Stammdaten

Register
Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 54979
Eingetragen
1.7.2002
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute mit SonderaufgabenBeteiligungsgesellschaften
Gegenstand
Das Betreiben von Geschäften, die darauf gerichtet sind, Finanzinstrumente, insbesondere Anteile an Investmentvermögen, die von einer Kapitalverwaltungsgesellschaft oder im Rahmen eines im Inland zulässigen Vertriebs von einer ausländischen Investmentgesellschaft ausgegeben worden sind, für andere zu verwahren und zu verwalten, Finanzinstrumente, insbesondere die vorgenannten Anteile an Investmentvermögen, im eigenen Namen und für fremde Rechnung anzuschaffen und zu veräußern, Anlageberatungs- und Anlagevermittlungstätigkeiten in Bezug auf oben genannte Finanzinstrumente zu erbringen, einzelne in oben genannte Finanzinstrumente angelegte Vermögen für andere mit Entscheidungsspielraum zu verwalten, die Funktion einer Vertriebsgesellschaft im Sinne des § 318 Abs. 1 Nr. 1 KAGB auszuüben, sowie sonstige mit den vorgenannten Geschäften unmittelbar verbundene Nebentätigkeiten, wie insbesondere die Erbringung technischer, bankenerlaubnisfreier Hilfsfunktionen für Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Joanna Rautenberg
seit 24.10.2025
Prokura
Sebastian Tusch
seit 4.4.2024
Prokura
Bettina Tews
seit 17.5.2022
Vorstandsmitglied
Margit Lehwalder
seit 14.1.2022
Prokura
Daniel Seidler
seit 14.1.2022
Prokura
Christoph Pöhlsen
seit 14.1.2022
Vorstandsmitglied
Sofia Siameti
seit 2.7.2020
Prokura
Stefan Dr. Mai
seit 2.7.2020
Prokura
Mario Beck
seit 29.11.2010
Prokura
Mario Daemon
seit 10.9.2004
Prokura
Dirk Kempers
seit 10.9.2004
Prokura
Daniel Selkes
seit 10.9.2004
Prokura
Heike Rueger
seit 10.9.2004
Prokura
Sandra Kuch
seit 10.9.2004
Prokura

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Union Investment Service Bank AG

Frankfurt am Main

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Hinweis


Der nachfolgende Lagebericht sollte im Kontext mit den geprüften Finanzdaten und den Anhangsangaben, die an anderer Stelle stehen, gelesen werden. Der Lagebericht enthält auch in die Zukunft gerichtete Aussagen, also Aussagen, die nicht auf historischen Tatsachen, sondern auf aktuellen Planungen, Annahmen und Schätzungen beruhen. Zukunftsaussagen sind immer für den Zeitpunkt gültig, zu dem sie gemacht werden. Die Union Investment Service Bank AG übernimmt keine Verpflichtung, diese beim Auftreten neuer Informationen zu überarbeiten. Zukunftsaussagen unterliegen immer Risiken und Unsicherheiten. Diesbezüglich ist deutlich darauf hinzuweisen, dass eine Reihe von Faktoren die tatsächlichen Ereignisse dahingehend beeinflussen können, dass diese von den prognostizierten wesentlich abweichen. Aus aktueller Sicht wesentliche Faktoren sind im Abschnitt Prognose-, Chancen- und Risikobericht und in weiteren Teilen dieses Berichts beschrieben.


Hinweis: Aus rechentechnischen Gründen können in Tabellen und bei Verweisen Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben, usw.) auftreten.

Lagebericht 2023

A Grundlagen der Gesellschaft


Die Union Investment Service Bank AG ("USB" oder "Gesellschaft") ist eine Tochtergesellschaft der Union Asset Management Holding AG ("UMH"). Die Union Investment Gruppe mit der UMH als Führungsgesellschaft ("Union Investment") ist wiederum Teil der Genossenschaftlichen Finanz-Gruppe Volksbanken Raiffeisenbanken. Zielsetzung und Strategie von Union Investment orientieren sich daher am Förderauftrag innerhalb der Genossenschaftlichen Finanz-Gruppe (Prinzip der Subsidiarität). Die lokale Einheit von Primärbank und ihren Mitgliedern soll durch spezialisierte Dienstleister auf überregionaler Ebene unterstützt werden (Bündelung der Kräfte). Das Leistungsangebot der Union Investment Gruppe richtet sich an private und institutionelle Kunden.

Die Union Investment Gruppe besteht dabei aus verschiedenen Einzelgesellschaften: 1

1 Umfasst die im Konsolidierungskreis des UMH-Konzerns enthaltenen Unternehmen, Stand 31.12.2023.


Die USB bietet das sogenannte UnionDepot als klassische Verwahrlösung von Fondsanteilen an. Dabei ist es möglich, nicht nur Fonds von Union Investment, sondern auch Fonds anderer Anbieter im UnionDepot zu verwahren. Zur Produktpalette der Gesellschaft zählen weiterhin depotbasierte Lösungen wie etwa die Riester-Altersvorsorge. Daneben entwickelt sich das Depotgeschäft für Finanzportfolioverwaltungsprodukte zu einer weiteren wesentlichen Säule des Geschäfts. Über die Kundendepots der USB können durch verschiedene Servicebausteine - wie zum Beispiel Online-Zugriff oder Spar- und Auszahlpläne - Geldanlagen flexibel verwaltet werden. Die USB bietet für die bei ihr geführten Investmentdepots neben diesen Selfservice-Leistungsangeboten einen umfangreichen Kundenservice für telefonische, digitale und schriftliche Auskunftsersuchen und Serviceanfragen. Auch im Geschäftsjahr 2023 war die USB einer der größten Investmentdepotanbieter in Deutschland.

B Wirtschaftsbericht

I. Gesamtwirtschaftliches Umfeld und Branchenentwicklung


Eine zunächst robuster als erwartete und sich im weiteren Jahresverlauf abschwächende globale Konjunktur, eine rückläufige Inflation und Notenbanken, die nach weiteren Leitzinserhöhungen bis zum Sommer ab Herbst die Hoffnungen auf Zinssenkungen im kommenden Jahr schürten, prägten das Kapitalmarktumfeld 2023. Die Bankenkrise im Frühjahr, Notenbanken im geldpolitischen Straffungsmodus und die geopolitische Eskalation im Nahen Osten sorgten jeweils nur kurzzeitig für Verunsicherung. Als Treiber für Aktien wirkte zusätzlich die Perspektive auf Produktivitätsgewinne durch Künstliche-Intelligenz-Anwendungen. Neben steigenden Kursen an den Anleihemärkten verzeichneten viele Aktienindizes und auch der Goldpreis kurz vor dem Jahresende neue Allzeithöchststände.


Die schwache globale Wachstumsdynamik und das Ausbleiben eines chinesischen Wachstumsimpulses lasteten hingegen auf chinesischen Aktien und den Preisen von Energierohstoffen und konjunktursensitiven Metallen.

Branchenentwicklung²


Das Geschäft der USB ist eng verbunden mit der Entwicklung des Investmentgeschäfts.


Die deutsche Investmentbranche verzeichnete bis einschließlich September 2023 bei den Wertpapier-Publikumsfonds insgesamt Nettomittelzuflüsse in Höhe von 12,6 Mrd. Euro. Besonders hohe Zuflüsse wiesen Rentenfonds (6,9 Mrd. Euro) und Aktienfonds (11,5 Mrd. Euro) aus, während zuvorderst Mischfonds mit -8,5 Mrd. Euro merkliche Nettomittelrückflüsse verbuchten. Die anderen Assetklassen im Bereich der Wertpapier-Publikumsfonds verbuchten per Saldo Nettomittelzuflüsse in Höhe von 2,7 Mrd. Euro. Die Offenen Immobilienfonds erreichten einen positiven Nettoabsatz in Höhe von 1,2 Mrd. Euro.

2 BVI-Investmentstatistik 09/2023

II. Geschäftspolitische Rahmenbedingungen


Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) war in den vergangenen Jahren durch eine Niedrigzinspolitik geprägt. Die Corona-Pandemie und der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sorgten für eine steigende Inflation. Zinsen und Inflation beeinflussen sich gegenseitig.


Im November 2023 hat die Europäischen Zentralbank (EZB) ihren Finanzstabilitätsbericht aktualisiert und vor einem fragilen Finanzsystem im Euroraum gewarnt. Auch die etwas rückläufige Inflationsentwicklung gibt einschätzungsgemäß keinen Grund zur Entwarnung.


Um der Inflation angemessen zu begegnen, hat die EZB ihre Leitzinsen im Zeitraum von Juli 2022 bis September 2023 insgesamt zehn Mal erhöht. Der Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte sowie die Zinssätze für die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität liegen zum Jahresende bei 4,50 Prozent, 4,75 Prozent bzw. 4,00 Prozent.


Aufgrund der hohen Zinssätze ergeben sich für Unternehmen und private Haushalte gestiegenen Finanzierungskosten, was die Inlandsnachfrage reduziert. Die Indikatoren zum Wirtschaftswachstum deuten darauf hin, dass Konsumausgaben und Investitionen teilweise zurückgestellt werden, was sich negativ auf das Bruttoinlandsprodukt auswirkt.

III. Geschäftsverlauf

1. Fondsgeschäft


Der Geschäftsverlauf bei der USB wird wesentlich von der Entwicklung des Investmentfondsgeschäfts der Union Investment Gruppe beeinflusst.


Um eine hohe Transparenz bei der Darstellung der Assets under Management herzustellen, wird der Bruttoausweis der Assets under Management sowie eine nachrichtliche Aufgliederung der Abzugspositionen der Assets under Management, die an externe Dritte (externes Outsourcing/Advisory) weitergegeben wurden, dargestellt.


In der Union Investment Gruppe wurden am 30. November 2023 Assets under Management von 443,6 Mrd. Euro (413,1 Mrd. Euro (31. Dezember 2022)), davon 257,4 Mrd. Euro in 837 Publikumsfonds (235,1 Mrd. Euro in 842 Publikumsfonds), 149,2 Mrd. Euro in 505 Spezialfonds (141,7 Mrd. Euro in 509 Spezialfonds), 7,0 Mrd. Euro in 26 Vermögensverwaltungsmandaten (6,1 Mrd. Euro in 33 Mandaten) und 45,5 Mrd. Euro in 240 Advisory- und Insourcingmandaten (45,6 Mrd. Euro in 249 Mandaten) abzüglich 15,6 Mrd. Euro in 427 fremdvergebenen Mandaten (15,4 Mrd. Euro in 437 Mandaten) verwaltet.

2. Investmentdepotgeschäft


Die Union Investment Service Bank AG, die als Depotführer innerhalb der Union Investment Gruppe fungiert, hatte zum Jahresende 2023 5,4 Millionen (Vorjahr 5,3 Millionen) Kundendepots mit Bestand. Für diese Kunden wurden zum 31. Dezember 2023 13,5 Millionen (Vorjahr 13,0 Millionen) Fondsdepots mit Bestand verwaltet. Die Anzahl der Fondsdepots mit Beständen gruppeneigener Investmentfonds belief sich dabei auf 12,9 Millionen (Vorjahr 12,4 Millionen). Die Zahl der verwalteten Fondsdepots mit Drittfonds von gruppenfremden Investmentgesellschaften belief sich im Jahr 2023 auf rund 624.000 Depots (Vorjahr 603.000).


