Stammdaten

Register
Amtsgericht Saarbrücken HRB 105841
Vorher
Eberspächer Exhaust Technology GmbH
Eingetragen
15.10.2019
Branche
Herstellung von TurbinenHerstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenHerstellung von Batterien und Akkumulatoren
Gegenstand
Die Entwicklung, Fertigung und der Vertrieb von Abgasnachbehandlungsanlagen und den darin enthalltenen Komponenten und Einzelteilen sowie die Vergabe von Lizenzen und Erbringung von Dienstleistungen auf den vorbezeichneten Gebieten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Thomas Lubojatzky
seit 22.4.2026
Prokura
Prokura
Alexander Müller
seit 27.2.2026
Prokura
Tatiana Burkard
seit 27.2.2026
Prokura
Andreas Stecken
seit 4.3.2025
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Prokura
Prokura
Markus Wundel
seit 12.11.2024
Prokura
Christian Schatzmann
seit 12.11.2024
Prokura
Ralf Schmitt
seit 12.11.2024
Prokura
Beate Schuck
seit 12.11.2024
Prokura
Anja Eisenhardt
seit 22.10.2024
Prokura
Jörg Steins
seit 22.5.2024
Geschäftsführer
Uwe Johnen
seit 9.8.2022
Geschäftsführer
Martin Peters
seit 15.10.2019
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Identifizierte Personen (6)

NameAnteil
0.45%
S******* S********
0.45%
0.33%

Ungelöste Beteiligungen (5)

Gesellschafter
Beta

3 von 4 Anteilseignern sichtbar

Name
Ort
Anteil
Eberspächer Beteiligungs-GmbH
Germany
68.66%
Eberspächer Vermögensverwaltung GmbH
Germany
24.88%
Eberspächer Gruppe GmbH & Co. KG
Germany
5.97%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Eberspächer Gruppe GmbH & Co. KG

Esslingen am Neckar

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022

Das Geschäftsjahr 2022 war für die Eberspächer Gruppe GmbH & Co. KG (nachfolgend: Eberspächer Gruppe) ein schwieriges Jahr. Während die Nachwirkungen des Cyber-Angriffs aus dem Vorjahr noch deutlich spürbar waren, stellten externe Faktoren die Unternehmensgruppe vor vielfältige Herausforderungen. Ukraine-Krieg, andauernder Halbleitermangel und Störungen in den Lieferketten sowie die im Jahresverlauf weltweit stark steigende Inflationsraten erforderten eine schnelle Anpassungsfähigkeit und beschleunigten die Transformation der Automobilindustrie weiter.

Der für das Unternehmen maßgebliche Nettoumsatz (bereinigt um die nicht wertschöpfenden Umsatzanteile) in Höhe von 2.722,3 Mio. EUR stieg dennoch um 19,9 % gegenüber dem Vorjahreswert (2.269,7 Mio. EUR). Der Konzernbruttoumsatz erhöhte sich um 7,3 % auf 6.437,5 Mio. EUR. Der geringere Anstieg des Konzernbruttoumsatzes resultiert vor allem aus den gegenüber 2021 gesunkenen Rohstoffpreisen für Monolithe. Diese werden in Abgassystemen verbaut und stellen für die Eberspächer Gruppe lediglich durchlaufende Posten dar. Aufgrund des schwierigen Geschäftsumfeldes liegt das Betriebsergebnis bei -21,0 Mio. EUR. Der Konzernjahresfehlbetrag beläuft sich auf -94,4 Mio. EUR. Beide Kennzahlen sind vor allem durch Sondereffekte insbesondere im Zusammenhang mit Restrukturierungen und der Cyber-Attacke belastet. Um die operative Ertragskraft der Unternehmensgruppe darstellen zu können, berichtet Eberspächer im Geschäftsjahr 2022 ein bereinigtes EBIT. Dieses beläuft sich auf 26,6 Mio. EUR.

Um der Transformation der Automobilindustrie und dem verschärften Veränderungsdruck Rechnung zu tragen, arbeitet die Eberspächer Gruppe kontinuierlich am Ausbau des Produktportfolios sowie der technologischen Kompetenz. Die dynamische Marktentwicklung erfordert zudem schnelle und flexible Prozesse, um den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern. Der Fokus der Unternehmensgruppe liegt deshalb auf der Steigerung der Effizienz im bestehenden Kerngeschäft sowie der Entwicklung neuer Geschäftsfelder.

Grundlagen des Konzerns

Geschäftsmodell des Konzerns

Die Eberspächer Gruppe mit Sitz in Esslingen am Neckar entwickelt, produziert und vertreibt Komplettsysteme und Komponenten in Serienfertigung für Fahrzeughersteller sowie als passgenaue Nachrüstlösung für den Aftermarket. 1865 von Jakob Eberspächer gegründet, zählt Eberspächer heute mit rund 10.700 Mitarbeitenden und 80 Standorten weltweit zu den führenden Systementwicklern und -lieferanten der Automobilindustrie. Die Unternehmensgruppe gliedert sich in die drei Divisions Purem by Eberspächer, Climate Control Systems und Automotive Controls, die allesamt durch das Corporate Center unterstützt werden. Das Geschäftsfeld New Business beinhaltet das Wachstumsfeld Hydrogen Mobility. Hier werden alle Aktivitäten rund um Wasserstoff-Brennstoffzellen-Systeme gebündelt und zielgerichtet vorangetrieben.

Unsere übergeordnete Unternehmensstrategie MOVE ist wegweisend für die Entwicklung der Unternehmensgruppe. Dabei gestaltet Eberspächer die saubere Mobilität der Zukunft und begeistert seine Kunden mit intelligenten Lösungen, die von engagierten Mitarbeitenden entwickelt und produziert werden. Für ein profitables Wachstum stellen wir uns selbstbewusst und konsequent dem globalen Wettbewerb sowie den veränderten Marktbedingungen. Unsere Position in bestehenden und neuen Märkten bauen wir durch die Förderung von Innovationen sowie Akquisitionen und strategischen Partnerschaften kontinuierlich aus.

Ihrer Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft ist sich die Eberspächer Gruppe bewusst. Die nachhaltige Unternehmensführung fokussiert sich auf drei Handlungsfelder: Green Footprint - Innovation - People. Wir schonen Ressourcen, schützen das Klima und übernehmen Verantwortung für Mitarbeitende und Gesellschaft. Die Nachhaltigkeitsaktivitäten sind in unserer Unternehmensstrategie verankert. Der Nachhaltigkeitsbericht (ungeprüft) der Eberspächer Gruppe ist digital verfügbar und kann über die Website abgerufen werden.

Eberspächer produziert und entwickelt unter der eigenständigen Marke " Purem by Eberspächer" in Abstimmung mit den Fahrzeugherstellern Systeme zur Abgasreinigung und Akustiklösungen für Pkw, Nutzfahrzeuge (Nfz) und den Non-Road-Bereich. Die Produkte zielen auf die saubere und leise Mobilität ab und reduzieren Geräuschemissionen. Leichtbaukonstruktionen tragen zur Reduzierung von CO 2 -Emissionen bei. Neben der Entwicklung von Komponenten und Systemen für optimierte Verbrennungsmotoren fließt die Expertise aus der Abgasnachbehandlung auch in alternative Technologien, beispielsweise für Wasserstoffanwendungen, mit ein. Die eigenständige Marke stärkt die operative Unabhängigkeit von Purem by Eberspächer und erweitert die Möglichkeiten für die globale Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen.

Die Division Climate Control Systems der Eberspächer Gruppe bietet Produkte und Lösungen für das Thermomanagement in Fahrzeugen aller Art an. Das Produktportfolio umfasst neben Standheizungen für den Pkw-, Nfz- und Non-Road-Bereich ebenso Klimasysteme für Busse und Sonderfahrzeuge. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Produktpalette sind elektrische Zusatzheizungen, die in Pkw mit Verbrennungsmotor sowie mit Hybrid-, Elektro- oder Brennstoffzellenantrieb zum Einsatz kommen und im Rahmen der notwendigen CO 2 -Reduzierung zunehmend an Bedeutung gewinnen. Weitere Entwicklungen fokussieren digitale Serviceangebote sowie Energiemanagement-Systeme. Dazu zählt beispielsweise die Neuentwicklung Xellstor, ein Lithium-Ionen-Batterieset, das in Reisemobilen, Werkstattwagen oder Ambulanzen für eine autarke Energieversorgung sorgt.

In der Division Automotive Controls werden standardisierte und kundenspezifische Elektroniklösungen angeboten. Die Anwendungen rund um die Fahrzeugelektronik beinhalten die Bereiche Bordnetz- und Energiemanagement, Motor- und Antriebsstrangmanagement sowie Steuergeräte und Elektronikmodule für Fahrzeugklimatisierung und erweiterte Fahrzeugfunktionen. Batteriemanagement- und Energiespeicher-Systeme für Spezialfahrzeuge, die in der Medizintechnik und bei Industrieanwendungen zum Einsatz kommen, runden das Portfolio ab.

Im Geschäftsfeld Hydrogen Mobility sind die Aktivitäten der Eberspächer Gruppe für Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Anwendungen angesiedelt. Zu den Aufgaben des Geschäftsfeldes zählen die Definition und Umsetzung der Wasserstoff-Strategie sowie die Geschäftsentwicklung und Brennstoffzellen-Systementwicklung, die in divisionsübergreifender Zusammenarbeit vorangetrieben wird. Im Bereich New Business suchte die Marke "Next Shed" in der Vergangenheit nach neuen Geschäftsfeldern und Technologien für Eberspächer. Diese Aktivitäten wurden in 2022 beendet und stattdessen drei Wachstumsfelder festgelegt - "Hydrogen Mobility", "e-connected - Digital Plattform & Services" und "Energy Storage Systems". Mit Ausnahme des Wachstumsfelds Hydrogen Mobility wurden diese in die Division Climate Control Systems integriert. Bisher geschlossene Beteiligungen an Start-ups werden innerhalb der drei definierten Wachstumsfelder fortgesetzt. Next Shed investiert zukünftig als früher Kunde in neue Technologien von Start-ups, die sich nahe am Kerngeschäft befinden.

Forschung und Entwicklung

Im Geschäftsjahr 2022 lag die Summe der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung mit 51,6 Mio. EUR deutlich über dem Niveau des Vorjahres (43,9 Mio. EUR). Darüber hinaus wurden Entwicklungskosten in Höhe von 21,8 Mio. EUR aktiviert (Vorjahr: 23,6 Mio. EUR). Diese enthalten neben internen Aufwendungen Fremdleistungen für Design, Computer Aided Engineering, Erprobung und Prototypen. Zudem konnten zahlreiche Kundenentwicklungsprojekte als Umsatz realisiert werden.

Um der steigenden Anzahl von Serienapplikationen gerecht zu werden, sind Aufwendungen für die direkte Produktentwicklung erforderlich. Diese sichern das Erreichen globaler Umsatzziele. Daneben treiben wir Standards, Prozesse und Methoden voran und investieren fortwährend in die Grundlagenentwicklung (Forschung).

In der Division Purem by Eberspächer finden Entwicklungsaktivitäten hauptsächlich an den drei Standorten Esslingen (Deutschland), Novi (USA) und Schanghai (China) statt.

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten konzentrieren sich auf moderne Abgasreinigungssysteme für den Pkw- und Nfz-Markt. Im Jahr 2022 lag der Fokus auf Entwicklungen für den Pkw- und Nfz-Bereich, welche zur Erfüllung zukünftiger Emissionsnormen beitragen. Dazu zählen die in regulativer Abstimmung befindliche Norm Euro 7 und ihre globalen Pendants. Die Europäische Kommission hat den Entwurf der Euro-7-Norm im vierten Quartal vorgestellt und den Eintrittstermin in 2025 bestätigt. Sämtliche Entwicklungsaktivitäten umfassen vor allem neue Komponenten für Dieselmotoren im Pkw- und Nfz-Segment sowie gegebenenfalls für Ottomotoren. Da während der Kaltstartphase ein Großteil der Schadstoffemissionen entsteht, soll die Betriebstemperatur der Abgasanlage nach dem Motorstart mit Hilfe dieser neuen Komponenten schneller erreicht bzw. gehalten werden. In den Fractal Heatern sehen wir hierfür große Potenziale. Diese bestätigen erste Seriennominierungen im Nfz-Bereich.

Im Bereich der Wasserstoff-Mobilität wurden die Aktivitäten mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der "Allianz Wasserstoffmotor e. V." intensiviert, um den Wasserstoffmotor als weitere Komplementärtechnologie für die saubere Mobilität voranzubringen. Purem by Eberspächer arbeitet in diesem Zusammenhang an der Entwicklung eines robusten Abgasnachbehandlungssystems. Neben Themen wie der Materialauslegung spielt hier die Katalyse selbst eine Rolle. Einzelne Katalysatoren werden bewertet und analysiert, die Notwendigkeit eines Filters in Abhängigkeit zur Gesetzesnorm evaluiert und die optimale Anordnung der Katalysatoren und Filter in der Abgasanlage festgelegt.

Auf dem Gebiet der Brennstoffzellen-Anwendungen wurden die Weichen für weitere Komponenten entlang des Purem by Eberspächer Kompetenz- und Technologieprofils gestellt. Hierzu zählen beispielsweise Klappen, Katalysatoren, Wasserabscheider und Akustiklösungen.

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in der Division Climate Control Systems werden primär an den jeweiligen Hauptstandorten der einzelnen Produktgruppen in Deutschland durchgeführt: für die Business Units Fuel Operated Heaters sowie Special Markets in Esslingen, für Electrical Heaters in Herxheim und Hermsdorf sowie für Bus & Coach in Renningen.

Die Business Unit Fuel Operated Heaters setzte im Jahr 2022 die Produktneu- und -weiterentwicklung kraftstoffbetriebener Heizsysteme fort. Im Mittelpunkt standen dabei die Modularisierung und Standardisierung der Komponenten für alle Produktfamilien. Die Markteinführung der neuen Luftheizungsgeneration Airtronic 3 für die Leistungsklassen von 2 kW bis rund 8 kW musste aufgrund des Halbleitermangels gestoppt und auf das Jahr 2023 verschoben werden. Stattdessen wurden die Märkte mit der Luftheizung Airtronic 2 als Kompensation beliefert. Darüber hinaus trieb die Business Unit die Forschung zu Einsatzmöglichkeiten brennstoffbetriebener Luft- bzw. Wasserheizungen in Hybridfahrzeugen weiter voran. Bei niedrigen Außentemperaturen soll so der Verlust der elektrischen Reichweite begrenzt werden.

Die Business Unit Special Markets entwickelte mit dem Xellstor Energiemanagementsystem ein neues Batteriesystem. Dieses wurde im Geschäftsjahr 2022 der Öffentlichkeit präsentiert und geht ab dem Jahr 2023 in Serie. Es ermöglicht die autarke Stromversorgung für Reisemobile, Nutzfahrzeuge und Ambulanzen. Elektrische Geräte können so unabhängig vom Stromnetz betrieben werden. Im Bereich Thermomanagement für Reisemobile wurden in 2022 erste Systeme mit Wärmepumpe erprobt. In Zusammenarbeit mit dem Bereich Digital Solutions startete die Entwicklung der nächsten Generation der Eberspächer-App, welche die Steuerung des Batteriesystems von Dachklimaanlagen und vieler weiterer Systeme ermöglicht.

Die Entwicklungstätigkeiten der Business Unit Electrical Heaters konzentrieren sich auf Hochvolt-Wasserheizer. Für die vierte Generation dieses Heizungstyps konnte die Entwicklung im Jahr 2022 abgeschlossen und die Serienproduktion gestartet werden. In China, Europa und der USMCA-Region (United States-Mexico-Canada-Agreement) konnten weitere Serienaufträge sowie bei bestehenden Projekten zusätzliche Volumina für die dritte Generation der Hochvolt-Wasserheizer gewonnen werden. Die hierfür notwendigen Applikationsentwicklungen wurden gestartet und sind teilweise bereits fertiggestellt. Um das Wachstum in Asien voranzutreiben, wurde die Applikationsentwicklung am chinesischen Standort Tianjin im Jahr 2022 weiter ausgebaut. Darüber hinaus wurde mit der Entwicklung von sogenannten Positive Temperature Coefficient (kurz: PTC) Keramiken für 800 Volt Hochvoltheizungen begonnen. Bei den PTCs handelt es sich um keramische Elemente, die Bestandteile von eigensicheren PTC-Heizlösungen für automobile Anwendungen sind. Sie werden zur Batteriekonditionierung sowie für eine schnelle Verfügbarkeit von Warmluft im Fahrzeuginnenraum eingesetzt. 800 Volt-Applikationen sind erforderlich, um einen Schnellladevorgang zu ermöglichen.

Die Business Unit Bus & Coach konnte in 2022 den Reifegrad der Wärmepumpen mit dem natürlichem Kältemittel CO 2 maßgeblich erhöhen und für die Markteinführung vorbereiten. Die Produktion startet im Geschäftsjahr 2023. Der Schwerpunkt der Technologieentwicklung lag weiterhin auf der Etablierung alternativer Lieferanten für eine Vielzahl von Komponenten. Besonderes Augenmerk galt hier den wertigen Bauteilen. Daraus konnten Produktkostenoptimierungen in den Plattformen umgesetzt werden.

Die Entwicklung der Division Automotive Controls findet an den deutschen Standorten Esslingen und Landau, am rumänischen Standort Cluj-Napoca sowie am kanadischen Standort Concord statt.

Im Bereich der Fahrzeugelektronik standen Produkte für die Elektromobilität im Fokus. Diese dienen der weiteren CO 2 -Reduzierung, für autonome Fahr- sowie Komfortfunktionen. Für das autonome Fahren ohne Fahrer (Level 5) sowie für hochautomatisierte Fahrzeuge (Level 3) wurden im Jahr 2022 hochsichere Schalter weiterentwickelt. In Landau konnte die Entwicklung eines hochkomplexen Batteriemanagement-Systems für eine 12-Volt-Lithium-Ionen-Batterie fortgesetzt werden. Die Entwicklung des Supercap-Moduls (SCAP) für den Komfort in schweren Elektrofahrzeugen erreichte den nötigen Reifegrad für den Produktionsstart. Das neue Entwicklungszentrum am Standort in Cluj-Napoca (Rumänien), das Anfang 2021 gegründet wurde, konnte durch weiteren Personal- und Kompetenzaufbau verstärkt werden. Dieses entwickelt sich zu einem weiteren Zentrum für Softwareentwicklung und funktionalem Testing. An den Standorten in Esslingen, Landau und Cluj-Napoca wurden im Jahr 2022 zudem die Elektronikplattform-Entwicklungen für zukünftige brennstoffbetriebene und elektrische Heizgeräte weitergeführt.

An unserem kanadischen Standort in Concord wurde die Weiterentwicklung von großformatigen Batteriemanagement-Systemen für Applikationen mit höheren Spannungen vorangetrieben. Diese Standardlösungen kommen in verschiedenartigen Anwendungen, wie beispielsweise Gabelstaplern und weiteren Nfz, zum Einsatz. Eine Neuentwicklung innerhalb der grafischen Bedienoberfläche im Jahr 2022 dient der Optimierung der Nutzerfreundlichkeit der Produkte.

Im Bereich Hydrogen Mobility entwickelt Eberspächer im US-amerikanischen Lafayette (Colorado) Brennstoffzellenkompressoren und die dazugehörigen Komponenten. Durch die exakte Steuerung von Luftstrom und Luftdruck kann die Leistung der Brennstoffzelle kontrolliert werden. Damit ist der Luftverdichter eine Schlüsselkomponente für die Leistungsfähigkeit von Brennstoffzellen und trägt maßgeblich zur Effizienz, zum optimalen Aufbau und zur Haltbarkeit des Gesamtsystems bei. Derzeit können die Anforderungen von Brennstoffzellen in Anwendungen von unter 3 bis 30 kW abgedeckt werden. Um die wachsenden Märkte im Güter- und Personentransport mit größeren, stationären Brennstoffzellen zu bedienen, ist eine Erweiterung der aktuellen Produktlinie für Brennstoffzellen bis zu 150 kW in der Entwicklung. Die Eberspächer Gruppe ist Mitglied von Hydrogen Europe, einem Netzwerk europäischer Unternehmen und Verbände, das die Entwicklung der Wasserstoff-Industrie in Europa intensivieren will. Ziel ist es, Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien nutzbar zu machen und damit die Dekarbonisierung von Industrie und Verkehr weiter voranzutreiben.

Produktion, Logistik und Beschaffung

Für die Eberspächer Produktionswerke war das vergangene Jahr geprägt von anhaltenden Beschaffungs- und Lieferengpässen, Halbleitermangel sowie weiteren Verknappungen und Preiserhöhungen von Vorprodukten und Rohstoffen. Hinzu kamen gestiegene Energiepreise infolge des Ukraine-Krieges sowie wiederholte Lockdowns in China, aufgrund der dortigen Null-Covid-Strategie. Trotz all dieser Herausforderungen hat die Eberspächer Gruppe das globale Produktionsnetzwerk im Berichtsjahr weiter ausgebaut und trug damit neu anlaufenden Kundenprojekten und der weiteren Internationalisierung des Geschäftes Rechnung.

Die Business Unit Europe der Division Purem by Eberspächer verantwortet das Geschäft für Pkw und Nfz mit europäischen Kunden, deren Fahrzeuge global angeboten werden. Die Business Unit erwirtschaftet über die Hälfte der Umsätze mit Pkw-Abgasanlagen in den Produktionswerken Neunkirchen (Deutschland), Rakovník (Tschechische Republik), Oradea (Rumänien) und Tondela (Portugal). Insbesondere an unseren osteuropäischen Produktionsstandorten ist, durch die umfangreiche Akquisition von Neugeschäft in 2022, künftig eine gute Auslastung gesichert.

Für den europäischen Nfz-Markt fertigt der Standort Wilsdruff (Deutschland) Euro-6-Abgasanlagen in Serie. In Wilsdruff standen im vergangenen Jahr die Aktivitäten zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit weiter im Fokus. Die Produktion am Standort Nyköping (Schweden) wurde im Oktober 2022 aufgrund des Auslaufens eines großen Kundenauftrags planmäßig eingestellt. Die vollständige Schließung des Werkes erfolgte Anfang 2023.

Die Werkserweiterung in Sorocaba (Brasilien) konnte in 2022 abgeschlossen werden. Die neue Produktionsfläche bietet ausreichend Platz für die Fertigung von Hot-End- und Cold-End-Komponenten für den lokalen Pkw- und Nfz-Markt. In Brasilien treten ab 2022 bzw. 2023 die neuen Abgasnormen PL7 (Pkw) und P8 (Nfz) in Kraft. Diese sind vergleichbar mit der europäischen Richtlinie Euro 6.

Im Rahmen der Sanktionen gegen Russland zogen sich zwei große europäische Kunden aus Russland zurück. Da wir nicht davon ausgehen, dass sich die Situation in absehbarer Zeit ändern wird, wurde unser Werk in St. Petersburg gegen Ende des Jahres 2022 geschlossen und das Werk in Togliatti teilweise heruntergefahren.

Die Produktionswerke der Business Unit Americas befinden sich in Brighton (Michigan, USA), Louisville (Kentucky, USA), Spartanburg (South Carolina, USA), St. Louis (Missouri, USA), Wixom (Michigan, USA) sowie Ramos Arizpe (Mexiko). Sie fertigen Abgasanlagen für den Pkw- und Nfz-Markt. Das neue Werk für Abgastechnik im mexikanischen Ramos Arizpe hat im Geschäftsjahr 2022 die geplante Kapazität vollständig erreicht. Die Fertigstellung einer Werkserweiterung ist für 2023 geplant. Der Aufbau der beiden neuen Werke in den USA an den Standorten in Louisville (Kentucky) und St. Louis (Missouri) ist abgeschlossen. Beide Werke sind auf den Start der Produktion beziehungsweise den vollständigen Hochlauf im Jahr 2023 vorbereitet. Nach dem Auslaufen der Kundenaufträge wurde das Produktionswerk in Northport (Alabama, USA) im Berichtsjahr vollständig geschlossen.

Für Purem by Eberspächer und die Business Unit Asia bietet der Markt in Asien weiterhin großes Wachstumspotenzial. In der Folge sind zwei weitere Werke der BU Asia zusätzlich zu den neun bereits bestehenden Produktionswerken in China in Planung. In Thailand wurde eine Joint-Venture-Vereinbarung mit AAPICO Hitech Public Company Limited (kurz: AAPICO) abgeschlossen. Das neue Unternehmen tritt unter dem Namen Purem Aapico Co., Ltd. auf und stellt Abgasreinigungssysteme und -komponenten her. Neben der Entwicklung des lokalen Marktes in Thailand konzentriert sich das Unternehmen auf das Wachstum in der ASEAN-Region (Association of Southeast Asian Nations) mit Produkten für Pkw und Nfz. Im Zuge dessen soll im dritten Quartal 2023 ein neues Werk auf dem AAPICO Campus in Rayong in Betrieb genommen werden. Gemeinsam mit AAPICO erweitert Purem by Eberspächer auch seine Aktivitäten für den malaysischen Markt. Das neu gegründete Unternehmen Purem Aapico Sdn. Bhd., das ein vollständiges Tochterunternehmen der Purem Aapico Co., Ltd. ist, fertigt künftig ebenfalls Abgassysteme und Abgasreinigungskomponenten für Pkw und Nfz. Hierzu wurde in Rawang im Großraum von Kuala Lumpur ein Gebäude mit einer Fläche von 4.000 Quadratmetern angemietet. Der Serienstart ist für September 2023 geplant. Darüber hinaus produziert die Business Unit Asia im Rahmen des Joint-Ventures mit Sharda Motor Abgassysteme für den Nutzfahrzeugsektor an zwei Produktionsstandorten im indischen Pune. Die Produktion der Business Unit Asia war im Jahr 2022 insgesamt geprägt von der Null-Covid-Strategie Chinas, die zu wiederholten Lockdowns und den damit verbundenen Beeinträchtigungen führte. Teilweise lebten die Mitarbeitenden aufgrund dieser Beschränkungen für mehrere Wochen in den Werken. Zudem erschwerten Ausfälle bei Lieferanten und Planänderungen bei unseren Kunden die Situation. Nichtsdestotrotz konnte die Business Unit diese Herausforderungen gut meistern.

Die Situation auf den Beschaffungs- und Transportmärkten war im Jahr 2022 weiterhin von zahlreichen Unsicherheiten geprägt. Einerseits stabilisierte sich die Lage in Bezug auf die Corona-Pandemie weitestgehend, andererseits kam es zu wiederkehrenden Lockdowns in China. Weltweite Verknappungen und Preiserhöhungen im Vormaterialbereich, beispielsweise bei Stahl, Kunststoffen und Edelmetallen, sowie zusätzliche logistische Herausforderungen hinsichtlich Verpackung und Transport hielten das ganze Jahr an und werden sich in 2023 fortsetzen. Besonders betroffen hiervon sind Importe aus China. Zur Aufrechterhaltung unserer Lieferversorgung wurden, in enger Abstimmung mit unseren Auftraggebern, die betroffenen Produkte technisch modifiziert und langfristige Abnahmevereinbarungen mit Kunden und Lieferanten abgeschlossen. Die in diesem Rahmen gegründete Task Force hielt dabei die kurz- und mittelfristigen Risiken sowie den Lieferhorizont im Blick. Zusätzlich wurden die Lieferketten durch steigende Kosten in Folge des Ukraine-Krieges sowie eine angespannte Versorgungslage in Bezug auf Strom und Gas belastet. Um eventuelle Risiken frühzeitig zu erkennen, wurden Maßnahmenpläne gemeinsam mit den Lieferanten erarbeitet. Gleichzeitig führten die gestiegenen Energiepreise zu höheren Kosten für unsere eigene Produktion, die nur teilweise kompensiert werden konnten.

Im Jahr 2022 fertigte die Business Unit Fuel Operated Heaters der Division Climate Control Systems ihre Produkte ausschließlich am polnischen Standort in Oława. Die von Esslingen verlagerten Anlagen konnten erfolgreich in Betrieb genommen werden. Ein erfolgreiches Krisenmanagement sorgte dafür, dass die teils erheblichen Einflüsse des Halbleitermangels und Cyber-Angriffs sowie die Folgen des Ukraine-Krieges minimiert werden konnten.

Die Business Unit Electrical Heaters produziert Hoch- und Niedervoltheizer in Tianjin (China), Oława (Polen) und am deutschen Standort in Herxheim. Darüber hinaus befindet sich zusammen mit der Business Unit Automotive Electronics der Division Automotive Controls ein neues Werk in Ruse (Bulgarien) im Aufbau, das weitere Produktionskapazitäten schafft. Aufgrund der stark steigenden Kundennachfrage nach Produkten für Hybrid- und Elektrofahrzeuge strebt Eberspächer insbesondere in Herxheim einen hohen Automatisierungsgrad und die Steigerung der Stückzahlen an. Der Aufbau des Standortes Ruse (Bulgarien) ermöglicht dabei eine Konsolidierung der Niedervolt-Aktivitäten und der teilautomatisierten Anlagen. Am deutschen Standort Hermsdorf werden PTC-Elemente für Nieder- und Hochvolt-Applikationen hergestellt.

Die Produkte der Business Unit Bus & Coach werden in den Werken in Oława (Polen), Bangalore (Indien) und Monterrey (Mexiko) gefertigt. Im indischen Produktionswerk wurde in 2022 eine neue Produktionslinie installiert und in Betrieb genommen. Dies ermöglichte die Einführung von zwei neuen elektrischen Bus-Klimaanlagen, die überwiegend in Asien und Israel verkauft werden. Die regionale Versorgung aller lateinamerikanischen Märkte wurde im mexikanischen Werk in Monterrey, als strategischer Standort, gebündelt und infolgedessen die Serienproduktion am Standort Sorocaba (Brasilien) im dritten Quartal 2022 eingestellt.

Neben einem Montagewerk für Kabelbäume und Sonderanfertigungen in Torgelow (Deutschland) umfasst die Produktion der Business Unit Special Markets die zwei Standorte Pusignan (Frankreich) und Zhongshan (China). In beiden Werken werden Klimakomponenten und Komplettanlagen gefertigt und montiert. Dabei dient der Standort in Zhongshan als vorgelagertes Komponentenwerk für die Endmontagen in Frankreich und bedient gleichzeitig den asiatischen Markt. In 2022 konnte dort der Umzug in ein neues Gebäude, das die dreifache Fläche bietet, vollzogen werden. Die dortige Serienproduktion ist vollständig angelaufen.

Innerhalb der Division Automotive Controls produziert die Business Unit Automotive Electronics Fahrzeugelektronik an den Standorten in Landau (Deutschland) und Tianjin (China). Der Fertigungsstandort Landau hat sich auf die Produktion von Steuergeräten im Bereich Bordnetzmanagement sowie auf Supercap-Module (SCAP) spezialisiert. In Tianjin werden Steuergeräte für Hochvolt-Heizungen und brennstoffbetriebene Fahrzeugheizungen der Division Climate Control Systems in Serie gefertigt. Diese werden anschließend vor Ort in die elektrischen Hochvolt-Heizungen der Business Unit Electrical Heaters verbaut. An beiden Standorten wurden in 2022 notwendige Investitionen getätigt, um für die erfolgreiche Umsetzung der Projekte die erforderliche Kapazität zu erhöhen. Darüber hinaus wird für die Erweiterung der Produktionskapazitäten, gemeinsam mit der Business Unit Electrical Heaters, ein neues Werk in Ruse (Bulgarien) realisiert. Die notwendigen Schritte für die Beschaffung von neuen Produktionsanlagen wurden hierfür vorbereitet. Die Business Unit Battery Management am Standort Concord (Kanada) ist auf die Produktion von Batteriemanagement-Systemen für medizinische, militärische und industrielle Anwendungen spezialisiert. Um das Produktportfolio zu erweitern, wurde eine weitere Marktdurchdringung bei größeren Spezialanwendungen vorgenommen. Diese kommen in Gabelstaplern und Robotern zum Einsatz. Trotz anhaltendem Halbleitermangel konnte die Business Unit durch Skalierung der Produktion die Engpässe in der Lieferkette im vergangenen Jahr ausgleichen.

Im Bereich Hydrogen Mobility produziert die Eberspächer Gruppe in Lafayette (Colorado, USA) Luftkompressoren sowie die dazugehörigen Komponenten für Brennstoffzellen. Im Berichtsjahr konnte der Umzug in ein größeres Gebäude vollzogen werden, wodurch unter anderem mehr Raum für Produkttests und die Fertigung zur Verfügung steht. Mit der Erweiterung der Kapazitäten unterstreicht die Eberspächer Gruppe die Intensivierung ihrer Aktivitäten in der Wasserstofftechnologie.

Der bestehende Halbleitermangel sorgte in den Divisions Climate Control Systems und Automotive Controls weiterhin für Beschaffungs- und Lieferengpässe. Darüber hinaus führten der Ukraine-Krieg sowie die Null-Covid-Strategie Chinas zu erheblichen Herausforderungen für die globale Supply Chain. Dies spiegelte sich vor allem in Materialbeschaffungszeiten von bis zu sechs Monaten sowie anhaltenden globalen Materialpreiserhöhungen in allen Regionen wider. Insbesondere die Steigerung der Energiekosten in Europa führte in 2022 zu Mehrkosten. Um unsere Abhängigkeit zu verringern und unsere Flexibilität zu erhöhen, wurden vor allem in Bezug auf Halbleiter kontinuierlich alternative Komponenten geprüft und gekauft. Darüber hinaus nutzten wir sogenannte Spot-Kaufmöglichkeiten, bei denen weltweit gefragte Komponenten zu teilweise höheren Preisen angeboten werden, um die Verfügbarkeit herzustellen. Im Hinblick auf die Energiepreise schlossen wir langfristige Bezugsverträge ab, die entsprechende Preisgleitklauseln enthalten. Ferner kanalisierten wir unsere Maßnahmen im Geschäftsjahr 2022 und initiierten ein umfangreiches Einsparungsprogramm. Dieses unterstützt uns dabei, dem Preisdruck des Marktes zukünftig durch Designänderungen, Lieferantenbündelung und -portfoliobereinigung entgegenzuwirken.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Weltwirtschaft kühlte sich bereits zu Beginn des Jahres 2022 merklich ab. Das globale Bruttoinlandsprodukt stieg gemäß den Angaben des Internationalen Währungsfonds (Stand: April 2023) im Gesamtjahr 2022 um 3,4 % (Vorjahr: 6,1 %). Dabei belasteten vor allem die stark gestiegenen Energiepreise sowie die hohe wirtschaftliche Unsicherheit aufgrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine die konjunkturelle Entwicklung weltweit. Als Reaktion auf die hohen Inflationsraten hoben viele Zentralbanken die Leitzinsen an, was das Wachstum zusätzlich bremste. Während die Auswirkungen der Corona-Pandemie in den meisten Ländern zurück gingen, führte die strikte Null-Covid-Politik Chinas zu Produktionsausfällen sowie weiteren Lieferengpässen. Dies schwächte die Weltkonjunktur in der ersten Jahreshälfte zusätzlich. Die Zuwachsrate der chinesischen Wirtschaft im Jahr 2022 blieb infolgedessen hinter dem Wirtschaftswachstum des Vorjahres zurück. Erhebliche Zinserhöhungen führten in den USA zu einer Abkühlung der Konjunktur und einem Rückgang der Zuwachsrate. Im Euroraum expandierte die Wirtschaftsleistung in der ersten Jahreshälfte 2022 zunächst, die konjunkturellen Aussichten verschlechterten sich im zweiten Halbjahr jedoch deutlich. Ursache waren die Auswirkungen des Ukraine-Krieges, der Kaufkraftverlust infolge der hohen Inflationsraten sowie die abkühlende Weltwirtschaft, welche die Volkswirtschaften im Euroraum immer stärker belasteten. Der deutschen Wirtschaft machten zusätzlich die hohen Energiepreise zu schaffen. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (Stand: April 2023) betrug das Wachstum in Deutschland 1,8 % (Vorjahr: 2,8 %).

Branchenumfeld

Die globale Pkw-Nachfrage lag in 2022 auf Vorjahresniveau. Der Automobilmarkt war durch den anhaltenden Mangel an Vor- und Zwischenprodukten sowie den Auswirkungen des Ukraine-Krieges jedoch beeinträchtigt. Nach Angaben des VDA (Verband der Automobilindustrie) verzeichnete der Automobilmarkt in Europa dadurch einen deutlichen Rückgang der Pkw-Neuzulassungen gegenüber dem Jahr 2021. Die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland befand sich marginal über dem Niveau des Vorjahres. Der Auftragseingang deutscher OEMs nahm im Jahresverlauf gegenüber dem Vorjahr spürbar ab, gleichzeitig wuchs der Auftragsbestand zum Jahresende moderat. Sowohl das Produktionsvolumen in Deutschland mit 3,5 Mio. Pkw als auch der Export deutscher Automobile mit 2,6 Mio. Pkw verzeichneten einen starken Anstieg. In den USA reduzierte sich die Gesamtzahl der Pkw-Neuzulassungen mäßig gegenüber dem Vorjahr. Das Pkw-Geschäft in China hingegen verzeichnete eine deutliche Steigerung der Neuzulassungen.

In 2022 vergrößerte sich die Anzahl der weltweit produzierten reinen Elektrofahrzeuge (BEV) nach Angaben von IHS Markit um 78,0 % gegenüber dem Vorjahr. Dies entspricht einem Anteil von 10,8 % am globalen Pkw-Produktionsvolumen. Mit einem Anstieg der Produktionszahlen von 74,8 % erreichte das Pkw-Segment in Deutschland einen Marktanteil von 16,4 %. In China wuchsen die Produktionszahlen um 94,7 %, wodurch der Anteil der BEV 21,6 % des inländischen Pkw-Produktionsvolumens betrug. Die produzierten Stückzahlen der Hybridfahrzeuge (PHEV) verzeichneten ebenfalls eine signifikante Zunahme gegenüber dem Vorjahr.

Die Anzahl der Neuzulassungen im Nfz-Sektor erhöhte sich in den USA leicht und in der Europäischen Union mäßig. In Deutschland bewegten sich die Neuzulassungen für Lkw über 6 Tonnen leicht unter dem Vorjahresniveau. In China hingegen verzeichnete der Nfz-Sektor nach Angaben des VDA in Folge der Null-Covid-Politik einen erheblichen Rückgang.

Nach den Einbrüchen in den von der Corona-Pandemie geprägten beiden Vorjahren entwickelte sich die weltweite Nachfrage nach Bussen im Jahr 2022 regional unterschiedlich. In Europa verzeichneten die Neuzulassungen gemäß den Angaben des ACEA (European Automobile Manufacturers' Association) einen leichten Rückgang gegenüber 2021. Betroffen hiervon sind wichtige Märkte wie Deutschland, Frankreich und Italien. In Mexiko blieb der Absatz von Bussen ebenfalls leicht hinter dem Vorjahr zurück. Das Busgeschäft in den USA hingegen wuchs moderat. In Brasilien und Indien nahmen die Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu.

Ausblick 2023

Für das Jahr 2023 prognostiziert der Internationale Währungsfonds (Stand: April 2023) einen Rückgang der Wachstumsrate des globalen Bruttoinlandsprodukts auf 2,8 %. Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges sowie der Kaufkraftverlust in Folge der hohen Inflation beeinträchtigen die konjunkturelle Entwicklung weiterhin. Investitionen werden zudem durch gestiegene Finanzierungskosten, resultierend aus höheren Leitzinsen, tendenziell negativ beeinflusst. Gleichzeitig dürften die während der Pandemie aufgelaufenen hohen Auftragsbestände der Industrie zunehmend abgearbeitet werden. Dieser Faktor wirkte sich bisher stützend auf die weltwirtschaftliche Aktivität aus. Für die USA und den Euroraum wird daher eine erneute Verlangsamung der Konjunktur prognostiziert. Der Internationale Währungsfonds erwartet für die deutsche Wirtschaft einen marginalen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in Höhe von -0,1 % (Stand: April 2023). In der zweiten Jahreshälfte 2023 wird mit einem Rückgang der Energiepreise in Europa gerechnet. Sollte sich die Energieversorgung jedoch verknappen, könnte sich die Konjunktur deutlich schlechter entwickeln als bislang angenommen. Für die chinesische Wirtschaft hingegen wird eine Zunahme der Wachstumsrate für das Jahr 2023 erwartet. Die Aufhebung der strengen behördlichen Beschränkungen zur Eindämmung von Corona-Infektionen dürfte sich positiv auf die wirtschaftliche Aktivität auswirken. Zudem stützen staatliche Ausgaben in Infrastrukturprojekte die Konjunktur. Hohe Infektionszahlen können jedoch auch ohne staatliche Einschränkungen zu Beeinträchtigungen der wirtschaftlichen Aktivität führen und stellen daher einen Unsicherheitsfaktor für die Prognose dar.

Für die weltweite Automobilindustrie wird im Jahr 2023 mit einem leichten Wachstum im Vergleich zu 2022 gerechnet. Für Elektrofahrzeuge (BEV) und Hybridfahrzeuge (PHEV) wird eine Erhöhung des Marktanteils erwartet. Dieser dürfte nach Angaben von IHS Markit in 2023 14,5 % bzw. 12,0 % am gesamten globalen Pkw-Produktionsvolumen ausmachen.

Geschäftsverlauf

Umsatzentwicklung

Der Konzernumsatz der Unternehmensgruppe Eberspächer lag im Geschäftsjahr 2022 bei 6.437,5 Mio. EUR (Vorjahr: 6.000,0 Mio. EUR) und ist damit um 7,3 % gestiegen. Der Nettoumsatz (bereinigt um durchlaufende Posten wie Monolithe und Fremdteile, die nicht zur Wertschöpfung beitragen) hat sich in 2022 um 19,9 % erhöht. Im Lagebericht 2021 hatten wir für 2022 einen Nettoumsatz leicht über dem Vorjahresniveau prognostiziert. Der tatsächliche Umsatzanstieg in 2022 übertraf diese Prognose deutlich. Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges sowie der Halbleiterengpässe wirkten sich weniger stark auf den Umsatz aus, als angenommen.

In der Division Purem by Eberspächer erhöhte sich der Umsatz um 5,7 % auf 5.652,4 Mio. EUR (Vorjahr: 5.348,6 Mio. EUR).

Ein hoher Anteil an durchlaufenden Posten prägt den Umsatz der Division Purem by Eberspächer. Hierbei handelt es sich vor allem um beschichtete Monolithe und weitere Zulieferteile, die Purem by Eberspächer verbaut. Für das Jahr 2022 belief sich dieser Anteil auf 65,7 % (Vorjahr: 69,7 %). Der um diese durchlaufenden Posten bereinigte Nettoumsatz betrug 1.937,1 Mio. EUR (Vorjahr: 1.618,5 Mio. EUR) und befand sich damit um 19,7 % über dem Vorjahr. Der Nettoumsatz der Division ist folglich stärker gestiegen als der Bruttoumsatz. Grund hierfür war der geringere Anteil an durchlaufenden Posten, der hauptsächlich auf gefallene Monolithpreise sowie Veränderungen im Produktmix zurückzuführen ist.

Die Entwicklung der Business Units innerhalb der Division Purem by Eberspächer war im Jahr 2022 hauptsächlich von drei Faktoren geprägt: den Folgen der Corona-Pandemie, dem Trend hin zu elektrifizierten Antrieben sowie der anhaltenden Lieferproblematik bei elektronischen Bauteilen und den damit verbundenen Auswirkungen bei unseren OEM-Kunden. Trotz dieser Herausforderungen verzeichnete die Business Unit Europe einen Umsatz wesentlich über Vorjahresniveau. Vor allem die letzten Monate waren aus Umsatzsicht die stärksten des ganzen Jahres. Der Umsatzzuwachs resultiert unter anderem daraus, dass sich die OEMs in 2022 auf die Produktion von höherwertigen Fahrzeugen konzentrierten, in denen komplexere Abgasanlagen bzw. Produkte zur Abgasnachbehandlung enthalten sind. Die Business Unit Americas erzielte trotz der schwierigen Lage ebenfalls einen Umsatz stark über Vorjahresniveau. Dies ist im Wesentlichen auf das weitere Hochlaufen des Lkw-Geschäfts am Standort Mexiko sowie auf neu angelaufene OEM-Projekte im Pkw-Bereich zurückzuführen. Obwohl in Asien vor allem die Folgen der Corona-Pandemie den Geschäftsverlauf dämpften, verzeichnete die Business Unit Asia dennoch einen Umsatz merklich über dem Vorjahresniveau.

In der Division Climate Control Systems lag der Umsatz 2022 mit 721,1 Mio. EUR (Vorjahr: 604,2 Mio. EUR) erheblich über dem Vorjahresniveau.

Die Umsatzentwicklung mit brennstoffbetriebenen Heizungen wurde in 2022 durch große Engpässe in der Versorgung mit Halbleiterbauteilen und die Folgen des Ukraine-Krieges erheblich belastet. Alle Kunden der Business Unit Fuel Operated Heaters stellten ihre Aktivitäten mit Russland im Zuge der Sanktionen ein. Dies wirkte sich entsprechend auf unseren dortigen Umsatz aus. Die Belieferung unserer Kunden mit Halbleiterbauteilen verbesserte sich zudem erst gegen Ende des Berichtsjahres. Die weiter rückläufige Nachfrage nach Verbrennungsmotoren vor allem in Europa betrifft sowohl das Nfz- als auch das Pkw-OEM-Geschäft der Business Unit. Häufig werden stattdessen elektrische Heizungen der Business Unit Electrical Heaters der Eberspächer Gruppe verbaut. Der Umsatz der Business Unit für das Gesamtjahr 2022 liegt merklich unter dem des Vorjahres.

Die Business Unit Special Markets fasst die Aktivitäten mit Tochterunternehmen und Handelsvertretungen im In- und Ausland sowie OES- und Non-Automotive-OEM-Kunden zusammen. Trotz gestörter Lieferketten und Russland-Sanktionen lag der Umsatz der Business Unit im Geschäftsjahr 2022 auf Vorjahresniveau. Insbesondere im Bereich der elektrisch betriebenen Klimalösungen profitierte die Business Unit von einigen neu gewonnenen Langzeitaufträgen und Tendern im florierenden Geschäft der Wohnmobile, Utility-Fahrzeuge und Baumaschinen. Der Umsatz in den Segmenten der Pkw- und Lkw-Nachrüstlösungen war in 2022 etwas niedriger als im Vorjahr.

Trotz der weiterhin bestehenden Halbleiterkrise verzeichnete die Business Unit Electrical Heaters im Jahr 2022 erneut eine starke Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahr. Dies ist auf die anhaltend hohe Nachfrage nach elektrischen Hochvolt-Heizungen für Plug-in-Hybrid- und batterieelektrische Fahrzeuge in Europa und China zurückzuführen.

Der Umsatz der Business Unit Bus & Coach lag in 2022 erneut klar über Vorjahresniveau. Dies resultiert vor allem aus dem Umsatzwachstum in den israelischen und mexikanischen Märkten. Dennoch waren die Auswirkungen weltweiter Mobilitätsbeschränkungen infolge der Pandemie weiterhin spürbar. Besonders betroffen hiervon sind nach wie vor die Segmente der Reise- und Überlandbusse. Das Vorkrisenniveau bei den Zulassungszahlen konnte bislang noch nicht erreicht werden.

In der Division Automotive Controls bewegte sich der Umsatz mit 64,0 Mio. EUR (Vorjahr: 47,1 Mio. EUR) stark über dem Vorjahresniveau. Im Jahr 2022 befand sich die Nachfrage nach elektronischen Steuergeräten und insbesondere nach solchen, die in elektrischen Heizern von Elektrofahrzeugen verbaut werden, nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau. Jedoch kam es infolge des weiterhin bestehenden Halbleitermangels sowie den allgemeinen Störungen in der Supply Chain zu Produktionsunterbrechungen. Daher konnten nicht alle Kundenanfragen vollumfänglich bedient werden.

Da der Bereich Hydrogen Mobility erst im Juli 2021 erstkonsolidiert wurde, ist ein Vergleich mit dem Umsatz des Vorjahres nicht möglich. In den kommenden Jahren sehen wir im Bereich der Brennstoffzellen-Anwendungen ein deutliches Wachstumspotential.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Eine wesentliche finanzielle Steuerungsgröße der Unternehmensgruppe stellt die Kennzahl Earnings before Interest and Taxes (EBIT) dar. Das EBIT ergibt sich aus dem operativen Gewinn vor Finanzergebnis und Steuern. Im Lagebericht des Vorjahres hatten wir ein EBIT stark unter Vorjahresniveau prognostiziert. Mit -21,0 Mio. EUR lag das EBIT der Unternehmensgruppe in 2022 signifikant unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 52,8 Mio. EUR). Dabei belasteten in 2022 vor allem Sondereffekte das EBIT. Einerseits führten die weiterhin bestehende Halbleiterknappheit, der Ukraine-Krieg sowie die hohen Inflationsraten zu einer Erhöhung der Beschaffungspreise. Andererseits wirkten deutlich gestiegene Verwaltungsaufwendungen ergebnisbelastend. Die erhöhten Aufwendungen resultieren dabei aus den Nachwirkungen des Cyber-Angriffs im Vorjahr und angefallenen Refinanzierungsaufwendungen im Zusammenhang mit dem Mitte 2022 verlängerten Konsortialkreditvertrag sowie dem eingeleiteten Transformationsprozess. Dennoch konnte sich die Unternehmensgruppe verhältnismäßig schnell an die veränderten externen Herausforderungen anpassen. Das rein operative Ergebnis der Eberspächer Gruppe, bereinigt um Sondereffekte insbesondere im Zusammenhang mit Restrukturierungen und der Cyber-Attacke, beträgt 26,6 Mio. EUR.

Die Nettoverschuldung stellt ebenfalls eine finanzielle Steuerungsgröße dar. Sie entspricht dem Gesamtwert der Finanzverbindlichkeiten abzüglich des Gesamtwertes der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie der sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte. Die Nettoverschuldung der Unternehmensgruppe betrug 757,6 Mio. EUR (Vorjahr: 731,8 Mio. EUR). Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Kennzahl somit - entgegen der Prognose des Vorjahres - nur leicht verschlechtert. Der Anstieg der Nettoverschuldung resultiert im Wesentlichen aus höheren Finanzverbindlichkeiten. Die genannten Sondereffekte, die auch das EBIT belasteten, führten zu einem erhöhten Kapitalbedarf der Eberspächer Gruppe. Diesem wurde mit dem Abschluss des neuen Konsortialkreditvertrages Rechnung getragen. Ein verbesserter Free Cashflow wirkte sich positiv auf die Entwicklung der Nettoverschuldung aus.

Der Free Cashflow ist ein weiterer finanzieller Leistungsindikator, der seit dem Geschäftsjahr 2022 zur Steuerung herangezogen wird. Er zeigt die Höhe der Barmittel in einer Periode, die zur Verteilung an Eigen- und Fremdkapitalgeber zur Verfügung stehen und setzt sich aus dem Cashflow aus operativer Tätigkeit und dem Cashflow aus Investitionstätigkeit zusammen. In 2022 betrug der Free Cashflow 69,0 Mio. EUR (Vorjahr: -178,6 Mio. EUR) und stieg wie prognostiziert signifikant gegenüber dem Vorjahr an. Die eingeleiteten Maßnahmen zur Optimierung unseres Cash-Managements zeigten Wirkung und führten zu einem erheblich verbesserten Cashflow aus operativer Tätigkeit.

Darüber hinaus zählt das Trade Working Capital zu den finanziellen Steuerungsgrößen. Es setzt sich aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräten abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zusammen. Anders als prognostiziert lag das Trade Working Capital im Jahr 2022 mit 530,1 Mio. EUR deutlich unter Vorjahresniveau (Vorjahr: 615,2 Mio. EUR). Dies ist auf geringere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen, da mittels Factoring ein gegenüber dem Vorjahr höherer Anteil an offenen Forderungen verkauft wurde.

Basierend auf der Beschreibung unserer Leistungsindikatoren gehen wir nachfolgend auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Unternehmensgruppe ein.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Vermögenslage

Zum 31. Dezember 2022 erhöhte sich die Bilanzsumme im Vergleich zum 31. Dezember 2021 um 85,9 Mio. EUR (+3,2 %) auf 2.778,8 Mio. EUR. Im Wesentlichen stiegen bei den Aktiva die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (+99,8 Mio. EUR), die Vorräte (+44,0 Mio. EUR) sowie Sachanlagen (+29,4 Mio. EUR). Gegenläufig verringerten sich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 65,6 Mio. EUR. Der Aufbau innerhalb der Vorräte beruht auf einem höheren Bestand an unfertigen Kundenentwicklungen, Fertigerzeugnissen sowie höheren Sicherheitsbeständen aufgrund von Störungen in den Lieferketten. Der Zuwachs der Sachanlagen liegt unter anderem im Hochlauf eines Kundenprogramms bei Purem by Eberspächer in den USA begründet.

Bei den langfristigen Vermögenswerten stiegen die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen um 41,4 Mio. EUR auf 910,8 Mio. EUR. Dabei standen den Investitionen (ohne Leasing und Goodwill) in Höhe von 163,5 Mio. EUR (Vorjahr: 123,3 Mio. EUR) Abschreibungen von 139,5 Mio. EUR sowie Abgänge zu Buchwerten von 32,7 Mio. EUR gegenüber. Diese resultierten auch aus geplanten Sale-and-Lease-back-Transaktionen insbesondere in den USA. Die Währungseffekte aus der Umrechnung des Anlagevermögens von lokaler Währung in Euro hatten in Höhe von 12,7 Mio. EUR Einfluss auf den bilanziellen Wertansatz des Anlagevermögens. Die Buchwerte der Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 20,2 Mio. EUR. Die immateriellen Vermögenswerte (inkl. Geschäfts- und Firmenwerte) stiegen um 12,0 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr. Diese Zunahme betrifft im Wesentlichen die Aktivierung von Kosten für Eigenentwicklungen gemäß International Accounting Standard (IAS) 38.

Die kurzfristigen sonstigen Vermögenswerte sanken um 37,0 Mio. EUR auf 117,2 Mio. EUR zum 31. Dezember 2022. Dies lag im Wesentlichen an den geringeren Steuererstattungsansprüchen in Mexiko. Hier wurde im Berichtsjahr eine Einigung mit den Behörden erzielt, die eine schnellere Abwicklung der Forderungen ermöglicht. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um 65,6 Mio. EUR auf 849,8 Mio. EUR zum 31. Dezember 2022, da mittels Factoring ein gegenüber dem Vorjahr höherer Anteil an offenen Forderungen verkauft wurde.

Die Zunahme der zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerte von 1,5 Mio. EUR auf 16,0 Mio. EUR zum 31. Dezember 2022 betrifft den Restbuchwert eines Grundstückes in Esslingen (Werk 3). Hier wurde bereits Endes des Geschäftsjahres 2022 ein Teilverkauf realisiert. Die Veräußerung der restlichen Grundstücksfläche ist im Geschäftsjahr 2023 geplant.

Auf der Passivseite entfällt die Erhöhung der lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 126,1 Mio. EUR im Wesentlichen auf Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (+105,3 Mio. EUR). Diese beruhen auf der Inanspruchnahme aus dem Konsortialkreditvertrag, der im Juli 2022 aufgestockt und verlängert wurde.

Die Leasingverbindlichkeiten wuchsen um 18,6 Mio. EUR auf 111,8 Mio. EUR, was im Wesentlichen auf Sale-and-Lease-back Transaktionen der Division Purem by Eberspächer in den USA und Deutschland zurückzuführen ist.

Neben den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (+63,5 Mio. EUR) nahmen die sonstigen langfristigen Rückstellungen (+15,5 Mio. EUR) zu. Darin erfasst ist die im Geschäftsjahr gebildete Rückstellung für Restrukturierung an einem deutschen Standort der Division Purem by Eberspächer in Höhe von 18,5 Mio. EUR.

Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen sanken von 76,3 Mio. EUR zum 31. Dezember 2021 auf 59,9 Mio. EUR zum 31. Dezember 2022. Der Rückgang ist im Wesentlichen durch den Verbrauch von Restrukturierungsrückstellungen einer deutschen Gesellschaft in der Division Climate Controls Systems begründet.

Infolge gesunkener passiver Rechnungsabgrenzungsposten (-5,4 Mio. EUR) sowie Steuerverbindlichkeiten (-5,2 Mio. EUR) verringerten sich die sonstigen Verbindlichkeiten (lang- und kurzfristig) insgesamt um 4,0 Mio. EUR. Gegenläufig erhöhten sich die Vertragsverbindlichkeiten (+7,9 Mio. EUR).

Rückstellungen für Pensionen gingen von 172,4 Mio. EUR zum 31. Dezember 2021 um 55,6 Mio. EUR auf 116,8 Mio. EUR zum 31. Dezember 2022 zurück. Dies lag im Wesentlichen an dem im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Rechnungszinssatz. Dieser positive Bewertungseffekt hat ergebnisneutral das kumulierte sonstige Eigenkapital (Other Comprehensive Income / OCI) erhöht. Insgesamt jedoch sank das Eigenkapital um 43,5 Mio. EUR auf 501,1 Mio. EUR (31. Dezember 2021: 544,6 Mio. EUR). Dies ist auf das negative Jahresergebnis in Höhe von -94,4 Mio. EUR (Vorjahr: +21,0 Mio. EUR) zurückzuführen. Die Währungsumrechnungsdifferenzen wirkten sich um 5,9 Mio. EUR eigenkapitalerhöhend aus.

Zum Bilanzstichtag sank die Eigenkapitalquote auf 18,0 % nach 20,2 % im Vorjahr. Die Eigenmittelquote (inkl. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern) beträgt 19,1 % (31. Dezember 2021: 21,3 %).

Finanzlage

Die Nettoverschuldung besteht aus den lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmittel- und Zahlungsmitteläquivalenten sowie der sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte. Sie erhöhte sich von 731,8 Mio. EUR zum 31. Dezember 2021 auf 757,6 Mio. EUR zum 31. Dezember 2022. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit belief sich auf 187,7 Mio. EUR. Das Trade Working Capital verringerte sich um 63,1 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr. Der Mittelabfluss des Cashflows aus Investitionstätigkeit beläuft sich auf -118,8 Mio. EUR. Der wesentliche Anstieg der Nettoverschuldung liegt im deutlich negativen Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von -96,6 Mio. EUR begründet. Die Mittelabflüsse erfolgten überwiegend zur Tilgung von Bankkrediten des Konsortialkreditvertrages. Gegenläufig erfolgten Einzahlungen in Höhe von 43,0 Mio. EUR. Durch die Auszahlungen aus Leasingverhältnissen sind Mittel in Höhe von 29,3 Mio. EUR und gezahlten Zinsen in Höhe von 35,4 Mio. EUR abgeflossen.

Aus Finanzierungsgründen werden monatlich bzw. wöchentlich revolvierend Forderungen im Rahmen von Factoring-Vereinbarungen verkauft. Zum Bilanzstichtag wirkten sich diese Transaktionen in Höhe von 131,8 Mio. EUR (Vorjahr: 73,2 Mio. EUR) bilanzverkürzend aus. Der Konzern verfügte zum Bilanzstichtag über freie Linien in Höhe von rund 91 Mio. EUR.

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2022 wuchsen die Konzernumsatzerlöse auf 6.437,5 Mio. EUR (Vorjahr: 6.000,0 Mio. EUR) an. Dies entspricht einem Zuwachs von 437,5 Mio. EUR bzw. 7,3 % gegenüber dem Vorjahr. Die Umsätze der Division Purem by Eberspächer haben sich merklich erhöht, was sich im Wesentlichen auf eine höhere Nettoleistung zurückführen lässt. Gestiegene Umsatzerlöse wiesen in der Division Purem by Eberspächer unter anderem die Tochtergesellschaften in den USA, Deutschland, China, der Tschechischen Republik, Portugal und Rumänien aus. Eine rückläufige Umsatzentwicklung zeigten hingegen die Tochtergesellschaften in Rumänien sowie in Schweden, letztere aufgrund des auslaufenden Kundenauftrages. Trotz Problemen in der Supply-Chain sowie der bestehenden Halbleiterknappheit konnte die Division Climate Control Systems den Umsatz um 116,9 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr steigern. Dies ist unter anderem in der positiven Entwicklung der Tochtergesellschaften in Polen, in den USA sowie in China begründet. Trotz der weiterhin angespannten Lage auf dem Halbleitermarkt konnte die Division Automotive Controls den Umsatz um 35,8 % gegenüber dem Vorjahr steigern.

Der Nettoumsatz der Eberspächer Gruppe stieg um 19,9 % auf 2.722,3 Mio. EUR (Vorjahr: 2.269,7 Mio. EUR). Dieser wird aus den ausgewiesenen Umsatzerlösen abzüglich der nicht zur Wertschöpfung beitragenden durchlaufenden Posten wie Monolithe und weiterer Zulieferteile errechnet. Dies ist auf die gestiegene Geschäftstätigkeit aller Divisionen zurückzuführen.

Die Umsatzkosten erhöhten sich vor allem infolge der erheblich gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise sowie Brokerkosten zur Halbleiterbeschaffung. Sie betrugen 6.113,9 Mio. EUR nach 5.691,2 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2021. Das daraus resultierende Bruttoergebnis vom Umsatz lag in 2022 bei 323,5 Mio. EUR und damit um 4,8 % über dem Wert des Vorjahres.

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung stiegen um 7,7 Mio. EUR auf 51,6 Mio. EUR an, auch um zukünftige regulatorische Anforderungen erfüllen zu können. Zudem wurden Eigenentwicklungen des Konzerns aktiviert und planmäßig über die Folgejahre abgeschrieben.

Die Vertriebsaufwendungen lagen mit 125,0 Mio. EUR leicht über dem Vorjahresniveau in Höhe von 120,1 Mio. EUR. Den größten Anstieg verzeichneten dabei Personalkosten.

Die Verwaltungsaufwendungen wuchsen stark um 73,1 Mio. EUR auf 173,7 Mio. EUR. Die Folgen des Cyber-Angriffs trugen ebenso wie die Kosten für die Verlängerung des Konsortialkreditvertrages und zur Umsetzung sich daraus ergebender Informationsverpflichtungen maßgeblich dazu bei.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken um 5,7 Mio. EUR auf 44,8 Mio. EUR. Darin enthalten ist eine restliche Versicherungsentschädigung aus dem Cyber-Angriff in Höhe von 5,0 Mio. EUR sowie Erträge aus dem Abgang von Sachanlagevermögen in Höhe von 5,0 Mio. EUR.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich auf 36,6 Mio. EUR und lagen damit um 5,9 Mio. EUR unter dem Vorjahresvergleichswert. Reduziert haben sich vor allem die Verluste aus dem Abgang von Sachanlagevermögen. Gegenläufig ist darin die Rückstellung für Restrukturierung bei einer deutschen Gesellschaft der Division Purem by Eberspächer enthalten sowie eine Abschreibung des Goodwills bei einer Tochtergesellschaft der Division Climate Controls Systems.

Die Abschreibungen erhöhten sich von 131,4 Mio. EUR in 2021 auf 139,5 Mio. EUR in 2022. Das daraus resultierende EBITDA in Höhe von 118,2 Mio. EUR lag um 66,0 Mio. EUR unter dem des Geschäftsjahres 2021.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) betrug -21,0 Mio. EUR und liegt damit signifikant unter dem EBIT des Vorjahres (52,8 Mio. EUR). Die Aufwendungen im Zusammenhang mit der Refinanzierung und Restrukturierung konnten nicht durch das verbesserte Bruttoergebnis der gestiegenen Umsatzerlöse kompensiert werden. Bereinigt um Sondereffekte, insbesondere im Zusammenhang mit Restrukturierungen und der Cyber-Attacke, liegt das EBIT bei 26,6 Mio. EUR.

Das Finanzergebnis verschlechterte sich um 20,6 Mio. EUR von -3,7 Mio. EUR auf -24,3 Mio. EUR. Im Zinsergebnis sind Aufwendungen für Zinszahlungen an die Banken in Höhe von 36,8 Mio. EUR enthalten. Das sonstige Finanzergebnis verbesserte sich, da das Währungsergebnis gegenüber dem Vorjahr um 14,7 Mio. EUR anstieg.

Das Ergebnis vor Steuern lag mit -45,3 Mio. EUR um 94,4 Mio. EUR unter dem Wert des Vorjahres (49,1 Mio. EUR). Die Steuern vom Einkommen und Ertrag nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 21,1 Mio. EUR zu. Dies resultiert im Wesentlichen aus laufenden Steuern, ferner waren aktive latente Steuern gemäß IAS 12 auszubuchen.

Das Konzernjahresergebnis belief sich im Berichtszeitraum auf -94,4 Mio. EUR und lag damit signifikant unter dem Vorjahresvergleichswert (2021: 21,0 Mio. EUR). Ursächlich waren neben dem vor allem durch Einmaleffekte bedingten Rückgang des ausgewiesenen Betriebsergebnisses die Verschlechterung des Finanzergebnisses sowie wesentlich höhere Steuern vom Einkommen und Ertrag.

Infolge der operativen Herausforderungen durch gestiegene Rohstoffpreise, der immer noch knappen Halbleiterverfügbarkeit und der bereits beschriebenen Sondereffekte konnte im Geschäftsjahr 2022 nur ein negatives Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern in Höhe von -21,0 Mio. EUR erzielt werden. Der Konzern verzeichnete einen Verlust beim Jahresergebnis in Höhe von -94,4 Mio. EUR nach einem Gewinn im Vorjahr in Höhe von 21,0 Mio. EUR.

Chancen- und Risikobericht

Die Eberspächer Gruppe ist als global tätiges Unternehmen einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unserer Geschäftstätigkeit verbunden sind. Damit einhergehend sind jedoch auch unterschiedliche Chancen, die die Geschäftsentwicklung positiv beeinflussen können.

Ziel unseres gruppenweiten Risikomanagements ist es, die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos und den damit verbundenen Schaden zu minimieren. Es trägt damit zur Sicherung des zukünftigen Unternehmenserfolgs bei und erhöht den Unternehmenswert nachhaltig.

Im Rahmen des Risikomanagements werden die Risiken in der Unternehmensgruppe auf Ebene der Divisions identifiziert und anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit sowie ihrer finanziellen Auswirkung bewertet. Dabei werden alle wesentlichen Risiken erfasst. Die darauf aufbauende Risikosteuerung beschäftigt sich mit der Auswahl und Umsetzung von Maßnahmen zur Risikoreduktion, um letztlich existenzbedrohende Gefahren abzuwenden. Darüber hinaus werden monatlich konkretisierte potenzielle Schäden (dies sind Schäden, die noch nicht eingetreten sind, aber für deren Eintritt in überschaubarer Zukunft hinreichende Anhaltspunkte vorliegen) mit einer Schadenshöhe von mindestens 250.000 EUR erfasst und überwacht. Die Risikoberichterstattung ist Bestandteil des monatlichen Managementreportings an die Geschäftsführung.

Die nachfolgend genannten Risiken sind vor der Umsetzung risikoabgrenzender Maßnahmen dargestellt. Wir sind uns dieser bewusst und versuchen sie aktiv mit den unten genannten Maßnahmen zu managen.

Mit unserer Tätigkeit sind folgende Hauptrisiken und -chancen verbunden:

Beschaffungsmarktrisiken und -chancen

Als produzierendes Unternehmen sind wir dem hohen Risiko mangelnder Verfügbarkeit von Vor- und Zwischenprodukten für unsere Fertigung ausgesetzt. Dies zeigt sich speziell in der aktuellen Situation auf den Weltmärkten und den bereits bestehenden Liefer- und Versorgungsengpässen infolge der Corona-Pandemie sowie des Krieges in der Ukraine. Diese werden sich in 2023 fortsetzen. In diesem Kontext sind eine konsequente Beobachtung und transparente Analyse unserer Lieferketten, intensive Planung und vorausschauende Abstimmung zwischen Kunden und Lieferanten zwingend erforderlich. Mit einem intensiven Engpassmanagement sowie verstärktem Dualsourcing von Arbeitsschritten und Komponenten wirken wir im Rahmen unserer Möglichkeiten drohenden Kapazitätsengpässen bei unseren Lieferanten entgegen. Aufgrund der bereits bestehenden Verknappungen wurden Kontrollmechanismen nachjustiert und Sicherheitsbestände für bestimmte Warengruppen erhöht. In Bezug auf den Halbleitermangel wurden alternative Komponenten geprüft und gekauft, betroffene Produkte technisch im engen Austausch mit unseren Kunden modifiziert und langfristige Abnahmevereinbarungen mit Kunden und Lieferanten abgeschlossen. Mit der Einrichtung einer bereichsübergreifenden Task Force sollen zudem die bestmögliche Verfügbarkeit und eine schnelle Reaktionszeit bei den Kunden erreicht werden.

Darüber hinaus besteht ein hohes Risiko, dass die pandemische Entwicklung in China erneut zu negativen Auswirkungen auf den Beschaffungsmarkt führt. Beispielsweise ist davon auszugehen, dass unsere Lieferketten durch pandemiebedingte kurzfristige Schließungen wichtiger Zulieferer, beeinträchtigt werden. Für die Seefrachtverfügbarkeit erwarten wir eine Entspannung in 2023. Dennoch halten wir Alternativen wie Bahn- und Luftfrachten im Falle von Ausfällen als Risikoabsicherungsmaßnahme vor.

Um Preisrisiken für unsere Produkte abzusichern, werden die Beschaffungsmärkte laufend beobachtet und - soweit in der aktuellen Situation möglich - eine langfristige Planung des Lieferantenportfolios und der entsprechenden Warengruppenstrategien vorgenommen. Außerdem schließen wir langfristige Bezugsverträge mit Währungs- und - je nach Warengruppe - Energie- sowie Materialpreisgleitklauseln ab. Diese sollen unter anderem der fortschreitenden Inflation sowie den gestiegenen Energiepreisen entgegenwirken. Darüber hinaus wurde ein umfangreiches Einsparungsprogramm initiiert, um den Preisdruck des Marktes abzumildern. Diese Maßnahmen sind notwendig, da wir die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos unverändert als hoch bewerten.

Aufgrund der derzeitigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen sehen wir ein moderates Risiko in der finanziellen Stabilität von Lieferanten. Im Rahmen unserer Lieferanten- und Sourcingstrategien begegnen wir diesem mit selektiven globalen Dualsourcings und der Erweiterung unseres Lieferantenstammes in globalen Best Cost Countries.

Preisrisiken und -chancen

Aufgrund der in der Regel bereits bei Auftragserteilung festgelegten Mehrjahresvereinbarungen über die Preisentwicklung ist das Risiko eines plötzlichen Preisverfalls eher als gering einzustufen. Gegenwärtig ist es durch die fortschreitende Inflation und den damit einhergehenden Material- und Energiepreiserhöhungen erforderlich, die Verkaufspreise entsprechend anzuheben. Die Eberspächer Gruppe befindet sich hierzu in Verhandlungen mit ihren Kunden.

Die Automobilhersteller setzen auf stark diversifizierte Modellpaletten, um zahlreiche Fahrzeugsegmente und verschiedene Konzernmarken bedienen zu können. Gleichzeitig etabliert sich bei vielen OEMs eine konzernübergreifende Vereinheitlichung von Motorenplattformen. Die Volumina motornaher Systeme werden gebündelt vergeben. Diese Entwicklung führt zu einer Variantenvielfalt bei Abgasanlagen und erhöht die Stückkosten.

Fahrzeughersteller versuchen, Kostenerhöhungen aus stetig steigender Modellvielfalt und Elektrifizierung teilweise durch reduzierte Komponentenpreise zu kompensieren. Gleichzeitig gelingt es Zulieferunternehmen nur schwer, die erhöhten Entwicklungs- und Produktkosten an die OEMs weiterzugeben. Tendenziell ist selbst bei den Premiumherstellern eine Verlagerung der Gewichtung - weg von technischen Inhalten hin zu den Kosten der Komponenten - zu beobachten.

Neben einem anhaltenden Preisdruck seitens der Automobilhersteller verlagern sich umfangreichere Entwicklungs- und Serviceleistungen auf die Zulieferer. Diese werden dadurch mit einem kontinuierlich steigenden Investitions- und Finanzierungsbedarf konfrontiert.

Die Verlagerung von Entwicklungs- und Serviceleistungen bietet Zulieferern aber auch die Möglichkeit eines weiteren Know-how-Aufbaus sowie der Stärkung des eigenen Technologieportfolios. Durch die hohe Kompetenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette kann sich, neben Einsparpotenzialen durch Kostenoptimierungen, eine Stärkung der Wettbewerbsposition ergeben.

Das übergreifende Ziel der CO 2 -Reduzierung und die deutliche Zunahme batterieelektrischer Fahrzeuge führt zwangsläufig zu einem hohen Wettbewerbsdruck bei den Zulieferbetrieben für Verbrennerkomponenten und -systeme.

Absatzmarktrisiken und -chancen

Wir konnten in den letzten Jahren unsere Kundenbasis verbreitern und damit die Abhängigkeit von einzelnen Kunden weiter verringern. Aufgrund langjähriger Lieferverträge über den gesamten Lebenszyklus der verschiedenen Modellbaureihen ist das Risiko des kurzfristigen Wegfalls der Geschäftsbeziehungen mit einem unserer Großkunden als eher gering einzustufen. Durch verstärkte Aktivitäten in Wachstumsmärkten erschließen wir zudem neue Marktpotenziale.

Die anhaltende Halbleiterknappheit kann jedoch dazu führen, dass unsere Kunden ihre Produktion erneut einschränken müssen. Für Eberspächer kann dies zu einer erneuten Reduzierung des Produktionsvolumens führen, welche sich wiederum negativ auf den Absatz unserer Produkte auswirken kann.

Die Mobilität der Zukunft stellt neue Herausforderungen an die gesamte Automobilindustrie. Angesichts weltweiter Trends und zunehmend strengerer Emissionsgrenzen gewinnt die Elektromobilität immer mehr an Bedeutung. Langfristig sehen wir uns mit dem Risiko eines schrumpfenden Marktes für Verbrennungsmotoren konfrontiert. Diesem Risiko begegnen wir mit der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle: Beispielsweise der im Bereich New Business angesiedelten Aktivitäten der Eberspächer Gruppe für Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Anwendungen sowie dem gleichzeitigen Wachstum und steigender Effizienz in den angestammten Geschäftsfeldern. Im Rahmen des Technologiewandels müssen die klassischen Antriebe weiter optimiert und die Entwicklung neuer Konzepte für Hybrid- und Elektroantriebe vorangetrieben werden. Durch die Entwicklung innovativer Produkte, teilweise in Zusammenarbeit mit einzelnen Automobilherstellern, sehen wir uns für die Zukunft gut aufgestellt. Die zunehmende Globalisierung sowie der technologische und gesellschaftliche Wandel bieten dem Unternehmen zusätzliche regionale Wachstumschancen.

Finanzwirtschaftliche Risiken und Chancen

Die Beachtung von Recht und Gesetz ist für die Eberspächer Gruppe die Basis jeglichen geschäftlichen Handelns. Die Unternehmensgruppe hat die maßgeblichen Standards für alle Mitarbeitende in einer Verhaltensrichtlinie (Code of Conduct) niedergeschrieben und überprüft intern laufend die Beachtung des Wettbewerbs- und Kartellrechts.

Mehrere Kartellbehörden haben 2014 Untersuchungen wegen möglicher kartellrechtswidriger Absprachen gegen Hersteller von Abgasanlagen für die Automobilindustrie eingeleitet. Die Verfahren wurden mittlerweile, soweit Jurisdiktionen in den Kernmärkten in Europa, Amerika und Asien betroffen waren, ohne die Feststellung von Kartellverstößen und ohne die Verhängung von Bußgeldern beendet. Lediglich eine Kartellbehörde prüft noch das weitere Vorgehen. Unabhängig davon besteht weiterhin das Risiko von Schadenersatzanforderungen Dritter. Für mögliche Folgeansprüche wurde entsprechend Vorsorge getroffen.

Im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist die Eberspächer Gruppe Währungs- und Zinsrisiken ausgesetzt. In den Fällen, in denen wir eine Absicherung gegen diese Risiken beabsichtigen, werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese müssen mit Positionen, Geldanlagen und Finanzierungen unterlegt sein, die aus dem operativen Geschäft entstanden sind. Somit bewerten wir die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken als moderat. Positive Währungs- und Zinsveränderungen stellen gleichzeitig finanzwirtschaftliche Chancen für die Unternehmensgruppe dar.

Bestehende Ausfallrisiken schätzen wir aufgrund unseres Kundenportfolios insgesamt als moderat ein. Überdurchschnittliche Forderungsausfälle sind nicht zu erwarten. Dennoch unterziehen wir unsere Kunden verstärkt einer regelmäßigen Bonitätsprüfung. Die Teile- und Corona-Krise sowie der Ukraine-Krieg haben zeitweise zu Unterbrechungen von Lieferketten und damit zu einem schwerer planbaren Abrufverhalten der Kunden geführt. Aufgrund des dadurch gestiegenen Liquiditätsbedarfs wurde der bestehende Konsortialkredit im zweiten Quartal 2022 geändert und in diesem Zuge auf IFRS Rechnungslegung umgestellt. Dabei wurden das Volumen und die Finanzkennzahlen angepasst sowie die Laufzeit bis Mitte 2025 verlängert. Darüber hinaus bestehen bilaterale Darlehen und Factoringlinien. Unsere zwei-wöchentlich aktualisierte, direkte Liquiditätsplanung wurde um eine rollierende indirekte Liquiditätsplanung für die jeweils nächsten zwölf Monate ergänzt, um im volatilen Geschäftsfeld frühzeitig auf Liquiditätsschwankungen reagieren zu können. Der Finanzierungsbedarf der Unternehmensgruppe ist nach unseren Planungen langfristig gesichert. Dies bildet eine wesentliche Grundlage, um die Wachstumsstrategie und die eingeleitete Transformation in den kommenden Jahren erfolgreich umzusetzen.

Gewährleistungsrisiken

Durch die kontinuierliche Verschärfung der Gewährleistungsbedingungen der OEMs und die hohen Qualitätsanforderungen der Kunden wird die Eintrittswahrscheinlichkeit von Gewährleistungsrisiken weiterhin als hoch eingeschätzt. Diese Risiken werden insbesondere für die Produktentwicklung zum großen Teil vom OEM auf die Zulieferer als sogenannte Systementwickler übertragen - eine seit längerer Zeit gängige Praxis in der Automobilbranche. Daher achtet die Eberspächer Gruppe schon im Produktentstehungsprozess auf die Erkennung und Vermeidung möglicher Gewährleistungsrisiken. Zusätzlich werden in Zusammenarbeit mit den OEMs Frühausfälle im Serienanlauf analysiert, um Ausfallursachen entgegenzuwirken. Die dauernde Beobachtung der Gewährleistungsdaten der OEMs trägt dazu bei, einen möglichen Fehleranstieg früh zu erkennen und die Reaktionszeit zu verkürzen. Auswertungen der Erfahrungen aus Feldrückläufern und die Erkenntnisse daraus werden konsequent einem Lessons-Learned-Prozess zugeführt. Ferner bauen wir unser Qualitätsmanagement ständig aus und prüfen potenzielle Aufträge bereits in der Phase der Angebotserstellung vermehrt rechtlich.

Um entlang der Lieferkette Aufwendungen für Gewährleistungsverpflichtungen zu reduzieren, werden die Gewährleistungsverträge mit Lieferanten in ihren Bedingungen so weit wie möglich zu denen der OEMs synchronisiert. Wir sind weiterhin bestrebt, fehlerhaften Vorprodukten durch ein optimiertes Lieferantenmanagement vorzubeugen. Dadurch reduzieren wir die Aufwendungen für Gewährleistungsverpflichtungen. Darüber hinaus setzen wir in Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten qualitätssichernde Maßnahmen um. Ein hohes Qualitätsniveau zeichnet uns als verlässlichen Partner am Markt aus und ermöglicht uns den Aufbau nachhaltiger Kundenbeziehungen.

Die Risikopositionen aus Gewährleistungen haben wir bemessen und in Form von Rückstellungen bzw. durch angemessene Versicherungsdeckungen Vorsorge getroffen.

Aktuell entwickelt die Division Automotive Controls für die geplante Serienbelieferung eines großen OEM-Kunden Batteriemanagementsysteme, die neuartige und komplexe Softwareentwicklungen erfordern. Eingetretene Verzögerungen in der Softwareentwicklung sowie Engpässe bei internen und externen Entwicklerressourcen stellen ein erhöhtes Risiko dar, sodass es zu Verzögerungen der Serienproduktion auf Seiten des Kunden und Schadenersatzrisiken der Eberspächer Gruppe kommen könnte. Wir schätzen dieses Risiko als moderat ein. Gleichzeitig stellt eine erfolgreiche Entwicklung dieser Aufträge eine Wachstumschance für die Division Automotive Controls und die Eberspächer Gruppe aus der Serienbelieferung des OEM-Kunden dar.

IT-Risiken und -Chancen

Die elektronische Datenverarbeitung ermöglicht es dem Unternehmen, Geschäftsprozesse innerhalb der Organisation noch effizienter und effektiver zu gestalten, die Arbeitsqualität zu verbessern und Kunden just in time oder just in sequence zu beliefern. Zu diesem Zweck müssen komplexe IT-Systeme eingeführt und betrieben werden. Jedoch beinhaltet eine hohe Durchdringung der Geschäftsbereiche mit Informationstechnologien Risiken, die sich auf die ganze Unternehmensgruppe auswirken können.

Eine Verletzung der Verfügbarkeit oder der Integrität digitaler Informationen können die Lieferbereitschaft der Eberspächer Gruppe und damit die Produktionsabläufe bei Kunden vorübergehend stören. Die Offenlegung vertraulicher Informationen und Geschäftsgeheimnissen stellt ein hohes Risiko dar, das weitreichende Schadenersatzforderungen von Partnern und Kunden nach sich ziehen kann. Sicherheitsaspekte spielen bei der stetigen Optimierung der IT-Landschaft daher eine wichtige Rolle.

Die kontinuierlich wachsende Bedrohung der IT-Sicherheit durch Cyber-Kriminalität und somit die Gefahr, das Ziel eines Angriffs zu werden, wird als hoch eingeschätzt. Erfolgreiche Angriffe haben aufgrund der wachsenden Abhängigkeit der Geschäftsprozesse von der IT-Infrastruktur eine große Auswirkung und verursachen hohe Schäden.

Eberspächer wurde im Geschäftsjahr 2021 Opfer eines gezielten Cyber-Angriffs, bei dem Teile der IT-Infrastruktur verschlüsselt wurden. Als Reaktion hierauf wurden vielfältige präventive und korrektive Maßnahmen eingeleitet und umgesetzt.

Informationssicherheits- und Datenschutzrisiken

Die Anforderungen an die Informationssicherheits- und Datenschutzorganisation nehmen stetig zu. Die Lage der Informationssicherheit bleibt generell angespannt. Um die hohen Risiken von Sicherheitsvorfällen zu verringern, wird die seit 2019 bestehende Informationssicherheitsorganisation fortwährend ausgebaut. Diese übergreifende Organisation setzt sich aus verschiedenen Rollen zur Informationssicherheit, IT-Sicherheit und zum Datenschutz zusammen. Dadurch können einheitliche und abgestimmte Standards und Vorgaben in diesem Themenkomplex definiert und das Informationssicherheitsmanagementsystem gesteuert werden. Risiken im Hinblick auf die Sicherheit digitaler und analoger Informationen werden dabei ebenso identifiziert und bewertet. Die Informationssicherheitsorganisation berät zudem IT- und Fachbereiche bei der Umsetzung geeigneter Risikobehandlungsmaßnahmen und überwacht deren Umsetzung.

Im Umgang mit Informationen stellt insbesondere die Unachtsamkeit der Anwendenden ein hohes Risiko dar. Um das Gefahrenbewusstsein der Mitarbeitenden zu steigern, wurden im Jahr 2022 verschiedene Zielgruppen zur Informationssicherheit geschult. Neben Präsenzschulungen und einem verpflichteten E-Learning ergänzen Intranet-News, Schulungsvideos und Flyer zur Sensibilisierung das Angebot. In Kombination mit technischen Schutzmaßnahmen kann somit das Risiko eines Informationssicherheitsvorfalls minimiert werden.

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit Dritten werden schützenswerte Informationen mit Dienstleistern und Lieferanten geteilt. Zur Sicherstellung der Informationssicherheit innerhalb der Lieferkette wurden vertragliche Regelungen mit Dienstleistern und Lieferanten erweitert und die Umsetzung in Stichproben überprüft. Im Jahr 2022 verifizierten interne und externe Audits zudem unsere technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen sowie Managementprozesse. Damit soll die Erfüllung vertraglicher, gesetzlicher und interner Anforderungen an die Informationssicherheit gewährleistet werden.

Im Umgang mit personenbezogenen Daten ergeben sich weiterhin durch veränderte rechtliche Anforderungen und Umstellungen in der IT-Infrastruktur neue Handlungsbedarfe.

Durchgeführte Datenschutz-Audits und -Schulungen sollen Risiken weiter minimieren. Der Bereich Datenschutz wurde verstärkt, um Anforderungen und Risiken weiterhin angemessen begegnen zu können.

Gesamt-Risiko- und Chancenposition

Aus heutiger Sicht sind die vorstehend beschriebenen Risiken überwiegend gut beherrschbar und haben keine bestandsgefährdenden Auswirkungen. Dennoch stellt die volatile geopolitische Lage eine Herausforderung für die Unternehmensgruppe und ihre Mitarbeitenden dar. Die oben beschriebenen Risiken sind nicht die einzigen Risiken, denen die Eberspächer Gruppe ausgesetzt ist. Risiken, die der Unternehmensgruppe noch nicht bekannt sind, oder solche, die aktuell noch als weniger signifikant eingeschätzt werden, könnten sich ebenfalls nachteilig auf die Eberspächer Gruppe auswirken. Aus den vorstehend aufgeführten Chancen können sich zudem den Risiken gegenläufige Auswirkungen ergeben. Darüber hinaus bieten die beschriebenen Chancen vielfältige Möglichkeiten für die Stärkung der Position der Eberspächer Gruppe.

Prognosebericht

Der folgende Ausblick enthält zukunftsbezogene Aussagen. Diese basieren auf aktuellen Planungen, Einschätzungen und Erwartungen über die zukünftige Entwicklung unserer Absatzmärkte und der Unternehmensgruppe Eberspächer. Sie unterliegen Unsicherheitsfaktoren, die sowohl Chancen als auch Risiken mit sich bringen können.

Für 2023 gehen wir für die Unternehmensgruppe Eberspächer von einem Bruttoumsatz leicht über dem Niveau des Geschäftsjahrs 2022 aus (Umsatz 2022: 6.437,5 Mio. EUR). Beim Nettoumsatz rechnen wir mit einer moderaten Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Darüber hinaus erwarten wir für 2023 ein positives EBIT (EBIT 2022: -21,0 Mio. EUR). Der geplante Umsatzanstieg in 2023 und der Wegfall der Sondereffekte, die das EBIT in 2022 erheblich negativ belastet haben, werden zu einer erheblichen Ergebnisverbesserung in 2023 führen. Die Nettoverschuldung wird sich in 2023 dennoch leicht erhöhen (Nettoverschuldung 2022: 757,6 Mio. EUR). Dies resultiert überwiegend aus einem im Vergleich zum Vorjahr geringeren Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit infolge eines deutlichen Anstiegs des Trade Working Capitals. Diese Zunahme betrifft den Aufbau unserer Lagerbestände sowie der Forderungen und Verbindlichkeiten infolge der höheren Geschäftsvolumina. Folglich wird für den finanziellen Leistungsindikator Free Cashflow (Free Cashflow 2022: 69,0 Mio. EUR) ebenfalls eine deutliche Reduzierung erwartet. Jedoch gehen wir von einem positiven Wert aus.

Für die Division Purem by Eberspächer wird eine positive Umsatzentwicklung erwartet. Während wir in den Regionen Asien und Amerika in den nächsten Jahren von einem weiteren Wachstum ausgehen, bewegen sich die Umsätze in den europäischen Märkten auf gleichbleibendem Niveau. Mittelfristig nehmen Verbrennungsmotoren in Pkw und Nfz, trotz der Förderung batterieelektrischer Mobilität, weiterhin einen wesentlichen Anteil an den Absatzprognosen unserer Kunden ein. Durch die Einführung der künftigen Emissionsnorm Euro 7, wird eine weitere Verringerung der Abgasgrenzwerte und eine positive Beeinflussung der Umsatzentwicklung in Europa erwartet. Aufgrund zahlreicher neuer Emissionsnormen weltweit und der dadurch steigenden Komplexität der Abgasreinigung erwarten wir weitere Wachstumschancen innerhalb Purem by Eberspächer. Um einem profitablem Wachstum Rechnung zu tragen, steht vor allem die operative Exzellenz im Fokus der Division. Innerhalb der Division findet für die regional unterschiedliche Marktentwicklung eine differenzierte Steuerung statt. Purem by Eberspächer arbeitet darüber hinaus an Innovationen für die Zukunft und sucht gezielt nach Lösungen sowohl für konventionelle als auch neue Antriebstechnologien. Die Division erarbeitet mit seiner Active Heating Produktfamilie, zu der der Fractal Heater gehört, Konzepte zur weiteren Senkung von Schadstoffemissionen. Darüber hinaus werden im Bereich der Wasserstoff-Mobilität die Aktivitäten weiter vorangetrieben.

Die Elektromobilität ist für die Division Climate Control Systems ein wichtiger Wachstumstreiber. Von diesem Trend profitiert insbesondere die Business Unit Electrical Heaters in den nächsten Jahren mit ihren elektrischen Hochvolt-Heizungen. Das im Aufbau befindliche neue Werk in Ruse (Bulgarien) schafft neue Produktionskapazitäten sowohl für die Business Unit als auch für die Division Automotive Controls, um die Wachstumsstrategie beider Divisions realisieren zu können. Damit ein profitables Umsatzwachstum abgebildet werden kann, liegt ein Schwerpunkt auf der Steigerung der notwendigen operativen Exzellenz. Für eine differenziertere Steuerung der zukünftigen Entwicklungen wird der Standort Hermsdorf, der PTC-Keramiken für den Nieder- und Hochvoltbereich entwickelt und herstellt, daher aus der Business Unit Electrical Heaters ausgegliedert. Er bildet ab 2023 die neue Business Unit Technical Ceramics. Innerhalb der Produktbereiche erweitern zudem neue innovative Lösungen das Produktportfolio und tragen zum Wachstum der Division bei.

Die Division Automotive Controls, deren Kernkompetenz zuverlässige Schalter, Leistungselektroniken und Steuergeräte mit komplexer Software darstellen, ist nicht nur im direkten Kundengeschäft erfolgreich, sondern zugleich ein starker Partner für die Business Units der Division Climate Control Systems. Die zunehmende Bedeutung der Elektromobilität und des autonomen Fahrens sowie das übergreifende Ziel der CO 2 -Reduzierung sorgen für eine wachsende Nachfrage nach den Produkten der Division. Wir rechnen für 2023 und in den darauffolgenden Jahren mit einem starken Umsatzwachstum. Zudem erwirtschaftet die Division Automotive Controls mit ihren Batteriemanagement-Systemen ebenso Umsätze außerhalb der Automobilindustrie. Die Systeme kommen beispielsweise in der Medizintechnik und Logistik zum Einsatz und gewährleisten die zuverlässige Funktion von Lithium-Ionen-Batterie-betriebenen Anlagen sowie Transportmitteln.

Die Eberspächer Gruppe will sich mit Komponenten für die Wasserstofftechnologie langfristig weiterentwickeln und nutzt hierfür durch bereichsübergreifende Zusammenarbeit die Kompetenzen der Divisions. In diesem Geschäftsfeld rechnen wir zukünftig mit einem steigenden Umsatzwachstum.

Durch die Förderung von Innovationen, Akquisitionen und Partnerschaften sowie unser bereits bestehendes vielfältiges Produktportfolio sehen wir uns für die Zukunft gut aufgestellt. Für das Geschäftsjahr 2023 planen wir weiterhin erhebliche Erweiterungsinvestitionen, deren Finanzierung durch den Konsortialkreditvertrag gesichert ist. Aufgrund der Umsatz- und Ergebnisprognose gehen wir für die Eberspächer Unternehmensgruppe im Jahr 2023 von einem deutlich positiveren Geschäftsverlauf gegenüber dem Vorjahr aus. Jedoch werden die Folgen der anhaltend hohen Inflation sowie der Liefer- und Kapazitätsengpässe im laufenden Geschäftsjahr spürbar bleiben. Volatil und schwer einzuschätzen bleibt darüber hinaus die geopolitische Lage insbesondere im Zusammenhang mit der weiteren Entwicklung des Ukraine-Krieges sowie deren Folgen auf die Weltwirtschaft und damit auch auf unseren zukünftigen Geschäftsverlauf. Die zum Zeitpunkt der Berichterstellung bereits bekannten Auswirkungen spiegeln sich in unserer Prognose wider.

In deutschsprachigen Publikationen wird aktuell das generische Maskulinum oder - falls vorhanden - die neutrale Form verwendet. Gemeint sind in beiden Fällen ausdrücklich alle Geschlechter.

 

Esslingen am Neckar, 23. Mai 2023

Eberspächer Gruppe GmbH & Co. KG
Eberspächer Holding-Verwaltungs-GmbH

Die Geschäftsführung

Martin Peters

Uwe Johnen

Dominic Waldeier

Ulrike Wörz

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

In TEUR Konzernanhang 2022 2021
Umsatzerlöse 2.1 6.437.472 5.999.960
Umsatzkosten -6.113.926 -5.691.195
Bruttoergebnis vom Umsatz 323.546 308.765
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen -51.618 -43.934
Vertriebsaufwendungen -124.957 -120.140
Verwaltungsaufwendungen -173.650 -100.564
Sonstige betriebliche Erträge 2.2 44.818 50.505
Sonstige betriebliche Aufwendungen 2.2 -36.587 -42.444
Ergebnis aus at-Equity bewerteten und sonstigen Finanzanlagen -2.517 645
EBIT -20.966 52.833
Zinserträge 2.3 5.484 12.862
Zinsaufwendungen 2.3 -47.604 -19.662
Sonstiges Finanzergebnis 2.3 17.806 3.075
Ergebnis vor Steuern -45.280 49.108
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2.4 -49.146 -28.090
Ergebnis nach Steuern -94.426 21.018
Den Anteilseignern des Mutterunternehmens zurechenbares Konzernergebnis -91.553 20.797
Den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares Konzernergebnis -2.873 221

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

In TEUR Konzernanhang 2022 2021
Ergebnis nach Steuern -94.426 21.018
Sonstiges Ergebnis
Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen 3.11 54.123 12.019
Ertragsteuereffekte 2.4 -9.105 237
Posten, die nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden 45.018 12.256
Unterschied aus Währungsumrechnung 5.868 30.994
Derivative Finanzinstrumente 3.14 1.590 86
Ertragsteuereffekte 2.4 21 -10
Posten, die in das Periodenergebnis umgegliedert werden könnten 7.479 31.070
davon Ergebnis aus at-Equity bewerteten Beteiligungen 989 910
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 52.498 43.327
Gesamtergebnis -41.928 64.345
Den Anteilseignern des Mutterunternehmens zurechenbares Gesamtergebnis -40.001 63.295
Den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares Gesamtergebnis -1.927 1.049

Konzernbilanz

AKTIVA

In TEUR Konzernanhang 31.12.2022 31.12.2021
Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwert 3.1 137.479 125.447
Sachanlagen 3.2 773.287 743.908
Anteile an at-Equity bewerteten Beteiligungen und sonstige Finanzanlagen 3.3 15.272 21.949
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 3.4 5.019 2.737
Sonstige Vermögenswerte 3.5 46.039 40.430
Aktive latente Steuern 2.4 26.947 33.135
Langfristige Vermögenswerte 1.004.043 967.605
Vorräte 3.7 599.094 555.072
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.8 849.826 915.456
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 3.4 3.585 3.102
Sonstige Vermögenswerte 3.5 117.228 154.209
Ertragsteuerforderungen 2.4 2.378 9.137
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3.9 186.642 86.851
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 3.6 15.978 1.489
Kurzfristige Vermögenswerte 1.774.730 1.725.315
Bilanzsumme 2.778.774 2.692.920

PASSIVA

In TEUR Konzernanhang 31.12.2022 31.12.2021
Komplementär- und Kommanditkapital 90.000 90.000
Rücklagen 399.200 492.355
Kumuliertes sonstiges Eigenkapital 5.590 -45.962
Den Anteilseignern des Mutterunternehmens zurechenbares Eigenkapital 494.790 536.393
Nicht beherrschende Anteile 6.291 8.220
Eigenkapital 3.10 501.081 544.613
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 3.11 116.773 172.449
Sonstige Rückstellungen 3.12 40.809 25.323
Finanzverbindlichkeiten 3.13 443.371 470.655
Sonstige Verbindlichkeiten 3.15 13.753 6.984
Passive latente Steuern 2.4 10.606 14.376
Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 625.313 689.787
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.16 918.787 855.310
Ertragsteuerverbindlichkeiten 2.4 22.845 18.577
Sonstige Rückstellungen 3.12 59.853 76.308
Finanzverbindlichkeiten 3.13 504.443 351.084
Sonstige Verbindlichkeiten 3.15 146.451 157.240
Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 1.652.379 1.458.520
Bilanzsumme 2.778.774 2.692.920

Konzern-Kapitalflussrechnung

In TEUR Konzernanhang 2022 2021
Laufende Geschäftstätigkeit
Ergebnis nach Steuern -94.426 21.018
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2.4 49.146 28.090
Zinsergebnis 2.3 42.120 6.800
Abschreibungen und Wertminderungen 3.1, 3.2 139.118 128.841
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge/Aufwendungen -19.219 -8.264
Veränderung der Rückstellungen 3.11, 3.12 -2.035 -458
Veränderungen der Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, 3.5, 3.7, 3.8 81.604 -100.485
sonstige Vermögenswerte
Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, 3.15, 3.16 44.836 -116.892
sonstige Verbindlichkeiten
Verlust aus dem Abgang von Vermögenswerten -1.791 9.233
Erträge aus Zuschüssen/Zuwendungen -9.706 -7.306
Ergebnis aus at-Equity bewerteten Beteiligungen und übriges Beteiligungsergebnis 2.3 2.517 -645
Gezahlte Ertragsteuern -44.419 -34.802
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 187.746 -74.870
Investitionstätigkeit
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten 87 94
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte -9.453 -10.544
Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen 28.250 17.399
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen -140.211 -94.753
Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen und sonstigen finanziellen Vermögenswerten 1.991 75
Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen und sonstige finanzielle Vermögenswerte -1.570 -7.438
Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen 0 -10.896
Erhaltene Zinsen 1.415 719
Erhaltene Dividenden 729 1.598
Cashflow aus Investitionstätigkeit -118.761 -103.746
Finanzierungstätigkeit
Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten 3.13.C 43.000 100.000
Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten 3.13.C -84.322 -64.000
Auszahlungen aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten 3.13.C -29.332 -28.115
Einzahlungen aus erhaltenen Zuschüssen/Zuwendungen 9.476 5.073
Gezahlte Zinsen -35.382 -14.426
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -96.560 -1.468
Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten am 01.01. 3.9 -43.633 138.836
Nettozunahme/-abnahme des Finanzmittelfonds -27.575 -180.084
Wechselkursbedingte Veränderung des Bestands an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten -16.271 -2.386
Konsolidierungskreisbedingte Änderungen des Bestands an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 633 0
Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten am 31.12. 3.9 -86.846 -43.633

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Kumuliertes sonstiges Eigenkapital
In TEUR Komplementär- und Kommanditkapital Rücklagen Währungsumrechnung Neubewertung leistungsorientierter Versorgungspläne
Stand zum 01.01.2021 90.000 472.420 -55.483 -32.883
Konzernergebnis - 20.797 - -
Sonstiges Ergebnis - - 30.408 12.014
Gesamtergebnis - 20.797 30.408 12.014
Gutschriften auf Gesellschafterkonten im Fremdkapital - -989 - -
Ausschüttungen - - - -
Veränderungen des Konsolidierungskreises und sukzessive Erwerbe - - - -
Sonstige Eigenkapitalveränderungen - 127 - -
Stand zum 31.12.2021 / 01.01.2022 90.000 492.355 -25.074 -20.869
Konzernergebnis - -91.553 - -
Sonstiges Ergebnis - - 5.801 44.140
Gesamtergebnis - -91.553 5.801 48.206
Gutschriften auf Gesellschafterkonten im Fremdkapital - -1.824 - -
Ausschüttungen - - - -
Veränderungen des Konsolidierungskreises und sukzessive Erwerbe - 183 - -
Sonstige Eigenkapitalveränderungen - 39 - -
Stand zum 31.12.2022 90.000 399.200 -19.273 23.271
Kumuliertes sonstiges Eigenkapital
In TEUR Derivative Finanzinstrumente Summe
Stand zum 01.01.2021 -94 -88.460
Konzernergebnis - -
Sonstiges Ergebnis 75 42.498
Gesamtergebnis 75 42.498
Gutschriften auf Gesellschafterkonten im Fremdkapital - -
Ausschüttungen - -
Veränderungen des Konsolidierungskreises und sukzessive Erwerbe - -
Sonstige Eigenkapitalveränderungen - -
Stand zum 31.12.2021 / 01.01.2022 -18 -45.962
Konzernergebnis - -
Sonstiges Ergebnis 1.611 51.552
Gesamtergebnis 1.611 51.552
Gutschriften auf Gesellschafterkonten im Fremdkapital - -
Ausschüttungen - -
Veränderungen des Konsolidierungskreises und sukzessive Erwerbe - -
Sonstige Eigenkapitalveränderungen - -
Stand zum 31.12.2022 1.592 5.590
In TEUR Den Anteilseignern des Mutterunternehmens zurechenbares Eigenkapital Nicht beherrschende Anteile Gesamt
Stand zum 01.01.2021 473.960 7.383 481.343
Konzernergebnis 20.797 221 21.018
Sonstiges Ergebnis 42.498 829 43.327
Gesamtergebnis 63.295 1.050 64.345
Gutschriften auf Gesellschafterkonten im Fremdkapital -989 - -989
Ausschüttungen - -11 -11
Veränderungen des Konsolidierungskreises und sukzessive Erwerbe - -203 -203
Sonstige Eigenkapitalveränderungen 127 3 130
Stand zum 31.12.2021 / 01.01.2022 536.394 8.220 544.614
Konzernergebnis -91.553 -2.873 -94.426
Sonstiges Ergebnis 51.552 946 52.498
Gesamtergebnis -40.001 -1.927 -41.928
Gutschriften auf Gesellschafterkonten im Fremdkapital -1.824 - -1.824
Ausschüttungen - -6 -6
Veränderungen des Konsolidierungskreises und sukzessive Erwerbe 183 4 186
Sonstige Eigenkapitalveränderungen 39 1 40
Stand zum 31.12.2022 494.790 6.291 501.081

KONZERNANHANG

1. Allgemeine Erläuterungen

1.1. Berichtendes Unternehmen

Die Eberspächer Gruppe GmbH & Co. KG (nachfolgend "Unternehmen") mit Sitz in Deutschland, Eberspächerstraße 24, 73730 Esslingen am Neckar, ist beim Amtsgericht Stuttgart unter HRA 212143 in das Handelsregister eingetragen.

Der Konzernabschluss der Eberspächer Gruppe GmbH & Co. KG umfasst das Unternehmen selbst sowie seine Tochterunternehmen (nachfolgend als "Konzern" bezeichnet). In der Aufstellung des Anteilsbesitzes (Anhangangabe 4.1.) sind die Anteile am Kapital der Tochterunternehmen sowie deren Name und Sitz aufgelistet.

Der Konzern ist in erster Linie als Systementwickler und -lieferant in der Automobilindustrie tätig. Die Produktion umfasst neben Komplettsystemen und Komponenten als Serienfertigung für Fahrzeughersteller auch passgenaue Nachrüstlösungen für den Aftermarket. Der Konzern ist in drei Divisions unterteilt. Purem by Eberspächer ist auf die Abgasnachbehandlung sowie die Schalldämpfung und das Sounddesign für Pkws und Nutzfahrzeuge spezialisiert. Die Division Climate Control Systems umfasst Stand- und Zusatzheizungen für Pkw und Nutzfahrzeuge sowie Thermomanagementlösungen für Busse und Sonderfahrzeuge. Die Aktivitäten im Bereich des Energie- und Leistungsmanagement im Fahrzeug wie auch Batteriemanagement-Systeme und Steuergräte für mobile, medizinische und industrielle Anwendungen werden in der Division Automotive Controls zusammengefasst.

1.2. Grundlagen der Rechnungslegung

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde in Übereinstimmung mit den zum Bilanzstichtag zur Anwendung in der Europäischen Union zugelassenen International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standard Board (IASB) erstellt. Die Bezeichnung IFRS beinhaltet die ebenfalls zum Bilanzstichtag gültigen International Accounting Standards (IAS) sowie die Interpretationen des Standing Interpretation Committee (SIC) und des International Financial Reporting Standard Interpretations Committee (IFRS IC). Da es sich bei dem vorliegenden Konzernabschluss um einen befreienden Abschluss handelt, finden die Vorschriften des § 315e Abs. 3 HGB ebenfalls Anwendung.

Mit Ausnahme der im Geschäftsjahr 2022 erstmals verpflichtend anzuwendenden Standards und Interpretationen entsprechen die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden denen des Vorjahres.

Einzelheiten zu den Rechnungslegungsmethoden nach IFRS finden sich in Anhangangabe 1.5.

1.3. Funktionale Währung und Darstellungswährung

Der Konzernabschluss wird in der funktionalen Währung des Unternehmens, dem Euro, aufgestellt. Alle in Euro dargestellten Finanzinformationen werden, soweit nicht anders angegeben, auf volle Tausend Euro gerundet, woraus sich Rundungsdifferenzen ergeben können. Vereinzelt kann es daher vorkommen, dass Prozentangaben nicht aus den dargestellten Werten ermittelt werden können oder dass sich Werte nicht exakt zur angegebenen Summe aufaddieren lassen.

1.4. Bewertungsgrundlagen

Der Konzernabschluss wird auf Basis historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt. Die Ausnahmen bilden die nachstehenden Posten mit abweichenden Bewertungsgrundlagen an den jeweiligen Abschlussstichtagen:

Vermögenswerte/Schulden Ansatz
Derivative Finanzinstrumente Beizulegender Zeitwert
Nicht derivative Finanzinstrumente, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden Beizulegender Zeitwert
Nicht derivative Finanzinstrumente, die erfolgsneutral (OCI) zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden Beizulegender Zeitwert
Nettoschuld (Vermögenswert) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen Barwert der Leistungsverpflichtung, abzüglich beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens.

Der Konzern wählt das Umsatzkostenverfahren und die Gliederungsvorschriften des IAS 1 als Darstellungsmethode für die Gewinn- und Verlustrechnung. Die Konzernbilanz ist in kurz- und langfristige Vermögenswerte und Schulden unterteilt.

1.5. Wesentliche Rechnungslegungsmethoden

A. Konsolidierungsgrundsätze

Die Abschlüsse des Unternehmens selbst und aller wesentlichen in- und ausländischen Tochterunternehmen werden in den Konzernabschluss einbezogen. Vom Konzern beherrschte Tochterunternehmen werden vollkonsolidiert. Eine Beherrschung liegt vor, wenn der Konzern schwankenden Renditen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über das Unternehmen zu beeinflussen. Die Abschlüsse von Tochterunternehmen sind im Konzernabschluss ab dem Zeitpunkt enthalten, an dem die Beherrschung beginnt und bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung endet.

Unternehmenszusammenschlüsse werden im Konzern nach der Erwerbsmethode bilanziert. Im Rahmen der Kapitalkonsolidierung werden die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile mit dem Eigenkapital der dem Konzern zuzurechnenden Tochtergesellschaften verrechnet. Das erworbene, identifizierbare Nettovermögen und die übertragene Gegenleistung werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Ein bei der Erstkonsolidierung entstehender positiver Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten der erworbenen Anteile und dem identifizierbaren Nettovermögen wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen. Jeder entstandene Geschäfts- oder Firmenwert wird nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich auf Wertminderung überprüft. Ein negativer Unterschiedsbetrag wird unmittelbar im Gewinn oder Verlust erfasst.

Jede bedingte Gegenleistungsverpflichtung wird zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Wird die bedingte Gegenleistung als Eigenkapital eingestuft, wird sie nicht neu bewertet, und eine Abgeltung wird im Eigenkapital bilanziert. Ansonsten werden andere bedingte Gegenleistungen mit dem beizulegenden Zeitwert zu jedem Abschlussstichtag bewertet und spätere Änderungen des beizulegenden Zeitwertes der bedingten Gegenleistungen im Gewinn oder Verlust erfasst.

Nicht beherrschende Anteile werden zum Erwerbszeitpunkt mit ihrem entsprechenden Anteil am identifizierbaren Nettovermögen des erworbenen Unternehmens bewertet.

Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss, jedoch keine Beherrschung oder gemeinschaftliche Führung in Bezug auf die Finanz- und Geschäftspolitik hat. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine Vereinbarung, über die der Konzern die gemeinschaftliche Führung ausübt, wobei er Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzt, anstatt Rechte an deren Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden zu haben.

Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert, weshalb sie zunächst mit den Anschaffungskosten inkl. Transaktionskosten angesetzt werden. Nach dem erstmaligen Ansatz enthält der Konzernabschluss den Anteil des Konzerns am Gesamtergebnis abzüglich empfangener Ausschüttungen der nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen bis zu dem Zeitpunkt, an dem der maßgebliche Einfluss oder die gemeinschaftliche Führung endet.

Alle konzerninternen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge werden im Rahmen der Schulden- sowie Aufwands- und Ertragskonsolidierung eliminiert. Die Zwischenergebniseliminierung konsolidiert konzerninterne Gewinne und Verluste, welche aus dem Verkauf von Wirtschaftsgütern innerhalb des Konzerns resultieren. Nicht realisierte Gewinne aus Transaktionen mit Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, werden gegen die Beteiligung in Höhe des Anteils des Konzerns an dem Beteiligungsunternehmen ausgebucht. Nicht realisierte Verluste werden auf die gleiche Weise eliminiert wie nicht realisierte Gewinne, jedoch nur, falls es keinen Hinweis auf eine Wertminderung gibt.

B. Fremdwährungsumrechnung

Nachfolgend dargestellt sind die für den Konzern wichtigsten Wechselkurse zum Euro:

Ausgewählte Wechselkurse

Währungen Stichtagskurse Durchschnittskurse
1 EUR entspricht 31.12.2022 31.12.2021 2022 2021
CNY China 7,36 7,19 7,08 7,63
USD USA 1,07 1,13 1,05 1,18
CZK Tschechien 24,12 24,86 24,57 25,64
RON Rumänien 4,95 4,95 4,93 4,92
SEK Schweden 11,12 10,25 10,63 10,15
PLN Polen 4,68 4,60 4,69 4,57

i. Geschäftsvorfälle in Fremdwährung

Geschäftsvorfälle, die in einer anderen als der funktionalen Währung des Konzerns abgewickelt werden, werden bei ihrer erstmaligen Erfassung mit dem Kassakurs am Tag der Transaktion umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung werden zum Bilanzstichtag beziehungsweise zum Zeitpunkt ihrer Realisierung in die funktionale Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft umgerechnet. Die Umrechnung nicht-monetärer Posten findet zu historischen Kursen statt. Währungsumrechnungsdifferenzen werden grundsätzlich im Gewinn oder Verlust der Periode erfasst.

ii. Ausländische Geschäftsbetriebe

Weicht die funktionale Währung eines Tochterunternehmens von der Konzernwährung Euro ab, so werden Vermögenswerte inkl. Geschäfts- oder Firmenwert und Schulden zum Stichtagskurs (Kassakurs), die Posten des Eigenkapitals zu historischen Kursen und die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung zum gewogenen Durchschnittskurs einer jeweiligen Periode umgerechnet. Die daraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis erfasst und im kumulierten übrigen Eigenkapital ausgewiesen. Bei Ausscheiden des Tochterunternehmens aus dem Konsolidierungskreis werden die im Eigenkapital erfasste Währungsumrechnungseffekte erfolgswirksam aufgelöst.

C. Bemessung des beizulegenden Zeitwerts

Vordefinierte Vermögenswerte werden an jedem Bilanzstichtag zum beizulegenden Zeitwert ("fair value") bewertet. Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bewertungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wird davon ausgegangen, dass der Geschäftsvorfall entweder auf dem Hauptmarkt oder, wenn kein Hauptmarkt vorhanden ist, auf dem vorteilhaftesten Markt für den Vermögenswert oder die Schuld erfolgt. Voraussetzung ist, dass der Konzern Zugang zum Hauptmarkt oder vorteilhaftesten Markt haben muss.

Der beizulegende Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer Schuld bemisst sich anhand der Annahmen, die Marktteilnehmer bei der Preisbildung für den Vermögenswert bzw. die Schuld zugrunde legen würden. Hierbei wird davon ausgegangen, dass die Marktteilnehmer in ihrem besten wirtschaftlichen Interesse handeln.

Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts eines nichtfinanziellen Vermögenswerts wird die Fähigkeit des Marktteilnehmers berücksichtigt, durch die höchste und beste Verwendung des Vermögenswerts oder durch dessen Verkauf an einen anderen Marktteilnehmer, der für den Vermögenswert die höchste und beste Verwendung findet, wirtschaftlichen Nutzen zu erzeugen. Der Konzern wendet Bewertungstechniken an, die unter den jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichend Daten zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts zur Verfügung stehen. Dabei wird die Verwendung maßgeblicher, beobachtbarer Inputfaktoren möglichst hoch wohingegen nicht beobachtbare Inputfaktoren möglichst geringgehalten werden.

Alle Vermögenswerte und Schulden, für die der beizulegende Zeitwert bestimmt oder im Abschluss ausgewiesen wird, werden in die nachfolgend beschriebenen Hierarchiestufen ("Fair-Value-Hierarchie") eingeordnet, basierend auf dem Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist:

Stufe 1: Notierte Preise (unbereinigt) auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Schulden;

Stufe 2: Bewertungsparameter, bei denen es sich nicht um die in Stufe 1 berücksichtigten, notierten Preise handelt, die sich aber für den Vermögenswert oder die Schuld entweder direkt (das heißt als Preis) oder indirekt (das heißt als Ableitung von Preisen) beobachten lassen;

Stufe 3: Bewertungsparameter für Vermögenswerte oder Schulden, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten beruhen.

Bei Vermögenswerten und Schulden, die auf wiederkehrender Basis im Abschluss erfasst werden, bestimmt der Konzern, ob Allokationen zwischen den Stufen der Hierarchie stattgefunden haben, indem am Ende jeder Berichtsperiode die Klassifizierung basierend auf dem Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist, überprüft wird.

Externe Wertgutachter werden einzelfallabhängig für die Bewertung wesentlicher Vermögenswerte sowie wesentlicher Schulden wie bedingter Gegenleistungen hinzugezogen. Der Konzern analysiert zu jedem Abschlussstichtag die Wertentwicklungen von Vermögenswerten und Schulden, die gemäß den Rechnungslegungsmethoden des Konzerns neu bewertet oder neu beurteilt werden müssen. Bei dieser Analyse werden die wesentlichen Inputfaktoren, die bei der letzten Bewertung angewandt wurden, überprüft.

D. Umsatzerlöse

Die aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens resultierenden Produktverkäufe und Dienstleistungen werden als Umsatzerlöse ausgewiesen.

Der Konzern erfasst den Betrag als Erlös aus Kundenverträgen (IFRS 15), der für die Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen an Kunden als Gegenleistung erhalten wird. Hinsichtlich der Bestimmung des Zeitpunkts bzw. des Zeitraums wird auf den Übergang der Verfügungsgewalt an den Gütern oder Dienstleistungen auf den Kunden abgestellt (control approach).

Für die Bestimmung, wann und in welcher Höhe die Erlöse erfasst werden, wird das Fünf-Stufen-Modell angewendet. Dabei werden die vorhandenen eigenständig abgrenzbaren Leistungsverpflichtungen innerhalb der Verträge mit Kunden identifiziert. Der Transaktionspreis wird gemäß den Regeln des IFRS 15 ermittelt und ggf. auf die vorhandenen Leistungsverpflichtungen allokiert. Die variablen Preisbestandteile aus den Kundenverträgen, wie z.B. Rabatte, Kundenboni und sonstige Preisnachlässe werden analysiert, ermittelt und bei der Erlöserfassung berücksichtigt. Wenn möglich werden bei der Allokation des Transaktionspreises auf - falls vorhanden - mehrere Leistungsverpflichtungen, beobachtbare Einzelveräußerungspreise verwendet. Anderenfalls wird auf adjustierte Marktpreise oder Kosten zuzüglich einer erwarteten Marge abgestellt. Für jede Leistungsverpflichtung, die gemäß IFRS 15 abstrakt und im Vertragskontext eigenständig abgrenzbar ist, wird die Art der Erlösrealisierung in zeitraum- bzw. zeitpunktbezogene Erfassung festgelegt.

Die nachfolgende Tabelle stellt die Art und den Zeitpunkt der Erfüllung von wesentlichen Leistungsverpflichtungen aus Verträgen mit Kunden, einschließlich wesentlicher Zahlungsbedingungen, und die damit verbundenen Grundsätze der Erlösrealisierung dar.

Art der Güter und Dienstleistungen Art und Zeitpunkt der Erfüllung der Leistungsverpflichtungen und wesentliche Zahlungsbedingungen
Produkte Der Konzern produziert Abgasanlagen für PKW und Nutzfahrzeuge, Standheizungen für PKW, Nutzfahrzeuge und den Non-Road-Bereich, Klimasysteme für Busse und Sonderfahrzeuge, elektrische Zusatzheizungen für Hybrid- und Elektrofahrzeuge, Fahrzeugelektronik und Batteriemanagement- sowie Energiespeicher-Systeme. Bei kundenspezifischen Produkten, für die ein durchsetzbarer Zahlungsanspruch für erbrachte Leistungen in Höhe entstandener Kosten und einer angemessenen Gewinnmarge besteht, erfolgt die Umsatzrealisierung über den Zeitraum der Leistungserbringung. Die Messung des Leistungsfortschritts stelle eine Ermessensentscheidung dar, welche Output basiert anhand der Produkte, die das Produktionswerk verlassen, erfolgt. Da die Produktion und Lieferung der Produkte "just in time" erfolgt, bestimmt die Auslieferung der Produkte den Fortschrittsgrad. Die alternativ möglich verwendbare Input-Methode gewährleistet somit keine zutreffende Erfassung des Leistungsfortschritts. Eine weitere Ermessensentscheidung stellt die Bruttodarstellung des Ein- und Verkaufs der Monolithe (Stellung als Prinzipal) im Bereich Purem by Eberspächer dar. Es bestehen keine wesentlichen Verpflichtungen zur Rücknahme von Produkten, aus Kundenerstattungen oder aus ähnlichen Verpflichtungen sowie aus Gewährleistungszusagen, die eine Servicekomponente enthalten. Als Transaktionspreis wird die vertraglich vereinbarte Vergütung zugrunde gelegt. Transaktionspreismindernd wirken sich variable Preisbestandteile wie Mengenrabatte, Kundenboni und sonstige Preisnachlässe aus.
Es existieren weder Rücknahme-, Erstattungs- noch ähnliche Verpflichtungen. Gleiches gilt für Garantien, die in wesentlichem Umfang über die gesetzlich vorgeschriebene Frist hinausgehen.
Entwicklungsprojekte Sofern der Serienproduktion vorgelagerte Entwicklungsleistungen durch den Kunden vergütet werden, erlangt er die Verfügungsmacht bei der Übergabe der Ergebnisse. Dieser erfolgt typischerweise zu einem definierten Zeitpunkt, der in der Regel der Start der Serienlieferungen an den Kunden entspricht. Als Transaktionspreis wird die vertraglich vereinbarte Vergütung zugrunde gelegt. Diese leistet der Kunde typischerweise per Amortisation über den Teilepreis der Serienbelieferung oder Direktzahlung (einmalig oder in Teilzahlungen).
Werkzeuge Werden kundenspezifische Werkzeuge durch den Kunden vergütet, erlangt dieser die Verfügungsmacht darüber bei Abnahme. Die Abnahme erfolgt in der Regel vor Übergang in die Serienlieferungen. Als Transaktionspreis wird die vertraglich vereinbarte Vergütung zugrunde gelegt. Diese leistet der Kunde typischerweise per Direktzahlung (einmalig oder in Teilzahlungen) oder per Amortisation über den Teilepreis der Serienbelieferung.

E. Finanzergebnis

Zinserträge und Zinsaufwendungen werden periodengerecht erfasst.

F. Ertragsteuern

Der Steueraufwand umfasst tatsächliche und latente Steuern. Tatsächliche Steuern und latente Steuern werden im Gewinn oder Verlust erfasst, ausgenommen in dem Umfang, in dem sie mit einem Unternehmenszusammenschluss oder mit einem direkt im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfassten Posten verbunden sind.

i. Tatsächliche Steuern

Tatsächliche Steuern sind die erwartete Steuerschuld oder Steuerforderung auf das für das Geschäftsjahr zu versteuernde Einkommen oder den steuerlichen Verlust. Die Grundlage bilden die Steuersätze, die am Abschlussstichtag gelten oder in Kürze gelten werden, sowie alle Anpassungen der Steuerschuld für frühere Jahre. Der Betrag der erwarteten Steuerschuld oder Steuerforderung spiegelt den Betrag wider, der unter Berücksichtigung von steuerlichen Unsicherheiten, sofern vorhanden, die beste Schätzung darstellt.

Eine Saldierung von tatsächlichen Steueransprüchen und -schulden wird nur bei Vorliegen der Aufrechnungsvoraussetzungen vorgenommen.

ii. Latente Steuern

Latente Steuern werden auf temporäre Differenzen zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden für Konzernrechnungslegungszwecke und den verwendeten Beträgen für steuerliche Zwecke erfasst. Latente Steuern werden nicht erfasst für

temporäre Differenzen beim erstmaligen Ansatz von Vermögenswerten oder Schulden bei einem Geschäftsvorfall, bei dem es sich nicht um einen Unternehmenszusammenschluss handelt und der weder das bilanzielle Ergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst

temporäre Differenzen in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und gemeinschaftlich geführten Unternehmen, sofern der Konzern in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern und es wahrscheinlich ist, dass sie sich in absehbarer Zeit nicht auflösen werden

zu versteuernde temporäre Differenzen beim erstmaligen Ansatz des Geschäfts- oder Firmenwertes.

Ein latenter Steueranspruch wird für noch nicht genutzte steuerliche Verluste, noch nicht genutzte Steuergutschriften und abzugsfähige temporäre Differenzen in dem Umfang erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass künftige zu versteuernde Ergebnisse zur Verfügung stehen werden, für die sie genutzt werden können. Zukünftig zu versteuernde Ergebnisse sind auf Basis der bestehenden zu versteuernden temporären Differenzen und den individuellen Geschäftsplänen der Tochterunternehmen zu bestimmen. Latente Steueransprüche werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass der damit verbundene Steuervorteil realisiert werden wird. Zuschreibungen werden vorgenommen, wenn sich die Wahrscheinlichkeit zukünftig zu versteuernder Ergebnisse verbessert.

Nicht bilanzierte latente Steueransprüche werden an jedem Abschlussstichtag neu beurteilt und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung ermöglichen wird.

Latente Steuern werden anhand der Steuersätze bewertet, die erwartungsgemäß auf temporäre Differenzen angewendet werden, sobald sie sich umkehren, und zwar unter Verwendung von Steuersätzen, die am Abschlussstichtag gültig oder angekündigt sind.

Die Bewertung latenter Steuern spiegelt die steuerlichen Konsequenzen wider, die sich aus der Erwartung des Konzerns im Hinblick auf die Art und Weise der Realisierung der Buchwerte seiner Vermögenswerte bzw. der Erfüllung seiner Schulden zum Abschlussstichtag ergeben.

Unter bestimmten Voraussetzungen werden latente Steueransprüche und latente Steuerschulden saldiert.

G. Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwert

i. Erfassung und Bewertung

Geschäfts- oder Firmenwert

Der im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen entstandene Geschäfts- oder Firmenwert wird mit den Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Der Geschäfts- oder Firmenwert unterliegt keiner planmäßigen Abschreibung.

Forschung und Entwicklung

Aufwendungen für Forschungstätigkeiten werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Entwicklungsausgaben werden nur aktiviert, wenn die Voraussetzungen für eine Aktivierung selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte gemäß IAS 38 vorliegen. Sonstige Entwicklungsausgaben werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Aktivierte Entwicklungsausgaben werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Amortisationen und Wertminderungsaufwendungen bewertet.

Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Sonstige immaterielle Vermögenswerte, die vom Konzern erworben werden und begrenzte Nutzungsdauern haben, werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Amortisationen und Wertminderungsaufwendungen bewertet.

ii. Nachträgliche Ausgaben

Nachträgliche Ausgaben werden nur aktiviert, wenn sie den künftigen wirtschaftlichen Nutzen des Vermögenswertes, auf den sie sich beziehen, erhöhen. Alle sonstigen Ausgaben, inklusive der Ausgaben für einen selbst geschaffenen Geschäfts- oder Firmenwert und selbst geschaffene Markennamen, werden bei Anfall im Gewinn oder Verlust erfasst.

iii. Abschreibung

Immaterielle Vermögenswerte werden über den Zeitraum ihrer geschätzten Nutzungsdauern linear amortisiert. Die Amortisation wird grundsätzlich im Gewinn oder Verlust erfasst. Geschäfts- oder Firmenwerte sowie immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich auf ihre Werthaltigkeit (Impairmenttest) geprüft.

Die geschätzten Nutzungsdauern von wesentlichen immateriellen Vermögenswerten betragen:

- Konzessionen, Schutzrechte und Lizenzen bis zu 5 Jahre;
- Aktivierte Entwicklungskosten bis zu 10 Jahre;
- Software bis zu 6 Jahre.

Die Abschreibungsmethoden, Nutzungsdauern und Restwerte werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

H. Wertminderung von nicht-finanziellen Vermögenswerten

An jedem Abschlussstichtag wird überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung (sog. Triggering Events) von nicht finanziellen Vermögenswerten des Konzerns - mit Ausnahme von Vorräten und latenten Steueransprüchen - vorliegt. Zudem wird eine Wertminderungsprüfung auch unterjährig durchgeführt, wenn Sachverhalte oder Änderungen der Umstände darauf hinweisen, dass der Buchwert der Vermögenswerte nicht erzielbar sein könnte. Ist dies der Fall, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes geschätzt.

Der Geschäfts- oder Firmenwert und immaterielle Vermögenswerte, die einer unbestimmten Nutzungsdauer unterliegen, werden jährlich auf eine etwaige Wertminderung überprüft. Die Prüfung auf Wertminderung wird grundsätzlich zum 31. Dezember durchgeführt.

Um zu prüfen, ob eine Wertminderung vorliegt, werden Vermögenswerte in die kleinste Gruppe von Vermögenswerten zusammengefasst. Sie erzeugen Mittelzuflüsse aus der fortgesetzten Nutzung, die weitestgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder zahlungsmittelgenerierender Einheiten (ZGEs) sind. Ein Geschäfts- oder Firmenwert, der bei im Rahmen eines Unternehmenszusammenschluss erworben wurde, wird den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet, von denen erwartet wird, dass sie einen Nutzen aus den Synergien des Zusammenschlusses ziehen. Die den Werthaltigkeitsprüfungen zugrunde liegenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sind im Wesentlichen durch die Business Units des Konzerns oder regionale Gliederungen definiert. Auf dieser Organisationsebene erfolgt auch die Überwachung und Steuerung durch das Management.

Der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist der höhere der beiden Beträge aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten.

Bei zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird zunächst der Nutzungswert ermittelt und mit den entsprechenden Buchwerten inklusive zuzurechnenden Geschäfts- oder Firmenwerten verglichen. Der Nutzungswert ist der Kapitalwert der geschätzten künftigen Cashflows, die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswertes zu erwarten sind.

Ist der Nutzungswert niedriger als der Buchwert, wird zur Bestimmung des erzielbaren Betrags zusätzlich der beizulegende Zeitwert abzüglich Verkaufskosten ermittelt. Der beizulegende Zeitwert abzüglich Verkaufskosten ist der aus einem Verkauf eines Vermögenswertes zu marktüblichen Bedingungen erzielbare Betrag, abzüglich der Veräußerungskosten.

Der Nutzungswert wird durch Diskontierung der erwarteten zukünftigen Cashflows aus der fortgeführten Nutzung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit nach der Discounted Cashflow Methode ermittelt. Die Cashflows resultieren aus der aktuellen vom Management verabschiedeten Unternehmensplanung, die grundsätzlich auf einem drei- bis fünfjährigen Planungshorizont basiert. Der Planung liegen Marktprognosen wie beispielsweise Entwicklungen von Verkaufs- und Rohstoffpreisen sowie Wechselkursen zugrunde. Zudem werden auch Entwicklungen und Erfahrungen aus der Vergangenheit berücksichtigt. Für die über den Detailplanungszeitraum hinausgehende ewige Rente wird der Cashflow unter Berücksichtigung der für die zahlungsmittelgenerierende Einheit erwarteten nachhaltigen Wachstumsrate und Marge extrapoliert.

Die Kapitalkosten der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten werden als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten nach der WACC-Methode (Weighted Average Cost of Capital) berechnet. Zur Ermittlung der gewichteten Kapitalkosten werden zum einen die Eigenkapitalkosten, die sich aus risikofreiem Basiszins und Risikozuschlägen (Marktrisikoprämie, multipliziert mit dem Betafaktor, Länderrisiko und Inflationsdelta) zusammensetzen und zum anderen der Fremdkapitalkostensatz herangezogen. Für diese Zwecke wurden spezifische Peer-Group-Informationen für Beta-Faktoren und Kapitalstrukturdaten verwendet.

Ein Wertminderungsaufwand wird dann erfasst, wenn der Buchwert eines Vermögenswertes oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit seinen/ihren erzielbaren Betrag übersteigt.

Wertminderungsaufwendungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Erfassung der Wertberichtigung wird zunächst beim Geschäfts- oder Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit vorgenommen. Darüber hinaus gehender Wertberichtigungsbedarf wird den Buchwerten der Vermögenswerte der zahlungsmittelgenierenden Einheit (oder einer Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten) anteilig zugeordnet.

Liegen keine Anhaltspunkte für eine Wertminderung mehr vor oder haben sie sich verringert, so findet eine ertragswirksame Zuschreibung der Sachanlage oder des immateriellen Vermögenswertes statt. Die Wertaufholung wird als Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Werterhöhung bzw. Verringerung der Wertminderung eines Vermögenswerts wird jedoch nur soweit erfasst, wie sie den Buchwert nicht übersteigt, der sich unter Berücksichtigung der Abschreibungs-/ Amortisationseffekte ergeben hätte, wenn in den vorherigen Jahren keine Wertminderung erfasst worden wäre.

Wertaufholungen auf Amortisationen, die im Rahmen von Wertminderungsprüfungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte erfasst wurden, sind nicht zulässig.

I. Sachanlagen

Sachanlagen, mit Ausnahme von Leasing-Nutzungsrechten im Sinne des IFRS 16, werden bei ihrer erstmaligen Erfassung mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Zuordenbare Fremdkapitalkosten werden bei Sachanlagen, deren Beschaffung und/oder Versetzung in den betriebsbereiten Zustand einen längeren Zeitraum in Anspruch nimmt ("qualifying asset"), als Bestandteil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten gemäß IAS 23 aktiviert. In den Folgeperioden werden Sachanlagen mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um kumulierte planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen, angesetzt. Die planmäßige Abschreibung erfolgt über ihre voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer. Unbewegliche Sachanlagen werden überwiegend linear und bewegliche Sachanlagen je nach Einsatzart linear oder, sofern es aufgrund der tatsächlichen Nutzung geboten ist, degressiv abgeschrieben. Bei Durchführung von größeren Wartungen werden die Kosten, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind, im Buchwert der Sachanlage erfasst.

Die geschätzten Nutzungsdauern für das laufende Jahr und Vergleichsjahre von bedeutenden Sachanlagen betragen:

- Gebäude bis zu 33 Jahre
- Technische Anlagen und Maschinen bis zu 15 Jahre
- Andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung bis zu 20 Jahre

Mietereinbauten werden linear über den kürzeren Zeitraum der Laufzeit des Mietvertrags oder der geschätzten gewöhnlichen Nutzungsdauer abgeschrieben.

Eine Sachanlage wird entweder bei Abgang ausgebucht oder wenn aus der weiteren Nutzung bzw. Veräußerung des Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus der Ausbuchung resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert ermittelt und in der Periode, in der der Vermögenswert ausgebucht wird, erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die Restwerte der Vermögenswerte, Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden werden am Geschäftsjahresende überprüft und gegebenenfalls angepasst.

J. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen, die Vermögenswerte und Schulden umfassen, werden als zur Veräußerung gehalten eingestuft, wenn es höchstwahrscheinlich ist, dass sie überwiegend durch Veräußerung und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden.

Im Allgemeinen werden diese Vermögenswerte oder die Veräußerungsgruppe zum niedrigeren Wert aus ihrem Buchwert und beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Wertminderungsaufwendungen, die so bei der erstmaligen Einstufung als zur Veräußerung gehalten entstehen, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Ebenso werden spätere Gewinne und Verluste im Rahmen einer Neubewertung in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Sobald Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen als zur Veräußerung gehalten eingestuft sind, werden sie nicht mehr planmäßig abgeschrieben.

K. Leasingverhältnisse

Bei Beginn eines Vertragsverhältnisses beurteilt der Konzern, ob der Vertrag ein Leasingverhältnis im Sinne des IFRS 16 begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswertes gegen Zahlung eines Entgeltes über einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Um zu beurteilen, ob ein Vertrag das Recht zur Kontrolle eines identifizierten Vermögenswertes beinhaltet, legt der Konzern die Definition eines Leasingverhältnisses nach IFRS 16 zugrunde.

i. Bilanzierung als Leasingnehmer

Am Bereitstellungsdatum oder bei Änderung eines Vertrages, der eine Leasingkomponente im Sinne des IFRS 16 enthält, teilt der Konzern das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise auf. Für Leasingverträge, die verbundene Nichtleasingkomponenten beinhalten, hat der Konzern beschlossen, von einer Trennung der Nichtleasingkomponenten abzusehen und stattdessen Leasing- und Nichtleasingkomponenten als eine einzige Leasingkomponente zu bilanzieren.

Am Bereitstellungsdatum erfasst der Konzern einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine korrespondierende Leasingverbindlichkeit. Das Nutzungsrecht wird erstmalig zu Anschaffungskosten bewertet, die der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit entsprechen. Letztere sind angepasst um am oder vor dem Bereitstellungsdatum geleistete Zahlungen, zuzüglich etwaiger anfänglicher direkter Kosten sowie der geschätzten Kosten einer Demontage, Beseitigung oder Wiederherstellung des zugrunde liegenden Vermögenswertes bzw. des Standortes, an dem dieser sich befindet. Abgezogen werden auch etwaige erhaltene Leasinganreize.

Anschließend wird das Nutzungsrecht vom Bereitstellungsdatum bis zum Ende des Leasingzeitraums linear abgeschrieben, es sei denn, das Eigentum an dem zugrunde liegenden Vermögenswert geht zum Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf den Konzern über oder in den Kosten des Nutzungsrechtes ist berücksichtigt, dass der Konzern eine Kaufoption wahrnehmen wird. In diesem Fall wird das Nutzungsrecht über die Nutzungsdauer des zugrunde liegenden Vermögenswertes abgeschrieben, welche nach den Vorschriften für Sachanlagen ermittelt wird. Zusätzlich wird das Nutzungsrecht fortlaufend um Wertminderungen, sofern notwendig, berichtigt und um bestimmte Neubewertungen der Leasingverbindlichkeit angepasst.

Erstmalig wird die Leasingverbindlichkeit zum Barwert der am Bereitstellungsdatum noch nicht geleisteten Leasingzahlungen angesetzt, abgezinst mit dem im Leasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssatz oder, wenn sich dieser nicht ohne Weiteres bestimmen lässt, mit dem entsprechenden Grenzfremdkapitalzinssatz unter Berücksichtigung u. a. des länderspezifischen ökonomischen Umfelds sowie der Laufzeit. Im Regelfall nutzt der Konzern den entsprechenden Grenzfremdkapitalzinssatz als Abzinsungssatz.

Zur Ermittlung der Grenzfremdkapitalzinssätze zieht der Konzern Zinssätze von verschiedenen externen Finanzquellen heran und nimmt Anpassungen vor, um die Leasingbedingungen sowie die Art des Vermögenswertes zu berücksichtigen.

Die in die Bewertung der Leasingverbindlichkeit einbezogenen Leasingzahlungen umfassen:

feste Zahlungen, einschließlich de facto festen Zahlungen

variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind, erstmalig bewertet anhand des am Bereitstellungsdatum gültigen Indexes bzw. (Zins-)Satzes

Beträge, die aufgrund einer Restwertgarantie voraussichtlich zu zahlen sind, und

den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn der Konzern hinreichend sicher ist, diese auszuüben, Leasingzahlungen für eine Verlängerungsoption, wenn der Konzern hinreichend sicher ist, diese auszuüben, sowie Strafzahlungen für eine vorzeitige Kündigung des Leasingverhältnisses, es sei denn, der Konzern ist hinreichend sicher, nicht vorzeitig zu kündigen.

Die Leasingverbindlichkeit wird zum fortgeführten Buchwert unter Nutzung der Effektivzinsmethode bewertet. Sie wird neu bewertet, wenn sich die künftigen Leasingzahlungen aufgrund einer Index- oder (Zins-)Satzänderung verändern, wenn der Konzern seine Schätzung zu den voraussichtlichen Zahlungen im Rahmen einer Restwertgarantie anpasst, wenn der Konzern seine Einschätzung über die Ausübung einer Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoption ändert oder sich eine de facto feste Leasingzahlung ändert.

Bei einer Neubewertung der Leasingverbindlichkeit wird eine entsprechende Anpassung des Buchwertes des Nutzungsrechtes vorgenommen bzw. wird diese erfolgswirksam vorgenommen, wenn sich der Buchwert des Nutzungsrechtes auf Null verringert hat.

In der Bilanz weist der Konzern Nutzungsrechte, die nicht die Definition einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie erfüllen, in den Sachanlagen und Leasingverbindlichkeiten in den anderen finanziellen Verbindlichkeiten aus.

ii. Bilanzierung als Leasinggeber

Wenn der Konzern als Leasinggeber auftritt, stuft er bei Vertragsbeginn jedes Leasingverhältnis entweder als Finanzierungsleasing oder als Operating-Leasingverhältnis ein.

Bei Vertragsbeginn oder bei Änderung eines Vertrags, der eine Leasingkomponente enthält, teilt der Konzern das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise auf.

Zur Einstufung jedes Leasingverhältnisses nimmt der Konzern eine Gesamteinschätzung vor, ob das Leasingverhältnis im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum an dem zugrunde liegenden Vermögenswert verbunden sind, überträgt. Ist dies der Fall, wird das Leasingverhältnis als Finanzierungsleasing eingestuft; anderenfalls als Operating-Leasingverhältnis. Im Rahmen dieser Beurteilung berücksichtigt der Konzern bestimmte Indikatoren, wie zum Beispiel, ob das Leasingverhältnis den überwiegenden Teil der wirtschaftlichen Nutzungsdauer des Vermögenswertes umfasst.

Wenn eine Vereinbarung Leasing- und Nichtleasingkomponenten enthält, wendet der Konzern IFRS 15 zur Aufteilung des vertraglich vereinbarten Entgeltes an. Der Konzern wendet die Ausbuchungs- und Wertminderungsvorschriften von IFRS 9 auf die Nettoinvestition in das Leasingverhältnis an. Die bei der Berechnung der Bruttoinvestition in das Leasingverhältnis angesetzten geschätzten, nicht garantierten Restwerte werden vom Konzern regelmäßig überprüft.

Leasingzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen werden vom Konzern über die Laufzeit des Leasingverhältnisses linear als Ertrag in den sonstigen Umsatzerlösen erfasst.

iii. Ausübung von Bilanzierungswahlrechten

Der Konzern macht von der Ausübung der Wahlrechte gemäß IFRS 16.5 Gebrauch. Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten für kurzfristige Leasingverhältnisse (mit einer Laufzeit von zwölf Monaten oder weniger) sowie für Leasingverhältnisse von geringem Wert (Neuwert des Vermögensgegenstandes ist kleiner als ca. 5.000 EUR) werden nicht erfasst. Die entsprechenden Leasingzahlungen werden als Aufwendungen in den Funktionsbereichen der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Des Weiteren hat der Konzern für alle Klassen von Leasingverhältnissen das Wahlrecht gemäß IFRS 16.15 ausgeübt. Somit werden Leasing- und Nichtleasingkomponenten nicht getrennt, sondern als eine einzige Leasingkomponente bilanziert.

Außerdem hat sich der Konzern zur Nichtanwendung der Regelungen des IFRS 16 für immaterielle Vermögenswerte gemäß IFRS 16 4 i.V.m. IFRS 16 3(e) entschieden.

L. Finanzinstrumente

i. Ansatz und erstmalige Bewertung

Allgemein sind finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten zu erfassen, wenn der Konzern Vertragspartei wird. Marktübliche Käufe und Verkäufe von Finanzinstrumenten werden am Handelstag bilanziert.

Finanzinstrumente sind beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Sofern Finanzinstrumente im Rahmen der Folgebewertung nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind beim erstmaligen Ansatz dem Erwerb oder der Emission direkt zurechenbare Transaktionskosten zu berücksichtigen. Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden erstmals zum Transaktionspreis bewertet.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden angesetzt, sobald der Konzern einen vertraglichen Anspruch auf den Erhalt von Zahlungsströmen für ausgeführte Lieferungen oder erbrachte Leistungen erworben hat. Somit stellen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Finanzinstrumente dar und die Bilanzierung erfolgt im Wesentlichen gemäß den Vorschriften nach IFRS 9. Bei erstmaligem Ansatz werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne signifikante Finanzierungskomponente mit dem Transaktionspreis bewertet. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit signifikanter Finanzierungskomponente werden zum beizulegenden Zeitwert angesetzt.

ii. Klassifizierung und Folgebewertung

Der Konzern nimmt beim erstmaligen Ansatz von finanziellen Vermögenswerten eine Klassifizierung in eine der nachfolgenden Bewertungskategorien gem. IFRS 9 vor: "zu fortgeführten Anschaffungskosten" (AC), "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert - Fremdkapital" (FVOCI-FK), "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert - Eigenkapital" (FVOCI-EK), "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" (FVTPL).

Die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte in die Bewertungskategorien erfolgt in Abhängigkeit des identifizierten Geschäftsmodells sowie den Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme, davon ausgenommen sind Eigenkapitalinstrumente sowie Derivate.

Finanzielle Vermögenswerte werden der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet, sofern diese im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzung das Halten von Vermögenswerten ist (Geschäftsmodell "Halten"), und die Zahlungen ausschließlich nur zu Zins- und Tilgungszahlungen an vorgegebenen Zeitpunkten führen.

Finanzielle Vermögenswerte werden in die Kategorie "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert - Fremdkapital" eingeordnet, wenn diese im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzung das Halten und Verkaufen von Vermögenswerten ist (Geschäftsmodell "Halten und Verkaufen"), und die Zahlungen ausschließlich nur zu Zins- und Tilgungszahlungen an vorgegebenen Zeitpunkten führen.

Alle anderen finanziellen Vermögenswerte, die nicht "zu fortgeführten Anschaffungskosten" oder "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert - Fremdkapital" klassifiziert werden, sind grundsätzlich "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" zu bewerten (Geschäftsmodell "Sonstige"). Beim erstmaligen Ansatz von Investitionen in Eigenkapitalinstrumenten besteht das unwiderrufliche Wahlrecht, diese im Rahmen der Folgebewertung als "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert - Eigenkapital" zu klassifizieren. Diese finanziellen Vermögenswerte dürfen jedoch weder zu Handelszwecken gehalten noch eine bedingte Gegenleistung, die von einem Erwerber im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erbracht wird, darstellen. Die Entscheidung kann auf Ebene des einzelnen Eigenkapitalinvestments getroffen werden.

Die Definition des Geschäftsmodells erfolgt auf Portfolioebene der einzelnen finanziellen Vermögenswerte und deren Zielsetzung. Gegenwärtig hat der Konzern die Geschäftsmodelle "Halten" sowie "Sonstige" für die im Bestand befindlichen Finanzinstrumente identifiziert.

Ob die vertraglichen Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen, erfolgt anhand einer Beurteilung auf Einzelinstrumentenebene und basiert auf den folgenden Definitionen:

Der Begriff "Tilgung" referenziert auf den Kapitalbetrag des finanziellen Vermögenswertes. Der Kapitalbetrag stellt den beizulegenden Zeitwert des Finanzinstruments zum Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung dar. Für kurzfristige Vermögenswerte entspricht dies regelmäßig dem Nominalbetrag.

Der Begriff "Zins" ist definiert als Gegenleistung für den Zeitwert des Geldes sowie dem übernommenen Kreditrisiko und anderen grundlegenden Kosten einer einfachen Kreditbeziehung (z.B. Liquiditätsrisiko und Verwaltungskosten).

Der Konzern ordnet Forderungen aus Lieferungen und Leistungen grundsätzlich dem Geschäftsmodell "Halten" zu. Aufgrund der Erfüllung des Zahlungsstromkriteriums von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden diese in die Bewertungskategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" eingeordnet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode und unter Berücksichtigung von Wertminderungen.

Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigungen entsprechen ihren beizulegenden Zeitwerten.

In einigen Fällen veräußert der Konzern Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an externe Dritte. Diese Forderungen qualifizieren sich nicht für das Geschäftsmodell "Halten", sondern werden in das Geschäftsmodell "Halten und Verkaufen" eingeordnet. Im Rahmen einer weitergehenden Analyse wurde sichergestellt, dass im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, in erster Linie Ausfallrisiken, nicht beim Konzern verbleiben und die Forderungen sich somit für eine Ausbuchung qualifizieren.

Der Konzern ordnet Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente dem Geschäftsmodell "Halten" zu. Sofern Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente die Zahlungsstrombedingung erfüllen, werden diese der Bewertungskategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet. Die fortgeführten Anschaffungskosten entsprechen regelmäßig dem Nominalwert.

Den Zahlungsmitteläquivalenten werden Geldanlagen mit einer Restlaufzeit von bis zu drei Monaten ab Erwerbszeitpunkt zugerechnet, wenn diese keinen wesentlichen Wertschwankungen unterliegen und jederzeit ohne Risikoabschlag liquidiert werden können.

Finanzielle Vermögenswerte werden nach ihrem erstmaligen Ansatz nicht mehr reklassifiziert, es sei denn, der Konzern ändert sein Geschäftsmodell für die Verwaltung finanzieller Vermögenswerte. Reklassifizierungen der betroffenen finanziellen Vermögenswerte erfolgen am ersten Tag der ersten Berichtsperiode nach der Änderung des Geschäftsmodells und werden in der Berichtsperiode nicht vorgenommen. Bei den im Bestand befindlichen Eigenkapitalinstrumenten handelt es sich um Beteiligungen.

Die Klassifizierung finanzieller Verbindlichkeiten wird unabhängig weiterer Kriterien grundsätzlich in die Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" vorgenommen. Falls beim erstmaligen Ansatz bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, kann eine abweichende Bilanzierung vorgenommen werden. Neben der Bilanzierung zu fortgeführten Anschaffungskosten kann auch eine Bewertung erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert erfolgen.

Die Folgebewertung finanzieller Vermögenswerte basiert auf folgenden Bewertungskategorien:

"Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert": Gewinne und Verluste sowie jegliche Zinserträge und Dividenden finanzieller Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

"Zu fortgeführten Anschaffungskosten": Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte werden anhand der Effektivzinsmethode bewertet. Die fortgeführten Anschaffungskosten werden um Wertberichtigungen gemindert. Zinserträge, Fremdwährungsgewinne und -verluste sowie Wertberichtigungen werden erfolgswirksam erfasst. Des Weiteren sind auch bei Ausbuchung entstehende Gewinne und Verluste erfolgswirksam zu erfassen.

"Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert - Fremdkapital": Sonstige Schuldinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Mit der Effektivzinsmethode berechnete Zinserträge, Fremdwährungsgewinne und -verluste sowie Wertberichtigungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Andere Nettogewinne und -verluste sind im sonstigen Ergebnis zu erfassen. Bei Ausbuchung werden aufgelaufene Gewinne und Verluste erfolgswirksam reklassifiziert.

"Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert - Eigenkapital": Sonstige Eigenkapitalinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dividenden, die nicht eindeutig für einen Teil der Investitionskosten entschädigen, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Andere Nettogewinne und -verluste werden im sonstigen Ergebnis erfasst und dürfen nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung reklassifiziert werden.

Die Folgebewertung finanzieller Verbindlichkeiten basiert auf folgenden Bewertungskategorien:

"Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert": Gewinne und Verluste sowie jegliche Zinsaufwendungen finanzieller Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Bezüglich als Sicherungsinstrumente designierter Derivate ist zusätzlich Anhangangabe 1.5.L.iv. zu beachten.

"Zu fortgeführten Anschaffungskosten": Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten werden anhand der Effektivzinsmethode bewertet. Zinsaufwendungen sowie Fremdwährungsgewinne und -verluste werden erfolgswirksam erfasst. Des Weiteren werden auch bei Ausbuchung entstehende Gewinne und Verluste erfolgswirksam erfasst.

iii. Ausbuchung

Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungsströme aus dem finanziellen Vermögenswert erlöschen oder die Rechte auf den Erhalt der vertraglichen Zahlungsströme einer Transaktion, bei der im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, auf einen Dritten übertragen werden oder bei der im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, weder übertragen noch zurückbehalten werden und die Kontrolle über den finanziellen Vermögenwert nicht länger besteht.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Der Konzern bucht finanzielle Verbindlichkeiten auch aus, wenn die vertraglichen Bedingungen angepasst wurden und die Zahlungsströme wesentlich voneinander abweichen. In diesem Fall wird eine neue finanzielle Verbindlichkeit basierend auf den geänderten Bedingungen zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Bei Ausbuchung der finanziellen Verbindlichkeit wird die Differenz zwischen dem bisherigen Buchwert und der gezahlten Gegenleistung (einschließlich nicht zahlungswirksamer Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten) erfolgswirksam erfasst.

iv. Derivative Finanzinstrumente und Bilanzierung von Sicherungsgeschäften

Zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken schließt der Konzern derivative Finanzinstrumente ab. Derivate werden ausschließlich zu Sicherungszwecken und nicht zu Spekulationszwecken abgeschlossen. Im Rahmen der Risikomanagementstrategie erfolgt die Anwendung von Hedge Accounting ausschließlich für Zinsrisken. Die Regelungen zum Hedge Accounting finden keine Anwendung auf Devisentermingeschäfte, diese werden gemäß den allgemeinen Vorschriften bilanziert.

Zu Beginn jeder Sicherungsbeziehung dokumentiert der Konzern die Risikomanagementstrategie sowie -zielsetzung im Hinblick auf die Absicherung. In diesem Zusammenhang bestimmt der Konzern auch das Bestehen einer wirtschaftlichen Beziehung zwischen Grund- und Sicherungsinstrument auf der Grundlage von Referenzzinssatz, Währung, Nominalvolumen, Zinsanpassungsterminen und der Laufzeit (critical terms match method).

Die Ermittlung des ineffektiven Betrags wird mit Hilfe der hypothetischen Derivate-Methode vorgenommen.

Ineffektivitäten aus den Sicherungsbeziehungen werden aus dem Kreditrisiko erwartet, welches lediglich Bestandteil der Wertänderungen des Sicherungsinstruments und nicht der Wertänderungen des Grundgeschäfts ist.

v. Absicherung von Zahlungsströmen (Cash Flow Hedge Accounting)

Der Konzern sichert sich mittels Zinsswaps und -optionen gegen das Risiko sich ändernder Zinssätze in Bezug auf die Variabilität der Zahlungsströme des Grundgeschäfts ab. Bei Derivaten, die als Sicherungsinstrument im Cash Flow Hedge designiert sind, ist der effektive Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwertes im sonstigen Ergebnis zu erfassen und im Eigenkapital in der Rücklage für Sicherungsbeziehungen auszuweisen. Für den ineffektiven Teil der Änderung des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments hat unmittelbar ein Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfolgen.

Die im Hedge Accounting designierten Zinsswaps sind jeweils in Gesamtheit designiert. Bei Zinsoptionen ist nur der innere Wert Bestandteil der Sicherungsbeziehung, für den Zeitwert der Zinsoptionen findet der Cost of Hedging Ansatz Anwendung. Im vorliegenden Fall handelt es sich um die Absicherung der zukünftigen Zinszahlungen, welche über die Restlaufzeit anfallen. Hierbei handelt es sich um ein zeitraumbezogenes Grundgeschäft, so dass die in der Rücklage für Sicherungsbeziehungen bzw. Rücklage für die Kosten der Absicherung kumulierten Beträge über den Zeitraum, in denen die abgesicherten erwarteten künftigen Zahlungsströme die Gewinn- oder Verlustrechnung beeinflussen, in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden.

Wenn die Absicherung nicht länger die Kriterien für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen erfüllt oder das Sicherungsinstrument verkauft wird, ausläuft, beendet wird oder ausgeübt wird, ist die Anwendung von Hedge Accounting prospektiv zu beenden. Falls nicht mehr erwartet wird, dass die abgesicherten künftigen Zahlungsströme eintreten, sind die Beträge in der Rücklage für Sicherungsbeziehungen und in der Rücklage der Kosten der Absicherung unmittelbar in den Gewinn oder Verlust umzugliedern.

vi. Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Der Konzern ermittelt erwartete Kreditausfälle für sämtliche finanzielle Vermögenswerte, die nicht "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" bewertet werden und Fremdkapitalinstrumente darstellen. Die Höhe der erwarteten Kreditverluste und die Zinszahlungen bestimmen sich anhand der Zuordnung des Instruments in die jeweilige Stufe und der korrespondierenden Berechnungssystematik.

Mit Ausnahme von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie vertraglichen Vermögenswerten hat für alle anderen Finanzinstrumente die Ermittlung der Wertminderung nach dem allgemeinen Wertminderungsmodell ("general approach") mit drei Stufen zu erfolgen.

Bei kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kommt ein vereinfachter Ansatz zur Ermittlung der Wertminderung ("simplified approach") zur Anwendung. Hierbei wird unabhängig der Kreditqualität eine Wertminderung in Höhe der "lifetime expected credit losses" berechnet. Für langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und vertragliche Vermögenswerte sowie für Forderungen aus Leasingverhältnissen wird ebenfalls der vereinfachte Ansatz angewendet.

Initial werden Finanzinstrumente zunächst der Stufe 1 zugeordnet. Der Barwert der erwarteten Verluste aus möglichen Ausfallereignissen innerhalb der nächsten zwölf Monate ("12-month expected credit loss") nach dem Abschlussstichtag ist erfolgswirksam zu erfassen. Die mit dem Finanzinstrument verbundenen Zinserträge errechnen sich durch Multiplikation des Bruttobuchwerts zu Periodenbeginn mit dem jeweiligen Effektivzinssatz.

Finanzinstrumente, die gegenüber dem Zugangszeitpunkt ein signifikant erhöhtes Kreditrisiko aufweisen, sind in die Stufe 2 des Wertberichtigungsmodells einzuordnen. Die Wertminderung entspricht dem Barwert der erwarteten Verluste aus möglichen Ausfallereignissen über die vertragliche Restlaufzeit des Finanzinstruments ("lifetime expected credit loss"). Die Zinserträge werden analog zu Stufe 1 berechnet. Zur Bestimmung eines signifikant gestiegenen Kreditrisikos gegenüber initialer Erfassung berücksichtigt der Konzern angemessene Informationen, die ohne übermäßige Kosten oder Bemühungen verfügbar sind. Unter anderem wird ein signifikant gestiegenes Kreditrisiko bei einer Überfälligkeit von mehr als 30 Tagen angenommen.

Sofern sich neben einem signifikant erhöhtem Kreditrisiko auch objektive Hinweise auf eine Wertminderung des Finanzinstrumentes beobachten lassen, erfolgt die Bemessung der Wertminderung weiterhin auf Basis des Barwerts der erwarteten Verluste aus möglichen Ausfallereignissen über die vertragliche Restlaufzeit des Finanzinstruments ("lifetime expected credit loss"). Die Vereinnahmung der Zinserträge erfolgt jedoch auf Basis des Nettobuchwerts, d. h. Bruttobuchwert abzüglich Risikovorsorge unter Berücksichtigung des ursprünglichen Effektivzinssatzes.

Bei Vorliegen objektiver Hinweise auf eine Wertminderung nimmt der Konzern eine Einzelbetrachtung der Finanzinstrumente vor. Objektive Hinweise auf eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswerts liegen vor, wenn sich negative Auswirkungen auf die künftigen Zahlungsströme aus dem Vermögenswert verlässlich ermitteln lassen. Als objektive Hinweise auf eine Wertminderung gelten beispielsweise signifikante finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, Zahlungsausfälle und -verzüge, Herabsetzung der Kreditwürdigkeit, Insolvenz bzw. andere Sanierungsverfahren des Schuldners. Hierbei erfolgt basierend auf den individuellen Erkenntnissen für spezifische Kunden eine separate Berechnung der erwarteten Kreditverluste in Form einer Einzelwertberichtigung. Neben den allgemeinen, qualitativen Indikatoren werden objektive Hinweise auf eine Wertminderung spätestens nach 90 Tagen Überfälligkeit angenommen. Für Forderungen aus Lieferungen wird eine Überfälligkeit von mehr als 365 Tagen als Hinweis auf eine Wertminderung angesehen.

Um die erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu ermitteln, nutzt der Konzern eine sog. Wertberichtigungsmatrix. Die Verlustquoten werden nach einer Methode der "Rollrate" berechnet, die auf Wahrscheinlichkeiten basieren. Die Verlustquoten werden dabei für Ausfälle in verschiedenen Segmenten auf Basis historischer Ausfallraten, die nach Business Units bzw. geographischer Lage und Produktarten unterscheiden, ermittelt.

Als Ausfallereignis definiert der Konzern unabhängig des Finanzinstruments eine nicht länger vorhandene Einbringlichkeit des Finanzinstruments, so dass eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 100,0 % vorliegt. Mangels vorhandener Einbringlichkeit des Finanzinstruments wird nicht länger mit einer Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme gerechnet.

M. Vorräte

Vorräte umfassen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, bezogene Waren sowie unfertige und fertige Erzeugnisse. Sie werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie bezogene Waren werden zu Anschaffungskosten nach der Durchschnittspreismethode oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag bewertet. Der erzielbare Nettoveräußerungswert wird aus dem geschätzten Verkaufspreis im gewöhnlichen Geschäftsverkehr abzüglich eventuell noch anfallender Fertigstellungskosten und den notwendigen Vertriebskosten ermittelt.

In die Herstellungskosten der unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind neben den Kosten für Fertigungsmaterial und Fertigungslöhne auch anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten unter Annahme einer Normalauslastung eingerechnet.

N. Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen

Die Nettoverpflichtung des Konzerns im Hinblick auf leistungsorientierte Pläne wird für jeden Plan separat berechnet, indem die künftigen Leistungen geschätzt werden, welche die Arbeitnehmer in der laufenden Periode und in früheren Perioden erdient haben. Dieser Betrag wird abgezinst und der beizulegende Zeitwert eines etwaigen Planvermögens hiervon abgezogen.

Die Berechnung der leistungsorientierten Verpflichtungen wird jährlich von einem anerkannten Versicherungsmathematiker nach der Methode der laufenden Einmalprämien ("Projected Unit Credit Method") durchgeführt. Die Annahmen bezüglich der Sterblichkeit beruhen auf öffentlichen Statistiken sowie länderspezifischen Sterbetafeln. Für die deutschen Pläne werden die von Prof. Dr. Klaus Heubeck entwickelten RICHTTAFELN 2018 G der HEUBECK-RICHTTAFELN-GmbH verwendet. Hierbei handelt es sich um Generationentafeln, die durch geeignete Annahmen insbesondere die zukünftige steigende Lebenserwartung berücksichtigen.

Resultiert aus der Berechnung ein potenzieller Vermögenswert für den Konzern, ist der erfasste Vermögenswert auf den Barwert eines wirtschaftlichen Nutzens in Form etwaiger künftiger Rückerstattungen aus dem Plan oder Minderungen künftiger Beitragszahlungen an den Plan begrenzt.

Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen werden unmittelbar im sonstigen Ergebnis erfasst. Die Neubewertung umfasst die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, den Ertrag aus Planvermögen (ohne Zinsen) und die Auswirkung der etwaigen Vermögensobergrenze (ohne Zinsen). Der Konzern ermittelt die Nettozinsaufwendungen (Erträge) auf die Nettoschuld (den Vermögenswert) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen für die Berichtsperiode mittels Anwendung des Abzinsungssatzes, der für die Bewertung der leistungsorientierten Verpflichtung zu Beginn der jährlichen Berichtsperiode verwendet wurde. Dieser Abzinsungssatz wird auf die Nettoschuld (den Vermögenswert) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen zu diesem Zeitpunkt angewendet. Dabei werden etwaige Änderungen berücksichtigt, die infolge der Beitrags- und Leistungszahlungen im Verlauf der Berichtsperiode bei der Nettoschuld (dem Vermögenswert) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen eintreten. Nettozinsaufwendungen und andere Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne werden im Gewinn oder Verlust erfasst.

Werden die Leistungen eines Plans verändert oder wird ein Plan gekürzt, wird die entstehende Veränderung der die nachzuverrechnende Dienstzeit betreffenden Leistung oder der Gewinn oder Verlust bei der Kürzung unmittelbar im Gewinn oder Verlust erfasst. Der Konzern erfasst Gewinne und Verluste aus der Abgeltung eines leistungsorientierten Plans zum Zeitpunkt der Abgeltung.

Bei beitragsorientierten Versorgungsplänen (Defined Contribution Plans) zahlt der Konzern Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Mit der Zahlung der Beiträge bestehen für den Konzern keine weiteren Leistungsverpflichtungen.

O. Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen werden angesetzt, wenn am Bilanzstichtag eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung aus vergangenen Ereignissen gegenüber einem Dritten entstanden ist, deren Eintritt als wahrscheinlich anzusehen ist und deren Höhe verlässlich bestimmt werden kann.

Die Bewertung der Rückstellungen erfolgt gemäß IAS 37 mit der bestmöglichen Schätzung der Höhe der Verpflichtung. Soweit Rückstellungen erst nach einem Jahr fällig werden und eine verlässliche Schätzung der Auszahlungsbeträge bzw. der Auszahlungszeitpunkte möglich ist, wird für den langfristigen Teil der Barwert durch Abzinsung ermittelt. Die Aufzinsungsbeträge werden periodengerecht im Zinsaufwand erfasst.

Restrukturierungsrückstellungen werden angesetzt, wenn die faktische Verpflichtung zur Restrukturierung entsprechend den Kriterien gemäß IAS 37.72 entstanden ist.

Abgegrenzte Schulden ("accruals") werden nicht unter den Rückstellungen, sondern unter den Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Gegenwärtige Verpflichtungen, die im Zusammenhang mit belastenden Verträgen entstehen, werden als Rückstellung erfasst. Die Rückstellung wird zum Barwert des niedrigeren Betrags von den zu erwartenden Kosten aus der Vertragsbeendigung und den zu erwartenden Nettokosten aus der Vertragsfortführung bewertet. Bevor eine Rückstellung erfasst wird, erfasst der Konzern einen etwaigen Wertminderungsaufwand für die Vermögenswerte, die mit dem Vertrag verbunden sind.

Die Nettoverpflichtung des Konzerns im Hinblick auf langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer sind die künftigen Leistungen, die die Arbeitnehmer im Austausch für die erbrachten Arbeitsleistungen in der laufenden Periode und in früheren Perioden erdient haben. Diese Leistungen werden zur Bestimmung ihres Barwertes abgezinst. Neubewertungen werden in der Periode im Gewinn oder Verlust erfasst, in der sie entstehen.

P. Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand in Bezug auf Vermögenswerte werden als passivische Abgrenzungsposten zum beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass sie gewährt werden und der Konzern die mit der Zuwendung verbundenen Bedingungen erfüllen wird. Anschließend werden diese sonstigen Zuwendungen der öffentlichen Hand planmäßig über den Zeitraum der Nutzungsdauer des Vermögenswertes als sonstige betriebliche Erträge im Gewinn oder Verlust vereinnahmt.

Aufwandsbezogene Zuwendungen werden planmäßig als sonstiger betrieblicher Ertrag über den Zeitraum erfasst, der den entsprechenden Aufwendungen, die hierdurch kompensiert werden sollen, entspricht. Hiervon ausgenommen sind Erstattungen von Arbeitgeberbeiträgen zur Sozialversicherung im Rahmen von Kurzarbeit. Diese werden mit den Personalaufwendungen saldiert.

Q. Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses werden vom Management wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen getroffen, die sich auf die Höhe der zum Stichtag ausgewiesenen Vermögenswerte, Schulden und die Angabe von Eventualverpflichtungen sowie auf die Aufwendungen und Erträge auswirken. Durch die mit diesen Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen verbundene Unsicherheit könnten jedoch Ereignisse entstehen, die in zukünftigen Perioden zu wesentlichen Anpassungen des Buchwerts der betroffenen Vermögenswerte und Schulden führen.

Die wichtigsten Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen betreffen: die Bestimmung von Nutzungsdauern für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts und der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen, besonders die dafür verwendeten Cashflow-Prognosen und Diskontierungszinssätze, die Einschätzung der Einbringlichkeit von Forderungen und sonstigen Vermögenswerten, die Identifizierung und Bestimmung des Zeitpunktes oder Zeitraumes der Erfüllung der einzelnen Leistungsverpflichtungen aus Kundenverträgen und die Ermittlung des Transaktionspreises aus Kundenverträgen, die Realisierbarkeit von Steuerforderungen sowie die Bilanzierung und Bewertung von Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen, insbesondere die versicherungsmathematischen Parameter für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen, die Parameter zur Bemessung von Restrukturierungsrückstellungen sowie die Eintrittswahrscheinlichkeiten und die Höhe von Gewährleistungs- und Prozessrisiken.

Den Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses beruhen. Die Prämissen werden regelmäßig überwacht und falls erforderlich, den tatsächlichen Entwicklungen angepasst.

1.6. Rechnungslegungsvorschriften

Der Konzern hat den vorliegenden Abschluss nach den Regelungen der IFRS aufgestellt. Dabei wurden alle in der Europäischen Union (EU) zum 31. Dezember 2022 verpflichtend anzuwendenden IFRS-Rechnungslegungsvorschriften berücksichtigt.

Die ab dem Geschäftsjahr 2022 erstmalig verpflichtend anzuwendenden neuen Standards, Interpretationen zu veröffentlichten Standards und Änderungen (nachfolgend dargestellt) hatten keinen wesentlichen Einfluss auf den vorliegenden Abschluss.

Standard Neue oder geänderte Standards und Interpretationen Verpflichtende Anwendung in der EU Vorzeitig angewandt zum
IFRS 1, IFRS 9, IAS 41, IFRS 16 Jährliche Verbesserungen an den IFRS-Standards Zyklus 2018-2020 (Änderungen an IFRS 1, IFRS 9, IAS 41 und IFRS 16) 01.01.2022 -
IFRS 3 Änderungen an IFRS 3 - Verweis auf das Rahmenkonzept 2018 01.01.2022 -
IAS 16 Änderungen an IAS 16 - Sachanlagen: Erträge vor der geplanten Nutzung 01.01.2022 -
IAS 37 Änderungen an IAS 37 - Belastende Verträge: Kosten für die Erfüllung eines Vertrages 01.01.2022 -

Die Änderung an IFRS 1 gestattet einem Tochterunternehmen zum Zeitpunkt seiner IFRS-Erstanwendung, im Rahmen der Bewertung der Vermögenswerte und Schulden jeweils die vom Mutterunternehmen verwendeten Beträge unverändert zu übernehmen. Die bisherige Erleichterung galt nur für Vermögenswerte und Schulden, nicht aber für das Eigenkapital und damit auch nicht für kumulative Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen, die eine Komponente des Eigenkapitals sind.

Gemäß IFRS 9 kann eine Umschuldung oder eine Modifizierung der Vertragskonditionen eines Schuldinstruments, wie eines Kredits, zur Ausbuchung der bilanzierten finanziellen Verbindlichkeit und zum Erstansatz einer neuen finanziellen Verbindlichkeit führen. Dies ist dann notwendig, wenn die neuen oder geänderten Vertragsbedingungen substanziell von den bisherigen Vertragsbedingungen abweichen. Eine substanzielle Änderung wird angenommen, wenn der Barwert der Cashflows nach den neuen Vertragsbedingungen bei Anwendung des ursprünglichen Effektivzinssatzes um mindestens 10 % gegenüber dem Barwert der restlichen Cashflows der ursprünglichen finanziellen Verbindlichkeit abweicht. Die Anpassung des IFRS 9 stellt klar, welche Gebühren in den 10%-Test einzubeziehen sind. Es sind nur Gebühren zu berücksichtigen, die direkt zwischen den beiden Vertragsparteien geflossen sind. Hingegen sind Gebühren dritter Parteien, wie beispielsweise Vermittlungsgebühren, die an einen Agenten gezahlt werden, nicht zu berücksichtigen.

Im Rahmen der Änderung an IFRS 16 wurde lediglich im Beispiel 13 Irritationen beseitigt, was streng genommen keine Änderung von IFRS 16 selbst darstellt. Die Änderung an IAS 41 stellt klar, dass biologische Vermögenswerte grundsätzlich mit ihrem Fair Value abzüglich der Veräußerungskosten zu bewerten sind.

Die Änderungen an IFRS 3 beziehen sich nach Überarbeitung nun explizit auf das IFRS Rahmenkonzept 2018. Es wurde jedoch eine Ausnahme in die Ansatzvorschriften des IFRS 3 eingefügt. So hat ein Erwerber im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses bei der Beurteilung des Ansatzes von Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten IAS 37 oder IFRIC 21 anzuwenden und nicht das IFRS Rahmenkonzept 2018, sofern diese auch bei einem separaten Erwerb anzuwenden wären. Der Standardtext von IFRS 3 enthält nun auch ein Ansatzverbot für im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Eventualforderungen. Bislang ergab sich dieser Zusammenhang lediglich aus den Basis for Conclusion zu IFRS 3.

Die Erfassung von Erträgen aus der Veräußerung sowie der Herstellungskosten von Gütern, die produziert werden, während eine Sachanlage an den vom Management beabsichtigten Standort bzw. in den beabsichtigten betriebsbereiten Zustand gebracht wird stellt die Änderung des IAS 16 dar. Bisher war nicht eindeutig geregelt, ob diese direkt erfolgswirksam zu erfassen oder mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten der entsprechenden Sachanlage zu verrechnen sind. Die Verrechnung mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten ist mit der Änderung verboten. Die Erfassung der Erträge aus derartigen Veräußerungen von Gütern und die Herstellungskosten dieser Güter erfolgt im Betriebsergebnis.

Die Konkretisierung der Definition der Kosten, die zur Erfüllung eines Vertrages erforderlich sind, stellt die Änderung der IAS 37 dar. Um einen belastenden Vertrag identifizieren zu können, ist die Definition der Kosten der Vertragserfüllung essentiell. Es wird klargestellt, dass die Kosten der Vertragserfüllung aus den Kosten bestehen, die sich unmittelbar auf den Vertrag beziehen.

Darüber hinaus gibt es keine in EU-Recht übernommenen Standards, Interpretationen zu veröffentlichten Standards und Änderungen, die für den Konzern zum 31. Dezember 2022 von Relevanz sind.

Für die neuen oder geänderten Standards bzw. Interpretationen, die verpflichtend erst in späteren Geschäftsjahren anzuwenden sind, plant der Konzern keine frühzeitige Anwendung. Die Auswirkungen dieser neuen oder geänderten Standards bzw. Interpretationen befinden sich fortlaufend in der Evaluierung. Für Standards, die ab dem 01. Januar 2023 verpflichtend anzuwenden sind, bestehen nach momentanem Stand keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Standard Neue oder geänderte Standards und Interpretationen Verpflichtende Anwendung in der EU
IFRS 17 Ersetzt IFRS 4 hinsichtlich Versicherungsverträge 01.01.2023
IAS 1 Änderungen an IAS 1 - Klassifizierung von Schulden als lang- oder kurzfristig zzgl. Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkt Noch nicht endorsed
IAS 1 Änderungen an IAS 1 - Angabe von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 01.01.2023
IAS 8 Änderungen an IAS 8 - Definition von rechnungslegungsbezogene Schätzungen 01.01.2023
IAS 12 Änderungen an IAS 12 - Latente Steuern in Zusammenhang mit Vermögenswerten und Verbindlichkeiten die aus einer einzigen Transaktion stammen 01.01.2023
IFRS 16 Leasingverbindlichkeiten bei Sale and Leaseback Noch nicht endorsed
IAS 1 Änderungen an IAS 1 - Langfristige Verbindlichkeiten mit Covenants Noch nicht endorsed

2. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

2.1. Umsatzerlöse

Die Erlöse aus den Verträgen mit Kunden belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 auf 6.437.472 TEUR (Vj.: 5.999.960 TEUR).

A. Aufgliederung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden

Die Umsatzerlöse werden im Wesentlichen aus dem Verkauf von Produkten an Automobilhersteller und -zulieferer erzielt. Nachfolgend dargestellt sind die Erlöse aus Verträgen mit Kunden, aufgeschlüsselt nach geografischen Hauptmärkten und Divisions.

2022
In TEUR Purem by Eberspächer Climate Control Systems Automotive Controls Summe
Inland (Deutschland) 873.224 154.353 31.009 1.058.586
Europäische Union 2.503.192 235.133 13.890 2.752.215
Übriges Europa 138.019 57.250 77 195.346
Amerika 1.167.234 148.169 15.607 1.331.011
Afrika, Asien, Australien 970.692 126.201 3.421 1.100.314
Summe 5.652.362 721.107 64.004 6.437.472
2021
In TEUR Purem by Eberspächer Climate Control Systems Automotive Controls Summe
Inland (Deutschland) 823.776 133.226 18.356 975.359
Europäische Union 2.489.194 192.388 12.667 2.694.249
Übriges Europa 189.633 63.394 121 253.148
Amerika 816.855 108.443 11.219 936.517
Afrika, Asien, Australien 1.029.181 106.747 4.760 1.140.687
Summe 5.348.640 604.199 47.122 5.999.960

Ein hoher Anteil des Umsatzes der Division Purem by Eberspächer ist geprägt vom Verkauf von beschichteten Monolithen sowie weiteren Zulieferteilen:

In TEUR 2022 2021
Umsatzerlöse mit Monolithen und weiteren Zuliefererteilen 3.715.223 3.730.305
Umsatzerlöse Division Purem by Eberspächer 5.652.362 5.348.640
Anteil in Prozent 65,7% 69,7%

B. Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten (Vertragssalden)

Die folgende Tabelle stellt die Forderungen, Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden dar:

In TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 849.826 915.456
Vertragsvermögenswerte * 16.564 26.742
Vertragsverbindlichkeiten ** 77.923 70.013

*) die Vertragsvermögenswerte sind in den sonstigen Vermögenswerten enthalten (siehe Anhangangabe 3.5.)

**) die Vertragsverbindlichkeiten sind in den sonstigen Verbindlichkeiten enthalten (siehe Anhangangabe 3.15.)

Die Vertragsvermögenswerte zum 31. Dezember 2022 betreffen im Wesentlichen Ansprüche auf Gegenleistung aus kundenfinanzierten Entwicklungsprojekten, die über Amortisation vergütet werden, da in diesem Fall die vertraglich vereinbarte Gegenleistung durch den Kunden nachgelagert zum Übergang der Verfügungsmacht über die Ergebnisse erfolgt (während der Serie über einen erhöhten Teilepreis). Die Vertragsvermögenswerte werden in die Forderungen umgegliedert, wenn die Rechte vorbehaltlos werden. Dies geschieht in der Regel, wenn der Konzern eine Rechnung an den Kunden ausstellt respektive der Kunde eine Gutschrift erteilt.

Im Geschäftsjahr wurden wie auch im Vorjahr keine Wertberichtigungen auf Vertragsvermögenswerte vorgenommen.

Die Vertragsverbindlichkeiten resultierten im Wesentlichen aus erhaltenen Anzahlungen von Kunden.

Die Veränderungen bei den Salden der Vertragsverbindlichkeiten und Vertragsvermögenswerte können den folgenden Tabellen entnommen werden:

Vertragsverbindlichkeiten
In TEUR 2022 2021
Stand zum 01.01. 70.013 70.101
Zugänge 213.784 425.331
Verbrauch/Auflösung * -205.874 -425.419
Stand zum 31.12. 77.923 70.013

*) Position enthält wechselkursbedingte Veränderungen

Vertragsvermögenswerte
In TEUR 2022 2021
Stand zum 01.01. 26.742 32.301
Zugänge 10.589 23.468
Verbrauch/Auflösung * -20.766 -29.027
Stand zum 31.12. 16.564 26.742

*) Position enthält wechselkursbedingte Veränderungen

Nicht erfüllte Leistungsverpflichtungen betreffen zum 31. Dezember 2022 insbesondere noch nicht abgeschlossene kundenfinanzierte Entwicklungsprojekte in Höhe von 140.538 TEUR (31.12.2021: 139.050 TEUR). Es wird erwartet, dass dieser Umsatz größtenteils innerhalb der nächsten 0,6 Jahre (31.12.2021: 1,0 Jahre) bei Übergabe an den Kunden realisiert wird.

Es werden gemäß IFRS 15 keine Angaben zu den verbleibenden Leistungsverpflichtungen zum 31. Dezember 2022 gemacht, die eine erwartete ursprüngliche Laufzeit von einem Jahr oder weniger haben.

Von den Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 70.013 TEUR, die zum 1. Januar 2022 (01.01.2021: 70.101 TEUR) bilanziert waren, wurden im Berichtszeitraum 36.764 TEUR (2021: 11.298 TEUR) als Umsatzerlöse erfasst.

2.2. Erträge und Aufwendungen

A. Aufwendungen nach Aufwandsarten

In TEUR 2022 2021
Bestandsveränderungen bei fertigen und unfertigen Erzeugnissen -25.237 -41.319
Materialaufwendungen 5.474.896 5.118.190
Personalaufwendungen 581.260 542.965
Abschreibungen und Wertminderungen 136.557 131.368
Sonstige Vertriebsaufwendungen 51.246 31.957
Sonstige Verwaltungsaufwendungen 67.455 40.099
Aufwendungen für Fremdleistungen 44.880 42.268
Aufwendungen für Personalleasing 74.292 53.357
Aufwendungen für Wartung und Instandhaltung 27.778 26.258
Sonstige Aufwendungen 31.025 10.691
Summe der Umsatz-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen 6.464.152 5.955.833

B. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

In TEUR 2022 2021
Investitions- und sonstige Zuschüsse 9.706 7.306
Erträge aus der Auflösung von Wertminderungen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.660 -
Gewährleistungserlöse 3.278 3.049
Erträge aus dem Abgang von Vermögenswerten des Anlagevermögens 5.036 1.255
Erträge aus Zuschreibungen auf Vermögenswerte des Anlagevermögens 407 2.524
Kundenkompensation 1.323 8.934
Erträge aus Entschädigungen und Schadensersatzleistungen 5.638 10.801
Übrige Erträge 17.770 16.637
Summe 44.818 50.505

C. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

In TEUR 2022 2021
Ausbuchung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.092 1.202
Verluste aus dem Abgang von Vermögenswerten des Anlagevermögens 3.245 10.489
Beratungsaufwendungen 2.314 1.769
Wertminderungsaufwand Geschäfts- oder Firmenwert 2.564 -
Wertminderungsaufwand aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 7.562
Restrukturierungsaufwendungen 19.088 407
Übrige Aufwendungen 7.283 21.015
Summe 36.587 42.444

D. Personalaufwendungen

Nachfolgend sind die Personalaufwendungen dargestellt.

In TEUR 2022 2021
Löhne und Gehälter 475.329 442.568
Aufwendungen der sozialen Sicherheit 101.530 95.335
Aufwendungen für Altersversorgung 4.401 5.062
Summe 581.260 542.965

Der Personalaufwand im Vorjahr enthielt Erstattungen von Arbeitgeberbeiträgen zur Sozialversicherung im Rahmen von Kurzarbeit in Höhe von 1.404 TEUR.

2.3. Finanzergebnis

In TEUR 2022 2021
Zinserträge Banken 1.339 12.081
Zinsen und ähnliche Erträge nahestehende Unternehmen 205 104
Sonstige Zinserträge und ähnliche Erträge 3.940 676
Zinserträge 5.484 12.862
Zinsaufwendungen Banken -36.790 -13.858
Aufwendungen aus Aufzinsung von Rückstellungen -1.654 -925
Zinsaufwendungen Factoring -4.734 -766
Zinsaufwendungen aus Leasing -1.861 -1.940
Sonstige Zinsaufwendungen und ähnliche Aufwendungen -2.565 -2.172
Zinsaufwendungen -47.604 -19.662
Zinsergebnis -42.120 -6.800
Netto-Fremdwährungsgewinne oder -verluste 10.373 -1.830
Ergebnis aus Derivaten - bewertet erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 7.975 5.108
Sonstige -542 -202
Sonstiges Finanzergebnis 17.806 3.075
Finanzergebnis -24.314 -3.725

Aufgrund einer Effektivzinsbewertung der Bankkredite gemäß IFRS 9 erhöhten sich die Zinsaufwendungen Banken im Geschäftsjahr 2022, nachdem sich im Vorjahr die Zinserträge erhöht hatten.

A. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Im Konzernergebnis erfasste Steuern

Die im Konzernergebnis erfassten Ertragssteuern setzen sich wie folgt zusammen:

In TEUR 2022 2021
Tatsächlicher Steueraufwand -55.103 -38.042
Laufendes Jahr -55.723 -39.723
Anpassungen für Vorjahre 620 1.681
Latenter Steueraufwand oder -ertrag 5.957 9.952
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -49.146 -28.090

B. Überleitung des effektiven Steuersatzes

In der nachfolgenden Überleitungsrechnung wurde als Konzernertragsteuersatz 31,0 % (2021: 31,0 %) angewendet. Dieser setzt sich zusammen aus den deutschen Steuersätzen zur Körperschaftsteuer (15 %), dem Solidaritätszuschlag (5,5 %) sowie dem durchschnittlichen Gewerbesteuersatz der Eberspächer Gruppe GmbH & Co. KG von circa 15 %.

In TEUR 2022 2021
Ergebnis vor Ertragsteuern -45.280 49.108
Erwarteter Steueraufwand-/ertrag zum inländischen Steuersatz 14.037 -15.223
Steuersatzeffekte abweichender Steuerrechtskreise -2.538 5.935
Steuersatzänderungen -52 -1.129
Nicht abzugsfähige Aufwendungen und gewerbesteuerliche Hinzurechnungen, Quellensteuern und steuerfreie Erträge -6.790 -9.661
Effekte aus Steuern Vorjahre 1.103 3.597
Verluste des laufenden Jahres, für die kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde und Veränderung der Wertberichtigung auf temporäre Differenzen -54.277 -11.491
Ergebnisse der at equity Gesellschaften -1.547 -295
Ergebnistransfers von Personengesellschaften an ihre Gesellschafter 614 -142
Verfall von Verlustvorträgen 0 -112
Sonstiges 304 431
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag gemäß Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung -49.146 -28.090

C. Veränderung der latenten Steuern in der Bilanz während des Jahres

01.01.2022
In TEUR Latente Steueransprüche Latente Steuerschulden Erfasst im Gewinn oder Verlust Erfasst im sonstigen Ergebnis Sonstiges
Immaterielle Vermögenswerte 2.378 -25.705 5.807 - 60
Sachanlagen 3.468 -56.265 2.673 - 173
Derivate 25 -61 -287 21 1
Vorräte 6.980 -2.385 -1.216 12
Sonstige Vermögenswerte 13.512 -33.750 6.310 - 48
Pensionsverpflichtungen 19.761 -73 -3.506 -9.105 24
Sonstige Rückstellungen 19.921 -32.339 -566 - 45
Verbindlichkeiten 98.097 -28.022 12.429 - 286
Steuerliche Verlustvorträge 33.218 - -15.688 - 61
Steueransprüche (-schulden) vor Verrechnung 197.360 -178.601 5.956 -9.084 710
Verrechnung der Steuern -164.225 164.225
Steueransprüche (-schulden) netto 33.135 -14.376
31.12.2022
In TEUR Latente Steueransprüche Latente Steuerschulden
Immaterielle Vermögenswerte 11.791 -29.251
Sachanlagen 5.057 -55.008
Derivate 132 -454
Vorräte 6.030 -2.619
Sonstige Vermögenswerte 31.241 -45.121
Pensionsverpflichtungen 12.652 -5.551
Sonstige Rückstellungen 16.476 -29.415
Verbindlichkeiten 153.512 -70.722
Steuerliche Verlustvorträge 17.591 0
Steueransprüche (-schulden) vor Verrechnung 254.482 -238.141
Verrechnung der Steuern -227.535 227.535
Steueransprüche (-schulden) netto 26.947 -10.606
01.01.2021
In TEUR Latente Steueransprüche Latente Steuerschulden Erfasst im Gewinn oder Verlust Erfasst im sonstigen Ergebnis Sonstiges
Immaterielle Vermögenswerte 4.548 -19.817 -8.133 - 74
Sachanlagen 6.738 -52.786 -6.917 - 168
Derivate 39 -3.644 3.559 10 -
Vorräte 9.877 -8.610 3.313 - 15
Sonstige Vermögenswerte 44.196 -56.318 -8.181 - 65
Pensionsverpflichtungen 18.258 -312 1.916 -237 63
Sonstige Rückstellungen 17.945 -37.987 7.586 - 40
Verbindlichkeiten 114.349 -46.926 2.429 - 224
Steuerliche Verlustvorträge 18.731 - 14.381 - 106
Steueransprüche (-schulden) vor Verrechnung 234.680 -226.400 9.952 -228 754
Verrechnung der Steuern -214.422 214.422
Steueransprüche (-schulden) netto 20.258 -11.978
31.12.2021
In TEUR Latente Steueransprüche Latente Steuerschulden
Immaterielle Vermögenswerte 2.378 -25.705
Sachanlagen 3.468 -56.265
Derivate 25 -61
Vorräte 6.980 -2.385
Sonstige Vermögenswerte 13.512 -33.750
Pensionsverpflichtungen 19.761 -73
Sonstige Rückstellungen 19.921 -32.339
Verbindlichkeiten 98.097 -28.022
Steuerliche Verlustvorträge 33.218 -
Steueransprüche (-schulden) vor Verrechnung 197.360 -178.601
Verrechnung der Steuern -164.225 164.225
Steueransprüche (-schulden) netto 33.135 -14.376

D. Nicht erfasste latente Steueransprüche

Latente Steueransprüche wurden im Hinblick auf folgende Posten nicht erfasst, da es nicht wahrscheinlich ist, dass künftig ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der Konzern die latenten Steueransprüche verwenden kann.

In TEUR 31.12.2022 Bruttobetrag 31.12.2021 Bruttobetrag
Abzugsfähige temporäre Differenzen 97.527 39.699
Steuerliche Verluste 480.127 174.972
Sonstige (insbesondere Zinsvorträge) 22.183 10.148
Summe 599.837 224.819

E. Angesetzte aktive latente Steuern

Der Ansatz aktiver latenter Steuern mit insgesamt 4.080 TEUR (31.12.2021: 14.344 TEUR), die über bestehende zu versteuernde temporäre Differenzen hinausgehen, beruhen darauf, dass künftig zu versteuernde Ergebnisse in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen.

F. Steuerliche Verlustvorträge

Nicht angesetzte steuerliche Verlustvorträge betrugen zum 31.12.2022 insgesamt 480.127 TEUR (31.12.2021: 174.972 TEUR). Von diesen nicht angesetzten steuerlichen Verlustvorträgen sind 3.140 TEUR (31.12.2021: 1.492 TEUR) in ihrer Nutzung zeitlich auf die nächsten 5 Jahre begrenzt, 5.895 TEUR verfallen nach 5 Jahren (31.12.2021: 3.563 TEUR) und ein Betrag von 471.091 TEUR (31.12.2021: 169.917 TEUR) ist unbefristet nutzbar.

G. Latente Steuern in Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen, Zweigniederlassungen und assoziierten Unternehmen oder Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen (Outside Basis Differences)

Im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen, Zweigniederlassungen und assoziierten Unternehmen oder Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen ergeben sich temporäre Differenzen in Höhe von -60.425 TEUR (31.12.2021: -58.408 TEUR). Auf diese Differenzen wurden keine latenten Steuern gebildet.

H. Unsicherheiten zu den angewendeten steuerlichen Regelungen

Der Konzern ist der Auffassung, dass die gebildeten Steuerverbindlichkeiten für die noch nicht abgeschlossenen Jahre unter Berücksichtigung aller verfügbaren Informationen, einschließlich der Interpretationen des Steuerrechts und den Erfahrungen, angemessen sind.

Die bestehende Rechnungslegungsmethode des Konzerns für unsichere ertragsteuerliche Behandlungen steht im Einklang mit den Anforderungen des IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung, der am 1. Januar 2019 in Kraft trat.

I. Globale Mindestbesteuerung

Um die Bedenken über die ungleiche Gewinnverteilung und die ungleichen Steuerabgaben großer multinationaler Unternehmen zu adressieren, wurden auf globaler Ebene verschiedene Einigungen getroffen, darunter eine Einigung von über 135 Ländern über die Einführung eines globalen Mindeststeuersatzes von 15 Prozent. Im Dezember 2021 veröffentlichte die OECD einen Entwurf für einen Rechtsrahmen, gefolgt von detaillierten Leitlinien im März 2022, die von den einzelnen Ländern, die das Abkommen unterzeichnet haben, zur Änderung ihrer lokalen Steuergesetze verwendet werden sollen. Sobald die Änderungen der Steuergesetze in den Ländern, in denen der Konzern tätig ist, gelten oder in Kürze gelten werden, kann der Konzern der Mindeststeuer unterliegen. Zum Zeitpunkt der Genehmigung des Konzernabschlusses zur Veröffentlichung gilt die Steuergesetzgebung im Zusammenhang mit der Mindeststeuer weder in einem der Länder, in denen der Konzern tätig ist, noch wird sie dort in Kürze gelten. In Deutschland wurde in diesem Zusammenhang am 21. März 2023 ein Diskussionsentwurf zur Umsetzung der globalen effektiven Mindestbesteuerung veröffentlicht. Ein Gesetzgebungsverfahren wurde allerdings formal noch nicht gestartet. Die Geschäftsführung verfolgt aufmerksam den Fortschritt des Gesetzgebungsverfahrens in jedem Land, in dem der Konzern tätig ist. Eine eventuelle Betroffenheit wird derzeit geprüft. Zum 31. Dezember 2022 verfügte der Konzern nicht über ausreichende Informationen, um die möglichen quantitativen Auswirkungen zu bestimmen.

3. Erläuterungen zur Konzernbilanz

3.1. Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwert

Sonstige immaterielle Vermögenswerte
In TEUR Geschäfts- oder Firmenwert Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen Aktivierte Entwicklungskosten Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte sowie noch nicht nutzungsbereite immaterielle Vermögenswerte Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2022 38.338 54.014 64.778 43.654 200.785
Zugänge - 1.089 4 21.785 22.878
Umgliederungen - 1.380 4.191 -4.330 1.241
Abgänge - -3.751 - - -3.751
Konsolidierungskreisänderungen - 453 - - 453
Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen 633 -406 35 44 306
31.12.2022 38.971 52.778 69.009 61.153 221.911
Kumulierte Amortisationen und Wertminderungsaufwendungen
01.01.2022 -5.506 -46.628 -18.993 -4.211 -75.338
Amortisationen - -4.073 -6.659 - -10.732
Wertminderungen / Wertaufholungen -2.564 - - - -2.564
Abschreibungen Umgliederungen - -9 - - -9
Abgänge - 3.730 - - 3.730
Konsolidierungskreisänderungen - -6 - - -6
Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen 29 422 35 - 486
31.12.2022 -8.040 -46.564 -25.617 -4.211 -84.432
Buchwerte
01.01.2022 32.832 7.386 45.785 39.444 125.447
31.12.2022 30.931 6.214 43.392 56.943 137.479
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
In TEUR Geschäfts- oder Firmenwert Konzessionen, Schutzrechte, Lizenzen Aktivierte Entwicklungskosten Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte sowie noch nicht nutzungsbereite immaterielle Vermögenswerte Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2021 27.937 51.643 48.040 39.940 167.561
Zugänge 9.968 1.621 36 23.600 35.225
Umgliederungen - 1.166 19.768 -19.949 984
Abgänge - -910 -3.109 - -4.019
Konsolidierungskreisänderungen - 156 - - 156
Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen 433 337 44 64 878
31.12.2021 38.338 54.014 64.778 43.654 200.785
Kumulierte Amortisationen und Wertminderungsaufwendungen
01.01.2021 -5.510 -43.311 -16.532 -4.211 -69.564
Amortisationen - -3.886 -5.616 - -9.502
Wertminderungen / Wertaufholungen - 41 - - 41
Abschreibungen Umgliederungen - -18 - - -18
Abgänge 844 3.109 - 3.953
Konsolidierungskreisänderungen - -45 - - -45
Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen 5 -253 46 - -202
31.12.2021 -5.506 -46.628 -18.993 -4.211 -75.338
Buchwerte
01.01.2021 22.427 8.332 31.508 35.729 97.997
31.12.2021 32.832 7.386 45.785 39.444 125.447

Die Zugänge in 2022 entfallen im Wesentlichen auf noch nicht nutzungsbereite immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 21.785 TEUR (Vj.: 23.600 TEUR). Die restlichen Zugänge betreffen Konzessionen, Schutzrechte und Lizenzen in Höhe von 1.089 TEUR (Vj.: 1.621 TEUR) und aktivierungspflichtige Entwicklungskosten in Höhe von 4 TEUR (Vj.: 36 TEUR). Im Vorjahr wurde ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 9.968 TEUR aktiviert.

Die immateriellen Vermögenswerte zum 31. Dezember 2022 betreffen im Wesentlichen sonstige immaterielle Vermögenswerte. Dabei entfällt der überwiegende Teil auf geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte sowie noch nicht nutzungsbereite immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 56.943 TEUR (31.12.2021: 39.444 TEUR) und auf aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von 43.392 TEUR (31.12.2021: 45.785 TEUR).

Im Geschäftsjahr 2022 bestehen analog des Vorjahres keine sonstigen immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer.

Vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb immaterieller Vermögenswerte betragen zum 31. Dezember 2022 189 TEUR (31.12.2021: 576 TEUR).

Die für die sonstigen immateriellen Vermögenswerte angefallenen planmäßigen Amortisationen in Höhe von 10.732 TEUR (Vj.: 9.502 TEUR) sind in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in den Umsatzkosten enthalten.

Zum Zweck der Überprüfung auf Wertminderung ist den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns ein Geschäfts- oder Firmenwert wie folgt zugeordnet worden:

In TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Electrical Heaters 1.234 1.234
Special Markets 18.895 18.895
Hydrogen 8.504 10.406
Climate Control Systems 28.633 30.535
Battery Management 2.298 2.298
Automotive Controls 2.298 2.298
Geschäfts- oder Firmenwert 30.931 32.833

Die jährlichen Werthaltigkeitstests der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, führten, im Gegensatz zum Vorjahr, zu einer Wertberichtigung im Bereich Hydrogen. Für die Eberspächer Gruppe GmbH & Co. KG stellt Wasserstoff auch weiterhin ein Zukunftsfeld dar, das jedoch noch einige Jahre zur Reife beanspruchen wird. Die defensiveren Prognosen in der Entwicklung des Wasserstoffmarktes führten schlussendlich zur Abwertung auf den erzielbaren Betrag. Die Abschreibung in Höhe von 2,6 Mio. EUR ist im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen. Für die Geschäfts- oder Firmenwerte, die nicht abgewertet wurden, wurden verschiedene Sensitivitätsanalysen wesentlicher Einflussfaktoren durchgeführt.

Die Sensitivitätsanalyse im Bereich Electrical Heaters hat ergeben, dass ein Anstieg des Kapitalisierungszinssatzes um 1,61 %-Punkte bedeuten würde, dass der Recoverable Amount dem Carrying Amount entspricht.

Die Sensitivitätsanalyse im Bereich Battery Managment hat ergeben, dass ein Anstieg des Kapitalisierungszinssatzes um 14,2 %-Punkte bedeuten würde, dass der Recoverable Amount dem Carrying Amount entspricht.

Die Sensitivitätsanalyse im Bereich Special Markets hat ergeben, dass ein Anstieg des Kapitalisierungszinssatzes um 34,2 %-Punkte bedeuten würde, dass der Recoverable Amount dem Carrying Amount entspricht.

Alle anderen betrachteten Szenarien zeigen auf, dass auch bei gegenüber der ursprünglichen Planung ungünstigeren Prämissen der untersuchten Bewertungsparameter kein Wertminderungsbedarf besteht.

Die wesentlichen Annahmen für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, die bei der Schätzung des Nutzungswertes verwendet wurden, waren wie folgt:

Electrical Heaters

31.12.2022 31.12.2021
Abzinsungssatz 7,5 % 5,9 %
Nachhaltige Wachstumsrate 1,5 % 1,5 %
Geplante EBITDA-Marge (Durchschnitt der kommenden drei Jahre) 8,3 % 11,3 %

Battery Management

31.12.2022 31.12.2021
Abzinsungssatz 6,8 % 5,6 %
Nachhaltige Wachstumsrate 1,5 % 1,5 %
Geplante EBITDA-Marge (Durchschnitt der kommenden drei Jahre) 13,3 % 10,5 %

Special Markets

31.12.2022 31.12.2021
Abzinsungssatz 7,6 % 6,2 %
Nachhaltige Wachstumsrate 1,5 % 1,5 %
Geplante EBITDA-Marge (Durchschnitt der kommenden drei Jahre) 9,5 % 8,3 %

Hydrogen

31.12.2022 31.12.2021
Abzinsungssatz 6,9 % n/a
Nachhaltige Wachstumsrate 1,5 % n/a
Geplante EBITDA-Marge (Durchschnitt der kommenden drei Jahre) -11,1 % n/a

Der Abzinsungssatz stellt eine Nach-Steuer-Größe dar, die auf Grundlage der historischen durchschnittlich gewichteten Kapitalkosten der Branche bei einem Verschuldungsgrad von 159,7 % (31.12.2021: 213,2 %) und einer Marktrisikoprämie von 7,5 % (31.12.2021: 7,75 %) geschätzt wurde.

Die Cashflow-Prognosen enthielten spezifische Schätzungen für drei Jahre und eine ewige Wachstumsrate danach. Die nachhaltige Wachstumsrate wurde basierend auf der Schätzung der langfristigen durchschnittlichen jährlichen EBITDA-Wachstumsrate ermittelt, die mit der Annahme, die ein Marktteilnehmer treffen würde, übereinstimmt.

Das geplante EBITDA ergibt sich aus den verabschiedeten Planungsdaten, die auf Basis von vergangenen Erfahrungen geschätzt wurden.

Im Buchwert der immateriellen Vermögenswerte ist am 31. Dezember 2022 ein Betrag von 56.169 TEUR (31.12.2021: 39.017 TEUR) für noch nicht abgeschlossene Entwicklungsprojekte enthalten. Diese aktivierten Entwicklungskosten wurden auf ihre Werthaltigkeit hin überprüft. Es besteht kein Wertminderungsbedarf.

3.2. Sachanlagen

In TEUR Grundstücke und Gebäude Nutzungsrechte Gebäude Technische Anlagen und BGA Nutzungsrechte technische Anlagen und BGA
Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2022 318.468 93.531 1.275.692 48.504
Zugänge 4.333 23.778 47.928 25.466
Umgliederungen in zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte -26.428 - -158 -
Umgliederungen 841 -11 51.556 -14
Abgänge -8.415 -20.311 -114.016 -9.175
Konsolidierungskreisänderungen 2 - 898 -
Fremdwährungsumrechnungsdifferenz 2.800 2.901 13.759 651
31.12.2022 291.602 99.888 1.275.660 65.432
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
01.01.2022 -136.333 -36.869 -876.956 -18.469
Abschreibungen -8.463 -16.928 -89.682 -10.420
Umgliederungen in zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte 11.497 - 50 -
Wertminderungen / Wertaufholungen -289 407 -259 -
Abschreibungen Umgliederungen 86 2 -93 5
Abgänge 4.572 16.310 109.218 8.580
Konsolidierungskreisänderungen - - -348 -
Fremdwährungsumrechnungsdifferenz -1.506 -855 -6.602 -185
31.12.2022 -130.435 -37.933 -864.672 -20.488
Buchwerte
01.01.2022 182.136 56.662 398.736 30.035
31.12.2022 161.167 61.954 410.988 44.944
In TEUR Grundstücke und Gebäude Nutzungsrechte Gebäude Technische Anlagen und BGA Nutzungsrechte technische Anlagen und BGA
Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2021 305.827 88.500 1.226.563 32.207
Zugänge 6.354 33.820 41.591 20.834
Umgliederungen 1.892 - 47.693 -3
Abgänge -477 -32.368 -69.055 -4.949
Konsolidierungskreisänderungen 18 - 469 -
Fremdwährungsumrechnungsdifferenz 4.854 3.579 28.430 415
31.12.2021 318.468 93.531 1.275.692 48.504
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
01.01.2021 -126.359 -47.395 -828.044 -12.767
Abschreibungen -8.229 -16.387 -88.186 -9.994
Wertminderungen / Wertaufholungen -13 2.120 1.309 -
Abschreibungen Umgliederungen 29 - -11 -
Abgänge 362 26.082 53.720 4.415
Konsolidierungskreisänderungen -5 - -323 -
Fremdwährungsumrechnungsdifferenz -2.118 -1.289 -15.422 -123
31.12.2021 -136.333 -36.869 -876.956 -18.469
Buchwerte
01.01.2021 179.468 41.105 398.519 19.441
31.12.2021 182.136 56.662 398.736 30.035
In TEUR Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2022 76.347 1.812.542
Zugänge 88.402 189.908
Umgliederungen in zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte - -26.585
Umgliederungen -53.613 -1.241
Abgänge -18.056 -169.974
Konsolidierungskreisänderungen 389 1.288
Fremdwährungsumrechnungsdifferenz 956 21.068
31.12.2022 94.424 1.827.005
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
01.01.2022 -8 -1.068.634
Abschreibungen - -125.492
Umgliederungen in zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte - 11.547
Wertminderungen / Wertaufholungen -190 -330
Abschreibungen Umgliederungen 9 9
Abgänge - 138.679
Konsolidierungskreisänderungen - -348
Fremdwährungsumrechnungsdifferenz -1 -9.149
31.12.2022 -190 -1.053.718
Buchwerte
01.01.2022 76.339 743.908
31.12.2022 94.234 773.287
In TEUR Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2021 84.904 1.738.002
Zugänge 50.065 152.664
Umgliederungen -50.566 -984
Abgänge -11.220 -118.069
Konsolidierungskreisänderungen - 488
Fremdwährungsumrechnungsdifferenz 3.163 40.440
31.12.2021 76.347 1.812.542
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
01.01.2021 -7 -1.014.572
Abschreibungen - -122.796
Wertminderungen / Wertaufholungen - 3.416
Abschreibungen Umgliederungen - 18
Abgänge - 84.580
Konsolidierungskreisänderungen - -328
Fremdwährungsumrechnungsdifferenz - -18.952
31.12.2021 -8 -1.068.634
Buchwerte
01.01.2021 84.897 723.430
31.12.2021 76.339 743.908

Der Konzern führte Impairmenttests zum 31. Dezember 2022 durch, um die Werthaltigkeit seiner Vermögenswerte zu überprüfen. Die Impairmenttests wurden aufgrund der wirtschaftlichen Lage einzelner Gesellschaften und Entwicklungen im makroökonomischen Umfeld einzelner Volkswirtschaften, die auf politische Entwicklungen oder negative konjunkturelle Veränderungen zurückzuführen sind, durchgeführt.

Im Geschäftsjahr 2022 wurden in der Division Purem by Eberspächer Wertaufholungen bei Nutzungsrechten für Gebäude in Höhe von 407 TEUR (Vj.: Zuschreibung in Höhe von 2.120 TEUR) vorgenommen. Wertaufholungen auf einzelne technische Anlagen und Maschinen wurden im Geschäftsjahr 2022 (im Vorjahr Zuschreibung in Höhe von TEUR 1.309) nicht vorgenommen.

Im Geschäftsjahr 2019 wurde ein Wertminderungsaufwand in Höhe von 5.567 TEUR im Geschäftsbereich Climate Control Systems in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Fuel Operated Heaters (Entwicklungs- und Produktionsbereich) erfasst. Es liegen im Geschäftsjahr 2022 keine Anhaltspunkte vor, dass die Wertminderung nicht mehr besteht oder sich verringert haben könnte.

Zum 31. Dezember 2022 bestanden Zahlungsverpflichtungen in Höhe von 41.209 TEUR (31.12.2021: 23.869 TEUR) für den Erwerb von Sachanlagen.

Zur Besicherung des Konsortialkreditvertrages wurde bewegliches Sachanlagevermögen in Höhe von 153.250 TEUR (Vj.: 0 TEUR) sicherungsübereignet. Zudem sind Gesamtgrundschulden auf Grundstücken der Gesellschaft und anderen Konzerngesellschaften in Höhe von 120 Mio. EUR bestellt.

Die Abgänge enthalten Umgliederungen in die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte. Weitere Informationen hierzu sind in Anhangangabe 3.6. enthalten.

3.3. Anteile an at-Equity bewerteten Beteiligungen und sonstige Finanzanlagen

In TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Anteile an at Equity bewerteten Beteiligungen 10.514 14.482
Sonstige Finanzanlagen 4.758 7.467
Summe 15.272 21.949

Die nach der Equity-Methode bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen sowie die sonstigen Beteiligungen waren im Hinblick auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns zum Bilanzstichtag von untergeordneter Bedeutung. Der Anteil am Jahresergebnis betrug im Geschäftsjahr 2022 -2.523 TEUR (Vj.: 645 TEUR) sowie am sonstigen Ergebnis 989 TEUR (Vj.: 910 TEUR).

Bei den sonstigen Finanzanlagen handelt es sich um Anteile an nicht konsolidierten Tochtergesellschaften, die für den Konzern nur eine untergeordnete Bedeutung haben.

Die Gemeinschaftsunternehmen, assoziierten Unternehmen sowie die sonstigen Beteiligungen einschließlich der Anteilsquote sind in der Anteilsbesitzliste in der Anhangangabe 4.1. aufgeführt.

3.4. Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Unter den Bilanzposten sonstige finanzielle Vermögenswerte fallen begebene Darlehen gegenüber nahestehenden Unternehmen. Diese stellen Finanzinstrumente dar und werden gemäß den Vorschriften unter IFRS 9 bilanziert. Der Konzern ordnet sie dem Geschäftsmodell "Halten" zu. Sofern die sonstigen finanziellen Vermögenswerte die Zahlungsstrombedingung erfüllen, werden diese der Bewertungskategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet.

Daneben werden auch derivative Finanzinstrumente mit einem positiven Marktwert unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten bilanziert.

Die derivativen Finanzinstrumente sind, sofern sie nicht in Sicherungsbeziehungen designiert sind, zwingend in die Bewertungskategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" einzuteilen. In Sicherungsbeziehungen designierte Derivate werden nach den entsprechenden Vorschriften zum Hedge Accounting bilanziert. In keinem der beiden Fälle wird für die Derivate eine Zuordnung in ein bestimmtes Geschäftsmodell vorgenommen.

In TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Langfristig
Forderungen aus Finanzierungsleasing 224 790
Beteiligungen 1.094 1.189
Wertpapiere 344 307
Derivative Finanzinstrumente 2.115 17
Übrige finanzielle Vermögenswerte 1.243 433
Summe 5.019 2.737
Kurzfristig
Derivative Finanzinstrumente 1.802 838
Forderungen aus Finanzierungsleasing 626 589
Finanzforderungen gegenüber nahestehende Unternehmen 1.058 1.158
Übrige finanzielle Vermögenswerte 100 517
Summe 3.585 3.102

Für Details zu den Kredit- und Marktrisiken des Konzerns siehe Anhangangabe 3.14.

3.5. Sonstige Vermögenswerte

In TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Umsatzsteuer und andere Steueransprüche (ohne Ertragsteuern) 72.440 93.538
Vertragsvermögenswerte 16.564 26.742
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 6.402 6.755
Geleistete Anzahlungen auf Vorräte und sonstige Vermögenswerte 2.751 5.434
Übrige sonstige Vermögenswerte 65.110 62.170
Sonstige Vermögenswerte 163.267 194.638
Langfristig 46.039 40.430
Kurzfristig 117.228 154.209

Die Vertragsvermögenswerte des Konzerns werden in Anhangangabe 2.1.B. erörtert.

Die übrigen sonstigen Vermögenswerte beinhalten u.a. geleistete Anzahlungen. Gegenüber dem Vorjahr sind die Steueransprüche sowie Vermögenswerte gesunken. Angestiegen sind die aktivierten Vertragskosten (+12.429 TEUR; Vj.: 36.570 TEUR), die in den übrigen sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen werden. Im Vorjahr war darin der Erstattungsanspruch aus der Cyber Attacke in Höhe von 10.000 TEUR enthalten.

3.6. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Im Jahr 2020 wurde im Geschäftsbereich Purem by Eberspächer ein nicht mehr genutztes Gebäude in Brasilien in die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte umgegliedert. Die Verkaufsbemühungen haben bereits begonnen und es wurde beabsichtigt, das Gebäude innerhalb von zwölf Monaten zu veräußern. Durch die Corona Pandemie gab es im Verkaufsprozess Verzögerungen, so dass der Verkauf nicht innerhalb des Geschäftsjahres 2022 abgeschlossen werden konnte. Jedoch befinden sich die Verhandlungen im finalen Stadium so dass mit einer Veräußerung in 2023 gerechnet werden kann. Die sich aus der Bewertung zum niedrigeren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Buchwert ergebende Wertminderung in Höhe von 646 TEUR wurde bereits im Geschäftsjahr 2020 erfolgswirksam in den Umsatzkosten erfasst.

Im Jahr 2022 wurde beschlossen ein nicht mehr genutztes Gelände inkl. Gebäude einer deutschen Tochtergesellschaft der Division Climate Controls System zu veräußern. Ein Teil des Werksgeländes wurde bereits im Geschäftsjahr 2022 veräußert. Für den verbliebenen Teil sind die Verkaufsbemühungen bereits gestartet und es wird mit einem Abschluss im Geschäftsjahr 2023 gerechnet. Es wurde eine Bewertung des beizulegenden Zeitwertes vorgenommen. Diese ergab, dass der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten den Buchwert übersteigt, weshalb keine Wertminderung vorgenommen wurde. Der Buchwert in Höhe von 13.611 TEUR wurde von Sachanlagen in die Kategorie zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte umgebucht.

Nach Erwerb und mit dem Beginn des Baus eines Gebäudes einer deutschen Tochtergesellschaft der Division Climate Controls System wurde beschlossen das Gelände wieder zur verkaufen. Mit dem Käufer, der gleichzeitig der ursprüngliche Veräußerer des Grundstücks war, wurde eine Veräußerung Mitte 2023 vereinbart. Der Käufer zahlt die ursprüngliche Summe des Kaufpreises, weshalb eine Wertminderung in Höhe von 405 TEUR im Geschäftsjahr 2022 erfolgswirksam in den Umsatzkosten erfasst wurde.

Die nicht wiederkehrende Bewertung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten wurde basierend auf den Inputfaktoren der verwendeten Bewertungstechniken als beizulegender Zeitwert der Stufe 2 eingeordnet. Hierbei wurden Kaufgebote indikativ berücksichtigt.

3.7. Vorräte

Die Vorräte setzten sich wie folgt zusammen:

In TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 223.986 210.887
Unfertige Erzeugnisse/Leistungen 214.693 206.739
Fertige Erzeugnisse und Handelswaren 160.415 137.446
Vorräte 599.094 555.072

Im Geschäftsjahr 2022 beliefen sich als Aufwand erfasste und in den "Umsatzkosten" enthaltene Materialaufwendungen und Veränderungen des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen auf 5.475.451 TEUR (Vj.: 5.077.392 TEUR).

Im Geschäftsjahr 2022 wurden insgesamt Vorräte in Höhe von 5.323 TEUR (Vj.: Aufwertung in Höhe von 812 TEUR) aufgewertet. Aufgrund niedrigerer Nettoveräußerungswerte von unfertigen Erzeugnissen bzw. Leistungen sowie fertigen Erzeugnissen wurden Wertminderungen von 17.345 TEUR vorgenommen. Im Vorjahr führten niedrigere Nettoveräußerungswerte zu Wertminderungen in Höhe von -6.786 TEUR. Diese Wertaufholungen bzw. -minderungen wurden als Ertrag bzw. Aufwand in den Jahren 2022 und 2021 erfasst.

Zum Bilanzstichtag 31.12.2022 sind Vorräte im Wert von -35.703 TEUR (Vj.: 0 TEUR) als Kreditsicherheiten im Rahmen des Konsortialkreditvertrags sicherungsübereignet. Der Warenwert beläuft sich auf 96.169 TEUR (Vj.: 0 TEUR) abzüglich Abzugsposten in Form von Lieferantenverbindlichkeiten in Höhe von 131.872 TEUR (Vj.: 0 TEUR).

Sowohl die Wertminderungen als auch die Wertaufholungen sind in den "Umsatzkosten" ausgewiesen.

3.8. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die der Bewertungskategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet sind, setzten sich wie folgt zusammen:

In TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen fremde Dritte 847.440 910.011
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen 2.386 5.445
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 849.826 915.456
Kurzfristig 849.826 915.456

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 191.842 TEUR (Vj.: 0 TEUR) wurden im Rahmen einer Globalzession als Kreditsicherheit für den Konsortialkreditvertrag hinterlegt.

Die Fälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen fremde Dritte stellt sich wie folgt dar:

31.12.2022
In TEUR
Nicht- fällig Bis 90 Tage 91-180 Tage 181-360 Tage Mehr als 360 Tage Total
Bruttoforderungsbestand 677.148 165.674 5.724 8.083 4.631 861.261
Einzelwertberichtigung -6.501 -123 -218 -1.413 -2.233 -10.489
Erwartete Kreditverluste -117 -133 -1 -9 -675 -946
Nettoforderungsbestand 670.530 165.418 5.505 6.650 1.723 849.826
Verlustrate (Durchschnitt) 0,02% 0,08% 0,02% 0,24% 14,58%
31.12.2021
In TEUR
Nicht- fällig Bis 90 Tage 91-180 Tage 181-360 Tage Mehr als 360 Tage Total
Bruttoforderungsbestand 842.054 69.474 6.610 4.816 5.920 928.874
Einzelwertberichtigung -4.884 -1.714 -465 -1.729 -3.625 -12.418
Erwartete Kreditverluste -119 -70 -1 -19 -789 -1.001
Nettoforderungsbestand 837.051 67.689 6.144 3.065 1.506 915.456
Verlustrate (Durchschnitt) 0,01 % 0,10 % 0,01% 0,45% 13,33%

Die Wertberichtigungen entwickelten sich wie folgt:

In TEUR 2022 2021
Stand der Wertberichtigung am 01.01. -13.419 -6.311
Verbrauch 470 439
Auflösung 5.373 431
Zuführung -3.612 -7.643
Währungsumrechnung -247 -334
Stand der Wertberichtigung am 31.12. -11.435 -13.419

3.9. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen neben Bankguthaben auch Kassenbestände und kurzfristige Geldanlagen.

In TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Bankguthaben 186.642 86.851
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Konzernbilanz 186.642 86.851
Kontokorrentkredite, die für das Cash Management genutzt werden -273.489 -130.484
In der Kapitalflussrechnung dargestellte Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -86.846 -43.633

Per 31.12.2022 waren Bankkonten mit Guthaben in Höhe von 56.648 TEUR (Vj.: 0 TEUR) als Sicherheit für den Konsortialkreditvertrag verpfändet.

3.10. Eigenkapital

Das Komplementär- und Kommanditkapital beträgt im Berichtsjahr wie auch im Vorjahr 90.000 TEUR.

Die Rücklagen enthalten neben gesetzlichen und satzungsmäßigen Rücklagen, Gewinnrücklagen auch andere Rücklagen wie Rücklagen, die aus der erstmaligen Anwendung von IFRS Standards resultieren. Darüber hinaus werden auch der Bilanzgewinn sowie die Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung innerhalb der Rücklagen ausgewiesen.

Das kumulierte sonstige Eigenkapital umfasst die Effekte der Währungsumrechnung aufgrund der Umrechnung von Abschlüssen von ausländischen Geschäftsbetrieben. Des Weiteren umfasst das kumulierte sonstige Eigenkapital die Neubewertung leistungsorientierter Versorgungspläne sowie die kumulierten Nettoveränderungen des beizulegenden Zeitwertes von zu Sicherungszwecken designierten derivativen Finanzinstrumenten.

Die nicht beherrschenden Anteile in den Berichtsjahren resultieren aus Beteiligungen an denen die Eberspächer Gruppe GmbH & Co. KG unmittelbar oder mittelbar zu weniger als 100,0 % am Eigenkapital beteiligt ist. Die entsprechenden Gesellschaften sind in der Anhangangabe 4.1. aufgelistet.

3.11. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

In TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Nettoschulden aus leistungsorientierten Versorgungsplänen 116.738 172.411
Schulden für Sozialversicherungsbeiträge 35 38
Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen 116.773 172.449

Nach rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes bestehen unterschiedliche Systeme der Alterssicherung, die als leistungsorientierte Versorgungssysteme zu klassifizieren sind. Zusätzlich zur gesetzlichen Altersversorgung stehen den Mitarbeitern Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses aus leistungsorientierten Versorgungsplänen zu.

Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen ("Defined Benefit Plans") besteht die Verpflichtung des Konzerns darin, die zugesagten Leistungen an aktive und ehemalige Mitarbeiter zu erfüllen.

Der Konzern zahlt Beiträge in die nachstehenden leistungsorientierten Pläne für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Nach den Pensionsordnungen haben die Mitarbeiter nach Erfüllung einer Wartezeit ab dem 65. Lebensjahr bzw. nach Erreichen der Regelaltersgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung Anspruch auf Alters-, Invaliden- bzw. Hinterbliebenenrente an Witwen/Witwer und Waisen.

