwirtschaftskrise führt dazu, dass sich Kreditfinanzierungen für Unternehmen im Vergleich zu den letzten Jahren nur zu schlechteren Konditionen realisieren lassen. Zur Optimierung der Refinanzierungskosten beschafft die Cashpool führende MVV GmbH Fremdkapital im Rahmen von breit angelegten Ausschreibungen am Bankenmarkt. Dabei kann aufgrund der sehr guten Bonität des MVV Konzerns ein großer Kreis von Bankpartnern angesprochen und ein für die Preisfindung günstiges Wettbewerbsumfeld geschaffen werden.

Im Rahmen der Wirtschaftskrise und der Bankeninsolvenzen in den USA wird das Cross-Border-Leasing (CBL) in einigen Bereichen als zurzeit sehr risikobehaftet angesehen. Auch die MVV OEG AG hat solche CBL-Verträge. Die MVV OEG AG hat 1996 zwei US-Leasehold über insgesamt sechs Niederflurstadtbahnwagen (Wert seinerzeit circa 28 Mio DM) mit Wilmington Trust Company (WTC) und Bank of New York (BNY) für eine Basislaufzeit von 26 Jahren, dass heißt bis zum 12. Dezember 2024. vereinbart. Die Hamburgische Landesbank - Girozentrale, heute HSH Nordbank AG, hat der WTC das Fremdkapital zur Verfügung gestellt und die Abwicklung der Zahlungsströme übernommen. Eine Insolvenz der HSH, die aufgrund ihrer Anteilseignerstruktur wenig wahrscheinlich ist (Freie und Hansestadt Hamburg, Schleswig-Holstein, Sparkassen mit circa 74,4 % sowie ein amerikanischer Investor mit 25,6 %), würde für die MVV OEG AG dadurch vollständig abgefedert, dass für bis zum 18. Juli 2005 vereinbarte Verbindlichkeiten die Gewährträger der zur HSH verschmolzenen Landesbanken, das sind die Freie und Hansestadt Hamburg, das Land Schleswig-Holstein und (mittelbar) diverse Kommunen und Landkreise, haften.

Preisrisiken

Zu den Preisrisiken gehören Zins- und Währungsrisiken. Letztere spielen in der MVV OEG AG eine sehr untergeordnete Rolle. Die Teilnahme am Cash Pool der MVV GmbH dient auch der Verbesserung des Zinsergebnisses. Das im Bereich Finanzen und Controlling etablierte Investitionscontrolling überwacht in enger Zusammenarbeit mit dem Projektmanagement und der RNV GmbH gezielt die Risiken bei der Durchführung infrastruktureller Maßnahmen.

Über die Unternehmensgesellschaft Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH (URN), in der der Vorstand der MVV OEG AG den Aufsichtsratsvorsitz inne hat, werden Lösungen zur Preis-, Tarif- und Produktentwicklung durch die MVV OEG AG mit gestaltet.

Mengenrisiken

Zu den Mengenrisiken der MVV OEG AG gehören die Entwicklung des Fahrgastaufkommens im Linienverkehr und die Auslastung der Sonderfahrtdienste. Basis der angebotenen Verkehrsleistungen ist das derzeitige Konzessionsportfolio. Die Verlängerung auslaufender Konzessionen wird zukünftig vom Ausgang von Wirtschaftlichkeitsprüfungen abhängen. Weiterhin bereitet sich die MVV OEG AG darauf vor, dass Linienkonzessionen durch öffentliche Ausschreibung vergeben werden könnten.

Die MVV OEG AG wirkt über die Unternehmensgesellschaft Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH maßgeblich an der Integration des regionalen ÖPNV mit. Hierbei geht es unter anderem um die angemessene Aufteilung der Fahrgeldeinnahmen zwischen den URN-Unternehmen.

Durch bessere Vernetzung und Nutzbarkeit soll die Attraktivität der Verkehrsdienstleistungen für die Bevölkerung erhöht werden, zugleich die Effizienz bei der Leistungserstellung gesteigert werden.

Operative Risiken

Unter Operative Risiken fassen wir Betriebs-, IT-, Organisations-, Personal- und Sicherheitsrisiken zusammen.

In dieser Risikokategorie können besonders Störungen der technischen Anlagen und des Fuhrparks durch Bedienfehler, unsachgemäße Wartung, Unglücksfälle, externe Einflüsse oder höhere Gewalt eintreten.

Die damit verbundenen Risiken werden durch einen angemessenen Versicherungsschutz und hohe Anforderungen an das Projekt- und Qualitätsmanagement begrenzt. Haftungsrisiken werden durch eine umfassende Haftpflichtversicherung gedeckt. Eigenschäden sind unter anderem durch Feuer- und Maschinenversicherungen zum Neuwert versichert.

Die Zuverlässigkeit unserer technischen Anlagen sowie Stadtbahnen und Busse stellen wir durch strenge Wartungskontrollen, planmäßige Beobachtung und Instandhaltung sicher.

Gesamtrisiko

Aufgrund der besonderen Strukturen und politischen Vorgaben im ÖPNV und des hohen Anteils an gemeinwirtschaftlichen Leistungen kann die MVV OEG AG, wie andere Verkehrsunternehmen, nicht kostendeckend arbeiten. Die Zuschussvereinbarungen gewährleisten gemeinsam mit dem Ergebnisabführungsvertrag zur MVV GmbH jedoch grundsätzlich einen Ausgleich der nicht durch sonstige Erträge gedeckten Aufwendungen.

