Stammdaten

Register
Amtsgericht Flensburg HRB 1669 HU
Eingetragen
30.6.2005
Branche
Herstellung von elektrischen HaushaltsgerätenHerstellung von elektrischem InstallationsmaterialHerstellung von Bestrahlungs- und Elektrotherapiegeräten und elektromedizinischen Geräten
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist die Herstellung und der Vertrieb von Elektroartikeln aller Art, insbesondere von elektrischen Kondensatoren sowie damit in Zusammenhang stehende Dienstleistungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Lena Einecke
seit 7.4.2025
Prokura
Ivo Cappelossa
seit 16.1.2025
Geschäftsführer
Prokura
Massimo Neri
seit 19.8.2019
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
MERSEN Deutschland Holding GmbH & Co. KG
Germany
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

ftcap GmbH

Husum

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 110.444,10 0,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 4.719.625,67 0,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 3.333.312,25 0,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 436.972,35 0,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 282.562,62 0,00
8.772.472,89 0,00
III. Finanzanlagen
Beteiligungen 1.000,00 0,00
8.883.916,99 0,00
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 3.498.093,16 0,00
2. Unfertige Erzeugnisse 864.153,94 1.108.593,77
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 457.592,03 404.187,61
3. Geleistete Anzahlungen 169.252,60 9.977,50
4.989.091,73 1.522.758,88
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.866.164,98 2.000.072,37
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 436.146,11 63.693,39
3. Forderungen gegen Gesellschafter 1.773.094,79 3.904.157,55
4. Sonstige Vermögensgegenstände 141.974,47 26.105,18
4.217.380,35 5.994.028,49
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 49.831,07 145.688,35
9.256.303,15 7.662.475,72
C. Rechnungsabgrenzungsposten 129.998,71 24.979,36
18.270.218,85 7.687.455,08

Passiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 50.000,00 50.000,00
II. Kapitalrücklage 9.942.417,38 0,00
III. Gewinnvortrag 288.193,49 288.193,49
10.280.610,87 338.193,49
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.054.819,00 725.447,80
2. Sonstige Rückstellungen 737.662,69 1.006.703,80
1.792.481,69 1.732.151,60
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.454,86 0,00
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 14.299,72 9.103,30
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 405.803,38 121.652,65
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 16.560,21 524.123,09
5. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 5.641.485,77 4.878.037,59
6. Sonstige Verbindlichkeiten 117.522,35 84.193,36
davon aus Steuern: EUR 117.522,35 (Vorjahr: EUR 65.698,59)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 100,78)
6.197.126,29 5.617.109,99
18.270.218,85 7.687.455,08

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023 2022
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 17.656.731,10 16.617.747,44
2. Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -191.109,41 142.644,81
3. Sonstige betriebliche Erträge 386.744,68 284.888,61
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 6.441.454,17 5.966.145,73
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 34.392,69 104.318,14
6.475.846,86 6.070.463,87
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 6.991.357,19 7.229.009,31
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 1.413.611,66 1.324.400,51
8.404.968,85 8.553.409,82
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 622.346,05 0,00
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 3.478.052,68 4.857.963,37
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 5.573,00 24.553,27
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 324.666,80 29.176,00
10. Steuern von Einkommen und Ertrag 0,00 -10.887,49
11. Ergebnis nach Steuern -1.447.941,87 -2.430.291,44
12. Sonstige Steuern 7.852,14 0,00
13. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages übernommene Verluste 1.455.794,01 2.430.291,44
14. Jahresüberschuss 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Allgemeine Hinweise

Der Jahresabschluss der ftcap GmbH für das Geschäftsjahr 2023 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB. Von den Erleichterungen des HGB für mittelgroße Gesellschaften wurde teilweise Gebrauch gemacht.

Die Gliederungen in Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung sind im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die ftcap GmbH hat mit Rückwirkung zum 1. Mai 2023 als aufnehmende Gesellschaft die Gesellschaft F&T Fischer & Tausche Holding GmbH, Husum (kurz F&T Holding), auf Grundlage des Verschmelzungsvertrags sowie der Zustimmungsbeschlüsse vom 25. Oktober 2023 verschmolzen.

Der Verschmelzung wurde die Bilanz zum 30. April 2023 der übertragenden Gesellschaft als Schlussbilanz zugrunde gelegt. In Ausübung des Wahlrechts nach § 24 UmwG wurden die Buchwerte aus der Schlussbilanz der jeweils übertragenden Gesellschaft als Anschaffungskosten angesetzt.

Aus der Verschmelzung der F & T Fischer & Tausche Holding GmbH resultierte eine Kapitalrücklage von EUR 9.942.417,38.

Registerinformationen

Die Gesellschaft ist unter der Firma ftcap GmbH mit Sitz in Husum im Handelsregister des Amtsgerichts Flensburg unter der Nummer HRB 1669 HU eingetragen.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Aufgrund der vorgenannten Verschmelzung ist die Vergleichbarkeit der Vorjahreszahlen vor allem in Bezug auf die Bilanz nur bedingt gegeben. Im Zuge der Verschmelzung sind zum 1. Mai 2023 folgende Vermögenswerte und Schulden zugegangen:

• Anlagevermögen TEUR 8.715
• Vorräte TEUR 4.104
• Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände TEUR 9.736
• Guthaben bei Kreditinstituten TEUR 29
• Aktive Rechnungsabgrenzungsposten TEUR 66
• Rückstellungen TEUR 88
Verbindlichkeiten TEUR 12.619

Der Differenzbetrag zwischen Vermögenswerten und Schulden von TEUR 9.942 wurde in die Gewinnrücklage eingestellt.

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses sind im Wesentlichen die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die im Vergleich zum Vorjahr unverändert angewendet worden sind, maßgebend. Im Einzelnen waren dies folgende Grundsätze und Methoden:

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten abzüglich linearer Abschreibungen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 3 bis 20 Jahren bewertet.

Gegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen angesetzt. Es wird die lineare Abschreibungsmethode unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer angewandt. Der Abschreibungszeitraum beträgt für Gebäude 15 bis 33 Jahre, für technische Anlagen 6 bis 20 Jahre und für andere Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens mit Ausnahme geringwertiger Wirtschaftsgüter, die im Jahr ihrer Anschaffung voll abgeschrieben werden, 3 bis 25 Jahre.

Innerhalb der Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten angesetzt.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren Tageswerten angesetzt.

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert.

Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt mit den Herstellungskosten, bestehend aus Materialeinzelkosten sowie Fertigungseinzelkosten zuzüglich anteiliger Gemeinkosten der Fertigung und der Materialbereitstellung. Wertabschläge aufgrund des strengen Niederstwertprinzips wurden entsprechend vorgenommen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden mit dem Nominalwert angesetzt. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden erkennbare Einzelrisiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Ausfall- und Kreditrisiko wurde durch eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von 1% auf die nicht einzelwertberichtigten Forderungen Rechnung getragen.

Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestände werden mit ihrem Nennwert angesetzt.

Bei den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden geleistete Vorauszahlungen, soweit sie Aufwand für zukünftige Zeiträume darstellen, zeitanteilig abgegrenzt.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert und ist voll einbezahlt. Die Kapitalrücklage von TEUR 9.942 resultiert aus der Verschmelzung der F &T Holding.

Die Pensionsverpflichtungen sind nach der Anwartschaftsmethode in Höhe des Barwerts des Erfüllungsbetrags unter Zugrundelegung eines Zinssatzes von 1,83% (Vorjahr: 1,78%) und unter Anwendung der Heubeck-Richttafeln 2018 G bewertet. Der Zinssatz basiert auf dem von der Deutschen Bundesbank bekanntgegebenen durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 10 Jahre bei einer Restlaufzeit von 15 Jahren. Renten- und Entgeltsteigerungen sowie eine Fluktuationswahrscheinlichkeit sind wie im Vorjahr nicht berücksichtigt.

In den sonstigen Rückstellungen sind alle im Zeitpunkt der Bilanzaufstellung erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen ausreichend berücksichtigt. Sie sind nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung in Höhe des notwendigen Erfüllungsbetrags (d.h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) gebildet worden. Die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgt im Lohnbereich nach detaillierten Kosten und Zeitsätzen. Die anderen sonstigen Rückstellungen basieren auf Zählerständen, Abschätzungen und Prognosen.

Die Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Umrechnung von Geschäftsvorfällen in fremder Währung erfolgte bei den Forderungen mit dem Briefkurs am Entstehungstag und bei den Verbindlichkeiten mit dem Geldkurs am Entstehungstag. Forderungen und Verbindlichkeiten wurden mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet, sofern die Restlaufzeit nicht über einem Jahr lag. Die im Anhang angegebenen Erträge und Aufwendungen zur Währungsumrechnung enthalten sowohl realisierte als auch nicht realisierte Währungskursdifferenzen.

Angaben zur Bilanz

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023 ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres in der Anlage zum Anhang dargestellt.

Bezüglich der eingegliederten Vermögensgegenstände des Anlagevermögens zum 1. Mai 2023 wird der Zugang der ursprünglichen bei der F&T Fischer & Tausche Holding GmbH angesetzten Anschaffungskosten und der kumulierten Abschreibungen jeweils in einer Sonderspalte im Anlagenspiegel ausgewiesen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben, bis auf Forderungen gegen Mitarbeiter in Höhe von TEUR 15 (Vorjahr: TEUR 11), wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen i.H.v. TEUR 436 (Vorjahr: TEUR 64).

Die Forderungen gegen Gesellschafter betreffen verbundene Unternehmen und resultieren aus der Verlustübernahme durch die Gesellschafterin für das Jahr 2023 in Höhe von TEUR 1.773 (Vorjahr TEUR 3.904); hier entfallen auf die ftcap GmbH TEUR 1.456 und auf die F&T Fischer & Tausche Holding GmbH gemäß Schlussbilanz zum 30. April 2023 TEUR 317.

Der Erfüllungsbetrag der Pensionsrückstellungen beträgt TEUR 1.055 (Vorjahr: TEUR 1.108).

Der Differenzbetrag, der sich aus dem handelsrechtlichen Erfüllungsbetrag (Anwendung des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen zehn Geschäftsjahre) und dem sich aus dem Erfüllungsbetrag bei einer Anwendung des durchschnittlichen Marktzinses der vergangenen sieben Geschäftsjahre (1,75 %) ergibt, beträgt TEUR 7 (Vorjahr: TEUR 33).

Die sonstigen Rückstellungen werden hauptsächlich gebildet für personalbezogene Verpflichtungen TEUR 365 (Vorjahr: TEUR 580), Garantieverpflichtungen TEUR 53 (Vorjahr: TEUR 50), Jahresabschlusskosten TEUR 88 (Vorjahr: TEUR 53) und ausstehende Rechnungen TEUR 231 (Vorjahr: TEUR 324).

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe TEUR 17 (Vorjahr TEUR 524) entfallen wie im Vorjahr auf Lieferungen und Leistungen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern betreffen wie im Vorjahr verbundene Unternehmen und entfallen in Höhe von TEUR 5.641 (Vorjahr: TEUR 4.878) auf Lieferungen und Leistungen.

Sämtliche Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Aus der Bilanz nicht ersichtliche sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen in Höhe von TEUR 323 (im Vorjahr: TEUR 968) und betreffen die jährlichen Pachtverpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen.

Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die sonstigen betrieblichen Erträge i.H.v. TEUR 387 (Vorjahr: TEUR 285) betrafen im Wesentlichen die Auflösung von Rückstellungen i.H.v. TEUR 242 (Vorjahr: TEUR 157).

Von den sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung entfallen TEUR 84 (Vorjahr: TEUR 71) auf die Altersversorgung.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen i.H.v. TEUR 3.478 (Vorjahr: TEUR 4.858) betrafen im Wesentlichen Rechts- u. Beratungskosten i.H.v. TEUR 432 (Vorjahr: TEUR 416) sowie Aufwendungen für EDV-Kosten TEUR 366 (Vorjahr: TEUR 305).

Die Zinsaufwendungen entfallen mit TEUR 315 (Vorjahr: TEUR 0) auf verbundene Unternehmen sowie mit TEUR 15 (Vorjahr: TEUR 29) aus die Aufzinsung von Pensionsrückstellungen.

Sonstige Angaben

Im Berichtsjahr waren - ohne Auszubildende und Geschäftsführer - durchschnittlich 190 (Vorjahr 183) Mitarbeiter, davon 53 kaufmännische (Vorjahr: 56) und 137 gewerbliche (Vorjahr: 127) Mitarbeiter beschäftigt.

Bei der F&T Fischer & Tausche GmbH waren keine Arbeitnehmer beschäftigt, die auf die ftcap GmbH übergegangen sind.

Die Geschäftsführer der Gesellschaft sind

Herr Massimo Neri, Wiesbaden

(Geschäftsführer der Mersen Deutschland Holding GmbH & Co. KG)

Herr Francois-Xavier Nutte, Husum

(Berufsbezeichnung entspricht der Organstellung)

Sie sind von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit. Es wird auf die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung gem. § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Es bestehen Pensionsverpflichtungen für zwei ehemalige Geschäftsführer in Höhe von TEUR 1.055 (Vorjahr: TEUR 1.108).

