Feintool System Parts Jena GmbH

Löbstedter Straße 85, 07749 Jena, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Jena HRB 203514
Vorher
Promera Jena Feinschneid- und Umformtechnik GmbH
Eingetragen
11.8.1993
Branche
Herstellung von Werkzeugmaschinen für die MetallbearbeitungHerstellung von HandwerkzeugenHerstellung von Press-, Zieh- und Stanzteilen
Gegenstand
die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von Teilen sowie Baugruppen und Werkzeugen der Stanz- und Umformtechnik.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Luana Kinner
seit 17.10.2024
Geschäftsführer
Torsten Greiner
seit 1.9.2023
Geschäftsführer
Ulrich Obst
seit 1.9.2023
Prokura
Denis Schlötzer
seit 1.9.2023
Prokura
Maik Wittig
seit 13.2.2023
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Feintool International Holding AGCHE
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Feintool Holding GmbH
Germany
3.068.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Feintool Holding GmbH

Bayreuth

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 351.272,10 365.353,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 67.830.703,16 68.181.975,26 42.200.108,40 42.565.461,40
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 74.983.925,65 37.810.908,52
2. Technische Anlagen und Maschinen 93.361.262,29 62.235.310,58
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.922.299,60 3.331.091,86
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 30.964.738,67 207.232.226,21 20.460.018,38 123.837.329,34
275.414.201,47 166.402.790,74
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 36.845.838,55 17.614.537,03
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 14.311.926,35 10.551.643,72
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 28.376.063,32 11.120.463,80
4. Geleistete Anzahlungen 507.571,98 80.041.400,20 182.560,00 39.469.204,55
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 33.238.666,26 21.120.744,62
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 69.304.246,58 21.130.061,22
- davon gegen Gesellschafter EUR 52.800.455,50 (i. Vj. EUR 21.081.180,34)-
3. Sonstige Vermögensgegenstände 5.768.992,95 108.311.905,79 4.268.651,73 46.519.457,57
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 22.445.232,13 3.110.212,32
210.798.538,12 89.098.874,44
C. Rechnungsabgrenzungsposten 108.357,91 70.327,31
D. Aktive latente Steuern 3.752.560,00 2.106.471,00
490.073.657,50 257.678.463,49

Passiva

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 818.067,01 818.067,01
II. Kapitalrücklage 2.231.466,69 2.231.466,69
III. Konzerngewinnrücklagen 70.122,15 70.122,15
IV. Konzerngewinnvortrag 47.183.800,97 45.705.863,68
V. Konzerngewinn (i. Vj. Konzerngewinn) 6.948.911,99 5.777.937,29
VI. Ausgleichsposten für die Anteile anderer Gesellschafter 2.210.636,28 2.330.795,52
59.463.005,09 56.934.252,34
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 68.918.246,94 6.625.990,24
2. Steuerrückstellungen 5.967.943,36 2.726.357,00
3. Sonstige Rückstellungen 18.402.870,73 14.530.699,24
93.289.061,03 23.883.046,48
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 105.053.542,49 107.925.324,25
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.940.082,40 217.128,05
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 36.109.390,98 24.946.749,17
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 181.959.773,05 36.129.538,01
- davon gegenüber Gesellschafter EUR 180.004.323,62 (i. Vj. EUR 35.001.318,31) -
5. Sonstige Verbindlichkeiten 11.321.282,46 7.642.425,19
- davon aus Steuern EUR 1.123.434,97 (i. Vj. EUR 1.819.276,31) -
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 56.323,23 (i. Vj. EUR 49.508,50) -
336.384.071,38 176.861.164,67
D. Rechnungsabgrenzungsposten 937.520,00 0,00
490.073.657,50 257.678.463,49

Konzerngewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

2022 2021
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 517.655.635,70 271.843.025,18
2. Erhöhung (i. Vj.Erhöhung) des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 8.688.924,73 5.545.898,68
3. Sonstige betriebliche Erträge 2.822.919,93 1.796.496,77
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -300.642.561,29 -121.678.544,49
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -21.067.774,27 -321.710.335,56 -21.070.674,34 -142.749.218,83
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -82.608.792,85 -54.673.213,80
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -20.480.940,49 -10.738.690,32
- davon für Altersversorgung EUR -4.029.937,57 (i. Vj. EUR -383.428,49) -103.089.733,34 -65.411.904,12
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -29.629.955,39 -21.104.639,31
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -57.920.902,51 -38.264.913,16
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.153.240,91 8.917,14
- davon aus verbundenen Unternehmen (Konzern) EUR 971.174,30 (i. Vj. EUR 0,00) -
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -5.620.938,64 -2.792.341,10
- davon an verbundene Unternehmen EUR -2.172.107,49 (i. Vj. EUR -428.264,01) -
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -4.601.781,77 -3.312.197,19
11. Konzernergebnis nach Steuern 7.747.074,06 5.559.127,06
12. Sonstige Steuern 918.321,31 -302.605,11
13. Konzernjahresüberschuss (i. Vj. Konzernjahresüberschuss) 6.828.752,75 5.256.521,95
14. Auf nicht beherrschende Anteile entfallender Verlust 120.159,24 521.415,34
15. Konzerngewinn (i. Vj.Konzerngewinn) 6.948.911,99 5.777.937,29

Konzernkapitalflussrechnung

2022
EUR
Periodenergebnis 6.828.752,75
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 29.629.955,39
Abnahme der Rückstellungen - 3.434.061,46
Zunahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind - 22.163.828,64
Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 10.903.841,49
Gewinn aus Abgang Finanzanlagen 812.313,17
Gewinn aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 13.149,00
Zinsergebnis 4.467.697,73
Ertragsteueraufwand 4.601.781,77
Ertragsteuerzahlungen/-erstattungen -4.462.059,41
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 27.197.541,79
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -49.454,80
Auszahlungen aus Konsolidierungsänderungen -52.853.091,16
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -21.896.268,35
Veränderung Forderungen CashPool gegen Gesellschafter 999.196,47
Veränderung Verbindlichkeiten CashPool Gesellschafter 164,90
Erhaltene Zinsen 340.927,74
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -73.458.525,20
Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen und Aufnahme von (Finanz-)Krediten 5.043.280,18
Auszahlung für die Tilgung von Finanzkrediten -7.915.061,94
Zunahme Effekt aus Factoring/ABS-Programm 4.911.005,96
Einzahlungen aus der Aufnahmen von Krediten des Mutterunternehmens 145.000.000,00
Auszahlungen Verbindlichkeiten ehem. Gesellschafter K+S -73.798.213,54
Gewinnausschüttungen an das Mutterunternehmen -4.300.000,00
Einzahlungen aus erhaltenen Zuschüssen/Zuwendungen 917.504,00
Gezahlte Zinsen -4.262.511,44
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 65.596.003,22
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 19.335.019,81
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 3.110.212,32
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 22.445.232,13

Konzerneigenkapitalspiegel zum 31. Dezember 2022

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklage
Stand 31.12.2020 818.067,01 2.231.466,69 70.122,15
Verrechnung mit Gewinnvortrag 0,00 0,00 0,00
Konzerngewinn / -verlust 0,00 0,00 0,00
Gewinnausschüttungen 0,00 0,00 0,00
Änderungen des Konsolidierungskreises 0,00 0,00 0,00
Stand 31.12.2021 818.067,01 2.231.466,69 70.122,15
Verrechnung mit Gewinnvortrag 0,00 0,00 0,00
Konzerngewinn / -verlust 0,00 0,00 0,00
Gewinnausschüttungen 0,00 0,00 0,00
Änderungen des Konsolidierungskreises 0,00 0,00 0,00
Stand 31.12.2022 818.067,01 2.231.466,69 70.122,15
Eigenkapital des Mutterunternehmens Nicht beherrschende Anteile Konzerneigenkapital
Gewinnvortrag Konzernverlust/-gewinn Summe Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Verluste/Gewinne Summe
Stand 31.12.2020 50.537.010,37 -2.931.146,69 50.725.519,53 2.852.210,86 53.577.730,39
Verrechnung mit Gewinnvortrag -2.931.146,69 2.931.146,69 0,00 0,00 0,00
Konzerngewinn / -verlust 0,00 5.777.937,29 5.777.937,29 -521.415,34 5.256.521,95
Gewinnausschüttungen -1.900.000,00 0,00 -1.900.000,00 0,00 -1.900.000,00
Änderungen des Konsolidierungskreises 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Stand 31.12.2021 45.705.863,68 5.777.937,29 54.603.456,82 2.330.795,52 56.934.252,34
Verrechnung mit Gewinnvortrag 5.777.937,29 -5.777.937,29 0,00 0,00 0,00
Konzerngewinn / -verlust 0,00 6.948.911,99 6.948.911,99 -120.159,24 6.828.752,75
Gewinnausschüttungen -4.300.000,00 0,00 -4.300.000,00 0,00 -4.300.000,00
Änderungen des Konsolidierungskreises 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Stand 31.12.2022 47.183.800,97 6.948.911,99 57.252.368,81 2.210.636,28 59.463.005,09

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022

Allgemeine Angaben

Die Feintool Holding GmbH hat ihren Sitz in Bayreuth und ist beim Amtsgericht Bayreuth unter der Handelsregisternummer HRB 6506 eingetragen.

Der vorliegende Konzernabschluss wurde gemäß §§ 290 ff. HGB aufgestellt. Darüber hinaus wurden die Vorschriften der Deutschen Rechnungslegungs-Standards (DRS) im Wesentlichen angewendet.

Wir weisen darauf hin, dass folgende Empfehlungen des DRS 23 bisher nicht umgesetzt wurden:

Unternehmenserwerbe vor dem 1. Januar 2010 wurden im Konzernabschluss nach der Buchwertmethode berücksichtigt, während der DRS 23.34 ff. zwingend die Methode der vollständigen Neubewertung fordert.

Aktive Unterschiedsbeträge aus diesen Unternehmenserwerben wurden im Konzernabschluss entgegen dem DRS 23.84 erfolgsneutral mit den Rücklagen verrechnet und nicht als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen.

Die Konzerngewinn- und Verlustrechnung wurde wie im Vorjahr nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Im Geschäftsjahr 2022 wurde mit Wirkung zum 1. März 2022 die Feintool System Parts Sachsenheim GmbH, Sachsenheim, erworben. Daher ist ein Vergleich mit dem Vorjahr nur bedingt möglich. Zur Herstellung der Vergleichbarkeit aufgrund der Änderung des Konsolidierungskreises verweisen wir auf die Angaben in Anlage 2 zu diesem Anhang.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss sind neben der Feintool Holding GmbH alle Tochterunternehmen einbezogen worden, an denen der Feintool Holding GmbH unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmrechte der Gesellschafter zustehen. Zum Konsolidierungszeitpunkt 31. Dezember 2022 wurden folgende Unternehmen konsolidiert:

Name und Sitz der Gesellschaft Anteil am Kapital Beteiligungsverhältnis Anteil am Kapital
%
Feintool System Parts Obertshausen GmbH, Obertshausen 100,0 direkt 100,0
Feintool System Parts Ohrdruf GmbH, Ohrdruf 60,0 direkt 60,0
Feintool System Parts Ettlingen GmbH, Ettlingen 100,0 direkt 100,0
Feintool System Parts Jena GmbH, Jena 100,0 direkt 100,0
Feintool System Parts Oelsnitz GmbH, Oelsnitz 100,0 direkt 100,0
Stanzwerk Jessen GmbH, Jessen 100,0 direkt 100,0
Feintool System Parts Jessen GmbH, Jessen 100,0 indirekt 100,0
JELA Immobilien GmbH, Jessen 100,0 indirekt 100,0
Feintool System Parts Sachsenheim GmbH 100,0 direkt 100,0

Die Feintool System Parts Tokod Kft. (Tochtergesellschaft der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH) wurde gemäß § 296 Abs. 1 Nr. 3 HGB nicht konsolidiert. Die Anteile sind im Berichtsjahr veräußert worden.

Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung erfolgte für Erstkonsolidierungen bis zum 1. Januar 2010 nach der Buchwertmethode. Dabei wurde der Anschaffungswert der Beteiligung mit dem auf sie entfallenden Eigenkapitalanteil zum Zeitpunkt des Erwerbs des Tochterunternehmens verrechnet. Der verbleibende aktivische Unterschiedsbetrag in Höhe von EUR 5.768.533,31 wurde im Zeitpunkt der Erstkonsolidierung offen von der Kapitalrücklage abgesetzt. Für "Altfälle" wird diese Methodik gemäß Art. 66 Abs. 3 Satz 4 EGHGB beibehalten.

Für Neuzugänge zum Konsolidierungskreis nach dem oben genannten Datum erfolgt die Kapitalkonsolidierung nach der Neubewertungsmethode gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB. Der sich aus der Verrechnung der Beteiligungswertansätze mit dem auf sie entfallenden neubewerteten Eigenkapital ergebende aktive Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert unter den immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens ausgewiesen und linear über seine planmäßige Nutzungsdauer abgeschrieben.

Die Zugänge im Anlagevermögen aus der Erstkonsolidierung wurden mit den historischen An- schaffungs- und Herstellungskosten sowie den aufgelaufenen Abschreibungen angesetzt.

Die Schuldenkonsolidierung erfolgt durch Verrechnung der Forderungen mit den entsprechenden Verbindlichkeiten gegenüber den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen.

Zwischenergebnisse wurden eliminiert.

Die Aufwands- und Ertragskonsolidierung erfolgte durch Verrechnung der Umsatzerlöse, der sonstigen betrieblichen Erträge und der Zinserträge zwischen den Konzernunternehmen mit den entsprechenden Aufwendungen.

Auf konsolidierungsbedingte temporäre Ergebnisunterschiede werden latente Steuern gebildet.

Geschäftsjahr

Das Konzerngeschäftsjahr läuft vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022.

Der Konzernabschlussstichtag entspricht zum 31. Dezember 2022 dem Stichtag des Jahresabschlusses der Feintool Holding GmbH und aller einbezogenen Tochtergesellschaften.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Alle in den Konzernabschluss einbezogenen Abschlüsse der Tochterunternehmen sind grundsätzlich einheitlich nach den für die Feintool Holding GmbH geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Eine wesentliche Ausnahme stellt die Pensionsrückstellung der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH dar.

Im Einzelnen wurden im Konzern folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt:

Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, abgeschrieben. Dabei werden entgeltlich erworbene EDV-Programme über eine Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren abgeschrieben.

Soweit die beizulegenden Werte einzelner immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Das Ansatzwahlrecht zur Aktivierung selbsterstellter immaterieller Vermögensgegenstände nach § 248 Abs. 2 Satz 1 HGB wurde nicht genutzt.

Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden über die voraussichtliche Nutzungsdauer von zehn bzw. fünfzehn Jahren linear abgeschrieben. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen wird außerplanmäßig abgeschrieben. Im Berichtsjahr waren Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert nach § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB in Höhe von TEUR 0 (i. Vj. TEUR 0) erforderlich.

Sachanlagen sind mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten und soweit abnutzbar abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet.

Die Herstellungskosten enthalten Einzelkosten und einen angemessenen Anteil an produktionsbezogenen Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie den Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. Fremdkapitalzinsen werden nicht einbezogen. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen wird außerplanmäßig abgeschrieben. Zuschreibungen werden bis zur Höhe der fortgeschriebenen Anschaffungskosten vorgenommen, wenn der Abschreibungsgrund zwischenzeitlich entfallen ist.

Planmäßige Abschreibungen für Anlagevermögen, das bis zum 31. Dezember 2010 angeschafft wurde, erfolgen teils linear, teils degressiv. Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, die nach dem 31. Dezember 2010 angeschafft wurden, werden linear abgeschrieben. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen in Anlehnung an die in den amtlichen AfA-Tabellen des Bundesministers für die Finanzen vorgegebenen steuerlichen Nutzungsdauern. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 250,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst. Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzel- wert von mehr als EUR 250,00 bis EUR 1.000,00 wird der jährlich steuerlich gebildete Sammelposten aus Vereinfachungsgründen in die Handelsbilanz übernommen. Von den jährlichen Sammelposten, deren Höhe insgesamt von untergeordneter Bedeutung ist, werden pauschal jeweils 20 % im Jahr, für dessen Zugänge sie gebildet wurden, und den vier darauffolgenden Jahren abgeschrieben. Zudem wird seit 2019 teilweise von der Vereinfachung, Anlagegüter bis EUR 800 sofort abzuschreiben, Gebrauch gemacht. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen. Der Konzern hat im Berichtsjahr TEUR 918 (i. Vj.TEUR 178) Investitionszuschüsse von der Thüringer und der Sächsischen Aufbaubank enthalten. Diese wurden bei den Anschaffungskosten der erworbenen Anlagegüter in Abzug gebracht.

Vorräte werden zu durchschnittlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Die Herstellungskosten enthalten Einzelkosten und einen angemessenen Anteil an produktionsbezogenen Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie den Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. Fremdkapitalzinsen werden nicht einbezogen. Kosten der allgemeinen Verwaltung, Aufwendungen für soziale Einrichtungen und freiwillige soziale Leistungen werden angemessen berücksichtigt.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert angesetzt. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden alle erkennbaren Risiken durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Fremdwährungsforderungen werden mit dem Kurs am Tag ihrer Entstehung gebucht. Forderungen in Fremdwährung und einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr sind zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Forderungen in Fremdwährung mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden zum jeweils niedrigeren Stichtags- oder Anschaffungskurs umgerechnet.

Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert angesetzt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, sofern sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Aus handels- und steuerrechtlich voneinander abweichenden Wertansätzen sowie künftig nutzbaren steuerlichen Verlustvorträgen bestehende aktive und passive latente Steuern werden zunächst auf Ebene der einzelnen Besteuerungsobjekte ermittelt. Anschließend werden sie auf Konzernebene, soweit zulässig, saldiert. Zum 31. Dezember 2022 ergab sich unter Berücksichtigung latenter Steuern auf erfolgswirksame Konsolidierungsmaßnahmen nach § 306 HGB ein Überhang aktiver latenter Steuern. Für die Bewertung der latenten Steuern wird grundsätzlich ein durchschnittlicher Steuersatz in Höhe von 30,0 % zugrunde gelegt.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren auf Grundlage der modifizierten Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck bewertet. Für die Abzinsung wird entsprechend der Vereinfachungsmethode gemäß § 253 Abs. 2 HGB pauschal der durchschnittliche Marktzins der vergangenen zehn Geschäftsjahre für eine angenommene Restlaufzeit von fünfzehn Jahren verwendet. Zum 31. Dezember 2022 beträgt der Zinssatz 1,78 % (i. Vj.1,87 %). Zudem wird ein Gehaltstrend wie im Vorjahr von 2,5 % und ein Rententrend von 2,0 % p. a. unterstellt (i. Vj.2,0 %).

Eine Ausnahme stellt die Pensionsrückstellung der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH dar. Diese nutzt ein Bewertungswahlrecht aus dem BilMoG. Aus der Umstellung der Pensionsrückstellungen im Rahmen des BilMoG zum 1. Januar 2010 (BilMoG-Eröffnungsbi- lanz) ergab sich ein Zuführungsbetrag im Vergleich zum alten Ansatz zum 31. Dezember 2009 von 8.204 TEUR. Die Gesellschaft macht von dem Wahlrecht des Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EG-HGB Gebrauch und verteilt den Aufwand aus der Umstellung linear über einen Zeitraum von maximal 15 Jahren. Im Rumpfgeschäftsjahr 2022 wurden 547 TEUR als sonstiger betrieblicher Aufwand erfasst. Zum Abschlussstichtag beläuft sich der noch nicht erfasste Unterschiedsbetrag nach Mindestzuführung bei den Pensionsrückstellungen somit auf 547 TEUR. Des weiteren nutzt die Feintool System Parts Sachsenheim GmbH keine "modifizierten" Richttafeln von Heubeck. Der Anteil der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH an der Pensionsrückstellung ist mit TEUR 62.189 der wesentliche Anteil an dieser RS (90%).

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlichen Erfüllungsbetrags.

Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Verbindlichkeiten in Fremdwährung und einer Laufzeit bis zu einem Jahr werden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Verbindlichkeiten in Fremdwährung mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem jeweils höheren Stichtags- oder Anschaffungskurs umgerechnet.

Ein passiver Rechnungsabgrenzungsposten wird für Einnahmen vor dem Bilanzstichtag, die einen Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem darstellen, gebildet.

Erläuterungen zur Konzernbilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt.

Geschäfts- oder Firmenwert

Der Ausweis in Höhe von TEUR 67.831 (i. Vj. TEUR 42.200) betrifft mit TEUR 1.853 (i. Vj. TEUR 2.273) den im Geschäftsjahr 2012 durch Erwerb der Feintool System Parts Obertshausen GmbH und der Feintool System Parts Ohrdruf GmbH entstandenen Firmenwert, mit TEUR 186 (i. Vj. TEUR 233) den im Geschäftsjahr 2015 durch Erwerb der Feintool System Parts Oelsnitz GmbH entstandenen Firmenwert, mit TEUR 36.268 (i. Vj. TEUR 39.694) den im Geschäftsjahr 2018 durch Erwerb der Stanzwerk Jessen GmbH entstanden Firmenwert, mit TEUR 29.524 (i. Vj. TEUR 0) den im Geschäftsjahr 2022 durch Erwerb der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH entstanden Firmenwert.

Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear über zehn bzw. fünfzehn Jahre. Die Nutzungsdauer entspricht damit der durchschnittlichen Laufzeit der Kundenaufträge, welche die wesentliche Grundlage des Firmenwerts bilden.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Von den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen haben Forderungen gegen das verbundene Unternehmen Feintool System Parts Tokod Kft. in Höhe von TEUR 16.500 (i. Vj. TEUR 0) und sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 0 (i. Vj. TEUR 232) eine Restlaufzeit von über einem Jahr.

Die in den Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthaltenen Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von TEUR 52.800 (i. Vj. TEUR 21.081) betreffen Cash-Pool-Guthaben in Höhe von TEUR 19.878 (i. Vj. TEUR 20.877) und eine kurzfriste Forderungen in Höhe von TEUR 32.922 aus dem Verkauf der Feintool System Parts Tokod Kft.. Die übrigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren aus an Feintool System Parts Tokod Kft. gegebenen langfristigen Darlehen über TEUR 16.500 (i. Vj. TEUR 0) und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 4 (i. Vj. TEUR 49).

