Stammdaten

Register
Amtsgericht Gütersloh HRB 3981
Eingetragen
4.7.2000
Branche
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieErbringung von sonstigen Dienstleistungen der InformationstechnologieErbringung von sonstigen Informationsdienstleistungen
Gegenstand
Die Erbringung von Beratungs- und Serviceleistungen auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationsverarbeitung sowie der Aufbau von Zukunftstechnologien und die Entwicklung innovativer Dienstleistungen.

Historie

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Management

NameRolle
Timo Alexander Laue
seit 4.4.2025
Prokura
Stefan Stein
seit 9.2.2022
Prokura
Knut Grabenkamp
seit 9.2.2022
Prokura
Anke Schröder
seit 9.2.2022
Prokura
Olaf Steinbrink
seit 9.2.2022
Prokura
Klaus Fetzer
seit 9.2.2022
Prokura
Frank Brinkmann
seit 9.2.2022
Geschäftsführer
Lars Schäfer
seit 28.7.2021
Prokura
Alexandra Dr. Heine
seit 7.9.2020
Prokura
Ralf Westhoff
seit 7.9.2020
Geschäftsführer
Hansjörg Metzger
seit 7.5.2020
Geschäftsführer
Jörn Schipper
seit 2.2.2017
Prokura
Jochen Fuchs
seit 17.6.2014
Prokura
Michael Dr. Pesch
seit 11.3.2010
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Reinhard Mohn GmbH
Germany
100.00%

Konzern- und Jahresabschlüsse

Bertelsmann SE & Co. KGaA

Gütersloh

Konzernabschluss zum 31.12.2019

Zusammengefasster Lagebericht

Das Geschäftsjahr 2019 im Überblick

Bertelsmann verzeichnete im Geschäftsjahr 2019 einen erfolgreichen Geschäftsverlauf mit weiterem organischen Wachstum und einem hohen operativen Ergebnis. Der Konzernumsatz erhöhte sich um 2,0 Prozent auf 18,0 Mrd. € (Vj.: 17,7 Mrd. €) bei einem organischen Wachstum in Höhe von 1,2 Prozent. Hierzu trugen neben dem Buchverlagsgeschäft vor allem die strategischen Wachstumsplattformen des Konzerns, insbesondere Fremantle, Arvato Supply Chain Solutions, die Digitalgeschäfte der RTL Group, BMG, Arvato Systems sowie die Digitalgeschäfte von Gruner + Jahr, bei. Das Operating EBITDA erhöhte sich auf 2.909 Mio. € (Vj.: 2.586 Mio. €). Der signifikante Anstieg ist neben einer positiven Geschäftsentwicklung auch auf die erstmalige Anwendung des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 16 "Leasingverhältnisse" zurückzuführen. Die EBITDA-Marge erhöhte sich infolgedessen auf 16,1 Prozent (Vj.: 14,6 Prozent). Das Konzernergebnis lag mit 1.091 Mio. € nach 1.104 Mio. € im Vorjahr erneut auf einem hohen Niveau. Bertelsmann geht auch für das Jahr 2020 von einem positiven Geschäftsverlauf aus.

Umsatz in Mrd. €

Umsatzwachstum von 2,0 Prozent, fortgesetztes organisches Wachstum von 1,2 Prozent

Weiterer Ausbau der Wachstumsgeschäfte mit einem starken organischen Umsatzzuwachs

Operating EBITDA in Mio. €

Anstieg des Operating EBITDA auf 2.909 Mio. €, auch durch neuen Rechnungslegungsstandard, auf vergleichbarer Basis über hohem Vorjahresniveau

EBITDA-Marge von 16,1 Prozent nach 14,6 Prozent im Vorjahreszeitraum

Konzernergebnis in Mio. €

Konzernergebnis übertrifft zum fünften Mal in Folge Milliardenschwelle

Erneut hoher Ergebnisbeitrag aus Fondsaktivitäten von Bertelsmann Investments

Grundlagen des Konzerns

Im vorliegenden Lagebericht wird das Wahlrecht genutzt, den Konzernlagebericht und den Lagebericht der Bertelsmann SE & Co. KGaA zusammenzufassen. In diesem zusammengefassten Lagebericht wird über den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Bertelsmann-Konzerns sowie der Bertelsmann SE & Co. KGaA berichtet. Die Angaben gemäß HGB zur Bertelsmann SE & Co. KGaA werden in einem eigenen Abschnitt erläutert. Der zusammengefasste Lagebericht wird anstelle des Konzernlageberichts im Bertelsmann Geschäftsbericht veröffentlicht.

Unternehmensprofil

Bertelsmann ist in den Kerngeschäftsfeldern Medien, Dienstleistungen und Bildung in rund 50 Ländern der Welt aktiv. Die geografischen Kernmärkte umfassen Westeuropa - vor allem Deutschland, Frankreich sowie Großbritannien - und die USA. Darüber hinaus verstärkt Bertelsmann sein Engagement in Wachstumsregionen wie Brasilien, Indien und China. Zu den Bertelsmann-Unternehmensbereichen zählen die RTL Group (Bewegtbild), Penguin Random House (Buch), Gruner + Jahr (Zeitschriften), BMG (Musik), Arvato (Dienstleistungen), die Bertelsmann Printing Group (Druck), die Bertelsmann Education Group (Bildung) und Bertelsmann Investments (Fonds).

Die Bertelsmann SE & Co. KGaA ist eine kapitalmarktorientierte, nicht börsennotierte Kommanditgesellschaft auf Aktien. Als Konzernholding übt sie zentrale Konzernfunktionen wie die Festlegung und Weiterentwicklung der Konzernstrategie, die Kapitalallokation, die Finanzierung und die Managemententwicklung aus. Die interne Unternehmenssteuerung und -berichterstattung folgen der Unternehmensorganisation, die sich aus den operativen Segmenten und dem Bereich Corporate zusammensetzt.

Die RTL Group ist nach Umsatz eines der führenden Unternehmen im Sender-, Inhalte- und Digitalgeschäft mit Beteiligungen an 68 Fernsehsendern, acht Streaming-Diensten, 30 Radiostationen, weltweiten Produktionsgesellschaften sowie Digitalgeschäften. Zu den Fernsehgeschäften zählen RTL Television in Deutschland, M6 in Frankreich und die RTLSender in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Kroatien und Ungarn sowie eine Beteiligung an Atresmedia in Spanien. Das Inhaltegeschäft der RTL Group, Fremantle, gehört zu den weltweit größten Entwicklern, Produzenten und Vertriebsgesellschaften von fiktionalen und nonfiktionalen Inhalten. Im Bereich Onlinevideo ist die RTL Group aktiv mit den Streaming-Diensten der Senderfamilien (unter anderem TV Now, 6play, Videoland), den digitalen Videounternehmen BroadbandTV und Divimove sowie mehr als 300 YouTube-Kanälen von Fremantle. Zur RTL Group gehören außerdem die Ad-Tech-Unternehmen Smartclip und SpotX. RTL AdConnect ist der internationale Vermarkter der RTL Group. Die RTL Group ist börsennotiert und Mitglied im MDAX.

Penguin Random House ist mit mehr als 300 Buchverlagen auf sechs Kontinenten die nach Umsatz größte Publikumsverlagsgruppe der Welt. Zu den bekannten Verlagsmarken zählen Doubleday, Riverhead, Viking und Alfred A. Knopf (USA), Ebury, Hamish Hamilton und Jonathan Cape (Großbritannien), Plaza & Janés und Alfaguara (Spanien), Sudamericana (Argentinien) sowie der international tätige Buchverlag DK. Die deutschsprachige Verlagsgruppe Random House mit traditionsreichen Verlagen wie Goldmann und Heyne gehört rechtlich nicht zu Penguin Random House, steht jedoch unter gleicher unternehmerischer Leitung und ist Teil des Unternehmensbereichs Penguin Random House. Jedes Jahr veröffentlicht Penguin Random House etwa 15.000 Neuerscheinungen und verkauft rund 600 Millionen gedruckte Bücher, E-Books und Hörbücher.

Gruner + Jahr ist einer der führenden Premium-Magazinverlage Europas mit etablierten Marken wie "Stern", "Brigitte" und "Geo", jungen Marken wie "Barbara", "Guido" und "Wohllebens Welt" sowie dem französischen Magazinverlag Prisma Media. Hinzu kommen Produkte und Lizenzen, etwa die "Schöner Wohnen"-Möbelkollektion sowie Digitalangebote in allen publizistischen Segmenten. In der digitalen Vermarktung betreibt G+J international tätige Plattformen wie AppLike und hält eine Beteiligung am Native-Advertising-Weltmarktführer Outbrain. Zu G+J zählt Territory als eine der führenden Kommunikationsagenturen in Deutschland sowie der führende Content-Communications-Anbieter in Europa. Zudem hält G+J die Mehrheit an der DDV Mediengruppe in Sachsen; das Unternehmen ist darüber hinaus an der Spiegel-Gruppe beteiligt.

BMG ist ein international tätiges Musikunternehmen und vertritt mit 19 eigenen Niederlassungen in zwölf Kernmusikmärkten mittlerweile mehr als drei Millionen Titel und Aufnahmen, darunter die Kataloge von Alberts Music, Broken Bow Music Group, Bug, Cherry Lane, Chrysalis, Mute, Primary Wave, Sanctuary und Trojan sowie Tausende namhafte Künstlerinnen, Künstler und Songwriter.

Arvato ist ein international agierendes Dienstleistungsunternehmen, das für Geschäftskunden diverser Branchen in mehr als 40 Ländern maßgeschneiderte Lösungen für unterschiedliche Geschäftsprozesse entwickelt und realisiert. Diese umfassen Supply Chain Solutions (SCS), Financial Solutions und IT-Dienstleistungen. Zum Dienstleistungsgeschäft gehört zudem die Unternehmensgruppe Majorel, an der Bertelsmann mit 50 Prozent beteiligt ist.

In der Bertelsmann Printing Group sind die Druckaktivitäten von Bertelsmann gebündelt. Sie umfassen sämtliche Tief- und Offsetdruckereien des Unternehmens in Deutschland, Großbritannien und den USA. Darüber hinaus werden diverse Digital Marketing Services angeboten, mit Fokus auf die Bereiche datengestütztes Multichannel-Marketing, Kampagnenmanagement sowie Kundenbindung. Zur Bertelsmann Printing Group gehören zudem der Speichermedienproduzent Sonopress, die Spezialdruckerei Topac und das Multipartnerprogramm DeutschlandCard.

Die Bertelsmann Education Group umfasst die Bildungsaktivitäten von Bertelsmann. Die digitalen Bildungs- und Dienstleistungsangebote haben ihre Schwerpunkte in den Sektoren Gesundheit und Technologie sowie im Bereich der Hochschulausbildung. Zu den Bildungsaktivitäten zählen unter anderem die Online-Weiterbildungsplattform Relias und die Beteiligung an Udacity sowie der US-Hochschuldienstleister HotChalk.

Bertelsmann Investments bündelt die globalen Start-up-Beteiligungen von Bertelsmann. Schwerpunkt der Aktivitäten sind die strategischen Wachstumsregionen Brasilien, China, Indien und die USA. Beteiligungen erfolgen im Wesentlichen über die Fonds Bertelsmann Brazil Investments (BBI), Bertelsmann Asia Investments (BAI), Bertelsmann India Investments (BII) und Bertelsmann Digital Media Investments (BDMI).

Regulatorische Rahmenbedingungen

Bertelsmann betreibt in mehreren europäischen Ländern Fernseh- und Radioaktivitäten, die regulatorischen Bestimmungen unterworfen sind, in Deutschland beispielsweise durch die medienrechtliche Aufsicht der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich. Unternehmen des Bertelsmann-Konzerns nehmen in vielen Geschäftsfeldern führende Marktpositionen ein, sodass akquisitorisches Wachstum aus wettbewerbsrechtlichen Gründen begrenzt sein kann. Darüber hinaus unterliegen einige Bildungsaktivitäten regulatorischen Bestimmungen staatlicher Behörden und Akkreditierungsstellen.

Aufgrund der Börsenzulassung der begebenen Genussscheine und Anleihen unterliegt Bertelsmann als kapitalmarktorientiertes Unternehmen den entsprechenden kapitalmarktrechtlichen Bestimmungen.

Aktionärsstruktur

Die Bertelsmann SE & Co. KGaA ist eine nicht börsennotierte Kommanditgesellschaft auf Aktien. Die Kapitalanteile der Bertelsmann SE & Co. KGaA werden zu 80,9 Prozent von Stiftungen (Bertelsmann Stiftung, Reinhard Mohn Stiftung, BVG-Stiftung) und zu 19,1 Prozent von der Familie Mohn mittelbar gehalten. Alle Stimmrechte in der Hauptversammlung der Bertelsmann SE & Co. KGaA und der Bertelsmann Management SE (persönlich haftende Gesellschafterin) werden von der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft (BVG) kontrolliert.

Strategie

Bertelsmann strebt ein wachstumsstarkes, digitales, internationales und diversifiziertes Konzernportfolio an. Geschäfte, in die Bertelsmann investiert, sollen ein langfristig stabiles Wachstum, globale Reichweite, nachhaltige Geschäftsmodelle, hohe Markteintrittsbarrieren und Skalierbarkeit aufweisen. Das stark wachsende Bildungsgeschäft wird zur dritten Ertragssäule neben den Medien- und Dienstleistungsgeschäften ausgebaut. Die Konzernstrategie umfasst vier strategische Stoßrichtungen: Stärkung der Kerngeschäfte, digitale Transformation, Ausbau von Wachstumsplattformen sowie Expansion in Wachstumsregionen. Im Geschäftsjahr 2019 wurde weiter intensiv an der Umsetzung der Strategie entlang dieser Stoßrichtungen gearbeitet.

Zur Stärkung der Kerngeschäfte trugen neben organischen Erfolgen auch wichtige strategische Akquisitionen bei. So erweiterte die RTL Group ihre Senderfamilie in Frankreich um den frei empfangbaren Kindersender Gulli sowie fünf Pay-TV-Kanäle aus dem Besitz von Lagardère. In Deutschland startete mit VOXup ein neuer linearer Sender, der eine Mischung aus bekannten Vox-Formaten, Free-TV-Premieren und neuen Eigenproduktionen bietet. Zum Ende des Geschäftsjahres 2019 verkündete Bertelsmann die geplante Übernahme der restlichen Anteile an Penguin Random House vom Mitgesellschafter Pearson. Bertelsmann wird somit zukünftig alleiniger Gesellschafter der nach Umsatz weltweit größten Publikumsverlagsgruppe. Darüber hinaus baute Penguin Random House das Buchverlagsgeschäft neben fortgesetztem organischen Wachstum auch akquisitorisch weiter aus und erwarb unter anderem den britischen Kinderbuchverlag Little Tiger Group sowie in den USA einen Anteil an dem Verlag Sourcebooks. Gruner + Jahr erweiterte sein Portfolio im Bereich der Personality-Magazine, beispielsweise durch eine Kooperation von "Brigitte" mit der Psychotherapeutin und Bestsellerautorin Stefanie Stahl. Zu Jahresbeginn 2019 vollzogen Bertelsmann und die Saham Group die Zusammenlegung ihrer weltweiten CRM-Geschäfte in das neu formierte Unternehmen Majorel. Die weltweiten Druckgeschäfte der Bertelsmann Printing Group wurden neu aufgestellt. Die neue bereichsübergreifende Organisationsstruktur bildet das organisatorische Fundament für einen "One Company"-Ansatz. Im Berichtszeitraum lag zudem ein besonderer Schwerpunkt auf dem verstärkten Aufbau von Kooperationen und Allianzen, zum Beispiel der Bertelsmann Content Alliance in den Inhaltegeschäften oder auch der Ad Alliance in der Werbevermarktung.

Die digitale Transformation wurde durch den fortgesetzten Ausbau der Digitalgeschäfte weiter vorangetrieben. Die RTL Group verzeichnete für ihre Streaming-Dienste neben dem Anstieg zahlender Abonnenten auch eine erhöhte Sehdauer auf den Plattformen TV Now in Deutschland und Videoland in den Niederlanden. In Frankreich entwickelt die zur RTL Group gehörende Groupe M6 die technologische Plattform für Salto -den gemeinsamen Streaming-Dienst mit TF1 und France Télévisions, der 2020 starten soll. Gruner + Jahr startete mit "Stern Crime Plus" sein erstes kostenpflichtiges AboModell für digitalen Journalismus. Die Bertelsmann Content Alliance setzt mit Gründung der Audio Alliance verstärkt auf Audio-Angebote und initiierte die Podcast-Produktion und die Distribution neuer Podcasts über die eigene Plattform Audio Now.

Die Wachstumsplattformen des Konzerns wurden weiter ausgebaut und verzeichneten insgesamt ein deutliches organisches Wachstum. Fremantle setzte seinen Ausbau der Drama-Produktionen mit dem Start der zweiten Staffel von "American Gods" fort und verbuchte Erfolge mit Formaten wie "America's Got Talent: The Champions" in den USA und der zweiten Staffel der UFA-Serie "Charité" in Deutschland. BMG erweiterte seine Präsenz in Asien mit der Eröffnung einer Niederlassung in Hongkong und verzeichnete erfolgreiche Veröffentlichungen von Künstlerinnen und Künstlern wie Kylie Minogue oder Jason Aldean im Labelgeschäft und Bring Me The Horizon, Juice WRLD oder Lewis Capaldi im Verlagsgeschäft. Neue oder erweiterte Verträge wurden im Labelbereich unter anderem mit Richard Marx, Natalie Imbruglia sowie der Band Seeed unterzeichnet, im Verlagsbereich mit Neil Finn von Crowded House, Cage The Elephant sowie Mick Jagger und Keith Richards von den Rolling Stones. Arvato Supply Chain Solutions gewann zahlreiche Neukunden und Arvato Financial Solutions initiierte den Aufbau des Pay-after-Delivery-Geschäfts sowie einer digitalen "Know Your Customer"-Plattform mit dem Ziel, Unternehmen und Banken signifikant zu entlasten. Arvato Systems baute sein Portfolio IP-basierter Lösungen mit der Markteinführung einer Serialisierungslösung für verschreibungspflichtige Arzneimittel sowie eines VPN-Zugangsdienstes weiter aus. Im Online-Bildungsbereich vergrößerte Relias seine Kundenbasis weiter und integrierte den Bereich Gesundheitswesen des im Vorjahr erworbenen Unternehmens OnCourse Learning. Bertelsmann gab im Rahmen der digitalen Weiterbildungskampagne #50000Chancen bekannt, in den kommenden drei Jahren rund 50.000 Stipendien für Kurse der US-Weiterbildungsplattform Udacity in den Bereichen Cloud, Data oder Künstliche Intelligenz zu vergeben.

In den Wachstumsregionen baute Bertelsmann sein globales Netzwerk aus Start-up-Beteiligungen weiter aus und tätigte im Berichtszeitraum rund 80 Neu- und Folgeinvestitionen. Ende des Jahres 2019 hielt Bertelsmann Investments im Wesentlichen über seine vier internationalen Fonds rund 230 Beteiligungen an jungen Unternehmen und Fonds. Im Berichtszeitraum beteiligte sich Bertelsmann Asia Investments (BAI) unter anderem an der E-CommercePlattform Ding Dong Fresh, auf der sich Kunden per App frische Lebensmittel nach Hause schicken lassen können. Des Weiteren gelangen dem Fonds mehrere erfolgreiche Exits, darunter der Verkauf aller Anteile am Tech-Unternehmen Bigo. Bertelsmann India Investments (BII) investierte in den Online-Kreditmarktplatz Rupeek, der sich derzeit auf die Kreditvergabe gegen Gold als Sicherheit konzentriert. In Brasilien übernahm Bertelsmann Afferolab, einen der größten Corporate-Training-Anbieter des Landes, vollständig. Zudem unterstützte Bertelsmann Brazil Investments (BBI) die Vorbereitungen für den im Juli erfolgreich vollzogenen Börsengang des brasilianischen Bildungsunternehmens Afya. An Afya ist Bertelsmann über eine Fondsbeteiligung mit dem Partner Crescera Investimentos beteiligt. Penguin Random House erweiterte seine Präsenz in Südamerika mit der Übernahme der in Spanien und Lateinamerika tätigen Verlagsgruppe Ediciones Salamandra sowie dem Erwerb des Literatur- und Bildungsverlags Editora Zahar in Brasilien durch Companhia das Letras.

Bertelsmann wird seine laufende Transformation auch 2020 entlang der vier strategischen Stoßrichtungen vorantreiben. Die Einhaltung und die Erreichung der strategischen Entwicklungsprioritäten werden fortlaufend durch den Vorstand und auf Ebene der Unternehmensbereiche im Rahmen regelmäßiger Sitzungen der Strategy and Business Committees überprüft, ebenso im Rahmen des jährlichen Strategischen Planungsdialogs zwischen Vorstand und Aufsichtsrat. Darüber hinaus werden kontinuierlich relevante Märkte und das Wettbewerbsumfeld analysiert, um hieraus Schlüsse für die Weiterentwicklung der Konzernstrategie zu ziehen. Zu Fragen der Konzernstrategie und Konzernentwicklung wird der Vorstand durch das Group Management Committee (GMC) unterstützt, das mit Führungskräften besetzt ist, die wesentliche Geschäfte, Länder, Regionen und ausgewählte konzernübergreifende Funktionen repräsentieren.

Für die Strategieumsetzung ist auch die inhaltliche und unternehmerische Kreativität von besonderer Bedeutung. Bertelsmann wird daher auch künftig in die kreative Substanz der Geschäfte investieren. Zugleich ist die Innovationskompetenz für Bertelsmann von hoher Bedeutung und ein wichtiger strategischer Bestandteil (siehe Abschnitt "Innovationen").

Wertorientiertes Steuerungssystem

Das übergeordnete Ziel von Bertelsmann ist die kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswertes über eine nachhaltige Verbesserung der Ertragskraft bei einem gleichzeitig effizienten Kapitaleinsatz. Zur Steuerung des Konzerns bedient sich Bertelsmann seit vielen Jahren eines wertorientierten Steuerungssystems, in dessen Mittelpunkt Umsatz, operatives Ergebnis und optimaler Kapitaleinsatz stehen. Aus formalen Gründen unterscheidet Bertelsmann Steuerungskennzahlen im engeren Sinne von solchen im weiteren Sinne.

Steuerungskennzahlen im engeren Sinne - hierzu zählen Umsatz, Operating EBITDA sowie der Bertelsmann Value Added (BVA) -dienen der unmittelbaren Beurteilung der laufenden Geschäftsentwicklung und finden dementsprechend Eingang in den Prognosebericht. Hiervon abgegrenzt werden Steuerungskennzahlen im weiteren Sinne verwendet, die sich zum Teil aus den vorgenannten Kennzahlen ableiten oder durch diese stark beeinflusst werden. Hierzu zählen die EBITDA-Marge sowie die Cash Conversion Rate. Bestandteil des wertorientierten Steuerungssystems im weiteren Sinne ist darüber hinaus das finanzielle Steuerungssystem mit den definierten internen Finanzierungszielen. Angaben zur erwarteten Entwicklung von Steuerungskennzahlen im weiteren Sinne erfolgen allenfalls ergänzend und sind kein Bestandteil des Prognoseberichts.

Zur Erläuterung des Geschäftsverlaufs und zur Steuerung des Konzerns verwendet Bertelsmann auch sogenannte Alternative Leistungskennzahlen, die nicht nach IFRS definiert sind (detaillierte Erläuterung hierzu im Abschnitt "Alternative Leistungskennzahlen").

Steuerungskennzahlen im engeren Sinne

Zur Steuerung des Konzerns verwendet Bertelsmann den Umsatz, das Operating EBITDA sowie den BVA als Steuerungsgrößen. Der Umsatz wird als Wachstumsindikator der Geschäfte herangezogen. Im Geschäftsjahr 2019 erhöhte sich der Konzernumsatz um 2,0 Prozent auf 18,0 Mrd. € (Vj.: 17,7 Mrd. €). Das organische Wachstum lag bei 1,2 Prozent.

Eine wesentliche Steuerungskennzahl zur Messung der Profitabilität des Bertelsmann-Konzerns und der Unternehmensbereiche ist das Operating EBITDA. Im Berichtszeitraum erhöhte sich das Operating EBITDA auch durch die Erstanwendung des neuen Leasingstandards IFRS 16 auf 2.909 Mio. € (Vj.: 2.586 Mio. €).

Zur Beurteilung der Ertragskraft des operativen Geschäfts und der Rentabilität des investierten Kapitals verwendet Bertelsmann den BVA. Der BVA misst den über die angemessene Verzinsung des investierten Kapitals hinaus erwirtschafteten Gewinn. Im Geschäftsjahr 2019 lag der BVA bei 89 Mio. € nach 121 Mio. € im Vorjahr.

Steuerungskennzahlen im weiteren Sinne

Zur Beurteilung der Geschäftsentwicklung werden weitere Steuerungskennzahlen verwendet, die sich teilweise aus Umsatz und Operating EBITDA ableiten bzw. von diesen Größen stark beeinflusst werden.

Als Maßstab für die Finanzmittelfreisetzung aus den Geschäften dient die Cash Conversion Rate, die im langjährigen Mittel zwischen 90 und 100 Prozent liegen soll. Im Geschäftsjahr 2019 betrug die Cash Conversion Rate 97 Prozent (Vj.: 91 Prozent).

Als ergänzendes Kriterium zur Beurteilung der operativen Geschäftsentwicklung wird die EBITDA-Marge herangezogen. Im Geschäftsjahr 2019 lag die EBITDA-Marge mit 16,1 Prozent über dem Vorjahresniveau von 14,6 Prozent. Die Effekte der Erstanwendung von IFRS 16 wirkten sich entsprechend positiv aus.

Das finanzielle Steuerungssystem von Bertelsmann ist definiert durch die internen Finanzierungsziele, die im Abschnitt "Finanz- und Vermögenslage" dargestellt werden. Diese Grundsätze zur Finanzierung werden bei der Steuerung des Konzerns verfolgt und fallen unter das wertorientierte Steuerungssystem im weiteren Sinne.

Zum wertorientierten Steuerungssystem im weiteren Sinne zählen nicht die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren (Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Corporate Responsibility und ähnliche Themenfelder). Aufgrund einer bislang nur eingeschränkten Messbarkeit können keine unmittelbar quantifizierbaren Aussagen zu Wirkungszusammenhängen und Wertsteigerungen getroffen werden. Die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren werden daher bisher noch nicht zur Steuerung des Konzerns verwendet.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Der folgende Abschnitt bezieht sich auf die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren bei Bertelsmann. Bezüglich weitergehender Informationen zu Organisation, Management und wesentlichen Themenfeldern der Corporate Responsibility wird auf den Abschnitt "Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung" auf Seite 41 ff. verwiesen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Der Konzern beschäftigte zum Ende des Geschäftsjahres 2019 weltweit 126.447 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2019 absolvierten 1.235 Personen eine Berufsausbildung in den inländischen Bertelsmann-Unternehmen.

Im Personalbereich wurden Talent-Management-Prozesse und -Instrumente gefestigt. Insbesondere soll bis 2021 über alle Unternehmensbereiche hinweg ein Frauenanteil von einem Drittel im Top- und Senior-Management erreicht werden.

Die Bertelsmann Essentials (Unternehmenswerte) wurden kommuniziert. In der konzernweit erstmals digital durchgeführten Mitarbeiterbefragung wurde der Stand der Umsetzung der Essentials überprüft. Die Mitarbeiterbefragung soll von 2019 an alle zwei Jahre stattfinden.

Des Weiteren wurde das digitale Lernportfolio der Bertelsmann University erweitert. Ende 2019 verfügten mehr als 91.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 57 Ländern über einen Zugang zu Weiterbildungsangeboten der konzernweiten digitalen HR-IT-Plattform "peoplenet".

Auf der Konzerndialogkonferenz im Februar 2020 haben Arbeitnehmervertreter und Arbeitgebervertreter die zukünftige Art der Zusammenarbeit und aktuelle Entwicklungen diskutiert.