Die Gesamtbeurteilung unserer gegenwärtigen Risiko- und Chancensituation durch den Vorstand hat ergeben, dass es für Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens im Berichtszeitraum gefährdet haben oder über diesen hinaus gefährden könnten, keine Anhaltspunkte gab oder gibt.

Prognosebericht

In den letzten Monaten des Jahres 2008 hat sich die gesamtwirtschaftliche Lage als Folge der weltweiten Finanzkrise und der globalen Konjunkturschwäche verschlechtert. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute gehen in ihrem Herbstgutachten, das am 14. Oktober 2008 veröffentlicht wurde, für das Jahr 2009 nur noch von einem geringen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,2 % aus gegenüber einem erwarteten Wachstum im Jahr 2008 von 1,8 %. Als Hauptursachen für den Rückgang werden die internationale Finanzkrise und die daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf die Realwirtschaft, insbesondere auf die Auftragseingänge und die Industrieproduktion, gesehen. Diese Entwicklung dürfte im Verlauf des Jahres 2009 auch den ÖPNV treffen, der aber grundsätzlich weniger konjunkturabhängig ist als andere Branchen. Zukünftige Kreditfinanzierungen dürften sich für die Verkehrsunternehmen, und auch für die MVV OEG AG über die Cash-Pool führende MVV GmbH, im Vergleich zu den letzten Jahren nur zu schlechteren Konditionen realisieren lassen.

Die Rohölpreise haben sich als Folge der Finanzkrise und der globalen Konjunkturschwäche gegenüber den Höchstständen im Juli 2008 von 145 US-Dollar/Barrel (Nordseemarke Brent) bis 20. November 2008 auf ein Niveau unter 50 US-Dollar/Barrel deutlich abgeschwächt. Als Folge dieser Entwicklung haben auch die Benzin- und Dieselpreise deutlich nachgegeben. Die weiteren Rohölpreise werden von der Entwicklung an den internationalen Finanzmärkten und von der globalen Konjunkturentwicklung bestimmt.

In unserer Branche gehen wir im Geschäftsjahr 2008/09 davon aus, dass der Ausschreibungswettbewerb und der Liberalisierungsprozess weiter zunehmen werden. Die neue EU-Verordnung über öffentliche Personenverkehrsdienste auf Schiene und Straße (1370/2007) wird am 3. Dezember 2009 in Kraft treten. Sie sieht die Möglichkeit einer direkten Vergabe von Aufträgen mit einer Laufzeit von bis zu 10 Jahren vor. Darüber hinaus rechnen wir angesichts der Haushaltsnöte in Bund, Ländern und Gemeinden mit einer weiteren Kürzung von gesetzlichen Zuschüssen.

Die weitere wirtschaftliche Entwicklung der MVV OEG AG wird auch im neuen Geschäftsjahr 2008/09 in starkem Maße durch die Entwicklung der RNV GmbH geprägt. Die Planung der MVV OEG AG ist aufgrund der umfangreichen Vertragsbeziehungen zur Durchführung des ÖPNV direkt von der Planung der RNV GmbH abhängig.

Nach dem Wirtschaftsplan rechnen wir bei der MVV OEG AG für die Geschäftsjahre 2008/09 und 2009/10 mit leichten Ergebnisverbesserungen gegenüber dem Geschäftsjahr 2007/08, das einen Fehlbetrag vor Verlustübernahme durch die MVV GmbH von 0,5 Mio Euro aufwies.

Auf der Ertragsseite wird die Entwicklung der MVV OEG AG in erster Linie durch die Einnahmenentwicklung im gesamten Verkehrsverbund und die Einnahmenaufteilung durch die URN GmbH bestimmt. Wir erwarten, dass sich der positive Trend bei den Fahrgastzahlen im Verkehrsverbund Rhein-Neckar fortsetzt und zusammen mit den ab 1. Januar 2009 wirksamen Preiserhöhungen im Geschäftsjahr 2008/09 zu weiter steigenden Verkehrserlösen bei der MVV OEG AG führen wird. Die Verhandlungen über ein neues Einnahmenaufteilungsmodell auf der Grundlage der Auswertungen und Ergebnisse der Verkehrserhebung 2007 sind noch nicht abgeschlossen. Solange keine Einigung über das neue Einnahmenaufteilungsverfahren hergestellt ist, läuft die derzeitige Einnahmenaufteilungsregelung vom 1. Januar 2004 weiter.

In den kommenden Jahren muss mit sinkenden Ausgleichszahlungen im Ausbildungsverkehr nach § 45a Personenbeförderungsgesetz (PBefG) beziehungsweise § 6a Allgemeines Eisenbahngesetz (AEG) im Umfang von 4 % pro Jahr und einem Rückgang der Schwerbehindertenquote um 0,5 % alle zwei Jahre gerechnet werden.

Bei den sonstigen Umsatzerlösen wird sich im Geschäftsjahr 2008/09 der Wegfall von Buslinien im Rhein-Neckar-Kreis und innerhalb des Stadtgebiets Mannheim aufgrund der EU-Richtlinien zur Inhousevergabe auswirken. Die MVV OEG AG wird sich zukünftig nicht mehr um Buskonzessionen (Linienbündel Ladenburg, Linien 42, 44 und 46 aus dem Stadtgebiet Mannheim) bewerben, die im November 2008 auslaufen. Außerdem werden ab Dezember 2008 die Verkehrsleistungen in der Stadt Weinheim und damit die Einnahmen von der WEBU entfallen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge werden von den Erträgen für die Arbeitnehmerüberlassung, und für die vermieteten Bahnen, Infrastruktur und Betriebshöfe an die RNV GmbH geprägt. Darüber hinaus wirken sich die vertraglichen Ausgleichsleistungen aus, die nach der ab 1. Januar 2009 wirksamen neuen Finanzierungsvereinbarung vom Rhein-Neckar-Kreis, der Stadt Heidelberg und dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar (für die Stadt Viernheim) für die Verkehrsleistungen der MVV OEG AG zu zahlen sind.