Zum Bilanzstichtag waren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 17.862 (i. Vj. TEUR 12.457) verkauft. Davon entfallen auf das Factoring TEUR 3.520 (i. Vj. TEUR 3.898) und auf das ABS-Programm TEUR 14.342 (i. Vj. TEUR 8.559).

Aktive latente Steuern

Zum Bilanzstichtag ergibt sich nach Saldierung der aktiven und passiven Steuerlatenzen wie im Vorjahr ein Aktivüberhang, der sich wie folgt entwickelte:

Stand 1.1.2022 Veränderung Stand 31.12.2022
TEUR TEUR TEUR
Aktive Steuerlatenz 3.753 8.887 12.640
Passive Steuerlatenz -1.647 -7.240 -8.887
Total 2.106 1.647 3.753

Die aktiven latenten Steuern resultieren überwiegend aus steuerlichen Verlustvorträgen, handels- und steuerrechtlich voneinander abweichenden Wertansätzen bei den Pensionsrückstellungen und handels- und steuerrechtlich voneinander abweichenden Wertansätzen bei den Vorräten.

Diese wurden saldiert mit den passiven latenten Steuern, im Wesentlichen resultierend aus handels- und steuerrechtlich voneinander abweichenden Wertansätzen bei den Maschinen sowie den Grundstücken und Bauten.

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgte auf Basis eines Steuersatzes von 30,0 %.

In den Steuern vom Einkommen und Ertrag sind latente Steuern (Erträge) in Höhe von TEUR 307 (i. Vj. TEUR 1.328) enthalten.

Eigenkapital

Die Konzerngewinnrücklage über TEUR 70 (i. Vj. TEUR 70) stammt aus einer Verschmelzung mit einem Tochterunternehmen im Geschäftsjahr 2008 und ist den anderen Gewinnrücklagen zuzuordnen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Durch Vermögensgegenstände gesicherte Pensionsverpflichtungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrags von TEUR 70.796 (i. Vj. TEUR 8.261) mit dem Zeitwert der verpfändeten Rückdeckungsversicherungen, der den fortgeführten Anschaffungskosten entspricht, von TEUR 1.878 (i. Vj. TEUR 1.635) saldiert. In diesem Zusammenhang wurden Erträge in Höhe von TEUR 243 (i. Vj. TEUR 180) gemäß § 246 Abs. 2 HGB mit Aufwendungen in Höhe von TEUR 3.136 (i. Vj. TEUR 148) saldiert.

Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt TEUR 3.170 (i. Vj. TEUR 802) und ist ausschüttungsgesperrt.

Steuerrückstellungen

Im Berichtsjahr wird eine Steuerrückstellung in Höhe von TEUR 5.968 (i. Vj. TEUR 2.726) ausgewiesen. Diese berücksichtigt die für 2022 kalkulierte Steuerverpflichtung für Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbeertragsteuer in Höhe von insgesamt TEUR 5.968.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen wurden wie im Vorjahr im Wesentlichen für Urlaubsansprüche, Sondervergütungen und Altersteilzeitverpflichtungen, für ausstehende Lieferantenrechnungen sowie für noch nicht gezogene vereinbarte Preisnachlässe mit Kunden gebildet.

Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:

31.12.2022 Restlaufzeit
Art der Verbindlichkeit bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt
TEUR TEUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 31.299 73.754 105.054
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.940 0 1.940
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 36.109 0 36.109
4. Verbindlichkeiten gegenüber verb. Unternehmen 31.960 150.000 181.960
- davon gegenüber Gesellschaftern - 30.004 150.000 180.004
5. Sonstige Verbindlichkeiten 11.321 0 11.321
Summe 112.629 223.754 336.384
31.12.2021 Restlaufzeit
Art der Verbindlichkeit bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt
TEUR TEUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.780 100.145 107.925
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 217 0 217
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 24.947 0 24.947
4. Verbindlichkeiten gegenüber verb. Unternehmen 1.130 35.000 36.130
- davon gegenüber Gesellschaftern - 1 35.000 35.001
5. Sonstige Verbindlichkeiten 7.642 0 7.642
Summe 41.716 135.145 176.861

Der Gesamtbetrag der in der Konzernbilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren beträgt TEUR 10.319 (i. Vj. TEUR 15.534). Darüber hinaus bestehen wie im Vorjahr keine anderen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.

Am 15. Juli 2016 begab die Feintool Holding GmbH mit der Feintool International Holding AG als Garantiegeber ein Schuldscheindarlehen in Höhe von EUR 65 Mio. mit drei Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren und Zinssätzen zwischen 0,90 % und 1,66 %. Hiervon wurden 2021 EUR 25 Mio. getilgt. Des Weiteren begab am 15. Juli 2021 die Feintool Holding GmbH mit der Feintool International Holding AG als Garantiegeber Schuldscheindarlehen in Höhe von EUR 35 Mio. mit drei Tranchen mit Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren und Zinssätzen zwischen 1,00 % und 1,50 %. Die 5 verbleibenden Schuldscheindarlehen valutierten in Summe wie im Vorjahr mit EUR 75 Mio.).

Bei den restlichen gegenüber Kreditinstituten ausgewiesenen Darlehen über EUR 30 Mio. (i. Vj. EUR 33 Mio.) handelt es sich um maschinengebundene Darlehen aus den operativen Gesellschaften. Es bestanden wie im Vorjahr keine Kontokorrentverbindlichkeiten.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen gegenüber Gesellschaftern in Höhe von TEUR 180.004 (i. Vj. TEUR 35.001) und resultieren in Höhe von TEUR 30.000 (i. Vj. TEUR 0) aus einem kurzfristigem Gesellschafterdarlehen, TEUR 5.000 (i. Vj. TEUR 35.000) aus einem mittelfristigen Gesellschafterdarlehen, in Höhe von TEUR 145.000 (i. Vj. TEUR 0) aus einem Darlehen zur Finanzierung des Kaufs der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH, in Höhe von TEUR 4 (i. Vj. TEUR 1) aus Lieferungen und Leistungen und in Höhe von TEUR 0 (i. Vj. TEUR 0) aus Verbindlichkeiten gegenüber dem Cashpool. Des Weiteren sind in den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen außerhalb des Konsolidierungskreises über TEUR 1.955 (i. Vj. TEUR 1.128) enthalten.

Die Verbindlichkeiten sind bis auf die üblichen Eigentumsvorbehalte unbesichert. Ausnahme hiervon sind die bereits genannten Schuldscheindarlehen mit der Feintool International Holding AG als Garantiegeber.

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

2022 2021
TEUR % TEUR %
Umsatzerlöse
Inland 314.230 60,7 172.497 63,5
Ausland 203.426 39,3 99.346 36,5
517.656 100,0 271.843 100,0

Die Umsatzerlöse wurden wie im Vorjahr ausschließlich im Tätigkeitsbereich System Parts erzielt. In den Umsatzerlösen ist ein Einmalerlös über TEUR 5.319 für die Geschäftsjahre 2020 bis 2022 zur Kompensation von nicht realisierten Nominierungsmengen enthalten.

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind u. a. Währungskursgewinne in Höhe von TEUR 414 (i. Vj. TEUR 273) enthalten. In den Zinserträgen sind u. a. Erträge über TEUR 812 aus dem Verkauf der Feintool System Parts Tokod Kft. an die Feintool International Holding AG enthalten.

Der Konzern hat Kurzarbeitergeld in Höhe von TEUR 0 (i. Vj. TEUR 131) in Anspruch genommen, welches den Personalaufwand entsprechend vermindert hat.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind u. a. Währungskursverluste in Höhe von TEUR 544 (i. Vj. TEUR 151) enthalten.

In den Zinsaufwendungen sind u. a. TEUR 1.358 (i. Vj. TEUR 756) aus der Aufzinsung von Rückstellungen enthalten.

Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen beinhalten das Leasen von Maschinen, Staplern, Druckern und Fahrzeugen.

Zum 31. Dezember 2022 bestehen sonstige finanziellen Verpflichtungen in Höhe von TEUR 1.607 (i. Vj. TEUR 588), davon innerhalb eines Jahres fällig TEUR 657.

Die Miet- und Leasingverträge enden zwischen 2023 und 2026.

Bei der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH bestanden Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB bis zu TEUR 4.989 aufgrund einer Patronatserklärung zugunsten der Feintool System Parts Tokod Kft.. Die besicherten Verbindlichkeiten valutierten zum Bilanzstichtag in Höhe von TEUR 0.

Bei der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH sind zu Gunsten eines Kreditinstituts Grundschulden in Höhe von insgesamt 8,0 Mio. EUR auf Grundstücke und Gebäude in Sachsenheim und Vaihingen an der Enz eingetragen. Kreditlinien in Form von Kontokorrentlinien mit dem Kreditinstitut bestehen zum Stichtag nicht.

Bei der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH bestehen Avallinien, die zum Stichtag mit TEUR 766 beansprucht wurden Im Gegenzug wurde hierfür ein Bankguthaben in Höhe von TEUR 690 verpfändet.

Das Bestellobligo beläuft sich in Summe auf EUR 98,5 Mio. (i. Vj. EUR 11,8 Mio.) und gliedert sich auf in ein Bestellobligo für erteilte Investitionsaufträge über EUR 13,0 Mio. (i. W. für die Standorte in Obertshausen und Sachsenheim) und eine Bestellobligo für Liefer- und Einkaufsverpflichtungen über EUR 85,5 Mio.

Im Rahmen eines ABS-Programms mit der Weinberg Capital DAC (Programmzweckgesellschaft) wurden zur Stärkung der Liquidität Forderungen in Höhe von EUR 14,3 Mio. (i. Vj. EUR 8,6 Mio.) verkauft. Die nicht ausgezahlten Kaupreiseinbehalte als Sicherungsreserven über EUR 1,9 Mio. (i. Vj. EUR 1,4 Mio.) wurden als sonstige Vermögenswerte bilanziert.

Darüber hinaus wurden im Rahmen eines Factoring-Programms mit der Postbank zur Stärkung der Liquidität Forderungen über EUR 3,5 Mio. (i.Vj.EUR 3,9 Mio.) verkauft. Die nicht ausgezahlten Kaupreiseinbehalte als Sicherungsreserven über EUR 0,2 Mio. (i.Vj.EUR 0,2 Mio.) wurden als sonstige Vermögenswerte bilanziert.

In Höhe der nicht ausgezahlten Kaufpreiseinbehalte besteht grundsätzlich ein Forderungsausfallrisiko.

Honorare für Wirtschaftsprüfung

Das im Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorar des Konzernabschlussprüfers beträgt für die Abschlussprüfungsleistungen (Konzern- und Einzelabschlussprüfungen) TEUR 324 (i. Vj.TEUR 189).