Abb. 1: Entwicklung Stamm- und Fondsdepots mit Bestand Investmentdepotgeschäft Deutschland

IV. Lage der Gesellschaft

1. Ertragslage

Ertragslage

2023 2022 Veränderung
Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR
Zinsüberschuss 4,1 0,0 4,1
Laufende Erträge - - -
Provisionsüberschuss 142,7 130,1 12,6
Sonstige betriebliche Erträge 3,7 24,9 -21,1
Personalaufwand 43,3 39,8 3,6
Andere Verwaltungsaufwendungen 96,2 100,8 -4,5
Abschreibungen 2,3 2,9 -0,6
Sonstige betriebliche Aufwendungen 3,6 6,0 -2,4
Ergebnis aus Forderungen und Wertpapieren 0,0 -0,1 0,1
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 5,0 5,4 -0,4
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - - -
Jahresergebnis 5,0 5,4 -0,4


Die Ertragssituation wird wie in den vorangegangenen Jahren zum einen wesentlich geprägt durch die Vereinnahmung der Erträge aus der Wertpapierverwahrung (Depotgebühren) sowie der Erträge aus der Leistungsverrechnung für Marktbearbeitungsunterstützungstätigkeiten im Rahmen der Investmentdepotführung durch die USB für die konzernzugehörigen Investmentgesellschaften. Darüber hinaus konnten wieder Zinsüberschüsse aufgrund der fortschreitenden Zinswende generiert werden. Jedoch ergeben sich geringere sonstige betriebliche Erträge im Vergleich zum Vorjahr, die 2022 aus dem Wegfall der Rückstellungen zum BGH-Urteil für drohende Depotgebührenrückzahlungen resultierten.


Der Anstieg im Personalaufwand ist primär auf die Erhöhung der variablen Vergütungskomponenten aufgrund der Unternehmenskennzahlen zurückzuführen. Die anderen Verwaltungsaufwendungen beinhalten Leistungsverrechnungen für Leistungen wie z. B. IT-Dienste oder auch Servicefunktionen, die andere Union Investment-Gesellschaften für die USB erbringen. Darüber hinaus entstanden weitere Kosten, vornehmlich für Portogebühren, externe Dienstleitungen und externe Raumkosten. Die Kostensenkung des anderen Verwaltungsaufwands resultiert im Wesentlichen aus den vorangegangenen, erläuterten Kostenarten. Die stattgefundenen Abschreibungen resultieren wiederum aus der Aktivierung von Software. Ferner führten geringere Aufwände aus der Zuführung zu den Rückstellungen für die Altersteilzeit zu einem geringeren sonstigen betrieblichen Aufwand im Vergleich zum Vorjahr.


Die in den beiden vorangegangenen Absätzen beschriebenen Entwicklungen führen zu einem positivem Jahresergebnis.

Vergleich mit dem ursprünglich prognostizierten Ergebnis


Das ursprünglich prognostizierte Ergebnis für 2023 wurde erreicht. Der Provisionsertrag liegt leicht unter Plan. Ertragstreiber sind hier die leicht unter Plan liegenden, vereinnahmten Erträge aus den Depotgebühren. Auch die Erträge aus der Leistungsverrechnung für Marktbearbeitungsunterstützungstätigkeiten für die konzernzugehörigen Investmentgesellschaften liegen unter Plan. Dies ist die Folge eines geringeren Kostenanstiegs innerhalb des Verwaltungsaufwands mit gegenläufigen Effekten aus Kostenanstiegen, insbesondere für Personalaufwendungen und IT-Dienste, aber auch aus Kostensenkungen für Beratungsleistungen sowie externe Dienstleistungen. Des Weiteren liegt das sonstige betriebliche Ergebnis über Plan. In Summe führt dies zu einem positivem Jahresergebnis.

2. Liquiditätssteuerung


Ziel der Liquiditätssteuerung ist die Sicherstellung einer permanenten Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft. Basis der Steuerung sind die laufende Überwachung und Analyse sämtlicher Zahlungsströme und Finanzmittelbestände. Darauf aufbauend wird im Rahmen einer regelmäßigen Liquiditätsplanung die finanzielle Entwicklung der nächsten 15 Monate abgeleitet.


Die verfügbaren Finanzmittel sind auf den Bankkonten der Gesellschaft allokiert.


Für Mitarbeitende der Gesellschaft werden im Rahmen von Altersvorsorge- und Mitarbeiterbindungsprogrammen Finanzmittel angelegt (Mitarbeiteranlagen).

2.1 Finanzlage


Der Gesamtbestand finanzieller Mittel umfasst alle liquiden Bank- und Wertpapierbestände auf gesellschaftseigenen Konten und Depots:

31.12.2023 31.12.2022 Veränderung
Buchwerte Marktwerte Buchwerte Marktwerte Buchwerte Marktwerte
Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR
Bankbestände 154,3 154,3 139,3 139,3 15,0 15,0
Wertpapierbestände gesamt 8,3 8,3 6,8 6,8 1,5 1,5
Wertpapierbestände nach Anlageklassen
Mitarbeiteranlagen 8,3 8,3 6,8 6,8 1,5 1,5
davon Deferred-Compensation-Modell 5,5 5,5 4,5 4,5 1,0 1,0
davon Altersteilzeit 2,7 2,7 2,3 2,3 0,5 0,5


Im Jahresabschluss werden in der Bilanz die Wertpapiere des Deferred-Compensation-Modells und der Altersteilzeit mit ihren beizulegenden Zeitwerten nach § 246 Abs. 2 Satz 2 in Verbindung mit § 253 Abs. 1 Satz 4 HGB mit den korrespondierenden Verpflichtungen verrechnet und saldiert ausgewiesen.


Die innerhalb eines Jahres fälligen Verbindlichkeiten und Rückstellungen sind vollständig durch Bankguthaben, kurzfristig fällige Forderungen und kurzfristig liquidierbare Wertpapiere gedeckt.


Unter Berücksichtigung des Bestandes der verfügbaren finanziellen Mittel zum Abschlussstichtag und der zu erwarteten Liquiditätsentwicklung ist die Gesellschaft zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts bei planmäßigem Geschäftsverlauf jederzeit in der Lage, ihre finanziellen Verpflichtungen aus liquiden Mitteln bedienen zu können.

3. Vermögenslage

3.1 Übersicht über die Vermögenslage


Bei der Betrachtung der Bilanzstruktur der USB ist zu berücksichtigen, dass die Gesellschaft kein Einlagengeschäft betreibt und sich das eigentliche Geschäftsvolumen der USB (Depot- und Finanzkommissionsgeschäft) nur mittelbar in der Bilanz niederschlägt.

31.12.2023 31.12.2022 Veränderung
Mio. EUR % Mio. EUR % Mio. EUR
Aktivseite
Forderungen an Kreditinstitute 319,6 92,5 253,1 90,9 66,5
Forderungen an Kunden 10,9 3,1 11,7 4,2 -0,8
Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 11,3 3,3 10,5 3,8 0,8
Sonstige Vermögensgegenstände und übrige Aktiva 3,8 1,1 3,1 1,1 0,7
Bilanzsumme 345,6 100,0 278,4 100,0 67,2
Passivseite
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 131,6 38,1 99,3 35,7 32,4
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 1,4 0,4 1,5 0,5 -0,1
Sonstige Verbindlichkeiten 43,7 12,6 25,2 9,1 18,5
Rückstellungen 45,7 13,2 39,3 14,1 6,4
Eigenkapital 123,1 35,6 113,1 40,6 10,0
Bilanzsumme 345,6 100,0 278,4 100,0 67,2


Die Forderungen an Kreditinstitute beinhalten überwiegend täglich fällige Forderungen aus Bankbeständen sowie abgegrenzte Gebührenforderungen an Vermittlerbanken.


Die Forderungen an Kunden enthalten im Wesentlichen die jährlich abgegrenzten Forderungen aus Depotgebühren für die VL-Depots sowie Forderungen aus der Leistungsverrechnung an die Kapitalverwaltungsgesellschaften der Union Investment Gruppe.


Der Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultiert aus im Vergleich zum Vorjahr höheren noch abzuführenden Servicegebühren an die Vermittlerbanken.


Die Erhöhung der Sonstigen Verbindlichkeiten entsteht im Wesentlichen durch die um 17,6 Mio. Euro höheren Verpflichtungen für noch abzuführende Abgeltungsteuer aus Kapitalerträgen für den Monat Dezember 2023.


Die Veränderung der Rückstellungen resultiert im Wesentlichen aus Zuführungen im Bereich der Personalrückstellungen aufgrund der Verlängerung der Altersteilzeit um ein Jahr sowie dem Projekt "FitForFuture".


Die Rückstellungen für Sonderzahlungen betreffen vertraglich zugesicherte sowie freiwillige Zahlungen an Mitarbeitende.


Altersteilzeitverpflichtungen werden durch eine Betriebsvereinbarung sowie den Altersteilzeit-Tarifvertrag begründet. Die Betriebsvereinbarung zur Altersteilzeit wurde um ein Jahr verlängert, worauf hauptsächlich der Anstieg um 2,0 Mio. Euro zurückzuführen ist. Die Bewertung der Verpflichtungen erfolgte mit einem Zinssatz von 1,08 Prozent. Zum Bilanzstichtag wurden Altersteilzeit-Verpflichtungen in Höhe von 15,9 Mio. Euro und ein zugehöriges Deckungsvermögen in Höhe von 2,7 Mio. Euro berücksichtigt. Das Deckungsvermögen wurde mit der Verpflichtung saldiert.


Rückstellungen für Pensionen wurden für Zusagen gegenüber der Geschäftsleitung und den Mitarbeitenden gebildet. Weiterhin bestehen im Rahmen eines Deferred Compensation Programms Pensionsverpflichtungen aufgrund arbeitnehmerfinanzierter Entgeltumwandlung. Bei der Bewertung der Verpflichtungen wurden die "Richttafeln 2018 G" nach Prof. Dr. Klaus Heubeck berücksichtigt.


Die Rückstellungen für den Long Term Incentive Plan betreffen die von der Gesellschaft vertraglich zugesagten Leistungen an ausgewählte Mitarbeitende.


Zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit der Union Investment Service Bank AG erfolgte eine Zuzahlung in die Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB in Höhe von 10,0 Mio. Euro durch die Union Asset Management Holding AG. Die Gesellschaft weist zum Bilanzstichtag eine Eigenkapitalquote von 35,6 Prozent auf. Die Kapitalrendite gemäß § 26a Abs. 1 Satz 4 KWG beträgt nach Gewinnabführung 0,0 Prozent.


Zum Stichtag 31.12.2023 ergibt sich für die USB eine nach den Vorschriften der Verordnung (EU) 2019/2033 (IFR) angemessene Eigenmittelausstattung. Die Eigenmittel der Gesellschaft nach Art. 9 Verordnung (EU) 2019/2033 (IFR) in Verbindung mit Art. 26 ff. Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (CRR) betragen 109,7 Mio. Euro (nach Feststellung 112,1 Mio. Euro), die Eigenmittelanforderungen gemäß Art. 11 Abs. 1 IFR 74,4 Mio. Euro (nach Feststellung 74,4 Mio. Euro).


Mit Bescheid vom 24.07.2023 ordnete die BaFin an, dass die USB Eigenmittelanforderungen einzuhalten hat, die um einen Fixbetrag in Höhe von 9.154.338,25 Euro über die Eigenmittelanforderungen nach Art. 11 Abs. 1 IFR hinausgehen. Diese zusätzliche Anforderung wurde auf Bitte der BaFin bereits erstmalig im Rahmen der IFR-Meldung für das 3. Quartal 2022 berücksichtigt.