Die Erträge aus der Personalgestellung werden in den kommenden Jahren durch das altersbedingte Ausscheiden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der MVV OEG AG und das Greifen des Interessenausgleichs und Sozialplans kontinuierlich sinken. Neueinstellungen werden in der MVV OEG AG nicht mehr vorgenommen, sondern ausschließlich bei der RNV GmbH. Personaleinsparungen bei der MVV OEG AG werden zunächst in dieser Gesellschaft zu einem geringeren Personalaufwand führen, weil die Beschäftigten weiterhin bei der MVV OEG AG angestellt sind. Im Gegenzug sinken bei der MVV OEG AG die Erträge aus der Arbeitnehmerüberlassung sowie bei der RNV GmbH die Aufwendungen für die Personalüberlassung. Als Folge davon wird auch das an die MVV OEG AG verrechnete Verkehrsleistungsentgelt sinken, das im Wesentlichen durch Personalkosten geprägt ist. Die Regelungen des zum 30. September 2008 abgeschlossenen Rahmentarifvertrags zur Überleitung der Tarifverträge der MVV OEG AG und der übrigen Allianzgesellschaften auf den Haustarifvertrag der RNV GmbH werden voraussichtlich zum 1. Oktober 2009 in Kraft treten.

Beim Materialaufwand wird die Entwicklung im Wesentlichen durch das von der RNV GmbH berechnete Leistungs- und Betreiberentgelt für die Durchführung der Verkehrs- und Infrastrukturleistungen auf den Eisenbahn- und Busstrecken der MVV OEG AG bestimmt. Berechnungsgrundlage sind die erbrachten Nutzwagenkilometer.

Die im Rahmen von RNV 2009 vorzunehmenden Vertragsänderungen, die bis 30. September 2009 abgeschlossen sein sollen, führen ab 1. Oktober 2009 zu bedeutsamen Veränderungen in den Leistungsbeziehungen zwischen den im steuerlichen und wirtschaftlichen Querverbund stehenden Verkehrsunternehmen und der RNV GmbH. Um Steuernachteile zu vermeiden, werden alle im Rahmen von RNV 2009 bereits bestehenden Verträge und Vertragsentwürfe zur steuerlichen Beurteilung und Erteilung einer verbindlichen Auskunft bei den Finanzbehörden eingereicht. Nach Vorliegen der verbindlichen Auskunft der Finanzbehörden werden im Verlaufe des Geschäftsjahres 2008/09 die notwendigen Entscheidungen getroffen.

Für das Geschäftsjahr 2008/09 sind Brutto-Investitionen in Höhe von 16,5 Mio Euro geplant, für die wir Zuschüsse von 7,4 Mio Euro erwarten. Investitionsschwerpunkte sind Anzahlungen für die bestellten Stadtbahnen sowie die Fortsetzung der Umbau- und Ausbaumaßnahmen am OEG-Bahnhof Edingen und die Erneuerungsmaßnahmen des Stellwerks Käfertal.

Jahresabschluss 2007/2008

MVV OEG AG, Mannheim

Bilanz zum 30.9.2008 in Tsd Euro

Aktiva 30.9.2008 30.9.2007 Anhang
Anlagevermögen     1
Immaterielle Vermögensgegenstände 6 6  
Sachanlagen 69 312 64 911  
Finanzanlagen 6 217 6 217  
  75 535 71 134  
Umlaufvermögen      
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 33 884 21 237 2
Flüssige Mittel 708 467 3
  34 592 21 704  
Rechnungsabgrenzungsposten 27 28  
  110 154 92 866  

Passiva

     
30.9.2008 30.9.2007 Anhang
Eigenkapital     4
Gezeichnetes Kapital 9 357 9 357  
Kapitalrücklage 1 088 1 088  
  10 445 10 445  
Rückstellungen 20 484 18 417 5
Verbindlichkeiten 78 407 63 142 6
Rechnungsabgrenzungsposten 818 862 7
  110 154 92 866  

Gewinn- und Verlustrechnung vom 1.10.2007 bis zum 30.9.2008 in Tsd Euro

  2007/2008 2006/2007 Anhang
Umsatzerlöse 24 907 23 571 8
Sonstige betriebliche Erträge 14 953 15 812 9
Materialaufwand 25 339 23 934 10
Personalaufwand 10 330 11 444 11
Abschreibungen 2 499 2 087  
Sonstige betriebliche Aufwendungen 1 594 1 509 12
Finanzergebnis - 568 - 719 13
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit - 470 - 310  
Steuern 9 20 14
Erträge aus Verlustübernahme 479 330  
Jahresfehlbetrag - -  

Allgemeine Angaben
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Jahresabschluss der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2007/08 ist nach handelsrechtlichen Vorschriften für Aktiengesellschaften aufgestellt.

Zur Vergrößerung der Klarheit der Darstellung haben wir in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung Posten zusammengefasst, die im Anhang gesondert ausgewiesen werden.

Die Rechtsbeziehungen zwischen der MVV GmbH und der MVV OEG AG und anderen Gesellschaften des MVV Konzerns werden durch mehrere Verträge (u. a. Geschäftsbesorgung, Cash-Pooling, Umsatzsteuerumlage, Ergebnisabführungsvertrag) definiert.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bewertet. Sie werden entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben.

