Carrier RLC EMEA Holding GmbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Hans-Jörg Dr. Harth seit 18.1.2021 | Geschäftsführer |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Viessmann Group GmbH & Co. KG (vormals: Viessmann Werke GmbH & Co KG)Allendorf (Eder)Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021I. Grundlagen des Konzerns Der Viessmann Purpose Viessmann ist einer der führenden Anbieter von Klimalösungen für alle Lebensräume. Das 'Integrierte Viessmann Lösungsangebot' ermöglicht es, Produkte und Systeme über digitale Plattformen und Services für Klima- (Wärme, Kälte und Luftqualität) und Kühllösungen nahtlos miteinander zu verbinden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf erneuerbaren Energien und maximaler Effizienz. Alle Aktivitäten des 1917 gegründeten Familienunternehmens leiten sich aus dem Leitbild "We create living spaces for generations to come" ab. Lebensräume zukünftiger Generationen zu gestalten - das ist die Verantwortung der weltweit ca. 14.250 Mitglieder starken Viessmann Familie. Mit dem Komplettangebot für Wärme, Kühlung, Energie und Lüftung bietet Viessmann eine breite Basis an Produkten und Systemen auf dem Markt und stellt Lösungen für alle Energieträger für ein komfortables und energieeffizientes Zuhause zur Verfügung. Dazu zählen sowohl Wärmepumpen und klassische Verbrennungstechnik - auch mit erneuerbaren flüssigen und gasförmigen Energieträgern oder Biomasse - als auch die Geräte zur kombinierten Strom- und Wärmeerzeugung und der Nutzung solarer Energie. Darüber hinaus stellt das Unternehmen diese Systeme und Produkte für den gewerblichen, industriellen und kommunalen Bereich her. Konzernstruktur Das 1917 gegründete Familienunternehmen wurde im Berichtsjahr durch einen Verwaltungsrat mit Prof. Dr. Martin Viessmann als Präsidenten geleitet. Die operative Geschäftsführung des Unternehmens erfolgte durch die beiden Co-CEOs Maximilian Viessmann und Joachim Janssen sowie durch den CFO Dr. Ulrich Hüllmann. Als weitere nicht geschäftsführende Mitglieder gehörten dem Verwaltungsrat Anna Katharina Viessmann, Madeleine Jahr, Prof. Dr. Thomas Rödder, Dr. Albert Christmann und Dr. Dieter Heuskel an. Der Gruppenumsatz im Geschäftsjahr 2021 betrug EUR 3,40 Milliarden. Die Viessmann Gruppe ist mit ihrer Gesellschaftsstruktur international ausgerichtet. Insgesamt fielen 55,9 % des Umsatzes auf das Ausland. Im Berichtsjahr wurde nach der groß angelegten Transformation der Unternehmensgruppe im Jahr 2020 auch die Umfirmierung der Holding abgeschlossen. Diese heißt nunmehr Viessmann Group GmbH & Co. KG. Die laufenden Geschäftsaktivitäten der Viessmann Group GmbH & Co. KG und die ihrer direkten und indirekten Tochtergesellschaften waren im Berichtsjahr wie folgt organisiert:
Geschäftsaktivitäten Die drei Geschäftsbereiche Climate Solutions Der Geschäftsbereich Climate Solutions bietet maßgeschneiderte Komplettlösungen für Heizung und Klimatechnik an. Durch den Einsatz neuester Technologien wird ein effizienter Umgang mit Energie sichergestellt und so ganz im Sinne der Bestimmung der Viessmann Gruppe, Lebensräume für künftige Generationen zu gestalten, aktiv der Umweltschutz und der schonende Verbrauch von Ressourcen vorangetrieben. Neben effizienten und schadstoffarmen, konventionellen Brennwertgeräten für Öl und Gas werden vor allem regenerative Heizsysteme für Biomasse, Solarthermieanlagen und Wärmepumpen angeboten. Neben Photovoltaikanlagen zur Stromgewinnung werden auch stromerzeugende Heizungen vertrieben. Zum Leistungsspektrum gehören darüber hinaus elektrische Warmwasser- und Heizsysteme, die für die Modernisierung oder den Neubau von Gebäuden eingesetzt werden können. Das Sortiment wird durch Lüftungssysteme ergänzt. Die angebotenen Lösungen können sowohl für Ein- und Zweifamilienhäuser und große Wohngebäude als auch für Gewerbebetriebe zugeschnitten werden und richten sich außerdem an Kommunen. Somit werden ganzheitliche Energiesysteme zur Verfügung gestellt, die von der Erzeugung und Speicherung von Strom bis hin zu dessen Nutzung zum Heizen, Kühlen und Lüften genutzt werden können. Die Kernprodukte des Bereichs Climate Solutions werden durch digitale Dienste wie "Förderprofi" und "Wärme/Heating-as-a-Service" erweitert. Zum Geschäftsbereich gehören zudem die internen Servicegesellschaften Viessmann IT Service GmbH, Viessmann Shared Service GmbH und Viessmann Logistik International GmbH sowie bestimmte Zentralfunktionen, die auch von den anderen Geschäftsbereichen in Anspruch genommen werden. Refrigeration Solutions Der Geschäftsbereich Refrigeration Solutions umfasst eine breite Produktpalette von Kühlsystemen und Reinräumen für gewerbliche Kunden. Im Vordergrund stehen dabei Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Benutzerfreundlichkeit. Neben Kühlmöbeln, wie Kühlregalen, Kühl- und Tiefkühlinseln, sowie Verkaufs- und Bedientheken, die als Zentralkühlung oder steckerfertige Variante verfügbar sind, werden auch Kühl- und Tiefkühlzellen und Kältesätze sowie Komplettlösungen für das gesamte Energiemanagement angeboten. Dadurch werden alle Anforderungen von Einzelhandelsunternehmen, aber auch von Hotel- und Gastronomiebetrieben, an eine leistungsstarke und gleichermaßen energiesparende Kühlung von Lebensmitteln erfüllt. Besonders platz- und kostensparende Verbundanlagen sind speziell für Convenience-Stores entwickelt worden. Das Angebot für Reinraumlösungen richtet sich an Life-Science-Unternehmen, Krankenhäuser und die Industrie und kann kunden- und branchenspezifisch konfiguriert werden. Umfangreiche Servicedienstleistungen, die von der Beratung über den Aufbau und die Inbetriebnahme bis hin zur Wartung reichen, ergänzen den Verkauf der Produkte und Zubehörteile. Viessmann Investment Der Geschäftsbereich Viessmann Investment erweitert durch gezielte Akquisitionen und Beteiligungen das Produktspektrum der Viessmann Gruppe und ermöglicht die Erschließung neuer Märkte und Regionen. Die Investitionen sind auf nachhaltiges, anorganisches Wachstum ausgerichtet und haben zum Ziel ein diversifiziertes Portfolio zu schaffen, das die Transformation der Gruppe zu einem globalen Anbieter von Klimalösungen unterstützt. Die Aktivitäten des Geschäftsbereichs Industrial Solutions wurden im Berichtsjahr weitgehend eingestellt. Der verbleibende Geschäftsbetrieb ist für den Konzern von untergeordneter Bedeutung. Diversifikationsbereiche - VC/O & Real Estate Die Diversifikationsbereiche ergänzen die operativen Geschäftsbereiche der Viessmann Gruppe und dienen sowohl einer ausgeglichenen Risikostreuung als auch der damit einhergehenden finanziellen Unabhängigkeit. Der Bereich VC/O beschäftigt sich mit zukunftsorientierter Lösungsfindung, die es ermöglicht schnell und effektiv auf technologische, ökologische und soziale Entwicklungen zu reagieren, wobei die digitale Transformation eine entscheidende Rolle spielt. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nicht nur der Viessmann Gruppe zugutekommen, sondern werden insbesondere im auf Co-Creation und Co-Innovation ausgerichteten Maschinenraum mit anderen mittelständischen Unternehmen geteilt. Darüber hinaus gehört die WATTx GmbH, Berlin, die auf digitale Innovationen spezialisiert ist, zum VC/O-Bereich. Außerdem sind die Kapitalanlagen aus den Venture Capital Aktivitäten diesem Bereich zugeordnet. Der Bereich Real Estate betreut das Immobiliengeschäft der Viessmann Gruppe und zielt auf ein langfristig orientiertes Portfoliomanagement ab, bei dem Nachhaltigkeit und Energieeffizienz im Fokus stehen. Die Aktivitäten bilden den gesamten Lebenszyklus der Immobilien ab und umfassen neben Entwicklung, Planung, Bau, Vermarktung und Betrieb auch die Modernisierung und den Verkauf. Zu den Immobilien gehören neben Verkaufsniederlassungen und Produktionsstätten auch Wohn- und Geschäftsgebäude, die für Dritte zum Kauf und zur Miete angeboten werden. Das Portfolio wird durch ein Hotel und Restaurants abgerundet. Akquisitionen, Abgänge und Gründungen Die Viessmann Gruppe akquiriert regelmäßig Unternehmen, gründet neue Gesellschaften und trennt sich von jenen, deren Produkte und Dienstleistungen langfristig nicht mehr in das angestrebte Leistungsangebot passen. Die Anpassungen in der Gesellschaftsstruktur erfolgen einerseits vor dem Hintergrund des fortwährenden Strukturwandels der Branche und als Reaktion auf technologische und gesamtwirtschaftliche Veränderungen. Andererseits reflektieren sie die Bestimmung der Gruppe, Lebensräume für künftige Generationen zu gestalten und insbesondere der Digitalisierung und dem Klimaschutz Rechnung zu tragen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden im Wesentlichen die folgenden Neugründungen, Akquisitionen und Verkäufe bzw. Liquidationen vorgenommen. Neugründungen Im Geschäftsbereich Refrigeration Solutions wurden die Viessmann Kältetechnik Schweiz AG, Spreitenbach/Schweiz, als Servicegesellschaft für Kühlsysteme sowie die Viessmann Refrigeration Solutions Operations sp.z. o.o., Wroclaw/Polen gegründet. Akquisitionen Zum Jahresende erhöhte der Geschäftsbereich Climate Solutions den Anteilsbesitz an der Polybloc AG, Winterthur/Schweiz von 50 % auf 90 %, um an den künftigen Wachstumschancen im Bereich der Energierückgewinnungssysteme zu partizipieren, die sich aufgrund der erheblichen Investitionen in neuartige Technologien durch Polybloc ergeben. Der Geschäftsbereich Refrigeration Solutions hat Mitte des Jahres 49 % der Anteile am Beratungsunternehmen Vexxus Gesellschaft für Consulting und Service mbH, Ismaning erworben. Mit dem Investment wird insbesondere die Digitalisierung des Geschäftsbereichs vorangetrieben. So bietet die Vexxus Gesellschaft für Consulting und Service mbH Lösungen für die digitale Organisation und Strategie, digitale Produkte und Services sowie digitale Prozesse, aber auch Möglichkeiten, Marktanforderungen und Kundenerwartungen zu managen. Um das Engagement in Osteuropa zu erhöhen, wurden sämtliche Anteile der Fri-Service Czech s.r.o., Brno/Tschechien und der Fri-Service SK s.r.o., Trnava/Slowakei, die auf Planung, Realisierung und Wartung von Kühllösungen für den Einzelhandel spezialisiert sind, erworben. Mit dem Kauf aller Anteile an der Suomen Jääkylmä Oy, Kerava/Finnland und der FCool Oy, Kuopio/Finnland, die ebenfalls hauptsächlich die Installation und Betreuung von Kühlgeräten für Gewerbe- und Industriekunden anbieten, wird die Präsenz im skandinavischen Raum verstärkt. Durch den Geschäftsbereich Viessmann Investment hat Viessmann Mitte des Jahres 25,1 % an der Priva Group B.V., De Lier/Niederlande erworben. Das innovative Unternehmen ist im Bereich der Gewächshaus- und Gebäudeautomation sowie dem Innenanbau von Lebensmitteln tätig und bedient ein weites Marktspektrum. So werden Lösungen für den Gartenbau, aber auch für Nutzer verschiedenster Gebäude, wie Büros, Hotels, Schulen, Ladengeschäfte sowie öffentlicher Immobilien und solcher des Gesundheitswesens, angeboten. Ebenfalls in den Niederlanden ansässig ist die Koelplan Holding B.V., Baarn/Niederlande. Im Rahmen einer strategischen Partnerschaft wurden 25,1 % der Anteile an dem Unternehmen erworben, um den Ausbau des Geschäftsbereichs großer Wärmepumpen und Kühlsysteme in den Niederlanden und darüber hinaus voranzutreiben. Außerdem erwarb der Geschäftsbereich Investment 34,3 % der Anteile an der Value Added Engineering Group Pty Ltd, Brisbane/Australien, (VAE Group) einem der führenden australischen Unternehmen für Planung, Installation und Service im Bereich Klimatechnik. Mit der Partnerschaft ist die Viessmann Gruppe erstmals auf dem australischen Kontinent aktiv und erweitert ihre Kompetenzen auf dem Gebiet der Klimalösungen für den gewerblichen Bereich. Darüber hinaus wurden 60,0 % der Anteile an der MB-Brassen Fernwärmetechnik und Rohrleitungsbau GmbH, Osthofen, einem der etabliertesten Anbieter von Fernwärmelösungen in Deutschland, durch das Portfoliounternehmen PEWO Energietechnik GmbH, Elsterheide erworben. Schwerpunkt des Unternehmens ist die Entwicklung, Herstellung und Installation von Fernwärme-Kompaktstationen. Im November 2021 beteiligte sich der Geschäftsbereich an Unternehmen der spanischen Insserco Group, Madrid/Spanien. So werden aktuell 25,1 % der Anteile an der INSSERCO S.A., 25,6 % an der INSSERFO S.A. sowie 25,4 % an der INSSERCO PROYECTOS S.L. gehalten. Das Engagement zielt auf die Stärkung des Bereichs gewerblicher Service und der Installation von Heizungs-, Kühl-, Klimalösungen sowie des Energiemanagements in Spanien ab. Zum Jahresende wurden die Verträge zum Kauf von ca. 90 % der Anteile an der Pacifica