Stammdaten

Register
Amtsgericht Lemgo HRB 7920
Eingetragen
3.7.2012
Branche
Herstellung von elektrischem InstallationsmaterialHerstellung elektrischer und elektronischer Ausrüstungsgegenstände für KraftwagenHerstellung von Elektrizitätsverteilungs- und -schalteinrichtungen
Gegenstand
Herstellung und Vertrieb von Produkten der elektrischen Verbindungstechnik für die Automobilindustrie

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Frank Stührenberg
seit 24.3.2026
Prokura
Ralf Döhre
seit 22.1.2019
Geschäftsführer
Michael Heinemann
seit 22.1.2019
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
5.000.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

PHOENIX CONTACT E-Mobility GmbH

Schieder-Schwalenberg

Jahresabschluss zum 31.12.2023

Lagebericht zum 31. Dezember 2023

der Phoenix Contact E-Mobility GmbH

1. Grundlagen

a) Geschäftsmodell

Die Phoenix Contact E-Mobility GmbH entwickelt, produziert und vertreibt Produkte für das Laden von elektrischen Fahrzeugen. Zu den Kunden gehören u. a. Hersteller von Ladeinfrastruktur sowie Hersteller von elektrifizierten Fahrzeugen.

Produktbeispiele sind:

- Ladekabel

Das aktuelle Programm umfasst Ladekabel der europäischen, chinesischen und amerikanischen Standards in diversen Ausprägungen. Sowohl AC- als auch CCS-/DC-Ladekabel sind fester Bestandteil des Produktportfolios, welches durch High-Power-Charging (HPC)-Ladekabel ergänzt wird.

- Fahrzeug-Inlets

Die Phoenix Contact E-Mobility GmbH entwickelt, produziert und vertreibt für alle zuvor genannten Standards und Typen kundenspezifische und universell einsetzbare Fahrzeug-Inlets. Zu den Kunden zählen u. a. namhafte europäische OEM.

- Ladesteuerungen

Ladesteuerungen überwachen und managen den Ablauf des Ladevorganges zwischen Ladesäule und Fahrzeug. Sie werden vorwiegend in Ladesäulen eingesetzt.

Der Vertrieb der Produkte für die Ladeinfrastruktur sowie ausgewählter, universell einsetzbarer Inlets erfolgt im Wesentlichen über die Vertriebsorganisation der Phoenix Contact GmbH & Co KG, während der Vertrieb der kundenspezifischen Fahrzeug-Inlets durch die Phoenix Contact E-Mobility GmbH direkt erfolgt.

Neben einem starken deutschen und europäischen Markt besteht seit Jahren eine hohe Nachfrage in China. Die Phoenix Contact E-Mobility GmbH arbeitet daher eng mit der im Jahr 2015 gegründeten Phoenix Contact (Nanjing) E-Mobility Technology Co. Ltd. zusammen. Somit ist auch eine lokale Versorgung der global agierenden OEM-Kunden gewährleistet.

Der Hauptproduktionsstandort der Phoenix Contact E-Mobility GmbH war im Jahr 2023 weiterhin Schieder-Schwalenberg. Dort werden vor allem Produkte für OEM-Kunden gefertigt. Im Infrastruktur-Bereich wurde hingegen das wesentliche Volumen bei der Tochtergesellschaft Phoenix Contact E-Mobility Sp. z o.o. in Rzeszów produziert.

Neben den eigenen und kundenspezifischen Produktentwicklungen ist die Phoenix Contact E-Mobility GmbH weltweit in Normungsaktivitäten eingebunden.

Die Phoenix Contact E-Mobility GmbH ist im Bereich Schnellladen weiterhin Technologieführer und hat sich auch im Bereich der Ladestecker für die Infrastruktur als Innovations- und Qualitätsführer erfolgreich am Markt etabliert.

b) Ziele und Strategien

Die Phoenix Contact E-Mobility GmbH hat das Ziel, innovative Produkte für den gesamten Ladeprozess batteriebetriebener Fahrzeuge zu liefern und diesen praxisgerecht, ergonomisch und sicher zu gestalten. Damit leistet sie einen Beitrag zum Wandel hin zu einer nachhaltigen und klimafreundlichen Mobilität.

Die Phoenix Contact Gruppe ist der nachhaltigen Entwicklung von Lebens- und Wirtschaftsräumen verpflichtet. Sie ist sich ihrer Rolle in Gesellschaft und Umwelt bewusst. Den Anforderungen der Corporate Social Responsibility (CSR) sowie Corporate Compliance (CC) folgend stellt die Phoenix Contact Gruppe die Einhaltung von Gesetzen, allgemeingültigen Werten und Prinzipien sicher und lebt Integrität und Rechtschaffenheit. Die Unternehmensgruppe fördert gesellschaftliches Engagement.

Die Unternehmensstrategie und die gesellschaftliche Verpflichtung werden in den Corporate Principles aufgegriffen und gelebt.

Mit Leidenschaft für Technologie und Innovation schaffen wir gemeinsam eine nachhaltige Welt.

Mission

Lösungen für Elektrifizierung, Vernetzung und Automatisierung sind unser Beitrag für eine Welt, in der regenerative Energie zum Nutzen aller zur Verfügung steht.

Culture

Unabhängig -

Wir handeln stets so, dass unsere unternehmerischen Entscheidungsfreiräume gesichert bleiben.

Innovativ gestaltend -

Wir verstehen Innovation als wegweisenden Brückenschlag in eine nachhaltige Zukunft; so entwickeln wir vorausschauend das Unternehmen.

Partnerschaftlich vertrauensvoll -

Unser Handeln wird von wechselseitig verpflichtendem Geist, von Freundlichkeit und Aufrichtigkeit getragen. Unsere Beziehungen zu Kunden und Geschäftspartnern sind auf beiderseitig nachhaltigen Nutzen ausgerichtet. Unsere Unternehmenskultur fördert Vertrauen und die Entwicklung der Mitarbeitenden zum Erreichen vereinbarter Ziele.

c) Forschung und Entwicklung

Die Entwicklungen 2023 konzentrierten sich weiterhin auf Ladedosen, Ladekabel und Ladesteuerungen gemäß den länderspezifischen Normen. Innovationsschwerpunkt der Entwicklung sind überdies Produkte für das schnelle DC-Laden von Kraftfahrzeugen. Insbesondere die Felderfahrung sowie die Erfahrung aus Markt- und Feldbeobachtung der bisherigen Ladekabel sind in die Produkte eingeflossen. Im Segment der Fahrzeug-Inlets wurde 2023 die Entwicklung neuer Ladedosen weitergeführt. Auch der Entwicklungsbereich der Ladesteuerungen wurde weiter ausgebaut.

Um den oben genannten Ansprüchen zu genügen und um überzeugende Produkte am Markt anbieten zu können, sind fortlaufend umfangreiche Vorentwicklungen notwendig. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 39,2%.

2. Wirtschaftsbericht

a) Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die wirtschaftliche Entwicklung schwächte sich im Verlauf des Jahres 2023 mit zunehmender Dynamik ab. Unter anderem wirkten das Auslaufen vieler staatlicher Stützungsmaßnahmen, die Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, der Nahost-Konflikt als auch die weltweite Bekämpfung der Inflation durch die Zentralbanken dämpfend auf die Wirtschaft. Die Normalisierung der Lieferketten setzte sich zwar fort, führte aber nicht zu einer Verbesserung der Auftragslage der Unternehmen. Hohe Lohnabschlüsse belasteten die Unternehmensergebnisse. Insgesamt besteht durch die geopolitischen Umstände und ausbleibende klare Reaktionen der Politik eine hohe Investitionszurückhaltung und Verunsicherung.

Die Zentralbanken setzten ihre Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung fort. Während die US-amerikanische Notenbank FED[1] seit Juli 2023 die Zinsen nicht mehr erhöhte, hielt die EZB[2] die Zinsen seit September konstant. Die Inflationszahlen gingen zurück und gleichzeitig verlor die Wirtschaft an Schwung, was sich im stetigen Abbau der Auftragsbestände zeigte.

Die Inflation im Euroraum betrug im Jahresdurchschnitt 5,4% und lag damit wie im Vorjahr deutlich über dem angestrebten Ziel von 2,0%. In den USA fiel die Inflationsrate von 8,0% des Vorjahres auf 4,1% im Jahr 2023. Die kräftigen Erhöhungen der Zentralbankzinsen zeigten somit Wirkung und der Zinserhöhungspfad flachte sich ab. Die FED erhöhte den Leitzins bis zum Jahresende nur noch um einen Prozent-Punkt auf 5,5%, während der Leitzins der Europäischen Zentralbank um insgesamt 2,0%-Punkte auf 4,5% anstieg.

Die wirtschaftliche Entwicklung konnte nicht im gleichen Umfang wie im Vorjahr fortgesetzt werden. Das Wirtschaftswachstum schwächte sich auf globaler Ebene nochmals um -0,3%-Punkte ab und betrug 2,7%. Während das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Schwellenländer um 0,4%-Punkte zulegte, sank das Wachstum in den Industrieländern um -1,0%-Punkt auf 1,6%.

Allgemeine Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts:

2023 2022 Veränderung
Welt 2,7% 3,0% -0,3%-Punkte
Schwellenländer 4,1% 3,7% +0,4%-Punkte
Industrieländer 1,6% 2,6% -1,0%-Punkt

China konnte 2023 das Bruttoinlandsprodukt um 2,2%-Punkte steigern. Allerdings bremste die hohe Verschuldung der lokalen Regierungen, die Immobilienkrise sowie die Auswirkung der Ein-Kind-Politik das Wirtschaftswachstum.

In den USA führten die gestiegenen Hypothekenzinsen zu einem Rückgang beim Wohnungsbau, dennoch konnte vor allem durch verstärkten Privatkonsum ein Wachstum von 2,4% erzielt werden.

Indien konnte aufgrund der geopolitischen Entwicklung und der weiterwachsenden Bevölkerung ein Wachstum von 7% verzeichnen.