Die Sachanlagen sind zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert. In die Werte der selbst erstellten Anlagen sind angemessene Gemeinkostenzuschläge eingerechnet. Erhaltene Kapitalzuschüsse sind von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten abgesetzt.

Die Abschreibungen erfolgen linear unter Beachtung der steuerlichen Vorschriften. Geringwertige Wirtschaftsgüter werden im Zugangsjahr (bis zum 31. Dezember 2007 bis 400 Euro; ab dem 1. Januar 2008 bis 150 Euro) in voller Höhe abgeschrieben. Ab dem 1. Januar 2008 wurden für geringwertige Wirtschaftsgüter zwischen 150 Euro und 1 000 Euro Pools gebildet, die über einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschrieben werden.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungswerten bilanziert.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind unter Berücksichtigung erkennbarer Risiken mit den Nennwerten angesetzt.

Im Geschäftsjahr 2007/08 wurde der RNV ein zweckgebundes Darlehen zur Finanzierung von acht Stadtbahnen gewährt. Das niedrig verzinsliche Darlehen (Zinssatz 1 %) wurde nicht abgezinst, da das Darlehen zusammen mit dem zum Zwecke der Refinanzierung von der MVV GmbH aufgenommenen Darlehen als Bewertungseinheit behandelt wird. Beide Darlehen weisen bezüglich der Darlehenshöhe, der Darlehenslaufzeit sowie der Höhe des Zinssatzes die gleichen Konditionen auf. Der Ausweis des Darlehens erfolgt im Umlaufvermögen der MVV OEG AG. Langfristigen Charakter erhält das Darlehen erst bei der endgültigen Abnahme der Stadtbahnen durch die RNV.

Die Flüssigen Mittel sind mit ihrem Nennwert angesetzt.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen ermitteln wir auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen grundsätzlich zum Teilwert. Dabei wird ein Zinsfuß von 6 % zugrunde gelegt. Als Rechnungsgrundlage wurden die Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck verwendet. Mit den sonstigen Rückstellungen wurden alle erkennbaren Risiken ausreichend berücksichtigt.

Die in diesem Geschäftsjahr ohne Abzinsung ermittelte Rückstellung für die Endschaftsverpflichtung basiert auf einer öffentlich-rechtlichen Rückbauverpflichtung des Streckennetzes der MVV OEG AG.

Die Verbindlichkeiten sind mit den Rückzahlungsbeträgen passiviert.

Der Passive Rechnungsabgrenzungsposten ist unter Beachtung der jährlichen ratierllichen Auflösung bilanziert.

Bei den folgenden Aufgliederungen kann es aufgrund von Rundungsdifferenzen zu Verschiebungen von +/- 1 Tsd kommen.

Jahresabschluss 2007/2008

MVV OEG AG, Mannheim

Anhang

Erläuterungen zur Bilanz

1 Anlagevermögen

Der Anlagenspiegel zeigt die Aufgliederung sowie die Entwicklung der in der Bilanz zusammengefassten Anlagepositionen.

Die nach § 285 Nr. 11 HGB angabepflichtigen Anteile an Unternehmen sind im Folgenden dargestellt.

in Tsd Euro Kapitalanteil
in %
Eigenkapital Jahresergebnis
Zentralwerkstatt für Verkehrsmittel GmbH (ZWM), Mannheim 16,25 3 577 - 650 1
Weinheimer Busunternehmen GmbH (WEBU), Weinheim 28,40 26 - 310 2
Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV), Mannheim 16,26 29 773 - 65 3

1 Jahresabschluss zum 31.12.2007
2 Jahresabschluss zum 31.12.2007 (Jahresfehlbetrag vor Ergebnisabführung)
3 Jahresabschluss zum 30.9.2008

2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

in Tsd Euro 30.9.2008 Vorjahr
Forderungen    
aus Lieferungen und Leistungen 714 1 230
gegen verbundene Unternehmen 2 371 487
gegen Unternehmen, mit denen ein    
Beteiligungsverhältnis besteht 26 959 11 670
Sonstige Vermögensgegenstände 3 840 7 850
  33 884 21 237

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffen im Wesentlichen mit 464 Tsd Euro Ansprüche gegen die Weinheimer Busunternehmen GmbH (WEBU) aus dem Vertrag zur Durchführung des Linienverkehrs nach § 42 PBefG und mit 125 Tsd Euro Forderungen gegen den Rhein-Neckar-Kreis auf Ausgleichszahlungen für die Gewährleistung einer ausreichenden Verkehrsbedienung (Bahn und Bus).

Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren mit 25 628 Tsd Euro gegen die RNV GmbH und beinhalten im Wesentlichen Forderungen aus bereits vereinnahmten, aber noch nicht an die MVV OEG AG weitergeleiteten Fahrgeldeinnahmen sowie Forderungen aus Arbeitnehmerüberlassung und aus geleisteten Anzahlungen für durchgeführte Infrastrukturdienstleistungen (15 681 Tsd Euro) sowie Forderungen aus den der RNV GmbH gewährten Darlehen zur Finanzierung der im Berichtsjahr von der RNV GmbH erworbenen Straßenbahnen in Höhe von 9 768 Tsd Euro.

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind im Wesentlichen Forderungen gegen das Land Baden-Württemberg für ausstehende Zuschüsse im Rahmen des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes, Ausgleichzahlungen für die Schülerbeförderung gemäß § 45a PBefG und § 6a AEG sowie Erstattungen von Fahrgeldausfällen für die unentgeltliche Beförderung schwerbehinderter Menschen ausgewiesen.