Home Service Limited, Houghton Le Spring/Großbritannien unterzeichnet. Der Vollzug der Akquisition wurde zu Beginn des Jahres 2022 durchgeführt. Die Unternehmensgruppe ist einer der größten Anbieter in den Bereichen Gasbrenngeräte und Smart-Home-Applikationen in Großbritannien und bietet neben der Wartung und Reparatur von Elektro- und Technologieprodukten auch die Installation von Systemen, die auf erneuerbaren Energien basieren, sowie Softwarelösungen und Versicherungsleistungen an. Neben Neuakquisitionen erhöhte der Investment-Bereich zudem den Anteilsbesitz an verschiedenen, bereits zur Viessmann Gruppe gehörigen Unternehmen. Durch die Erhöhungen werden nun aufgrund des beherrschenden Einflusses die PEWO Energietechnik GmbH, Elsterheide, und die Woolwick Investments (Pty) Ltd., Kwa-Zulu Natal, Südafrika, die unter dem Namen ThermoWise auftritt, im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen. Forschung und Entwicklung Im Geschäftsbereich Climate Solutions gab es im Berichtsjahr vier wichtige Forschungs- und Entwicklungsbereiche. Bei der Product Line Gas wurden zwei neue Geräte nach Abschluss der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit auf den Markt gebracht. Der Vitodens 100 wurde in 04/21 eingeführt. Dieses Gaswandgerät verfügt nunmehr über mehrere neue Features wie die automatische Anpassung an die Gasqualität, Connectivity inside, also die eingebaute Verbindungsmöglichkeit mit dem Internet sowie die Unterstützung von Smart Room Control (Einzelraumregelung als Zubehör verfügbar). Darüber hinaus ist es H2 ready für die energetische Verwertung von 20 % Wasserstoffanteil im Gas. Mit dem Vitodens SE - in 08/21 in den Markt eingeführt - steht ein neues Gerät auf Basis der E3-Regelung im Einstiegssegment zur Verfügung. Entwicklungsziele für dieses Gerät waren insbesondere die äußerst kompakte Abmessung (700 mm Höhe, 300 mm Tiefe), ebenfalls die Produkteigenschaften Connectivity inside und H2 ready für 20-prozentigen Wasserstoffanteil sowie ein digitales Bedienteil mit LED Display. Bei der Product Line Heat Pump stand die Einführung Vitocal 25x-A im Fokus. Es handelt sich dabei um eine neue Generation der Wärmepumpen, die phasenweise mit zwei Soft Launches in 07/21 und in 10/21 vorgestellt wurde. Der offizielle Verkaufsstart erfolgte Anfang 2022. Die Besonderheiten dieser neuen Generation von Wärmepumpen sind eine sehr hohe Vorlauftemperatur von 70°C. Diese Wärmeerzeuger sind somit für die Modernisierung geeignet und erschließen damit ein neues Marktsegment für die Produktgruppe. Darüber hinaus war das Verkürzen der Installationszeit ein wichtiger Ansatz im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen, um dazu beizutragen, die Effizienz der Fachpartner im Handwerk zu erhöhen. Es ist gelungen, die Installationszeit um 50 % zu reduzieren, ebenso konnte ein um über 50 % reduzierter Platzbedarf im Innenbereich realisiert werden. Insgesamt wurde der Modulbaukasten weiterentwickelt. Das macht die Erweiterung des Produktportfolios im Leistungsbereich von 4-25 kW für 2022 möglich. Schwerpunkt beim Home Energy Management System (HEMS) war zunächst die Einführung in 05/21 im Stromspeichersystem Vitocharge und in Q4/21 zusammen mit den neuen Geräten im Wärmepumpenbereich. Das HEMS erlaubt nunmehr einen Überblick über alle Energieflüsse im System und es nimmt auf Wetterprognosen basierende Optimierungen vor, um maximale Effizienz zu gewährleisten. Die kontinuierliche Weiterentwicklung und neue Features sind für 2022 geplant. Bei den Digital Services lag der Fokus insbesondere auf zwei Neuheiten. Bei der Handwerker-Software Vitoguide Pro wurde die Remote-Diagnose konnektivierter Anlagen ebenso realisiert wie die Anlagendatenvisualisierung und die automatische Empfehlung von Systemoptimierungen. Bei der Anlagenbetreiber-App ViCare wurde das HEMS User Interface integriert. Die ViCare-Thermostate sind als neues Zubehör jetzt auch mit dem Gas-Brennwertgerät Vitodens 100 verfügbar. Der Geschäftsbereich Refrigeration Solutions hat im Jahr 2021 einen verstärkten Fokus auf die Entwicklung nachhaltiger Kühl- und Tiefkühlprodukte gesetzt, wie beispielsweise das "EsyCool Green-System". Basierend auf einer einheitlichen Plattform und der Basisstruktur zukünftiger Isolierschaumkörper wurde mit der Entwicklung der ersten Kühl- und Tiefkühlinsel begonnen. Der Geschäftsbereich trägt mit Engineeringleistungen und vorkonfigurierten Produkten zur Entwicklung der neuen Technologie des vertikalen Innenanbau von Lebensmitteln bei. Die Aufzucht der Pflanzen findet in allen Wachstumsphasen unter speziell entwickelten, kontrollierten Bedingungen statt. Für diesen Bereich wurden, in Ergänzung zu dem Grow Tower, zwei Versionen einer Growbox (zur Präsentation der im Vertical Farming gezüchteten Pflanzenprodukte) für die Anwendung im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) entwickelt und im ersten Feldtest beim LEH eingesetzt. Außerdem wurde die Weiterentwicklung von Aggregaten, bei denen nur natürliche Kältemittel eingesetzt werden, angestoßen. Erste Testreihen an Aggregaten für den Bereich Ultra "low temperature applications" sind abgeschlossen. In Zusammenhang mit der Industrialisierung der EC-Pro-Aggregate, läuft der Ausbau einer Testanlage zur Einbindung verschiedener kältetechnischer Komponenten des EsyCool Green-Systems. Für die zukünftige Planung und Auslegung der Komponenten dieses Systems hinsichtlich kundenspezifischer Applikationen soll eine Simulationssoftware entwickelt werden. Viessmann Technologies realisierte ein Entwicklungsprojekt zu modularen Raumeinheiten mit kompletter Infrastruktur für unterschiedliche Anwendungen. Neben Hospital-Funktionsräumen, vom OP bis zur Intensivpflege, können mobile Labor- und Testeinheiten, aber auch Reinräume für Fertigung und Qualitätskontrolle ausgeführt werden. Ein hohes Maß an industrieller Vorfertigung und eine sehr schnelle Installation sichern Qualität, Funktionalität und Profitabilität. Die übrigen Geschäftsbereiche haben keine nennenswerten Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten vorgenommen. Die Beteiligungsgesellschaften des Geschäftsbereichs Investment haben im Rahmen ihrer laufenden Geschäftstätigkeit ihre Produkte weiterentwickelt. II. Wirtschaftsbericht Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Wie im Vorjahr lässt sich die gesamtwirtschaftliche Lage im Geschäftsjahr 2021 als herausfordernd beschreiben. Nach wie vor hat die COVID-19-Pandemie substanziellen Einfluss auf die Wirtschaftsleistung. Zwar entspannte sich die Lage während der Berichtsperiode grundsätzlich durch die steigende Impfquote. Allerdings führte die Delta- und die Omikron-Variante des Corona-Virus insbesondere zum Jahresende wieder zu teils weitreichenden Einschränkungen. Neben den unmittelbaren Auswirkungen der Pandemie belasten insbesondere Lieferengpässe und Materialmangel als mittelbare Folgen das wirtschaftliche Umfeld teilweise deutlich. Nach Schätzungen des IWF betrug das Wachstum der Wirtschaftsleistung in 2021 5,9 % (World Economic Outlook, Januar 2022). Somit befindet sich die Weltwirtschaft zwar weiter auf Erholungskurs, allerdings mit abnehmender Dynamik und in einem zusehends von Unsicherheit geprägten Umfeld. Für die Industrienationen wird ein Anstieg der Wirtschaftsleistung von 5,2 % geschätzt. Das Wachstum in den USA fällt dabei überdurchschnittlich aus (5,6 %). Für die Eurozone liegt die Prognose bei 5,2 %, wobei sich auf Länderebene ein heterogenes Bild ergibt. Während die wirtschaftliche Erholung in Großbritannien, Frankreich und Italien mit Wachstumsraten zwischen 6,2 %und 7,2 % zügig voranschreitet, liegt der Wert für Deutschland lediglich bei 2,7 %. Dies lässt sich in erster Linie dadurch erklären, dass die erstgenannten Staaten im vergangenen Jahr stärker von der Pandemie betroffen waren und der Rückgang der Wirtschaftsleistung gravierender ausfiel als hierzulande. In den Schwellen- und Entwicklungsländern wird das Wachstum in 2021 auf 6,5 % taxiert, besonders getrieben durch den starken Aufschwung in Indien (9,0 %) und China (8,1 %). Die deutsche Industrie hatte das gesamte Jahr über mit Lieferengpässen bei Rohstoffen und Vorprodukten zu kämpfen. Obwohl der Höhepunkte der Problematik im Spätsommer erreicht war, entspannte sich die Lage zum Jahresende hin nur schleppend. Besonders im August und September sank die Industrieproduktion deutlich. Auch das Auftragsniveau der verarbeitenden Unternehmen sank spürbar, pendelte sich aber nach der Erholungsphase im Frühjahr noch über den Werten vom Jahresanfang ein. Das Geschäftsklima in der Dienstleistungsbranche entwickelte sich im Vorjahresvergleich deutlich. Als führender Anbieter von Klimalösungen wird die Viessmann Gruppe von den übergeordneten Entwicklungen, die sowohl den produzierenden als auch den dienstleistenden Sektor betreffen, beeinflusst. Wie im Vorjahr überlagerten die mittelbaren und unmittelbaren Auswirkungen der COVID-19-Pandemie in der öffentlichen Wahrnehmung und Diskussion die zentralen Herausforderungen unserer Zeit: Klimaschutz, Gestaltung einer zukunftsfähigen Energieversorgung sowie zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft. Die wirtschaftliche Entwicklung der Viessmann Gruppe wurde von diesen langfristigen Trends im Berichtsjahr aber unverändert maßgeblich beeinflusst. Die Folgen der Pandemie konnten nicht verhindern, dass die Gruppe auf einen sehr erfreulichen Geschäftsverlauf im Jahr 2021 zurückblickt. Die einzelnen gesamtwirtschaftlichen Einflussfaktoren haben sich unterschiedlich auf die Entwicklung der Geschäftsbereiche ausgewirkt. Auch innerhalb der Geschäftsbereiche kam es zu unterschiedlichen Entwicklungen. Geschäftsverlauf Climate Solutions Im Geschäftsbereich Climate Solutions setzte sich zu Beginn des Berichtsjahres die in der zweiten Jahreshälfte 2020 bereits begonnene Erholung im Heiz- und Klimatechnologiemarkt weiter fort. Insbesondere im chinesischen Markt war diese besonders ausgeprägt, aber auch das Geschäft in Kanada und den USA entwickelte sich sehr gut. Dennoch war das gesamte Jahr von großer Unsicherheit hinsichtlich des Beschaffungsmarktes geprägt. Während die direkten Folgen der Pandemie in Form von staatlich verordneten Restriktionen in den Hintergrund traten, hatten die auftretenden Lieferengpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten insbesondere im Bereich der Halbleitertechnik und die damit einhergehenden Erhöhungen der Materialpreise signifikanten Einfluss auf den Geschäftsbereich. Die Problematik war das gesamte Jahr über präsent und erreichte ihren Höhepunkt im Spätsommer. Als Folge mussten die eigenen Lieferzusagen teils zeitlich verlängert werden. Um dem hohen Standard der Verlässlichkeit gegenüber seinen Kunden zu wahren, hat der Geschäftsbereich eine Task Force eingerichtet, die erfolgreich sowohl die Transparenz gegenüber den Kunden der Viessmann Gruppe als auch die internen Abläufe im Beschaffungs- und Absatzprozess verbesserte. Hierdurch entspannte sich die schwierige Lage zum Jahresende merklich. Der Geschäftsbereich trieb darüber hinaus seine strategische Weiterentwicklung voran. Dem Nachhaltigkeitsgedanken der Viessmann Gruppe entsprechend wurde in diesem Zuge das Geschäft mit "grünen" Technologien weiter ausgebaut. Refrigeration Solutions Aufgrund der durch die COVID-19-Pandemie verursachten Einschränkungen und der daraus resultierenden Investitionsstopps in weiten Teilen des Einzelhandels litt die Geschäftsentwicklung im Bereich Refrigeration Solutions zum Jahresbeginn noch erheblich. Besonders betroffen waren die beiden Marktsegmente Convenience und Food & Beverage, die in hohem Maße von den Kontaktbeschränkungen tangiert waren. Ein spürbarer Umsatzrückgang war die Folge. Doch bereits im Verlauf des ersten Quartals stellte sich eine spürbare Erholung ein, die den gesamten weiteren Jahresverlauf prägte und in einem außergewöhnlich erfolgreichen Schlussquartal mündete. Zwar wurde auch der Geschäftsbereich Refrigeration Solutions von Lieferengpässen und dem Anstieg von Materialpreisen getroffen. Diesen negativen Einflüssen konnte indes durch nachhaltiges Wachstum entgegengewirkt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Megatrends wie Globalisierung, Zukunft des Nahrungsmittel- und Gesundheitswesens, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Durch gezielte Investitionen in diesen Bereichen und durch strategische Akquisitionen in den Segmenten der gewerblichen und industriellen Kühllösungen in Skandinavien und Osteuropa konnte auf Jahressicht ein Umsatz erzielt werden, der das Vorkrisenniveau von 2019 im zweistelligen Prozentbereich übersteigt. Viessmann Investment Der Geschäftsverlauf der konsolidierten Gesellschaften als auch der der Beteiligungsunternehmen war zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedlich stark von den Auswirkungen der COVID-19-Krise und den damit einhergehenden Lieferengpässen und Materialpreissteigerungen betroffen. In Anbetracht der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zeigte die Geschäftsentwicklung des Investment-Bereichs einen erfreulichen Verlauf. So wurde das Portfolio im Jahresverlauf erweitert, sodass der Geschäftsbereich nun in neun Ländern vertreten ist. Während die Geschäftsentwicklung der Beteiligungen in Europa insgesamt positiv verlief, war sie für die Portfoliounternehmen in der südlichen Hemisphäre eher schwierig. In Südafrika wurden die negativen Folgen der Pandemie in geringerem Maße durch staatliche Unterstützung aufgefangen als in vielen anderen Ländern, was den Geschäftsverlauf von ThermoWise (Woolwick Investments (Pty) Ltd, Kwa-Zulu Natal, Südafrika) beeinträchtigte. In Australien wirkten sich die strikten staatlichen Einschränkungen, die in Summe ca. drei Viertel des Jahres anhielten, negativ auf das Geschäft der VAE Group aus. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Umsatz Der Umsatz der Viessmann Gruppe erhöhte sich im Geschäftsjahr 2021 um EUR 598,3 Mio. (+21,3 %) auf EUR 3.403,7 Mio. (Vorjahr: EUR 2.805,4 Mio.) und lag damit deutlich über der ursprünglichen Erwartung, was vor allem durch das starke organische Wachstum zu erklären war. Besonders in Anbetracht des allgemeinen wirtschaftlichen Umfelds ist dies eine sehr erfreuliche Entwicklung. Gleichwohl haben nicht alle Geschäftsbereiche in gleichem Maße zu diesem Umsatzwachstum beigetragen. Der Geschäftsbereich Climate Solutions erzielte einen Umsatz von EUR 2.896,8 Mio. (Vorjahr: EUR 2.387,3 Mio.). Mit dem erreichten, hauptsächlich organisch begründeten Umsatzwachstum von EUR 509,5 Mio. hat dieser Geschäftsbereich die ursprüngliche Erwartung für das Geschäftsjahr deutlich übertroffen. Sowohl länderspezifisch als auch produktbezogen trugen die verschiedenen Absatzmärkte in unterschiedlichem Maße zu dem positiven Ergebnis bei. Erfreulich war insbesondere die Entwicklung in Deutschland, dem nach wie vor größten Markt. Trotz Lieferengpässen bei verschiedenen Vorprodukten wies der Umsatz ein stabiles Wachstum auf, welches vor allem durch die Produktgruppen der Wärmepumpen und Gasbrennwertgeräte vorangetrieben wurde. Sehr positiv entwickelten sich auch die Absatzzahlen in weiteren europäischen Ländern wie Italien, Frankreich, Polen, Belgien, Tschechien, der Türkei und der Schweiz. Außerhalb Europas war das Geschäftsjahr ebenfalls größtenteils von Umsatzsteigerungen geprägt. So konnten die deutlichen Absatzrückgänge des Vorjahres in den USA kompensiert und ein Umsatz erzielt werden, welcher über dem Vorkrisenniveau des Jahres 2019 liegt. Besonders erfreulich war die Umsatzentwicklung in China. Hinkte die Erholung des Heizungsmarkts dort im vergangenen Jahr dem gesamtwirtschaftlichen Verlauf noch hinterher, war in 2021 ein umso stärkerer Zuwachs zu verzeichnen, sodass auch hier die Umsatzzahlen verglichen mit denen vor der Pandemie deutlich übertroffen werden konnten. Aus Produktsicht war, wie im Vorjahr, das Geschäft mit den Wärmepumpen für Wohngebäude ein wichtiger Wachstumstreiber mit Umsatzzuwächsen von über 40 %. In absoluten Werten betrachtet waren Gasbrennwertgeräte für Wohngebäude erneut der mit Abstand umsatzstärkste Bereich. Ebenfalls hohe Wachstumsraten konnten in den Bereichen der kundenbezogenen sowie digitalen Serviceleistungen, Photovoltaik- und Elektrosysteme, Warmwasserspeicher sowie Handelswaren und Ersatzteile erreicht werden. Leicht rückläufig waren die Umsätze lediglich bei den Brennstoffzellen-Heizgeräten, den gewerblichen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen sowie den Industriekesseln. Die schlechtere Umsatzentwicklung im gewerblichen und industriellen Bereich verglichen mit dem übrigen Produktportfolio spiegelt den hohen Unsicherheitsfaktor, der die Gesamtwirtschaft belastet und dazu führt, dass Investitionen nach wie vor aufgeschoben werden. Der Geschäftsbereich Refrigeration Solutions verzeichnete gegenüber dem Vorjahr einen deutlichen Umsatzzuwachs von EUR 47,5 Mio. auf EUR 325,8 Mio. (Vorjahr: EUR 278,3 Mio.). Konnte man in 2020 aufgrund der gravierenden Einflüsse der COVID-19-Pandemie die ambitionierte Wachstumserwartung nicht erfüllen, war das Berichtsjahr von einem deutlichen Erholungseffekt geprägt, der regional und aus Produkt- bzw. Segmentsicht unterschiedlich stark war. Insbesondere das anorganische Wachstum aus der intensiven Akquisitionstätigkeit trug zur positiven Entwicklung bei. In den deutschsprachigen Ländern konnten die Umsatzeinbrüche des Vorjahres gut abgefangen werden (+9,1 %). Besonders deutlich war das Umsatzwachstum im sonstigen europäischen Markt. Hier konnte eine Steigerung von 14,0 % erzielt werden. Produktseitig konnte in allen Bereichen ein Plus verbucht werden. Dabei zeigt sich ein weitgehend homogenes Bild: So bewegten sich die Wachstumsraten der Produktgruppen "Remote"-Kühlregale, Kühlräume, Installation und Service sowie Sonstige im Bereich zwischen 16 % und 20 %. Einzig der Absatz mit "Plug-In"-Kühlregalen blieb nahe das Vorjahresniveaus (+0,8 %). Mit Blick auf die einzelnen Marktsegmente konnte im wichtigsten Bereich Food Retail ein solides Wachstum von 13,8 % erzielt werden. Noch stärker war der Zuwachs in Food Service (+24,4 %) und dem im Vorjahr aufgrund der Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung massiv beeinträchtigten Segment Convenience (+20,8 %). Besonders erfreulich entwickelte sich das Geschäft im Bereich Health Care & Others (+63,9 %), welches weiteres Wachstumspotenzial birgt. Nur das Segment Food & Beverage verzeichnete vor allem aufgrund anhaltender Schließungen der Gastronomie in der ersten Jahreshälfte erneut einen signifikanten Umsatzrückgang, der jedoch wegen der geringen absoluten Umsatzgröße von untergeordneter Bedeutung für den Geschäftsbereich ist. Der Geschäftsbereich Viessmann Investment konnte im Jahr 2021 seinen Umsatz auf EUR 140,0 Mio. mit einem Zuwachs von EUR 69,8 Mio. beinahe verdoppeln (Vorjahr: EUR 70,2 Mio.). Das starke Wachstum lässt sich einerseits auf die umfangreiche Akquisitionstätigkeit und die damit verbundenen Erstkonsolidierungseffekte im abgelaufenen Geschäftsjahr zurückführen. Darüber hinaus war die Geschäftsentwicklung der Portfoliounternehmen insgesamt positiv. Besonders erfreulich verlief das Geschäft der im Vorjahr erworbenen Kospel S.A., Koszalin/ Polen, welche ein beträchtliches Umsatzwachstum von über 40 % verzeichnen konnte. Ebenfalls sehr positiv entwickelte sich das Geschäft von Etherma. Der Hersteller elektrischer Heizsysteme konnte seinen Umsatz um mehr als ein Viertel im abgelaufenen Geschäftsjahr steigern. Die beiden Diversifizierungsbereiche VC/O und Real Estate konnten den Umsatzrückgang des Vorjahres (EUR -1,0 Mio.) kompensieren. Während der Bereich VC/O sich etwas besser als erwartet entwickelte, blieb der Bereich Real Estate hinter den Erwartungen zurück. Grund dafür waren in erster Linie die besonders zu Beginn des Jahres andauernden Einschränkungen im Hotellerie- und Gastronomiegewerbe. Ertragslage Im Geschäftsjahr lag das EBIT mit EUR 375,4 Mio. um EUR 95,6 Mio. über dem Vorjahreswert in Höhe von EUR 279,8 Mio. Die EBIT-Marge bezogen auf die Gesamtleistung stieg von 9,9 % auf 10,8 % und übertraf damit die Erwartungen. Den mit Abstand größten Anteil an dem sehr guten Jahresergebnis hatte der Geschäftsbereich Climate Solutions. Hier wurde nicht nur der Vorjahreswert deutlich übertroffen, sondern auch die Erwartungen zu Beginn des Geschäftsjahres. Vor dem Hintergrund des schwierigen Umfelds ist das Erreichte umso erfreulicher. Die Ertragskraft des Geschäftsbereichs Refrigeration Solutions verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich, blieb aber hinter den ambitionierten Zielen zurück. Sehr gut entwickelt hat sich der Geschäftsbereich Viessmann Investment. Aufgrund der zahlreichen Akquisitionen sind die Zahlen nicht direkt mit denjenigen des Vorjahres vergleichbar. Unabhängig von ihrer Einbeziehung in den Konzernabschluss haben die Tochtergesellschaften grundsätzlich ein besseres Ergebnis erwirtschaftet als im Vorjahr. Die Ergebnisbeiträge der beiden Diversifikationsbereiche VC/O und Real Estate sind für die Ergebnissituation des Konzerns von untergeordneter Bedeutung. Das überproportionale Ergebniswachstum im Verhältnis zum Umsatz war im Wesentlichen auf eine strikte Kostendisziplin zurückzuführen. Darüber hinaus wurden verlustträchtige Geschäftsaktivitäten identifiziert und abgestoßen. Bedingt durch den höheren Umsatz sind auch die Materialaufwendungen gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Bezogen auf die Gesamtleistung stieg die Materialeinsatzquote gegenüber dem Vorjahr von 43,6 % deutlich auf 46,7 %. Der Anstieg ist durch Verschiebungen im Produktmix und durch die mit den Lieferengpässen zusammenhängende Erhöhung der Materialpreise für Rohstoffe sowie bezogene Komponenten zu erklären. Zur Verbesserung der Marge trugen im Wesentlichen die Personalaufwendungen bei. Während sie zwar absolut stiegen, konnten sie im Verhältnis zur Gesamtleistung deutlich von 28,0 % auf 25,1 % reduziert werden. Ursächlich für den absoluten Anstieg waren im Wesentlichen die zahlreichen Akquisitionen während des Geschäftsjahrs. Die Abschreibungen blieben in etwa auf dem Vorjahresniveau (EUR -0,9 Mio.) und beliefen sich auf EUR 86,2 Mio. Während die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände leicht zurückgingen, erhöhten sich die Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte infolge der Akquisitionen des Geschäftsjahrs, was in erster Linie auf die Erstkonsolidierung von im Berichtsjahr neu akquirierten Anteilen zurückzuführen ist. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um ca. ein Fünftel und spiegeln den Anstieg des Umsatzniveaus wider. Ursächlich waren neben gestiegenen Logistikkosten insbesondere ein Anstieg der IT- sowie Rechts- und Beratungskosten und eine erhöhte Zuführung zu den Garantierückstellungen. Das Finanzergebnis veränderte sich nur leicht um EUR -0,9 Mio. auf EUR -9,2 Mio. nach EUR -8,3 Mio. im Vorjahr. Neben einem Anstieg von Erträgen aus Beteiligungen sowie Zinsen und ähnlichen Erträgen verbesserte sich das Ergebnis aus assoziierten Erträgen. Diesem standen indes gestiegene Abschreibungen des Geschäfts- oder Firmenwerts aus der At-Equity-Bewertung gegenüber. Infolge des deutlich verbesserten Ergebnis vor Steuern betrugen die Steuern vom Einkommen und Ertrag EUR 71,2 Mio. nach EUR 47,7 Mio. im Vorjahr. Finanzlage Das Finanzmanagement umfasst das Liquiditätsmanagement, die Konzernfinanzierung sowie das Management von Zins- und Währungsrisiken. Die Viessmann Group GmbH & Co. KG als Konzernmuttergesellschaft ist zentral für das Finanzmanagement verantwortlich. Vorrangiges Ziel der Finanzierungsstrategie ist die Sicherstellung der Liquidität, um jederzeit die fälligen Zahlungsverpflichtungen erfüllen zu können, sowie strategisch über ausreichende Liquiditätsreserven in Form von Kreditlinien zu verfügen. Sie sichert die finanzielle Unabhängigkeit des Konzerns. Die Mittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft sind die wichtigste Liquiditätsquelle des Konzerns. Um einen vorteilhaften Finanzausgleich im Konzern zu gewährleisten und die Finanzierungskosten zu reduzieren, hat die Viessmann Group GmbH & Co. KG in Deutschland und in ausgewählten europäischen Ländern Cash-Pool-Vereinbarungen abgeschlossen. Die Kontensalden der teilnehmenden Konzerngesellschaften werden täglich zugunsten oder zulasten der Konzernmuttergesellschaft ausgeglichen. Ein darüber hinausgehender Liquiditätsbedarf wird grundsätzlich von ihr aufgenommen bzw. ein Liquiditätsüberschuss von ihr angelegt. Die Nettofinanzposition (Liquide Mittel abzüglich Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten) hat sich im Geschäftsjahr um EUR 37,7 Mio. auf EUR 181,9 Mio. verringert. Die Zuflüsse aus dem operativen Cash Flow von EUR 265,3 Mio. enthalten einen Anstieg des Net Working Capital von EUR 193,5 Mio. Die größten Mittelabflüsse sind auf Investitionen in Finanzanlagen (EUR 78,0 Mio.) und Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens (EUR 61,1 Mio.) sowie auf Zahlungen an die Gesellschafter (EUR 134,0 Mio.) zurückzuführen. Die liquiden Mittel (Kassenbestand und Bankguthaben) beliefen sich zum Jahresende auf EUR 228,4 Mio. und lagen damit unter dem Wert vom Vorjahr in Höhe von EUR 276,6 Mio. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind von EUR 57,0 Mio. auf EUR 46,6 Mio. gesunken. Aus "Sale-and-lease-back"-Verträgen im Zusammenhang mit an Endkunden vermieteten Heizungsanlagen bestehen in den nächsten 12 bis 156 Monaten monatliche Leasingraten von durchschnittlich EUR 0,13 Mio. Die Zahlungsverpflichtungen der Folgejahre sind in den sonstigen finanziellen Verpflichtungen enthalten. In Summe belaufen sich die Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen sowie aus Wartungs-, Service- und Dienstleistungsverträgen für die nächsten fünf Jahre auf EUR 187,8 Mio. Das Bestellobligo für Investitionen beträgt EUR 19,2 Mio. Aus Werbe- und Sponsoringverträgen ist mit Aufwendungen in Höhe von EUR 5,2 Mio. zu rechnen. Vermögenslage Die Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 347,3 Mio. auf EUR 1.995,6 Mio. (Vorjahr: EUR 1.648,3 Mio.). Wesentliche Treiber des Anstiegs waren das Vorratsvermögen und die Finanzanlagen. Die starke Zunahme der Vorräte um EUR 244,6 Mio. auf EUR 599,7 Mio. (Vorjahr: EUR 355,1 Mio.) reflektiert sowohl das gestiegene Geschäftsvolumen als auch die erhöhten Preise für Handelswaren und Rohstoffe. Der Wert der Finanzanlagen stieg vor allem aufgrund der Anteile an assoziierten Unternehmen und war ursächlich für den Anstieg des Anlagevermögens von EUR 620,9 Mio. auf nun EUR 707,5 Mio. Auch die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen deutlich an (+EUR 48,2 Mio.). Die sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich um EUR 6,9 Mio. Unter Einbeziehung der Gesellschafterdarlehen belief sich das wirtschaftliche Eigenkapital zum 31. Dezember 2021 auf EUR 1.040,8 Mio. (Vorjahr: EUR 883,0 Mio.). Die Eigenkapitalquote betrug damit 52,2 % (Vorjahr: 53,6 %). Die Rückstellungen lagen mit EUR 436,4 Mio. deutlich über dem Vorjahresniveau von EUR 360,1 Mio. Absolut am stärksten stiegen die sonstigen Rückstellungen mit EUR 60,2 Mio., was sich in der Hauptsache durch die Zunahme der Garantierückstellungen erklären lässt. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich um EUR 10,4 Mio. auf nunmehr EUR 46,6 Mio. reduziert. Der Rückgang der Finanzschulden ist Ausfluss des guten Ergebnisses. Das Net Working Capital, definiert als Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zzgl. Vorratsvermögen und abzgl. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, erhaltenen Anzahlungen sowie Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen, lag zum Geschäftsjahresende mit EUR 686,7 Mio. deutlich über dem Vorjahreswert (EUR 493,2 Mio.), was hauptsächlich auf höhere Lagerbestände zurückzuführen war. Das Verhältnis von Net Working Capital zu Umsatz stieg in der Folge um 2,6 %. Mitarbeiter Die Viessmann Gruppe beschäftigte am Ende des Geschäftsjahres rund 14.250 Mitarbeiter. Zu ihnen gehörten 555 Auszubildende und duale Studenten. Insgesamt waren somit rund 2.000 Menschen mehr als im Vorjahr beschäftigt. Durch ein vielfältiges Aus- und Weiterbildungsangebot bietet die Viessmann Gruppe seinen Mitarbeitern Möglichkeiten zur Weiterentwicklung ihrer persönlichen und fachlichen Fähigkeiten. Gesamtaussage zur Geschäftsentwicklung Die Viessmann Gruppe hat sich in dem wiederholt anspruchsvollen Jahr 2021 sehr gut entwickelt. Trotz pandemiebedingter negativer Auswirkungen, Lieferengpässen und gestiegenen Materialkosten konnten die ursprünglichen ambitionierten Ertragsziele in Summe deutlich übertroffen werden. III. Prognose-, Risiko- und Chancenbericht Risiken Strategische Risiken Soziale und makroökonomische Trends Nach wie vor sind alle Aktivitäten der Viessmann Gruppe darauf gerichtet, ihre übergeordnete Bestimmung zu verwirklichen und Lebensräume für künftige Generationen zu gestalten. Diese Zielsetzung ist anspruchsvoll, da sie von diversen Faktoren beeinflusst wird. Außerdem verlangt sie eine aktive und verantwortungsvolle Unternehmensführung, die sich nicht mit dem Status Quo begnügt, sondern auf Veränderung ausgerichtet ist, ohne jedoch etablierte Prozesse, die sich als erfolgreich bewährt haben, ins Hintertreffen geraten zu lassen. Konkret ist die Geschäftsentwicklung der Viessmann Gruppe dabei von sozialen, politischen und makroökonomischen Trends abhängig, die gleichermaßen Chancen und Risiken bergen. Der Geschäftsbereich Climate Solutions begegnet den globalen Herausforderungen des Klimawandels durch die Konzentration auf effiziente, ressourcenschonende Technologien sowie die Umstellung und Erweiterung des Produktportfolios auf erneuerbare und alternative Energieressourcen. Darüber hinaus konzentriert sich der Geschäftsbereich als Anbieter ganzheitlicher Klimalösungen stärker auf die Klimatisierung und Lüftung. Der Geschäftsbereich Refrigeration Solutions erwartet einen Anstieg der Nachfrage nach energieeffizienten, hochwertigen Kühlprodukten. Darüber hinaus führen Verbrauchergewohnheiten und zunehmender Wohlstand zu einer verstärkten Fokussierung auf digitale Bedürfnisse. Um die Chancen zu nutzen, die sich aus der wachsenden Nachfrage nach innovativen digitalen Produkten ergeben, bildet der Ausbau des digitalen Produktportfolios und Funktionalitäten einen Schwerpunkt der Entwicklungsaktivitäten. Diese grundlegenden sozialen und makroökonomischen Trends werden augenblicklich allerdings zum einen durch die immer noch spürbaren Auswirkungen der COVID-19-Krise sowie zum anderen durch die Folgen des Russland-Ukraine-Konflikts überlagert. Die langfristigen Folgen der COVID-Pandemie lassen sich in zeitlicher, regionaler sowie technologischer Hinsicht weiterhin nur schwer abschätzen. Während die absatzseitigen Risiken durch flächendeckende Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie aufgrund hoher Impfquoten insbesondere in den westlichen Ländern in den Hintergrund rücken, haben beschaffungsmarktseitige Schwierigkeiten im Jahresverlauf zugenommen und werden auch im kommenden Jahr und wahrscheinlich darüber hinaus weiter bestehen. Ein längerfristiger Einbruch der Wirtschaft in wichtigen Absatzmärkten im Nachgang zu der COVID-19-Krise verbunden mit einem starken Anstieg der Arbeitslosenquote wird zwar als eher unwahrscheinlich erachtet, kann aber auch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Die durch die COVID-19-Krise ausgelöste Materialverknappung sowie die gestiegenen Energiekosten haben innerhalb kurzer Zeit zu den höchsten Inflationsraten seit Jahrzehnten geführt. Der damit einhergehende Kaufkraftverlust kann dazu führen, dass Investitionen in die Gebäudeinfrastruktur als optional angesehen und nur in einem deutlich geringeren Umfang vorgenommen bzw. in die Zukunft verschoben werden. Im Heizungssektor werden diese Entwicklungen jedoch zum Teil durch gegenläufige Maßnahmen wie Förderprogramme kurzfristig aufgefangen. Die langfristigen Auswirkungen, die sich aus dem Russland-Ukraine-Konflikt ergeben, sind heute noch gar nicht alle abschätzbar. Kurzfristig werden weitere Störungen der ohnehin durch die COVID-Situation angespannten Logistikketten erwartet. Auch muss mit einer weiteren Verknappung der Verfügbarkeit von Rohstoffen gerechnet werden mit entsprechenden Preiseffekten insbesondere auch bei den Energiepreisen. Die angekündigten Steigerungen der staatlichen Rüstungsausgaben werden langfristig die Nachfrage nach Rohstoffen und elektronischen Bauteilen weiter erhöhen. Zudem bergen sie die Gefahr, dass weniger staatliche Mittel für den Klimaschutz zur Verfügung gestellt werden. Auch mit Blick auf China als wichtiger Beschaffungs- und Absatzmarkt können stärker als zuvor geopolitische Überlegungen auf Investitionsentscheidungen und Beschaffungsstrategien in den Fokus rücken. Marktentwicklungen Aggressive Marketing- und Preisstrategien von Wettbewerbern können sich negativ auf die Rentabilität auswirken. Darüber hinaus können die zunehmende Digitalisierung und andere Geschäftsmodelle, wie beispielsweise Wärme als Dienstleistung, zum Aufkommen neuer Akteure führen. Durch die Neuausrichtung der Geschäftsmodelle sowie durch die konstante Weiterentwicklung des Lösungsangebots wird dieser Entwicklung begegnet. Das Risiko, dass sich bestehende Geschäftsmodelle infolge der Digitalisierung und neuer digitaler Produkte schnell ändern, ist ebenfalls vorhanden. Der Geschäftsbereich Climate Solutions sieht dies jedoch mehr als Chance als ein Risiko. Die Digitalisierung wird als Schlüsselfaktor für einen Wettbewerbsvorteil betrachtet. Zusätzlich zu diesen wettbewerbsinduzierten Marktrisiken sieht die Viessmann Gruppe aktuell auch kundeninduzierte Marktrisiken. Unabhängig von dem regulatorischen Umfeld wird vor allem in Deutschland vor dem Hintergrund des hohen Anteils an russischem Erdgas im Energiemix und des Risikos einer Drosselung von Gaslieferungen oder gar eines Embargos ein sprunghaft gesteigertes Interesse an Energiesystemen auf Basis erneuerbarer Energieträger wahrgenommen. Regulatorische Änderungen Die Geschäftstätigkeit, insbesondere die des Geschäftsbereichs Climate Solutions, unterliegt verschiedenen globalen und regionalen Umweltvorschriften. Verschärfungen dieser Vorschriften können zu höheren Kosten und längeren Produktentwicklungszeiten führen oder sogar Anpassungen des Produktportfolios erforderlich machen. Ebenso wird die Geschäftstätigkeit durch energie- und klimapolitische Subventionen und Anreize teils erheblich positiv beeinflusst. Ein Wegfall stellt insoweit ein erhebliches Risiko dar. Umgekehrt wirkt sich eine Ausweitung positiv aus. Dieses Spannungsfeld zwischen Risiko und Chance durch regulatorische Änderungen zeigt sich gegenwärtig für die Viessmann Gruppe exemplarisch auf dem deutschen Markt. Bereits mit der Verabschiedung des Koalitionsvertrages der neuen Bundesregierung zeichnete sich aus klimapolitischen Gründen eine Verschärfung des regulatorischen Umfeldes in der Weise ab, dass ab dem Jahr 2025 nur noch neue Heizsysteme installiert werden dürfen, die überwiegend mit erneuerbaren Energie betrieben werden. Ausgelöst durch den aktuellen Russland-Ukraine-Konflikt wird aus geopolitischen Gründen in zeitlicher Hinsicht eine weitere Verschärfung des regulatorischen Umfeldes gegenwärtig erwogen. Auf diese Herausforderung reagiert die Viessmann Gruppe aktiv mit einem Transformationsprojekt, indem konsequent alle Geschäftsaktivitäten von der Entwicklung bis zum Vertrieb auf diese Veränderung ausgerichtet werden. Flankiert wird dies durch ein ambitioniertes Investitionsprogramm. Geschäftsstrategie Die Viessmann Gruppe sieht sich durch ihre globale Ausrichtung verschiedensten strategischen Risiken ausgesetzt, welchen vor allem durch gezielte Akquisitionen begegnet wird. Im vergangenen Geschäftsjahr wurde auf diese Weise sowohl die geografische als auch die produktspezifische Diversifizierung des Lösungsangebots der Gruppe vorangetrieben. In Anbetracht der zu erwartenden Änderung des regulatorischen Umfelds sowie von Marktentwicklungen wird die Viessmann Gruppe in den nächsten Jahren verstärkt in den Ausbau ihres Lösungsangebots auf Basis von erneuerbaren Energieträgern investieren. Im Fokus steht hier insbesondere die Wärmepumpe. Hier ist ein neuer Entwicklungsstandort sowie eine deutliche Ausweitung der Produktionskapazitäten geplant. Auch die Investitionen in den Bereich der Nah- und Fernwärme durch weitere Akquisitionen sollen weiter verfolgt werden. Bei Akquisitionen besteht das grundsätzliche Risiko, dass die mit dem Erwerb verbundenen Synergie- und Marktpotenziale im Rahmen des Integrationsprozesses zumindest teilweise verloren gehen. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass die Annahmen zur Bewertung des Unternehmens in der Akquisitionsphase sich nach dem Kauf nicht materialisieren. Durch klare Zuordnung von Verantwortung in der Organisation sowie durch eine maßvolle Integration, bei der die unternehmerischen Freiheiten weitgehend erhalten bleiben, wird diesen Risiken entsprechend begegnet. Investitionen in Minderheitsanteile bergen ebenfalls gewisse Risiken, dass die Entwicklung solcher Beteiligungen hinter den Erwartungen zurückbleibt. Diese Risiken werden durch laufende Beobachtung der Geschäftsentwicklungen auf ein vertretbares Maß reduziert. Operative Risiken Beschaffung, Produktion, Logistik Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es durch Brände, Naturkatastrophen, Stromausfälle und Betriebsstörungen bei unseren Lieferanten oder aus anderen Gründen wie einer pandemischen Gesundheitsbedrohung zu Produktionsausfällen kommen. Bestimmte Materialien oder Komponenten, vor allem Elektrobauteile, werden nur von wenigen Lieferanten angeboten oder stammen aus einer Hand. Preiserhöhungen können sich negativ auf die Marge auswirken. Durch den Aufbau von Beziehungen zu alternativen Lieferanten, den Abschluss langfristiger Verträge sowie durch Aufbau der Lagerbestände der kritischen Artikel wird versucht, das Risiko zu vermindern. Darüber hinaus verfügt jede Produktionsstätte über Notfallpläne, um die Produktionskontinuität zu gewährleisten. Wie im vergangenen Jahr hatte das pandemische Geschehen nicht nur Auswirkungen auf die Absatzseite, sondern in besonderem Maße auch auf die Beschaffungsseite. Lieferengpässe und -Verzögerungen können auch in Zukunft ein Risiko darstellen, zumal die COVID-19-Krise auch im Jahr 2022 noch nicht überwunden sein wird. Insbesondere China mit seiner rigiden Null-Covid-Strategie stellt ein deutliches Risiko für die Versorgungssicherheit der Gruppe dar. Weiterhin besteht die Möglichkeit, dass Lieferanten ihrerseits in Folge dieser Krise in wirtschaftliche und finanzielle Notlagen geraten und dann ausfallen. Die während des gesamten Jahres deutlich spürbare Engpasssituation bei elektronischen Bauteilen und Komponenten sowie der Nachfrageüberhang bei wichtigen Materialien wie Stahl oder auch Kunststoffen hat nicht nur teils zu signifikanten Preiserhöhungen geführt, sondern birgt auch das Risiko der Versorgungssicherheit. So kam es im Berichtsjahr zu teils temporären Produktionsunterbrechungen mangels Verfügbarkeit von Bauteilen und Materialien. Durch eine monatliche vorausschauende rollierende Absatzplanung sollen die Bedarfe frühzeitig erkannt, abgeschätzt und bei den Lieferanten rechtzeitig platziert werden. Dies kann aber nicht verhindern, dass die benötigten Materialien oder Komponenten entsprechend dem ermittelten Bedarf tatsächlich nicht bezogen werden können. Ist die globale Nachfrage wie gegenwärtig nach bestimmten Materialien und elektronischen Komponenten insbesondere im Bereich Halbleitertechnik weiterhin größer als das Angebot, besteht das Risiko, dass die benötigten Mengen nicht oder nur noch zu wirtschaftlich nicht mehr tragfähigen Preisen bezogen werden können. Die Viessmann Gruppe geht davon aus, dass die derzeit angespannte Situation insbesondere auch durch die aktuellen geopolitischen Geschehnisse auf den Beschaffungsmärkten weiter andauern wird, einhergehend mit entsprechenden Umsatz- und Ergebnisrisiken. Neben einer verbesserten Auftragsplanung und Datenverarbeitung reagierte die Viessmann Gruppe mit einer transparenten und durchgängigen Kommunikation mit Lieferanten auf diese Situation. Außerdem wurden Alternativprodukte für Komponenten gesucht, die besonders von Lieferengpässen betroffen waren. Informationstechnologie Geschäfts- und Produktionsprozesse sowie die interne und externe Kommunikation basieren auf globalen IT-Systemen. Die Vertraulichkeit interner und externer Daten ist von grundlegender Bedeutung. Das Risiko eines Verstoßes gegen die Vertraulichkeit, Integrität oder Authentizität von Daten aufgrund von Cyberangriffen oder anderen Verstößen hat in den letzten Jahren zugenommen. Dies könnte zur Manipulation und / oder zum unkontrollierten Verlust von Daten und Fachwissen und zu Reputationsschäden führen. Geschäfts- und Produktionsprozesse könnten auch vorübergehend durch Cyberangriffe gestört werden. Derartige Störungen können sich auch aus Cyberangriffen auf Lieferanten oder Dienstleister ergeben. Die ergriffenen Maßnahmen, um diesen Risiken entgegenzuwirken, umfassen das gründliche Testen von Technologien vor deren Einsatz und die Implementierung von Projekten, um die technischen Sicherheitsstandards auf dem neuesten Stand zu halten und neue Bedrohungen proaktiv zu untersuchen. Darüber hinaus ist die vorhandene IT-Infrastruktur dank implementierter Sicherheitsmaßnahmen vor unbefugtem Zugriff geschützt. Neben technischen Maßnahmen werden auch fortlaufend Schulungen für die Mitarbeiter zu den unterschiedlichsten IT-Risiken durchgeführt, um deren Verständnis für diese Risiken zu vertiefen bzw. deren Aufmerksamkeit fortwährend aufrecht zu erhalten. Finanzen und Steuern Liquiditätsrisiko Die Viessmann Gruppe verfügt über ausreichende Liquidität, um die Erfüllung aller geplanten Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit sicherzustellen. Kreditrisiken Kreditrisiken ergeben sich aus der Möglichkeit, dass der Wert von Forderungen oder sonstigen finanziellen Vermögenswerten beeinträchtigt wird, weil die andere Vertragspartei Zahlungs- oder sonstige Leistungsverpflichtungen nicht erfüllen kann. Kreditversicherungsprogramme reduzieren das maximale Ausfallrisiko. Für die meisten Kunden sind Kreditlimits festgelegt. Innerhalb des Geschäftsbereichs Climate Solutions gibt es keine Kundenkonzentration, da Handwerksbetriebe unsere Hauptkunden sind. Anders sieht es bei Refrigeration Solutions aus, wo eine stärkere Kundenclusterung herrscht. Chancen und Risiken aufgrund von Marktpreisänderungen Chancen und Risiken, die sich aus schwankenden Wechsel- und Zinssätzen sowie Marktpreisen für Rohstoffe ergeben, werden von der Finanzabteilung bzw. von den entsprechenden Geschäftsbereichsverantwortlichen kontinuierlich überwacht und gesteuert. Steuerliche Risiken Viessmann Group GmbH & Co. KG und ihre Tochtergesellschaften sind weltweit tätig und unterliegen vielen verschiedenen nationalen Steuergesetzen und -vorschriften. Viessmann-Unternehmen werden regelmäßig von den Steuerbehörden in verschiedenen Ländern geprüft. Änderungen der Steuergesetze und -vorschriften, Rechtsurteile und deren Auslegung durch die Steuerbehörden sowie die Ergebnisse von Steuerprüfungen in diesen Ländern können zu höheren Steueraufwendungen und -zahlungen führen und sich somit auf die Höhe der Steuerforderungen und Steuerverbindlichkeiten auswirken. Auch bedeutende Akquisitionen, Veräußerungen, Restrukturierungsprogramme und andere von Viessmann durchgeführte Reorganisationsmaßnahmen könnten Auswirkungen haben. Den daraus resultierenden Risiken begegnet die Viessmann Gruppe, indem die steuerlichen Rahmenbedingungen kontinuierlich analysiert und bewertet werden. Sicherheits-, Qualitäts- und Compliance-Risiken Gesundheit, Sicherheit und Umwelt Die Viessmann Gruppe legt nicht nur großen Wert auf die Sicherheit ihrer Produkte, sondern auch auf den Schutz ihrer Mitarbeiter und der Umwelt. Fehlverhalten oder Nichteinhaltung gesetzlicher Anforderungen oder Standards durch die Viessmann Gruppe können zu Personenschäden, Sach-, Reputations- oder Umweltschäden, Produktionsausfällen, Betriebsunterbrechungen und / oder der Haftung für Entschädigungszahlungen führen. Die von der Viessmann Gruppe festgelegten Grundsätze, Standards und Maßnahmen stellen sicher, dass die Anforderungen angemessen kommuniziert, verstanden und optimal umgesetzt werden. Geistiges Eigentum Die Viessmann Gruppe verfügt über ein Portfolio an geistigem Eigentum, das patentgeschützte Produkte umfasst. Die Rechtsabteilung überprüft regelmäßig die Patentsituation in Zusammenarbeit mit den jeweiligen operativen Einheiten und überwacht mögliche Patentverletzungen, damit bei Bedarf rechtliche Schritte eingeleitet werden können. Umgekehrt können rechtliche Schritte von Dritten wegen angeblicher Verletzung von Patent- oder Eigentumsrechten durch die Viessmann Gruppe die Entwicklung oder Herstellung bestimmter Produkte behindern oder sogar stoppen oder die Zahlung von Geldschäden oder Lizenzgebühren an Dritte verlangen. Recht / Compliance Unternehmen der Viessmann Gruppe sind Risiken aus Rechtsstreitigkeiten oder Verfahren ausgesetzt, an denen sie derzeit beteiligt sind oder die in Zukunft entstehen könnten, insbesondere in den Bereichen Produkthaftung, Wettbewerbs- und Kartellrecht, Antikorruptionsrecht, Patentrecht, Steuerrecht, Datenschutz und Umweltschutz. Untersuchungen möglicher Rechts- oder Regulierungsverstöße können zu zivil- oder strafrechtlichen Sanktionen führen, einschließlich erheblicher Geldstrafen und / oder anderer nachteiliger finanzieller Konsequenzen, die den Ruf schädigen und den wirtschaftlichen Erfolg beeinträchtigen können. Um die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften zu gewährleisten, hat die Viessmann Gruppe einen Compliance Manager ernannt. Produktsicherheit und -verantwortung Die Viessmann Gruppe bewertet die potenziellen Gesundheits- und Umweltrisiken ihrer Produkte kontinuierlich. Um Risiken durch Haftungsansprüche so weit wie möglich ausschließen zu können, werden regelmäßig umfangreiche Tests und Qualitätskontrollen am Produkt durchgeführt. Qualitäts- und regulatorische Anforderungen In fast jedem Land, in dem die Viessmann Gruppe tätig ist, unterliegt die Geschäftstätigkeit Vorschriften, Standards und Anforderungen. Potenzielle Verstöße gegen regulatorische Anforderungen können zu zivil- oder strafrechtlichen Sanktionen führen, einschließlich erheblicher Geldstrafen, einer Einschränkung unserer Betriebsfreiheit und / oder anderer nachteiliger finanzieller Konsequenzen. Sie könnten auch das Image von Viessmann schädigen und zu sinkenden Umsätzen und / oder Margen führen. Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns Die Gesamtrisikosituation der Viessmann Gruppe ergibt sich aus den zuvor dargestellten Einzelrisiken. Um die Beherrschung dieser Risiken zu gewährleisten, besteht ein Risikomanagementsystem. Darüber hinaus sind nach den derzeit bekannten Informationen keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand des Konzerns gefährden könnten. Prognosebericht Die Prognose berücksichtigt relevante Fakten und Erkenntnisse, die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses bekannt waren und die zukünftige Geschäftsentwicklung beeinflussen können. Sie ist in hohem Maße von der makroökonomischen Entwicklung in den für die Viessmann Gruppe wesentlichen Absatzmärkten abhängig. Die mittelbaren und unmittelbaren Folgen der COVID-19-Pandemie bleiben wie im Vorjahr für die Prognose der wirtschaftlichen Entwicklung in 2022 ein großer Unsicherheitsfaktor. Die politischen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung, die Entwicklung etwaiger Virusmutationen, aber auch der Lieferengpässe sowie Preisschwankungen für Rohstoffe und Vorprodukte sind kaum verlässlich prognostizierbar. Die am 24. Februar 2022 auf breiter Front ausgebrochene kriegerische Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine hat nicht nur die bestehenden Unsicherheiten insbesondere bezüglich der Versorgungssicherheit von Rohstoffen und Materialien weiter anwachsen lassen, sondern zusätzlich um neue langfristige geopolitische und makroökonomische Unwägbarkeiten erweitert. In den Planungsrechnungen der Business Areas für das Jahr 2022 sind die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Konflikts nicht reflektiert (siehe "Ereignisse nach dem Abschlussstichtag"). Laut IWF wird für das Jahr 2022 ein Wachstum der globalen Wirtschaftsleistung von 3,6 % erwartet (World Economic Outlook, April 2022). Im Vergleich zum Januar hat das IWF die Wachstumsprognose bereits um 0,8 %-Punkte gesenkt. Es ist zu erwarten, dass das Wachstum - wie in der aktuellen Berichtsperiode - regional stark unterschiedlich ausfällt. Neben den Auswirkungen des Ukrainekonflikts und staatlichen Hilfsmaßnahmen im Zuge der Pandemie hängt die Entwicklung auf Länderebene von zahlreichen weiteren Einflussfaktoren, wie der handels- und geopolitischen Lage, der Verschuldung und der Inflationsentwicklung ab. Auch Naturkatastrophen im Zuge des Klimawandels können die wirtschaftlichen Bedingungen regional beeinflussen. Bezogen auf den voranschreitenden Übergang zu grüner Energie wird ein investitionsfreundliches Umfeld erwartet, welches durch staatliche Subventionen und steuerliche Anreize befördert wird. Aufbauend auf einem sehr erfolgreichen Jahr 2021 wird für die Viessmann Gruppe auch im Jahr 2022 mit einer Fortsetzung des Wachstums gerechnet. Die Steigerung des Umsatzes wird aber aller Voraussicht nach geringer als im abgelaufenen Geschäftsjahr sein. Auch für das EBITA ist mit einem Anstieg zu rechnen, der allerdings aufgrund der gestiegenen Materialpreise unterhalb der Wachstumsrate des Umsatzes erwartet wird. Die Covid-19-Krise bleibt jedoch weiterhin präsent und wird zumindest die ersten beiden Quartale beeinflussen. Hier sind insbesondere die Verfügbarkeit und die Kosten für Material zu nennen. Ob sich die Situation in der zweiten Jahreshälfte entspannen wird, ist angesichts des aktuellen Russland-Ukraine-Konflikts zu bezweifeln. Wichtigster Treiber des Wachstums ist der Geschäftsbereich Climate Solutions. Für den deutschen Markt wird aufgrund der laufenden Förderprogramme insbesondere bei Wärmepumpen und