Temmler Pharma GmbH
Selbe AdresseGroßhandel mit pharmazeutischen Erzeugnissen
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Virginie Pontlevoy seit 20.3.2026 | Prokura |
Philipp Manuel Ponton seit 19.12.2024 | Prokura |
Philipp Moritz Dr. Schäfer seit 19.12.2024 | Prokura |
Jan Kengelbach seit 1.8.2023 | Geschäftsführer |
Tim Christofer Bauer seit 2.5.2023 | Prokura |
Christian Wolfhard Schmidt seit 23.3.2018 | Prokura |
Bernd Ehlert seit 25.8.2017 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Kühne Holding AG | 85.87% |
Apollo 11 S.à.r.l. | 13.33% |
| 0.64% | |
| 0.16% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Apollo 5 GmbHStarnbergKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzerngesamtergebnisrechnung Konzernbilanz Konzernkapitalflussrechnung Konzerneigenkapitalspiegel Konzernanhang Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe von einer Einheit (TEUR, % usw.) auftreten. Konzerngesamtergebnisrechnung
KonzernbilanzAKTIVA
PASSIVA
Konzernkapitalflussrechnung
Konzerneigenkapitalspiegel
Konzernanhang1. Informationen zum Unternehmen 2. Grundlagen der Konzernabschlusserstellung 3. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 3.1 Konsolidierungsgrundsätze 3.2 Konsolidierungskreis 3.3 Neue Rechnungslegungsvorschriften 3.4 Fremdwährungsumrechnung 3.5 Ermessensentscheidungen und Schätzungen 3.6 Umsatzerlöse 3.7 Immaterielle Vermögenswerte 3.8 Sachanlagen 3.9 Wertminderung von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 3.10 Vorräte 3.11 Steuern vom Einkommen und Ertrag 3.12 Finanzinstrumente 3.13 Finanzerträge und Finanzaufwendungen 3.14 Wertberichtigung finanzieller Vermögenswerte 3.15 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 3.16 Leasingverhältnisse 3.17 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4. Finanzrisikomanagement 4.1 Kreditausfallrisiko 4.2 Liquiditätsrisiko 4.3 Marktrisiko 5. Angaben zur Konzerngesamtergebnisrechnung 5.1 Umsatzerlöse 5.2 Sonstige betriebliche Erträge 5.3 Materialaufwand 5.4 Personalaufwand 5.5 Sonstige betriebliche Aufwendungen 5.6 Finanzerträge 5.7 Finanzaufwendungen 5.8 Steuern vom Einkommen und Ertrag 6. Angaben zur Konzernbilanz 6.1 Immaterielle Vermögenswerte 6.2 Sachanlagen 6.3 Nutzungsrechte 6.4 Vorräte 6.5 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.6 Sonstige finanzielle Vermögenswerte 6.7 Sonstige Vermögenswerte 6.8 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 6.9 Eigenkapital 6.10 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 6.11 Sonstige Rückstellungen 6.12 Finanzielle Verbindlichkeiten 6.13 Sonstige Verbindlichkeiten 7. Angaben zu Leasingverhältnissen 8. Angaben zu Finanzinstrumenten 9. Eventualverbindlichkeiten 10. Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen 11. Anteilsbasierte Vergütungen 12. Honorare der Abschlussprüfer 13. Nachtragsbericht 1. Informationen zum Unternehmen Der Konzernabschluss der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 schließt die Apollo 5 GmbH und ihre Tochtergesellschaften (gemeinsam bezeichnet als "AENOVA", der "Konzern" oder die "AENOVA-Gruppe") ein. Die Apollo 5 GmbH ("die Gesellschaft") ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach deutschem Recht mit registriertem Firmensitz in Berger Straße 8-10, 82319 Starnberg, Deutschland. Die Apollo 5 GmbH ist im Handelsregister des Amtsgerichts München unter der Nummer HRB 199543 registriert. Die Muttergesellschaft der Apollo 5 GmbH ist die Apollo 8 GmbH, Starnberg, Deutschland. Die Apollo 8 GmbH ist im Handelsregister des Amtsgerichts München unter der Nummer HRB 200075 registriert. Hauptanteilseigner der Apollo 8 GmbH ist die Apollo 11 S.à r.l., Luxemburg. Oberstes beherrschendes Unternehmen ist der Fonds BC European Capital IX, Guernsey, Vereinigtes Königreich. Das Mutterunternehmen, welches den Konzernabschluss für den größten und zugleich auch kleinsten Kreis an Unternehmen aufstellt, ist die Apollo 8 GmbH, Starnberg, Deutschland (i. Vj. Apollo 11 S.à r.l.). Dieser Konzernabschluss wird beim Unternehmensregister veröffentlicht werden. Die AENOVA-Gruppe ist einer der weltweit größten pharmazeutischen Auftragshersteller hinsichtlich Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Arznei- und Nahrungsergänzungsmitteln. AENOVA ist mit insgesamt 15 Produktionsstandorten in sechs Ländern aktiv. 2. Grundlagen der Konzernabschlusserstellung Der Konzernabschluss wurde in Übereinstimmung mit § 315e HGB und mit allen International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung in der Europäischen Union (EU) anzuwenden waren, sowie in Übereinstimmung mit den Veröffentlichungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) erstellt. Die Konzerngesamtergebnisrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt. Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt, der die funktionale Währung des Konzerns darstellt. Sofern nichts anderes angegeben ist, werden sämtliche Werte entsprechend kaufmännischer Rundung auf Tausend Euro (TEUR) auf- oder abgerundet. Der vorliegende Konzernabschluss ist von der Geschäftsführung am 26. April 2023 genehmigt und zur Veröffentlichung freigegeben worden. 3. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die spezifischen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden, wie im Folgenden dargestellt, stetig für alle in diesem Konzernabschluss dargestellten Perioden und Stichtage von den in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften angewandt. 3.1 Konsolidierungsgrundsätze In den Konzernabschluss werden alle Tochterunternehmen einbezogen, die von der Apollo 5 GmbH unmittelbar oder mittelbar beherrscht werden. Die Gesellschaft erlangt die Beherrschung, wenn sie die Verfügungsmacht über das Beteiligungsunternehmen ausüben kann, schwankenden Renditen aus ihrer Beteiligung ausgesetzt ist und die Renditen aufgrund ihrer Verfügungsmacht der Höhe nach beeinflussen kann. Konzerninterne Gewinne und Verluste, Aufwendungen und Erträge sowie die konzernintern bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten werden im Zuge der Konzernabschlusserstellung eliminiert. 3.2 Konsolidierungskreis Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 beinhaltet neben der Apollo 5 GmbH insgesamt 22 Tochtergesellschaften (2021: 24 Tochtergesellschaften). Zum 31. Dezember 2022 werden die folgenden Gesellschaften in den Konzernabschluss im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen:
Mit Wirkung zum 1. Januar 2022 wurde die Aenova France SAS auf die Swiss Caps AG verschmolzen. Swiss Caps (UK) Ltd. wurde in 2022 geschlossen und entkonsolidiert. Für die Aenova Holding GmbH, Aenova Sales International GmbH, Aenova IP GmbH, Dragenopharm Apotheker Püschl GmbH, Swiss Caps GmbH, Temmler Pharma GmbH, Haupt Pharma Amareg GmbH, Haupt Pharma Münster GmbH, Haupt Pharma Wolfratshausen GmbH, Haupt Pharma Wülfing GmbH sowie die C.P.M. ContractPharma GmbH wurden für den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 die Befreiungsvorschriften des § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch genommen. Für die Temmler Ireland Limited wurden für den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 ebenfalls die Befreiungsvorschriften des Abschnitt 357 des irischen Companies Act 2014 in Anspruch genommen. 3.3 Neue Rechnungslegungsvorschriften Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 waren die folgenden vom IASB verabschiedeten und von der EU freigegebenen Standards sowie Interpretationen erstmalig verpflichtend anzuwenden:
Die in der Tabelle aufgelisteten Änderungen bestehender IFRS Standards hatten keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Folgende, vom IASB herausgegebene und von der EU bereits freigegebene Rechnungslegungsverlautbarungen sind noch nicht verpflichtend anzuwenden, jedoch von AENOVA vorzeitig angewendet worden:
Änderung an IAS 1 Angaben zu Rechnungslegungsmethoden Die Änderung an IAS 1 erfordert, dass lediglich die wesentlichen Rechnungslegungsmethoden im Anhang dargestellt werden. Um wesentlich zu sein, muss die Rechnungslegungsmethode mit wesentlichen Transaktionen oder anderen Ereignissen im Zusammenhang stehen und es muss einen Anlass für die Darstellung geben. Ein Anlass kann bspw. darin bestehen, dass die Methode geändert wurde, es sich um ein Wahlrecht handelt, die Methode komplex oder stark ermessensbehaftet ist oder in Übereinstimmung mit IAS 8.10-11 entwickelt wurde. Damit sollen in Zukunft unternehmensspezifische Ausführungen anstelle von standardisierten Ausführungen im Vordergrund stehen. Aenova hat entsprechend die Anhangangaben zu Rechnungslegungsmethoden angepasst. Änderung an IAS 8 Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen Die Änderung an IAS 8 hatte keine Auswirkung auf den Konzernabschluss. Neu herausgegebene, aber noch nicht angewandte Rechnungslegungsvorschriften Folgende, vom IASB herausgegebene und von der EU bereits freigegebene Rechnungslegungsverlautbarungen sind noch nicht verpflichtend anzuwenden und von AENOVA auch noch nicht vorzeitig angewendet worden:
Die in der Tabelle aufgelisteten neu herausgegebenen, aber noch nicht verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsverlautbarungen werden erwartungsgemäß keinen wesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss haben. 3.4 Fremdwährungsumrechnung Fremdwährungstransaktionen Geschäftsvorfälle, die in anderen Währungen als der funktionalen Währung abgewickelt werden, werden mit dem aktuellen Wechselkurs am Tag des Geschäftsvorfalls erfasst. Monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum Bilanzstichtag in Fremdwährungen geführt werden, werden zum Stichtagskurs in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste aus diesen Fremdwährungsbewertungen erfasst AENOVA erfolgswirksam. Nicht-monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden zu historischen Wechselkursen fortgeführt. Konzernunternehmen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten von Konzerngesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden unter Verwendung des Wechselkurses zum Bilanzstichtag in Euro umgerechnet. Die Gewinn- und Verlustrechnungen der Fremdwährungsgesellschaften werden im Konzern zum Durchschnittskurs der Berichtsperiode umgerechnet. Alle sich ergebenden Fremdwährungsdifferenzen werden in einem separaten Posten innerhalb der sonstigen Bestandteile des Eigenkapitals erfasst. 3.5 Ermessensentscheidungen und Schätzungen Allgemein Bei der Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS muss die Geschäftsführung Ermessungsentscheidungen sowie Annahmen treffen und Schätzungen vornehmen, die sich auf die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualschulden auswirken. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen. Die den Schätzungen zugrunde liegenden Annahmen werden regelmäßig überprüft. Schätzungsänderungen werden in der Periode erfasst, in der die Änderung der Annahmen eintritt und in zukünftig betroffenen Perioden. Unternehmenszusammenschlüsse Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen werden Schätzungen bei der Bewertung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden vorgenommen. Grundsätzlich werden die beizulegenden Zeitwerte basierend auf der Prognose zukünftiger Cashflows ermittelt. Wertminderung Geschäfts- oder Firmenwerte Geschäfts- oder Firmenwerte werden jährlich auf Wertminderung überprüft und darüber hinaus zu jedem Zeitpunkt, zu dem Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen. Ein Geschäfts- oder Firmenwert muss den jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ("Cash Generating Unit" bzw. "CGU") bzw. Gruppen von CGUs zugeordnet werden, für die ein positiver Synergieeffekt erwartet wird. Diese Zuordnung erfolgt auf der niedrigsten Ebene, auf der der Geschäfts- oder Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird. Die Definition von CGUs oder Gruppen von CGUs innerhalb des Konzerns, denen ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, wie auch die Zuordnung von Geschäfts- oder Firmenwerten, welche im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworben wurden, zu CGUs oder Gruppen von CGUs, ist Gegenstand von Annahmen und Schätzungen der Geschäftsführung. Der Buchwert der CGUs wird im Rahmen der Werthaltigkeitstests mit dem erzielbaren Betrag der CGUs verglichen. Ein Wertminderungsaufwand auf den Geschäfts- oder Firmenwert wird erfasst, wenn der Buchwert der CGU inklusive des zugehörigen Geschäfts- oder Firmenwerts den erzielbaren Betrag der CGU übersteigt. Der erzielbare Betrag ist definiert als der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Die wichtigsten Annahmen, auf denen die Ermittlung des Nutzungswertes basiert, beinhalten geschätzte Wachstumsraten sowie gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten. Die Prognosen der künftigen Cashflows berücksichtigen Erfahrungen der Vergangenheit und basieren auf der besten von der Unternehmensleitung vorgenommenen Einschätzung künftiger Entwicklungen. Zu den wichtigsten Annahmen hinsichtlich des beizulegenden Zeitwertes verweisen wir auf Abschnitt 6.1. Die Abzinsungssätze spiegeln die aktuellen Markteinschätzungen hinsichtlich des Zeitwerts des Geldes und der den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten jeweils zuzuordnenden spezifischen Risiken wider. Die Berechnung des Diskontierungszinssatzes berücksichtigt den risikolosen Zins, ein entsprechendes unternehmensspezifisches Risiko und Fremdkapitalkosten. Wirtschaftliche Nutzungsdauern von Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten Die wirtschaftlichen Nutzungsdauern langfristiger Vermögenswerte basieren auf Schätzungen der Geschäftsführung. Der Konzern überprüft die geschätzten wirtschaftlichen Nutzungsdauern von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten am Ende jedes Geschäftsjahres. Transaktionskosten Transaktionskosten aus der Refinanzierung des Konzerns werden als Aufwand erfasst, mit Ausnahme der Kosten, welche direkt der Fremdkapitalaufnahme zurechenbar sind. Diese passivierten Posten werden entsprechend der Effektivzinsmethode anteilig über die Laufzeit der Darlehen ertragswirksam aufgelöst. Steuern vom Einkommen und Ertrag Die Gesellschaft und ihre Tochterunternehmen werden regelmäßigen Steuerprüfungen unterzogen. Steuerberechnungen sowie steuerrelevante Vorgänge werden mit den lokal zuständigen Steuerbehörden abgestimmt. Da das Ergebnis dieser Steuerprüfungen unsicher ist, erfolgt eine Einschätzung der Geschäftsführung über die Höhe der notwendigen Rückstellungen, sowohl für tatsächliche als auch für latente Steuern vom Einkommen und Ertrag, unter Einbeziehung externer Berater und des Diskussionsstandes mit der jeweiligen Steuerbehörde. Aktive latente Steuern Bei der Ermittlung der aktiven latenten Steuern sind Einschätzungen über die künftig zu versteuernden Einkommen sowie die Zeitpunkte, zu denen die aktiven latenten Steuern realisiert werden können, zu treffen. Da künftige Geschäftsentwicklungen unsicher sind und sich teilweise dem Einfluss der Geschäftsführung entziehen, sind die zu treffenden Annahmen im Zusammenhang mit der Ermittlung aktiver latenter Steuern in erheblichem Maß mit Unsicherheiten verbunden. Aktive latente Steuern bestehen bei AENOVA unter anderem auf Verlustvorträge. Sie werden für alle bestehenden steuerlichen Verlustvorträge in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass künftig zu versteuerndes Einkommen bzw. passive latente Steuern verfügbar sind, so dass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die Kosten von leistungsorientierten Pensionsplänen basieren auf versicherungsmathematischen Bewertungen. Versicherungsmathematische Bewertungen beinhalten Schätzungen und Annahmen über Diskontierungszinssätze, zukünftige Gehaltssteigerungen, Sterberaten und zukünftige Pensionssteigerungen. Aufgrund der Langfristigkeit dieser Pläne unterliegen diese Schätzungen und Annahmen gewissen Unsicherheiten. Sonstige Rückstellungen Sonstige Rückstellungen werden erfasst, wenn eine wirtschaftliche, rechtliche oder ökologische Verpflichtung wahrscheinlich zu einem zukünftigen Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen wird, dessen Höhe sich verlässlich schätzen lässt. Die Schätzung zukünftiger Kosten unterliegt diversen Unsicherheiten, insbesondere rechtlicher Unsicherheiten in Bezug auf anzuwendende Gesetze und Regelungen sowie Unsicherheiten bezüglich der tatsächlichen Bedingungen in verschiedenen Ländern und an verschiedenen Standorten. Die Kosten werden auf Basis früherer Erfahrungen in vergleichbaren Fällen, Expertenmeinungen, aktueller Kosten und neuen Entwicklungen, die Einfluss auf die Kosten haben, geschätzt. Änderungen dieser Schätzungen könnten einen Einfluss auf das zukünftige Ergebnis des Konzerns haben. Beizulegender Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, andere kurzfristige finanzielle Vermögenswerte, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristige Bankverbindlichkeiten, kurzfristige Leasingverbindlichkeiten und andere kurzfristige Verbindlichkeiten haben im Allgemeinen Restlaufzeiten von weniger als einem Jahr. Die Buchwerte abzüglich der Wertberichtigungen entsprechen in etwa den beizulegenden Zeitwerten. Der beizulegende Zeitwert langfristiger Bankverbindlichkeiten sowie langfristiger Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen wird anhand abgezinster künftiger Zins- und Tilgungszahlungen ermittelt. Bei AENOVA bestehen zwei Managementbeteiligungsprogramme (MEP). Zu den Details siehe Abschnitt 11. Die Bewertung des beizulegenden Zeitwerts des alten MEP wurde in 2020 im Rahmen eines mathematischen Modells anhand einer Monte-Carlo-Simulation bestimmt. Die dem Modell zugrunde gelegte Volatilität wurde von vergleichbaren börsennotierten Unternehmen ("Peer Group") abgeleitet. Der risikolose Zinssatz entsprach dem einer laufzeitäquivalenten deutschen Staatsanleihe. Der Kaufpreis der Anteile für das neue MEP leitete sich vom Fair Value der Anteile zum jeweils relevanten Ausgabezeitpunkt ab. 3.6 Umsatzerlöse Der Umsatz wird auf Grundlage der in einem Vertrag mit einem Kunden festgelegten Gegenleistung gemessen. AENOVA erfasst Erlöse, wenn sie die Verfügungsgewalt über ein Gut oder Dienstleistung an einen Kunden überträgt. Fertigung von Arzneimittelprodukten - Umsatzrealisierung über einen Zeitraum Erlöse und die dazu gehörigen Kosten werden über einen bestimmten Zeitraum erfasst, das heißt, bevor die Ware bzw. die Dienstleistung vom Kunden abgeholt bzw. abgenommen wurde. Voraussetzungen dabei sind, dass AENOVA Arzneimittel gemäß Kundenspezifikation herstellt, die keine alternativen Nutzungsmöglichkeiten für AENOVA aufweist und AENOVA bei einer Kündigung vom Kunden einen Zahlungsanspruch auf Erstattung der bisher entstandenen Kosten einschließlich einer angemessenen Marge hat. Rechnungen werden gemäß den vertraglichen Vereinbarungen gestellt. Nicht in Rechnung gestellte bereits erbrachte Leistungen werden als Vertragsvermögenswerte ausgewiesen. Erhaltene Anzahlungen werden als Vertragsverbindlichkeiten dargestellt. Der Leistungsfortschritt wird auf Basis der Cost-to-Cost-Methode ermittelt. Fertigung von Arzneimittelprodukten - Umsatzrealisierung zu einem Zeitpunkt Für alle anderen Fertigungsaufträge erlangen Kunden Verfügungsgewalt über die Arzneimittelprodukte gemäß der vertraglich vereinbarten Incoterms. Zu diesem Zeitpunkt werden Rechnungen erstellt und Umsätze realisiert. Erbringung von Dienstleistungen und Entwicklungsleistungen Umsatzerlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen beziehen sich v. a. auf analytische Serviceleistungen, Auftragsentwicklungen und Produkttransfers. Der Kunde steuert die gesamten laufenden Arbeiten während der Dienstleistungserbringung. Erlöse und die dazugehörigen Kosten werden über einen bestimmten Zeitraum erfasst. Die Feststellung des Fertigstellungsgrades, nach dem die Umsatzerlöse erfasst werden, erfolgt auf Basis vertraglich geregelter Leistungsabschnitte (sog. "Milestones"), nach erfolgter Abnahme durch den Kunden. Die Bestimmung des Leistungsfortschritts stellt somit eine outputorientierte Methode dar. Rechnungen werden gemäß Milestones gestellt. Erhaltene Anzahlungen werden als Vertragsverbindlichkeiten berücksichtigt. 3.7 Immaterielle Vermögenswerte Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder, sofern sie im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Sie werden linear über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben.