Das Mutterunternehmen ist die MERSEN Deutschland Holding GmbH & Co. KG mit Sitz in Bad Homburg. Im Vorjahr war es die F&T Fischer & Tausche Holding GmbH.

Der mit der F & T Fischer & Tausche Holding GmbH bestehende Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag vom 5. September 2019 ist durch die Eintragung der Verschmelzung vom 8. November 2023 erloschen.

Es besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der MERSEN Deutschland Holding GmbH & Co. KG vom 13. November 2023, dem die Gesellschafterversammlung durch Beschluss vom 13. November 2023 zugestimmt hat.

Die ftcap GmbH wird in den Konzernabschluss der MERSEN S.A., Paris (Frankreich), einbezogen. Der Konzernabschluss wird in deutscher Sprache im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Dies ist der Konzernabschluss für den größten und zugleich kleinsten Kreis der Unternehmen.

Das für das Geschäftsjahr berechnete Honorar des Abschlussprüfers braucht nicht angegeben zu werden, da es in die Angaben im Konzernabschluss der MERSEN S.A. einbezogen wird.

Aus Miet- und Leasingverträgen bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen, die sich auf rund TEUR 10 (Vorjahr: TEUR 16) belaufen. Die Miet- und Leasingverträge enden zwischen 2025 und 2026.

Nachtragsbericht

Nach dem Bilanzstichtag sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die wesentliche finanzielle Auswirkungen haben.

 

Husum, den 26. April 2024

ftcap GmbH

Die Geschäftsführung

Massimo Neri

Francois-Xavier Nutte

LAGEBERICHT 2023

A. GRUNDLAGEN

1. Gesellschaftsstruktur

Die in Husum ansässige Gesellschaft ftcap GmbH ist seit dem Jahr 2018 Teil des weltweit in den Bereichen Elektroenergie und Hochleistungswerksstoffe operierenden französischen Konzerns Mersen S.A., La Défense / Courbevoie, der an der Pariser Euronext gelistet ist.

Seit dem 01. Mai 2023 ist die ftcap GmbH eine 100%-ige Tochtergesellschaft der MERSEN Deutschland Holding GmbH & Co. KG, Bad Homburg. . Bis zu diesem Stichtag war alleinige Gesellschafterin der ftcap GmbH die F & T Fischer & Tausche Holding GmbH, die jedoch zum 1. Mai 2023 im Rahmen eines Downstream Mergers auf die ftcap GmbH verschmolzen wurde. Es besteht ein Ergebnisabführungsvertrag mit der MERSEN Deutschland Holding GmbH & Co. KG.

2. Geschäftsmodell

Die ftcap GmbH entwickelt, produziert und vertreibt verschiedene Arten von Kondensatoren, die im Wesentlichen in Anwendungen der Leistungselektronik eingesetzt werden. Der Fokus liegt dabei auf der Entwicklung und Fertigung von technischen Lösungen für hochkomplexe, auf den spezifischen Kundenbedarf maßgeschneiderte Anforderungen.

Die Geschäftsaktivitäten der ftcap GmbH teilt sich auf in die beiden Geschäftsbereiche Film- und Elektrolytkondensatoren. Der Schwerpunkt liegt mit rund 61% der Umsätze im Bereich der Elektrolytkondensatoren - jedoch ist im Vergleich zu den Vorjahren eine deutliche Verschiebung und Nachfragesteigerung zu Gunsten der Filmkondensatoren zu verzeichnen.

3. Steuerungssystem

Als Leistungsindikatoren im Hinblick auf die obersten Unternehmensziele werden vorrangig Auftragseingang, Umsatz, Book-to-Bill, Rohertrag und das Jahresergebnis als finanzbezogene Steuerungsgrößen sowie die Mitarbeiteranzahl und ihre Entwicklung als nichtfinanzbezogene Größe zur Unternehmenssteuerung herangezogen.

3.1. Finanzbezogene Steuerungsgrößen

Als Indikator für das Wachstum nutzt die ftcap GmbH im Wesentlichen die Kennzahlen Umsatz, Auftragseingang und Book-to-Bill. Rohertrag und Jahresergebnis dient der Steuerung der Profitabilität des Unternehmens.

3.2. Nicht finanzbezogene Steuerungsgrößen

Die Anzahl der Mitarbeiter und deren zahlenmäßige Entwicklung dient der Geschäftsführung als nichtfinanzielle Steuerungsgröße. Der Ausweis der Mitarbeiteranzahl erfolgt als Stichtagswert, wobei in Ergänzung zu den unternehmenseigenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auch die Entwicklung aller Leiharbeitskräfte analysiert wird.

4. Forschung und Entwicklung

Die Forschung und Entwicklung von Kondensatoren, auch mit Hilfe von geförderten Forschungsprojekten, war auch im Jahr 2023 wieder ein Bestandteil der strategischen Ausrichtung der ftcap GmbH. Der Gesamtaufwand für F&E belief sich im Jahr 2023 auf 410 TEUR mit einer F&E Quote von insgesamt 2,3 % vom Umsatz. Ein großer Teil der F&E-Tätigkeiten erstreckt sich auf kundenorientierte Sonderprojekte.

B. WIRTSCHAFTSBERICHT

I. Rahmenbedingungen

a. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die hier dargelegten Erkenntnisse beruhen auf dem Jahresgutachten 2023/2024 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (kurz: Wirtschaftsweisen) 1 :

Die Wachstumsraten der Weltwirtschaft lagen in der ersten Hälfte des Jahres 2023 nahe am durchschnittlichen Wachstum von 0,7 % der Jahre 2010 bis 2019, so dass die Weltkonjunktur insgesamt trotz widriger Umstände als robust bezeichnet werden kann. Die konjunkturelle Dynamik stellte sich jedoch insgesamt als sehr heterogen dar: Während das Bruttoinlandsprodukt in den USA (starke Binnennachfrage) und Japan (gestiegene Exporte und lockere Geldpolitik/Abwertung des Yen) stark gestiegen ist, fiel das Wachstum im Euro-Raum sowie im UK deutlich verhaltener aus. Grund hierfür sehen die Wirtschaftsweisen in einer deutlich stärkeren Verbraucherpreisinflation mit einer folglich gesunkenen privaten Konsumnachfrage in Europa.

Nach dem Verbraucherpreise Ende 2022 ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden hatten, ist die Verbraucherpreisinflation im Verlauf des Jahres 2023 kontinuierlich gesunken. Insbesondere in UK sinkt die Inflationsrate aufgrund eines höheren Ausgangsniveau weiterhin rapide, während sich das Absinken im Euroraum und Japan verlangsamt hat.

1 Jahresgutachten 2023/2024 "Wachstumsschwäche überwinden - in die Zukunft investieren" des Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Kapitel 1.