Die Forderung gegen das Land Baden-Württemberg bezieht sich mit 2,0 Mio Euro auf einen Zuschuss. Bislang ist lediglich eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ergangen; der Zuwendungsbescheid ist noch ausstehend.

Die Forderungen gegen die RNV GmbH aus Darlehensgewährung haben eine Restlaufzeit von über einem Jahr in Höhe von 9 768 Tsd Euro.

Die übrigen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind alle innerhalb eines Jahres fällig.

3 Flüssige Mittel

Die Flüssigen Mittel beinhalten ausschließlich Guthaben bei Kreditinstituten.

4 Eigenkapital

Das Grundkapital beträgt 9,4 Mio Euro. Es ist eingeteilt in 10 000 Namensaktien zu je 511,29 Euro/Aktie und in 5 000 Namensaktien zu je 848,74 Euro/Aktie. Davon hält die MVV GmbH 94,6 % der Aktien. Die Stadt Mannheim besitzt 5,18 % der Aktien, die Städte Heidelberg und Weinheim insgesamt 0,22 % der Aktien. Die Mitteilung nach § 20 AktG liegt vor. Der veröffentlichte Inhalt lautet:

"Gemäß § 20 Abs. 1 und 4 AktG teilen wir Ihnen mit, dass wir mit einer Mehrheitsbeteiligung im Sinne des § 16 Abs. 1 AktG am Grundkapital Ihrer Gesellschaft unmittelbar beteiligt sind".

5 Rückstellungen

in Tsd Euro 30.9.2008 Vorjahr
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1 352 1 527
Sonstige Rückstellungen 19 132 16 890
  20 484 18 417

In den sonstigen Rückstellungen sind im Wesentlichen Rückstellungen für Endschaftsverpflichtungen, Hauptuntersuchungen und noch nicht abgerechnete Leistungen Dritter sowie Vorsorgebeträge für Personalaufwendungen enthalten.

6 Verbindlichkeiten

  30.9.2008 davon Restlaufzeit Vorjahr davon Restlaufzeit
in Tsd Euro   bis zu 1 Jahr über 5 Jahre   bis zu 1 Jahr über 5 Jahre
Verbindlichkeiten            
gegenüber Kreditinstituten 8 935 772 5 147 9 728 9 9 673
aus Lieferungen und 33 33 - 14 14 -
Leistungen            
gegenüber verbundenen 48 611 10 347 - 42 028 13 571 14
Unternehmen            
gegenüber Unternehmen, 20 548 20 548 - 10 868 10 868 -
mit denen ein Beteili-            
gungsverhältnis besteht            
sonstige 280 280 - 504 504 -
(davon aus Steuern) (78) (78) (-) (101) (101) (-)
(davon im Rahmen der (-) (-) (-) (-) (-) (-)
sozialen Sicherheit)            
  78 407 31 980 5 147 63 142 24 966 9 687

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen mit 46,3 Mio Euro gegenüber der Gesellschafterin, der MVV GmbH, und ergeben sich im Wesentlichen aus Finanzierungstätigkeiten im Rahmen des Cash-Pool-Vertrags (7,9 Mio Euro) und Darlehensgewährungen in Höhe von 38,2 Mio Euro. Die weiteren Verbindlichkeiten gegenüber anderen verbundenen Unternehmen resultieren mit 2,3 Mio Euro aus dem Liefer- und Leistungsverkehr.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren fast ausschließlich gegenüber der RNV GmbH und beinhalten überwiegend Verpflichtungen aus von der RNV GmbH durchgeführten Infrastrukturdienstleistungen.

7 Rechnungsabgrenzungsposten

Hierbei handelt es sich um Abgrenzungen aus dem Cross-Border-Lease.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum 30. September 2008 beträgt das gesamte Bestellobligo 2,0 Mio Euro.

Zur Absicherung zusätzlicher Altersversorgungsleistungen sind die Mitarbeiter der MVV OEG AG bei der Zusatzversorgungskasse des Kommunalen Versorgungsverbandes Baden-Württemberg versichert. Der mit einem Rechnungszinssatz von 6 % im Rahmen einer Näherungsrechnung ermittelte Teilwert der Versorgungsverpflichtungen der versicherten Mitarbeiter liegt um 15,9 Mio Euro über dem bei der Zusatzversorgungskasse bilanzierten anteilig auf die MVV OEG AG entfallenden Deckungskapital.