Der Geschäfts- oder Firmenwert stellt den Wert dar, um den die Anschaffungskosten eines Unternehmenszusammenschlusses den Anteil des Konzerns an den beizulegenden Zeitwerten der erworbenen, identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden übersteigen. Ein Geschäfts- oder Firmenwert wird nicht planmäßig abgeschrieben, aber mindestens jährlich auf Werthaltigkeit getestet (vgl. Abschnitt 3.5). 3.8 Sachanlagen Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungen bilanziert. Wenn einzelne Komponenten eines Anlagenguts mit einem bedeutsamen Anschaffungswert im Verhältnis zum Gesamtwert des Anlagenguts unterschiedliche Nutzungsdauern haben, werden diese Komponenten getrennt bilanziert und abgeschrieben (Komponentenansatz). AENOVA wendet die lineare Abschreibungsmethode an.
3.9 Wertminderung von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen AENOVA prüft Sachanlagen sowie immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer auf eine Wertminderung, sofern Anhaltspunkte für einen möglichen Wertberichtigungsbedarf vorliegen. Darüber hinaus wird für noch nicht nutzungsbereite immaterielle Vermögenswerte mindestens einmal jährlich ein Wertminderungstest durchgeführt. Ist der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts niedriger als der Buchwert, erfolgt eine sofortige ergebniswirksame Wertberichtigung. 3.10 Vorräte Vorräte werden zum niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Als Verbrauchsfolgeverfahren wird die gleitende Durchschnittspreismethode angewendet. Zu den Anschaffungskosten zählen alle Kosten des Erwerbs, welche angefallen sind, um die Vorräte an ihren aktuellen Ort und in ihren derzeitigen Zustand zu versetzen. Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen fixen und variablen Material- und Fertigungsgemeinkosten, soweit sie im Zusammenhang mit dem Herstellungsvorgang anfallen. Der Nettoveräußerungspreis ist der geschätzte Verkaufspreis im gewöhnlichen Geschäftsverkehr abzüglich der geschätzten Fertigstellungs- und Vertriebskosten. 3.11 Steuern vom Einkommen und Ertrag Der Ertragssteueraufwand bzw. Steuerertrag stellt die Summe aus tatsächlichem und latentem Steueraufwand bzw. Steuerertrag dar. Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens für das jeweilige Jahr ermittelt. Das zu versteuernde Einkommen unterscheidet sich vom Ergebnis vor Ertragsteuern laut Gewinn- und Verlustrechnung, da es Aufwendungen und Erträge ausschließt, die in früheren oder späteren Jahren oder niemals steuerbar bzw. steuerlich abzugsfähig sind. Die Verbindlichkeit des Konzerns für den laufenden Steueraufwand wird auf Grundlage der geltenden bzw. bis zum Bilanzstichtag gesetzlich fixierten Steuersätze berechnet. Die tatsächlichen Ertragsteuern werden basierend auf den jeweiligen nationalen steuerlichen Ergebnissen und Vorschriften des Jahres berechnet. Darüber hinaus beinhalten die im Geschäftsjahr ausgewiesenen tatsächlichen Steuern auch Anpassungsbeträge hinsichtlich eventuell anfallender Steuerzahlungen bzw. -erstattungen für noch nicht endgültig veranlagte Jahre, allerdings ohne Zinszahlungen bzw. Zinserstattungen und Strafen auf Steuernachzahlungen. Für den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte Beträge wahrscheinlich nicht realisiert werden können (unsichere Steuerpositionen), werden Steuerverbindlichkeiten gebildet. Der Betrag ermittelt sich aus der bestmöglichen Schätzung der erwarteten Steuerzahlung (Erwartungswert bzw. wahrscheinlichster Wert der Steuerunsicherheit). Steuerforderungen aus unsicheren Steuerpositionen werden dann bilanziert, wenn es wahrscheinlich ist, dass sie realisiert werden können. Nur bei Bestehen eines steuerlichen Verlustvortrags oder einer ungenutzten Steuergutschrift wird keine Steuerverbindlichkeit oder Steuerforderung für diese unsicheren Steuerpositionen bilanziert, sondern stattdessen die aktive Latenz für die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften angepasst. Latente Steuern sind die erwarteten Steuerbe- und -entlastungen aus den Differenzen der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden in den Steuerbilanzen der Einzelgesellschaften, verglichen mit den Wertansätzen im Konzernabschluss nach IFRS. Latente Steuern werden nicht für folgende temporäre Differenzen erfasst: erstmalige Aktivierung von Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten in einer Transaktion, die kein Unternehmenszusammenschluss ist und die weder nach IFRS noch steuerlich einen Gewinn oder Verlust nach sich zieht sowie Differenzen aufgrund von Investitionen in Tochterunternehmen in dem Umfang, in dem es wahrscheinlich ist, dass diese sich nicht in absehbarer Zukunft umdrehen werden. Zusätzlich werden keine latenten Steuern auf temporäre Differenzen bei der erstmaligen Bilanzierung eines Geschäfts- oder Firmenwerts gebildet. Latente Steuern werden unter Verwendung des Steuersatzes, der voraussichtlich zum Zeitpunkt der Umkehr der temporären Differenzen gelten wird, basierend auf Gesetzen, die zum Stichtag in Kraft oder verabschiedet sind, berechnet. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, wenn es ein einklagbares Recht gibt, die tatsächlichen Steuerverbindlichkeiten und Steuerguthaben zu saldieren und diese sich auf Steuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde für dasselbe Steuersubjekt oder für unterschiedliche Steuersubjekte erhoben werden, die jedoch beabsichtigen, ihre Steuerverbindlichkeiten und -forderungen gemeinsam beizulegen oder deren Steuerverbindlichkeiten und -forderungen gleichzeitig realisiert werden. Aktive latente Steuern werden in der Höhe gebildet, in der es wahrscheinlich ist, dass zukünftig positive zu versteuernde Ergebnisse erwirtschaftet werden, gegen welche die temporären Differenzen aufgerechnet werden können. Die aktiven latenten Steuern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und um den Betrag reduziert, für den es unwahrscheinlich erscheint, dass ein entsprechendes Steuerguthaben genutzt werden kann. Die Veränderungen der latenten Steuern werden als Steuerertrag oder -aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie betreffen im sonstigen Ergebnis oder unmittelbar im Eigenkapital erfasste Posten; in diesen Fällen werden die latenten Steuern ebenfalls im sonstigen Ergebnis oder unmittelbar im Eigenkapital dargestellt. 3.12 Finanzinstrumente Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden ab dem Zeitpunkt angesetzt, zu dem diese entstanden sind. Alle anderen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden erstmals zu dem Zeitpunkt erfasst, an dem AENOVA Vertragspartei nach den Vertragsbestimmungen des Finanzinstruments wird. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne wesentliche Finanzierungskomponente werden beim erstmaligen Ansatz zum Transaktionspreis bewertet. Alle anderen Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Bei einem Posten, der nicht zu FVTPL (zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn und Verlust) bewertet wird, werden die Transaktionskosten, die direkt seinem Erwerb bzw. seiner Ausgabe zurechenbar sind, hinzugerechnet bzw. abgezogen. Finanzielle Vermögenswerte werden unter Zugrundelegung ihrer vertraglichen Zahlungsstromeigenschaften und des Geschäftsmodells, in dem sie gehalten werden, in folgende Klassen unterteilt: • zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und andere nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten werden nach dem erstmaligen Ansatz zu fortgeführten Anschaffungskosten (Financial Liabilities at amortized costs, FLAC) unter Verwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Die Ausbuchung finanzieller Verbindlichkeiten erfolgt nach deren Tilgung, d.h. wenn diese erfüllt oder aufgehoben sind bzw. auslaufen. Derivative Finanzinstrumente können in andere Kontrakte eingebettet sein, so dass ein hybrides Finanzinstrument vorliegt. Besteht gemäß IFRS 9 eine Trennungspflicht für ein eingebettetes Derivat, so wird dieses vom Basisvertrag separat bilanziert und zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Sofern gemäß IFRS 9 keine Trennung vorgesehen ist, erfolgt die Bilanzierung des hybriden Instruments in Gänze, basierend auf der Klassifizierung des Basisvertrags. 3.13 Finanzerträge und Finanzaufwendungen Finanzerträge umfassen Zinserträge auf angelegtes Kapital, Änderungen des beizulegenden Zeitwerts derivativer Finanzinstrumente und Währungsgewinne. Zinserträge werden dann erfolgswirksam erfasst, wenn sie unter Verwendung der Effektivzinsmethode anfallen. Finanzaufwendungen umfassen Zinsaufwendungen auf Darlehen, den Effekt aus der Aufzinsung von Rückstellungen, Änderungen des beizulegenden Zeitwerts derivativer Finanzinstrumente, Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte und Währungsverluste. Fremdkapitalkosten werden grundsätzlich gemäß der Effektivzinsmethode erfolgswirksam erfasst. 3.14 Wertberichtigung finanzieller Vermögenswerte AENOVA betrachtet einen finanziellen Vermögenswert als nicht einbringbar, wenn es unwahrscheinlich ist, dass der Schuldner seine Kreditverpflichtungen vollständig zahlen kann. AENOVA nimmt Wertberichtigungen in der Höhe vor, in der kein Zahlungseingang erwartet wird. Für erwartete Kreditverluste auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für Vertragsvermögenswerte berechnet AENOVA das Ausfallkreditrisiko auf Basis der Höhe des über die Gesamtlaufzeit zu erwartenden Kreditverlustes. Über die Laufzeit erwartete Kreditverluste sind erwartete Kreditverluste, die aus allen möglichen Ausfallereignissen während der erwarteten Laufzeit des Finanzinstruments resultieren. Der Konzern verwendet dafür eine Wertberichtigungsmatrix. Die nachfolgende Tabelle enthält Informationen über das geschätzte Ausfallrisiko und die erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte:
Der Konzern wendet für sonstige finanzielle Vermögenswerte und für die liquiden Mittel die Ausnahmeregelung des IFRS 9 an, da diese ein geringes Ausfallrisiko besitzen. Alle Wertminderungen werden unabhängig von der Klassifizierung erfolgswirksam erfasst. 3.15 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Der Konzern unterhält verschiedene Pensionspläne. Diese Pläne sind grundsätzlich durch Zahlungen an externe Einheiten (treuhänderisch verwaltete Fonds, Versicherungsgesellschaften, Pensions- und Unterstützungsfonds) finanziert. Der Konzern verfügt sowohl über Leistungs- als auch über Beitragspläne. Die Pensionsrückstellung wird jährlich von unabhängigen Gutachtern unter Verwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens unter Berücksichtigung künftig erwarteter Gehalts- und Rententrends für jeden leistungsorientierten Pensionsplan separat bestimmt. Die bereits erdiente Anwartschaft wird auf den Barwert diskontiert. Dies erfolgt unter Verwendung von Zinssätzen, die aus den Renditen für erstrangige, festverzinsliche Industrieanleihen der Währung, in der die Pensionsleistung gezahlt werden sollen und deren Restlaufzeit, die in etwa der Laufzeit der Verpflichtung bis zur Auszahlung entspricht, abgeleitet werden. Der beizulegende Zeitwert des zugehörigen Planvermögens wird von der Bruttopensionsverpflichtung abgezogen. Hieraus ergibt sich die anzusetzende Nettoschuld. Die Gesellschaft bestimmt den Nettozinsaufwand (-ertrag) durch Multiplikation der Nettoschuld zu Periodenbeginn mit dem der Diskontierung der leistungsorientierten Bruttopensionsverpflichtung am Periodenbeginn zugrunde liegenden Zinssatz, unter Berücksichtigung unterjähriger Zahlungen und Beiträge. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die aus erfahrungsbedingten Anpassungen und Veränderungen der versicherungsmathematischen Annahmen resultieren, sowie der Unterschied zwischen tatsächlich realisierter Planvermögensrendite und der zu Periodenbeginn typisierend angenommenen Rendite, werden in der Periode ihres Entstehens in den sonstigen Bestandteilen des Eigenkapitals erfasst. Der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand wird sofort ergebniswirksam erfasst. Ändert sich der Barwert einer leistungsorientierten Verpflichtung infolge einer Planänderung oder Plankürzung, erfasst die Gesellschaft die hieraus resultierenden Effekte als nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand im Gewinn oder Verlust der Periode. Die im Rahmen von Beitragsplänen zu zahlenden Beträge werden aufwandswirksam erfasst und als Personalaufwand ausgewiesen, wenn die Verpflichtung zur Zahlung der Beträge entsteht. 3.16 Leasingverhältnisse Falls der zugrunde liegende Vermögenswert nicht von geringem Wert ist, erfasst AENOVA am Bereitstellungsdatum als Leasingnehmer für Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten einen Vermögenswert für das Nutzungsrecht und eine Leasingverbindlichkeit. Kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse von geringem Wert werden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand erfasst. AENOVA bilanziert Leasing- und Nichtleasingkomponenten als eine einzige Leasingkomponente. Nutzungsrechte umfassen im Rahmen der erstmaligen Bewertung die entsprechende Leasingverbindlichkeit zuzüglich anfänglicher direkter Kosten und Leasingraten, die zu oder vor Beginn des Leasingverhältnisses geleistet werden. Die Folgebewertung der Nutzungsrechte erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen. Effekte aus der Neubewertung der Leasingverbindlichkeiten werden berücksichtigt. Nutzungsrechte werden planmäßig linear über den Leasingzeitraum abgeschrieben. Wenn das Eigentum an dem Leasinggegenstand am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf den Konzern übergeht oder die Ausübung einer Kaufoption hinreichend sicher ist, werden die Abschreibungen anhand der erwarteten Nutzungsdauer des Leasinggegenstands ermittelt. Die Bestimmung der erwarteten Nutzungsdauern erfolgt nach den Vorschriften für Sachanlagen. Leasingverbindlichkeiten werden erstmalig mit dem Barwert der über die Laufzeit des Leasingverhältnisses zu leistenden Leasingzahlungen bewertet, die unter Verwendung des Grenzfremdkapitalzinssatzes abgezinst werden. Leasingverbindlichkeiten werden nachfolgend zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Sie werden im Falle von Änderungen oder Neubewertungen des Leasingverhältnisses angepasst. Zur Ermittlung seines Grenzfremdkapitalzinssatzes erlangt der Konzern Zinssätze von verschiedenen externen Finanzquellen und nimmt Anpassungen vor, um die Leasingbedingungen zu berücksichtigen. 3.17 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Unter den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten werden Kassenbestände sowie Guthaben bei Kreditinstituten mit einer Laufzeit von bis zu drei Monaten ausgewiesen. 99 % der liquiden Mittel liegen bei Banken und Kreditinstituten mit einem Moody's-Rating von Baa1 oder besser. In diesen 99 % sind mindestens 51 % enthalten, die mit A1 oder höher gerated sind. 4. Finanzrisikomanagement AENOVA ist finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Diese lassen sich in drei Bereiche gliedern:
Das Konzernrisikomanagement konzentriert sich auf unvorhersehbare Ereignisse auf den Finanzmärkten und versucht nachteilige Effekte auf das Gruppenergebnis zu minimieren. Die Gesamtverantwortung für die Etablierung und Überwachung eines konzernweiten Risikomanagements liegt bei der Geschäftsführung. Das Risikomanagement wird von definierten Verantwortlichen innerhalb der Abteilungen Corporate Accounting, Corporate Controlling und Treasury nach festgelegten Vorgaben ausgeführt, die von der Geschäftsführung genehmigt wurden. Die Risikoidentifikation, -bewertung und -absicherung erfolgt in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit den operativen Geschäftseinheiten. Dieser Abschnitt gibt Informationen über die Risikopositionen, die Ziele des Risikomanagements, die Methoden und Prozesse, das Risiko zu messen und zu steuern sowie über die Kapitalsteuerung. Die Kreditverträge der AENOVA-Gruppe enthalten Financial Covenants. AENOVA überwacht die Einhaltung dieser Kennzahlen fortlaufend auf Basis von Forecasts und Simulationen. Sämtliche Covenants wurden im Berichtsjahr mit genügend Spielraum eingehalten. 4.1 Kreditausfallrisiko Das Ausfallrisiko ist das Risiko eines finanziellen Verlusts, falls ein Kunde oder Geschäftspartner in Bezug auf ein Finanzinstrument seine vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllen kann. Es erwächst hauptsächlich aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen des Konzerns gegenüber Kunden. Der Buchwert finanzieller Vermögenswerte entspricht hierbei dem maximalen Ausfallrisiko.
Das Ausfallrisiko wird von einer zentralen Stelle (Kreditrisikomanagement) analysiert und gesteuert. Die ausstehenden Beträge werden wöchentlich analysiert und bewertet. Zudem werden Maßnahmen mit den zuständigen Kundenverantwortlichen festgelegt. Bei neuen Geschäftsbeziehungen erfolgt durch die Einzelgesellschaft zur Festlegung risikoadäquater Zahlungs- und Lieferbedingungen grundsätzlich eine eigenverantwortliche Analyse der Ausfallrisiken. Das zentrale Kreditrisikomanagement prüft und genehmigt die Bedingungen einzelfallbezogen, wenn möglich unter Hinzunahme der Einschätzung externer und unabhängiger Ratingagenturen. Externe Kunden-Ratings werden verwendet, sofern diese vorliegen. Soweit diese nicht vorliegen, wird basierend auf einer qualitativen Analyse des Kunden, Erfahrungswerten und weiteren Kriterien eine interne Risikoprüfung durchgeführt. Bedeutende Risikokonzentrationen lagen im Berichtszeitraum nicht vor, da sich der Gesamtbestand der Forderungen auf eine ausreichend hohe Zahl an Einzelkunden aus verschiedenen Ländern verteilte. Waren werden mit Eigentumsvorbehaltsklauseln verkauft, sodass für AENOVA im Falle eines Zahlungsausfalls eine gesicherte Forderung besteht. Verlustraten werden auf Grundlage der tatsächlichen Kreditverluste der letzten drei Jahre berechnet. Diese Raten wurden - sofern notwendig - mit Skalierungsfaktoren multipliziert, um die Unterschiede zwischen den wirtschaftlichen Bedingungen zum Zeitpunkt der Sammlung der historischen Daten, den derzeitigen Bedingungen und der Sicht des Konzerns auf die wirtschaftlichen Bedingungen über die erwartete Laufzeit der Forderungen widerzuspiegeln. Der bei der Schätzung von erwarteten Kreditverlusten maximal zu berücksichtigende Zeitraum ist die maximale Vertragslaufzeit, in der der Konzern einem Kreditrisiko ausgesetzt ist. 4.2 Liquiditätsrisiko Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, dass AENOVA nicht in der Lage sein wird, seinen finanziellen Verpflichtungen, wie beispielsweise der Tilgung von Finanzschulden oder der Begleichung von Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten, bei deren Fälligkeit nachzukommen. Treasury stellt im Rahmen der Liquiditätssteuerung sicher, dass immer ausreichend liquide Mittel vorhanden sind, um den Zahlungsverpflichtungen sowohl unter normalen als auch unter erschwerten Bedingungen rechtzeitig nachzukommen, ohne dabei inakzeptable Verluste oder das Risiko einer Rufschädigung eingehen zu müssen. Hiervon ausgenommen sind mögliche Einflüsse von außergewöhnlichen Ereignissen, wie beispielsweise Naturkatastrophen, die nicht verlässlich planbar sind. Zum Zwecke der kurz- und mittelfristigen Liquiditätssteuerung wird eine Liquiditätsvorschau erstellt. Die Erstellung erfolgt durch die Konzern-Gesellschaften. Die Konsolidierung und Auswertung erfolgt auf Ebene der AENOVA Holding GmbH. Die Liquiditätsvorschau berücksichtigt dabei die Finanzierungspläne der AENOVA (Zins- und Tilgungszahlungen), die Einhaltung bestimmter finanzieller Kennzahlen ("Financial Covenants"), die Einhaltung interner Zielvorgaben bezüglich Bilanzkennzahlen und - soweit vorhanden - externe regulatorische oder gesetzliche Vorgaben. AENOVA nutzt die Liquiditätsvorschau, um die wesentlichen Zahlungsbewegungen zu verfolgen und eine ausreichende Liquidität in der AENOVA-Gruppe zu gewährleisten. Weiterhin nutzt der Konzern die monatlichen Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen, Working Capital Planungen und Investitionsmeldungen zur Überwachung der mittel- und langfristigen Liquidität. Neben der effektiven Steuerung der Liquidität und des Working Capitals verringert der Konzern das Liquiditätsrisiko durch ein revolvierendes Darlehen. Der überwiegende Teil der Verbindlichkeiten ist hinsichtlich Rückzahlungszeitpunkt fixiert. Die Risikokonzentration besteht im Wesentlichen gegenüber der UniCredit Bank AG, München. Durch die ausreichend vorhandene Liquidität sowie die bestehenden Kreditlinien sieht sich AENOVA einer moderaten Risikokonzentration ausgesetzt. Die vertraglich vereinbarten zukünftigen Zahlungsmittelabflüsse der bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten sind in der folgenden Tabelle undiskontiert dargestellt. Diese beinhaltet Zins- und Tilgungszahlungen. Zahlungsmittelabflüsse von finanziellen Verbindlichkeiten, die auf Anfrage rückzahlbar sind, werden zum frühestmöglichen Rückzahlungszeitpunkt dargestellt. Zahlungen, deren Höhe von einem variablen Zinssatz abhängen, werden zu den Marktbedingungen am jeweiligen Bilanzstichtag dargestellt. Zum 31. Dezember 2022 ist nicht abzusehen, dass die Zahlungsmittelabflüsse wesentlich früher oder mit einem wesentlich abweichenden Betrag entstehen können.