Aus Sicht der Gesellschaft ist die Vermögenslage geordnet.

3.2 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Mitarbeitende


Für die Entwicklung und die Zukunftsfähigkeit der USB sowie ihre Stellung im Wettbewerb sind die Mitarbeitenden der entscheidende Erfolgsfaktor. Das Leistungsvermögen und die Einsatzfähigkeit der Mitarbeitenden werden entsprechend ihren Aufgaben und Potenzialen im Rahmen einer innovativen und bedarfsorientierten Personalentwicklung bestmöglich gefördert.


Im Geschäftsjahr 2023 wurden für zentrale Personalentwicklungsmaßnahmen rund 149 TEUR investiert (im Vorjahr insgesamt: 141 TEUR). Daneben wurden Weiterbildungen durch den Einsatz interner Fachtrainer durchgeführt. Insgesamt wurden so 2,5 Weiterbildungstage pro Mitarbeiter und Mitarbeiterin absolviert. Hinzu kamen rund 28 TEUR für die Führungskräftebegleitung im Kontext der Transformation des Investmentdepotgeschäfts.


Variable, an individuellen Leistungszielen bemessene Gehaltsbestandteile unterstützen zudem den Leistungswillen und die Zielorientierung der Mitarbeitenden. Zum 31. Dezember 2023 beschäftigte die USB 451 Mitarbeitende (Vorjahr: 451 Mitarbeitende) mit einem durchschnittlichen Alter von 44,7 Jahren (Vorjahr: 44,5 Jahre) und einer durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit von 16,4 Jahren (Vorjahr: 16,1 Jahre). Die Mitarbeitendenzahl der Gesellschaft entwickelt sich qualitativ sowie quantitativ den Unternehmens- und Marktbedürfnissen entsprechend. Fokussiert werden dem Geschäftsmodell dienende Qualifikationen und Kompetenzen im angemessenen und nachhaltigen Umfang.

Markenleistung


Die Werte der klassischen Parameter zur Messung der Markenleistung haben sich 2023 auf hohem Niveau gehalten. Die gestützte Bekanntheit der Marke Union Investment stieg von 56,8 Prozent bevölkerungsweit im Dezember 2022 auf 60,7 Prozent per November 2023. Die gestützte Werbeerinnerung stieg von 27,8 Prozent im Dezember 2022 auf 31,7 Prozent per November 2023, die Kaufbereitschaft stieg im selben Zeitraum von 32,6 auf 35,9 Prozent. Letzterer KPI darf nicht zu direkt bewertet werden, da die Angabe zur Kaufbereitschaft in einem anonymen Interview hochgradig unverbindlich ist, die Quote tatsächlicher Abschlüsse korreliert mit der Kaufbereitschaft nur gering. Dies gilt vor allem auch, da der Einfluss des Bankberaters bei der Kaufentscheidung hoch ist, dieser Einfluss in der Abfragesituation allerdings nicht abgebildet werden kann.


Im Zug der fortschreitenden Digitalisierung und Automatisierung auch im Finanzdienstleistungsbereich spielt die Marke an der Kundenschnittstelle eine wichtigere Rolle. Bei Union Investment besitzt Markenführung einen hohen Stellenwert und es werden zahlreiche Maßnahmen zur Stärkung der Marke verfolgt.


In der Wettbewerbsbetrachtung bleibt das Bild der letzten Jahre stabil: Union Investment setzt sich in der Markenstärke deutlich von den meisten Mitbewerbern ab. Die Marke bildet somit nachhaltig ein klares Asset der Union Investment Gruppe.

Kundenzufriedenheit


Unter den Kundengruppen, für die die USB Dienstleistungen erbringt, liegen im Berichtsjahr sowohl für Vermittlerbanken und Privatanleger neue Werte zur Gesamtzufriedenheit mit der Geschäftsbeziehung vor als auch für institutionelle Kunden.


Der im Berichtsjahr 2023 gemessene Durchschnittswert der Zufriedenheit mit Union Investment liegt bei Geno-Bankführungskräften und Bankberatern bei 2,1. Für beide Zielgruppen der genossenschaftlichen Vertriebspartnerbanken sind diese Ergebnisse als stabil einzuordnen. Bei Privatanlegern beträgt der Durchschnittswert für die Kundenzufriedenheit 2023 wie im Vorjahr 2,2 auf der 5er-Skala von 1='außerordentlich zufrieden' bis 5= 'unzufrieden'.


Bei institutionellen Kunden von Union Investment werden im zweijährigen Rhythmus eigene Zufriedenheitsbefragungen durchgeführt. Die Befragungen werden in Jahren mit ungeraden Jahreszahlen durchgeführt, daher fand im Berichtsjahr eine Befragungswelle statt. Auf einer Skala von 1 = 'außerordentlich zufrieden' bis 5 = 'unzufrieden' liegt der Wert für die Gesamtzufriedenheit institutioneller Anleger mit der Geschäftsbeziehung aktuell bei 1,72 - nach 1,75 im Jahr 2021 - und bleibt damit auf dem sehr hohen Niveau.


Für das Geschäftsjahr 2024 kann man davon ausgehen, dass es wie in den Vorjahren ambitioniert, aber durchaus möglich ist, die Werte bei den Vertriebspartnern und Privatanlegern halten zu können. Bei allen Kundengruppen kann es erfahrungsgemäß zu Abstrahleffekten in Abhängigkeit von der Kapitalmarktsituation kommen. Positiv ist zu vermerken, dass die im Jahresverlauf 2023 mit Zinsanstieg und Inflation durchaus herausfordernden Rahmenbedingungen für das Fondsgeschäft noch nicht zu einer nennenswerten Stimmungsbeeinträchtigung geführt hat - weder bei Vertriebspartnerbanken und Privatanlegern noch bei institutionellen Anlegern.

Nachhaltigkeitsmanagement in der Union Investment Gruppe


Nachhaltigkeit ist fest im Wertegerüst und den Strukturen der Union Investment Gruppe verankert. Nachhaltigkeit ist Teil unseres Selbstverständnisses, welches wir in unserem Leitbild zum Ausdruck bringen. In unserem unternehmensweiten Nachhaltigkeitskodex sind die Grundprinzipien und Leitideen, nach denen sich Nachhaltigkeit in unserem Denken und Handeln widerspiegelt, verankert.


Die Gesellschaft ist in den Nachhaltigkeitsbericht der Union Investment Gruppe sowie den Nachhaltigkeitsbericht der DZ Bank Gruppe einbezogen.

Nachhaltigkeitsstrategie


Union Investment verfolgt eine gruppenweite, vom Gesamtvorstand der Union Investment verabschiedete Nachhaltigkeitsstrategie, welche aus fünf strategische Handlungsfelder besteht: "Positionierung und Kommunikation", "Leistungen und Kompetenzen", "Vermarktung", "Produkte" sowie "Betrieb". Die Nachhaltigkeitsstrategie wird in regelmäßigen Abständen geprüft und bei Bedarf weiterentwickelt.


Die Klimastrategie von Union Investment zielt auf eine Klimaneutralität im Geschäftsbetrieb bis 2045 und bei unseren durch die Produkte finanzierte Emissionen bis 2050 ab.


Im Berichtsjahr 2023 wurde eine gruppenweite und umfassende Diversity & Inclusion-Strategie verabschiedet.

C Chancen-, Risiko- und Prognosebericht

I. Chancenbericht


Die USB verfolgt durch eine wertorientierte Unternehmenspolitik eine stete Steigerung des Unternehmenswertes unter Berücksichtigung von Rendite-Risiko-Gesichtspunkten. Erreicht werden soll dies durch dauerhaftes und profitables Wachstum, auch in sehr herausfordernden Zeiten wie diesen.


Neben dem weiter andauernden Krieg in der Ukraine kamen im Oktober 2023 kriegerische Handlungen im Nahen Osten hinzu. Trotz Störung von Lieferketten, hohem Inflationsniveau und diffusem Konsumentenverhalten stieg der DAX 40 im Jahresverlauf 2023 - bei hoher Volatilität - von circa 13.900 Punkten auf über 16.000 Punkte (Stand: 13.12.2023). Die Bemühungen der EZB, durch das Anheben der Leitzinsen, die hohe Inflation in Deutschland (Januar: 8,7 Prozent) zu bekämpfen, stellten sich als erfolgreich heraus: Bis November 2023 sank daraufhin die Inflation in Deutschland auf 3,2 Prozent.


Durch den schrittweisen Leitzinsanstieg (letzte Erhöhung am 20.09.2023 auf 4,5 Prozent) kehrte "der Zins" nach Deutschland zurück und machte bislang unattraktive Assetklassen (Renten und Geldmarkt) zunehmend interessanter. Dies führte zu einer Verlangsamung der Zuflüsse im Aktien- und Immobiliensegment. Dennoch sieht Union Investment auch weiterhin die Möglichkeit, ihre Position als aktiver Risikomanager weiter zu etablieren und das nachhaltige Fondsgeschäft auszubauen. Dies geschieht unter anderem durch das große Angebot nachhaltig gemanagter Fonds.


Die gute Position von Union Investment bietet ihren Vertriebspartnern ein hohes Absatzpotenzial. Als Anlagespezialist für die verschiedenen Assetklassen ist Union Investment mehr als andere Finanzdienstleister in der Lage, den Kunden attraktive Anlagelösungen anzubieten.


Als entlastender Lösungsanbieter trägt Union Investment des Weiteren zum Erfolg der Fondsvermögensverwaltung für Privatkunden (MeinInvest, VermögenPlus) und Firmenkunden (FiKuInvest) bei, in dem die USB eine digitale Depotlösung im Union Depot anbietet.


Auch im Jahr 2023 wurden zahlreiche gesetzgeberische Maßnahmen vorbereitet und umgesetzt, die das Wertpapiergeschäft stark beeinflussen. Darüber hinaus sind derzeit weitere gesetzgeberische Maßnahmen in Vorbereitung. Vor diesem Hintergrund sieht die USB auch die Chance, individuelle, an den Kundenwünschen orientierte Depotlösungen zu entwickeln, die Vermittlerbanken bei der Umsetzung zu unterstützen sowie die Kundenbindung zu stärken.


Die USB wird ihre führende Stellung im Investmentdepotgeschäft durch stetige Verbesserungen der Prozesse, der Leistungen, des Omnikanalmanagements, der Steuerung und durch die Nutzung von Chancen im Digitalisierungsumfeld weiter sichern und ausbauen. Durch die kontinuierliche, vorausschauende und bedarfsgerechte Weiterentwicklung des Leistungsportfolios fördert sie den Absatz der Fondsprodukte und -lösungen der Union Investment Gruppe. Die USB profitiert davon durch Sicherung und Ausbau der hohen Anzahl an Kundendepots - insbesondere im Segment Privatkunden.


Die USB als Teil der Union Investment Gruppe hat darüber hinaus mit dem internen Programm "FitForFuture" auf die sich verändernden Rahmenbedingungen reagiert und damit die Basis für strategische Investitionsfelder der Zukunft geschaffen.