Anlagespiegel

Immaterielle Vermögensgegenstände
in Tsd Euro
Anlageähnliche Rechte
Anschaffungs- und Herstellungskosten 1.10.2007 10
Anschaffungs- und Herstellungskosten 30.9.2008 10
Abschreibungen 1.10.2007 1
Abschreibungen 30.9.2008 -
Zuschüsse 1.10.2007 3
Zuschüsse 30.9.2008 3
Restbuchwerte 30.9.2008 6
Restbuchwerte 30.9.2007 6
Sachanlagen
in Tsd Euro
Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken mit Technische Anlagen und Maschinen
  a. Geschäfts-, Betriebs- und anderen Bauten b. Bahnkörper und Bauten des Schienenweges a. Gleisanlagen, Streckenausrüstung und Sicherungsanlagen b. Fahrzeuge für Personenverkehr c. Maschinen und maschinelle Anlagen, die nicht zu Ziffer a. oder b. gehören
Anschaffungs- und Herstellungskosten 1.10.2007 16 029 12 144 88 185 80 034 3 146
Investitionen/Zugänge 103 430 4 694 913 -
Abgänge 14 1 4 782 - -
Umbuchungen - 156 4 4 434 1 490 -
Anschaffungs- und Herstellungskosten 30.9.2008 15 962 12 577 92 531 82 437 3 146
Abschreibungen 1.10.2007 3 4855 2 100 12 019 18 972 1 434
Abschreibungen 2007/2008 100 214 899 1 434 21
Abgänge 4 - 1 148 - -
Abschreibungen 30.9.2008 3 581 2 121 11 770 20 406 1 455
Zuschüsse 1.10.2007 10 317 8 406 63 746 24 020 1 601
Zuschüsse 2007/2008 - - 2 201 56 -
Abgänge - - 3 532 - -
Umbuchungen - 115 - 1 387 300 -
Zuschüsse 30.9.2008 10 202 8 406 63 802 24 376 1 601
Restbuchwerte 30.9.2008 2 179 2 050 16 959 37 655 90
Restbuchwerte 30.9.2007 2 227 1 638 12 420 37 042 111
Sachanlagen
in Tsd Euro
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten 1.10.2007 1 770 13 186 214 494
Investitionen/Zugänge - 3 132 9 272
Abgänge - - 4 797
Umbuchungen - - 5 772 -
Anschaffungs- und Herstellungskosten 30.9.2008 1 770 10 546 218 969
Abschreibungen 1.10.2007 938 - 38 948
Abschreibungen 2007/2008 23 - 2 498
Abgänge - - 1 152
Abschreibungen 30.9.2008 961 - 40 294
Zuschüsse 1.10.2007 720 1 825 110 635
Zuschüsse 2007/2008 - 3 2 260
Abgänge - - 3 532
Umbuchungen - - 1 572 -
Zuschüsse 30.9.2008 720 256 109 363
Restbuchwerte 30.9.2008 89 10 290 69 312
Restbuchwerte 30.9.2007 112 11 361 64 911
Finanzanlagen
in Tsd Euro
Anteile an verbundenen Unternehmen Beteiligungen Gesamt
Restbuchwerte 30.9.2008 665 5 552 6 217
Restbuchwerte 30.9.2007 665 5 552 6 217

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

8 Umsatzerlöse

in Tsd Euro 2007/2008 Vorjahr
Personenverkehr 23 326 22 007
sonstige Umsätze 1 581 1 564
  24 907 23 571

In den Umsatzerlösen Personenverkehr sind periodenfremde Erträge in Höhe von 41 Tsd Euro enthalten.

9 Sonstige betriebliche Erträge

In dem Posten sind im Wesentlichen die Erträge aus den an die RNV GmbH überlassenen Arbeitnehmern (7 840 Tsd Euro) und vermieteten Straßenbahnen, Betriebshöfen und Infrastruktur (2 936 Tsd Euro), die Erträge aus Zuschüssen zur Projektförderung für das LEFG Oberbauprogramm 2007/08 (1 311 Tsd Euro), Erträge aus den Ausgleichszahlungen der Umlandgemeinden für die Gewährleistung einer ausreichenden Verkehrsbedienung (895 Tsd Euro) und die Ausgleichszahlungen für höhengleiche Kreuzungen nach § 16 Abs. 1 Nr. 3 AEG in Höhe von 460 Tsd Euro enthalten.

Des Weiteren realisierte die Gesellschaft durch Grundstücksverkäufe Buchgewinne in Höhe von 849 Tsd Euro.

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von 55 Tsd Euro enthalten.

Außerordentliche Erträge i.S.d. § 277 Abs. 4 HGB sind im Berichtsjahr nicht zu verzeichnen.

10 Materialaufwand

in Tsd Euro 2007/2008 Vorjahr
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren 47 42
Aufwendungen für bezogene Leistungen 25 292 23 892
  25 339 23 934

In den Aufwendungen für bezogene Leistungen ist das im Rahmen des Verkehrsleistungs- und Infrastrukturvertrags an die RNV GmbH entrichtete Leistungs- und Betreiberentgelt in Höhe von 22 900 Tsd Euro enthalten.

11 Personalaufwand

in Tsd Euro 2007/2008 Vorjahr
Löhne und Gehälter 7 959 8 947
Soziale Abgaben und Aufwendungen für    
Alterversorgung und für Unterstützung 2 371 2 497
(davon für Altersversorgung) (733) (781)
  10 330 11 444
Anzahl der Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt 1 239 250

1 Berechnet auf der Basis der monatlichen Endstände

12 Sonstige betriebliche Aufwendungen

In dem Posten sind im Wesentlichen die von der MVV Energie AG erbrachten Dienstleistungen im Rahmen der Internen Leistungsverrechnung (224 Tsd Euro), Kosten für den Eigenaufwand URN (293 Tsd Euro), Aufwendungen für Rechts- und Beratungskosten (187 Tsd Euro), Kosten aus der anteiligen Übernahme des aufgrund des Veruntreuungsfalls am Standort Heidelberg im Geschäftsjahr 2006/07 entstandenen Fehlbetrags bei der RNV GmbH, Mannheim (180 Tsd Euro) und Aufwendungen für Beiträge, Gebühren und Versicherungen in Höhe von 170 Tsd Euro enthalten.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 272 Tsd Euro enthalten.

Außerordentliche Aufwendungen i.S.d. § 277 Abs. 4 HGB sind im Berichtsjahr nicht zu verzeichnen.

13 Finanzergebnis

in Tsd Euro 2007/2008 Vorjahr
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 226 86
Verluste aus Beteiligungen 106 210
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 688 595
(davon an verbundene Unternehmen) (524) (405)
  - 568 - 719

Die Verluste aus Beteiligungen betreffen die anteilige Übernahme des Jahresfehlbetrags der Zentralwerkstatt Mannheim GmbH (ZWM), Mannheim, zum 31. Dezember 2007.