Nachdem der Aktionsplan Inklusion zur verbesserten Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben verabschiedet wurde, hat die Umsetzung gemeinsam mit den Schwerbehindertenvertretungen an den deutschen Standorten begonnen.

Seit 1970 gehört Bertelsmann zu den Vorreitern der betrieblichen Gewinn- und Erfolgsbeteiligung. Aus dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2018 wurden 2019 konzernweit insgesamt 116 Mio. € (Vj.: 105 Mio. €) an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgezahlt.

Innovationen

Unternehmen investieren in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte, um nachhaltig ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Die Medienbranche ist gleichermaßen darauf angewiesen, innovative Medieninhalte sowie mediennahe Produkte und Dienstleistungen in einem sich schnell entwickelnden Umfeld zu schaffen. Anstelle herkömmlicher Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ist daher für Bertelsmann vor allem die eigene Innovationskraft für die Unternehmensentwicklung von wesentlicher Bedeutung. Insbesondere Produktinnovationen, Investitionen in Zukunftsmärkte sowie die Integration neuer Technologien sind ausschlaggebend für einen langfristigen Unternehmenserfolg. Darüber hinaus ist die Innovationskompetenz von hoher Bedeutung für die Umsetzung der Strategie.

Bertelsmann setzt auf Innovationen und Wachstum in Kerngeschäften und neuen Geschäftsfeldern. Das kontinuierliche Verfolgen bereichsübergreifender Trends und das Beobachten neuer Märkte zählen zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren des Innovationsmanagements. Auf Konzernebene identifiziert Bertelsmann gemeinsam mit den Unternehmensbereichen laufend innovative Geschäftsansätze und setzt sie um. Zusätzlich zu den marktnahen Aktivitäten werden konzernweite Initiativen vorangetrieben, die den Wissensaustausch und die Zusammenarbeit aktiv fördern. Auf regelmäßig stattfindenden Innovationsforen diskutieren Führungskräfte mit internen und externen Experten über Erfolgsfaktoren für Innovation und Kreativität. Darüber hinaus wird die Zusammenarbeit durch einen Ausbau der Kooperationen zwischen den Unternehmensbereichen gestärkt. So werden beispielsweise die Kompetenzen der Vermarkter IP Deutschland, G+J eMS sowie weiterer Partner in der Ad Alliance gebündelt und Werbekunden sowie Mediaagenturen angeboten. Zudem initiierte Bertelsmann im Berichtszeitraum die neue Bertelsmann Content Alliance in Deutschland, eine Zusammenarbeit aller Inhaltegeschäfte des Konzerns, um bereichsübergreifend gemeinsame Formate zu entwickeln und zu vermarkten.

Die Innovationen der RTL Group konzentrieren sich auf drei Kernthemen: die stetige Entwicklung neuer, hochwertiger TV-Formate, die Nutzung aller digitalen Verbreitungswege sowie den Ausbau vielfältiger Vermarktungs- und Monetarisierungsformen. Die RTL Group hat zum Beispiel die Format Creation Group (FC Group) gegründet, um die wachsende Nachfrage nach exklusiven Inhalten zu bedienen, indem innovative Formatideen und geistiges Eigentum entwickelt werden, die vollständig von der RTL Group kontrolliert werden. Die FC Group entwickelt Factual-Entertainment-Formate und Reality-Shows und arbeitet dabei eng mit den Sendern der RTL Group zusammen, um deren Bedürfnisse in ihren jeweiligen nationalen Märkten zu berücksichtigen. Die Groupe M6 entwickelt die technische Plattform für den Bezahl-Streaming-Dienst Salto, dessen Launch für 2020 geplant ist. Salto ist ein Projekt der beiden großen privaten französischen TV-Unternehmen Groupe TF1 und Groupe M6 sowie der öffentlich-rechtlichen Sender von France Télévisions. Die technische Plattform von Salto wird künftig auch von den RTL-Senderfamilien genutzt werden und soll zugleich offen für externe Partner sein. In Deutschland hat die Mediengruppe RTL Deutschland gemeinsam mit ProSiebenSat.1 das Joint Venture d-force gestartet, um damit Addressable-TV und Onlinevideo-Werbung in Deutschland voranzutreiben.

Innovationen bei Penguin Random House zielen darauf ab, eine von Lesern geleitete Kultur im gesamten Unternehmen zu fördern. Der innovative Ansatz beginnt mit dem Verständnis für Vorlieben und Präferenzen der Leserinnen und Leser anhand von Daten und Einsichten, um ein einzigartiges Markenerlebnis zu schaffen. Um das Kauferlebnis der Leserinnen und Leser weiter zu verbessern, führte die US-amerikanische Verlagsgruppe das Treueprogramm "Reader Rewards" ein, mit dem Verbraucher Belohnungen für den Kauf und das Lesen von Büchern erhalten. Studien zeigen, dass ein Großteil der Millennials deutlich mehr an Erlebnissen als an materiellen Gütern interessiert ist. Vor diesem Hintergrund initiierte Penguin Random House erstmals die eigene Buchmesse "Book Fair for Grown Ups!" in New York. Das Event für junge Erwachsene wurde konzipiert in Anlehnung an eine Schulbuchmesse und erhielt viel Aufmerksamkeit von Teilnehmern und in den Sozialen Medien. Ein Beispiel für die Expertise bei der Nutzung von Daten, um ein breiteres Publikum zu erreichen, ist der Global Data Hub. Der Hub ist ein globales Datenprojekt und ermöglicht die optimierte Verwendung von Daten, um die Entscheidungsfindung in den verschiedenen Penguin-Random-House-Unternehmen voranzutreiben und sicherzustellen, dass Autorinnen und Autoren mit ihren Büchern die meisten Leserinnen und Leser erreichen.

Die Innovationen bei Gruner + Jahr lagen vor allem in der Lancierung neuer Magazine, in der Entwicklung digitaler journalistischer Bezahlmodelle sowie in der Förderung tragfähiger Allianzen, allen voran die Bertelsmann Content Alliance. Die gute Geschäftsentwicklung der Vermarktungsplattform AppLike sowie die positive Entwicklung der Digitalangebote der klassischen Magazinmarken von Prisma Media sorgten für weiteres Wachstum des Digitalgeschäfts. Mit "Wohllebens Welt" wurde das erfolgreiche Segment der Persönlichkeitsmagazine weiter ausgebaut, das Magazin "Brigitte Be Green" adressierte den Nachhaltigkeitstrend in der Gesellschaft. Mit "Stern Crime Plus" und "Stern Plus" startete G+J erfolgreich die ersten journalistischen Paid-Content-Angebote. Gemeinsam mit der Bauer Media Group formte G+J die neue Plattform "Der Medienvertrieb" für den Zeitschriftenvertrieb.

Die Innovationen bei BMG stützen sich auf die fünf strategischen Säulen des Unternehmens: Fokussierung auf Wachstumsmärkte, Ausbau und Diversifizierung des Repertoires, Ausbau der weltweiten Präsenz, Umsetzung der zentralen Kernwerte Fairness, Transparenz und Service unter Beibehaltung einer wettbewerbsfähigen Kostenpolitik. Eine zentrale Innovation 2019 stellte die Aktualisierung des mobilen BMG-Kundenportals myBMG dar, das nun die Fähigkeit aufweist, Songwritern Daten aus dem Bereich Synch und Lizenzupdates anzuzeigen sowie vollständige Transparenz über Lizenzinformationen herzustellen. Weitere Innovationen waren die Neuauflage von Keith Richards erstem klassischen Soloalbum "Talk Is Cheap" zum 30-jährigen Jubiläum als High-End-Produkt, die Erweiterung des Dienstleistungsportfolios um ein Künstlermanagement, die Gründung von "Modern Recordings", einem Label für Neue Klassik, Jazz und elektronische Musik, der Grammy-nominierte Dokumentarfilm über David Crosby "Remember My Name" und ein dynamisches Rebranding von BMG Production Music.

Die Innovationen bei Arvato fanden in allen vier Geschäftsbereichen statt. Mit ihren Innovationsaktivitäten verfolgen die vier Geschäftsbereiche von Arvato vor allem das Ziel, bestehende Lösungsangebote weiterzuentwickeln beziehungsweise neue Services zu konzeptionieren und zu realisieren. Arvato Supply Chain Solutions investierte 2019 umfassend in Automatisierung und nahm beispielsweise in den Niederlanden eines der größten sogenannten Autostore-Lagersysteme Europas in Betrieb. Unter dem Namen "cinfoni" trieb Arvato Financial Solutions den Aufbau einer neuartigen Plattformlösung voran, die Banken und Unternehmen das hochkomplexe Handling von streng regulierten KYC-relevanten Unternehmensdaten und -dokumenten deutlich erleichtert und erhebliche Kostensenkungen erlaubt. Der IT-Dienstleister Arvato Systems baute mit der Gründung des "AI-Competence Cluster" seine Anwendungskompetenz rund um Applied Artificial Intelligence deutlich aus, während Majorel unter anderem durch den Einsatz von Machine Learning und Chatbots die digitale Transformation der Kundenkommunikation weiter vorantrieb.

Die Innovationen der Bertelsmann Printing Group bezogen sich auch 2019 insbesondere auf die weitere Optimierung bestehender Prozesse durch neue Technologien und die Gestaltung innovativer Produkte und Services. Bei Prinovis in Liverpool wurde beispielsweise eine innovative Verpackungslösung für Printprodukte entwickelt, bei der Plastikfolien durch Papierbanderolen substituiert werden. Bei Mohn Media wurden im Aus- und Weiterbildungsbereich die Anwendungsmöglichkeiten von Virtual und Augmented Reality erfolgreich getestet und Topac gelang mit hochinnovativen Verpackungslösungen der Einstieg in den attraktiven Markt für nachhaltige Lebensmittelverpackungen. Zudem etablierten die Unternehmen aus dem Geschäftsbereich Digital Marketing einige innovative Services am Markt, bei denen es insbesondere um das Thema hochindividuelle Kundenansprache ging.

Die Innovationen der Bertelsmann Education Group lagen vor allem in der Entwicklung digitaler und personalisierter Bildungsangebote. So arbeiten bei Relias im Gesundheitssegment Fachexperten (unter ihnen Ärztinnen, Ärzte, Pflegepersonal sowie Therapeutinnen und Therapeuten) kontinuierlich an der Entwicklung der Lernbibliothek, um gezielt Fähigkeiten von Klinik- und Pflegepersonal zu fördern. Hierbei werden zunehmend auch Datenanalysen eingesetzt, um den Lernerfolg sowie die richtige Behandlung von Patientinnen und Patienten mit bestimmten Erkrankungen sicherzustellen. Im Technologiesegment konnte Udacity das Angebot für Unternehmen unter anderem in den Bereichen Data Science und Künstliche Intelligenz ausbauen. So können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Nanodegrees die Anwendung neuer Technologien erlernen und ihren Unternehmen dabei helfen, die Chancen durch Digitalisierung und Automatisierung zu nutzen.

Wirtschaftsbericht

Unternehmensumfeld

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Expansion der Weltwirtschaft hat sich im Jahr 2019 abgeschwächt. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um 3,0 Prozent nach 3,7 Prozent im Jahr 2018. Prägend ist nach wie vor die Schwäche in der Industrie und im Welthandel. Dabei verschlechterte sich die Konjunktur insbesondere in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften weiter, während sich die wirtschaftliche Dynamik in vielen Schwellenländern stabilisierte. Zudem wurde die Weltkonjunktur durch die Intensivierung des Handelskonflikts zwischen den Vereinigten Staaten und China belastet.

Im Euroraum verringerte sich die wirtschaftliche Dynamik. Das reale BIP verzeichnete einen Anstieg von 1,2 Prozent nach 1,8 Prozent im Vorjahr. Die Schwäche der Industrie hat zuletzt auch auf den lange Zeit robusten Dienstleistungssektor übergegriffen.

Die globale konjunkturelle Eintrübung trifft die deutsche Wirtschaft. Das reale BIP wuchs um nur 0,6 Prozent nach 1,5 Prozent im Vorjahr. In Frankreich blieb die Wirtschaft hingegen auf ihrem Wachstumskurs. Die im Verhältnis zu Deutschland geringere Exportabhängigkeit macht sich hier positiv bemerkbar. Das reale BIP-Wachstum im Jahr 2019 betrug 1,2 Prozent nach 1,7 Prozent im Jahr 2018. Das Wirtschaftswachstum in Großbritannien blieb stabil mit einem Anstieg des realen BIP um 1,4 Prozent nach 1,3 Prozent im Vorjahr.

In den USA stieg das reale BIP nach einer leichten Schwäche zur Jahresmitte im Jahr 2019 um 2,3 Prozent nach 2,9 Prozent im Jahr 2018.

Entwicklung relevanter Märkte

Die nachfolgende Analyse fokussiert Märkte und Regionen, die eine hinreichende Größe aufweisen und aus Konzernsicht über eine strategische Bedeutung verfügen.

Die europäischen TV-Werbemärkte entwickelten sich im Jahr 2019 uneinheitlich, jedoch insgesamt leicht rückläufig. Während der TV-Werbemarkt in Ungarn deutlich wuchs und in den Niederlanden stabil blieb, verzeichneten die TV-Werbemärkte in Frankreich einen leichten, in Belgien und Deutschland einen moderaten und in Spanien einen deutlichen Rückgang. Die Streaming-Märkte in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden verzeichneten starkes Wachstum.

Die Märkte für gedruckte Bücher entwickelten sich im Jahr 2019 insgesamt leicht positiv. Der Umsatz mit gedruckten Büchern verzeichnete in allen relevanten Märkten ein leichtes Wachstum. Die Verlagsumsätze mit E-Books gingen in den USA und in Großbritannien moderat zurück, während die Märkte für Audiobücher ihr starkes Wachstum fortsetzten.

Die Zeitschriftenmärkte in Deutschland und Frankreich waren 2019 durch stark rückläufige Printanzeigenmärkte und einen moderat rückläufigen Vertriebsmarkt in Deutschland sowie einen deutlichen Rückgang im Vertriebsmarkt in Frankreich geprägt, während der Digitalmarkt in Deutschland und Frankreich stark wuchs.

Die weltweiten Musikmärkte wiesen 2019 im Marktsegment Publishing ein moderates Wachstum auf. Das Marktsegment Recording wuchs deutlich.

Die für Arvato wesentlichen Dienstleistungsmärkte für Customer Relationship Management, Supply Chain Solutions, Financial Solutions und IT waren von einem moderaten bis deutlichen Wachstum geprägt.

Die europäischen Offsetdruckmärkte verzeichneten 2019 eine moderat rückläufige Entwicklung, während sich die europäischen Tiefdruckmärkte stark rückläufig entwickelten. Der Buchdruckmarkt in Nordamerika war im gleichen Zeitraum moderat rückläufig.

Die US-amerikanischen Bildungsmärkte sind 2019 in den für Bertelsmann relevanten Marktsegmenten Training im Gesundheitswesen, E-Learning im Bereich Technologie sowie Hochschulbildung in den Bereichen Universität und Dienstleistungen moderat bis stark gewachsen.

Wichtige Ereignisse des Geschäftsjahres

Mit Wirkung zum 4. Januar 2019 wurden die weltweiten Customer-Relationship-Management-Geschäfte von Bertelsmann mit jenen der marokkanischen Saham Group zusammengelegt. An dem von Bertelsmann beherrschten neuen Unternehmen Majorel halten beide Partner je 50 Prozent der Anteile. Majorel wird im Bertelsmann-Konzernabschluss vollkonsolidiert.

Mit Wirkung zum 31. März 2019 schied Kasper Rorsted, Vorstandsvorsitzender der adidas AG, aus dem Bertelsmann-Aufsichtsrat aus.

Zum 1. April 2019 übernahm Penguin Random House den britischen Kinderbuchverlag Little Tiger Group und baute so seine Stellung im englischsprachigen Kinder- und Jugendbuchbereich weiter aus.

Mit Wirkung zum 1. April 2019 wurde Thomas Rabe vom Verwaltungsrat der RTL Group zum Chief Executive Officer der RTL Group berufen. Thomas Rabe ist zugleich Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann.

Ebenfalls im April 2019 vollzog die Mediengruppe RTL Deutschland den Verkauf ihres Tochterunternehmens Universum Film an den Investor KKR.

Im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung seiner Druckgeschäfte hat Bertelsmann beschlossen, den Prinovis-Standort in Nürnberg zum 30. April 2021 zu schließen. Ziel dieser Maßnahme ist es, die massiven Überkapazitäten im Tiefdruck deutlich zu reduzieren, um dem zunehmenden Preisverfall im Geschäftsfeld Tiefdruck entgegenzuwirken.

Im Mai und Juni 2019 wurden die zu OnCourse Learning gehörenden Geschäftseinheiten für die Bereiche Finanzdienstleistungen und Immobilien gesondert an Investoren verkauft. Der Online-Weiterbildungsbereich für das Gesundheitswesen von OnCourse Learning wurde in die Bertelsmann-Education-Tochter Relias integriert.

Im Juli und August 2019 erfolgten die Genehmigungen der Medien- und Wettbewerbsaufsicht in Frankreich für einen gemeinsamen Bezahl-Streaming-Dienst von France Télévisions, TF1 und der zur RTL Group gehörenden Groupe M6. Die Plattform Salto soll im Jahr 2020 starten und wird das gesamte Programmangebot der jeweiligen Sender sowie exklusive Inhalte bündeln und diese den Nutzern in einem Abo-Modell zugänglich machen.

Im September 2019 schloss die zur RTL Group gehörende Groupe M6 erfolgreich die Übernahme der TV-Aktivitäten der Groupe Lagardère ab. Die Groupe M6 baute damit ihre Senderfamilie um den Marktführer im französischen Kinderfernsehen, Gulli, aus. Der frei empfangbare digitale Kindersender besitzt eine starke Präsenz im linearen wie im nichtlinearen Fernsehen und gehört zu den erfolgreichsten Kindermarken in Frankreich.

Ende Dezember 2019 verkündete Bertelsmann die geplante vollständige Übernahme von Penguin Random House. Mit dem Erwerb des 25-Prozent-Anteils von Mitgesellschafter Pearson für 675 Mio. US-Dollar wird Bertelsmann künftig Alleineigentümer der Publikumsverlagsgruppe. Die Anteilsübernahme steht unter dem Vorbehalt der notwendigen behördlichen Freigaben. Der Vollzug der Transaktion wird ab dem zweiten Quartal 2020 erwartet.

Ertragslage

Die nachfolgende Analyse der Ertragsentwicklung bezieht sich auf die zum 31. Dezember 2019 fortgeführten Aktivitäten. Eine weitergehende Beschreibung der Ertragslage findet sich im Abschnitt "Geschäftsverlauf der Bereiche des Konzerns".

Umsatzentwicklung

Der Konzernumsatz stieg im Geschäftsjahr 2019 um 2,0 Prozent auf 18,0 Mrd. € (Vj.: 17,7 Mrd. €). Umsatzzuwächse verzeichneten insbesondere die RTL Group, Penguin Random House, BMG, Arvato und die Bertelsmann Education Group. Bereinigt um Wechselkurs-, Portfolio- und sonstige Effekte belief sich das organische Wachstum des Konzerns auf 1,2 Prozent. Das hohe organische Wachstum der strategischen Wachstumsgeschäfte wurde dabei durch die strukturell rückläufigen Geschäfte gemindert. Die Wechselkurseffekte lagen bei 1,1 Prozent, Portfolio- und sonstige Effekte bei -0,3 Prozent.

Bei der RTL Group erhöhte sich der Umsatz um 2,2 Prozent auf 6.651 Mio. € (Vj.: 6.505 Mio. €). Das organische Wachstum lag bei 2,4 Prozent. Hierzu trugen insbesondere die Produktionstochter Fremantle und die Digitalgeschäfte bei. Der Umsatz von Penguin Random House stieg um 6,2 Prozent auf 3.636 Mio. € (Vj.: 3.424 Mio. €). Das organische Wachstum lag bei 1,5 Prozent. Sowohl Wechselkurs- als auch Portfolioeffekte durch Akquisitionstätigkeit beeinflussten den Umsatz positiv. Der Umsatz von Gruner + Jahr lag mit 1.355 Mio. € um 5,9 Prozent unter dem Vorjahreswert (Vj.: 1.440 Mio. €). Das organische Wachstum lag bei -0,3 Prozent. Das verringerte Umsatzniveau ist zu wesentlichen Teilen auf mittlerweile abgeschlossene Portfoliomaßnahmen zurückzuführen. Der Umsatz von BMG erhöhte sich aufgrund des kontinuierlichen Geschäftsausbaus um 10,1 Prozent auf 600 Mio. € (Vj.: 545 Mio. €). Das organische Wachstum lag bei 6,9 Prozent. Der Umsatz von Arvato erhöhte sich um 1,8 Prozent auf 4.175 Mio. € (Vj.: 4.100 Mio. €).

Umsatzanalyse

Umsatz der Unternehmensbereiche

in Mio. € 2019 2018
Deutschland International Gesamt Deutschland International Gesamt
RTL Group 2.138 4.513 6.651 2.168 4.337 6.505
Penguin Random House 265 3.371 3.636 257 3.167 3.424
Gruner + Jahr 913 442 1.355 948 492 1.440
BMG 46 554 600 34 511 545
Arvato 1.697 2.478 4.175 1.630 2.470 4.100
Bertelsmann Printing Group 948 620 1.568 966 673 1.639
Bertelsmann Education Group 2 331 333 1 257 258
Bertelsmann Investments 0 13 13 0 12 12
Summe Umsatz der Unternehmensbereiche 6.009 12.322 18.331 6.004 11.919 17.923
Corporate/Konsolidierung -203 -105 -308 -145 -105 -250
Fortgeführte Aktivitäten 5.806 12.217 18.023 5.859 11.814 17.673

Das organische Wachstum lag bei 2,3 Prozent. Zu dem Umsatzanstieg haben insbesondere die positiven Geschäftsverläufe in den Bereichen SCM und Financial Solutions beigetragen. Der Umsatz der Bertelsmann Printing Group reduzierte sich marktbedingt um 4,3 Prozent auf 1.568 Mio. € (Vj.: 1.639 Mio. €). Das organische Wachstum lag bei -4,9 Prozent. Die Bertelsmann Education Group steigerte den Umsatz um 29,4 Prozent auf 333 Mio. € (Vj.: 258 Mio. €). Das organische Wachstum lag bei 4,0 Prozent. Der Umsatzanstieg ergab sich neben dem organischen Wachstum im Wesentlichen durch Portfolioeffekte. Beteiligungen von Bertelsmann Investments werden in der Regel nicht vollkonsolidiert, sodass überwiegend kein Umsatzausweis für diesen Unternehmensbereich erfolgt.

Der Umsatzanteil der Wachstumsgeschäfte erhöhte sich durch organisches Wachstum und Akquisitionen auf insgesamt 36 Prozent (Vj.: 34 Prozent), während der Umsatzanteil strukturell rückläufiger Geschäfte auf 3 Prozent (Vj.: 4 Prozent) zurückging. Die Wachstumsgeschäfte umfassen jene Aktivitäten, die aufgrund nachhaltig positiver Markttaktoren kontinuierliche Umsatzsteigerungen verzeichnen und im Rahmen der Konzernstrategie als Wachstumsprioritäten identifiziert wurden. Insbesondere zählen hierzu die Digitalgeschäfte der RTL Group und von Gruner + Jahr, das TV-Produktionsgeschäft, das Musikgeschäft, die Dienstleistungsgeschäfte in den Arvato-Bereichen SCM Solutions, Financial Solutions und Systems sowie das Bildungsgeschäft. Die strukturell rückläufigen Geschäfte umfassen jene Aktivitäten, die aufgrund marktseitiger Faktoren nachhaltige Umsatzrückgänge verzeichnen. Insbesondere zählen hierzu die Tiefdruckaktivitäten und das Speichermedienreplikationsgeschäft.

Konzernumsatz nach Regionen in Prozent

Konzernumsatz nach Erlösquellen in Prozent

Ergebnisanalyse

in Mio. € 2019 2018
Operating EBITDA der Unternehmensbereiche
RTL Group 1.439 1.402
Penguin Random House 561 528
Gruner + Jahr 157 140
BMG 138 122
Arvato 549 377
Bertelsmann Printing Group 68 85
Bertelsmann Education Group 84 37
Bertelsmann Investments -1 -3
Summe Operating EBITDA der Unternehmensbereiche 2.995 2.688
Corporate/Konsolidierung -86 -102
Operating EBITDA aus fortgeführten Aktivitäten 2.909 2.586
Nicht in den Sondereinflüssen enthaltene Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -930 -670
Sondereinflüsse -154 -296
EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) 1.825 1.620
Finanzergebnis -309 -216
Ergebnis vor Steuern aus fortgeführten Aktivitäten 1.516 1.404
Ertragsteueraufwand -426 -301
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten 1.090 1.103
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten 1 1
Konzernergebnis 1.091 1.104
davon: Ergebnis Bertelsmann-Aktionäre 729 753
davon: Ergebnis nicht beherrschender Anteilseigner 362 351

Bei der geografischen Umsatzverteilung ergaben sich im Vorjahresvergleich nur geringfügige Änderungen. Der Anteil des in Deutschland erzielten Umsatzes belief sich auf 32,2 Prozent gegenüber 33,2 Prozent im Vorjahr. Auf die Geschäfte in Frankreich entfiel ein Umsatzanteil von 12,3 Prozent (Vj.: 13,2 Prozent). In Großbritannien belief sich der Umsatzanteil auf 6,5 Prozent (Vj.: 6,5 Prozent). Die übrigen europäischen Länder erwirtschafteten 18,9 Prozent des Gesamtumsatzes nach 18,9 Prozent im Vorjahr. Der Umsatzanteil der USA lag bei 23,4 Prozent (Vj.: 22,0 Prozent) und die sonstigen Länder erreichten einen Umsatzanteil von 6,7 Prozent (Vj.: 6,2 Prozent). Der Anteil des Auslandsgeschäfts am Gesamtumsatz lag somit bei 67,8 Prozent (Vj.: 66,8 Prozent). Das Verhältnis der vier Erlösquellen (Produkte und Waren, Dienstleistungen, Werbung und Anzeigen, Rechte und Lizenzen) zum Gesamtumsatz hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht verändert.

Operating EBITDA

Im Geschäftsjahr 2019 erzielte Bertelsmann ein Operating EBITDA von 2.909 Mio. € (Vj.: 2.586 Mio. €). Der Anstieg um 12,5 Prozent ist wesentlich zurückzuführen auf Methodeneffekte durch die erstmalige Anwendung des neuen Leasing-Standards IFRS 16 (+274 Mio. €). Eine deutliche prozentuale Ergebnisverbesserung verzeichneten insbesondere Gruner + Jahr, BMG, Arvato und die Bertelsmann Education Group. Die EBITDA-Marge erhöhte sich auf 16,1 Prozent (Vj.: 14,6 Prozent).

In allen Unternehmensbereichen wirkte sich die erstmalige Anwendung des neuen Leasing-Standards IFRS 16 positiv auf das Operating EBITDA aus. Das Operating EBITDA der RTL Group erhöhte sich um 2,7 Prozent auf 1.439 Mio. € (Vj.: 1.402 Mio. €), insbesondere dank eines höheren Ergebnisbeitrags von Fremantle. Bei Penguin Random House erhöhte sich das Operating EBITDA um 6,2 Prozent auf 561 Mio. € (Vj.: 528 Mio. €). Das Operating EBITDA von Gruner + Jahr erhöhte sich um 12,1 Prozent auf 157 Mio. € (Vj.: 140 Mio. €). Das Operating EBITDA von BMG erhöhte sich um 12,7 Prozent auf 138 Mio. € (Vj.: 122 Mio. €), auch infolge des weiteren Geschäftsausbaus. Arvato erzielte ein Operating EBITDA von 549 Mio. € (Vj.: 377 Mio. €). Der starke Anstieg von 45,7 Prozent resultiert auch aus einem spürbaren organischen Wachstum, insbesondere im Geschäftsbereich Supply Chain Solutions. Das Operating EBITDA der Bertelsmann Printing Group ging infolge rückläufiger Volumina und anhaltenden Preisdrucks um 19,6 Prozent auf 68 Mio. € (Vj.: 85 Mio. €) zurück. Das Operating EBITDA der Bertelsmann Education Group stieg signifikant auf 84 Mio. € (Vj.: 37 Mio. €). Ursächlich hierfür waren sowohl Portfolioeffekte als auch organische Ergebniszuwächse, insbesondere bei Relias. Beteiligungen von Bertelsmann Investments werden in der Regel nicht vollkonsolidiert, sodass überwiegend kein operativer Ergebnisausweis für diesen Unternehmensbereich erfolgt.