* Inklusive Zinszahlungen bis Fälligkeit
der gesamten Bankdarlehen. Vorjahreswerte angepasst.
4.3 Marktrisiko Fremdwährungsrisiko Fremdwährungsrisiken resultieren aus operativen Tätigkeiten sowie Investitionen in ausländische Geschäftsbetriebe. Das Fremdwährungsrisiko einzelner Tochtergesellschaften wird anhand der jeweiligen funktionalen Währung gesteuert und optimiert. Das Konzernmanagement hat Vorgaben aufgestellt, nach denen sich die Einzelgesellschaften gegen Fremdwährungsrisiken absichern müssen. Einzelgesellschaften, die wesentliche Transaktionen in anderer Währung als ihrer funktionalen Währung tätigen, sind verpflichtet, sich gegen wesentliche Fremdwährungsrisiken unter Einbeziehung von Treasury abzusichern. Die Absicherung erfolgt überwiegend durch das Vorhalten von Fremdwährungen. Den operativen Einheiten ist es untersagt, aus spekulativen Gründen Derivate abzuschließen oder Finanzmittel in Fremdwährungen aufzunehmen oder anzulegen. Die Fremdwährungscashflows werden laufend analysiert und können bei Bedarf durch Termingeschäfte wie Devisenoptionen oder Forward Geschäfte abgesichert werden, um Währungsverluste zu vermeiden. Zahlungsüberhänge aus Verkaufstransaktionen werden durch natürliche Absicherung über eine Steuerung der Zahlungsein- und -ausgänge in der jeweiligen Währung ausgeglichen (Natural Hedge Strategie). Das Risiko aus Währungsschwankungen wird derzeit als gering eingestuft und ist daher nicht Teil der regelmäßigen Berichterstattung an die Geschäftsführung. Zinsrisiko Das Zinsrisiko der AENOVA ergibt sich aus den langfristigen, variabel verzinslichen Darlehen. Durch die Aufnahme von Fremdmitteln zu variablen Zinsen unterliegt der Konzern einem Cashflow-Zinsrisiko. Durch Fremdmittel zu festen Zinsen unterliegt der Konzern einem Fair Value-Zinsrisiko. Die Gruppe analysiert ihre Zinsrisiken auf dynamischer Basis. Basierend auf den verschiedenen Szenarien kann der Konzern sein Cashflow-Zinsrisiko durch Zinscaps steuern. Mit Abschluss eines Zinscaps wird der Referenzzinssatz durch eine Obergrenze limitiert. AENOVA ist bezogen auf das Konsortialdarlehen Zinsrisiken aufgrund von Bankdarlehen mit variablem Zinssatz ausgesetzt. Die Zinssätze setzen sich aus einer festen Marge und einer variablen Zinskomponente auf Basis des EURIBOR (1, 2, 3 oder 6 Monate) zusammen. Die variable Komponente ist mit einem Floor von 0,00 % versehen, sodass bei einem EURIBOR von kleiner 0,00 % die Marge plus 0,00 % als variabler Zins angesetzt wird. Der Nominalbetrag der langfristigen Bankdarlehen mit variablem Zinssatz beträgt zum 31. Dezember 2022 565.000 TEUR. Aktuell nutzt AENOVA keine Zinssicherungsinstrumente. Obwohl AENOVA einen weiteren Anstieg des EURIBOR für wahrscheinlich erachtet, sieht die Gesellschaft in Anbetracht der hohen Absicherungskosten keinen eindeutigen kurzfristigen Vorteil durch den Einsatz von Zinsabsicherungsinstrumenten. Folgende Sensitivitätsanalyse zeigt die Effekte von Veränderungen des Marktzinssatzes von 100 Basispunkten zum Berichtsdatum auf das Konzernergebnis vor Steuern, sowie auf das Eigenkapital. Die Analyse basiert auf den folgenden Annahmen:
5. Angaben zur Konzerngesamtergebnisrechnung 5.1 Umsatzerlöse In den folgenden Tabellen werden die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden nach den wichtigsten Darreichungsformen sowie den Entwicklungs- und Lizenztätigkeiten dargestellt. Außerdem werden sie nach dem Zeitpunkt der Umsatzrealisierung und nach Regionen auf geschlüsselt.
Die folgende Tabelle gibt Auskunft über Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden:
Die Vertragsvermögenswerte betreffen im Wesentlichen Ansprüche des Konzerns auf Gegenleistung für abgeschlossene, aber zum Stichtag noch nicht abgerechnete Leistungen aus der Auftragsfertigung von Arzneimitteln. Die Vertragsvermögenswerte werden in die Position "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen" umgegliedert, sobald die Rechte vorbehaltlos werden. Dies geschieht in der Regel mit Rechnungsstellung an den Kunden. Die Vertragsverbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen die von Kunden erhaltenen Investitionszuschüsse für die Anschaffung von Maschinen und Werkzeugen zur Herstellung von Arzneimitteln und werden über einen bestimmten Zeitraum als Umsatzerlöse realisiert. Der Anstieg ist maßgeblich auf Investitionszuschüsse im Geschäftsjahr, aber auch auf höhere Anzahlungen für Produkte zurückzuführen. 5.2 Sonstige betriebliche Erträge
Aktivierte Eigenleistungen betreffen größtenteils Eigenleistungen im Zusammenhang mit Ein- und Umbauten von Sachanlagevermögen sowie im Zusammenhang mit Software-Implementierungen. Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen entfallen im Wesentlichen auf Gewährleistungsrückstellungen. In den übrigen sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Auflösung abgegrenzter Schulden in Höhe von 1.415 TEUR enthalten. 5.3 Materialaufwand
5.4 Personalaufwand
Die Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne enthalten im Wesentlichen den Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung. Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter belief sich im Geschäftsjahr 2022 auf 4.063 (2021: 4.155), davon im Produktionsbereich 2.537 (2021: 2.529) Mitarbeiter, im Qualitätsbereich 701 (2021: 710) Mitarbeiter und in sonstigen Bereichen 825 (2021: 915) Mitarbeiter. 5.5 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Anlagen- und Maschinenaufwendungen beinhalten im Wesentlichen Kosten für den Betrieb und die Instandhaltung der Produktionsanlagen. Die hierin enthaltenen Energiekosten sind Haupttreiber des Anstieges im Vergleich zum Vorjahr. Die Rechts- und Beratungsaufwendungen beinhalten neben den Kosten für Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung v. a. Beratungsaufwendungen im Zusammenhang mit strategischen Projekten. Sonstige Materialgemeinkosten beinhalten im Wesentlichen Verbrauchsmaterialien für Labor- und Analysetätigkeiten, Verpackungsmaterialen für Fracht, Arbeitskleidung sowie Materialkosten, die nicht in den Materialstücklisten aufgeführt werden. 5.6 Finanzerträge
Die sonstigen Finanzerträge in 2021 resultieren aus der Mitte 2021 erfolgten Modifikation der Finanzierung und der damit verbundenen Buchwertanpassung (20.488 TEUR) sowie dem Ertrag aus der Bewertung von Derivaten (5.880 TEUR). 5.7 Finanzaufwendungen
Zinsaufwendungen für zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten entfallen hauptsächlich auf Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit den Bankdarlehen. Sie belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 auf -27.282 TEUR (2021: -32.295 TEUR) und beinhalten im Wesentlichen Zinsaufwendungen gegenüber den Kreditgebern. Hinzu kommen Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Bankdarlehen in Höhe von -7.455 TEUR (2021: -11.089 TEUR), welche mittels der Effektivzinsmethode bewertet werden. Die sonstigen Finanzaufwendungen beinhalten größtenteils Aufwendungen aus der Bewertung von Derivaten in Höhe von -5.846 TEUR (i. Vj. Ertrag 5.880 TEUR). Für weitere Ausführungen hierzu wird auf Abschnitt 8 verwiesen. 5.8 Steuern vom Einkommen und Ertrag
Der Ermittlung der laufenden Steuern wird in Deutschland auf ausgeschüttete und einbehaltene Gewinne ein einheitlicher Körperschaftsteuersatz von 15 % sowie ein darauf entfallender Solidaritätszuschlag von 5,5 % zugrunde gelegt. Zusätzlich zur Körperschaftssteuer wird für in Deutschland erzielte Gewinne Gewerbesteuer erhoben. Für die Gewerbesteuer errechnet sich ein durchschnittlicher Steuersatz von 13,57 % (2021: 13,51 %) woraus ein inländischer Gesamtsteuersatz von 29,4 % resultiert. Dieser wird zu der Bewertung inländischer latenter Steuern verwendet. Das von ausländischen Tochtergesellschaften erzielte steuerliche Ergebnis wird auf Grundlage des jeweiligen nationalen Steuerrechts ermittelt und mit dem im Sitzland maßgeblichen Steuersatz versteuert. Die hierfür angewandten Steuersätze betragen zwischen 12,50 % und 28,82 %. Die nachfolgende Tabelle stellt die Überleitungsrechnung zwischen dem erwarteten Ertragssteueraufwand und dem tatsächlich ausgewiesenen Ertragssteueraufwand dar. Der in der Überleitungsrechnung angewendete Steuersatz in Höhe von 29,40 % (2021: 29,34 %) ist der inländische Gesamtsteuersatz.
Die Reduzierung im Vorjahr bilanzierter aktiver latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 1.984 TEUR bezieht sich im Wesentlichen auf die Apollo 5 GmbH und Swiss Caps Holding S.à r.l. (2021: Erhöhung um 243 TEUR). Es erfolgte kein Ansatz auf übrige Verluste, da eine Nutzbarkeit der Verlustvorträge aufgrund einer mehrjährigen Steuerplanung als nicht wahrscheinlich eingeschätzt wird. Die steuerlichen Verlustvorträge in Deutschland sind unter Berücksichtigung der Mindestbesteuerung in ihrer Höhe und Vortragsfähigkeit unbegrenzt nutzbar. In Luxemburg sind die steuerlichen Verlustvorträge unbegrenzt und ohne Beschränkung nutzbar. Hingegen ist in anderen Ländern ein Verlustvortrag nur auf eine bestimmte Zeit möglich (z. B. Schweiz: sieben Jahre; USA: 20 Jahre). Die steuerlichen Verlustvorträge und Steuerguthaben belaufen sich zum 31. Dezember 2022 auf 145.138 TEUR (2021: 152.395 TEUR). Es wurden hierauf aktive latente Steuern von 5.407 TEUR (2021: 4.672 TEUR) angesetzt, soweit ausreichend zu versteuernde temporäre Differenzen vorliegen bzw. soweit eine Nutzung auf Grundlage der Geschäftserwartungen wahrscheinlich ist. Es wurden aktive latente Steuern auf Steuerguthaben der Haupt Pharma Latina S.r.l. und der Temmler Italia S.r.l. angesetzt. Auf Zinsvorträge in Höhe von 388.814 TEUR (in 2021: 366.450 TEUR) wurden keine aktiven latenten Steuern gebildet. Die Zinsvorträge resultieren aus nicht abzugsfähigen Zinsaufwendungen für Bank- und Gesellschafterdarlehen aufgrund § 4h EStG ("Zinsschranke"). Es erfolgte kein Ansatz der Zinsvorträge, da aufgrund der Finanzierungsstruktur und der mehrjährigen Unternehmensplanung eine Nutzbarkeit der Zinsvorträge als nicht wahrscheinlich eingeschätzt wird. Die aktiven und passiven latenten Steuern wurden auf temporäre Differenzen für die folgenden Bilanzposten gebildet:
In den passiven latenten Steuern (im Vj. aktiven latenten Steuern) sind erfolgsneutral erfasste latente Steuern auf versicherungsmathematische Gewinne und Verluste in Höhe von -2.960 TEUR (2021: 1.888 TEUR) enthalten. Aktive latente Steuern werden in dem Maße gebildet als ausreichend zu versteuernde temporäre Differenzen vorliegen bzw. soweit es hinreichend wahrscheinlich ist, dass zukünftig ein positives steuerliches Ergebnis erwirtschaftet wird. Der Konzern hat aktive latente Steuern in Höhe von 52.551 TEUR (2021: 56.381 TEUR) für die Geschäftsjahre 2023 bis 2027 angesetzt. Sofern dies rechtlich zulässig ist, werden aktive latente Steuern mit passiven latenten Steuern saldiert. Insgesamt bestehen temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen in Höhe von 1.895 TEUR (2021: 1.401 TEUR), für die keine passiven latenten Steuern gebildet wurden, da mit einer Realisierung der temporären Differenzen in absehbarer Zukunft nicht zu rechnen ist. 6. Angaben zur Konzernbilanz 6.1 Immaterielle Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte umfassen hauptsächlich Kundenstämme, welche im Rahmen des Erwerbs der AENOVA-Unternehmensgruppe aktiviert wurden. Die erworbenen Kundenstämme können anhand unterschiedlicher Kundenarten kategorisiert werden. Zum Bilanzstichtag stellen sich die Buchwerte, die unter Kundenverträgen und Kundenbeziehungen ausgewiesen sind, und die Restnutzungsdauern der Kundenstämme wie folgt dar:
Für Zwecke des Werthaltigkeitstests wird der Geschäfts- oder Firmenwert den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGUs) zugeordnet. Diese werden dargestellt von den drei Geschäftssegmenten des Konzerns, welche gleichzeitig die niedrigste Ebene darstellen, auf der der Geschäfts- oder Firmenwert für Managementzwecke überwacht wird. Der Goodwill verteilt sich wie folgt:
Der Nutzungswert wurde auf Basis zukünftiger Cashflows berechnet. Diese sind aus der durch die Geschäftsführung genehmigten Planung 2023 - 2027 abgeleitet. Die Planung basiert auf der Entwicklung der Umsatzvolumina in den einzelnen Märkten, erwarteten neuen Produkten und Erfahrungswerten. Nach dem Geschäftsjahr 2027 werden für die Entwicklung der Planumsätze und des EBITDA konstante Wachstumsraten angenommen. Die jeweilige Wachstumsrate von 1 % übersteigt nicht die im Durchschnitt erwartete langfristige Inflationsrate und wurde ebenfalls für die Ermittlung des Terminal Value verwendet. Folgende grundsätzliche Annahmen liegen der Abzinsung und der Planung zugrunde:
Der erzielbare Betrag der CGUs SOL und SGC basiert auf ihrem Nutzungswert und übersteigt den Buchwert deutlich. Damit sich ein Wertminderungsbedarf ergäbe, müssten die wesentlichen Annahmen in einem erheblichen Maße geändert werden, welches die Geschäftsführung als nicht wahrscheinlich einstuft. Der erzielbare Betrag der CGU SEL basiert auf dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung (i. Vj. Nutzungswert), welcher über eine Gewichtung verschiedener Ansätze (Kapitalwertverfahren & Multiples) ermittelt wurde. Der Buchwert der CGU SEL übersteigt zum Bilanzstichtag den erzielbaren Betrag, sodass ein Wertminderungsaufwand von 27.158 TEUR (2021: 0 TEUR) erfasst wurde. Der Wertminderungsaufwand ist in erster Linie auf die massiv gestiegenen Abzinsungssätze zurückzuführen. Weiterhin zeigt die EBITDA-Planung im Vergleich zum Vorjahr leicht verringerte Werte. Der Wertminderungsaufwand wurde vollständig dem Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet und in den Abschreibungen und Wertminderungen erfasst. Jede ungünstige Veränderung der Annahmen würde zu einer weiteren Wertminderung führen. Demgegenüber würden vorteilhaftere Annahmen zu einer geringeren Wertminderung führen. Weitere grundlegende Annahmen für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes:
6.2 Sachanlagen
Im Geschäftsjahr wurden Wertminderungen auf Sachanlagen in Höhe von 3.670 TEUR (2021: 1.402 TEUR) erfasst. Für das Geschäftsjahr 2023 sind Investitionen in Höhe von 18.234 TEUR (2022: 14.231 TEUR) vertraglich vereinbart. 6.3 Nutzungsrechte
6.4 Vorräte
Die Wertminderungen auf das Bruttovorratsvermögen, z. B. aufgrund von Gängigkeitsabwertungen oder Qualitätsmängeln, belaufen sich auf 8.308 TEUR (2021: 7.708 TEUR). In 2022 wurden Vorräte in Höhe von 284.153 TEUR (2021: 252.465 TEUR) aufwandswirksam verbraucht. Der Anstieg der Rohstoffe ist im Wesentlichen auf die Inflation, die Erhöhung von Sicherheitsbeständen zur Abfederung gestörter Lieferketten und die gute Auftragslage zurückzuführen. 6.5 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Sieben deutsche, zwei italienische und zwei schweizerische Produktionsstandorte haben Verträge über ein stilles Factoring abgeschlossen. In den Verträgen ist geregelt, dass bestimmte Teile der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verkauft werden. Weiterhin ist in den Verträgen geregelt, dass das Delkredererisiko auf die Factoringgesellschaften übergeht. Ein bestimmter Teil der verkauften Forderungen wird von den Factoringgesellschaften zur Finanzierung von Erlösschmälerungen einbehalten und somit nicht refinanziert. Dieser Betrag wurde als sonstiger finanzieller Vermögenswert bilanziert. In Deutschland laufen die bestehenden Verträge bei vier Standorten bis Mitte Juni 2024 und können bis Mitte März 2024 beidseitig gekündigt werden. Anderenfalls verlängern sich diese stillschweigend. Bei den weiteren drei Standorten sind die Verträge auf unbestimmte Zeit geschlossen. Es bestehen beidseitige Kündigungsoptionen mit einer Frist von 6 Monaten zum Monatsende. An den italienischen Standorten hat der Vertrag kein Ablaufdatum und kann jederzeit gekündigt werden. An den Standorten in der Schweiz laufen die Verträge bis Ende Januar 2024 mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten bzw. bis Ende 2024 und können mit einer Frist von sechs Monaten gekündigt werden. Die angekauften Forderungen belaufen sich auf 81.023 TEUR (2021: 60.021 TEUR).
Das durchschnittliche Zahlungsziel der Kunden beträgt 39 Tage.
Die nachfolgende Tabelle stellt die Entwicklung der erwarteten Kreditverluste auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dar:
Die Entwicklung der erwarteten Kreditverluste für Vermögenswerte, welche zum FVOCI bewertet werden, verlief im Jahresverlauf wie folgt:
Der Rückgang der Wertminderungsaufwendungen im Jahr 2022 ist im Wesentlichen auf das konzernweit seit mehreren Jahren forcierte Forderungsmanagement zurückzuführen. 6.6 Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Zur Entwicklung der Derivate wird auf Abschnitt 8 verwiesen.
Die sonstigen Forderungen gegen Dritte umfassen vollumfänglich Forderungen gegen verschiedene Factoringgesellschaften. 6.7 Sonstige Vermögenswerte
Sonstige langfristige Vermögenswerte enthalten im Wesentlichen 3.113 TEUR Planvermögen aus leistungsorientierten Pensionsplänen und 2.282 TEUR Forderungen aus Zuwendungen der öffentlichen Hand. Langfristige Ertragsteueransprüche umfassen den erwarteten Rückerstattungsbetrag entsprechend dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und Rumänien. Ungeplant waren in 2022 an rumänische Steuerbehörden Ertragssteuern zu entrichten. Gegen diese zu einer Doppelbesteuerung führenden Maßnahme ist ein nationalstaatliches Rechtsmittelverfahren in Rumänien anhängig. Es ist davon auszugehen, dass die genannten Verfahren erfolgreich abgeschlossen werden und die Summe zurückfließen wird.