14 Steuern

in Tsd Euro 2007/2008 Vorjahr
Sonstige Steuern 9 20

Sonstige Angaben

Der Jahresabschluss der MVV OEG AG wird in den Konzernabschluss der MVV GmbH, Mannheim, mit der ein Gewinnabführungsvertrag besteht, einbezogen, die den Konzernabschluss für den größten Konsolidierungskreis und den kleinsten Konsolidierungskreis aufstellt, in den die Gesellschaft einbezogen wird.

Der Jahresabschluss und der Lagebericht des MVV Konzerns (Konzernabschluss) werden im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Aufsichtsrat

Dr. Peter Kurz

Vorsitzender

Oberbürgermeister

der Stadt Mannheim

Stephan Fuhrmann

Stellvertretender Vorsitzender

Betriebsrat Verkehr

Erwin Feike

Handwerksmeister

Klaus Fritz

Schulleiter a. D.

Dr. Stephan Fulst-Blei

Berufsschullehrer

Birgit Heß

Personalassistentin

Harald Schnepf

Triebfahrzeugführer

Marianne Seitz

Kaufmännische Angestellte

Carsten Südmersen

Unternehmensberater

Prof. Dr. Horst Wagenblaß

Professor FH Mannheim

Heinrich Wohlfahrt

Schlosser

Dr. Elke Wormer

Rechtsanwältin

Im Geschäftsjahr 2007/08 betrugen die Aufsichtsratsbezüge für die MVV OEG AG 28 Tsd Euro.

Auf die Angabe der Gesamtbezüge für die Mitglieder des Vorstands nach § 285 Nr. 9a HGB wird unter Hinweis auf § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Frühere Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen erhielten im Berichtsjahr Bezüge in Höhe von 112 Tsd Euro. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sind insgesamt 735 Tsd Euro zurückgestellt; an Versorgungsbezügen sind im Geschäftsjahr 2007/08 89 Tsd Euro und an Übergangsgeld 23 Tsd Euro gezahlt worden.

Vorstand

Alleiniger Vorstand der MVV OEG AG ist Herr Prof. Dr. Ulrich Tödtmann (Geschäftsführer der MVV GmbH).

Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Der alleinige Vorstand der MVV OEG AG, Herr Prof. Dr. Ulrich Tödtmann, wird mit Ablauf des 31. Dezember 2008 aus der Gesellschaft ausscheiden. Als seinen Nachfolger hat der Aufsichtsrat mit Wirkung zum 1. Januar 2009 Herrn Dr. Martin Auer, Leiter der Konzernrechtsabteilung der MVV Energie AG, bestellt.

 

Mannheim, den 19. Dezember 2008

Vorstand

Prof. Dr. Tödtmann

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Bestätigungsvermerk

Zu dem Jahresabschluss und dem Lagebericht haben wir folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

"Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der MVV OEG AG, Mannheim, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2007 bis 30. September 2008 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar."

 

Eschborn/Frankfurt am Main, den 19. Dezember 2008

Ernst & Young AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Muth, Wirtschaftsprüfer

Sperber, Wirtschaftsprüfer

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Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Aufsichtsrat hat auch im Geschäftsjahr 2007/08 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben pflichtgemäß wahrgenommen. Gemäß der Aufsichts- und Kontrollfunktion dieses Gremiums haben wir den Vorstand in seiner Geschäftsführung kontinuierlich überwacht und beraten und uns von der Ordnungsmäßigkeit seines Handelns überzeugt.

Im Berichtszeitraum fanden eine Hauptversammlung und vier Aufsichtsratssitzungen statt. Dabei sind wir durch den Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Entwicklung und die Lage des Unternehmens sowie über alle wesentlichen Geschäftsvorgänge informiert worden. Die Informationen des Vorstands umfassten Darstellungen der Geschäfts-, Umsatz-, Investitions- und Ertragsentwicklung sowie der Vermögens- und Finanzlage. Auch über die Finanz-, Investitions- und Personalplanung, die strategische Planung sowie die Risikolage und das Risikomanagement unterrichtete uns der Vorstand. Auf Basis dieser Informationen hat der Aufsichtsrat bei allen zustimmungspflichtigen Entscheidungen seine Beschlüsse gefasst.

Schwerpunktthemen der Beratungen

In allen Aufsichtsratssitzungen haben wir zunächst über jeweils aktuelle Fragen und Themen beraten, über die wir vom Vorstand informiert wurden.

Im Dezember 2007 informierte uns der Vorstand über die Ende 2008 auslaufenden Buskonzessionen und den Wegfall von Buslinien der MVV OEG AG im Rhein-Neckar-Kreis und im Stadtgebiet Mannheim, auf die sich die MVV OEG AG im Hinblick auf die neue EU-Verordnung über öffentliche Personenverkehrsdienste auf Schiene und Straße (1370/2007) nicht mehr bewerben wird. Die neue EU-Verordnung sieht vor, dass ein Aufgabenträger eine Gesellschaft, über die er die Kontrolle ausübt, direkt mit öffentlichen Personenverkehrsdiensten beauftragen kann (sogenannter Inhousevergabe). Dies setzt jedoch voraus, dass der interne Betreiber im ÖPNV-Bereich (nicht im Eisenbahnbereich, für den Ausnahmeregelungen gelten) nicht an wettbewerblichen Vergabenverfahren außerhalb des Zuständigkeitsbereichs des Aufgabenträgers teilnehmen darf. Würde die MVV OEG AG die Bus-Konzession für Linien außerhalb Mannheims weiter erhalten, so würden die MVV OEG und möglicherweise auch die RNV GmbH als direkt von der Stadt Mannheim zu beauftragendes Unternehmen ausscheiden.