2023 2022 Veränderung
Indien 7,0% 6,7% +0,3%-Punkte
China 5,2% 3,0% +2,2%-Punkte
Brasilien 2,9% 3,0% -0,1%-Punkte
USA 2,4% 1,9% +0,5%-Punkte
Japan 1,9% 1,0% +0,9%-Punkte

Das Wirtschaftswachstum im Euroraum betrug im Jahresdurchschnitt 0,5% und war damit um 2,9%-Punkte schwächer als im Vorjahr. In Spanien ging das Wachstum auf 2,3% zurück. Ursächlich hierfür waren Sondereffekte aus dem Tourismus im Vorjahr. Nichtsdestotrotz stellte dieses Wachstum einen Spitzenwert innerhalb Europas dar. Die wirtschaftliche Entwicklung von Polen und Großbritannien war mit Wachstumsraten von 0,3% nahezu unverändert, während Italien und Frankreich mit Wachstumsraten von 0,7% bzw. 0,8% schwach zulegen konnten. Das Schlusslicht in Europa bildete Deutschland, das eine negative Wachstumsrate von -0,2% aufwies.

Im zweiten Halbjahr 2023 rutschte der Euroraum in die Rezession. Ursächlich hierfür war der wirtschaftliche Einbruch des Bausektors und fehlende Auftragseingänge in vielen Wirtschaftsbereichen. Die Industrie war mit gestiegenen Zinsen und einer schwachen globalen Nachfrage konfrontiert.

Entwicklung des BIP in ausgewählten Ländern Europas:

2023 2022 Veränderung
Eurozone 0,5% 3,4% -2,9%-Punkte
Spanien 2,3% 5,8% -3,5%-Punkte
Frankreich 0,8% 2,5% -1,7%-Punkte
Italien 0,7% 3,8% -3,1%-Punkte
Polen 0,3% 4,9% -4,6%-Punkte
Großbritannien 0,3% 4,3% -4,0%-Punkte
Deutschland -0,2% 1,9% -2,1%-Punkte

b) Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Der Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI) meldete für den Zeitraum Januar bis November 2023 einen Zuwachs der preisbereinigten Produktion von 1,4% sowie des Umsatzes von 7,5%. Der Jahresumsatz betrug für den genannten Zeitraum € 219,2 Mrd. Die Inlandsumsätze nahmen um 9,0% zu und erhöhten sich somit stärker als die Auslandsumsätze, die um 6,3% stiegen. In Summe verringerten sich die Auftragseingänge um -1,6%. Während sich die Inlandsorders um 4,5% erhöhten, sanken die Auslandsbestellungen um -6,5%. Die Exporte steigerten sich bis Oktober 2023 um 4,5%. Zunahme der Importe von 4,8% führte nach Jahren der Exportüberschüsse zu einem Importüberhang von fast dreizehn Milliarden Euro. Aufgrund der abnehmenden Auftragseingänge wurden die Produktionspläne nach unten angepasst. Die Zahl der Beschäftigten betrug im Oktober 2023 912.000 und war im Jahresvergleich damit um 2,0% höher als im Vorjahr, allerdings wurden Neueinstellungspläne zurückgestellt.

Der Markt der Elektromobilität (Automobilhersteller und Infrastrukturanbieter) hat sich auch im Jahr 2023 positiv weiterentwickelt, wenn auch weltweit mit unterschiedlichen Dynamiken. So steigerte sich der Verkauf von Elektro- und Hybridfahrzeugen weltweit um 20% gegenüber dem Vorjahr[3]. In China stieg die Zahl der Neuzulassungen von einem bereits sehr hohen Niveau um weitere 18 % auf 9,7 Mio. Fahrzeuge. In Europa stiegen die Neuzulassungen um 9% auf 3,6 Mio. Fahrzeuge und in den USA sogar um 31 % Prozent auf 2,1 Mio. In Summe sind damit weltweit ca. 17 Mio. Fahrzeuge mit Elektro- oder Hybridmotor unterwegs. Während reine Elektroauto-Hersteller wie Tesla oder BYD auch durch Preisreduzierung Marktanteile gewinnen konnten, zeigten Elektroautos von etablierten Automobilherstellern teilweise nicht den erhofften Erfolg.

Auf der Infrastrukturseite entwickelte sich der Markt ebenfalls dynamisch. So existierten Ende 2023 weltweit ca. 15,4 Mio. private und 4,1 Mio. öffentliche Ladestationen [4]. Vor allem die Anzahl neu installierter öffentlicher Ladestationen stieg damit gegenüber dem Vorjahr um fast 50%. 2,8 Mio. dieser Ladestationen wurden in China errichtet, in Europa waren es ca. 0,75 Mio. Stück. Die Anzahl der öffentlichen Ladestationen in den USA ist im Jahr 2023 ebenfalls um 50% auf 245.000 gewachsen.

Durch geänderte Förderprogramme der Bundesregierung wurden zwar zu Jahresbeginn weiterhin Anreize zum Kauf von E-Autos und zum beschleunigten Aufbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur geschaffen, allerdings wurde die Förderprämie für den Kauf von E-Autos erst reduziert und dann kurzfristig gänzlich eingestellt. Dies führte zu einer Verunsicherung des Marktes. Der Fokus der staatlichen Förderung liegt aber weiterhin auf dem Aufbau der öffentlichen Schnelllade-Infrastruktur.

c) Geschäftsverlauf

Die Phoenix Contact E-Mobility GmbH blickt 2023 auf eine unbefriedigende Geschäftsentwicklung zurück. So blieb die Nachfrage in Summe unterhalb der Erwartungen, vor allem aufgrund des eingebrochenen AC-Marktes im Infrastrukturbereich. Hingegen wurden die Nachfrageerwartungen im Automotive-Geschäft in Summe weitestgehend erfüllt. Die ambitionierten Umsatz-Budgeterwartungen konnten damit nicht erreicht werden. Aufgrund der im Vorjahr kritischen Materialversorgung wurden einkaufsseitig, basierend auf den hohen Umsatzerwartungen, langfristige Lieferverträge geschlossen und Materialien im Voraus bestellt. Diese konnten aufgrund der nicht erreichten Umsätze nicht vollständig verbraucht werden. Durch dieses stiegen Bestände und Abwertungen von Komponenten und Fertigwaren deutlich.

Zwar wurden auch im Jahr 2023 durch die Realisierung von Mengeneffekten und kontinuierlichen Verbesserungen an Fertigungs- und Organisationsprozessen weitere Effizienzmaßnahmen umgesetzt, allerdings mussten aufgrund von Unterauslastungen in den Fertigungen und Abwertungen von Beständen signifikante Kostensteigerungen in Kauf genommen werden. Die Kostenentwicklung in den Funktionsbereichen gestaltete sich aufgrund von Einstellungen, externen Kosten und den unterplanmäßigen Umsätzen in Summe überproportional.

Die Einstellung von Personal in den indirekten Bereichen wurde im ersten Halbjahr 2023 erfolgreich forciert, im zweiten Halbjahr 2023 aber aufgrund der kritischen Kosten- und Umsatzsituation gebremst.

Die Kapazitätssituation in der Fertigung wurde durch die flexible Nutzung von Schichten und Investitionen in weitere Maschinen sowie neue Fertigungslinien entschärft. Zudem wurden die Produktions- und Logistikflächen am Standort Schieder erneut erweitert bzw. umorganisiert und externe Logistikflächen genutzt.

Die Liefersituation am Beschaffungsmarkt entspannte sich im Jahr 2023. Mit einem neuen Sales and Operational Prozess soll die Mengenprognose-Qualität gegenüber den Lieferanten deutlich gesteigert werden.

Im Berichtsjahr hat die Phoenix Contact E-Mobility GmbH ein neues ERP-System eingeführt. Dies hat teils zu erheblichen Problemen in der Produktion und Logistik geführt, sodass das Unternehmen kurzfristig flexibel reagieren musste, um eine längerfristige Betriebsunterbrechung zu vermeiden. Mitarbeitende aus dem indirekten Bereich sowie externe Dienstleister wurden zur Unterstützung hinzugezogen, um die Lieferfähigkeit sicherzustellen und die IT-Prozesse zu stabilisieren. Insgesamt führten die Probleme bei der Umstellung des ERP zu erheblichen Mehrkosten und haben die Profitabilität des Unternehmens belastet. Die Systemschwierigkeiten haben auch die Materialwirtschaft tangiert, so dass sich entsprechend höhere Inventurdifferenzen als gewöhnlich zeigten. Die Systemschwierigkeiten sind bis Ende des Jahres 2023 weitestgehend behoben und das neue ERP arbeitet entsprechend der Erwartung zuverlässig.

d) Wirtschaftliche Lage

i. Ertragslage

Der Bruttoumsatz erhöhte sich 2023 insgesamt um 3,6% auf € 236,4 Mio. Im Ausland wurden € 110,3 Mio. erlöst (Änderung zum Vorjahr: -8,8%), im Inland € 126,1 Mio. (Änderung zum Vorjahr: 17,5%). Der Auslandsanteil betrug in 2023 46,7%, der Inlandsanteil 53,3%. Ein Teil der im Inlandsumsatz enthaltenen Produkte wird über die Muttergesellschaft ins Ausland weiterverkauft. Ein Teil des Auslandsumsatzes wurde durch Verkauf von Komponenten an die polnische Tochtergesellschaft erzielt.

Das sonstige betriebliche Ergebnis resultierte im Wesentlichen aus Anlagenverkäufen, Versicherungserstattungen und aus Wechselkurserträgen.

Die Materialeinsatzquote veränderte sich von 86,0% im Vorjahr auf 96,0% in Relation zum Umsatz.

Der Personalaufwand stieg um 20,9% auf € 36,1 Mio. an. Der durchschnittliche Personalbestand erhöhte sich im Berichtsjahr um 76 Personen auf durchschnittlich 432 Personen.

Die Abschreibungen des Berichtsjahres sind von € 4,6 Mio. auf € 5,0 Mio. gestiegen. Der sonstige betriebliche Aufwand erhöhte sich um 75,7% auf € 28,8 Mio.

Das Finanzergebnis hat sich um € 0,2 Mio. auf € 0,1 Mio. verbessert. Nach Steuern ergab sich ein Jahresfehlbetrag in Höhe von € 50,5 Mio., der durch eine Entnahme aus der Kapitalrücklage gedeckt wird.

ii. Vermögens- und Finanzlage

Das Anlagevermögen erhöhte sich insgesamt um € 10,6 Mio. auf € 58,5 Mio. Die Investitionen des Geschäftsjahres betrugen € 16,1 Mio.

Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände beliefen sich auf € 0,7 Mio. In das Sachanlagevermögen wurden € 5,3 Mio. investiert, davon € 2,6 Mio. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau. Investitionsschwerpunkte waren u. a. technische Anlagen und Maschinen (€ 0,6 Mio.), Werkzeuge (€ 0,6 Mio.) und Betriebs- und Geschäftsausstattung (€ 1,4 Mio.). Die Zugänge zum Finanzanlagevermögen betrugen € 10,0 Mio.