Sondereinflüsse

Insgesamt beliefen sich die Sondereinflüsse im Geschäftsjahr 2019 auf -154 Mio. € nach -296 Mio. € im Vorjahr. Sie setzen sich zusammen aus Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer in Höhe von -27 Mio. € (Vj.: -173 Mio. €), Wertminderungen auf at-equity bilanzierte Beteiligungen in Höhe von -51 Mio. € (Vj.: -2 Mio. €), Wertminderungen auf sonstige Finanzanlagen zu fortgeführten Anschaffungskosten von -9 Mio. € (Vj.: -), Anpassungen der Buchwerte der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte von -7 Mio. € (Vj.: -6 Mio. €), einem Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen von 90 Mio. € (Vj.: 6 Mio. €), Bewertungen von Beteiligungen zum beizulegenden Zeitwert von 143 Mio. € (Vj.: 157 Mio. €) sowie Restrukturierungsaufwendungen und weiteren Sondereinflüssen in Höhe von insgesamt -293 Mio. € (Vj.: -278 Mio. €). Der Anstieg der Restrukturierungskosten ist im Wesentlichen auf den Rückbau des Tiefdruckgeschäfts zurückzuführen.

EBIT

Ausgehend vom Operating EBITDA ergab sich nach Berücksichtigung der Sondereinflüsse in Höhe von -154 Mio. € (Vj.: -296 Mio. €) sowie der nicht in den Sondereinflüssen enthaltenen Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte in Höhe von -930 Mio. € (Vj.: -670 Mio. €) im Geschäftsjahr 2019 ein EBIT von 1.825 Mio. € (Vj.: 1.620 Mio. €).

Konzernergebnis

Das Finanzergebnis veränderte sich gegenüber dem Vorjahr von -216 Mio. € auf -309 Mio. €. Die Abweichung ist zurückzuführen auf die erstmalige Berücksichtigung des Aufzinsungseffektes der Leasingverbindlichkeiten infolge der Einführung von IFRS 16 sowie auf Effekte aus der Marktbewertung von Derivaten, die zur Sicherung konzerninterner Transaktionen abgeschlossen wurden. Der Ertragsteueraufwand erreichte mit -426 Mio. € eine normalisierte Höhe im Vergleich zu -301 Mio. € im Vorjahr, insbesondere infolge gesunkener positiver Bewertungseffekte latenter Steuern. Das Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten beträgt somit 1.090 Mio. € (Vj.: 1.103 Mio. €). Unter Berücksichtigung des Ergebnisses nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten von 1 Mio. € (Vj.: 1 Mio. €) ergab sich ein Konzernergebnis von 1.091 Mio. € (Vj.: 1.104 Mio. €). Der Anteil der nicht beherrschenden Anteilseigner am Konzernergebnis betrug 362 Mio. € (Vj.: 351 Mio. €). Der Anteil der BertelsmannAktionäre am Konzernergebnis lag bei 729 Mio. € (Vj.: 753 Mio. €). Für das Geschäftsjahr 2019 ist vorgesehen, der Hauptversammlung der Bertelsmann SE & Co. KGaA die Ausschüttung einer gegenüber Vorjahr unveränderten Dividende in Höhe von 180 Mio. € vorzuschlagen.

Finanz- und Vermögenslage

Finanzierungsgrundsätze

Das übergeordnete finanzpolitische Ziel von Bertelsmann ist die Gewährleistung eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Finanzierungssicherheit, Eigenkapitalrentabilität und Wachstum. Dazu richtet der Konzern seine Finanzierung an den Anforderungen eines Credit Rating der Bonitätsstufe "Baa1/BBB+" und den damit verbundenen qualitativen und quantitativen Kriterien aus. Rating und Transparenz gegenüber dem Kapitalmarkt Ieisten einen bedeutenden Beitrag zur finanziellen Sicherheit und Unabhängigkeit des Unternehmens.

Entsprechend der Konzernstruktur erfolgt die Kapitalallokation zentral über die Bertelsmann SE & Co. KGaA, die die Konzerngesellschaften mit Liquidität versorgt und die Vergabe von Garantien und Patronatserklärungen für Konzerngesellschaften steuert. Der Konzern bildet weitgehend eine finanzielle Einheit und optimiert damit die Kapitalbeschaffungs- und Anlagemöglichkeiten.

Die finanzielle Steuerung bei Bertelsmann erfolgt nach quantifizierten Finanzierungszielen, die sich an der wirtschaftlichen Verschuldung und mit abgeschwächter Bedeutung an der Kapitalstruktur orientieren. Zu den Finanzierungszielen gehört ein dynamischer Verschuldungsgrad (Leverage Factor), der den definierten Wert von 2,5 nicht dauerhaft überschreiten sollte. Am 31. Dezember 2019 lag der Leverage Factor mit 2,6 unterhalb des Niveaus des Vorjahres (31. Dezember 2018: 2,7). Aufgrund einer hohen operativen Mittelfreisetzung gingen die Nettofinanzschulden zurück. Dem entgegen wirkten die aufgrund des gesunkenen Diskontierungszinses erhöhten Pensionsrückstellungen sowie der aufgrund von IFRS 16 gestiegene Barwert der Leasingverpflichtungen. Diese beiden Effekte zeichneten für die Überschreitung des Leverage-Factor-Limits verantwortlich (Erläuterungen zum Verschuldungsgrad im Abschnitt "Alternative Leistungskennzahlen"). Unter der Annahme eines gegenüber dem Vorjahr unveränderten Diskontierungszinssatzes hätte sich zum 31.12.2019 ein Leverage Factor von unter 2,4 ergeben.

Die wirtschaftlichen Schulden verringerten sich zum 31. Dezember 2019 auf 6.511 Mio. € nach 6.619 Mio. € im Vorjahr aufgrund gesunkener Nettofinanzschulden von 3.364 Mio. € (31. Dezember 2018: 3.932 Mio. €).

Finanzierungsziele

Ziel 2019 2018
Leverage Factor: Wirtschaftliche Schulden/Operating EBITDA 1) ≤ 2,5 2,6 2,7
Coverage Ratio: Operating EBITDA/Finanzergebnis 1) > 4,0 8,5 11,1
Eigenkapitalquote: Eigenkapital zu Konzernbilanzsumme (in Prozent) ≥ 25,0 38,2 38,8

1) Nach Modifikationen.

Gegenläufig entwickelten sich die bilanziellen Leasingverbindlichkeiten (Methodeneffekt IFRS 16) auf 1.392 Mio. € (31. Dezember 2018/Nettobarwert der Operating Leases: 1.161 Mio. €). Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen zum 31. Dezember 2019 erhöhten sich primär aufgrund eines Rückgangs des Diskontierungszinssatzes auf 1.967 Mio. € (31. Dezember 2018: 1.738 Mio. €).

Ein weiteres Finanzierungsziel ist die Coverage Ratio (Zinsdeckungsgrad). Sie berechnet sich aus dem Verhältnis des für den Leverage Factor verwendeten Operating EBITDA zum Finanzergebnis und soll über einem Wert von 4 liegen. Im Berichtszeitraum lag die Coverage Ratio bei 8,5 (Vj.: 11,1). Die Eigenkapitalquote im Konzern lag bei 38,2 Prozent (31. Dezember 2018: 38,8 Prozent) und somit weiterhin deutlich über der selbstgesetzten Mindestanforderung von 25 Prozent.

Finanzierungsaktivitäten

Im Berichtszeitraum wurden ein im Februar 2019 fälliges Schuldscheindarlehen über 150 Mio. €, ein im Mai 2019 fälliges Schuldscheindarlehen über 60 Mio. € und eine im November 2019 fällige Floating Rate Note über 100 Mio. € zurückgezahlt. Im Juli 2019 hat Bertelsmann ein Schuldscheindarlehen über 75 Mio. € mit einer Laufzeit von sieben Jahren begeben, davon sind 65 Mio. € festverzinslich und 10 Mio. € variabel verzinst. Darüber hinaus wurde die zuvor bis 2021 laufende syndizierte Kreditlinie mit 15 Banken im Juli 2019 vorzeitig erneuert. Diese Kreditlinie kann von Bertelsmann bis zu einem Betrag von 1,2 Mrd. € und bis zum Jahr 2024 revolvierend in Anspruch genommen werden.

Rating

Bertelsmann verfügt seit dem Jahr 2002 über Emittenten-Ratings der Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's (S&P). Die Emittenten-Ratings erleichtern den Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten und stellen daher ein wichtiges Element der Finanzierungssicherheit von Bertelsmann dar. Bertelsmann wird von Moody's mit "Baa1" (Ausblick: negativ) und von S&P mit "BBB+" (Ausblick: stabil) bewertet. Beide Bonitätsbeurteilungen liegen im Investment-Grade-Bereich und entsprechen dem Zielrating von Bertelsmann. Die Einschätzung zur kurzfristigen Kreditqualität von Bertelsmann wird von Moody's mit "P-2" und von S&P mit "A-2" beurteilt.

Kreditlinien

Der Bertelsmann-Konzern verfügt zusätzlich zur vorhandenen Liquidität unter anderem über eine syndizierte Kreditvereinbarung mit 15 Banken. Diese bildet das Rückgrat der strategischen Kreditreserve und kann von Bertelsmann bis zum Jahr 2024 durch Ziehung in Euro, US-Dollar und Britischen Pfund bis zu einem Betrag von 1,2 Mrd. € revolvierend in Anspruch genommen werden.

Kapitalflussrechnung

Im Berichtszeitraum wurde ein Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit in Höhe von 2.090 Mio. € generiert (Vj.: 1.437 Mio. €). Der nachhaltige, um Einmaleffekte bereinigte Operating Free Cash Flow betrug 1.883 Mio. € (Vj.: 1.753 Mio. €), die Cash Conversion Rate lag bei 97 Prozent (Vj.: 91 Prozent); vgl. hierzu auch Abschnitt "Steuerungskennzahlen im weiteren Sinne". Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag bei -712 Mio. € (Vj.: -1.130 Mio. €). Auf Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sach- und Finanzanlagen entfallen davon -953 Mio. € (Vj.: -878 Mio. €). Die Kaufpreiszahlungen für konsolidierte Beteiligungen (abzüglich erworbener liquider Mittel) betrugen -317 Mio. € (Vj.: -556 Mio. €).

Laufzeitenprofil - Finanzschulden in Mio. €

Konzern-Kapitalflussrechnung (Kurzfassung)

in Mio. € 2019 2018
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 2.090 1.437
Cashflow aus Investitionstätigkeit -712 -1.130
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -1.128 -372
Zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel 250 -65
Wechselkursbedingte und sonstige Veränderungen der liquiden Mittel -12 28
Liquide Mittel am 1.1. 1.405 1.442
Liquide Mittel am 31.12. 1.643 1.405
Abzüglich liquider Mittel der Veräußerungsgruppen -7 -
Liquide Mittel am 31.12. (laut Konzernbilanz) 1.636 1.405

Die Einzahlungen aus dem Verkauf von Tochterunternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten sowie von sonstigem Anlagevermögen lagen bei 558 Mio. € (Vj.: 304 Mio. €). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug -1.128 Mio. € (Vj.: -372 Mio. €). Dividenden an die Aktionäre der Bertelsmann SE & Co. KGaA beliefen sich unverändert auf -180 Mio. € (Vj.: -180 Mio. €). Dividenden an nicht beherrschende Anteilseigner und weitere Auszahlungen an Gesellschafter wurden in Höhe von -263 Mio. € (Vj.: -356 Mio. €) ausgezahlt. Zum 31. Dezember 2019 verfügte Bertelsmann über liquide Mittel in Höhe von 1,6 Mrd. € (Vj.: 1,4 Mrd. €).

Außerbilanzielle Verpflichtungen

Unter die außerbilanziellen Verpflichtungen fallen Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen, die nahezu ausnahmslos aus der operativen Tätigkeit der Unternehmensbereiche resultieren. Die außerbilanziellen Verpflichtungen verminderten sich gegenüber dem Vorjahr insbesondere aufgrund der erstmaligen Anwendung des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 16. Die zum 31. Dezember 2019 vorhandenen außerbilanziellen Verpflichtungen hatten für das abgelaufene wie auch für das künftige Geschäftsjahr keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage des Konzerns.

Investitionen

Die Gesamtinvestitionen einschließlich übernommener Finanzschulden in Höhe von 6 Mio. € (Vj.: 27 Mio. €) lagen im Geschäftsjahr 2019 bei 1.276 Mio. € (Vj.: 1.461 Mio. €). Die Investitionen gemäß Kapitalflussrechnung betrugen 1.270 Mio. € (Vj.: 1.434 Mio. €). Von den Sachanlageinvestitionen in Höhe von 323 Mio. € (Vj.: 325 Mio. €) entfiel wie in den Vorjahren der größte Teil auf Arvato. In immaterielle Vermögenswerte wurden 313 Mio. € (Vj.: 295 Mio. €) investiert, die insbesondere auf die RTL Group für Investitionen in Filmrechte sowie auf BMG für den Erwerb von Musikkatalogen entfielen. Für Investitionen in Finanzanlagen wurden 317 Mio. € (Vj.: 258 Mio. €) aufgewandt. Hierzu zählen insbesondere die Investitionen von Bertelsmann Investments. Kaufpreiszahlungen für konsolidierte Beteiligungen (abzüglich erworbener liquider Mittel) lagen im Berichtszeitraum bei 317 Mio. € (Vj.: 556 Mio. €) und entfielen unter anderem auf die Übernahme der TV-Aktivitäten der Groupe Lagardère.

Investitionen nach Bereichen

in Mio. € 2019 2018
RTL Group 481 262
Penguin Random House 124 43
Gruner + Jahr 31 54
BMG 80 107
Arvato 216 233
Bertelsmann Printing Group 45 36
Bertelsmann Education Group 25 484
Bertelsmann Investments 260 202
Summe Investitionen der Bereiche 1.262 1.421
Corporate/Konsolidierung 8 13
Gesamtinvestitionen 1.270 1.434

Bilanzstruktur

Bilanz

Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2019 lag bei 27,3 Mrd. € (Vj.: 25,3 Mrd. €). Die liquiden Mittel betrugen 1,6 Mrd. € (Vj.: 1,4 Mrd. €). Das Eigenkapital erhöhte sich auf 10,4 Mrd. € nach 9,8 Mrd. € im Vorjahr. Daraus ergab sich eine Eigenkapitalquote von 38,2 Prozent (Vj.: 38,8 Prozent). Das auf die Aktionäre der Bertelsmann SE & Co. KGaA entfallende Eigenkapital lag bei 8,9 Mrd. € (Vj.: 8,5 Mrd. €). Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erhöhten sich auf 1.967 Mio. € (Vj: 1.738 Mio. €). Die Bruttofinanzschulden beliefen sich auf 5.000 Mio. € nach 5.337 Mio. € zum 31. Dezember 2018. Darüber hinaus blieb die Bilanzstruktur im Vorjahresvergleich weitgehend unverändert.

Genusskapital

Zum 31. Dezember 2019 betrug der Nennwert des Genusskapitals unverändert zum Vorjahr 301 Mio. €. Unter Anwendung der Effektivzinsmethode belief sich der Buchwert des Genusskapitals zum 31. Dezember 2019 auf 413 Mio. € (Vj.: 413 Mio. €). 94 Prozent des nominalen Genusskapitals entfallen auf den Genussschein 2001 (ISIN DE0005229942) und 6 Prozent auf den Genussschein 1992 (ISIN DE0005229900).

Die Genussscheine 2001 sind an der Frankfurter Wertpapierbörse zum Handel im Regulierten Markt zugelassen. Die Notierung erfolgt in Prozent des Nominalwerts. Im Januar erreichte der Schlusskurs des Genussscheins 2001 mit 318,50 Prozent seinen niedrigsten Stand, im Dezember mit 353,40 Prozent seinen höchsten Stand im Geschäftsjahr 2019.

Nach den Genussscheinbedingungen für den Genussschein 2001 beträgt die Ausschüttung für jedes volle Geschäftsjahr 15 Prozent auf den Grundbetrag, vorausgesetzt, es stehen ein ausreichendes Konzernergebnis und ein ausreichender Jahresüberschuss der Bertelsmann SE & Co. KGaA zur Verfügung. Diese Voraussetzungen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr erfüllt. Daher wird für die Genussscheine 2001 auch für das Geschäftsjahr 2019 eine Ausschüttung von 15 Prozent auf den Grundbetrag erfolgen.

Aufgrund des geringen Volumens weisen die zum Regulierten Markt an der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassenen Genussscheine 1992 einen nur noch bedingt liquiden Börsenhandel auf. Für die Genussscheine 1992 richtet sich die Ausschüttung nach der Gesamtkapitalrendite des Konzerns. Da im Geschäftsjahr 2019 eine Gesamtkapitalrendite von 6,36 Prozent (Vj.: 6,83 Prozent) erzielt wurde, wird sich die Ausschüttung auf die Genussscheine 1992 für das Geschäftsjahr 2019 auf 7,36 Prozent (Vj.: 7,83 Prozent) des Grundbetrags belaufen.

Die Ausschüttung auf beide Genussscheine wird voraussichtlich am 11. Mai 2020 erfolgen. Laut den Genussscheinbedingungen kontrolliert der Abschlussprüfer der Bertelsmann SE & Co. KGaA, ob die Gewinnausschüttung zutreffend ermittelt wurde. Hierüber legt der Abschlussprüfer für beide Genussscheine eine Bescheinigung vor.

Geschäftsverlauf der Bereiche des Konzerns

RTL Group

Die RTL Group steigerte ihren Umsatz 2019 erneut auf einen Rekordwert, getrieben von einem stark wachsenden Produktionsgeschäft bei Fremantle und den Digitalgeschäften. Das Operating EBITDA legte trotz höherer Kosten für Programmund Streaming-Angebote ebenfalls zu; dahinter stehen neben der positiven Entwicklung bei Fremantle vor allem Methodeneffekte. Die RTL Group baute ihre Streaming-Angebote in den europäischen Kernmärkten weiter aus. Vor allem in Deutschland stärkte die Gruppe ihren Marktauftritt durch Allianzen innerhalb und außerhalb des Bertelsmann-Konzerns, maßgeblich in den Bereichen Werbevermarktung, Technologie und Inhalte.

Der Umsatz der RTL Group stieg um 2,2 Prozent auf 6,7 Mrd. € (Vj.: 6,5 Mrd. €) und erreichte damit einen neuen Höchstwert. Mit 1,1 Mrd. € (Vj.: 985 Mio. €) entfielen 16,1 Prozent (Vj.: 15,1 Prozent) des Gesamtumsatzes auf Digitalgeschäfte wie Onlinewerbung, Streaming und digitale Werbetechnologie. Das Operating EBITDA stieg um 2,7 Prozent auf 1.439 Mio. € (Vj.: 1.402 Mio. €), die EBITDA-Marge lag bei 21,6 Prozent (Vj.: 21,5 Prozent).

Die RTL Group verzeichnete zum Jahresende mehr als 1,44 Mio. zahlende Abonnentinnen und Abonnenten auf ihren Streaming-Plattformen TV Now in Deutschland und Videoland in den Niederlanden; dies entspricht einem Anstieg um 37 Prozent binnen Jahresfrist. In Frankreich erfolgte die wettbewerbsrechtliche Freigabe für das gemeinsame Streaming-Angebot Salto von Groupe M6, TF1 und France Télévisions, das im Jahr 2020 starten soll.

Die Mediengruppe RTL Deutschland agierte 2019 in einem rückläufigen TV-Werbemarkt, konnte geringere Werbeumsätze aber mit gestiegenen Streaming- und Distributionsumsätzen teilweise ausgleichen. Das Ergebnis gab vor dem Hintergrund gestiegener Kosten für Sportinhalte und den Ausbau von TV Now nach. Der kombinierte Zuschauermarktanteil der Senderfamilie wurde in der Hauptzielgruppe auf 28,1 Prozent gesteigert (Vj.: 27,5 Prozent). Vor allem der marktführende Hauptsender RTL Television entwickelte sich positiv und baute seinen Zuschauermarktanteil erstmals seit 2011 wieder aus.

In Frankreich sank der Umsatz der Groupe M6 leicht, das Ergebnis blieb stabil. Der Umsatzrückgang ist vor allem auf den 2018 erfolgten Verkauf des Fußballclubs Girondins de Bordeaux zurückzuführen, der durch höhere TV-Werbeerlöse infolge der Akquisition der TV-Aktivitäten von Lagardère im September 2019 nahezu vollständig aufgefangen werden konnte. Mit dem Zukauf, der auch den führenden französischen Kindersender Gulli umfasst, stärkte die Groupe M6 sowohl ihre Marktposition als auch ihre Profitabilität. Die Groupe M6 erhöhte in der Folge ihren kombinierten Zuschauermarktanteil in der Hauptzielgruppe auf 22,8 Prozent (Vj.: 21,4 Prozent).

Bei RTL Nederland waren Umsatz und Ergebnis trotz einer positiven Entwicklung des Streaming-Geschäfts rückläufig.

Die Produktionstochter Fremantle wuchs kräftig: Umsatz und Operating EBITDA legten zweistellig zu. Wachstumstreiber waren neue Staffeln erfolgreicher Serien und Showformate in den USA sowie gut laufende Geschäfte bei der deutschen Produktionstochter UFA.

Die RTL Group brachte sich in Deutschland mit zahlreichen Projekten in die Bertelsmann Content Alliance ein und baute ihr firmenübergreifendes Audiogeschäft aus. Die Ad Alliance gewann weitere Partner. Im Bereich der Werbetechnologie wurden die Aktivitäten der RTL-Group-Tochterfirmen Smartclip und SpotX neu ausgerichtet.

Mit dem Zusammenschluss von Divimove und United Screens schuf die RTL Group ein führendes europäisches Digitalstudio. Das Onlinevideo-Netzwerk StyleHaul wurde 2019 geschlossen.

Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)

Umsatz nach Erlösquellen in Prozent

Umsatzanalyse

Penguin Random House

Penguin Random House verzeichnete 2019 dank zahlreicher Bestseller deutliches Wachstum sowie Marktanteilsgewinne in mehreren Märkten. Unter Berücksichtigung der deutschen Verlagsgruppe Random House steigerte der Unternehmensbereich seinen Umsatz um 6,2 Prozent auf 3,6 Mrd. € (Vj.: 3,4 Mrd. €). Das Operating EBITDA legte auch aufgrund der erstmaligen Anwendung des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 16 um 6,2 Prozent auf 561 Mio. € (Vj.: 528 Mio. €) zu. Die EBITDA-Marge erreichte mit 15,4 Prozent erneut ein hohes Niveau (Vj.: 15,4 Prozent). Im Dezember kündigte Bertelsmann die vollständige Übernahme von Penguin Random House an.

Auf dem größten Buchmarkt USA wurden die drei meistverkauften Erwachsenentitel des Jahres von Penguin Random House publiziert: "Where the Crawdads Sing" von Delia Owens wurde mehr als vier Millionen Mal in allen Formaten abgesetzt; jeweils mehr als zwei Millionen Mal verkauften sich auch Tara Westovers autobiographisches Erstlingswerk "Educated" und Michelle Obamas "Becoming". Die Verkaufszahlen der in 46 Sprachen publizierten Memoiren der früheren First Lady der USA summierten sich seit der Erstveröffentlichung im November 2018 auf weltweit 13 Millionen Exemplare.

Ein Wachstumstreiber waren erneut Hörbücher, die in den meisten Märkten zweistellige Zuwachsraten erzielten. Penguin Random House stärkte sein Portfolio mit dem Erwerb mehrerer Verlage. Akquiriert wurden unter anderem die Little Tiger Group in Großbritannien, ein Anteil am führenden unabhängigen US-Verlag Sourcebooks, Ediciones Salamandra in Spanien sowie die globalen Verlagsrechte am Werk des populären Kinderbuchautors Eric Carle ("Die kleine Raupe Nimmersatt").

In den USA platzierte Penguin Random House 496 Titel auf den Bestsellerlisten der "New York Times", davon 61 auf Platz eins. Weitere Bestseller für die Gruppe waren "The Water Dancer" von Ta-Nehisi Coates, "The Testaments" von Margaret Atwood und "The Guardians" von John Grisham. Mehr als zehn Millionen Mal verkauften sich Kinderbuchklassiker von Dr. Seuss.

Die Verlage von Penguin Random House UK erlebten ebenfalls ein publizistisch sehr starkes Jahr; der Umsatz wuchs deutlich. Die Verlage stellten 43 Prozent aller Titel auf den Bestsellerlisten der "Sunday Times". Zu den meistverkauften Büchern gehörten "Veg" von Jamie Oliver, "Becoming" von Michelle Obama und "The Testaments" von Margaret Atwood. Die Verlagsgruppe legte bei Marktanteilen, internationalen Verkäufen und Audioformaten zu.

Die Penguin Random House Grupo Editorial verbesserte ihre Marktposition im spanischsprachigen Raum mit gut laufenden Geschäften und Akquisitionen; der Umsatz legte stark zu. Größte Bestseller waren "Sinceramente" von Cristina Fernández de Kirchner, "Sidi" von Arturo Pérez-Reverte und "Largo Pétalo de Mar" von Isabel Allende.

Die in München ansässige Verlagsgruppe Random House baute ihre marktführende Stellung mit einer starken Bestsellerperformance und steigenden Backlistverkäufen aus. Sie platzierte 414 Titel auf den "Spiegel"-Bestsellerlisten, 23 davon auf Platz eins. Meistverkaufte Titel waren "Die Sonnenschwester" von Lucinda Riley, "Der Ernährungskompass" von Bas Kast und "Die Suche" von Charlotte Link.

Zahlreiche Autorinnen und Autoren von Penguin Random House gewannen renommierte Auszeichnungen, darunter Olga Tokarczuk den Literaturnobelpreis, Abhijit Banerjee und Esther Duflo den Wirtschaftsnobelpreis, Sasa Stanisic den Deutschen Buchpreis sowie Margaret Atwood und Bernardine Evaristo zusammen den Booker Prize 2019.

Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)

Umsatz nach Erlösquellen in Prozent

Umsatzanalyse

Gruner + Jahr

Gruner + Jahr setzte 2019 seine Transformation erfolgreich fort. Der Umsatz blieb organisch stabil auf Vorjahresniveau, das Operating EBITDA stieg stark um 12,1 Prozent auf 157 Mio. € (Vj.: 140 Mio. €), die EBITDA-Marge verbesserte sich auf 11,6 Prozent (Vj.: 9,7 Prozent). Gründe dafür sind Anteilsgewinne im rückläufigen Werbemarkt durch die Ad Alliance in Deutschland, die erstmalige Anwendung von IFRS 16 sowie das wachsende Digitalgeschäft in Deutschland und Frankreich. Vor dem Hintergrund fortgesetzter Portfoliomaßnahmen ging der Umsatz im Ausweis um 5,9 Prozent auf 1,4 Mrd. € (Vj.: 1,4 Mrd. €) zurück. So wurden der Special-Interest-Verlag Motor Presse Stuttgart veräußert und die digitale Vermarktungsplattform Ligatus in den Native-Advertising-Weltmarktführer Outbrain eingebracht.

