Dornier Nuclear Services GmbHLiquidiert

01097 Dresden, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Dresden HRB 42990
Vorher
VPC Global GmbHVPC Nukleare Dienstleistungen GmbH
Eingetragen
22.2.2018
Branche
Ingenieurbüros für Fachplanung von technischer GebäudeausrüstungIngenieurbüros für TragwerksplanungDekontaminierung von Nuklearanlagen und -standorten
Gegenstand
Erbringung von Ingenieurleistungen für wissenschaftlich-technischen Umweltschutz, die Beratung von Unternehmen, Energieversorgern und Kraftwerksbetreibern sowie die Erbringung von Dienstleistungen auf dem Gebiet der Kerntechnik und des Strahlenschutzes mit dem Schwerpunkit des kerntechnischen Rückbaus und der Arbeitnehmerüberlassung.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Patrick Pascal Rauh
seit 28.6.2022
Prokura
Annelie Kühnel
seit 28.6.2022
Prokura
Geschäftsführer
Isabella Staubach
seit 28.6.2022
Prokura
Goswin Dr. Schreck
seit 28.6.2022
Geschäftsführer

Konzern- und Jahresabschlüsse

Dornier Group GmbH

Berlin

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2021

Aktiva

31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 200.438 150.888
2. Geschäfts- oder Firmenwert 867.166 1.067.604 0 150.888
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 496.572 0
2. Technische Anlagen und Maschinen 326.382 814
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 810.108 1.633.061 181.260 182.074
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 0 97.836
2.700.666 430.798
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Unfertige Leistungen 10.569.286 1.898.028
2. Fertige Erzeugnisse und Waren 5.994 7.055
3. Geleistete Anzahlungen 2.380.610 25.158
abzüglich erhaltener Anzahlungen auf Bestellungen -10.755.230 2.200.661 -465.401 1.464.840
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 15.665.312 7.888.252
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 145.546 2.771.898
3. Forderungen gegen quotal einbezogene Unternehmen 414.556 0
4. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 292.327 627.187
5. Sonstige Vermögensgegenstände 1.559.799 18.077.540 781.621 12.068.958
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 5.869.893 2.475.651
26.148.093 16.009.449
C. Rechnungsabgrenzungsposten 471.100 201.564
D. Nicht durch Konzerneigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0 8.789.514
29.319.858 25.431.326

Passiva

31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000 25.000
II. Kapitalrücklage 6.012.500 19.246
III. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung -86.082 -67.610
IV. Verlustvortrag -8.269.962 -4.411.670
V. Konzerngewinn (i. Vj. -verlust) 3.568.231 -3.858.292
VI. Nicht beherrschende Anteile -647.444 -496.188
VII. Nicht durch Konzerneigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0 8.789.514
602.243 0
B. Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung 2.271.002 0
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 4.626.710 3.851.823
2. Steuerrückstellungen 0 9.208
3. Sonstige Rückstellungen 6.311.255 5.224.855
10.937.965 9.085.887
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.770.061 23.461
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.276.092 2.022.428
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.380.813 9.293.646
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 1.305.380 3.420.483
5. Verbindlichkeiten gegenüber nicht beherrschenden Anteilseignern 0 277.678
6. Sonstige Verbindlichkeiten 3.776.303 1.307.744
- davon aus Steuern EUR 1.905.709 (i. Vj. EUR 423.789) -
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 63.725 (i. Vj. EUR 96.373) -
15.508.648 16.345.439
29.319.858 25.431.326

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

1.1.-31.12.2021 1.1.-31.12.2020
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 70.933.797 26.551.817
2. Verminderung des Bestands an unfertigen Leistungen -4.392.064 -273.020
3. Sonstige betriebliche Erträge 8.620.400 3.666.197
- davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 1.065.116 (i. Vj. EUR 492.732) -
4. Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Leistungen -16.403.480 -5.074.851
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -32.916.936 -12.285.167
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -6.429.582 -39.346.517 -2.449.284 -14.734.451
- davon für Altersversorgung EUR 761.737 (i. Vj. EUR 342.154) -
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -2.286.797 -149.483
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -11.372.993 -12.108.460
- davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 335.864 (i. Vj. EUR 1.600.616) -
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 87.273 79.590
9. Abschreibungen auf Finanzanlagen -97.836 0
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.775.817 -1.442.583
- davon an verbundene Unternehmen EUR 1.170.273,85 (i. Vj. EUR 1.101.562,84) -
- davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen EUR 335.484 (i. Vj. EUR 257.495) -
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -542.886 -291.612
12. Ergebnis nach Steuern 3.423.079 -3.776.855
13. Sonstige Steuern -64.354 -9.277
14. Konzernjahresüberschuss (i. Vj. -fehlbetrag) 3.358.725 -3.786.131
15. Auf nicht beherrschende Anteile entfallender Verlust (i. Vj. Gewinn) 209.506 -72.161
16. Konzerngewinn (i. Vj. -verlust) 3.568.231 -3.858.292

Konzern-Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

1.1.-31.12.2021
EUR
1. Konzernjahresüberschuss, einschließlich Ergebnisanteile anderer Gesellschafter 3.358.725
2. + Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 2) 769.070
3. + Zunahme der Rückstellungen 826.095
4. - Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge -532.287
5. + Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 9.082.182
6. - Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -9.089.793
7. + Zinsaufwendungen/Zinserträge 1.688.544
8. - Aufwendungen/Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung -4.042.600
9. + Ertragsteueraufwand 542.886
10. - Ertragsteuerzahlungen -554.439
11. = Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 2.048.383
12. - Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -275
13. - Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -362.374
14. + Einzahlungen aus Zugängen zum Konsolidierungskreis 1) 1.707.555
15. = Cashflow aus der Investitionstätigkeit 1.344.906
16. + Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen von Gesellschaftern des Mutterunternehmens 6.000.000
17. - Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten -6.000.000
18. - Gezahlte Zinsen -193.466
19. = Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -193.466
20. Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 3.199.824
21. + Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 194.417
22. + Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 2.475.651
23. = Finanzmittelfonds am Ende der Periode 5.869.892

1) Im Zusammenhang mit dem Erwerb der Dornier Power and Heat GmbH überstiegen die erworbenen Zahlungsmittel den Kaufpreis.

2) Abschreibungen ohne Berücksichtigung von außerplanmäßigen Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte.

Konzern-Eigenkapitalspiegel für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage 1) Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechung
EUR EUR EUR
Stand am 31.12.2020 25.000 19.246 -67.610
Umgliederung aus dem Aktivposten "Nicht durch Konzerneigenkapital gedeckter Fehlbetrag"
Stand am 31.12.2020 vor Umgliederung 25.000 19.246 -67.610
Änderungen des Konsolidierungskreises
Einzahlung in die Kapitalrücklage 6.000.000
Währungsumrechnung -18.472
Sonstige Veränderung -6.746
Umgliederung Verlustvortrag
Konzernjahresüberschuss
Stand am 31.12.2021 25.000 6.012.500 -86.082
Eigenkapital des Mutterunternehmens
Verlustvortrag Konzernjahres- überschuss/ -fehlbetrag, der dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist Nicht durch Eigenkapital gedeckter Differenzbetrag für das gegenüber dem MU niedrigere Konzernergebnis Summe
EUR EUR EUR EUR
Stand am 31.12.2020 -4.411.670 -3.858.292 8.789.514 496.188
Umgliederung aus dem Aktivposten "Nicht durch Konzerneigenkapital gedeckter Fehlbetrag" -8.789.514 -8.789.514
Stand am 31.12.2020 vor Umgliederung -4.411.670 -3.858.292 0 -8.293.326
Änderungen des Konsolidierungskreises 0
Einzahlung in die Kapitalrücklage 6.000.000
Währungsumrechnung -18.472
Sonstige Veränderung -6.746
Umgliederung Verlustvortrag -3.858.292 3.858.292 0
Konzernjahresüberschuss 3.568.231 3.568.231
Stand am 31.12.2021 -8.269.962 3.568.231 0 1.249.687
Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Gewinne/Verluste Konzern Eigenkapital
EUR EUR
Stand am 31.12.2020 -496.188 0
Umgliederung aus dem Aktivposten "Nicht durch Konzerneigenkapital gedeckter Fehlbetrag" -8.789.514
Stand am 31.12.2020 vor Umgliederung -496.188 -8.789.514
Änderungen des Konsolidierungskreises 58.250 58.250
Einzahlung in die Kapitalrücklage 6.000.000
Währungsumrechnung -18.472
Sonstige Veränderung -6.746
Umgliederung Verlustvortrag 0
Konzernjahresüberschuss -209.506 3.358.725
Stand am 31.12.2021 -647.444 602.243

1) Betrifft ausschließlich Kapitalrücklagen nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB

Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021

Anschaffungskosten
1.1.2021 Zugänge Abgänge Änderung Konsolidierungskreis Effekte aus der Währungsumrechnung 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.090.839 275 5.716 2.513.993 0 3.599.391
2. Geschäfts- oder Firmenwert 473.886 2.297.814 0 309.968 0 3.081.668
1.564.725 2.298.089 5.716 2.823.961 0 6.681.058
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0 0 0 1.828.951 0 1.828.951
2. Technische Anlagen und Maschinen 201.532 90.345 0 522.181 0 814.058
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.406.495 272.030 81.588 4.973.052 14.998 8.584.987
3.608.027 362.374 81.588 7.324.184 14.998 11.227.995
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 97.836 0 0 0 0 97.836
97.836 0 0 0 0 97.836
5.270.588 2.660.463 87.304 10.148.145 14.998 18.006.890
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2021 Zugänge Abgänge Änderung Konsolidierungskreis Effekte aus der Währungsumrechnung 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 939.951 129.143 5.008 2.334.866 0 3.398.952
2. Geschäfts- oder Firmenwert 473.885 1.723.399 0 17.218 0 2.214.502
1.413.836 1.852.542 5.008 2.352.084 0 5.613.454
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0 36.181 0 1.296.198 0 1.332.379
2. Technische Anlagen und Maschinen 200.718 60.384 0 217.483 9.091 487.676
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.225.235 337.690 73.639 4.267.755 17.838 7.774.879
3.425.953 434.255 73.639 5.781.436 26.929 9.594.934
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 0 97.836 0 0 0 97.836
0 97.836 0 0 0 97.836
4.839.789 2.384.633 78.647 8.133.520 26.929 15.306.224
Buchwerte
31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 200.438 150.888
2. Geschäfts- oder Firmenwert 867.166 1
1.067.604 150.889
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 496.572 0
2. Technische Anlagen und Maschinen 326.382 814
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 810.108 181.260
1.633.061 182.074
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 0 97.836
0 97.836
2.700.666 430.799

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021

Inhalt

1 ALLGEMEINE ANGABEN

2 KONSOLIDIERUNGSKREIS

3 KONSOLIDIERUNGSMETHODEN

3.1 EINBEZIEHUNGSGRUNDSATZ

3.2 KONZERNABSCHLUSSSTICHTAG

3.3 KAPITALKONSOLIDIERUNG

3.4 SCHULDENKONSOLIDIERUNG

3.5 AUFWANDS- UND ERTRAGSKONSOLIDIERUNG

3.6 EINHEITLICHE BEWERTUNG

3.7 WÄHRUNGSUMRECHNUNG

3.8 QUOTENKONSOLIDIERUNG

3.9 LATENTE STEUERN

4 BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

5 ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ

5.1 ANLAGEVERMÖGEN

5.2 FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE

5.3 EIGENKAPITAL

5.4 PASSIVER UNTERSCHIEDSBETRAG AUS DER KAPITALKONSOLIDIERUNG

5.5 RÜCKSTELLUNGEN

5.5.1 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

5.5.2 Sonstige Rückstellungen

5.6 VERBINDLICHKEITEN

5.7 HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

5.8 SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNG

6 ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN UND VERLUSTRECHNUNG

6.1 UMSATZERLÖSE

6.2 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

6.3 SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

7 ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

8 SONSTIGE ANGABEN

8.1 HONORAR DES ABSCHLUSSPRÜFERS

8.2 MITARBEITER

8.3 KONZERNZUGEHÖRIGKEIT

8.4 NACHTRAGSBERICHT

1 Allgemeine Angaben

Die Dornier Group GmbH hat ihren Sitz in Berlin. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Berlin Charlottenburg unter der Registernummer HRB 207457 eingetragen.

Die Dornier Group GmbH erstellt zum 31. Dezember 2021 erstmalig einen Konzernabschluss.

Der Konzernabschluss wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs sowie nach den einschlägigen Vorschriften des Gesetzes betreffend die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt. Gemäß § 297 Abs. 1 HGB besteht der Konzernabschluss aus der Konzernbilanz, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzernanhang, der Konzern-Kapitalflussrechnung und dem Konzern-Eigenkapitalspiegel.