Die Vorräte haben sich insgesamt um € 12,2 Mio. auf € 50,7 Mio. erhöht, davon die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen um € 4,8 Mio., die unfertigen Erzeugnisse um € 3,8 Mio., die fertigen Erzeugnisse um € 5,7 Mio., wobei sich die Handelsware um € 1,2 Mio. verringert hat. Die Anzahlungen sind um € 0,9 Mio. gegenüber Vorjahr gesunken.

Der Vorratsbestand wird vor allem durch die teilweise eingebrochene Nachfrage am Markt sowie die langen Lieferzeiten von Rohstoffen beeinflusst und wird mit einem besonderen Programm zur Reduzierung der Bestände begegnet.

Die Forderungen verringerten sich leicht um € 0,3 Mio. auf € 11,7 Mio. Die Forderungen aus Lieferung und Leistungen sind um € 1,7 Mio. gesunken, ebenso reduzierten sich die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen um € 0,2 Mio., während die sonstigen Forderungen um € 1,6 Mio. gestiegen sind.

Das Eigenkapital verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um € 16,0 Mio. auf € 5,0 Mio. Die Eigenkapitalquote liegt bei 4,1%.

Die Rückstellungen liegen mit € 12,9 Mio. um € 8,4 Mio. über dem Vorjahresniveau, im Wesentlichen beeinflusst von Drohverlustrückstellungen aufgrund von Abnahmeverpflichtungen gegenüber Lieferanten.

Die Verbindlichkeiten sind mit € 104,8 Mio. um € 25,9 Mio. höher als im Vorjahr. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen inklusive erhaltener Anzahlungen haben sich dabei um € 5,2 Mio. auf € 6,5 Mio. verringert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erhöhten sich um € 30,8 Mio. auf € 96,9 Mio. und die sonstigen Verbindlichkeiten um € 0,3 Mio. auf € 1,3 Mio.

Der Finanzmittelfonds sank im Berichtsjahr um € 4,1 Mio. auf € 1,7 Mio.

e) Gesamtaussage

Insgesamt wurden die ambitionierten Zielwerte im Jahr 2023 deutlich verfehlt. Das Wachstum mit Fertigartikeln lag nur leicht über dem Vorjahr und in Summe deutlich unter Plan.

Während das Geschäft mit Fahrzeug-Inlets in Summe zufriedenstellend verlief, führte der Einbruch im AC-Markt zu deutlichen Umsatzreduzierungen und Bestandsaufbauten. Diese konnten auch von dem gestiegenen DC-Geschäft nicht vollständig kompensiert werden. Wichtige neue Entwicklungsprojekte wurden dagegen bis zur Serienlieferung umgesetzt. Die bestehende Kundenbasis wurde gestärkt, im AC-Bereich gingen aber auch Kunden aufgrund des schwierigen Marktumfeldes in die Insolvenz. Die Ergebnisziele wurden weit verfehlt.

Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung wichtiger Betriebskennzahlen:

in Mio. € 2023 2022 Differenz
in %
Bilanzsumme 122,7 104,4 17,5%
Eigenkapital 5,0 21,0 -76,1%
Umsatzerlöse 236,4 228,3 3,5%
Earnings Before Interest and Taxes (EBIT) -50,4 -16,2 -211,3%
EBIT-Marge -21,2% -7,1%
Earnings After Taxes (EAT) -50,5 -16,3 -209,5%
Investitionen (ohne Finanzanlagen) 6,1 8,3 -26,5%
Abschreibungen (ohne Finanzanlagen) 5,0 4,6 8,7%

3. Prognosebericht

Für die Weltwirtschaft wird 2024 ein Wachstum von 2,4% prognostiziert. In China wird ein Wachstum von 4,9% erwartet, während dieses in den USA 1,7% beträgt. Für den Euroraum wird mit einem schwachen Wachstum von 0,5% gerechnet. Für Deutschland ist für das Jahr 2024 von einem negativen Wachstum von -0,1% auszugehen.

Wie die Umfragen bezüglich des Geschäftsklimas unter den Mitgliedsunternehmen des ZVEI zu Beginn 2024 zeigen, erwarten lediglich 11% der Unternehmen ein Wachstum ihrer Aktivitäten, 52% gehen vom unveränderten Geschäftsniveau aus und 37% rechnen mit einem Rückgang. Die Volkswirte des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) erwarten für 2024 einen Rückgang der realen Produktion von -4,0%.

Die Nachfrage an Elektrofahrzeugen wird auch im Jahr 2024 weiter ansteigen, wenn auch mit sinkender Dynamik. Damit verbunden ist auch der Bedarf an Produkten für die Ladeinfrastruktur. Allein im öffentlichen Raum wird mit ca. 6,3 Millionen neuen Ladepunkten Ende 2024 gerechnet.

Durch die umfangreichen Vorleistungen in Technologien, Produkte und Produktionskapazitäten konnte die Phoenix Contact E-Mobility GmbH 2023 die Stellung in einem schwierigen Marktumfeld behaupten. Aufgrund der soliden Ausgangslage ist auch im Jahr 2024 von Wachstum auszugehen.

Im Jahr 2023 wurden erneut umfangreiche Vorleistungen in der Produktentwicklung und den erforderlichen Fertigungslinien getätigt, inklusive des Ausbaus von Fertigungslinien. Aufbauend auf dieser Basis ist das Unternehmen gut gerüstet, den weiteren Volumenanstieg 2024 meistern zu können. Kritisch sind allerdings sowohl die Marktsituation im AC-Bereich als auch hohe Komponenten-Bestände, die verbraucht werden müssen.

Damit der Durchbruch für Elektrofahrzeuge gelingt, bedarf es Ladezeiten vergleichbar mit dem konventionellen Tanken. Phoenix Contact E-Mobility GmbH ist im Bereich des DC-Schnellladens aktuell führend, muss diese Position allerdings auch konsequent weiterentwickeln.

Die Planung für 2024 geht von einem Umsatzwachstum von ca. 9,0% aus. Nicht berücksichtigt wurde dabei der Komponentenverkauf an die polnische Tochtergesellschaft. Die für 2024 geplanten Investitionen (ohne Finanzanlagen) erhöhen sich um 12,1% gegenüber dem Vorjahr. Dabei liegt der Schwerpunkt der Investitionen weiterhin in technischen Anlagen, Maschinen und Werkzeugen. Es wird mit einer erheblichen Verbesserung des Ergebnisses gerechnet, jedoch wird weiterhin von einem deutlichen Verlust ausgegangen. Der geplante notwendige Liquiditätsbedarf wird durch eine bereits im Jahr 2023 durchgeführte Kapitalerhöhung der Muttergesellschaft gedeckt.

Im Jahr 2023 wurde mit der Bildung eines Phoenix Contact E-Mobility Teilkonzerns begonnen. Hierzu wurde von der Phoenix Contact GmbH & Co. KG die Phoenix Contact E-Mobility Holding SE erworben. Die Phoenix Contact E-Mobility GmbH wurde zum 31.12.2023 in diese Gesellschaft eingebracht. Es ist geplant, 2024 auch die Phoenix Contact E-Mobility Sp. z o.o. sowie die in den USA gegründete Phoenix Contact E-Mobility Inc. direkt an die Phoenix Contact E-Mobility Holding SE anzugliedern.

Der Trend zu nachhaltigen Mobilitätsformen wird auch weiterhin zu einem Ausbau der Elektromobilität beitragen, auch wenn bedingt durch Rezession sowie die teilweise ausgelaufenen staatlichen Förderungen für die Elektromobilität die Marktdynamik im Jahr 2023 abgenommen hat. Durch die aktuell gegebene Auftragslage ist eine Fortführung der Programme zur Reduzierung von Warenbeständen, Kosten und Investitionen auch 2024 notwendig bzw. noch zu intensivieren. Das Unternehmen ist jedoch zuversichtlich, dass sich einerseits die Auftragslage erholt und andererseits die eingeleiteten Maßnahmen ihre volle Wirksamkeit entfalten.

4. Chancen- und Risikobericht

a) Risikomanagementsystem

Das Risikomanagement hat die Aufgabe, bestehende Risiken frühzeitig zu erfassen, zu analysieren und zu bewerten. Die Risiken, die für die Unternehmensgruppe wesentlich sind, werden im Risikomanagementsystem detailliert beschrieben und bewertet. Ziel ist es, eine interne Transparenz zu schaffen und das Risikobewusstsein zu erhöhen. Im Risikohandbuch der Unternehmensgruppe sind Konzept, Methoden sowie Umsetzung beschrieben. Regelmäßig wird der Geschäftsführung und dem Beirat der Phoenix Contact Gruppe zum Stand der Risiken sowie der eingeleiteten Maßnahmen Bericht erstattet.

Die Phoenix Contact E-Mobility GmbH unterhält ein Qualitätsmanagementsystem gemäß IATF 16949. Darin sind umfangreiche Vorgaben an das Managementsystem und die Risikoabsicherung des Betriebes enthalten. Für die Produktion wird ein Notfallplan vorgehalten.

Die Entscheidungen des Managements beruhen auf dem Konzept eines mehrstufigen Risikomanagements, das frühzeitig Risiken identifiziert. Dieses umfasst betriebswirtschaftliche Werkzeuge zur Entscheidungshilfe sowie ein zeitnahes Berichtswesen. Die Risikoverantwortlichen der Fachbereiche ergreifen geeignete Maßnahmen, um operativ Risiken zu minimieren und die Wahrscheinlichkeit zu mindern, dass sie eintreten. Dadurch wird die Wertschöpfungskette abgesichert. Aktualisierte Prognosen und eine angemessene Planung lassen rechtzeitig kritische Abweichungen erkennen. Ein kontinuierlicher Controlling-Prozess stellt sicher, dass die Risiken überwacht und Maßnahmen eingehalten werden.

b) Chancen

Maßgebliches Ziel der Phoenix Contact Gruppe bleibt ein nachhaltiges und profitables Wachstum, wobei ein ausgewogenes Verhältnis von Risiken und Chancen angestrebt wird. Die Unternehmensgruppe erwartet für die kommenden Jahre eine wachsende Nachfrage nach Produkten und Lösungen der Elektromobilität, Elektromechanik und Elektronik, wenngleich die Nachfrage sich 2023 konjunkturbedingt negativ entwickelt hat. Die Phoenix Contact E-Mobility GmbH rechnet für den Prognosezeitraum mit einer geschäftlichen Erholung insbesondere im Markt für AC-Laden. Der Markt für DC-Laden, der auch 2023 gewachsen ist, wird weiterhin eine dynamische Entwicklung erfahren, da die Technologie für schnelles Laden den Schlüssel zum Durchbruch für die Elektromobilität darstellt. Dies betrifft noch nicht erschlossene Marktpotenziale vorhandener Produktlinien gleichermaßen wie das Geschäft mit kundenindividuellen Lösungen. Das Zukunftsbild der Phoenix Contact Gruppe, die "All Electric Society", bietet dem Unternehmen die Möglichkeit, neue Absatzpotenziale zu erschließen und die klimaneutrale Umgestaltung von Industrie und individueller Mobilität entscheidend mitzugestalten.