Die Erhöhung der übrigen sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte ist auf eine Zunahme bei den Rechnungsabgrenzungsposten zurückzuführen. 6.8 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden mit variablen Zinssätzen für täglich kündbare Guthaben verzinst. Kurzfristige Einlagen erfolgen für unterschiedliche Zeiträume, die in Abhängigkeit vom unmittelbaren Zahlungsmittelbedarf zwischen einem Tag und drei Monaten betragen. 6.9 Eigenkapital Für eine detaillierte Darstellung der Entwicklung des Eigenkapitals wird auf die Darstellung des Konzerneigenkapitalspiegels verwiesen. Das gezeichnete Kapital der Apollo 5 GmbH beträgt zum Bilanzstichtag 25 TEUR und wird komplett von der Apollo 8 GmbH gehalten. Das gezeichnete Kapital ist zum 31. Dezember 2022 vollständig einbezahlt. Es besteht aus einem Anteil mit einem Nennwert von 25 TEUR. Die Kapitalrücklagen enthalten Rücklagen aus anteilsbasierten Vergütungen. Für weitere Ausführungen hierzu wird auf Abschnitt 11 verwiesen. Die sonstigen Bestandteile des Eigenkapitals umfassen:
6.10 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Rückstellungen für Leistungszusagen Der Konzern verfügt über unterschiedliche Leistungszusagen in diversen Konzerngesellschaften, die verschiedenste Regelungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses umfassen. Leistungsbegünstigte dieser Zusagen sind im Wesentlichen Arbeitnehmer bzw. deren Hinterbliebene in Deutschland, in der Schweiz und in Irland. Die Leistungspläne umfassen 2.103 (2021: 2.140) Anspruchsberechtigte, davon 1.242 (2021: 1.315) aktive Mitarbeiter, 520 (2021: 484) ehemalige Mitarbeiter mit unverfallbaren Ansprüchen sowie 341 (2021: 341) Pensionäre und Hinterbliebene. In Deutschland existieren verschiedene leistungsorientierte Versorgungspläne. Ein leistungsorientierter Versorgungsplan gewährt den Berechtigten mit Erreichen des 65. Lebensjahres in Abhängigkeit der rentenfähigen Dienstjahre einen bestimmten Prozentsatz des letzten Gehalts bei Eintritt des Versorgungsfalles. Aus einem weiteren leistungsorientierten Versorgungsplan stehen den Berechtigten mit Erreichen des 65. Lebensjahres Leistungen zu, deren Höhe von der Dauer der Betriebszugehörigkeit abhängt. In Form von Direktzusagen stehen den berechtigten Mitarbeitern im Rahmen einer Entgeltumwandlung mit Vollendung des 65. Lebensjahres Versorgungsleistungen zu. Den regulatorischen Rahmen bildet in Deutschland das Betriebsrentengesetz. Demzufolge orientiert sich die Rentenanpassungsverpflichtung für Pensionszusagen an der Inflationserwartung, soweit die Zusage keine festgeschriebene jährliche Anpassung vorsieht. In der Schweiz existieren verschiedene beitragsorientierte Versorgungspläne unter Berücksichtigung einer Garantieverzinsung, die sowohl gesetzlich vorgeschriebene als auch freiwillige Leistungen im Versorgungsfall vorsehen. Die jährlichen Beiträge werden auf Basis des Gehalts ermittelt und an eine Sammelstiftung geleistet. Die Zahlungen sind durch eine Versicherung rückversichert, die das Ausfallrisiko trägt. In dem Fall, dass der Versicherungsvertrag durch die Vorsorgeeinrichtung oder die Versicherung gekündigt wird, muss der Arbeitgeber die Sanierungsbeiträge leisten. Hieraus folgend werden im Konzern die Pläne als leistungsorientierte Zusagen klassifiziert. Zum Zeitpunkt des Renteneintritts werden die aufgelaufenen Beiträge inklusive der Rendite mittels Umwandlungsfaktoren in eine Rente umgewandelt, die an den Versorgungsberechtigten ausgezahlt wird. Ein Teil oder die gesamte Leistung können durch den Versicherten auch in Form einer Kapitalauszahlung bezogen werden. Der Stiftungsrat der Sammelstiftung, der sich paritätisch aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern zusammensetzt, überprüft die Steuerung und Verwaltung der Pensionspläne, welche in der Sammelstiftung organisiert sind. Den regulatorischen Rahmen in der Schweiz bildet das Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG). Die leistungsorientierten Versorgungspläne in Irland sind für Neueintritte geschlossen. Die Leistung bei Rentenbeginn, die in Form einer Rente ausgezahlt werden, ist endgehalts- und dienstzeitabhängig. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen bildet das Pensionsgesetz ("Pensions Act"). Die Versorgungspläne unterliegen einer Mindestdotierung, die durch die Pensionsaufsichtsbehörde vorgegeben und überwacht wird. Die angesetzten Beträge in der Bilanz zum 31. Dezember 2022 setzen sich wie folgt zusammen:
Die nachstehende Tabelle zeigt die Überleitung des Anfangsbestandes auf den Endbestand für die Nettoschuld aus Leistungszusagen und deren Bestandteile:
Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Verpflichtung aus Leistungszusagen beläuft sich zum 31. Dezember 2022 auf 10 Jahre (i. Vj. 13 Jahre). Zum 31. Dezember 2022 beziehen sich 29.637 TEUR (2021: 39.008 TEUR) des Anwartschaftsbarwerts auf Pläne, die nicht über Planvermögen finanziert werden und 64.390 TEUR (2021: 78.911 TEUR) des Anwartschaftsbarwerts auf Pläne, die ganz oder teilweise aus Planvermögen finanziert werden. Das von der Sammelstiftung gehaltene Planvermögen in der Schweiz besteht ausschließlich aus Guthaben aus Versicherungsverträgen bei einer Lebensversicherungsgesellschaft. Das Planvermögen in Irland wird von einem Pension Trust, der rechtlich unabhängig ist, verwaltet und ist hauptsächlich in Aktien und Anleihen investiert. Das Planvermögen in Deutschland besteht aus Rückdeckungsversicherungen, die zur Absicherung der Zusagen abgeschlossen wurden, sowie aus Vermögen, welches in einen Pensionsfonds eingezahlt wurde. Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens setzt sich aus den folgenden Kategorien zusammen:
Für sämtliche Eigen- und Fremdkapitalinstrumente sowie die Immobilien und sonstige Vermögenswerte bestehen Marktpreisnotierungen an aktiven Märkten. Die erwarteten Arbeitgeberbeiträge für 2023 belaufen sich auf voraussichtlich 3.123 TEUR. Der pro Land gewichtete Durchschnitt der zugrundeliegenden versicherungsmathematischen Annahmen lässt sich wie folgt darstellen:
Als biometrische Rechnungsgrundlage wurden in Deutschland die Heubeck-Richttafeln 2018 G, in der Schweiz die BVG2020 GT und in Irland die ILT15 verwendet. Ein Anstieg bzw. Rückgang der wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen um 0,25 Prozentpunkte hätte auf den Barwert der Pensionsverpflichtungen folgende prozentuale Auswirkungen:
Bei einer Veränderung der Lebenserwartung um +1 Jahr würde sich die Verpflichtung aus Leistungszusagen um 1,85 % (2021: 2,6 %) erhöhen, bei einer Veränderung der Lebenserwartung um -1 Jahr würde sich die Verpflichtung um -1,89 % (2021: 2,6 %) verringern. Die Sensitivitätsanalysen basieren auf der Veränderung einer versicherungsmathematischen Annahme während alle anderen Annahmen konstant bleiben. Die Sensitivitäten wurden in gleicherweise ermittelt wie die DBO zum 31. Dezember 2022. Ändern sich mehrere Annahmen gleichzeitig, so muss der sich daraus ergebende Effekt nicht zwangsläufig der Summe der Einzeleffekte entsprechen. Die Effekte der einzelnen Annahmeänderungen sind nicht linear. Rückstellungen für Zusatzansprüche Altersversorgung Italien Unter den Rückstellungen für Zusatzansprüche Altersversorgung Italien sind Rückstellungen im Zusammenhang mit dem "Trattamento di fine rapporto" bei den zwei Gesellschaften in Italien enthalten. Es handelt sich um eine gesetzliche Verpflichtung für Unternehmen in Italien, nach der den Mitarbeitern bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein Anspruch auf eine Abfindung zusteht. Rückstellungen für Dienstjubiläen und Sabbaticals Arbeitnehmer einzelner Tochterunternehmen in der Schweiz und in Deutschland haben Anspruch auf Jubiläumsgelder und Sabbaticals. Die Rückstellungen wurden in Einklang mit IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren berechnet. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die gleichen Sterbetafeln wie für die Pensionszusagen verwendet. Der anzuwendende gewichtete Diskontierungssatz betrug in 2022 3,0 % (2021: 1,0 %). 6.11 Sonstige Rückstellungen
Sämtliche Rückstellungen beruhen unter anderem auf Ermessensspielräumen, Annahmen, Vergangenheitserfahrungen und Schätzungen, die gewissen Unsicherheiten (in Bezug auf Höhe und Zeitpunkt der Inanspruchnahme) unterliegen. Die Bewertung und Bilanzierung der einzelnen Rückstellungen werden entsprechend der Einschätzungen der Geschäftsführung aufgrund von Vergangenheitserfahrungen vorgenommen. Gewährleistungen Die Berechnung der Rückstellung erfolgt sowohl auf Basis historischer Erfahrungswerte als auch auf Basis von Erwartungen bzgl. der zukünftigen Ausfälle der verkauften Produkte innerhalb der Gewährleistungsfrist. Die Rückstellungen für Gewährleistungen beziehen sich im Wesentlichen auf Produkte, die in den Geschäftsjahren 2021 und vor allem in 2022 verkauft wurden. Der Konzern erwartet, den überwiegenden Teil der Rückstellungen in 2023 in Anspruch zu nehmen. Prozesskosten Die Rückstellung für Prozesskosten in Höhe von 64 TEUR (2021: 132 TEUR) bezieht sich im Wesentlichen auf die Risiken im Zusammenhang mit laufenden Rechtsfällen. Der Konzern erwartet den überwiegenden Teil der Rückstellungen in 2023 in Anspruch zu nehmen. Restrukturierung Die Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 820 TEUR (2021: 1.149 TEUR) betreffen im Wesentlichen Aufwendungen für Aufhebungsverträge und Abfindungen. Die wesentlichen Auszahlungen, die im Rahmen von Einzelvereinbarungen bestimmt wurden, sollen in 2023 zur Auszahlung kommen. Kundenboni Die Rückstellungen für Kundenboni beziehen sich auf ausstehende Rechnungen in Höhe von 177 TEUR (2021: 117 TEUR). Die Inanspruchnahme tritt in 2023 ein. Übrige sonstige Rückstellungen Die kurzfristigen übrigen sonstigen Rückstellungen in Höhe von 577 TEUR (2021: 602 TEUR) enthalten diverse Sachverhalte mit geringem Wert. Die langfristigen übrigen sonstigen Rückstellungen in Höhe von 779 TEUR (2021: 693 TEUR) betreffen im Wesentlichen Rückbauverpflichtungen. 6.12 Finanzielle Verbindlichkeiten
Das "First Lien" Darlehen verfügt zum Stichtag über einen Nominalbetrag von 565.000 TEUR bei einem Basiszins von 4,50 % plus EURIBOR (1, 2, 3 oder 6 Monate). Falls der EURIBOR 0,00 % unterschreitet, werden 0,00 % angesetzt. Die Abweichung zwischen den Nominalbeträgen und den Buchwerten resultiert aus der Anwendung der Effektivzinsmethode gemäß IFRS 9. Die Kreditlinie des revolvierenden Darlehens beträgt 50.000 TEUR. Zum 31. Dezember 2022 wurde diese nur in Form von Bürgschaften in Höhe von 166 TEUR (2021: 466 TEUR) in Anspruch genommen. Zur Besicherung der Ansprüche der Banken sind bestimmte Geschäftsanteile verpfändet und Garantien abgegeben worden. 6.13 Sonstige Verbindlichkeiten
Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Abgrenzungen von Zuwendungen der öffentlichen Hand für Investitionen.
7. Angaben zu Leasingverhältnissen Der Konzern mietet Grundstücke und Gebäude, Produktionsanlagen und sonstige Maschinen, Kraftfahrzeuge sowie Büro- und Geschäftsausstattung. Die Laufzeit der Leasingvereinbarungen in der Anlageklasse Grundstücke und Gebäude beträgt typischerweise bis zu zwanzig Jahre. Der Konzern hat keine Kaufoption auf Grundstücke und Gebäude vereinbart und es findet auch kein automatischer Eigentumsübergang statt. AENOVA mietet Gebäude sowohl für Administrativ- als auch Produktionszwecke. Manche Leasingvereinbarungen sehen zusätzliche Mietzahlungen auf Basis der Veränderung lokaler Preisindizes vor. Leasingvereinbarungen für Produktionsanlagen haben in der Regel eine vertragliche Laufzeit zwischen einem Jahr und zehn Jahren. Darüber hinaus mietet der Konzern IT-Ausstattung mit vertraglichen Laufzeiten zwischen einem Jahr und fünf Jahren. Ein Teil dieser Leasingvereinbarungen ist entweder kurzfristig oder ihnen liegen Gegenstände von geringem Wert zugrunde. Für die kurzfristigen oder geringwertigen Leasingvereinbarungen wurden weder Nutzungsrechte noch Leasingverbindlichkeiten erfasst. Einige Leasingverhältnisse enthalten Verlängerungsoptionen, die während der unkündbaren Vertragslaufzeit ausübbar sind. Der Konzern prüft beim Abschluss neuer Leasingverhältnisse die Aufnahme von Verlängerungsoptionen, um operative Flexibilität zu gewährleisten. Am Bereitstellungsdatum erfolgt eine Beurteilung, ob die Ausübung einer Verlängerungsoption hinreichend sicher ist. Bei Produktionsanlagen und -gebäuden mit Kündigungsoptionen von drei oder sechs Monaten geht AENOVA von einer Leasinglaufzeit aus, die von der langfristigen Planung abhängt und berücksichtigt, ob die Ausübung einer Option zur Verlängerung des Leasingvertrags mit ausreichender Sicherheit möglich ist. Bei Leasingeinrichtungen, welche für administrative Zwecke genutzt werden (z. B. Gebäude oder gemietete Wohnungen), nimmt AENOVA eine unkündbare Leasinglaufzeit von drei oder sechs Monaten an. Demzufolge werden solche Leasingverträge als kurzfristige Leasingverträge behandelt und AENOVA weist keine Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten in der Konzernbilanz aus. Der Konzern bestimmt am Ende jedes Geschäftsjahres erneut, ob die Ausübung einer Verlängerungsoption hinreichend sicher ist, wenn ein signifikantes Ereignis oder eine signifikante Änderung von Umständen, das bzw. die innerhalb seiner Kontrolle liegt, eintritt. Am Ende der Berichtsperiode ist die AENOVA Leasingverhältnisse eingegangen, welche erst in 2023 zu bilanzieren sind. Der initiale Wert der Brutto-Leasingverbindlichkeiten aus diesen Verträgen beträgt 25.250 TEUR (2021: 27.897 TEUR). Der Konzern verleast einige gewerblich genutzte Immobilien unter. Aus Leasinggebersicht werden sämtliche Leasingverhältnisse als Operating-Leasingverhältnisse eingestuft. Die folgende Tabelle stellt eine Fälligkeitsanalyse der Leasingforderungen dar und zeigt die nach dem Bilanzstichtag zu erhaltenden nicht diskontierten Leasingzahlungen.
8. Angaben zu Finanzinstrumenten
Das Ergebnis aus finanziellen Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet sind, enthält im Wesentlichen Zinsaufwendungen für Bankdarlehen in Höhe von -27.282 TEUR (2021: -32.295 TEUR), Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Bankdarlehen, die mittels der Effektivzinsmethode bewertet werden, in Höhe von -7.455 TEUR (2021: -11.089 TEUR). Die folgende Tabelle zeigt die Veränderungen der Finanzierungsverbindlichkeiten:
Die Bewertungseffekte resultieren aus der Anwendung der Effektivzinsmethode. Die folgende Tabelle stellt den Buchwert und beizulegenden Zeitwert (Fair Value) der in den einzelnen Bilanzposten enthaltenen Finanzinstrumente nach Klassen sowie nach Bewertungskategorien dar:
Aufgrund der kurzen Laufzeiten der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der kurzfristigen sonstigen Forderungen und Vermögenswerte und kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten wird für diese Posten angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen. Die beizulegenden Zeitwerte der langfristigen Finanzinstrumente werden als Barwerte der zukünftig erwarteten Cashflows ermittelt. Zur Diskontierung werden marktübliche, auf die entsprechenden Laufzeiten bezogene Zinssätze verwendet. Zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (FVOCI) sowie Forderungen gegen Factoringgesellschaften wird davon ausgegangen, dass der beizulegende Zeitwert dem Nominalwert entspricht. Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendet der Konzern so weit wie möglich am Markt beobachtbare Daten. Basierend auf den in den Bewertungstechniken verwendeten Inputfaktoren werden die beizulegenden Zeitwerte in unterschiedliche Stufen in der Fair Value-Hierarchie eingeordnet:
Soweit erforderlich wird eine Umgliederung zwischen den einzelnen Stufen am Ende der Berichtsperiode vorgenommen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine Umgliederungen vorgenommen. Die nachstehende Tabelle zeigt die Überleitung des Anfangsbestands auf den Endbestand für beizulegende Zeitwerte der Stufe 3:
Bei der Finanzierungsvereinbarung des First Lien und den darin eingebetteten Derivaten handelt es sich um ein zusammengesetztes Finanzinstrument mit mehreren eingebetteten Optionen. Letztere sind dabei als trennungspflichtige Derivate mit einem Buchwert von insgesamt 4.294 TEUR (2021: 10.140 TEUR) dem beizulegenden Zeitwert Stufe 3 zuzuordnen. Die durch Aenova jederzeit ausübbaren Optionen ermöglichen einerseits die vorzeitige Tilgung der Darlehensverbindlichkeiten zu festgelegten Ausübungspreisen und sehen andererseits einen Zinsfloor von 0,00 % vor. Diese eingebetteten Optionen werden bilanziell als ein Derivat angesehen. Für die eingebetteten Optionen sind am Abschlussstichtag keine beobachtbaren Marktpreise verfügbar. Diese Optionen werden mithilfe eines Hull-White-Modells bewertet. Dabei werden als wesentliche Inputfaktoren EUR-Swap-Zinssätze sowie Credit-Default-Swap-Sätze vergleichbarer Unternehmen vom Stichtag und historische Credit-Default-Swap-Volatilitäten verwendet. Zum aktuellen Abschlussstichtag wurden Zinssätze in Höhe von 2,75 % (2021: -0,55 %), Credit-Default-Swap-Sätze in Höhe von 510 Basispunkten (2021: 444 Basispunkte) sowie Credit-Default-Swap-Volatilitäten in Höhe von 1,06 % (2021: 1,92 %) verwendet. Die verwendeten Werte stellen nach unserer Einschätzung den jeweils besten Schätzwert dar. Wären für die Zinssätze, die Credit-Default-Swap-Sätze und Credit-Default-Swap-Volatilitäten andere Werte verwendet worden, hätten sich andere beizulegende Zeitwerte errechnet. Diese hypothetischen Abweichungen (Sensitivitäten) sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. In der Berichtsperiode wurde für die am Abschlussstichtag im Bestand befindlichen Optionen im Rahmen der Stufe 3-Bewertung im Finanzergebnis ein Nettoergebnis (Aufwand) von -5.846 TEUR (2021: 5.861 TEUR) erfasst. Zur Entwicklung der Buchwerte in der Berichtsperiode wird auf die obenstehende Tabelle verwiesen. Die im Berichtszeitraum erfolgswirksam erfassten Wertänderungen waren im Wesentlichen auf Bewegungen der Credit-Default-Swap-Sätze zurückzuführen. Die nachstehende Tabelle zeigt die Ergebnisse einer Sensitivitätsanalyse für Buchwerte von finanziellen Vermögenswerten, die der Stufe 3 zugeordnet sind, in Abhängigkeit der nicht beobachtbaren Eingangsparameter:
9. Eventualverbindlichkeiten Zum 31. Dezember 2022 bestehen bei AENOVA Haftungsrisiken aus Avalen in Höhe von 2.029 TEUR (in 2021: 2.159 TEUR). Eine Inanspruchnahme wird als möglich, jedoch nicht wahrscheinlich erachtet, weshalb kein Ansatz als Rückstellung erfolgt. Schätzungen über die voraussichtliche Höhe oder den Zeitpunkt der Inanspruchnahme sind nicht möglich. Des Weiteren besteht ein latentes Risiko, dass nicht alle in der Vergangenheit erdienten Verpflichtungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erfasst sind. Eine ausreichend verlässliche Abschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Höhe der eventuell bestehenden Verpflichtungen ist nicht möglich. 10. Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen Nahestehende Unternehmen und Personen sind gemäß IAS 24 solche, die direkt oder indirekt Beherrschung auf das Unternehmen ausüben oder die Möglichkeit haben, wesentlichen Einfluss auf das Unternehmen auszuüben. Muttergesellschaft und oberstes Mutterunternehmen Zum Stichtag bestehen gegenüber den Muttergesellschaften bzw. dem obersten Mutterunternehmen offene Forderungen in Höhe von 42 TEUR (2021: 42 TEUR) sowie Darlehensforderungen in Höhe von 1.000 TEUR (2021: 1.000 TEUR). Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen des Unternehmens Die Geschäftsführung der Apollo 5 GmbH und der Aufsichtsrat der Apollo 5 GmbH stellen gemäß IAS 24 als Mitglieder der obersten Führungs- und Überwachungsebene der AENOVA-Gruppe nahestehende Personen dar.