Der Konzernabschluss ist unter Angabe der Vorjahreszahlen in Euro (EUR) aufgestellt. Hinsichtlich der Zusammensetzung des Konzernabschlusses des Vorjahres wird auf die Angaben unter Abschnitt 2. "Konsolidierungskreis" verwiesen. Die Beträge im Anhang werden, soweit nicht abweichend vermerkt, jeweils in TEUR angegeben.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist in Staffelform nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

2 Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss 2021 sind die folgenden Gesellschaften einbezogen:

Nr. Name Sitz Währung Anteil am Kapital Über Nr. Vorjahr
1. Dornier Group GmbH Berlin EUR *
Vollkonsolidierte Tochterunternehmen
2. Dornier Consulting International GmbH Berlin EUR 100 % 1. *
3. Dornier Consulting & Engineering Services Ltd. 3) Riad, Saudi-Arabien SAR 100 % 2. *
4. Dornier Consulting LLC Doha, Qatar QAR 49 % 1) 2. *
5. Dornier Nuclear Services GmbH 5) Dresden EUR 100 % 1. *
6. Dornier Suntrace GmbH 2) Hamburg EUR 50,1 % 1. *
7. Dornier Power and Heat GmbH 6) Vetschau/Spreewald EUR 100 % 1.
8. Dornier Group East d.o.o 7) Belgrad, Serbien RSD 100 % 7.
9. VPC International UG (haftungsbeschränkt) Vetschau/Spreewald EUR 100 % 7.
10. Dornier Construction and Service GmbH 4) Neubrandenburg EUR 100 % 1.
11. Dornier Construction and Service SRL Konstanza, Rumänien RON 100% 1.
12. Dornier Group (India) Pvt. Ltd. Delhi, Indien INR 100 % 1.
Quotal einbezogene Unternehmen
13. Encotec Energy (India) Pvt. Ltd. 8) Noida, Indien INR 50 % 9.
Nicht in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen 9)
14. Suntrace Africa S.a.r.l. Johannesburg, Süd-Afrika ZAR 100 % 6.

*) Gesellschaft war Bestandteil des Konsolidierungskreises zum 31.12.2020.

1) Berücksichtigung im Wege der Vollkonsolidierung aufgrund von § 290 (2) Nr. 2 HGB.

2) Bis 21.4.2021: Suntrace GmbH

3) Bis 10.7.2021: Dornier for Contracting Services and Training Ltd.

4) Bis 11.11.2021: Conwico GmbH

5) Bis 28.6.2022: VPC Nukleare Dienstleistungen GmbH, Vetschau/Spreewald; Die Gesellschaft hat am 25.11.2021 mit der Dornier Group GmbH einen Gewinnabführungsvertrag geschlossen. Die Gesellschafterversammlung hat mit Beschluss vom 25.11.2021 zugestimmt. Für die Dornier Nuclear Services GmbH wurde beschlossen, die Befreiungsvorschriften des § 264 Abs. 3 HGB i.V.m. § 325 vollumfänglich in Anspruch zu nehmen. Die entsprechenden Beschlüsse wurden beim Betreiber des Bundesanzeigers elektronisch eingereicht, die jeweilige Bekanntmachung wurde veranlasst.

6) Bis 10.8.2022: VPC GmbH

7) Bis 2.6.2022: VPC East d.o.o.

8) Vorliegen der gemeinsamen Führung mit einem weiteren anderen Unternehmen.

9) Keine Einbeziehung in den Konzernabschluss aufgrund von untergeordneter Bedeutung.

Im Geschäftsjahr 2021 veränderte sich der Konsolidierungskreis wie folgt:

Mit Kaufvertrag vom 4.2.2021 wurde die Dornier Power and Heat GmbH inklusive ihrer Tochtergesellschaften sowie die Dornier Construction & Service GmbH mit wirtschaftlicher Rückwirkung zum 31.12.2020, 24:00 Uhr erworben.

Aufgrund des Verschmelzungsvertrags vom 13.4.2021 und Eintragung in das Handelsregister vom 29.4.2021 ist die PM Acadama GmbH, Berlin, die zum 31.12.2020 als Tochtergesellschaft in den Konzernabschluss einbezogen wurde, rückwirkend zum 1.1.2021 auf die Dornier Consulting International GmbH verschmolzen worden.

Mit Kaufvertrag vom 15.7.2021 und wirtschaftlicher Wirkung zum 1.1.2021 wurde die IBS Technik GmbH, Neubrandenburg, durch die Dornier Construction and Service GmbH erworben. Mit Verschmelzungsvertrag vom 11.11.2021 und Eintragung in das Handelsregister vom 20.12.2021 wurde die IBS Technik GmbH rückwirkend zum 1.1.2021 auf die Dornier Construction and Service GmbH verschmolzen.

Die Dornier Group India Pvt. Ltd. wurde im ersten Halbjahr 2021 gegründet. Sie dient der Dornier Group GmbH als Bindeglied zu ihrer Beteiligung an der Encotec Energy (India) Pvt. Ltd.

Die Dornier Construction and Service SRL wurde im Dezember 2021 gegründet. Sie soll die Gruppe in der Entwicklung des Geschäftsbereiches erneuerbare Energien/Wind unterstützen.

Aufgrund des Abschlusses des gemeinsamen Projekts wurde die Ingenieursgemeinschaft Dornier -Schneider - Consulting (DSC) GbR (im Folgenden kurz "Inge DSC"), Mannheim, aufgelöst und per 31.10.2021 endkonsolidiert. Die Inge DSC wurde bis dahin im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen.

Aufgrund der Änderungen des Konsolidierungskreises sind die Zahlen des Berichtsjahres nicht mit denen des Vorjahres vergleichbar.

Im Rahmen der Hinzuerwerbe der Dornier Power and Heat GmbH inklusive ihrer Tochtergesellschaften, der Dornier Construction and Service GmbH sowie der IBS Technik GmbH sind per 1.1.2021 die folgenden Vermögensgegenstände, Rückstellungen, Verbindlichkeiten sowie Rechnungsabgrenzungsposten in den Konzern aufgenommen worden:

Posten Buchwert Posten Buchwert
Anlagevermögen 2.072 Rückstellungen 1.253
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 485 Verbindlichkeiten 17.401
II. Sachanlagen 1.587
Umlaufvermögen 21.213
I. Vorräte 2.766
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 15.702
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 3.268
Rechnungsabgrenzungsposten 99

Die konsolidierte Gewinn- und Verlustrechnung der Dornier Power and Heat GmbH inklusive ihrer Tochtergesellschaften, der Dornier Construction and Service GmbH sowie der IBS Technik GmbH beinhaltete für das Geschäftsjahr 2020 folgende Aufwendungen und Erträge:

Posten Buchwert
Umsatzerlöse 50.894
Verminderung des Bestands an unfertigen Leistungen -3.233
Sonstige betriebliche Erträge 798
Materialaufwand: Aufwendungen für bezogene Leistungen -16.277
Personalaufwand -24.305
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -663
Sonstige betriebliche Aufwendungen -7.836
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 406
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -325
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -121
Sonstige Steuern -27
-689

3 Konsolidierungsmethoden

3.1 Einbeziehungsgrundsatz

Die Jahresabschlüsse der einbezogenen Gesellschaften wurden gemäß § 297 HGB unter der Fiktion der rechtlichen Einheit zusammengefasst. Die Tochterunternehmen wurden nach der Methode der Vollkonsolidierung gemäß § 301 HGB in den Konzernabschluss einbezogen. Die Encotec Energy (India) Pvt. Ltd., an der 50 % der Anteile gehalten werden, wird aufgrund gemeinsamer Führung quotal einbezogen.

3.2 Konzernabschlussstichtag

Der Konzernabschluss ist auf den Abschlussstichtag der Muttergesellschaft, den 31. Dezember des Jahres, aufgestellt. Die Muttergesellschaft und sämtliche vollkonsolidierten Tochtergesellschaften haben als Berichtszeitraum den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember des Jahres. Die Encotec Energy (India) Pvt. Ltd. sowie die Dornier Group (India) Pvt. Ltd. haben ein Geschäftsjahr vom 1.4. bis 31.3. und werden auf Basis eines zum 31.12. erstellten Zwischenabschlusses in den Konzernabschluss einbezogen.

3.3 Kapitalkonsolidierung

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt für Erwerbsvorgänge in Übereinstimmung mit § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB nach der Neubewertungsmethode. Die Erstkonsolidierung erfolgt dabei jeweils zu dem Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist. Die Erstkonsolidierung für die bereits im Vorjahr zum Konsolidierungskreis gehörenden Gesellschaften erfolgte in Anwendung der Rückausnahme des § 301 Abs. 2 Satz 5 HGB jeweils zu dem Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist, da die (seit dem historischen Erwerbszeitpunkt) fortgeführten Zeitwerte für die Vermögensgegenstände und Schulden der Tochterunternehmen unmittelbar verfügbar sind, weil bereits bisher eine Konsolidierung für Zwecke der Aufstellung des Konzernabschlusses des obersten Mutterunternehmens vorgenommen wurde.

Der Geschäfts- und Firmenwert entspricht dem Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten für den Unternehmenserwerb und dem erworbenen neu bewerteten Eigenkapital, inklusive aufgedeckter stiller Reserven und Lasten, der nach der Ableitung der Neubewertungsbilanz und somit der Identifizierung von immateriellen Vermögensgegenständen bestehen bleibt. In gleicher Weise entspricht der passive Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung dem Unterschiedsbetrag, um den das neubewertete Reinvermögen die Anschaffungskosten übersteigt. Wesentliche Abweichungen zwischen den Buchwerten der übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden und deren Zeitwerten haben sich nicht ergeben.

3.4 Schuldenkonsolidierung

Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung werden Ausleihungen und andere Forderungen, Rückstellungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sowie entsprechende Rechnungsabgrenzungsposten gemäß § 303 HGB aufgerechnet.

3.5 Aufwands- und Ertragskonsolidierung

Gemäß § 305 HGB werden Umsatzerlöse und andere Erlöse aus Lieferungen und Leistungen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen mit den auf sie entfallenden Aufwendungen verrechnet.

3.6 Einheitliche Bewertung

Die in den Konzernzwischenabschluss nach § 300 Abs. 2 HGB übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden der einbezogenen Unternehmen wurden nach den auf den Abschluss des Mutterunternehmens anwendbaren Bewertungsmethoden einheitlich bewertet.

3.7 Währungsumrechnung

Aus Fremdwährungstransaktionen resultierende Aktiv- und Passivposten der Bilanz werden gemäß § 308a HGB grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei der Umrechnung von Abschlüssen in fremder Währung werden das Eigenkapital zum historischen Kurs und die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung zum Durchschnittskurs umgerechnet.

3.8 Quotenkonsolidierung

Für Zwecke der Quotenkonsolidierung werden die zuvor genannten Konsolidierungsmethoden entsprechend angewendet.

3.9 Latente Steuern

Latente Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen werden mit den Posten nach § 274 i. V. m. § 298 HGB zusammengefasst.

Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge aus dem Erwerb von Tochterunternehmen wurden nicht angesetzt, da nicht von deren Realisierbarkeit ausgegangen wird.

4 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Konzernabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln, aufgestellt.

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten.

Bei der Bewertung wurde von der Fortführung der Konzernunternehmen ausgegangen.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten abzüglich Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen werden planmäßig nach der linearen Methode über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer vorgenommen.

Die Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer von 10 Jahren basierend auf der Dauer der Verwertbarkeit von vorhandenem branchenspezifischem Know-how.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten und - soweit abnutzbar - vermindert um planmäßige Abschreibungen angesetzt. Die Abschreibungen werden linear auf Basis der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern vorgenommen.

Vermögensgegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten von 251 € bis 800 €, die selbstständig genutzt werden können, werden innerhalb eines Jahres abgeschrieben. Wirtschaftsgüter mit Einzelanschaffungskosten bis 250 € werden im Jahr des Erwerbs sofort aufwandswirksam erfasst.

Die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern der Vermögensgegenstände des Anlagevermögens entsprechen im Wesentlichen den steuerlich zulässigen Nutzungsdauern.

Notwendige außerplanmäßige Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden vorgenommen, soweit eine voraussichtlich dauerhafte Wertminderung vorliegt, um diese Vermögensgegenstände mit dem niedrigeren Wert anzusetzen, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist. Zuschreibungen (mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts) bis höchstens zu den Anschaffungskosten werden vorgenommen, soweit der Grund für die außerplanmäßige Abschreibung entfallen ist.

Die unfertigen Leistungen werden zu Herstellungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Die Herstellungskosten umfassen neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten, einschließlich des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Leistungserstellung veranlasst ist. Fremdkapitalzinsen werden nicht einbezogen. Erkennbaren Bestandsrisiken (sofern die voraussichtlich bis zum Verkauf der Leistung anfallenden Kosten die zu realisierenden Erlöse übersteigen) wird durch Wertberichtigungen und Rückstellungen für drohende Verluste Rechnung getragen.

Geleistete Anzahlungen sind zum Nennwert bilanziert. Erhaltene Anzahlungen werden netto, d. h. ohne Umsatzsteueranteil, ausgewiesen und offen von den Vorräten abgesetzt. Sie stehen jeweils im Zusammenhang mit den unfertigen Leistungen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind grundsätzlich zum Nennwert bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Erkennbaren Risiken wird durch Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten werden mit dem Nominalbetrag des Kassenbestandes und der Bankguthaben angesetzt.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden für Ausgaben vor dem Stichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen, gebildet.