Ergänzende Angaben zur Kapitalflussrechnung

Der Zahlungsmittelfonds setzt sich zusammen aus dem Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sowie den Verbindlichkeiten gegenübr den Kreditinstituten, soweit es sich um Kontokorrentverbindlichkeiten handelt:

31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 22.445 3.110
abzüglich
Kontokorrentverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0
Finanzmittelfonds 22.445 3.110

Geschäftsführung

Herr Markus Schaltegger, Bern/Schweiz

Leiter Segment Fineblanking der Feintool International Holding AG

Mitarbeiter

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter:

2022 2021
Gewerbliche Arbeitnehmer 1.018 711
Angestellte 523 380
1.541 1.091

Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB

Der vorliegende Konzernabschluss wurde von der Feintool Holding GmbH, Bayreuth, aufgestellt. Die Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB in Bezug auf Aufstellung des Jahresabschlusses, Prüfung und Offenlegung wird für die folgenden Gesellschaften für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2022 in Anspruch genommen:

Feintool System Parts Ettlingen GmbH, Ettlingen

Feintool System Parts Jena GmbH, Jena

Feintool System Parts Oelsnitz GmbH, Oelsnitz/Erzgeb.

Feintool System Parts Obertshausen GmbH, Obertshausen

Feintool System Parts Ohrdruf GmbH, Ohrdruf

Stanzwerk Jessen GmbH, Jessen

Feintool System Parts Jessen GmbH, Jessen

JELA Immobilien GmbH, Jessen

Feintool System Parts Sachsenheim, Sachsenheim.

Konzernverhältnisse

Die Feintool Holding GmbH stellt den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 nach deutschen handelsrechtlichen Vorschriften für den kleinsten Kreis von verbundenen Unternehmen auf und wird diesen im Bundesanzeiger offenlegen.

Die Feintool International Holding AG, Lyss (Schweiz), stellt einen IFRS-Konzernabschluss und einen Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2022 für den größten Kreis von Unternehmen auf, in den ebenfalls die Feintool Holding GmbH einbezogen wird. Dieser Konzernabschluss wird im Handelsamtsblatt in der Schweiz veröffentlicht und ist dort erhältlich.

Vorgänge nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag haben sich keine Ereignisse mit wesentlicher Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben, die nicht im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 abgebildet sind.

Vorschlag zur Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung der Feintool Holding GmbH schlägt vor, den Jahresüberschuss der Feintool Holding GmbH in voller Höhe (EUR 6.964.444,93) auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Bayreuth 28. April 2023

Die Geschäftsführung

Markus Schaltegger

Entwicklung des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr 2022

Anschaffungskosten oder Herstellungskosten
1.1.2022 Zugänge auf Grund Änderung
Konsolidierungskreis
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 4.340.529,92 123.537,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 62.524.040,38 31.260.291,36
66.864.570,30 31.383.828,36
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 53.829.396,08 27.872.510,21
2. Technische Anlagen und Maschinen 171.787.317,85 38.961.322,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.392.368,43 3.778.459,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 20.460.018,38 15.630.176,40
258.469.100,74 86.242.467,61
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundene Unternehmen 0,00 32.109.686,83
325.333.671,04 149.735.982,80
Anschaffungskosten oder Herstellungskosten
Zugänge Umgliederung Abgänge 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte -129.219,71 178.674,51 0,00 4.513.521,72
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00 0,00 93.784.331,74
-129.219,71 178.674,51 0,00 98.297.853,46
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.721.355,50 9.956.388,06 0,00 93.379.649,85
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.912.535,21 9.894.642,65 1.931.475,77 221.624.341,94
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.268.234,85 -648.935,81 361.675,88 17.428.450,59
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 14.255.313,30 -19.380.769,41 0,00 30.964.738,67
21.157.438,86 -178.674,51 2.293.151,65 363.397.181,05
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 32.109.686,83 0,00
21.028.219,15 0,00 34.402.838,48 461.695.034,51
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2022 Abschreibungen des Geschäftsjahres Abgänge 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 3.975.176,92 187.072,70 0,00 4.162.249,62
2. Geschäfts- oder Firmenwert 20.323.931,98 5.629.696,60 0,00 25.953.628,58
24.299.108,90 5.816.769,30 0,00 30.115.878,20
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 16.018.487,56 2.377.236,64 0,00 18.395.724,20
2. Technische Anlagen und Maschinen 109.552.007,27 20.631.762,15 1.920.689,77 128.263.079,65
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 9.061.276,57 804.187,30 359.312,88 9.506.150,99
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
1.34.631.771,40 23.813.186,09 2.280.002,65 156.164.954,84
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
158.930.880,30 29.629.955,39 2.280.002,65 186.280.833,04
Buchwerte
31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 351.272,10 365.353,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 67.830.703,16 42.200.108,40
68.181.975,26 42.565.461,40
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 74.983.925,65 37.810.908,52
2. Technische Anlagen und Maschinen 93.361.262,29 62.235.310,58
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.922.299,60 3.331.091,86
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 30.964.738,67 20.460.018,38
207.232.226,21 123.837.329,34
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundene Unternehmen 0,00 0,00
275.414.201,47 166.402.790,74

Anlage 2a zum Konzernanhang

Aktiva

31.12.2022 31.12.2021 Veränderung Veränderung 2022 zu VJ ohne FSP Sachsenheim Veränderung 2022 durch FSP Sachsenheim
EUR EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 68.181.975,26 42.565.461,40 25.616.513,86 25.539.118,86 77.395,00
II. Sachanlagen 207.232.226,21 123.837.329,34 83.394.896,87 -5.103.102,04 88.497.998,91
III. Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 42.623.575,63 -42.623.575,63 *
275.414.201,47 166.402.790,74 109.011.410,73 63.059.592,45 45.951.818,28
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte 80.041.400,20 39.469.204,55 40.572.195,65 3.917.906,77 36.654.288,88
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 108.311.905,79 46.519.457,57 61.792.448,22 -3.847.765,58 65.640.213,80
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 22.445.232,13 3.110.212,32 19.335.019,81 1.872.479,90 17.462.539,91
210.798.538,12 89.098.874,44 121.699.663,68 1.942.621,09 119.757.042,59
C. Rechnungsabgrenzungsposten 108.357,91 70.327,31 38.030,60 -8.664,50 46.695,10
D. Aktive latente Steuern 3.752.560,00 2.106.471,00 1.646.089,00 1.646.089,00 0,00
490.073.657,50 257.678.463,49 232.395.194,01 66.639.638,04 165.755.555,97

* Darstellung der erworbenen Anteile an der FSP Sachsenheim erfolgt hier als nicht konsolidierte Tochtergesellschaft

Passiva

31.12.2022 31.12.2021 Veränderung Veränderung 2022 zu VJ ohne FSP Sachsenheim Veränderung 2022 durch FSP Sachsenheim
EUR EUR EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 818.067,01 818.067,01 0,00 0,00 0,00
II. Kapitalrücklage 2.231.466,69 2.231.466,69 0,00 0,00 0,00
III. Konzerngewinnrücklagen 70.122,15 70.122,15 0,00 0,00 0,00
IV. Konzerngewinnvortrag 47.183.800,97 45.705.863,68 1.477.937,29 1.477.937,29 0,00
V. Konzerngewinn (i. Vj.Konzerngewinn) 6.948.911,99 5.777.937,29 1.170.974,70 -3.256.227,48 4.427.202,18
VI. Ausgleichsposten für die Anteile anderer Gesellschafter 2.210.636,28 2.330.795,52 -120.159,24 -120.159,24 0,00
59.463.005,09 56.934.252,34 2.528.752,75 -1.898.449,43 4.427.202,18
B. Rückstellungen 93.289.061,03 23.883.046,48 69.406.014,55 -3.397.162,58 72.803.177,13
C. Verbindlichkeiten 336.384.071,38 176.861.164,67 159.522.906,71 71.935.250,05 87.587.656,66
D. Rechnungsabgrenzungsposten 937.520,00 0,00 937.520,00 0,00 937.520,00
490.073.657,50 257.678.463,49 232.395.194,01 66.639.638,04 165.755.555,97

Anlage 2b zum Konzernanhang

2022 2021 Veränderung Veränderung 2022 zu VJ ohne FSP Sachsenheim Veränderung 2022 durch FSP Sachsenheim
EUR EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 517.655.635,70 271.843.025,18 245.812.610,52 54.924.976,46 190.887.634,06
2. Erhöhung (i. Vj. Erhöhung) des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 8.688.924,73 5.545.898,68 3.143.026,05 -1.429.923,34 4.572.949,39
3. Sonstige betriebliche Erträge 2.822.919,93 1.796.496,77 1.026.423,16 58.212,06 968.211,10
4. Materialaufwand -321.710.335,56 -142.749.218,83 -178.961.116,73 -44.183.891,57 -134.777.225,16
5. Personalaufwand -103.089.733,34 -65.411.904,12 -37.677.829,22 -1.957.412,49 -35.720.416,73
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -29.629.955,39 -21.104.636,31 -8.525.319,08 -391.950,44 -8.133.368,64
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -57.920.902,51 -38.264.913,16 -19.655.989,35 -9.488.088,67 -10.167.900,68
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.153.240,91 8.917,14 1.144.323,77 113.784,00 1.030.539,77
- davon aus verbundenen Unternehmen (Konzern) EUR 971.174,30 (i. Vj. EUR 0,00) -
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -5.620.938,64 -2.792.341,10 -2.828.597,54 -520.969,57 -2.307.627,97
- davon an verbundene Unternehmen EUR -2.172.107,49 (i. Vj.EUR -428.264,01) -
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -4.601.781,77 -3.312.197,19 -1.289.584,58 -153.628,40 -1.135.956,18
11. Konzernergebnis nach Steuern 7.747.074,06 5.559.127,06 2.187.947,00 -3.028.891,96 5.216.838,96
12. Sonstige Steuern -918.321,31 -302.605,11 -615.716,20 173.920,58 -789.636,78
13. Konzernjahresüberschuss (i. Vj. Konzernjahresüberschuss) 6.828.752,75 5.256.521,95 1.572.230,80 -2.854.971,38 4.427.202,18
14. Auf nicht beherrschende Anteile entfallender Verlust 120.159,24 521.415,34 -401.256,10 -401.256,10 0,00
15. Konzerngewinn (i. Vj.Konzerngewinn) 6.948.911,99 5.777.937,29 1.170.974,70 -3.256.227,48 4.427.202,18

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022

Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell des Konzerns

Die Feintool Holding GmbH, Bayreuth, erstellt als Muttergesellschaft mit den Tochterunternehmen Feintool System Parts Jena GmbH, Jena, Feintool System Parts Ettlingen GmbH, Ettlingen, Feintool System Parts Obertshausen GmbH, Obertshausen, Feintool System Parts Ohrdruf GmbH, Ohrdruf, Feintool System Parts Oelsnitz GmbH, Oelsnitz, Feintool System Parts Sachsenheim GmbH, Sachsenheim und der Stanzwerk Jessen GmbH, Jessen, mit deren direkten Beteiligungen Feintool System Parts Jessen GmbH, Jessen, und JELA Immobilien GmbH, Jessen, einen Konzernabschluss.