II. Risikobericht

1. Bewährte Systeme zur Identifizierung und Steuerung von Risiken


Die Union Investment Service Bank AG ist in ihrer Kernkompetenz, dem Finanzkommissions- und Investmentdepotgeschäft, in hohem Maße von der Entwicklung der Kapital- und Immobilienmärkte sowie dem Anlageverhalten der Fondsanleger abhängig. Die Gesellschaft trägt als zentraler Lösungsanbieter für das Investmentdepotgeschäft innerhalb der Union Investment Gruppe durch ein klar abgegrenztes und strukturiertes Leistungsangebot dazu bei, sich von Wettbewerbern zu differenzieren. Sie verfolgt eine wertorientierte Unternehmenspolitik mit dem langfristigen Ziel, den Unternehmenswert unter Berücksichtigung von Rendite und Risiko nachhaltig zu steigern.


Die internen Steuerungssysteme sind dabei u.a. darauf ausgerichtet, Risiken zu identifizieren, regelmäßig zu überwachen und aktiv zu steuern. So sollen Risiken, die zu negativen Abweichungen vom prognostizierten Geschäftsverlauf führen können, möglichst frühzeitig erkannt und Maßnahmen zur Risikoreduzierung eingeleitet werden. Gleichzeitig soll sichergestellt werden, dass unternehmerische Chancen unter Beachtung von Risikotragfähigkeit und Profitabilität genutzt werden können.


Das Risikomanagementsystem (RMS) der Union Investment Service Bank AG ist ein fortlaufender Prozess, der die Gesamtheit aller organisatorischen Maßnahmen und Regelungen zur Identifizierung, Bewertung, Überwachung und Steuerung von Risiken umfasst. Das RMS ist gemäß den aufsichtsrechtlichen Anforderungen organisiert. Als Konzerngesellschaft der Union Investment Gruppe ist die Union Investment Service Bank AG in das Risikomanagement des Konzerns eingebunden.


Die Verantwortung für die Risikosteuerung der Gesellschaft obliegt dem Vorstand. Im Risikoappetitstatement (RAS) triff der Vorstand die wesentlichen Aussagen zum Risikoappetit. Es beinhaltet neben der Beschreibung des Geschäftsmodells und der Risiken insbesondere qualitative Vorgaben für das Eingehen von Risiken (risikopolitische Leitsätze) sowie Vorgaben zu deren quantitativen Steuerung. In der Risikostrategie der Union Investment Service Bank AG sind die identifizierten wesentlichen Risikoarten abgegrenzt, die grundlegenden Verfahren zur Risikomessung festgelegt und konkrete Leitlinien für den Umgang mit dem jeweiligen Risiko vorgegeben. Die Risikostrategie steht im Einklang mit der Risikostrategie der Union Investment Gruppe. Für alle im Rahmen der Risikoinventur identifizierten wesentlichen Risikoarten und Risikokonzentrationen wurden Verfahren für die Risikomessung und Steuerung entwickelt. Der Risikoausschuss der Union Investment Service Bank AG diskutiert in seinen Sitzungen die Risikosituation der Gesellschaft und bereitet Entscheidungen für den Vorstand vor. Der Risikobeauftragte berichtet gemeinsam mit dem Chief Risk Officer der Union Investment Gruppe quartalsweise an den Vorstand, der auf Basis dieser Berichte den Aufsichtsrat informiert.


Die Details zum RMS inklusive aller Richtlinien und Fachkonzepte sind im Risikohandbuch der Union Investment Service Bank AG dokumentiert.


Die Interne Revision überprüft die Funktionsfähigkeit des RMS im jährlichen Rhythmus.


Im Folgenden sind die wesentlichen Elemente des RMS der Union Investment Service Bank AG dargestellt:

Risikotragfähigkeitsanalyse


Zur Sicherung des Fortbestandes der Gesellschaft wird die Risikotragfähigkeit im Rahmen der ökonomischen Risiko- und Kapitalsteuerung regelmäßig überwacht. Die wesentlichen Risikoarten werden gemäß den Vorgaben der Risikostrategie und unter Beachtung der zur Verfügung stehenden Risikodeckungsmasse limitiert und mit Risikokapital unterlegt. Dabei wird, entsprechend der Risikoneigung, das maximal zulässige Risiko durch Verlustobergrenzen so begrenzt, dass die Union Investment Service Bank AG nicht im Bestand gefährdet wird. Es werden keine Diversifikationseffekte zwischen den Risikoarten berücksichtigt. Die Ermittlung des Risikokapitalbedarfs und die Überwachung der Verlustobergrenzen erfolgen nach marktüblichen Standards und Methoden durch eine unabhängige Stelle. Ergänzend dazu werden regelmäßig Stresstests durchgeführt. Die angewandten Methoden unterliegen einer jährlichen Angemessenheitsprüfung.


Neben den Limiten für die wesentlichen Risiken aus der Risikoinventur werden Mindestwerte (RAS-Schwellen) in Form von quantitativen Risikotoleranzen für aufsichtlich geforderte Kapital- und Liquiditätsanforderungen abgeleitet und berichtet.

Frühwarnsystem


In dem Frühwarnsystem werden regelmäßig Risikoindikatoren erhoben und zu zehn Kategorien aggregiert. Sofern die vordefinierten Toleranzgrenzen überschritten sind oder das Risiko als erhöht eingestuft wird, wird ein Frühwarnimpuls ausgelöst, der eine Ursachenanalyse und Maßnahmen zur Risikobewältigung bei den für die Risikosteuerung Verantwortlichen auslöst. Die aus dem System generierten Steuerungsimpulse gewährleisten damit frühzeitige Steuerungsmaßnahmen. Das Risikoindikatorensystem umfasst insbesondere operationelle Risiken, Geschäftsrisiken sowie Risiken, die sich aus ausgelagerten Tätigkeiten ergeben können. Ergänzend hierzu besteht ein Ad-hoc-Meldewesen zur Früherkennung außerordentlicher Risikosituationen mit kurzfristigem Handlungsbedarf.

Risikoberichtswesen


Der Vorstand der Union Investment Service Bank AG wird quartalsweise in schriftlicher Form über die Entwicklung der Risikolage in dem Berichtszeitraum informiert. Im Risikobericht wird die Gesamtrisikolage dargestellt und beurteilt. Es werden kritische Risikopotenziale aufgezeigt und bei Bedarf Handlungsempfehlungen zu deren Bewältigung dargestellt. Auf Basis dieses Berichtes informiert der Vorstand den Aufsichtsrat. Außerhalb der regelmäßigen Risikoberichte werden unter Risikogesichtspunkten kritische Informationen unverzüglich an den Vorstand und bei Bedarf an den Aufsichtsrat eskaliert.

2. Darstellung der wesentlichen Risiken³


Die im Rahmen der jährlichen Risikoinventur identifizierten und als wesentlich bewerteten Risiken sind Gegenstand der Risikostrategie der Gesellschaft. Auf Basis der in der Strategie festgelegten Leitlinien werden diese Risiken mit Hilfe des Risikomanagementsystems regelmäßig überwacht und gesteuert.

3 Quelle: eigene Berechnungen entsprechend der im Risikohandbuch beschriebenen Methoden, Stand 31.12.2023.

Operationelles Risiko


Das operationelle Risiko bezeichnet das Risiko von Verlusten durch menschliches Verhalten, technologisches Versagen, Prozess- oder Projektmanagementschwächen oder durch externe Ereignisse. Das Rechtsrisiko ist in dieser Definition eingeschlossen. Dem operationellen Risiko kommt im Vergleich zu den anderen Risiken große Bedeutung zu, da der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit der Union Investment Service Bank AG im Finanzkommissions- und Investmentdepotgeschäft und nicht in der Übernahme von Risiken auf eigene Rechnung liegt.


Die Quantifizierung des Risikokapitalbedarfs erfolgt rollierend gemäß Standardansatz der Capital Requirements Regulation (CRR). Zum 31.12.2023 wurde ein Risikokapitalbedarf in Höhe von 22,0 Mio. Euro ermittelt. Die Verlustobergrenze belief sich auf 27,0 Mio. Euro. Im Jahresverlauf lag der Risikokapitalbedarf jederzeit unterhalb der Verlustobergrenze. Das ergänzend zu der Berechnung des ökonomischen Risikokapitalbedarfs eingesetzte Risikoindikatorensystem setzte bestimmungsgemäß durch verschiedene Risikoindikatoren Impulse und daraus abgeleitet Maßnahmen für die Risikosteuerung. Im Jahresverlauf gab es keine Hinweise auf eine unternehmenskritische Situation.


In der Internen Verlustdatensammlung erfasst die Gesellschaft alle Verluste ab einem Betrag von 1.000 Euro brutto, die beim Eintritt von operationellen Risiken entstehen. Neben den materiellen Verlusten kann es auch zu Verzögerungen oder Unterbrechungen im Betriebsablauf oder in der Folge zu Reputationsrisiken kommen. Die Sammlung der Verlustereignisse ermöglicht es, die schlagend gewordenen operationellen Risiken zu analysieren sowie Trends und Konzentrationen zu erkennen. Somit können die im Weiteren dargestellten Maßnahmen zur Minderung oder Vermeidung des Risikoeintrittes gezielter ausgestaltet werden. Bei Verlusten ab einer Schadenshöhe von 500.000 Euro brutto wird ein standardisierter Maßnahmen-Management-Prozess eingeleitet. Aufgrund von in Einzelfällen sehr geringen Eintrittswahrscheinlichkeiten für größere Schäden treten regelmäßig Schwankungen der Schadenverläufe im Zeitablauf auf. Der Schadenverlauf war im Berichtszeitraum in Bezug auf die Verlustobergrenze zu jeder Zeit unkritisch.


In dem regelmäßigen Risk Self Assessment wird durch szenariobasierte Analysen das Risikoprofil aus operationellen Risiken geschärft. Dabei spielen gerade Worst-Case-Szenarien eine wesentliche Rolle. Sie geben steuerungsrelevante Hinweise auf den Umgang mit extremen Risikoausprägungen.


Zur Minderung oder Vermeidung der Auswirkungen aus operationellen Risiken hat die Gesellschaft verschiedene organisatorische Vorkehrungen getroffen:


Für alle wesentlichen Geschäftsvorgänge existieren Richtlinien und Prozesse in der Geschäftsprozesslandkarte, in denen Zuständigkeiten und Abläufe beschrieben sind. Die Angemessenheit und Aktualität der Richtlinien und Prozesse unterliegt der regelmäßigen Prüfung durch die Interne Revision.


Die in der Union Investment Gruppe praktizierte Bündelung von Aktivitäten und die damit verbundene Spezialisierung auf einzelne Wertschöpfungsstufen trägt elementar zur Reduktion operationeller Risiken bei. Beispielsweise werden IT-Dienstleistungen und damit verbundene Aufgaben auf einen spezialisierten IT-Dienstleister in der Gruppe ausgelagert. Zusätzlich zu der internen Aufgabenbündelung erfolgt die Auslagerung von Leistungen auf spezialisierte externe Anbieter, beispielsweise im IT-Betrieb. Dabei durchlaufen alle geplanten Auslagerungen einen standardisierten Outsourcingprozess, der auch eine Risikoanalyse des Auslagerungsvorhabens umfasst. In Abhängigkeit vom Ergebnis der Analyse werden ausgelagerte Aktivitäten und Prozesse im Risikomanagementsystem berücksichtigt. Bestehende Auslagerungen werden überwacht und darüber regelmäßig an den Vorstand berichtet. Bei Bedarf werden erforderliche Maßnahmen eingeleitet.