Biomasse weiterhin mit einer kontinuierlich positiven Marktentwicklung gerechnet. Neben Wärmepumpen wird ein Zuwachs für das Servicegeschäft und elektrische Systeme erwartet. Für die übrigen Länder wird insbesondere in den Regionen China und Nordamerika ein starkes Wachstum erwartet. Gleiches gilt für ausgewählte europäische Länder wie z.B. Großbritannien, Niederlande und Spanien. Staatliche Förderprogramme zum Ausbau der regenerativen Wärmeerzeugung werden auch hier weiterhin die Geschäftsentwicklung positiv beeinflussen. Produktseitig sollten vor allem die neu vorgestellte Wärmepumpen-Familie und Batteriespeicher sowie alle darüber hinaus vorgestellten Produktneuerungen helfen, die Wachstumsziele zu erreichen. Für den Geschäftsbereich Refrigeration Solutions wird nach dem starken Wachstum im Jahr 2021 eine Weiterführung dessen für das Jahr 2022 erwartet. Bereits in 2021 konnten im Marktsegment Lebensmitteleinzelhandel neue Kunden gewonnen werden, mit welchen 2022 eine weitere Ausweitung des Wachstums geplant ist, sodass hier mit dem stärksten Marktwachstum gerechnet wird. Für die Marktsegmente Health Care und Food Service (Lebensmitteldienstleistungen, HoReCa (Hotel, Restaurant & Catering)) wird eine Fortsetzung des Wachstums erwartet. Nach dem starken Rückgang des Food & Beverage Marktes in 2020 wird weiterhin ein geringes Level an Investitionen erwartet. Der Auftragsbestand zum Jahresende 2021 bereitet eine gute Ausgangsbasis für das kommende Jahr. Der Geschäftsbereich Viessmann Investment plant für das kommende Jahr die starke Akquisitionsaktivität von 2021 beizubehalten, um mit neuen Partnern das Produktangebot zu erweitern, in neue Regionen und Märkte vorzudringen und auf diese Weise die Viessmann Gruppe dabei zu unterstützen, sich nachhaltig zu diversifizieren und die Vorreiterrolle als globaler Anbieter von Klimalösungen zu festigen. Für die Portfoliounternehmen wird grundsätzlich ein starkes Wachstum und ein gesteigertes EBITDA-Ratio für die kommende Berichtsperiode erwartet. Fundament dieser Prognose ist die weiter voranzutreibende Stabilisierung der Geschäftsaktivitäten, die Verbesserung der Produktivität und die Professionalisierung der Prozesse, um die Profitabilität in Zukunft weiter zu steigern. Herausforderungen stellen vor allem die hohen Materialpreise dar, da Preiserhöhungen aufgrund der allgemeinen Wettbewerbssituation nur bedingt durchsetzbar sind. Die übrigen Geschäftsbereiche spielen für die Entwicklung des Konzerns nur eine untergeordnete Rolle. Für das Ergebnis wird im Vergleich zum Umsatz aufgrund einer Verschiebung im Produkt-/Ländermix bei der Business Area Climate Solutions und der allgemeinen Materialverteuerung eine unterproportionale Zunahme erwartet. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag Ein besonderes Unsicherheitsmoment stellt der am 24. Februar 2022 eskalierte Russland-Ukraine-Konflikt dar. Dessen Auswirkungen werden die Tätigkeiten aller Geschäftsbereiche der Viessmann Gruppe beeinflussen. Das genaue Ausmaß ist indes nicht abschätzbar. So wird die sich verändernde Situation beständig hinsichtlich der Konsequenzen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, aber auch für die strategische Ausrichtung der Gruppe analysiert. Unmittelbare Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe ergeben sich aus der Entscheidung des Vorstands nach Ausbruch der Kampfhandlungen unabhängig von den verhängten Sanktionen alle Warenlieferungen nach Russland einzustellen. Im Geschäftsjahr wurde in Russland ein Umsatz von rund EUR 38,0 Mio. mit Waren erzielt, die von anderen Unternehmen der Viessmann Gruppe nach Russland geliefert wurden. Dieser Umsatz mit seinen Deckungsbeiträgen wird im Jahr 2022 somit entfallen. Gegenwärtig erwägt der Vorstand, sich von seinen Geschäftsaktivitäten in Russland gänzlich zu trennen. Aus einem solchen Verkauf wird mit einem Verlust in Höhe eines niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbetrags gerechnet. Die Geschäftsaktivitäten der ukrainischen Tochtergesellschaft sind naturgemäß durch den kriegerischen Konflikt stark beeinträchtigt. Nachdem das Geschäft in den ersten Wochen der Kampfhandlungen zum Erliegen gekommen ist, lässt sich nach der Verlagerung der Kämpfe in den Osten des Landes wieder eine erste Belebung feststellen. Gleichwohl bleibt die Sicherheit der Mitarbeiter oberste Priorität. Im Geschäftsjahr wurde in der Ukraine ein Umsatz von etwas über EUR 10,0 Mio. erwirtschaftet. Die mittelbaren Einflüsse des Konflikts auf die Viessmann Gruppe sind ungleich schwerer zu quantifizieren, obwohl sie das Ausmaß der direkten Auswirkungen langfristig bei Weitem übersteigen dürften. Steigende Energie-, Rohstoff- und Transportkosten wirken sich unmittelbar negativ auf die Viessmann Gruppe aus. Die geopolitische Dimension der Russland-Ukraine-Krise wirkt sich zudem auf die strategische Ausrichtung der Viessmann Gruppe aus. Insbesondere für den deutschen Markt wird seitens des regulatorischen Umfelds sowie der Marktentwicklung ein beschleunigter Wandel hin zu nachhaltigen und nicht auf fossilen Brennstoffen basierenden Produkten und Geschäftsmodellen erwartet, um die Abhängigkeit von russischem Erdgas zu reduzieren. Vor dem Hintergrund dieser Erwartung wurde ein Transformationsprojekt gestartet, mit dem Ziel alle Geschäftsaktivitäten von der Entwicklung bis zum Vertrieb konsequent auf diese Veränderung auszurichten.
Allendorf (Eder), den 13. Mai 2022 Viessmann Beteiligungs AG Prof. Dr. Martin Viessmann, Chairman Viessmann Komplementär B.V. Viessmann Beteiligungs AG Maximilian Viessmann, CEO Dr. Ulrich Hüllmann, CFO Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021Aktiva
Passiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember 2021
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021I. Allgemeine Angaben Mutterunternehmen ist die Viessmann Group GmbH & Co. KG mit Sitz in Allendorf (Eder). Sie ist im Handelsregister beim Amtsgericht Marburg unter HR A 3389 eingetragen. Die Viessmann Group GmbH & Co. KG ist gemäß § 11 PubIG zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet. Die Gesellschaft stellt ihren Konzernabschluss jedoch freiwillig nach den Vorschriften der §§ 290 ff. HGB auf. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren. II. Konsolidierungskreis und Konsolidierungsgrundsätze In den Konzernabschluss wurden neben der Viessmann Group GmbH & Co. KG als Mutterunternehmen die Abschlüsse der in der Liste Anteilsbesitz (Anlage 3 zum Konzernanhang) entsprechend aufgeführten in- und ausländischen Tochtergesellschaften, mit Ausnahme der nachfolgend unter Abschnitt a) genannten Gesellschaften, einbezogen. a) Nicht einbezogene Gesellschaften Aufgrund einer insgesamt untergeordneten Bedeutung für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wurde von dem Einbeziehungswahlrecht des § 296 Abs. 2 HGB Gebrauch gemacht und auf die Einbeziehung der folgenden Tochterunternehmen in den Konzernabschluss verzichtet: Name und Sitz des nicht einbezogenen Tochterunternehmens CoolTeam Midt-Norge AS, Trondheim/Norwegen Enercapta GmbH, Winterthur/Schweiz H.K.B. Kesselbau GmbH i. L., Nettetal Name und Sitz des nicht einbezogenen TochterunternehmensKupfer Software GmbH i. L., Berlin OOP "KOSPEL RUS", Sankt Petersburg/Russland Oy Mareno Butik AB, Porvoo/Finnland Polybloc GmbH, Nürnberg SHS Smart Home Services GmbH i. L., Allendorf (Eder) VIESSMANN Foundation gGmbH, Allendorf (Eder) Viessmann Hausautomation GmbH i. L., Wangen im Allgäu Viessmann Investment UK Holding Limited, Stratford-upon-Avon/England Viessmann Kältetechnik Schweiz AG, Spreitenbach/Schweiz Viessmann Pars Novin Co. Ltd., Teheran/Iran Viessmann Refrigeration Solutions Operations sp.z o.o., Wroclaw/Polen Youco F21-H115 Vorrats GmbH, Frankfurt am Main Aufgrund von unverhältnismäßig hohen Kosten oder unangemessenen Verzögerungen zur Erlangung der zur Einbeziehung erforderlichen Daten wurde von dem Einbeziehungswahlrecht des § 296 Abs. 1 Nr. 2 HGB für die Tochterunternehmen SA Boiler Manufacturing and Services (Pty) Ltd., Kwa-Zulu Natal, Südafrika, und Greenbro (Pty) Ltd., Kapstadt, Südafrika, Gebrauch gemacht und auf deren Einbeziehung in den Konzernabschluss verzichtet. Aufgrund einer untergeordneten Bedeutung für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wurde, unter Bezugnahme auf § 311 Abs. 2 HGB, für die folgenden assoziierten Unternehmen auf die Anwendung des § 312 HGB verzichtet: Name und Sitz des nicht einbezogenen assoziierten UnternehmensClipper Enterprises Limited, Salisbury/England CoolTeam AS, Oslo/Norwegen CoolTeam Bergen AS, Arnatveit (Bergen)/Norwegen Deevio GmbH, Berlin Oxygen8 Solutions Inc., Vancouver/Kanada PEWO Austria GmbH, Murau/Österreich Vexxus Gesellschaft für Consulting und Service mbH, Ismaning b) Zusammenfassende Darstellung der Erstkonsolidierungen
c) Übergangskonsolidierung Name und Sitz der GesellschaftEnergy Market Solutions GmbH, Berlin (vormals: Frankfurt am Main): Übergang von Voll- zu At-Equity-konsolidierung nach Veräußerung von 74,90 % der Anteile (06/2021). Der Anteil an der Gesellschaft beträgt demnach 25,10 %. PEWO Energietechnik GmbH, Elsterheide: Übergang von At-Equity zu Vollkonsolidierung nach Kauf weiterer 34,90 % der Anteile (01/2021). Aufgrund einer zum Stichtag bestehender Verpflichtung zum Kauf von weiteren 30,00 % der Anteile beträgt der Anteil an der Gesellschaft demnach 90,00 %. Name und Sitz der GesellschaftWoolwick Investments (Pty) Ltd, Kwa-Zulu Natal/Südafrika: Übergang von At-Equity zu Vollkonsolidierung nach Kauf weiterer 12,52 % der Anteile (03/2021). Der Anteil an der Gesellschaft beträgt demnach 52,52 %. d) Entkonsolidierungen Name und Sitz der entkonsolidierten GesellschaftENERGY PROJECT SOLUTIONS GMBH, Darmstadt (vormals: Frankfurt am Main) MicrobEnergy GmbH, Allendorf (Eder) Schmack Biogas Service GmbH, Allendorf (Eder) Statice GmbH, Berlin Viessmann Industrial Service GmbH, Allendorf (Eder) e) Konsolidierungsgrundsätze Die Aufstellung der Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfolgte nach den folgenden Grundsätzen:
Die im Vorjahr angewendeten Konsolidierungsmethoden wurden beibehalten. III. Währungsumrechnung 1. Die Umrechnung der Bilanzwerte der einbezogenen ausländischen Gesellschaften erfolgte, soweit die Abschlüsse nicht in Euro aufgestellt wurden, bis auf das Eigenkapital, das zu historischen Kursen umgerechnet wurde, einheitlich zu dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag. Der Differenzbetrag zum jeweiligen Einstandskurs wird erfolgsneutral als separater Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" erfasst. Die sich aus den unterschiedlichen Abschlussstichtagskursen ergebenden Umrechnungsdifferenzen im Brutto-Anlagengitter wurden mit den jeweiligen Anschaffungs-/Herstellungskosten bzw. kumulierten Abschreibungen erfolgsneutral verrechnet. 2. In den Gewinn- und Verlustrechnungen der ausländischen Gesellschaften, soweit nicht in Euro aufgestellt, sind alle Aufwendungen und Erträge grundsätzlich zu Jahresdurchschnittskursen umgerechnet worden. Die Unterschiedsbeträge aus der Anwendung unterschiedlicher Umrechnungskurse zwischen der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz wurden ebenfalls erfolgsneutral in dem Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" verrechnet. 3. Bei der Währungsumrechnung in den Einzelabschlüssen wurden die Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Transaktionen während des Geschäftsjahres sind zum jeweiligen Tagesdurchschnittskurs umgerechnet worden. IV. Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 1. Sämtliche Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften sind, soweit sie noch nicht nach den deutschen handelsrechtlichen Gliederungs- und Bewertungsvorschriften aufgestellt waren und soweit die Abweichungen wesentlich waren, entsprechend angepasst worden. 2. Soweit bei der Kapitalkonsolidierung die Beteiligungsbuchwerte niedriger als der Betrag des aufzurechnenden Eigenkapitals sind, ergibt sich ein passiver Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung. TEUR 118.179 (Vorjahr: TEUR 117.575) dieses Unterschiedsbetrags resultieren aus Gewinnthesaurierungen durch das Auseinanderfallen des Zeitpunkts der Entstehung des Mutter-Tochter-Verhältnisses und des Zeitpunkts der erstmaligen Einbeziehung des Tochterunternehmens in den Konzernabschluss. Aus diesem Grund erfolgt der Ausweis im Konzernergebnisvortrag. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr resultiert aus dem Erwerb weiterer Anteile an vollkonsolidierten Tochterunternehmen. Der im Vorjahr verbliebene passive Unterschiedsbetrag (Badwill) von TEUR 2.338 wurde ergebniswirksam aufgelöst. Soweit die Beteiligungsbuchwerte höher als die entsprechenden Eigenkapitalanteile waren, sind die sich ergebenden Unterschiedsbeträge in Höhe von TEUR 178.465 (Vorjahr: TEUR 148.154) als Geschäfts- oder Firmenwert und in Höhe von TEUR 25.505 durch Aufdeckung von stillen Reserven abzüglich stillen Lasten aktiviert worden. Der Unterschiedsbetrag (Geschäfts- oder Firmenwert) zwischen dem Buchwert und dem anteiligen Eigenkapital von assoziierten Unternehmen beträgt zum 31. Dezember 2021 TEUR 49.645. 3. Immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige und bei außergewöhnlichen Wertminderungen um außerplanmäßige Abschreibungen aktiviert. Die entgeltlich erworbenen gewerblichen Schutzrechte und ähnlichen Rechte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten werden planmäßig unter Annahme einer Nutzungsdauer von 2 bis 25 Jahren und die Geschäfts- oder Firmenwerte über 3, 4, 5, 7, 8 bzw. 10 Jahre ab Erwerbszeitpunkt abgeschrieben. Die jeweilige Nutzungsdauer des Geschäfts- oder Firmenwertes wird dabei für jede Gesellschaft individuell anhand ihrer Technologie, ihren Mitarbeitern und ihrer langfristigen Kundenbeziehungen sowie anhand erwarteter Synergieeffekte begründet. In diesem Zeitraum erfolgt zudem unabhängig von der planmäßigen Nutzungsdauer eine jährliche Überprüfung der Werthaltigkeit des erworbenen Geschäfts- oder Firmenwertes. 4. Die Gegenstände des Sachanlagevermögens sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten vermindert um planmäßige und bei außergewöhnlichen Wertminderungen um außerplanmäßige Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen bemessen sich unter Zugrundelegung einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von 2 bis 33 Jahren für das bewegliche Sachanlagevermögen und längstens 55 Jahren für das abnutzbare unbewegliche Anlagevermögen überwiegend nach der linearen Methode. Bei den einbezogenen Auslandsgesellschaften sind die dort festgelegten Nutzungsdauern für die jeweiligen Wirtschaftsgüter in den Konzernabschluss übernommen worden, soweit sie mit den deutschen Rechnungslegungsvorschriften vereinbar sind. 5. Die in den Finanzanlagen enthaltenen Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen, Wertpapiere des Anlagevermögens und zu Anlagezwecken gehaltenen Anteile an Gesellschaften sind zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert bzw. bei assoziierten Unternehmen zum fortgeschriebenen Wert at equity bilanziert. Ausleihungen sind mit den Anschaffungskosten abzüglich eventueller Tilgungszahlungen bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. 6. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren sind zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren Wiederbeschaffungspreis bewertet. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse sowie der unfertigen Leistungen erfolgt zu Herstellungskosten, wobei in angemessenem Umfang Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen auf das der Fertigung dienende Sachanlagevermögen einbezogen sind. Zur verlustfreien Bewertung und zur Berücksichtigung von Bestandsrisiken, die sich aus langer Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, sind auf Einzelermittlungen beruhende Abwertungen vorgenommen worden. Der Ansatz der geleisteten Anzahlungen erfolgt mit dem Nennbetrag. Die erhaltenen Anzahlungen auf Vorräte wurden, soweit ihnen aktivierte Herstellungskosten gegenüberstanden, mit dem Erfüllungsbetrag ohne Umsatzsteuer offen von dem Posten "Vorräte" abgesetzt. 7. Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und liquide Mittel sind mit dem Nennbetrag bzw. Barwert angesetzt. Für die in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und den sonstigen Vermögensgegenständen enthaltenen Kreditrisiken bestehen angemessene Einzel- und Pauschalwertberichtigungen. 8. Die Wertpapiere des Umlaufvermögens wurden mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. 9. Die aktiven latenten Steuern resultieren aus Konsolidierungsmaßnahmen aufgrund von temporären Differenzen. Von dem Aktivierungswahlrecht für latente Steuern aus den einbezogenen Einzelabschlüssen wurde kein Gebrauch gemacht. In der Konzernbilanz werden aktive (TEUR 15.653) und passive latente Steuern (TEUR 993) saldiert ausgewiesen. 10. Investitionszuschüsse und -zulagen sind in einen Sonderposten eingestellt worden, der zur periodengerechten Abgrenzung entsprechend den Abschreibungen der bezuschussten Anlagegüter aufgelöst wird. 11. Die Rückstellungen für Pensionen entfallen auf in- und ausländische Gesellschaften. Sie sind nach versicherungsmathematischen Grundsätzen gebildet worden. Die zugrundeliegenden Annahmen sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:
Sonstige Vermögensgegenstände (Aktivwerte aus Rückdeckungsversicherungen) sind, soweit es sich um nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB zu verrechnende Vermögensgegenstände handelt, zum Zeitwert bewertet und in der Bilanz mit den Pensionsrückstellungen saldiert ausgewiesen worden. Der beizulegende Zeitwert der verpfändeten Rückdeckungsversicherungen und die Anschaffungskosten der Rückdeckungsversicherung betragen TEUR 229. Der Erfüllungsbetrag der Pensionsrückstellungen beträgt TEUR 319. Im Finanzergebnis sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen (TEUR 5) mit der Wertänderung der sonstigen Vermögensgegenstände (TEUR 5) verrechnet worden. Als Rechnungszins für die Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen (Österreich, Frankreich, Italien, Türkei und Dubai), Jubiläum und Hinterbliebenenbezüge wurde im Wesentlichen ein zum 31. Dezember 2021 qualifiziert geschätzter Zins bei einer Laufzeit von 15 Jahren verwendet. Dieser wurde durch Fortschreibung des von der Deutschen Bundesbank nach Maßgabe der Rückstellungsabzinsungsverordnung veröffentlichten Zehn-Jahres-Durchschnittszinses für die Pensionen und pensionsähnlichen Abfertigungen (Österreich und Frankreich) bzw. Sieben-Jahres-Durchschnittszinses für die Hinterbliebenenbezüge sowie des sich bei einer durchschnittlichen mittleren Restlaufzeit ergebenden Durchschnittszinses für die übrigen Abfertigungen und Jubiläum jeweils zum 30. September 2021 bzw. 30. November 2021 ermittelt. Die Vereinfachungsregelung des § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB wurde in Anspruch genommen. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beträgt TEUR 5.369. Der Konzern macht von der Möglichkeit des Wahlrechts aus der Veränderung des Rechnungszinses Gebrauch und hat den Differenzbetrag aus Dienstzeitaufwand und den im Geschäftsjahr erbrachten Leistungszahlungen im operativen Ergebnis als Personalaufwand erfasst. Aus mittelbaren Pensionszusagen - im Rahmen einer Pensions- und Unterstützungskasse - besteht ein Fehlbetrag in Höhe von TEUR 240. Unter Inanspruchnahme von Artikel 28 Abs. 1 Satz 2 EGHGB erfolgt keine Passivierung der mittelbaren Pensionszusagen. Die sonstigen Rückstellungen tragen in angemessenem Umfang und nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung sowie unter Berücksichtigung der kaufmännischen Vorsicht allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten Rechnung. Die Rückstellungen wurden zum notwendigen Erfüllungsbetrag bewertet. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden von der Deutschen Bundesbank nach Maßgabe der Rückstellungsabzinsungsverordnung veröffentlichten Sieben-Jahres-Durchschnittszins zum 31. Dezember 2021 abgezinst worden. Im Rahmen der Rückstellung für Altersteilzeit wurden die unentziehbaren Möglichkeiten der Arbeitnehmer zur Inanspruchnahme der Altersteilzeitregelung, die aus laufenden Verträgen resultieren, in Höhe der voraussichtlich entstehenden Aufstockungsbeträge und der Erfüllungsrückstände berücksichtigt. Die für diese Verträge entstehenden Abfindungsverpflichtungen gemäß § 6 TV-BB bzw. § 12 des Tarifvertrags zum flexiblen Übergang in die Rente (TV FlexÜ) wurden ebenfalls in den sonstigen Rückstellungen bilanziert. 12. Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt, Rentenverpflichtungen mit dem Barwert passiviert. 13. Die Rechnungsabgrenzungsposten betreffen kurz- und mittelfristige Abgrenzungen. V. Erläuterungen zur Konzernbilanz 1. Anlagevermögen Die Darstellung der Entwicklung des Anlagevermögens erfolgt gemäß § 284 Abs. 3 HGB nach der so genannten Bruttomethode und ist aus der Anlage 1 zum Konzernanhang ersichtlich. Für gewährte Bankgarantien wurden Wertpapiere des Anlagevermögens, in Höhe TEUR 416 verpfändet. 2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Wechsel in Höhe von TEUR 9.122 enthalten. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen (TEUR 1.049) resultieren in voller Höhe und die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, in Höhe von TEUR 999 aus Lieferungen und Leistungen. Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten in Höhe von TEUR 369 noch nicht verrechenbare Vorsteuern, die rechtlich erst nach dem Abschlussstichtag entstehen. 3. Aktive latente Steuern Die aktiven latenten Steuern entfallen ausschließlich auf Sachverhalte aus dem Konzernabschluss (Konsolidierungsmaßnahmen). Für die Berechnung der latenten Steuer wurde innerhalb des Organkreises ein Steuersatz von 15 % (Vorjahr: 15 %) bzw. ein Konzernsteuersatz von 25 % (Vorjahr: 25 %) zugrunde gelegt. Die sich ergebende latente Steuer resultiert im Wesentlichen aus der Zwischengewinneliminierung, aus der Schuldenkonsolidierung sowie der Aufdeckung von stillen Reserven im Rahmen der Kapitalkonsolidierung. 4. Eigenkapital Die im Handelsregister eingetragenen Hafteinlagen betrugen am Abschlussstichtag TEUR 100.000. Der in den Bilanzgewinn einbezogene Gewinnvortrag beträgt TEUR 164.036. 5. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Garantierückstellungen (TEUR 120.058) und Rückstellungen aus dem Personal- und Sozialbereich (TEUR 131.096). 6. Verbindlichkeiten Die für die einzelnen Verbindlichkeiten bestehenden Restlaufzeiten ergeben sich aus dem Verbindlichkeitenspiegel (Anlage 2 zum Konzernanhang). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Grundpfandrechte, durch Sicherungsübereignung von einzelnen Gegenständen des Sachanlagevermögens, Vorräten, Forderungen sowie durch Verpfändung von Bankguthaben (TEUR 4.311) gesichert. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (TEUR 245) und die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (TEUR 1.230), resultieren vollständig aus Lieferungen und Leistungen. Aus der Lieferung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Halbfabrikaten und Waren sowie Gegenständen des Sachanlagevermögens resultieren die üblichen Eigentumsvorbehalte. 7. Außerbilanzielle Geschäfte Aus den in 2020 und 2021 abgeschlossenen Leasing- und Sale-and-lease-back-Verträgen (Gesamtvolumen TEUR 21.803) für Heizungsanlagen ergeben sich in den nächsten max. 156 Monaten monatliche Leasingraten von durchschnittlich rd. TEUR 129. Die daraus resultierenden Zahlungsverpflichtungen der Folgejahre sind in den sonstigen finanziellen Verpflichtungen enthalten. Zweck der Geschäfte ist die Verbesserung der Liquidität. Risiken bestehen in den zu leistenden Leasingraten und der Vertragsbindung. 8. Haftungsverhältnisse Für Verbindlichkeiten, die vor dem Wirksamwerden einer im Geschäftsjahr vollzogenen Ausgliederung begründet worden sind, besteht nach § 133 Abs. 1 UmwG für fünf Jahre eine Nachhaftung des Konzerns für ein entkonsolidiertes Tochterunternehmen. Zum Abschlussstichtag beträgt die gesamtschuldnerische Mithaftung höchstens noch TEUR 41. 9. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Für Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen sowie aus Wartungs-, Service- und Dienstleistungsverträgen ergeben sich folgende Aufwendungen:
Das Bestellobligo für Investitionen beträgt TEUR 19.172. Aus Werbe- und Sponsoringverträgen ist mit Aufwendungen in Höhe von TEUR 5.229 zu rechnen. Zudem bestehen aus Unternehmenserwerben Kaufpreisverpflichtungen in Höhe von TGBP 20.250. Aus nachträglichen Kaufpreisanpassungen können weitere Verpflichtungen in Höhe von bis zu TGBP 4.000 und TEUR 1.150 entstehen. Es bestehen keine besonderen Chancen und Risiken. 10. Derivative Finanzinstrumente Innerhalb des Konzerns werden derivative Finanzinstrumente ausschließlich zur Sicherung von Zins- und Währungspositionen eingesetzt, um durch Wechselkurs- bzw. Zinsschwankungen bedingte Währungsrisiken bzw. Finanzierungskosten zu minimieren. Devisentermingeschäfte Devisentermingeschäfte wurden ausschließlich für Sicherungszwecke im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit eingesetzt. Zielsetzung ist die Reduzierung der Fremdwährungsrisiken (Devisenkursschwankungen) im Rahmen bereits durchgeführter bzw. geplanter Transaktionen in Fremdwährung. Zum Abschlussstichtag sind folgende Währungspositionen durch Devisentermingeschäfte (FX Forwards) abgesichert:
Die Devisentermingeschäfte wurden ausschließlich im Zusammenhang mit zukünftig geplanten operativen Umsätzen in Fremdwährung (Grundgeschäfte in PLN und EUR) abgeschlossen. Sie dienen der (Teil)absicherung des Kursrisikos der zu späteren Zeitpunkten entstehenden Fremdwährungsforderungen/ -verbindlichkeiten (zukünftige Zahlungseingänge/-ausgänge) in Fremdwährung. Das kalkulierte Volumen der antizipativen Teilabsicherung für zukünftige Zahlungseingänge/-ausgänge aus Grundgeschäften orientiert sich dabei an den aus der Planung und der Vergangenheit abgeleiteten, mit hoher Sicherheit entstehenden Umsätzen bzw. Materialaufwendungen in Fremdwährung. Die Laufzeiten der Sicherungsgeschäfte orientieren sich an den geplanten Zahlungseingängen bzw. -ausgängen in der jeweiligen Fremdwährung und betragen zum 31. Dezember 2021 zwischen 1 und 12 Monaten. Die geplanten (Teil-) Zahlungseingänge/-ausgänge aus den Grundgeschäften und die abgeschlossenen Devisentermingeschäfte bilden eine Bewertungseinheit im Sinne des § 254 HGB. Grundgeschäfte und Sicherungsgeschäfte sind gegenläufig und weisen die gleiche Sensitivität zum Basiswert/Tageskurs auf. Die Wertänderungen gleichen sich nach Abwicklung der jeweiligen Positionen aus. Hinsichtlich der Höhe der jeweiligen Teilabsicherung handelt es sich um Macro-Hedges. Die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung wird anhand der "Critical-Terms-Match"-Methode beurteilt. Zur bilanziellen Abbildung wird die Einfrierungsmethode verwendet. Weitere derivative Finanzinstrumente, die nicht Sicherungszwecken dienen, wurden entsprechend den Treasury-Grundsätzen der Viessmann Gruppe nicht abgeschlossen. 11. Vergleichbarkeit der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Durch die erstmalige Einbeziehung von in 2021 neu erworbenen bzw. gegründeten Tochterunternehmen, der erstmaligen Vollkonsolidierung der oben genannten Gesellschaften sowie der Entkonsolidierung der oben genannten Gesellschaften, wurden die Posten der Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wie folgt beeinflusst:
VI. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 1. Umsatzerlöse Nach den statistischen Aufzeichnungen gliedern sich die Umsatzerlöse wie folgt:
2. Sonstige betriebliche Erträge In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge in Höhe von TEUR 759 aus der Auflösung von Sonderposten für Investitionszuschüsse und -zulagen enthalten. Periodenfremde Erträge ergeben sich im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 14.721), der Entkonsolidierung von Tochtergesellschaften (TEUR 8.928), Anlageabgängen (TEUR 5.174), Erstattungen von Versicherungen und Schadenersatzleistungen (TEUR 2.872), der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen und Erträge aus ausgebuchten Forderungen (TEUR 2.556), Kostenerstattungen für Vorjahre und der Inanspruchnahme von sonstigen Rückstellungen (TEUR 2.348) sowie der Ausbuchung von Verbindlichkeiten (TEUR 845). Der Posten enthält in Höhe von TEUR 1.317 coronabedingte Wirtschaftshilfen und in Höhe von TEUR 725 projektbezogene Fördergelder und Zuschüsse. 3. Materialaufwand Der Materialaufwand enthält periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 326. 4. Personalaufwand Die von der Agentur für Arbeit für eine Tochtergesellschaft erstatteten pauschalierten Sozialversicherungsbeiträge (Kurzarbeitergeld) wurden mit den Sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung verrechnet. 5. Abschreibungen Die Abschreibungen beinhalten außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund voraussichtlich dauernder Wertminderungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert der immateriellen Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 157 und der Sachanlagen in Höhe von TEUR 122. 6. Sonstige betriebliche Aufwendungen Der Posten enthält sonstige Steuern in Höhe von TEUR 4.071. Periodenfremde Aufwendungen ergeben sich im Wesentlichen aus dem Abgang von Anlagevermögen (TEUR 1.769), Forderungsverlusten (TEUR 1.640), nachträglichen Kostenrechnungen (TEUR 1.084) sowie der Ausbuchung von Forderungen (TEUR 257) und Schadensersatzleistungen (TEUR 124). Zudem enthält der Posten außergewöhnliche Aufwendungen aus Gewährleistungen in Höhe von TEUR 2.413. 7. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens Die außerplanmäßigen Abschreibungen aufgrund voraussichtlich dauernder Wertminderungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert der Finanzanlagen betragen TEUR 1.733. 8. Zinsertrag Aus Steuererstattungen für Vorjahre resultieren Zinserträge in Höhe von TEUR 1. 9. Zinsaufwand Aus Steuernachzahlungen für Vorjahre resultieren TEUR 1 Zinsaufwendungen. 10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Steuern vom Ertrag enthalten TEUR 33 Nachzahlungen für Vorjahre. 11. Nicht beherrschende Anteile Auf nicht beherrschende Anteile entfallen Verluste in Höhe von TEUR 50 und Gewinne von TEUR 1.568. 12. Abschlussprüferhonorar Das Gesamthonorar für den Konzernabschlussprüfer entfällt in Höhe von TEUR 932 auf Abschlussprüfungsleistungen für einbezogene Einzelabschlüsse und den Konzernabschluss sowie in Höhe von TEUR 285 (davon TEUR -5 für Vorjahre) auf andere Bestätigungsleistungen. VII. Kapitalflussrechnung Finanzmittelfonds Der Finanzmittelfonds setzt sich wie folgt zusammen:
VIII. Ergebnisverwendung Der Jahresüberschuss 2021 des Mutterunternehmens wurde den Gesellschafterkonten gutgeschrieben. IX. Sonstige Angaben 1. Mitarbeiter Im Jahresdurchschnitt beschäftigte der Konzern folgende Mitarbeiter:
2. Geschäftsführung Die als Aufwand gebuchte Vergütung der Mitglieder der Geschäftsführung der Komplementäre und geschäftsführenden Kommanditistin der Muttergesellschaft für ihre Tätigkeit im Konzern betrug im Geschäftsjahr 2021 TEUR 6.010. Für ehemalige Geschäftsführer und ihre Hinterbliebenen wurden Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 4.834 gebildet. Die Rentenzahlungen belaufen sich auf TEUR 160. Die Vergütung der Non-Excecutive Member of the Board of Directors der Komplementärin für das Geschäftsjahr 2021 beträgt TEUR 376. 3. Anteilsbesitz Die Aufstellung des Anteilsbesitzes erfolgt in einer gesonderten Anlage (Anlage 3 zum Konzernanhang). 4. Unbeschränkt haftende Gesellschafterin Die in den Konzernabschluss einbezogene VITO Ventures Management GmbH, Allendorf (Eder), ist unbeschränkt haftende Gesellschafterin der nicht in den Konzernabschluss einbezogenen VITO Ventures Carry GmbH & Co KG, Allendorf (Eder). Weitere Angaben sind in der Aufstellung des Anteilsbesitzes enthalten. 5. Befreiung von der Aufstellung von Lageberichten und der Offenlegung der Jahresabschlüsse von Tochtergesellschaften Konzernabschluss und Konzernlagebericht der Viessmann Group GmbH & Co. KG haben für die in der Aufstellung des Anteilsbesitzes (Anlage 3 zum Konzernanhang) entsprechend gekennzeichneten Unternehmen befreiende Wirkung im Sinne von § 264 Abs. 3 HGB und § 264b HGB. 6. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag Ein besonderes Unsicherheitsmoment stellt der am 24. Februar 2022 eskalierte Russland-Ukraine-Konflikt dar. Dessen Auswirkungen werden die Tätigkeiten aller Geschäftsbereiche der Viessmann Gruppe beeinflussen. Das genaue Ausmaß ist indes nicht abschätzbar. So wird die sich verändernde Situation beständig hinsichtlich der Konsequenzen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, aber auch für die strategische Ausrichtung der Gruppe analysiert. Unmittelbare Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe ergeben sich aus der Entscheidung des Vorstands nach Ausbruch der Kampfhandlungen unabhängig von den verhängten Sanktionen alle Warenlieferungen nach Russland einzustellen. Im Geschäftsjahr wurde in Russland ein Umsatz von rund EUR 38 Mio. mit Waren erzielt, die von anderen Unternehmen der Viessmann Gruppe nach Russland geliefert wurden. Dieser Umsatz mit seinen Deckungsbeiträgen wird im Jahr 2022 somit entfallen. Gegenwärtig erwägt der Vorstand, sich von seinen Geschäftsaktivitäten in Russland gänzlich zu trennen. Präferiert wird dabei eine Veräußerung an das lokale Management. Aus einem solchen Verkauf wird mit einem Verlust in Höhe eines niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbetrags gerechnet. Die Geschäftsaktivitäten der ukrainischen Tochtergesellschaft sind naturgemäß durch den kriegerischen Konflikt stark beeinträchtigt. Nachdem das Geschäft in den ersten Wochen der Kampfhandlungen zum Erliegen gekommen ist, lässt sich nach der Verlagerung der Kämpfe in den Osten des Landes wieder eine erste Belebung feststellen. Gleichwohl bleibt die Sicherheit der Mitarbeiter oberste Priorität. Im Geschäftsjahr wurde in der Ukraine ein Umsatz von etwas über EUR 10 Mio. erwirtschaftet. Die mittelbaren Einflüsse des Konflikts auf die Viessmann Gruppe sind ungleich schwerer zu quantifizieren, obwohl sie das Ausmaß der direkten Auswirkungen langfristig bei Weitem übersteigen dürften. Steigende Energie-, Rohstoff- und Transportkosten wirken sich unmittelbar negativ auf die Viessmann Gruppe aus. Die geopolitische Dimension der Russland-Ukraine-Krise wirkt sich zudem auf die strategische Ausrichtung der Viessmann Gruppe aus. Insbesondere für den deutschen Markt wird seitens des regulatorischen Umfelds sowie der Marktentwicklung ein beschleunigter Wandel hin zu nachhaltigen und nicht auf fossilen Brennstoffen basierenden Produkten und Geschäftsmodellen erwartet, um die Abhängigkeit von russischem Erdgas zu reduzieren. Vor dem Hintergrund dieser Erwartung wurde ein Transformationsprojekt gestartet, mit dem Ziel alle Geschäftsaktivitäten von der Entwicklung bis zum Vertrieb konsequent auf diese Veränderung auszurichten.
Allendorf (Eder), den 13. Mai 2022 Viessmann Beteiligungs AG Prof. Dr. Martin Viessmann, Chairman Viessmann Komplementär B.V. Viessmann Beteiligungs AG Maximilian Viessmann, CEO Dr. Ulrich Hüllmann, CFO Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens der Viessmann Group GmbH & Co. KG (Konzern-Anlagengitter) in EUR 31.12.21
Verbindlichkeitenspiegel Viessmann Group GmbH & Co. KG
Anteilsbesitz der Viessmann Group GmbH & Co. KG
1) Befreiung Offenlegung gemäß §
264 Abs. 3 HGB
Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2021
Entwicklung des Konzerneigenkapitals (Konzerneigenkapitalspiegel) für das Geschäftsjahr 2021 Viessmann Group GmbH & Co. KG
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Viessmann Group GmbH & Co. KG, Allendorf (Eder) Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Viessmann Group GmbH & Co. KG, Allendorf (Eder), und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Viessmann Group GmbH & Co. KG, Allendorf (Eder), für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und der Non-Executive Member des Board of Directors für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den nach § 13 PubIG anzuwendenden deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Die Non-Executive Member des Board of Directors sind verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Dillenburg, den 13. Mai 2022 WESTTREU
GmbH
Schlappig-Klockhaus, Wirtschaftsprüferin Droste, Wirtschaftsprüfer Eine Verwendung oder Weitergabe des obigen Bestätigungsvermerks bedarf, außer in den gesetzlich vorgesehenen Fällen, unserer vorherigen Zustimmung. Bei Veröffentlichungen oder Weitergabe des Konzernabschlusses und/oder des Konzernlageberichts in einer von der bestätigten Fassung abweichenden Form (einschließlich der Übersetzung in andere Sprachen) bedarf es zuvor unserer erneuten Stellungnahme, sofern hierbei unser Bestätigungsvermerk zitiert oder auf unsere Prüfung hingewiesen wird; auf § 328 HGB wird insbesondere verwiesen. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Neueste Nachrichtenartikel und Medienerwähnungen
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Weitere Unternehmen an oder nahe dieser Geschäftsadresse
16 nahegelegene Organisationen
Beteiligungsgesellschaften
Erbringung von Logistikdienstleistungen
Beteiligungsgesellschaften
Tätigkeiten von Versicherungsmaklerinnen und -maklern
Elektrizitätshandel
Buchführung ohne Datenverarbeitungsdienste
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Installationsbedarf für Gas, Wasser, Heizung und Klimatechnik
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Herstellung von Wärmepumpen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen