Stammdaten

Register
Amtsgericht Freiburg HRB 6484
Eingetragen
7.2.2001
Branche
Paket- und ExpressdiensteBetrieb von Bahnhöfen für den Personenverkehr einschließlich OmnibusbahnhöfenVermittlungstätigkeiten für die Güterbeförderung
Gegenstand
Der Transport und die Verteilung von Sendungen aller Art und Größe sowie alle damit im Zusammenhang stehenden Geschäfte und Serviceleistungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Thomas Kluzik
seit 25.1.2024
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Identifizierte Personen (5)

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Direkt-Kurier Zustell GmbH
Germany
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

arriva gmbh

Singen Hohentwiel (vormals: Freiburg im Breisgau)

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31.12.2023

der arriva gmbh

AKTIVA

31.12.2023 31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten 73.354,00 96.979,00
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 43.875,00 46.776,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 60.182,00 116.910,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 152.378,00 256.435,00 205.346,00 369.032,00
329.789,00 466.011,00
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 49.042,50 33.826,00
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.262.717,00 2.570.163,81
2, Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhätnis besteht 24.504,67 18.397,13
3. Sonstige Vermögensgegenstände 114.452,04 2.401.673,71 107.117,73 2.695.678,67
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 1.537.674.07 88.319,32
3.988.390,28 2.817.823,99
C. Rechnungsabgrenzungsposten 31.180,79 42.357,13
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 826.042,75 0,00
Bilanzsumme 5.175.402,82 3.326.192,12

PASSIVA

31.12.2023 31.12.2022
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 200.000,00 200.000,00
II. Kapitalrücklage 150.000,00 150.000,00
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 650.000,00 650.000,00
IV. Verlustvortrag -807.232,35 -753.394,30
V. Jahresfehlbetrag -1.018.810,40 -826.042,75 -53.838,05 192.767,65
VI. Umgliederung des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags 826.042,75 0,00
0,00 192.767,65
R, Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 1.035.967,20 334.435,00
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 328.701,79 612.294,06
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.740.331,12 1.001.924,78
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen cin Beteiligungsverhältnis besteht 1.399.963,33 808.827,97
4. Sonstige Verbindlichkeiten, 670.439,38 4.139.435,62 375.942,66 2.798.989,47
davon:
- aus Steuern € 46.142,49 (VJ € 191.362,74)
- im Rahmen der sozialen Sicherheit € 223.564,02 (VJ € 10.005,20)
Bilanzsumme 5.175.402,82 3.326.192,12

Gewinn- und Verlustrechnung vom 01.01. bis 31.12.2023

der arriva gmbh

2023 2022
1. Umsatzerlöse 23.478.319,74 25.263.254,53
2. Sonstige betriebliche Erträge 724.085,19 24.202.404,93 438.736,02 25.701.990,55
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -148.785,91 -165.242,16
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -75.679,10 -224.465,01 -120.058,42 -285.300,58
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -3.874.861,26 -3.753.790,34
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -790.132,43 -4.664.993,69 -773.339,28 -4.527.129,62
5. Abschreibungen
auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -157.330,90 -327.993,34
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen -20.128.882,02 -20.588.792,08
7. Erträge aus Beteiligungen 0,00 5.197,56
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -42.600,71 -28.358,54
9. Ergebnis nach Steuern -1.015.867,40 -50.386,05
10. Sonstige Steuern -2.943,00 -3.452,00
11. Jahresfehlbetrag -1.018.810.40 -53.838,05

Anhang für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis 31.12.2023

1. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss, zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Handelsrechtliche Vorschriften

Die Geschäftsführung der arriva gmbh mit Sitz in 78224 Singen (Hohentwiel), Freibühlstraße 4 (bis zum 17. Juli 2024: 79115 Freiburg, Lörracher Str. 5a) (HRB 6484 Registergericht Freiburg) erstellte den Jahresabschluss per 31.12.2023 nach den für eine mittelgroße Kapitalgesellschaft geltenden handelsrechtlichen Vorschriften. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Am 23.11.2023 hat die Geschäftsführung der arriva gmbh einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gem. § 270 Abs. 1 InsO beim Amtsgericht Konstanz wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt.

Durch den Beschluss des Amtsgericht Konstanz vom 01.02.2024 wurde über das Vermögen der Gesellschaft das Insolvenzverfahren eröffnet.

Der Jahresabschluss wird unter Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Die Nutzungsdauer liegt zwischen zwei und fünfzehn Jahren.

Das Sachanlagevermögen ist mit den aktivierungspflichtigen Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um die planmäßige Abschreibung vermindert.

Die Abschreibungen erfolgen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer und werden grundsätzlich nach der linearen Methode vorgenommen. Bei den Zugängen erfolgt die Abschreibung zeitanteilig.

Geringwertige Anlagegüter bis Euro 800,00 werden im Zugangsjahr in voller Höhe abgeschrieben, wobei gleichzeitig ein Abgang fingert wird.

Die Abschreibung der Mietereinbauten (Bauten auf fremden Grundstücken) erfolgt grundsätzlich nach den Grundsätzen für Gebäude mit einem Abschreibungssatz von 3 % pro Jahr. Die Nutzungsdauer der beweglichen Anlagegüter beträgt 3 bis 15 Jahre.

Vorräte werden zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bilanziert. Erkennbare Risiken sind durch Einzelwertberichtigungen, das allgemeine Kreditrisiko ist durch eine Pauschalwertberichtigung berücksichtigt.

Die sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages passiviert.

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

2. Erläuterungen zum Jahresabschluss

2.1. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Aufgliederung der in der Bilanz ausgewiesenen Anlagepositionen einschließlich der Angabe der im Geschäftsjahr vorgenommenen Abschreibungen ergibt sich aus dem Anlagespiegel, der als Anlage beigefügt ist.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben Restlaufzeiten von unter 1 Jahr. Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen Forderungen gegen Gesellschafter aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEuro 25 (Vj. TEuro 18).

Sonstige Rückstellungen

Der Posten sonstige Rückstellungen beinhaltet insbesondere Rückstellungen für Schadensersatzleistungen, Abfindungen, ausstehende Rechnungen, Tantiemen und sonstige Personalrückstellungen.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten haben folgende Restlaufzeiten:

Restlaufzeit
Gesamt bis 1 Jahr bis 5 Jahre über 5 Jahre
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 328.701,79 328.701,79 0,00 0,00
Vorjahr 612.294,06 612.294,06 0,00 0,00
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.740.331,12 1.740.331,12 0,00 0,00
Vorjahr 1.001.924,78 1.001.924,78 0,00 0,00
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.399.963,33 1.159.963,33 160.000,00 80.000,00
Vorjahr 808.827,97 568.827,97 160.000,00 80.000,00
4. Sonstige Verbindlichkeiten 670.439,38 670.439,38 0,00 0,00
Vorjahr 375.942,66 375.942,66 0,00 0,00
Gesamt 4.139.435,62 3.899.435,62 160.000,00 80.000,00
Vorjahr 2.798.989,47 2.558.989,47 160.000,00 80.000,00

Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

Die Verbindlichkeiten bestehen gegenüber Gesellschaftern in Höhe von TEuro 1.399 (Vj. TEuro 809) und betreffen in Höhe von TEuro 1.119 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und in Höhe von TEuro 280 Verbindlichkeiten aus der Gewährung von Darlehen.

2.2. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Erläuterung der periodenfremden Erträge und Aufwendungen

Periodenfremde Erträge TEuro
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 83
Buchgewinne aus Anlagenverkauf 17
Sonstige Posten 3
103
Periodenfremde Aufwendungen: TEuro
Buchverluste aus Anlagenverkauf 2
Sonstige Aufwendungen Vorjahre 20
22

Im Personalaufwand sind Aufwendungen für Abfindungen an Mitarbeiter in Höhe von TEuro 222 entsprechend Insolvenzsozialplans vom 29.01.2024 berücksichtigt.

Im Geschäftsjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen von TEuro 17 vorgenommen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten Zuführung der Rückstellung für Schadensersatzleistungen in Höhe von TEuro 513.

3. Sonstige Angaben

Beziehungen zu Unternehmensorganen

Während des Geschäftsjahres wurde die Geschäftsführung durch Herrn Thomas H. Schirner wahrgenommen. Mit Wirkung ab 1. Januar 2024 wurde Herr Schirner (Betriebswirt) als Geschäftsführer der Gesellschaft abberufen und Herr Thomas Kluzik (Leitung Logistik/Zustellung bei der SÜDKURIER GmbH) zum Geschäftsführer bestellt (Eintragung im Handelsregister am 25. Januar 2024).

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Haftungsverhältnisse bestehen nicht.

Finanzielle Verpflichtungen bestehen im Rahmen der üblichen Mietverträge (jährlich ca. TEuro 347). Die Mietverträge haben teilweise eine Laufzeit bis zum Januar 2028. Bei den Verpflichtungen aus Leasingverträgen handelt es sich um geleaste PKW und Betriebs- und Geschäftsausstattung (jährlich ca. TEuro 70).

Auf die Angabe der Bezüge nach § 285 Abs. 9a HGB wird aufgrund § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Weitere Angaben

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer

Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren während des Geschäftsjahres im Unternehmen durchschnittlich beschäftigt:

Mitarbeiter
Angestellte 38
Gewerbliche Arbeitnehmer 138
176

Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Durch den Beschluss des Amtsgericht Konstanz vom 01.02.2024 wurde über das Vermögen der Gesellschaft das Insolvenzverfahren eröffnet. Das Insolvenzverfahren wurde am 31.07.2024 beendet. Die Gesellschaft wird fortgeführt.

Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag sind nicht eingetreten.

 

Singen, 30.9.2025

Die Geschäftsführung der arriva gmbh

Thomas Kluzik

Entwicklung des Anlagevermögens (Bruttoanlagespiegel)

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Vortrag 01.Januar 2023 Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand 31.Dezember 2023
Euro Euro Euro Euro Euro
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten 584.288,95 8.700,00 0,00 7.824,80 585.164,15
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 211.865,94 0,00 0,00 0,00 211.865,94
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.963.169,46 0,00 0,00 0,00 1.963.169,46
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 779.057,11 14.202,90 0,00 75.141,04 718.118,97
2.954.092,51 14.202,90 0,00 75.141,04 2.893.154,37
Summe 3.538.381,46 22.902,90 0,00 82.965,84 3.478.318,52
Kumulierte Abschreibungen
Vortrag 01.Januar 2023 Zugänge Abgänge Stand 31.Dezember 2023
Euro Euro Euro Euro
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten 487.309,95 30.907,00 6.406,80 511.810,15
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 165.089,94 2.901,00 0,00 167.990,94
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.846.259,46 56.728,00 0,00 1.902.987,46
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 573.711,11 66.794,90 74.765,04 565.740,97
2.585.060,51 126.423,90 74.765,04 2.636.719,37
Summe 3.072.370,46 157.330,90 81.171,84 3.148.529,52
Buchwert
31.Dezember 2023 31.Dezember 2022
Euro Euro
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten 73.354,00 96.979,00
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 43.875,00 46.776,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 60.182,00 116.910,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 152.378,00 205.346,00
256.435,00 369.032,00
Summe 329.789,00 466.011,00

Lagebericht Geschäftsjahr 2023

I. Grundlagen des Unternehmens

1. Geschäftsmodell des Unternehmens

Die arriva gmbh wurde im September 2000 gegründet und ist seitdem im Rahmen der ihr von der Regulierungsbehörde für Post- und Telekommunikation (heute: Bundesnetzagentur) am 07.03.2001 erteilten Lizenzen als Briefdienstleister tätig. Diese Lizenz umfasst das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland.

Die arriva gmbh hatte ihren Sitz in der Lörracher Str. 5a in 79115 Freiburg. Es besteht eine Zweigniederlassung in Singen. Zum 1.7.2024 wird der Firmensitz nach Singen verlagert.

Die arriva gmbh bot als einer der größten privaten Briefdienstleister in Baden-Württemberg bis zur Insolvenz in Eigenverwaltung rund 4.800 Kunden die Abholung, Frankierung, Sortierung und Zustellung - das gesamte logistische Portfolio der Briefverarbeitung durch moderne Technologien - an. In und nach der Insolvenz sind dies noch ca. 1.500 Kunden. Die arriva gmbh hat sich auf die Zustellung von Standardsendungen und inhaltsgleichen Massensendungen spezialisiert und agiert zusätzlich als Paketkonsolidierer.

Die arriva gmbh beschäftigte 2023 aktuell rund 176 Mitarbeiter/-innen. Die Zustellung ist über die Muttergesellschaften sowie Schwesterunternehmen mit ähnlicher Gesellschafterstruktur organisiert. Über einen Insolvenzsozialplan ist das Ausscheiden eines Teils dieser Mitarbeiter im Zuge der Insolvenz vorbereitet.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene Rahmenbedingungen

Der Markt für Zustelldienstleistungen ist zunehmend schwierig, was auf rückläufige Zahlen an Postsendungen zurückzuführen ist. Möglichkeiten, steigende Kosten und sinkende Aufträge durch Preissteigerungen zu kompensieren, sind begrenzt. Denn der größte Wettbewerber, die Deutsche Post, ist an Preise gesetzlich gebunden, weshalb auch eine Preiserhöhung für Wettbewerber wie die arriva gmbh betriebswirtschaftlich nicht möglich ist, es existiert ein faktischer Preisdeckel.

Bedingt durch diese Herausforderungen in Kombination mit einem weiteren Rückgang des Sendungsvolumens konnte in 2023 kein positives Betriebsergebnis erwirtschaftet werden und sah sich die arriva gmbh gezwungen, im November 2023 den Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung zu stellen. Am 27. November 2023 wurde vom Amtsgericht Konstanz vorläufige Eigenverwaltung angeordnet.

2. Geschäftsverlauf

Aufgrund hoher Kostensteigerung und rückläufiger Sendungsmengen war das Geschäftsjahr 2023 durch Sanierungsanstrengungen geprägt. Das Sendungsvolumen erreichte ein Niveau, mit dem sich dauerhaft die beiden Sortierstandorte der arriva nicht mehr kostendeckend betreiben ließen. Im Verlauf des Jahres fiel daher die Entscheidung, einen der beiden Sortierstandorte zu schließen. Es wurde entschieden, mit einer restrukturierten arriva vom Standort Singen aus künftig nur noch im Zustellgebiet des SÜDKURIER mit eigenen Zustellern tätig zu sein. Eine drohende Zahlungsunfähigkeit machte zur Restrukturierung den Gang in eine Insolvenz notwendig. Die Zustellung durch die Mitgesellschafterin BZ.medien GmbH & Co. KG wurde zum 31.12.2023 beendet.

Im Jahr 2023 waren die Umsätze der Gesellschaft rückläufig und die arriva gmbh hat im Geschäftsjahr 2023 - so wie in den Geschäftsjahren 2021 und 2022 - einen Verlust erwirtschaftet. Eine positive Fortführungsprognose ermöglichte dabei eine Insolvenz in Eigenverwaltung.

3. Lage

a) Ertragslage

Die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr sind von 25,3 Mio. EUR auf 23,5 Mio. EUR um 7 % zum Vorjahr zurückgegangen. Der Rückgang der Umsatzerlöse ist auf den Rückgang der Sendungsmengen im kompletten Jahr 2023 zurückzuführen. Ab März 2023 war auch im Bereich der hoch bezahlten Standardpost durch den Wegfall eines großen Ausschreibungskunden ein Rückgang der Mengen zu verzeichnen. Preiserhöhungen konnten den Mengenrückgang nicht kompensieren.

Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich insbesondere aufgrund höherer Weiterberechnungen erhöht.

Die Personalaufwendungen haben sich um 3 % zum Vorjahr erhöht. Diese Entwicklung ist vor allem auf die Zuführung der Rückstellung für Sozialplan-Abfindungen zurückzuführen.

Die Abschreibungen verminderten sich aufgrund der geringeren planmäßigen Abschreibungen im Bereich der immateriellen Vermögensgegenstände und der technischen Anlagen und Maschinen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich um 2,2% (TEUR 460) reduziert. Dies liegt im Wesentlichen an um TEUR 1.988 reduzierten Zustellkosten. Gegenläufig entwickelten sich die Portokosten, diese stiegen um TEUR 602. Des Weiteren belastet neben insolvenzbedingten Kosten die Zuführung der Rückstellung für Schadensersatz die sonstigen betrieblichen Aufwendungen mit TEUR 513.

Das EBITDA beläuft sich auf TEUR -819 und verringerte sich somit gegenüber dem Vorjahr um TEUR -1.121.

Insgesamt ergibt sich ein Jahresergebnis von TEUR -1.019; verglichen mit TEUR -54 im Vorjahr. Die Haupttreiber waren Zuführungen zu Rückstellungen für Sozialplan-Abfindungen und Schadensersatz sowie Beratungskosten im Zusammenhang mit der Insolvenz. Durch diese Posten kam es zu einer deutlichen Verschlechterung der Ergebnisentwicklung gegenüber dem Vorjahr.

b) Finanzlage

Zum 31.12.2023 muss ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag in Höhe von TEUR 826 ausgewiesen werden. Die zur Finanzierung des operativen Geschäftsbetriebes bestehenden Kreditlinien von TEUR 1.500 wurden nach der Anmeldung der Insolvenz in Eigenverwaltung gekündigt. Durch die Aussetzung der Zahlungen nach der Anmeldung der Insolvenz hat sich der Bestand an flüssigen Mitteln auf TEUR 1.538 erhöht.

c) Vermögenslage

Das Anlagevermögen beläuft sich auf TEUR 330. Der Rückgang des Anlagevermögens im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass die planmäßigen Abschreibungen wie auch auf die außerplanmäßigen Abschreibungen, resultierend aus der Schließung des Standortes im Freiburg, die im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringeren Investitionen übersteigen. Das Umlaufvermögen beläuft sich auf TEUR 3.988. Der Anstieg des Umlaufvermögens in Höhe von TEUR 1.171 resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der Flüssigen Mittel in Höhe von TEUR 1.449.

Die Rückstellungen sind gegenüber dem Vorjahr um TEUR 702 gestiegen. Dies resultiert im Wesentlichen aus der Zuführung für Schadensersatz-Rückstellungen in Höhe von TEUR 513 sowie der Zuführung für Rückstellungen im Zusammenhang mit Sozialplan-Abfindungen in Höhe von TEUR 222.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen in voller Höhe kurzfristige Kontokorrentverbindlichkeiten. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern beinhalten im Wesentlichen offene Verbindlichkeiten aus der Zeit vor der Stellung des Insolvenzantrages. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind um TEUR 738 gestiegen. Dies resultiert aus Verbindlichkeiten vor dem Insolvenzzeitraum, welche erst mit der Quotenauszahlung im August 2024 anteilig beglichen wurden. Ebenso sind die sonstigen Verbindlichkeiten um TEUR 294 gestiegen. Im Wesentlichen resultiert dies aus den Verbindlichkeiten für Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer, welche ebenfalls aufgrund der Insolvenz erst anteilig mit der Quotenauszahlung beglichen wurde.

4. Finanzielle Leistungsindikatoren

Die Gesellschaft zieht für die interne Unternehmenssteuerung das EBIDTA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) heran.

Vor dem Hintergrund einer drohenden Zahlungsunfähigkeit stellte die arriva gmbh im November 2023 einen Antrag auf Anordnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung, den das Amtsgericht Konstanz, aufgrund positiver Fortführungsprognosen, mit Beschluss vom 27. November 2023 in vorläufiger Eigenverwaltung anordnete. Mit Beschluss vom 1. Februar 2024 wurde das Insolvenzverfahren über das Vermögen der arriva gmbh eröffnet und Eigenverwaltung anordnet. Personelle und strukturelle Sanierungsmaßnahmen innerhalb der Insolvenz ermöglichen es der arriva gmbh, nach Abschluss des Verfahrens wieder positive Jahresergebnisse zu erzielen.

IV. Prognosebericht

Der Markt für Zustelldienstleistungen ist zunehmend schwierig, was auf rückläufige Zahlen an Postsendungen zurückzuführen ist. Möglichkeiten, steigende Kosten und sinkende Aufträge durch Preissteigerungen zu kompensieren, sind begrenzt, da der größte Wettbewerber, die Deutsche Post, an Preise gesetzlich gebunden ist, weshalb auch für Wettbewerber wie die arriva der Spielraum für Preiserhöhungen betriebswirtschaftlich begrenzt ist.

Um der oben genannten Ausgangssituation zu entgegen, werden innerhalb der Insolvenz folgende Maßnahmen durchgeführt:

Beendigung Zustellung im Verbreitungsgebiet des Badischen-Verlags (BZ) zum 31. Dezember 2023 und Ausscheiden eines der beiden Gesellschafter im Rahmen der Insolvenz.

In Freiburg Stilllegung aller Produktionsschritte im Zusammenhang mit der Zustellung durch BZ, Umwandlung Sortiercenter Freiburg in ein reines Konsolidiercenter. Fertigungstiefe beschränkt sich auf die in der Konsolidierung vorab zu erbringenden sog. Teilleistungen, diese nur noch für einen Bruchteil der bisherigen Freiburger Kunden.

Verkleinerung der arriva-Verwaltung, Integration von Querschnittsaufgaben in die Fachabteilungen des SÜDKURIER Medienhaus, Geschäftsführer in Personalunion mit Logistikleitung SÜDKURIER.

Regionaler Schwerpunkt der Marktbearbeitung mit dem Fokus auf Bestandkundensicherung. Eine offensive Gewinnung neuer Kunden ist nicht mehr die primäre Aufgabe des Marktbereichs. Kernaufgabe Briefgeschäft ist künftig die Stützung der durch sinkende Auflagen sich verteuernden Zeitungszustellung.

Die arriva gmbh wird das Rumpfgeschäftsjahr vom 01.01.2024 bis 31.01.2024 mit einem EBIDTA in Höhe von TEUR -334 abschließen. Das zweite Rumpfgeschäftsjahr vom 01.02.2024 bis 31.07.2024 wird die arriva gmbh aufgrund der Sanierungsgewinne mit einem EBIDTA von TEUR 1.687 abschließen.

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Sanierung im Rahmen der Insolvenz in Eigenverwaltung, der Konzentration auf gut bezahlte regionale Mengen, einem hohen Anteil synergetischer Zustellung gemeinsam mit der Tageszeitung und der Konsolidierung preislich auskömmlicher Mengen, wird die arriva gmbh das Rumpfgeschäftsjahr 01.08.2024 bis 31.12.2024 mit einem EBIDTA von TEUR 68 abschließen. Für das Geschäftsjahr 2025 wird mit einem EBITDA von TEUR 142 gerechnet.

V. Chancen- und Risikobericht

1. Risikobericht

Leistungswirtschaftliches Risiko

Steigende Personalkosten im Bereich der Abhol- und Auslieferlogistik sowie Zustellung, bedingt vor allem durch Mindestlohnerhöhungen, erfordern Anpassungen in der Vergütungsstruktur des Zustellpartners der arriva gmbh. Dies wird auf die arriva gmbh direkte wirtschaftliche Auswirkungen haben, da aus der externen Zustellstruktur anfallende Mehrkosten direkt weiterbelastet werden. Die Konzentration auf Sendungsmengen mit positiven Deckungsbeiträgen und Sanierungsmaßnahmen im Rahmen der Insolvenz in Eigenverwaltung werden ab 2024 nach Einschätzung der Geschäftsführung zu Kostenoptimierungen führen.

Wettbewerbsrisiko

Neben der DPAG steht arriva täglich im Wettbewerb mit diversen Briefkonsolidierern. Besonders ausgeprägt ist der Wettbewerb mit der Deutsche Post Inhouse Services GmbH (100 %ige Tochter der DPAG).

Branchenrisiko

Durch eine Konsolidierung des privaten Briefmarktes in Deutschland und dem damit verbunden Ausstieg diverser Verlage aus dem privaten Briefmarkt schrumpft die bundesweit durch alternative Briefdienste angebotene Zustellfläche. Sinkt diese unter den Schwellenwert von 50% wird das Zustellnetz für internationale Einspeiser nach Brancheneinschätzungen uninteressanter, was zu rückläufigem nationalen Sendungsvolumen führen könnte.

Die zum Jahreswechsel 2023/2024 mit dem neuen Postgesetz vom Bundeskabinett beschlossene Ausweitung der Leistungen des postalischen Universaldienstes, und sich damit für Teilleistungen ergebende zusätzliche Umsatzsteuerbefreiungen, steht auf Antrag und bei Eignung auch den privaten Anbietern offen. Antragsverfahren und Umsetzung in den Unternehmen führen zu stark steigendem buchhalterischem und organisatorischem Aufwand. Diesen Aufwand dürfen die Unternehmen aber nicht scheuen, wollen sie weiterhin wettbewerbsfähige Angebote vor allem in Ausschreibungen von Institutionen und Behörden, die nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind, anbieten. Eine Teilnahme an Ausschreibungen dieses Kundensegments ohne die Möglichkeit mehrwertsteuerbefreit anzubieten, würde dann, aufgrund der hohen Differenz in den Angebotspreisen zu Mitbewerbern mit Mehrwertsteuerbefreiung, nicht erfolgreich sein.

2. Chancenbericht

Durch die Sanierung im Rahmen der Insolvenz, Verkleinerung der arriva-Verwaltung, Umwandlung des Sortierstandorts Freiburg in einen Konsolidierstandort, sowie einem regionalen Schwerpunkt der Markbearbeitung mit Fokus auf Bestandskundensicherung bei gleichzeitig größtmöglicher Integration der Briefzustellung in die Zeitungszustellung, um zu sinkenden Stückkosten zu kommen, wird die arriva 2024 nach Sanierung ein ausgeglichenes Jahresergebnis erzielen.

Neben den Risiken bei Teilleistungen und Umsatzsteuerbefreiung bietet die Postgesetznovelle auf dem Feld der Sendungslaufzeiten Chancen für den privaten Briefmarkt, dies vor allem beim wesentlichen Aspekt der Brieflaufzeiten. Sind Briefe der Absender bisher zu 80 % bereits am nächsten Werktag zuzustellen, müssen diese Sendungen gemäß der Neuregelung ab 2025 erst am dritten Werktag (zu 95%) und zu 99 % am vierten Werktag bei den Empfängern zugestellt sein. Der Briefverkehr wird damit deutlich langsamer. Dies bietet der arriva zum einen die Chance, im regionalen Zustellgebiet mit schnelleren Laufzeiten bei ihren Kunden zu punkten, bei den nationalen Austauschmengen, die ins private Netz eingespeist werden, entfällt der bisherige strukturelle Nachteil von im Vergleich zur DPAG längeren Laufzeiten.

Und nicht zuletzt bietet die von der Deutschen Post AG für 2025 avisierte Preiserhöhung der arriva gmbh die Möglichkeit, ihrerseits ebenfalls die Portopreise anzupassen und in 2025 preisbedingte Umsatzsteigerungen zu realisieren.

3. Gesamtaussage

Risiken der künftigen Entwicklung bestehen weiterhin in einem nicht vorhersehbaren Wettbewerbsverhalten im Bereich des starken (Ex-)Monopolisten Deutsche Post AG sowie den am Markt befindlichen Konsolidierern.

Die Veränderungen der Postgesetznovelle bieten Chancen und Risiken für den privaten Briefmarkt, hier vor allem ein weiterer Imagegewinn im Vergleich zum „langsamer werdenden“ Branchenprimus. Der zur Stärkung des Wettbewerbs im Gesetz vorgesehene Kompetenzzuwachs der Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation könnte an Ressourcenengpässen in der betroffenen Behörde scheitern.

Das durch die Übernahme der Anteile des bisherigen Mitgesellschafters BZ.medien GmbH & Co. KG zum 1.2.2024 gezeigte klare Bekenntnis zum Briefgeschäft durch den neuen Alleingesellschafter Direkt-Kurier Zustell GmbH, Tochterunternehmen von SÜDKURIER Medienhaus, spricht für den Rückhalt beim Gesellschafter.

Zentrale Aufgabe des Briefgeschäfts mit eigener Zustellung im Stammgebiet des SÜDKURIER wird es sein, die durch sinkende Auflagen sich immer weiter verteuernde Zeitungszustellung zu stützen. Dazu wird ein großer Teil der heute dort noch durch eigene, exklusive Briefzusteller verteilten Sendungen künftig in bestehende Zeitungsbezirke integriert und von den Zeitungszustellern im Zustellgang mit den Zeitungen verteilt. In diesem Marktsegment sind attraktivere Stückpreise zu erzielen und es kann von der starken regionalen Marke SÜDKURIER profitiert werden. Chancen ergeben sich durch den Ausbau des Geschäftsfelds der Briefkonsolidierung am Standort Freiburg in Kombination mit der Zustellung durch die Deutsche Post /DHL und weiterer externer Zustellpartner. Trotz eines generellen Megatrends sinkender Briefmengen ergeben sich durch die niedrigen Marktanteile der privaten Briefdienste (12,9% Mengenanteil 2023, Quelle Bundesnetzagentur) und steigende Volumina im Segment briefkastenfähiger Warensendungen für private Briefdienste weitere Wachstumschancen.

Mit dem erfolgreichen Abschluss des Verfahrens der Insolvenz in Eigenverwaltung zum 31.7.2024 sind daher Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten, derzeit nicht erkennbar.

VI. Risikoberichterstattung über die Verwendung von Finanzinstrumenten

Die Gesellschaft verfügt über einen solventen Kundenstamm. Forderungsausfälle sind im Verhältnis zum Umsatz trotz der wirtschaftlich schwierigen Situation im Jahr 2023 sehr gering. Zudem besteht eine langjährige Zusammenarbeit mit einem Großteil der Kunden. Forderungsausfälle sind seit Jahren auf einem niedrigen Niveau.

Verbindlichkeiten werden innerhalb der vereinbarten Zahlungsfristen gezahlt, im Rahmen der Insolvenz wurden die offenen Verbindlichkeiten zur Tabelle angemeldet und für Lieferverträge die Nichterfüllung erklärt.

Im kurzfristigen Bereich finanzierte sich die Gesellschaft bis zur Beantragung der Insolvenz überwiegend mittels Lieferantenkrediten und über Kreditlinien verschiedener Banken. Mit der vorläufigen Insolvenz verfügt das Unternehmen über keine Kreditlinien mehr und finanziert sich aus den laufenden Einnahmen. November, Dezember 2023 und Januar 2024 erfolgte die Zahlung von Löhnen und Gehälter über die Bundesagentur für Arbeit bzw. im Rahmen einer Insolvenzgeldvorfinanzierung.

Zur Absicherung gegen das Liquiditätsrisiko wird für jedes nennenswerte Handelsgeschäft ein Liquiditätsplan erstellt, der einen Überblick über die Geldaus- und -eingänge vermittelt. Soweit bei finanziellen Vermögenswerten Ausfall- und Bonitätsrisiken erkennbar sind, werden entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen. Zur Minimierung von Ausfallrisiken verfügt das Unternehmen über ein adäquates Debitorenmanagement. Zur Absicherung gegen das Liquiditätsrisiko wurde gemeinsam mit dem die Insolvenz in Eigenverwaltung begleitenden Generalbevollmächtigten ein Liquiditätsplan erstellt, der einen Überblick über die Geldaus- und -eingänge vermittelt.

Im Rahmen der Insolvenz erfolgt der Geschäftsbetrieb in enger Abstimmung mit dem Gläubigerausschuss und dem Sachwalter. Grundlage für die Insolvenz in Eigenverwaltung war eine wirtschaftlich positive Fortführungsprognose, die auf einer entsprechenden Umsatz- und Liquiditätsplanung beruht.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die arriva gmbh, Freiburg im Breisgau

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der arriva gmbh, Freiburg im Breisgau, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der arriva gmbh, Freiburg im Breisgau für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung des gesetzlichen Vertreters für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft,

führen wir Prüfungshandlungen zu den von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von dem gesetzlichen Vertreter zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Müllheim, 10. Oktober 2025

Regio Audit GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Dr. Schwarzkopf, Wirtschaftsprüfer

gez. Schmelzle, Wirtschaftsprüfer

Gesellschafterbeschluss zum Jahresabschluss per 31. Dezember 2023

Unter Verzicht auf sämtliche Form- und Fristvorschriften beschließen die Gesellschafter der Gesellschaft mehrheitlich was folgt.

1.

Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 mit einer Bilanzsumme von EUR 5.175.402,82 und einem Jahresfehlbetrag von EUR 1.018.810,40 wird festgestellt.

2.

Der Geschäftsführung wird für das Geschäftsjahr 2023 Entlastung erteilt.

3.

Der Jahresfehlbetrag wird auf neue Rechnung vorgetragen.

 

Konstanz, den 11.10.2025

Direkt-Kurier Zustell GmbH

David Lämmer

Thomas Kluzik

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

7 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
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