le-tex publishing services GmbH
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Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Hannes Andras Behacker seit 9.1.2025 | Geschäftsführer |
Jens Petzold seit 25.7.2023 | Prokura |
Yvonne Findeisen seit 27.6.2022 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
EDF HOLDING | 100.00% |
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
ENERGY4PARTNERS GmbHAufgelöst | 100.00% |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Energy2market GmbHLeipzigJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Energy2market GmbH, Leipzig Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Energy2market GmbH, Leipzig, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Energy2market GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Leipzig, den 9. April 2024 KPMG
AG
Strom, Wirtschaftsprüfer Dr. Becker, Wirtschaftsprüfer Anhang1. Allgemeine Angaben zum Unternehmen Die Energy2market GmbH hat ihren Sitz in 04229 Leipzig, Weißenfelser Straße 84 und ist beim Handelsregister des Amtsgerichts Leipzig unter der HRB 25060 registriert. 2. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss Der vorliegende Jahresabschluss wurde nach den geltenden Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) sowie des GmbHG aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) aufgestellt. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer großen Kapitalgesellschaft auf. 3. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Bewertung erfolgte unter Berücksichtigung der Fortführung des Unternehmens. Immaterielle Vermögensgegenstände, soweit entgeltlich erworben, sind zu Anschaffungskosten bewertet, die um planmäßige Abschreibungen vermindert wurden. Die Abschreibung erfolgt linear pro rata temporis, wobei sich die Nutzungsdauern nach den AfA-Tabellen des Bundesfinanzministeriums richten, welche im Wesentlichen der handelsrechtlichen AfA entspricht. Die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände werden gemäß § 255 Abs. 2a HGB mit den bei deren Entwicklung anfallenden Herstellungskosten bewertet. Diese umfassen neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten. Die Abschreibung erfolgt linear pro rata temporis. Dabei werden die neu in Betrieb genommenen Komponenten mit einer Nutzungsdauer von 7 Jahren abgeschrieben. Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibung erfolgt linear pro rata temporis, wobei sich die Nutzungsdauern nach den AfA-Tabellen des Bundesfinanzministeriums richten, welche im Wesentlichen der handelsrechtlichen AfA entspricht. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten zwischen EUR 250 und EUR 800 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Bei einem dauerhaft niedrigeren beizumessenden Wert wird dieser für das Anlagevermögen angesetzt. Die geleisteten Anzahlungen, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände, Kassenbestände sowie Guthaben bei Kreditinstituten wurden zum Nennwert angesetzt. Den in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Risiken wird durch die Bildung angemessener dotierter Wertberichtigungen Rechnung getragen. Als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Der Ansatz des Eigenkapitals erfolgt zum Nennwert. Die Rückstellungen erfassen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten und sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Die Steuerrückstellungen umfassen laufende Ertragsteuern in der Höhe, in der die erwarteten Steuerzahlungen die geleisteten Vorauszahlungen übersteigen. Die Bewertung der Rückstellung für Jubiläen (TEUR 207,3) erfolgte nach der Projected Unit Credit Method (PUC). Berechnungsgrundlage bilden die Richttafeln von Prof. Dr. Klaus Heubeck (2018 G), wobei die Ausscheideordnung des I+A-Bestandes (Invalidität und Alter) zugrunde gelegt wurde. Die Bewertung basiert auf den folgenden Parametern:
Die Gesellschaft macht von dem Wahlrecht gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB Gebrauch, wonach Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen pauschal mit dem durchschnittlichen Marktzins abgezinst werden, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (mittlere Duration). Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert. Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Passivseite Einnahmen vor dem Bilanzstichtag ausgewiesen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen. Die Berechnung der latenten Steuern beruht auf temporären Differenzen zwischen Bilanzposten aus handelsrechtlicher und steuerrechtlicher Betrachtungsweise gemäß § 274 HGB. Der zur Berechnung der latenten Steuern verwendete Ertragsteuersatz liegt unverändert bei 31,9 %. Der Gewerbesteuer-Hebesatz beträgt hierbei 459,24 %. Die Gesellschaft hat Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB gebildet, die sich auf Termingeschäfte über den Erwerb und/oder die Veräußerung von elektrischer Energie (Strom) beziehen. Es wird die Einfrierungsmethode angewandt. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden zum Devisenkassamittelkurs der Deutschen Bundesbank am Bilanzstichtag umgerechnet. 4. Angaben zur Bilanz 4.1. Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens ist aus dem beigefügten Anlagenspiegel ersichtlich. Hieraus ergeben sich auch die Abschreibungen des Geschäftsjahres. Aus der Aktivierung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen haben sich Erträge in Höhe von TEUR 4.197,6 (Vorjahr: TEUR 3.629,5) ergeben. 4.2. Beteiligungen Die Gesellschaft hält per 31. Dezember 2023 Beteiligungen an folgenden Unternehmen:
1 per 23.10.2023
4.3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Mit Ausnahme von TEUR 1,1 (Vorjahr: TEUR 1,4) sind sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände innerhalb von einem Jahr fällig. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen lassen sich wie folgt aufgliedern:
Seit Anfang des Jahres 2022 ist die Energy2market GmbH in den Cash-Pool der EDF integriert. Das Cash-Pool-Konto wird dabei täglich im Rahmen des Zero-Balancing-Verfahrens auf Null gestellt. Die Forderungen aus dem Cash-Pool werden als gesonderte Position bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen und betragen zum Bilanzstichtag TEUR 82.067,0 (Vorjahr: TEUR 60.656,8). Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten zur Sicherheit hinterlegte Guthaben in Höhe von TEUR 220,0 (Vorjahr: TEUR 152,0). 4.4. Guthaben bei Kreditinstituten Die zum 31. Dezember 2023 ausgewiesenen Guthaben sind ausnahmslos frei verfügbar. 4.5. Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage resultiert vollständig aus sonstigen Einzahlungen gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB. 4.6. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen die zu erteilenden Gutschriften aus Mehrerlösen an die Erzeuger (TEUR 8.335,2; Vorjahr: TEUR 15.376,3), Personal-verpflichtungen (TEUR 1.556,6; Vorjahr: TEUR 1.930,9) und weitere ausstehende Eingangsrechnungen. 4.7. Verbindlichkeiten Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten ergeben sich wie folgt:
Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen branchenübliche Sicherheiten in Form von Zahlungsbürgschaften. Die Besicherungen zum Bilanzstichtag betragen EUR 94,0 Mio. (Vorjahr: EUR 56,4 Mio.). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten in Höhe von TEUR 9.210,0 (Vorjahr: TEUR 0) Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter betreffend die Ausschüttung des Vorjahresüberschusses. Des Weiteren betreffen sie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Darlehen (TEUR 29,9; Vorjahr: TEUR 51,2). 4.8. Latente Steuern Es bestehen Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und den steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden. Diese resultieren im Wesentlichen aus handelsrechtlich aktivierten selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenständen. Für die Ermittlung der latenten Steuern wird ein Steuersatz von 31,899 % (Vorjahr: 31,925 %) angewendet. Die latenten Steuern entwickeln sich wie folgt:
5. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung 5.1. Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse nach den Tätigkeitsbereichen des Unternehmens betragen:
Die Umsatzerlöse gliedern sich nach geografischen Märkten wie folgt:
5.2. Aktivierte Eigenleistungen Die angefallenen Aufwendungen für Entwicklungsleistungen betragen im Jahr 2023 TEUR 4.197,6 (Vorjahr: TEUR 3.629,5). Diese wurden in gleicher Höhe aktiviert. 5.3. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:
Die periodenfremden Erträge resultieren im Wesentlichen aus Redispatch-Maßnahmen der Verteilnetzbetreiber. 5.4. Materialaufwand Aufgrund der Geschäftsmodellspezifik der Energy2market GmbH werden Aufwendungen aus der Ausstellung von Avalen in Höhe von TEUR 496,8 (Vorjahr: TEUR 243,2) innerhalb der Aufwendungen für bezogene Leistungen ausgewiesen. Im Materialaufwand sind periodenfremde Sachverhalte als Erträge in Höhe von TEUR 1.501,9 (Vorjahr: Aufwendungen von TEUR 478,6) enthalten. Diese resultieren im Wesentlichen aus Mabis-Korrekturen im Segment Direktvermarktung von Biogasanlagen. 5.5. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten übrige periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 178,1 (Vorjahr: TEUR 779,6). Die Forderungsverluste betragen im Berichtsjahr TEUR 3,1 (Vorjahr: TEUR 0,0). 5.6. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge sowie Zinsen und ähnliche Aufwendungen Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge enthalten Zinserträge in Höhe von TEUR 2.301,4 (Vorjahr: TEUR 163,0) die hauptsächlich aus der Teilnahme am Cash-Pool mit der Électricité de France SA (TEUR 2.295,4; entspricht Zinsertrag aus verbundenen Unternehmen) resultieren. Die Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 488,2 (Vorjahr: TEUR 88,1) beinhalten insbesondere Zinsen auf abgeschlossene Darlehen mit der Électricité de France SA (entspricht Zinsaufwendungen an verbundene Unternehmen) in Höhe von TEUR 483,5 (Vorjahr: TEUR 42,4) sowie Zinsen im Zusammenhang mit negativen Cash-Pooling-Salden in Höhe von TEUR 0,0 (Vorjahr: TEUR 43,6). Der Vertrag über die Kreditlinie mit EDF ist am 31. August 2023 ausgelaufen. 6. Sonstige Pflichtangaben 6.1. Absicherung physischer Stromlieferungen / Bewertungseinheiten Im Rahmen der Energiehandelstätigkeit werden auch Terminkontrakte (Forwards - außerbörsliche Geschäfte) auf die physische Lieferung von elektrischer Energie (Strom) zur Absicherung von Marktpreisrisiken abgeschlossen. Die handelsrechtliche Bewertung erfolgt unter Berücksichtigung der Bildung von Bewertungseinheiten. Im Bereich Stromhandel wurden Mikro-Bewertungseinheiten (Back to Back) gebildet. Die Gesellschaft sichert damit Risiken aus Marktpreisänderungen ab.
Die Effektivität der Sicherungsbeziehungen wird durch das implementierte Risikomanagementsystem der Gesellschaft gewährleistet. Die Preisänderungen der geschlossenen Position gleichen sich infolge der negativen Korrelation der Basiswerte pro Zeitband aus (Critical Term Match). Somit ergeben sich aus der geschlossenen Position keine unwirksamen Beiträge, so dass keine Drohverlustrisiken bilanziell zu berücksichtigen sind. Die Laufzeit, der die abgesicherten Risiken betreffenden Rechtsgeschäfte, endet spätestens im Jahr 2024. 6.2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Zum Bilanzstichtag bestehen, neben vorgenannten Terminkontrakten, folgende sonstige finanzielle Verpflichtungen:
6.3. Haftungsverhältnisse Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB bestehen zum Bilanzstichtag nicht. 6.4. Ausschüttungssperre Zum 31. Dezember 2023 bestehen ausschüttungsgesperrte Beträge gemäß § 268 Abs. 8 HGB in Höhe von insgesamt TEUR 6.917,4 (Vorjahr: TEUR 4.895,2) die in voller Höhe auf die Aktivierung von Entwicklungskosten entfallen. 6.5. Angaben zur Belegschaft Die Mitarbeiterzahl zum Bilanzstichtag setzt sich wie folgt zusammen:
6.6. Geschäftsführer Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden die Geschäfte des Unternehmens geführt durch:
Herr Félix Reynaud und Herr Raphaël Hirtz erhielten im Berichtsjahr keine Vergütung von der Energy2market GmbH. 6.7. Muttergesellschaft Sämtliche Geschäftsanteile an der Energy2market GmbH werden von der EDF Développement Environnement SA, Paris/Frankreich, einer Tochtergesellschaft der Électricité de France SA, Paris/Frankreich, gehalten. Die Energy2market GmbH wird in den Konzernabschluss der Électricité de France SA (www.edf.fr) seit 1. Januar 2020 einbezogen. Der nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellte Konzernabschluss ist unter (www.edf.fr) abrufbar. Die EDF Développement Environnement SA erstellt keinen Konzernabschluss. Die Energy2market GmbH macht von der Befreiung zur Aufstellung eines eigenen Teilkonzernabschlusses und Teilkonzernlageberichtes gemäß § 291 Abs. 1 und Abs. 2 HGB Gebrauch, da sie in den befreienden Konzernabschluss der Électricité de France SA, Paris/Frankreich, einbezogen wird. 6.8. Gesamt-Honorar des Abschlussprüfers Das im Berichtszeitraum als Aufwand verbuchte Gesamt-Honorar des Abschlussprüfers inklusive Auslagenersatz beträgt TEUR 92,3. Es umfasst ausschließlich Abschlussprüfungs-leistungen. 6.9. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Stichtag Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind und über die nach § 285 Nr. 33 HGB zu berichten wäre, sind nicht bekannt. 6.10. ErgebnisverwendungsvorschlagDie Energy2market GmbH hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Jahresüberschuss von TEUR 50.380,0 erwirtschaftet. Die Geschäftsführung schlägt vor, vom Jahresüberschuss TEUR 28.650,0 der Gewinnrücklage zuzuführen und TEUR 21.730,0 an den Gesellschafter auszuschütten.
Leipzig, 28. März 2024 Félix Reynaud Raphaël Hirtz Lagebericht1. Grundlagen des Unternehmens 1.1. Geschäftsmodell von e2m Die Energy2market GmbH (e2m) konzentriert sich in ihren Kerngeschäftsfeldern unverändert auf die Direkt- und Flexibilitätsvermarktung von Strom sowie die Erbringung von Energiehandels-, Optimierungs- und Portfoliomanagement-Dienstleistungen. Zu den Kernkompetenzen der e2m zählen die fernwirktechnische Anbindung von dezentralen technischen Einheiten (TE) an die zentrale IT-Infrastruktur von Aggregationskraftwerken und deren permanente Nutzung in relevanten Handels- und Flexibilitätsmärkten. Eine besondere Form der Flexibilitätsvermarktung stellt dabei die Bereitstellung von sogenannten Systemdienstleistungen (Regelenergie) zur Aufrechterhaltung der Stabilität der Stromnetze dar. Darüber hinaus bietet e2m Infrastrukturdienstleistungen im Zusammenhang mit der Entwicklung und dem Betrieb von Virtuellen Kraftwerken (VKW) an und sichert damit seinen Partnern den Zugang zu den oben genannten technischen Kernkompetenzen für das Management eigener Portfolios oder Anlagenparks. Im Segment Direktvermarktung setzt sich das Portfolio der e2m sowohl aus fluktuierenden als auch aus steuerbaren Anlagentechnologien zusammen. Alle in der Direktvermarktung befindlichen Erneuerbare-Energien-Anlagen (EEG-Anlagen) sind über lokal installierte Fernsteuerungseinrichtungen in das VKW der e2m integriert und zu mess- und regelbaren Kraftwerkspools zusammengefasst. Die Energiemengen der so bei der e2m integrierten Erzeugungsanlagen werden an den Energiebörsen und im OTC-Geschäft bestmöglich vermarktet. Auch der Einsatz regelbarer Anlagen, wie z. B. Biogaskraftwerke oder KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung), kann bei e2m im Rahmen individuell vereinbarter Restriktionen preisoptimiert realisiert werden. Im Segment Regelenergie und Flexibilität umfasst das Portfolio neben EEG-Anlagen auch konventionelle Kraftwerke, Verbraucher und Stromspeicher. Alle diese Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen sind über lokal installierte Fernwirkeinrichtungen in das VKW der e2m integriert und hier innerhalb der jeweiligen Regelzonen der Übertragungsnetzbetreiber zu mess- und regelbaren Kraftwerkspools gebündelt. Deren Flexibilität wird an den Regelenergiemärkten mit dem Ziel der Optimierung der Gesamterlössituation vermarktet. Im Segment Portfoliomanagement und Handel bildet die e2m alle Leistungen im Bereich der aktiven Optimierung von eigenen oder zur Bewirtschaftung überlassenen Portfolios Dritter ab. Dazu gehören neben dem Stromhandel auch Dienstleistungen wie Bilanzkreis-, Fahrplan- und Wechselprozessmanagement. Im Segment VKW-Dienstleistungen (VPP Services) erbringt e2m Infrastrukturdienstleistungen im Zusammenhang mit der Entwicklung, dem Aufbau und dem Betrieb von virtuellen Kraftwerken bzw. damit verbundenen IT-Dienstleistungen. Kern dieser Dienstleistungen ist die Unterstützung anderer Marktteilnehmer bei ihren Optimierungs- und Vermarktungsaktivitäten durch die Nutzung der bereitgestellten VKW-Komponenten. Darüber hinaus erbringt e2m Dienstleistungen im Rahmen der fernwirktechnischen Anbindung dezentraler technischer Einheiten über eigene Hard- und Software. 1.2. Organisationsentwicklung Die Effektivität des im Unternehmen implementierten Integrierten Management Systems (IMS) wurde 2023 im Rezertifizierungsaudit der DIN EN ISO 9001:2015 und ISO/IEC 27001:2013 Informations-Sicherheits-Managementsystem (ISMS) vom TÜV Rheinland bestätigt. Der Geltungsbereich beider Zertifizierungen umfasst "den Handel von Energie, den Aufbau und den Betrieb virtueller Kraftwerke sowie die Beratung und Dienstleistung hierzu". Im Ergebnis des durchgeführten Rezertifizierungsaudit wurden keine wesentlichen Nichtkonformitäten festgestellt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat e2m in Bezug auf die ab Mai 2018 geltenden gesetzlichen Anforderungen für Betreiber von Anlagen zur Steuerung/Bündelung elektrischer Leistung (Aggregatoren) mit einer kritischen Gesamtleistung im Sinne des § 8a Abs. 1 BSI-Gesetz in Verbindung mit der BSI-KRITIS-Verordnung mit einer entsprechenden Benutzer ID registriert. Das Unternehmen hat den geforderten Stand der Technik implementiert und die vom BSI geforderten Nachweise erbracht. Die internen Audits und Revisionen dienen u. a. der Sicherstellung und Erfüllung von Anforderungen aus dem Risiko- bzw. Compliance-Management, sowie der dokumentierten und rechtssicheren Nachweisführung bzw. der faktengestützten Entscheidungsfindung. Vom TÜV Rheinland wurde die unternehmensweite Durchführung der internen Audits/Revisionen geprüft. 1.3. Informations- und Systemtechnologieentwicklung Am VKW erfolgten auch im Geschäftsjahr 2023 Anpassungen, um den sich ändernden Vermarktungsbedingungen bzw. regulatorischen Anforderungen auf dem deutschen Markt gerecht zu werden. Um den Herausforderungen des wachsenden Marktes gerecht zu werden, wurde das VKW im Hinblick auf Skalierbarkeit, Sicherheit und technologische Kompatibilität weiterentwickelt und ist somit in der Lage, neue Produkte der e2m zu vermarkten. So wurde die erste Anlage, die an den Innovationsausschreibungen der Bundesnetzagentur teilgenommen hat, erfolgreich angeschlossen und vermarktet. Darüber hinaus wurde Ende des Jahres die erste Batterieanlage mit dem von e2m optimierten Lademanagement über das VKW erfolgreich vermarktet, ebenso wie ein Offshore-Windpark in der Regelenergie. 2. Wirtschaftsbericht 2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Das Energiejahr 2023 war in Deutschland und Europa weiterhin von den Auswirkungen der fossilen Energiekrise geprägt. Die Treibhausgasemissionen sind im Jahr 2023 auf 673 Millionen Tonnen CO 2-Äq gesunken. Damit haben sie den niedrigsten Stand seit 70 Jahren erreicht und lagen mit 49 Millionen Tonnen CO 2-Äq unter dem vom Klimaschutzgesetz abgeleiteten Wert für das Jahr 2023. Die Hauptgründe für den Emissionsrückgang waren eine veränderte europäische Strombilanz mit weniger Exporten und mehr Importen sowie Produktionsrückgänge vor allem in der energieintensiven Industrie sowie Einsparungen beim Strom- und Gasverbrauch. 1 Die Treibhausgasprojektionen 2024 zeigen, dass das Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, mit den derzeitigen politischen Maßnahmen in Reichweite ist - die Projektionsdaten zeigen eine Reduktion um knapp 64 Prozent. Die Über- und Untererfüllung der Ziele in den Sektoren ist heterogen. Die Energiewirtschaft erreicht in den Projektionsdaten 2024 eine kumulierte Übererfüllung von 175 Millionen Tonnen CO 2-Äq bis 2030. Damit ist die Zielübererfüllung dieses Sektors fast so groß wie die Zielverfehlung des Verkehrssektors. Ein wichtiger Faktor für den Emissionsrückgang ist die Annahme, dass die Ausbauziele des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) langfristig erreicht werden. 2 Zum ersten Mal überstieg der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch die Marke von 50 Prozent. Insgesamt wurden 268 Terawattstunden Strom aus Wind, Sonne, Wasser oder Biomasse erzeugt (brutto). Dies bedeutet eine Steigerung von 13 Terawattstunden (5 Prozent) im Vergleich zu 2022. 3 Die Nettostromerzeugung betrug im Jahr 2023 insgesamt 492 Terawattstunden (Strommix 2023) und sank im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent. Im Vergleich zu 2022 lieferten erneuerbare Energien insgesamt einen höheren Anteil, während Braun- und Kohlekraftwerke weniger Strom erzeugten. Die Stromerzeugung aus Biomasse hatte einen Anteil von 9 Prozent (Vorjahr 9 Prozent). 4 Bei der Bruttostromerzeugung aus erneuerbaren Energien dominierte die Windkraft mit 138 Terawattstunden (TWh), gefolgt von Photovoltaik mit 61 TWh. Die Stromerzeugung aus Biomassekraftwerken ging im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent auf 43,8 TWh zurück. Trotz dieses Rückgangs bleibt die Biomasse der drittgrößte Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. 5 Bereits im Jahr 2021 stiegen die Börsenstrompreise im Vergleich zu den Vorjahren deutlich an. Dieser Preisanstieg setzte sich 2022 fort und schnellte in der Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine auf Rekordniveau. Wesentliche Ursache für die Entwicklung der Großhandelspreise war vor allem die Abhängigkeit von Erdgas, Kohle und Erdöl. 6 Im Jahr 2023 schwankten Großhandelspreise für Strom in Mitteleuropa bei leicht abnehmendem Trend um den Wert von 100 €/MWh. 7
1 Vgl. Agora Energiewende "Die Energiewende in
Deutschland: Stand der Dinge 2023", Seite 6.
2 Vgl. Umweltbundesamt
"Treibhausgas-Projektionen 2024 - Ergebnisse kompakt",
Seiten 9 und 13.
3 Vgl. Agora Energiewende "Die Energiewende in
Deutschland: Stand der Dinge 2023", Seite 6.
4 Vgl. Agora Energiewende "Die Energiewende in
Deutschland: Stand der Dinge 2023", Seiten 46 bis 47.
5 Vgl. Agora Energiewende "Die Energiewende in
Deutschland: Stand der Dinge 2023", Seite 48.
6 Vgl. Agora Energiewende "Die Energiewende in
Deutschland: Stand der Dinge 2022", Seiten 21 und 22.
7 Vgl. Agora Energiewende "Die Energiewende in
Deutschland: Stand der Dinge 2023", Seite 25.
Für das Geschäftsmodell der e2m spielt jedoch weniger das Preisniveau als vielmehr die Preisvolatilität eine Rolle. Die Preisvolatilität im Jahr 2023 war im Durchschnitt hoch, obwohl die Preisspitzen im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken sind. Die Differenz zwischen den teuersten und günstigsten 100 Stunden betrug im Jahr 2023 27 ct/kWh, während sie im Jahr 2022 noch bei 72 ct/kWh lag. Verglichen mit einer durchschnittlichen Differenz von 12 ct/kWh in den Jahren 2016 bis 2020 sind die Preisschwankungen aber immer noch hoch. 8 Nachdem das Jahr 2022 in Deutschland energiepolitisch von der Bewältigung der fossilen Energiekrise geprägt war, rückten zu Beginn des Jahres 2023 Strukturreformen für Energiesicherheit und Klimaschutz stärker in den Vordergrund. Im Jahr 2023 beschleunigte sich die Transformationsdynamik hin zu einem auf erneuerbaren Energien basierenden Stromsystem. Insbesondere der Ausbau von Photovoltaik und Windkraft hat sich deutlich beschleunigt. Damit rücken nun auch Fragen einer stärkeren Flexibilisierung des Stromsystems und des Zubaus regelbarer Kraftwerke zum Ausgleich der Erzeugungsschwankungen der volatilen Erneuerbaren Energien aus Wind und Sonne in den Vordergrund. Die für 2023 geplanten Änderungen des Strommarktdesigns und die sogenannte Kraftwerksstrategie konnten noch nicht wie geplant auf den Weg gebracht werden. Dazu gehören die Reform der EEG-Förderung, verbesserte Flexibilitätsanreize oder die mögliche Aufgabe der einheitlichen deutschen Gebotszone im Strommarkt. 9
8 Vgl. Agora Energiewende "Die Energiewende in
Deutschland: Stand der Dinge 2023", Seite 33.
9 Vgl. Agora Energiewende "Die Energiewende in
Deutschland: Stand der Dinge 2023", Seite 95 und 96.
2.2. Marktentwicklungen und ihre Auswirkungen auf das Unternehmen Die in Kapitel 2.1 beschriebenen gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Entwicklungen im Jahr 2023 wirken auch auf die e2m. Zu Beginn des Jahres 2022 war der Energiemarkt von erheblicher Unsicherheit geprägt, bedingt durch die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und den daraus resultierenden Ausfall der Gasimporte aus Russland. In dieser Situation bot sich den Betreibern von erneuerbaren Energieanlagen die Gelegenheit, ihre Stromproduktion über einen Zeitraum von mehreren Monaten zu festen Preisen zu verkaufen. Auf die daraus resultierende Nachfrage nach entsprechenden Vermarktungsangeboten konnte die e2m kurzfristig reagieren und ihr Produktportfolio an die geänderten Rahmenbedingungen anpassen, was sich in der Folge auch nachhaltig auf das Ergebnis des Jahres 2023 auswirkte. Auch in anderen Geschäftsbereichen wurde auf die veränderten Marktbedingungen reagiert, indem die Risikostruktur der Produkte angepasst wurde, um deren Rentabilität auch bei hoher Volatilität der Energiemärkte zu gewährleisten. Die Aussichten für die einzelnen Produkte im Produktmix des Unternehmens werden regelmäßig überprüft, um sich schnell und effektiv an das dynamische Marktumfeld anzupassen und die Kundenbedürfnisse optimal zu erfüllen. Beispiele hierfür sind die erfolgreiche Vermarktung eines Offshore-Windparks für Regelenergie sowie die kommerzielle Umsetzung von Batterieprojekten und kombinierten Projekten aus fluktuierender Erzeugung und Batteriespeicherung (Innovationsausschreibungen). Das Unternehmen hat wiederholt bewiesen, dass es neben etablierten Vermarktungsmöglichkeiten kontinuierlich die Markteinführung neuer Technologien und Produkte forciert, um die Energiewende weiter voranzubringen. 2.3. Geschäftsverlauf Zur Steuerung des operativen Geschäftes misst e2m im Wesentlichen die Rohertragsentwicklung sowie die vermarkteten Strommengen in der Direktvermarktung. Darüber hinaus werden die Gebotsleistungen, die Gebotserfolge, die individuellen Bewirtschaftungserträge sowie die technischen Einheiten und Anlagenpools kontinuierlich analysiert und berichtet. Die wichtigsten Kennzahlen und Informationen werden mit der Mid-Term-Planung (MTP) abgeglichen, erkennbare Abweichungen bewertet und intern kommuniziert. Damit wird sichergestellt, dass bei Abweichungen gezielte Gegensteuerungsmaßnahmen ergriffen werden. Die gewonnenen Informationen und Erkenntnisse werden monatlich aufbereitet, kommentiert und mit den Stakeholdern des Unternehmens und dem Gesellschafter ausgetauscht. Die Auswirkungen auf den Energiemarkt im Jahr 2022 wirken sich auch auf das Jahr 2023 aus, weshalb zu Beginn des Geschäftsjahres eine Überarbeitung der Unternehmensplanung vorgenommen wurde, die diesen Umständen Rechnung trägt. Diese aktualisierten Planwerte dienen als Referenz für den Plan-Ist-Vergleich im vorliegenden Jahresabschluss. Für das Jahr 2023 wurde ein Rohertrag I (vor Abzug externer Vertriebsprovisionen) in Höhe von EUR 88,6 Mio. geplant. Der Planwert wurde um EUR 7,5 Mio. und der Vorjahreswert um EUR 44,4 Mio. übertroffen. Insbesondere das Produktsegment Direktvermarktung, das auch die Vermarktung der Flexibilität der Anlagen an den kurzfristigen Handelsmärkten umfasst, konnte von den deutlichen Preis-Spreads am Markt und dem insgesamt weiterhin hohen Preisniveau profitieren. Zu dem sehr guten Ergebnis trugen auch die deutlich über Plan liegenden Erlöse aus der Regelenergievermarktung und die in Höhe der Planerwartung erzielten Erlöse aus der Eigenbewirtschaftung des Portfolios bei. Durch konsequentes Handeln, das Nutzen sich bietender Chancen, aber auch das Vermeiden von Risiken, konnte sich e2m auch im Jahr 2023 den deutlich veränderten Marktbedingungen anpassen und im abgelaufenen Geschäftsjahr ein EBIT von EUR 72,3 Mio. erwirtschaften. Im Vorjahr wurde ein EBIT von EUR 29,0 Mio. erzielt. Im Geschäftsjahr 2023 lag die in der Direktvermarktung vermarktete Strommenge bei rund 6,5 Mio. MWh und damit sowohl unter Plan (Planwert für 2023: leichte Steigerung der direktvermarkteten Strommengen im Vergleich zu 2022) als auch unter dem Vorjahresniveau von 7,1 Mio. MWh. 2.3.1. Ertragslage Die Umsatzerlöse sind im Vergleich zum Vorjahr um ca. 37 % auf EUR 1.182,3 Mio. zurückgegangen. Diese Veränderung ist im Wesentlichen auf die Entwicklung der Marktpreise zurückzuführen. Die Preise sind im Jahresdurchschnitt von 234,49 EUR/MWh im Jahr 2022 auf 95,46 EUR/MWh im Jahr 2023 gesunken. Die Umsatzerlöse aus der Direktvermarktung sind mit EUR 1.142,7 Mio. gegenüber 2022 um EUR 676,6 Mio. gesunken. Sie stellen auch im Jahr 2023 den größten Anteil an der Gesamtleistung dar. Die Umsatzerlöse am deutschen Regelenergiemarkt betragen EUR 36,1 Mio. und liegen EUR 0,9 Mio. über dem Vorjahresniveau. Vor allem die über den Erwartungen liegenden SRL-Vermarktungserträge wirken sich positiv auf die Ertragsentwicklung in diesem Segment aus. Im Segment Portfoliomanagement & Handel lagen die Roherträge auf Planniveau und das Segmentergebnis entwickelte sich erwartungsgemäß. Auch bei den Infrastrukturdienstleistungen & VPP Services konnten die geplanten Erlöse im abgelaufenen Geschäftsjahr realisiert werden. Im Segment Sonstige Leistungen werden alle Sachverhalte abgebildet, die nicht eindeutig einem Produktsegment zugeordnet werden können. Hauptgrund für die Planabweichung ist die erfolgswirksame Auflösung eines periodenfremden Sachverhalts aus einer Beratungsdienstleistung. Unter den aktivierten Eigenleistungen werden die eigenen Softwareentwicklungsleistungen ausgewiesen, die nach HGB in der Bilanz aktiviert und über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Die aktivierten Eigenleistungen belaufen sich zum Ende des Geschäftsjahres auf EUR 4,2 Mio. (Vorjahr EUR 3,6 Mio.). Der Rohertrag I beträgt EUR 96,1 Mio. und hat sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 44,4 Mio. erhöht. Die Rohertragsmarge I liegt mit 8,1 % um 5,4 %-Punkte über dem Vorjahresniveau. Damit hat sich die relative Ertragskraft gegenüber 2022 um 195 % verbessert. Positiv hierbei wirkten die periodenfremden Materialaufwandseffekte in 2023 (Ertrag: EUR 1,5 Mio.; in 2022: Aufwand: EUR 0,5 Mio.). Die Personalaufwendungen sind gegenüber dem Vorjahr um EUR 1,9 Mio. gestiegen. Hauptgründe dafür sind ein genereller Personalaufbau, höhere erfolgsabhängige Vergütungen und Incentives zur Mitarbeiterbindung. Die planmäßigen Abschreibungen haben sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 0,5 Mio. erhöht und spiegeln den weiterhin hohen Ressourceneinsatz in der Softwareentwicklung der letzten Jahre wider. Im Berichtsjahr wurde das neu entwickelte Kundenportal in Betrieb genommen, was sich erstmals abschreibungswirksam auswirkt. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen mit EUR 11,9 Mio. unter dem Vorjahresniveau. Allerdings war im Vorjahr in dieser Position eine Sale-and-lease-back-Transaktion in Höhe von EUR 1,4 Mio. enthalten, so dass bereinigt um diesen Wert das Vorjahresniveau erreicht wurde. Das operative Betriebsergebnis (EBIT) von e2m beträgt im Geschäftsjahr 2023 EUR 72,3 Mio. und bedeutet ein gegenüber dem Vorjahr um etwa EUR 43,3 Mio. besseres Ergebnis. Der Jahresüberschuss beträgt EUR 50,4 Mio. Dieser wurde durch Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von EUR 23,7 Mio. belastet, welche insbesondere ergebnisbedingt um EUR 15,8 Mio. über dem Vorjahresniveau liegen.
2.3.2. Vermögens- und Finanzlage Die Finanz- und Vermögenslage von e2m hat sich im Jahr 2023 gegenüber 2022 durch den Jahresüberschuss von EUR 50,4 Mio. nochmals deutlich verbessert. Die Eigenkapitalquote hat sich gegenüber dem Vorjahresabschluss deutlich erhöht (2022: 10,9 %; 2023: 41,4 %). Sowohl das Umlaufvermögen als auch die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind preisbedingt zum Stichtag - gegenüber dem Vorjahr - gesunken. Im immateriellen Anlagevermögen sind die Investitionen in die Weiterentwicklung des VKW erkennbar.
Das Finanzmanagement des Unternehmens ist darauf ausgerichtet, Verbindlichkeiten stets innerhalb der Zahlungsfristen zu begleichen und Forderungen innerhalb der Zahlungsfristen zu vereinnahmen. Überfällige offene Forderungen sind aufgrund des Geschäftsmodells der e2m insgesamt weiterhin von untergeordneter Bedeutung. Der Gesamtbestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von insgesamt EUR 129,6 Mio.; im Vorjahr EUR 185,8 Mio.) hat sich gegenüber dem Vorjahr insbesondere aufgrund der beschriebenen Preisentwicklung und stichtagsbedingt deutlich reduziert. Dabei kommt der Gesellschaft zugute, dass die mit den Kunden abgeschlossenen Verträge eher kurze Zahlungsziele vorsehen. Korrespondierend zu den gesunkenen Liefer- und Leistungsforderungen haben sich auch die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen insbesondere preisbedingt um EUR 115,2 Mio. auf EUR 68,2 Mio. reduziert. Seitens e2m ist vorgesehen, dass die mit den Betreibern abgeschlossene Verträge in der Regel längere Zahlungsziele beinhalten, so dass eine Vorfinanzierung des Energieeinkaufs durch das Unternehmens nicht erforderlich ist. Demgegenüber erhöhten sich die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von EUR 0,6 Mio. auf EUR 9,5 Mio., wofür insbesondere die noch nicht zahlungswirksam gewordene Ergebnisverwendung des Vorjahres ursächlich gewesen ist. Die Rückstellungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr von EUR 25,8 Mio. auf EUR 13,4 Mio. reduziert. Dies ist auf geringere Kosten für Ausgleichsenergie und Mehrerlöse (auch hier bedingt durch den marktseitigen Preisrückgang) zurückzuführen. Darüber hinaus sind die Steuerrückstellungen aufgrund bereits im Jahr 2023 erfolgter Steuervorauszahlungen um EUR 3,3 Mio. gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Liquiditätslage von e2m zeigt sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr solide. Zum 31.12.2023 beträgt der Bestand an verfügbaren Mitteln EUR 1,4 Mio. (im Vorjahr EUR 9,9 Mio.). Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die im Cash-Pool gebundenen Mittel unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen werden und zum Bilanzstichtag EUR 82,1 Mio. (Vorjahr EUR 60,7 Mio.) betragen. Der Free Cashflow beläuft sich zum 31.12.2023 auf EUR 13,4 Mio.
Für Zahlungsgarantien an die Erzeuger bestehen mit Garantiegebern ausreichende Aval-Linien. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage kann insgesamt als gut bewertet werden. 3. Prognosebericht Die Ergebnisse der letzten beiden Jahre, die von den Unsicherheiten des Energiemarktes geprägt waren, werden sich im Jahr 2024 nicht fortschreiben lassen. Dennoch wird im Rahmen der aktuellen Unternehmensplanung eine Erweiterung des eigenen Kunden- und Anlagenportfolios im Bereich der Direktvermarktung angestrebt. Weiterhin steht die Optimierung der steuerbaren Anlagen im Fokus, wovon sowohl die Kunden als auch die e2m profitieren. Insgesamt ist mit einem leichten Anstieg der direktvermarkteten Strommenge zu rechnen. Die Gesellschaft erwartet für das kommende Geschäftsjahr einen deutlich geringeren Gesamtrohertrag I als im Geschäftsjahr 2023. Im Segment Flexibilitätsvermarktung erwartet die e2m einen leichten Anstieg der vermarkteten Regelenergiemengen innerhalb der einzelnen produktspezifischen Anlagenpools. Aufgrund der geringeren Volatilität an den Energiemärkten werden die Margenerwartungen im Vergleich zum Jahr 2023 leicht rückläufig eingeschätzt, der Rohertrag I wird dennoch leicht über dem Vorjahresniveau erwartet. Mit der Vermarktung von Offshore-Windparks, der Optimierung von Batterien sowie Projekten im Rahmen von Innovationsausschreibungen plant das Unternehmen neue Produktangebote in diesem Segment. Diese drei neuen Technologien haben 2023 den Pilotstatus verlassen und werden ab 2024 verstärkt in die Vermarktung gehen. Hier sieht das Unternehmen in den kommenden Jahren erhebliche Ertragspotenziale. Die Veränderungen im Stromerzeugungsmix und der zunehmende Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland bieten nach Einschätzung der Gesellschaft weiterhin sehr gute Ertragschancen. Diese Ansicht wird durch den stetig steigenden Anteil erneuerbarer Energien an der deutschen Stromerzeugung untermauert. Auch im Jahr 2024 wird der deutsche Markt für e2m der maßgebliche Wirtschaftsraum bleiben und eine hohe Bedeutung haben. Skalierbarkeit und Kosteneffizienz werden weiterhin einen wesentlichen Einfluss auf die erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens haben, da sich e2m in überwiegend Commodity-ähnlichen Geschäften bewegt, bei denen Aktionskosten und -geschwindigkeit eine große Rolle spielen. 4. Chancen- und Risikobericht Unternehmerisches Handeln ist neben Chancen immer auch mit Risiken verbunden. Chancen und Risiken ergeben sich dabei aus unterschiedlichen Perspektiven: aus den gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen, aus den durch das operative Geschäft begründeten Preisen und Mengen sowie aus der finanzwirtschaftlichen Perspektive. 4.1. Risikobericht Das Geschäftsmodell der e2m ist in hohem Maße von der Verfügbarkeit, Stabilität und Sicherheit der technischen Assets (u. a. Systeme, Hardware, Software) sowie der nicht-technischen Assets (u. a. Wissen, Kompetenzen, Zertifizierungen etc.) abhängig. Die kontinuierliche Bewertung der Risiken, die auf diese Assets einwirken, bildet die Grundlage des Risikobewertungsansatzes. Die nachfolgend aufgeführten Risikogruppen stellen die maßgeblichen Unternehmensrisiken der Gesellschaft dar bzw. erläutern diese näher. Darüber hinaus werden die wesentlichen Maßnahmen zum Umgang mit diesen Risiken dargestellt. Die Reihenfolge (4.1.1 bis 4.1.7) stellt dabei keine Gewichtung dar. Die Bewertung der einzelnen Risiken (A-, B- und C-Risiken) erfolgt in der Risikoübersicht der Gesellschaft. 4.1.1. Risiken bezüglich Angriffe auf die IT-Systemlandschaft Die e2m begegnet diesen Risiken durch geeignete Sicherungsmaßnahmen der IT-Systemlandschaft. Diese entsprechen sowohl den Anforderungen an die Informationssicherheit nach ISO 27001 als auch den weitergehenden Kriterien des BSI-Branchenstandards B3S und den Infrastrukturvorgaben der deutschen Übertragungsnetzbetreiber. Zu diesen Maßnahmen gehört auch die kontinuierliche Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die erfolgreiche Umsetzung dieser Maßnahmen wird regelmäßig durch Audits des TÜV Rheinland und des BSI überprüft und bestätigt. Dabei passt sich das Unternehmen kontinuierlich an die sich verändernde Bedrohungslage an und investiert fortlaufend in die eigene IT-Systemlandschaft. 4.1.2. Risiken aus regulatorischen Rahmenbedingungen Geschäftsrisiken der e2m können sich im Bereich der Direktvermarktung in Deutschland unverändert aus den sich teilweise schnell ändernden energiepolitischen bzw. gesetzlichen Rahmenbedingungen ergeben, die im Jahr 2023 vor allem eine Herausforderung für die Bereitstellung von Ressourcen zur Umsetzung der geänderten Anforderungen darstellten. Herausforderungen im engeren Sinne ergeben sich aus der beschleunigten Anpassung des regulatorischen Rahmens im Zuge der Transformation des Energiesystems und der Anpassung der Prozesse zur elektronischen Marktkommunikation vor dem Hintergrund des Rollouts intelligenter Messsysteme. Weitere Risiken bestehen in den hohen Anforderungen (Sicherheits- und Arbeitsstandards) an Direktvermarkter bzw. Flexibilitätsvermarkter in der Größenordnung der e2m. Die Gesellschaft begegnet diesen Risiken durch strukturelle und organisatorische Maßnahmen, wie z. B. die auch im Jahr 2023 fortgesetzten umfangreichen Modernisierungsarbeiten an der Hardware- und Netzwerkinfrastruktur sowie durch Maßnahmen im Bereich des aktiven Lieferantenmanagements und der engen Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen, wie z. B. dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Darüber hinaus hat das vergangene Jahr 2023 vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts und der Energiekrise gezeigt, dass kurzfristige regulatorische Änderungen im Vermarktungsregime von EEG-Anlagen teilweise signifikante Auswirkungen haben können. Solchen regulatorischen Eingriffen kann die e2m vor allem durch eine entsprechende Diversifizierung des eigenen Markt- und Leistungsspektrums begegnen. 