Die Feintool System Parts Jena GmbH, die Feintool System Parts Ettlingen GmbH und die Feintool System Parts Oelsnitz GmbH sind nach unserer Einschätzung Marktführer für anspruchsvolle Feinschneidanwendungen zur hochvolumigen Herstellung von Leichtbauteilen für die Bereiche Sitz, Antrieb und Sicherheit in der Automobilindustrie. Die Feintool System Parts Obertshausen GmbH sowie die Feintool System Parts Ohrdruf GmbH verfügen über spanlose Umformtechnologien, die wie das Feinschneiden in der Automobilindustrie zur hochvolumigen Herstellung von Leichtbauteilen für effiziente Getriebe und moderne Antriebskonzepte zum Einsatz kommen. Die Feintool System Parts Jessen GmbH und die Feintool System Parts Sachsenheim GmbH stellen Kernkomponenten für elektrische Motoren, Generatoren und Transformatoren her. Zudem sind die Gesellschaften spezialisierter Anbieter von lasergeschnittenen und gestanzten Blechen und Paketen sowie von Metall-Kunststoff-Verbindungen. Die Kunden finden sich in der Automobilindustrie sowie anderen Industriezweigen wieder.

Mit dem Kauf der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH zum 01. März 2022 hat Feintool einerseits die Weichen für eine erfolgreiche Ära der Elektrifizierung der Mobilität gestellt und andererseits ein solides unternehmerisches Fundament im Bereich von Rotoren/Statoren gelegt.

Klare Strategie des Konzerns ist die Fokussierung auf das Kerngeschäft, die Produktion von einbaufertigen Feinschneid- und Umformkomponenten, ergänzt um Elektroblechstanzen, besonders für die Automobilproduktion. In diesem Bereich haben sich die genannten Unternehmen auf Sitzversteller und Komponenten im Antriebsstrang, erweitert um Bauteile für Elektromotoren spezialisiert. Dieser Geschäftsbereich wird unter dem Namen System Parts betrieben. Feintool partizipiert von der zentralen Herausforderung der Automobilindustrie, der Verbrauchssenkung. Weltweit werden Automobilhersteller durch Gesetzgeber veranlasst, den Flottenverbrauch und die Kohlendioxidemissionen zu reduzieren. Mit ihren angestammten Kernkompetenzen Feinschneiden und Umformen hat sich Feintool Potentiale in der elektrischen Mobilität respektive in weiteren Anwendungen für Elektromotoren erschlossen und neue, wichtige Nominationen erhalten und bestehende fortgeführt. Im Rahmen verschiedener Aufträge liefert Feintool beispielsweise anspruchsvolle feingeschnittene und umgeformte Komponenten für Anwendungen im batterieelektrischen Antriebsstrang. Spezielle Komponenten gewährleisten die sichere Spannungsverteilung innerhalb der Bordelektronik eines Autos oder eines stationären elektrischen Antriebs. Dass auch Umformen als technologisches Standbein Feintools ein integraler Bestandteil nachhaltiger Mobilitätslösungen ist, zeigen die zahlreichen Anwendungen, die kundenseitig nachgefragt werden. Stabile und leichte Umformteile kommen als Rotorträger, Kühlwassermantel oder Abstützflansch im Elektroantrieb von vollelektrischen Fahrzeugen und Hybrid-Fahrzeugen zum Einsatz. Die für diese innovativen Antriebsstränge benötigten Komponenten sind komplex und funktionsreich; gleichzeitig steigen die Ansprüche an Qualität, Präzision und Wirtschaftlichkeit ihrer Produktion. Anforderungen, für die Feintool wichtiges Prozess-Know-how beisteuern kann.

Die Leitung aller Unternehmen des Geschäftsbereiches System Parts weltweit sitzt in der Schweiz, von wo aus auch alle Vertriebsaktivitäten koordiniert werden und das Controlling zentral gesteuert wird.

Forschung und Entwicklung

Die drei deutschen System Parts-Unternehmen mit Schwerpunkt Feinschneiden in Jena, Ettlingen und Oelsnitz sind in die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Muttergesellschaft, der börsennotierten Feintool International Holding AG in Lyss in der Schweiz, eingebunden. Die beiden Gesellschaften mit Schwerpunkt Umformen in Obertshausen und Ohrdruf betreiben keine eigene Forschung und Entwicklung. In Zusammenarbeit mit den Kunden werden anwendungsspezifische Lösungen zur kostengünstigen Serienfertigung erarbeitet. Die Standorte Jessen und Sachsenheim als Spezialisten für das Stanzen und Laserschneiden von Elektroblech entwickeln in kleinem Umfang Lösungen für kundenspezifische Anforderungen.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Im Jahr 2022 hat der Krieg in der Ukraine die geopolitische Lage bestimmt und die globale Wirtschaft beeinträchtigt. Aus und mit dem Konflikt ergab sich ein starker Preisanstieg für Energie und Rohstoffe (insbesondere Stahlpreise), eine höhere Inflation und ein schwächeres Wachstum der Weltwirtschaft. Zudem haben die von China verfolgte Null-Covid-Politik und damit einhergehende Lockdowns die regionale und globale wirtschaftliche Entwicklung verlangsamt.

Die Covid-19-Pandemie sorgte nur in Asien zu zeitlich begrenzten Einschränkungen, in den USA und in Europa hat sich die Lage entspannt. Allerdings kam es in Deutschland zu höheren Krankenständen, die auch, aber nicht nur auf Corona-Infektionen zurückzuführen waren.

Der durch steigende Energiepreise resultierende zusätzliche Preisdruck belastete sowohl Unternehmen als auch private Haushalte und beschleunigte den schon seit Mitte 2021 beobachtbaren Anstieg der Inflationsraten. Weltweit betrug die Inflation in 2022 8,8 %. Dies bewegte die führenden Zentralbanken dazu, einen restriktiveren geldpolitischen Kurs einzuschlagen. Gegenüber der mit 6,2 % deutlichen Expansion im Vorjahr verzeichnete die Weltwirtschaft im Berichtsjahr noch ein Wachstum in Höhe von 3,4 % (Quelle: Statista).

Auf den Russland-Ukraine-Krieg reagierten die Länder der Eurozone mit wirtschaftlichen Sanktionen, die von der russischen Seite mit entsprechenden Gegenmaßnahmen beantwortet wurden. Das reduzierte Angebot an Gas sorgte in der Eurozone für deutlich steigende Preise, die sich auch auf die Strommärkte übertrugen. Die gestiegenen Energiepreise beschleunigten sowohl die Zunahme der Produzenten- als auch der Konsumentenpreise. Die Inflationsrate in der Eurozone stieg in 2022 auf 8,4 %. Dies erhöhte den Druck auf die Europäische Zentralbank (»EZB«), ihren Leitzins anzuheben. Die BIP-Wachstumsrate der Eurozone profitierte insbesondere im ersten Halbjahr von dem pandemiebedingt niedrigen Vorjahresniveau, sodass das reale BIP noch um 3,5 % in 2022 zulegte (Quelle: Statista).

Die deutsche Wirtschaft verzeichnete 2022 einen Anstieg des BIP um 1,8 % nach einem Anstieg im Vorjahr von 2,6 %. Im vierten Quartal 2022 sank das BIP jedoch um 0,4 % gegenüber dem Vorquartal (Quelle: Statista).

Das globale Marktumfeld war im zurückliegenden Geschäftsjahr insbesondere durch Kostensteigerungen bei Energie, Personal und Stahleinkäufen gekennzeichnet.

Der Mangel an Halbleiterchips, der seit 2020 die Automobilindustrie belastet, hat sich zwar im Vergleich zum Vorjahr entspannt und die Lieferketten konnten sich stabilisieren, jedoch haben sie noch nicht das Niveau erreicht, welches angesichts des steigenden Bedarfs nötig wäre. Die Engpässe bei der Halbleiterproduktion machen sich in deutlich verlängerten Lieferzeiten bemerkbar. Die zunehmende Elektrifizierung und das autonome Fahren steigern die Chip-Nachfrage weiter, sodass mit einer Shortage bis 2024 gerechnet wird. Zudem wird sich die starke Abhängigkeit von der Halbeiterproduktion in Asien nur mittel- bis langfristig reduzieren lassen.

Die Wichtigkeit der E-Mobilität wurde im Rahmen der Feintool Strategieüberprüfung nochmals bestätigt. So ist der Markt für Elektromobilität weiter gewachsen. Die Neuzulassungen von Fahrzeugen mit elektrischem Antriebsstrang stiegen gegenüber 2021 insgesamt um 32,2% an (Quelle: elective.net/KBA). Zudem gibt es immer mehr E-Modelle auf dem Markt vom Kleinwagen bis zum großen SUV, so dass die Auswahl attraktiver wird. Neue Anwendungen für reinelektrische Fahrzeuge werden sich zum Wachstumstreiber für die Feintool Technologien in den kommenden Jahren mit großer Geschwindigkeit entwickeln.

Die etablierten Technologien Feinschneiden und Umformen werden für Feintool eine wichtige Basis für Fahrzeuge bleiben.

Zahlreiche Neuaufträge im Jahr 2022 bestätigen unsere Wachstumsstrategie mit Fokus auf die Elektrifizierung: Wir vermarkten einerseits - im Rahmen der Transformation in der Automobilbranche - Produkte für die Zukunft der Elektro- und Wasserstoffmobilität und andererseits für Industrieanwendungen sowie für Windenergieanlagen. Starkes Wachstum zeichnet sich in erster Linie im Bereich Automotive ab, wobei in Europa vor allem Nominationen von Elektroblechen zu verbuchen sind. So konnten wir beispielsweise einen Mehrjahresauftrag eines europäischen Großkunden mit einem Lifetime-Volumen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich gewinnen. Der Original Equipment Manufacturer (OEM) orderte bei Feintool Statoren und Rotoren für die neueste Generation von elektrischen Hauptantrieben, die bei mehreren Elektrofahrzeugmodellen verwendet werden. Bei der Herstellung kommt die innovative und patentierte Klebepaketierverbindung von Feintool (glulock HT) zum Einsatz. Diese trägt dazu bei, den Wirkungsgrad eines Elektromotors zu verbessern - und so die Reichweite des Fahrzeugs signifikant zu erhöhen. Die Antriebskomponenten werden ab dem ersten Quartal 2025 in der Business Unit Stamping Europe produziert in der die neu zu Feintool gehörenden Werke sowie die bisherige Elektroblechfertigung in Jessen zusammengeführt wurden.

Der Stahlpreis stieg auch im Jahr 2022, wenn auch nicht so massiv wie im Vorjahr. Deutlicher war der Anstieg der Energiepreise im Jahr 2022. Zeitweise waren wir mit Preissteigerungen beim Strom von mehr als 100% konfrontiert. Grundsätzlich gelingt uns die Weitergabe der gestiegenen Stahl- und Energiepreis an unsere Kunden. Allerdings belastete ein zeitlicher Versatz zwischen gestiegenen Einkaufspreis und höheren Verkaufspreisen das Geschäftsjahr.

Auch der Arbeitskräftemangel und die inflationsbedingt erhöhten Personalkosten erschweren das Geschäft.

Geschäftsverlauf

Die für die Konzerngesellschaften bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren Umsatz und Ergebnis vor Steuern, definiert als Ergebnis vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, haben sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum positiv und somit ähnlich wie erwartet entwickelt und es konnte wie im Vorjahr ein positives Ergebnis vor Steuern erzielt werden. Der wesentlichste Umsatz- und Ergebnisfaktor im Geschäftsjahr 2022 war der Kauf der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH (ehemals Kienle + Spiess) zum 01.März 2022. Durch diesen Zugang im Konsolidierungskreis ist ein Vergleich mit dem Vorjahr nur bedingt möglich, weshalb im Folgenden weitere Erläuterungen zur Herstellung der Vergleichbarkeit gemacht werden.