Seit einigen Jahren greift die Phoenix Contact Gruppe die digitale Transformation aktiv auf. Mit dem Produkt- und Lösungsportfolio wird die Unternehmensgruppe von der Digitalisierung in der Industrie überdurchschnittlich profitieren. Potenziale aus der Digitalisierung werden gezielt über Projekte erschlossen und im Erfolgsfall in das Produkt- und Leistungsangebot von Phoenix Contact überführt. Bereits erschlossene Wachstumsfelder sind die Sektor-Kopplungen "Gebäude, Netz und Elektromobilität" im Rahmen der intelligenten Vernetzung der Controller in die Ladeinfrastruktur sowie die Erweiterung des Produktportfolios um standardisierte Lade-Inlets für Industrieanwendungen.

Chancen entwickeln sich auch in einer besseren Nutzung interner Potenziale. Dies betrifft die Prozesse in Entwicklung, Produktion, Vermarktung und der Verwaltung. Dort wird eine Steigerung der Effizienz angestrebt, insbesondere durch stetige Verbesserung der eingesetzten Systeme sowie durch Optimierungen in den Prozessabläufen und einer Fokussierung auf die Kundenerwartung. Eine moderate Entwicklung der operativen Kosten bildet vor dem Hintergrund eines volatileren gesamtwirtschaftlichen Umfelds die Grundlage für weiteres, zunehmend profitables Wachstum der Phoenix Contact E-Mobility GmbH.

c) Risiken

Umfeldrisiken

Absatzmarktrisiken

Die Nachfrage in den Ländern, in denen die Phoenix Contact-Gruppe aktiv ist, unterliegt zyklischen Schwankungen. Phasen der Hochkonjunktur (2010, 2017, 2021-2022) wechseln sich ab mit Phasen verhaltenen Wachstums (2012 - 2016) oder Rezessionen (2009, 2020 und 2023). Im Rahmen der jährlichen Unternehmensplanung werden interne und externe Einschätzungen herangezogen, um zu einer möglichst erwartungstreuen Planung zu kommen. Unterjährig erfolgt ein tagesaktuelles Monitoring des Auftragseingangs. Monatliche Reportings, Forecast- und Prognoseprozesse überprüfen laufend, ob das Marktverhalten von der Unternehmenserwartung abweicht. Diese Maßnahmen stellen sicher, dass bei signifikanten Abweichungen von der Planerwartung kostendämpfende oder kapazitätserweiternde Maßnahmen zeitnah umgesetzt werden können.

Marktpreisrisiken

Die Entwicklung der Marktpreise wird durch die interne Organisation analysiert, überwacht und berichtet. Dabei werden nach Geschäftsfeldern, Regionen und Gesellschaften differenzierte Analysen, Maßnahmen und Zielsetzungen definiert und überwacht. Bedingt durch die derzeit hohe Inflation im Beschaffungsumfeld, die 2023 auch auf die Lohnentwicklung durchgeschlagen ist, steht die Überwachung der Herstellkostenentwicklung derzeit im Fokus.

Branchen- und Kundenabhängigkeit

Die Phoenix Contact E-Mobility GmbH realisiert Umsatzerlöse mit verbundenen Unternehmen sowie mit Direktkunden. Das Unternehmen ist mit seinem Produktportfolio in den Branchen Automobilzuliefer- sowie Ladeinfrastrukturindustrie aktiv. Klassische Abhängigkeiten von einzelnen Großkunden oder einzelnen Branchen bestehen nicht in der Weise, dass durch eine solche Abhängigkeit die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens gefährdet werden könnte. Kunden- und Branchenabhängigkeiten werden im Rahmen der Risikomanagementaktivitäten analysiert. Ebenso werden die von den wichtigsten Kunden einer Geschäftseinheit ausgehenden Risiken analysiert und proaktiv über risikominimierende Maßnahmen reduziert. Sollte sich aus bestehenden Verträgen ein Drohverlustpotenzial ergeben, so wird dieses angemessen durch Rückstellungen abgebildet.

Beschaffungsmarktrisiken

Im Rahmen des operativen Geschäfts ist Phoenix Contact den Preisschwankungen auf weltweiten Beschaffungsmärkten ausgesetzt, die nur teilweise in Form von Preiserhöhungen weitergegeben werden können. Dies betrifft im Wesentlichen Rohstoffe und Komponenten. Weiterhin können ungünstige Wechselkursentwicklungen Beschaffungspreise zum Nachteil der Unternehmensgruppe beeinflussen. Den Beschaffungsrisiken wird durch vertragliche Vereinbarungen sowie durch Einzelmaßnahmen begegnet. Überdies werden für definierte Beschaffungsgüter Sicherheitsbestände vorgehalten. Die Vorratsbestände sind 2023 angestiegen, da die Nachfrage entgegen der ursprünglichen Erwartung insbesondere am Markt für AC-Laden stark eingebrochen ist.

Das Unternehmen hat zeitnah ein Programm aufgesetzt, welches den gezielten Abbau der Warenbestände zum Ziel hat. Erste Fortschritte konnten bereits bei der Abschmelzung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erzielt werden, jedoch erfordert ein zügigerer Bestandsabbau eine Wiederbelebung des Marktes, insbesondere im AC-Markt. Stark angestiegen sind 2023 die Kosten für Energie, wobei der Strompreis der Treiber war. Für 2024 wird ein leichter Rückgang bei den Energiepreisen erwartet, der Strom- und Gaspreis entwickelt sich jedoch unterschiedlich. Während der Strompreis stark rückläufig ist, hat sich der Gaspreis 2024 deutlich verteuert, da nach dem Auslaufen von längerfristigen Verträgen nun das gestiegene Marktpreisniveau zum Tragen kommt.

Personalmarktrisiken

An allen Unternehmensstandorten stehen wir in einem starken Wettbewerb um qualifiziertes Personal. Darüber hinaus führt der demografische Wandel, verbunden mit einer niedrigen Fluktuation, absehbar zu einem Anstieg des Durchschnittsalters unserer Belegschaft. Die niedrige Arbeitslosigkeit in Deutschland führt zu einer stetigen Verknappung des Personalangebots. Die Phoenix Contact E-Mobility GmbH begegnet den Risiken u. a. mit einem aktiven Personalmarketing, um die Attraktivität als Top-Arbeitgeber für Fach- und Führungskräfte zu verdeutlichen und den Bekanntheitsgrad des Unternehmens zu steigern. Zur Attraktivität zählen ansprechende Vergütungssysteme, Angebote von Weiterbildung und Gesundheitsförderung sowie Karrieremöglichkeiten innerhalb der Unternehmensgruppe. Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung wurde im Spätsommer die Personalpolitik an die veränderte Marktnachfrage angepasst.

Gesundheitliche Risiken

Phoenix Contact ist als Unternehmensgruppe dem Risiko von plötzlich auftretenden Infektionen ausgesetzt, die sich teils regional begrenzt als Epidemie, teils global als Pandemie verbreiten können. Die Covid Pandemie von 2020 bis 2022 hat gezeigt, dass es dem Unternehmen gelungen ist, sich auf die Situation einzustellen und den Geschäftsbetrieb erfolgreich aufrechtzuerhalten. Nach wie vor führen Covid sowie saisonal bedingte Erkältungserkrankungen zu einem hohen Krankenstand.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Liquiditätsrisiken

Das Corporate Treasury der Unternehmensgruppe überwacht die Liquiditätsausstattung aller Gruppenunternehmen auf Basis von regelmäßigen Planungs- und Controlling-Prozessen sowie tagesaktuellen Bankkontoinformationen. Das übergeordnete Finanzmanagement der Phoenix Contact GmbH & Co. KG gleicht mögliche Liquiditätsengpässe einzelner Gruppenunternehmen über gruppeninterne Darlehen aus.

Gegenwärtig ist die Phoenix Contact E-Mobility GmbH noch nicht fähig, sich aus dem Geschäftsmodell zu finanzieren. Die Phoenix Contact E-Mobility GmbH war im Jahr 2023 und wird auch in 2024 noch von der Finanzierung durch die Phoenix Contact GmbH & Co. KG abhängig sein.

Beteiligungsrisiken

Die Phoenix Contact GmbH & Co. KG überwacht als Mutterunternehmen die Wirtschaftlichkeit aller Unternehmensbeteiligungen im Rahmen der bestehenden Finanz- und Controlling-Prozesse: Planung, Forecast, Reporting und Werthaltigkeitstests. Sofern notwendig, werden auf die Beteiligungen Abschreibungen auf einen niedrigeren beizulegenden Wert entsprechend den handelsrechtlichen Vorschriften vorgenommen. Das Beteiligungsportfolio ist vor dem Hintergrund der Umsetzung der Unternehmensstrategie einer stetigen Fortentwicklung unterworfen, was sich in Akquisitionen, Desinvestitionen, Einbringungen oder Änderungen in der Beteiligungshöhe äußern kann.

Bestandsrisiken

Aufgrund der angestrebten Lieferperformance hält das Unternehmen Vorräte von Rohstoffen, Halbfabrikaten und Fertigerzeugnissen vor. Wesentliche Risiken ergeben sich aus schwankenden Marktpreisen bei Metallbeständen sowie aus der Überalterung von Beständen, die die Fähigkeit zur Weiterverarbeitung und zum Absatz am Markt beeinträchtigen. Phoenix Contact E-Mobility begegnet dem Risiko durch interne Transparenz sowie festgelegte Verantwortlichkeiten für die Bestände. Mit Abkühlung der Konjunktur und dem Einbruch im Markt für AC-Laden im Jahr 2023 haben sich die Bestandsreichweiten durch die nachlaufenden Materialzugänge zunächst erhöht. Das Unternehmen hat Maßnahmen zur Reduzierung der Bestände eingeleitet, die bereits erste Wirkung entfalten. Die reduzierte Nachfrage führt jedoch zu einem deutlichen Anstieg bei den Abwertungen der Warenbestände, da sich durch den geringeren Abfluss die Lagerreichweiten erhöht haben.