Infolge der hohen Inflation sind allgemein die Reallöhne im Jahr 2022 stark gesunken, was wiederum zu einem verhaltenen Konsum geführt hat. Insbesondere im Euroraum war jedoch analog der sinkenden Inflationsrate im Jahr 2023 wieder ein sukzessiver Anstieg des Reallohnwachstums zu erkennen.

Quelle: Sachverständigenrat - Jahresgutachten 2023/24, S. 26

Bei den Rohstoffpreisen war im Jahr 2023 eine uneinheitliche Entwicklung festzustellen: Der Preis für Rohöl ist nach einem Rückgang im Jahr 2022 ab Sommer 2023 in Folge einer erhöhten Nachfrage bei gleichzeitig gefallenen Lagerbeständen wieder leicht gestiegen. Infolge der Terrorangriffe der Hamas auf Israel im Oktober 2023 ist die Unsicherheit bezüglich der weiteren Preisentwicklung des Rohölpreises gestiegen - insbesondere, wenn sich der Konflikt auf benachbarte, erdölproduzierende Länder ausweiten sollte. Die Preise für Erdgas haben sich nach dem exorbitanten Preisanstieg der Jahre 2021 und 2022 wieder beruhigt - allerdings liegen sie immer noch (insbesondere in Europa) auf einem hohen Niveau. So lag der durchschnittliche Preis im Oktober 2023 in Europa bei ungefähr 47 Euro/Megawattstunde, nachdem er im Durchschnitt des 2. Quartals 2023 noch bei knapp 36 Euro/Megawattstunde lag. (USA bei knapp unter 11 Euro/Megawattstunde im Oktober).

Die Weltmarktpreise für andere Rohstoffe wie Metalle sind im Verlauf des Jahres 2023 gesunken, liegen aber weiterhin im Vergleich mit den Vorjahren auf einem sehr hohen Niveau.

Preise für Energie, Agrarprodukte und Rohstoffe

Quelle: Sachverständigenrat - Jahresgutachten 2023/24, S. 28

Infolge der weltweit hohen Inflationsraten war die Geldpolitik in vielen Ländern im Jahr 2023 weiterhin sehr restriktiv. So erhöhten die US-amerikanische Zentralbank den Leitzins auf 5,5%, die Bank of England hob ihn im Verlauf des Jahres 2023 auf 5,25% an. Diese geldpolitischen Eingriffe hatten wiederum resultierten in steigenden Zinsen für Staatsanleihen und Kredite.

b. Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Als Indikator hierfür wird die Brancheneinschätzung des Verbandes der deutschen Elektro- und Digitalindustrie ZVEI, dessen Mitglied die ftcap GmbH ist, herangezogen (ZVEI-Konjunkturbarometer - Ausgabe Februar 2024).

Demnach war das Jahr 2023 für die deutsche Elektro- und Digitalindustrie von einem rückläufigen Auftragseingangsvolumen bei einem im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Umsatzvolumen geprägt. Der Branchenverband der deutschen Elektro- und Digitalindustrie ZVEI konnte feststellen, dass es im Jahr 2023 insgesamt in neun der zwölf Monate ein gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum rückläufiges Bestellvolumen gegeben hat. Während insgesamt im Jahr 2023 die Auftragseingänge mit inländischen Kunden um rund 2,6 % gestiegen sind, ging das Volumen von ausländischen Kunden vergebener Aufträge gegenläufig um rund -6,1 % gegenüber dem Vorjahr zurück. Insbesondere ist hier der Rückgang mit EU-Kunden um rund -9,3 % gegenüber Vorjahr hervorzuheben.

Beim Umsatz konnte die Branche einen gegenläufigen Trend zum Vorjahr verzeichnen - so konnte ein Umsatzwachstum von rund 6,0% verzeichnet werden. Treiber hierfür war insbesondere das inländische Umsatzwachstum gegenüber Vorjahr um rund 7,2 %, aber auch mit ausländischen Kunden konnte ein signifikant gesteigertes Umsatzvolumen (Eurozone: 5,8 % und Nicht-Eurozone: 4,7 %).

War das Jahr 2022 im Wesentlichen bei den Unternehmen der deutschen Elektro- und Digitalindustrie durch die äußeren Faktoren Materialknappheit gepaart mit einem Fachkräftemangel geprägt, welche beide ihren Peak im Verlauf der Jahres 2023 gefunden haben, so scheint diese Problematik am Ende des Jahres 2023 überwunden bzw. zumindest verringert zu sein. Gegenläufig beklagt die Branche jedoch zum Ende des Jahres 2023 einen Auftragsmangel und hat infolgedessen branchenweit mit einer Reduzierung der Kapazitätsauslastung zu kämpfen. Diese liegt nach Auswertung des Branchenverbandes der Deutschen Elektro- und Digitalindustrie ZVEI für 2023 bei rund 85 %.

Quelle: ZVEI-Konjunkturbarometer Februar 2024, S. 3

Bei den im Jahr 2022 noch stark gestiegenen Materialkosten zeichnete sich im Jahr 2023 eine deutliche Verlangsamung ab. So wurde im Jahr 2023 eine Steigerung um 2,9 % gegenüber Vorjahr wahrgenommen - wobei sich diese Steigerungsrate bereits auf einen sehr hohen Basiswert aus dem Jahr 2022, welches von starken Materialpreissteigerungen geprägt war, bezieht. Gegen Jahresende war jedoch eine Entlastung und ein leicht nachlassender Preisdruck zu verzeichnen (Dezember -0,3 %).

Bei den Erzeugerpreisen ist jedoch mit einer Steigerung von rund 5,8% gegenüber Vorjahr weiterhin ein ansteigender Trend im Jahr 2023 zu beobachten.

2022 2023 Dezember 2023 Jan. - Dez.
Erzeugerpreise +7,5% +2,9% +5,8%
Materialkosten +13,0% -0,3% +2,9%
Ausfuhrpreise +7,3% +2,5% +4,1%
Einfuhrpreise +8,9% -0,6% +0,8%

Quelle: ZVEI-Konjunkturbarometer Februar 2024, S. 6

Erfreulicherweise konnte aber laut Einschätzung des ZVEI sowohl auf der Erzeuger- als auch auf der Konsumentenseite gegen Ende des Jahres 20232 eine Entlastung in Bezug auf die derzeitigen Produktionshemmnisse wahrgenommen werden, so dass eine positivere Erwartungshaltung für das Jahr 2024 besteht.