4.1.3. Finanzierungsrisiken Die erfolgreiche Umsetzung der Unternehmensplanung der e2m hängt von einer ausreichenden finanziellen Absicherung der Gesellschaft ab. Dies betrifft in erster Linie das Eigenkapital der Gesellschaft. Der Cashflow ist aufgrund des Geschäftsmodells in Deutschland mit zum Teil deutlich vor dem jeweiligen Auszahlungszeitpunkt liegenden Zahlungseingängen ("Cash-Speicher") weniger betroffen. Beide Kennzahlen (Eigenkapital und Cashflow) werden im Unternehmen im Rahmen des Planungs- und Reportingprozesses kontinuierlich analysiert, bewertet und mit Handlungserfordernissen versehen. Im Geschäftsjahr 2023 führte das positive Jahresergebnis zu einer Eigenkapitalposition der Gesellschaft von EUR 67,1 Mio. Zur Optimierung der Unternehmensfinanzierung wurde e2m im Jahr 2022 in den Cash Pool der EDF-Gruppe integriert. Auch im Jahr 2023 profitierte die Gesellschaft von der positiven Zinsentwicklung im Euroraum. Kurzfristige Liquiditätslücken wurden durch kurzfristige variable Darlehen innerhalb der EDF-Gruppe überbrückt. Die Finanzierungsrisiken im bestehenden operativen Geschäftsmodell der Energievermarktung sind vor dem Hintergrund der Bonität der EDF-Gruppe auf einem konstant guten Niveau geblieben. Im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit werden bei e2m Terminkontrakte für die physische Lieferung von elektrischer Energie (Strom) gehandelt. Zur Absicherung von Marktpreisrisiken werden fristenkongruente Gegengeschäfte (back-to-back) abgeschlossen. Im Rahmen der Kooperation mit EDF wird ein Großteil der Strommengen über EDF-Trading vermarktet. Dadurch spart e2m nicht unerhebliche Börsengebühren und profitiert weiterhin von der Einbindung in den EDF-Konzern. 4.1.4. Risiken aus Marktentwicklungen Direktvermarktung Im Bereich der steuerbaren Direktvermarktung begegnet das Unternehmen den Preis- und Mengenrisiken durch ein aktives Portfoliomanagement an 365 Tagen im Jahr. Damit verbunden ist z. B. eine wöchentliche, standortbezogene Performancebewertung aller Kunden und eine daraus resultierende aktive Kundenkommunikation z. B. über das Servicecenter oder das 24/7 Control Center. Ziel der Kundenkommunikation ist es, den Prognosefehler des Kunden zu reduzieren, um die offene Position zu schließen. Darüber hinaus wird das Gesamtportfolio laufend prognostiziert und überwacht. Offene Positionen werden so erkannt und auf Portfolioebene geschlossen, um insbesondere das Ausgleichsenergierisiko zu minimieren. Regelenergie Regelenergie unterliegt erheblichen Preisschwankungen, die durch Angebotsschwankungen bestimmt werden. Das Angebot an Regelenergie wird zunehmend durch die Einspeisung erneuerbarer Energien beeinflusst. Der fortschreitende Ausbau der erneuerbaren Energien verdrängt konventionelle Anbieter aus dem Strommarkt, was sich auch auf die Anbieter von Regelenergie auswirkt. Derzeit ist der Markt für Primärregelleistung (PRL) durch Batteriespeicher gesättigt, die den Bedarf vollständig decken können. Dies führt zu sinkenden Preisen und damit zu einem wachsenden Interesse an Vermarktungsalternativen, z. B. am Intraday-Markt. Terminmarkt Die Risikostrategie der e2m für ihre Handelsaktivitäten schließt Preisrisiken aus Terminmarktgeschäften grundsätzlich aus. Das aktuelle Preisniveau lässt keine Handelsaktivitäten für die Kunden zu. Risiken im Terminhandelsgeschäft bestehen vor allem in der Zahlungsunfähigkeit von Handelspartnern. Die Risikoeinschätzung spiegelt sich als Sicherheit in den einzelnen Geschäften wider. 4.1.5. Risiken im Zusammenhang mit der Strategieumsetzung Die Erschließung neuer Geschäftsfelder und Märkte, insbesondere im Hinblick auf die Vermarktung neuer und innovativer Technologien, wie z. B. die Regelenergievermarktung von Offshore-Wind und Batterien, birgt das Risiko, dass die geplanten Erträge möglicherweise nicht wie geplant und zeitlich verzögert realisiert werden. Die Gesellschaft ist sich dieser Risiken, insbesondere im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der Fähigkeiten des eigenen VKW, bewusst. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wird in regelmäßigen Zyklen ein Review durchgeführt und bei Abweichungen werden gezielte Gegenmaßnahmen eingeleitet. 4.1.6. Risiken bezüglich der Portfoliobewirtschaftung Im Bereich der Vermarktung von Strom aus regelbaren Anlagen, wie bei der Direktvermarktung von Biomasseanlagen, können insbesondere Ausgleichsenergierisiken durch unzureichende Fahrplantreue bzw. fehlende oder falsche Kundenprognosen entstehen. Im Bereich der Regelenergievermarktung drohen Pönalen aufgrund mangelnder Anlagenverfügbarkeit und nicht erfüllter Abrufe. Darüber hinaus können nicht verfügbare Flexibilitäten zur Abmeldung von bezuschlagten Regelenergiemengen führen, was wiederum automatisierte Sanktionen seitens der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) nach sich zieht. Eine Nichtverfügbarkeit kann großflächig durch Redispatch-Maßnahmen erfolgen. Hierbei werden z. B. Erzeugungsanlagen auf Verteilernetzbetreiberebene abgeregelt. Eine Redispatch-Maßnahme ist durch e2m nicht vermeidbar und führt zwangsläufig zu veränderten Fahrplänen und damit zu veränderten Flexibilitäten. Dies verändert die verfügbare Flexibilität und kann im Falle einer Regelenergievermarktung zu einer Minderleistung führen, die wiederum automatisch zu Sanktionen seitens der ÜNB führt. Diesen Risiken begegnet die e2m mit einer kontinuierlichen Pool- und Anlagenüberwachung und einer aktiven Kommunikationspolitik mit den einzelnen Anlagenbetreibern über das Servicecenter und das eigene 24/7 Control Center. 4.1.7. Risiken bezüglich Personalausfall E2m begegnet dem Risiko eines krankheitsbedingten Ausfalls weiter Teile der Belegschaft mit einem umfassenden Maßnahmenkatalog zur Bewältigung von Epidemie- oder Katastrophensituationen. Dieser Katalog wurde insbesondere unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus der Coronapandemie entwickelt. Die individuellen Schutz- und Hygienemaßnahmen für die Belegschaft wurden verbessert und richten sich nun nach den Empfehlungen zu Hygienestandards des Robert Koch Instituts. Darüber hinaus sind die Kontakte zu regionalen Gesundheitsämtern, Kommunen und anderen offiziellen Stellen bekannt, um bei Bedarf schnell angemessene Maßnahmen ergreifen zu können. Im vergangenen Jahr wurden auch signifikante Fortschritte bei der Besetzung offener Stellen erzielt, um an kritischen Positionen personelle Redundanzen zu schaffen. Zusätzlich haben Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung dazu beigetragen, die Stabilität und Kontinuität in den Teams zu sichern. Die zunehmende Automatisierung kritischer Geschäftsprozesse trägt ebenfalls dazu bei, das Risiko zu verringern. 