Ausfallrisiken

Dem Risiko von Forderungsausfällen begegnet die Phoenix Contact E-Mobility GmbH durch folgende Maßnahmen: Forderungsbestände werden kontinuierlich abgestimmt und überwacht, die standardisierten Zahlungsbedingungen und -ziele engmaschig kontrolliert sowie die Bonität kontinuierlich überprüft. Die Maßnahmen zur Überwachung der Kundenforderungen und der Bonität der Kunden wurden im Berichtsjahr nochmals gesteigert, da allgemein mit der Zunahme von Insolvenzen gerechnet wurde. Wesentliche Ausfälle gab es jedoch auch im Berichtsjahr nicht.

Rechtliche, politische, steuerliche und wirtschaftliche Risiken

Aufgrund der internationalen Prägung der Phoenix Contact-Gruppe sowie ihrer Märkte ist die Veränderung politischer, wirtschaftlicher, rechtlicher und steuerlicher Rahmenbedingungen und daraus resultierender Risiken von Belang. Identifizierte Risiken werden, soweit möglich und wirtschaftlich sinnvoll, durch präventive und reaktive Maßnahmen reguliert.

Wirtschaftliche Risiken

Wirtschaftlich war das Jahr durch eine nachlassende Wachstumsdynamik geprägt, die in einer Rezession endete. Die Unternehmensplanung für 2024 geht von einer Belebung des Bestellverhaltens aus, jedoch hat sich diese Erwartung bis zum Jahresende 2023 noch nicht in Form von steigenden Auftragseingängen manifestiert. Insofern ist die Unternehmensplanung mit Unsicherheiten verbunden.

Politische Risiken

Das Berichtsjahr ist weiterhin von der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine geprägt. Die politischen Risiken in Europa sind daher unverändert hoch, wenngleich sich die Rückkopplung auf die Energiemärkte 2023 abgeschwächt hat. Zuletzt ist der Einmarsch Russlands in die Ukraine Anlass für die nordischen Länder Finnland und Schweden, der NATO beizutreten. Umgesetzt ist der Beitritt Finnlands. Der Beitritt von Schweden steht noch vor dem Abschluss.

Weiterhin erhöht ist das geopolitische Risiko in Asien mit Blick auf mögliche Konflikte im Umfeld von China und Taiwan. Die Wahlen in Taiwan im Januar 2024 gingen zugunsten des Kandidaten aus, der die Unabhängigkeit Taiwans ausdrücklich unterstützt, was das Konfliktpotenzial hochhalten dürfte. Die Spannungen zwischen China und Taiwan betreffen den Markt für elektronische Bauelemente, wenngleich sich die generelle Versorgungslage in diesem Beschaffungsmarkt entspannt hat.

Die Unsicherheiten bezogen auf die weiteren Folgen des EU-Austritts Großbritanniens (Brexit) haben sich insbesondere im Hinblick auf die für Phoenix Contact relevanten Product Compliance Anforderungen zeitlich entspannt, da Produkte mit CE-Konformität weiterhin in Großbritannien vermarktet werden dürfen. Die Übergangsfristen wurden entsprechend unbefristet verlängert.

Geopolitischen Risiken begegnet die Phoenix Contact Gruppe mit einer zunehmenden Regionalisierung der Wertschöpfung, sofern das Marktvolumen diese wirtschaftlich tragbar macht. Diese Bestrebung stärkt insgesamt die Resilienz, da lokalisierte Liefer- und Wertschöpfungsketten auch als Kapazitätsventil genutzt werden können. Im Falle von beispielsweise Naturereignissen bieten sich Ausweichkapazitäten, die genutzt werden können, um Produktionsausfälle abzumildern oder sogar zu vermeiden.

Unverändert hoch ist der Druck auf die Staatsfinanzen. Zuletzt musste die Regierung in Deutschland eine Niederlage vor dem Bundesverfassungsgericht hinnehmen. Nicht verwendete Mittel zur Bewältigung der Covid-Pandemie sollten zur Finanzierung der Energie- und Wärmewende herausgezogen werden, was gemäß Bundesverfassungsgericht rechtswidrig ist. Entsprechend können staatliche Förderungen nicht aufrechterhalten werden und staatliche Sparmaßnahmen sind notwendig, die die Konjunktur zusätzlich belasten können. Nachlassend ist zuletzt der Inflationsdruck, sodass sich ggf. ab 2025 der Lohndruck und die damit einhergehenden Streiks abmildern könnten.

Patentrechtliche Risiken

Dem Risiko von Schutzrechtsverletzungen begegnet die Phoenix Contact E-Mobility GmbH durch risikominimierende Maßnahmen, die in den Entwicklungsprozess integriert sind. Die Phoenix Contact E-Mobility GmbH betreibt die Anmeldung von eigenen Schutzrechten in wesentlichen Märkten, um sich aktiv vor Nachahmung zu schützen. Die IP[5]-Strategie der Unternehmensgruppe wurde im Berichtsjahr neu formuliert, um Schutzrechte künftig zentral zu verwalten. Die Umsetzung ist bereits angelaufen.

Rechtliche Risiken

Dem Risiko von Rechtsverstößen begegnet die Phoenix Contact E-Mobility GmbH durch die in der Unternehmensgruppe langjährig etablierte Rechtsabteilung, eine Interne Revision sowie eine Compliance Funktion. Die Compliance Funktion stellt sicher, dass die Wahrscheinlichkeit von Rechtsverstößen durch interne Regelungen und Handlungsanweisungen sowie durch Schulungsprogramme und ein Hinweisgeber-System nachhaltig reduziert wird. Der Fokus des Compliance Programms liegt auf der Einhaltung eines fairen Wettbewerbs, der Korruptionsprävention, dem Datenschutz, den Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes sowie der Trade Compliance. Die erlassenen Richtlinien und Handlungsanweisungen werden sukzessive auch international in der Unternehmensgruppe implementiert. Auch die Interne Revision untersucht im Rahmen ihrer geplanten Aktivitäten die Einhaltung von gesetzlichen und gruppeninternen Vorgaben.

Regulatorische Risiken (Produkt Compliance)

Für Phoenix Contact sind Vorgaben zur normkonformen Gestaltung unserer Produkte verpflichtend. Änderungen innerhalb der relevanten Normen werden zentral überwacht und den Business Areas zeitnah zugeleitet. Seitens der Europäischen Union und anderer Länder werden gegenwärtig die Bemühungen erhöht, die Verwendung von Blei in Produkten zu minimieren. Die Phoenix Contact E-Mobility GmbH stellt sich gemeinsam mit der Unternehmensgruppe darauf ein, Blei in Legierungen komplett zu substituieren. Hierzu werden zeit- und ressourcenintensive Tests sowie Materialumstellungen vorgenommen. Die Umstellung auf bleifreie Produkte wird temporär zu einer Belastung der Ertragslage durch gestiegene Herstellungskosten im niedrigen einstelligen Millionenbereich führen. Zwischenzeitlich treten zunehmend neue Legierungen auf den Markt, sodass mittelfristig davon ausgegangen werden kann, dass sich die Preisnachteile auflösen werden. Phoenix Contact bereitet sich auf neue regulatorische Vorhaben und Vorgaben vor, die die Cyber-Sicherheit von Produkten betreffen.

Besonders wichtig für die Phoenix Contact E-Mobility GmbH ist die Zertifizierung IATF 16949, da diese Voraussetzung für Lieferungen an Automotive-Kunden ist. Bei Aberkennung des Zertifikats wären Neuabschlüsse nicht möglich und das Bestandsgeschäft wäre gefährdet.

Steuerliche Risiken

Steuerlichen Risiken wird einerseits durch interne Analysen und anderseits durch Maßnahmen zur Steigerung der Tax Compliance begegnet. Ein konsistentes Transferpreissystem reduziert die steuerlichen Risiken aus dem Handel mit Produkten und Dienstleistungen innerhalb der Unternehmensgruppe deutlich. Ziel aller Maßnahmen ist es, eine doppelte Besteuerung im grenzübergreifenden Verkehr mit Waren und Dienstleistungen zu vermeiden.

Leistungswirtschaftliche Risiken

Lieferantenrisiken

Risiken bestehen grundsätzlich bei Rohstoffen und Komponenten. Phoenix Contact begegnet diesem Risiko durch Überwachung der finanziellen Stabilität, laufende Bewertung sowie kontinuierliche Audits wesentlicher Lieferanten. Zusätzlich werden Single-Source-Lieferanten nach Möglichkeit vermieden und bestehende Abhängigkeiten langfristig reduziert. Darüber hinaus werden ausgewählte Lieferbeziehungen vertraglich abgesichert sowie wichtige Lieferanten im Rahmen der Versicherungsstrategie berücksichtigt. Besonderes Augenmerk gilt auch eingesetzten Werkzeugen bei Lieferanten. Das Eigentum liegt nach Möglichkeit bei der Phoenix Contact E-Mobility. Vereinbarungen zur brandsicheren Unterbringung von Werkzeugen gehören ebenso zu den Maßnahmen, um Lieferantenrisiken zu reduzieren. Das Risikomanagement im Bereich der Lieferanten wurde im Zuge der Pandemie deutlich ausgeweitet, da mit einem bislang ausgebliebenen Anstieg der Insolvenzwahrscheinlichkeit gerechnet wurde.

Deutlich gestiegen ist die Belastung im Hinblick auf die Energiepreise. Insbesondere der Strompreis hat sich für das Unternehmen 2023 stark erhöht, während der Gaspreis noch von längerfristigen Verträgen profitierte. 2024 wird sich die Preisentwicklung umkehren. Es sind deutliche Rückgänge beim Strompreis feststellbar, die jedoch annähernd durch das nun zur Anwendung kommende höhere Marktpreisniveau beim Gas kompensiert werden. Damit verharren auch 2024 die Energiepreise insgesamt auf einem hohen Niveau.

Neben den Lieferantenrisiken werden auch Supply Chain Risiken betrachtet und überwacht. Aktuell ergeben sich Störungen in der Lieferkette durch Risiken auf den Transportwegen über das Rote Meer.