Ergänzend sind verschiedene organisatorische, technische und personelle Maßnahmen umgesetzt, die die Prozessstabilität verbessern und Risiken reduzieren. Dieses sind beispielsweise die Implementierung eines Internen Kontrollsystems, die Einrichtung einer zentralen Stelle zur Prävention strafbarer Handlungen, die Umsetzung der Funktionstrennung bis auf die Ebene des Vorstands, die Einrichtung einer angemessenen technischen Infrastruktur, die Qualifikation der Mitarbeitenden und die Bereitstellung ausreichender Personalressourcen.


Die Ausgestaltung der Vergütungssysteme unterliegt in der Union Investment Gruppe dem Bereich Konzern-Personal und ist in der Vergütungsrichtlinie verankert. Ziel der Vergütungssysteme ist es, die Leistungen der Mitarbeitenden angemessen zu honorieren und wirksame Leistungsanreize zu setzen. Dabei sollen ausdrücklich keine Ziele vereinbart werden, die zum Eingehen unverhältnismäßig hoher Risiken verleiten. Dies trägt zur Minimierung der operationellen Risiken bei.


Für bestimmte Risiken, die sich zum Teil auch der Steuerung durch die Gesellschaft entziehen, werden Versicherungen abgeschlossen.


Zur Verminderung der Auswirkungen von extern verursachten Risiken mit sehr hohen bis hin zu existenzbedrohenden Schadenspotenzialen besteht ein gruppenweites Konzept zur Notfall- und Krisenvorsorge.

Marktpreisrisiko


Das Marktpreisrisiko setzt sich aus dem Marktpreisrisiko i.e.S. und dem Marktliquiditätsrisiko zusammen.


Das Marktpreisrisiko i.e.S. bezeichnet das Risiko von Verlusten aus Finanzinstrumenten bzw. anderen Vermögenswerten, verursacht durch eine Veränderung der Marktpreise oder preisbeeinflussenden Parameter (z. B. Zinsrisiko, Spread- und Migrationsrisiko, Währungsrisiko, Aktienrisiko, Fondspreisrisiko oder Asset Management-Risiko). Das Marktliquiditätsrisiko ist das Risiko eines Verlustes, der aufgrund nachteiliger Veränderungen der Marktliquidität, zum Beispiel durch Verschlechterung der Markttiefe oder durch Marktstörungen, eintreten kann. Das Marktliquiditätsrisiko hat nur geringe Bedeutung.


Für die Union Investment Service Bank AG sind nur die Unterarten für Zinsrisiken im Anlagebuch, Fondspreisrisiken und Marktliquiditätsrisiken relevant. Diese ergeben sich aus den Mitarbeiteranlagen und Pensionsverpflichtungen in Sondervermögen der Union Investment Gruppe. Die Messung erfolgt über das Fondspreisrisiko.


Das Fondspreisrisiko wird als Value-at-Risk mit einem Konfidenzniveau von 99,9 Prozent und einer Haltedauer von einem Jahr quantifiziert. Die Berechnung basiert auf einer Monte-Carlo-Simulation unter Berücksichtigung von Krisenszenarien und Risikominderungstechniken. Die Quantifizierung des ökonomischen Risikokapitalbedarfs für das Marktpreisrisiko ergab zum 31.12.2023 einen Risikokapitalbedarf in Höhe von 3,0 Mio. Euro. Die Verlustobergrenze belief sich auf 4,0 Mio. Euro. Im Jahresverlauf lag der Risikokapitalbedarf jederzeit unterhalb der Verlustobergrenze.

Geschäftsrisiko


Das Geschäftsrisiko bezeichnet das Risiko eines Verlustes aus Ergebnisschwankungen, die sich bei gegebener Geschäftsstrategie ergeben können und die nicht durch andere Risikoarten abgedeckt sind. Insbesondere umfasst dies das Risiko, dass aufgrund von Veränderungen wesentlicher Rahmenbedingungen (z.B. Wirtschafts- und Produktumfeld, Kundenverhalten, Wettbewerbssituation) den Verlusten rein operativ nicht begegnet werden kann. Somit würde die Gesellschaft bei Risikoeintritt einen operativen Verlust ausweisen.


Die Ermittlung des ökonomischen Risikokapitalbedarfs erfolgt mit einem Earnings-at-Risk Ansatz als Value-at-Risk im 1-Jahres-Horizont zum Konfidenzniveau von 99,9 Prozent. Zum 31.12.2023 wurde ein Risikokapitalbedarf in Höhe von 0 Euro ausgewiesen. Aufgrund des niedrigen Geschäftsrisikos und der erwarteten Ergebnisentwicklung betrug die Verlustobergrenze Geschäftsrisiko für 2023 ebenfalls Null. Das ergänzend eingesetzte Risikoindikatorensystem setzte bestimmungsgemäß durch verschiedene Risikoindikatoren Impulse und daraus abgeleitet Maßnahmen für die Risikosteuerung. Im Jahresverlauf gab es keine Hinweise auf eine unternehmenskritische Situation.

Reputationsrisiko


Das Reputationsrisiko bezeichnet das Risiko von Verlusten aus Ereignissen, die das Vertrauen in die Unternehmen der Union Investment Gruppe oder in die angebotenen Produkte und Dienstleistungen insbesondere bei Kunden, Distributoren, Anteilseignern, Mitarbeitenden, auf dem Arbeitsmarkt, in der allgemeinen Öffentlichkeit und bei der Aufsicht beschädigen.


Aus dem Management der Investmentvermögen heraus können Reputationsrisiken für die Gesellschaft entstehen. Der Eintritt von Reputationsrisiken könnte zum Abfluss von Kundengeldern und damit zu geringeren künftigen Erträgen führen. Die Auswirkungen aus Reputationsrisiken werden in der Risikomessung des Geschäftsrisikos berücksichtigt.


Zusätzlich wird das Reputationsrisiko in der Union Investment Gruppe über einen stakeholderbasierten Ansatz erfasst und gesteuert. Für jeden Stakeholder wird anhand von quantitativen und qualitativen Indikatoren eine Einwertung des Reputationsrisiko-Niveaus vorgenommen. Das Reputationsrisiko-Niveau der Gesellschaft wird aus den Werten der relevanten Stakeholder berechnet. Quartalsweise wird im Rahmen des Risikoberichts über die Einwertung der Reputation für die relevanten Stakeholder sowie möglicher Reputationsereignisse an den Vorstand berichtet. Im Jahresverlauf gab es keine kritischen Reputationsereignisse.

Kreditrisiko


Das Kreditrisiko bezeichnet das Risiko unerwarteter Verluste durch Ausfall von Gegenparteien. Dementsprechend werden die Risikokategorien Klassisches Kreditrisiko, Kontrahenten-, Emittenten-, Verwertungs-, Länder-, Veritätsrisiko und Ausfallrisiko Rückversicherung mit den jeweiligen Unterkategorien subsumiert.


Aufgrund des Geschäftsmodells betreibt die Union Investment Service Bank AG nur das Depot- und das Finanzkommissionsgeschäft. Das Kreditrisiko der Gesellschaft ergibt sich im Wesentlichen aus Salden auf Geschäftskonten bei anderen Instituten und dem Ausfall von Depotgebühren. Die Quantifizierung des Risikos aus Salden auf Geschäftskonten orientiert sich am aufsichtsrechtlichen Kreditrisikostandardansatz (KSA). Der Risikokapitalbedarf aus dem Ausfall von Depotgebühren wird mit einem einfachen statistischen Modell ermittelt. Zum 31.12.2023 wurde ein Risikokapitalbedarf in Höhe von 0,3 Mio. Euro ausgewiesen. Die Verlustobergrenze belief sich auf 2,0 Mio. Euro. Im Jahresverlauf lag der Risikokapitalbedarf jederzeit unterhalb der Verlustobergrenze.

Liquiditätsrisiko


Das Liquiditätsrisiko ist der Verlust, der dadurch entstehen kann, dass Geldmittel zur Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen im Zeitpunkt der Fälligkeit nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen (Liquiditätsrisiko im engeren Sinne) oder dass Geldmittel bei Bedarf nur zu erhöhten Konditionen beschafft werden können (Refinanzierungsrisiko). Bei den Positionen, aus denen Liquiditätsrisiken entstehen können, handelt es sich im Wesentlichen um die Zahlungsverpflichtungen der Gesellschaft. Der Eintritt von Liquiditätsrisiken könnte zu Verzögerungen bei der Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen der Gesellschaft führen. Um dies zu vermeiden, unterliegen die Liquiditätspositionen einem laufenden Liquiditätsmanagement. Dabei zielt die aktive Planung und Steuerung der Liquiditätspositionen darauf ab, die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft jederzeit sicherzustellen. Im Berichtszeitraum war die Zahlungsfähigkeit zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Nachhaltigkeitsrisiko


Nachhaltigkeitsrisiken werden im Sinne von Umwelt-, sozialen oder Governance-Risiken nicht als eigenständige Risikoart betrachtet, sondern als Treiber bestehender Risikoarten verstanden, deren Eintreten - tatsächlich oder potenziell - erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation eines Unternehmens haben kann. Dies schließt klimabezogene Risiken in Form von physischen Risiken und Transitionsrisiken ein, aber auch Risiken, die sich aus regulatorischen Anforderungen mit Klima- oder Nachhaltigkeitsbezug ergeben.


Im Rahmen der jährlichen Risikoinventur werden Nachhaltigkeitsrisiken als Treiber der finanziellen und nicht-finanziellen Risikoarten berücksichtigt und eine Betroffenheitsanalyse durchgeführt.


So können Nachhaltigkeitsrisikotreiber beispielsweise die operationellen Risiken beeinflussen, indem sich finanzielle Verluste aus nachhaltigkeitsbedingten Rechtsansprüchen oder im Fall von Klima- und Umweltereignissen auch aus der Beeinträchtigung der Geschäftskontinuität aufgrund extremer Wetterereignisse ergeben. Im Zusammenhang mit Governance-Risiken können unzureichend funktionsfähige interne Kontroll- und Risikomanagementsysteme einen Einfluss auf das Operationelle Risiko haben.


Nachhaltigkeitsrisikotreiber können auch zu einer Veränderung der Ertragslage und der Reputationsrisiken führen, indem sich beispielsweise eine negative Wirkung auf die Reputation durch Produkte oder Geschäftsbeziehungen ergibt, die hinsichtlich klima- und umweltschädlicher Einflüsse kontrovers von den Stakeholdern gesehen werden. Reputationsrisiken können darüber hinaus auch aufgrund eines aktiven nicht nachhaltigen Handelns entstehen oder auch, wenn sich die Union Investment Gruppe in der Wahrnehmung ihrer Stakeholder zu passiv verhält und nachhaltiges Handeln unterlässt.


Die Nachhaltigkeitsrisikotreiber werden wie andere Risikotreiber implizit in der Risikomessung berücksichtigt. So werden nachhaltigkeitsgetriebene operationelle Risiken in den Instrumenten Verlustdatensammlung, szenariobasiertes Risk Self Assessment und Risikoindikatoren berücksichtigt und darüber gesteuert und überwacht. Auch im Geschäftsrisiko und Reputationsrisiko werden verschiedene Risikoindikatoren erhoben, die Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen.


Art und Umfang der Prozesse zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken im Risikomanagementsystem werden vor dem Hintergrund der aktuellen Umfeldbedingungen kontinuierlich weiterentwickelt bzw. ergänzt.

3. Zusammenfassende Darstellung der Risikolage im Berichtszeitraum


Die Ergebnisse der Risikoüberwachung wurden in den regelmäßigen Sitzungen des Risikoausschusses der Gesellschaft diskutiert und bei Bedarf Maßnahmen abgeleitet. Mit den quartalsweisen Risikoberichten und bei Bedarf durch die Ad-hoc-Eskalation kritischer Sachverhalte wurde der Vorstand über die risikorelevanten Sachverhalte informiert. Auf Basis dieser Informationen hat der Vorstand Maßnahmen zur Risikosteuerung ergriffen und den Aufsichtsrat über die Risikolage der Gesellschaft in Kenntnis gesetzt. Einzelnen risikobehafteten Entwicklungen konnte durch gezielte Maßnahmen der Risikosteuerung begegnet werden.


Im gesamten Geschäftsjahr 2023 traten keine bestandsgefährdenden Risiken für die Union Investment Service Bank AG auf. Die Analyse der Risikotragfähigkeit zeigt keine auffälligen Entwicklungen, die nicht mit den eingeleiteten Maßnahmen zu bewältigen waren. Die Risikotragfähigkeit der Union Investment Service Bank AG war jederzeit sichergestellt. Alle Verlustobergrenzen wurden während des Berichtszeitraums eingehalten. Für geschäftliche und steuerliche Risiken wurden im Jahresabschluss nach vernünftigem kaufmännischem Ermessen Rückstellungen gebildet. Die Zahlungsfähigkeit der Union Investment Service Bank AG war zu keiner Zeit gefährdet.

III. Prognosebericht


Der Prognosezeitraum bezieht sich auf das Geschäftsjahr 2024.


Die USB setzt sich auch für 2024 ambitionierte Ziele.


Vor dem Hintergrund herausfordernder Umfeldbedingungen - spürbarer Volatilität der Kapitalmärkte und verschärften Regulierungsbestrebungen - beabsichtigt die USB, konsequent Chancen für eine positive Geschäftsentwicklung zu nutzen. Dieses Ziel wird allerdings begleitet von hohen Unsicherheiten im makroökonomischen Umfeld, steigender Staatsverschuldungen der EU-Länder, Energieverteuerung und nervösen Konsumentenverhaltens.


Die USB als integrierter Anbieter für Depotlösungen wird auch 2024 mit einer effizienten Aufstellung, einem professionellen Omnikanalmanagement sowie einem bedarfsgerechtem Einsatz von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz ihren Beitrag für die Union Investment Gruppe leisten. Insbesondere im Segment der gehobenen Betreuungskunden ist ein weiterer Ausbau geplant. Auch 2024 sind von der USB eine hohe Flexibilität, weiterer Digitalisierungsausbau und Umsetzungsgeschwindigkeit gefordert, um den Anforderungen der Banken und Anleger sowie des Gesetzgebers gerecht zu werden.


Die USB erwartet auch 2024 wieder ein positives Jahresergebnis, welches leicht über Vorjahresniveau liegen wird. Bei den Provisionserträgen wird gegenüber dem Vorjahr ebenfalls ein Anstieg erwartet (+9 Prozent bzw. +13,1 Mio. Euro auf 162,6 Mio. Euro). Ertragstreiber sind hier die vereinnahmten Erträge aus der Depotgebühr sowie die Erträge aus der Leistungsverrechnung für Marktbearbeitungsunterstützungstätigkeiten für die konzernzugehörigen Investmentgesellschaften. Bei den Verwaltungsaufwendungen rechnet die USB für das Jahr 2024 gegenüber dem vorigen Geschäftsjahr mit einer Anstieg der Kosten (+9 Prozent bzw. +13,3 Mio. Euro auf 155,2 Mio. Euro) über nahezu alle Kostenarten. Die Gesamtanzahl der Kundendepots wird Ende 2024 voraussichtlich geringfügig höher gegenüber dem Stand zum Vorjahr liegen.


Die USB und die gesamte Union Investment Gruppe werden auch im folgenden Berichtsjahr als Kompetenzzentrum für Asset Management der genossenschaftlichen Finanz-Gruppe ihren langfristig eingeschlagenen Entwicklungspfad fortsetzen und sich im Markt für institutionelle Anleger und für Privatanleger gleichermaßen erfolgreich positionieren.


Hinsichtlich der Entwicklung der nichtfinanziellen Indikatoren wird auf das Kapitel B. IV. 3.2 verwiesen.

 

Frankfurt am Main, den 29. Januar 2024


Union Investment Service Bank AG

Name
Christoph Pöhlsen
Barbara Resch
Bettina Tews

Bilanz zum 31. Dezember 2023

der Union Investment Service Bank AG

AKTIVSEITE

31.12.2023 31.12.2022
EUR TEUR EUR EUR TEUR
1 Barreserve
a) Kassenbestand 7.272,71 8
2 Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 314.806.349,65 250.810
davon an verbundene Unternehmen 314.785.179,09 (i. Vj. 250.799)
b) andere Forderungen 4.779.629,57 319.585.979,22 2.287
3 Forderungen an Kunden 10.860.707,55 11.664
davon an verbundene Unternehmen 2.959.824,64 (i. Vj. 4.994)
4 Immaterielle Anlagewerte
a) entgeltlich erworbene Konzessionen,
gewerbliche Schutzrechte und ähnliche
Rechte und Werte sowie Lizenzen an
solchen Rechten und Werten
3.068.298,00 5.276
b) geleistete Anzahlungen 8.222.723,21 11.291.021,21 5.168
5 Sachanlagen 54.568,00 68
6 Sonstige Vermögensgegenstände 3.756.595,73 3.047
davon an verbundene Unternehmen 3.601.573,53 (i. Vj. 2.876)
7 Rechnungsabgrenzungsposten 36.750,08 37
Summe der Aktiva 345.592.894,50 278.363

PASSIVSEITE

31.12.2023 31.12.2022
EUR TEUR EUR EUR TEUR
1 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 131.643.879,02 99.269
a) täglich fällig
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 34.559,80 (i. Vj. 36)
2 Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) andere Verbindlichkeiten 1.394.934,82 1.468
aa) täglich fällig 1.394.934,82 (i. Vj. 1.468)
3 Sonstige Verbindlichkeiten 43.713.408,47 25.229
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 14.553.991,84 (i. Vj. 13.779)
4 Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen
und ähnliche Verpflichtungen 5.369.145,73 5.715
b) andere Rückstellungen 40.356.526,46 45.725.672,19 33.566
5 Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 14.650.000,00 14.650
b) Kapitalrücklage
Kapitalrücklage nach §272 (2) Nr. 4 HGB 107.000.000,00 97.000
c) Gewinnrücklagen
ca) gesetzliche Rücklage 1.465.000,00 123.115.000,00 1.465
Summe der Passiva 345.592.894,50 278.363

Gewinn- und Verlustrechnung der Union Investment Service Bank AG

für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember 2023

2023 2022
EUR TEUR EUR EUR EUR TEUR
1 Zinserträge aus Kredit- und
Geldmarktgeschäften
4.088.187,21 311
2 Zinsaufwendungen 29.202,38 4.058.984,83 307
3 Provisionserträge 149.568.381,68 136.885
4 Provisionsaufwendungen 6.861.532,80 142.706.848,88 6.760
5 Sonstige betriebliche Erträge 3.739.297,70 24.881
6 Allgemeine
Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 36.863.642,16 31.192
ab) Soziale Abgaben und
Aufwendungen für
Altersversorgung und für
Unterstützung
6.455.314,76 43.318.956,92 8.571
darunter: für Altersversorgung 1.213.816,07 (i. Vj. 3.440)
b) andere
Verwaltungsaufwendungen
96.243.508,58 139.562.465,50 100.790
7 Abschreibungen und
Wertberichtigungen
auf immaterielle Anlagewerte
und Sachanlagen
2.339.606,41 2.920
8 Sonstige betriebliche
Aufwendungen
3.616.831,17 6.047
9 Abschreibungen und
Wertberichtigungen auf
Forderungen und bestimmte
Wertpapiere sowie
Zuführungen zu Rückstellungen
im Kreditgeschäft
0,00 58
10 Erträge aus Zuschreibungen
zu Forderungen und bestimmten
Wertpapieren sowie aus der
Auflösung von Rückstellungen
im Kreditgeschäft
4.065,65
11 Ergebnis der normalen
Geschäftstätigkeit
4.990.293,98 5.432
12 Auf Grund einer
Gewinngemeinschaft, eines
Gewinnabführungs- oder eines
Teilgewinnabführungsvertrags
abgeführte Gewinne
4.990.293,98 5.432
13 Jahresüberschuss 0,00 0

Anhang

Allgemeine Angaben

Grundlagen zur Aufstellung des Abschlusses


Der Jahresabschluss ist unter Anwendung der Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) sowie des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt.


Die Union Investment Service Bank AG, mit Sitz in Frankfurt am Main, wird im Registergericht des Amtsgerichts Frankfurt am Main unter der Registernummer HRB 54979 geführt.


Der Einzelabschluss der Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Union Asset Management Holding AG, Frankfurt am Main, einbezogen, die den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis einzubeziehender Unternehmen aufstellt. Die Union Asset Management Holding AG wird unter der Nummer HRB 47289 im Handelsregister des Amtsgerichts Frankfurt am Main geführt. Der Konzernabschluss der Union Asset Management Holding AG wird in den Konzernabschluss der DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt am Main, einbezogen. Diese stellt den Konzernabschluss für den größten Kreis einzubeziehender Unternehmen auf und wird unter der Nummer HRB 45651 im Handelsregister des Amtsgerichts Frankfurt am Main geführt. Der Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht und ist bei der DZ BANK AG erhältlich.


Die Union Investment Service Bank AG ist Teil der DZ BANK Gruppe. In bestimmten Rechtsordnungen, in denen die DZ BANK Gruppe tätig ist, wurden Gesetze zur globalen Mindestbesteuerung (BEPS 2.0 Pillar 2) erlassen oder inhaltlich umgesetzt. In Deutschland erfolgt die Umsetzung im Rahmen des Gesetzes zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2022/2523 des Rates zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung und weiterer Begleitmaßnahmen, das am 27. Dezember 2023 im Bundesgesetzblatt veröffentlich wurde. Das Gesetz tritt für das am 1. Januar 2024 beginnende Geschäftsjahr des Konzerns in Kraft. Der Konzern fällt in den Geltungsbereich der erlassenen oder materiell-rechtlich umgesetzten Rechtsvorschriften und hat eine Bewertung der potenziellen Betroffenheit des Konzerns von der globalen Mindestbesteuerung vorgenommen.


Die Union Investment Service Bank AG ist Teil der Mindeststeuergruppe gemäß § 3 Abs. 1 MinStG mit der DZ BANK AG als oberste Muttergesellschaft und Gruppenträger. Der Gruppenträger schuldet die Mindeststeuer nach dem MinStG und hat den Mindeststeuer-Bericht sowie die entsprechende Steuererklärung im Inland abzugeben. Die DZ BANK Gruppe erwartet aus Konzernsicht ein lediglich unwesentliches Ertragsteuerrisiko aus der globalen Mindestbesteuerung.


Alle Beträge sind gemäß § 244 HGB in Euro angegeben.


Posten der Bilanz oder der Gewinn- und Verlustrechnung, die keinen Betrag ausweisen, werden nicht aufgeführt, es sei denn, dass im vorhergehenden Geschäftsjahr unter diesen Posten ein Betrag ausgewiesen wurde. Sofern nicht abweichend gekennzeichnet, sind alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) dargestellt. Beträge unter 500,00 Euro werden als 0 TEUR angegeben; sofern ein Posten 0,00 Euro beträgt, wird dieser mit einem Strich gekennzeichnet. Es wird kaufmännisch gerundet. Hierdurch können sich bei der Bildung von Summen und bei der Berechnung von Prozentangaben geringfügige Abweichungen ergeben.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände


Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nennbetrag oder dem Barwert angesetzt.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen


Die Bilanzierung der immateriellen Anlagewerte und Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer und soweit erforderlich um außerplanmäßige Abschreibungen. Selbständig nutzbare, bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten von 50,01 Euro bis 800,00 Euro werden im Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis zu 50,00 Euro sind unmittelbar im Aufwand gebucht.

Verbindlichkeiten


Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.

Rückstellungen


Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind teilweise über die VGU e.V. - Versorgungskasse genossenschaftlich orientierter Unternehmen - und über die R+V Pensionsfonds Aktiengesellschaft ausfinanziert. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren. Den Berechnungen liegen aktuelle Sterbe-, Invaliditäts- und Fluktuationswahrscheinlichkeiten, erwartete Gehalts-, Anwartschafts- und Rentensteigerungen sowie der Diskontierungszinssatz zu Grunde, der sich unter Inanspruchnahme der Vereinfachungsregelung des § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB bei einer angenommenen Restlaufzeit der Verpflichtungen von 15 Jahren ergibt. Die tatsächlich verwendeten Parameter sind unter den Erläuterungen zu den Rückstellungen angegeben. Diese Annahmen stützen sich auf in der Vergangenheit beobachtete Entwicklungen und berücksichtigen Erwartungen zur künftigen Entwicklung des Arbeitsmarkts. Basis für die Schätzung der durchschnittlichen Lebenserwartung bilden anerkannte biometrische Rechnungsgrundlagen (Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck).


Die anderen Rückstellungen werden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung in Höhe des notwendigen Erfüllungsbetrags für ungewisse Verbindlichkeiten oder für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften gebildet. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst, der von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben wird. Erträge aus der Abzinsung beziehungsweise Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen, Erfolge aus der Änderung der Abzinsungssätze sowie der Schätzung der Restlaufzeiten werden unter den Sonstigen betrieblichen Erträgen beziehungsweise den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Bei der Ermittlung der Aufwendungen und Erträge aus Aufzinsungs- und Zinsänderungseffekten wird davon ausgegangen, dass eine Änderung des Abzinsungssatzes erst zum Ende der Periode eintritt, so dass der Nominalbetrag der Verpflichtung mit dem Zinssatz zu Beginn der Periode aufgezinst wird. Entsprechendes gilt für eine Veränderung des Verpflichtungsumfangs. In Bezug auf den Verbrauch von Rückstellungen wird die Annahme getroffen, dass dieser ebenfalls erst zum Ende der jeweiligen Periode erfolgt.

Fremdwährungsposten


Die Währungsumrechnung erfolgt auf Basis des § 340h in Verbindung mit § 256a HGB. Auf fremde Währung lautende Forderungen und Verbindlichkeiten werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Die Bewertungseffekte aus diesen Geschäften werden in den Sonstigen betrieblichen Erträgen beziehungsweise Sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Handelsgeschäfte werden nicht getätigt. Erträge und Aufwendungen in Fremdwährung werden grundsätzlich mit dem Stichtagskurs zum Zeitpunkt ihrer ergebniswirksamen Erfassung umgerechnet.

Latente Steuern


Aufgrund der ertragsteuerlichen Organschaft der Union Investment Service Bank AG zum Organträger Union Asset Management Holding AG werden die latenten Steuern auf die inländischen temporären Differenzen der Union Investment Service Bank AG auf Ebene des Organträgers ausgewiesen, sodass die Anhangangaben zu den latenten Steuern der Gesellschaft ebenfalls dort erfolgen.

Erläuterungen zur Bilanz

Aktivseite

Forderungen an Kreditinstitute

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Geschäftskonto DZ Bank 154.269 139.419
Abwicklungskonto Anteilsscheingeschäft DZ Bank 160.516 111.379
Leistungspauschale Union Depot Komfort 2.532 476
Auslagerungsgebühr MeinInvest/VermögenPlus 1.416 1.235
Sonstige 853 587
Gesamt 319.586 253.096


Die anderen Forderungen gegenüber Kreditinstituten haben eine Laufzeit bis zu 3 Monaten.

Forderungen an Kunden

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Depotgebühren (Vermögenswirksame Leistungen) 5.006 4.742
Leistungsverrechnung UIG 2.958 4.994
Depotgebühren 1.390 1.435
Rückforderungen an Kunden 239 266
Sonstige 1.267 227
Gesamt 10.861 11.664


Die über ein Jahr valutierenden Forderungen aus den Depotgebühren (vermögenswirksame Leistungen) sind entsprechend ihrer jeweiligen Restlaufzeit mit dem Barwert angesetzt.

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
bis 3 Monate 7.171 7.406
mehr als 3 Monate bis 1 Jahr 2 12
mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre 2.982 3.533
mehr als 5 Jahre 706 713
Gesamt 10.861 11.664

Entwicklung des Anlagevermögens

Immaterielle
Anlagewerte
Sachanlagen Gesamt
TEUR TEUR TEUR
Historische Anschaffungskosten zum 01.01.2023 49.545 151 49.696
Zugänge im Geschäftsjahr 3.174 0 3.174
Abgänge im Geschäftsjahr 3 2 5
Umbuchungen im Geschäftsjahr 0 0 0
Anschaffungskosten zum 31.12.2023 52.716 148 52.864
Kumulierte Abschreibungen zum 01.01.2023 39.101 83 39.184
Abschreibungen des Geschäftsjahres 2.327 13 2.340
Zuschreibungen des Geschäftsjahres 0 0 0
Änderungen aus Zugängen 0 0 0
Änderungen aus Abgängen 3 2 5
Umbuchungen im Geschäftsjahr 0 0 0
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12.2023 41.425 94 41.519
Buchwert zum 31.12.2023 11.291 55 11.346


In dem bilanzierten Buchwert der immateriellen Anlagewerte sind Anzahlungen für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von 3.392 TEuro enthalten. Der ausgewiesene Bilanzwert der Sachanlagen entspricht vollständig dem Wert der Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Sonstige Vermögensgegenstände

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Umsatzsteuerumlage 3.602 2.876
Werbekooperation Deutsche Post 137 133
Sonstige 18 38
Gesamt 3.757 3.047

Passivseite

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten


Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen weitestgehend aus den Provisionsverbindlichkeiten gegenüber den Vermittlerbanken, die aus dem Anteilsscheingeschäft sowie aus der Wertpapierverwahrung in Höhe von 131.644 TEuro resultieren. In dieser Position sind Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 35 TEuro enthalten.

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden


In diesem Posten sind im Wesentlichen die Provisionsverbindlichkeiten aus Anteilscheinabsatz in Höhe von 1.248 TEuro gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesen.

Sonstige Verbindlichkeiten

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Abgeltungs-, Kirchen- und Umsatzsteuer - Finanzamt Frankfurt 28.640 10.999
Umsatzsteuer Dezember - Union Asset Management Holding AG 7.756 7.201
Ergebnisabführung - Union Asset Management Holding AG 4.990 5.432
Leistungspauschale UnionDepot Komfort - Union Investment Privatfonds GmbH 775 106
Leistungsverrechnungen - Union IT-Services GmbH 538 916
Leistungspauschale UnionDepot Komfort - Attrax Financial Services S.A. 489 120
Lohn- und Kirchensteuer Dezember - Finanzamt Frankfurt 437 379
Sonstige 88 78
Gesamt 43.713 25.229

Rückstellungen

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Personalbereich 30.440 25.001
Nicht abgerechnete Leistungen 6.314 5.824
Depotgebühren 4.072 3.770
Aufbewahrungspflichten 3.170 3.705
Restrukturierung (Sachaufwand) 908 -
Sonstige 821 982
Gesamt 45.726 39.281


Die Rückstellungen im Personalbereich stellen sich wie folgt dar:

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Altersteilzeit 13.131 11.101
Sonderzahlungen 6.846 5.685
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 5.369 5.715
Restrukturierung (Personalaufwand) 2.370 -
Jubiläum 1.140 1.122
Urlaubsrückstände und Gleitzeit 895 927
Long Term Incentive Plan (LTIP) 418 450
Sonstige 270 -
Gesamt 30.440 25.001


Aufgrund der teilweisen Ausfinanzierung dieser Verpflichtungen über externe Versorgungsträger bestehen von Seiten der Gesellschaft keine direkten Zahlungsverpflichtungen gegenüber früheren Organmitgliedern.

Altersversorgungsverpflichtungen Altersteilzeitverpflichtungen
31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR TEUR TEUR
Erfüllungsbetrag der Verpflichtung 18.275 16.800 15.872 13.389
Beizulegender Zeitwert der verrechneten, teilweise verpfändeten Vermögensgegenstände 12.906 11.085 2.741 2.288
Nettoausweis der Verpflichtungen 5.369 5.715 13.131 11.101
Der Bewertung zugrunde gelegte Diskontierungszinssatz gemäß Vereinfachungsregelung § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB 1,83% 1,79% 1,08% 0,60%
Gehaltstrend 0 - 2,50% 0 - 2,50% 2,50% 2,50%
Rententrend 0 - 2,30% 0 - 2,50% - -
Anschaffungskosten der verrechneten, teilweise verpfändeten Vermögensgegenstände 3.563 3.165 2.812 2.434
Verrechnete Aufwendungen 981 918 306 134
Verrechnete Erträge 756 618 143 122


Im Berichtsjahr erfolgt analog des Vorjahres ein Bruttoausweis der Altersversorgungsverpflichtungen. In Anlehnung an den IDW RH FAB 1.021 werden die Verpflichtungen nun einheitlich auf der Aktiv- und der Passivseite bewertet. Hierbei werden die Leistungen, die von der VGU zu erwarten sind, von den Gesamtleistungen in Abzug gebracht (Leistungssaldierung). Der Barwert der verbleibenden Restansprüche wird dann mit den weiteren Vermögenswerten saldiert, um hieraus den notwendigen handelsrechtlichen Erfüllungsbetrag der Verpflichtungen zu ermitteln.


Investmentfondsanteile, die ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristigen Verpflichtungen (hier Altersteilzeitverpflichtungen) dienen, sind gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit den entsprechenden Verpflichtungen verrechnet worden. Gleichermaßen wurde mit den Aufwendungen und Erträgen aus der Bewertung dieser - teilweise verpfändeten - Investmentfondsanteile und aus der Abzinsung der Rückstellungen (in Höhe von 1.285 TEuro) verfahren. Die Bewertung der Investmentfondsanteile erfolgt zum jeweils aktuellen Rücknahmepreis am Bilanzstichtag.


Auf Grund der Bewertung der Altersversorgungsverpflichtungen mit dem anzuwendenden 10-Jahresdurchschnittszinssatz ergibt sich im Vergleich mit dem 7-Jahresdurch-schnittszinsatz der Vorjahre ein Unterschiedsbetrag in Höhe von 117 TEuro, der gemäß § 253 Abs. 6 HGB einer Ausschüttungssperre unterliegt.