Im vergangenen Jahr hatten wir erneut große Herausforderungen zu meistern, die auf externe Einflüsse vor allem im Zuge geopolitischer Ereignisse wie den Ukraine Krieg zurückzuführen sind. Hohe Energiepreise, inflationsbedingte Mehraufwände und gestiegene Personalkosten haben das Geschäft erschwert und mussten an Kunden weitergegeben werden. Belastend war zudem die Entwicklung des Stahlpreises. Zum Jahresende kam es in den USA und in Europa kurzfristig zu Unsicherheiten durch temporär volatile Kundenabfragen, was wiederum mit negativen Auswirkungen auf die Beschaffungs- und Produktionsplanung für OEM und Tier-1-Kunden verbunden war.

Trotz dieser Herausforderungen und ungünstigen Rahmenbedingungen konnte die Feintool Gruppe ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2022 um EUR 246 Mio. auf EUR 518 Mio. steigern, inklusive der Zehn-Monats-Konsolidierung der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH über EUR 191 Mio. In den Umsatzerlösen am Standort in Sachsenheim ist ein Einmalerlös über TEUR 5.319 für die Geschäftsjahre 2020 bis 2022 zur Kompensation von nicht realisierten Nominierungsmengen enthalten. Das neue Tochterunternehmen wurde 2022, wie geplant, vollständig und erfolgreich integriert.

Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich im Konzern der Umsatz signifikant um 90,4 %. Allerdings ist ein wesentlicher Teil dieser Steigerung auf den Zukauf der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH zum 01. März 2022 zurückzuführen. Bereinigt um diesen Effekt, lag das Umsatzwachstum bei 20,2%. Dieser bereinigte Effekt ist zu einem wesentlichen Teil auf höhere Einkaufspreise für Stahl zurückzuführen. Die Absatzmenge über die Standorte in Jena, Oelsnitz, Obertshausen und Ohrdruf zeigt gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um +0,5 %. Die Absatzmengen an den Standorten in Ettlingen und Jessen sind aufgrund des Produktspektrums nicht repräsentativ.

Insbesondere aufgrund gestiegener Verkaufspreise erhöhten sich die Umsätze der Feintool System Parts Jena GmbH um 26,7 % (Absatz 0,0 %), bei der Feintool System Parts Oelsnitz GmbH um 8,3 % (Absatz -0,1 %) und bei der Feintool System Parts Ettlingen GmbH um 17,2 % (Absatz nicht repräsentativ).

Bedingt durch die leichte Belebung im Automobilsektor und aufgrund gestiegener Verkaufspreise erhöhten sich die Umsätze im Bereich Umformtechnik bei den beiden Unternehmen Feintool System Parts Obertshausen GmbH und Feintool System Parts Ohrdruf GmbH, bereinigt um Intercompany-Effekte, gegenüber dem Vorjahr um 11,9 % (Absatz 6,4 %).

Die Feintool System Parts Jessen GmbH hatte eine Umsatzsteigerung von 33,7 % zu verzeichnen, welche den erhöhten Bedarf an Bauteilen für Elektromotoren widerspiegelt.

Insbesondere durch den Kauf der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH liegen die erwarteten Abrufe zum 31.12.2022 um EUR 254 Mio. über dem Stand des Vorjahres. Bereinigt um den Zukauf der FEINTOOL SYSTEM PARTS SACHSENHEIM GMBH, lagen die erwarteten Abrufe um 4,0 % über dem Vorjahresniveau.

Bereinigt um den Zukauf der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH konnte der geplante Umsatz mit EUR 327 Mio. (i. Vj. EUR 272 Mio.) übertroffen werden. Inklusive der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH lag der Umsatz bei EUR 518 Mio. Das Ergebnis vor Steuern wurde mit EUR 12,3 Mio. (i. Vj. EUR 8,9 Mio.) deutlich übertroffen. Bereinigt um den Zukauf der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH lag das Ergebnis vor Steuern bei EUR 6,0 Mio.

Insgesamt ist die Geschäftsführung mit dem Geschäftsverlauf der Unternehmen unter Berücksichtigung der Sondereinflüsse durch den Krieg in der Ukraine und die Energiekrise zufrieden.

Ertragslage

Bei einer um 89,7 % bzw. um TEUR 248.956 auf TEUR 526.345 (i. Vj. TEUR 277.389) gestiegenen Gesamtleistung (Umsatzerlöse zuzüglich der Bestandsveränderung) verbesserte sich im Geschäftsjahr 2022 das Ergebnis vor Steuern um TEUR 3.478 auf TEUR 12.349 (i. Vj. TEUR 8.871). Der Zukauf der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH hatte einen positiven Ergebniseffekt, die gestiegenen Material- und Energiekosten führten zu einer Ergebnisbelastung.

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind u. a. Währungskursgewinne in Höhe von TEUR 414 (i. Vj. TEUR 273) enthalten. In den Zinserträgen sind u. a. Erträge über TEUR 812 aus dem Verkauf der Feintool System Parts Tokod Kft. an die Feintool International Holding AG enthalten.

Die Materialaufwandsquote (Materialaufwand im Verhältnis zur Gesamtleistung) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 9,6 %-Punkte und beträgt im Berichtszeitraum 61,1 % (i. Vj. 51,5 %). Bereinigt um den Zukauf der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH erhöhte sich die Materialaufwandsquote insbesondere aufgrund gestiegener Einkaufspreise, vor allem bei Stahl, gegenüber dem Vorjahr um 3,5 %-Punkte.

Die Personalaufwandsquote (Personalaufwand im Verhältnis zur Gesamtleistung) verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 4,0 %-Punkte und beträgt im Berichtszeitraum 19,6 % (i. Vj. 23,6 %). Bereinigt um den Zukauf der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH verringerte sich die Personalaufwandsquote, vor allem durch den Abbau von 29 Mitarbeitern, gegenüber dem Vorjahr um 3,6 %-Punkte.

Die Abschreibungen erhöhten sich um TEUR 8.525. Bereinigt um den Zukauf der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH erhöhten sich die Abschreibungen lediglich um TEUR 392. Zudem erhöhten sich, bedingt durch die höheren Umsätze und die Entwicklung bei den Energiepreisen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um TEUR 19.656 auf TEUR 57.921 (i. Vj.TEUR 38.265).

Die Zinsaufwendung erhöhten sich um TEUR 2.829 auf TEUR 5.621 (i. Vj. TEUR 2.792). Wesentlich sind hier die um TEUR 1.744 gestiegenen Zinsenaufwendungen gegenüber verbunden Unternehmen in Verbindung mit dem Darlehen der Feintool International Holding AG zum Kauf der Feintool System Parts Sachsenhausen GmbH und die um TEUR 602 gestiegenen Zinsen aus der Aufzinsung von Rückstellungen.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind ergebnisbedingt um TEUR 1.290 auf TEUR 4.602 gestiegen.

Der Konzernjahresüberschuss einschließlich des Ergebnisanteils des Minderheitsgesellschafters konnte um TEUR 1.572 auf TEUR 6.829 gesteigert werden.

Finanzlage

Die Feintool Holding GmbH und ihre Tochtergesellschaften sind, mit Ausnahme der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH, in das Cash Pooling der Feintool International Holding AG, Lyss/Schweiz, eingebunden. Die Liquidität wird dadurch sowohl kurz- als auch mittel- und langfristig sichergestellt.

Zur Finanzierung des Kaufs der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH wurde 2022 bei der Muttergesellschaft ein Darlehen über EUR 145 Mio. aufgenommen.

Am 15. Dezember 2022 unterzeichnete Feintool mit sechs Banken ein Syndikatskredit in Höhe von CHF 100 Mio. und einer Laufzeit bis zum 15. Dezember 2027. Die Kreditlinie steht als Barlinie den im Kreditvertrag beschriebenen Gruppengesellschaften über das Cashpooling gemeinsam zur Verfügung. Davon wurden vom Teilkonzern Feintool Holding GmbH TCHF 0 in Anspruch genommen, weil gegen den Cashpool eine Forderung besteht.

Am 15. Juli 2016 sowie am 15. Juli 2021 wurden Schuldscheindarlehen in Höhe von EUR 75 Mio. emittiert. Emittent unter der Garantie der Feintool International Holding AG ist die Feintool Holding GmbH. Das Darlehen ist in fünf Tranchen mit Laufzeiten von drei, fünf, sieben und zehn Jahren und Zinssätzen zwischen 0,90 % und 1,66 % unterteilt.

Die Feintool-Gruppe hat mit der Weinberg Capital DAC (Programmzweckgesellschaft) im Geschäftsjahr 2019 einen revolvierenden Forderungskaufvertrag (Receivables Purchase Agreement) zum Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abgeschossen. Die vereinbarte Struktur sieht den Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Feintool-Gruppe im Rahmen einer ABS-Transaktion vor und wurde erfolgreich im Dezember 2019 initiiert. Die Forderungen werden von der Feintool-Gruppe an eine Programmzweckgesellschaft verkauft.

Im Rahmen dieses ABS-Programms mit einem Volumen von bis zu EUR 15 Mio. haben deutsche Konzernunternehmen der Feintool-Gruppe zum 31. Dezember 2022 Forderungen in Höhe von EUR 14,3 Mio. (i. Vj. EUR 8,6 Mio.) verkauft, von denen EUR 1,9 Mio. (i. Vj. EUR 1,4 Mio.) als Kaufpreiseinbehalte, welche als Sicherungsreserven vorgehalten werden, nicht ausgezahlt und als sonstige Vermögenswerte angesetzt wurden.

Darüber hinaus wurden im Rahmen eines Factoring-Programms mit der Postbank zur Stärkung der Liquidität Forderungen über EUR 3,5 Mio. (i. Vj. EUR 3,9 Mio.) verkauft. Die nicht ausgezahlten Kaupreiseinbehalte als Sicherungsreserven über EUR 0,2 Mio. (i. Vj. EUR 0,2 Mio.) wurden als sonstige Vermögenswerte bilanziert.

Zum 31. Dezember 2022 bestehen sonstige nicht bilanzierte finanziellen Verpflichtungen zur Beschaffung von Staplern, Druckern und Fahrzeugen in Höhe von TEUR 1.607 (i. Vj.TEUR 588), davon innerhalb eines Jahres fällig TEUR 657. Von der Erhöhung über TEUR 1.019 sind TEUR 720 auf den Zugang der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH zurückzuführen.

Im Geschäftsjahr 2022 wurden EUR 21,0 Mio. als Erstinvestition für Neuaufträge aus der Automobilindustrie sowie Erweiterungsinvestitionen in neue Maschinen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit bei allen sechs System Parts Gesellschaften vorgenommen. Hierfür erhielt der Konzern von der Thüringischen und der Sächsischen Aufbaubank Investitionszuschüsse von EUR 0,9 Mio. (i. Vj. EUR 0,2 Mio.).

Durch dem Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit von EUR +27,2 Mio., dem Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit von EUR -73,5 Mio., dem Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit von EUR +65,6 Mio. hat sich der Finanzmittelfonds um EUR +19,3 Mio. auf EUR 22,4 Mio. erhöht.

Der Konzern verfügt jederzeit über ausreichende Liquidität. Für die Zukunft sieht die Unternehmensleitung vorbehaltlich der aktuellen politischen Entwicklungen, insbesondere durch den Krieg in der Ukraine, keine Anzeichen von Liquiditätsengpässen für das gegenwärtige Geschäftsvolumen.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr von EUR 258 Mio. auf EUR 490 Mio. gestiegen. Ohne den Zugang der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH wäre die Bilanzsumme im Vergleich zum Vorjahr um EUR 66,6 Mio. gestiegen.

Entsprechend ist die Erhöhung des Anlagevermögens um insgesamt TEUR 109.011 auf TEUR 275.414 und die Erhöhung des Umlaufvermögens um TEUR 121.700 auf TEUR 210.798 im Wesentlichen auf den Kauf der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH zurückzuführen. Von der Erhöhung des Anlagevermögens entfallen EUR 646,0 Mio. auf den Zugang der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH und von der Erhöhung des Umlaufvermögens entfallen EUR 119,8 Mio. auf den Zugang der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH.

Mit dem Kauf der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH erfolgt zum 01. März 2022 ein Zugang unter den Finanzanlagen über TEUR 32.110 zur Feintool System Parts Tokod Kft.. Durch den Verkauf dieser Finanzanlage an die Feintool International Holding AG im gleichen Geschäftsjahr hat sich das Anlagevermögen im Vergleich zum Vorjahr hieraus nicht verändert.

Das Eigenkapital konnte um TEUR 2.529 auf TEUR 59.463 erhöht werden. Die Eigenkapitalquote (Eigenkapital zu Bilanzsumme) verminderte sich durch den Kauf der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH auf 12,1 % (i. Vj. 22,1 %).

Der Aufbau der Rückstellungen um TEUR 69.406 auf TEUR 93.289 wurde im Wesentlichen durch den Zukauf der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH verursacht. Hierbei wirkten sich maßgeblich die bei der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH bilanzierten Pensionsrückstellungen von EUR 62,2 Mio aus.

Die Verbindlichkeiten erhöhten sich um TEUR 159.523 auf TEUR 336.384. Dies ist im Wesentlichen auf ein von der Muttergesellschaft gegebenes Darlehen über TEUR 145.000 zur Finanzierung des Kaufs der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH zurückzuführen.

Die Verbindlichkeiten lassen sich wiederum aufgliedern in kurzfristige Verbindlichkeiten über EUR 112,6 Mio. (i. Vj. EUR 41,7 Mio.), mittelfristige Verbindlichkeiten über EUR 213,4 Mio. (i. Vj. EUR 119,6 Mio.) und langfristige Verbindlichkeiten über EUR 10,3 Mio. (i. Vj. EUR 15,5). Das bereits genannte Darlehen von der Muttergesellschaft über EUR 145 Mio. zum Kauf der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH ist den mittelfristen Verbindlichkeiten zugeordnet.

Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Unter Einbeziehung des Gewinns, der relativ guten Ertragslage, dem hohen Auftragsbestand, der getätigten Investitionen und der initiierten Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz, beurteilt die Geschäftsführung die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage trotz der aktuellen äußeren Einflüsse wie dem Krieg in der Ukraine, mittel- und langfristig insgesamt als gut.

Personal

Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl hat sich im Geschäftsjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr, insbesondere durch den Zukauf der FEINTOOL SYSTEM PARTS SACHSENHEIM GMBH, um 450 Mitarbeiter von 1.091 auf 1.541 Mitarbeiter erhöht. Bereinigt um den Zukauf der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH verringerte sich die Mitarbeiterzahl um 29 Mitarbeiter. In allen beteiligten Unternehmen ist die Qualifikation der Mitarbeiter entscheidend für den Geschäftserfolg, weshalb auf die Lehrlingsausbildung auch weiterhin großer Wert gelegt wird.

Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Risiko- und Chancenbericht

Als börsennotiertes Unternehmen verfügt die Konzernobergesellschaft Feintool International Holding AG, Lyss/Schweiz, über ein internes Kontrollsystem, in dem risikorelevante Prozesse genau strukturiert und Kontrollpunkte exakt festgelegt sind. Dieses interne Kontrollsystem ist auch bei der Feintool Holding GmbH und den in den Konzernabschluss eingebundenen Unternehmen installiert und wird periodisch überprüft, um die Wirksamkeit sicherzustellen.

Die Liquiditätssteuerung und -sicherung wird über die Konzernmutter Feintool International Holding AG über ein konzernweites Cash-Management und Intercompany-Kreditvergaben gewährleistet.

Durch das umfangreiche Reporting-System an die Konzernmutter, welches Budgetierung, Forecast und Soll-Ist-Abweichungen beinhaltet, werden Abweichungen frühzeitig erkannt und entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen.

Die nachfolgend genannten Risiken sind vor der Umsetzung von risikoabgrenzenden Maßnahmen dargestellt. Wir sind uns der Risiken bewusst und es ist zentrale Aufgabe, diese zu überwachen, zu managen und in ihren möglichen Auswirkungen zu begrenzen. Die Reihenfolge der im Folgenden aufgeführten Risken spiegelt auch deren Bedeutung für die Gesellschaft wider.

Mit unserer Tätigkeit sind folgende Hauptrisiken und -chancen verbunden:

Beschaffungsmarktrisiko und -chance

Da die Tochterunternehmen produzierende Unternehmen sind, sind diese langfristig dem Risiko mangelnder Verfügbarkeit von Vormaterialien und Zwischenprodukten für die Herstellung ihrer Produkte ausgesetzt. Wir stehen deshalb ständig in engem Kontakt mit unseren Lieferanten, um durch vorausschauende Planung und frühzeitig greifende Maßnahmen diese Risiken zu begrenzen. Unsere Dual-Source-Strategie reduziert darüber hinaus Abhängigkeiten. Eine regelmäßige und standardisierte Lieferantenbewertung sowie eine Lieferantenfinanzanalyse sind Bestandteil unseres Lieferantenmanagements.

Durch die Beschlüsse der EU-Kommission zum Verbot von Neuzulassungen von Verbrennermotoren, ist die Nachfrage im Bereich der Elektromobilität weiter als steigend und es können weiter Versorgungsengpässe im Elektrobandmarkt erwartet werden. Das Wachstum in diesem Bereich konkurriert mit dem Bedarf im Industriebereich um verfügbare Kapazitäten. Die Beschaffungssituation kann sich dadurch schwieriger gestalten und auch in der Zukunft Effekte auf das Preisniveau haben. Die Versorgungssicherheit für unsere Projekte in der Automobilindustrie - welche grundsätzlich eine lange Vorausplanung haben - steuern wir mit der Planung der Kapazitätserweiterung der jeweiligen Lieferanten. Wir nutzen verstärkt die Chancen, die andere Handelsplätze bieten und berücksichtigen in unserer Beschaffungsstrategie den gesamten Weltmarkt. Das Risiko der Unterbrechung der Materialversorgung schätzen wir auf dieser Basis als moderat ein.

Auf der Beschaffungsseite sehen wir in den Bereichen Feinschneiden und umformen hohe Risiken in der Entwicklung der Material- bzw. Rohstoffpreise. Durch entsprechende Laufzeiten in den Lieferverträgen mit den Lieferanten einerseits und durch Einführung von Materialpreisgleitklauseln in den Kundenverträgen andererseits soll diesen begegnet werden.

Preisrisiken begegnen wir mit einer ständigen Beobachtung der Beschaffungsmärkte, verbunden mit einer vorausschauenden Gestaltung von Lieferkontrakten sowie der laufenden Überprüfung des Lieferantenportfolios. Hier legen wir einen starken Fokus auf eine aktive Lieferantenentwicklung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt darauf, die bereits verfügbaren Kapazitäten für unsere Anwendungsbereiche zu qualifizieren.

In den Verträgen mit unseren Kunden sind Gleitklauseln vereinbart, die bei Preisveränderungen an den Rohstoffmärkten ein zeitnahes Durchreichen auf die Verkaufspreise erlauben.

Durch das geplante Wachstum ergibt sich auf der Beschaffungsseite die Chance einer weiteren Länder- und globalen Volumenbündelung mit entsprechenden Einsparpotenzialen. Die gewachsenen Verbindungen zu unseren traditionellen Lieferanten ermöglichen weiterhin Entwicklungspartnerschaften zur Erarbeitung innovativer Produktkonzepte, mit der wir unsere langfristigen Beziehungen auch weiter pflegen möchten.

Preisrisiken und -chancen

Insbesondere die Inflation und die damit verbundenen Preissteigerungen im Bereich Energie, Logistik sowie Löhne stellen ein Risiko dar. Es ist notwendig diese Preissteigerungen zeitnah und vollständig an die Kunden weiterzugeben. Steigende Preise im Elektroblech führen zu einer deutlichen Erhöhung in den Herstellungskosten, die auch dieses Jahr an die Endkunden weitergegeben werden müssen und damit zu weiteren Preiserhöhungen führen. Chancen ergeben sich durch die Glulock-Technologie sowie innovativen Backprozessen zur Gewinnung von Marktanteilen, vor allem im Bereich Generatoren, erneuerbare Energien und Pumpen.

Die Preisrisiken schätzen wir auf dieser Basis als moderat bis hoch ein.

Auch im Bereich Automotive stellen insbesondere die Inflation und die damit verbundenen Preissteigerungen im Bereich Energie, Logistik sowie Löhne ein Risiko dar. Es ist notwendig diese Preissteigerungen zeitnah und umfänglich an die Kunden weiterzugeben. Steigende Preise im Elektroblech führen zu einer deutlichen Erhöhung in den Herstellungskosten, die auch dieses Jahr an die Endkunden weitergegeben werden müssen und damit zu weiteren Preiserhöhungen führen. Feintool stellt sich weiterhin mit einer hochautomatisierten Fertigung dem globalen Wettbewerb und dem Preisdruck der OEM.

Die Preisrisiken schätzen wir auf dieser Basis als hoch ein.

Aufgrund der Positionierung von Feintool im Markt und der Wahrnehmung als Technologieführer ergeben sich Preischancen für neue Projekte. Der Markt im Bereich E-Maschinen ist weiterhin wachsend.

Absatzmarktrisiko und -chancen

Inflationsbedingt höhere Kosten und die damit verbundenen notwendigen Preissteigerungen könnten sich negativ auf den Absatz auswirken. Die Ukraine-Krise und die damit verbundenen Einschränkungen einiger Kunden können zu einem Rückgang der Nachfrage führen. Des Weiteren wird keine Erholung der Nachfrage für Branchen erwartet, die starken Absatz zur Covid19- Krise realisierten.

Chancen ergeben sich insbesondere im Bereich erneuerbare Energien und Generatoren im Hinblick auf Absatzsteigerungen.

Die vorstehend genannten Absatzmarktrisiken schätzen wir insgesamt als moderat bis hoch ein.

Im Bereich Automotive ergeben sich Absatzrisiken speziell aus möglichen Versorgungsengpässen bei Rohstoffen und Unterkomponenten. Allerdings ist davon auszugehen, dass die im Markt vorhandenen Komponenten vorrangig für den Bau von E-Fahrzeugen verwendet werden.

Die vorstehend genannten Absatzmarktrisiken schätzen wir insgesamt als moderat bis hoch ein.

