Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 232626
Vorher
NUMI GmbH
Eingetragen
16.8.2021
Branche
Entwicklung und Programmierung von AnwendungssoftwareEntwicklung und Programmierung von ComputerspielenErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Gegenstand
Die Entwicklung von Software.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Malte Huffmann
seit 16.8.2021
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Identifizierte Personen (21)

Ungelöste Beteiligungen (14)

Gesellschafter
Beta

29 Gesellschafter

GmbH-Struktur

5 von 29 angezeigt

Name
Ort
Betrag
Anteil
Malte Huffmann GmbH
Germany
11.992 €
25.70%
Povel Ventures GmbH
Germany
11.992 €
25.70%
Valar Fund VIII LP
United States
11.177 €
23.96%
FinTech Collective Fund III LP
United States
6.132 €
13.14%
Cherry Ventures Fund III GmbH & Co. KG
Germany
3.655 €
7.83%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Mondu GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

der Mondu GmbH

I. Grundlagen des Unternehmens

Die Mondu GmbH (im Folgenden "Mondu" oder "Gesellschaft" genannt) wurde am 9. August 2021 in Berlin als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) gegründet und ist unter HRB 232626 B eingetragen.

Die Gesellschaft ist als Holdinggesellschaft im Wesentlichen für die Steuerung der Mondu Unternehmensgruppe verantwortlich und erbringt im Rahmen von Intercompany-Vereinbarungen IT- und Servicedienstleistungen an die Tochtergesellschaften.

Mondu Unternehmensgruppe begann seine Tätigkeit mit einer auf Factoring basierenden Buy Now Pay Later ("BNPL")-Lösung, die es Business-to-Business ("B2B")-Händlern ermöglicht, ihren Käufern flexible Zahlungsbedingungen anzubieten, und ist eines der am schnellsten wachsenden Startups 1 , das innovative Softwarelösungen entwickelt, die auf die Optimierung von B2B-Zahlungsprozessen in verschiedenen Branchen zugeschnitten sind und die Effizienz und das Finanzmanagement der Unternehmen verbessern.

Käufer und Händler können Mondu als Zahlungsmethode für den Kaufpreis über eine Benutzeroberfläche auswählen, die in den Online-Shop des Händlers oder Marktplatzes eingebettet ist, und über die von Mondu technisch bereitgestellte Plattform.

Für die Inanspruchnahme der Factoring- sowie weiterer Dienstleistungen berechnet Mondu den Händlern einen Abschlag (MDR - Merchant Discount Rate) und Käufern, die eine Zahlungsoption mit einer Zahlungsfrist von mehr als 30 Tagen wählen, eine Servicegebühr (BSF - Buyer Service Fee).

Mondu bietet eine umfassende Auswahl von B2B-Zahlungslösungen, die das Einkaufserlebnis für Geschäftskunden sowohl online als auch offline verbessern. Das Produktangebot umfasst :

Online-Zahlungen: Ermöglichung beliebter B2B-Zahlungsmethoden in Webshops:

Zahlungsbedingungen: Käufern werden flexible Zahlungsbedingungen von bis zu 90 Tagen geboten, während Händler Vorauszahlungen von Mondu erhalten.

Ratenzahlungen: Käufer können ihre Zahlungen in monatlichen Raten über einen Zeitraum von bis zu 12 Monaten aufteilen, während Händler und Verkäufer sofortige Zahlungen von Mondu erhalten.

Digitales Handelskonto: Ermöglicht Händlern und Marktplätzen, Käufern ein Handelskonto anzubieten, mit dem mehrere Käufe innerhalb eines voreingestellten Zeitraums in einer Abrechnung zusammengefasst werden können.

Multichannel-Zahlungen: Nahtlose Einkaufserlebnisse über alle Vertriebskanäle hinweg.

Multichannel-Verkauf: Ausdehnung flexibler Zahlungsbedingungen auf Offline-Verkäufe ohne technische Integration mithilfe der MonduSell-Webanwendung und der mobilen App.

Eingebettete Zahlungen: Integration von Lösungen für Zahlungsaufschub direkt auf Plattformen von Händlern und Marktplätzen:

Factoring von Rechnungen: Sofortiger Zahlungseingang für den Händler zum Zeitpunkt der Rechnungserstellung, wenn der Händler Mondu als Zahlungsoption auswählt.

Um die Kundenbedürfnisse in den verschiedenen Ländern so gut wie möglich zu befriedigen, hat Mondu die folgenden Tochtergesellschaften gegründet:

Mondu Financial Services B.V., gegründet im Jahr 2022, mit Sitz in den Niederlanden, bietet B2B Zahlungslösungen für niederländische Händler an;

Mondu UK Ltd. wurde im Jahr 2023 gegründet, hat seinen Sitz im Vereinigten Königreich und bietet den britischen Händlern B2B Zahlungslösungen an;

Mondu France SAS, gegründet im Jahr 2023, mit Sitz in Frankreich und der Absicht, französischen Händlern die Dienstleistung von Mondu anzubieten. Die Anteile an der Gesellschaft werden durch die Financial Services B.V., Niederlande, gehalten;

Mondu Capital S.à r.l., gegründet 2022, mit Sitz in Luxemburg, die als Verbriefungsgesellschaft für angekaufte Forderungen fungiert.

In Deutschland werden die Dienstleistungen von Mondu entweder als regulierte Zahlungs- oder Finanzdienstleistungen eingestuft. Um den deutschen Vorschriften zu entsprechen, arbeitet Mondu mit der in Frankfurt ansässigen Raisin Bank zusammen, einer Fronting- und Service-Bank mit einer Vollbanklizenz.