II. Geschäftsverlauf

1. Allgemeines / Ereignisse von besonderer Bedeutung

Im Geschäftsjahr 2023 kann die ftcap GmbH sowohl aus organisations-struktureller als auch aus wirtschaftlicher Hinsicht auf eine entscheidende Weichenstellung für die Zukunft verweisen:

So wurde die bis dahin als alleinige Gesellschafterin der ftcap GmbH fungierende F & T Fischer & Tausche Holding GmbH zum 1. Mai 2023 im Rahmen eines Downstream Mergers auf die ftcap GmbH verschmolzen. Im Rahmen dieser Verschmelzung ging sowohl das bis zu diesem Zeitpunkt alleinig in der F & T Fischer und Tausche Holding GmbH gehaltene Anlagevermögen als auch die Vorräte auf die ftcap GmbH über. In Folge dieser Verschmelzung und der daraus resultierenden verschlankten Organisationsstruktur wird für die Zukunft eine Dynamisierung der Prozesse und des gesamten Betriebsablaufs erwartet.

Des Weiteren wurde im Jahr 2023 ein in unmittelbarer Nachbarschaft zum Betriebsgelände gelegenes Grundstück erworben, so dass die Option einer Erweiterung der Produktionskapazitäten jederzeit gegeben ist.

2. Auftrags- und Umsatzentwicklung

Analog dem allgemeinen Branchentrend war das Jahr 2023 auch bei der ftcap GmbH von einem verhaltenen Auftragseingang geprägt, während die Umsatzerwartungen nahezu erfüllt und eine leichte Steigerung gegenüber Vorjahr erzielt werden konnte.

Erste Umsätze konnte die ftcap GmbH im Jahr 2023 im Bereich des neuen, zukunftsträchtigen Mersenkomponentenübergreifenden Baugruppengeschäft erzielen.

Dem allgemeinen Branchentrend folgend, hat die ftcap GmbH insbesondere zum Jahresende des abgelaufenen Jahres mit einem Auftragsmangel zu kämpfen, so dass infolgedessen die ersten Monate 2024 durch eine niedrige Kapazitätsauslastung und damit verbundener Kurzarbeit geprägt sind.

3. Beschaffung

Insgesamt war die Beschaffungslage bei der ftcap GmbH im Jahr 2023 aufgrund von weiterhin bestehender Materialknappheit und hoher Inflation herausfordernd. Lieferzeitverzögerungen konnten jedoch im Jahr 2023 durch verbesserte Planungen und Einkaufsstrategien im Bereich der ftcap GmbH aufgefangen werden, so dass sich keine negativen Auswirkungen auf die Produktion und dementsprechende Verzögerungen für die Kunden ergeben haben.

Aufgrund des Beschlusses der europäischen Kommission, Strafzölle auf die Einfuhr bestimmter Waren aus China zu erheben, wurde im Jahr 2023 - insbesondere im Bereich der Aluminiumfolien - verstärkt darauf geachtet, die betroffenen Materialien auf dem innereuropäischen Markt zu beschaffen.

Die im Jahr 2022 in Folge des russischen Angriffskrieges angespannte Lage auf dem Energiemarkt mit erheblichen Preissteigerungen hat sich im Jahr 2023 deutlich entspannt. Das allgemeine Preisniveau ist allerdings im Vergleich mit den Vorjahren weiterhin sehr hoch, was sich auch im Jahr 2023 in der Preisbildung energieintensiver Materialien auf dem Beschaffungsmarkt widerspiegelt.

4. Produktion

Im Bereich der Filmkondensatoren wurden im Jahr 2023 einige Veränderungsprozesse angestoßen, die zu einem deutlich effizienteren Produktionsablauf geführt haben: Neben einer Reorganisation der Strukturen im Mitarbeiterbereich wurde auch das Layout in der Produktionshalle angepasst, wodurch eine signifikant verbesserte Produktionsdynamik geschaffen wurde. So konnte der noch im Vorjahr bestehende Rückstand im Bereich der Filmkondensatoren nahezu abgebaut werden.

Des Weiteren wurde mit der Einführung eines Kanbansystems begonnen, was in Zukunft zu einer weiteren signifikanten Verbesserung im Produktionsablauf führen wird.

5. Investitionen

Einhergehend mit der Verschmelzung der F & T Fischer & Tausche Holding GmbH auf die ftcap GmbH wurde im laufenden Geschäftsjahr auch das bisher im Eigentum der F & T Fischer & Tausche Holding GmbH stehende Anlagevermögen durch die ftcap GmbH übernommen.

Die Investitionen der ftcap GmbH betrugen im laufenden Geschäftsjahr TEUR 819. Neben einigen Ersatzinvestitionen im Bereich der Betriebs- und Geschäftsausstattungen wurde ein Großteil in Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung investiert. Damit einhergehend wurde im Jahr 2023 ein zum bestehenden Betriebsgelände benachbartes Grundstück erworben, um sich für avisierte Betriebserweiterungen aufzustellen.

6. Personal- und Sozialbereich

Die Mitarbeiterzahl der ftcap GmbH hat sich von 193 Mitarbeiter im Jahr 2022 auf 189 im Jahr 2023 (jeweils Stichtagswerte zum 31.12.) verringert. In der Produktion hat analog der wahrgenommenen Nachfrageänderung auch eine Personalverschiebung vom Bereich der Elektrolytkondensatoren in den der Filmkondensatoren stattgefunden.

Um dem erhöhten Arbeitsaufkommen in der Produktion aufgrund des hohen Auftragsbestandes aus dem Jahr 2022 gerecht zu werden, wurden bis Ende September 2023 durchschnittlich vier Mitarbeiterinnen des Mersen-Standorts Kaposvär/Ungarn vor Ort in Husum eingesetzt. Diese waren hauptsächlich im Bereich Löten in der Produktion der Filmkondensatoren eingesetzt

Um die Kosten für Fremdpersonal zu reduzieren, wurden im Laufe des Jahres drei Leiharbeitnehmer übernommen sowie die Anzahl der beschäftigten Leiharbeitnehmer sukzessive von vier (Januar) auf null Leiharbeitnehmer (Ende Dezember) reduziert.

Im Jahr 2023 wurde eine Vielzahl von Maßnahmen eingeleitet und umgesetzt, um die Mitarbeiterbindung zu stärken. Außerdem hat die ftcap GmbH 2023 ein Sponsoring für den "Husumer Sportverein" übernommen, um sich stärker in der Region zu engagieren und zu vernetzen.