4.2. Chancenbericht 4.2.1. Chancen aus regulatorischen Rahmenbedingungen Die Chancen im deutschen Marktprämienmodell in der Direktvermarktung sind für kosteneffizient aufgestellte Unternehmen weiterhin gut. Weitere Chancen sieht e2m im Bereich der aktiven Bewirtschaftung von flexiblen Erzeugungs- und/oder Verbrauchsanlagen durch virtuelle Kraftwerksstrukturen. Darüber hinaus sieht e2m zusätzliches Wachstumspotenzial in den Segmenten Vermarktung von Post-EEG-Anlagen, Hybridkraftwerken, Wind-Offshore und im weiterhin politisch getriebenen Markt für Batteriespeicher. Klare Chancen ergeben sich für e2m aus den deutlich gestiegenen Anforderungen an die Betreiber großer virtueller Kraftwerke, die für Anbieter teilweise sehr hohe Markteintrittsbarrieren (Investitionen, Realisierungszeiträume, Know-how) bedeuten. Hier sieht sich e2m im direkten Wettbewerbsumfeld aussichtsreich und mit einem erkennbaren Vorsprung positioniert. Die Ausschöpfung dieses Potenzials ist für e2m mit Zukunftsinvestitionen und damit einer entsprechenden Kapitalausstattung verbunden. 4.2.2. Chancen aus Marktentwicklungen Die zunehmende Dezentralisierung und die immer kürzer werdenden Reaktionszeiten auf der Handels- bzw. Handlungsseite und damit die Nachfrage nach virtuellen Kraftwerksstrukturen und Infrastrukturdienstleistungen haben in den letzten Jahren erwartungsgemäß zugenommen. Die Aktivitäten und die Nachfrage nach Lösungen zur Integration von Sub-Pools in Form von Smart Micro Grids, Smart Prosumers (Erzeuger und Verbraucher in einer Person) nehmen spürbar zu, woraus sich vielversprechende Chancen für e2m ergeben. Darüber hinaus hat der steigende Anteil erneuerbarer Energien den Bedarf und damit den Wert von Flexibilität erhöht. Dies zeigt sich z. B. in den Regelenergiepreisen und den Spotmarkt-Spreads zwischen Peak- und Base-Stunden sowie in der Preisvolatilität am Intraday-Markt. Durch die von e2m angebotene Optimierung über alle Flexibilitätsoptionen wird insbesondere für flexible Anlagen ein attraktives Produkt angeboten. 4.3. Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg und die Folgen Während des Berichtszeitraums hat sich die Situation aufgrund der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie signifikant verbessert. Die etablierte Option, von zu Hause aus mobil zu arbeiten, die sich über die letzten Jahre erstreckt hat, wurde von der Gesellschaft genutzt, um ihren Mitarbeitern weiterhin diese Flexibilität zu bieten. Dadurch hat sich die Gesellschaft erfolgreich an den veränderten Arbeitsmarkt angepasst, was sich sowohl in einer geringeren Fluktuation als auch in der Anwerbung neuer Mitarbeiter widerspiegelt. Der Überfall der Russischen Föderation auf die Ukraine am 24. Februar 2022 hat sich nachhaltig auf den Energiemarkt bzw. die daran beteiligten Akteure ausgewirkt, jedoch haben sich für das Geschäftsmodell der e2m keine nachteiligen Entwicklungen ergeben. Jenseits der Unternehmensgrenzen sind die Auswirkungen der fossilen Energiekrise auch im Jahr 2023 noch deutlich spürbar. Die Wirtschaft befindet sich in einer Phase der Stagnation, die auf mehrere Faktoren der fossilen Energiekrise von 2022 zurückzuführen ist. Erstens leidet die Industrie in Deutschland weiterhin unter den hohen Energiepreisen und der schwachen Weltkonjunktur. Zweitens wirken sich die angehobenen Leitzinsen zur Bekämpfung der durch fossile Energieträger verursachten Inflation weiterhin dämpfend auf private Investitionen und somit auf die Binnennachfrage aus. 10 Die lang- und mittelfristigen Prognosen des deutschen Produktionspotenzials deuten auf die ernsthafte Gefahr hin, dass dauerhafte und strukturelle wirtschaftliche Schäden durch die doppelte Krise (Coronavirus-Pandemie und russischer Krieg/fossile Energiekrise) entstehen könnten. 11 Im Jahr 2022 wurde die Energiewende noch als eine zentrale Maßnahme zur Bewältigung der Bedrohung der Energiesicherheit und der Preisanstiege angesehen, die durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine ausgelöst wurden. Drei Viertel der deutschen Bevölkerung betrachteten einen beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien als das effektivste Gegenmittel gegen die Krise und unterstützten die Energiewende. Jedoch hinterließ die Diskussion über konkrete klimapolitische Maßnahmen gerade im Jahr 2023 Spuren in der Zustimmung der Bevölkerung. 12 Es wird klar, dass Klimaschutz nach wie vor von großer Bedeutung ist, jedoch keine automatische Selbstverständlichkeit darstellt. Um die Besorgnis über den Klimawandel in konkrete politische Unterstützung und Zustimmung zu Klimaschutzmaßnahmen umzuwandeln, muss die Politik als gerecht, tragfähig und effektiv wahrgenommen werden. 13
10 Vgl. Agora Energiewende "Die Energiewende in
Deutschland: Stand der Dinge 2023", Seite 18.
11 Vgl. Agora Energiewende "Die Energiewende in
Deutschland: Stand der Dinge 2023", Seite 21.
12 Vgl. Agora Energiewende "Die Energiewende in
Deutschland: Stand der Dinge 2023", Seite 95.
13 Vgl. Agora Energiewende "Die Energiewende in
Deutschland: Stand der Dinge 2023", Seite 91 bis 92.
4.4. Gesamtaussage Im Jahr 2023 erlebte e2m ähnlich wie im Vorjahr eines der herausforderndsten, aber insgesamt erfolgreichsten Jahre in der Unternehmensgeschichte. Die Auswirkungen des Ukraine-Konflikts prägten weiterhin das Energiemarktumfeld und stellten eine bedeutende Herausforderung dar. Trotz dieser erhöhten Marktrisiken erwies sich das Geschäftsmodell von e2m als äußerst robust. Das Unternehmen konnte nicht nur erfolgreich mit den veränderten Rahmenbedingungen umgehen, sondern auch die sich daraus ergebenden Chancen für sich und seine Kunden nutzen. Das Betriebsergebnis von e2m konnte gegenüber der Planung und dem Vorjahr weiter verbessert werden. Im zweiten Jahr der fossilen Energiekrise gelang es dem Unternehmen, alle relevanten Geschäftsprozesse erfolgreich zu bewältigen. Zudem konnte es positiv auf die Marktentwicklungen reagieren und seine Kernkompetenzen als führender Aggregator unter Beweis stellen.
Leipzig, 28. März 2024 Félix Reynaud Raphaël Hirtz Datum der Feststellung des Jahresabschlusses 2023 und Datum des Gewinnverwendungsbeschluss des Jahres 2023:
Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023
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