In seinen Kernländern konnte G+J den Digitalumsatzanteil erneut deutlich ausbauen. Er liegt nun bei 33 Prozent (Vj.: 27 Prozent). Ein Wachstumstreiber war die Vermarktungsplattform AppLike, die sowohl im Umsatz als auch im Ergebnis stark zulegte. Zudem wuchsen die Digitalangebote der Magazinmarken in Deutschland und Frankreich stark in Umsatz und Ergebnis.

Weitere Gründe für die starke Ergebnissteigerung in Deutschland sind neben der Einbringung von Ligatus in Outbrain und dem wachsenden Digitalgeschäft innovative Magazingründungen wie "Barbara" sowie einige klassische Segmente wie etwa die Wissenstitel ("Geo") und die günstigere Produktion von Magazinen. Der marktbedingte Rückgang im Vertriebs- und Printanzeigengeschäft ließ sich so überkompensieren.

G+J Frankreich entwickelte sich ergebnisseitig deutlich über Vorjahr. Verantwortlich dafür war unter anderem die Ergebnisentwicklung der Digitalgeschäfte. Die DDV Mediengruppe konnte ihren Umsatz leicht steigern, das Ergebnis lag unter anderem kostenbedingt unter Vorjahr. Territory, der führende Content-Communication-Anbieter in Europa, lag in Umsatz und Ergebnis unter Vorjahr.

Im Rahmen der Bertelsmann Content Alliance übernahm G+J eine führende Rolle bei der Steuerung der Zusammenarbeit aller Inhaltegeschäfte von Bertelsmann. Erste bereichsübergreifende gemeinsame Formate wie die MOSAiC-Polarexpedition und der Crime Day wurden entwickelt und erfolgreich vermarktet.

Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)

Umsatz nach Erlösquellen in Prozent

Umsatzanalyse

BMG

Die Bertelsmann-Musiktochter BMG verzeichnete 2019 weiterhin deutliche Zuwächse beim Umsatz und beim operativen Ergebnis, getragen von organischem Wachstum vor allem im Labelgeschäft (Recording), aber auch im Verlagsgeschäft (Publishing). Der Umsatz erhöhte sich um 10,1 Prozent auf 600 Mio. € (Vj.: 545 Mio. €), das Operating EBITDA legte um 12,7 Prozent auf 138 Mio. € (Vj.: 122 Mio. €) zu. Die EBITDA-Marge erhöhte sich damit auf 23,0 Prozent (Vj.: 22,5 Prozent). Der Erlösanteil digitaler Formate am Gesamtumsatz von BMG stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 56 Prozent (Vj.: 52 Prozent) und spiegelt das anhaltende Wachstum im Streaming-Bereich wider.

Im Labelgeschäft übertraf BMG das Marktwachstum in Schlüsselmärkten, so etwa in Großbritannien, wo die Albenverkäufe in einem rückläufigen Markt um knapp zwölf Prozent gesteigert wurden, oder in den USA, wo das Musikstreaming-Geschäft von BMG mit 62 Prozent fast dreimal so schnell wuchs wie in der Branche insgesamt. Erfolgreiche Veröffentlichungen namhafter Künstlerinnen und Künstler wie Jason Aldean, Blanco Brown, Keith Richards, Dido, The Cranberries, Andy Grammer, AJR oder Lil Dicky wirkten sich positiv auf das Labelgeschäft aus. Nummer-eins-Alben kamen unter anderem von Kylie Minogue, Jack Savoretti und Kontra K. Neue Label-Verträge schloss BMG unter anderem mit The Shires, Natalie Imbruglia, Rufus Wainwright, KSI, Huey Lewis & The News, Seeed und Richard Marx ab. Country-Star Jason Aldean weitete seinen Vertrag aus und lässt sich seither weltweit von BMG vertreten.

Erstmals seit der Neugründung des Unternehmens im Jahr 2008 launchte BMG mit Modern Recordings ein neues Label. Es richtet sich an Fans von Jazz, Neuer Klassik und elektronischer Musik.

Im Verlagsgeschäft zahlte sich der besondere Fokus von BMG auf etablierte Künstlerinnen und Künstler wie AC/DC, Mick Jagger und Keith Richards von den Rolling Stones, Roger Waters oder Steven Tyler von Aerosmith aus. Sie sorgten im Berichtsjahr für signifikante Erlösbeiträge. Nummer-eins-Alben kamen verlagsseitig unter anderem von Bring Me The Horizon, Juice WRLD, 21 Savage und Johannes Oerding. Singer-Songwriter Lewis Capaldi gelang neben einem Nummer-eins-Album auch eine Grammy-nominierte Nummer-eins-Single ("Someone You Loved"). Zu den prominentesten Signings zählten Neil Finn von Crowded House, Cage The Elephant, KSI, LOCASH und AnnenMayKantereit. Mick Jagger und Keith Richards verlängerten und erweiterten ihre Verträge mit BMG; Kontra K lässt sich künftig über seinen Label-Vertrag hinaus auch verlagsseitig vertreten.

BMG baute seine Geschäftsbereiche Produktionsmusik, Film und Buch weiter aus und erweiterte sein Serviceportfolio um ein Künstlermanagement. Das Unternehmen ging dafür eine Partnerschaft mit der Shelter Music Group ein. Zu Highlights im Filmbereich zählte die Dokumentation "Remember My Name" über David Crosby, die auf dem Sundance Festival 2019 präsentiert wurde und später eine Grammy-Nominierung in der Rubrik "Bester Musik-Film" erhielt.

BMG verstärkte die Zusammenarbeit mit Bertelsmann-Konzerntöchtern in den Bereichen TV, Audio- und Filmproduktion, Buch und Zeitschriften. Ziel der Bertelsmann Content Alliance ist es, Medieninhalte und Formate bereichsübergreifend zu entwickeln und zu vermarkten.

In Hongkong eröffnete BMG eine weitere Niederlassung, um die Präsenz im asiatischen Markt zu stärken. Auch in Lateinamerika und Kanada wurden die Geschäfte ausgeweitet. Insgesamt zählt das Unternehmen nun 19 internationale Niederlassungen.

Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)

Umsatz nach Erlösquellen in Prozent

Umsatzanalyse

Arvato

Die bei Arvato gebündelten Dienstleistungsaktivitäten des Konzerns setzten ihre positive Entwicklung 2019 fort. Die Geschäfte des Unternehmens steigerten sowohl den Umsatz als auch das operative Ergebnis deutlich. Der Umsatz wuchs um 1,8 Prozent auf 4,2 Mrd. € (Vj.: 4,1 Mrd. €), das Operating EBITDA stieg um 45,7 Prozent auf 549 Mio. € (Vj.: 377 Mio. €). Die positive Geschäftsentwicklung wurde vor allem durch das starke organische Wachstum der IT-, Logistik-und Finanzdienstleistungsgeschäfte sowie die erstmalige Anwendung von IFRS 16 getrieben. Die EBITDA-Marge von Arvato erreichte 13,2 Prozent nach 9,2 Prozent im Vorjahr.

Im Januar vollzogen Bertelsmann und die marokkanische Saham Group die Zusammenlegung ihrer weltweiten CRM-Geschäfte. An dem neuen Unternehmen, das weltweit unter dem Namen Majorel firmiert und bei Bertelsmann voll konsolidiert wird, sind beide Partner mit jeweils 50 Prozent beteiligt. Die Geschäftsentwicklung von Majorel verlief im abgelaufenen Jahr positiv. Die internationale Servicecenterorganisation wuchs insbesondere außerhalb der Europäischen Union, unter anderem durch die Eröffnung weiterer Standorte in Togo (Lomé), Armenien (Jerewan) und Georgien (Tiflis und Kutaisi).

Die Logistikdienstleistungsgeschäfte von Arvato Supply Chain Solutions wuchsen im Berichtsjahr stark und profitabel. Maßgebliche Treiber waren sowohl der Aufbau von Neugeschäften als auch der Ausbau von Bestandsgeschäften insbesondere mit Kunden aus den Wachstumsfeldern Consumer Products, Healthcare und Hightech. Das weltweite Standortnetzwerk wurde durch die Inbetriebnahme neuer und die Erweiterung bestehender Distributionszentren, unter anderem in Deutschland, Polen und Hongkong, erneut ausgebaut.

Umsatz und operatives Ergebnis von Arvato Financial Solutions (AFS) entwickelten sich im Berichtszeitraum ebenfalls positiv und übertrafen die Werte des Vorjahres. Gestützt wurde diese Entwicklung vor allem durch einen sehr positiven Geschäftsverlauf im Bereich Forderungsmanagement in der DACH-Region. So wurde beispielsweise für die Kunden eines international führenden E-Commerce-Marktplatzes erfolgreich eine umfassende Kauf-auf-Rechnung-Lösung implementiert. Im B2B-Finance-Bereich wurde ein neuer Service entwickelt, der die maßgeschneiderte Zusammenstellung von regulatorischen Daten, deren Validierung sowie deren netzwerkbasierte Bereitstellung vereinfacht.

Der IT-Dienstleister Arvato Systems wuchs im Berichtszeitraum organisch und profitabel. Dazu trugen einerseits Serialisierungslösungen im Healthcare-Bereich bei, die in verschiedenen europäischen Staaten realisiert wurden. Andererseits sorgten Neukunden und Vertragsverlängerungen in den Branchen Energie, Healthcare, Handel und Medien für positive Impulse. Bei dem Zukunftsthema Multi-Cloud-Services konnte Arvato Systems durch eine Partnerschaft mit Google Cloud Platform (GCP) sein umfassendes Cloud-Portfolio erweitern und seine Position als Dienstleister weiter stärken.

Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)

Umsatz nach Erlösquellen in Prozent

Umsatzanalyse

Bertelsmann Printing Group

Die in Europa und den USA schwerpunktmäßig agierende Bertelsmann Printing Group (BPG) war im vergangenen Geschäftsjahr mit einem herausfordernden Marktumfeld konfrontiert. Im Zeitschriftensegment verstärkte sich der Auflagenrückgang über alle Gattungen hinweg kontinuierlich. Im Katalogbereich standen vor allem die großvolumigen Projekte unter hohem Kostendruck. Die Auftragslage im Geschäftsfeld Prospekte im Geschäftsjahr 2019 war leicht rückläufig. Insgesamt ging der Umsatz der Gruppe im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 Prozent auf knapp 1,6 Mrd. € (Vj.: 1,6 Mrd. €) zurück. Das Operating EBITDA sank deutlich um 19,6 Prozent auf 68 Mio. € (Vj.: 85 Mio. €). Die EBITDA-Marge betrug 4,4 Prozent (Vj.: 5,2 Prozent).

Im April 2019 stellte Bertelsmann die BPG neu auf. Seitdem wurde eine neue, bereichsübergreifende Organisationsstruktur in Deutschland, Österreich und der Schweiz (BPG DACH) implementiert und die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Druckunternehmen der Gruppe deutlich intensiviert. Im April wurde zudem kommuniziert, die Produktionskapazitäten im Tiefdruck durch die Schließung des Prinovis-Standorts in Nürnberg im Frühjahr 2021 deutlich zu reduzieren.

Die Druckgeschäfte in der BPG DACH verzeichneten 2019 einen Rückgang in Bezug auf Umsatz und operatives Ergebnis. Europas führende Offsetdruckerei Mohn Media lag insbesondere aufgrund einer niedrigeren Auslastung im Katalog- und Buchgeschäft unter dem Niveau des Vorjahres. Die in der Prinovis-Gruppe gebündelten Tiefdruckaktivitäten entwickelten sich im Berichtszeitraum vor dem Hintergrund sehr schwieriger Marktverhältnisse erneut rückläufig. Die Direktmarketingaktivitäten der Gruppe konnten im vergangenen Geschäftsjahr Umsatz und Ergebnis erneut steigern. Auch das Multipartner-Bonusprogramm DeutschlandCard verzeichnete eine sehr positive Entwicklung.

Die Druckaktivitäten der Gruppe in Großbritannien entwickelten sich in Bezug auf das operative Ergebnis leicht rückläufig. Am Standort in Liverpool wurde im Frühjahr 2019 eine erste Offsetdruckmaschine in Betrieb genommen. Die Druckgeschäfte in den USA verzeichneten im Jahr 2019 hingegen deutliche Umsatz- und Ergebniseinbußen. Gründe hierfür waren massive Volumenrückgänge bei Verlagskunden und Auftraggebern aus dem Healthcare-Bereich.

Die Umsätze des Speichermedienherstellers Sonopress gingen vor dem Hintergrund des weiterhin deutlich rückIäufigen Marktes erwartungsgemäß zurück. Der zur Sonopress-Gruppe gehörenden Verpackungsdruckerei Topac gelang im abgelaufenen Geschäftsjahr der erfolgreiche Einstieg in den Markt für nachhaltige Lebensmittelverpackungen.

Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)

Umsatz nach Erlösquellen in Prozent

Umsatzanalyse

Bertelsmann Education Group

Die in der Bertelsmann Education Group gebündelten Bildungsgeschäfte des Konzerns verzeichneten im Geschäftsjahr 2019 deutliches Wachstum; das operative Ergebnis wurde mehr als verdoppelt. Die Gruppe profitierte von einer anhaltend hohen Nachfrage nach digitalen Bildungsangeboten in den Bereichen Gesundheit, Pädagogik und Technologie.

Der Umsatz der Bertelsmann Education Group wurde um 29,4 Prozent gesteigert und erreichte 333 Mio. € (Vj.: 258 Mio. €). Dazu trugen organisches und akquisitorisches Wachstum beim E-Learning-Anbieter Relias, der Ausbau des Onlinegeschäfts bei der Alliant International University sowie positive Währungseffekte bei. Das Operating EBITDA verbesserte sich auf 84 Mio. € (Vj.: 37 Mio. €). Die EBITDA-Marge betrug 25,2 Prozent (Vj.: 14,5 Prozent).

Der E-Learning-Anbieter Relias, der sich auf Fort- und Weiterbildungen für das Gesundheitswesen spezialisiert hat, vergrößerte seine Kundenbasis 2019 auf rund 11.200 Institutionen. Im Jahresverlauf wurde die Gesundheitssparte des 2018 erworbenen Bildungsanbieters OnCourse Learning vollständig in Relias integriert. Die OnCourse-Sparten für Fort- und Weiterbildungen in den Bereichen Finanzdienstleistungen und Immobilien wurden separat verkauft.

Die auf Psychologie und Pädagogik spezialisierte Alliant International University baute ihren Online-Campus weiter aus. Alliant führte zudem ein neues "Student Information System" ein, mit dem sich die Studienlaufbahn vollständig online planen und verwalten lässt.

Die Online-Weiterbildungsplattform Udacity, an der Bertelsmann einen maßgeblichen Anteil hält, entwickelte das Lehrangebot im Technologiebereich weiter und führte neue Nanodegrees unter anderem für Data Engineering, Cloud Computing und Künstliche Intelligenz ein. Udacity baute insbesondere das Geschäft mit Unternehmenskunden aus.

Bertelsmann startete 2019 eine auf drei Jahre angelegte globale Bildungsinitiative, in deren Verlauf 50.000 TechStipendien für Udacity-Kurse in den Themenbereichen Cloud, Data und Künstliche Intelligenz vergeben werden sollen. Auf die ersten 15.000 Stipendien bewarben sich rund 46.000 Interessentinnen und Interessenten aus aller Welt; die Kurse starteten im Oktober.

Umsatz nach Regionen in Prozent (ohne Innenumsätze)

Umsatz nach Erlösquellen in Prozent

Umsatzanalyse

Bertelsmann Investments

Im Geschäftsjahr 2019 erweiterte Bertelsmann Investments (BI) sein globales Netzwerk aus Beteiligungen an innovativen, jungen Unternehmen und dehnte seinen regionalen Fokus auf Afrika und Südostasien aus. BI tätigte im Berichtszeitraum insgesamt rund 80 Neu- und Folgeinvestitionen. Parallel wurden mehrere Exits vollzogen, sodass Bertelsmann Investments zum Jahresende ein Gesamtportfolio von rund 230 Beteiligungen hielt.

Bertelsmann Investments leistete erneut einen spürbaren Beitrag zum Konzernergebnis, der sich im Wesentlichen aus Wertsteigerungen der Beteiligungen sowie Verkäufen zusammensetzt. Das EBIT lag bei 107 Mio. € (Vj.: 96 Mio. €).

Bertelsmann Asia Investments (BAI) ist weiterhin der größte und aktivste Fonds der Einheit und tätigte 28 neue Investitionen, unter anderem in die E-Commerce-Plattform Tongcheng Life, den Online-Lieferdienst Ding Dong Fresh sowie in Tomato Mart, einen On- und Offline-Lebensmitteleinzelhändler. Folgeinvestitionen flossen in 13 Unternehmen, darunter in die multinationale E-Commerce-Plattform Club Factory. Mit der Veräußerung der Beteiligung an der Social-Media-Plattform Bigo Live an das chinesische Unternehmen YY realisierte BAI 2019 zudem den größten Exit in der Geschichte des Fonds. Ebenfalls veräußert wurden die BAI-Anteile am Bike-Sharing-Dienstleister Hellobike, am sozialen Netzwerk Momo und an weiteren Beteiligungen.

Im Juli gelang Afya ein erfolgreicher Börsengang an der NASDAQ in New York. Das gemeinsam von Bertelsmann Brazil Investments (BBI) und dem Partner Crescera Investimentos aufgebaute Bildungsnetzwerk im Gesundheitsbereich ist aus dem Zusammenschluss der Beteiligungen NRE Educacional, Medcel und anderen hervorgegangen. BBI ist weiterhin indirekt über den Crescera-Fonds Bozano Educacional II an Afya beteiligt. Das Unternehmen ist mit rund 36.000 Studierenden der größte Anbieter seiner Art in Brasilien und hat verschiedene medizinische Aus- und Fortbildungsprogramme im Portfolio. BBI hat darüber hinaus einen erfolgreichen Exit aus der Beteiligung an Jusbrasil zu verzeichnen.

Bertelsmann India Investments (BII) beteiligte sich neu am Agrartechnologie-Start-up Agrostar sowie an Rupeek, einer Onlineplattform für Darlehen an Privatpersonen. Hinzu kamen Folgeinvestitionen in das Fintech-Unternehmen Lendingkart sowie in Licious, eine Direct-to-Consumer-Plattform für Lebensmittel.

Bertelsmann Digital Media Investments (BDMI) tätigte 20 neue Investitionen in 2019, vorwiegend in den USA. BDMI beteiligte sich auch an Folgeinvestitionsrunden für 14 junge Unternehmen, darunter FloSports, ein Abo-Service für Sportmedien. Dem gegenüber stand der Exit aus zwei Beteiligungen: So wurden die Anteile an der Food-Community Food52 und an Crowdtwist, einem Cloud-basierten Kundenbindungsdienstleister, verkauft.

Darüber hinaus beteiligte sich BI 2019 erstmals an mehreren Fonds in neuen Regionen und Themenfeldern. Dazu gehörten Partech Africa und Blossom Capital 1 mit Sitz in London.

Seit 2012 investierte Bertelsmann über seine Fonds insgesamt über 1 Mrd. € in Digitalunternehmen; Rückflüsse durch Verkäufe von Beteiligungen betrugen im selben Zeitraum mehr als 600 Mio. €.

Gesamtaussage der Unternehmensleitung zur wirtschaftlichen Lage

Bertelsmann verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 insgesamt eine positive Geschäftsentwicklung. Der Konzern verbesserte sein Wachstumsprofil durch den fortgesetzten organischen und akquisitorischen Ausbau seiner Wachstumsplattformen. Die strategische Transformation hin zu einem wachstumsstarken, digitalen, internationalen und diversifizierten Konzern setzte Bertelsmann konsequent fort.

Im Berichtszeitraum erhöhte sich der Konzernumsatz leicht um 2,0 Prozent auf 18,0 Mrd. € nach 17,7 Mrd. € im Vorjahr und lag damit geringfügig unter den Erwartungen (Prognose im Geschäftsbericht 2018: moderat steigender Umsatz). Ausschlaggebend hierfür waren größtenteils ungeplante Portfolioeffekte durch Desinvestitionen bei Gruner + Jahr, Arvato und der Bertelsmann Education Group. Das organische Umsatzwachstum betrug 1,2 Prozent. Das Operating EBITDA erhöhte sich, auch bedingt durch die Erstanwendung des neuen Leasing-Standards IFRS 16, stark um 12,5 Prozent auf 2.909 Mio. nach 2.586 Mio. € im Vorjahr (Prognose im Geschäftsbericht 2018: starker Anstieg des Operating EBITDA aufgrund IFRS 16; ohne IFRS 16 stabile bis leicht steigende Entwicklung des Operating EBITDA). Der zur Konzernsteuerung verwendete BVA lag mit 89 Mio. € stark unter dem Vorjahreswert von 121 Mio. € (Prognose im Geschäftsbericht 2018: stark abnehmender BVA). Die Entwicklung spiegelt den investitionsbedingten Anstieg des durchschnittlich investierten Kapitals wider.

Im Geschäftsjahr 2019 wurde weiter intensiv an der Umsetzung der Strategie gearbeitet. Zur Stärkung der Kerngeschäfte trugen wichtige strategische Akquisitionen, wie beispielsweise die des britischen Kinderbuchverlags Little Tiger Group, die des französischen Kindersenders Gulli oder auch die angekündigte vollständige Übernahme von Penguin Random House, bei. Darüber hinaus lag im Berichtszeitraum ein besonderer Schwerpunkt auf dem verstärkten Aufbau von Kooperationen und Allianzen, zum Beispiel der Bertelsmann Content Alliance in den Inhaltegeschäften oder auch der Ad Alliance in der Werbevermarktung. So setzte im Rahmen der digitalen Transformation die Bertelsmann Content Alliance mit Gründung der Audio Alliance verstärkt auf Audio-Angebote und initiierte die Podcast-Produktion und Distribution neuer Podcasts über die eigene Plattform Audio Now. Die Wachstumsplattformen wurden weiter ausgebaut, insbesondere das TV-Produktionsgeschäft verbuchte Erfolge mit neuen Formaten. Ebenso verzeichnete Bertelsmann Fortschritte in China, Indien und Brasilien mit einer Vielzahl von Neu- und Folgeinvestitionen über die im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments gebündelten Fonds.

Die Finanz- und Vermögenslage ist nach wie vor solide. Der Leverage Factor lag im Berichtszeitraum mit 2,6 unterhalb des Niveaus des Vorjahres (31. Dezember 2018: 2,7). Die ausgewiesenen liquiden Mittel zum 31. Dezember 2019 in Höhe von 1,6 Mrd. € (31. Dezember 2018: 1,4 Mrd. €) stellen eine ausreichende Liquidität dar. Die Ratingagenturen Moody's und S&P stuften die Kreditwürdigkeit von Bertelsmann unverändert mit "Baa1" bzw. "BBB + " ein. Der Ausblick wird als stabil (S&P) bzw. negativ (Moody's) eingestuft.

Alternative Leistungskennzahlen (Alternative Performance Measures)

Zur Erläuterung der Ertragslage bzw. der Finanz- und Vermögenslage werden im vorliegenden zusammengefassten Lagebericht ergänzend die folgenden Alternativen Leistungskennzahlen verwendet, die nicht nach IFRS definiert sind. Diese sollten nicht isoliert, sondern als vervollständigende Information zur Beurteilung der Geschäftslage von Bertelsmann betrachtet werden, und es unterscheiden sich wie im wertorientierten Steuerungssystem unter anderem Steuerungskennzahlen im engeren von jenen im weiteren Sinne.

Organisches Umsatzwachstum

Das organische Wachstum ergibt sich, indem das ausgewiesene Umsatzwachstum um den Einfluss von Wechselkurseffekten sowie Unternehmenserwerben und -veräußerungen sowie sonstigen Effekten bereinigt wird. Bei den Wechselkurseffekten wird die im jeweiligen Land gültige funktionale Währung zur Berechnung herangezogen. Zu den sonstigen Effekten zählen bspw. Methoden- und Ausweisänderungen.

Operating EBITDA

Das Operating EBITDA ist als das Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern, Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen festgelegt und um Sondereinflüsse bereinigt. Die Bereinigungen um Sondereinflüsse dienen der Ermittlung eines nachhaltigen, unter normalen wirtschaftlichen Gegebenheiten wiederholbaren operativen Ergebnisses, das nicht durch Sondersachverhalte oder strukturelle Verwerfungen beeinflusst wird. Zu den Sondereinflüssen zählen im Wesentlichen Wertminderungen und Wertaufholungen, Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert, Restrukturierungsaufwendungen und/oder das Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen. Hiermit eignet sich das Operating EBITDA als aussagekräftige Steuerungsgröße.

Organisches Umsatzwachstum

in Prozent 2019 2018
Organisches Umsatzwachstum 1,2 2,7
Wechselkurseffekte 1,1 -1,7
Portfolio- und sonstige Effekte -0,3 1,8
Ausgewiesenes Umsatzwachstum 2,0 2,8

Operating EBITDA

in Mio. € 2019 2018
EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) 1.825 1.620
Sondereinflüsse 154 296
davon: RTL Group -4 107
davon: Penguin Random House 13 44
davon: Gruner + Jahr 65 77
davon: BMG 12 12
davon: Arvato 19 95
davon: Bertelsmann Printing Group 96 5
davon: Bertelsmann Education Group 58 50
davon: Bertelsmann Investments -109 -101
davon: Corporate/Konsolidierung 4 7
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte 1.051 847
Korrektur um in Sondereinflüssen enthaltene Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte -121 -177
Operating EBITDA 2.909 2.586

BVA

Der BVA misst den über die angemessene Verzinsung des investierten Kapitals hinaus erwirtschafteten Gewinn. Diese Form der Wertorientierung findet sowohl in der strategischen Investitions- und Portfolioplanung als auch in der operativen Geschäftssteuerung ihren Ausdruck und bildet zusammen mit qualitativen Kriterien die Grundlage für die Bemessung des variablen Anteils der Managementvergütung. Der BVA berechnet sich aus der Differenz von Net Operating Profit After Tax (NOPAT) und Kapitalkosten. Ausgangsbasis zur Berechnung des NOPAT ist das Operating EBITDA. Unter Abzug von Abschreibungen, soweit diese nicht in den Sondereinflüssen enthalten sind, sowie pauschalisierter Steuern von 33 Prozent (ab dem Geschäftsjahr 2020: 30 Prozent) ergibt sich das für die BVA-Berechnung zugrunde gelegte NOPAT. Die Kapitalkosten entsprechen dem Produkt aus Kapitalkostensatz und durchschnittlich investiertem Kapital. Der Kapitalkostensatz beträgt einheitlich 8 Prozent nach Steuern. Das durchschnittlich investierte Kapital ergibt sich quartalsweise aus den Vermögenspositionen der Bilanz, die dem operativen Betriebszweck dienen, abzüglich solcher Verbindlichkeiten, die dem Unternehmen unverzinslich zur Verfügung stehen. Die bislang separat als Barwert der Operating Leases erfassten Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen werden mit Einführung des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 16 ab dem Geschäftsjahr 2019 bilanziert und sind somit Bestandteil des investierten Kapitals. Die Ermittlung des BVA erfolgt ohne Berücksichtigung des Unternehmensbereichs Bertelsmann Investments, da die Geschäftsentwicklung hier im Wesentlichen auf Basis des EBIT dargestellt wird. Somit ergibt sich methodisch kein NOPAT-Beitrag dieses Unternehmensbereiches. Aus Konsistenzgründen wird das auf den Unternehmensbereich Bertelsmann Investments entfallende investierte Kapital daher korrigiert, seine Kapitalkosten werden mithin neutralisiert.