II. Wirtschaftsbericht

a. Makroökonomische und sektorspezifische Rahmenbedingungen

Die Wirtschaft der Europäischen Union (nachstehend "EU" genannt) hatte ein schwieriges Jahr mit hoher Inflation zu bewältigen, konnte aber eine Rezession im Jahr 2023 knapp vermeiden.

Die EU-Wirtschaft wuchs im Jahr 2023 um schwache 0,7 % 2 und damit immer noch stärker als prognostiziert.

Ein großes Problem war die Inflation, die im Jahr 2023 im Durchschnitt bei 3,4 % 3 lag.

Außerdem sorgte die gesamtwirtschaftliche Entwicklung für einen Anstieg der Zinsen, was am Anstieg des 3-Monats-Euribor von 2,162% 4 am Ende des Jahres 2022 auf 3,905% 5 am Ende des Jahres 2023 veranschaulicht werden kann.

Das makroökonomische Umfeld hat das Wachstum verschiedener Unternehmen in allen vertikalen Branchen gedämpft. Außerdem bedeutet der Anstieg der Zinssätze, dass der Zugang zu Kapital für kleine und mittlere Unternehmen in Europa noch teurer geworden ist. Infolgedessen wenden sich immer mehr Unternehmen an B2B-BNPL-Plattformen, um Betriebskapital unter anderem für die Finanzierung von Lagerbeständen zu erhalten 6 .

Mondu hat seine Marktpräsenz im Jahr 2023 erfolgreich ausgeweitet, indem es zusätzlich zum bestehenden deutschen Markt in den niederländischen und britischen Markt eingetreten ist. Das Unternehmen hat strategische Partnerschaften und innovative Produktangebote genutzt, um seinen Wettbewerbsvorteil im Bereich der B2B-Zahlungslösungen zu festigen.

Die Tabelle 1 zeigt das Umsatzvolumen von B2B-Websites in Deutschland und den Niederlanden im Jahr 2023, den ersten Märkten, in denen Mondu aktiv war, sowie in der Europäischen Union, die Mondu in den nächsten Jahren vollständig bedienen will.

Tabelle 1: Umsatz mit B2B-Websites in Deutschland, den Niederlanden und der Europäischen Union (2023)

in B EUR 7 DE NL EU
B2B Offline-Volumen 3.250 623 ~20.800
Verkauf von B2B-Websites 280 60 ~1.300
Verbreitungsgrad der BNPL 8 ~[2-3%] ~[3.5-4.5%] ~[2-3%]

Das B2B-Offline-Volumen in der EU beläuft sich auf ca. 20.800 Mrd. €, davon 3.250 Mrd. € in Deutschland (15,6 % des gesamten EU-Volumens) und 623 Mrd. € in den Niederlanden (3,0 % des gesamten EU-Volumens).

Der Umsatz mit B2B-Websites beträgt in der EU ca. 1.300 Mrd. EUR, davon 280 Mrd. EUR in Deutschland (21,5 % des gesamten EU-Volumens) und 60 Mrd. EUR in den Niederlanden (4,6 % des gesamten EU-Volumens).

Der Verbreitungsgrad von BNPL ist mit 2-3% recht niedrig, was bedeutet, dass sich große Wachstumschancen in diesen Ländern und in der EU eröffnen.

b. Geschäftsentwicklung und Ergebnisse der Geschäftstätigkeit

Mit dem Ziel, das Marktpotenzial auszuschöpfen, hat Mondu seine Geschäftstätigkeit im Jahr 2023 durch den Anschluss von nunmehr 122 angeschlossenen Händlern im Jahr 2023 (2022: 25 angeschlossene Händler) erheblich ausgeweitet. Dieses Wachstum ging für Mondu mit 49.422 neuen Käufern einher.

Der Anstieg der bearbeiteten Aufträge verdeutlicht auch das schnelle Wachstum des Unternehmens - Mondu bearbeitete 130.711 Aufträge im Jahr 2023, gegenüber 14.260 im Jahr 2022.

Die Vertriebskanäle des Unternehmens wurden durch Direktverkauf und strategische Partnerschaften diversifiziert.

Die Umsatzerlöse des Unternehmens stiegen erheblich von 383,9 T€ im Jahr 2022 auf 1.046,6 T€ im Jahr 2023, was auf ein größeres Volumen an konzerninternen Dienstleistungen zurückzuführen ist, die das Unternehmen für seine Tochtergesellschaften erbringt. Zu den konzerninternen Dienstleistungen gehören Produktentwicklung, Recht, Finanzen und IT-Support.

Durch die kurzfristige Anlage freier Mittel konnten 582,9 T€ an Zinserträgen erzielt werden (gegenüber 9,8 T€ im Jahr 2022). Die Einlage erfolgte im Dezember 2022 und wurde im Laufe des Jahres 2023 teilweise entnommen.

Hauptfaktoren für die Zinserträge waren die Höhe der Einlagen und die Laufzeit sowie der Anstieg der Zinssätze von 1,67 % im Dezember 2022 auf 3,47 % im Dezember 2023.

Die Aufwendungen des Unternehmens bestehen hauptsächlich aus Personalkosten in Höhe von 11,8 Mio. € (2022: 8,8 Mio. €). Der Anstieg ist auf die Erhöhung der Anzahl der Mitarbeiter zurückzuführen, die für das strategische Wachstum des Unternehmens benötigt werden.