Die gesamte Vergütung für die Geschäftsführung in 2022 in Höhe von 1.926 TEUR bezieht sich in voller Höhe auf fixe und variable kurzfristig fällige Leistungen (2021: 1.253 TEUR), davon entfallen 51 TEUR auf Aufwendungen für Altersversorgung (2021: 53 TEUR). Die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats belief sich in 2022 auf 66 TEUR (2021: 72 TEUR). Sonstige nahestehende Unternehmen und Personen Sonstige nahestehende Unternehmen und Personen sind nahe Verwandte der Personen in Schlüsselpositionen und Unternehmen, welche von anderen nahestehenden Personen beherrscht werden oder auf diese maßgeblichen Einfluss ausüben. Unternehmen, welche Beherrschung oder maßgeblichen Einfluss auf nahestehende Unternehmen und Personen ausüben, werden ebenfalls als nahestehende Unternehmen erachtet. AENOVA verkaufte im Geschäftsjahr 2022 Güter und Dienstleistungen in Höhe von 2.918 TEUR (2021: 6.940 TEUR) an bzw. erwarb Güter und Dienstleistungen in Höhe von 6.216 TEUR (2021: 5.905 TEUR) von sonstigen nahestehenden Unternehmen. Zum Stichtag bestehen gegenüber dem Kreis der nahestehenden Unternehmen offene Forderungen in Höhe von 948 TEUR (2021: 117 TEUR) bzw. offene Verbindlichkeiten in Höhe von 1.093 TEUR (2021: 530 TEUR). 11. Anteilsbasierte Vergütungen Die Geschäftsführer und ausgewählte Führungskräfte der AENOVA-Gruppe halten über zwei Management KGs Anteile an der Apollo 11 S.à r.l. Bei den Managementbeteiligungsprogrammen handelt es sich um ein in 2014 aufgelegtes Programm (altes MEP) und eines aus 2020 (neues MEP). Die Management KGs sind an der Apollo 11 S.à r.l. beteiligt, die wiederum sämtliche Anteile an der AENOVA-Gruppe hält. Die Anteile werden von der Apollo Warehouse S.à r.l. bzw. der Apollo Warehouse 2 S.à r.l. als erfüllende Gesellschaften gewährt. Die Apollo 11 S.à r.l. und die AENOVA-Gruppe stehen unter gemeinsamer Beherrschung, da derjenige, der die Apollo 11 beherrscht, auch die Apollo 5 GmbH beherrscht. Die erfüllenden Gesellschaften Apollo Warehouse S.à r.l. und Apollo Warehouse 2 S.à r.l. sind über die KG-Anteile Gesellschafter an der Apollo 11 S.à r.l. Damit liegen aus Sicht der empfangenden Gesellschaft die Managementbeteiligungsprogramme im Anwendungsbereich des IFRS 2. Es handelt sich um anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten, da die Unternehmen den Managern Anteile zu einem vereinbarten Preis gewähren. Bewertet werden diese Transaktionen mit dem Fair Value zum Gewährungszeitpunkt. Da die empfangende Gesellschaft (Apollo 5 GmbH) keine Verpflichtung zur Erfüllung hat, ist die Vergütung als "equity-settled" in der Kapitalrücklage als Einlage von Gesellschaftern bilanziert. Für den Fall des Ausscheidens eines Beteiligten aus der Aenova-Gruppe existieren sogenannte "Leaver"-Bedingungen. In welcher Form diese anzuwenden sind, hängt von der Art des Austritts ab. Diese Bedingungen bestimmen den vertraglich vereinbarten Rückkaufpreis der Anteile. Der Preis wird nach diesen Mechanismen in einer Bandbreite zwischen dem ursprünglich eingezahlten Kapital und dem Marktwert der rückzukaufenden Anteile bestimmt. Da sich der Kaufpreis der Anteile für das neue MEP vom Fair Value der Anteile zum Ausgabezeitpunkt ableitet, wurde den Empfängern kein Vorteil gewährt. Der Fair Value zum Gewährungszeitpunkt (grant date fair value - GDFV) beträgt damit Null. Für das alte MEP wird grundsätzlich ein Exit Bonus gewährt, wenn die Höhe des Exit-Erlöses einen vereinbarten Mindest-Schwellenwert übersteigt. Der Exit kann entweder über einen Börsengang oder eine Veräußerung der AENOVA-Gruppe stattfinden. Die Höhe der Vergütung ist abhängig von der Höhe des Exit-Erlöses abzüglich damit verbundener Kosten sowie der Höhe der Beteiligung des jeweiligen Bezugsberechtigten. Der Fair Value wurde unter Einbezug verschiedener Annahmen anhand eines Optionspreismodells bewertet. Bei vorzeitigem Ausscheiden eines Mitarbeiters finden spezifische Exit-Klauseln Anwendung. Darin werden die Kriterien für die Bildung eines Anspruchs und die Höhe des Exit-Bonus festgelegt. Die Anwartschaftsdauer (vesting period) des Managementprogramms beträgt 4 Jahre. Die Bewertung der Vorteilsgewährung wurde anhand von Unternehmensbewertungen der AENOVA-Gruppe vorgenommen, deren Basis die von der Geschäftsführung verabschiedete Unternehmensplanung war. Die Bewertung des Exit Bonus wurde anhand einer Monte Carlo Simulation vorgenommen. Anfang 2018 wurde das alte MEP modifiziert, indem die Multiplikatoren, die den Schwellenwert sowie die Höhe des Exit Bonus bestimmen, gesenkt wurden. Dadurch hat sich der Fair Value der Anteile erhöht. Alle Anteile am alten MEP waren zum 31. Dezember 2018 vollständig erdient. Im Zusammenhang mit der Einführung des neuen Mitarbeiterbeteiligungsprogramms im Geschäftsjahr 2020 wurde den Teilnehmern am bereits bestehenden Programm die Möglichkeit geboten, ihre Beteiligung und noch bestehende Bonusansprüche zu verkaufen. Davon wurde teilweise Gebrauch gemacht. Diejenigen, die das Angebot angenommen haben, erhielten entsprechende Auszahlungen von der Apollo 11 S.à r.l. Im Geschäftsjahr 2022 haben zwei Beteiligte das neue MEP verlassen. Es gab einen Zugang zum neuen MEP. Daraus ergaben sich keine bilanziellen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. 12. Honorare der Abschlussprüfer
13. Nachtragsbericht Im März 2023 wurde beschlossen, im Zuge einer strategischen Neuausrichtung den Standort Wolfratshausen zu schließen. Ein Teil des Produktportfolios wird zur Optimierung des Produktionsnetzwerkes der AENOVA an andere Produktionsstandorte transferiert. Die Schließung soll sozialverträglich erfolgen. Finanzielle Auswirkungen ergeben sich insbesondere im Hinblick auf Umsatz, Kosten, Sachanlagen und Rückstellungen. Eine exakte Abschätzung der finanziellen Auswirkungen ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Die Abschreibungen auf Sachanlagen belaufen sich voraussichtlich auf 15-20 MEUR. Hinsichtlich der Aufwendungen aus dem Sozialplan erwartet Aenova einen Betrag von ca. 8 MEUR.
Starnberg, 26. April 2023 Apollo 5 GmbH Ralf Schuler, Geschäftsführer Jan Kengelbach, Geschäftsführer Konzernlagebericht für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2022Grundlagen des Konzerns Wirtschaftsbericht Chancen- und Risikobericht Prognosebericht Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe von einer Einheit (TEUR, % usw.) auftreten. 1. Grundlagen des Konzerns Der AENOVA-Konzern (im Folgenden bezeichnet als "AENOVA" oder "AENOVA-Gruppe") besteht aus der Muttergesellschaft Apollo 5 GmbH mit Sitz in Starnberg sowie 22 Tochterunternehmen. AENOVA ist zum Ende des Geschäftsjahres mit insgesamt 15 Produktionsstandorten in sechs Ländern aktiv. Vertreten ist die Gruppe in sechs europäischen Ländern und den USA. Die Unternehmensgruppe beschäftigt ca 4.100 Mitarbeiter (Vorjahr ca. 4.200 Mitarbeiter). Der vorliegende Konzernabschluss umfasst den Zeitraum vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022. Mit Wirkung zum 1. Januar 2022 wurde die Konzerngesellschaft Aenova France SAS, Paris, auf die Swiss Caps AG verschmolzen. Die Schließung der Swiss Caps (UK) Ltd., Doncaster, erfolgte am 19. Juli 2022. 1.1 Geschäftsmodell des Konzerns Die AENOVA-Gruppe ist einer der weltweit größten pharmazeutischen Auftragshersteller für die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Arznei- und Nahrungsergänzungsmitteln. Das Leistungsspektrum umfasst die gesamte Wertschöpfungskette der Entwicklung und Herstellung aller gängigen Darreichungsformen und Produktgruppen bei Arznei- und Nahrungsergänzungsmitteln. Dazu zählen unter anderem
Die verarbeiteten Wirkstoffe reichen von gängigen generischen Stoffen wie z. B. Paracetamol und Ibuprofen bis hin zu speziellen hochpotenten Aktivsubstanzen wie Hormone und Zytostatika. AENOVA ist ein B2B (business to business) Dienstleister mit jahrzehntelanger Erfahrung und Kompetenz im Pharma- und Healthcare-Bereich. Das Produkt- und Dienstleistungsangebot wird von Originatoren (Entwicklern patentgeschützter Produkte), Generikafirmen sowie Anbietern von Nahrungsergänzungsmitteln und tiermedizinischen Produkten genutzt. Die Kernaktivitäten der Unternehmensgruppe entlang der Wertschöpfungskette sind:
1.2 Ziele und Strategien Der globale Gesundheitsmarkt wird in den kommenden Jahren weiter stabil wachsen - mit Wachstumsraten bei verschreibungspflichtigen Medikamenten über 6 %, inklusive bereits vermarkteter Produkte und Neuentwicklungen (Produkten in klinischer Entwicklung). 1 Gründe für dieses Wachstum sind unter anderem die fortwährende Innovation in der pharmazeutischen Forschung, welche zur Neuerschliessung von bisher unbehandelbaren Erkrankungen führt, der demographische Wandel, ein steigendes Gesundheitsbewusstsein sowie der wachsende Wohlstand sowohl in den Industriestaaten als auch in den Schwellenländern. 2 3 Für 2023 bleibt die zukünftige Entwicklung von COVID-19 ein Unsicherheitsfaktor. 4 Darüber hinaus ist zu erwarten, dass sich der Outsourcing-Trend in den kommenden Jahren fortsetzen wird, verbunden mit einer weiteren Konsolidierung von Produktionskapazitäten. 5 6 Auftragshersteller bauen ihre technologischen Fähigkeiten weiter aus, um die sich ändernden Ansprüche ihrer Kunden zur Entwicklung neuer Medikamente ideal zu bedienen. 7 AENOVA wird als CDMO (contract development and manufacturing organization), also als Dienstleister für Entwicklung und Fertigung von pharmazeutischen und Consumer-Healthcare (CHC) Produkten, von diesem Umfeld profitieren. Im Rahmen der Unternehmensstrategie steht neben der Produktqualität insbesondere eine hohe Kundenzufriedenheit durch marktkonforme Lieferzeiten und hohe Lieferzuverlässigkeit im Fokus. Als Unternehmen mit starkem europäischen Herstellungsnetzwerk, das die gesamte Bandbreite von Darreichungsformen abdeckt, kann AENOVA auch von der Rückführung (Reshoring) pharmazeutischer Herstellung aus asiatischen Ländern nach Europa und Nordamerika profitieren, die zur Vereinfachung globaler Wertschöpfungsketten sowie zur Absicherung der Lieferketten beiträgt. 8 9 Dieser seit einigen Jahren anhaltende Trend erhielt in 2021 durch die globale COVID-19 Pandemie sowie die Herausforderungen, denen die globalen Lieferketten insbesondere in 2022 unterworfen waren, breite Aufmerksamkeit, insbesondere in Industriestaaten, die durch Regierungsprogramme nationale pharmazeutische Produktion unterstützen werden. 10
1 Evaluate Pharma, WORLD PREVIEW 2022 Outlook to
2028: Patents and Pricing, Oktober 2022
Fünf Punkte bilden das Werteversprechen der AENOVA-Gruppe:
Die gruppenweite Transformation mit dem Ziel profitables Wachstum zu realisieren, wurde entlang der drei Stoßrichtungen "Operational Excellence, Commercial Excellence and Organizational Excellence" fortgesetzt. Die zum Jahresabschluss geplanten Transformationsprojekte sollen im Jahr 2023 zum Abschluss gebracht werden. Im Rahmen des "Operational Excellence" Programms wurden Investitionen in das Leistungsangebot der Gruppe an den Standorten Latina (sterile Flüssigkeiten, inkl. Fertigspritzen) und Tittmoning (hochvolumige Solida) abgeschlossen und die für Kundenprojekte verfügbare Kapazität weiter erhöht. Der Ausbau des Kompetenzzentrums für hochpotente Solida am Standort Regensburg wurde weiter planmäßig vorangetrieben. Darüber hinaus wurden weitere Investitionen in Betriebsmittel getätigt, um Qualität und Produktivität zu erhöhen sowie Kapazität für gewonnene Projekte bereitzustellen. Insgesamt wurde das Investitionsprogramm der AENOVA mit Investitionen in Sachanlagen sowie Nutzungsrechte in Höhe von 55,6 MEUR (beinhaltet Zugänge zum Sachanlagevermögen sowie zu Nutzungsrechten) weiter umgesetzt. Im Bereich "Commercial Excellence" lag der inhaltliche Schwerpunkt auf der Entwicklung eines neuen Index-basierten Preismodell, das mit Wirkung für das Folgejahr implementiert wird. Im Bereich "Organizational Excellence" wurden zahlreiche Projekte aus 2021 fortgesetzt, wie die Implementierung der Compliance-Strategy im Bereich des Zulieferer-Managements. Außerdem wurden verschiedene Prozesse im Bereich HR verbessert unter anderem der Ausbau des Onboarding-Prozesses sowie der Entwicklung einer "Employer Value Proposition". Pharma: Originatoren und Generika, OTC AENOVA unterstützt seine Kunden bei der Entwicklung und Herstellung von Produkten, sowohl im Bereich von Originatoren- als auch bei Generika-Produkten, ob verschreibungspflichtig oder Over-The-Counter (OTC). Die forschenden Pharmaunternehmen fokussieren sich zunehmend auf ihre Kernkompetenzen der innovativen Forschung und Entwicklung sowie Marketing und Vertrieb. Die Produktion wird, insbesondere nach Ablauf der Patente, von den forschenden Pharmaunternehmen immer weniger als strategische Kernkompetenz angesehen. Hinzu kommt die zunehmende Bedeutung sogenannter virtueller Pharmafirmen, inklusive Biotech-Startups, die sich ausschließlich auf die Entdeckung und Entwicklung neuer Medikamente konzentrieren, die Herstellung aber externen Partnern überlassen. Bereits heute werden mehr neu zugelassene Medikamente durch virtuelle Pharmafirmen/kleine Biotechs entwickelt als durch die führenden Pharmafirmen. Diese Trends werden sich voraussichtlich in der Zukunft weiter verstärken. 11 12 AENOVA ist hier ein kompetenter Partner, vor allem weil auch die großen Pharmaunternehmen zunehmend Herstellungskosten in den Fokus nehmen. Mit steigendem Kostendruck kommen Outsourcing-Maßnahmen an CDMOs immer häufiger zum Tragen. Mit der wachsenden Komplexität von Darreichungsformen - inklusive neuer Modalitäten, wie sie beispielsweise in COVID-19 Impfstoffen zum Einsatz kommen - steigt der Bedarf an komplexen Herstellungsdienstleistungen. Sowohl im Bereich der Entwicklung als auch in Bezug auf die technischen Möglichkeiten wurde das Angebot der Gruppe in 2022 ausgebaut, um die Position des Unternehmens weiter zu stärken. Generell zeichnet sich auch die Generika-Industrie weiterhin durch stabile Volumina aus, aber auch durch höhere Preissensitivität insbesondere im Commodity Segment. Große Unternehmen werden große Teile ihrer Fertigung in diesem Segment outsourcen und die eigene Wertschöpfung auf stärker differenzierbare Produkte und Dienstleistungen konzentrieren. Das Ziel der AENOVA, in diesem Segment zu wachsen, wird u. a. erreicht durch:
CHC Dieses Segment umfasst den Bereich der pharmazeutischen, nicht verschreibungspflichtigen Medikamente. CHC-Produkte werden in vielen AENOVA-Werken nach Pharmastandard produziert. Ein Subsegment ist der Bereich Nahrungsergänzungsmittel, der seitens AENOVA vor allem mit Weichgelatinekapseln aus Cornu, Rumänien, bedient wird.