Betriebsunterbrechungsrisiken

Im Rahmen des Risikomanagement-Prozesses werden Betriebsunterbrechungsrisiken in der Produktion systematisch ermittelt und über erwartete Ausfallzeiten auch im Hinblick auf den damit einhergehenden Ertragsausfall bewertet. Neben Brandrisiken werden auch Naturgewalten und die Nähe zu Atomkraftwerken untersucht. Identifizierte Risiken werden über präventive Maßnahmen aktiv reduziert. Dazu gehören insbesondere bauliche Maßnahmen im Bereich Brandschutz, eine umfangreiche Absicherung der Energieversorgung, eine zum Teil redundante Auslegung von Versorgungs- und Produktionseinrichtungen sowie die räumlich getrennte Lagerung von produktionsnotwendigen Werkzeugen. Zusätzlich zu Präventivmaßnahmen dienen Versicherungslösungen zur Deckung betriebswirtschaftlicher Auswirkungen. Zur Vermeidung von Betriebsunterbrechungsrisiken in der Produktion werden fortlaufend Maßnahmen im "Notfallplan" gemäß IATF 16949 auf Wirksamkeit geprüft bzw. weitere Maßnahmen initiiert. Signifikante Betriebsunterbrechungen ereigneten sich auch 2023 bei der Phoenix Contact E-Mobility GmbH nicht, durch die Einführung einer neuen ERP-Software war die durchgängige Produktion im Jahr 2023 aber zwischenzeitlich gefährdet.

Logistikrisiken

Die gesetzten Ziele zu Kundenzufriedenheit und Lieferperformance bewirken operative Risiken innerhalb unserer Logistikkette. Diesen begegnet Phoenix Contact mit folgenden Maßnahmen: Der Betrieb der Distributionszentren wird sichergestellt durch umfangreiche Schutzmechanismen wie die redundante Auslegung von Systemen. Zudem gibt es Zutrittskontrollen, Brandmeldeanlagen und Serviceverträge mit kurzfristigen Reaktionszeiten. Darüber hinaus begegnet die Phoenix Contact E-Mobility GmbH den Logistikrisiken insbesondere durch die Einrichtung von Sicherheitsbeständen an Vormaterial und - für wesentliche Artikel - an Fertigware. Kapazitätsengpässen im Bereich der Lagerwirtschaft wird durch externe Dienstleister bzw. der Erweiterung von Flächen begegnet. Gegenwärtig geht Phoenix Contact E-Mobility in der Risikoeinschätzung von einem Schadensszenario mit wenigen Kalendertagen aus. Unverändert hoch sind die Transportkosten, nachdem die Energiepreise als Folge des Kriegs in der Ukraine stark gestiegen sind. Zudem führte der Krieg zu einem teilweisen Ausfall von Mitarbeitenden im europäischen Speditionsgewerbe, was die Transportpreise zusätzlich belastete. Das Risiko- und Krisenmanagement im Bereich der Logistik wird unter Einbeziehung neuester Erkenntnisse zum Brandschutz seitens des Mutterunternehmens gegenwärtig grundlegend überarbeitet.

Gewährleistung

Zur Vermeidung von Gewährleistungsrisiken hat die Phoenix Contact E-Mobility GmbH umfangreiche qualitätssichernde Maßnahmen in die Fertigungsprozesse integriert, die Qualitätsprobleme wirksam vermeiden sollen. Dennoch bleibt ein statistisches Restrisiko bestehen, dass mangelhaft gefertigte Produkte nicht frühzeitig als solche erkannt werden und dadurch in den Verkehr geraten.

Für Gewährleistungsfälle existieren übergeordnete Prozesse in der Unternehmensgruppe, die die Regelung in Zusammenarbeit mit Kunden und gegebenenfalls auch mit Vorlieferanten definieren. Zur Abmilderung der finanziellen Folgen von Gewährleistungsrisiken wird eine Produkthaftpflicht-Versicherung sowie eine KFZ-Rückrufversicherung unterhalten, die auch die Kosten des Austauschs von betroffenen Produkten im Rahmen des vereinbarten Umfangs deckt. Das Gewährleistungsrisiko ist in der Rechnungslegung durch angemessene Rückstellungen berücksichtigt. Signifikante neue Gewährleistungsfälle gab es 2023 bei der Phoenix Contact E-Mobility GmbH nicht.

IT und OT-Risiken

Aufgrund des hohen Vernetzungsgrads innerhalb der weltweiten Wertschöpfungskette ist die Phoenix Contact Gruppe in hohem Maße von der eingesetzten Informationstechnologie abhängig. Den Risiken begegnet Phoenix Contact durch umfangreiche technische Maßnahmen sowie der Beschäftigung von IT-Spezialisten und externen Beratern. Darüber hinaus verfolgt die Unternehmensgruppe die Strategie, IT-Prozesse und -Systeme zu vereinheitlichen. Unverändert hoch ist das Cyber-Risiko. Die Phoenix Contact Gruppe hat die hohe Bedrohungslage zum Anlass genommen, die IT-Sicherheit periodisch neu zu bewerten und darauf basierend weitere präventive Maßnahmen umzusetzen. Neben technologischen Maßnahmen gehören dazu regelmäßige Anwenderschulungen und Prozesse, die gegen Betrugs- und Manipulationsversuche abgesichert sind. Unter dem Programm "Protect Phoenix Contact" werden jetzt alle IT- und OT-Sicherheitsmaßnahmen und Mittel gebündelt. In den internen Fokus rückt die OT-Sicherheit, also die Sicherheit des Fertigungsnetzwerkes: Hierbei ist eine Aufwertung des Risikos nicht ausgeschlossen.

Know-how-Risiken

Die fortschreitende Digitalisierung ist aus Unternehmenssicht Chance und Risiko zugleich. Den bereits erläuterten Absatzchancen für Produkte, Dienstleistungen und Lösungen stehen Risiken im Hinblick auf die erfolgreiche Implementierung und den sicheren Betrieb von digitalen Geschäftsprozessen gegenüber. Digitale Geschäftsprozesse stellen hohe Anforderungen an Know-how, Stammdatenqualität sowie die Verfügbarkeit der erforderlichen IT-Infrastruktur. Das Unternehmen stellt sich der Herausforderung der Digitalen Transformation und bereitet über ein umfangreiches Schulungsprogramm auch alle Mitarbeitenden auf den anstehenden Weg vor.

Krisenmanagement

Das Krisenmanagement der Phoenix Contact Gruppe wird stetig ausgebaut und inhaltlich mit anderen Funktionen wie dem Risikomanagement verzahnt. Neben einer Organisation zur Bewältigung von außergewöhnlichen Ereignissen wurden Krisen- und Notfallpläne gemeinsam mit den Fachbereichen definiert und verabschiedet. Diese dienen der Herstellung der Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit von Phoenix Contact E-Mobility in einem Krisenfall. 2022 wurde zudem eine Task Force "Energie" initiiert, die die Versorgungssicherheit mit Energie für die wesentlichen Produktionsstandorte in Europa zum Ziel hat. Zwischenzeitlich wurden die präventiven Maßnahmen wieder zurückgebaut, da sich die Energieversorgung als robust gezeigt hat.

d) Gesamtrisikoposition

Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Risikoposition der Phoenix Contact E-Mobility GmbH verändert. Dominierten 2022 immer noch Verfügbarkeitsprobleme im Bereich der Materialversorgung sowie eine nach wie vor angespannte Lage bezüglich von Transportkapazitäten, so verschoben sich die Risiken 2023 hin zu einem Anstieg in Energie- und Personalkosten bei gleichzeitig einsetzender Rezession. Die Kombinatorik führte zu Druck auf die Margen-, Ergebnis- und Liquiditätssituation. Die Phoenix Contact GmbH & Co. KG hat als Mutterunternehmen für strategische Investitionen sowie für Unsicherheiten im Geschäftsbetrieb Vorsorge betrieben und Kreditlinien vereinbart, die dabei helfen, konjunkturbedingte Schwankungsrisiken auszustehen.

Das durch Beirat und Gesellschafter der Phoenix Contact Gruppe verabschiedete Geschäftsmodell wird weiterhin durch die Phoenix Contact GmbH & Co. KG finanziert und ist auch für den Prognosezeitraum 2024 zugesichert.

 

Schieder-Schwalenberg, den 07. März 2024

Michael Heinemann

Ralf Döhre

[1] Federal Reserve Bank

[2] Europäische Zentralbank

[3] COP28 ZEV Factbook / Bloomberg NEF / December 2023

[4] COP28 ZEV Factbook / Bloomberg NEF / December 2023

[5] I ntellectual P roperty

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

EUR 31.12.2023
EUR
EUR 31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 698.383,00 269.492,00
2. geleistete Anzahlungen 550.261,92 1.248.644,92 587.292,00 856.784,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 27.495,00 7.256,00
2. technische Anlagen und Maschinen 7.570.561,00 7.831.837,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.729.939,50 5.043.507,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.563.728,93 17.891.724,43 4.809.911,20 17.692.511,20
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.055.455,80 1.055.455,80
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 38.300.000,00 39.355.455,80 28.300.000,00 29.355.455,80
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 33.561.913,39 28.777.165,08
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 6.197.694,08 2.378.199,63
3. fertige Erzeugnisse und Waren 10.427.409,47 5.936.394,91
4. geleistete Anzahlungen 555.076,49 50.742.093,43 1.478.146,19 38.569.905,81
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9.641.009,18 11.319.810,29
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 204.909,55 416.767,80
davon aus Lieferungen und Leistungen: EUR 204.909,55 (Vj.: EUR 395.115,02)
3. sonstige Vermögensgegenstände 1.850.107,92 11.696.026,65 270.496,12 12.007.074,21
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 1.747.061,91 5.851.303,50
C. Rechnungsabgrenzungsposten 50.016,83 81.295,02
122.731.023,97 104.414.329,54

PASSIVA

EUR 31.12.2023
EUR
EUR 31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 5.000.000,00 5.000.000,00
II. Kapitalrücklage 23.521,15 15.977.616,82
III. Bilanzgewinn 0,00 5.023.521,15 0,00 20.977.616,82
B. Rückstellungen
sonstige Rückstellungen 12.876.441,80 4.515.489,72
C. Verbindlichkeiten
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0,00 1.404.444,54
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 0,00 (Vj.: EUR 1.404.444,54)
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.535.852,43 10.326.022,10
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 6.535.852,43 (Vj.: EUR 10.326.022,10)
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 96.946.878,20 66.125.973,33
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 10.846.878,20 (Vj.: EUR 1.012.465,92)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 86.100.00,00 (Vj.: EUR 65.113.507,41)
davon Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern: EUR 0,00 (Vj.: EUR 65.113.507,41)
davon aus Lieferung und Leistung
EUR 2.567.645,26 (Vj.: EUR 1.012.465,92)
4. sonstige Verbindlichkeiten 1.348.330,39 104.831.061,02 1.064.783,03 78.921.223,00
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 1.348.330,39 (Vj.: EUR 1.064.783,03)
davon aus Steuern: EUR 1.289.536,97 (Vj.: EUR 938.394,52)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 10.363,64 (Vj.: EUR 15.219,39)
122.731.023,97 104.414.329,54