Das Unternehmen beschäftigt sich aktiv mit Forschung und Entwicklung (FuE). Das größte FuE-Projekt war die Entwicklung einer Cloud-Infrastruktur für die tagesaktuelle Kreditrisikobewertung in BNPL-Prozessen von E-Commerce-Unternehmen unter Verwendung von Modellen des maschinellen Lernens, die im Jahr 2022 begann und bis 2023 fortgesetzt wurde. Die Kosten für dieses Projekt beliefen sich im Jahr 2023 auf 1,3 Mio. EUR (2022: 1 Mio. EUR) und betrafen hauptsächlich die Gehaltsabrechnung der beteiligten Mitarbeiter (2023: 13 VZÄ, 2022: 10 VZÄ).

Die Zahlungen für professionelle Dienstleistungen Dritter sanken von 1.320 T€ im Jahr 2022 auf 855 T€ im Jahr 2023, nachdem die rechtlichen und regulatorischen Strukturen des Unternehmens fertiggestellt, die Abläufe rationalisiert und die internen Teams aktiver genutzt wurden.

Die Abschreibungen stiegen von 169 T€ im Jahr 2022 auf 552 T€ im Jahr 2023, was hauptsächlich auf die Abschreibung der intern entwickelten Software zurückzuführen ist.

Die Stabilität der Ausgaben in Verbindung mit der Expansion des Unternehmens veranschaulicht den nachhaltigen Ansatz bei der Kostenplanung.

Das Jahr schloss mit einem Verlust von 13,3 Mio. € (2022: 12,2 Mio. €), der auf erhebliche Investitionen in die Technologieentwicklung und Marktexpansionsstrategien zurückzuführen ist, die auf langfristigen Nutzen ausgerichtet sind.

Zusätzlich zu den regulären Jahresabschlüssen verwendet Mondu bestimmte Key Performance Indicators (KPIs), um die Leistung des Unternehmens zu messen, Trends zu erkennen und strategische Entscheidungen zu treffen. Die wichtigsten finanziellen KPIs sind:

der Bruttowarenvolumen (GMV) 9 ,

der Umsatz und

der Deckungsbeitrag (CM) 10 .

Im Jahr 2023 erreichte der GMV 45,6 Mio. € (2022: 8 Mio. €) und der Deckungsbeitrag belief sich auf 429.7 T€ (2022: -61.6 T€).

Mondu verwendet auch eine breite Palette von operativen KPIs, um die Leistung zu überwachen, wie z.B. die Anzahl der Händler (97 wurden im Jahr 2023 aufgenommen), die Anzahl der Käufer (49.422 wurden im Jahr 2023 bedient) und die Anzahl der Transaktionen (71.098 wurden im Jahr 2023 verarbeitet).

c. Vermögens- und Finanzlage

Mondu wies zum 31. Dezember 2023 eine Bilanzsumme von 39,2 Mio. € aus (im Vergleich zu 53,4 Mio. € zum 31. Dezember 2022).

Die Struktur des Umlaufvermögens ist hauptsächlich durch Bankguthaben (25,1 Mio. € gegenüber 46,1 Mio. € im Jahr 2022) und konzerninterne Forderungen (4,6 Mio. € gegenüber 729,8 T€ im Jahr 2022) gekennzeichnet.

Ein weiterer wichtiger Teil der Vermögenswerte des Unternehmens sind selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte, die im Laufe des Jahres von 1,2 Mio. € auf 2,3 Mio. € gestiegen sind. Diese Vermögenswerte stellen die Investitionen des Unternehmens in die Entwicklung neuer Technologien dar, die weiteres Wachstum gewährleisten werden.

Die Verbindlichkeiten des Unternehmens bestehen hauptsächlich aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Lieferanten von Waren und Dienstleistungen (282,3 T€ gegenüber 509,8 T€ im Jahr 2022), sowie sonstige Verbindlichkeiten (insgesamt 343,6 T€ gegenüber 569,5 T€ im Jahr 2022).

Das gezeichnete Kapital beträgt im Berichtsjahr unverändert 46,7 T€ und die Kapitalrücklage 64,5 Mio. € . Die Eigenkapitalquote belief sich im Berichtsjahr auf 95 % (2022: 96 %).

d. Gesamtaussage

Die Geschäftsführung ist mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr zufrieden, da das Transaktionsvolumen deutlich ausgebaut werden konnte. Aufgrund des vorhandenen Eigenkapitals wird die Vermögens- und Finanzlage als ausreichend angesehen. Das Unternehmen verfügte stets über ausreichend Liquidität, um alle Verpflichtungen zu erfüllen.

Die Ertragslage ist aufgrund des allgemeinen Wachstums im B2B-Onlinehandel sowie der zunehmenden Beliebtheit von Factoring insgesamt solide.

III. Prognose-, Chancen und Risikobericht

Die Geschäftstätigkeit von Mondu ist mit zahlreichen Risiken und Chancen verbunden.

Die Begriffe "Risiko" und "Chance" umfassen potenzielle Ereignisse und Entwicklungen, die, wenn sie eintreten, erhebliche negative ("Risiko") oder positive ("Chance") finanzielle und nicht-finanzielle Auswirkungen auf die Erreichung der strategischen und operativen Ziele des Unternehmens haben könnten.