BVA

in Mio. € 2019 2018
Operating EBITDA 2.909 2.586
Nicht in den Sondereinflüssen enthaltene Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte -930 -670
Operating EBIT 1.979 1.916
Pauschalisierte Steuern (33 Prozent) -653 -632
NOPAT (Net Operating Profit After Tax) 1.326 1.284
Durchschnittlich investiertes Kapital 16.434 15.294
Kapitalkosten (8 Prozent) 1.315 1.224
Korrektur Bertelsmann Investments 78 61
BVA 89 121

Cash Conversion Rate

in Mio. € 2019 2018
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 2.090 1.437
Gezahlte Ertragsteuer 424 534
Veränderung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 95 113
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (abzgl. Erlösen aus dem Verkauf von langfristigen Vermögenswerten) -611 -528
Leasingzahlungen -288 n/a
Weitere Bereinigungen 173 197
Operating Free Cash Flow 1.883 1.753
Operating EBITDA 2.909 2.586
Nicht in den Sondereinflüssen enthaltene Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte -930 -670
Operating EBIT 1.979 1.916
Cash Conversion Rate (in Prozent) Operating Free Cash Flow / Operating EBIT 97 91

Cash Conversion Rate

Als Maßstab für die Finanzmittelfreisetzung aus den Geschäften dient die Cash Conversion Rate, die aus dem Verhältnis von Operating Free Cash Flow zu Operating EBIT ermittelt wird. Die Ermittlung des Operating Free Cash Flow setzt auf dem Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit gemäß Konzern-Kapitalflussrechnung auf, wobei die Effekte aus gezahlten Ertragsteuern und der Veränderung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen auf den Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit neutralisiert werden. Der Operating Free Cash Flow ist des Weiteren um Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie Leasingzahlungen vermindert, erhöht um Erlöse aus dem Verkauf langfristiger Vermögenswerte. Weitere Bereinigungen erfolgen, um einer periodengerechten Zuordnung der Kapitalflüsse gerecht zu werden und um den Einfluss von aus Sondereinflüssen resultierenden Zahlungsströmen auf den Operating Free Cash Flow methodisch konsistent zum Operating EBITDA zu neutralisieren. Ausgehend vom Operating EBITDA ergibt sich das Operating EBIT durch den Abzug von Abschreibungen, soweit diese nicht in den Sondereinflüssen enthalten sind. Angestrebt wird im langjährigen Mittel eine Cash Conversion Rate zwischen 90 und 100 Prozent.

Wirtschaftliche Schulden

Ausgehend von den Bruttofinanzschulden, die sich aus den Bilanzpositionen kurzfristige und langfristige Finanzschulden zusammensetzen, und gemindert um die liquiden Mittel, ergeben sich die Nettofinanzschulden. Die wirtschaftlichen Schulden sind definiert als Nettofinanzschulden abzüglich des 50-prozentigen Anteils des Nominalkapitals der Hybridanleihen, zuzüglich Pensionsrückstellungen, Genusskapital und Leasingverbindlichkeiten (im Vorjahr: Nettobarwert der Operating Leases). Bei der Berechnung der wirtschaftlichen Schulden werden die Hybridanleihen nur zur Hälfte berücksichtigt, da beide Anleihen von den Ratingagenturen ebenfalls zur Hälfte als Eigenkapital eingestuft werden. Für Zwecke der Berechnung des Leverage Factor werden die Wirtschaftlichen Schulden modifiziert.

Wirtschaftliche Schulden

in Mio. € 2019 2018
Bruttofinanzschulden 5.000 5.337
Abzgl. liquider Mittel -1.636 -1.405
Nettofinanzschulden 3.364 3.932
Abzgl. 50 Prozent Nominalkapital Hybridanleihen -625 -625
Pensionsrückstellungen 1.967 1.738
Genusskapital 413 413
Nettobarwert der Operating Leases n/a 1.161
Leasingverbindlichkeiten 1.392 n/a
Wirtschaftliche Schulden 6.511 6.619

Leverage Factor

in Mio. € 2019 2018
Wirtschaftliche Schulden 6.511 6.619
Modifikationen 250 136
Wirtschaftliche Schulden LF 6.761 6.755
Operating EBITDA 2.909 2.586
Modifikationen -291 -108
Operating EBITDA LF 2.618 2.478
Leverage Factor: Wirtschaftliche Schulden LF / Operating EBITDA LF 2,6 2,7

Leverage Factor

Zu den Finanzierungszielen gehört ein dynamischer Verschuldungsgrad (Leverage Factor), der sich aus dem Verhältnis von Wirtschaftlichen Schulden zum Operating EBITDA ergibt und den definierten Wert von 2,5 nicht dauerhaft überschreiten sollte. Bei der Ermittlung des Verschuldungsgrads werden die Wirtschaftlichen Schulden und das Operating EBITDA modifiziert, um eine der Struktur des Konzerns entsprechende finanzielle Steuerung zu ermöglichen. Die Modifikationen wurden im Geschäftsjahr 2019 - auch im Zusammenhang mit der erstmaligen Anwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16 - angepasst und vereinfacht. Die Modifikationen betreffen bei den Wirtschaftlichen Schulden überwiegend liquide Mittel, die im Konzern gebunden sind, während die Modifikationen beim Operating EBITDA die Struktur des Konzerns mit seinen Mitgesellschafteranteilen adressieren. Der ermittelte Leverage Factor ist somit stets konservativer, als er sich bei Verwendung der rein bilanziellen Positionen ergeben würde.

Nachtragsbericht

Im März 2020 hat Bertelsmann eine syndizierte Kreditlinie in Höhe von 675 Mio. € mit einer Laufzeit von bis zu 18 Monaten vereinbart. Diese Kreditlinie kann von der Bertelsmann SE & Co. KGaA durch variabel verzinsliche Kredite in Euro und US-Dollar auf Basis von EURIBOR bzw. LIBOR in Anspruch genommen werden und dient der allgemeinen Unternehmensfinanzierung sowie der Deckung eines kurzfristigen Finanzmittelbedarfs im Rahmen des Erwerbs der restlichen Anteile an Penguin Random House.

Risiko- und Chancenbericht

Risikomanagementsystem

Das Risikomanagementsystem (RMS) von Bertelsmann dient der Früherkennung, Beurteilung und Steuerung interner und externer Risiken. Das Interne Kontrollsystem (IKS) als integraler Bestandteil des RMS überwacht die Wirksamkeit der implementierten Gegenmaßnahmen. Ziel des RMS ist es, materielle Risiken für den Konzern rechtzeitig zu identifizieren, um Gegenmaßnahmen ergreifen und Kontrollen durchführen zu können. Risiken sind mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für Bertelsmann negativen Prognose bzw. Zielabweichung führen können. Darüber hinaus können sich Risiken negativ auf die Erreichung der strategischen, operativen sowie berichterstattungs- und Compliance-relevanten Ziele des Konzerns sowie auf dessen Reputation auswirken.

Der Prozess des Risikomanagements erfolgt in Anlehnung an die international anerkannten Rahmenwerke des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO Enterprise Risk Management - Integrated Framework bzw. Internal Control - Integrated Framework) und ist in die Teilschritte Identifikation, Bewertung, Steuerung, Kontrolle, Kommunikation und Überwachung gegliedert. Schwerpunkt der Risikoidentifizierung ist die Risikoinventur, die jährlich die wesentlichen Risiken der Unternehmenstätigkeit vom Profit Center aufwärts ermittelt. Diese werden stufenweise auf Unternehmensbereichs- und Konzernebene zusammengefasst. So ist sichergestellt, dass Risiken am Ort ihrer Wirksamkeit erfasst werden. Zusätzlich erfolgen halbjährlich eine konzernweite Nacherhebung der wesentlichen Risiken sowie quartalsweise eine Berichterstattung mit Negativmeldungen. Durch die Ad-hoc-Berichterstattungspflicht werden unterjährig wesentliche Veränderungen in der Risikoeinschätzung dem Vorstand zur Kenntnis gebracht. Den Risiken werden Steuerungsmaßnahmen und Kontrollaktivitäten gegenübergestellt. Auf diese Weise wird das sogenannte Nettorisiko ermittelt. Der Zeithorizont für die Einschätzung von Risiken beträgt sowohl ein Jahr als auch drei Jahre, um Steuerungsmaßnahmen frühzeitig einleiten zu können. Ausgangspunkt für die Ermittlung der wesentlichen Konzernrisiken ist analog der mittelfristigen Unternehmensplanung der Dreijahreszeitraum. Dabei ergibt sich die Bewertung eines Risikos als Produkt aus geschätzter negativer Auswirkung auf den Free Cashflow des Konzerns bei Eintritt des Risikos und geschätzter Eintrittswahrscheinlichkeit. Die Risikoüberwachung durch das Management erfolgt fortlaufend. Das RMS sowie das IKS als Teil des RMS werden kontinuierlich weiterentwickelt und sind in die laufende Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat von Bertelsmann eingebunden. Um die Erfüllung gesetzlicher und interner Anforderungen sicherzustellen, finden in regelmäßigen Abständen Sitzungen des Corporate Risk Committee statt.

Der Konzernabschlussprüfer prüft das Risikofrüherkennungssystem gemäß § 91 Abs. 2 AktG auf seine Eignung, Entwicklungen, die den Fortbestand der Bertelsmann SE & Co. KGaA gefährden könnten, frühzeitig zu erkennen, und berichtet die Ergebnisse an den Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA. Die Konzernrevision führt fortlaufend Prüfungen der Angemessenheit und der Funktionsfähigkeit des RMS in allen Unternehmensbereichen außer der RTL Group durch. Das RMS der RTL Group wird durch die eigene interne Revision sowie den externen Abschlussprüfer beurteilt. Aufgedeckte Mängel werden zeitnah durch geeignete Maßnahmen beseitigt. Der Bertelsmann-Vorstand hat Umfang und Ausrichtung des RMS anhand der unternehmensspezifischen Gegebenheiten ausgestaltet. Dennoch kann selbst ein angemessen eingerichtetes und funktionsfähiges RMS keine absolute Sicherheit für die Identifikation und Steuerung von Risiken gewährleisten.

Rechnungslegungsbezogenes Risikomanagementsystem und Internes Kontrollsystem

Die Ziele des rechnungslegungsbezogenen RMS und des IKS sind zum einen die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der externen und internen Rechnungslegung gemäß der geltenden Gesetzeslage sowie eine zeitnahe Bereitstellung von Informationen für die verschiedenen Empfänger. Zum anderen soll die Berichterstattung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Bertelsmann vermitteln. Die nachstehenden Aussagen gelten für den Konzernabschluss (einschließlich Konzernanhang und zusammengefassten Lageberichts) inklusive der Zwischenberichterstattungen wie auch für das interne Management Reporting.

Das IKS für den Rechnungslegungsprozess besteht aus folgenden Teilbereichen: Die konzerninternen Regeln zur Abschlusserstellung und Bilanzierung (z. B. IFRS-Handbuch, Richtlinien, Rundschreiben) werden allen eingebundenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zeitnah zur Verfügung gestellt. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt in einem konzernweit einheitlichen Berichterstattungssystem. Durch umfangreiche automatische Systemkontrollen wird die Datenkonsistenz der Abschlüsse sichergestellt. Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Systems erfolgt durch einen dokumentierten Änderungsprozess. Systemseitige Abstimmprozesse von konzerninternen Geschäftsvorfällen dienen zur Vorbereitung der entsprechenden Konsolidierungsschritte. Sachverhalte, die zu wesentlichen Fehlaussagen im Konzernabschluss führen können, werden jeweils zentral von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie der RTL Group (für den vorkonsolidierten Teilkonzern) überwacht sowie gegebenenfalls unter Hinzunahme externer Experten verifiziert. Zentrale Ansprechpartner der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie der Unternehmensbereiche stehen zudem in kontinuierlichem Kontakt mit den Tochterfirmen vor Ort, um die IFRS-konforme Bilanzierung sowie die Einhaltung von Berichtsfristen und -pflichten sicherzustellen. Abgerundet werden diese präventiven Maßnahmen durch Kontrollen in Form von automatisierten und manuellen Analysen durch das Konzernrechnungswesen der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie der RTL Group (für den vorkonsolidierten Teilkonzern). Diese Analysen dienen der Aufdeckung verbliebener Inkonsistenzen. In das interne Management Reporting sind zudem die Controlling-Abteilungen der Unternehmensbereiche und des Konzerns eingebunden. Im Rahmen der quartalsweisen Segmentabstimmung erfolgt eine Abstimmung zwischen dem internen und dem externen Berichtswesen. Durch die Einführung eines weltweit verbindlichen Kontrollrahmens für die dezentralen Rechnungslegungsprozesse soll zudem ein standardisierter Aufbau des IKS auf Ebene der lokalen Buchhaltungen aller vollkonsolidierten Konzerngesellschaften erreicht werden. Feststellungen der externen Prüfer sowie der Konzernrevision und der internen Revision der RTL Group in Bezug auf die Bilanzierung werden zeitnah mit den betroffenen Unternehmen besprochen und Lösungswege werden erarbeitet. Im Rahmen einer Selbsteinschätzung erfolgt jährlich eine Bestandsaufnahme der Qualität des IKS in den wesentlichen vollkonsolidierten Konzerngesellschaften. Die Ergebnisse werden auf Ebene der Unternehmensbereiche diskutiert. Gleichwohl gilt grundsätzlich auch für jedes IKS, analog zum RMS, dass es keine absolute Sicherheit liefern kann, wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung zu vermeiden oder aufzudecken.

Die Konzernrevision sowie die interne Revision der RTL Group beurteilen die rechnungslegungsrelevanten Prozesse im Rahmen ihrer Prüfungstätigkeit. Darüber hinaus berichtet der Konzernabschlussprüfer im Rahmen seiner Abschlussprüfung dem Prüfungs- und Finanzausschuss des Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA über im Rahmen der Prüfung gegebenenfalls erkannte wesentliche Schwächen des rechnungslegungsbezogenen IKS und die Feststellungen zum Risikofrüherkennungssystem.

Wesentliche Konzernrisiken

Bertelsmann ist einer Reihe von Risiken ausgesetzt. Die für Bertelsmann wesentlichen Risiken, die im Rahmen der Risikoberichterstattung identifiziert wurden, sind in der nachfolgenden Tabelle ihrem Rang nach aufgelistet. Über die Risiken der Informationssicherheit wird in einem nachfolgenden Abschnitt separat berichtet. Entsprechend der Höhe des möglichen Mittelabflusses werden die Risiken im Sinne der Risikotragfähigkeit als gering, moderat, signifikant, erheblich oder bestandsgefährdend klassifiziert. Im Rahmen der abgelaufenen Risikoinventur wurden keine Risiken, die als erheblich oder bestandsgefährdend einzustufen wären, identifiziert.

Aufgrund der Heterogenität der Konzerngeschäfte und der damit verbundenen unterschiedlichen Risiken, denen die einzelnen Unternehmensbereiche ausgesetzt sind, werden im Folgenden die identifizierten wesentlichen strategischen und operativen Konzernrisiken konkretisiert. Als übergeordnete Risiken wurden Risiken aus Akquisitionen sowie Risiken der Informationssicherheit identifiziert und separat beschrieben. Im Anschluss erfolgt eine Erläuterung der rechtlichen und regulatorischen Risiken sowie der Finanzmarktrisiken. Diese Risiken werden über die Konzernfunktionen im Wesentlichen zentral gesteuert.

Übersicht wesentlicher Konzernrisiken

Strategische und operative Risiken

Die Expansion der Weltwirtschaft hat sich im Jahr 2019 abgeschwächt. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um 3,0 Prozent nach 3,7 Prozent im Jahr 2018. Prägend ist nach wie vor die Schwäche in der Industrie und im Welthandel. Dabei verschlechterte sich die Konjunktur insbesondere in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften weiter, während sich die wirtschaftliche Dynamik in vielen Schwellenländern stabilisierte. Zudem wurde die Weltkonjunktur durch die Intensivierung des Handelskonflikts zwischen den Vereinigten Staaten und China belastet. Auch die Geschäftsentwicklung von Bertelsmann unterliegt gewissen Risiken. Die Ungewissheit über die Verhandlung zukünftiger Handelsabkommen im Anschluss des bevorstehenden Austritts von Großbritannien aus der EU oder eine weitere Verschärfung der internationalen Handelskonflikte könnten sich negativ auf das makroökonomische Umfeld von Bertelsmann auswirken. Bertelsmann beobachtet den Austrittsprozess, um etwaige Risiken frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls Maßnahmen einzuleiten. Auch aus der Ausbreitung des COVID-19-Virus ergeben sich Risiken für die globale makroökonomische Entwicklung mit potenziell ebenfalls negativen Auswirkungen auf die Geschäfte von Bertelsmann. Kurz- und mittelfristig signifikante Konzernrisiken stellen Preis- und Margenverluste, rechtliche und regulatorische Risiken, Änderungen im Marktumfeld, Kundenrisiken, ein Verlust an Zuschauer- und Marktanteilen sowie Risiken aus der konjunkturellen Entwicklung dar. Deren Entwicklung kann durch ein verändertes Kundenverhalten infolge der fortschreitenden Digitalisierung, durch die Entwicklung und Einführung von Produkten und Dienstleistungen durch Wettbewerber, durch Forderungsausfälle sowie Ausfälle und Beeinträchtigungen entlang der Produktionsstufen der einzelnen Unternehmensbereiche wesentlich beeinflusst werden. Lieferanten- sowie mitarbeiterbezogene Risiken stellen für Bertelsmann moderate Risiken dar, während Finanzmarktrisiken und Risiken aus dem zukünftigen technologischen Wandel im betrachteten Dreijahreszeitraum als gering klassifiziert werden.

Zunehmender Wettbewerb und stetiger Wandel, insbesondere im digitalen Umfeld, resultieren in einer stärkeren Fragmentierung der Märkte der RTL Group, da die Zuschauer immer mehr Auswahl haben (unter anderem durch Onlineplattformen) und gleichzeitig die Markteintrittsbarrieren sinken. Mögliche Risiken für die RTL Group sind rückläufige Zuschauer- und Werbemarktanteile ihrer werbefinanzierten Sender und damit letztlich sinkende Umsatzerlöse. Um diesen Risiken zu begegnen, erfolgt eine kontinuierliche Überarbeitung und Weiterentwicklung der Sender- und Programmstrategie. Durch eine Verknüpfung der traditionellen, linearen mit den neuen, digitalen Geschäftsmodellen sowie die Stärkung getätigter Investitionen im Onlinevideo-Markt und in Werbetechnologien begegnet die RTL Group Risiken aus der Digitalisierung und gestaltet die Entwicklung aktiv mit. Ein zunehmender Wettbewerb in der Programmakquisition und TV-Produktion sowie die zunehmende Abhängigkeit von einzelnen Produktionsfirmen, verbunden mit dem Risiko potenzieller Kostensteigerungen, könnten die Ertragskraft der RTL Group ebenfalls beeinträchtigen. Durch die Ausweitung der Eigenproduktionen am Programmanteil, insbesondere lokaler Inhalte, wird dieses Risiko gemindert. Ferner hat die konjunkturelle Entwicklung einen unmittelbaren Einfluss auf die TV-Werbemärkte und damit auf die Erlöse der RTL Group. Diesem Risiko wird insbesondere mit Kostensenkungsprogrammen, aber auch mit der Erschließung werbeunabhängiger Einnahmequellen, z. B. durch Distributionsumsätze von Plattformbetreibern, begegnet. Zur Verringerung des Risikos von Kundenverlusten werden Werbepakte mit Kooperationspartnern angeboten sowie das grundsätzliche Ziel verfolgt, langfristige Kundenbeziehungen aufzubauen.

Sinkende E-Book-Umsätze und potenzielle Preiszugeständnisse im Bereich Hörbücher aufgrund sich ändernder Marktbedingungen stellen Risiken für Penguin Random House dar. Ein weiteres Risiko aufgrund einer sich wandelnden Einzelhandelslandschaft sind rückläufige Verkaufsmengen im stationären Buchhandel. Penguin Random House begegnet diesen Risiken mit einer differenzierten Preisgestaltung, der Steigerung der Onlineumsätze mit physischen Büchern und Hörbüchern sowie der fortlaufenden Prüfung alternativer Verkaufs- und Vermarktungsmöglichkeiten. Forderungsausfallrisiken werden durch ein Debitorenmanagement und teilweise durch Kreditversicherungen begrenzt. Neben dem Risiko von Kostensteigerungen sieht sich Penguin Random House dem Risiko einer allgemeinen konjunkturellen Unsicherheit, die zu geringeren Verkäufen führen könnte, ausgesetzt. Die Risiken werden durch Lieferantenmanagement, innovative Vermarktungsaktivitäten sowie flexible Kostenstrukturen, die eine schnelle Reaktion auf konjunkturelle Schwächephasen ermöglichen, adressiert.

Die Gefahr einer Eintrübung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds und infolgedessen sinkender Anzeigen- und Vertriebserlöse sowie sich fortlaufend ändernde Rahmenbedingungen im Digitalgeschäft stellen für Gruner + Jahr wesentliche Herausforderungen dar. Ein sich änderndes Marktumfeld, geprägt durch Produktinnovationen sowie eine zunehmende Konzentration bei Agenturen und Vermarktern, trifft auf eine grundsätzlich rückläufige Nachfrage nach Printprodukten und kann durch Preis- und Konditionendruck zusätzlich zu sinkenden Margen führen. Weiterhin besteht die Gefahr des Verlustes von Schlüsselkunden, da z. B. Anzeigenkunden verstärkt auf andere, vor allem digitale Medien ausweichen könnten. Aufgrund der beschriebenen Entwicklung sind Folgerisiken wie drohende Forderungsausfälle oder Serviceeinschränkungen nicht auszuschließen, weil Dienstleister in den Bereichen Vertrieb oder Herstellung aufgrund wirtschaftlicher Probleme Angebote einschränken oder einstellen. Begegnet wird den Risiken durch Kosten- und Kundenmanagement, die Entwicklung neuer, insbesondere digitaler Angebotsformen, Produkt-, Preis- und Qualitätsverbesserungen sowie die Entwicklung von Alternativszenarien und die Erarbeitung von Lösungsszenarien.

BMG betreffende Risiken umfassen das Klientenportfolio (Vertragsverlängerungen mit Künstlern/Autoren), deren Monetarisierung (physische und digitale Vertriebspartner), das Unternehmenswachstum (Integration neuer Geschäfte) und die Skalierbarkeit des Unternehmens (technische Plattform und Organisation). Marktseitigen Risiken wird durch hohe Umsatzdiversifikation (Klienten/Kataloge, Geschäftssegmente, Regionen) und vertragliche Schutzklauseln (Absicherung der Einspielung von Vorauszahlungen) begegnet.

Arvato sieht sich insbesondere Risiken aus Kunden- und Lieferantenbeziehungen ausgesetzt. Dem Verlust von Großkunden wird durch Vertragsgestaltungen mit umfangreichen Leistungsbündeln bei gleichzeitig flexiblen Kostenstrukturen entgegengetreten. Lieferantenseitig bestehen Risiken in der Verfügbarkeit von Dienstleistungen. Gegenmaßnahmen sind ein aktiver Austausch mit bestehenden Lieferanten sowie der Abschluss von Langzeitrahmenverträgen. Der Markteintritt neuer Wettbewerber könnte den Wettbewerbsdruck erhöhen und zu geringeren Margen führen. Eine Fortentwicklung des Leistungsportfolios soll die Wettbewerbsposition verbessern und die Kundenbindung durch integrierte Lösungen erhöhen. Technologische Trends, die sich aus der Digitalisierung und der fortschreitenden Automatisierung ergeben, können bei einzelnen Kundensegmenten das Geschäftsmodell und die Wettbewerbsfähigkeit in Teilen beeinträchtigen. Eine Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds könnte zu sinkenden Umsatzerlösen und damit zu geringeren Deckungsbeiträgen führen, was Kostensenkungsmaßnahmen und Kapazitätsanpassungen erfordern würde. Risikomindernd wirkt die breite Diversifikation über Regionen und Branchen hinweg.

Für die Bertelsmann Printing Group stellen Kundenrisiken das bedeutendste Risiko dar. Preis- und Margendruck resultieren zudem aus einem Marktumfeld, das von Überkapazitäten gekennzeichnet ist. Ferner kann auch die Verschlechterung des konjunkturellen Umfelds zu Auflagenrückgängen führen. Steigende Rohstoffpreise - insbesondere für Papier, Farbe und Energie - stellen weitere Risiken auf Lieferantenseite dar. Eine zunehmende Verbreitung digitaler Medien forciert ebenfalls den Auflagenrückgang, insbesondere im Zeitschriftensegment. Risikominimierungsstrategien beruhen insbesondere auf dem Ausbau innovativer Druckdienstleistungen, auf einer ständigen Optimierung der Kostenstrukturen sowie auf einer permanenten Marktbeobachtung.

Für die Bertelsmann Education Group kann wachsender Wettbewerb mit anderen Trainingsanbietern, insbesondere im US-Gesundheitswesen, zu einem steigenden Preis- und Margendruck führen und sich negativ auf die geplanten Wachstumsziele auswirken. Diesen Risiken wird insbesondere durch strategische Partnerschaften, langfristige Kundenverträge sowie Marketingmaßnahmen entgegengetreten.

Die wesentlichen Risiken bei Bertelsmann Investments bestehen in fallenden Portfoliobewertungen oder ausbleibenden Exit-Opportunitäten. Durch einen standardisierten Investitionsprozess und eine fortlaufende Überwachung der Investitionen wird diesen Risiken Rechnung getragen.

Eine zunehmend schnellere Veränderung der Märkte und damit auch in den Geschäftsbereichen von Bertelsmann verlangt Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Zukunft mehr Anpassungsbereitschaft und -fähigkeit ab. Weiterhin bestehen demografische Risiken, die durch Verschiebungen in der Altersstruktur Auswirkungen auf Gewinnung, Entwicklung und Bindung von Talenten haben. Als Gegenmaßnahmen werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern individuelle Weiterbildungsmöglichkeiten, umfangreiche Gesundheitsprogramme, eine wettbewerbsfähige Vergütung und flexible Arbeitszeitmodelle angeboten. Zudem verstärkt Bertelsmann das Talent Management durch die forcierte Digitalisierung der Rekrutierungsprozesse und -maßnahmen und erleichtert interne Wechsel durch die kontinuierliche Harmonisierung von Prozessen und Strukturen.

Risiken aus Akquisitionen

Die Konzernstrategie beinhaltet neben organischem Wachstum Akquisitionen von Geschäften. Das Risiko möglicher Fehlentscheidungen bei der Auswahl von Investitionsobjekten und der Allokation von Investitionsmitteln wird durch strikte Investitionskriterien und -prozesse begrenzt. Die Akquisitionen bergen sowohl Chancen als auch Risiken. So erfordert die Integration in den Konzern Einmalaufwendungen, denen in der Regel langfristig Vorteile durch Synergieeffekte gegenüberstehen. Risiken bestehen darin, dass die Integrationskosten höher als erwartet ausfallen oder die Synergien nicht in dem Maße eintreten wie prognostiziert. Die Integrationsprozesse werden daher vom Management permanent überwacht.

Risiken der Informationssicherheit

Für Bertelsmann ist die Fähigkeit, Informationen zeitgerecht, vollständig, fehlerfrei und vertraulich zur Verfügung zu stellen und störungsfrei zu verarbeiten, erfolgskritisch und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Bertelsmann begegnet den verschärften Rahmenbedingungen auf Management-Ebene durch den konzernweiten Betrieb eines Information Security Management System (ISMS, basierend auf dem Industriestandard ISO 27001) zum strukturierten Management von Cyber-Risiken und zur Überwachung der Einhaltung der Konzernmindestvorgaben. Um Zugriff auf modernste Cyber-Security-Technologien und im Krisenfall Zugriff auf Spezialisten-Know-how zu haben, betreibt Bertelsmann ein Netzwerk an externen Partnern und ist Mitglied in der Deutschen Cyber-Sicherheitsorganisation (DCSO). Darüber hinaus begegnet Bertelsmann der erhöhten Bedrohungslage mit konkreten Maßnahmen, die unmittelbar die Cyber-Resilienz stärken, wie bspw. die konzernweite Einführung von Security Operations Centers oder Authentifizierungstechnologien. Eine indikative Bewertung der Risiken der Informationssicherheit erfolgte im Geschäftsjahr 2019 auf Basis der Bewertungsmethodik operativer Konzernrisiken. Demnach sind die Risiken der Informationssicherheit analog der Kategorisierung der wesentlichen Konzernrisiken als moderat zu klassifizieren.