11 PharmaTimes Media Ltd., Dr Tony Flinn, The
rise of virtual pharma, Februar 2019; Drug Discovery World
(DDW), Dr Stephen Naylor und Dr Kirkwood A. Pritchard Jr,
The Reality of Virtual Pharmaceutical Companies, August
2019; EY, Externalizing pharma innovation is the winning
strategy, 2019; EY, Externalizing pharma innovation is the
winning strategy, 2019
Aus Cornu kann AENOVA seinen Kunden eine sehr breite Produktpalette an Kapselgrößen und Nahttechnologien sowie große Erfahrung bei der Wirkstoffverarbeitung anbieten. Mit dem wettbewerbsfähigen Full-Service Angebot im Bereich Weich- und Vegagelkapseln inklusive Coating und Verpackung hat das Unternehmen im Geschäftsjahr 2022 weiteres Wachstum generiert. AENOVA plant in diesem Geschäft weiter zu wachsen. Hierbei wird sich die Gruppe weiterhin auf hochwertige VMS (Vitamines, Minerals, Supplements) wie z. B. spezielle Naturextrakte fokussieren. Tiergesundheit In diesem Segment visiert AENOVA Marktführerschaft bei Antibiotika an und plant diese weiter auszubauen, z. B. bei Injektabilia und antiparasitären Wirkstoffen. Große globale Veterinärunternehmen haben ihren Fokus auf Forschung und Entwicklung sowie Marketing und Sales gelegt. AENOVA setzt hier auf langjährige Partnerschaften und plant gerade bei den größten Anbietern in diesem Segment weiter zu wachsen. Vor allem in Europa ergänzen kleinere, regionale Unternehmen das Kundenspektrum. 1.3 Forschung und Entwicklung AENOVA erbringt im Kundenauftrag Entwicklungsdienstleistungen für verschiedene Darreichungsformen pharmazeutischer Produkte. Die Entwicklungsdienstleistungen umfassen alle Bereiche der Produktentwicklung, d. h. Formulierungs- und Prozessentwicklung, analytische Methodenentwicklung und Zulassung von Arzneimitteln. AENOVA deckt mit der Entwicklung von Weichgelatinekapseln, festen Darreichungsformen (inkl. hochpotenter APIs und Hormone) sowie halbfesten und flüssigen Darreichungsformen (inkl. steriler Injektabilia) ein breites Portfolio ab. Die Gruppe betreibt jedoch keine eigenen Forschungsaktivitäten zur Identifikation oder zur Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe. Entwicklungsdienstleistungen sind ein wesentlicher Baustein der Wertschöpfungskette des Unternehmens. Langjährige Erfahrung und das große Technologiespektrum des AENOVA Netzwerks tragen zu dem Angebot im Bereich der pharmazeutischen Entwicklung und Lohnherstellung bei. Die Zusammenarbeit mit Kunden schon während der Entwicklung und die Begleitung ihrer Projekte von der Unterstützung klinischer Studien (Clinical Trial Supply Management) über Validierung, Registrierung und Markteinführung ist die Basis für eine lange und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Dabei bietet AENOVA in der klinischen Entwicklung einen ganzheitlichen Service, der von der Erstellung der klinischen Muster über Verpackung, Verblindung bis hin zum Transport zu den jeweiligen Studienzentren reicht. AENOVA bündelt seine Entwicklungsangebote in spezialisierten Kompetenzzentren. Die Nähe der Entwicklungseinheiten zur kommerziellen Fertigung kommt dem Kundenbedürfnis nach einem ganzheitlichen Service aus einer Hand entgegen. So unterstützt AENOVA eine zeitgerechte Umsetzung von Transfer- und Entwicklungsprojekten sowie den reibungslosen Hochlauf der kommerziellen Fertigung für die Kunden. AENOVA hat 2022 an 12 Standorten insgesamt 312 Development- und TechTransfer Projekte durchgeführt. Davon entfallen 99 auf Entwicklungsprojekte im Kundenauftrag, die sich in verschiedenen Umsetzungsphasen befanden (inklusive Clinical Trial Management). Es wurden 15 neue Projekte gestartet (Vorjahr 13 neue Projekte), deren Bearbeitung sich über die nächsten Jahre erstrecken wird. Im Bereich des Technology Service wurden im vergangenen Geschäftsjahr konzernweit 213 (Vorjahr 200) Transferprojekte bearbeitet und 163 (Vorjahr 117) Produkt Life Cycle Management Projekte durchgeführt. 2. Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Entwicklung der Wirtschaft Das Jahr 2022 war ein Jahr großer wirtschaftlicher Herausforderungen für Europa und insbesondere Deutschland sowie deutsche Unternehmen. Zusätzlich zu der bereits seit Mitte 2021 steigenden Inflation hat die Energiekrise aufgrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine zu starken Belastungen europäischer Unternehmen geführt. Die Inflationsrate in Deutschland erreichte im Oktober 2022 mit 10,4 % 13 den höchsten Stand seit dem Anfang der 1950er Jahre 14. Im EU27-Durchschnitt erreichte die Inflation 11,5 %. 15 In Deutschland wurde aufgrund einer anfänglichen Erholung der Wirtschaft in der ersten Jahreshälfte, insgesamt ein BIP-Wachstum von 1,9 % realisiert.16 Die Nachfrage lag damit zwar über dem Niveau vor COVID-19 (2019), blieb aber aus den genannten Gründen hinter den ursprünglichen Erwartungen aus 2021 und Anfang 2022 zurück (über 4 %). 17 In Anbetracht der Ereignisse in 2022 hat sich der Ausblick für 2023 und die Folgejahre deutlich verschlechtert. Während Institutionen wie die Europäische Zentralbank von einem mittelfristigen (2024-2026) Rückgang der Energie- und Gaspreise ausgehen 18 , überwogen zum Ende 2022 die Abwärtsrisiken. Zu den Risiken gehört dabei auch die Möglichkeit einer sich auf hohem Niveau verfestigenden Inflation, steigenden Zinsraten und anderer geopolitischer Geschehnisse. 19 Im Euro-Raum wird für 2022 mit einer etwas stärkeren Erholung des BIP von 3,5 % gerechnet, allerdings mit großer Heterogenität zwischen einzelnen Ländern und Industriesektoren. 20 Für die Schweiz zeichnete sich in 2022 ein leicht anderes Bild als für Deutschland ab: mit einer vergleichsweise niedrigen Inflation von 2,9 %, lag das Wirtschaftswachstum (BIP) ähnlich hoch bei 2,0 %. 21 Ein ähnliches Bild zeichnete sich in den Vereinigten Staaten ab: Nach einem starken Wachstum in 2021 (5,9 %), wuchs das BIP der USA in 2022 um voraussichtlich 2,1 %. 22 Entwicklung des Pharma- und Consumer Healthcare Marktes Während COVID-19-Impfstoffe die Wiedereröffnung der Volkswirtschaften ermöglichten, ergaben sich neue Herausforderungen, die zu einem gewissen Maß an Instabilität führten. Das schwierige wirtschaftliche Umfeld mit anhaltenden Lieferkettenproblemen, einem angespannten Arbeitsmarkt, Währungsschwankungen und Inflation belastete auch die Pharmaindustrie. Die Annahme, dass die Pharma-Branche aufgrund der stetigen Nachfrage nach Medikamenten rezessionssicher sei, wird derzeit auf die Probe gestellt. Steigende Betriebskosten waren für die Branche im Jahr 2022 eine erhebliche Bürde. 23
13
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/11/PD22_472_611.html
Laut einer von GlobalData Healthcare Ende 2022 durchgeführten Umfrage stellt die Inflation für die Pharmaindustrie die größte Sorge auf dem Weg ins Jahr 2023 dar. Arzneimittelpreise und Erstattungsbeschränkungen stehen demnach an zweiter und der Konflikt in der Ukraine an dritter Stelle der größten Wachstumshemmnisse. Aber auch China, der Brexit und die anstehenden Patentabläufe, beschäftigen die Pharma-Branche. 24 Trotz aller geopolitischer und wirtschaftlicher Turbulenzen prognostiziert Evaluate Pharma, der führende Anbieter von Geschäftsinformationen für die Pharmaindustrie, dass diese bis 2028 um 6 % auf 1,6 Billionen Dollar wachsen wird. Dabei steigt insbesondere die Bedeutung hochpreisiger, biotechnologischer Produkte für die Industrie weiter. 25 Beträchtliche Investitionen in die Onkologie, dem auch künftig umsatzstärksten Therapiebereich, führen dazu, dass relativ neue und patentgeschützte Medikamente den Markt dominieren. Die Nachfrage nach immunmodulatorischen Wirkstoffen, die bei Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden, steigt ebenfalls rapide an. Das Wachstum im ZNS-Bereich wird unter anderem durch neue Multiple-Sklerose-Therapien vorangetrieben. Die endokrine Therapie - die hauptsächlich aus Diabetes-Medikamenten besteht - hat in den letzten Jahren die Einführung zahlreicher, neuartiger Mechanismen erlebt. Dagegen werden Impfstoffe und der muskuloskelettale Bereich in den kommenden Jahren voraussichtlich am langsamsten wachsen. 26 Die Consumer-Health-Branche hat sich in den letzten Jahren als äußerst widerstandsfähig erwiesen. Das Wachstum verlangsamte sich selbst während des Höhepunkts der Pandemie nie, da Kategorien wie Vitamine, Mineralstoffe und Nahrungsergänzungsmittel (VMS) das Defizit der Kategorien Erkältung/Grippe und Schmerz in Zeiten von Lockdown und sozialer Distanzierung ausgleichen konnten. 27 Mit der Rückkehr zur Normalität seit Mitte 2021 beschleunigte sich das Wachstum des CHC-Marktes über das vor-pandemische Niveau hinaus. Für den MAT-Umsatz im zweiten Quartal 2022 (rollierende 12-Monatsbetrachtung) verzeichnete die Branche ein Umsatzwachstum von +11,3 %. Im Jahr 2022 sind die positiven Auswirkungen eines Nachholbedarfs aus den Vorjahren sichtbar. Dieser Effekt schwächte sich allerdings ab dem 4. Quartal 2022 ab. 28 Für die nächsten 5 Jahre wird eine durchschnittliche jährliche Wachstumrate von 6 % prognostiziert. 29 Markt für Auftragsentwicklung und -fertigung Im Geschäftsjahr 2022 bekam auch die CDMO-Branche die Auswirkungen des Ukraine-Krieges zu spüren. Die massiven Energiekostensteigerungen trafen die Branche schwer, die Inflation erreichte ein Niveau wie seit über 30 Jahren nicht mehr. 30 Auch die Verteuerung von Roh- und Hilfsstoffen, von Verpackungsmaterialien und Dienstleistungen haben die Produktionskosten erheblich erhöht. Da Kosteneinsparungen und Produktivitätssteigerung allein nicht ausreichen die steigenden Inputkosten auszugleichen, haben die Lohnhersteller die Preiserhöhungen am Ende auch an ihre Kunden weitergereicht.
24 Inflation, drug pricing and reimbursement
constraints will challenge pharma sector - Pharmaceutical
Technology
(https://www.pharmaceutical-technology.com/comment/inflation-pharmaceutical-sector),
Januar 2023
Lohnhersteller produzieren in überwiegendem Maße Generika, viele Produkte haben niedrige Margen. Allein in Europa machen Generika etwa 70 % aller abgegebenen Medikamente aus, aber nur 29 % der Umsätze. 31 Den CDMOs stehen Generika-Unternehmen gegenüber, die sich in einem Konflikt zwischen Kosteninflation und Preiskontrollpolitik befinden. Die Generika-Branche ist in einem stark regulierten Umfeld tätig, in dem die Arzneimittelpreise häufig von nationalen Preis- und Erstattungsbehörden festgelegt werden. Daher können die Preise von Generika im Endmarkt nicht ohne Weiteres erhöht werden. Europäische Pharmaunternehmen haben bereits davor gewarnt, dass sie aufgrund steigender Kosten die Herstellung einiger niedrigpreisiger generischer Medikamente einstellen könnten. Steigende Energiekosten drohen außerdem die jüngsten Bemühungen zu untergraben, die Arzneimittelproduktion in Europa anzukurbeln und den Kontinent autarker zu machen, nachdem die COVID-19-Pandemie die Abhängigkeit von Lieferanten im Ausland offenbart und zur Unterbrechung einiger Versorgungswege geführt hat. 32 Nach Einschätzung von Roots Analysis wird das FDF-Segment 33 des globalen Marktes der pharmazeutischen Auftragsherstellung bis 2030 mit einer jährlichen Wachstumsrate von rund 7 % ein Umsatzvolumen von 48 Milliarden US-Dollar erreichen. 34 Gemäß Basisszenario des Prognosemodells von Roots Analysis erreicht der biopharmazeutische FDF-Fertigungsmarkt bis 2030 rund 10,7 Milliarden US-Dollar, bei einer jährlichen Wachstumsrate von 9,5 %. 35 Diese Prognosen beinhalten noch nicht die Auswirkungen von gestiegenen Energie- und Material preisen sowie einer deutlich höher als erwarteten Inflation. Am 25. August des Jahres 2022 wurde die finale Version des lang in Vorbereitung befindlichen sogenannten EU-GMP Annex 1 "Manufacture of Sterile Medicinal Products" veröffentlicht. Die Aktualisierung dieses europäischen Leitfadens zur Sterilproduktion macht in vielen Herstellungsstandorten der Pharmaindustrie und bei Auftragsherstellern mit Sterilproduktion wie AENOVA Anpassungen in Bezug auf Räume, Technik und Prozesse notwendig. 36 2.2 Geschäftsverlauf Im Geschäftsjahr 2022 erzielte die AENOVA-Gruppe einen Umsatz von 749,2 MEUR. Damit lag der Umsatz deutlich über dem Vorjahr (+52,3 MEUR) und leicht unter dem Budget (-3,2 MEUR). Der Zielumsatz wurde somit lediglich um 0,4 % verfehlt. Die Umsatzzunahme ist auf Mengen- und Preiseffekte zurückzuführen. Der volumenbedingte Anstieg resultiert überwiegend aus den Bereichen OTC und Nährungergänzungsmittel. Kunden fragten im Nachgang der Corona Pandemie vermehrt Vitaminprodukte nach. Über ein Fünftel des Gesamt-Umsatzzuwachses kann auf diesen Effekt zurückgeführt werden. Des Weiteren ist eine Wiederbelebung der Nachfrage bei Produkten in den Bereichen Antibiotika, Neuroralgika und postoperativer Medikamente zu beobachten. Insbesondere bei Diabetes-Medikamenten war das Geschäft jedoch weiterhin rückläufig. Neben den oben genannten Markt- und Geschäftseinflüssen gab es keine wesentlichen Veränderungen im Produkt- bzw. Dienstleistungsportfolio, die einen Einfluss auf den Geschäftsverlauf hatten. In 2022 konnten ca. 85 MEUR an neuen Geschäftsabschlüssen (Peak Sales) generiert werden (2021: 125 MEUR).
31
http://www.pharmanetwork.com/magazine/stories/Generic-drug-makers-face-sharp-rises-in-energy-costs.html,
September 2022
Trotz der im Vorjahresvergleich gestiegenen Umsätze lag das EBITDA mit 86,6 MEUR deutlich unter dem Vorjahr (-23,4 MEUR). Im Wesentlichen ist die Entwicklung auf die im Jahresverlauf stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise zurückzuführen, die nur mit zeitlichem Versatz und noch nicht in voller Höhe an die Kunden weitergegeben werden konnten. Hinzu kamen operative Probleme und vorübergehende Produktionsunterbrechungen an einem Fertigungsstandort, die zu einer reduzierten Betriebsleistung und erheblichem Sonderaufwand führten. Im Vorjahresvergleich ist auch zu berücksichtigen, dass sich in 2021 Sondereffekte in Zusammenhang mit dem Verkauf einer Beteiligung sowie von Grundstücken und Gebäuden positiv im Ergebnis niedergeschlagen hatten. Das für 2022 im Budget geplante EBITDA von 111,3 MEUR wurde im Ergebnis um -24,7 MEUR oder 22,2 % verfehlt. Das um Sondereffekte in Höhe von 10,4 MEUR bereinigte EBITDA von 97,0 MEUR lag unter dem Vorjahreswert (-9,6 MEUR); auch das Budgetziel wurde aufgrund der genannten Effekte verfehlt (-18,4 MEUR). Die Sondereffekte beinhalten sämtliche einmalige Aufwendungen und Erträge, die nicht im Rahmen des normalen Geschäfts anfallen. Dazu gehören beispielsweise Restrukturierungskosten sowie die Sonderaufwendungen in Zusammenhang mit der Beseitigung der Produktionseinschränkungen an dem oben erwähnten Fertigungsstandort oder Kosten im Zusammenhang mit Covid-19. Im Geschäftsjahr 2022 wurde ein Konzernjahresfehlbetrag in Höhe von 17,4 MEUR (Vorjahr Konzernjahresüberschuss 15,6 MEUR) erzielt. 2.3 Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren Die Geschäftsführung der AENOVA steuert den AENOVA-Konzern im Wesentlichen anhand von Umsatz und EBITDA sowie den folgenden finanziellen Kennzahlen:
1) EBITDA 37 -bezogene Indikatoren
2) Working Capital/Cash Management 40
37 EBITDA: Earnings before Interest, Tax,
Depreciation, and Amortization (dt: Ergebnis vor Zinsen,
Steuern und Abschreibungen auf das Anlagevermögen
inkl. Abschreibungen auf Firmenwerte und Beteiligungen
Die EBITDA-bezogenen Kennzahlen werden monatlich auf Basis der IFRS-Zahlen ermittelt. Working Capital und Cash Management basierte Kennzahlen werden ebenfalls monatlich berichtet. 2.4 Ertragslage Die nachfolgende Tabelle enthält die konsolidierte Ergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2022.
AENOVA erzielte im Geschäftsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 749,2 MEUR und damit 52,3 MEUR mehr als im Vorjahr.
41 Days Sales Outstanding (DSO): Verhältnis
von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu
durchschnittlichen Umsatzerlösen der letzten drei
Monate multipliziert mit 30 Tagen
Die Umsätze wurden in folgenden Regionen erzielt:
Die Umsatzsteigerungen wurden hauptsächlich in Deutschland und im Rest von Europa realisiert, während das Geschäftsvolumen in Rest der Welt leicht sank. Die Erhöhung in Deutschland resultierte aus starken Zuwächsen bei mehreren Topkunden. Im Rest von Europa konnte prozentual das stärkste Umsatzwachstum erreicht werden, wobei die höchsten Steigerungen in Westeuropa zustande kamen. Auch in Nordamerika zeigt sich ein deutliches Wachstum auf breiter Kundenbasis, wenngleich auf niedrigerem Niveau. Der Auftragsbestand zum Ende des Geschäftsjahres zeigt sich mit 469 MEUR gegenüber dem Vorjahr (358 MEUR) deutlich verbessert. Die ggü. dem Vorjahr deutlich reduzierten sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich auf 8,8 MEUR (Vorjahr 23,7 MEUR). Diese entfallen im Wesentlichen auf aktivierte Eigenleistungen, hauptsächlich in Verbindung mit ERP-Implementierungen sowie der Auflösung von in Vorperioden gebildeten Rückstellungen. Der Rückgang im Periodenvergleich ist im Wesentlichen auf im Vorjahr erfasste Einzel- und Sondereffekte zurückzuführen, wie dem Verkauf von Sachanlagen (0,4 MEUR; Vorjahr 4,9 MEUR), Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (0,7 MEUR, Vorjahr 3,1 MEUR) und sonstige betriebliche Erträge (4,3 MEUR; Vorjahr 11,2 MEUR), welche im Vorjahr den Ertrag aus dem Verkauf einer Beteiligung enthielten (6,5 MEUR). Der Materialaufwand lag bei 284,2 MEUR (Vorjahr 252,5 MEUR) und enthält im Wesentlichen Aufwendungen aus dem Verbrauch von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen (268,5 MEUR; Vorjahr 237,9 MEUR). Der Anstieg ist auf das höhere Produktionsvolumen und der infolge des Russisch - Ukrainischen Konflikts gestiegenen Materialpreise zurückzuführen. Der Personalaufwand betrug 272,2 MEUR (Vorjahr 262,6 MEUR), mit einer Personalaufwandsquote von 36,2 % bezogen auf die Gesamtleistung 44 (Vorjahr 37,7 %). Preissteigerungseffekte im Umsatz wirkten sich vorteilhaft auf die Personalaufwandsquote aus. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr vor allem im Bereich der Energiekosten sowie der sonstigen Kosten um 22,3 MEUR auf 117,5 MEUR gestiegen. Die größten Einzelposten innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Energiekosten (36,7 MEUR, Vorjahr 22,3 MEUR) sowie Reparatur- und Erhaltungsaufwendungen (22,7 MEUR, Vorjahr 21,4 MEUR), Gemeinkostenmaterial (14,5 MEUR, Vorjahr 13,2 MEUR) und IT (8,3 MEUR, Vorjahr 7,1 MEUR). Im Geschäftsjahr lagen die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte mit 82,0 MEUR deutlich über dem Vorjahresniveau (Vorjahr 58,6 MEUR). Von den Abschreibungen entfallen 27,2 MEUR auf eine im Geschäftsjahr vorgenommene Wertminderung des der Business Unit SEL zugeordneten Firmenwertes. Die festgestellte Wertminderung resultiert im Wesentlichen aus deutlich gestiegenen durchschnittlichen Kapitalkosten, die bei der Ermittlung des beizulegenden Wertes zum Ansatz kamen, sowie einer im Vergleich zum Vorjahr etwas reduzierten EBITDA-Planung. Weitere 34,6 MEUR entfielen auf Abschreibungen auf erworbenes Anlagevermögen und 10,2 MEUR auf Nutzungsrechte aus Leasingverträgen.