Die Höhe der Alters- bzw. Invalidenrente ergibt sich aus einer einkommens- und dienstjahresabhängigen Rententabelle. Die Hinterbliebenenrente an Witwen/Witwer beträgt grundsätzlich 60,0 % der Rente, auf die der verstorbene Ehe- bzw. Lebenspartner zum Zeitpunkt des Todes Anspruch oder Anwartschaft hatte, bei Waisen 15,0 % des vorstehenden Betrags. Abhängig vom pensionsfähigen Einkommen erfolgt eine Eingruppierung in eine Rentengruppe. Aus der Matrix der Rententabelle ergibt sich der Rentenanspruch entsprechend der Rentengruppe und Dienstzeit. Bei Inanspruchnahme vor der Altersgrenze erfolgt eine Kürzung für das Vorziehen des Rentenbeginns um 0,3 % pro Monat.

Laufende Renten werden jährlich um 1,0 % angepasst.

Anderweitige von dem Konzern finanzierte Versorgungsleistungen werden auf die Leistungen der Pensionsordnung angerechnet.

Ab dem 1. Januar 2018 eingetretene Mitarbeiter besitzen keine Pensionsansprüche.

Neben der Pensionsordnung bestehen wenige wertpapiergebundene Versorgungszusagen. Es erfolgen jährliche Beiträge in ein zum Teil verpfändetes Wertpapierdepot. Die Leistungen ergeben sich aus dem Wert des Wertpapierdepots, mindestens aber den verzinsten Beiträgen.

Diese leistungsorientierten Pläne belasten den Konzern mit versicherungsmathematischen Risiken, wie beispielsweise dem Langlebigkeitsrisiko, Währungsrisiko, Zinsrisiko und Markt- (Anlage-) Risiko.

A. Finanzierung

Die Finanzierung der Leistungen nach der Pensionsordnung erfolgt durch die Bildung von Pensionsrückstellungen. Die Bewertung erfolgt nach der Methode der laufenden Einmalprämien ("Projected Unit Credit Method") mit den in den versicherungsmathematischen Gutachten zugrunde gelegten Rechnungsannahmen.

Die wertpapiergebundenen Versorgungszusagen sind an die Begünstigten zum Teil verpfändet und werden durch die Zahlung von Beiträgen finanziert.

Der Konzern erwartet, dass im Geschäftsjahr 2023 Beiträge von 5.918 TEUR (Vj.: 5.887 TEUR) in die leistungsorientierten Pläne einzuzahlen sind.

B. Veränderung der Nettoschuld (des Nettovermögenswertes) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen

Die nachstehende Tabelle zeigt die Überleitung des Anfangsbestands auf den Endbestand für die Nettoschuld (den Nettovermögenswert) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen und deren Bestandteile.

In TEUR Leistungsorientierte Verpflichtung Beizulegender Zeitwert des Planvermögens Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen
2022 2021 2022 2021 2022 2021
Stand zum 01.01. 172.561 185.617 -150 -132 172.411 185.486
Erfasst im Gesamtergebnis
Laufender Dienstzeitaufwand 4.044 4.082 - - 4.044 4.082
Zinsaufwand (Zinserträge) 858 722 -1 -1 857 722
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust aus erfahrungsbedingter Berichtigung -54.138 -12.017 - - -54.138 -12.017
Ertrag aus Planvermögen ohne Zinserträge - - 14 -3 14 -3
Nettoumrechnungsdifferenzen 78 17 - - 78 17
Sonstiges
Geleistete Pensionszahlungen -6.529 -5.876 - - -6.529 -5.876
Von Arbeitnehmern gezahlte Beiträge 15 15 -15 -15 - -
Stand zum 31.12. 116.890 172.561 -152 -150 116.738 172.411

C. Leistungsorientierte Verpflichtung

i. Versicherungsmathematische Annahmen

Nachfolgend sind die wichtigsten, zum Abschlussstichtag verwendeten versicherungsmathematischen Annahmen (in Form von gewichteten Durchschnittswerten in Prozent) aufgeführt.

2022 2021
Abzinsungssatz 3,50 % 0,95 %
Zukünftige Lohn- oder Gehaltssteigerungen 2,25 % 2,00 %
Inflationsrate 1,00 % 1,00 %

Die Annahmen über die künftige Sterblichkeit beruhen auf veröffentlichten Statistiken und Sterbetafeln. Die folgenden derzeitigen Lebenserwartungen liegen den Werten der leistungsorientierten Verpflichtung zum Abschlussstichtag zugrunde.

Am 31. Dezember 2022 lag die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung bei 14,2 Jahren (31.12.2021: 18,3 Jahre).

ii. Sensitivitätsanalyse

Bei unveränderten anderen Annahmen hätten, die bei vernünftiger Betrachtungsweise am Abschlussstichtag möglich gewesenen Veränderungen bei einer der maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen die leistungsorientierte Verpflichtung mit den nachstehenden Beträgen beeinflusst.

31.12.2022 31.12.2021
Erhöhung Minderung Erhöhung Minderung
Abzinsungssatz (0,5 % Veränderung) -6,5 % 7,3 % -8,4 % 9,7 %
Zukünftige Lebenserwartung (1 Jahr Veränderung) 4,5 % -4,5 % 5,7 % -5,5 %

Obwohl die Analyse die vollständige Verteilung der nach dem Plan erwarteten Cashflows nicht berücksichtigt, liefert sie einen Näherungswert für die Sensitivität der dargestellten Annahmen.

D. Beitragsorientierte Verpflichtung

Bei den beitragsorientierten Versorgungsplänen (Defined Contribution Plans) zahlt das Unternehmen Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die Summe aller beitragsorientierten Pensionsaufwendungen in Höhe von 30.839 TEUR (Vj.: 32.914 TEUR) wird als Personalaufwand des jeweiligen Jahres ausgewiesen.

3.12. Sonstige Rückstellungen

In TEUR Verpflichtungen aus sonstigen Steuern Verpflichtungen aus dem Personalbereich Verpflichtungen aus dem Produktionsbereich Verpflichtungen aus dem Absatzbereich
Stand zum 01.01.2022 436 32.102 38.913 8.066
Langfristig 292 10.505 5.901 2.844
Kurzfristig 145 21.598 33.012 5.222
Zugänge 267 26.333 13.566 3.262
Verbrauch -79 -17.143 -11.583 -1.427
Auflösungen -306 -3.476 -12.456 -2.027
Fremdwährungsumrechnungsdifferenz 17 23 497 124
Aufzinsung 0 -1.732 2 0
Stand zum 31.12.2022 335 36.108 28.940 7.998
Langfristig 0 27.440 5.688 2.166
Kurzfristig 335 8.668 23.252 5.832
In TEUR Verpflichtungen aus sonstigen Steuern Verpflichtungen aus dem Personalbereich Verpflichtungen aus dem Produktionsbereich Verpflichtungen aus dem Absatzbereich
Stand zum 01.01.2021 411 38.312 33.484 12.379
Langfristig 270 10.565 4.409 7.127
Kurzfristig 141 27.747 29.075 5.252
Zugänge 141 5.969 22.709 3.009
Verbrauch -144 -11.694 -9.434 -2.359
Auflösungen - -501 -8.810 -5.074
Fremdwährungsumrechnungsdifferenz 29 15 956 110
Aufzinsung - -18 8 0
Änderungen in Konsolidierungskreis und Umgliederungen - 19 0 0
Stand zum 31.12.2021 436 32.102 38.913 8.066
Langfristig 292 10.505 5.901 2.844
Kurzfristig 145 21.598 33.012 5.222
In TEUR Andere Verpflichtungen Summe
Stand zum 01.01.2022 22.112 101.631
Langfristig 5.781 25.323
Kurzfristig 16.331 76.308
Zugänge 17.848 61.276
Verbrauch -9.544 -39.777
Auflösungen -2.594 -20.859
Fremdwährungsumrechnungsdifferenz -541 120
Aufzinsung 0 -1.730
Stand zum 31.12.2022 27.281 100.662
Langfristig 5.516 40.809
Kurzfristig 21.765 59.853
In TEUR Andere Verpflichtungen Summe
Stand zum 01.01.2021 13.462 98.048
Langfristig 5.822 28.193
Kurzfristig 7.640 69.855
Zugänge 8.850 40.678
Verbrauch -665 -24.296
Auflösungen -638 -15.023
Fremdwährungsumrechnungsdifferenz 1.132 2.242
Aufzinsung 0 -11
Änderungen in Konsolidierungskreis und Umgliederungen -27 -8
Stand zum 31.12.2021 22.112 101.631
Langfristig 5.781 25.323
Kurzfristig 16.331 76.308

Die Verpflichtungen aus dem Personalbereich enthalten überwiegend Jubiläumsaufwendungen und Vorruhestandsverpflichtungen sowie Verpflichtungen im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen. Für die langfristigen Verpflichtungen aus dem Personalbereich wird mit einer Inanspruchnahme innerhalb der nächsten fünf Jahre gerechnet.

In den Verpflichtungen aus dem Produktionsbereich sind überwiegend Rückstellungen für Gewährleistungen enthalten. Die Rückstellung für Gewährleistungen basiert auf Schätzungen aufgrund historischer Gewährleistungsdaten ähnlicher Produkte und Dienstleistungen. Der Konzern erwartet, den überwiegenden Teil der Rückstellung in den kommenden zwei Jahren zu begleichen.

In den Verpflichtungen aus dem Absatzbereich sind im Wesentlichen Rückstellungen für Drohverluste aus schwebenden Absatzgeschäften enthalten. Es wird mit einer Vertragslaufzeit von zehn Jahren gerechnet.

Andere Verpflichtungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Schadensersatzansprüche von Dritten im Zusammenhang mit abgeschlossenen Kartellverfahren sowie für Prozessrisiken. Außerdem sind Verpflichtungen im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen enthalten.

3.13. Finanzverbindlichkeiten

In TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Langfristig
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 331.651 371.135
Leasingverbindlichkeiten 82.931 70.494
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 26.310 26.793
Verbindlichkeiten nicht beherrschender Anteile Personengesellschaften 626 604
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 1.854 1.629
Summe 443.371 470.655
Kurzfristig
Rückerstattungsverbindlichkeiten 108.387 123.478
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 339.639 194.806
Leasingverbindlichkeiten 28.821 22.609
Verbindlichkeiten aus Factoring 18.722 32
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 4.267 3.306
Derivative Finanzinstrumente 3.287 5.981
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 1.319 873
Summe 504.443 351.084

A. Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beinhalten Darlehensverbindlichkeiten des Konzerns gegenüber Banken, vornehmlich einen teilweise gezogenen Konsortialkreditvertrag. Diese Verbindlichkeiten repräsentieren eine vertragliche Verpflichtung zur Abgabe von Zahlungsmitteln und liegen im Anwendungsbereich des IFRS 9. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden gemäß der Bewertungskategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" bilanziert, die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode.

Im Juli 2020 wurde die Fälligkeit des Konsortialkredits von ursprünglich 2022 auf 2023 verlängert. Darüber hinaus wurde das Nominalvolumen von 700 Millionen EUR auf 774 Millionen EUR erhöht. Diese Modifikation wurde als eine nicht-substantielle Modifikation finanzieller Verbindlichkeiten behandelt und führte zu einer entsprechenden Buchwertanpassung zum Modifikationszeitpunkt im Juli 2020. Während des Geschäftsjahres 2021 hat sich die Einordnung im Margengrid mehrmals geändert, wobei diese Anpassungen als Schätzungsänderung der Zahlungsströme gem. IFRS 9 abgebildet wurden und mit korrespondierenden Buchwertanpassungen einhergegangen sind. Im Juni 2022 wurde der bestehende Konsortialkreditvertrag nochmals bis nun 2025 verlängert. Ein im Jahr 2021 bestandenes bilaterales Darlehen wurde in den Konsortialkreditvertrag integriert. Zur Besicherung des Konsortialkreditvertrages mussten verschiedene Vermögenswerte als Sicherheiten hinterlegt werden, die innerhalb der jeweiligen Bilanzkapitel beschrieben sind.

Zum 31. Dezember 2022 verfügt der Konzern über Kreditlinien von insgesamt 759.327 TEUR (31.12.2021: 716.261 TEUR). Davon entfallen 91.850 TEUR (31.12.2021: 133.880 TEUR) auf ungenutzte Kreditlinien. Die einzelnen variabel verzinslichen Kredite (EURIBOR zzgl. Marge) des Konzerns stellen sich wie folgt dar:

Kreditlinien
in TEUR
Gezogener Betrag
in TEUR
Aktueller Zinssatz
31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021 Laufzeit gezogener Linien
Konsortialkredite 713.000 678.000 628.356 560.170 2025 4,2-4,5 %
Bilaterale Darlehen - 20.000 - 20.000
Kreditlinie - 8.829 - -
Weitere Kreditlinien 46.327 9.432 39.121 2.211 baw 3,75%

B. Sonstige Finanzverbindlichkeiten

Die sonstigen Finanzverbindlichkeiten umfassen insbesondere Darlehen gegenüber Gesellschaftern und werden in die Bewertungskategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" klassifiziert.

Daneben werden unter dem Bilanzposten auch derivative Finanzinstrumente mit einem negativen Marktwert zum Abschlussstichtag ausgewiesen.

Derivative Finanzinstrumente sind, sofern sie nicht in Sicherungsbeziehungen designiert sind, zwingend in die Bewertungskategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" einzuteilen. In Sicherungsbeziehungen designierte Derivate werden nach den entsprechenden Vorschriften zum Hedge Accounting bilanziert.

Informationen darüber, inwieweit der Konzern Zinsänderungs-, Währungs- und Liquiditätsrisiken ausgesetzt ist, finden sich in Anhangangabe 3.14.

C. Überleitung der Bewegungen der Finanzverbindlichkeiten auf den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

In nachfolgender Tabelle sind die Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit dargestellt:

In TEUR Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Leasingverbindlichkeiten Sonstige Finanzverbindlichkeiten
01.01.2022 565.941 93.103 162.696
Zahlungswirksam -41.322 -29.332 -
Neue Leasingverhältnisse - 45.101 -
Fremdwährungsumrechnungsdifferenz 817 2.880 2.596
Sonstige Veränderung 145.854 - -520
31.12.2022 671.290 111.752 164.772
In TEUR Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Leasingverbindlichkeiten Sonstige Finanzverbindlichkeiten
01.01.2021 434.345 67.212 160.874
Zahlungswirksam 36.000 -28.115 -
Neue Leasingverhältnisse - 51.091 -
Fremdwährungsumrechnungsdifferenz -331 2.916 2.494
Sonstige Veränderung 95.927 - -673
31.12.2021 565.941 93.103 162.696

3.14. Finanzinstrumente - beizulegende Zeitwerte und Risikomanagement

A. Einstufungen und beizulegende Zeitwerte

In der nachfolgenden Tabelle werden die Buchwerte sowie die beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gezeigt. Außerdem wird eine Zuordnung zu den einzelnen Stufen der Fair-Value Hierarchie vorgenommen. Für kurzfristige zu fortgeführten Anschaffungskosten bestimmte finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wird angenommen, dass der Buchwert dem Marktwert entspricht.

31.12.2022
In TEUR
Keiner Bewertungskategorie gem. IFRS 9 zuordenbar Zum beizulegenden Zeitwert, erfolgswirksam Zu fortgeführten Anschaffungskosten bestimmt Gesamt
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 2.396 5.723 - 8.119
Langfristig
Beteiligungen 1 - 1.094 - 1.094
Derivative Finanzinstrumente (Zinsderivate) 2.115 - - 2.115
Kurzfristig
Zur Veräußerung bestimmte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 3.108 - 3.108
Derivative Finanzinstrumente (Fremdwährungsderivate) - 1.521 - 1.521
Derivative Finanzinstrumente (Zinsderivate) 281 - - 281
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 850 - 189.387 190.237
Langfristig
Wertpapiere - - 344 344
Forderungen aus Finanzierungsleasing 224 - - 244
Übrige finanzielle Vermögenswerte - - 1.243 1.243
Kurzfristig
Forderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen - - 1.058 1.058
Forderungen aus Finanzierungsleasing 626 - - 626
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - - 186.642 186.642
Übrige finanzielle Vermögenswerte - - 100 100
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten - -3.287 - -3.287
Kurzfristig
Derivative Finanzinstrumente (Fremdwährungsderivate) - -3.287 - -3.287
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten -220.139 - -724.388 -944.527
Langfristig
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - - -331.651 -331.651
Leasingverbindlichkeiten -82.931 - - -82.931
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern - - -26.310 -26.310
Verbindlichkeiten nicht beherrschender Anteile Personengesellschaften - - -626 -626
Übrige sonstige Finanzverbindlichkeiten - - -1.854 -1.854
Kurzfristig
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - - -339.639 -339.639
Verbindlichkeiten aus Factoring - - -18.722 -18.722
Leasingverbindlichkeiten -28.821 - - -28.821
Rückerstattungsverbindlichkeiten -108.387 - - -108.387
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern - - -4.267 -4.267
Übrige sonstige Finanzverbindlichkeiten - - -1.319 -1.319
31.12.2022 Beizulegender Zeitwert
In TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte - 3.917 4.202 8.119
Langfristig
Beteiligungen 1 - - 1.094 1.094
Derivative Finanzinstrumente (Zinsderivate) - 2.115 - 2.115
Kurzfristig
Zur Veräußerung bestimmte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - - 3.108 3.108
Derivative Finanzinstrumente (Fremdwährungsderivate) - 1.521 - 1.521
Derivative Finanzinstrumente (Zinsderivate) - 281 - 281
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte - - - -
Langfristig
Wertpapiere - - - -
Forderungen aus Finanzierungsleasing - - - -
Übrige finanzielle Vermögenswerte - - - -
Kurzfristig
Forderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen - - - -
Forderungen aus Finanzierungsleasing - - - -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - - - -
Übrige finanzielle Vermögenswerte - - - -
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten - -3.287 - -3.287
Kurzfristig
Derivative Finanzinstrumente (Fremdwährungsderivate) - -3.287 - -3.287
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten - - - -
Langfristig
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - - - -
Leasingverbindlichkeiten - - - -
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern - - - -
Verbindlichkeiten nicht beherrschender Anteile Personengesellschaften - - - -
Übrige sonstige Finanzverbindlichkeiten - - - -
Kurzfristig
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - - - -
Verbindlichkeiten aus Factoring - - - -
Leasingverbindlichkeiten - - - -
Rückerstattungsverbindlichkeiten - - - -
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern - - - -
Übrige sonstige Finanzverbindlichkeiten - - - -

1 Die nicht beobachtbaren Inputfaktoren für Stufe 3 Instrumente für Beteiligungen wurden nicht weitergehend ermittelt. Es wurde die Ausnahme nach IFRS 9B5.2.3 in Anspruch genommen.

31.12.2021
In TEUR
Keiner Bewertungskategorie gem. IFRS 9 zuordenbar Zum beizulegenden Zeitwert, erfolgswirksam Zu fortgeführten Anschaffungskosten bestimmt Gesamt
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte - 45.820 - 45.820
Langfristig
Beteiligungen 2 - 1.189 - 1.189
Derivative Finanzinstrumente (Zinsderivate) - 17 - 17
Kurzfristig
Zur Veräußerung bestimmte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 43.776 - 43.776
Derivative Finanzinstrumente (Fremdwährungsderivate) - 838 - 838
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 1.380 - 89.266 90.646
Langfristig
Wertpapiere - - 307 307
Forderungen aus Finanzierungsleasing 790 - - 790
Übrige finanzielle Vermögenswerte - - 433 433
Kurzfristig
Forderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen - - 1.158 1.158
Forderungen aus Finanzierungsleasing 589 - - 589
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - - 86.851 86.851
Übrige finanzielle Vermögenswerte - - 517 517
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten - -5.981 - -5.981
Kurzfristig
Derivative Finanzinstrumente (Fremdwährungsderivate) - -5.981 - -5.981
Derivative Finanzinstrumente (Zinsderivate) - - - -
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten -216.581 - -599.178 -815.759
Langfristig
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - - -371.135 -371.135
Leasingverbindlichkeiten -70.494 - - -70.494
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern - - -26.793 -26.793
Verbindlichkeiten nicht beherrschender Anteile Personengesellschaften - - -604 -604
Übrige sonstige Finanzverbindlichkeiten - - -1.629 -1.629
Kurzfristig
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - - -194.806 -194.806
Verbindlichkeiten aus Factoring - - -32 -32
Leasingverbindlichkeiten -22.609 - - -22.609
Rückerstattungsverbindlichkeiten -123.478 - - -123.478
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern - - -3.306 -3.306
Übrige sonstige Finanzverbindlichkeiten - - -873 -873
31.12.2021 Beizulegender Zeitwert
In TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte - 855 44.965 45.820
Langfristig
Beteiligungen 2 - - 1.189 1.189
Derivative Finanzinstrumente (Zinsderivate) - 17 - 17
Kurzfristig
Zur Veräußerung bestimmte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - - 43.776 43.776
Derivative Finanzinstrumente (Fremdwährungsderivate) - 838 - 838
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte - - - -
Langfristig
Wertpapiere - - - -
Forderungen aus Finanzierungsleasing - - - -
Übrige finanzielle Vermögenswerte - - - -
Kurzfristig
Forderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen - - - -
Forderungen aus Finanzierungsleasing - - - -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - - - -
Übrige finanzielle Vermögenswerte - - - -
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten - -5.981 - -5.981
Kurzfristig
Derivative Finanzinstrumente (Fremdwährungsderivate) - -5.981 - -5.981
Derivative Finanzinstrumente (Zinsderivate) - - - -
Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten - - - -
Langfristig
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - - - -
Leasingverbindlichkeiten - - - -
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern - - - -
Verbindlichkeiten nicht beherrschender Anteile Personengesellschaften - - - -
Übrige sonstige Finanzverbindlichkeiten - - - -
Kurzfristig
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - - - -
Verbindlichkeiten aus Factoring - - - -
Leasingverbindlichkeiten - - - -
Rückerstattungsverbindlichkeiten - - - -
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern - - - -
Übrige sonstige Finanzverbindlichkeiten - - - -

2 Die nicht beobachtbaren Inputfaktoren für Stufe 3 Instrumente für Beteiligungen wurden nicht weitergehend ermittelt. Es wurde die Ausnahme nach IFRS 9B5.2.3 in Anspruch genommen.

B. Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte

Bewertungstechniken und wesentliche, nicht beobachtbare Inputfaktoren

Die nachstehenden Tabellen zeigen die Bewertungstechniken, die bei der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der Stufe 2 und Stufe 3 verwendet wurden, sowie die verwendeten wesentlichen, nicht beobachtbaren Inputfaktoren. Die Bewertungsverfahren werden in Anhangangabe 1.5.L.ii. beschrieben.

Art Bewertungstechnik Wesentliche, nicht beobachtbare Inputfaktoren Zusammenhang zwischen wesentlichen, nicht beobachtbaren Inputfaktoren und der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert
Devisentermingeschäfte Terminkurs-Preisfindung: Nicht anwendbar Nicht anwendbar
(Stufe 2) Der beizulegende Zeitwert wird ermittelt unter Anwendung notierter Terminkurse zum Abschlussstichtag und Netto-Barwertberechnungen basierend auf Zinsstrukturkurven mit hoher Bonität in entsprechenden Währungen.
Der beizulegende Zeitwert wird von den Banken ermittelt
Zinsswaps Swapmodelle: Nicht anwendbar Nicht anwendbar
(Stufe 2) Der beizulegende Zeitwert wird ermittelt als Barwert der erwarteten künftigen Cashflows. Erwartete Cashflows errechnen sich aus variablen Zinszahlungen basierend auf notierten Swapsätzen und Interbankenzinssätzen. Die geschätzten Cashflows werden diskontiert unter Verwendung einer Zinsstrukturkurve, die aus ähnlichen Quellen konstruiert worden ist und die den relevanten Vergleichs-Inter-Bankenzinssatz widerspiegelt, der von Marktteilnehmern bei der Preisbildung für Zinsswaps verwendet wird.
Der beizulegende Zeitwert wird von den Banken ermittelt.
Zinsoptionen (Stufe 2) Optionsmodelle: Nicht anwendbar Nicht anwendbar
Der beizulegende Zeitwert wird ermittelt unter Verwendung von allgemein anerkannten Bewertungsmethoden bzw. Bewertungsmodellen (v.a. Black-Scholes-Modell) für Plain-Vanilla-Produkte mit optionaler Komponente (Zins-Cap).
Die Modelle basieren im Wesentlichen auf Parametern wie Zinssätzen, Zinsforwardkurven, Volatilitäten von Zinssätzen und Swaptions sowie Korrelationen.
Der beizulegende Zeitwert wird von den Banken ermittelt.
Eigenkapitalinvestments (Stufe 3) Marktvergleichsverfahren: Angepasster Marktmultiplikator Der geschätzte beizulegende Zeitwert würde steigen (sinken), wenn der angepasste Marktmultiplikator größer (kleiner) wäre und oder die verwendeten Inputfaktoren größer (kleiner) wären.
Das Bewertungsmodell basiert auf Marktmultiplikatoren als Ableitung aus den notierten Preisen von Unternehmen, welche mit dem Beteiligungsunternehmen vergleichbar sind (angepasst um den Effekt aus der fehlenden Marktfähigkeit der Eigenkapitalinvestments), und dem EBIT des Beteiligungsunternehmens.
Die Schätzung ist um die Nettoverschuldung des Beteiligungsunternehmens angepasst.
Zur Veräußerung bestimmte Forderungen (Stufe 3) Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Factoring entspricht der Marktwert dem Betrag, den der Factorer bereit ist für die Forderung zu entrichten. Nicht anwendbar Der geschätzte beizulegende Zeitwert würde steigen (sinken), wenn die Margin sinkt (steigt).

Nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente

Art Bewertungstechnik
Finanzverbindlichkeiten * Abgezinste Cashflows:
Das Bewertungsmodell berücksichtigt den Barwert des erwarteten Cashflows, diskontiert mit einem risikoadjustierten Diskontierungszins.

* Finanzverbindlichkeiten enthalten ungesicherte Bankdarlehen, Fremdkapitalkomponenten von Wandelanleihen, Darlehen von assoziierten Unternehmen und Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing.

Der Buchwert der kurzfristigen Finanzinstrumente entspricht näherungsweise dem angemessenen Fair Value.

Beizulegende Zeitwerte der Stufe 3

Die nachstehende Tabelle zeigt die Überleitung des Anfangsbestandes auf den Endbestand für die Finanzinstrumente der Fair-Value Hierarchiestufe 3, welche Beteiligungen (Anteile an Kapitalgesellschaften) umfassen. Die enthaltenen Gesellschaften sind im Wesentlichen in den Bereichen Mobilität und Technologie tätig. Der Abgang im Geschäftsjahr 2022 ist auf eine chinesische Beteiligung in der Division Purem by Eberspächer zurückzuführen.

In TEUR Beteiligungen
Beizulegender Zeitwert 01.01.2022 1.189
Zugänge -
Abgänge -96
Beizulegender Zeitwert 31.12.2022 1.094

Im Geschäftsjahr 2022 wurden keine Umgliederungen von Finanzinstrumenten in eine andere Stufe vorgenommen.

Die Anschaffungskosten der Beteiligungen stellen einen angemessenen Schätzwert für deren beizulegende Zeitwerte dar. Mangels Bewertungsmodell wird auf eine Sensitivitätsanalyse der wesentlichen nicht beobachtbaren Inputfaktoren verzichtet.

Für die zur Veräußerung bestimmten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ebenfalls Fair-Value Hierarchiestufe 3) würde eine Minderung der Marge um 100 Basispunkte den Marktwert um 31 TEUR (Vj.: 445 TEUR) erhöhen. Eine Erhöhung der Marge um 100 Basispunkte würde den Marktwert um 31 TEUR (Vj.: 445 TEUR) mindern.

C. Finanzielles Risikomanagement

Der Konzern ist im Rahmen der betrieblichen Tätigkeit einer Vielzahl unterschiedlicher finanzieller Risiken ausgesetzt. Hierzu zählen Kredit-, Liquiditäts- und Marktrisiken aus Zinssatz- und Wechselkursschwankungen:

i. Grundsätze des Risikomanagements

Die Risikopolitik des Konzerns basiert auf der frühzeitigen Identifizierung und dem verantwortungsvollen Umgang mit wesentlichen Risiken. Hierfür hat die Geschäftsführung eine Risikomanagement-Strategie definiert und lässt diese kontinuierlich durch geeignete Personen überwachen. Die Geschäftsführung wird in regelmäßigen Abständen über die Ergebnisse unterrichtet.

Im Rahmen der Überwachung von Risiken werden zudem auch Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhe ermittelt und bewertet. Sofern Risiken quantifizierbar sind, werden diese mittels definierter Kennzahlen bewertet. Im Falle nicht definierbarer Parameter werden die entsprechenden Risiken durch die fachkundigen Verantwortlichen beurteilt.

Um neue Risiken frühzeitig zu erkennen finden regelmäßige Überprüfungen der Risikomanagement-Strategie statt. Außerdem wird durch einen regelmäßigen Dialog zwischen Geschäftsführung und den Verantwortlichen der Risikoüberwachung die bisherige Risikoentwicklung analysiert und potenzielle Marktveränderungen diskutiert. Hierdurch werden rechtzeitige Anpassungen an veränderte Marktbedingungen gewährleistet.

ii. Kreditrisiko

Das Kreditrisiko stellt das Risiko eines finanziellen Verlusts dar, wenn ein Schuldner eines Finanzinstruments nicht seinen vertraglich festgelegten Zahlungsverpflichtungen nachkommt. Hauptsächlich ergeben sich Ausfallrisken aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalenten.

Der Bruttobuchwert der finanziellen Vermögenswerte stellt das Exposure gegenüber dem Kreditrisiko dar und repräsentiert somit das maximale Ausfallrisiko. Es wurden keine Finanzinstrumente als Sicherheiten im Geschäftsjahr 2022 gehalten, welche das Ausfallrisiko hätten reduzieren können.

Das Ausfallrisiko des Konzerns wird hauptsächlich durch individuelle Merkmale der Kunden beeinflusst. Gemäß internen Richtlinien erfolgt daher eine kontinuierliche Überprüfung der Bonität der Kunden des Konzerns. Hierfür werden neben externen Ratings, soweit verfügbar, auch Jahresabschlüsse, Auskünfte von Kreditagenturen, Brancheninformationen und in manchen Fällen auch Bankauskünfte herangezogen. Neue Kunden erhalten erst nach erfolgreicher Bonitätsprüfung unsere regulären Zahlungs- und Lieferkonditionen. Des Weiteren wird für jeden Kunden eine maximale Forderungsgrenze festgelegt, welche regelmäßig überprüft wird. Eine weitere Maßnahme zur Risikoreduzierung basiert auf dem Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Kreditausfallversicherungen und Bankgarantien. Eine weitere angewendete Maßnahme zur Risikoreduzierung ist der Verkauf von Waren unter Eigentumsvorbehalt. Im Geschäftsjahr 2022 lag keine wesentliche Konzentration eines Ausfallrisikos gegenüber einzelnen Kunden oder Gegenparteien vor.

Für Zahlungsmittel- und Zahlungsmitteläquivalente wird die Vereinfachung für Finanzinstrumente mit einem geringen Kreditrisiko (low credit risk exemption) angewendet. Zur Einschätzung eines geringen Kreditrisikos tragen beispielhaft länder- und schuldnerspezifische Ratinginformationen sowie deren Ausblick bei. Die Anforderungen für Finanzinstrumente mit einem geringen Kreditrisiko werden für Zahlungsmittel- und Zahlungsmitteläquivalente mit mindestens einem Investment Grade Rating als erfüllt angesehen.

iii. Marktrisiko

Der Konzern ist durch sein Geschäftsmodell gewissen Marktrisiken ausgesetzt. So können sich Risiken durch die Veränderung von Marktpreisen, wie beispielsweise von Wechselkursen oder Zinssätzen ergeben. Diese Änderungen können die Ertragslage des Konzerns signifikant beeinflussen und reduzieren. Das Ziel der Marktrisikosteuerung ist die Reduzierung solcher Risiken für den Konzern, durch den Erwerb von derivativen Finanzinstrumenten gemäß den Vorgaben der Treasury-Richtlinie.

Währungsrisiko

Der Konzern ist international tätig und unterliegt somit Fremdwährungsrisiken. Fremdwährungsrisiken entstehen, wenn Absatz- oder Beschaffungsgeschäfte, Forderungen oder Verbindlichkeiten in einer anderen als der funktionalen Währung der Gesellschaften vorgenommen werden bzw. existieren. Zur Sicherung des Fremdwährungsrisikos werden Devisentermingeschäfte meist mit einer Laufzeit von unter einem Jahr abgeschlossen. Die Devisentermingeschäfte werden ausschließlich zu Sicherungszwecken abgeschlossen, werden jedoch nicht in bilanzielle Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) designiert.

Es ergeben sich vornehmlich transaktionale Fremdwährungsrisiken aus Schwankungen des Euro (EUR) gegenüber dem US-Dollar (USD), Britischem Pfund (GBP), Schwedischer Krone (SEK), Kanadischem Dollar (CAD), Tschechische Krone (CZK), Russischem Rubel (RUB), Südafrikanischem Rand (ZAR), Japanischem Yen (JPY), Rumänischem Leu (RON), Polnischem Zloty (PLN), Brasilianischer Real (BRL), Mexikanische Peso (MXN), Indische Rupien (INR) und Chinesischem Renminbi (CNY).

Das Fremdwährungsexposure gegenüber den wesentlichen Währungen stellt sich wie folgt dar:

In TEUR 31.12.2022
Vermögenswerte USD CNY CZK ZAR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 164.806 165.938 441 4.840
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 20.403 46.716 210 7.927
Devisentermingeschäfte 160.057 1.581 7.200 40.061
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -99.284 -155.370 -579 -50.915
Verbindlichkeiten aus Factoring -18.722 - - -
Devisentermingeschäfte -24.967 - - -123.887
Nettorisiko 202.292 58.865 7.272 -121.974
In TEUR 31.12.2021
Vermögenswerte USD CNY CZK ZAR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 142.326 252.866 488 8.244
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 29.162 24.485 414 2.945
Devisentermingeschäfte 63.401 - 6.000 17.791
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -70.886 -175.105 -509 -20.326
Verbindlichkeiten aus Factoring -32 - - -
Devisentermingeschäfte -23.627 - - -213.746
Nettorisiko 140.344 102.246 6.393 -205.092

Sensitivitätsanalyse

Eine mögliche Aufwertung (Abwertung) des Euro gegenüber der Fremdwährung zum 31. Dezember resultiert in einer veränderten Bewertung der Finanzinstrumente in fremder Währung sowie der derivativen Finanzinstrumente mit entsprechendem Währungspaar. Bei der Sensitivitätsanalyse wird unterstellt, dass Zinssätze und alle anderen Wechselkurse konstant bleiben. Ferner werden Jahresendkurse anstelle umsatzgewichteter Durchschnittskurse herangezogen. Es ergeben sich die nachfolgend dargestellten Auswirkungen auf das Eigenkapital und den Gewinn oder Verlust: 3

Eigenkapital Gewinn oder Verlust
31.12.2022 10,0
%
10,0
%
10,0
%
10,0
%
Effekte
in TEUR
Minderung Erhöhung Minderung Erhöhung
USD - - -14.809 12.117
CZK - - 835 -684
ZAR - - 18.044 -14.763
CNY - - -177 145
Eigenkapital Gewinn oder Verlust
31.12.2021 10,0
%
10,0
%
10,0
%
10,0
%
Effekte
in TEUR
Minderung Erhöhung Minderung Erhöhung
USD - - -6.205 5.077
CZK - - 693 -567
ZAR - - 24.533 -20.073
CNY - - - -

3 Die im Eigenkapital erfassten Effekte resultieren aus der Anwendung von Cash-Flow-Hedge-Accounting. Effekte in der Gewinn- und Verlustrechnung bewirken auch Effekte im Eigenkapital unter Berücksichtigung entsprechender Steuereffekte.

Zinsänderungsrisiko

Zinsrisiken im Konzern resultieren im Wesentlichen aus den langfristig, variabel verzinslichen Darlehensverbindlichkeiten unter dem Konsortialkredit. Zur Absicherung der Zahlungsströme gegen Zinssatzschwankungen schließt der Konzern entsprechende Zinsswaps sowie Zinsoptionen ab.

Die Vorgaben des Konsortialkredites sehen vor, dass mindestens ein entsprechender Prozentsatz der von den Banken ausgereichten Kredite unter der Tranche A und Tranche B mittels Zinssicherungen gesichert werden. Die im Jahr 2022 unter diesen Voraussetzungen genutzten variabel verzinsten Darlehen des Konzerns waren in EUR nominiert.

Ineffektivitäten im Rahmen dieser Sicherungsbeziehungen ergaben sich im Geschäftsjahr 2022 nicht.