III. Lage

1. Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

a) Finanzielle Leistungsindikatoren

in MEUR Ist 2022 Target 2023 Ist 2023
Umsatz 16,6 18,0 17,7
Book to Bill (AE/Umsatz) 1,0 1,3 0,8
Rohertrag (in MEUR) 11,0 12,4 11,4
Jahresergebnis (in MEUR) -2,4 -0,8 -1,4

Das Umsatzziel in Höhe von 18,0 MEUR wurde mit 17,7 MEUR knapp verfehlt, jedoch konnte eine moderate Verbesserung gegenüber dem Vorjahr erzielt werden (+1,0 MEUR). Der absolute Rohertrag (Umsatzerlöse abzüglich Materialaufwand) in Höhe von 11,2 MEUR überschreitet in Folge des Umsatzwachstums das Vorjahr. Das Ergebnis verfehlte mit -1,5 MEUR zwar klar das Target, jedoch konnte gegenüber Vorjahr in Folge der im Geschäftsjahr vorgenommenen strukturellen Reorganisationsmaßnahmen und eines effizienteren Produktionsablaufs eine bessere Fixkostenauslastung geschaffen werden, die zu einer deutlichen Ergebnisverbesserung führte.

Die Book-to-Bill Rate in Höhe von 0,8 verdeutlicht das oben beschriebene branchentypische Problem im Jahr 2023, welches geprägt war von einem hohen Auftragsbestand aus dem Vorjahr und niedrigem Auftragseingang am Ende dieses Geschäftsjahres.

b) nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Im Jahr 2023 waren - ohne Auszubildende und Geschäftsführer - durchschnittlich 190 Mitarbeiter (Vorjahr: 183) beschäftigt, davon 53 im kaufmännischen (Vorjahr: 56) und 137 im gewerblichen Bereich (Vorjahr: 127).

2. Ertragslage

Der Rohertrag (Umsatzerlöse abzüglich Materialaufwand) hat sich gegenüber dem Vorjahr um rund TEUR 634 verbessert. Da die Materialintensität (Materialaufwand zu Umsatzerlösen) sich leicht auf 36,68% verschlechtert hat (VJ: 36,53%) und infolgedessen auch die Rohertragsquote leicht unter Vorjahr liegt, ist die absolute Verbesserung des Rohertrags auf den Umsatzanstieg (+1,0 MEUR) zurückzuführen.

Trotz einer gegenüber Vorjahr gestiegenen Mitarbeiterzahl ist der Personalaufwand um rund TEUR 150 gesunken. Grund hierfür ist zum einen eine Strukturveränderung (Rückgang im kaufmännischen, Anstieg im gewerblichen Bereich) und die Tatsache, dass viele neue Mitarbeiter unterjährig bei der ftcap GmbH eingestiegen sind und daher nicht für das volle Jahr in den Personalaufwand Eingang gefunden haben. Die Abschreibungen sind um rund TEUR 622 gestiegen, was eine Folge der Verschmelzung der bis dato Anlage- und Vorratsvermögen führenden F & T Fischer & Tausche Holding GmbH auf die ftcap GmbH ist.

Auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich verringert (TEUR 3.478; Vorjahr: TEUR 4.858). Diese Verringerung resultiert insbesondere aus geringeren Pachtaufwendungen, Einsparungen beim Einsatz von Fremdarbeitern sowie geringerem Betriebs-/Reparatur-/Werkzeugbedarf.

Das Jahresergebnis vor Verlustübernahme beträgt TEUR -1.448 (Vorjahr: TEUR -2.430).

3. Finanzlage

Zum Bilanzstichtag verfügt die Gesellschaft über liquide Mittel in Höhe von TEUR 50 (Vorjahr: TEUR 146).

Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgt darüber hinaus vor allem aus Verbindlichkeiten gegenüber konzerninternen Gesellschaften in Höhe von TEUR 5.658 (Vorjahr: TEUR 5.402). Weitestgehend handelt es sich hierbei um Verbindlichkeiten aus Cash-Pooling.

4. Vermögenslage

Die Bilanzsumme hat sich von TEUR 7.687 im Jahr 2022 auf TEUR 18.270 im Jahr 2023 erhöht.

Wesentliche Bilanzpositionen haben sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt verändert (in TEUR):

2023 2022
Anlagevermögen 8.884 0
Vorräte 4.989 1.523
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 4.217 5.994
Eigenkapital 10.281 338
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 406 122
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 16 524
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 5.641 4.878
sonstige Verbindlichkeiten 118 84

Der starke Anstieg der Bilanzsumme ist im Wesentlichen auf die Verschmelzung der F & T Fischer & Tausche Holding GmbH auf die ftcap GmbH zurückzuführen. Infolge dieses Downstream-Mergers sind auch die Vorräte sowie das Anlagevermögen, welches vorher ausschließlich im Eigentum der F & T Fischer und Tausche Holding GmbH stand, auf diese übergegangen. Gleichermaßen lässt sich auch der starke Anstieg des Eigenkapitals (Einstellung in die Kapitalrücklage) erklären. Detaillierte Informationen zu den Auswirkungen der Verschmelzungen auf die Bilanz sind dem Anhang zu entnehmen.

C. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

I. Risiken

1. Allgemein

Die ftcap GmbH ist in das Risikomanagementsystem der MERSEN S.A. eingebunden. Dieses besteht aus einer Reihe ineinander verzahnter Planungs-, Kontroll- und Informationssysteme. Risiken werden entsprechend ihrer Wesentlichkeit identifiziert, ihre Eintrittswahrscheinlichkeit bestimmt und die entsprechenden Gegenmaßnahmen eingeleitet. Diese Risikoanalyse wird einmal jährlich durchgeführt und von den verschiedenen Konzerninstanzen wie Geschäftsführung und Aufsichtsrat geprüft und unter entsprechender Maßnahmeninitiierung verabschiedet. Alle drei Jahre erfolgt eine vertiefte Risikoanalyse, bei der unter Anleitung eines externen Dienstleisters auch die verschiedenen Gruppen- und Managementebenen dezidiert in das Risk-Assessment einbezogen werden.

Nähere detaillierte Informationen zum Risikomanagementsystem des Konzerns können dem aktuellen "Universal Registration Document" entnommen werden (www.mersen.com).

Weiterhin werden die Risiken, die sich aus der laufenden Geschäftstätigkeit ergeben, fortlaufend von der Geschäftsführung beobachtet. Monatlich wird ein Reporting-Package erstellt, in dem die wichtigsten finanziellen Entwicklungen und Kennzahlen dargestellt werden, und dem Konzerncontrolling der Mersen S.A. zur Verfügung gestellt. Neben dieser umfassenden Berichterstattung wird der Konzernvorstand außerdem laufend über die aktuellen Auftragseingänge und den Auftragsbestand, die Entwicklung des Lagerbestandes, die neuesten Tendenzen bei der Umsatzentwicklung (nach Ländern und Kunden) sowie die Entwicklung der Rohstoffpreise informiert.

In regelmäßigen Abständen initiiert die Konzernmutter MERSEN S.A. außerdem interne Audits bei ihren Konzerntöchtern, um mögliche Risiken aufzudecken und Fehlentwicklungen frühzeitig entgegensteuern zu können - bei der ftcap GmbH wurde ein solches im Oktober des laufenden Geschäftsjahres letztmalig mit positivem Erfolg durchgeführt.

2. Umfeldrisiken

Die Bewertung konkreter Umfeldrisiken ist schwierig: Im Wesentlichen ist die ftcap hier von den allgemeinen konjunkturellen Entwicklungen abhängig, die bei steigender Dynamik zu einem hoffentlich schnell wieder anziehenden Auftragsvolumen führen werden.

Die Arbeitsmarktsituation im Kreis Nordfriesland ist weiter angespannt, was ein Hemmnis für ein zukünftiges weiteres Wachstum darstellen kann. Eine weitere mögliche Wettbewerbssituation im Hinblick auf die Gewinnung potenzieller neuer bzw. Abwerbung bestehender Mitarbeiter kann durch die künftige Ansiedelung des schwedischen Unternehmens Northvolt AB in Heide nicht ausgeschlossen werden.

3. Branchenrisiken

Der Unternehmensverband der Elektro- und Digitalindustrie ZVEI rechnet für das Jahr 2024 mit einem Rückgang der realen Produktion um rund 2%. Insbesondere ist hierfür das aktuell schwierige konjunkturelle Umfeld, das geprägt ist von Inflation, vergleichsweise hohen Zinsen und Energiepreisen verantwortlich.

Die starke globale Ausrichtung der Branche, welche sich einst als herausragende Chance erwies, stellt sich nun vor dem Hintergrund starker geopolitischer und politischer Spannungen, als Risiko dar. Infolgedessen kommt dem europäischen Binnenmarkt eine immer größere Bedeutung zu. Hier sieht der Unternehmensverband ZVEI insbesondere einen "Regulierungstsunami" und eine "entfesselte Bürokratie" der EU als Wettbewerbshindernis und somit Risiko für das künftige Wachstum seiner Mitgliedsunternehmen an. 2

4. Leistungswirtschaftliche Risiken

In Folge des bereits in vorangegangenen Abschnitten erwähnten Beschlusses der europäischen Kommission, Strafzölle auf die Einfuhr bestimmter Waren aus China zu erheben, wurde die Beschaffung dieser betroffenen Materialien vorrangig auf den innereuropäischen Markt ausgerichtet. Dies hat im Umkehrschluss den Nachteil, dass das Anbieterspektrum für diese Rohstoffe auf dem Beschaffungsmarkt deutlich kleiner wird.

In Bezug auf die allgemeine Preisentwicklung der zu verarbeitenden Rohstoffe im Kondensatoren- Markt lässt sich eine Stabilisierung auf hohem Niveau feststellen.

Um den stetig steigenden Industrieanforderungen der Kunden gerecht zu werden, ist eine weitere Anpassung der Produktionsstrukturen, insbesondere in Form von weiteren Automatisierungsprozessen im Bereich der Filmkondensatoren erforderlich.

5. Finanzwirtschaftliche Risiken

Eine Kreditversicherung sichert etwaige Forderungsausfälle ab. Da die ftcap GmbH außerdem in das Cash-Pooling System der MERSEN Deutschland Holding GmbH & Co. KG eingebunden ist, ist auch die Liquidität abgesichert.

Da die Gesellschaft keinen besonderen Risiken zu Preisänderungen, Ausfallrisiken, Liquiditätsengpässen oder Risiken aus Zahlungsstromschwankungen ausgesetzt ist, kann sie auf den Einsatz von Finanzinstrumenten, wie beispielsweise Wechselkurs-Hedging, verzichten.

2 Pressemitteilung ZVEI 4/2024 vom 29.01.2024: "Elektro- und Digitalindustrie vor leichter Wachstumsdelle" https://www.zvei.org/presse-medien/pressebereich/elektro-und-digitalindustrie-vor-leichter-wachstumsdelle abgerufen am 15.02.2024

6. Risiken aus Rechtsstreitigkeiten

Seit 2018 besteht ein gerichtliches Verfahren mit der Investitionsbank Schleswig-Holstein. Hier wurden durch die Übernahme der ftcap GmbH durch den MERSEN-Konzern bereits gezahlte Zuschüsse zurückgefordert und zukünftige Zuschüsse einbehalten. Das Verfahren wurde 2021 zu Gunsten des Klägers erstinstanzlich entschieden. Die Zahlung ausstehender Zuschüsse ist noch nicht erfolgt, und die Investitionsbank bemüht nun die nächste Instanz.

7. Gesamtbeurteilung

Bestandsgefährdende Risiken bestanden weder zum Abschlusszeitpunkt noch bestehen sie heute oder sind für die Zukunft zu erkennen. Im Allgemeinen bestehen bei den von der Gesellschaft schon seit Jahren hergestellten Produkten keine besonderen Preis- oder Ausfallrisiken.

Durch die Einbettung in die Konzernstrukturen der Mersen S.A. besteht zudem eine grundlegende wirtschaftliche und finanzielle Absicherung.

II. Chancen

Kondensatoren sind elementarer Bestandteil leistungselektronischer Baugruppen, die in der weiteren Elektrifizierung der Mobilität aber auch der erneuerbaren Energien eine wichtige Rolle spielen. Insbesondere im Hinblick auf das Wachstum im Bereich der erneuerbaren Energien aber auch das Potenzial in anderen Zukunftsbranchen entstehen für die ftcap GmbH große Entwicklungschancen, da der Bedarf an Kondensatoren stetig wächst.

Durch die weiterhin fortschreitende Integration in die globale Mersen Vertriebs- und Geschäftsentwicklungsstruktur bieten sich für die ftcap GmbH sowohl im reinen Komponentengeschäft als auch im Bereich von integrierten Lösungen (im Zusammenspiel mit weiteren Mersen Produkten wie z.B. laminierte Kupferschienen, Kühlkörper und Hochgeschwindigkeits-Sicherungen) neue Chancen und Synergien.

Wurde die Neuansiedelung des schwedischen Unternehmens Northvolt AB als Risiko im Hinblick auf die Konkurrenz um Arbeitskräfte beschrieben, so ergeben sich für die ftcap GmbH hieraus jedoch auch Chancen. So kann die gesamte Region hierdurch an Dynamik und Attraktivität gewinnen, bspw. durch die Ansiedelung von Zulieferern, Zuzug von qualifizierten Arbeitskräften mit ihren Familien, die wiederum andere Bedarfe in dem bis dato relativ strukturschwachen Raum auslösen und so insgesamt eine höhere (Wirtschafts-)dynamik initiieren.