Mondu pflegt und fördert eine risikobewusste Unternehmenskultur in allen Entscheidungsprozessen. Die potenziellen Risiken und Chancen aller Entscheidungen und Aktivitäten des Unternehmens werden hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit des Ereignisses sowie der damit verbundenen Auswirkungen analysiert und abgewogen. Alle kalkulierbaren Risiken, die im Rahmen der definierten Risikobereitschaft von Mondu liegen, werden bewusst eingegangen, alle anderen Risiken werden durch geeignete Maßnahmen begrenzt.

a. Risikobericht

Auf der Grundlage regelmäßiger Risikoanalysen können interne und externe Risiken frühzeitig erkannt, bewertet und gesteuert werden. Das Risikomanagementsystem von Mondu wird kontinuierlich weiterentwickelt. Dennoch kann auch ein sorgfältig konzipiertes und gut funktionierendes System nicht mit absoluter Sicherheit garantieren, dass jedes Risiko erkannt und erfolgreich bewältigt wird.

In diesem Bericht werden die wichtigsten Risikokategorien vorgestellt, die von der Unternehmensleitung im Berichtsjahr ermittelt und gesteuert wurden.

Jede Kategorie wird in Abhängigkeit von der Schwere des potenziellen Mittelabflusses und der Eintrittswahrscheinlichkeit als niedrig, mittel oder hoch eingestuft:

Die folgenden Hauptrisiken wurden ermittelt:

Rechtliche und regulatorische Risiken

IT-Risiken

Mitarbeiterbezogene Risiken

Finanzielle Risiken

Rechtliche und regulatorische Risiken

Da Mondu die persönlichen und personenbezogenen Daten seiner (hauptsächlich in Europa ansässigen) Kunden (Händler und Marktplätze) und deren Kunden (Käufer) sammelt und verfolgt, unterliegen die Geschäftsaktivitäten des Unternehmens der Allgemeinen Datenschutzverordnung (GDPR).

Mondu's GDPR-Compliance wird aufgrund der Komplexität der Verordnung und des damit verbundenen Risikos von Bußgeldern bei Verstößen als mittleres Risiko für 2023 bewertet. Verstöße gegen die GDPR können zu Geldbußen in Höhe von 20.000 EUR oder 4 % des Jahresumsatzes führen und zu einem erheblichen Imageschaden für das Unternehmen führen.

Mondu investiert kontinuierlich in Technologie, Kontrollmechanismen und Prozesse, um die Einhaltung aller Datenschutzbestimmungen zu gewährleisten. Das Unternehmen arbeitet mit externen Beratern und Anwälten zusammen, um über alle Vorschriften auf dem Laufenden zu bleiben und deren Einhaltung zu gewährleisten. Mondu führt auch regelmäßige Mitarbeiterschulungen durch, um das Personal für die Anforderungen der GDPR zu sensibilisieren, und pflegt generell eine starke Compliance-Kultur in Bezug auf rechtliche und regulatorische Anforderungen.

IT-Risiken

In den letzten Geschäftsjahren hat Mondu erheblich in die Entwicklung, Implementierung und kontinuierliche Verbesserung seines Cyber Security Management Systems investiert.

Das Ziel des Unternehmens ist es, Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit als Kernprinzipien seiner Dienstleistungen zu verankern.

Um unterbrechungsfreie Geschäftsprozesse zu gewährleisten, sind in der Infrastruktur des Unternehmens verschiedene IT-Lösungen und Schnittstellen integriert. Folglich birgt der hohe Grad an Netzwerkkonnektivität potenzielle Risiken, wie z. B. Datenverlust während der Übertragung und unbefugter Zugriff durch interne oder externe Parteien, die kritische Kundenprogramme oder -anwendungen gefährden.

Trotz dieser Risiken wird das IT-Risiko aufgrund der sorgfältigen Konzeption und Vernetzung der Systeme durch hochqualifiziertes IT- und Entwickler Personal als moderat eingestuft.

Zu den potenziellen IT-Risiken gehören Betriebsunterbrechungen, Rufschädigung und Geldstrafen. Mondu's IT-Team besteht aus internen Experten, überwacht, entwickelt und verbessert kontinuierlich die interne IT-Infrastruktur und unterstützt die Systeme externer Anbieter.

Mondu ist ISO 27001-zertifiziert, was die Einhaltung internationaler Standards für bewährte IT-Sicherheitspraktiken und Datenschutz bestätigt.

Mitarbeiterbezogene Risiken

Der Unternehmenserfolg von Mondu hängt weitgehend vom Wissen, der Erfahrung und der Motivation seiner Mitarbeiter ab, um die Unternehmensvision zu verwirklichen und die Unternehmensziele zu erreichen.

Die Mitarbeiterrisiken von Mondu für das Jahr 2023 werden als mittel eingestuft. Der größte Risikofaktor ist eine hohe Mitarbeiterfluktuation, da dies die Entwicklung und Optimierung der Produkte und Geschäftsaktivitäten insgesamt beeinträchtigen würde. Unzureichende persönliche Entwicklungsmöglichkeiten und Karriereperspektiven oder ein unattraktives Gehaltsniveau könnten Mitarbeiter aus dem Unternehmen vertreiben und damit die Rekrutierungs- und Ausbildungskosten für neue Mitarbeiter erhöhen.

Um Mondu als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren und diese Risiken zu begrenzen, wurden Strukturen geschaffen, in denen alle Mitarbeiter die Möglichkeit haben, ihre Karriereziele zu erreichen. Zu diesem Zweck werden Entwicklungsprogramme für Führungskräfte sowie interne und externe Schulungen angeboten.

Alle Mitarbeiter werden zweimal im Jahr einer Mitarbeiterbeurteilung unterzogen, in der auch persönliche Entwicklungsziele festgelegt und die Gehälter überprüft werden, damit sie mit den neuesten Daten der jeweiligen Gehaltsgruppe für Position und Funktion übereinstimmen.