Finanzwirtschaftliche Risiken und Chancen

Feintool ist im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verschiedenen finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Hierzu zählen Liquiditätsrisiken, Bonitäts- und Ausfallrisiken sowie Risiken aus Veränderungen der Wechselkurse.

Die Liquiditäts- und Finanzierungssituation ist weiterhin durch die im Bereich Vermögens-, Finanz- und Ertragslage dargestellten Maßnahmen über die Unternehmensgruppe sichergestellt. Es sind dadurch ausreichend liquide Mittel vorhanden, um das operative Geschäft zu finanzieren.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind größtenteils durch eine Warenkreditversicherung abgedeckt. Unsere Kunden unterliegen einer regelmäßigen Bonitätsprüfung. Ausfallrisiken werden durch ein konsequentes Forderungsmanagement begrenzt. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen und Gesellschaftern sind aufgrund der Einschätzung der derzeitigen und zukünftigen Entwicklung der Unternehmen werthaltig.

Währungsrisiken sind gering, da Bezugspreise und Verkaufspreise überwiegend in Euro vereinbart werden.

Risiken können sich aus den Folgen der wirtschaftlichen Entwicklung sowie dem russisch-ukrainischem Krieg und damit einhergehenden Auswirkungen auf unsere Kunden und Lieferanten ergeben.

Die finanzwirtschaftlichen Risiken schätzen wir in diesem Umfeld noch weiterhin als gering ein.

Industrialisierungs- und Gewährleistungsrisiken

Die Industrialisierung und Serienumsetzung der großen Projekte im wachsenden Bereich der Elektromobilität als große Transformation des Antriebsstranges erweisen sich weiterhin als eine Herausforderung an Organisation und Prozesse. Für diese Anforderungen muss sich die gesamte Liefer- und Wertschöpfungskette neu aufstellen und in einem gemeinsamen lessons-learned-Prozess Synergien nutzen. Hier kamen 2022 durch den Ukraine-Konflikt sowie die angespannte Situation um Taiwan kritische Einflüsse auf die Lieferketten und Produktion hinzu. Bestehende Projekte wurden konsequent nachgebessert und optimiert. Lösungen zur Sicherstellung der Materialversorgung wurden gefunden und umgesetzt.

Nach wie vor besteht das Risiko, dass sich Maßnahmen zur Erreichung der Serienreife im Bereich Automotive in den Umsetzungen verzögern und damit Produktivitätsziele und Verbesserungen über die Wertschöpfungskette nicht schnell genug realisiert werden. Dieses Risiko schätzen wir als moderat ein.

Durch eine zunehmende Komplexität unserer Produkte und deren Einsatz in neuen Anwendungsfeldern sowie die steigenden Qualitätsanforderungen der Kunden erhöhen sich grundsätzlich die Risiken aus Gewährleistungen. Schon im Produktentstehungsprozess verwenden wir deshalb große Sorgfalt darauf, mit entsprechenden Methoden mögliche Gewährleistungsrisiken zu erkennen und zu vermeiden. Bei jedem Lieferanten wird eine Potenzialanalyse durchgeführt, Erstmuster werden bemustert, geprüft und gemäß PPAP / PPF Verfahren frei gegeben. In der Anfragephase und bei der Vertragsprüfung fließen die Erkenntnisse aus bestehenden Projekten und Prozessen mit ein. Es werden Standardverfahren genutzt, die mittels einer FMEA erarbeitet und durch Lessons Learned verbessert wurden. Die Produktion sichern wir durch die spezifische Überwachung kritischer Merkmale und mit statistischer Prozesskontrolle ab. Ein hohes Qualitätsniveau zeichnet uns als verlässlichen Partner am Markt aus und gibt uns die Möglichkeit, nachhaltige Kundenbeziehungen auf- und auszubauen. Die Risikopositionen aus Gewährleistungen haben wir bemessen und in Form von Rückstellungen bzw. durch angemessene Versicherungsdeckungen Vorsorge getroffen, ohne diese bisher in Anspruch nehmen zu müssen. Produktsicherheitsbeauftragte (PSCR) und Risikomanager sind ausgebildet und unterstützen intern. Damit erfüllen wir weiterhin die Anforderungen an Sicherheit und Konformität unserer Produkte in den jeweiligen Regionen und Ländern. Zusammenfassend schätzen wir damit das Risiko signifikant ansteigender Gewährleistungsaufwendungen weiterhin als gering bis moderat ein.

IT-Risiken und -Chancen

Die Steuerung eines international operierenden Konzerns ist nur mit Hilfe komplexer IT-Systeme möglich. Zudem hängt eine permanente Lieferbereitschaft - insbesondere gegenüber der Automobilindustrie - von der ständigen Verfügbarkeit der IT-Systeme und ihrer Daten ab. Alle Gesellschaften sind in das zentral in Deutschland verwaltete IT-Umfeld integriert.

Es ergeben sich damit Risiken insbesondere in Bezug auf den Ausfall von IT-Systemen, deren Sicherheit und Qualität. Die Aufrechterhaltung und Optimierung der IT-Systeme wird durch den Einsatz qualifizierter interner und externer Experten sowie durch entsprechende technische Maßnahmen sichergestellt. Die Hauptgeschäftsprozessanwendung SAP R/3 wird in einem externen Rechenzentrum durch einen Dienstleister gehostet, der vertraglich eine hohe Verfügbarkeit garantiert.

Um die Anforderungen an die Informationssicherheit nach unseren eigenen IT-Sicherheitsstandards und die unserer Kunden durchgängig zu erfüllen, haben wir die Position eines Informationssicherheitsbeauftragten. Dieser befasst sich in Anlehnung an die ISO 27001 IT-Sicherheit mit dem Aufbau und der Pflege entsprechender Prozesse.

Die Einführung und Nutzung moderner IT-Systeme ermöglicht es uns, Geschäftsprozesse innerhalb der Organisation integriert und effizienter abzubilden.

Die IT-Risiken schätzen wir als gering bis moderat ein.

Weitere operative Risiken

Aus weiteren operativen Risiken, die in den Bereichen Produktion, Logistik und Forschung und Entwicklung liegen können, sind keine wesentlichen Auswirkungen auf die Lage der Gesellschaft abzusehen. Der Konzern begegnet auch den weiteren operativen Risiken durch ständige Überwachung und kontinuierliche Verbesserung der Organisation und der Geschäftsprozesse.

Auch die Transformation hin zur E-Mobilität hat einen Schub erhalten. Von weltweit rund 100 Millionen verkauften Fahrzeugen im Jahr 2030 werden rund 60% von einem Verbrennungsmotor angetrieben sein, wobei wiederum rund 60% davon auf den Hybrid-Antrieb entfallen werden. Voraussichtlich wird sich also die Zusammensetzung hinsichtlich Antriebsstrang der Fahrzeuge auf unseren Straßen im Jahr 2030 folgendermaßen gestalten: 35% Hybride, 25% reiner Verbrenner und 40% von einer Batterie oder einer Brennstoffzelle angetrieben (Quelle: IHS Markit Ltd. (Information Handling Services)).

Insgesamt ist davon auszugehen, dass der Trend zu vollelektrischen Antrieben sich nicht nur stabilisiert, sondern sich noch weiter beschleunigt. Langfristig wird der reine Elektroantrieb die Hybridantriebe vom Markt verdrängen, in einigen Regionen früher, in anderen etwas später. Risiken in dieser Entwicklung bleiben jedoch weiterhin bestehen: die Strompreissteigerungen, die noch zu geringe nachhaltige Stromerzeugung, die noch nicht ausreichende Ladeinfrastruktur und die zu hohen Preise für E-Fahrzeuge können das erwartete Wachstum bremsen.

Einerseits werden also Bauteile für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor (Hybride und reine Verbrenner) noch für viele weitere Jahre benötigt, dies jedoch bei rückläufigen Marktanteilen. Andererseits hat die Nachfrage nach Bauteilen für vollelektrische Antriebe bereits ein beachtliches Niveau erreicht, mit stark steigender Tendenz. Die OEM benötigen somit Zulieferer, die sowohl eine verlässliche Versorgung mit verbrennungstechnologischen Komponenten sicherstellen also auch die Technologien für die elektromobile Zukunft beherrschen. Feintool kann beides und ist insbesondere durch den Erwerb der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH zum 01.März 2022 damit auf die bevorstehenden Veränderungen gut vorbereitet.

Gesamt-Risiko- und Chancenposition

Aus heutiger Sicht sind die vorstehend beschriebenen Risiken gut beherrschbar und haben keine bestandsgefährdenden Auswirkungen. Dies sind jedoch nicht die einzigen Risiken. Risiken, die noch nicht bekannt sind, oder solche, die jetzt noch als weniger signifikant eingeschätzt werden, könnten sich ebenfalls nachteilig auf den Konzern auswirken. Aus den vorstehend aufgeführten Chancen können sich zudem den Risiken gegenläufige Auswirkungen ergeben.

Prognosebericht

Für die zukünftige Entwicklung der Feintool Gruppe sind wir trotz der Herausforderungen in einem komplexen Marktumfeld zuversichtlich. Risiken sehen und managen wir im Bereich Energiezulieferung und Inflationsentwicklung. Auch eine Wirtschaftsrezession in den USA und in Europa kann das Geschäftsergebnis im kommenden Jahr negativ beeinflussen. Doch die Transformation in der Automobilindustrie wird sich fortsetzen, wenn auch möglicherweise nicht so rasch wie vor der Covid-19-Pandemie und der Energiekrise in einigen Regionen erwartet. Dieser klimabedingte Veränderungsprozess birgt für uns in jedem Fall attraktive Opportunitäten. Wir erwarten daher für die Gruppe ein Wachstum, insbesondere in den Bereichen E-Mobilität, Industrieanwendungen und Windenergieanlagen, die wir weiter ausbauen wollen. Die Auftragslage erlaubt eine positive Prognose für unseren Geschäftserfolg.

Der Konzern plant im Geschäftsjahr 2023 Investitionen im Umfang von EUR 33,2 Mio. Zum Bilanzstichtag bestehen diesbezüglich Bestellobligo von EUR 13,0 Mio. Die geplanten Investitionen sollen im Wesentlichen durch den laufenden Cashflow finanziert werden.

Die Erholung dürfte sich im Geschäftsjahr 2023 fortsetzen. Jedoch werden auch die Unsicherheiten in den weltweiten Lieferketten andauern. Insbesondere die für die Automobilindustrie relevante Unsicherheit bei den Rohstoff- und Energiepreisen belasten die Branche und machen eine Prognose sehr schwierig.

Vorbehaltlich unvorhergesehener Umstände, insbesondere aus der Ukraine-Krise resultierend, erwartet Feintool für 2023 aufgrund der Integration der Feintool System Parts Sachsenheim GmbH eine deutliche Umsatzsteigerung von ca. 27,5% und bei gleichzeitig ähnlicher Profitabilität ein ähnliches positives Ergebnis vor Steuern gegenüber dem Vorjahr.

 

Bayreuth, 28. April 2023

Die Geschäftsführung

Markus Schaltegger

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Feintool Holding GmbH, Bayreuth

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Feintool Holding GmbH, Bayreuth, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Feintool Holding GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Jena, den 28. April 2023

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Burkhard Lauer, Wirtschaftsprüfer

Robert Jahr, Wirtschaftsprüfer

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