Infolge der bestehenden ertragsteuerlichen Organschaft der Gesellschaft zur Organträgerin Union Asset Management Holding AG und die sich hieraus ergebenden Erfordernisse der Abführung des Gesamtgewinns in Übereinstimmung mit denen in § 268 Abs. 8 HGB geregelten Ausschüttungssperren, kommt die Ausschüttungssperre des § 253 Abs. 6 HGB nicht zur Anwendung (§ 301 AktG).

Entwicklung des Eigenkapitals

Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklage Bilanzgewinn Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Stand zum 01.01.2023 14.650 97.000 1.465 - 113.115
Zuführung - 10.000 - - 10.000
Jahresüberschuss 2023 - - - 4.990 4.990
Gewinnausschüttung für 2023 - - - -4.990 -4.990
Stand zum 31.12.2023 14.650 107.000 1.465 - 123.115

Haftungsverhältnisse


Die Gesellschaft ist in die Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR) einbezogen. Diese Einrichtung besteht aus einem Garantiefonds und einem Garantieverbund. Entsprechend ihrer statuarischen Verpflichtung hat die Union Investment Service Bank AG für etwaige Bedarfsfälle gegenüber dem BVR zugunsten des Garantieverbundes eine Garantieerklärung in Höhe von 1.046 TEuro abgegeben.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen


An sonstigen finanziellen Verpflichtungen gemäß § 285 Nr.3a HGB bestehen Verpflichtungen aus KFZ-Leasingverträgen in Höhe von 243 TEuro.

Fremdwährung


Zum Stichtag bestehen keine auf Fremdwährung lautenden Vermögensgegenstände und Schulden.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Provisionserträge

2023 2022
TEUR TEUR
Leistungsverrechnung Marktbearbeitungsunterstützung 105.104 92.369
Wertpapierverwahrung - Depotgebühren 42.732 42.783
Auslagerungsgebühr VermögenPlus/ MeinInvest 1.188 1.041
Leistungsverrechnung VisV Depot 308 344
Sonstige 237 348
Gesamt 149.568 136.885

Provisionsaufwendungen

2023 2022
TEUR TEUR
Wertpapierverwahrung - Lagerstellengebühr 4.397 3.962
Abwicklung Zahlungsverkehr 1.728 1.725
Wertpapierverwahrung - Ordergebühr 616 772
Sonstige 120 301
Gesamt 6.862 6.760

Sonstige betriebliche Erträge

2023 2022
TEUR TEUR
Auflösung und Neubewertung von Rückstellungen 1.120 22.437
Umlage Umsatzsteuer Vorjahre 900 900
Bankenindividuelle Steuerung (BIS) 783 484
Gruppeninterne Leistungs- und Sachkostenverrechnung 246 323
Differenzausgleich Depotgeschäft 223 -
Aufzinsung von Rückstellungen 97 -
Devisenkursgewinne 0 1
Sonstige 369 737
Gesamt 3.739 24.881

Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

2023 2022
TEUR TEUR
Personalaufwendungen 43.319 39.763
Gehälter 36.864 31.192
Aufwendungen für Altersversorgung und soziale Abgaben 6.455 8.571
Andere Verwaltungsaufwendungen 96.244 100.790
Leistungsverrechnung Union Investment Gruppe 56.488 55.754
Bürobetrieb 27.447 32.841
davon Sonstige Fremde Dienste 12.554 12.741
davon Porto- und Telekommunikationskosten 7.519 12.607
davon Prüfung und Beratung 4.928 5.199
Grundstücksaufwendungen/Raumkosten 6.643 6.378
IT-Kosten 4.596 4.722
übrige sonstige Aufwendungen 1.070 1.095
Gesamt 139.562 140.553


Die Aufwendungen für die gruppeninterne Leistungsverrechnung resultieren aus der Auslagerung einzelner Teilbereiche der Gesellschaft auf die Schwestergesellschaften und an die Muttergesellschaft der Union Investment Gruppe. Die rechtliche Grundlage bildet der Konzernrahmenvertrag. Die Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen:

Tätigkeit Gesellschaft 2023 2022
TEUR TEUR
IT-Dienstleistungen Union IT-Services GmbH 40.341 41.306
Unterstützung Depotgeschäft Attrax Financial Services S.A. 8.019 6.817
Stabsleistungen Union Asset Management Holding AG 5.235 5.578
Miete Betriebs- und Geschäftsausstattung Union Asset Management Holding AG / Union Investment Real Estate GmbH 1.038 1.006
LV Business Service Union Service-Gesellschaft mbH 1.030 1.048
Digitale Vertriebswege Visual Vest GmbH 825 -
Gesamt 56.488 55.754

Sonstige betriebliche Aufwendungen

2023 2022
TEUR TEUR
Altersteilzeitverpflichtungen 3.066 5.103
Saldierte Aufwendungen aus Altersversorgungsverpflichtungen 225 250
Saldierte Aufwendungen aus Altersteilzeitverpflichtungen 163 12
Kulanzleistungen Depotgeschäft 67 83
Fehlerbereinigung, Differenzausgleich Depotgeschäft 63 539
Devisenkursverluste 1 10
Aufzinsung langfristiger Rückstellungen - 5
Sonstige 31 47
Gesamt 3.617 6.047

Sonstige Angaben

Anzahl der durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter

Weiblich Männlich Gesamt
Vollzeitbeschäftigte 128,0 163,8 291,8
Teilzeitbeschäftigte 133,5 25,8 159,3
Gesamt 261,5 189,5 451,0

Angaben zum Abschlussprüferhonorar


Auf die Angabe des von dem Abschlussprüfer berechneten Gesamthonorars wird gemäß § 285 Nr.17 HGB verzichtet.

Bezüge des Aufsichtsrates und der Geschäftsführung


Die Mitglieder des Aufsichtsrates bezogen im Berichtsjahr keine Vergütung. Die Bezüge des Vorstandes betragen im Berichtszeitraum 1.503 TEuro.

Aufsichtsrat

Name Bezeichnung Beruf
Sonja Albers Vorsitzende Mitglied des Vorstands,
Union Asset Management Holding AG, Frankfurt am Main
Dr. Frank Engels Stv. Vorsitzender Mitglied des Vorstands,
Union Asset Management Holding AG, Frankfurt am Main
Dr. Daniel Günnewig Mitglied Bereichsleiter Konzernstrategie,
-steuerung und Nachhaltigkeit, Union Asset Management Holding AG, Frankfurt am Main

Vorstand

Name Beruf
Christoph Pöhlsen Mitglied des Vorstands
Barbara Resch Mitglied des Vorstands
Bettina Tews Mitglied des Vorstands

Mandate des Vorstands

Name Mandatsbezeichnung
Barbara Resch Mitglied des Aufsichtsrats der VisualVest GmbH (bis 30.06.2023)
stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats der Attrax Financial Services S.A.
Christoph Pöhlsen Mitglied des Aufsichtsrats der VisualVest GmbH (seit 1. Juli 2023)

Anteilseigner


Das Grundkapital der Gesellschaft zum Bilanzstichtag beträgt 14.650 TEuro. Alleinige Gesellschafterin ist mit 14.650.000 Stückaktien die Union Asset Management Holding AG, Weißfrauenstraße 7, 60311 Frankfurt am Main.

Gewinnverwendungsvorschlag


Gemäß § 1 des bestehenden Gewinnabführungsvertrags vom 10. Juli 2002 in der Fassung vom 15. Juni 2020 zwischen der Union Asset Management Holding AG und der Union Investment Service Bank AG wird der erzielte Gewinn in Höhe von 4.990 TEuro an die Muttergesellschaft abgeführt.

Nachtragsbericht


Vorgänge von besonderer Bedeutung haben sich nach dem Geschäftsjahresabschluss nicht ereignet.

Datum / Unterschriften

 

Frankfurt am Main, den 29. Januar 2024


Union Investment Service Bank AG

Name
Christoph Pöhlsen
Barbara Resch
Bettina Tews

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Union Investment Service Bank AG, Frankfurt am Main

Prüfungsurteile


Wir haben den Jahresabschluss der Union Investment Service Bank AG, Frankfurt am Main, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Union Investment Service Bank AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.


Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.


Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile


Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht


Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.


Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.


Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.


Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts


Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.


Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.


Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.


Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 30. Januar 2024


PricewaterhouseCoopers GmbH


Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Andre Hütig ppa. Claudia Ullmer
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

Bericht des Aufsichtsrats


Der Aufsichtsrat ließ sich während des Geschäftsjahres 2023 in Erfüllung seiner gesetzlichen und satzungsgemäßen Aufgaben unter anderem in zwei ordentlichen Sitzungen und durch Quartalsberichte vom Vorstand über die allgemeine Geschäftsentwicklung, wichtige Einzelvorgänge und die personelle Entwicklung berichten. Ereignisse und Maßnahmen von besonderer Bedeutung wurden vor allem im Rahmen der turnusmäßigen Sitzungen behandelt. Soweit notwendig, wurden Einzelfälle gesondert beraten.


Der Vorstand hat den Jahresabschluss und den Lagebericht aufgestellt und dem Abschlussprüfer zur Prüfung vorgelegt. Durch die Hauptversammlung am 9. Februar 2023 war die PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Friedrich-Ebert-Anlage 35-37, 60327 Frankfurt am Main, zum Abschlussprüfer gewählt und anschließend vom Aufsichtsrat mit der Prüfung beauftragt worden. Diese Gesellschaft hat den Jahresabschluss und den Lagebericht geprüft und jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.


Vom Ergebnis der Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts durch den Abschlussprüfer hat der Aufsichtsrat zustimmend Kenntnis genommen.


Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Ergebnisverwendung geprüft und in Anwesenheit des Abschlussprüfers über diese Vorlagen verhandelt. Es ergaben sich keine Einwendungen.


Mit dem Beschluss vom heutigen Tage hat der Aufsichtsrat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss gebilligt, er gilt damit als festgestellt. Der Jahresabschluss weist ein Ergebnis vor Gewinnabführung von 5,0 Mio. Euro aus. Gemäß Gewinnabführungsvertrag vom 31. Mai 2002 in der Fassung vom 15. Juni 2020 zwischen der Union Investment Service Bank AG und der Union Asset Management Holding AG (UMH) wird das Jahresergebnis an die UMH abgeführt.


Zur Überwachung der Qualität der Abschlussprüfung im Jahr 2023 hat der Aufsichtsrat die PricewaterhouseCoopers GmbH um einen Qualitätsbericht gebeten, in dem die von der Prüfungsgesellschaft getroffenen Prozesse und Maßnahmen zur Qualitätssicherung, u.a. zur Auftragsannahme und -fortführung sowie zur unabhängigen auftragsbegleitenden Qualitätssicherung, erläutert werden. Außerdem beurteilte der Aufsichtsrat selbst die Qualität der Abschlussprüfung anhand der von ihm zuvor beschlossenen Indikatoren.

 

Frankfurt am Main, 8. Februar 2024


Der Aufsichtsrat

Sonja Albers
Vorsitzende

Beschlussfassung über die Feststellung des Jahresabschlusses 2023 und die Verwendung des Ergebnisses


Die Hauptversammlung der Union Investment Service Bank AG hat am 08. Februar 2024 den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023 festgestellt.


Der Jahresüberschuss in Höhe von 4.990.293,98 EUR wurde auf Grundlage eines Gewinnabführungsvertrags an die Union Asset Management Holding AG abgeführt.

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