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember 2023

2023
2022
1. Umsatzerlöse 236.384.307,72 228.276.424,24
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 9.501.956,78 1.633.857,71
245.886.264,50 229.910.281,95
3. sonstige betriebliche Erträge 598.917,02 1.037.263,48
davon aus der Währungsumrechnung: € 218.211,27 (Vj.: € 160.659,72) 246.485.181,52 230.947.545,43
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 213.116.997,73 190.539.109,04
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 13.855.254,39 226.972.252,12 5.715.595,21 196.254.704,25
19.512.929,40 34.692.841,18
5. Personalaufwand 30.525.690,87
a) Löhne und Gehälter 25.255.843,33
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 5.565.769,69 36.091.460,56 4.597.757,86 29.853.601,19
davon für Altersversorgung: € 20.000,00 (Vj.: € 82.000,00)
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände 5.016.889,63
des Anlagevermögens und Sachanlagen 4.588.298,63
7. sonstige betriebliche Aufwendungen 28.836.873,16 16.409.687,46
davon aus der Währungsumrechnung: € 198.223,74 (Vj.: € 207.329,80) -50.432.293,95 -16.158.746,10
8. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 966.488,21 438.386,13
davon aus verbundenen Unternehmen: € 966.488,21 (Vj.: € 438.386,13)
9. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 52.491,06 -5.415,28
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -966.636,23 52.343,04 -604.712,17 -171.741,32
davon an verbundene Unternehmen: € 947.420,00 (Vj.: € 602.554,17)
davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen: € 2.747,00 (Vj.: € 2.158,00)
-50.379.950,91 -16.330.487,42
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 17.044,04 2.761,82
12. Ergebnis nach Steuern -50.396.994,95 -16.333.249,24
13. sonstige Steuern 57.100,72 650,81
14. Jahresfehlbetrag -50.454.095,67 -16.333.900,05
15. Entnahme Kapitalrücklage 50.454.095,67 16.333.900,05
16. Bilanzgewinn 0,00 0,00

Anhang

1. Allgemeine Angaben zu Inhalt und Gliederung des Jahresabschlusses

Die Phoenix Contact E-Mobility GmbH, Schieder-Schwalenberg, eingetragen im Handelsregister beim Amtsgericht Lemgo unter HRB 7920, ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne der Größenmerkmale des § 267 Abs. 3 HGB.

Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung entsprechen im Wesentlichen den §§ 266 und 275 HGB. Für die Gewinn- und Verlustrechnung ist das Gesamtkostenverfahren im Sinne des § 275 Abs. 2 HGB angewandt worden. Gemäß § 265 Abs. 5 HGB sind für das Anlagevermögen weitere Untergliederungen vorgenommen worden. Soweit es für die Aufstellung eines klaren und übersichtlichen Jahresabschlusses erforderlich war, sind Postenbezeichnungen gemäß § 265 Abs. 6 HGB geändert worden. Die Darstellung des Jahresabschlusses hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.1 Allgemeine Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde nach den Vorschriften der §§ 242 bis 256a sowie 264 bis 277 HGB aufgestellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden im Vergleich zum Vorjahr unverändert angewendet.

2.2 Anlagevermögen

Die immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger, linearer Abschreibungen bewertet worden.

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten angesetzt. In die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Gemeinkosten gemäß § 255 Abs. 2 S. 2 HGB einbezogen. Beim abnutzbaren beweglichen Anlagevermögen werden die Abschreibungen ausschließlich nach der linearen Methode unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer vorgenommen.

Vermögensgegenstände mit einem Einzelanschaffungswert bis zu € 800,00 werden im Zugangsjahr in voller Höhe als Betriebsausgabe behandelt.

Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer der einzelnen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:

Nutzungsdauer
in Jahren
Konzessionen, gew. Schutzrechte 3 bis 5 Jahre
Gebäude 10 bis 25 Jahre
Außenanlagen 6 bis 10 Jahre
technische Anlagen und Maschinen 6 bis 8 Jahre
Betriebsausstattung 3 bis 10 Jahre
Kraftfahrzeuge 3 bis 6 Jahre
Werkzeuge 3 Jahre

Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert erfolgen bei immateriellen Vermögensgegenständen und bei Sachanlagen nur, soweit es sich um eine voraussichtlich dauernde Wertminderung handelt.

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten oder bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung zu dem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag bilanziert. Im Fall einer vormaligen Abschreibung darf ein niedrigerer Wertansatz nicht behalten werden, wenn die Gründe dafür nicht mehr bestehen. Für die Fremdwährungsumrechnung sind historische Kurse zur Ermittlung der Anschaffungskosten berücksichtigt worden. Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen werden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt.

2.3 Umlaufvermögen

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bei Anwendung zulässiger Bewertungsvereinfachungsverfahren bzw. zu den niedrigeren Tageswerten angesetzt. In die Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten einbezogen. Kosten der Verwaltung sind bei der Ermittlung der Herstellungskosten nur angesetzt, soweit sie in den Fertigungskostenstellen angefallen sind. Verwertungsrisiken werden durch angemessene Abschläge berücksichtigt. Auf eine verlustfreie Bewertung ist geachtet worden.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen werden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs umgerechnet.

Bei kurzfristigen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen in Fremdwährung erfolgt die Umrechnung gemäß § 256a HGB ohne Beschränkung auf die Anschaffungskostenobergrenze. Langfristige Fremdwährungsforderungen werden zum Anschaffungswert bzw. zum ungünstigeren Stichtagswert bewertet. Soweit aufrechenbare Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit den gleichen verbundenen Unternehmen bestehen, werden diese miteinander verrechnet.

2.4 Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital ist mit dem Nennbetrag angesetzt.

2.5 Rückstellungen

Es sind einzelne Pensionszusagen in der Form von beitragsorientierten Direktzusagen gegeben worden. Diese Pensionszusagen werden über eine Rückdeckungsversicherung leistungskongruent finanziert. Den Begünstigten stehen sämtliche Chancen und Risiken aus der Rückdeckungsversicherung zu, und die Rückdeckungsversicherungen sind an sie verpfändet worden. Es handelt sich bei den rückgedeckten Pensionsverpflichtungen somit um Pensionsverpflichtungen, die wie wertpapiergebundene Pensionszusagen gemäß § 253 Abs. 1 S. 3 HGB zum beizulegenden Zeitwert der Rückdeckungsversicherung bewertet werden (vgl. IDW RS HFA 30 n.F. TZ 74).

Aufgrund der Verpfändung der Rückdeckungsversicherung stehen diese allen übrigen Gläubigern nicht zur Verfügung, so dass gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB die Pensionsrückstellungen mit den Aktivwerten der Rückdeckungsversicherungen verrechnet werden. Somit sind auch die Aktivwerte der Rückdeckungsversicherungen gemäß § 253 Abs. 1 Satz 4 HGB zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten.

Für die Rückdeckungsversicherungen besteht kein aktiver Markt, so dass sich ein Marktpreis gemäß § 255 Abs. 4 HGB nicht ermitteln lässt. Auch liegen nicht ausreichend Informationen vor, um anhand anerkannter Bewertungsmethoden den beizulegenden Zeitwert gemäß § 255 Abs. 4 Satz 2 HGB zu ermitteln. Daher sind die Aktivwerte der Rückdeckungsversicherung gemäß § 255 Abs. 4 S. 3 HGB mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet worden. Diese Anschaffungskosten entsprechen dem Deckungskapital einschließlich unwiderruflicher Überschussbeteiligungen (vgl. IDW RS HFA 30 n.F. TZ 68). Die Pensionsrückstellungen sind dann in gleicher Höhe angesetzt worden.

In den sonstigen Rückstellungen sind alle erkennbaren Verpflichtungen und Risiken erfasst. Sie sind mit dem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Aufwandsrückstellungen wurden nicht gebildet. Bei Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden künftige Kosten- und Preissteigerungen einbezogen.

Die sonstigen Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit einem der Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzins der vergangenen 7 Jahre, welcher von der deutschen Bundesbank veröffentlicht wird, abgezinst. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr werden nicht abgezinst. Zinsänderungseffekte werden im operativen Ergebnis ausgewiesen.

Die Bewertung der Jubiläumsrückstellung erfolgt nach der sog. "Projected-unit-Credit-Methode" (PUC Methode). Als biometrische Rechnungsgrundlage wurden die "Richttafeln 2018G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Der bei der Ermittlung der Jubiläumsrückstellungen zugrunde gelegte Rechnungszinsfuß beträgt 1,75% p.a. Die Fluktuationswahrscheinlichkeit wurde mit einem Durchschnittswert von 1,5% berücksichtigt.

Rückstellungen für Gewährleistungen wurden für alle bis zur Bilanzaufstellung bekannt gewordenen Gewährleistungsfälle gebildet. Ergänzend sind für Ansprüche, die noch nicht angemeldet worden sind, zum Zeitpunkt des Verkaufs der betreffenden Waren oder der Erbringung der entsprechenden Dienstleistungen, pauschale Rückstellungen gebildet worden. Die Höhe dieser pauschalen Rückstellungen basiert auf der historischen Entwicklung von Gewährleistungen sowie einer Betrachtung aller zukünftig möglichen, mit ihren Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichteten Gewährleistungsfällen.

2.6 Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt. Bei Fremdwährungsverbindlichkeiten erfolgt die Bewertung grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs.

Bei einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr werden die Verbindlichkeiten gem. § 256a HGB ohne Beachtung des Höchst- bzw. Realisationsprinzips zum Devisenkassamittelkurses des Stichtags bewertet. Langfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Anschaffungswert bzw. zum ungünstigeren Stichtagswert bewertet.

2.7 Latente Steuern

Das Wahlrecht gemäß § 274 Abs. 1 HGB, den aktiven Überhang latenter Steuern auf temporäre und quasi-permanente Unterschiede zwischen handels- und steuerrechtlichem Ansatz nicht zu bilanzieren, wird in Anspruch genommen. Für die Berechnung der latenten Steuern wird ein Steuersatz von 30,46% für Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer zugrunde gelegt.