Das gezeichnete Kapital und die Kapitalrücklage werden zum Nennwert bilanziert.

Soweit der passive Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung auf erwarteten künftigen Aufwendungen oder konkreten Verlusten im Zusammenhang mit dem erworbenen Unternehmen beruht, wird er bei Anfall der entsprechenden Aufwendungen oder Verluste erfolgswirksam aufgelöst. Soweit er auf einem günstigen Kauf beruht, wird er planmäßig über die gewichtete durchschnittliche Restnutzungsdauer der erworbenen abnutzbaren Vermögensgegenstände erfolgswirksam aufgelöst.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sowie die unter den sonstigen Rückstellungen erfassten Jubiläumszuwendungen werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Heubeck 2018 G) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit-Methode) ermittelt. Verpflichtungen aus Pensionen und Aufstockungsbeträge aus Altersteilzeitverträgen sind mit dem versicherungsmathematischen Barwert angesetzt. Zukünftig erwartete Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtungen berücksichtigt. Die Abzinsung der Pensionsrückstellungen erfolgte gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB mit einem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt.

Soweit Pensionsverpflichtungen mit einem Aktivwert einer Versicherung rückgedeckt sind und die übrigen Voraussetzungen für Deckungsvermögen erfüllen, werden diese mit den jeweiligen Rückstellungen saldiert. Kongruent rückgedeckte Altersversorgungszusagen, deren Höhe sich ausschließlich nach dem beizulegenden Zeitwert eines Rückdeckungsversicherungsanspruchs bestimmt, sind mit diesem bewertet, soweit er den garantierten Mindestbetrag (diskontierter Erfüllungsbetrag der Garantieleistung) übersteigt. Der beizulegende Zeitwert eines Rückdeckungsversicherungsanspruchs besteht aus dem sogenannten geschäftsplanmäßigen Deckungskapital des Versicherungsnehmers zuzüglich eines etwa vorhandenen Guthabens aus Beitragsrückerstattungen (sogenannte Überschussbeteiligung). Hierbei handelt es sich um eine Form der wertpapiergebundenen Pensionszusagen.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erkennbaren Risiken, drohende Verluste und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung der Rückstellungen erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrages, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Ansatz vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden Zins gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung abgezinst.

Der Zinsanteil aus der Zuführung zu den Pensions- und sonstigen Rückstellungen sowie Effekte aus der Änderung von Abzinsungssätzen werden im Finanzergebnis ausgewiesen.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag bilanziert.

Auf der Passivseite sind als Rechnungsabgrenzungsposten Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen (§ 250 Abs. 2 HGB).

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden mit dem Kurs an dem Tag des Geschäftsvorfalls erstmalig bewertet. Am Bilanzstichtag erfolgt für Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten eine Umrechnung mit dem Devisenkassamittelkurs. Soweit die Restlaufzeit mehr als ein Jahr beträgt, werden dabei das Anschaffungskosten- und Realisationsprinzip beachtet.

Durch projektbezogene Devisentermingeschäfte werden auf Fremdwährungen lautende Absatz- und Beschaffungsgeschäfte gegen Kursveränderungen abgesichert. Diese werden als geschlossene Bewertungseinheit betrachtet und ausgewiesen. Zum Stichtag 31.12.2021 bestehen folgende Devisentermingeschäfte:

Termingeschäft Gesamtbetrag Kauf / Verkaufskontrakte in Fremdwährung Laufzeit bis zu 1 Jahr Marktwert der Termingeschäfte
(in TEUR) in TQAR (in TEUR)
Verkauf von QAR 610 3.000 -114

Die Realisation der Umsatzerlöse erfolgt bei Dienstleistungsverträgen, sobald die vertraglich geschuldete Leistung erbracht wurde. Bei Werkverträgen erfolgt die Umsatzrealisierung soweit möglich auf Grundlage von Teilrechnungen bei Erreichen und Abnahme von vertraglich vereinbarten Meilensteinen.

Latente Steuern

Sofern sich aus den handelsrechtlichen Ansätzen in den Handelsbilanzen II im Vergleich zu den steuerrechtlichen Werten Unterschiede ergeben, werden auf die Differenzen latente Steuern gebildet. Dabei werden aktive und passive latente Steuern miteinander saldiert. Führt die Saldierung zu einem Überhang an aktiven latenten Steuern, macht der Konzern von seinem Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB Gebrauch und verzichtet auf den Ansatz von aktiven latenten Steuern auf Ebene der einbezogenen Gesellschaften. Der Steuersatz beträgt ca. 30,5 % für Körperschafts- und Gewerbesteuer.

Das Aktivierungswahlrecht für einen Aktivüberhang wird dahingehend ausgeübt, dass ein Ansatz unterbleibt, soweit er nicht auf aktive latente Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen zurückzuführen ist.

Hinsichtlich der Bilanzierung latenter Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen wird auf die Abschnitt 3.9 verwiesen.

5 Erläuterungen zur Konzernbilanz

5.1 Anlagevermögen

Die Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens ergibt sich aus dem als Anlage beigefügten Anlagenspiegel.

Aufgliederung Geschäfts- oder Firmenwert:

Dornier Construction & Service GmbH BFUB 2) IBS Technik GmbH Summe
Buchwert 31.12.2020 0 0 0 0
Zugänge aus Änderungen des Konsolidierungskreises 1) 0 293 0 293
Zugänge aus der Kapitalkonsolidierung 1.616 0 682 2.298
Abschreibung 2021 -1.616 -40 -68 -1.724
Buchwert 31.12.2021 0 253 614 867

1) Der Geschäfts- oder Firmenwert ist originär im Jahresabschluss der Dornier Power and Heat GmbH entstanden.

2) BFUB Gesellschaft für Umweltberatung und Projektmanagement mbH

Die Abschreibung erfolgt jeweils planmäßig über eine angenommene Nutzungsdauer von 10 Jahren. Hinsichtlich der Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte wird auch auf die Ausführungen unter Abschnitt "4. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" verwiesen.

Der sich aus dem im Berichtsjahr erfolgten Erwerb der Dornier Construction & Service GmbH ergebende Unterschiedsbetrag aus der Kaptalkonsolidierung in Höhe von 1.616 TEUR wurde vollständig außerplanmäßig abgeschrieben.

5.2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen quotal einbezogene Unternehmen zum 31.12.2021 haben eine Laufzeit von mehr als einem Jahr. Zum 31.12.2020 haben die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 1.822 TEUR eine Laufzeit von mehr als einem Jahr. Die übrigen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Angaben zur Mitzugehörigkeit stellt sich wie folgt dar:

31.12.2021 31.12.2020
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 145 2.772
- davon aus Lieferungen und Leistungen 145 948
- davon aus Darlehen 0 1.824
Forderungen gegen quotal einbezogene Unternehmen 415 0
- davon aus Darlehen 415 0
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 292 627
- davon aus Lieferungen und Leistungen 292 627

5.3 Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital ist vollständig eingezahlt. Alleiniger Gesellschafter ist die palero vierzehn s.a.r.l., Luxemburg/Luxemburg.

Mit Gesellschafterbeschluss vom 28.1.2022 hat die Gesellschafterin zur Stärkung des Eigenkapitals eine Einzahlung in die Kapitalrücklage nach § 272 (2) Nr. 4 HGB in Höhe von 6.000 TEUR vorgenommen.

5.4 Passiver Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung

Der passive Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung setzt sich wie folgt zusammen:

2021 2020
Erwerb der Dornier Power and Heat GmbH: 2.672 0
Höhe: Bei der Erstkonsolidierung der Dornier Power and Heat GmbH zum 1.1.2021 ist ein passiver Unterschiedsbetrag in Höhe von 2.672 TEUR entstanden.
Einordnung: Eigenkapitalcharakter
Begründung: Die Entstehung des passiven Unterschiedsbetrags basiert auf einem günstigen Kauf.
Veränderung im Berichtsjahr: Die Auflösung erfolgt nach einem planmäßigen Verfahren gemäß der gewichteten Restlaufzeit der Sachanlagen der gekauften Gesellschaft. Diese wurde mit 6,6 Jahre angenommen. Infolgedessen ergibt sich eine jährliche ertragswirksame Auflösung in Höhe von 401 TEUR. -401
2.271 0

5.5 Rückstellungen

5.5.1 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen setzen sich hinsichtlich der betreffenden Gesellschaften wie folgt zusammen:

31.12.2021 31.12.2020
Dornier Consulting International GmbH 4.437 3.805
Dornier Power and Heat GmbH 123 0
Übrige 67 47
4.627 3.852

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen betreffen bei der Dornier Consulting International GmbH in Höhe von 2.758 TEUR (VJ: 2.397 TEUR) Rückstellungen für Direktzusagen sowie in Höhe von 1.678 TEUR (VJ: 1.406 TEUR) Rückstellungen für Verpflichtungen aus Entgeltumwandlung. Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB beträgt zum 31.12.2021 für die Rückstellungen für Direktzusagen 181 TEUR (VJ: 197 TEUR) sowie 117 TEUR (VJ: 116 TEUR) für die Rückstellungen für Verpflichtungen aus Entgeltumwandlung. Der Unterschiedsbetrag unterliegt jeweils einer Ausschüttungssperre gemäß § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB.

Der Großteil der Verpflichtungen aus Pensionszusagen bei der Dornier Power and Heat GmbH stellt eine Form der wertpapiergebundenen Pensionszusagen dar. Die Höhe die Verpflichtungen wird daher durch die Vermögengegenstände definiert. Die angelegten Vermögensgegenstände dienen ausschließlich der Erfüllung der Pensionsverpflichtungen und sind dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Sie werden nach § 246 Absatz 2 Satz 2 HGB mit den zugrundeliegenden Verpflichtungen verrechnet. Es handelt sich um Aktivwerte bei Rückdeckungsversicherungen.

31.12.2021 31.12.2020
Erfüllungsbetrag der leistungskongruent rückgedeckten Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen 3.268 3.604
Beizulegender Zeitwert der Vermögenswerte 3.268 3.604

Im Geschäftsjahr 2021 wurden Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensions- und längerfristigen Personalrückstellungen (5 TEUR; Vorjahr: 10 TEUR) mit Erträgen aus den dazugehörigen Aktivwerten verrechnet (15 TEUR; Vorjahr 37 TEUR).

Die übrigen Pensionsverpflichtungen der Dornier Power and Heat GmbH (123 TEUR) sind nicht rückgedeckt. Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt 4 TEUR.

Die folgenden Parameter wurden für die Berechnung der Pensionsrückstellungen herangezogen:

2021 2020
Diskontierungszinssatz (in %) 1,87 2,30
Gehaltsdynamik (in %) 2,75 2,75
Karrieretrend (bis Alter 35), in % 1,00 1,00
Steigerung Beitragsbemessungsgrenze Rentenversicherung 2,40 2,40
Rententrend 1,40 1,40
Fluktuation alters- und geschlechtsabhängig alters- und geschlechtsabhängig
Renteneintrittsalter Gemäß RVAGAnpG Gemäß RVAGAnpG

5.5.2 Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2021 31.12.2020
Rückstellungen für Nachlaufkosten Projekte 1.795 2.373
Rückstellungen für Beratung und Prüfung 251 192
Rückstellungen für Personal 2.993 1.773
Rückstellungen sonstige 1.272 887
6.311 5.225

In die Rückstellung für Nachlaufkosten für Projekte werden die Kosten eingestellt, die dem Projekt trotz erfolgter (Teil-)Umsatzlegung noch nicht in Rechnung gestellt worden sind. Dabei werden individuell pro Einzelauftrag auf Basis der regelmäßig aktualisierten Projektkalkulationen die noch zu erwartenden Kosten ermittelt.

5.6 Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten verteilen sich wie folgt:

Restlaufzeit bis 1 Jahr Restlaufzeit 1-5 Jahre
2021 2020 2021 2020
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 826 23 2.944 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.276 2.022 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.381 9.294 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 1.305 3.420 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber nicht beherrschenden Anteilseignern 0 278 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 3.777 1.308 0 0
Summe 12.565 16.345 2.944 0
Restlaufzeit über 5 Jahre Gesamtbetrag
2021 2020 2021 2020
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0 3.770 23
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 0 5.276 2.022
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0 0 1.381 9.294
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 0 0 1.305 3.420
Verbindlichkeiten gegenüber nicht beherrschenden Anteilseignern 0 0 0 278
Sonstige Verbindlichkeiten 0 0 3.777 1.308
Summe 0 0 15.509 16.345

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von 3.000 TEUR durch eine Globalzession der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit einer Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren resultieren aus einem Unternehmerdarlehen aus einem KfW-Sonderprogramm.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten zum 31.12.2021 ausschließlich Verbindlichkeiten aus Darlehen. Im Vorjahr waren darin 8.909 TEUR aus Darlehen sowie ansonsten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen enthalten.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern betreffen, wie im Vorjahr, ausschließlich Verbindlichkeiten aus Darlehen. Hierbei handelt es sich gleichzeitig um Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Mit Gesellschafterbeschluss vom 9.6.2022 hat die Palero Invest S.à r.l., Luxemburg/Luxemburg, zwei Darlehen mit einem Gesamtbetrag in Höhe von 9.192 TEUR (Valuta 16.12.2021, inkl. aufgelaufener Zinsen), welche die Palero zwei S.a.r.l., Luxemburg/Luxemburg, an die Dornier Group GmbH ausgereicht hat und die zum 31.12.2020 in den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bilanziert sind, in die palero vierzehn S.a.r.l. eingelegt. Mit Erlassvertrag vom 7.2.2022 hat der Gesellschafter mit Rückwirkung zum 22.12.2021 auf die Rückzahlung von Darlehen in Höhe von 5.658 TEUR verzichtet. Dies wurde als rückwirkende Sanierungsmaßnahme im Konzernabschluss 2021 berücksichtigt. Aus diesem Darlehensverzicht resultieren unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesene außergewöhnliche Erträge in Höhe von 5.658 TEUR.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Darlehen in Höhe von 627 TEUR (VJ: 433 TEUR) enthalten.