Bedeutung des Zinsänderungsrisikos

Am Abschlussstichtag stellte sich das Zinssatzprofil der verzinslichen Derivate des Konzerns, wie folgt dar:

Nominalwert

In TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Finanzielle Verbindlichkeiten
Variable verzinsliche Instrumente 659.530 566.149
Zinsswaps - -
Finanzielle Vermögenswerte
Zinsoptionen 121.000 121.000

Anhand von Sensitivitätsanalysen wird das Risikoexposure von dem Konzern gegenüber Zinssatzschwankungen dargestellt. Ein Anstieg / eine Reduzierung der Zinssätze um 100 Basispunkte (Bp) zum 31. Dezember 2022 hätte das Eigenkapital und den Gewinn und Verlust des Konzerns um die untenstehenden Beträge erhöht oder verringert.

31.12.2022 Gewinn oder Verlust Eigenkapital
100 BP 100 BP 100 BP 100 BP
Effekte
in TEUR
Minderung Erhöhung Minderung Erhöhung
Finanzielle Verbindlichkeiten
Variabel verzinsliche Instrumente - - -6.284 6.284
Zinsswaps - - - -
Finanzielle Vermögenswerte
Zinsoptionen - - -1.294 1.391
Sensitivität der Zahlungsströme (Netto) - - -7.578 7.675
31.12.2021 Gewinn oder Verlust Eigenkapital
100 BP 100 BP 100 BP 100 BP
Effekte
in TEUR
Minderung Erhöhung Minderung Erhöhung
Finanzielle Verbindlichkeiten
Variabel verzinsliche Instrumente - - - -2.932
Zinsswaps - - - -
Finanzielle Vermögenswerte
Zinsoptionen - - -5 8
Sensitivität der Zahlungsströme (Netto) - - -5 -2.924

Bei der Sensitivitätsanalyse wurde unterstellt, dass alle anderen Einflussfaktoren, insbesondere Wechselkurse konstant bleiben. Der Zinsaufwand aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten und variabel verzinsten Finanzinstrumenten verändert sich in Abhängigkeit der Änderung des Referenzinstruments, unabhängig davon, ob das Instrument als Grundgeschäft in einer Sicherungsbeziehung (Cash Flow Hedge Accounting) eingebracht wurde. Analog dazu ändert sich auch der Zinsaufwand der derivativen Finanzinstrumente, unabhängig davon, ob diese Instrumente als Sicherungsgeschäfte in eine Sicherungsbeziehung designiert wurden. Ineffektivitäten im Rahmen dieser Sicherungsbeziehungen ergaben sich im Geschäftsjahr 2022 nicht.

iv. Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, dass der Konzern künftig nicht in der Lage sein wird, seinen vertraglich vereinbarten Zahlungsverpflichtungen, wie beispielsweise der Tilgung von Finanzverbindlichkeiten oder Begleichung von anderen finanziellen Verbindlichkeiten, nachzukommen. Um dies zu verhindern wird durch eine vorausschauende Steuerung der Liquidität sichergestellt, dass zu jedem Zeitpunkt ausreichend liquide Mittel verfügbar sind. Darüber hinaus überwacht der Konzern täglich die verfügbare Liquidität und bewertet potenzielle Risiken. Zur Liquiditätssteuerung und Verbesserung des Working Capitals nutzt der Konzern in begrenztem Maße Forderungsverkaufsprogramme. Hierbei werden Forderungen aus Lieferung und Leistung an Finanzdienstleister veräußert. Die Factoring-Vereinbarungen qualifizieren für einen bilanziellen Abgang, da im Wesentlichen sämtliche Chancen und Risiken an die Finanzdienstleister übertragen werden.

Zum 31. Dezember 2022 verfügte der Konzern über flüssige Mittel i. H. v. 186.642 TEUR (31.12.2021: 86.851 TEUR). Darüber hinaus unterhält der Konzern Kreditlinien, welche unter Anhangangabe 3.13.A. erläutert werden.

Um Risiken aus der Liquiditätssituation vorzubeugen, verfügt der Konzern über einen variabel verzinslichen Konsortialkreditvertrag i.H.v. 713.000 TEUR. Zum 31. Dezember 2022 waren 84.644 TEUR (31.12.2021: 117.830 TEUR) des Konsortialkreditvertrages noch nicht gezogen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären und derivativen finanziellen Verbindlichkeiten 4 :

Cashflows (Vertragliche Zahlungsströme) Buchwert Vertragliche Zahlungsströme
In TEUR 31.12.2022 bis 1 Jahr über 1 Jahr
Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -671.290 -340.656 -341.401
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverträgen -111.752 -30.833 -90.444
Summe -783.042 -470.851 -435.360
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Fremdwährungsderivate ohne Sicherungsbeziehung -3.287 -168.673 -
Summe -3.287 -168.673 -
Gesamt 779.755 -639.524 -435.360
Cashflows (Vertragliche Zahlungsströme) Buchwert Vertragliche Zahlungsströme
In TEUR 31.12.2021 bis 1 Jahr über 1 Jahr
Nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -565.941 -202.929 -375.208
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverträgen -93.103 -24.979 -78.491
Summe -659.044 -227.908 -453.699
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Fremdwährungsderivate ohne Sicherungsbeziehung -5.947 -270.979 -
Summe -5.947 -270.979 -
Gesamt -653.097 -498.887 -453.699

4 Mittelzuflüsse werden nicht aufgeführt.

D. Globalnettingvereinbarungen oder ähnliche Vereinbarungen

Der Konzern schließt Derivate unter Globalnettingvereinbarungen bzw. ähnliche Vereinbarungen (Rahmenvertrag) mit den entsprechenden Finanzinstituten ab. Diese Vereinbarungen berechtigen unter bestimmten Bedingungen zur Aufrechnung derivativer Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, erfüllen jedoch nicht die Kriterien für die Saldierung in der Bilanz. Das Recht auf eine Saldierung besteht nur bei Eintritt künftiger Ereignisse, wie zum Beispiel dem Verzug eines Geschäftspartners oder anderen Kreditereignissen. In der folgenden Tabelle sind die Buchwerte der derivativen Finanzinstrumente ausgewiesen, die solchen Vereinbarungen unterliegen:

31.12.2022
In TEUR
Vermögenswerte
Finanzielle Bruttovermögenswerte 6.218
Aufrechenbare Finanzielle Bruttovermögenswerte -
Finanzielle Nettovermögenswerte 6.218
Aufrechenbare Beträge aufgrund von Rahmenverträgen aber nicht in der Bilanz saldiert -1.106
Nettobetrag der Finanziellen Vermögenswerte 5.112
Verbindlichkeiten
Finanzielle Bruttoverbindlichkeiten -3.205
Aufrechenbare Finanzielle Bruttoverbindlichkeiten -
Finanzielle Nettoverbindlichkeiten -3.205
Aufrechenbare Beträge aufgrund von Rahmenverträgen aber nicht in der Bilanz saldiert 1.106
Nettobetrag der Finanziellen Verbindlichkeiten -2.099
31.12.2021
In TEUR
Vermögenswerte
Finanzielle Bruttovermögenswerte 855
Aufrechenbare Finanzielle Bruttovermögenswerte -
Finanzielle Nettovermögenswerte 855
Aufrechenbare Beträge aufgrund von Rahmenverträgen aber nicht in der Bilanz saldiert -318
Nettobetrag der Finanziellen Vermögenswerte 538
Verbindlichkeiten
Finanzielle Bruttoverbindlichkeiten -5.947
Aufrechenbare Finanzielle Bruttoverbindlichkeiten -
Finanzielle Nettoverbindlichkeiten -5.947
Aufrechenbare Beträge aufgrund von Rahmenverträgen aber nicht in der Bilanz saldiert 318
Nettobetrag der Finanziellen Verbindlichkeiten -5.629

E. Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen

Der Konzern setzt im Rahmen des Finanzrisikomanagements als Sicherungsinstrument designierte derivative Finanzinstrumente ein. Der Abschluss von Derivaten zu Spekulationszwecken ist dem Konzern grundsätzlich untersagt.

Der Konzern unterliegt für die variabel verzinslichen Darlehensverträge basierend auf Schwankungen der Zinssätze einem Zinsänderungsrisiko. Für die Begrenzung des Zinsänderungsrisikos schließt der Konzern Zinssicherungsgeschäfte für die variabel verzinslichen Darlehen ab. Hierbei werden die variablen Zinszahlungen aus Darlehen mit Hilfe von payer-Zinsswaps (pay fix, receive floating) in feste Zinszahlungen getauscht. Zum Stichtag 31. Dezember 2022 waren keine Zinsswaps abgeschlossen. Daneben bestehen auch Zinsbegrenzungsvereinbarungen (Caps, Floors), die die Zinszahlungen limitieren.

Die Risikomanagementzielsetzung sieht vor, das Risiko der Änderung der Zahlungsströme aufgrund von Zinssatzänderungen mit Hilfe eines designierten Anteils vom Nominalvolumen der Darlehensverträge zu eliminieren. Die Zinsoptionen werden nur mit ihrem inneren Wert als Sicherungsinstrument dargestellt. Für den nicht als Sicherungsinstrument designierten Zeitwert wendet der Konzern den Cost of Hedging Ansatz an.

Zum 31. Dezember 2022 hielt der Konzern die folgenden ausstehenden Derivate, um das Zinsänderungsrisiko abzusichern:

31.12.2022 Fälligkeit
Absicherung des beizulegenden Zeitwerts 1-6 Monate 6-12 Monate >12 Monate
Zinsswaps
Nettozinsrisiko (in TEUR) - - -
Durchschnittlicher Zinssatz - - -
Zinsoptionen
Nettozinsrisiko (in TEUR) 21.000 - 100.000
Durchschnittlicher Zinssatz 0,000% - 2,000%
31.12.2021 Fälligkeit
Absicherung des beizulegenden Zeitwerts 1-6 Monate 6-12 Monate >12 Monate
Zinsswaps
Nettozinsrisiko (in TEUR) - - -
Durchschnittlicher Zinssatz - - -
Zinsoptionen
Nettozinsrisiko (in TEUR) 100.000 - 21.000
Durchschnittlicher Zinssatz 1,000% - 0,000%

Folgende Beträge beziehen sich auf das zugrunde liegende gesicherte Grundgeschäft:

Absicherung von Zahlungsströmen
in TEUR
Änderung des Werts zur Messung der Ineffektivität Rücklage für Cash Flow Hedges Rücklage für Cost of Hedging
Zinsänderungsrisiken - 31.12.2022 2.351 -780
- 31.12.2021 - -17

Die folgende Tabelle zeigt die Beträge für designierte Sicherungsinstrumente und korrespondierende Rücklagen:

Absicherung von Zahlungsströmen Nominalwert Buchwert Posten in der Bilanz
in TEUR Aktiv Passiv
Zinsswaps 31.12.2022 - - - Sonstige finanzielle Vermögenswerte/ Sonstige Finanzverbindlichkeiten
31.12.2021 - - -
Zinsoptionen 31.12.2022 121.000 2.701 - Sonstige finanzielle Vermögenswerte/ Sonstige Finanzverbindlichkeiten
31.12.2021 - - -
Absicherung von Zahlungsströmen Änderung des beizulegenden Zeitwerts zur Messung der Ineffektivität im sonstigen Ergebnis erfasster Gewinn und Verlust aus Hedging aus sonstigem Ergebnis in das Konzernergebnis umgegliederter Gewinn oder Verlust Posten im Gewinn oder Verlust, der von der Umgliederung betroffen ist
in TEUR OCI I OCI II OCI I OCI II
Zinsswaps - - - - - Zinsaufwand/ Zinsertrag
- - - 86 -
Zinsoptionen - 2.351 764 119 - Zinsaufwand/ Zinsertrag
- - - - -

Die nachfolgende Tabelle stellt die Überleitung der Eigenkapitalveränderung in Bezug auf die Cash Flow Hedges nach/vor Abzug von Steuern dar:

in TEUR Rücklage für Sicherungsgeschäfte Rücklage für Kosten der Absicherung
Stand zum 01.01.2022 - -19
Zinsänderungsrisiken
Sicherung von Zahlungsströmen
Veränderung im beizulegenden Zeitwert 2.383 -793
Aus sonstigem Ergebnis in das Konzernergebnis umgegliederter Gewinn oder Verlust - -
Steuerlicher Effekt der Rücklagenveränderung - 21
Stand zum 31.12.2022 2.383 -791
Stand zum 01.01.2021 -80 -16
Zinsänderungsrisiken
Sicherung von Zahlungsströmen
Veränderung im beizulegenden Zeitwert - -
Aus sonstigem Ergebnis in das Konzernergebnis umgegliederter Gewinn oder Verlust 86 -
Steuerlicher Effekt der Rücklagenveränderung -6 -3
Stand zum 31.12.2021 - -19

3.15. Sonstige Verbindlichkeiten

In TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Vertragsverbindlichkeiten 77.923 70.013
Personalbezogene Verbindlichkeiten 44.071 40.580
Umsatzsteuer und andere Steuerschulden 26.590 31.791
Zuwendungen der öffentlichen Hand 4.042 3.554
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 7.579 18.287
Sonstige Verbindlichkeiten 160.205 164.224
Langfristig 13.753 6.984
Kurzfristig 146.451 157.240

Die Vertragsverbindlichkeiten des Konzerns werden in Anhangangabe 2.1.B. erörtert.

Bei den Zuwendungen der öffentlichen Hand handelt sich um eine Investitionsförderung im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW).

Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten u. a. passive Rechnungsabgrenzungsposten, abgegrenzte Verbindlichkeiten für Jahresabschluss- und Prüfungskosten.

3.16. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen gegenüber nahestehenden Unternehmen sowie gegenüber fremden Dritten. Diese werden der Bewertungskategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet.

In TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegen fremde Dritte 783.705 749.030
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen 340 698
Verbindlichkeiten für ausstehende Rechnungen 134.742 105.581
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 918.787 855.310
Kurzfristig 918.787 855.310

4. Sonstige Angaben

4.1. Anteilsbesitzliste

Nachstehend sind die Tochterunternehmen und Beteiligungen des Konzerns aufgeführt.

Name der Gesellschaft Sitz Anteil am Kapital
in %
Eberspächer Danmark ApS, Kopenhagen / Dänemark * Dänemark 100,0 %
Purem Wilsdruff GmbH, Wilsdruff * b Deutschland 100,0 %
Purem International GmbH, Esslingen * b Deutschland 100,0 %
Purem Service Parts GmbH & Co. KG, Neunkirchen * Deutschland 100,0 %
Purem Service Parts Verwaltungs-GmbH, Neunkirchen * Deutschland 100,0 %
EM Emissions Technology GmbH, Esslingen * Deutschland 100,0 %
Purem GmbH, Neunkirchen * b Deutschland 100,0 %
Purem Technology GmbH, Esslingen * b Deutschland 100,0 %
Eberspächer Heizung Vertriebs-Verwaltungs-GmbH, Torgelow * Deutschland 100,0 %
Eberspächer Torgelow Verwaltungs-GmbH, Torgelow * Deutschland 60,0 %
Eberspächer Heizung Vertriebs-GmbH & Co. KG, Torgelow * Deutschland 100,0 %
Eberspächer CC RUS Beteiligungs-GmbH, Esslingen * Deutschland 100,0 %
Eberspächer Sütrak Verwaltungs-GmbH, Renningen * b Deutschland 100,0 %
Eberspächer Sütrak GmbH & Co. KG, Renningen * b Deutschland 100,0 %
Eberspächer Climate Control Systems International Beteiligungs-GmbH, Esslingen * b Deutschland 100,0 %
catem Holding GmbH & Co. KG, Herxheim * b Deutschland 100,0 %
Eberspächer catem GmbH & Co. KG, Herxheim * Deutschland 100,0 %
Eberspächer catem Verwaltungs-GmbH, Herxheim * b Deutschland 100,0 %
Eberspächer Torgelow GmbH & Co. KG, Torgelow * Deutschland 60,0 %
Eberspächer Climate Control Systems GmbH, Esslingen * b Deutschland 100,0 %
Eberspächer Controls Landau Verwaltungs-GmbH, Landau * b Deutschland 100,0 %
Eberspächer Controls Esslingen GmbH & Co. KG, Esslingen * b Deutschland 100,0 %
Eberspächer Controls Landau GmbH & Co. KG, Landau * b Deutschland 100,0 %
Eberspächer Controls International GmbH, Esslingen * Deutschland 100,0 %
Eberspächer Insurance Services GmbH, Esslingen * Deutschland 100,0 %
Eberspächer digital solutions GmbH, Esslingen * Deutschland 100,0 %
Eberspächer Controls Esslingen Verwaltungs-GmbH, Esslingen * b Deutschland 100,0 %
Menesa Verwaltungs-GmbH, Neunkirchen * Deutschland 100,0 %
Eberspächer Beteiligungs-GmbH, Esslingen * b Deutschland 100,0 %
Eberspächer Verwaltungs-GmbH, Esslingen * Deutschland 100,0 %
Eberspächer Vermögensverwaltung GmbH, Esslingen * b Deutschland 92,0 %
Eberspächer Venture Capital GmbH, Esslingen * Deutschland 100,0 %
Eberspächer catem Hermsdorf GmbH & Co. KG, Hermsdorf * b Deutschland 100,0 %
Montagewerk Abgastechnik Emden GmbH, Emden *** Deutschland 50,0 %
PACE Telematics GmbH *** Deutschland 28,2 %
Eberspaecher Bulgaria EOOD, Sofia * c Bulgarien 100,0 %
Purem St. Michel SAS, St. Michel / Frankreich * Frankreich 100,0 %
Eberspächer S.A.S., Elancourt / Frankreich * Frankreich 100,0 %
Eberspächer Kalori S.A.S, Pusignan / Frankreich * Frankreich 100,0 %
Purem Cowley Ltd., Coventry / Großbritannien * Großbritannien 100,0 %
Eberspächer (UK) Holdings Ltd., Ringwood / Großbritannien * Großbritannien 100,0 %
Eberspächer (UK) Ltd., Ringwood / Großbritannien * Großbritannien 100,0 %
Purem Castellato S.p.A., Castellalto / Italien * Italien 100,0 %
Eberspächer S.r.l., Borgosatollo / Italien * Italien 100,0 %
Eberspächer GmbH, Wiener Neudorf / Österreich * Österreich 100,0 %
Eberspächer Climate Control Systems Sp. z o.o., Olawa / Polen * Polen 100,0 %
Eberspächer Sp. z o. o., Wysogotowo / Polen * Polen 100,0 %
Purem Tondela, Unipessoal LDA, Tondela / Portugal * Portugal 100,0 %
Purem Oradea SRL, Oradea / Rumänien * Rumänien 100,0 %
Eberspacher Controls Ro S.R.L., Oradea / Rumänien * Rumänien 100,0 %
S. C. Eberspächer RO S.R.L, Floresti / Rumänien * Rumänien 100,0 %
Purem Togliatti OOO, Moskau / Russland * Russland 100,0 %
Joint-Stock Company Eberspaecher Climate Control Systems RUS, Moskau / Russland * Russland 100,0 %
Eberspächer Avtovazagregat Exhaust Systems LLC, Tolyatti / Russland ** Russland 100,0 %
Purem Nyköping AB, Nyköping / Schweden * Schweden 100,0 %
Eberspächer AB, Trollhättan / Schweden * Schweden 100,0 %
Purem Nitra s.r.o., Nitra / Slowakei * Slowakei 100,0 %
Eberspächer Sütrak S.A., Madrid / Spanien * Spanien 100,0 %
Purem Rakovnik spol. sr. o., Rakovnik / Tschechien * Tschechische Republik 100,0 %
Eberspächer Praha sr. o., Prag / Tschechien * Tschechische Republik 100,0 %
Eberspacher Turkey Egzoz Teknolojisi Sanayi Ve Ticaret Limited Şirketi, Bursa / Türkei * Türkei 100,0 %
Eberspaecher Ukraine 000, Kiew / Ukraine * Ukraine 100,0 %
Purem Automotive Technology Sorocaba Ltda., Sorocaba / Brasilien * Brasilien 100,0 %
Eberspächer Climate Control Systems Ltda., Sorocaba / Brasilien * Brasilien 100,0 %
Eberspächer Exhaust Systems Canada Inc., Brampton / Kanada * Kanada 100,0 %
Eberspächer Climate Control Systems Canada Inc., Mississauga / Kanada * Kanada 100,0 %
Eberspaecher Vecture Inc., Concord / Kanada * Kanada 100,0 %
Eberspächer Climate Control Systems, S.A. de C.V., Mexiko-Stadt / Mexiko * Mexiko 100,0 %
Purem Ramos Arizpe S.A. de C.V., Ramos Arizpe / Mexiko * Mexiko 100,0 %
Purem Novi Inc., Novi / USA * USA 100,0 %
Eberspächer Climate Control Systems USA Inc., Novi / USA * USA 100,0 %
Eberspaecher Victory LLC, Lafayette / USA * USA 100,0 %
Eberspaecher Controls North America Inc., Novi / USA * USA 100,0 %
Purem Automotive Technology (Taizhou) Co., Ltd., Thaizhou / China * China 100,0 %
Purem Automotive Technology (Chongqing) Co., Ltd., Chongqing / China * China 100,0 %
Purem Automotive Technology (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai / China * China 100,0 %
Eberspächer Automotive Technology (Beijing) Co. Ltd., Peking / China * China 100,0 %
Purem Automotive Technology (Zhangjiakou) Co. Ltd. (vormals: Eberspächer Exhaut Technology (Zhang Jiakou) Co., Ltd.), Zhang Jiakou / China * China 100,0 %
Zhongshan Eberspächer Kalori Air Conditioning Industry Co., Ltd., Zhongshan * China 100,0 %
Purem Automotive Technology (Xi'an) Co., Ltd (vormals: Eberspächer Exhaust Technology (XI'AN) Co., Ltd., XI'an) *** China 49,0 %
Guangxi Purem Yuchai Automotive Technology Co., Ltd., Yulin (vormals: Eberspächer Yuchai Exhaust Technology Co., Ltd., Yulin) *** China 51,0 %
Purem (Shanghai) Management Co., Ltd., Shanghai / China ** d China 100,0 %
Eberspaecher Suetrak Bus Climate Control Systems India Pvt. Ltd., Bangalore / Indien * a Indien 100,0 %
Exhaust Technology Pvt. Ltd, Neu-Delhi / Indien ** a Indien 50,0 %
Purem Yokohama K.K., Yokohama / Japan * Japan 100,0 %
Eberspächer Mikuni Climate Control Systems Corporation, Odawara-City / Japan * Japan 87,5 %
Eberspächer catem Japan Ltd., Nagoya / Japan ** Japan 100,0 %
Eberspaecher VAIREX asia pacific Co., Ltd., Saitama / Japan * Japan 100,0 %
Purem Aapico Sdn Bhd, Rawang / Malaysia ** e Malaysia 51,0 %
Eberspächer Climate Control Systems South East Asia Pte. Ltd. / Singapur * Singapur 100,0 %
Purem Seoul Co., Ltd., Seoul / Korea * Südkorea 100,0 %
Eberspächer Rosslyn (Pty.) Ltd., Pretoria / Südafrika * Südafrika 100,0 %
Purem Properties (Pty.) Ltd., Port Elizabeth / Südafrika * Südafrika 100,0 %
Purem Port Elizabeth (Pty.) Ltd., Port Elizabeth / Südafrika * Südafrika 100,0 %
Purem Aapico Co., Ltd., Rayong / Thailand *** f Thailand 51,0 %

* : voll konsolidiert

** : nicht konsolidiert

*** : at-Equity bilanziert

**** : nicht einbezogen

a: abweichendes Geschäftsjahr zum 31.03. (aufgrund gesetzlicher Vorgaben)

b: sicherungsübereignet

c: gegründet 25.03.2022

d: gegründet 01.07.2022

e: gegründet 11.11.2022

f: gegründet 30.08.2022

Im Geschäftsjahr 2022 wurde die Eberspächer Finanz GmbH, Esslingen auf die Eberspächer Climate Control Systems GmbH, Esslingen verschmolzen. Im ersten Quartal 2022 wurde die Eberspaecher Bulgaria EOOD, Sofia/Bulgarien gegründet, um elektrische Fahrzeugheizungen zu fertigen. Die Purem (Shanghai) Management Co., Ltd., Shanghai / China, deren Gründung im dritten Quartal 2022 stattgefunden hat, nimmt administrative Aufgaben wahr. Im dritten und vierten Quartal 2022 wurden die Purem Aapico Sdn. Bhd., Rawang / Malaysia sowie die Purem Aapico Co., Ltd., Rayong / Thailand gegründet, um Abgassysteme sowie Abgasreinigungskomponenten für Pkw und Nutzfahrzeuge lokal zu fertigen.

Die Anzahl der vollkonsolidierten Einheiten erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um insgesamt zwei Einheiten auf 85.

Für folgende vollkonsolidierte Tochtergesellschaften nehmen wir Befreiungsmöglichkeiten nach § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch:

Eberspächer Climate Control Systems GmbH, Esslingen am Neckar

Purem International GmbH, Esslingen am Neckar

Purem Technology GmbH, Esslingen am Neckar

Eberspächer Climate Control Systems International Beteiligungs-GmbH, Esslingen am Neckar

Purem GmbH, Neunkirchen/Saar

Purem Wilsdruff GmbH, Wilsdruff

Für folgende vollkonsolidierte Tochtergesellschaften nehmen wir Befreiungsmöglichkeiten nach § 264b HGB in Anspruch:

Einzelabschluss der Konzernmuttergesellschaft Eberspächer Gruppe GmbH & Co. KG, Esslingen am Neckar

Eberspächer Controls Esslingen GmbH & Co. KG, Esslingen am Neckar

Purem Service Parts GmbH & Co. KG, Neunkirchen/Saar

Eberspächer catem GmbH & Co. KG, Herxheim

catem Holding GmbH & Co. KG, Herxheim

Eberspächer catem Hermsdorf GmbH & Co. KG, Hermsdorf

Eberspächer Controls Landau GmbH & Co. KG, Landau

Eberspächer Sütrak GmbH & Co. KG, Renningen

Eberspächer Torgelow GmbH & Co. KG, Torgelow

Eberspächer Heizung Vertriebs-GmbH & Co. KG, Torgelow

Zum Bilanzstichtag 31.12.2022 sind Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 1.095.531 TEUR (Vj.: 0 TEUR) als Kreditsicherheiten im Rahmen des Konsortialkreditvertrags verpfändet.

4.2. Leasingverhältnisse

A. Leasingverhältnisse als Leasingnehmer

Die aus Leasingverhältnissen aktivierten Nutzungsrechte betreffen im Wesentlichen die Anmietung von Immobilien, technische Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattungen.

Die künftigen Mindestleasingzahlungen von unkündbaren Leasingverhältnissen sind wie folgt zu zahlen:

In TEUR 31.12.2022 31.12.2021
Bis zu einem Jahr 30.833 24.979
Länger als ein Jahr und bis zu fünf Jahren 73.388 58.520
Länger als fünf Jahre 17.056 19.971
Summe der nichtdiskontierten Zahlungsströme 121.277 103.471
davon enthalten in Bilanz: 111.752 93.103
Langfristig 82.931 70.494
Kurzfristig 28.821 22.609

Die im Konzernergebnis erfassten Beträge stellen sich wie folgt dar:

In TEUR 2022 2021
Aufwendungen für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte sowie aus kurzfristigen Leasingverhältnissen 27.795 20.943
Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten 1.861 1.940
Aufwendungen aus variablen Leasingzahlungen, die in der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten nicht berücksichtigt wurden 2.328 1.978
Erträge aus Sale-and-Lease-Back Transaktionen 19.573 -

In der Konzern-Kapitalflussrechnung wurden folgende Beträge erfasst:

In TEUR 2022 2021
Auszahlungen aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten 29.332 28.115
Aufwendungen für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte sowie aus kurzfristigen Leasingverhältnissen 27.795 20.943
Gezahlte Zinsen 1.861 1.940
Gesamte Zahlungsmittelabflüsse aus Leasingverhältnisse 58.988 50.999

Die Eberspächer Gruppe erwartet aus bereits abgeschlossenen Verträgen, die noch nicht begonnen haben, in der Zukunft einen Mittelabfluss in Höhe von 34 TEUR (Vj.: 1.207 TEUR).

Einige Immobilien-Leasingverhältnisse enthalten Verlängerungsoptionen, die vor Ablauf der unkündbaren Vertragslaufzeit vom Konzern ausübbar sind. Der Konzern beurteilt am Bereitstellungsdatum, ob die Ausübung von Verlängerungsoptionen hinreichend sicher ist. Der Konzern bestimmt erneut, ob die Ausübung einer Verlängerungsoption hinreichend sicher ist, wenn ein signifikantes Ereignis oder eine signifikante Änderung von Umständen eintritt, dass bzw. die innerhalb seiner Kontrolle liegt.

Im Geschäftsjahr 2022 haben zwei Gesellschaften der Division Purem by Eberspächer zur Optimierung des Cash-Managements Produktionsmaschinen im Rahmen von Sale-and-Lease-Back Transaktionen zum Buchwert veräußert und für über eine Grundmietzeit von jeweils 5 Jahren geleast. Die Transaktionen haben den Free Cashflow in Höhe von 16.885 TEUR positiv beeinflusst.

B. Leasingverhältnisse als Leasinggeber

In 2022 hat der Konzern ein Gebäude teilweise untervermietet, welches als Nutzungsrecht in den Sachanlagen ausgewiesen wird. Dieses Unterleasingverhältnis hat der Konzern aus Leasinggebersicht als Finanzierungsleasingverhältnis eingestuft.

2022 hat der Konzern einen Ertrag aus dem Abgang eines Nutzungsrechts in Höhe von 1.173 TEUR (Vj.: 530 TEUR) als Teil des Gewinns aus der Veräußerung von Sachanlagen dargestellt.

In 2022 hat der Konzern Zinserträge aus Leasingforderungen in Höhe von 20 TEUR (Vj.: 28 TEUR) erfasst.

Die folgende Tabelle stellt eine Fälligkeitsanalyse der Leasingforderungen dar und zeigt die nach dem Bilanzstichtag zu erhaltenden nicht diskontierten Leasingzahlungen.

In TEUR 2022 2021
Weniger als ein Jahr 642 599
Ein bis zwei Jahre 214 605
Zwei bis drei Jahre - 202
Drei bis vier Jahre - -
Gesamtbetrag der nicht diskontierten Leasingforderungen 856 1.406
Nicht realisierter Finanzertrag 7 26
Nettoinvestition in das Leasingverhältnis 849 1.380

4.3. Nahestehende Unternehmen und Personen

A. Mutterunternehmen und oberste beherrschende Partei

Im Zuge der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit unterhält die Muttergesellschaft Eberspächer Gruppe GmbH & Co. KG Beziehungen zu den in Anhangangabe 4.1. dieses Konzernabschlusses aufgeführten Tochtergesellschaften und zu anderen nahestehenden Unternehmen (Gemeinschaftsunternehmen, assoziierte Unternehmen und Beteiligungsunternehmen) und Personen.

B. Geschäftsvorfälle mit Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen

Für das Unternehmen sind die Mitglieder der Geschäftsführung und des Beirats der Eberspächer Gruppe GmbH & Co. KG Personen in Schlüsselpositionen und damit einschließlich ihrer nahen Familienangehörigen dem Unternehmen nahestehend.

i. Darlehen von Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen

Die offenen Salden aus Darlehen von Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen betragen zum 31. Dezember 2022 5.612 TEUR (31.12.2021: 5.407 TEUR). Der Zinssatz für die gewährten Darlehen beträgt wie auch im Vorjahr 6,0% p.a. Die Laufzeit der Darlehen ist unbestimmt.

ii. Vergütung der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen

Die Vergütung der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen, die im Geschäftsjahr 2022 für das Unternehmen tätig waren, umfasst:

In TEUR 2022 2021
Kurzfristig fällige Leistungen 3.023 2.602
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 8 45
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 600 -
Summe 3.637 2.647

Die Vergütung der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen beinhaltet Gehälter, Sachleistungen und Beiträge in einen leistungsorientierten Plan für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (siehe Anhangangabe 3.11.). Die Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses betreffen zwei ehemalige Geschäftsführer des Unternehmens. Ihnen wird Lohnfortzahlung bis zum Ende einer bestimmten Kündigungsfrist gewährt, ohne dass der Arbeitnehmer weitere Arbeitsleistung erbringt, die dem Unternehmen wirtschaftlichen Nutzen verschafft.

iii. Geschäftsvorfälle mit Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen

Der zusammengefasste Wert der Geschäftsvorfälle und der ausstehenden Salden im Zusammenhang mit Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen und Unternehmen, über die sie Beherrschung oder auf die sie maßgeblichen Einfluss haben, waren wie folgt:

In TEUR Wert der Geschäftsvorfälle 2022
Verkauf von Waren 17
Erbringung von Dienstleistungen 606
Erhaltung von Dienstleitungen 1
Gewährung von Garantien und Sicherheiten 2.300
Leasingvereinbarungen 3
Summe 2.927

Bei der Erbringung von Dienstleistungen handelte es sich um Entwicklungsleistungen eines Unternehmens eines Beirats sowie um das Honorar und die Nebenkosten für die Aufgabe in der Geschäftsführung. Es wurden marktübliche Sätze für derartige Beratungsleistungen in Rechnung gestellt und die Rechnungsbeträge waren gemäß den üblichen Zahlungsbedingungen fällig und zu bezahlen. Die Gewährung von Garantien und Sicherheiten enthält die Bestellung einer Grundschuld eines Geschäftsführers sowie eines Mitglieds des Beirats zur Besicherung von Altersteilzeitguthaben von Mitarbeitern zweier deutscher Tochtergesellschaften.

Zum Bilanzstichtag 31.12.2022 waren keine Salden ausstehend. Im Vorjahr wurden zudem die Angaben zu den Geschäftsvorfällen mit Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen gem. §286 Abs. 4 HGB i.V.m. §315a HGB unterlassen.

C. Andere Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Die Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und die zum Bilanzstichtag bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten resultieren ausnahmslos aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zu marktüblichen Bedingungen und stellen sich wie folgt dar:

Werte der Geschäftsvorfälle Salden ausstehend
In TEUR 2022 2021 31.12.2022 31.12.2021
Verkauf von Waren / Erbrachte Dienstleistungen
Gemeinschaftsunternehmen 4.249 3.180 1.609 590
Assoziierte Unternehmen - - - 24
Nicht konsolidierte Tochtergesellschaften 1.113 5.188 6.893 6.286
Sonstige
Gemeinschaftsunternehmen 638 678 151 235
Sonstige nahestehende Unternehmen 1 - 40 -
Nicht konsolidierte Tochtergesellschaften 131 1.557 50 1.477

Im Vorjahr wurde eine Forderung gegen ein verbundenes nicht konsolidiertes Unternehmen in der Division Purem by Eberspächer in Höhe von 4.858 TEUR wertberichtigt.

4.4. Honorar des Abschlussprüfers

Nachfolgend ist das für das Geschäftsjahr berechnete Honorar des Abschlussprüfers, KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, dargestellt:

In TEUR 2022 2021
Abschlussprüfungsleistungen 782 853
Andere Bestätigungsleistungen - 3
Steuerberatungsleistungen - -
Sonstige Leistungen 1 2.280
Summe 783 3.136

4.5. Mitarbeiter

Nachfolgend ist die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter dargestellt:

2022 2021
Direkte Arbeitnehmer 4.334 4.397
Indirekte Arbeitnehmer 6.120 5.981
Auszubildende 227 222
Summe 10.681 10.600

4.6. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Es ergaben sich keine Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.

 

Esslingen am Neckar, 23. Mai 2023

Eberspächer Gruppe GmbH & Co. KG

Geschäftsführung

Martin Peters

Uwe Johnen

Ulrike Wörz

Dominic Waldeier

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Eberspächer Gruppe GmbH & Co. KG, Esslingen am Neckar

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Eberspächer Gruppe GmbH & Co. KG, Esslingen am Neckar, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Eberspächer Gruppe GmbH & Co. KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Der Konzernlagebericht enthält als ungeprüft gekennzeichnete, nicht vom Gesetz vorgesehene Querverweise. Diese Querverweise sowie die Informationen, auf die sich die Querverweise beziehen, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Der Konzernlagebericht enthält als ungeprüft gekennzeichnete, nicht vom Gesetz vorgesehene Querverweise. Unser Prüfungsurteil erstreckt sich nicht auf diese Querverweise sowie die Informationen, auf die sich die Querverweise beziehen.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung‌‌‌ durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter‌‌ für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung‌ durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 23. Mai 2023

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Feller, Wirtschaftsprüfer

Rupperti, Wirtschaftsprüfer

Billigung des Konzernabschlusses

Der Konzernabschluss zum 31.12.2022 wurde am 22.06.2023 durch den Beirat genehmigt.

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