Rechtliche und regulatorische Risiken

Bertelsmann ist als weltweit tätiger Konzern einer Vielzahl rechtlicher und regulatorischer Risiken ausgesetzt, die beispielsweise Rechtsstreitigkeiten oder unterschiedliche Auslegungen steuerlicher Sachverhalte betreffen können. Bertelsmann betreibt in mehreren europäischen Ländern Fernseh- und Radioaktivitäten, die regulatorischen Bestimmungen unterworfen sind, in Deutschland beispielsweise durch die medienrechtliche Aufsicht der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich. Unternehmen des Bertelsmann-Konzerns nehmen in vielen Geschäftsfeldern führende Marktpositionen ein, sodass akquisitorisches Wachstum aus wettbewerbsrechtlichen Gründen begrenzt sein kann. Darüber hinaus unterliegen die Bildungsaktivitäten regulatorischen Bestimmungen von staatlichen Behörden und Akkreditierungsstellen. Weitere Risiken umfassen Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Unternehmenskäufen und -verkäufen sowie steigende datenschutzrechtliche Anforderungen, die zu wachsenden Herausforderungen, insbesondere für die datenbasierten Geschäftsmodelle, führen. Diese Risiken werden durch die entsprechenden Fachbereiche des Konzerns laufend überwacht.

Mehrere Tochtergesellschaften der RTL Group werden von dem Sender RTL 2 Fernsehen GmbH & Co. KG und seinem Werbezeitenvermarkter El Cartel Media GmbH & Co. KG vor dem Landgericht Düsseldorf auf Offenlegung von Informationen zur Begründung eines möglichen Schadensersatzanspruchs verklagt. Die Klage wurde eingereicht, nachdem das Bundeskartellamt im Jahre 2007 eine Geldbuße gegen IP Deutschland GmbH und Seven One Media GmbH verhängt hatte, die den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung bei der Gewährung von Rabatten ("Share Deals") an Mediaagenturen sanktionierte. Das Bundeskartellamt argumentierte, dass diese Rabatte den Wettbewerb zulasten kleiner Sender beschränken würden. Im Jahr 2014 entschied das Landgericht Düsseldorf, ein Sachverständigengutachten anzuordnen. Der Sachverständige kam im Februar 2018 zu dem Ergebnis, dass eine positive Schadenswahrscheinlichkeit nicht mit Sicherheit festgestellt werden könne. RTL II hat im Juli 2018 einen Befangenheitsantrag gegen den Gutachter gestellt mit dem Ziel, das Gericht zur Einholung eines neuen Gutachtens zu veranlassen. IP Deutschland hat den Befangenheitsantrag als unbegründet zurückgewiesen. Das Gericht hat im Mai 2019 angekündigt, dem Sachverständigen Gelegenheit zur Stellungnahme zu dem Befangenheitsantrag zu geben und danach bis Ende Juli einen Fragenkatalog zu erstellen. Dies ist bisher nicht geschehen. Das Verfahren wird fortgesetzt. Ähnliche Klagen anderer, kleinerer Fernsehsender bei verschiedenen Gerichten waren erfolglos oder wurden zurückgezogen.

Im Juni 2016 wurde Fun Radio von seinen Hauptwettbewerbern vorgeworfen, eine Befragung zur Ermittlung der Zuhörermarktanteile durch das hierfür zuständige Institut "Médiamétrie" zu seinen Gunsten beeinflusst zu haben. Ein Moderator der Morning Show soll die Zuhörer dazu aufgerufen haben, in dieser Befragung für Fun Radio abzustimmen. Als Reaktion auf diese Anschuldigungen hat Médiamétrie entschieden, die für Fun Radio ermittelten Ergebnisse nicht zu veröffentlichen. Aufgrund einer von Fun Radio hiergegen eingereichten Klage wurde Médiamétrie dazu verpflichtet, die Ergebnisse für Fun Radio ab September 2016 wieder zu veröffentlichen. Allerdings hat Médiamétrie entschieden, das für Fun Radio tatsächlich ermittelte Ergebnis mit einem Abschlag zu belegen, um eine mögliche Verzerrung der Ergebnisse zu berücksichtigen ("Halo-Effekt"). Nach einem von Fun Radio eingeleiteten Verfahren wurde im Dezember 2017 ein Gerichtssachverständiger bestellt, der die Einschätzung von Médiamétrie zum angeblichen "Halo-Effekt" prüfen sollte. Der Gerichtsgutachter legte im September 2019 sein Abschlussgutachten vor, das zwar den "Halo-Effekt" bestätigte, aber die Ergebnisse von Fun Radio als überkorrigiert bewertet. Seit September 2017 veröffentlicht Médiamétrie wieder die vollständigen Zuhörermarktanteile von Fun Radio. Parallel zu dem oben genannten Verfahren haben die Hauptwettbewerber von Fun Radio im Dezember 2016 auch eine Schadensersatzklage wegen unlauteren Wettbewerbs eingereicht. Dieses Verfahren wurde bis zur Vorlage des Gutachtens ausgesetzt und wird nun im ersten Quartal 2020 wiederaufgenommen. In der Zwischenzeit haben vier der insgesamt sechs Kläger ihre Klagen zurückgenommen.

Am 22. Februar 2018 informierte die spanische Wettbewerbsbehörde (CNMC) Atresmedia über die Einleitung eines Sanktionsverfahrens wegen möglicher wettbewerbsbeschränkender Praktiken, die nach Artikel 1 des spanischen Wettbewerbsgesetzes verboten sind. Am 6. Februar 2019 übermittelte die CNMC die Beschwerdepunkte, denen zufolge bestimmte Geschäftspraktiken von Atresmedia den Wettbewerb beschränken. Die für die Untersuchung zuständige Abteilung der Wettbewerbsbehörde hat am 28. Mai 2019 einen Entscheidungsvorschlag übermittelt, der die Zahlung eines Bußgeldes in Höhe von 49,2 Mio. € beinhaltet. Atresmedia hat am 28. Juni 2019 seine Stellungnahme zu dem Entscheidungsvorschlag vorgelegt. Am 12. November 2019 verkündete das CN MC-Board seine Entscheidung und verhängte ein Bußgeld in Höhe von 38,2 Mio. €. Atresmedia hat am 10. Januar 2020 Klage gegen diese Entscheidung beim zuständigen Gericht erhoben. Atresmedia ist weiterhin der Überzeugung, dass die von der CNMC getroffene Entscheidung nicht hinreichend begründet ist, und rechnet mit einem positiven Ausgang. Die Erfolgsaussichten stützen sich unter anderem auf die von CNMC zugrunde gelegte nicht mehr zeitgemäße Definition des Werbemarktes.

Ausländische Investitionen in der Volksrepublik China sind Gegenstand regulatorischer Beschränkungen. Um den lokalen Anforderungen zu genügen, werden einige der Bertelsmann-Aktivitäten in China im Rahmen sog. VIE-Strukturen gehalten. Derartige Gestaltungen sind für Investitionen in China marktüblich. Diese Strukturen sind jedoch nur selten Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzungen in China, sodass ein gewisses Risiko besteht, dass VIE-Strukturen gerichtlich nicht durchgesetzt werden können; insbesondere dann, wenn die Volksrepublik China ihre Politik gegenüber Investitionen von Ausländern (vor allem gegenüber VIE-Strukturen) ändert oder Gerichte oder Behörden ihre Rechtsprechung bzw. Verwaltungspraxis ändern. Das im Mai 2019 verabschiedete Gesetz über die Auslandsinvestitionen der Volksrepublik China (PRC Foreign Investment Law "FIL") ist am 1. Januar 2020 in Kraft getreten. Bereits bestehende Gesetze bezüglich der Regelung von ausländischen Investitionen in China werden durch das FIL ersetzt. Davon betroffen sind Unternehmen, die vollständig im Besitz ausländischer Unternehmen sind, vertragliche chinesisch-ausländische Joint Ventures sowie chinesisch-ausländische Equity Joint Ventures. Noch in dem Gesetzgebungsverfahren sollten die VIE-Strukturen denen aller anderen ausländischen Direktinvestitionen gleichgestellt werden. Die VIE-Strukturen werden aber in dem verabschiedeten FIL nicht mehr thematisiert, weshalb davon ausgegangen wird, dass diese Struktur in ihrem Status quo erhalten bleibt, d. h. in den unregulierten Bereich fällt. Darüber hinaus legt die FIL einen fairen Marktzugang und die Gleichbehandlung ausländischer Beteiligungsgesellschaften fest und schreibt vor, dass die Corporate Governance dieser Unternehmen dem chinesischen Gesellschaftsrecht unterliegt mit einer Übergangsfrist von fünf Jahren. Die vom chinesischen Staatsrat am 31. Dezember 2019 verkündeten Durchführungsbestimmungen der FIL ("Implementing Regulations") sind am 1. Januar 2020 in Kraft getretenen. Die Durchführungsbestimmungen enthalten detaillierte Bestimmungen zum Schutz und zur Gleichbehandlung ausländischer Investitionen, zur Informationsberichterstattung und zur fünfjährigen Übergangszeit. Die lokalen Bertelsmann-Juristen verfolgen die Umsetzung des FIL und dessen Durchführungsbestimmungen genau und werden die notwendigen Schritte und Verfahren durchführen, um weiterhin gesetzeskonform zu arbeiten. Dies betrifft Gesellschaften von Fremantle, BMG, Arvato und der Bertelsmann Education Group sowie Investitionen von Bertelsmann Asia Investments (BAI).

Abgesehen von den oben genannten Sachverhalten sind gegenwärtig keine weiteren für den Konzern wesentlichen rechtlichen und regulatorischen Risiken ersichtlich.

Finanzmarktrisiken

Als international tätiger Konzern ist Bertelsmann einer Reihe von Finanzmarktrisiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere Zins- und Währungsrisiken. Diese Risiken werden im Wesentlichen zentral durch den Bereich Finanzen auf Basis einer durch den Vorstand festgelegten Richtlinie gesteuert. Derivative Finanzinstrumente werden dabei ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt. Bertelsmann setzt Währungsderivate vornehmlich zur Sicherung zukünftiger Verpflichtungen ein, die einem Wechselkursrisiko unterliegen. Bei einigen festen Abnahmeverpflichtungen in Fremdwährung erfolgt bei Vertragsabschluss eine Teilsicherung, die fortlaufend angepasst wird. Eine Reihe von Tochtergesellschaften ist außerhalb des Euro-Währungsraums angesiedelt. Die Steuerung der sich hieraus ergebenden Translationsrisiken auf den Leverage Factor (Verhältnis von Wirtschaftlichen Schulden zu Operating EBITDA) erfolgt, indem langfristig die Leverage Factoren im USD und GBP an der für den Konzern definierten Höchstgrenze ausgerichtet werden. Translationsrisiken aus Nettoinvestitionen in ausländische Gesellschaften werden nicht abgesichert. Im Rahmen des Zinsmanagements wird das Cashflow-Risiko aus Zinsänderungen zentral überwacht und gesteuert. Dabei wird ein ausgewogenes Verhältnis verschiedener Zinsbindungen durch die Wahl entsprechender Fristigkeiten bei den originären liquiditätswirksamen Finanzaktiva/-passiva und fortlaufend durch den Einsatz von Zinsderivaten erzielt. Das Liquiditätsrisiko wird regelmäßig auf Basis der Planungsrechnung überwacht. Die syndizierte Kreditlinie und eine angemessene Liquiditätsvorsorge bilden einen ausreichenden Risikopuffer für ungeplante Auszahlungen. Kontrahentenrisiken bestehen im Konzern bei angelegten liquiden Mitteln sowie im Ausfall eines Kontrahenten bei Derivategeschäften. Geldgeschäfte und Finanzinstrumente werden grundsätzlich nur mit einem fest definierten Kreis von Banken mit einwandfreier Bonität abgeschlossen. Im Rahmen der Richtlinien wurde für Finanzanlagen und Derivate für jeden Kontrahenten ein vom Bertelsmann-Vorstand vorgegebenes Risikolimit vergeben. Die Einhaltung der Limits wird regelmäßig vom Bereich Finanzen überwacht. Die Richtlinien zur Anlage liquider Mittel werden kontinuierlich überprüft und bei Bedarf erweitert. Die Finanzanlagen sind grundsätzlich kurzfristig ausgerichtet, um das Anlagevolumen im Falle einer veränderten Bonitätseinschätzung reduzieren zu können. Für die Finanzmarktrisiken ergeben sich gegenüber dem Vorjahr keine wesentlichen Veränderungen, sodass diese weiterhin als gering eingeschätzt werden können.

Gesamtaussage zur Risikolage

Die im Geschäftsjahr 2019 identifizierten Risiken haben keinen bestandsgefährdenden Charakter. Ebenso sind keine Risiken ersichtlich, die den Fortbestand des Konzerns zukünftig gefährden könnten.

Die Gesamtrisikoposition befindet sich leicht unter Vorjahresniveau. Die größten Konzernrisiken sind im Vergleich zum Vorjahr ihrer Art nach unverändert. Insbesondere Preis- und Margenrisiken, rechtliche und regulatorische Risiken, Risiken aus einem sich ändernden Marktumfeld sowie Risiken im Zusammenhang mit Kundenbeziehungen und der mögliche Verlust an Zuschauern und Marktanteilen bei der RTL Group stellen nach wie vor wesentliche Herausforderungen dar. Allerdings bestehen aufgrund der Diversifikation des Konzerns weder auf der Beschaffungs- noch auf der Absatzseite Klumpenrisiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Geschäftspartnern oder Produkten. Die finanzielle Ausstattung des Konzerns ist solide, der Bedarf an liquiden Mitteln ist durch vorhandene Liquidität und freie Kreditlinien gedeckt.

Chancenmanagementsystem

Ein effizientes Chancenmanagementsystem ermöglicht Bertelsmann, den unternehmerischen Erfolg langfristig zu sichern und Potenziale optimal auszuschöpfen. Chancen sind mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für Bertelsmann positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Das Chancenmanagementsystem ist, wie auch das Risikomanagementsystem, ein integraler Bestandteil der Geschäftsprozesse und Unternehmensentscheidungen. Im Strategie- und Planungsprozess werden die wesentlichen Chancen jährlich vom Profit Center aufwärts ermittelt und anschließend stufenweise auf Divisions- und Konzernebene zusammengefasst. Durch die systematische Erhebung auf mehreren Berichtsebenen können entstehende Chancen frühzeitig erkannt und genutzt werden. Darüber hinaus wird eine bereichsübergreifende Übersicht über die aktuellen Chancen von Bertelsmann geschaffen. Eine halbjährliche Nacherfassung maßgeblicher Änderungen der Chancen erfolgt auf Ebene der Unternehmensbereiche. Zudem wird das vorwiegend dezentrale Chancenmanagement durch zentrale Stellen im Konzern koordiniert, um Synergien durch zielgerichtete Kooperationen der einzelnen Bereiche zu heben. Der bereichsübergreifende Erfahrungsaustausch wird in regelmäßigen Treffen des GMC weiter gestärkt.

Chancen

Einerseits können den beschriebenen Risiken bei einer positiven Entwicklung entsprechende Chancen gegenüberstehen, andererseits werden gewisse Risiken eingegangen, um Chancenpotenziale zu nutzen. Aus dieser Verknüpfung mit den wesentlichen Konzernrisiken ergeben sich für Bertelsmann strategische und operative, rechtliche und regulatorische sowie finanzwirtschaftliche Chancen.

Strategische Chancen können vorrangig aus den vier strategischen Stoßrichtungen des Konzerns abgeleitet werden. Die Stärkung der Kerngeschäfte, die digitale Transformation, der Aufbau von Wachstumsplattformen sowie die Expansion in Wachstumsregionen umfassen die wichtigsten langfristigen Wachstumschancen für Bertelsmann (siehe Abschnitt "Strategie"). Insbesondere durch die strategischen Portfolioerweiterungen entstehen teilweise Chancen zur Nutzung von Synergien. Neben der Möglichkeit einer günstigeren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bestehen in den einzelnen Unternehmensbereichen individuelle operative Chancen.

Wesentliche Chancen für die RTL Group sind eine bessere Entwicklung der TV-Werbemärkte als erwartet sowie höhere Zuschauer- und Werbemarktanteile. Darüber hinaus schaffen die zunehmende Digitalisierung und Fragmentierung der Medienlandschaft neue Möglichkeiten. Professionell produzierte Inhalte können auf unterschiedlichen Plattformen national sowie international verbreitet werden. Durch die Verwertung bestehender TV-Inhalte auf unterschiedlichen Plattformen sowie die Entwicklung eigener digitaler Inhalte könnten neue Ertragsströme generiert werden. Ebenso bietet die verstärkte Präsenz im digitalen Bereich Chancen im Hinblick auf den Absatz von Onlinevideo-Werbung auf allen Geräten und Plattformen und den Ausbau von Abo basierten Erlösen im On-Demand-Geschäft. Weitere Chancen liegen in der zielgruppenspezifischen Vermarktung des eigenen Inventars (adressierbare Werbung) und Werbetechnologieangeboten für Dritte. Zudem könnte eine stärkere Verbreitung neuer Technologien wie UHD/4K zu einem höheren Erlöswachstum im Plattformgeschäft führen.

Penguin Random House ist die weltweit größte Publikumsverlagsgruppe. Dank dieser Position kann die Verlagsgruppe weiter neue Autoren und Buchprojekte gewinnen, um ihren Marktanteil zu steigern, und gleichzeitig in neue Märkte und diverse Inhalte weltweit investieren, in denen die Verlagsgruppe sich die steigende Nachfrage nach Büchern zunutze machen und ihre Produkte einer möglichst großen Leserschaft anbieten kann. Generell bietet die digitale Transformation der Buchmärkte Chancen für die Entwicklung neuer Produkte und den Aufbau effizienterer Vermarktungswege sowie einer verbesserten Auffindbarkeit der Backlist. Digitale Audiobücher verzeichnen weltweit Wachstum, während neue Technologien Bücher interessanter und Buchinhalte einem breiteren Publikum zugänglich machen könnten. Die Entwicklung neuer Marketinginstrumente und -plattformen erweitert die Möglichkeiten der Bindung zwischen Autoren und ihren Lesern.

Für Gruner + Jahr bestehen wesentliche Chancen in einer besseren Entwicklung der Anzeigen- und Vertriebsmärkte. Darüber hinaus ergeben sich Chancen aus der Transformation durch die Entwicklung neuer Geschäfte rund um die publizistischen Marken. Wachstumschancen entstehen vor allem im Auf- und Ausbau von Digitalaktivitäten sowie in Kooperationen mit anderen Verlagen und Vermarktern. In der Vermarktung könnte G+J durch neue Werbeformen in den Medienkanälen Online, Mobile und Video neue Kunden gewinnen.

Der Fokus von BMG liegt auf organischem Wachstum durch zusätzliche Abschlüsse von Verträgen mit Künstlern und Songwritern. Zudem können sich Chancen für die Übernahme weiterer ausgewählter Musikkataloge ergeben. Die wachsende Marktdurchdringung von Abonnementbasierten Streaming-Angeboten beinhaltet darüber hinaus die Chance der Markterweiterung auf internationaler Ebene im Label- und Verlagsbereich.

Bei Arvato können sich durch bereichsübergreifende Kooperationen und Großprojekte zusätzliche Chancen der Neukundengewinnung ergeben. Der weltweite E-Commerce-Markt wird in den kommenden Jahren dynamisch weiterwachsen. Arvato könnte an diesem Wachstum durch neue Dienstleistungen insbesondere der Bereiche Supply Chain Solutions und Financial Solutions überdurchschnittlich partizipieren. Weitere Wachstumschancen aus der fortschreitenden Digitalisierung liegen in der Entwicklung innovativer IP-basierter Lösungen und Cloud-basierter IT-Services.

Die Geschäfte der Bertelsmann Printing Group könnten durch zusätzliche Volumina von Bestands- und Neukunden weniger stark zurückgehen. Ferner könnte eine weitere Konsolidierung im Markt zur Stärkung der eigenen Wettbewerbsposition führen.

Neben Medien und Dienstleistungen wird das Bildungsgeschäft zur dritten Ertragssäule von Bertelsmann ausgebaut. Weitere Wachstumschancen für das Bildungsgeschäft könnten sich dabei durch eine weiter zunehmende Verlagerung weg vom klassischen Präsenzunterricht hin zu online-und kompetenzbasierten Schulungen ergeben. Durch den wachsenden Markt für Onlinebildung ergeben sich organische Wachstumschancen für die Unternehmen der Bertelsmann Education Group. So hat beispielsweise Relias das Potenzial, durch den Ausbau der Produkte zur Mitarbeiterbeurteilung und Datenanalyse sowie durch Internationalisierung weiter zu wachsen. Die Beteiligung an Udacity besitzt die Möglichkeit, sich vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und des kontinuierlichen Bedarfs an Weiterbildung im Technologiesektor zu einer Premiummarke auf dem Gebiet der IT- und Technologieschulungen zu entwickeln.

Für die Fondsaktivitäten von Bertelsmann Investments ergibt sich die Chance, aufgrund gestiegener Portfoliobewertungen oder durch den Verkauf von Beteiligungen höhere Gewinne zu realisieren als erwartet.

Zusätzliche Chancenpotenziale für die einzelnen Unternehmensbereiche bieten die vorhandenen Innovationsbemühungen, die im Abschnitt "Innovationen" dargestellt sind.

Weitere Chancen können durch Änderungen der rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen entstehen.

Die finanzwirtschaftlichen Chancen beziehen sich weitgehend auf eine für Bertelsmann vorteilhafte Entwicklung der Zinsen und Wechselkurse.

Prognosebericht

Erwartete gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Für das Jahr 2020 geht Bertelsmann von der folgenden Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aus. Das Wachstum der Weltwirtschaft wird auf dem schwachen Vorjahresniveau stagnieren. Gemäß der Prognose des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) vom Dezember 2019 wird die Weltproduktion im Jahr 2020 um 3,1 Prozent nach 3,0 Prozent im Jahr 2019 zunehmen. Risiken für die Weltkonjunktur ergeben sich weiterhin aus bestehenden handelspolitischen Unsicherheiten. Zudem sind die konkreten Auswirkungen aus der Verbreitung des COVID-19-Virus auf die Weltwirtschaft derzeit noch nicht absehbar. *

Im Euroraum dürfte die Konjunkturerholung weiter voranschreiten, wenngleich nach wie vor Abwärtsrisiken bestehen. Das realwirtschaftliche Wachstum soll nach Einschätzung des IfW im Jahr 2020 bei 1,2 Prozent liegen. Für Deutschland rechnet das IfW ebenfalls mit einem realen Wachstum des BIP von 1,1 Prozent. Die reale Wachstumsrate für Frankreich wird bei 1,4 Prozent erwartet. Für Großbritannien wird mit einem realen Anstieg des BIP im Jahr 2020 um 0,6 Prozent gerechnet. Die konjunkturelle Dynamik in den USA lässt allmählich nach. Für 2020 wird mit einem realen Wirtschaftswachstum von nur noch 1,5 Prozent gerechnet.

Erwartete Entwicklung relevanter Märkte

Die globale Medienindustrie wird maßgeblich von der Entwicklung der Weltwirtschaft und der daraus resultierenden Wachstumsdynamik beeinflusst. Aus dem fortgesetzten Trend zur Digitalisierung von Inhalten und Vertriebskanälen, einer sich ändernden Mediennutzung sowie dem zunehmenden Einfluss der Schwellenländer werden sich auch in den kommenden Jahren Chancen und Risiken ergeben. Durch die angestrebte Transformation des Konzernportfolios entlang der vier strategischen Stoßrichtungen erwartet Bertelsmann, in zunehmendem Maße von den sich daraus ergebenden Chancen zu profitieren. Bertelsmann ist mit seinen Geschäften in einer Vielzahl unterschiedlicher Märkte und Regionen vertreten, deren Entwicklungen einer Reihe von Einflüssen unterliegen und gesamtwirtschaftlichen Tendenzen nicht linear folgen. Im Folgenden wird nur auf Märkte und Regionen abgestellt, die für Prognosezwecke eine hinreichende Größe aufweisen und deren voraussichtliche Entwicklung angemessen aggregiert und beurteilt werden kann bzw. die aus Konzernsicht über eine strategische Bedeutung verfügen.

Für das Jahr 2020 wird eine insgesamt stabile Entwicklung der europäischen TV-Werbemärkte und ein starkes Wachstum der Streaming-Märkte in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden erwartet. Bei den Buchmärkten wird mit einer insgesamt stabilen Entwicklung gerechnet. Im Zeitschriftengeschäft werden für 2020 anhaltend starke Rückgänge der Printanzeigenmärkte in Deutschland und Frankreich sowie ein moderater Rückgang des Vertriebsmarktes in Deutschland und ein deutlicher Rückgang in Frankreich erwartet, während auf dem Digitalmarkt in Deutschland und Frankreich mit einem fortgesetzt starken Wachstum gerechnet wird. Für das Jahr 2020 wird ein anhaltend moderates Wachstum des weltweiten Musikmarkts in dem Segment Verlagsrechte erwartet. Für das Segment Recordingrechte wird mit einem deutlichen Wachstum gerechnet. Die Dienstleistungsmärkte werden 2020 voraussichtlich ein moderates Wachstum zeigen. Der Tiefdruckmarkt in Europa entwickelt sich 2020 voraussichtlich weiterhin stark rückläufig. Für den Offsetmarkt in Europa wird eine fortgesetzt moderat rückläufige Entwicklung und für den Buchdruckmarkt in Nordamerika ebenfalls eine fortgesetzt moderat rückläufige Entwicklung erwartet. Für die relevanten US-amerikanischen Bildungsmärkte wird insgesamt mit einem anhaltend moderaten bis starken Wachstum gerechnet.

Erwartete Geschäftsentwicklung

Die nachfolgenden Erwartungen basieren auf der Annahme einer allmählichen Normalisierung der gesamtwirtschaftlichen Lage und unterstellen ein weitgehendes Eintreten der prognostizierten Marktentwicklungen und der von den Forschungsinstituten geäußerten konjunkturellen Erwartungen.

Bertelsmann erwartet für das Geschäftsjahr 2020, dass die Geschäftsentwicklung von stabilen europäischen TV-Werbemärkten und Buchmärkten sowie wachsenden Dienstleistungs- und Musikmärkten getragen wird. Die durch die strategischen Portfolioerweiterungen eingeleiteten Wachstumsimpulse werden das Wachstumsprofil von Bertelsmann weiterhin positiv beeinflussen.

Neben den unterstellten Marktentwicklungen bilden die erwarteten konjunkturellen Entwicklungen in den geografischen Kernmärkten Westeuropa und USA den Ausgangspunkt für die zu erwartende Geschäftsentwicklung. Bei einem zu erwartenden Umsatz- und Ergebnisanteil von derzeit rund zwei Dritteln innerhalb des Euroraums richtet sich die Bandbreite des Wachstums vor allem nach der prognostizierten wirtschaftlichen Entwicklung in diesem Wirtschaftsraum. So prognostiziert das IfW für den Euroraum einen Anstieg des realen BIP um 1,2 Prozent und der Internationale Währungsfonds einen Anstieg um 1,3 Prozent für das Jahr 2020. In Anbetracht dieser konjunkturellen Erwartungen geht Bertelsmann insgesamt von einem leicht steigenden Umsatz für das Geschäftsjahr 2020 aus.

* In der im März 2020 veröffentlichten Frühjahrsprognose revidiert das IfW unter anderem die Wachstumserwartungen für den Euroraum und rechnet als Folge des COVID-19-Virus mit einem harten Konjunktureinbruch, gefolgt von einer starken Gegenbewegung.