5.7 Haftungsverhältnisse

Die Dornier-Gruppe haftet in Form eines Avals in Höhe von 500 TEUR für eine Kreditlinie der Encotec Energy (India) Pvt. Ltd. Diese geht quotal zu 50 % in den Konzernabschluss ein; in Höhe des Avals haftet der Dornier-Konzern aber auch für den nicht konsolidierten Teil der Kreditlinie. Aufgrund der kontinuierlichen Einhaltung der vertraglich vereinbarten Kreditauflagen durch die Kreditnehmer ist derzeit nicht davon auszugehen, dass eine Inanspruchnahme erfolgen wird.

5.8 Sonstige finanzielle Verpflichtung

2022 Später Gesamt
Verpflichtungen aus Mietverhältnissen 1.283 2.038 3.321
Übrige 2.113 1.720 3.833
3.396 3.758 7.154

6 Erläuterungen zur Konzern-Gewinn und Verlustrechnung

6.1 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:

Tätigkeitsbereiche 2021 2020
Ingenieurdienstleistungen 58.103 26.552
Construction & Operation (Betriebsführung) 12.831 0
70.934 26.552
Geographisch bestimmte Märkte 2021 2020
Deutschland 49.017 12.985
Übriges Europa 5.449 1.041
MENA 1) 9.156 10.391
Südasien 5.687 322
Übrige 1.626 1.813
70.934 26.552

1) Middle East North Africa

6.2 Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind enthalten:

2021 2020
Periodenfremde Erträge, im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen sowie aus der Herabsetzung von Wertberichtigungen auf Forderungen 775 199
Erträge aus Darlehensverzicht 5.658 0
Erträge aus der Auflösung passiver Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung 401 2.020
Übrige sonstige betriebliche Erträge 1.786 1.447
Gesamt 8.620 3.666

6.3 Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind enthalten:

2021 2020
Periodenfremde Aufwendungen 93 2
Wertberichtigung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Zusammenhang mit Altprojekten für Kunden aus der MENA-Region 0 3.897
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 11.280 8.209
Gesamt 11.373 12.108

7 Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung

Die Darstellung der Konzern-Kapitalflussrechnung erfolgt nach dem Mindestgliederungsschema aus dem Deutschen Rechnungslegungsstandard Nr. 21 (DRS 21).

Der Finanzmittelfonds setzt sich ausschließlich aus Zahlungsmitteln in Form von Kassenbeständen und kurzfristig verfügbaren Bankguthaben zusammen.

Von dem Finanzmittelfonds stammen 464 TEUR (VJ: 0 TEUR) von quotal einbezogenen Unternehmen. Hiervon sind 458 TEUR (VJ: 0 TEUR) verfügungsbeschränkt. Weitere Verfügungsbeschränkungen liegen wie im Vorjahr nicht vor.

Die folgende Tabelle enthält wesentliche zahlungsunwirksame Geschäftsvorfälle, die in der Kapitalflussrechnung in dem Posten "Aufwendungen/Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung" enthalten sind:

2021
Ertrag aus Darlehensverzicht 5.658
Aufwendungen aus der Abschreibung des aktiven Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung der Dornier Construction & Service GmbH -1.616
Gesamt 4.042

8 Sonstige Angaben

8.1 Honorar des Abschlussprüfers

Das von dem Abschlussprüfer des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2021 berechnete Gesamthonorar beläuft sich auf TEUR 113 und betrifft ausschließlich Abschlussprüfungsleistungen.

8.2 Mitarbeiter

Die nach § 314 Abs. 1 Nr. 4 HGB ermittelte durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer betrug:

2021 2020
Berater und Ingenieure 387 136
Administration 70 44
Summe 457 180
Arbeitnehmer von nur anteilmäßig einbezogenen Unternehmen 618 0

8.3 Konzernzugehörigkeit

Die Dornier Group GmbH ist ein mittelbares Tochterunternehmen der Palero Invest S.à r.l. Diese stellt einen Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen auf, in den die Gesellschaft einbezogen wird. Der Konzernabschluss wird im Registre de Commerce et des Sociétés, Luxemburg, veröffentlicht.

8.4 Nachtragsbericht

Seit Februar 2022 ist die gesamtwirtschaftliche Lage stark gezeichnet von der Eskalation des russisch-ukrainischen Konflikts und dem Ausbruch des Krieges sowie der verhängten Sanktionen. Das finanzielle Ausmaß der Auswirkungen auf das Projekt- und sonstige Geschäft des Konzerns ist abhängig von der Entwicklung der Rohstoffpreise, den wirtschaftlichen Sanktionen sowie möglichen Lieferengpässen. Zu weiteren Informationen verweisen wir auf den Konzernlagebericht, Abschnitt 4 "Prognosebericht".

 

Berlin, den 21. Dezember 2022

Dr. Ralf Gilgen

Christian Daumann

Patrick Pascal Rauh

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Dornier Group GmbH, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Dornier Group GmbH, Berlin, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Dornier Group GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften‌‌ und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung‌‌‌ durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter‌‌ für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften‌‌ in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung‌ durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, den 23. Dezember 2022

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Sternberg, Wirtschaftsprüfer

Klein, Wirtschaftsprüfer

Konzerlagebericht für das Geschäftsjahr 2021

Dornier Group GmbH

Berlin

Inhalt

1 GRUNDLAGEN DES KONZERNS

1.1 Allgemeine Informationen

1.2 Rechtliche Struktur

1.3 Geschäftstätigkeit

1.4 Steuerung

1.5 Forschung und Entwicklung

2 WIRTSCHAFTSBERICHT

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

2.2 Geschäftsentwicklung

2.3 Ertragslage

2.4 Vermögenslage

2.5 Kapitalstruktur und Finanzlage

2.6 Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

3 CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

3.1 Das System des Chancen- und Risikomanagement

3.2 Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

4 PROGNOSEBERICHT

1 Grundlagen des Konzerns

1.1 Allgemeine Informationen

Die Dornier Group GmbH, Berlin, ist die Muttergesellschaft von unmittelbar und mittelbar gehaltenen Tochtergesellschaften (nachfolgend auch als "Dornier-Konzern", "Dornier-Gruppe" oder "Konzern" bezeichnet).

Der Konzernlagebericht sollte im Kontext mit dem Konzernabschluss einschließlich der Anhangangaben gelesen werden. Der Konzernabschluss basiert auf einer Reihe von Annahmen sowie Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die detaillierter im Konzernanhang dargestellt sind.

Der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021 wird in Euro (EUR) aufgestellt. Sofern nicht anders angegeben, werden alle Werte kaufmännisch auf Millionen Euro (Mio. Euro) mit einer Dezimalstelle gerundet, so dass Rundungsdifferenzen auftreten können und die dargestellten Prozentangaben nicht genau die Zahlen widerspiegeln, auf die sie sich beziehen.

Der Konzernlagebericht ist für den Berichtszeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 aufgestellt.

1.2 Rechtliche Struktur

Die Dornier Group GmbH ist mittelbar eine 100%ige Tochter der Palero Invest S.à r.l., Luxemburg/Luxemburg (nachfolgend auch als "Konzernobergesellschaft" bezeichnet).

Die rechtliche Konzernstruktur zum 31.12.2021 wird in der nachfolgenden Übersicht dargestellt:

Im Berichtsjahr haben folgende rechtliche Änderungen stattgefunden:

Zu Beginn des Geschäftsjahres 2021 erfolgte der Erwerb der "VPC-Gruppe", d.h. sämtlicher Anteile der Dornier Power and Heat GmbH (bis 10.8.2022: VPC GmbH, Vetschau/Spreewald) inkl. ihrer Tochtergesellschaften Dornier Group East d.o.o (Belgrad/Serbien), VPC International UG (Vetschau/Spreewald) und deren 50%igen Beteiligung an der Encotec Energy (India) Pvt. Ltd. (Noida/Indien). Des Weiteren erfolgte der Erwerb sämtlicher Anteile der Dornier Construction and Service GmbH, Neubrandenburg (bis 11.11.2021: Conwico GmbH, Vetschau/Spreewald). Beide Gesellschaften waren zuvor bereits mittelbare Tochtergesellschaften der Palero Invest S.à.r.l.

Die Dornier Construction and Service GmbH hat im Juli 2021 sämtliche Anteile der IBS Technik GmbH, Neubrandenburg, erworben. Im Anschluss an den Erwerb erfolgte die rückwirkende Verschmelzung der IBS Technik GmbH auf die Dornier Construction & Service GmbH zum 1.1.2021.

Alle zuvor genannten Zukäufe gingen rückwirkend zum 1.1.2021 in den Konzernabschluss der Dornier Group GmbH ein und führten zu einer wesentlichen Veränderung des Konsolidierungskreises. Die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr ist daher stark eingeschränkt.

Darüber hinaus wurde aufgrund des Abschlusses eines gemeinsamen Projekts die Ingenieurgemeinschaft Dornier - Schneider - Consulting (DSC) GbR, die gemeinsam mit der Schneider & Partner Ingenieur-Consult GmbH, Kronach, bestand, aufgelöst und per 31.10.2021 endkonsolidiert.

Im ersten Halbjahr 2021 wurde die Dornier Group India Pvt. Ltd. (Delhi/Indien) gegründet. Sie dient der Dornier Group GmbH seither als Bindeglied zu ihrer Beteiligung an der Encotec Energy (India) Pvt. Ltd.

Eine weitere Neugründung bildet die Dornier Construction and Service SRL (Konstanza/Rumänien), die im letzten Quartal 2021 gegründet wurde und die Dornier-Gruppe in der Entwicklung des Geschäftsbereiches erneuerbare Energien/Wind unterstützen soll.

Für weitere Informationen hierzu, insbesondere zur Veränderung des Konsolidierungskreises im Vergleich zum Vorjahr, wird auf den Konzernanhang, Abschnitt 2, verwiesen.

Berlin ist der Hauptsitz des Dornier-Konzerns. In Berlin sind zentrale Unternehmensbereiche wie Finanzen, Personal, Einkauf, IT und Konzernsteuerung angesiedelt.

1.3 Geschäftstätigkeit

Der Dornier-Konzern ist international aktiv und auch in Deutschland mit diversen Standortbüros vertreten.

Die Geschäftstätigkeit des Dornier-Konzern war im Berichtsjahr in sieben Geschäftsbereiche (nachfolgend auch "Business Lines") aufgegliedert, wobei die beiden Geschäftsbereiche "Energy & Environment" sowie "Construction & Operation" durch den zuvor genannten Erwerb der VPC-Gruppe bzw. der Dornier Construction & Service GmbH zum Dornier-Konzern hinzugestoßen sind:

Mobility

Water

Real Estate

Energy & Environment

Nuclear Services

Construction & Operation

Renewables

Das Leistungsangebot in den Business Lines Mobility, Water und Real Estate zielt insbesondere darauf ab, die Arbeits- und Lebensbedingungen in Metropolen und Metropolregionen durch Einführung neuer Technologien nachhaltig zu gestalten. Die verbindende Klammer dieser Leistungen im Infrastrukturbereich ist insbesondere das Projektmanagement im breiteren Sinne, beginnend mit der Bauprojektsteuerung, Machbarkeitsuntersuchungen im Bereich Wasser und Transport bis hin zu Projektbegleitungen von Ministerien im Bereich Forschung, Infrastruktur und Raumentwicklung. In diesen Geschäftsbereichen ist die Gruppe international beratend tätig. Die Hauptabsatzmärkte in diesen Bereichen sind Deutschland, der Mittlere Osten, Osteuropa und Zentralasien. Diese regionale Verteilung wird über lokale Standortbüros in Berlin, Stuttgart, München, Riad (Saudi-Arabien), Doha (Qatar), Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate), Kiew (Ukraine) und Nur-Sultan (Kasachstan) betreut.

In den Bereichen Energy & Environment und nukleare Dienstleistungen (Nuclear Services) erbringen die Gesellschaften der Gruppe Leistungen in Consulting, Engineering, Management und Service für den gesamten Lebenszyklus von Strom- und Wärmeerzeugungs- und -verteilanlagen. Dazu gehören unter anderem Heizkraftwerke, Wasserkraftwerke, Müllverbrennungsanlagen sowie für Fernwärmesysteme, elektrische Netze und Industrieanlagen. Schwerpunkte sind Projektentwicklung, Planung, Errichtung, Inbetriebnahme, Qualifizierung, Betrieb, Instandhaltung, Rehabilitation, Stilllegung und Rückbau. Diese Leistungen werden in einem sehr breit gefächerten und komplexen Dienstleistungs- und Serviceprogramm als Einzelleistung, im Paket oder auch als schlüsselfertige Anlage angeboten. Die Erbringung der Dienstleistungen erfolgt in diesen Geschäftsbereichen national sowie in Zentralasien.

Das Geschäftsfeld Construction & Operation bündelt alle Dienstleistungen rund um Montage, Instandhaltung und Betriebsführung von Energieanlagen. Die Dienstleistungen Montage und Instandhaltung bilden von der Projektplanung über die Koordination und Überwachung bis hin zur Instandhaltung den gesamten Lebenszyklus von Energieanlagen ab. Der Bereich Betriebsführung beinhaltet dabei die technische und kaufmännische Betriebsführung, sowie Personalschulung, Arbeitssicherheit und Gefährdungsbeurteilungen.

Im Geschäftsbereich Erneuerbare Energien (Renewables) hat sich der Dornier Konzern zuletzt auf Solaranlagen fokussiert. Allerdings wurde zum Ende des Geschäftsjahres 2021 der Grundstein gelegt, um zukünftig auch den Aufbau und die Inbetriebnahme von Windkraftanlagen in das Portfolio der Infrastrukturdienstleitungen aufnehmen zu können.

Zentral organisierte Shared Services (Human Resources, Finance & Controlling, Legal und IT) unterstützen die Bereiche durch ihre entsprechenden Dienstleistungen.

1.4 Steuerung

Das Hauptaugenmerk bei der finanziellen Steuerung des Dornier-Konzerns liegt auf Leistungskennzahlen. Als bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren (Key Performance Indicators) gelten:

Auftragseingang,

Output (definiert als Umsatzerlöse zzgl. Bestandsveränderungen),

adjusted EBITDA (definiert als Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Fremdwährungseffekten und Abschreibungen, sowie vor von der Konzernobergesellschaft als außergewöhnliche Aufwendungen und Erträge definierten Positionen, wie z. B. Management Fees oder Aufwendungen, die nicht zum operativen Geschäft des Berichtsjahres zu rechnen sind).

Damit stellt der Dornier-Konzern sicher, dass Entscheidungen das Spannungsfeld zwischen Wachstum und Profitabilität ausreichend berücksichtigen.

1.5 Forschung und Entwicklung

Der Konzern begleitet auf ingenieurtechnischem Gebiet ausgewählte Forschungsvorhaben von Kunden, betreibt aber selbst keine eigene, wesentliche Forschung.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Mitgliedsländer der Europäischen Union konnten zwar im Vergleich zur Entwicklung des Vorjahres ein Wachstum des BIP verzeichnen, können jedoch kein Vorkrisenniveau erreichen. Unter dem Einfluss der Corona-Pandemie war die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland für das Jahr 2021 unterdurchschnittlich im europäischen Vergleich. Deutschland verzeichnete ein Wachstum des preisbereinigten BIP um 2,7% im Vergleich zum Vorjahr 1 , für die Eurozone wird ein durchschnittliches Wachstum von 5,2% angegeben 2.

Die World Bank Group gibt für die MENA-Region ein BIP-Wachstum in Höhe von 4,3 % für das Jahr 2021 an, die höchste Wachstumsrate seit 2012 in dieser Region. Damit ist die MENA-Region wieder auf dem Niveau angelangt, dass sie bereits vor der Corona-Pandemie erreicht hatte. 3

Nach unternehmenseigenen Erfahrungen ist in den nationalen wie auch internationalen Kernmärkten eine steigende Preissensibilität bzw. stetig wachsender Wettbewerb festzustellen. In vielen Bereichen sind die Honorare für Ingenieurdienstleistungen seit Jahren nicht oder nur geringfügig gestiegen. Auch sind im Zuge der stetig steigenden Compliance-Anforderungen viele (nicht nur, aber vor allem öffentliche) Ausschreibungen heute praktisch weltweit ausgeschrieben und unterliegen damit zunehmend einem sehr kostenorientierten Ausschreibungsprozess mit internationalem Wettbewerb. Der Trend zur Ausschreibung von interdisziplinären Projekten hingegen wirkt sich positiv auf die Dornier-Gruppe aus und bestätigt die Strategie der Bildung eines Infrastrukturdienstleisters.

2.2 Geschäftsentwicklung

Im Berichtsjahr erfolgten wesentliche Veränderungen des Konsolidierungskreises. Es wird hierzu auf die Ausführungen unter Abschnitt 1.2 in diesem Lagebericht sowie auf die Ausführungen im Konzernanhang unter Abschnitt 2 verwiesen. Die Zahlen des Berichtsjahres sind daher nur sehr eingeschränkt mit denen des Vorjahres vergleichbar.

Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren des Dornier-Konzerns ergaben folgende Ergebnisse im Geschäftsjahr 2021:

2021 2020 Veränderung
Auftragseingang 83,4 27,7 +201 %
Output 66,5 26,3 +153 %
Adjusted EBITDA 3,1 1,5 +107 %

1 Quelle: Statistisches Bundesamt Wiesbaden; Pressemitteilung vom 14. Januar 2022 - 020/22

2 Quelle: Eurostat; euroindikatoren 20/2022 - 15. Februar 2022

3 Quelle: https://data.worldbank.org/indicator

Die Überleitung zum adjusted EBITDA ergibt sich wie folgt:

2021 2020
Betriebsergebnis 4 5,8 -2,1
Darlehensverzicht -5,7 0
Abschreibungen 2,3 0,2
Auflösung pUB -0,4 -2,0
Wertberichtigung von Altforderungen 0,0 3,9
Fremdwährung (netto) -0,7 1,1
Management Fees 1,0 0,4
Übrige 0,8 0,0
Adjusted EBITDA 3,1 1,5

Der deutliche Anstieg der finanziellen Leistungsindikatoren im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf den Erwerb der VPC-Gruppe sowie der Dornier Construction and Service GmbH und der IBS Technik GmbH mit Wirkung zu Beginn des Jahres 2021 zurückzuführen.

Darüber hinaus war die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Berichtsjahr jedoch auch von einigen Sondereffekten geprägt. Dies betrifft zum einen den Verzicht des Gesellschafters auf die Rückzahlung von Darlehen in Höhe von 5,7 Mio. € im Rahmen einer nachträglich rückwirkend berücksichtigten Sanierungsmaßnahme. Weiterhin wurde der aus dem Erwerb der Dornier Construction & Service GmbH entstandene positive Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung in Höhe von 1,6 Mio. € sofort aufwandsseitig erfasst. Schließlich erfolgte zur Stärkung des Eigenkapitals eine Einstellung in die Kapitalrücklage in Höhe von 6,0 Mio. € sowie die Rückführung von Darlehen gegenüber verbundenen Unternehmen in gleicher Höhe.

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage war im Vorjahr ebenfalls durch Sondereffekte geprägt, da aufgrund der erstmaligen Aufstellung des Konzernabschlusses zum 31.12.2021 die im Geschäftsjahr 2021 erfolgte Wertberichtigung von Altforderungen im Zusammenhang mit Projekten in der MENA-Region in Höhe von 3,9 Mio. € werterhellend bereits per 31.12.2020 berücksichtigt wurde. In diesem Zusammenhang erfolgte zum 31.12.2020 korrespondierend die Auflösung des passiven Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung der DCI-Gruppe in Höhe von 2,0 Mio. €.

4 Definiert als Umsatzerlöse zzgl. Bestandsveränderung, sonstige betriebliche Erträge, abzgl. Materialaufwand, Personalaufwand, Abschreibungen und sonstige betriebliche Aufwendungen.

Der Auftragseingang 2021 lag ca. 18 % über den Umsatzerlösen und verteilte sich auf die Business-Lines wie folgt:

Business-Line Auftragseingang
Energy & Environment 42,9
Construction & Operation (inkl. Encotec) 18,2
Mobility 9,3
Nuclear Services 5,4
Renewables 3,3
Real Estate 2,2
Water 2,1
Gesamt 83,4

Der sich erhöhende Wettbewerbsdruck und die sich ändernden Rahmenbedingungen haben vor allem unsere mehrheitlich im Ausland operierenden Geschäftsbereiche trotz der insgesamt guten volkswirtschaftlichen Lage vor neue Herausforderungen gestellt. Der Weg zur Beauftragung für ein Projekt führt nun vermehrt über International Financial Institutions (IFI), wie KfW oder ADB, und ohne direkten Kundenkontakt. Die IFIs geben Aufträge häufiger in komplexen Leistungs-Paketen heraus, wo bereits während des Angebotsprozesses die Zusammenarbeit unterschiedlicher Geschäftsbereiche gefragt ist.

Im Geschäftsjahr 2021 konnte der Dornier-Konzern die Maßnahmen zur Qualifizierung und Personalentwicklung weiter intensivieren. Aufgrund von Covid 19 war zwar der flächendeckende Rollout des internen Trainingskonzepts für alle Karrierestufen mit persönlichem Kontakt ausgesetzt, dennoch konnte der Onboarding-Prozess und Trainings zur Einarbeitung weitestgehend mit digitaler Unterstützung stattfinden.

2.3 Ertragslage

Der Umsatz erhöhte sich von 26,5 Mio. € in 2020 auf 70,9 Mio. € in 2021. Die Entwicklung gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen durch den Erwerb der VPC-Gruppe sowie der Dornier Construction & Sercive GmbH und somit durch die Geschäftsbereiche Energy & Environment sowie Construction & Operation zu begründen. In den Geschäftsbereichen, die bereits im letzten Jahr im Dornier-Konzern aktiv waren, sticht besonders die positive Entwicklung der Nuclear Services hervor.

Die Umsätze 2021 verteilen sich wie folgt auf die Business-Lines:

2021 2020 Veränderung
Mobility 7.705 8.771 -12%
Real Estate 2.360 2.607 -9%
Water 5.541 6.685 -17%
Nuclear Services 4.073 2.317 76%
Renewables 3.124 3.048 2%
Energy & Environment 35.302 0 n.a.
Construction & Operation 12.831 0 n.a.
Shared Services -2 3.124 -100%
Gesamt 70.934 26.552 167%

Im Geschäftsjahr 2021 ergab sich eine Verminderung des Bestands an unfertigen Leistungen um 4,4 Mio.€ (VJ: Verminderung um 0,3 Mio.€).

Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich von 3,7 Mio. € im Vorjahr auf 8,6 Mio. € im Berichtsjahr. Dies ist im Wesentlichen auf den Ertrag in Höhe von 5,7 Mio. € im Zusammenhang mit einem Darlehensverzicht des Gesellschafters im Rahmen einer nachträglich rückwirkend berücksichtigten Sanierungsmaßnahme, die anteilige Auflösung passiver Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung in Höhe von 0,4 Mio. € sowie auf um 0,6 Mio. € höhere Erträge aus der Währungsumrechnung zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Erträge des Vorjahres enthalten Erträge aus der Auflösung passiver Unterschiedsbeträge in Höhe von 2,0 Mio. €.

Entsprechend zur Erhöhung der Umsatzerlöse haben sich die Materialaufwendungen von 5,1 Mio. € im Vorjahr auf 16,4 Mio. € im Jahr 2021 erhöht, im Wesentlichen bedingt durch die Ausweitung der Geschäftstätigkeit infolge der Veränderung des Konsolidierungskreises. Des Weiteren hat auch die anhaltende Corona-Situation zur Erhöhung des Anteils von Fremddienstleistern beigetragen, da Projektstandorte für eigene Mitarbeiter infolge von Reisebeschränkungen schwer oder gar nicht zugänglich gemacht werden konnten.

Die Personalaufwendungen haben sich von 14,7 Mio. € im Vorjahr auf 39,3 Mio. € erhöht. Die durchschnittliche Zahl der beschäftigten Mitarbeiter 5 ist von 180 im Vorjahr auf 1.075 im Berichtsjahr gestiegen. Die Erhöhung der Personalanzahl und -Aufwendungen ist in erster Linie auf den Erwerb der VPC-Gruppe zurückzuführen, insbesondere dort resultierend aus der Encotec Energy (India) Pvt. Ltd. Innerhalb der VPC-Gruppe gab es durch den Erwerb der IBS Technik GmbH einen Zuwachs an neuen Mitarbeitern.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen erhöhten sich von 0,1 Mio. € im Vorjahr auf 2,3 Mio. € im Berichtsjahr. Darin enthalten sind Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 1,7 Mio. €; davon entfallen 1,6 Mio. € auf die sofortige Abschreibung des aktiven Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung der Dornier Construction and Service GmbH.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich im Berichtsjahr auf 11,4 Mio. € nach 12,1 Mio. € im Vorjahr. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Vorjahres sind Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 4,2 Mio. €, im Wesentlichen im Zusammenhang mit überfälligen Forderungen aus Altprojekten der DCI GmbH aus der MENA-Region in Höhe von 3,9 Mio. €, enthalten. Die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung haben sich von 1,6 Mio. € im Vorjahr auf 0,3 Mio. € verringert. Ansonsten sind in diesem Posten im Wesentlichen Reisekosten, Rechts- und Beratungskosten, Kosten für IT und Telekommunikation sowie Management Fees enthalten.

Auf Zinsen und ähnliche Aufwendungen entfielen im Berichtsjahr 1,8 Mio. €. Diese sind im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Mio. € gestiegen. Die Zinsaufwendungen resultieren wie im Vorjahr im Wesentlichen aus Darlehen gegenüber verbundenen Unternehmen sowie aus der Aufzinsung von Rückstellungen.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von 0,5 Mio. € (Vorjahr 0,3 Mio. €) resultieren im Wesentlichen aus ausländischer Quellensteuer.

Für das Geschäftsjahr 2021 ergab sich insgesamt ein Konzernjahresüberschuss in Höhe von 3,4 Mio. €. Im Vorjahr hatte der Konzern einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 3,8 Mio. € zu verzeichnen. Die Veränderung ist im operativen Bereich hauptsächlich durch den Erwerb der VPC-Gruppe und den Umsatz- und Ergebnisbeitrag des Geschäftsbereiches Nuclear Services begründet. Zudem ergab sich ein um 1,9 Mio. € verbessertes Fremdwährungsergebnis. Darüber hinaus war das Konzernjahresergebnis durch Sondereffekte in Form des Darlehensverzichts sowie der sofortigen Abschreibung des aktiven Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung in Höhe von insgesamt 4,1 Mio. € positiv beeinflusst. Ohne Berücksichtigung der genannten Sondereffekte hätte sich für das Geschäftsjahr 2021 insgesamt ein Konzernjahresfehlbetrag in Höhe von 0,5 Mio. € ergeben.

5 Inklusive Encotec zu 50%

Nach Berücksichtigung des auf nicht beherrschende Anteile entfallenden Verlusts in Höhe von 0,2 Mio. € (Vorjahr: Gewinns in Höhe von 0,1 Mio. €) ergab sich ein Konzerngewinn in Höhe von 3,6 Mio. €, nach einem Konzernverlust in Höhe von 3,9 Mio. € im Vorjahr.

In 2021 hat sich das adjusted EBITDA von 1,5 Mio. € 2020 um 1,6 Mio. € auf 3,1 Mio. € erhöht. Die Erhöhung des adjusted EBITDA resultiert dabei im Wesentlichen aus dem Erwerb der VPC-Gruppe sowie aus dem Umsatz- und Ergebnisbeitrag des Geschäftsbereichs Nuclear Services.

2.4 Vermögenslage

Zum 31.12.2021 betrug die Bilanzsumme 29,3 Mio. € und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 Mio. € bzw. 15,3 % erhöht. Dies ist im Wesentlichen beeinflusst durch den Erwerb der VPC-Gruppe.

Das Anlagevermögen, welches 9,2 % (Vorjahr: 2,6 %) des Gesamtvermögens beträgt, hat sich von 0,4 Mio. € zum 31. Dezember 2020 auf 2,7 Mio. € zum 31. Dezember 2021 erhöht. Dies ist zum einen auf den Geschäfts- oder Firmenwert zurückzuführen, der sich im Wesentlichen infolge des Erwerbs der IBS Technik GmbH sowie durch die Übernahme des in der Dornier Power and Heat GmbH bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerts bzgl. der BFUB erhöht hat. Der Anstieg der Sachanlagen ergibt sich i.W. aus dem Hinzuerwerb der VPC-Gruppe.

Das Umlaufvermögen hat einen Anteil von 89,2 % (Vorjahr: 96,2 %) am Gesamtvermögen und beläuft sich zum Bilanzstichtag auf 26,1 Mio. € (Vorjahr: 16,0 Mio. €).

Unter den Vorräten werden im Wesentlichen die unfertigen Leistungen der Gesellschaften des Konzerns zuzüglich der geleisteten Anzahlungen und abzüglich der erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen ausgewiesen. Die Vorräte haben sich insgesamt um 0,7 Mio. € auf 2,2 Mio. € erhöht. Der Anstieg der unfertigen Leistungen um 8,7 Mio. € auf 10,6 Mio. € sowie der entsprechende Anstieg der erhaltenen Anzahlungen um 10,3 Mio. € auf 10,8 Mio. € ist dabei maßgeblich auf die neu hinzugekommenen Gesellschaften Dornier Power and Heat GmbH sowie Dornier Construction & Service GmbH zurückzuführen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände beliefen sich zum 31.12.2021 auf 18,1 Mio. € (Vorjahr: 12,1 Mio. €). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich von 7,9 Mio. € auf 15,7 Mio. € erhöht. Die Veränderung begründet sich im Wesentlichen durch die Änderungen des Konsolidierungskreises. In den Gesellschaften, die bereits 2020 zur Dornier-Gruppe gehörten, konnten weitere Erfolge im Forderungsmanagement erzielt werden. In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen des Vorjahres wurden Einzelwertberichtigungen in Höhe von 4,1 Mio. € vorgenommen; diese betreffen mit 3,9 Mio. € Forderungen aus Altprojekten in Zusammenarbeit mit Kunden aus der MENA 6 -Region. Die neu hinzugekommenen Gesellschaften haben einen Anteil von 64 % am gesamten Forderungsbestand.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben sich von 2,8 Mio. € im Vorjahr auf 0,1 Mio. € zum 31.12.2021 verringert. Dies ist im Wesentlichen auf die Veränderung des Konsolidierungskreises zurückzuführen, da die Forderungen gegen verbundene Unternehmen im Vorjahr im Wesentlichen gegen Gesellschaften bestanden, die im Berichtsjahr Teil des Dornier-Konzerns geworden sind.

Die sonstigen Vermögensgegenstände haben sich um 0,8 Mio. € auf 1,6 Mio. € erhöht. Dies resultiert insbesondere aus dem Erwerb der VPC-Gruppe.

6 Mittlerer Osten, Nord-Afrika

Die liquiden Mittel (Kassenstand und Guthaben bei Kreditinstituten) haben sich um 3,4 Mio. € auf 5,9 Mio. € erhöht. Der Anstieg ist dabei zum einen auf den Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit zurückzuführen (+2,0 Mio. €); zum anderen wurden im Zusammenhang mit dem Erwerb der VPC-Gruppe auch liquide Mittel in Höhe von 2,2 Mio. € erworben. Von den flüssigen Mitteln sind zum Bilanzstichtag 0,5 Mio. € verfügungsbeschränkt.

2.5 Kapitalstruktur und Finanzlage

Der Konzern weist zum 31. Dezember 2021 ein Eigenkapital in Höhe 0,6 Mio. € aus. Zum 31.12.2020 ergab sich dagegen eine bilanzielle Überschuldung in Höhe von 8,8 Mio. €. Die Erhöhung des Eigenkapitals um 9,4 Mio. € ist insbesondere auf die Einstellung in die Kapitalrücklage in der Dornier Group GmbH in Höhe von 6,0 Mio. € sowie auf den Konzerngewinn für das Berichtsjahr in Höhe von 3,6 Mio. € zurückzuführen. Die Eigenkapitalquote beträgt zum Bilanzstichtag 2,1 %.

Aus dem Erwerb der VPC-Gruppe entstand im Berichtsjahr ein passiver Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung in Höhe von 2,7 Mio. €, der Eigenkapitalcharakter aufweist und in Höhe von 0,4 Mio. € planmäßig aufgelöst wurde. Der Buchwert beträgt zum Bilanzstichtag 2,3 Mio. €. Es wird ansonsten auf die Ausführungen im Konzernanhang unter Abschnitt 5.4 verwiesen. Der sich aus der in einer früheren Periode erfolgten Erstkonsolidierung der DCI-Gruppe ergebende passive Unterschiedsbetrag (2,0 Mio. €) hatte Schuldcharakter und wurde im Vorjahr infolge der Wertberichtigung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Zusammenhang mit Kunden aus der MENA-Region vollständig ertragswirksam aufgelöst.

Die Rückstellungen haben sich im Geschäftsjahr insgesamt von 9,1 Mio. € um 1,8 Mio. € auf 10,9 Mio. € erhöht. Die Pensionsrückstellungen belaufen sich dabei auf 4,6 Mio. € (Vorjahr: 3,9 Mio). Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Nachlaufkosten aus Projekten sowie personalbezogene Rückstellungen; sie haben sich um 1,1 Mio. € auf 6,3 Mio. € erhöht, was im Wesentlichen auf die Veränderung des Konsolidierungskreises zurückzuführen ist.

Der Dornier-Konzern hat zum 31.12.2021 Verbindlichkeiten in Höhe von 15,5 Mio. €. Diese repräsentieren eine Quote von 52,9 % (i. Vj. 64,3 %) des Gesamtkapitals. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Verbindlichkeiten insgesamt leicht um 0,8 Mio. € reduziert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betragen zum 31. Dezember 2021 3,8 Mio. € und resultieren zum einen aus der Dornier Power and Heat GmbH, die einen Unternehmenskredit aus dem KfW Sonderprogram (Corona) in Höhe von 3 Mio. € aufgenommen hat; die Restlaufzeit liegt zwischen einem und fünf Jahren. Im Übrigen entfallen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auf die Encotec Energy (India) Pvt. Ltd., wobei deren Restlaufzeit im Wesentlichen bis zu einem Jahr beträgt. Die Verzinsung erfolgt zu Zinssätzen zwischen 7,9 und 9,25 Prozent p.a. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von 3,0 Mio. € durch eine Globalzession der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besichert. Im Geschäftsjahr 2019 wurde für die gesamte Gruppe ein Kreditvertrag (Kontokorrentkredit) in Höhe von 5 Mio. € und ein Avalrahmen in Höhe von 8 Mio. € abgeschlossen. Der Kreditvertrag ist zum Bilanzstichtag nicht und der Avalrahmen in Höhe von 4 Mio. € in Anspruch genommen.

Der Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 3,3 Mio. € auf 5,3 Mio. € zum Bilanzstichtag resultiert hauptsächlich aus der Veränderung des Konsolidierungskreises.

Die Reduzierung der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 7,9 Mio. € auf 1,4 Mio. € ist im Wesentlichen auf die Rückführung von Darlehen in Höhe von 6,0 Mio. € begründet; zum Bilanzstichtag bestehen kurzfristige Darlehen in Höhe von 1,4 Mio. € mit einer Verzinsung zu 3 Prozent p.a.

Die Verminderung der Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern erklärt sich aus einem Darlehensverzicht in Höhe von 5,7 Mio. € im Rahmen einer nachträglich rückwirkend berücksichtigten Sanierungsmaßnahme. Es wird hierzu auf die Ausführungen im Konzernanhang unter Abschnitt 5.6 verwiesen. Zum Bilanzstichtag bestehen kurzfristige Darlehen in Höhe von 1,3 Mio. € mit einer Verzinsung in Höhe von 10,2 Prozent p.a.

Der Anstieg der sonstigen Verbindlichkeiten um 2,5 Mio. € auf 3,8 Mio. € zum Bilanzstichtag resultiert hauptsächlich aus der Veränderung des Konsolidierungskreises.

Für das Geschäftsjahr ergab sich ein positiver Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit in Höhe von 2,1 Mio. €. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit wurde positiv durch die Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von 6,0 Mio. € beeinflusst.

Durch eine konsequente Liquiditätsplanung unter Berücksichtigung der Inanspruchnahme der Konzernfinanzierung und der Finanzierung durch Kreditinstitute war die Liquidität im Berichtsjahr stets gesichert, und der Konzern war jederzeit in der Lage seine Zahlungsverpflichtungen erfüllen zu können.

2.6 Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Durch die Erwerbe der Dornier Power and Heat GmbH inkl. ihrer Tochtergesellschaften, der Dornier Construction and Service GmbH sowie der IBS Technik GmbH ist es im Jahr 2021 gelungen, die Gesellschaften zu einem maßgeblichen Infrastrukturdienstleister zusammenzuführen.

Im Jahr 2021 ist es gelungen, das adjusted EBITDA von 1,5 Mio. € im Vorjahr auf 3,1 Mio. € im Berichtsjahr zu entwickeln. Die Ertragslage ist durch die gute Entwicklung des adjusted EBITDA bzw. den Konzernjahresüberschuss insgesamt zufriedenstellend, war aber auch durch Sondereinflüsse geprägt. Die Vermögenslage ist durch einen hohen Forderungsbestand geprägt; wesentlichen Ausfallrisiken wurde bereits im Vorjahr durch Wertberichtigungen Rechnung getragen. Die Vermögens- und Finanzlage wurde einerseits durch die Einstellung in die Kapitalrücklage und die damit erfolgte Rückführung von Gesellschafterdarlehen sowie einen Darlehensverzicht im Rahmen einer nachträglich rückwirkend berücksichtigten Sanierungsmaßnahme positiv beeinflusst. Durch den Erwerb der VPC-Gruppe bilanziert der Dornier-Konzern nunmehr signifikant höhere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und hat höhere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen infolge des nunmehr deutlich größeren Geschäftsvolumens. Die liquiden Mittel konnten u.a. durch den Erwerb der VPC-Gruppe deutlich erhöht werden.

Insgesamt deutet die Entwicklung des Geschäftsverlaufs im Jahr 2022 mit einem hohen Auftragsbestand auf eine positive Entwicklung hin, die durch die Festigung der Konzernstruktur und die damit einhergehenden Synergien fortgeführt werden kann.

3 Chancen- und Risikobericht

Chancen und Risiken in der folgenden Darstellung sind zu verstehen als Einflüsse oder Ereignisse, die dazu geeignet sind, dass die Zielsetzung der Geschäftsführung bezüglich der kurz- und mittelfristigen Unternehmensentwicklung übertroffen oder unterschritten wird. Ziel des Chancenmanagements ist es, solche Opportunitäten frühzeitig zu erkennen und gezielt zu verfolgen. Das Risikomanagement hingegen soll sicherstellen, dass Risiken nicht nur rechtzeitig erkannt, sondern zeitnah Gegenmaßnahmen ergriffen werden können, um den Einfluss auf das Unternehmen zu kontrollieren und ggf. zu minimieren.

3.1 Das System des Chancen- und Risikomanagement

Die Dornier Group GmbH und ihre Tochtergesellschaften sind im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbunden sind. Die Gesamtverantwortung für das Risiko- und Chancenmanagementsystem des Dornier-Konzerns liegt bei der Geschäftsführung. Mithilfe eines Chancen- und Risikomanagementsystems verfolgt die Gesellschaft kontinuierlich externe und interne Entwicklungen und legt entsprechende Maßnahmen zur Maximierung der Chancen und Eindämmung der Risiken fest.

Eine Chance ist als ein wesentliches Übertreffen von Kennzahlen von geplanten Geschäften und Entwicklungen definiert, und vice versa ein Risiko als substantielle Abweichung nach unten. Dabei werden sowohl Chancen und Risiken aus allgemeinen Rahmenbedingungen als auch projektspezifische Aspekte überwacht und im Management Board sowie mit dem Gesellschafter diskutiert.

Die Elemente der internen Unternehmensteuerung (Risikomanagement, Compliance Management, Qualitätsmanagement, Internes Kontrollsystem, Prozesse) sind in der gesamten Dornier-Gruppe implementiert. Notwendige Schulungen und Richtlinien sind ausgerollt, um allen Mitarbeitern Orientierung für rechtlich und ethisch einwandfreies Handeln zu geben. Die Einhaltung der gesetzlichen Richtlinien der Export-Kontrolle wird mithilfe von Einzelprüfungen von Geschäftspartnern überprüft.

3.2 Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

Die Dornier-Gruppe wird ihre Leistungen im Geschäftsjahr 2022 weiterhin auf ihre Kernkompetenzen fokussieren und die ursprünglich bestehenden sieben Geschäftsbereiche enger zusammenfassen und zukünftig in fünf Geschäftsbereichen bzw. Business-Lines organisieren.

Die bisherigen Geschäftsbereiche "Construction & Operation" sowie "Energy & Environment" werden zum Geschäftsbereich "Power and Heat" zusammengefasst. Der bisherige Geschäftsbereich "Real Estate" wird in die Business Line "Mobility" eingegliedert und bildet dort den Bereich Projektmanagement. Siehe hierzu auch die nachfolgende Graphik:

Durch die wachsende interne Kooperation der Business-Lines streben wir an, dass für unsere Kunden relevante Themen und Fragestellungen zunehmend integrierter und interdisziplinärer beantwortet werden.

Chancen des Dornier-Konzerns

Die folgende Darstellung der Chancen erfolgt in der Reihenfolge ihrer Bedeutung für die finanziellen Leistungsindikatoren, beginnend mit der größten Bedeutung.

Durch die Ukrainekrise ist derzeit eine deutliche Einschränkung der Verfügbarkeit des Primärenergieträgers Gas zu verzeichnen, welcher bislang die auserwählte Übergangstechnologie von Kohle und Atom zu den Erneuerbaren Energien darstellt. Durch die Knappheit von Gas und die Kostenexplosion bei Gas und Öl werden wieder Effizienzsteigerungsprogramme für Kraftwerke gefahren, um die Kostensteigerungen der Energieträger abzufedern. Aus der aktuellen Notlage zur Gasversorgung und daraus abgeleitet der notwendigen Geschwindigkeit zur Veränderung der Energielandschaft ist aus unserer Sicht die Energiewende mit den erneuerbaren Energien in so kurzer Zeit nicht zu machen. Für die Ertüchtigung der bestehenden Energieinfrastruktur werden erfahrene Ingenieure benötigt, um diese Herausforderung zu bewältigen. Daraus erwarten wir eine verstärkte Nachfrage für die Leistungen der Dornier Power and Heat GmbH. Zudem gibt es mehr Projekte für Energie- und Wärmeerzeugung aus Brennersatzstoffen, um Alternativen zu Öl und Gas aufzubauen. Auch die Wärmerückgewinnung steht wieder mehr im Vordergrund und es werden hierzu Projekte aufgesetzt, was sich positiv auf die Nachfrage der Leistungen der Dornier Power and Heat GmbH auswirken kann. Generell erwarten wir nach Beendigung des Ukraine-Konfliktes eine erhöhte Nachfrage für Infrastrukturprojekte zum Wiederaufbau des Landes und somit ein erhöhtes Marktvolumen für die DCI. Hierbei ist ein mittelfristiger Zeithorizont unterstellt. Insgesamt können sich hieraus höher als geplante Auswirkungen auf die finanziellen Leistungsindikatoren ergeben.

Eine weitere Chance für die zukünftige Entwicklung des Dornier-Konzerns bietet sich im Geschäftsbereich der erneuerbaren Energien (Business Unit Renewables). Hier hat sich der Dornier-Konzern zuletzt auf Solaranlagen fokussiert, allerdings wurde zum Ende des Geschäftsjahres 2021 der Grundstein gelegt, um zukünftig auch den Aufbau und die Inbetriebnahme von Windkraftanlagen in das Portfolio der Infrastrukturdienstleitungen aufnehmen zu können. Durch die Entwicklungen am Energiemarkt wird der Ausbau der Windkraftanlagen voraussichtlich erheblich an Fahrt aufnehmen. Sollten in diesem Geschäftsbereich mehr Auftragseingänge als geplant zu verzeichnen sein, würde dies eine positive Auswirkung auf die Umsatzerlöse und das adjusted EBITDA bewirken.

Chancen im Hinblick auf die Entwicklung des Output und des adjusted EBITDA bestehen weiterhin darin, dass durch den weiter anhaltend hohen Bedarf an ingenieurtechnischen Leistungen bei den Großkunden (die insgesamt ca. 30 % des Umsatzanteils ausmachen), d.h. innerhalb des Vattenfall-Konzerns, der LEAG sowie den Hamburger Energiewerken, ggf. mehr Auftragseingänge als geplant verzeichnet werden. Darüber hinaus ergeben sich für den Konzern Chancen, sollte die Ausweitung der Geschäftstätigkeit im In- und Ausland besser als geplant verlaufen, etwa in Folge der aktuellen energiepolitischen Diskussionen.

Die Kohlekommission der Bundesregierung hat in 2019 den Kohleausstieg bis 2038 empfohlen. Während dadurch der Bedarf für die Planung von Neubaukraftwerken auf Kohlebasis zum Erliegen gekommen ist, besteht weiterhin ein Bedarf an Planungsarbeiten für gasbasierte Heizkraftwerke, Biomassekraftwerke Müll- und Ersatzbrennstoffkraftwerke. Durch die geopolitischen Spannungen im Zusammenhang mit der russischen Invasion in die Ukraine und der daraus resultierenden Folgen für die Gasversorgung ergeben sich ebenfalls Chancen im Zusammenhang mit dem Bedarf an Ingenieurdienstleistungen für die effiziente Einstellung von Gaskraftwerken. Zudem fördert das Knowhow der VPC-Gruppe im Bereich der Emissionsminderung weiterhin die Chancen auf Beauftragung von Beratungs- und Engineering-Leistungen hinsichtlich der insbesondere innerhalb der EU gestiegenen gesetzlichen Umweltschutzanforderungen für Gas- und Kohlekraftwerke (z.B. BREF-Maßnahmen). Daneben ist eine Verschiebung hin zu Ingenieurleistungen für Power-to-X-Anlagen, Wasserstoffanlagen, energetische Speicheranlagen, Quartierslösungen sowie hin zu Höherautomatisierung von Energieanlagen zu verzeichnen. Weiterhin ist davon auszugehen, dass die Nachfrage im Bereich der elektrischen Netze und erneuerbare Energien weiter hoch sein wird. Auch wenn einige dieser Projektchancen international nachgefragt werden, sind die Währungskursrisiken als gering einzuschätzen, da es sich i.W. um EU-geförderte, und damit in EURO bezahlte Leistungen handelt. Sollten diesbezüglich mehr Aufträge als geplant abgewickelt werden können, könnten sich hieraus Verbesserungen der finanziellen Steuerungsgrößen im folgenden Geschäftsjahr ergeben.

Der Trend zu einer weiteren Urbanisierung und stetig wachsenden bzw. sich modernisierenden Infrastruktur ist nach unserer Einschätzung ungebrochen. Insofern sehen wir durch die Bündelung unseres Angebotsportfolios auf dedizierte Beratungsfelder in diesem Bereich weiterhin Chancen. Aus Unternehmensperspektive verläuft die Entwicklung urbaner Räume und Infrastrukturen auf Grund des Bevölkerungswachstums und entsprechenden Nachholbedarfs im außereuropäischen Ausland deutlich dynamischer, daher liegen die Opportunitäten für die Entwicklung der Gruppe weiterhin verstärkt im Ausland. Ausnahme bildet hier das Thema Mobilität, welches unsere Kompetenzen aus der Transport-, Automobil- und Infrastrukturberatung optimal verknüpft. Dieses Thema ist für die Automobilindustrie, den öffentlichen Nahverkehr sowie auch für die Akteure der Stadt- & Distriktverwaltungen eine zunehmende Herausforderung und erfordert sowohl weitere konzeptionelle Beratung als auch Unterstützung bei der Umsetzung, insbesondere im nationalen Rahmen. Hierbei sind unsere Erfahrungen und Stärken im Bereich Elektromobilität sowie im Bereich vernetzter Mobilitätsinfrastruktur wesentliche Assets für zukünftige Beratungsdienstleistungen, woraus sich positive Effekte auf die finanziellen Steuerungsgrößen ergeben könnten. Hierbei ist ein mittelfristiger Zeithorizont unterstellt. Für Saudi-Arabien versprechen wir uns durch unsere langjährige Präsenz und kontinuierliche Kundennähe vor Ort einen durchaus nennenswerten Wettbewerbsvorteil in der Region, welcher sich für die Geschäftsbereiche Water und Mobility in weiteren neuen Aufträgen materialisieren sollte. Hieraus könnte sich eine Chance durch den Anstieg der Auftragseingänge, der Umsatzerlöse und des adjusted EBITDA ergeben.

Ein Chance ergibt sich aus dem deutlichen Preisanstieg für Rohöl und den damit steigenden Einnahmen der ölexportierenden Länder des Nahen und Mittleren Ostens, welche für die Dornier-Gruppe attraktive Märkte darstellen und in deren Infrastrukturmärkten die Dornier-Gruppe sehr präsent ist. Hieraus könnte sich ebenfalls eine Chance durch den Anstieg der Auftragseingänge, der Umsatzerlöse und des adjusted EBITDA ergeben.

Risiken des Dornier-Konzerns

a) Gesamtwirtschaftliche Risiken

Der Dornier-Konzern ist verschiedenen Risiken in Bezug auf das gesamtwirtschaftliche Umfeld ausgesetzt und seine Geschäftstätigkeit ist durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinflusst. Aus der Erfahrung des abgelaufenen Geschäftsjahres ist uns bewusst, dass der Konzern hiervon sowohl negativ (z.B. durch Projektverzögerungen auf Basis beschränkter Reisetätigkeit) als auch in geringem Maße positiv (erhöhte Infrastrukturinvestitionen staatlicher Institutionen) betroffen sein kann. Die Konzerngesellschaften können ihre Dienstleistungen teilweise aus dem Büro oder mobil erbringen. Für wesentliche Bestandteile sind sie aber darauf angewiesen, dass sie vor Ort oder auf der Baustelle wirken können. Sollte beispielsweise diese Vor-Ort-Möglichkeit aufgrund der Pandemie wieder nachhaltig eingeschränkt werden oder Auftraggeber ihre Projekte, Projektabnahmen bzw. Projektvergaben verzögern, kann dies abhängig von Dauer und Intensität zu negativen Einflüssen auf die Leistungsindikatoren führen. Dies ebenso, sollte sich zeigen, dass die Investitionen in Infrastruktur stärker betroffen sein werden als bislang angenommen. Wenngleich die Folgen der Pandemie mittlerweile besser eingeschätzt werden können, ist nicht auszuschließen, dass neue Infektionswellen dazu führen könnten, dass im Prognosezeitraum Kunden und/oder Mitarbeiter in erheblichem Umfang betroffen sein könnten. Wenn sich die konjunkturellen Bedingungen im Geschäftsjahr 2022, insbesondere auch unter dem Eindruck der geopolitischen Spannungen und der weltweiten Wirtschaftssanktionen gegen Russland, weiter verschlechtern, kann dies die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage erheblich negativ beeinflussen. Insgesamt schätzen wir dies als ein mittleres Risiko ein.

b) Risiken im Zusammenhang mit geopolitischen Entwicklungen

Zum Zeitpunkt der Berichterstellung sind die Folgen des Ukraine-Konflikts und die anschließend verhängten Wirtschaftssanktionen noch nicht abschließend einzuschätzen. Derzeit haben die Sanktionen keine erheblichen Auswirkungen auf den Umsatz des Dornier-Konzerns. Allerdings wurde das Büro in Kiev vorübergehend geschlossen und die dort tätigen Mitarbeiter nach Berlin verlagert, von wo aus Aufträge in der Ukraine derzeit weiterbearbeitet werden. Welche Dimensionen die Konsequenzen aus dem Konflikt und den Wirtschaftssanktionen für die Weltwirtschaft haben werden und wie die Konjunktur in den für die Dornier-Gruppe relevanten Märkten betroffen sein wird, ist derzeit nicht verlässlich abzuschätzen. Die Entwicklung wird sorgfältig beobachtet.