Außerdem werden einmal pro Quartal Feedback- und allgemeine Mitarbeiterbefragungen durchgeführt, um die Arbeitsbedingungen im Unternehmen zu bewerten und zu verbessern und die Attraktivität von Mondu als Arbeitgeber weiter zu steigern.

Finanzielle Risiken

Die finanziellen Risiken von Mondu umfassen die Dimensionen:

Währungsrisiko,

Zinsänderungsrisiko,

Kreditrisiko und

Liquiditätsrisiko.

Obwohl diese Risikokategorie mehrere Dimensionen umfasst, stuft Mondu sie als gering ein. Aufgrund der gesunden Finanzlage des Unternehmens ist es unwahrscheinlich, dass die Geschäftsaktivitäten durch finanzielle Risiken gefährdet werden.

Mondu ist den Währungsrisiken nur begrenzt ausgesetzt, da es nur wenige Lieferanten und eine Tochtergesellschaft außerhalb der Eurozone gibt. Aufgrund des geringen Umfangs der Fremdwährungstransaktionen ist das Währungsrisiko gering.

Mondu nimmt keine verzinslichen Bankdarlehen in Anspruch, weshalb sich Änderungen der Zinssätze nur auf die Zinserträge aus Einlagen auswirken können.

Mondu ist bei Transaktionen mit Käufern einem Kreditrisiko ausgesetzt, das aus Zahlungsausfällen oder sinkender Kreditwürdigkeit der Gegenparteien besteht. Dies könnte zu einer geringeren Einbringlichkeit von Forderungen und einem Anstieg der erwarteten und tatsächlichen Kreditverluste führen. Dieses Kreditrisiko wird jedoch aufgrund der breiten Streuung über eine große Anzahl von Vertragspartnern als gering eingestuft.

Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass das Unternehmen nicht in der Lage ist, seine finanziellen Verbindlichkeiten, wie vertraglich vereinbart, durch Lieferung von Bargeld oder anderen finanziellen Vermögenswerten zu erfüllen. Dies könnte zu einer Unterbrechung des Tagesgeschäfts des Unternehmens, zu Vertragsstrafen von Lieferanten für überfällige Zahlungen sowie zu verpassten Chancen führen. Mondu überwacht und steuert seine Liquidität im Rahmen der monatlichen Berichte an das Management. Dadurch können Abweichungen frühzeitig erkannt werden, so dass geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen werden können.

Die finanziellen Risiken werden von der Geschäftsleitung laufend sorgfältig überwacht, da sie von grundlegender Bedeutung für die Geschäftstätigkeit von Mondu sind .

Nach den Ergebnissen der vorstehenden Risikobewertung ist Mondu keinen akuten Risiken ausgesetzt, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden oder die Liquidität und unternehmerische Handlungsfähigkeit beeinträchtigen könnten. Das Unternehmen geht davon aus, das derzeitige Risikoniveau beibehalten zu können, zumal es seine Corporate Governance und Risk Governance ständig verbessert.

b. Chancenbericht

Die oben beschriebenen Risiken können sich im Falle einer positiven Entwicklung in Chancen verwandeln, und andererseits werden bestimmte Risiken bewusst eingegangen, um potenzielle Chancen zu nutzen.

Die wichtigsten langfristigen Wachstumschancen für Mondu sind die Einführung neuer Produkte und die Expansion in Wachstumsregionen.

Im Gegensatz zu den Bewertungen im Risikobericht werden die Chancen nach den Auswirkungen des potenziellen Nutzens für das Unternehmen und der Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet.

Die folgenden Mondu's Möglichkeiten wurden identifiziert:

EU-Markt

Makroökonomie

Finanzielle Möglichkeiten

EU-Markt

Mondu ist in einem wachsenden, noch wenig durchdrungenen Markt tätig, der durch das Wachstum des B2B-E-Commerce und den anhaltenden Bedarf an innovativen Zahlungslösungen (wie BNPL) unterstützt wird.

Es gibt noch keinen europäischen Marktführer bei der Bereitstellung flexibler Online-Zahlungslösungen für B2B; die meisten bestehenden Anbieter sind auf einen einzigen Markt beschränkt und/oder können aufgrund fehlender finanzieller Mittel, technischer Möglichkeiten oder regulatorischer Hürden nicht international expandieren.

Diese Chance wird als hoch eingestuft, da sie erhebliche Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung von Mondus hat, wenn es Mondu gelingt, seine Marktposition zu halten oder auszubauen.

Makroökonomie

Eine robuste Weltwirtschaft, die durch steigende Zinssätze gekennzeichnet ist, könnte einen Anstieg der B2B-E-Commerce-Aktivitäten auslösen. Erhöhte Unternehmensinvestitionen und Verbraucherausgaben würden sich direkt in einen größeren Pool potenzieller Kunden für die innovativen B2B-E-Commerce-Zahlungslösungen von Mondu umsetzen. Die Chance wird als hoch eingestuft, da sie einen klaren Weg für hohes Wachstum für Mondu darstellt.

Umgekehrt könnte ein wirtschaftlicher Abschwung auch die Stärken von Mondu ausspielen. Unternehmen, die versuchen, den Gürtel enger zu schnallen und ihren Cashflow sorgfältiger zu verwalten, könnten für flexible Zahlungslösungen wie BNPL empfänglicher werden. Dies könnte die Akzeptanz von Mondu als kosteneffiziente Option für B2B-Transaktionen fördern und den Marktanteil des Unternehmens in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld steigern. Diese Chance wird als mittel eingestuft, da ein schwerwiegender wirtschaftlicher Abschwung wahrscheinlich die Gesamtausgaben im B2B-Bereich dämpfen würde, was einen Teil der Gewinne aus der verstärkten Einführung von BNPL zunichte machen könnte.