44 Umsatzerlöse plus
Bestandsveränderungen
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte von 10,0 MEUR sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen, da insbesondere Abschreibungen auf Vermögensgegenstände, die im Zuge von Unternehmenserwerben aktiviert wurden, ausgelaufen sind. Das Nettofinanzergebnis des Geschäftsjahres betrug -50,1 MEUR nach -26,2 MEUR im Vorjahr. Diese Verschlechterung resultierte insbesondere aus einem Einmaleffekt in 2021 durch die Mitte des Jahres erfolgte Modifikation der Finanzierung und eine damit verbundene Buchwertanpassung (20,5 MEUR) sowie einem Aufwand aus der Bewertung der im Kreditvertrag eingebetteten Derivate zum Bilanzstichtag (5,8 MEUR). Weitere Ausführungen zur Finanzierungstruktur werden im Kapitel 2.7 gemacht. Das Steuerergebnis von -2,9 MEUR setzt sich vollständig zusammen aus laufenden Steueraufwendungen. Die Reduzierung gegenüber dem Vorjahreswert (-9,6 MEUR) ist zurückzuführen auf das deutlich geringere Ergebnis vor Steuern sowohl hinsichtlich der tatsächlichen Besteuerung als auch hinsichtlich latenter Steuern infolge temporärer Differenzen. Insgesamt stellt sich die Ertragslage 2022, insbesondere bedingt durch das makroökonomische Umfeld als deutlich belastet dar. Auf der einen Seite konnte die Gesellschaft Kostensteigerungen zum Teil an Kunden weitergeben und selektive Volumensteigerungen realisieren, so dass der Umsatz gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden konnte. Das Ergebnis wurde jedoch sowohl durch die erheblich gestiegenen Rohstoff- und Energieaufwendungen als auch durch die Output-Restriktionen sowie in diesem Zusammenhang entstandene Sonderaufwendungen an einem Standort der Gruppe deutlich belastet, so dass eine Reduzierung des EBITDA um 21,2 % (-23,4 MEUR) gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen war. Bedingt durch das gestiegene Zinsniveau wirkte sich die Marktwertveränderung der im Kreditvertrag eingebetteten Derivate zum Bilanzstichtag in Höhe von 5,8 MEUR belastend auf das Finanzergebnis aus, so dass die Gesellschaft im Berichtsjahr einen Jahresfehlbetrag von -17,4 MEUR ausweist. 2.5 Finanzlage Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beliefen sich zum Stichtag auf 20,7 MEUR (Vorjahr 53,5 MEUR). Sie bestanden fast vollständig aus Guthaben bei Bankinstituten. Innerhalb der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ergaben sich folgende Entwicklungen:
Hinsichtlich der Kapitalstruktur wird auf die Abschnitte 2.6 und 2.7 verwiesen. 2.6 Vermögenslage In der nachstehenden Übersicht wird das Nettovermögen zum Stichtag dargestellt: AKTIVA
PASSIVA
Die Gesamtinvestitionen in das erworbene Anlagevermögen des Geschäftsjahres in Höhe von 40,8 MEUR teilen sich auf in Investitionen in Grundstücke und Gebäude (4,4 MEUR), Anlagen und Maschinen (13,8 MEUR), Anlagen im Bau inkl. Anzahlungen (19,4 MEUR), IT-Ausstattung inkl. Software (2,7 MEUR) und Sonstiges (0,6 MEUR). Etwa zwei Drittel der Investitionen betrafen strategische Projekte. Die Investitionen in Nutzungsrechte beliefen sich auf 16,5 MEUR. Dabei entfielen 7,7 MEUR auf Grundstücke und Gebäude sowie 8,0 MEUR auf Anlagen und Maschinen. Die immateriellen Vermögenswerte setzen sich größtenteils aus einem Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 241,5 MEUR (Vorjahr 268,6 MEUR) sowie Kundenverträgen und -beziehungen in Höhe von 15,7 MEUR (Vorjahr 18,8 MEUR) zusammen. Der Rückgang bei den Kundenverträgen und -beziehungen war bedingt durch planmäßige Abschreibungen. Der Rückgang des Geschäfts- oder Firmenwerts resultiert aus der Wertminderung des der Business Unit SEL zugeordneten Firmenwertes. Die Erhöhung der sonstigen langfristigen Vermögenswerte ist im Wesentlichen auf die Erfassung eines erwarteten Steuerrückerstattungsbetrags und Zinsen entsprechend dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und Rumänien (9,4 MEUR) zurückzuführen. Die kurzfristigen Vermögenswerte betrugen zum Stichtag 242,3 MEUR (Vorjahr 223,3 MEUR). Der Anstieg ist im Wesentlichen bedingt durch den zur Abmilderung der Folgen gestörter Lieferketten vorgenommenen Aufbau des Vorratsvermögens (81,7 MEUR, Vorjahr 52,2 MEUR) sowie durch die deutlich positive Umsätzentwicklung im vierten Quartal, die zum Bilanzstichtag zu einem Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (40,0 MEUR, Vorjahr 27,6 MEUR) geführt hat. Weitere Bestandteile des Bilanzpostens sind Vertragsvermögenswerte (69,5 MEUR, Vorjahr 65,0 MEUR), sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (20,7 MEUR, Vorjahr 53,5 MEUR). Die Factoring-Quote von 67 % lag 1 Prozentpunkt über dem Vorjahreswert. Das Eigenkapital bestand zum Stichtag aus gezeichnetem Kapital in Höhe von 25 TEUR (Vorjahr 25 TEUR), einer Kapitalrücklage von 555,5 MEUR (Vorjahr 555,5 MEUR), einem Bilanzverlust von 572,4 MEUR (Vorjahr 526,2 MEUR) und sonstigen Bestandteilen von 8,5 MEUR (Vorjahr -10,1 MEUR). Im Bilanzverlust ist der Konzernjahresfehlbetrag in Höhe von 46,2 MEUR (Vorjahr Jahresüberschuss 15,6 MEUR) enthalten. Die Veränderung in den sonstigen Bestandteilen des Eigenkapitals ist im Wesentlichen auf die positiven Effekte aus der Neubewertung von Pensionsrückstellungen abzüglich latenter Steuern in Höhe von 16,7 MEUR zurückzuführen. Insbesondere bedingt durch den Konzernjahresfehlbetrag ergibt sich negatives Eigenkapital von 8,4 MEUR (Vorjahr positives Eigenkapital 19,1 MEUR). Die langfristigen Verbindlichkeiten beliefen sich zum Stichtag auf 752 MEUR (Vorjahr 751,4 MEUR). Sie bestanden im Wesentlichen aus langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von 606,4 MEUR (Vorjahr 595,1 MEUR). Bedeutende Positionen innerhalb der langfristigen Verbindlichkeiten waren außerdem die Pensionsrückstellungen (40,2 MEUR, Vorjahr 59,5 MEUR), die hauptsächlich durch die versicherungsmathematische Neubewertung von Annahmen und Erfahrungswerten um 19,2 MEUR gesunken sind, sowie die passiven latenten Steuern (84,7 MEUR, Vorjahr 80,6 MEUR). Die kurzfristigen Verbindlichkeiten betrugen zum Stichtag 166,6 MEUR (Vorjahr 133,1 MEUR). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich durch die gezielte Inanspruchnahme von individuellen Zahlungszielen von 69 MEUR auf 92,6 MEUR und sind damit ursächlich für den größten Teil der Erhöhung. Insgesamt hat sich die Vermögenslage im abgelaufenen Geschäftsjahr negativ entwickelt. Ursächlich hierfür ist im Wesentlichen die Wertminderung des der Business Unit SEL zugeordneten Firmenwerts. 2.7 Finanzierungsstruktur Im Juli 2021 wurde das First Lien Darlehen im Rahmen einer Modifikation der bestehenden Finanzierung um 125 MEUR auf 565 MEUR erhöht. Zugleich konnte der Zinssatz um 50 Basispunkte gesenkt und die Laufzeit um ein zusätzliches Jahr bis zum 6. März 2026 verlängert werden. Das hochverzinsliche Payment-In-Kind Darlehen ("Second Lien") im Gesamtbetrag von 117,7 MEUR wurde ebenfalls im Juli 2021 vollständig zurückbezahlt. Die UniCredit Bank AG, London, fungierte weiterhin als Agent für das First Lien. Ab 22. Juni 2022 hat die UniCredit Bank AG, München, die Funktion als Agent übernommen. Die Lucid Agency and Trustee Services Limited, London, am 31. März 2022 umbenannt in Kroll Agency and Trustee Services Limited, London, agierte weiterhin als Sicherheitsagent (Security Agent). Das First Lien Darlehen verfügte zum Bilanzstichtag 2022 über einen Nominalbetrag von 565 MEUR bei einem Basiszins von 4,5 % plus EURIBOR (1, 2, 3 oder 6 Monate). Hätte der EURIBOR 0 % unterschritten, wären 0 % angesetzt worden. Die Laufzeit des endfälligen Darlehens endet am 6. März 2026. Darüber hinaus steht der AENOVA-Gruppe eine Kreditlinie in Form eines revolvierenden Darlehens in Höhe von 50 MEUR zur Verfügung. Zum 31. Dezember 2022 wurde diese nur in Form von Bürgschaften in Höhe von 0,2 MEUR in Anspruch genommen. Die Laufzeit des Darlehens reicht bis zum 6. September 2024. 2.8 Personal- und Sozialbereich Die AENOVA-Gruppe beschäftigte im abgelaufenen Geschäftsjahr im Durchschnitt 4.063 Arbeitnehmer (2021: 4.155 Arbeitnehmer). Es existiert ein gruppenweiter Feedback- und Zieleprozess. Ziel dieses Instruments ist es, einen offenen Dialog zwischen Führungskräften und Mitarbeitern zu ermöglichen und letztere bedarfsgerecht zu entwickeln. Darüber hinaus wurde ein gruppenweites Vergütungsmodell eingeführt, das neben Finanzkennzahlen auch andere Zielgrößen enthält. Im Bereich ESG wurden weitere Maßnahmen umgesetzt, so dass die AENOVA-Gruppe die Ecovadis Auszeichnung in Silber erreichte. An weiteren Verbesserungen wird kontinuierlich gearbeitet. Als Teilnehmer des UN Global Compact Netzwerks zeigt die AENOVA-Gruppe, welche Bedeutung Menschenrechten, Arbeitsnormen und Umweltschutz in der mittel- bis langfristigen Ausrichtung des Unternehmens haben. Diversity wird auch weiter im Fokus bei der AENOVA-Gruppe bleiben. Die AENOVA-Gruppe ist Unterzeichner und aktiver Teilnehmer der "Charta der Vielfalt". Um eine gemeinsame Unternehmenskultur zu schaffen und so die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen weiter zu erhöhen, wurden die Unternehmenswerte in der gesamten AENOVA-Gruppe kommuniziert und verankert. Dies erschien nach längeren Tätigkeitsphasen im Home Office während der COVID-Pandemie als besonders wichtig. An allen Standorten der Gruppe wurden Mitarbeiter dazu in Workshops eingebunden. Weiterhin wurden Führungskräftetrainings für die unterste Führungsebene in der gesamten AENOVA-Gruppe durchgeführt, mit dem Ziel die Mitarbeiterzufriedenheit durch bessere Führung zu erhöhen. Auch in das Reporting der AENOVA-Gruppe wurden werteorientierte Aspekte als fester Bestandteil aufgenommen. Mit stetig hohem Engagement im Rahmen der Ausbildung junger Menschen nimmt die AENOVA-Gruppe auch ihre soziale Verantwortung wahr. Seit Jahren ermöglicht das Unternehmen jungen Menschen eine Ausbildung als Pharmakant/in, Chemielaborant/in, Maschinen- und Anlagenführer/in, Fachkraft für Lagerlogistik, Fachinformatiker/in, Industriemechaniker/in, Bürokaufmann/frau, Industriekaufmann/frau u. a., wodurch auch ein wesentlicher Beitrag zur internen Nachwuchssicherung geleistet wird. In 2022 waren über 100 Auszubildende in der Gruppe beschäftigt. Darüber hinaus engagiert sich die AENOVA-Gruppe immer wieder sozial. Das beinhaltet u. a. die Zusammenarbeit mit einer Behinderteneinrichtung, welche die Inklusion von behinderten Kollegen/Innen fördert, wie auch mehrere Spendenaktionen für die Opfer des Ukraine-Krieges sowie für lokale Tafeln. 2.9 Gesamtaussage Die AENOVA-Gruppe ist insbesondere durch die bereits in 2021 durchgeführte Modifizierung der Finanzierung für die nächsten Jahre solide finanziert. Die Geschäftsentwicklung im Berichtsjahr lag jedoch unter den Erwartungen, da die signifikanten Kostensteigerungen insbesondere aus den Bereichen Material und Energie noch nicht vollständig weitergegeben werden konnten. Darüber hinaus führten operative Probleme an einem Standort der Gruppe zu Umsatzausfällen und Sonderaufwendungen, die das Ergebnis belasteten. Weiterhin hat auch die Wertminderung des der Business Unit SEL zugeordneten Firmenwerts das Ergebnis negativ beeinflusst. Auch das Finanzergebnis zeigt sich insbesondere aufgrund von weggefallenen positiven Einmaleffekten des Vorjahres aus der Buchwertanpassung der Finanzierung sowie einer aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus notwendigen Bewertungskorrektur der im Kreditvertrag eingebetteten Derivate gegenüber dem Vorjahr deutlich verschlechtert. Im Ergebnis weist die AENOVA-Gruppe für das Geschäftsjahr 2022 einen Jahresfehlbetrag von 46,2 MEUR aus (Vorjahr Jahresüberschuss 15,6 MEUR). Die weitergeführten und die in 2023 neu initiierten Optimierungsmaßnahmen sind langfristig angelegt und werden sich weiter positiv auf die zukünftigen Ergebnisse auswirken. 3. Chancen- und Risikobericht Die operativen Prozesse der AENOVA sind darauf ausgerichtet, kurz- und mittelfristige Risiken und Chancen zu identifizieren, um im Falle von Risiken rechtzeitig gegensteuern bzw. Chancen nutzen zu können. Im Rahmen des konzernweiten Risikomanagements ist jeder Standort gefordert, Risiken zu identifizieren und einzuschätzen, diese zu kommunizieren sowie Maßnahmen für deren Bewältigung zu erarbeiten. Es sind Termine mit verantwortlichen Mitarbeitern aus verschiedenen Bereichen des Unternehmens (Entwicklung, Sales, Manufacturing and Quality, SCM, Finanzen, IT und HR) festgelegt, um Risiken bereichsübergreifend abzustimmen und über Maßnahmen zu entscheiden. Als Ergebnis werden Entscheidungsvorlagen erstellt und der AENOVA Geschäftsführung zur Verfügung gestellt. Diese Vorlagen werden im Rahmen der erweiterten AENOVA Geschäftsleitung diskutiert und genehmigt. Es wurden keine bestandsgefährdenden Risiken identifiziert. Das Gesamtbild der Risikolage wird von der Geschäftsführung als niedrig bis moderat eingeschätzt. 3.1 Risiken aus Covid-19 Pandemie sowie aus dem Krieg in der Ukraine Das Jahr 2022 war erneut geprägt durch die Ausläufer der weltweiten Corona Pandemie sowie durch den im Februar 2022 begonnenen Krieg von Russland gegen die Ukraine. Dabei stellte sich die Auftragslage vor allem im ersten Quartal im Grunde positiv dar. Zur Jahresmitte ließ die Nachfrage zunächst nach, um dann in der zweiten Jahreshälfte wieder anzuziehen. Besonders im vierten Quartal ergab sich eine Umsatzerholung, sowohl durch die greifenden Preiserhöhungen als auch durch eine verbesserte Nachfragesituation und gesteigerten Output der Werke. Die in enger Zusammenarbeit aller Funktionen entwickelten Präventionsmaßnahmen haben sich durchgängig als wirksam erwiesen. Produktionsstillstände aufgrund von Lieferengpässen bei Roh- und Hilfsstoffen sowie Verpackungsmaterialien konnten im ersten Halbjahr weitestgehend überbrückt werden. Unterbrechungen der Produktion durch Corona-bedingte Krankheitsfälle konnten vermieden werden. Sowohl der Krieg in der Ukraine als auch die Nachwirkungen der Covid-19 Pandemie wirkten sich nachteilig auf die Zuverlässigkeit der Lieferketten aus. Durch die ergriffenen Maßnahmen, z. B. die bewusste Erhöhung von Sicherheitsbeständen sowie kurzfristige Umplanungen in der Fertigung und Zusatzschichten, konnte eine schwerwiegende Beeinträchtigung der Patientenversorgung vermieden werden. Darüber hinaus wurden gemeinsam mit Kunden verstärkte Anstrengungen unternommen, um Alternativlieferanten für kritische Materialien zu etablieren. Obwohl nicht alle ursprünglich zugesagten Liefertermine eingehalten werden konnten, leistete AENOVA so auch in Krisenzeiten einen wichtigen Beitrag zur Versorgung des Marktes mit Medikamenten. Aufgrund der Erfahrungen mit COVID-19 und der in der Bevölkerung erreichten ausreichenden Immunisierung, besteht aus Sicht der Geschäftsführung insgesamt ein geringes bis mittleres Risiko für eine zukünftige Beeinträchtigung durch eine neue Infektionswelle. Auch das Risiko von Lieferunterbrechungen aufgrund des Ukraine Krieges wird als gering bis moderat eingeschätzt. 3.2 Wettbewerb Der Wettbewerb im Lohnherstellungsbereich bleibt intensiv. Da die Kosten für die Entwicklung und Markteinführung neuer Arzneimittel immer weiter steigen, wenden sich immer mehr Unternehmen an CDMOs, die sie bei der Bewältigung des komplexen und teuren Prozesses der Arzneimittelentwicklung unterstützen. Dies geschieht vor allem in den stark unter Kostendruck stehenden Teilmärkten, wie z. B. bei Generika und Nahrungsergänzungsmitteln, aber auch in den Bereichen mit sehr hoher Nachfrage (u. a. Vakzinen). Der Gesundheitsmarkt bleibt trotz der makroökonomischen Schwierigkeiten (u. a. Coronoakrise und dem Krieg zwischen Russland und Ukraine) ein Wachstumsmarkt. Einer der Hauptfaktoren hierfür ist die stetig steigende Nachfrage nach Arzneimitteln, u. a. aufgrund einer wachsenden Bevölkerung, einer alternden Gesellschaft und zahlreichen Innovationen, die zu einer besseren Behandlung von Krankheiten führen. Als einer der größten europäischen Auftragsentwickler und -hersteller für die Pharma- und Gesundheitsindustrie (CDMO) spielt die Aenova-Gruppe eine wichtige Rolle bei der Versorgung der Kunden und letztlich der Patienten weltweit mit lebensrettenden oder lebensverbessernden Medikamenten. Andererseits stand die verarbeitende Industrie aufgrund des Krieges zwischen Russland und der Ukraine, der Pandemie, sowie der Inflation vor großen Herausforderungen. CDMOs gerieten in 2022 durch einen massiven Anstieg der Inputkosten unter Druck: die Preise für Rohstoffe (Wirkstoffe, Hilfsstoffe, Verpackungsmaterialien), produktionsunterstützende Materialien sowie professionelle Dienstleistungen (Labore, Reinigungsdienste) stiegen deutlich an, häufig um zweistellige Prozentsätze. Am stärksten ausgeprägt war der Anstieg der Energiekosten, der je nach Land zwischen 100 % und 500 % lag. Darüber hinaus erschwerten Engpässe in den globalen Lieferketten, auch für Anlagen, Maschinen und Ersatzteile, die zeitgerechte Versorgung von Patienten mit Medikamenten. Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, wurden in der AENOVA-Gruppe folgende Maßnahmen getroffen:
Dank der getroffenen Maßnahmen geht die Gruppe gestärkt aus den letzten Monaten hervor. An der Stabilisierung der Lieferperformance wird mit hoher Priorität weiter gearbeitet. Insgesamt werden die Chancen für die Gewinnung neuer Geschäfte und weiterer Marktanteile aufgrund der guten Positionierung der AENOVA-Gruppe am Markt als mittel bis gut eingestuft. Diese Annahme wird nicht zuletzt durch eine gute Auftragslage für 2023 unterstrichen. Die Risiken substanzgefährdender Umsatzverluste sind aufgrund der hohen regulatorischen Anforderungen im Zusammenhang mit etwaigen Produkttransfers zu Marktbegleitern und der mit der Qualifizierung neuer Hersteller verbundenen Kosten nach wie vor als gering zu bewerten. Nicht auszuschließen ist demgegenüber, dass Kunden, die ihrerseits in preisbegrenzten Märkten tätig sind, im Einzelfall den Vertrieb bestimmter margenschwacher Produkte einstellen oder diese aus Low-Cost Quellen statt aus Westeuropa beziehen. 3.3 Insourcing Als Lohnfertiger ist die AENOVA dem Risiko ausgesetzt, dass Kunden eigene Produktionskapazitäten nutzen, um diese auszulasten (Insourcing) bzw. Kapazitäten aufbauen und Produktionsvolumina von AENOVA abziehen. Das durch interne Engpässe erzwungene Outsourcing von Vakzin-Produktion im Zusammenhang mit Covid-19 hat den Status und das Profil von CDMOs gestärkt, die bislang eher von älteren Produkten und Generika abhängig waren. Das generelle Bestreben der Kunden sich produktionsseitig schlank aufzustellen und sich auf Entwicklung und Vermarktung zu konzentrieren hält an. Dies stellt sich als mittelhohe Chance für die AENOVA dar: insgesamt wird davon ausgegangen, dass der CDMO Markt in den kommenden 5 Jahren stärker als der pharmazeutische Endmarkt wachsen wird, was durch stärkeres Outsourcing im Vergleich zu Insourcing getrieben wird. 46 Dem Insourcing-Risiko begegnet AENOVA im Übrigen mit hohem Serviceniveau von der Entwicklungsdienstleistung und termingerechter Produktion bis hin zur Logistik, über eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur und dauerhaft gute Qualität. In Verbindung mit der Breite des Leistungsangebots insbesondere im Bereich Fill&Finish der AENOVA stärken diese Faktoren die Kundenbindung in einem Umfeld, in dem das Interesse von Kunden an stabilen Partnerschaften mit strategischen CDMO-Partnern stetig steigt.