Ein Risiko ergibt sich darüber hinaus aus potenzieller Unsicherheit durch geopolitische Spannungen in so genannten Schwellenländern sowie ölexportierenden Nationen des Nahen und Mittleren Ostens, welche für die Gruppe attraktive Märkte darstellen, sowie aus der volatilen Preisentwicklung für Rohöl. Insbesondere sich wieder verstärkende Krisen könnten einen negativen Einfluss auf die finanziellen Leistungsindikatoren haben. Die Eintrittswahrscheinlichkeit hierfür wird von der Geschäftsführung als mittel eingeschätzt. Insgesamt sieht die Geschäftsführung diesbezüglich ein niedriges Risiko.

c) Operative Risiken

Der Konzern erbringt im Geschäftsbereich Energy & Environment bzw. nunmehr Power and Heat diverse Leistungen für einige Großkunden, wodurch für diesen Geschäftsbereich eine gewisse Umsatzabhängigkeit mit den Großkunden besteht. Sofern diese Großkunden keine oder deutlich geringere Leistungen abrufen, hätte dies erheblich negative Auswirkungen auf die finanziellen Leistungsindikatoren des Konzerns. Der Konzern begrenzt dieses Risiko durch den Abschluss von Rahmenverträgen. Im Geschäftsjahr konnten z.B. bestehende Rahmenverträge verlängert werden. Die Konditionen sind im Vergleich zu anderen Kundengruppen niedrig, jedoch kann dadurch eine gute Grundauslastung generiert werden. Die Eintrittswahrscheinlichkeit für dieses Risiko wird als gering eingeschätzt und hieraus insgesamt ein niedriges Risiko gesehen.

Durch die Erbringung von Planungsleistungen ist der Konzern im Bereich einiger Geschäftsbereiche dem Risiko von Planungsfehlern ausgesetzt, insbesondere im Zusammenhang mit der Abarbeitung von Planungsaufträgen mit größeren Wertvolumina. Planungsfehler könnten dazu führen, dass es zu Nachforderungen von Unterauftragnehmern und Kunden kommt, die Reputation beeinträchtigt wird mit Auswirkungen auf die Erlangung von Folgeaufträgen sowie dass die Kosten des Planungsauftrags deutlich höher als angenommen ausfallen. Der Konzern begegnet diesem Risiko durch eine entsprechende Projektorganisation und einem dezidierten Projektcontrolling. Regelmäßige Projektdurchsprachen, gestaffelt nach Komplexität und Wertvolumen der zu bearbeitenden Aufgaben, helfen dabei, etwaige Risiken frühzeitig transparent zu machen. Darüber hinaus wurde und wird das technische Qualitätsmanagementsystem gepflegt und ständig ausgebaut. Für mögliche Schadensfälle und Haftungsrisiken bei der Projektabwicklung wurden entsprechende Versicherungen abgeschlossen, die sicherstellen, dass finanzielle Folgen nur auf einen vereinbarten, kalkulierbaren Eigenanteil begrenzt bzw. gedeckt sind. Das Kernstück des Versicherungsschutzes ist die Planungshaftpflicht für alle Ingenieurleistungen im ln- und Ausland. Die Geschäftsführung schätzt die Auswirkungen auf die finanziellen Steuerungsgrößen sowie die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering ein und geht insgesamt von einem geringen Risiko aus.

Im Geschäftsbereich Power and Heat ist der Konzern in einem gewissen Umfang dem Risiko von Lieferkettenproblematiken ausgesetzt. Sollten die für die Abarbeitung von Projekten benötigten Materialien verzögert geliefert werden, könnte dies entsprechende Mehrkosten für das Projekt bedeuten. Die Eintrittswahrscheinlichkeit für dieses Risiko wird als gering eingeschätzt und hieraus insgesamt ein niedriges Risiko gesehen.

d) Finanzrisiken

Der Dornier-Konzern ist dem Risiko von Forderungsausfällen ausgesetzt. Es muss grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass eine schwierigere konjunkturelle Situation zu einem Anstieg von Forderungsausfällen führen kann. Die Kundenstruktur des Dornier-Konzerns ist zum Teil von öffentlichen Auftraggebern geprägt. Forderungen mit Bezug zu Projekten in Saudi-Arabien, die eine hohe Überfälligkeit aufwiesen, wurden bereits im Vorjahr wertberichtigt. Sollten Forderungen ausfallen, hätte dies einen erheblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Durch gezieltes Forderungsmanagement wird diesem Risiko begegnet. Die Eintrittswahrscheinlichkeit für dieses Risiko wird zum Zeitpunkt der Berichterstattung als niedrig eingestuft und die Geschäftsführung geht diesbezüglich insgesamt von einem moderaten Risiko aus.

Darüber hinaus ist der Konzern grundsätzlich einem Liquiditätsrisiko ausgesetzt. Hierunter versteht der Konzern das Risiko, dass der Konzern zahlungsunfähig wird. Die Geschäftsführung unterzieht die Liquiditätslage des Konzerns einer dauerhaften Beobachtung, Planung und Vorhersage. In diesen Vorhersagen ergibt sich für den Konzern bis zum Jahresende 2023 kein Liquiditätsengpass. Die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des Konzerns ist - nach dem derzeitigen Stand der Unternehmensplanung - durch den im Geschäftsjahr 2019 für die gesamte Gruppe abgeschlossenen Kreditvertrag (Kontokorrentkredit) in Höhe von 5 Mio. € und einen Avalrahmen in Höhe von 8 Mio. € im Planungszeitraum sichergestellt. Darüber hinaus verfügt der Konzern über ein Darlehen von der KfW aus dem KfW-Sonderprogramm 2020 in Höhe von 3.000 T€ mit einer Laufzeit von 5 Jahren sowie über Darlehen in Höhe von 0,8 Mio. € durch das quotal einbezogene Unternehmen Encotec Energy (India) Pvt. Ltd. Die Eintrittswahrscheinlichkeit für dieses Risiko wird zum Zeitpunkt der Berichterstattung als niedrig eingestuft und die Geschäftsführung geht diesbezüglich insgesamt von einem niedrigen Risiko aus.

Den möglichen Auswirkungen einer hohen Volatilität der Wechselkurse der Leitwährungen wird teilweise durch gezielte Sicherungsgeschäfte und insbesondere durch eine Erhöhung der lokalen Wertschöpfung im Ausland begegnet. Hier sieht die Geschäftsführung ein moderates Risiko für die finanziellen Steuerungsgrößen mit einer mittleren Eintrittswahrscheinlichkeit. Daher werden zur Absicherung von Zahlungsströmen aus Projekten in Fremdwährung teilweise Devisentermingeschäfte mit entsprechenden Fälligkeiten abgeschlossen, welche das Wechselkursrisiko im Zeitpunkt des Zahlungseinganges minimieren, um somit negative Auswirkungen auf den Umsatz und das adjusted EBITDA zu verhindern. Die Geschäftsführung geht diesbezüglich insgesamt von einem mittleren Risiko aus.

e) Risiken im Bereich Human Resources

Die Verfügbarkeit qualifizierter und motivierter Personalressourcen, insbesondere Ingenieurspersonal, ist eine Grundvoraussetzung für die Geschäftstätigkeit eines Beratungsunternehmens. Sollten Mitarbeiter in Schlüsselpositionen den Konzern verlassen und der Konzern nicht in der Lage sein, offene Stellen wiederzubesetzen, könnte dies erhebliche Auswirkungen auf die Möglichkeiten der Auftragsannahme und der Abarbeitung von Aufträgen haben. Die Dornier-Gruppe betreibt weiterhin einen hohen Recruitment-Aufwand, um dem entgegenzuwirken. Auch wird weiterhin ein Hauptaugenmerk auf die Retention qualifizierter Experten und Berater gelegt, um daraus negative Auswirkungen auf die finanziellen Leistungsindikatoren zu minimieren. Zudem ist die Dornier-Gruppe in einigen Geschäftsbereichen auf die Unterstützung von Subunternehmern angewiesen. Sollte es aufgrund von wirtschaftlichen Entwicklungen oder im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie dazu kommen, dass nicht in ausreichendem Maße auf externe Subunternehmer zurückgegriffen werden kann, hätte dies gleichsam Auswirkungen auf die Möglichkeiten der Auftragsannahme und der Abarbeitung von Aufträgen. Die Geschäftsführung schätzt die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering ein und geht insgesamt von einem geringen Risiko aus.

Für den Konzern ergaben sich im Geschäftsjahr 2021 weder durch Einzelrisiken noch durch aggregierte Risikoposition eine Bestandsgefährdung. Auch für die nächsten 12 Monate sind keine derartigen Risiken erkennbar.

4 Prognosebericht

Das konjunkturelle Umfeld beeinflusst die künftige Branchenentwicklung und damit auch den künftigen Geschäftsverlauf des Dornier-Konzerns. Ein positives wirtschaftliches Umfeld erhöht die Investitionsneigung von Unternehmen, was sich auf die Geschäftstätigkeit des Konzerns positiv niederschlagen könnte. Ein negatives wirtschaftliches Umfeld hat entsprechend verringernde Auswirkungen auf die Investitionsneigung.

Zum Zeitpunkt der Berichterstattung stehen die Absatzmärkte des Dornier-Konzerns noch immer unter dem Einfluss der Coronavirus-Pandemie. Zudem ergeben sich erhebliche Auswirkungen auf die konjunkturelle Entwicklung in einigen der für den Konzern relevanten Absatzmärkten aufgrund des Russland-Ukraine-Konflikts und der daraus resultierenden Auswirkungen auf die Inflation und das Zinsniveau. Dadurch verschiebt sich tendenziell die konjunkturelle Erholung in diesen Ländern.

Die globale Wirtschaftstätigkeit erlebt eine breit angelegte und stärker als erwartete Verlangsamung, wobei die Inflation so hoch ist wie seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr. Die Krise der Lebenshaltungskosten, die Verschärfung der finanziellen Bedingungen in den meisten Regionen, die Invasion Russlands in der Ukraine und die anhaltende COVID-19-Pandemie belasten die Aussichten stark. Das globale Wachstum wird sich voraussichtlich von 6,0 Prozent im Jahr 2021 auf 3,2 Prozent im Jahr 2022 und 2,7 Prozent im Jahr 2023 verlangsamen. Dies ist das schwächste Wachstumsprofil seit 2001, abgesehen von der globalen Finanzkrise und der akuten Phase der COVID-19-Pandemie. Die globale Inflation wird voraussichtlich von 4,7 Prozent im Jahr 2021 auf 8,8 Prozent im Jahr 2022 steigen, aber auf 6,5 Prozent im Jahr 2023 und auf 4,1 Prozent im Jahr 2024 zurückgehen. In vielen Staaten ist deshalb eine Straffung der Geldpolitik zu erwarten. Der IWF betont darüber hinaus, dass die Wirtschaftsprognose mit ungewöhnlich hoher Unsicherheit verbunden ist. So könnte sich das Wachstum noch weiter verlangsamen, während die Inflation Prognosen noch übertreffen könnte, falls zum Beispiel Sanktionen auf Russlands Energieexporte ausgeweitet werden. 7

Hinsichtlich der Auftragseingänge gehen wir für das Geschäftsjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr von einem deutlich erhöhten Level aus. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung wurde bereits das Niveau des Vorjahres erreicht.

Die Geschäftsführung hat dies sowie die Einflüsse aus den durch die Corona-Pandemie und dem Russland-Ukraine-Konflikt maßgeblich geprägten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in einer aktualisierten Planung für das Geschäftsjahr 2022 berücksichtigt und dementsprechend ihre Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2022 leicht angepasst. Wir gehen für das Geschäftsjahr 2022 von einer im Vergleich zum Vorjahr leichten Steigerung des Output und des adjusted EBITDA aus.

Aufgrund des Prognosecharakters dieser Einschätzung kann die tatsächliche Entwicklung von unseren Erwartungen wesentlich abweichen.

 

Berlin, den 21. Dezember 2022

Die Geschäftsführung

7 World Economic Outlook, Inflation and uncertainty, October Update 2022

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