Im Februar 2008 informierte uns der Vorstand über die gegenwärtige Struktur der RNV GmbH, die trotz der erzielten Fortschritte noch von zu großer Komplexität und vorhandenen Doppelfunktionen in einzelnen Gesellschaften geprägt ist. Der Vorstand erläuterte uns die Notwendigkeit von strukturellen Veränderungen im Rahmen des Projekts RNV 2009 zur weiteren Optimierung und langfristigen Wettbewerbsfähigkeit des Öffentlichen Personennahverkehrs in der Metropolregion Rhein-Neckar Region. Um die sich in der RNV GmbH bietenden Synergiepotentiale voll nutzen zu können, sollen weitere operative Funktionen der Einzelgesellschaften auf die Allianzgesellschaft RNV GmbH verlagert werden. In der Aufsichtsratssitzung im September 2008 wurden wir über den aktuellen Projektstand, das Vertragswerk "RNV 2009" und den Umsetzungszeitplan informiert. Intensiv befassten wir uns mit den Fragen der künftigen Entscheidungs- und Beschlusskompetenzen. Eine Beschlussfassung durch den Aufsichtsrat kann letztendlich erst dann erfolgen, wenn alle rechtlichen und steuerrechtlichen Vorgaben geprüft und erfüllt sind.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Beratungen im Geschäftsjahr 2007/08 waren der geplante zweigleisige Ausbau der OEG-Strecke an der Bergstraße sowie die Fortschreibung der Finanzierungsvereinbarung mit dem Rhein-Neckar-Kreis sowie den bedienten Städten und Nachbargemeinden. Mit der am 1. Oktober 2008 unterzeichneten Finanzierungsvereinbarung für den zweigleisigen Ausbau der OEG-Strecke zwischen Schriesheim und Weinheim durch den Landrat des Rhein-Neckar Kreises, den Oberbürgermeistern der Städte Heidelberg und Mannheim, den Bürgermeistern von Dossenheim, Hirschberg, Schriesheim und Weinheim sowie dem Vorsitzenden der MVV OEG AG wurden die Weichen für eine deutliche Attraktivitätssteigerung des ÖPNV in der Metropolregion Rhein-Neckar gestellt. Wenn der Planfeststellungsbeschluss und die finanzielle Zusage des Bundes vorliegen, von denen wir ausgehen, kann im Herbst 2009 mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Am 24. September 2008 stimmte der Aufsichtsrat dem Wirtschaftsplan 2008/09 zu und beriet die Mehrjahresplanung bis einschließlich 2012/13.

Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand

Im Aufsichtsrat und im Vorstand gab es im Berichtsjahr keine personellen Veränderungen.

Prof. Dr. Ulrich Tödtmann, alleiniger Vorstand der MVV OEG AG, hat mich im November 2008 in meiner Funktion als Vorsitzender des Aufsichtsrats um eine vorzeitige Auflösung seines bis Dezember 2010 laufenden Anstellungsvertrags gebeten, um eine Führungsaufgabe in einem anderen deutschen Unternehmen zu übernehmen. Der Aufsichtsrat der MVV OEG AG hat in der Sitzung am 11. Dezember 2008 der vorzeitigen Niederlegung seines Amts durch Prof. Dr. Tödtmann zum 31. Dezember 2008 zugestimmt. Wir danken Prof. Dr. Tödtmann für die unter seiner Führung erfolgte erfolgreiche Entwicklung der MVV OEG AG und seinen wichtigen Beitrag beim Aufbau der regionalen Verkehrsallianz Rhein-Neckar Verkehr GmbH (RNV).

Der Aufsichtsrat hat mit Wirkung zum 1. Januar 2009 Herrn Dr. Martin Auer, Leiter der Konzernrechtsabteilung der MVV Energie AG, als Nachfolger bestellt.

Feststellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss und der Lagebericht der MVV OEG AG 2007/08 wurden nach handelsrechtlichen Vorschriften (HGB) für Aktiengesellschaften aufgestellt. Die Ernst & Young AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Mannheim, hat gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 22. Februar 2008 und der anschließenden Beauftragung den Jahresabschluss und den Lagebericht der MVV OEG AG geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Ferner hat der Abschlussprüfer das bei der MVV OEG AG bestehende Risikofrüherkennungssystem geprüft. Diese Prüfung ergab, dass das System geeignet ist, seine gesetzlichen Aufgaben zu erfüllen.

Der Jahresabschluss 2007/08 und der Lagebericht der MVV OEG AG sowie der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers wurden uns rechtzeitig vor der entsprechenden Aufsichtsratssitzung vorgelegt. Der Aufsichtsrat hat diese Unterlagen geprüft und im Beisein der Wirtschaftsprüfer umfassend erörtert. Aufgrund unserer eigenen Prüfung haben sich keine Einwände ergeben und wir schließen uns den Prüfungsergebnissen der Ernst & Young AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Steuerberatungsgesellschaft, Mannheim, an. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss 2007/08 und den Lagebericht in seiner Sitzung am 18. Februar 2009 gebilligt, damit sind diese festgestellt.

Im Namen des Aufsichtsrats danke ich dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der MVV OEG AG für ihr Engagement und die Erfolge, die sie im vergangenen Geschäftsjahr erzielt haben.

 

Mannheim, im Dezember 2008

Aufsichtsrat

Dr. Peter Kurz, Vorsitzender

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Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

25 nahegelegene Organisationen

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