46 PwC, Current trends and strategic options in
the pharma CDMO market, November 2019
Darüber hinaus sind Insourcingaktivitäten mit Wechselbarrieren verbunden. Sollten einzelne Kunden dennoch Teile des Portfolios insourcen, kann sich AENOVA aufgrund der notwendigen Vorlaufzeiten, mindestens im stärker regulierten Pharmasegment, entsprechend vorbereiten und mit Produktionsumstellungen reagieren. Die Risiken aus Insourcing werden daher insgesamt als gering angesehen. 3.4 Beschaffung/Preisrisiko Die globale Beschaffung von Rohmaterialien und die damit verbundenen Markteffekte speziell bei der Entwicklung von Materialpreisen und Materialverfügbarkeiten bergen für AENOVA sowohl Chancen als auch Risiken. Kapazitätsengpässe bei speziellen Rohstoffen, Energiepreiserhöhungen sowie steigende Transportkosten können große Schwankungen der Beschaffungspreise bewirken, die die Entwicklung der Margen negativ beeinflussen können. Dies trifft sowohl für chemische Substanzen wie Vitamine, aber in besonderem Maße auch für biologische Materialien wie pflanzliche Extrakte zu, deren Verfügbarkeit stark durch Klima und Erntebedingungen beeinflusst ist, aber auch im Packmittelbereich für einige Vormaterialien wie beispielsweise spezielle Folien, Glas, etc. Der zentrale, global agierende strategische Einkauf der AENOVA definiert strategische Warengruppen, bündelt somit Bedarfe und leitet spezifische Einkaufsstrategien ab. Dadurch stärkt die AENOVA-Gruppe als führender europäischer Auftragshersteller ihre Position auf dem Beschaffungsmarkt mit Zugang zu attraktiven Konditionen und Lieferbedingungen. Um Risiken zu minimieren, wird der Beschaffungsmarkt permanent durch den strategischen Einkauf beobachtet; daraus abgeleitet werden Verhandlungen mit Lieferanten geführt. Ziel ist es, für wesentliche Rohmaterialien alternative Lieferanten aufzubauen, um Abhängigkeiten und potenzielle Lieferengpässe zu vermeiden. Der strategische Einkauf unterstützt darüber hinaus standortübergreifend die Disposition der Werke. In enger Abstimmung mit den Kunden werden kritische Materialien frühzeitig bestellt. Bedarfsgerechte, skalierbare Kontrakte flankiert durch Beschaffung über Händler sowie selektive Nutzung von Luftfrachttransporten tragen ebenfalls dazu bei, auftretende Lieferengpässe abzufedern. Die volatile Marktsituation und die damit verbundenen Versorgungsrisiken für Materialien aus China und Indien bestehen gleichwohl zurzeit weiter. AENOVA steht in intensivem Kontakt mit Lieferanten und Kunden und ist generell gut aufgestellt, um eine zeitgerechte Belieferung zu abgestimmten Preisen sicher zu stellen. Soweit Kostensteigerungen insbesondere im Materialbereich nicht abgewendet werden können, werden diese angemessen an die Kunden weitergereicht. Das Risiko von Produktionsstillständen oder Produktionsverzögerungen durch eingeschränkte Materialverfügbarkeit wird wesentlich von exogenen Einflüssen geprägt, deren Effekte die AENOVA durch die oben definierten Maßnahmen zu minimieren versucht. In Anbetracht der definierten Maßnahmen stuft die Geschäftsführung das Risiko im Bereich Beschaffung/Preisrisiko als moderat ein. 3.5 Markt/Nachfrage Mittel- und langfristig sieht sich die AENOVA-Gruppe einem weiterhin positiven Markttrend und einer wachsenden Nachfrage nach CDMO-Dienstleistungen gegenüber, bedingt durch die steigende Weltbevölkerung, verbesserten Versicherungsschutz in den Entwicklungsländern und die alternde Gesellschaft in den Industrieländern. Darüber hinaus ist eine steigende Bereitschaft zum Outsourcing bei Pharmaunternehmen zu beobachten, sowohl als Mittel zur Verkürzung der Markteinführungszeit als auch zur Kosteneinsparung, zur Verringerung der Komplexität und zur Umverteilung interner Ressourcen. Aenova ist als eine der wenigen CDMO-Plattformen weltweit, die fast alle Darreichungsformen (one- stop-shop) und eine breite Palette innovativer Technologien anbieten, sehr gut positioniert, um an diesem positiven Markttrend teilzuhaben. Mit den jüngsten strategischen Investitionen in die Fill & Finish PFS-Kapazitäten sowie Kapazitätserweiterungen an anderer Stelle ist AENOVA gut positioniert, um an der wachsenden Nachfrage zu partizipieren. Der Ukraine-Krieg, die Covid-19 Pandemie, die politischen Veränderungen wie der Brexit und die Inflation haben die verarbeitende Industrie vor extreme Herausforderungen gestellt. AENOVA rechnet auch im Jahr 2023 mit anhaltenden Lieferschwierigkeiten von Vormaterialien und mit Energiekosten auf hohem Niveau. Ob und inwieweit die gegenwärtige sehr positive Auftragslage sich als nachhaltig erweist, bleibt abzuwarten. Zur Zeit wird davon ausgegangen, dass Kunden angesichts der bestehenden Versorgungsengpässe versuchen ihre Lieferketten abzusichern und zum Teil auch ihre Sicherheitsbestände zu erhöhen um so unabhängiger gegenüber kurzfristigen Auftragsschwankungen zu werden. Dies dürfte ein Faktor sein, der auch zu dem sehr hohen Auftragsbestand der AENOVA-Gruppe zu Beginn des Geschäftsjahres 2023 beiträgt. Bei Entspannung der Liefersituation wird erwartet, dass sich die Auftragsreichweiten wieder auf ein übliches Maß reduzieren. Die Geschäftsführung stuft das Risiko einer generell negativen Nachfrageentwicklung als gering ein. 3.6 Politische Entscheidungen Vor dem Hintergrund der Kosten der COVID-19 Pandemie ist global auch in Zukunft mit einem erheblichen Druck auf die Kosten im Gesundheitssystem zu rechnen. Preisvorgaben für neue - und vor allem für bereits zugelassene Arzneimittel sowie Ausschreibungsverfahren für Generika sind nur einige Beispiele für diesen Trend. Dem stehen auf der anderen Seite ständig steigende regulatorische Anforderungen gegenüber, z. B. im Bereich der Sterilproduktion, oder die Forderung nach Lieferkettentransparenz. Einerseits ergeben sich in diesem Umfeld Risiken für AENOVA. Aufgrund ihrer Größe, der finanziellen Schlagkraft in Verbindung mit einem breit gefächerten Angebotsspektrum, stetig steigender Kosteneffizienz und einer skalierbaren Organisation ergeben sich für die AENOVA-Gruppe jedoch auch Chancen. Der von Russland am 24. Februar 2022 begonnene Krieg in der Ukraine hat sich unmittelbar nur in untergeordneter Weise auf den Konzernumsatz ausgewirkt, da der direkte und indirekte für AENOVA erkennbare Umsatz mit Destination Russland und Ukraine lediglich 2 % des Planumsatzes des Konzerns ausmachte. Da fast alle Geschäfte EURO-basiert über westeuropäische Kunden, also indirekt getätigt werden, besteht kein Währungs- und nur ein geringes Zahlungsrisiko. Handelssanktionen für Pharma-Produkte bestehen nicht, jedoch ist nicht auszuschließen, dass AENOVA-Kunden ihr Geschäft in diesen Ländern weiter reduzieren. Obgleich AENOVA kein Material direkt aus Russland oder der Ukraine kauft, haben sich die erhöhten Energiekosten und Materialknappheit in verschiedenen Bereichen auf die Beschaffungspreise ausgewirkt, insbesondere auch für Verpackungsmaterial. Durch umgehend ergriffene Maßnahmen im Frühjahr und im Sommer 2022 konnten die resultierenden Kostensteigerungen weitgehend an die Kunden durchgereicht werden. Für 2023 hat AENOVA den größten Teil seines Energiebedarfs preisgesichert. Die seit Sommer 2022 eingetretenen Kostensteigerungen sowohl für Material als auch für Energie werden im Rahmen eines neuverhandelten Preismechanismus' im Wesentlichen an die Kunden weitergegeben, so dass die Auswirkungen auf das Konzernergebnis begrenzt sein dürften. Bei Pflanzenölen, die für die Produktion benötigt werden, gab es signifikante Beeinträchtigungen, da diese zu großen Teilen in Russland und der Ukraine hergestellt werden. Versorgungsengpässe konnten weitestgehend überwunden werden. Für die Zukunft ist es möglich, dass Materiallieferungen, insbesondere für Rohstoffe aus dem asiatischen Raum erschwert werden könnten, z. B. durch Einschränkungen von Luftfrachtrouten. Dem Risiko wird durch vorausschauende Disposition und enge Abstimmung zum Thema Materialverfügbarkeit mit Kunden und Lieferanten entgegengewirkt. Von einer Ausweitung des Konflikts auf weitere Länder wird zurzeit nicht ausgegangen. Insgesamt wird das Risiko in Zusammenhang mit dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine als mittel für die Geschäfte der AENOVA eingeschätzt. AENOVA beobachtet darüber hinaus auch die Entwicklung der Spannungen zwischen China und den USA sowie Taiwan. Derzeit wird nicht von einer Eskalation ausgegangen. Wesentliche weitere politische Änderungen, die eine Auswirkung auf das Geschäft von AENOVA haben könnten, werden derzeit nicht erwartet. Deshalb stuft die Geschäftsführung die Chancen und Risiken aus politischen Entscheidungen derzeit als moderat ein. 3.7 Zins- und Währungsrisiken Aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit ist AENOVA grundsätzlich dem Zins- und dem Währungsrisiko ausgesetzt. Das konzernweite Risikomanagement konzentriert sich auf unvorhersehbare Ereignisse auf den Finanzmärkten und versucht nachteilige Effekte auf das Konzernergebnis zu minimieren. Die variablen Zinskomponenten der langfristigen Darlehen verfügten 2022 über einen Floor von 0 %. Stiege die Inflation, könnten Hedging-Instrumente genutzt werden. Aufgrund der hohen Kosten, die für die Platzierung eines Zinscaps erforderlich sind, hat Aenova beschlossen, im Jahr 2022 kein Hedging zu nutzen. AENOVA sieht sich kurzfristig einem mittleren, mittelfristig einem geringen Risiko ausgesetzt. AENOVA ist Fremdwährungsrisiken ausgesetzt, da Fakturawährung und die Währung, in der die Auftragskosten anfallen, zum Teil nicht deckungsgleich sind. Bei den meisten Transaktionen ergibt sich eine natürliche Währungssicherung, beispielsweise agiert die US-Tochtergesellschaft im amerikanischen Markt sowohl als Einkäuferin als auch als Verkäuferin. In der Schweiz wird ein wesentlicher Anteil von Ein- und Verkauf in der funktionalen Währung von AENOVA, dem Euro, getätigt. Dadurch reduzieren sich die Währungsrisken, denen AENOVA ausgesetzt ist. Fremdwährungsrisiken werden laufend analysiert und eingeschätzt, um zeitnah Maßnahmen zur Währungsabsicherung zu ergreifen und dieses Risiko zu reduzieren. Das Risikomanagement wird von AENOVA nach festgelegten Vorgaben mit dem Ziel ausgeführt, das Risiko von Ergebnisschwankungen zu minimieren. Der Bereich Corporate Treasury identifiziert, bewertet und adressiert Risiken in enger Zusammenarbeit mit den operativen Geschäftseinheiten und dem strategischen Einkauf. Die Risiken aus Zins- und Währungsschwankungen stuft die Geschäftsführung derzeit als moderat ein. 3.8 Liquiditäts- und Ausfallrisiken Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, dass AENOVA nicht in der Lage sein wird, seinen finanziellen Verpflichtungen bei deren Fälligkeit nachzukommen. Hierzu zählen insbesondere die Tilgung von Finanzschulden sowie die Begleichung von Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten und Mitarbeitern. Der Konzern stellt im Rahmen der Liquiditätssteuerung sicher, dass immer ausreichend liquide Mittel vorhanden sind. Zum Zwecke der kurz- und mittelfristigen Liquiditätssteuerung wird eine Liquiditätsvorschau erstellt. Diese berücksichtigt die erwarteten Einzahlungen, die Finanzierungspläne der AENOVA (Zinszahlungen), die bestehenden und zu erwartenden Verbindlichkeiten und Zahlungsverpflichtungen, notwendige Investitionen sowie die Einhaltung bestimmter finanzieller Kennzahlen ("Financial Covenants"). Die Liquiditätsvorschau für das Geschäftsjahr 2023 hängt stark von den Prämissen ab, die der Planungsrechnung zugrunde liegen: Der geplante Anstieg der Umsatzerlöse basiert auf Mengenwachstum und Preisanpassungen. Die Bruttomarge bleibt weitgehend konstant. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen steigen unterproportional zum Umsatzwachstum. Im Bereich der Personalaufwendungen sind Erhöhungen zu erwarten, hauptsächlich durch tarifliche Einflüsse und sonstige Gehaltsanpassungen, aber auch durch selektiven Personalaufbau in Bereichen mit Volumensteigerungen und Kompetenzaufbau. Der Einsatz von Lean Tools wurde in 2022 weiter vorangetrieben, auch wurden produktivitätssteigernde Investitionen durchgeführt. Die Planungsprämissen für das Geschäftsjahr 2023 sehen weitere Optimierungsmaßnahmen vor. AENOVA nutzt die Liquiditätsvorschau, um die wesentlichen Zahlungsströme zu verfolgen und eine ausreichende Liquidität in der AENOVA-Gruppe zu gewährleisten. Weiterhin nutzt der Konzern die monatlichen Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen, Working Capital-Planungen und Investitionsanträge zur Überwachung der mittel- und langfristigen Liquidität. Neben der effektiven Steuerung der Liquidität und des Working Capitals verringert der Konzern das Liquiditätsrisiko durch ein revolvierendes Darlehen von der UniCredit Bank AG, London in Höhe von 50,0 MEUR. Zum 31. Dezember 2022 wurde dieses nur in Form von Bürgschaften in Höhe von 0,2 MEUR in Anspruch genommen. Die Geschäftsführung schätzt das Liquiditätsrisiko als gering ein. 3.9 Einhaltung der Financial Covenants AENOVA hat gemäß den zum Stichtag laufenden Kreditverträgen Financial Covenants einzuhalten und gesondert zu prüfen, sofern die Inanspruchnahme des revolvierenden Darlehens (RCF) den Schwellenwert von 40 % übersteigt. Im Geschäftsjahr 2022 war eine Prüfung der Financial Covenants durchgängig nicht erforderlich. Falls wesentliche Planungsprämissen nicht eintreten, besteht ein Risiko, dass AENOVA die Forecasts bzw. Simulationen und damit ggf. die Financial Covenants nicht erreicht. Ein Bruch der Covenants hätte zur Folge, dass die Bankdarlehen fällig gestellt werden bzw. die Banken von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch machen könnten. AENOVA überwacht die Einhaltung der bedingten Financial Covenants unter dem RCF fortlaufend auf Basis von Forecasts und Simulationen. Nach Einschätzung der Geschäftsführung besteht aufgrund der durchgeführten Überwachungsmaßnahmen nur ein geringes Risiko, dass die Financial Covenants nicht eingehalten werden. 4. Prognosebericht Die dem Prognosebericht zugrunde liegende Planung ist Ende 2022 verabschiedet worden. Aufgrund der seit mehreren Monaten wieder verbesserten Auftragslage hat die Geschäftsführung trotz der weiter bestehenden Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen Entwicklungen im Hinblick auf den Russland - Ukraine - Krieg die Planannahmen für 2023 zum Aufstellungszeitpunkt nicht angepasst. Die Geschäftsführung plant für das Geschäftsjahr 2023 mit einem Umsatz von 808,7 MEUR. AENOVA erwartet dabei, dass die in 2022 abgebauten Bestände in den Distributionsstufen zu einer stärkeren Nachfrage in 2023, besonders bei Diabetes, Vitamin-, und antibakteriellen Präparaten, führen werden. Durch die hohen Impfquoten und reduzierten Schutzmaßnahmen in vielen Ländern geht AENOVA mindestens von einer Normalisierung der Endkundennachfrage auf das Niveau vor Covid-19 aus. Für die Folgejahre wird weiterhin ein steigendes Wachstum bei verbesserter Ertrags- und Liquiditätslage erwartet. Dabei wird von einer Normalisierung der Energiepreise ausgegangen, allerdings auf höherem Niveau als in der Vergangenheit. Diese Einschätzung beruht insbesondere auf den erwarteten Entwicklungen auf den Pharma- und Consumer-Healthcare-Märkten, auf der Pipeline bereits gewonnenen Geschäfts, auf den im Vergleich zum Hoch 2022 bereits korrigierten Energiepreisen sowie auf den strategischen Projekten und Optimierungsmaßnahmen, die der Konzern in den Geschäftsjahren 2019 bis 2022 auf den Weg gebracht hat. Im Pharma-Markt wird aufgrund des Auslaufens wesentlicher Patente in den nächsten Jahren weiterhin mit steigenden Volumina und einer Zunahme der Marktanteile von Generikaprodukten gerechnet. Es wird gleichzeitig erwartet, dass der intensive Wettbewerb im Generika-Segment anhalten wird. Die forschenden Pharmaunternehmen fokussieren sich weiterhin auf ihre Kernkompetenzen Forschung und Entwicklung sowie Marketing und Vertrieb. Der Trend zum Outsourcing hält an, darüber hinaus wird die in den Vorjahren beobachtete Konsolidierung der Lieferantenbasis weiter anhalten. Insbesondere im Hinblick auf eine schnelle und verlässliche Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten sieht AENOVA eine sich verstärkende Tendenz hin zu kurzen Reaktionszeiten und Skalierbarkeit in der Lieferkette. Der Consumer-Healthcare-Bereich wird von unterschiedlichen Markttrends beeinflusst. Gesättigte OTC-Märkte wie Deutschland verzeichnen einen leichten Rückgang im OTC-Geschäft über Apotheken, andererseits aber ein Wachstum bei günstigeren Vertriebskanälen. Dienstleister für die Pharmaindustrie müssen kostenseitig wettbewerbsfähig sein; Differenzierungsmöglichkeiten ergeben sich durch hohe Lieferzuverlässigkeit sowie durch ein umfangreiches Leistungsangebot, das neben der Produktion unterschiedlicher Darreichungsformen auch Entwicklungsdienstleistungen und Logistik umfasst. Gleichzeitig sind die kontinuierlich steigenden regulatorischen Anforderungen zu erfüllen und es ist ein kontinuierlich hoher Qualitätsstandard zu gewährleisten. Die AENOVA hat strategische Initiativen definiert und Maßnahmen eingeleitet, um sich den Marktgegebenheiten entsprechend zu positionieren und somit für die Zukunft optimal aufgestellt zu sein:
Der für das Geschäftsjahr 2023 geplante Umsatz in Höhe von 808,7 MEUR (Vorjahr 749,2 MEUR; +7 %) führt zu einem bereinigten EBITDA vor Sondereffekten in Höhe von 101,9 MEUR (bereinigte EBITDA-Marge 12,6 %) sowie zu einem EBITDA nach Sondereffekten in Höhe von 97,3 MEUR 47. Die Steigerung der Umsatzerlöse reflektiert die an den Kunden weitergegebenen Preissteigerungen, sowie die graduelle Nachfrageerholung in bestimmten Produktbereichen, die von Rückgängen im Rahmen der COVID-19 Pandemie betroffen waren. Vor Sondereffekten ergibt sich somit ein um 5 % gesteigertes EBITDA. Darin nicht berücksichtigt sind Energiekostendeckelungen in Deutschland, Italien und Rumänien, die nach der Planerstellung eingeführt wurden oder eine Restrukturierung des teilweise unprofitablen Steril-Geschäfts. Die Planung für 2023 basiert ausschließlich auf organischem Wachstum. Durch die Weiterführung des Investitionsprogramms in der Unternehmensgruppe wird die Wettbewerbsfähigkeit weiter gesteigert. In der Planung für das Jahr 2023 wird in der Konsequenz davon ausgegangen, dass die Liquiditätslage des Konzerns weiterhin stabil bleiben wird. AENOVA rechnet für das Geschäftsjahr 2023 mit folgender Kennzahlenentwicklung:
Die Finanzierung der AENOVA ist auf der Grundlage der erfolgten Modifikation der Finanzierung im Juli 2021 sowie der von der Geschäftsführung aufgestellten Ertrags- und Finanzplanung gesichert. Die Einschätzungen in diesem Bericht basieren auf dem derzeitigen Kenntnisstand und den zum Aufstellungszeitpunkt vorhandenen Informationen. Aufgrund von Unsicherheiten jeder Planung kann die tatsächliche Entwicklung von den gegenwärtigen Einschätzungen abweichen. Die Risiken aus der aktuellen Kriegssituation zwischen Russland und der Ukraine, einer möglichen Eskalation, einer Auseinandersetzung zwischen den USA und China oder einer möglichen weiteren COVID-19-Welle sind nicht konkret abschätzbar. Das Management hat jedoch umfangreiche Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der Mitarbeiter und zur Aufrechterhaltung der Produktion getroffen. Die Dauer des Krieges in der Ukraine, sowie die weitere politische Entwicklung in der Region mit ihren globalwirtschaftlichen Folgen sind nicht zu überblicken. Insgesamt sind keine Risiken erkennbar, die den Bestand der Unternehmensgruppe gefährden.
47 nach Auswirkungen der Covid-19 Pandemie sowie
anderen nicht wiederkehrenden Kosten
Starnberg, 26. April 2023 Apollo 5 GmbH Apollo 5 GmbH Ralf Schuler, Geschäftsführer Jan Kengelbach, Geschäftsführer Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Apollo 5 GmbH, Starnberg Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Apollo 5 GmbH, Starnberg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzerngesamtergebnisrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Apollo 5 GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 26. April 2023 KPMG
AG
Bergler, Wirtschaftsprüfer Querfurth, Wirtschaftsprüferin |
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