Die aktiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus temporären Differenzen zwischen den handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen bei den Sachanlagen aufgrund unterschiedlicher Abschreibungsmethoden bzw. Nutzungsdauern, bei den sonstigen Rückstellungen aufgrund unterschiedlicher Bewertung sowie bei der Fremdwährungsbewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten und aus dem Teil der steuerlichen Verlustrückträge, der voraussichtlich innerhalb der nächsten fünf Jahre genutzt werden kann.

Die passiven latenten Steuern bestehen im Zusammenhang mit unterschiedlichen Abschreibungsmethoden bzw. Nutzungsdauern von immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen.

3. Erläuterungen zur Bilanz

3.1 Anlagevermögen

Auf der Seite 9 wird ein Anlagenspiegel beigefügt, aus dem sich die Anschaffungskosten, die Zu- und Abgänge sowie die Umbuchungen des Jahres 2023, die kumulierten Abschreibungen, der Buchwert zum 31.12.2023, der Vorjahresbuchwert sowie die Jahresabschreibungen und -zuschreibungen 2023 ergeben.

Anlagenspiegel

Anschaffungs- oder Herstellungskosten
01.01.2023
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen
31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.870.348,11 91.975,00 0,00 713.308,22 2.675.631,33
2. geleistete Anzahlungen 587.292,00 657.579,14 0,00 -694.609,22 550.261,92
Summe I. immaterielle Vermögensgegenstände 2.457.640,11 749.554,14 0,00 18.699,00 3.225.893,25
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauteneinschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 22.688,11 22.429,05 0,00 0,00 45.117,16
2. technische Anlagen und Maschinen 13.385.346,05 635.175,71 436.560,76 1.763.490,09 15.347.451,09
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 16.662.205,06 2.038.305,03 251.832,64 1.094.825,03 19.543.502,48
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.809.911,20 2.633.591,38 2.759,53 -2.877.014,12 4.563.728,93
Summe II. Sachanlagen 34.880.150,42 5.329.501,17 691.152,93 -18.699,00 39.499.799,66
Summe I. und II. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 37.337.790,53 6.079.055,31 691.152,93 0,00 42.725.692,91
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.055.455,80 0,00 0,00 0,00 1.055.455,80
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 28.300.000,00 10.000.000,00 0,00 0,00 38.300.000,00
Summe III. Finanzanlagen 29.355.455,80 10.000.000,00 0,00 0,00 39.355.455,80
Summe I. bis III. 66.693.246,33 16.079.055,31 691.152,93 0,00 82.081.148,71
kumulierte Abschreibungen
01.01.2023
Abschreibungen
Abgänge
Umbuchungen
31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.600.856,11 376.392,22 0,00 0,00 1.977.248,33
2. geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe I. immaterielle Vermögensgegenstände 1.600.856,11 376.392,22 0,00 0,00 1.977.248,33
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauteneinschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 15.432,11 2.190,05 0,00 0,00 17.622,16
2. technische Anlagen und Maschinen 5.553.509,05 2.253.536,96 69.877,76 39.721,84 7.776.890,09
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 11.618.698,06 2.384.756,40 150.169,64 -39.721,84 13.813.562,98
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe II. Sachanlagen 17.187.639,22 4.640.483,41 220.047,40 0,00 21.608.075,23
Summe I. und II. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 18.788.495,33 5.016.875,63 220.047,40 0,00 23.585.323,56
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe III. Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe I. bis III. 18.788.495,33 5.016.875,63 220.047,40 0,00 23.585.323,56
Buchwerte
31.12.2023
Vorjahr
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 698.383,00 269.492,00
2. geleistete Anzahlungen 550.261,92 587.292,00
Summe I. immaterielle Vermögensgegenstände 1.248.644,92 856.784,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauteneinschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 27.495,00 7.256,00
2. technische Anlagen und Maschinen 7.570.561,00 7.831.837,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.729.939,50 5.043.507,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.563.728,93 4.809.911,20
Summe II. Sachanlagen 17.891.724,43 17.692.511,20
Summe I. und II. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 19.140.369,35 18.549.295,20
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.055.455,80 1.055.455,80
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 38.300.000,00 28.300.000,00
Summe III. Finanzanlagen 39.355.455,80 29.355.455,80
Summe I. bis III. 58.495.825,15 47.904.751,00

3.2 Rückstellungen

Pensionsrückstellungen sind mit dem Deckungskapital der Rückdeckungsversicherungen in Höhe von € 496.294,00 (Vj.: € 414.998,00) verrechnet worden.

Unter den sonstigen Rückstellungen sind im Wesentlichen erfasst:

T€
Drohverlustrückstellung 8.000
Ausstehende Rechnungen 1.119
Gewährleistungen 905
Gleitzeitüberhänge 783
Lieferverzug 450
Einmalzahlungen 363
Urlaubsrückstände 313
Jubiläumsgelder 221
Erfindervergütung 190
Berufsgenossenschaft 145
Ausstehende Gutschriften 100
Altersteilzeit 88
Schwerbehindertenausgleichsabgabe 69
Jahresabschlusskosten 63
sonstige unter T€ 50 67
12.876

3.3 Verbindlichkeiten

Der Verbindlichkeitenspiegel zeigt folgendes Bild:

Gesamt
Restlaufzeit bis zu einem Jahr
Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren
Restlaufzeit über fünf Jahre
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.535.852,43 6.535.852,43 0,00 0,00
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 96.946.878,20 10.846.878,20 43.700.000,00 42.400.000,00
4. sonstige Verbindlichkeiten 1.348.330,39 1.348.330,39 0,00 0,00
104.831.061,02 18.731.061,02 43.700.000,00 42.400.000,00

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind branchenüblich durch Eigentumsvorbehalte gesichert.

3.4 Haftungsverhältnisse

Es besteht zugunsten eines verbundenen Unternehmens gegenüber dessen Vermieter eine Bürgschaft für Mieten inkl. Nebenkosten in Höhe von insgesamt T€ 2.827. Aufgrund der Geschäftsentwicklung des Unternehmens wird davon ausgegangen, dass das verbundene Unternehmen während der Laufzeit des Mietvertrages die Mietaufwendungen tragen kann. Daher ist nicht mit einer Inanspruchnahme aus der Bürgschaft zu rechnen.

3.5 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen Mietverpflichtungen von insgesamt T€ 1.161, davon gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von T€ 383. Leasingverpflichtungen bis zum Ende der jeweiligen Mindestleasingdauer bestehen in Höhe von T€ 270.

Ebenso bestehen Bestellobligos in Höhe von T€ 2.121 für Investitionen.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

4.1 Aufgliederung der Umsatzerlöse

Die Umsätze teilen sich wie folgt nach Inland und Ausland auf:

2023
T€
2022
T€
Veränderung
T€
in %
Inland 126.108 107.317 18.791 17,5
Ausland 110.276 120.959 -10.683 -8,8
236.384 228.276 8.108 3,6

4.2 Finanzergebnis

Aufwendungen und Erträge bezogen auf die Pensionsrückstellungen sowie dem entsprechenden Deckungsvermögen sind in Höhe von T€ 5 (Vj.: T€ 3) im Finanzergebnis verrechnet worden.

5. Sonstige Angaben

5.1 Personalstatistik

Die folgende Aufstellung zeigt den durchschnittlichen Personalstand 2023 der Phoenix Contact E-Mobility GmbH:

2023 2022
Beschäftigte indirekt produktiv 363 291
Beschäftigte direkt produktiv 69 65
432 356
Auszubildende 0 0
432 356

Die Berechnung der Personalstatistik erfolgte nach monatlicher Ermittlung.

5.2 Organmitglieder

Geschäftsführer der Phoenix Contact E-Mobility GmbH waren in 2023:

• Herr Michael Heinemann, (Vorsitzender der Geschäftsführung, CEO) Kalletal

• Herr Ralf Döhre, (Geschäftsführer operatives Geschäft, COO), Steinheim

Die Angabe der Bezüge der Geschäftsführer unterbleibt gemäß § 286 Abs. 4 HGB.

5.3 Konzernzugehörigkeit und Angaben zum befreienden Konzernabschluss

Die Gesellschaft nimmt für den Konzernabschluss zum 31.12.2023 die Befreiungsmöglichkeit gemäß § 291 HGB in Anspruch. Der befreiende Konzernabschluss und Konzernlagebericht werden von der Phoenix Contact GmbH & Co. KG, Blomberg, aufgestellt. Die Phoenix Contact GmbH & Co. KG, Blomberg, ist das Mutterunternehmen des Konzernabschlusses für den kleinsten und größten Kreis der Unternehmen. Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht werden im Unternehmensregister veröffentlicht.

5.4 Verbundene Unternehmen

Die Gesellschaft ist an der Phoenix Contact E-Mobility Sp. z o. o., Rzeszów/ Polen, mit 100,0% am Grundkapital beteiligt. Für das Geschäftsjahr 2023 betrug der Jahresfehlbetrag TPLN -1.611, das Eigenkapital zum 31.12.2023 hat einen Wert von TPLN 3.528 Der Wechselkurs PLN/ EUR beträgt 4,345.

5.5 Nachtragsbericht

Im Zeitraum zwischen Jahresende 2023 und Aufstellung des Jahresabschlusses ergaben sich keine wesentlichen Veränderungen.

5.6 Ergebnisverwendung

Der Fehlbetrag zum 31.12.2023 wird aufgrund des Gesellschafterbeschlusses vom 19.12.2023 durch Entnahme aus der Kapitalrücklage in voller Höhe ausgeglichen.

 

Schieder-Schwalenberg, 07.03.2024

Michael Heinemann

Ralf Döhre

Der Jahresabschluss wurde am 11.06.2024 von der Gesellschafterversammlung festgestellt.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Phoenix Contact E-Mobility GmbH, Schieder-Schwalenberg

Prüfungsurteil

Wir haben den Jahresabschluss der Phoenix Contact E-Mobility GmbH, Schieder-Schwalenberg, - bestehend aus der Bilanz zum 31.12.2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Phoenix Contact E-Mobility GmbH, Schieder-Schwalenberg, für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31.12.2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hagen, den 07. März 2024

W U P Treuhand G m b H
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Prof. Dr. Yilmaz, Wirtschaftsprüfer

Börstinghaus, Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

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