Kaufmann Verwaltungs GmbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Martin Strobel seit 18.12.2023 | Prokura |
Andreas Rapp seit 18.12.2023 | Prokura |
Peter Kaufmann seit 9.5.2012 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Kaufmann GmbHOberstadionJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023LageberichtGrundlagen des Unternehmens Die Kaufmann GmbH ist ein mittelständisches Bauunternehmen und hat ihren Sitz mit Verwaltung und Produktion in Oberstadion (Baden-Württemberg). Die Gesellschaft erstellt schlüsselfertige Massivholzwohngebäude (Ein- und Mehrfamilienhäuser) aus Dübelholz für private und öffentliche Auftraggeber. Angeboten wird die Übernahme aller Bauleistungen von der Planung bis zum Einzug in das Gebäude. Eigenleistungen von Bauherren können dabei in Eigenleistungspaketen berücksichtigt werden. Dübelholz sind massive, flächige Holzbauelemente, die als Wand, Decke oder Dach im Ein- oder Mehrfamilienhaus, aber auch in Großbauobjekten, verwendet werden. Basis für das Dübelholz sind Fichteholzlamellen aus der regionalen Forstwirtschaft, die mit einem Dübel aus Hartholz (Buche) leimfrei verbunden werden und damit keine Schadstoffe enthalten. Derzeit können die Gewerke Holzbau, Heizungsbau, Fliesenleger, Trockenbau, Stuckateur sowie die Montage von PV-Anlagen von der Kaufmann GmbH weitgehend selbst abgedeckt werden. Damit bestehen nur teilweise Abhängigkeiten zu Nachunternehmern. Die Themen Nachhaltigkeit, Regionalität und Energieeffizienz sind bei der Kaufmann GmbH ein wichtiges Element der Geschäftstätigkeit. Gemeinsam mit den Mitarbeitern wurden die Unternehmenswerte nachhaltig, innovativ und begeisternd erarbeitet. Das weitgehend klimaneutrale Werk erzeugt über Photovoltaikanlagen die Energie für den Maschinenpark und die Produktion. Holzreste werden zur Beheizung der Produktionsgebäude und Büros verwendet, die Hobelspäne aus der Produktion werden an die Lebensmittelindustrie zur Weiterverarbeitung geliefert. Das Familienunternehmen wurde im Jahr 1992 gegründet und wird in der zweiten Generation geführt. Zum Geschäftsjahresende waren 83 Mitarbeiter sowie 1 Auszubildender beschäftigt. Forschung und Entwicklung Das Unternehmen versucht durch Prozessoptimierungen die Produktionsabläufe im Werk sowie die Verfahrensweisen auf den Baustellen zu verbessern. So wurden auch im Jahr 2023 interne Prozessabläufe in der Verwaltung wie auch der Produktion optimiert. Durch die Erhöhung der Vorfertigung im Werk können die Abläufe auf den Baustellen beschleunigt werden. Derzeit werden auf geeigneten Baustellen weitere Möglichkeiten getestet, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen und dem Ziel, diese zukünftig bei allen Baustellen einzusetzen. Dadurch sind weniger Arbeiten auf den Baustellen witterungsabhängig, was wiederum zur Steigerung der Effizienz, Kosteneinsparungen und Ressourcenschonung führt. Wirtschaftsbericht Wirtschaftliche Entwicklung 2023 Die Wirtschaftsleistung (BIP) in Deutschland hat im Jahr 2023 preisbereinigt um 0,3% abgenommen, nachdem im Jahr 2022 noch ein Anstieg von 1,8% zu verzeichnen war. Der weiterhin andauernde russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, gestiegene (Leit-) Zinsen, ein außergewöhnlich hoher Krankenstand, die relativ schwache weltwirtschaftliche Entwicklung sowie zunehmende strukturelle Herausforderungen sind mittelbare Ursachen der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Im Gegensatz zu anderen großen westlichen Volkswirtschaften ist Deutschland in der wirtschaftlichen Entwicklung stärker durch die ehemals starke Abhängigkeit von russischen Energielieferungen, einem hohen Industrieanteil in der Wertschöpfung sowie einer ausgeprägten Außenhandelsorientierung beeinträchtigt. Sowohl auf europäischer wie auch nationaler Ebene konnte in kurzer Zeit der Ausfall russischer Energielieferungen kompensiert und die Energiebedarfe gesenkt werden. Die Inflationsrate ging im Jahresverlauf 2023 deutlich zurück, lag aber weiterhin deutlich über dem mittelfristigen Inflationsziel der EZB. Im Januar 2023 lag diese noch bei 8,7% und sank bis Januar 2024 auf 2,9% ab. Der Jahresdurchschnitt der Verbraucherpreise 2023 lag 5,9% über dem Vorjahr. Die Kombination aus derzeit hohen nominalen Lohnzuwächsen und nachlassender Inflation führt nach den starken Kaufkraftverlusten in 2022/2023 wieder zu einer Steigerung der realen Kaufkraft. (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) Baubranche 2023 Neben dem Beitrag zur Lebensqualität der Menschen in Deutschland sowie als wichtige Standort- und Wachstumsvoraussetzung spielt bezahlbarer Wohnraum gleichzeitig eine wichtige Rolle für die Transformation zur Treibhausgasneutralität. Bezahlbarer und nachhaltiger Wohnraum ist demnach Grundlage für sozialen Zusammenhalt, künftigen Wohlstand sowie die Dekarbonisierung des Gebäudesektors. Fast ein Drittel der CO 2 -Emissionen in Deutschland werden in Gebäuden verursacht. Die Investitionen in Bauleistungen wurden durch gestiegene Energie- und Baumaterialpreise auf Angebotsseite sowie durch inflationsbedingten Kaufkraftentzug und gestiegene Finanzierungskosten auf der Nachfrageseite verringert. Um den Wohnungsbau zu stärken und die Erholung der gesamten Bautätigkeit zu unterstützen, wurden von der Bundesregierung verschiedene Maßnahmen eingeführt beziehungsweise geplant. Hierzu zählen neue beziehungsweise ausgeweitete Förderprogramme, die befristete Einführung einer degressiven AfA, die Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen sowie diverse weitere Sonderregelungen. (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) Der grundsätzliche Bedarf an Wohnraum, vor allem in den Ballungsräumen, stützt weiterhin die Bauinvestitionen. Dennoch sorgten die noch immer hohen Bau- und Finanzierungskosten im Jahr 2023 für rückläufige Auftragseingänge sowie steigende Stornierungsraten. Dies führte zu einem Rückgang des ehemals hohen Auftragsbestands. Nachdem die Bauinvestitionen bereits in 2023 preisbereinigt um 2,1% zurückgegangen sind, wird auch für das Jahr 2024 mit einem Rückgang von 2,2% gerechnet. (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) Weiter steigende Preise für Baumaterialien und Energie sowie Zinskosten haben auch die Preise für Bauleistungen des Bauhauptgewerbes erhöht. Dennoch fiel der Anstieg mit 6,5% in 2023 im Vergleich zu 16,7% im Jahr 2022 deutlich geringer aus. (Quelle: Bauindustrie) Um die enormen Preissteigerungen der Energiekosten zu reduzieren, wurden von der Bundesregierung Entlastungspakete ausgearbeitet. Die Preisbremsen konnten zu einer Entlastung beitragen und führten gleichzeitig zu einem deflationären Effekt auf die Verbraucherpreise. Im Jahr 2023 sind die Energiepreise wieder gesunken und haben dadurch zu einer allgemeinen Entlastung beigetragen. (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) Das Statistische Bundesamt teilt mit, dass die Gas- und Strompreise rückläufig aber weiterhin auf einem hohen Niveau sind. Für Nicht-Haushaltskunden sanken im 2. Halbjahr 2023 im Vergleich zum 1. Halbjahr 2023 die Gaspreise um 12,5%, die Strompreise um 1,7%. Gegenüber dem 2. Halbjahr 2022 fielen die Gaspreise um 16,5%, lagen gegenüber dem 2. Halbjahr 2021 aber um insgesamt 45,4% höher. Die Strompreise waren im Vergleich zum 2. Halbjahr 2022 1,9% billiger, aber 22,2% teurer als im 2. Halbjahr 2021. (Quelle: Statistisches Bundesamt) Seit Mitte 2022 kann bei einigen Baumaterialien eine Preisberuhigung beobachtet werden. Wenngleich das Preisniveau Anfang 2024 bei den meisten Baumaterialien weiterhin über dem Niveau vom Jahresbeginn 2021 lag, dem Beginn der starken Preissteigerungen. (Quelle: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.) Vor allem mineralische Baustoffe wie Zement (+32,3%), Kalk und gebrannter Gips (+31,4%), Frischbeton (+24,9%) oder Dachziegel (+24,2%) weisen deutliche Preissteigerungen im Vergleich zu 2022 auf. Bei Baubedarfsartikeln aus Kunststoff wie Badewannen und Waschbecken (+7,5%) oder Fenster- und Türverkleidungen (+4,2%) fiel die Preissteigerung moderater aus. Dagegen verbilligten sich Bitumen auf Erdölbasis (-4,8%) und Metalle (-6,0%) sowie Baumaterialien aus Holz wie Dachlatten (-26,1%), Konstruktionsvollholz (-20,7%) oder Bauschnittholz (18,3%) zum Teil deutlich. (Quelle: Statistisches Bundesamt) Das Problem für Bauunternehmen liegt bei unerwartet starken Preissteigerungen darin, dass diese nicht oder nur in Ausnahmefällen an die Auftraggeber weitergegeben werden können, sofern keine Preisgleitklausel vereinbart wurde. Bei Privatkunden ist die Aufnahme von Preisgleitklauseln unter anderem aufgrund der Ablehnung der finanzierenden Banken kaum möglich. Dieses Risiko kann nur durch langfristige Lieferverträge, Preisgleitklauseln oder entsprechende Kostenpuffer im Angebot abgesichert werden. Letzteres ist vor allem angesichts der volatilen Preisentwicklung der vergangenen Jahre und bei steigendem Konkurrenzdruck nicht immer möglich. Aufgrund der volatilen Preise sind Baustoffhändler und Lieferanten derzeit kaum bereit, langfristige Lieferverträge mit Preisbindungen einzugehen. (Quelle: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.) Nachdem bereits im Januar 2022 das KfW-Programm für energieeffizientes Bauen aufgrund ausgeschöpfter Fördermittel abrupt beendet wurde, wurde Mitte Dezember 2023 erneut die Förderung aufgrund der vorübergehenden Haushaltssperre des Bundes oder ausgelaufener Bundeshaushaltsmittel gestoppt. Ab 20.02.2024 nahm die KfW für einige Förderprogramme wieder Anträge entgegen. (Quelle: KfW) Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen blieb mit 294.000 Wohnungen in 2023 auf dem Niveau der beiden Vorjahre. Nachdem bereits im Jahr 2022 die Baugenehmigungen stark rückläufig waren, setzt sich dies auch im Folgejahr fort. Im Jahr 2023 wurden rund 260.000 Wohnungen genehmigt. Dies entspricht rund 26,7% oder 94.000 Wohnungen weniger als im Jahr 2022. Für die zukünftige Bauaktivität ist die Zahl der Baugenehmigungen ein wichtiger Frühindikator, da diese die geplanten Bauvorhaben darstellen. Die von der Bundesregierung gesetzte Zielmarke von jährlich 400.000 fertiggestellten Wohnungen wurde damit die letzten Jahre bereits deutlich verfehlt. Die stark rückläufigen Zahlen der Baugenehmigungen lassen damit wenig Hoffnung auf eine Annäherung an die Zielmarke, was den Wohnungsmangel in Deutschland weiter verschärfen dürfte. (Quelle: Statistisches Bundesamt) Nachdem die EZB die Leitzinsen, nach einer Phase niedriger und sogar negativer Leitzinsen, in mehreren Zinsschritten im Jahr 2022 auf 2,5% und 2023 auf 4,5% anhob, erfolgte im Juni 2024 erstmals wieder eine Senkung auf 4,25%. Entsprechend stiegen auch die Bauzinsen im Jahr 2022 sprunghaft von etwa 1% auf über 4%. Stand Anfang Juni 2024 liegt der Zins für ein Darlehen mit 10 Jahren Laufzeit bei etwa 3,9%. Für die Jahre 2024 und 2025 wird tendenziell mit stabilen Leitzinsen gerechnet, mit nur leichten Steigerungen oder Senkungen ausgehend vom aktuellen Niveau. (Quelle: Finanztip) Mit dem starken Anstieg der Leitzinsen und den Zinsen für Hypothekarkredite hat sich das Neugeschäftsvolumen der Wohnungsbaukredite an private Haushalte konträr entwickelt. Von 23,9 Milliarden Euro im Dezember 2021 sank dieses im Jahresverlauf 2023 stark ab auf 13,5 Milliarden Euro im Dezember 2022. Im Jahr 2023 lag das monatliche Neugeschäftsvolumen zwischen 12 und 15 Milliarden Euro und erreicht Stand April 2024 mit 16,8 Milliarden Euro zwar einen höheren Wert als im Jahr 2023, liegt aber weiterhin deutlich unterhalb des monatlichen Neugeschäftsvolumen gegenüber dem Jahr 2021. (Quelle: Statista GmbH) Geschäftsverlauf der Kaufmann GmbH Die bekannten Entwicklungen von hohen Preisen für Baumaterialien, vom Förderstopp des KfW-Programm für energieeffizientes Bauen Anfang Januar 2022, über den Ukrainekrieg verbunden mit extrem steigenden Energiekosten und einem starken Anstieg der Inflationsrate im Jahr 2022, dadurch erneut steigende Baukosten sowie in kurzer Zeit rapide ansteigende Zinsen für Baufinanzierungen erschwerten die Situation auch bei der Kaufmann GmbH. Viele potentielle Kunden warteten aufgrund der großen Unsicherheit die weitere Entwicklung ab und mussten teilweise ihren Traum vom Eigenheim aufgeben. Diese Veränderungen waren nach dem Jahr 2022 auch im Jahr 2023 bei der Kaufmann GmbH zu spüren. Die Anzahl neuer Bauvertragsabschlüsse war weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Erschwerend hinzu kam im ersten Quartal 2023 der von einem Nachunternehmer der Kaufmann GmbH verursachte Brandschaden bei einem Mehrfamilienhausprojekt. Aufgrund der langwierigen Ermittlungen und diverser Abstimmungen mit Versicherungen konnte das Projekt nicht wie geplant im Jahr 2023 abgeschlossen werden. Die Klärung der komplexen Sachverhalte führte zu einer großen Verzögerung, sodass erst über ein Jahr später mit dem Rückbau der beschädigten Gebäudeteile begonnen werden konnte. Der Rückbau soll im Jahr 2024 abgeschlossen werden, der Wiederaufbau bis zum Leistungsstand des Brandtages ist für das erste Quartal 2025 geplant. Die Gesamtfertigstellung des Projektes wird in 2025 erfolgen. Die Kombination aus der geringeren Anzahl an Bauvertragsabschlüssen im Jahr 2022 und 2023 sowie dem Brandschaden spiegelt sich auch in der geringeren Gesamtleistung im Jahr 2023 im Vergleich zum Jahr 2022 wieder. Die dadurch vorhandenen Kapazitäten wurden zur schnelleren Bearbeitung der laufenden Bauvorhaben sowie zur Klärung und Abarbeitung diverser Altfälle genutzt. Mit namhaften Projektentwicklungsgesellschaften, Bauunternehmen und Baugenossenschaften wurden vertiefte Gespräche geführt, um den Holzbau mit dem Kaufmann-System bei ihren Projekten einzuführen. Erste Planungsaufträge sind bereits eingegangen und in Bearbeitung. Die Nachfrage nach nachhaltigen Mehrfamilienhäusern ist derzeit aufgrund der stark gestiegenen Preise von Gebäuden und Grundstücken sowie der Zinsen rückläufig. Viele Projekte sind aktuell zurückgestellt, bis die Rahmenbedingungen wieder wirtschaftliche Projekte ermöglichen. Im Ein- und Zweifamilienhausbau ist der Holzbau bereits etabliert, im Mehrgeschossbau in Deutschland liegen die Quoten derzeit noch auf geringem Niveau. In den kommenden Jahren wird jedoch von einer steigenden Quote ausgegangen. (Quelle: Holzbauwelt) Für Privatkunden werden regelmäßige Veranstaltungen angeboten, wie beispielsweise Bauherreninfoabende mit Werksführung oder Baustellenbesichtigungen, um Neukunden die Ausführung und Varianten eines Kaufmann-Hauses vorzustellen. Dadurch sollen potentielle Kunden von den Vorteilen des Kaufmann-Systems überzeugt und die Gewinnung von neuen Aufträgen unterstützt werden. Im Gegensatz zum Jahr 2022 hat sich die Nachfrage beziehungsweise Auftragslage bei vielen Baustoffhändlern und Nachunternehmern teils deutlich verringert. Dies ermöglicht sowohl eine kurzfristigere Auftragsvergabe an Nachunternehmer, aber auch die Verhandlung über Preise und Konditionen. Im Jahr 2022 wurden Angebotsanfragen oftmals gar nicht beantwortet oder zu sehr hohen Preisen abgegeben. Die fehlende Auslastung der Nachunternehmer und der gesunkene Absatz der Baustoffhändler stärkt die Verhandlungsposition der Kaufmann GmbH. Weiterhin zeigt die aktuelle Situation einen positiven Effekt auf den Bauablauf und die Fertigstellung der Projekte. Da im Jahr 2022 aufgrund der hohen Auftragsbestände die Nachunternehmer die geplante Fertigstellung der Gewerke zunehmend nicht einhalten konnten, mussten kurzfristig die Produktions- und Baustellenabläufe angepasst werden. Verzögerungen im Bauablauf und bei der Fertigstellung von Projekten waren daher unvermeidbar. Dies hat sich im Laufe des Jahres 2023 bis heute ebenfalls deutlich verbessert, sodass die Bauzeit der Projekte reduziert werden konnte. Lages des Unternehmens Finanzlage Die Finanzierung der Kaufmann GmbH erfolgt in 2023 wie schon im Vorjahr ausschließlich durch Fremdkapital, welches zum 31.12.2023 zu 0,95% aus mittelfristigen Mitteln und zu 99,05% aus kurzfristigen Mitteln besteht. Die Verbindlichkeiten haben sich von TEUR 7.155 auf TEUR 6.196 reduziert. Dabei stellen die erhaltenen Anzahlungen, die nicht offen von den Vorräten abgesetzt werden, mit TEUR 3.898 den größten Teil der Verbindlichkeiten dar, der im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 1.053 gesunken ist. Im Jahr 2023 konnte im Vergleich zum Vorjahr eine höhere Anzahl von Bauaufträgen fertiggestellt werden, sodass die hierfür erhaltenen Anzahlungen bis zum 31.12.2023 mit den entsprechenden Schlussrechnungen verrechnet wurden. Im Vergleich zum Vorjahr konnten 18% mehr Bauvorhaben abgeschlossen werden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden planmäßig um TEUR 41 zurückgeführt. Neue Investitionskredite wurden mangels notwendiger Investitionen nicht aufgenommen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind zum 31.12.2023 um TEUR 250 höher als zum Vorjahresstichtag. Grund hierfür sind unter anderem Rechnungen von Nachunternehmern in Zusammenhang mit dem Brandobjekt, für die zum 31.12.2023 aufgrund der langwierigen Bearbeitung seitens der Versicherung noch kein Ausgleich erfolgte. Die Zahlungsverpflichtungen konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr erfüllt und das Zahlungsziel verbessert werden. Wie schon im Vorjahr konnte so die Inanspruchnahme des Skontoabzugs weiter optimiert werden. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 561 (Vorjahr: TEUR 695) beinhalten neben Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer, die aus der umsatzsteuerlichen Organschaft resultieren, konzerninterne Darlehen. Die Verbindlichkeiten gegenüber der Organträgerin aus Umsatzsteuer konnten im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 332 weiter reduziert und sämtliche Altschulden ausgeglichen werden. Vermögenslage Das im Unternehmen gebundene Vermögen hat sich im Geschäftsjahr 2023 um 14,63% vermindert. Das Vermögen ist zu 7,33% langfristig und zu 92,67% kurzfristig gebunden. Nachdem im Vorjahr der Fuhrpark erweitert wurde, waren im Geschäftsjahr ausschließlich kleinere Investitionen mit einem Gesamtvolumen von TEUR 30 erforderlich. Den getätigten Investitionen steht die planmäßige Abschreibung in Höhe von TEUR 126 gegenüber, sodass das Anlagevermögen im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt TEUR 96 abgenommen hat. Der Bestand des Umlaufvermögens ist um TEUR 611 gesunken. Neben einem Rückgang der vorhandenen Bankmittel um TEUR 593, ist der niedrigere Bestand unter anderem auf eine Konzernverrechnung zurückzuführen. Innerhalb der Kaufmann-Gruppe bestanden diverse Forderungen und Verbindlichkeiten, die im Jahr 2023 zum Teil ausgeglichen werden konnten. Des Weiteren wurden die an eine Schwestergesellschaft geleisteten Anzahlungen für Hausprovisionen mit Bauabschluss in 2023 realisiert. Durch diese beiden Effekte hat sich der Forderungsbestand gegenüber verbundenen Unternehmen um TEUR 710 reduziert. Dem Rückgang des Barmittelbestands und der Forderungen im Verbundbereich wirken die erneut gestiegene Anzahl der abgeschlossenen Bauaufträge entgegen, die zum Teil auch erst zum Jahresende abgenommen wurden. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - bereinigt um Wertberichtigungen - sind in Folge um TEUR 362 höher als noch im Vorjahr. Bedingt durch die Abnahmen von Bauaufträgen zum Jahresende, ist auch der Bestand der unfertigen Bauaufträge gesunken. Dieser betrug zum 31.12.2023 mit TEUR 9.501 rund TEUR 1.869 weniger als im Vorjahr. Von dem Bestand der unfertigen Bauaufträge sind die erhaltenen Kundenanzahlungen abzuziehen. Die Deckung der unfertigen Bauaufträge durch erhaltene Anzahlungen hat zum 31.12.2023 im Vorjahresvergleich um 4,96% abgenommen, sodass der Bestand an unfertigen Bauaufträgen nach Abzug der erhaltenen Kundenanzahlungen in Summe um TEUR 464 zugenommen hat. Daneben wurde im Vorratsbereich weiter das Ziel verfolgt, den Inventurbestand niedrig zu halten. Der Bestand der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe konnte im Zuge dieser Zielsetzung um weitere TEUR 77 reduziert werden. Neben verbesserten Prozessen im Einkaufsbereich ist diese Entwicklung auf interne Optimierungen zurückzuführen, in deren Rahmen Altbestände zur Produktion aufgebraucht wurden. Der Forderungsbestand besteht wie im Vorjahr mit 60,15% (Vorjahr: 77,14%) überwiegend gegenüber verbundenen Unternehmen. Durch den Abbau im Rahmen der erfolgten Konzernverrechnung und den vermehrten Bauabnahmen wurde der Anteil aber deutlich reduziert. Ertragslage Die Kaufmann GmbH schließt das Geschäftsjahr mit einem Jahresüberschuss von TEUR 298 (Vorjahr: TEUR -211). Es konnte seit dem Geschäftsjahr 2019 damit erstmals wieder ein positives Ergebnis erzielt werden, welches das Resultat von umfangreichen und andauernden Optimierungsprozessen ist. Auch wenn sich die Baubranche aktuell noch immer in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage befindet, konnte die Kaufmann GmbH trotz wirtschaftlicher Kapriolen im Jahr 2023 ein höheres Ergebnis erzielen, als im Vorjahr noch erwartet. Das Interesse und die Nachfrage nach nachhaltigen Holzhäusern sind in den vergangenen Jahren stetig angestiegen. Die in den Jahren 2022 und 2023 stark gestiegenen Bauzinsen und -kosten sowie Verzögerungen bei den Förderprogrammen der KfW haben die tatsächlichen Vertragsabschlüsse seit 2022 aber absinken lassen. Da aus den Vorjahren noch ein Auftragspolster bestand, konnten erneut absolut mehr Bauaufträge wie im Jahr zuvor abgeschlossen werden. Das temporäre Nachfragetief, welches bei den Kunden vor allem durch Verunsicherung zur weiteren Entwicklung der genannten Faktoren herrührte, führt in der Gesamtjahresbetrachtung zu einem Rückgang der Gesamtleistung um TEUR 2.638 (prozentual 13,18%) auf TEUR 17.374. Des Weiteren wird dieser Rückgang durch einen unvorhergesehenen Schadensfall mitbedingt: im Februar 2023 verursachte ein Nachunternehmer der Kaufmann GmbH an einem im Bau befindlichen Mehrfamilienhausprojekt einen Brandschaden. Der Bau musste gestoppt werden und konnte bis zum Jahresende 2023 nicht wieder aufgenommen werden. Die für den Sommer 2023 geplante Fertigstellung des Mehrfamilienhausprojekts fehlt somit in der Gesamtleistung. Der bezogene Materialaufwand ist von TEUR 13.920 um 24,89% und damit überproportional zur Gesamtleistung auf TEUR 10.455 gesunken. Die in den Vorjahren eingeführten Optimierungsschritte, zu denen insbesondere die Inanspruchnahme des Skontoabzugs, die Erhöhung der Vorfertigungsquote, die Einführung interner Budgetvorgaben sowie der Abbau von alten Inventurbeständen zählen, haben zu einer weiteren Verbesserung der Materialaufwandsquote auf 60,18% (Vorjahr: 69,56%) geführt. Der Rückgang der Gesamtleistung des Jahres 2023 konnte durch diese positive Entwicklung vollständig kompensiert werden. Im Ergebnis hat sich der Rohertrag von TEUR 6.091 auf TEUR 6.918 und somit um 13,58% verbessert. Der Personalaufwand ist mit TEUR 4.031 nahezu auf Vorjahresniveau (Vorjahr: TEUR 3.994). Aufgrund der gesunkenen Gesamtleistung steigt die Personalaufwandsquote von 19,96% auf 23,20%. Die sonstigen betrieblichen Erträge waren mit TEUR 586 um TEUR 443 höher als im Vorjahr. Der Anstieg ist unter anderem auf einen Einmaleffekt zurückzuführen. Aufgrund von Verzögerungen im Bauablauf bei einem Großprojekt mussten die produzierten Teile zwischengelagert werden, woraus der Kaufmann GmbH ein Mietertrag entstanden ist. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich um TEUR 764 erhöht. Neben höheren Verkaufsprovisionen (+ TEUR 258) aus den zahlenmäßig gestiegenen Bauauftragsabschlüssen, haben zu dieser Entwicklung die Erhöhung der internen Konzernumlage (+ TEUR 97,7) und die Bearbeitung strittiger Kundenforderungen geführt. Die Erhöhung der Konzernumlage erfolgte im zweiten Halbjahr 2022 als Folge der Zusammenführung der Kaufmann GmbH mit einer Schwestergesellschaft. Die erhöhte Konzernumlage wirkt sich im Jahr 2023 erstmals in vollem Umfang aus. Neben höheren Rechtsanwaltskosten sind aufgrund des Vorsichtsprinzips zum 31.12.2023 hierfür entsprechende Rückstellungen gebildet und Wertberichtigungen auf Forderungen vorgenommen worden. Das Finanzergebnis beträgt TEUR 1,3 (Vorjahr: TEUR -29) und ist wie auch in den Vorjahren für die Ertragslage von untergeordneter Bedeutung. Finanzielle Leistungsindikatoren Als finanzieller Leistungsindikator wird das EBIT genutzt. Das EBIT konnte im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 483 verbessert werden und beträgt im Geschäftsjahr 2023 TEUR 286. Chancen- und Risikobericht Risiken Rechtliche und wirtschaftliche Bestandsgefährdungspotentiale Der Jahresabschluss wurde unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt. Bestandsgefährdende Risiken bestehen insbesondere in den Unsicherheiten der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, da sowohl die Inflationsrate wie auch die Finanzierungszinsen deutlich angestiegen sind und Bauen unter diesen Bedingungen nicht mehr für die breite Masse möglich ist. Für den Fortbestand des Unternehmens ist eine Konstanz in der Nachfrage zur Abdeckung der in der Baubranche üblichen Vorfinanzierung, eine saubere Kalkulation, welche die laufende Preisentwicklung am Markt konsequent abbildet, sowie die Durchsetzbarkeit der stetig anzupassenden Preise für die individuell geplanten Häuser entscheidend. Diesem Risiko wird durch ein engmaschiges Controlling, Verbesserungen in der Kalkulation, Nachberechnungen zu abgeschlossenen Aufträgen sowie einer laufenden Liquiditätsplanung Rechnung getragen. Die Materialeinsatzquote wurde durch die Optimierungen im Prozessablauf und der Produktion deutlich gesenkt. Bei Beurteilung der Fortführung der Unternehmenstätigkeit geht die Geschäftsführung von einer weiteren Reduktion der Materialeinsatzquote in den kommenden Jahren aus. Branchenrisiken Die Risiken eines Bauunternehmens liegen grundsätzlich in der Kalkulation, in Ausführungsproblemen, in Verträgen mit Nachunternehmern, in der Bonität von Bauherren sowie stetigem Auftragseingang. Als klassischer Generalunternehmer liegt das Risiko ebenfalls im Nachunternehmerbereich. So ist deren Ausfallrisiko sowohl im Ausführungs- wie auch Gewährleistungsstadium zu tragen. Durch vorsichtige Auswahl der Partner, soweit möglich über Gewährleistungsbürgschaften sowie Rückstellungen im Jahresabschluss werden diese Risiken möglichst reduziert. Projektrisiken Rechtliche, terminliche, finanzielle und technische Risiken während der Leistungserstellung werden laufend überwacht. Diese Risiken haben die jeweiligen Projektleiter im Blick und werden im Zuge des Projektcontrollings unter Begleitung und Unterstützung der Geschäftsleitung diskutiert, um frühzeitig reagieren zu können. Das Projektcontrolling ist fester Bestandteil für die monatliche Ergebnisvorschau. Nachdem die Preiskalkulation im Jahr 2021 neu aufgesetzt wurde, wurde diese stetig optimiert und verfeinert. Die Mitarbeiter im Kalkulationsbereich werden laufend über Preis- und Durchführungsänderungen informiert, um das Risiko einer ungedeckten Kalkulation zu reduzieren. In der Regel erfolgt quartalsweise eine Anpassung der hinterlegten Einkaufspreise beziehungsweise eine Überprüfung und Überarbeitung der Kalkulation. Basis ist die historische Entwicklung der Preise, aber auch Erwartungen der zukünftigen Preisentwicklung werden dabei berücksichtigt. Um risikobehaftete und damit potentiell defizitäre Projekte im Vorfeld zu identifizieren, wurde vor Vertragsabschluss mit dem Kunden eine interne Angebotsdurchsprache mit technischer und vertraglicher Kontrolle (6-Augen-Prinzip) etabliert. Im Zweifelsfall werden risikobehaftete Projekte, bei technisch schwieriger Umsetzung oder außerhalb des eigenen Kompetenzbereichs aussortiert. Hierzu zählt auch die Eingrenzung von neuen Bauaufträgen innerhalb des definierten Umkreises, um mit bekannten Partner- und Nachunternehmer zusammen zu arbeiten und die erforderliche Überwachung der Baustelle sicher zu stellen. Die Analyse des monatlich durchgeführten Projektcontrolling bestätigt, dass sich sowohl das Projektergebnis zum jeweiligen Leistungsstand wie auch in der Hochrechnung zum Bauende deutlich verbessert hat. Personalrisiken Der oft diskutierte Fachkräftemangel ist auch bei der Kaufmann GmbH spürbar, da es immer schwieriger wird, qualifizierte Mitarbeiter im gewerblichen, technischen oder auch kaufmännischen Bereich zu finden. Die Aufgabe besteht darin, innovative Mitarbeiterbindungsprogramme zu entwickeln sowie die Attraktivität der verschiedenen Arbeitsplätze für zukünftige Mitarbeiter zu erhöhen. Daher wurde eine Mitarbeiterstrategie erarbeitet. Über ein Kinderferienprogramm sollen Kinder bis 10 Jahre ersten Kontakt zum Holz und zur Firma Kaufmann erhalten. Für Jugendliche wird ein Praktikum, Ferienarbeit oder Handwerker-Camp angeboten, um eine Begeisterung für den handwerklichen Beruf zu schaffen. Über die Ausbildung wird der Einstieg in das Unternehmen ermöglicht, um als ausgelernter Zimmerer täglich und voller Stolz nachhaltige Gebäude aufzurichten. Nach einigen Jahren auf der Baustelle ist der Wechsel in die Produktionshallen bei erleichterten Arbeitsbedingungen möglich. Als ein von der Handwerkskammer Ulm anerkannter Ausbildungsbetrieb bietet die Kaufmann GmbH der Jugend Perspektiven und Zukunftschancen und sichert sich dabei die Fachkräfte der Zukunft. Für Schüler oder Studenten werden Praktikumsplätze angeboten. Weiterhin wurde ein komplett durchgehender Recruiting-Prozess mit Online-Marketing, Job-Quiz und CRM-System sowie Kontaktaufnahme innerhalb von 24 Stunden etabliert. Um Kosten aus Fehlbesetzungen zu vermeiden, werden potentielle Bewerber zur Probearbeit eingeladen. Zur Vertiefung der Fachkenntnisse und um die Mitarbeiter für weitere Aufgaben zu befähigen, werden diese durch Weiterbildungen in Form von Seminaren, Messen oder internen Veranstaltungen und Schulungen unterstützt. Hierzu zählt auch die in 2023 eingerichtete Unternehmensplattform "K-Wiki", die laufend gepflegt wird, auf die alle Mitarbeiter Zugriff haben. Auf dieser Plattform sind unter anderem Dokumente und Videos zu sicherheitsrelevanten Themen, Prozess- und Ablaufbeschreibungen für sämtliche Unternehmensbereiche sowie eine "Fehler-Datenbank" zur kontinuierlichen Verbesserung enthalten. Um für die Sicherheit aller Mitarbeiter zu sorgen, wurde auch im Jahr 2023 der Health & Safety-Day durchgeführt sowie für die Mitarbeiter ein Erste-Hilfe-Kurs angeboten. Der Health & Safety-Day findet jährlich statt, der Erste-Hilfe-Kurs alle zwei Jahre. IT-Risiken Zur Sicherstellung der Datensicherheit und -verfügbarkeit wird die Kaufmann GmbH von einem externen regionalen IT-Dienstleister betreut. Dieser unterstützt bei sämtlichen IT-Fragestellungen und -Risiken und steht für alle Themen zu Hard- und Software beratend zur Seite. Zusätzlich wurde im Jahr 2023 eine Cyberversicherung abgeschlossen, um bei möglichen Cyberangriffen und damit verbundenen Schäden abgesichert zu sein. Über eine vom Versicherer betriebene Plattform werden die Mitarbeiter mittels Trainingsprogrammen in den Bereichen Cybersicherheit, Datenschutz und Phishing geschult und sensibilisiert. Preisänderungsrisiken Die zu Beginn des Jahres 2022 stark angestiegene Inflationsrate und der Druck auf die Energiebranche aufgrund der Ukrainekrise haben zu sehr volatilen Preisentwicklungen geführt. Ein Großteil der Baustofflieferanten und Nachunternehmer haben die Preise zum Teil mehrfach erhöht. Im Jahr 2023 war die Inflationsrate dann stark rückläufig, ebenso wie die Preisanstiege für Baumaterialien. Einige Baumaterialien beispielsweise aus Holz zeigen sogar Preissenkungen. Vor diesem Hintergrund werden die Rohstoffpreise und die interne Kalkulation engmaschig überwacht. Steigende Preise für bezogene Energie für die eigene Produktion der Gesellschaft stellen dabei nur ein geringes Risiko dar, da die Kaufmann GmbH durch Nutzung von Photovoltaik den benötigten Strom weitgehend autark herstellt. Des Weiteren werden für die Beheizung der Produktionshallen und Bürogebäude eigene Holzabfälle verwendet und damit keine fossilen Energieträger wie Öl und Gas benötigt. Zusammen mit den gestiegenen Finanzierungszinsen für unsere Kunden wird Bauen für diese insgesamt teurer werden. Die Kaufmann GmbH hat den Fokus neben dem Bau von Einfamilienhäusern daher auch auf den Bau von Mehrfamilienhäusern gerichtet, mit dem Ziel, in diesem Bereich zukünftig verstärkt Projekte zu realisieren. Eine der Zielgruppen stellen Baugenossenschaften dar, die in der Regel kapitalstark sind, regelmäßig und auch in Krisenzeiten bauen und verstärkt Wert auf eine nachhaltige Bauweise mit geringen Energiekosten legen. Liquiditätsrisiken Es wird eine laufende Liquiditätsplanung erstellt, um etwaige Engpässe frühzeitig zu erkennen und diesen entgegensteuern zu können. Das Risiko, fällige Verpflichtungen mangels benötigter Finanzmittel nicht oder nicht rechtzeitig begleichen zu können, besteht nicht. Die Kaufmann GmbH setzt bei Ihrer Finanzierung auf mehrere Kreditinstitute. Es besteht eine nicht ausgeschöpfte Kreditlinie. Diese und bestehende Forderungen im Unternehmensverbund sichern die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft. Chancen Nachhaltigkeit Das Thema Nachhaltigkeit wird wie in den letzten Jahren auch zukünftig zunehmend an Bedeutung gewinnen. Durch die in Kraft getretene ESG-Verordnung sind beispielsweise auch Baugenossenschaften verpflichtet, entsprechende ESG-Kriterien bei Bestandsgebäuden wie auch Neubauten zu erfüllen, die zukünftig weiter verschärft werden. Die Anforderungen an finanzierende Kreditinstitute, die ESG-Kriterien in ihrem Kreditbestand zu erfüllen, steigert den Druck vermehrt Kredite im "nachhaltigen Bereich" zu vergeben. Dies hat auch positive Auswirkungen auf Kreditkonditionen für nachhaltige Bauprojekte von beispielsweise Baugenossenschaften. Somit wächst der Druck, aber auch die Bereitschaft von privaten und öffentlichen Auftraggebern, sich für nachhaltige Wohnobjekte zu entscheiden. Die Anforderungen an die zu bauenden Gebäude, um Fördermittel zu erhalten, werden immer höher. Massivholzhäuser der Kaufmann GmbH binden langfristig CO 2 , benötigen durch ihre Passivhaus-Gebäudehülle kaum Energie zum Heizen und erzeugen über die Photovoltaik-Anlage den Großteil des Strombedarfs der Wärmepumpe. Damit entstehen beim Bau und der Unterhaltung der Massivholzhäuser der Kaufmann GmbH erheblich weniger CO 2 -Emissionen als bei herkömmlichen Gebäuden. Die nachhaltige Bauweise des Kaufmann-Systems in Verbindung mit der installierten Haustechnik, Wärmepumpe und Wärmerückgewinnung trägt dazu bei, die politisch verfolgten Ziele im Bereich nachhaltigem Bauen und Nutzung erneuerbarer Energieträger weiter voran zu treiben. Der politische Fokus auf diese Themen wird sich in Zukunft verstärken. So rückt dieses Thema auch mehr und mehr in den Fokus von Unternehmen, die traditionell eher klimaschädliche Produkte herstellen oder in klimaschädlichen Branchen tätig sind. Diese suchen Möglichkeiten, ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Hier sieht die Kaufmann GmbH die Chance für zukünftige Aufträge und Kooperationen von und mit anderen Unternehmen. Staatliches Ziel zum Wohnungsbau Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist weiterhin sehr angespannt. Der Bedarf an neuen Wohnungen, vor allem Sozialwohnungen und bezahlbare Wohnungen ist hoch. Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag vorgesehen, jährlich 400.000 neue Wohnungen an den Markt zu bringen und stellt hierzu Finanzmittel zum Bau von bezahlbaren und klimagerechtem Wohnungsbau zur Verfügung. Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern (Fertighausherstellern und Holzbauunternehmen) von Holzhäusern ist mit der Dübelholzbauweise problemlos mehrstöckiges Bauen möglich. Hier sieht die Kaufmann GmbH die Chance auf weitere Aufträge für Mehrfamilienhäuser. Projektchancen Durch das eingerichtete enge Projektcontrolling können Projekte ermittelt werden, bei denen Nachtragspotential besteht. Mit der Durchsetzung solcher Nachträge können für nachträglich bestellte Zusatzleistungen und Änderungen bei der bestellten Bauleistung bessere Ergebnisse als die für den ursprünglichen Auftrag festgelegten Konditionen erzielt werden. Des Weiteren werden die Projekte im Rahmen des Projektcontrollings in unterschiedliche Gruppen (Entfernung, Art, Sonderausstattung) unterteilt und im Rahmen einer Absatzanalyse ermittelt, welche Bautypen für die Gesellschaft besonders profitreich sind. Defizitäre Bereiche sollen so nach und nach ermittelt und verbessert oder aus dem Angebotsportfolio eliminiert werden. Im ersten Halbjahr 2024 wurde der sogenannte digitale Musterhauspark der Kaufmann GmbH eröffnet. Potentielle Neukunden können auf der firmeneigenen Website eine Auswahl unterschiedlichster Musterhäuser digital im 3D-Format besichtigen. Die große Auswahl an verschiedenen Ausführungen und Ausstattungen der Musterhäuser mit Grundriss und Bildern ermöglicht einen Einblick in verschiedenste Bauweisen. Der Musterhauspark wird kontinuierlich erweitert und mit weitergehenden Funktionen ergänzt (Interieurdesign, Einrichtungsvorschläge etc.). Weiterhin wird der Musterhauspark als Vertriebstool verwendet, sodass bereits beim Erstgespräch der Kunde einen Einblick erhält, was ein Haus, welches annähernd zu ihren Anforderungen passt, kostet. Ziel im Verkaufsprozess ist es, im Anschluss den Kunden einen intern durchgeführten Planungsauftrag zu verkaufen. Kunden mit intern durchgeführter Planung haben eine nachfolgende Vertragsabschlussquote von über 80%. Die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen, welches die Architektur mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) generiert, ermöglicht ebenfalls Wettbewerbsvorteile. Die von der KI entwickelte Architektur mit Grundrissen und digitalem Zwilling ist in kürzester Zeit verfügbar, berücksichtigt dabei die baurechtliche Vorgabe des Grundstücks und trifft genau das Budget des Kunden. Dadurch wird das Haus an das Budget angepasst und nicht umgekehrt. Bei Vertragsabschluss mit dem Kunden kann der digitale Zwilling (3D-Modell) übernommen werden, um eine Baugenehmigung zu erstellen sowie die detaillierte Werkplanung darauf aufzubauen. Durch die KI werden kompakte, smarte Gebäude entwickelt, ohne viele Anbauten oder komplexe Grundflächen. Dies senkt die Kosten und vereinfacht die Ausführung. Das KI-basierte Entwurfsplanungstool schafft ein Alleinstellungsmerkmal, welches zeitlich sowie finanziell im Vergleich zu herkömmlichen Planungsverfahren enorme Wettbewerbsvorteile mit sich bringt. Mit einigen Baugenossenschaften aber auch Privatkunden wurden ganztägige Workshops zum Bau des digitalen Zwilling durchgeführt, in denen das individuelle Bauvorhaben intensiv besprochen, geplant und optimiert wird. Je frühzeitiger die Kaufmann GmbH in die Planungen einbezogen wird, desto höher ist der Einfluss auf den Vertragsabschluss und die Kaufmann-Standarddetails können direkt berücksichtigt werden. Weiterhin können die Kunden dabei auf gegebenenfalls teure und unnötige Ausführungen hingewiesen werden, um weniger kostenintensive Lösungen gemeinsam zu erarbeiten. Dies vereinfacht den gesamten Prozess des Bauvorhabens, von der Planung über die Produktion bis zur Montage und ist dadurch auch weniger mängelanfällig. Weiterhin ist die Kundenbindung und damit die Abschlussquote bei eigenen Entwürfen höher. Sollten die Kunden bereits einen Architekten mit Planungsleistungen beauftragt haben, kann diesem ein "Bauteilkatalog" zur Verfügung gestellt werden, in dem die richtigen Aufbauten und Bauteile mit den erforderlichen Abmessungen enthalten sind. Speziell für den Bau von Mehrfamilienhäusern wurden Bauteilvorschläge im Kaufmann-System erarbeitet, die die Anforderungen im Brand- und Schallschutz einhalten. Der Architekt kann das Kaufmann-System direkt in seinen Plänen berücksichtigen. Marktrecherchen haben ergeben, dass nur wenige Fertighaushersteller Mehrfamilienhäuser mit mehr als drei Wohneinheiten herstellen können. Dies liegt hauptsächlich an deren Bausystem aus Holzständerbauweise, was zur Dübelholzbauweise von Kaufmann große Nachteile im Bereich Schall- und Brandschutz hat. Ebenso ist es für kleinere Holzbauunternehmen beziehungsweise Zimmereien kaum möglich Mehrfamilienhäuser mit einem Bauvolumen größer eine Million zu bauen. Viele Zimmereien orientieren sich zunehmend an Sanierungen, statt am Hausbau. Prozessoptimierung In der Produktion setzt die Kaufmann GmbH auf einen hohen Vorfertigungsgrad. Neben Dachelementen, Deckenelementen, Wandelementen inklusive Fenster, Simsen und Rollladen werden auch Technikraummodule direkt im Produktionswerk hergestellt. Nachdem in 2022 erste Planungen erfolgten, um auch Badmodule und stockwerksübergreifende Installationswände im Werk herzustellen, wurden diese im Jahr 2023 erstmals erfolgreich verbaut. Die Badmodule sind fertig ausgebaut, sodass diese auf der Baustelle lediglich angeschlossen werden müssen. Weiterhin wurde im Laufe des Jahres 2022 damit begonnen, einen Detailkatalog für Standarddetails zu erstellen. Dieser wurde in 2023 stetig weiterentwickelt und ausgebaut. Dadurch gibt es für diverse Anschlüsse einheitliche Standardvorgaben, die den Regeln der Technik entsprechen und bereits bei der Planung berücksichtigt werden. Die Planungssicherheit sowie die Ausführungsgeschwindigkeit im Werk beziehungsweise auf der Baustelle wird somit erhöht und reduziert gleichzeitig die Komplexität und Fehlerquote. Um die Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge der Mitarbeiter zu sammeln, wurden regelmäßige Feedback-Runden mit den jeweiligen Teams der von der Kaufmann GmbH abgedeckten Gewerke eingeführt. Dabei berichten die handwerklich tätigen Mitarbeiter über Arbeitsbereiche, die beispielsweise den Arbeitsablauf auf den Baustellen stören oder verzögern. Die Mitarbeiter werden dadurch in die Lösungsfindung zur Verbesserung der Betriebsabläufe und Verringerung der Fehlerquote einbezogen und profitieren unmittelbar davon bei zukünftigen Projekten. Beschlossene Ausführungsänderungen finden dann Einzug im Detailkatalog für Standarddetails. Darüber hinaus können die Mitarbeiter über einen QR-Code Probleme beziehungsweise Verbesserungsvorschläge auf den Projektbaustellen digital und mit Bildern einreichen. Dadurch wurden breits einige Verbesserungsvorschläge umgesetzt, die die Arbeit der Produktionsmitarbeiter und Monteure erleichtern. Durch ständige Optimierung der Produktionsabläufe und Erhöhung der Vorfertigung können viele Arbeiten im Werk unter wetterunabhängigen und erleichterten Arbeitsbedingungen getätigt werden. Dies ermöglicht eine schnellere Bauzeit auf den Baustellen, die dabei unabhängiger von äußeren Einflüssen ist und die Kosten reduziert. Die Erhöhung der Vorfertigung im Werk und dadurch weniger Arbeiten auf den Baustellen wirkt sich auch positiv auf den erwähnten Fachkräftemangel aus, da Mitarbeiter die im Werk arbeiten leichter zu finden sind. Prognosebericht Für das Jahr 2024 geht die Bundesregierung gemäß dem Jahreswirtschaftsbericht preisbereinigt von einer leichten Steigerung des gesamtwirtschaftlichen Wachstums von 0,2% aus. Nach den für deutsche Verhältnisse sehr hohen Inflationsraten der letzten zwei Jahre rechnet die Bundesregierung für 2024 mit einem deutlich geringeren Anstieg von nur noch 2,8%. Damit rückt eine Rückkehr zum Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent deutlich näher. Seit Herbst 2022 hat sich die Lage an den Energiemärkten deutlich entspannt. Sowohl die Strom- als auch Gaspreise sind im Vergleich zu den Spitzenzeiten im ersten Jahr des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine auf ein deutlich geringeres Niveau gefallen. (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) Wieder steigende Reallöhne und die robuste Arbeitsmarktentwicklung dürften zu einer binnenwirtschaftlichen Erholung im Jahresverlauf führen. Aufgrund der diversen geopolitischen Krisen und Spannungen sowie der wachstumsdämpfenden Effekte der geldpolitischen Straffungen bleibt die Perspektive für den Außenhandel verhalten. Insgesamt geht die Bundesregierung davon aus, dass im Jahresverlauf 2024 die belastenden Einflüsse tendenziell nachlassen werden und die positiven, binnenwirtschaftlichen Faktoren zunehmend zum Tragen kommen. (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) Nachdem im Juni 2024 seit dem starken Zinsanstieg in 2022 und 2023 erstmals wieder eine Leitzinssenkung durch die EZB erfolgte, scheint der Höhepunkt vorerst erreicht zu sein. Für das Jahr 2024 ist tendenziell mit sich seitwärts bewegenden Bauzinsen zu rechnen. Aufgrund der vielen Faktoren und Einflüsse ist eine verlässliche Vorhersage der Bauzinsen schwierig. Weitere Zinssenkungen sollten sich positiv auf die Auftragsentwicklung auswirken. Im Bauhauptgewerbe stieg der Umsatz in allen Betrieben nominal um 1,3%, sank real aber um 5,3%. Für das Jahr 2024 wird mit einem weiteren Umsatzrückgang von real 3% gerechnet. Die in den letzten Jahren geschaffene Kapazitätserweiterung führt durch den nachhaltigen Rückgang im Wohnungsbau und der Nachfrageschwäche im gewerblichen Hochbau tendenziell zu einer Unterauslastung. Die Unternehmen stehen vor der betriebswirtschaftlichen Herausforderung, ihre Beschäftigten zu halten, in der Hoffnung, die bestehenden Baubedarfe vor allem im Wohnungsbau zeitnah als neue Aufträge zu erhalten. Ein wichtiger Faktor ist hierbei die weitere Zinsentwicklung. Im Jahr 2024 wird im Wohnungsbau mit einem nominalen Umsatzrückgang von 15%, real von ca. 13% gerechnet. (Quelle: Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e.V.) Prognose Kaufmann GmbH Neben der weiteren Entwicklung der Baumaterialpreise wird die Anzahl an Baugenehmigungen sowie die Zinsentwicklung für Hypothekarkredite großen Einfluss auf die Baukonjunktur haben. Eine längerfristige Abschwächung der Baukonjunktur wird in Anbetracht des zuvor beschriebenen Wohnungsmangels sowie den Förderungen des Bundes für Neubauten grundsätzlich nicht erwartet. Der nach wie vor regelmäßige Abschluss von neuen Bauverträgen und auskömmlicher Leadgenerierung zeigt, dass die Nachfrage vor allem bei höherpreisigen Einfamilienhäusern weiterhin besteht. Trotz stark fallender Nachfrage im Gesamtmarkt, ist es nach wie vor gelungen, einen konstant hohen Eingang qualifizierter Leads zu generieren. Zudem ist erfreulich, dass sich die durchschnittlichen Leads pro Monat im ersten Halbjahr 2024 im Vergleich zum Gesamtjahr 2023 mit über 20% wieder deutlich erhöht haben. Die monatlichen Performance-Marketing-Kosten pro Lead haben sich in den letzten Jahren zwar erhöht, gleichzeitig konnte aber die Qualität der Leads durch weitere Verschärfung der Zielkundendefinition und Anpassung der Parameter im Social-Media-Marketing gesteigert werden. Dies bestätigt das nach wie vor hohe Interesse an Häusern der Firma Kaufmann. Um die Vielzahl an Leads abzuarbeiten werden weitere Verkäufer gesucht. Die Kosten für das Online-Marketing sind kurzfristig regulierbar und fallen im Vergleich zu Musterhauszentren unserer Mitbewerber niedrig aus, deren Besucherzahlen zudem stark eingebrochen sind. Die anhaltend volatilen Preisentwicklungen für Baumaterialien, Kraftstoffe und Baudienstleistungen werden eng beobachtet und in der Kalkulation entsprechend berücksichtigt. Was sich im Laufe des ersten Halbjahres 2023 bereits angedeutet hatte und von Nachunternehmern und Lieferanten berichtet wurde, hat sich im Zeitverlauf bis heute bestätigt. Die Menge an verkauften Baumaterialien beziehungsweise Aufträgen hat zum Teil deutlich nachgelassen. Dies verstärkt einerseits den Wettbewerb und ermöglicht es andererseits der Kaufmann GmbH, Verhandlungen über die Preise und Konditionen einzugehen und Rabatte auszuhandeln, was die letzten Jahre kaum möglich war. Für die Beheizung der Produktionshallen und Bürogebäude werden eigene Holzabfälle verwendet, somit besteht hier eine Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas. In diesem Bereich ist die Kaufmann GmbH von Preissteigerungen kaum tangiert. Der Strombedarf wird weitgehend durch die Nutzung der eigenen Photovoltaik-Anlagen gedeckt. Die Umstellung auf eine 4-Tage-Woche, um die Produktions- und Baustellenkapazitäten optimal auszunutzen, hat sich in den vergangenen Monaten bewährt. Neben Effizienzvorteilen und Kosteneinsparungen wie beispielsweise weniger Anfahrten zu den Baustellen, ermöglicht es den Mitarbeitern durch ein verlängertes Wochenende eine längere Erholungsphase. Insgesamt zeigt sich aktuell deutlich, dass das Thema Einfamilienhaus mit Dübelholz eine Marktnische darstellt, auf die der Markt sehr positiv reagiert. Die Bauherren, die aktuell die finanziellen Möglichkeiten haben zu bauen, entscheiden sich immer mehr für hochwertige und nachhaltige Massivholzgebäude. Somit ist die Stimmung, trotz des eher negativen Markttrends, positiv. Neben Einfamilienhäusern gehen aktuell vermehrt Anfragen für kleine Mehrfamilienhäusern ein, die von privaten Bauherren zur Kapitalanlage und/oder Altersvorsorge gebaut werden sollen. Sie legen hohen Wert auf Nachhaltigkeit, eine ökologische Bauweise, niedrige Betriebskosten und Regionalität und passen somit sehr gut zum Konzept der Kaufmann GmbH. Die Gesamtleistung im Jahr 2024 wird im Vergleich zu 2023 leicht rückläufig sein. Ausschlaggebend ist u.a. der Förderstopp der KfW für diverse Förderprogramme und die damit verbundene Unsicherheit der Kunden für Bauvertragsabschlüsse. Für das Jahr 2024 erwartet die Kaufmann GmbH einen etwas niedrigeren Jahresüberschuss im Vergleich zum Vorjahr.
Oberstadion, den 25.06.2024 gez. Peter Kaufmann BilanzAktiva
Angaben unter der Bilanz
Gewinn- und Verlustrechnung
AnhangAllgemeine Angaben zum Jahresabschluss Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft eine mittelgroße Kapitalgesellschaft. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses wurde von den größenabhängigen Erleichterungen der §§ 267, 288 HGB Gebrauch gemacht. Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Vorschriften der §§ 242 ff. HGB und der generellen Ansatzvorschriften der §§ 246-251 HGB sowie unter Berücksichtigung der besonderen Ansatzvorschriften für Kapitalgesellschaften, §§ 265, 268-274a, §§ 276-277 HGB, und unter Beachtung der generellen Bewertungsvorschriften der §§ 252-256a HGB aufgestellt. Auf die Gliederung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung finden die Vorschriften der §§ 264c, 266 und 275 HGB Anwendung. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr unverändert beibehalten, soweit nicht neue Erkenntnisse eine abweichende Bewertung erforderten. Soweit hinsichtlich einer Angabe in der Bilanz bzw. in der Gewinn- und Verlustrechnung einerseits oder dem Anhang andererseits ein Wahlrecht besteht, wurde dieses zugunsten der Angaben im Anhang ausgeübt. Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht
Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen. Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens bis zu einem Wert von 800,00 Euro wurden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Die Finanzanlagen wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und bewertet. Soweit erforderlich, wurde der am Bilanzstichtag vorliegende niedrigere Wert angesetzt. Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Sofern die Tageswerte am Bilanzstichtag niedriger waren, wurden diese angesetzt. Der Ansatz der unfertigen Bauleistungen erfolgte mit den Herstellungskosten. In die Herstellungskosten wurden neben den unmittelbar zurechenbaren Kosten auch notwendige Gemeinkosten inklusive Verwaltungsgemeinkosten einbezogen. Soweit die Wertansätze den niedrigeren beizulegenden Wert übersteigen, wurden Abschreibungen auf den niedrigeren Wert zum Bilanzstichtag vorgenommen. Die Grundsätze der verlustfreien Bewertung wurden beachtet. Die erhaltenen Anzahlungen wurden zu Nettowerten (ohne Umsatzsteuer) bilanziert und auftragsbezogen offen von den Vorräten abgesetzt, soweit sie diese nicht übersteigen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken mit dem Nennwert bewertet. Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten wurden zum Nennwert angesetzt. Die Rechnungsabgrenzungsposten wurden zum Nennwert angesetzt. Latente Steuern werden auf temporäre Differenzen zwischen den handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten gebildet. Die sich danach ergebenden aktiven und passiven latenten Steuern werden verrechnet und angesetzt. Sofern ein Aktivüberhang der latenten Steuern besteht, wird das Wahlrecht ausgeübt, diesen auszuweisen. Für ungewisse Verbindlichkeiten aus Pensionsverpflichtungen wurden Rückstellungen gebildet. Die Rückstellungsbildung wurde gem. § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags bewertet. Die Errechnung der für die Deckung der gegebenen Zusage erforderlichen Pensionsrückstellung erfolgte auf der Grundlage der gegebenen Zusage durch ein versicherungsmathematisches Gutachten anhand des Anwartschaftsbarwertverfahrens unter zu Grunde legen der HEUBECK-RICHTTAFELN 2018 G von Klaus Heubeck. Bei der Bewertung der Pensionsrückstellung wurden Rentensteigerungen von jährlich 0,00% unterstellt. Die Pensionsrückstellung wurde pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Der Zinssatz beträgt 1,82%. Zur Minderung des Risikos bei der erteilten Versorgungszusage besteht eine Rückdeckungsversicherung. Die im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung für erteilte Pensionszusagen abgeschlossene Rückdeckungsversicherung wurde mit dem beizulegenden Zeitwert gem. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB bewertet und in der Bilanz mit der Pensionsrückstellung saldiert ausgewiesen. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts wurde entsprechend des Rechnungslegungshinweises FAB 1.021 des IDW unter der Voraussetzung Passivprimat vorgenommen. Die Gewährleistungsrückstellung wurde ebenfalls mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag bewertet. Die Ermittlung der Höhe der Gewährleistungsrückstellung erfolgte für bereits bekannte Gewährleistungsfälle nach Einzelbewertung und zur Abdeckung des Gewährleistungsrisikos der noch nicht bekannten Gewährleistungsfälle unter Berücksichtigung der Erfahrungswerte der vergangenen Jahre pauschal mit 0,25% des Jahresumsatzes. Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Angaben zur Bilanz Mitzugehörigkeitsvermerke Einzelne Sachverhalte können im vorliegenden Gliederungsschema mehreren Bilanzposten zugeordnet werden. Aus Gründen der Klarheit und Übersichtlichkeit wird dazu folgende Erläuterung gegeben. Die Mitzugehörigkeitsvermerke betreffen folgende Posten und Sachverhalte: Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in der Bilanz mit 1.406.802,21 EUR (Vorjahr: 2.116.409,42 EUR). Darin sind enthalten: - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 273.884,16 EUR (Vorjahr: 1.130.456,51 EUR) Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in der Bilanz mit 560.664,19 EUR (Vorjahr: 694.941,17 EUR). Darin sind enthalten: - Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 0,00 EUR (Vorjahr: 126.259,28 EUR) Angabe zu Forderungen mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr Sämtliche Forderungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Angaben zu Forderungen gegenüber Gesellschaftern Der Wert der Forderungen gegenüber Gesellschaftern beläuft sich auf 220.060,81 EUR (Vorjahr: 210.386,00 EUR) und wird unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen. Pensionsrückstellungen Bei den Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen ergibt sich zwischen dem Ansatz nach dem durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz nach dem durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren ein Unterschiedsbetrag im laufenden Geschäftsjahr in Höhe von 2.949,00 EUR (Vorjahr: 13.453,00 EUR). Der Betrag unterliegt einer Ausschüttungssperre. Verrechnung von Vermögensgegenständen und Schulden Für die Saldierung von Schulden aus Altersvorsorgeverpflichtungen mit verrechnungsfähigen Vermögenswerten wurden folgende Werte ermittelt:
Der Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung in Höhe von 2.866,00 EUR wird auf der Passivseite gesondert ausgewiesen. Der Saldo aus den verrechneten Aufwendungen und Erträgen in Höhe von 1.806,29 EUR wird unter den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen ausgewiesen. Angaben und Erläuterungen zu den sonstigen Rückstellungen Der Posten der sonstigen Rückstellungen umfasst insbesondere Rückstellungen für Gewährleistungen und Mängelbeseitigung, Rückstellungen für Prozesskosten, Rückstellungen aus dem Personalbereich, Rückstellungen im Zusammenhang mit der Erstellung und Prüfung des Jahresabschlusses sowie Rückstellungen für Kosten aus Gerichtsverfahren und für Erlösminderungen. Angabe zu Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten und Sicherungsrechte Die nachfolgende Darstellung zeigt den Verbindlichkeitenspiegel zum 31.12.2023 (Vorjahreswerte in Klammer angegeben):
Angaben zu Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern Der Betrag der Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern beläuft sich auf 30.655,50 EUR (Vorjahr: 7.600,00 EUR) und wird unter den Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen. Verbindlichkeiten aus Steuern und im Rahmen der sozialen Sicherheit Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten: - Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von 26.305,43 EUR (Vorjahr: 32.764,67 EUR) - Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 5.214,94 EUR (Vorjahr: 6.634,93 EUR) Latente Steuern Der Saldo der aktiven latenten Steuern am Ende des Geschäftsjahres beträgt 4.263,35 EUR (Vorjahr: Passivüberhang in Höhe von 5.960,82 EUR). Im Laufe des Geschäftsjahres gab es folgende Änderungen am Saldo der latenten Steuern:
Nicht bilanzierte sonstige finanzielle Verpflichtungen Neben den in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten bestehen in Höhe von 353.514,81 EUR sonstige finanzielle Verpflichtungen. Im Einzelnen beinhalten diese Verpflichtungen folgende Sachverhalte:
Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung Davon-Vermerke Die sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung betragen 831.043,78 EUR (Vorjahr: 793.423,71 EUR). Darin enthalten sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von 45.735,11 EUR (Vorjahr: 41.545,85 EUR). Die sonstigen Zinsen und ähnliche Erträge betragen 47.918,94 EUR (Vorjahr: 10.865,23 EUR). Darin enthalten sind Zinsen aus verbundenen Unternehmen in Höhe von 47.270,74 EUR (Vorjahr: 10.502,90 EUR). Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen betragen 46.575,08 EUR (Vorjahr: 39.689,05 EUR). Darin enthalten sind Zinsen aus verbundenen Unternehmen in Höhe von 22.613,00 EUR (Vorjahr: 7.624,54 EUR) und Aufwendungen aus der Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von 2.276,00 EUR (Vorjahr: 7.166,00 EUR). Sonstige Angaben Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigt:
Name der Geschäftsführer Während des abgelaufenen Geschäftsjahrs wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende Personen geführt:
Gewährte Kredite an Geschäftsführer Zu den zu Gunsten des Geschäftsführers vergebenen Krediten wird berichtet: Zum Bilanzstichtag hat die Gesellschaft eine Verbindlichkeit gegenüber ihrem Geschäftsführer aus der Kreditkartenabrechnung, Verrechnungen und Auslagenabrechnung in Höhe von 3.998,70 EUR. Eine Verzinsung des Saldos erfolgt nicht. Gesamtbezüge von Organmitgliedern und früheren Organmitgliedern Es wird von der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht. Vorschlag zur ErgebnisverwendungDie Geschäftsführung schlägt in Übereinstimmung mit den Gesellschaftern die folgende Ergebnisverwendung vor: Der Jahresüberschuss beträgt 297.921,89 EUR. Dieser wird auf neue Rechnung vorgetragen und mit dem bestehenden Verlustvortrag verrechnet. Unterschrift der Geschäftsführung
Oberstadion, 25.06.2024 gez. Peter Kaufmann Anlagenspiegel zum 31.12.2023der Kaufmann GmbH
sonstige BerichtsbestandteileAngaben zur Feststellung: Der Jahresabschluss wurde am 05.07.2024 festgestellt. BestätigungsvermerkWiedergabe des Bestätigungsvermerks In dem vorstehenden, zur Offenlegung bestimmten verkürzten Jahresabschluss wurden die größenabhängigen Erleichterungen nach § 327 HGB zutreffend in Anspruch genommen. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht haben wir den folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Kaufmann GmbH Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Kaufmann GmbH- bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Kaufmann GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse • entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und • vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit Wir verweisen auf die Angaben in den Abschnitten "Chancen- und Risikobericht" des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass bei Ausbleiben der Ergebnis-, Finanz- und Bilanzplanung bzw. fehlender positiver Ergebnisentwicklung die Gesellschaft gefährdet ist, insolvent zu werden. Wie in dem genannten Abschnitt dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. • beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. • beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie, ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. • beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens. • führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."
Ravensburg, den 4. Juli 2024 MTG
Treuhand GmbH
gez. Rainer Merz, Wirtschaftsprüfer gez. Marc Walser, Wirtschaftsprüfer |
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