D. PROGNOSEBERICHT

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) fasst in seinem Konjunkturbericht 3 , auf den in den folgenden Abschnitten referenziert wird, seine Erwartungen für das Jahr 2024 wie folgt zusammen: "Die Wirkung negativer Schocks flaut ab, doch Unsicherheit bleibt"

War ein Großteil des Jahres 2023 noch geprägt von hohen Rohstoffpreisen, hoher Inflation und Lieferengpässen, so scheint diese Schwierigkeiten gegen Ende des Jahres 2023 größtenteils überwunden zu sein. Dennoch dürfte auch im Jahr 2024 nach Ansicht des IfW die Konsum- und Investitionsfreude für Unternehmen und private Konsumenten zunächst gedämpft bleiben: Neben geopolitischen Spannungen und militärischen Auseinandersetzungen (Ukraine, Gaza/Israel) und wirtschaftlichen Konflikten (USA/China) belasten auch innenpolitische Unsicherheiten (USA) und eine unklare Wirtschaftspolitik (Europa) den wirtschaftlichen Aufschwung. So erwartet das Kieler IfW vorerst für 2024 lediglich eine langsame Expansion der Weltwirtschaft und geht von einem Anstieg des BIP um 2,9 % in 2024 aus (2023: 3,1 %; 2025: 3,2 %).

Für den Euroraum prognostiziert das IfW eine Überwindung der momentanen konjunkturellen Schwächephase im Verlauf des Jahres. Die ungünstige Konstellation aus stark gestiegenen Lebenshaltungskosten, ungünstigen Finanzierungsbedingungen in Folge der raschen geldpolitischen Straffung sowie das außenwirtschaftliche Umfeld hatte spürbar negative Auswirkungen auf den privaten Konsum und infolgedessen auch auf die Gesamtwirtschaftsentwicklung. Dieser Trend der Wirtschaftsstagnation wird sich nach Prognose des IfW auch zu Beginn des Jahres 2024 noch fortsetzen, bis der private Konsum infolge eines kräftigen Lohnzuwachses bei gleichzeitig nachlassendem Preisauftrieb wieder angekurbelt wird und die Wirtschaft insgesamt belebt. Gleichermaßen erwartet das IfW auch verbesserte Finanzierungsbedingungen an den Märkten, einhergehend mit einem verbesserten außenwirtschaftlichen Umfeld sowie einer sinkenden Inflationsrate auf voraussichtlich 2,2 % (nach 5,4 % im Durchschnitt des Jahres 2023; 2025: 1,9 %).

3 Kiel Institut für Weltwirtschaft: Kieler Konjunkturberichte Nr. 109 (2023/Q4) - Weltwirtschaft im Winter 2023; 13. Dezember 2023.

Eine ähnliche Sichtweise teilt auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in seinem Jahresgutachten 2023/2024 4 , wie in der nachfolgenden Tabelle zusammenfassend dargestellt ist:

Quelle: eigene Darstellung

© Sachverständigennet | 23 322-02

Vor diesem Hintergrund zeigt sich auch der Verband der deutschen Elektro- und Digitalindustrie ZVEI in Anbetracht des problematischen konjunkturellen Umfelds verhalten und erwartet für das Jahr 2024 eine "Wachstumsdelle" mit einem Rückgang der realen Produktion um zwei Prozent. 5

Auch an der ftcap GmbH geht die allgemeine konjunkturelle Entwicklung, begleitet von der oben beschriebenen branchenweiten Auftragsflaute nicht spurlos vorüber: Aufgrund des verhaltenen Auftragseingangs zum Ende des Jahres 2023 musste die ftcap GmbH vorübergehend zu Beginn des Jahres 2024 für die Monate Februar und März Kurzarbeit anmelden.

Im September 2023 wurde für das Jahr 2024 ein Umsatz in Höhe von 20 MEUR budgetiert. Vor dem Hintergrund des moderaten Auftragseingangs zum Jahresende 2023/Jahresanfang 2024 stellt es für die ftcap GmbH zwar eine große Herausforderung dar, das selbstgesteckte Ziel, welches eine weitere Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahr darstellt, zu erreichen. Auf Grund großer Auftrags- und Umsatzpotenziale im Bereich der erneuerbaren Energien und anderer Zukunftsbranchen ist die Zielerreichung jedoch dennoch weiterhin realistisch. Das Jahresergebnis 2024 wurde mit Breakeven budgetiert.

4 Jahresgutachten 2023/2024 "Wachstumsschwäche überwinden - in die Zukunft investieren" des Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
5 Pressemitteilung ZVEI 4/2024 vom 29.01.2024: "Elektro- und Digitalindustrie vor leichter Wachstumsdelle"

Der Fokus im Jahr 2024 liegt auf der Festigung der Organisation und der weiteren Effizienzsteigerung durch die Optimierung von Prozessen und Abläufen im gesamten Unternehmen. Insbesondere wird ein Hauptaugenmerk auf die Anpassung der Strukturen und der Automatisierung im Bereich der Filmkondensatoren gelegt werden, um den veränderten Industrieanforderungen künftig weiterhin gerecht werden zu können.

Ein weiterer Schwerpunkt für 2024 liegt in der weiteren Optimierung von Lieferperformance und Qualität, um für die Bestandskunden attraktiv zu bleiben und gleichzeitig durch besondere Qualitätsmerkmale neue Kunden gewinnen zu können.

Abschließend lässt sich festhalten, dass die ftcap GmbH zwar aufgrund des schwierigen konjunkturellen Umfeldes und analog den allgemeinen branchenspezifischen Entwicklungen einen verhaltenen Start in das Jahr 2024 hingelegt hat, dass die sich bietenden Marktpotenziale in den Zukunftsbranchen sowie die weiteren innerbetrieblichen Organisations -, Prozess- und Qualitätsoptimierungen eine positive Entwicklung im weiteren Verlauf des Jahres erwarten lassen.

Im Zuge einer kontinuierlich fortschreitenden konjunkturellen Erholung gehen wir über das laufende Geschäftsjahr 2024 hinaus davon aus, dass wir die grundlegend positive Entwicklung der ftcap GmbH mit moderatem und stetigem Auftragseingangs- und Umsatzwachstum weiter erfolgreich fortsetzen können und das Unternehmen zurück in die Gewinnzone führen werden.

 

Husum, den 26. April 2024

FTCAP
FISCHER & TAUSCHE
CAPACITORS

Die Geschäftsführung

Massimo Nen

Francois-Xavier Nutte

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die ftcap GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der ftcap GmbH, Husum - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der ftcap GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Saarbrücken, 26. April 2024

EY GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Jörg Vogelgesang, Wirtschaftsprüfer

Daniel Lamonski, Wirtschaftsprüfer

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