Im Wesentlichen ist Mondu strategisch positioniert, um in der sich entwickelnden B2B-E-Commerce-Landschaft zu gedeihen, unabhängig von den vorherrschenden makroökonomischen Bedingungen.

Finanzielle Möglichkeiten

Die finanziellen Möglichkeiten von Mondu können genutzt werden, um verschiedene Wachstumsmöglichkeiten zu schaffen und die Position des Unternehmens auf dem Markt zu festigen.

Mondu kann in Forschung und Entwicklung investieren, um innovative neue Zahlungslösungen zu entwickeln, die den sich entwickelnden B2B-E-Commerce-Bedürfnissen gerecht werden sowie in die Verbesserung bestehender Produkte und die Steigerung des Kundenerlebnisses. Darüber hinaus kann Mondu mit einem klaren Verständnis der Zielmärkte strategisch in den Aufbau einer lokalen Präsenz, den Aufbau eines Markenbewusstseins und die Anpassung seines Angebots an die regionalen Bedürfnisse in verschiedenen Märkten investieren. Investitionen in Spitzentechnologien wie künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen werden für Mondu positive Veränderungen mit sich bringen und dabei helfen, einen erheblichen Wettbewerbsvorteil zu erzielen.

Die beschriebenen Möglichkeiten stellen eine vielversprechende Situation für Mondu dar. Durch die Kombination mit einer gut definierten Wachstumsstrategie kann Mondu ein europäischer Marktführer für B2B-E-Commerce-Zahlungslösungen werden.

c. Prognosebericht

Ausgehend von den jüngsten Wirtschaftsberichten wird für die nächsten Jahre eine positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Europa erwartet, wobei sich das Wachstum im Jahr 2024 beschleunigen und weiter ansteigen soll.

Zahlungslösungen sind in den letzten Jahren in Europa immer beliebter geworden, und es wird erwartet, dass dieser Markt aus den folgenden Gründen weiter wachsen wird:

die zunehmende Beliebtheit des Online-Shoppings;

den laufenden digitalen Wandel in allen Branchen;

die steigenden Lebenshaltungskosten;

die zunehmende Akzeptanz von Zahlungslösungen bei den Händlern.

Im kommenden Jahr plant Mondu die Einführung neuer Produkte und die Expansion in zusätzliche Märkte, was die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt verbessern und das GMV auf ca. 400 Mio. € steigern soll. Es wird erwartet, dass Umsatz und Deckungsbeitrag ca. 2 Mio. € bzw. 600 T€ erreichen werden.

Es handelt sich um eine Prognose, die aufgrund unvorhersehbarer Auswirkungen künftiger Ereignisse mit Unsicherheiten behaftet ist.

Mondu ist strategisch für nachhaltiges Wachstum positioniert. Es wird erwartet, dass die Investitionen des Unternehmens in Technologie und globale Marktexpansion, unterstützt durch ein robustes Partnerschaftsprogramm, den langfristigen Erfolg vorantreiben werden.

 

Berlin, 25.06.2024

Mondu GmbH

Malte Huffmann, Geschäftsführer

Philip Povel, Geschäftsführer

1 https://www.eu-startups.com/2023/05/10-fast-growing-german-startups-to-watch-in-2023-and-beyond/
2 https://www.statista.com/statistics/686147/gdp-growth-europe/
3 https://ec.europa.eu/eurostat/documents/2995521/18343103/2-17012024-AP-EN.pdf
4 https://www.euribor-rates.eu/de/aktuelle-euribor-werte/2/euribor-zinssatz-3-monate/
5 https://www.euribor-rates.eu/de/aktuelle-euribor-werte/2/euribor-zinssatz-3-monate/
6 https://www.globenewswire.com/en/news-release/2023/09/26/2749226/28124/en/Europe-Buy-Now-Pay-Later-Business-Report-2023-A-326-Billion-market-by-2028-Startups-are-Raising-Funding-Rounds-to-Further-Expand-and-Accelerate-their-Growth.html
7 https://ec.europa.eu/eurostat/en/
8 CB Insights "Disrupting The $8T Payment Card Business: Der Ausblick auf 'Jetzt kaufen, später bezahlen'" (2021)
9 Der Bruttowarenvolumen (GMV) - Nominalwert der angekauften Forderungen
10 Der Deckungsbeitrag (CM) - Umsatz abzüglich variabler Kosten

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

31.12.2023
EUR
31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 2.243.828,59 1.168.961,52
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 59.644,85 77.997,00
2.303.473,44 1.246.958,52
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 90.541,08 83.255,00
2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 22.500,00
90.541,08 105.755,00
III. Finanzanlagen
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.785.108,08 0,00
2. Beteiligungen 4.707.088,06 4.650.250,50
6.492.196,14 4.650.250,50
Summe Anlagevermögen 8.886.210,66 6.002.964,02
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 14.066,65 0,00
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4.608.067,84 729.810,81
3. Forderungen gegen Gesellschafter 8.895,25 8.895,25
4. sonstige Vermögensgegenstände 321.622,81 300.797,77
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 124.733,92 (EUR 124.733,92)
4.952.652,55 1.039.503,83
II. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 25.099.174,08 46.078.802,00
Summe Umlaufvermögen 30.051.826,63 47.118.305,83
C. Rechnungsabgrenzungsposten 240.642,50 241.854,30
39.178.679,79 53.363.124,15

PASSIVA

31.12.2023
EUR
31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 46.656,00 46.656,00
II. Kapitalrücklage 64.507.033,10 64.507.033,10
III. Verlustvortrag 13.317.772,24 1.166.054,24
IV. Jahresfehlbetrag 13.288.035,29 12.151.718,50
Summe Eigenkapital 37.947.881,07 51.235.916,36
B. Rückstellungen
sonstige Rückstellungen 581.280,05 695.186,49
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 223,93 0,00
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 223,93 (EUR 0,00)
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 282.145,78 509.824,86
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 282.145,78 (EUR 509.824,86)
3. sonstige Verbindlichkeiten 343.553,38 569.462,30
- davon aus Steuern EUR 174.521,21 (EUR 221.946,96)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 31.362,34 (EUR 211.445,22)
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 343.553,38 (EUR 569.462,30)
625.923,09 1.079.287,16
D. Rechnungsabgrenzungsposten 23.595,58 0,00
E. Passive latente Steuern 0,00 352.734,14
39.178.679,79 53.363.124,15

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01. bis 31.12.2023

31.12.2023
EUR
31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
1. Umsatzerlöse 1.046.584,90 383.907,94
2. andere aktivierte Eigenleistungen 1.553.363,52 1.276.237,44
3. sonstige betriebliche Erträge 43.128,43 11.112,69
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 0,00 16,81
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -616.870,52 -445.510,54
-616.870,52 -445.493,73
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -10.079.859,06 -7.573.574,62
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -1.677.146,92 -1.249.056,43
-11.757.005,98 -8.822.631,05
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -551.868,20 -168.889,14
7. sonstige betriebliche Aufwendungen -3.941.037,43 -4.043.021,55
8. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 582.935,85 9.805,59
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0,00 -12,55
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 352.734,14 -352.734,14
11. Ergebnis nach Steuern - 13.288.035,29 -12.151.718,50
12. Jahresfehlbetrag - 13.288.035,29 -12.151.718,50

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

I. Allgemeine Angaben zum Unternehmen

Die Mondu GmbH hat ihren Sitz in Berlin. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Berlin (Charlottenburg) unter HRB 232626 eingetragen.

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

II. Allgemeine Angaben zu Inhalt und Gliederung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften der §§ 242 ff. HGB unter Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) sowie des GmbHG aufgestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

III. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der vorliegende Jahresabschluss ist unter Beibehaltung der für den Vorjahresabschluss angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze aufgestellt.

Die immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und das Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, lineare Abschreibungen pro rata temporis, bewertet. Als Nutzungsdauer wurden für die immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens fünf Jahre und für das Sachanlagevermögen ein bis dreizehn Jahre zugrunde gelegt. Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens bis zu einem Wert von € 800,00 wurden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben (analoge Anwendung der steuerlichen Vorschriften). Außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Entfallen die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung in Folgejahren, ergibt sich eine Zuschreibungspflicht in Höhe der eingetretenen Wertaufholung, höchstens bis zu dem Wert, der sich ohne Vornahme der außerplanmäßigen Abschreibung ergeben hätte.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Wertberichtigungen waren nicht erforderlich.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die sonstigen Vermögensgegenstände und die liquiden Mittel werden mit dem Nennbetrag bewertet.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, sofern sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem darstellen.

Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt und berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten.

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag passiviert.

Für die Ermittlung latenter Steuern, aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge, werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet. Von dem Wahlrecht zur Aktivierung aktiver latenter Steuern wird Gebrauch gemacht.

Die Gesellschaft verfügt über einen Employee Equity Incentive Plan (der "Plan"). Den berechtigten Mitarbeitern werden Optionen entweder direkt oder als "Value Grant" gewährt. Im letzteren Fall wird den Mitarbeitern ein bestimmter Euro-Betrag gewährt, der in vier jährlichen Raten ausgegeben wird, und die Anzahl der Optionen wird bei der Ausgabe jeder Rate festgelegt, wobei der Betrag der Rate durch den Wert der Option auf der Grundlage der letzten Eigenkapitalfinanzierungsrunde geteilt wird. Die Optionen räumen den Begünstigten den Anspruch ein, im Falle einer Unternehmensveräußerung oder eines Börsengangs Bruchteile von 1/1000 von stimmrechtslosen Stammaktien der Mondu GmbH zum Ausübungspreis von 0,001 € zu erwerben.

Die Geschäftsführung hat sich unter Bezugnahme auf das BFH-Urteil vom 15. März 2017 entschlossen, die mit den einzelnen Mitarbeitern vereinbarten Vergütungen nicht in den Rückstellungen zu berücksichtigen. Eine Inanspruchnahme ist derzeit nicht absehbar.

Die Anzahl der noch ausstehenden Optionen aus diesem Programm beträgt zum 31. Dezember 2023 1.965.431 (2022: 1.774.956).

Darüber hinaus haben zwei leitende Angestellte Optionen zu ihrem beizulegenden Zeitwert erworben, ansonsten zu ähnlichen Bedingungen wie im Rahmen des oben beschriebenen Plans. Der gezahlte Kaufpreis in Höhe von 135.977,93 € (2022: 135.977,93 €) wird in den Sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen, da eine Gewährung der Optionen und eine Vereinnahmung im Eigenkapital bisher nicht erfolgt ist. Die Anzahl der noch ausstehenden Optionen aus diesem Programm beträgt zum 31. Dezember 2023 2.057.466 (2022: 2.057.466).

IV. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Für die Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens im Jahre 2023 verweisen auf den Anlagenspiegel als Anlage zu diesem Anhang.

Angaben zu Forschungs- und Entwicklungskosten und deren Aktivierung

Die Forschungs- und Entwicklungskosten belaufen sich auf insgesamt T€ 1.553. Davon entfällt ein Betrag von T€ 1.553 auf die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens.

Angabe zu Beteiligungen

Die Gesellschaft ist zum Bilanzstichtag an folgenden Unternehmen zu mehr als 20% beteiligt:

Eigenkapital und Ergebnis des letzten Geschäftsjahres, für das ein Jahresabschluss vorliegt
Name und Sitz des Unternehmens Anteil am Kapital
%
Eigenkapital
T€
Jahresergebnis
T€
Geschäftsjahr
Mondu Capital S.à.r.l., Luxemburg 100 3.044 -1.441 2023
Mondu Financial Services B.V., NL 100 -3.741 -3.027 2023
Mondu UK Ltd., UK 100 -570 -626 2023

Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr betragen € 124.733,92 (Vorjahr € 124.733,92).

Die Forderungen gegen Gesellschafter betreffen wie im Vorjahr sonstige Forderungen.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Urlaub und sonstige Personalkosten (T€ 311), Abschluss- und Prüfungskosten (T€ 143) sowie ausstehende Rechnungen (T€ 127).

Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Latente Steuern

Der Bestand der passiven latenten Steuer hat sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:

01.01.
Zugang
Verbrauch
Auflösung
31.12.
352.734,14 0,00 0,00 -352.734,14 0,00

Die passiven latenten Steuern wurden im Vorjahr fehlerhaft ausgewiesen und im Jahr 2023 aufgrund der Verrechnung mit aktiven latenten Steuern in laufender Rechnung korrigiert. Der Ertrag aus der Auflösung wird in den Steuern vom Einkommen und Ertrag ausgewiesen.

V. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Erträge aus Währungsumrechnung betragen € 838,99. Die Aufwendungen aus Währungsumrechnung betragen € 5.324,36.

Der Posten Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge enthält Zinsen von verbundenen Unternehmen in Höhe von € 151.983,58 (Vorjahr:€ -,--).

Die Erträge aus Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von € 352.734,14 resultieren aus der Auflösung von passiven von latenten Steuern.

VI. Sonstige Pflichtangaben

Konzernabschluss

Die Gesellschaft ist als Mutterunternehmen gemäß § 290 HGB nicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet, da am Abschlussstichtag die in § 293 Abs. 1 HGB genannten Grenzen nicht überschritten werden. Dennoch wird freiwillig ein Konzernabschluss aufgestellt.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige Finanzielle Verpflichtungen, die Bedeutung für die Beurteilung der Finanzlage der Gesellschaft haben, resultieren aus Miet- und Leasingverträgen mit Belastungen bis zum Vertragsende in Höhe von 471.813,42 € (Vorjahr 1.067.778,26 €).

Arbeitnehmer

Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2023 durchschnittlich 118 Arbeitnehmer beschäftigt, davon 9 leitende Angestellte.

Geschäftsführer

 

Malte Huffmann, Co-CEO, Berlin

 

Philipp Povel, Co-CEO, Berlin

Bzgl. der Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführer wird die Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch genommen.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Stichtag

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind, haben sich nicht ereignet.

VII. Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresfehlbetrag von € -13.288.035,29 auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Berlin, 24.06.2024

gez. Malte Huffmann, Geschäftsführer

gez. Philipp Povel, Geschäftsführer

Anlagenspiegel zum 31. Dezember 2023

Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Anschaffungs-, Herstellungskosten 31.12.2023
EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.276.237,44 1.512.130,76 0,00 2.788.368,20
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 91.761,40 0,00 0,00 91.761,40
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 1.367.998,84 1.512.130,76 0,00 2.880.129,60
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 131.767,62 39.805,68 22.500,00 194.073,30
2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 22.500,00 0,00 -22.500,00 0,00
Summe Sachanlagen 154.267,62 39.805,68 0,00 194.073,30
III. Finanzanlagen
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 1.785.108,08 0,00 1.785.108,08
2. Beteiligungen 4.650.250,50 56.837,56 0,00 4.707.088,06
Summe Finanzanlagen 4.650.250,50 1.841.945,64 0,00 6.492.196,14
Summe Anlagevermögen 6.172.516,96 3.393.882,08 0,00 9.566.399,04
kumulierte Abschreibung 01.01.2023
EUR
Abschreibung Geschäftsjahr
EUR
kumulierte Abschreibung 31.12.2023
EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 107.275,92 437.263,69 544.539,61
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 13.764,40 18.352,15 32.116,55
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 121.040,32 455.615,84 576.656,16
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 48.512,62 55.019,60 103.532,22
2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 48.512,62 55.019,60 103.532,22
III. Finanzanlagen
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00
2. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00
Summe Anlagevermögen 169.552,94 510.635,44 680.188,38
Buchwert Geschäftsjahr 31.12.2023
EUR
Buchwert Vorjahr 31.12.2022
EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 2.243.828,59 1.168.961,52
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 59.644,85 77.997,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 2.303.473,44 1.246.958,52
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 90.541,08 83.255,00
2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 22.500,00
Summe Sachanlagen 90.541,08 105.755,00
III. Finanzanlagen
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.785.108,08 0,00
2. Beteiligungen 4.707.088,06 4.650.250,50
Summe Finanzanlagen 6.492.196,14 4.650.250,50
Summe Anlagevermögen 8.886.210,66 6.002.964,02

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Mondu GmbH, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Mondu GmbH, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Mondu GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, den 25. Juni 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Katharina Woythe, Wirtschaftsprüferin

ppa. Sascha Wustrow, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde am 30.07.2024 festgestellt.

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