Für das Geschäftsjahr 2020 wird mit einem stabilen bis leicht rückläufigen Operating EBITDA gerechnet. Hierbei werden Aufwendungen für die digitale Transformation wie beispielsweise im Streaming-Bereich (Video on Demand) der RTL Group sowie Investitionen in die IT-Infrastruktur und neue Technologien berücksichtigt. Das durchschnittlich investierte Kapital wird infolge getätigter Akquisitionen sowie fortgesetzter Investitionen in Wachstumsgeschäfte weiter ansteigen. Kompensierende Effekte aus Ergebnisbeiträgen werden teilweise erst zeitversetzt erwartet. Vor diesem Hintergrund wird weiterhin mit einem stark abnehmenden BVA für den Konzern gerechnet. Die vorstehenden Erwartungen basieren auf der operativen Planung und der mittelfristigen Vorschau für die Unternehmensbereiche unter der Annahme konstanter Wechselkurse.

Gegenwärtig wird nicht erwartet, dass die voraussichtliche Entwicklung eines für den Bertelsmann-Konzern wesentlichen Bereichs deutlich von jener des Konzerns abweicht.

Abhängig von der weiteren konjunkturellen Entwicklung geht Bertelsmann davon aus, dass sich aufgrund der mittel- bis langfristigen Finanzierung zunächst keine wesentlichen Auswirkungen auf die durchschnittlichen Finanzierungskosten aus Zinsänderungen ergeben. Die Liquiditätssituation wird für den Prognosezeitraum als ausreichend erwartet.

Den Prognosen liegt die Geschäftsausrichtung des Bertelsmann-Konzerns zugrunde, die im Kapitel "Unternehmensprofil" dargelegt ist. Generell spiegeln die Prognosen eine Risiko- und Chancenabwägung wider. Alle Aussagen hinsichtlich der möglichen zukünftigen konjunkturellen und geschäftlichen Entwicklung stellen Einschätzungen dar, die auf Basis der derzeit zur Verfügung stehenden Informationen getroffen wurden. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen und/oder weitere Risiken eintreten, können die tatsächlichen Ergebnisse von den erwarteten Ergebnissen abweichen. Eine Gewähr für die Angaben kann daher nicht übernommen werden.

Erläuterungen zum Jahresabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA (gemäß HGB)

Ergänzend zur Konzernberichterstattung wird im Folgenden die Geschäftsentwicklung der Bertelsmann SE & Co. KGaA erläutert. Die Bertelsmann SE & Co. KGaA ist Muttergesellschaft und Konzernholding des Bertelsmann-Konzerns. Als Konzernholding übt sie zentrale Konzernfunktionen wie die Festlegung und Weiterentwicklung der Konzernstrategie, die Kapitalallokation, die Finanzierung und die Managemententwicklung aus. Hinzu kommen Dienstleistungsfunktionen einiger Bereiche des Corporate Center. Ferner ist sie die steuerliche Organträgerin für die meisten inländischen Tochtergesellschaften. Die Lage der Bertelsmann SE & Co. KGaA wird im Wesentlichen vom geschäftlichen Erfolg des Bertelsmann-Konzerns bestimmt.

Der Jahresabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA wird im Gegensatz zum Konzernabschluss nicht nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), sondern nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) sowie den ergänzenden Regelungen des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt.

Gewinn- und Verlustrechnung der Bertelsmann SE & Co. KGaA nach HGB

in Mio. € 2019 2018
Umsatzerlöse 113 115
Sonstige betriebliche Erträge 189 202
Materialaufwand -31 -30
Personalaufwand -171 -175
Abschreibungen -23 -20
Sonstige betriebliche Aufwendungen -213 -245
Beteiligungsergebnis 664 759
Zinsergebnis -67 -58
Abschreibungen auf Finanzanlagen - -128
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -60 -111
Ergebnis nach Steuern 401 309
Sonstige Steuern -3 -3
Jahresüberschuss 398 306
Gewinnvortrag 461 485
Einstellung in andere Gewinnrücklagen -195 -150
Bilanzgewinn 664 641

Bilanz der Bertelsmann SE & Co. KGaA nach HGB (Kurzfassung)

in Mio. € 31.12.2019 31.12.2018
Aktiva
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen 369 388
Finanzanlagen 16.924 16.998
17.293 17.386
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 4.541 4.234
Wertpapiere, flüssige Mittel 513 230
5.054 4.464
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 20 21
22.367 21.871
Passiva
Eigenkapital 9.849 9.631
Rückstellungen 570 470
Verbindlichkeiten 11.944 11.767
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 4 3
22.367 21.871

Ertragslage der Bertelsmann SE & Co. KGaA

Die Entwicklung der Ertragslage der Bertelsmann SE & Co. KGaA wird aufgrund ihrer Funktion als Muttergesellschaft des Bertelsmann-Konzerns maßgeblich durch die Höhe des Beteiligungsergebnisses geprägt. Der Anstieg des Jahresüberschusses auf 398 Mio. € (Vj.: 306 Mio. €) ist im Wesentlichen durch den nahezu vollständigen Rückgang der Abschreibungen auf Finanzanlagen im Geschäftsjahr 2019 sowie die Verminderung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag bedingt. Gegenläufig hat sich der Rückgang des Beteiligungsergebnisses auf die Entwicklung des Jahresüberschusses ausgewirkt.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind gegenüber dem Vorjahr geringfügig auf 189 Mio. € (Vj.: 202 Mio. €) gesunken. Die Verminderung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 245 Mio. € auf 213 Mio. € ist zum überwiegenden Teil durch ein verbessertes Ergebnis aus Fremdwährung und geringere Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens bedingt. Gegenläufig hat sich die Erfassung von Aufwendungen aus Gewährleistungsverträgen ausgewirkt.

Die Höhe des Beteiligungsergebnisses wird maßgeblich durch die Höhe der Gewinnabführung der Bertelsmann Capital Holding GmbH, Gütersloh, geprägt. Im Wesentlichen infolge der Änderung der Dividendenpolitik der RTL Group S.A., Luxemburg, ist die von dieser Gesellschaft vereinnahmte Gewinnabführung um 275 Mio. € gesunken. Dieser Rückgang wurde zum Teil durch den Anstieg der Ergebnisabführungen anderer Tochterunternehmen kompensiert.

Die Abschreibungen auf Finanzanlagen des Vorjahres betrafen im Wesentlichen eine außerplanmäßige Abschreibung auf die Anteile an der Media Communication S.A.S., Vendin-Le-Vieil.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag sind im Geschäftsjahr 2019 aufgrund eines verminderten zu versteuernden Einkommens des Organkreises auf -60 Mio. € (Vj.: -111 Mio. €) gesunken.

Finanz- und Vermögenslage der Bertelsmann SE & Co. KGaA

Die Bilanzsumme der Bertelsmann SE & Co. KGaA hat sich von 21.871 Mio. € im Vorjahr auf 22.367 Mio. € erhöht. Die Finanz- und Vermögenslage ist weiterhin durch einen hohen Anteil des Eigenkapitals (44 Prozent) und der Finanzanlagen (76 Prozent) an der Bilanzsumme geprägt.

Die Veränderung der Finanzanlagen ist durch die gegenIäufige Entwicklung der Anteile an verbundenen Unternehmen mit einer Zunahme um 552 Mio. € einerseits und der Ausleihungen an verbundene Unternehmen und der Wertpapiere des Anlagevermögens jeweils mit einem Rückgang um 467 Mio. € bzw. 159 Mio. € andererseits bedingt. Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind aufgrund der Einlage in die Bertelsmann Capital Holding GmbH, Gütersloh, in Höhe von 500 Mio. € gestiegen. Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen sind aufgrund der fristgerechten Rückzahlung von Darlehen gesunken. Der Anstieg der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände steht zu einem wesentlichen Teil im Zusammenhang mit der Rückzahlung von Ausleihungen.

Das Eigenkapital erhöhte sich um den Jahresüberschuss des Berichtsjahres in Höhe von 398 Mio. € und verminderte sich um Ausschüttungen an die Anteilseigner in Höhe von 180 Mio. €. Der Anstieg der Verbindlichkeiten auf 11.944 Mio. € (Vj.: 11.767 Mio. €) umfasst mit 616 Mio. € die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Die Anleihen und Schuldscheindarlehen sind aufgrund der fristgerechten Tilgung zweier Schuldscheindarlehen und einer Floating Rate Note um 310 Mio. € gesunken.

Risiken und Chancen der Bertelsmann SE & Co. KGaA

Da die Bertelsmann SE & Co. KGaA unter anderem durch Finanzierungs- und Garantiezusagen sowie durch mittel- und unmittelbare Investitionen in die Tochtergesellschaften weitgehend mit den Unternehmen des Bertelsmann-Konzerns verbunden ist, ist die Risiko- und Chancensituation der Bertelsmann SE & Co. KGaA wesentlich von der Risiko- und Chancensituation des Bertelsmann-Konzerns abhängig. Insoweit gelten die Aussagen zur Gesamtbewertung der Risiko- und Chancensituation durch die Unternehmensleitung auch als Zusammenfassung der Risiko- und Chancensituation der Bertelsmann SE & Co. KGaA (siehe Abschnitt "Risiko- und Chancenbericht").

Ausblick der Bertelsmann SE & Co. KGaA

Als Muttergesellschaft des Bertelsmann-Konzerns erhält die Bertelsmann SE & Co. KGaA Gewinnausschüttungen und Erträge bzw. Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen von ihren Tochtergesellschaften sowie Erlöse aus Leistungen an diese. Infolgedessen wird die Entwicklung der Bertelsmann SE & Co. KGaA im Wesentlichen durch die Geschäftsentwicklung des Bertelsmann-Konzerns bestimmt (siehe Abschnitt "Prognosebericht").

Abhängigkeitsbericht (Erklärung gemäß § 312 AktG)

Der Vorstand der Bertelsmann Management SE als persönlich haftende Gesellschafterin der Bertelsmann SE & Co. KGaA hat dem Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA in analoger Anwendung der §§ 278 Abs. 3, 312 Abs. 1 Aktiengesetz einen freiwilligen Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen für das Geschäftsjahr 2019 vorgelegt. Der Vorstand erklärt, dass die Bertelsmann SE & Co. KGaA nach den Umständen, die bei der Vornahme der Rechtsgeschäfte bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat.

Zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung

Die nachfolgenden Angaben beziehen sich auf die Bertelsmann SE & Co. KGaA und den Bertelsmann-Konzern ("Bertelsmann") mit seinen einbezogenen vollkonsolidierten Tochtergesellschaften ("Tochtergesellschaften") gemäß § 315c HGB in Verbindung mit §§ 289b bis 289e HGB.

Bertelsmann ist in den Kerngeschäftsfeldern Medien, Dienstleistungen und Bildung in rund 50 Ländern aktiv (siehe Abschnitt "Unternehmensprofil"). Verantwortungsvolles Handeln - gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, in der Gesellschaft, im wirtschaftlichen Umfeld und im Umgang mit der Umwelt - ist fest in der Unternehmenskultur von Bertelsmann verankert. Mit seinem Corporate-Responsibility-Management verfolgt Bertelsmann das Ziel, ökonomische Interessen mit sozialen und ökologischen Anliegen innerhalb und außerhalb des Unternehmens in Einklang zu bringen.

Die Identifikation relevanter Themen und die Konzeptbeschreibung in dieser nichtfinanziellen Erklärung orientieren sich an den Standards (2016) der Global Reporting Initiative (102 und 103). Zusätzlich erfolgt zur Jahresmitte eine freiwillige Berichterstattung nach den GRI Standards (2016; in Übereinstimmung Option "Kern").

Unternehmensgrundsätze und Leitlinien

Voraussetzung für eine Unternehmenskultur, in der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Unternehmensführung und Gesellschafter erfolgreich, respekt- und vertrauensvoll zusammenarbeiten, sind gemeinsame Ziele und Grundwerte. Festgeschrieben sind diese in der Unternehmensverfassung sowie in den neu erarbeiteten Bertelsmann Essentials "Kreativität und Unternehmertum", die 2019 vorgestellt wurden. Des Weiteren definiert der Bertelsmann Code of Conduct als verbindliche Leitlinie Standards für gesetzeskonformes und ethisch verantwortungsvolles Handeln innerhalb des Unternehmens sowie gegenüber Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit.

Auch externe Leitlinien sind für Bertelsmann handlungsleitend. Das Unternehmen folgt weitgehend den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex für gute und verantwortungsvolle Unternehmensführung sowie den OECD-Leitlinien für multinationale Unternehmen. Bertelsmann bekennt sich zu den Grundsätzen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, den Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen und den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation. Als Mitglied des United Nations Global Compact unterstützt Bertelsmann die Agenda 2030 der Vereinten Nationen.

Corporate-Responsibility-Management

Organisation

Das Gremium für die strategische Weiterentwicklung von Corporate Responsibility bei Bertelsmann ist das CR-Council. Das CR-Council setzt sich zusammen aus dem Personalvorstand und Vertretern der Unternehmensbereiche und befasst sich mit konzernweiten, die Unternehmensstrategie flankierenden CR-Themen sowie der bereichsübergreifenden Koordination der CR-Aktivitäten im Konzern.

Auf Konzernebene koordiniert und unterstützt die Abteilung Corporate Responsibility & Diversity Management in enger Zusammenarbeit mit weiteren Konzernfunktionen die Arbeit des CR-Council. Im Sinne der Bertelsmann-Unternehmensstruktur liegt die Verantwortung für die Umsetzung von Corporate Responsibility durch konkrete CR-Maßnahmen und -Projekte bei den lokalen Geschäftsführungen. Die Unternehmensbereiche und Firmen haben - entsprechend den lokalen Erfordernissen - dafür eigene Strukturen und Prozesse implementiert.

Themenfelder

Zur Identifikation thematischer CR-Schwerpunkte führt Bertelsmann regelmäßig eine "CR-Relevanzanalyse" durch. Dafür werden interne und externe Stakeholder befragt: Die externen Stakeholder schätzen die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit von Bertelsmann auf Themen ein, während die internen Stakeholder deren Geschäftsrelevanz bewerten. Auf diese Weise werden für Bertelsmann besonders relevante Themen zu den Aspekten Arbeitnehmerbelange, Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption und Bestechung sowie Umweltbelange identifiziert. Die Betrachtung dieser Themen erfolgt innerhalb der Grenzen des Unternehmens, soweit nicht anders angegeben. Die Gültigkeit der CR-Relevanzanalyse von 2018 wurde 2019 bestätigt.

CR-Themen einschließlich nichtfinanzieller Leistungsindikatoren verfügen über keine unmittelbare Geschäftsrelevanz und zählen daher nicht zum wertorientierten Steuerungssystem von Bertelsmann. Aufgrund einer bisher eingeschränkten Messbarkeit können keine unmittelbar quantifizierbaren Aussagen zu Wirkungszusammenhängen und Wertsteigerungen mit Relevanz für den Konzern getroffen werden. Die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren werden daher nicht zur Steuerung des Konzerns verwendet (vgl. Abschnitt "Wertorientiertes Steuerungssystem").

Risiken

Mit den für Bertelsmann relevanten CR-Themen sind eine Reihe von Risiken verbunden. Diese Risiken können sich aus der eigenen Geschäftstätigkeit oder aus Geschäftsbeziehungen sowohl für das Unternehmen selbst wie auch für das Unternehmensumfeld und seine Stakeholder ergeben.

Für die im deutschen HGB definierten nichtfinanziellen Aspekte Arbeitnehmer- und Sozialbelange, Bekämpfung von Korruption und Bestechung, Achtung der Menschenrechte und Umweltbelange waren im Rahmen der Berichterstattung 2019 keine wesentlichen Risiken erkennbar. Ausführungen zu den relevanten Risiken befinden sich im Abschnitt "Risiko- und Chancenbericht".

Arbeitnehmerbelange

Motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichern nachhaltig Qualität, Innovation und Wachstum. Grundlage der Personalarbeit bei Bertelsmann ist daher das partnerschaftliche Selbstverständnis, wie es in der Unternehmensverfassung und in den Unternehmensgrundsätzen niedergelegt ist. Ergänzende Regelungen werden durch den Bertelsmann Code of Conduct und die Vorstandsrichtlinien zur Personalarbeit getroffen. Hauptverantwortlich für Arbeitnehmerbelange im Konzern ist der Personalvorstand. Er arbeitet eng mit den Personalverantwortlichen aus den Unternehmensbereichen zusammen, die über ein Dotted-Line-Konzept an ihn berichten. Zu seinen Aufgabenschwerpunkten gehören die Festlegung der strategischen HR-Agenda, die Ausrichtung der Führungskräfteentwicklung auf die strategischen Stoßrichtungen des Konzerns, das konzernweite Lernen, die Standardisierung und IT-Unterstützung wichtiger HR-Prozesse, die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur und die Umsetzung von Corporate Responsibility im Konzern. Im Jahr 2019 wurden Maßnahmen in den nachfolgenden Themen umgesetzt.

Mitsprache

Den kontinuierlichen Dialog zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Unternehmensführung sieht Bertelsmann als grundsätzliche Voraussetzung für den Unternehmenserfolg. Obwohl Bertelsmann als Medienunternehmen tendenzgeschützt ist und insofern nicht der gesetzlichen Mitbestimmung im Aufsichtsrat unterliegt, stellt das Unternehmen auf freiwilliger Basis den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vier Sitze im Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA zur Verfügung: Davon sind drei Betriebsratsmitglieder und eines ist Mitglied der Bertelsmann Führungskräftevertretung. Zudem verfügen Führungskräfte, Belegschaft, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderung und Auszubildende über verschiedene Plattformen, um sich auszutauschen, gemeinsame Themen voranzutreiben und ihre Anliegen einzubringen. Die Bertelsmann Konzerndialogkonferenz beispielsweise dient dem Austausch zwischen Vorstandsvorsitzendem, Personalvorstand und Konzernbetriebsratsmitgliedern aus den Unternehmensbereichen. In bereichsübergreifenden Arbeitsgruppen wurden im Jahr 2019 neue Dialogformate für Arbeitnehmervertreter und Geschäftsleitungen entwickelt, um die Sozialpartnerschaft weiterzuentwickeln. Weiterhin sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über standardisierte Personalgespräche (Leistungs- und Entwicklungsdialog, Zielvereinbarung, Teamgespräch) sowie durch konzernweite Mitarbeiterbefragungen in die Ausgestaltung ihrer Arbeitsbedingungen eingebunden. Im Jahr 2019 wurde die internationale Mitarbeiterbefragung erstmals ausschließlich online durchgeführt.

Lernen

Große Herausforderungen wie die fortschreitende Internationalisierung des Konzerns, die digitale Transformation von Medien und Dienstleistungen und der demografische Wandel lassen sich nur mit qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewältigen. Durch Angebote für lebenslanges Lernen trägt Bertelsmann zum dauerhaften Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei. Mit vier verschiedenen Campus-Bereichen - Strategy, Leadership, Function, Individual - ist die Bertelsmann University die zentrale Learning-Organisation im Unternehmen. Zu den wichtigsten Maßnahmen und deren Umsetzung im Jahr 2019 zählten unter anderem die Weiterentwicklung internationaler Programme in den Feldern Leadership, Strategy und Transformation sowie, vor dem Hintergrund der Fokussierung unserer Unternehmenswerte auf Kreativität und Unternehmertum, Formate zu Themen rund um Kreativität, Innovation und Unternehmertum. Mit dem Start eines neuen, dreijährigen Udacity-Stipendienprogramms mit insgesamt 50.000 Plätzen wurde der Technologie-Fokus in den Themen Data, Cloud und Künstliche Intelligenz weiter verstärkt. Auch die von Bertelsmann in Deutschland angebotenen Ausbildungs- und Studiengänge wurden kontinuierlich weiterentwickelt. Hierbei wurden neue Lerninhalte aufgegriffen, moderne Lernumgebungen geschaffen sowie Ausbildende entsprechend weiterqualifiziert.

Vielfalt

Für Bertelsmann ist die Vielfalt und Verschiedenheit der Belegschaft eine Voraussetzung für Kreativität, Innovation und nachhaltigen Unternehmenserfolg. Dies wird in den Bertelsmann Essentials zum Ausdruck gebracht. Die Diversity-Strategie wird durch die Abteilung Corporate Responsibility & Diversity Management mit Unterstützung einer konzernübergreifenden Arbeitsgruppe umgesetzt. Der Fokus liegt auf den folgenden Dimensionen: Geschlecht, Behinderung, sexuelle Orientierung und Identität, Nationalität und ethnische Herkunft sowie Generationen. Im Group Management Committee, das Ende 2019 aus 16 Mitgliedern (Vj.: 18) bestand, waren zu diesem Zeitpunkt sechs Frauen (Vj.: 6) und sechs Nationalitäten (Vj.: 7) vertreten. Um die Vielfalt auf den Führungsebenen weiter zu steigern, will Bertelsmann bis Ende 2021 über alle Unternehmensbereiche hinweg einen Frauenanteil von einem Drittel im Top- und Senior-Management erreichen. Um diese Zielgröße im Top- und Senior-Management zu erfüllen, wurde der angestrebte Frauenanteil in dem jeweiligen konzernweiten Talent Pool auf ein Drittel festgelegt bzw. im Career Development Pool auf 50 Prozent erhöht. Diese Zielgrößen wurden im Jahr 2019 in allen drei Talent Pools erreicht. Darüber hinaus wurde 2019 der Bertelsmann Aktionsplan Inklusion (2019-2024) in den deutschen Firmen ausgerollt.

Gesundheit

Zur Gestaltung eines gesundheitsförderlichen Arbeitsumfelds und zur Vorbeugung arbeitsbedingter Krankheitsrisiken erfolgt der Ausbau eines systematischen Gesundheitsmanagements von Bertelsmann an den deutschen Standorten. Damit betraut ist das Bertelsmann Gesundheitsmanagement, das gemeinsam mit einem funktionsübergreifenden Strategiekreis die deutschlandweite Gesundheitsstrategie verantwortet und entsprechende Aktivitäten koordiniert. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet die bereichsübergreifende "Health Community", die sich aus Gesundheitsexperten, Konzernbetriebsratsvorsitzenden, Personalverantwortlichen und Schwerbehindertenvertretern zusammensetzt. Durch gezielte Vernetzung dient sie auch der Verbreitung einheitlicher Standards für alle deutschen Standorte. Im Jahr 2019 wurde die Beratung zu Gesundheitsthemen weiterentwickelt, indem Workshop-Formate und Analyse-Tools in ausgewählten Bertelsmann-Firmen getestet wurden.

Faire Arbeitsbedingungen

Vergütungsfragen sind bei Bertelsmann essenzieller Bestandteil des Themas "faire Arbeitsbedingungen". Als Grundsatz werden konsistente und transparente Vergütungsstrukturen im Konzern etabliert. Dabei soll das Vergütungssystem eine markt-, funktions- und leistungsgerechte Entlohnung unter Berücksichtigung geschäftsspezifischer Eigenheiten gewährleisten. Die bei Bertelsmann und zahlreichen Tochtergesellschaften in Deutschland etablierte Gewinnbeteiligung orientiert sich an denselben Kriterien wie die Bemessung variabler Vergütungsbestandteile von Vorständen und Führungskräften. Eine Vielzahl weiterer Tochtergesellschaften im In- und Ausland haben ähnliche, nach lokalen Anforderungen individuell ausgestaltete Erfolgs- und Gewinnbeteiligungsmodelle. Im Jahr 2019 wurden aus dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2018 weltweit insgesamt 116 Mio. € an Gewinn- und Erfolgsbeteiligungen ausgeschüttet.

Sozialbelange

Kreative Unabhängigkeit

Bertelsmann steht für redaktionelle und journalistische Unabhängigkeit sowie für Presse- und künstlerische Freiheit. Das Unternehmen veröffentlicht eine Vielfalt an Meinungen und Positionen. Diese Grundprinzipien der Geschäftsaktivitäten werden im Bertelsmann Code of Conduct festgeschrieben. Bertelsmann versteht diese Unabhängigkeit in zwei Richtungen: Im Innenverhältnis gilt, dass die Geschäftsführungen die Entscheidungen von Künstlern, Redakteuren und Programmverantwortlichen weder beeinflussen noch diese in ihrer künstlerischen oder redaktionellen Freiheit einschränken. Gemäß dem Bertelsmann "Chefredakteursprinzip" obliegen redaktionelle Entscheidungen allein den Inhalteverantwortlichen. Nach außen gilt für das Unternehmen, in seiner Berichterstattung politischer oder wirtschaftlicher Einflussnahme nicht nachzugeben sowie bestehende Regeln zur Trennung von Werbung und redaktionellen Inhalten einzuhalten. Daraus resultiert der Anspruch auf sorgfältige Recherche, qualitativ hochwertige Berichterstattung und Transparenz bei Fehlern. Durch sauberes journalistisches Handwerk entsteht ein Gegengewicht zu sogenannten "Fake News" und Online-Desinformation. Über den Bertelsmann Code of Conduct hinaus setzten 2019 zahlreiche Tochtergesellschaften bzw. deren Redaktionen und Kreativabteilungen die Implementierung eigener Statuten und Regelwerke zur Sicherung der redaktionellen und künstlerischen Unabhängigkeit im Tagesgeschäft fort und entwickelten diese bei Bedarf weiter. Hier geht es vor allem um Sorgfaltspflichten, Persönlichkeitsrechte sowie um den Umgang mit Gewaltdarstellungen und Jugendschutz.

Inhalteverantwortung

Bertelsmann bedenkt die Wirkung produzierter und verbreiteter Inhalte, um die Rechte und Interessen der Mediennutzer, Kunden und Dritter bestmöglich zu schützen. Übergeordnete medienethische Prinzipien und Grundsätze sind durch Presse-, Rundfunk- und Multimediagesetze auf nationaler und internationaler Ebene, durch freiwillige Bekenntnisse zu externen Leitlinien, z. B. zu Ethikkodizes nationaler Presseräte, sowie unternehmensintern durch den Bertelsmann Code of Conduct und Redaktionsstatuten festgelegt. Demzufolge verpflichten sich die Inhalteverantwortlichen bei Bertelsmann unter anderem "zur Achtung der Privatsphäre sowie zum korrekten Umgang mit Informationen, Meinungen und Bildern". Bereichsübergreifende Verifizierungsteams tragen mit ihrer Expertise dazu bei, authentische von manipulierten oder aus dem Kontext gerissenen Fotos und Videos zu unterscheiden. Gemäß dem "Chefredakteursprinzip" obliegt die Verantwortung für Medieninhalte allein den Inhalteverantwortlichen in den Redaktionen und Kreativabteilungen der Firmen.

Im Bereich Jugendmedienschutz werden, in Übereinstimmung mit nach Medium und Region unterschiedlichen Auflagen, Inhalte bei Bertelsmann daraufhin überprüft, ob sie die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen beeinträchtigen könnten. In diesem Fall treten verschiedene Beschränkungen in Kraft, z. B. Sendezeitbeschränkungen oder Inhalte- bzw. Produktkennzeichnungen. Durch freiwillige Kennzeichensysteme geht Bertelsmann dabei teilweise über Regulierungen hinaus, die auf europäischer und nationaler Ebene insbesondere im Bereich der audiovisuellen Medien bestehen. Weitere spezifische Vorgaben zum Thema Inhalteverantwortung werden durch ergänzende Statuten auf Unternehmensbereichs-, Firmen- und Redaktionsebene getroffen.

Kundendatenschutz

Bertelsmann misst dem Schutz von Kundendaten eine große Bedeutung bei. Dazu zählen der Schutz personenbezogener Daten von eigenen Kunden sowie der Schutz personenbezogener Daten, die Bertelsmann von Geschäftspartnern über deren Kunden zur Verfügung gestellt werden. Anliegen des Kundendatenschutzes ist die Wahrung des Rechts, selbst zu bestimmen, wer wann welche Kenntnis über die eigene Person besitzt. Dazu gehört, dass mit personenbezogenen bzw. personenbeziehbaren Informationen nur entsprechend gesetzlichen Vorgaben umgegangen wird und dass diese Informationen vor unbefugtem Zugriff angemessen geschützt werden. Zusätzlich zum Bertelsmann Code of Conduct wird der Kundendatenschutz im Unternehmen unter anderem durch Vorstandsrichtlinien zu den Themen Informationssicherheit und IT-Risikomanagement geregelt.

Die Vorstandsrichtlinie zum Thema Datenschutz berücksichtigt die bei Bertelsmann geltenden datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen auf Basis der in der Europäischen Union geltenden Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und zielt auf eine konzernweite Harmonisierung des Datenschutzmanagements bei Bertelsmann ab. Unterstützt wird dies durch ein konzernweites Datenschutzmanagement-IT-System, das insbesondere die Umsetzung der Dokumentations- und Rechenschaftspflichten nach DSGVO adressiert.

Die Verantwortung für den Kundendatenschutz liegt bei den Geschäftsführungen der Tochtergesellschaften. Für die Umsetzung datenschutzrechtlicher Vorgaben verfügen die Tochtergesellschaften in Deutschland über eine Datenschutzorganisation, die aus zentralen Datenschutzbeauftragten und lokalen Datenschutzkoordinatoren besteht. Letztere berichten sowohl an die lokale Geschäftsführung als auch jährlich oder anlassbezogen an die zentralen Datenschutzbeauftragten, die wiederum dem Bertelsmann-Vorstand Bericht erstatten. Bei Tochtergesellschaften außerhalb Deutschlands existiert eine ähnliche Organisation. Ein Information Security Management System (ISMS), basierend auf dem Industriestandard ISO 27001 schafft die technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen für eine vertrauliche Datenverarbeitung. Das ISMS beinhaltet eine regelmäßige und strukturierte Erhebung relevanter Prozesse und Verfahren zur Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben zur Informationssicherheit, eine systematische Erfassung von Risiken sowie die Ableitung und Kontrolle zugehöriger Mitigationsmaßnahmen.

Schutz geistigen Eigentums

Die Geschäfte von Bertelsmann beinhalten die Entwicklung, die Erstellung, die Übertragung, die Lizenzierung und den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen, die als geistiges Eigentum geschützt sind. Für Bertelsmann ist die Wahrung geistigen Eigentums Grundlage des Unternehmenserfolgs. Daher setzt sich das Unternehmen für ein weltweit hohes Schutzniveau im Urheberrecht sowie einen fairen Wettbewerb im digitalen Markt ein. Die konzernweiten Taskforces Copyright mit Vertretern der relevanten Unternehmensbereiche begleiten die aktuellen Entwicklungen zum Urheberrecht und erarbeiten gemeinsame Positionen, beispielsweise zu der EU-Urheberrechtsreform.

Achtung der Menschenrechte

Durch seine Unternehmensgrundsätze und die Selbstverpflichtung zu externen Leitlinien bekennt sich Bertelsmann zur Achtung und zum Schutz der Menschenrechte im Unternehmen und in seinen Geschäftsbeziehungen. Der Bertelsmann-Vorstand hat ein "Integrity & Compliance"-Programm etabliert und ein Corporate Compliance Committee (CCC) berufen. Das CCC erstattet dem Bertelsmann-Vorstand sowie dem Prüfungs- und Finanzausschuss des Aufsichtsrates jährlich einen Compliance-Bericht. Für die laufende Tagesarbeit wurde die Abteilung Integrity & Compliance (I&C) geschaffen, die organisatorisch dem CCC unterstellt ist. I&C unterstützt das CCC bei der Erfüllung seiner Aufgaben und bringt Vorschläge zu erforderlichen Verbesserungen des "Integrity & Compliance"-Programms ein. I&C stellt weltweit sicher, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die wesentlichen gesetzlichen Bestimmungen und unternehmensinternen Richtlinien, einschließlich solcher zur Achtung der Menschenrechte, informiert sind, und führte auch 2019 die hierfür notwendigen Trainings- und Kommunikationsmaßnahmen durch.

Die Einhaltung der Menschenrechte, auch in der Lieferkette, ist durch den Bertelsmann Code of Conduct und den Supplier Code of Conduct ausdrücklich festgeschrieben. Dazu gehören das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit, das Verbot von Diskriminierung und Einschüchterung und die Bekräftigung des Rechts auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen.

Zusätzlich haben sowohl einzelne Tochtergesellschaften als auch Bertelsmann selbst im Jahr 2019 Statements gemäß dem "UK Modern Slavery Act" veröffentlicht, die alle Formen moderner Sklaverei, von Zwangs- und Kinderarbeit sowie von Ausbeutung und Diskriminierung verurteilen und Maßnahmen zur Vermeidung dieser Menschenrechtsverletzungen darstellen. Diese Statements werden (bei Bedarf) jährlich überarbeitet. Verstöße gegen die hier genannten Prinzipien können bei Bertelsmann durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und durch Dritte über die Meldewege des bestehenden Compliance-Management-Systems angegeben werden.

Im Hinblick auf Antidiskriminierung sind außerdem an allen deutschen Standorten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für das "Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz" (AGG) ernannt worden, an die sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei vermuteten Verstößen wenden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden über vielfältige Kommunikationskanäle über ihre Rechte nach dem AGG informiert und geschult. Konzernweit wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Thema Antidiskriminierung in einem E-Learning geschult, um sie zu sensibilisieren und sie auf ihre Rechte hinzuweisen. Diese und weitere internationale Aktivitäten wurden auch 2019 laufend weiterentwickelt.

Bekämpfung von Korruption und Bestechung

Sowohl der Bertelsmann Code of Conduct als auch die Bertelsmann-Vorstandsrichtlinie Antikorruption und Integrität verbieten ausdrücklich jegliche Form von Korruption und Bestechung. Dieses Verbot gilt auch für alle Dritten, die für, gemeinsam mit oder im Namen von Bertelsmann tätig werden, wie im Supplier Code of Conduct festgeschrieben. Neben Anweisungen für den Umgang mit Amtsträgern und Leitlinien für das Gewähren oder Annehmen von Zuwendungen im Rahmen von Geschäftsbeziehungen legt die Richtlinie Antikorruption und Integrität angemessene Due-Diligence-Prozesse für den Umgang mit Dritten fest. Eine angemessene Due-Diligence-Prüfung erfolgt je nach individuellem Risikoprofil durch eine entsprechende Risikoklassifizierung. Außerdem beschreibt diese Vorstandsrichtlinie Wege, um vermutete Verstöße zu melden oder um Beratung nachzusuchen, sowie weitere Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle. Die "Richtlinie zum Umgang mit Hinweisen auf Compliance-Verstöße" verankert eine Meldepflicht von vermuteten Verstößen gegen das Korruptionsverbot an das Bertelsmann Corporate Center. Das Thema Korruptionsprävention wird global durch die Abteilung I&C gesteuert und weiterentwickelt. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählten im Jahr 2019 die Beratung und Schulung von Führungskräften und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu Antikorruption sowie der weitere Roll-out des 2017 neu konzipierten E-Learnings zu diesem Thema.

Fairer Wettbewerb und Kartellrecht

Bertelsmann bekennt sich zum Wettbewerbsprinzip und verurteilt Kartellrechtsverstöße sowie wettbewerbswidriges Verhalten. Das Unternehmen geht gegen jeden bekannt gewordenen Verstoß vor und konsultiert in kartell- und wettbewerbsrechtlichen Fragen interne oder externe Expertinnen und Experten. Der Bertelsmann-Vorstand hat eine "Konzernrichtlinie zur Einhaltung kartellrechtlicher Vorschriften" erlassen. Es besteht eine Meldepflicht für Kartellverstöße. Die Konzernrechtsabteilung bietet den Unternehmensbereichen, deren Geschäftsführung und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Programme zum Kartellrecht an. Ein auch 2019 durchgeführtes, umfangreiches verpflichtendes Schulungsprogramm für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in kartellrechtsrelevanten Bereichen tätig sind, dient der Früherkennung kartellrechtlicher Risiken und der Vermeidung von Kartellrechtsverstößen.

Umweltbelange

Bertelsmann strebt an, bis 2030 klimaneutral zu werden. Dieses im Dezember 2019 vom Vorstand beschlossene Klimaschutzziel wird von einer im selben Jahr verabschiedeten konzernweiten Leitlinie flankiert, der Bertelsmann Energy & Climate Policy. Das konzernweite Umweltengagement bezieht neben den eigenen Standorten auch relevante Teile der Lieferkette, zum Beispiel Papierlieferanten, externe Druckereien und Energielieferanten mit ein. Die operative Verantwortung für das Energie- und Umweltmanagement sowie für die Umsetzung von Maßnahmen liegt bei den Geschäftsleitungen der Firmen. Die international besetzte "be green"-Arbeitsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern aus den Bertelsmann-Unternehmensbereichen wurde auch 2019 als Plattform für den bereichsübergreifenden Austausch zu Umweltthemen genutzt. Schwerpunkte der Zusammenarbeit liegen in der Ausweitung des Einsatzes von Papier zertifizierten oder recycelten Ursprungs und in der Verringerung von standort-, mobilitäts- und produktbezogenen Treibhausgasemissionen. Die Expertinnen und Experten der "be green"-Arbeitsgruppe koordinieren außerdem die jährliche Umweltdatenerhebung, die 2019 erstmals konzernweit auf Basis einer IT-gestützten Umweltplattform durchgeführt wurde.

Konzernabschluss

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

in Mio. € Anhang 2019 2018
Umsatzerlöse 1 18.023 17.673
Sonstige betriebliche Erträge 2 455 473
Materialaufwand 13 -5.663 -5.535
Honorar- und Lizenzaufwand -1.580 -1.593
Personalaufwand 3 -5.645 -5.658
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte 4 -1.051 -847
Sonstige betriebliche Aufwendungen 5 -2.877 -2.954
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Beteiligungen 11 124 57
Wertminderungen und Wertaufholungen auf at-equity bilanzierte Beteiligungen 11 -51 -2
Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen 90 6
EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) 1.825 1.620
Zinserträge 6 13 15
Zinsaufwendungen 6 -117 -115
Sonstige finanzielle Erträge 7 24 27
Sonstige finanzielle Aufwendungen 7 -229 -143
Finanzergebnis -309 -216
Ergebnis vor Steuern aus fortgeführten Aktivitäten 1.516 1.404
Ertragsteueraufwand 8 -426 -301
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten 1.090 1.103
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten 1 1
Konzernergebnis 1.091 1.104
davon:
Anteil Bertelsmann-Aktionäre
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten 728 752
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten 1 1
Ergebnis Bertelsmann-Aktionäre 729 753
Nicht beherrschende Anteilseigner
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten 362 351
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten - -
Ergebnis nicht beherrschender Anteilseigner 362 351

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

in Mio. € Anhang 2019 2018
Konzernergebnis 1.091 1.104
Posten, die anschließend nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
Neubewertungskomponente leistungsorientierter Versorgungspläne -224 -60
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts bei Eigenkapitalinstrumenten -2 3
Anteil am sonstigen Ergebnis, der auf at-equity bilanzierte Beteiligungen entfällt -1 -
Posten, die anschließend in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind
Umrechnungsdifferenzen
- im sonstigen Ergebnis erfasste Veränderung 78 94
- Reklassifizierung in die Gewinn- und Verlustrechnung 6 20
Cash Flow Hedges
- im sonstigen Ergebnis erfasste Veränderung aus der Marktbewertung 8 23
- Reklassifizierung in die Gewinn- und Verlustrechnung -3 2
Anteil am sonstigen Ergebnis, der auf at-equity bilanzierte Beteiligungen entfällt -4 -2
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 17 -142 80
Konzern-Gesamtergebnis 949 1.184
davon:
Anteil Bertelsmann-Aktionäre 602 816
Nicht beherrschende Anteilseigner 347 368

Konzernbilanz

Aktiva

in Mio. € Anhang 31.12.2019 31.12.2018 (angepasst)
Langfristige Vermögenswerte
Geschäfts- oder Firmenwerte 9 8.537 8.427
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 9 2.436 2.590
Sachanlagen und Nutzungsrechte 10 2.935 1.670
Anteile an at-equity bilanzierten Beteiligungen 11 652 658
Minderheitsbeteiligungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte 12 1.320 1.143
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 14 89 59
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 15 922 851
Aktive latente Steuern 8 1.087 1.051
17.978 16.449
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 13 1.745 1.735
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 14 4.523 4.443
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 12 63 71
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 15 1.092 1.002
Ertragsteuerforderungen 178 156
Liquide Mittel 16 1.636 1.405
9.237 8.812
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 102 82
27.317 25.343

Passiva

in MIO. € Anhang 31.12.2019 31.12.2018 (angepasst)
Eigenkapital 17
Gezeichnetes Kapital 1.000 1.000
Kapitalrücklage 2.345 2.345
Gewinnrücklagen 5.509 5.129
Eigenkapital Bertelsmann-Aktionäre 8.854 8.474
Nicht beherrschende Anteile 1.591 1.364
10.445 9.838
Langfristige Schulden
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 18 1.967 1.738
Übrige Rückstellungen 19 178 135
Passive latente Steuern 8 95 127
Genusskapital 20 413 413
Finanzschulden 21 4.612 4.638
Leasingverbindlichkeiten 22 1.116 32
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 23 363 353
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 23 379 395
9.123 7.831
Kurzfristige Schulden
Übrige Rückstellungen 19 214 299
Finanzschulden 21 388 660
Leasingverbindlichkeiten 22 276 7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 23 4.840 4.718
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 23 1.908 1.839
Ertragsteuerverbindlichkeiten 78 88
7.704 7.611
Schulden im Zusammenhang mit den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 45 63
27.317 25.343

Die Vorjahreswerte wurden angepasst. Weitere Erläuterungen finden sich im Abschnitt "Akquisitionen und Desinvestitionen".

Mit der Erstanwendung des IFRS 16 werden Leasingverbindlichkeiten separat ausgewiesen. Zum 31. Dezember 2018 sind ausschließlich Beträge ausgewiesen, die nach IAS 17 im Rahmen des Finanzierungsleasings bilanziert wurden.

Konzern-Kapitalflussrechnung

in Mio. € 2019 2018
Gesamtkonzernergebnis vor Finanzergebnis und Steuern 1.825 1.621
Gezahlte Ertragsteuern -424 -534
Ab-/Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte 1.118 855
Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen -90 -7
Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen -3 -62
Veränderung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen -95 -113
Veränderung der übrigen Rückstellungen -3 -20
Veränderung des Nettoumlaufvermögens -34 -178
Bewertung von Beteiligungen zum beizulegenden Zeitwert -143 -157
Sonstige Effekte -61 32
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 2.090 1.437
- davon aus nicht fortgeführten Aktivitäten - -
Investitionen in:
- Immaterielle Vermögenswerte -313 -295
- Sachanlagen -323 -325
- Finanzanlagen -317 -258
- Kaufpreiszahlungen für konsolidierte Beteiligungen (abzüglich liquider Mittel) -317 -556
Verkäufe von Tochterunternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten 228 113
Verkäufe von sonstigem Anlagevermögen 330 191
Cashflow aus Investitionstätigkeit -712 -1.130
- davon aus nicht fortgeführten Aktivitäten 1 1
Emission von Anleihen/Schuldscheindarlehen 75 942
Auszahlungen für Tilgung von Anleihen/Schuldscheindarlehen -309 -400
Aufnahme/Tilgung von übrigen Finanzschulden -67 -160
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten 11 -247 -8
Gezahlte Zinsen -260 -196
Erhaltene Zinsen 25 27
Dividenden an Bertelsmann-Aktionäre -180 -180
Dividenden an nicht beherrschende Anteilseigner und Auszahlungen an Gesellschafter (IAS 32.18(b)) -263 -356
Veränderung des Eigenkapitals 81 -59
Sonstige Effekte 17 18
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -1.128 -372
- davon aus nicht fortgeführten Aktivitäten - -
Zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel 250 -65
Wechselkursbedingte und sonstige Veränderungen der liquiden Mittel -12 28
Liquide Mittel am 1.1. 1.405 1.442
Liquide Mittel am 31.12. 1.643 1.405
Abzüglich liquider Mittel der Veräußerungsgruppen -7 -
Liquide Mittel am 31.12. (laut Konzernbilanz) 1.636 1.405

1) Der Betrag der Vergleichsperiode enthält ausschließlich Tilgungszahlungen für Leasingverhältnisse, die zuvor nach IAS 17 im Rahmen des Finanzierungsleasings bilanziert wurden.

Veränderungen der Nettoverbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten

in Mio. € 2019 2018
Nettoverbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten am 1.1. 1) -5.262 -3.479
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 2.090 1.437
Cashflow aus Investitionstätigkeit -712 -1.130
Zinsen, Dividenden und Eigenkapitalveränderungen, weitere Zahlungen (IAS 32.18(b)) -597 -764
Wechselkursbedingte und sonstige Veränderungen der Nettoverbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten -275 4
Nettoverbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten am 31.12. -4.756 -3.932

Die Nettoverbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten entsprechen dem Saldo aus den Bilanzposten "Liquide Mittel", "Finanzschulden" und "Leasingverbindlichkeiten".

1) Aufgrund der Erstanwendung des IFRS 16 enthalten die Nettoverbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten zum 1. Januar 2019 Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 1.330 Mio. €, die zuvor als Operating Leases klassifiziert wurden. Zum 1. Januar 2018 und zum 31. Dezember 2018 sind in diesem Posten Beträge ausgewiesen, die nach IAS 17 im Rahmen des Finanzierungsleasings bilanziert wurden.

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage 1) Gewinnrücklagen
Übrige Gewinnrücklagen
in Mio. €
Stand 1.1.2018 1.000 2.345 4.631
Anpassung - - 59
Stand 1.1.2018 3) 1.000 2.345 4.690
Konzernergebnis - - 753
Sonstiges Ergebnis - - -67
Konzern-Gesamtergebnis - - 686
Dividendenausschüttungen - - -180
Anteilsänderungen an Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung - - 6
Eigenkapitaltransaktionen mit Anteilseignern - - -174
Übrige Veränderungen - - -2
Stand 31.12.2018 1.000 2.345 5.200
Stand 1.1.2019 1.000 2.345 5.200
Anpassung - - -38
Stand 1.1.2019 4) 1.000 2.345 5.162
Konzernergebnis - - 729
Sonstiges Ergebnis - - -205
Konzern-Gesamtergebnis - - 524
Dividendenausschüttungen - - -180
Anteilsänderungen an Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung - - -13
Eigenkapitaltransaktionen mit Anteilseignern - - -193
Übrige Veränderungen - - 3
Stand 31.12.2019 1.000 2.345 5.496
Gewinnrücklagen
Kumuliertes übriges Eigenkapital 21
in Mio. € Umrechnungsdifferenzen Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte Rücklage aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts
Stand 1.1.2018 -196 69 n/a
Anpassung - -69 10
Stand 1.1.2018 3) -196 n/a 10
Konzernergebnis - n/a -
Sonstiges Ergebnis 110 n/a 3
Konzern-Gesamtergebnis 110 n/a 3
Dividendenausschüttungen - n/a -
Anteilsänderungen an Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung 1 n/a -
Eigenkapitaltransaktionen mit Anteilseignern 1 n/a -
Übrige Veränderungen - n/a -1
Stand 31.12.2018 -85 n/a 12
Stand 1.1.2019 -85 n/a 12
Anpassung - n/a -
Stand 1.1.2019 4) -85 n/a 12
Konzernergebnis - n/a -
Sonstiges Ergebnis 80 n/a -2
Konzern-Gesamtergebnis 80 n/a -2
Dividendenausschüttungen - n/a -
Anteilsänderungen an Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung 8 n/a -
Eigenkapitaltransaktionen mit Anteilseignern 8 n/a -
Übrige Veränderungen - n/a -2
Stand 31.12.2019 3 n/a 8
Gewinnrücklagen Eigenkapital Bertelsmann-Aktionäre Nicht beherrschende Anteile Gesamt
Kumuliertes übriges Eigenkapital 21
in Mio. € Cash Flow Hedges Anteil am sonstigen Ergebnis, der auf at-equity bilanzierte Beteiligungen entfällt
Stand 1.1.2018 -22 15 7.842 1.285 9.127
Anpassung - -8 -8 -3 -11
Stand 1.1.2018 3) -22 7 7.834 1.282 9.116
Konzernergebnis - - 753 351 1.104
Sonstiges Ergebnis 19 -2 63 17 80
Konzern-Gesamtergebnis 19 -2 816 368 1.184
Dividendenausschüttungen - - -180 -293 -473
Anteilsänderungen an Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung - - 7 -8 -1
Eigenkapitaltransaktionen mit Anteilseignern - - -173 -301 -474
Übrige Veränderungen - - -3 15 12
Stand 31.12.2018 -3 5 8.474 1.364 9.838
Stand 1.1.2019 -3 5 8.474 1.364 9.838
Anpassung - - -38 -12 -50
Stand 1.1.2019 4) -3 5 8.436 1.352 9.788
Konzernergebnis - - 729 362 1.091
Sonstiges Ergebnis 4 -4 -127 -15 -142
Konzern-Gesamtergebnis 4 -4 602 347 949
Dividendenausschüttungen - - -180 -254 -434
Anteilsänderungen an Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung - - -5 126 121
Eigenkapitaltransaktionen mit Anteilseignern - - -185 -128 -313
Übrige Veränderungen - - 1 20 21
Stand 31.12.2019 1 1 8.854 1.591 10.445

1) Die Kapitalrücklage enthält im Wesentlichen die bei Ausgabe von Stammaktien über den Nennbetrag hinaus erzielten Beträge.
2) Zum 31. Dezember 2019 entfallen 4 Mio. € auf Vermögenswerte, die als zur Veräußerung gehalten nach IFRS 5 klassifiziert werden. Zum 31. Dezember 2018 entfielen keine nennenswerten Beträge auf Vermögenswerte, die als zur Veräußerung gehalten nach IFRS 5 klassifiziert werden.
3) Die Anpassungen resultierten aus der erstmaligen Anwendung der Rechnungslegungsstandards IFRS 9 "Finanzinstrumente" und IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" zum 1. Januar 2018.
4) Die Anpassungen resultieren aus der erstmaligen Anwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16 "Leasingverhältnisse" zum 1. Januar 2019. Die Vergleichszahlen der Vorjahresperiode wurden in Übereinstimmung mit den Übergangsvorschriften nach IFRS 16 nicht angepasst.

Konzernanhang

Segmentinformationen (fortgeführte Aktivitäten)

RTL Group Penguin Random House Gruner + Jahr
in Mio. € 2019 2018 2019 2018 2019 2018
Außenumsatz 6.586 6.494 3.636 3.424 1.319 1.420
Innenumsatz 65 11 - - 36 20
Umsatz der Bereiche 6.651 6.505 3.636 3.424 1.355 1.440
Operating EBITDA 1.439 1.402 561 528 157 140
EBITDA-Marge 1) 21,6 % 21,5 % 15,4 % 15,4 % 11,6 % 9,7 %
Wertminderungen (-)/Wertaufholungen (+) auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte -3 -105 - - -1 -46
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Beteiligungen 64 58 2 -2 10 9
Investiertes Kapital 6.735 6.438 2.582 2.370 619 667
BMG Arvato Bertelsmann Printing Group
in Mio. € 2019 2018 2019 2018 2019 2018
Außenumsatz 597 542 4.112 4.033 1.405 1.468
Innenumsatz 3 3 63 67 163 171
Umsatz der Bereiche 600 545 4.175 4.100 1.568 1.639
Operating EBITDA 138 122 549 377 68 85
EBITDA-Marge 1) 23,0 % 22,5 % 13,2 % 9,2 % 4,4 % 5,2 %
Wertminderungen (-)/Wertaufholungen (+) auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte - - -9 -6 -14 -3
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Beteiligungen - - 10 7 - -
Investiertes Kapital 1.927 1.885 1.894 1.619 106 187
Bertelsmann Education Group Bertelsmann Investments 2) Summe der Bereiche
in Mio. € 2019 2018 2019 2018 2019 2018
Außenumsatz 333 257 13 12 18.001 17.650
Innenumsatz - 1 - - 330 273
Umsatz der Bereiche 333 258 13 12 18.331 17.923
Operating EBITDA 84 37 -1 -3 2.995 2.688
EBITDA-Marge 1) 25,2 % 14,5 % -4,6 % -25,8 % 16,3 % 15,0 %
Wertminderungen (-)/Wertaufholungen (+) auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte -101 -25 - - -128 -185
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Beteiligungen 39 -5 - -10 125 57
Investiertes Kapital 1.292 1.422 1.059 899 16.214 15.487
Corporate Konsolidierung Fortgeführte Aktivitäten
in Mio. € 2019 2018 2019 2018 2019 2018
Außenumsatz 22 23 - - 18.023 17.673
Innenumsatz 34 32 -364 -305 - -
Umsatz der Bereiche 56 55 -364 -305 18.023 17.673
Operating EBITDA -86 -95 - -7 2.909 2.586
EBITDA-Marge 1) n/a n/a n/a n/a 16,1 % 14,6 %
Wertminderungen (-)/Wertaufholungen (+) auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte - - -1 2 -129 -183
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Beteiligungen - - -1 - 124 57
Investiertes Kapital 136 124 2 -21 16.352 15.590

Weitere Erläuterungen zur Segmentberichterstattung finden sich unter Textziffer 27 "Segmentberichterstattung".

1) Operating EBITDA in Prozent vom Umsatz.
2) Die Geschäftsentwicklung von Bertelsmann Investments wird im Wesentlichen auf Basis des EBIT ermittelt. Das EBIT betrug 107 Mio. € (Vj.: 96 Mio. €).

Überleitung zum Operating EBITDA (fortgeführte Aktivitäten)

in Mio. € 2019 2018
EBIT aus fortgeführten Aktivitäten 1.825 1.620
Sondereinflüsse
- Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer sowie Gewinne aus Unternehmenserwerben 27 173
- Anpassung der Buchwerte der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte 7 6
- Wertminderungen (+)/Wertaufholungen (-) auf sonstige Finanzanlagen zu fortgeführten Anschaffungskosten 9 -
- Wertminderungen (+)/Wertaufholungen (-) auf at-equity bilanzierte Beteiligungen 51 2
- Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen -90 -6
- Bewertung von Beteiligungen zum beizulegenden Zeitwert -143 -157
- Restrukturierungsaufwendungen und weitere Sondereinflüsse 293 278
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte 1.051 847
Korrektur um in Sondereinflüssen enthaltene Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte -121 -177
Operating EBITDA aus fortgeführten Aktivitäten 2.909 2.586

Informationen nach geografischen Regionen (fortgeführte Aktivitäten)

Deutschland Frankreich Großbritannien
in Mio. € 2019 2018 2019 2018 2019 2018
Außenumsatz 5.806 5.859 2.213 2.336 1.180 1.152
Langfristige Vermögenswerte 1) 3.461 3.220 1.337 1.092 1.362 1.301
Übriges Europa USA Sonstige Länder
in Mio. € 2019 2018 2019 2018 2019 2018
Außenumsatz 3.413 3.336 4.211 3.896 1.200 1.094
Langfristige Vermögenswerte 1) 3.481 3.267 3.841 3.530 426 277
Fortgeführte Aktivitäten
in Mio. € 2019 2018
Außenumsatz 18.023 17.673
Langfristige Vermögenswerte 1) 13.908 12.687

1) Langfristige Vermögenswerte umfassen immaterielle Vermögenswerte (einschließlich Geschäfts- oder Firmenwerten), Sachanlagen und Nutzungsrechte. Erläuterungen zur Segmentberichterstattung finden sich unter Textziffer 27 "Segmentberichterstattung".

Informationen zu Erlösquellen (fortgeführte Aktivitäten)

Produkte und Waren Dienstleistungen Werbung und Anzeigen
in Mio. € 2019 2018 2019 2018 2019 2018
Außenumsatz 4.385 4.349 6.508 6.375 4.043 4.061
Rechte und Lizenzen Fortgeführte Aktivitäten
in Mio. € 2019 2018 2019 2018
Außenumsatz 3.087 2.888 18.023 17.673

Allgemeine Grundsätze

Der Konzernabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA zum 31. Dezember 2019 wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) sowie diesbezüglichen Interpretationen (IFRIC) des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) erstellt, wie sie in der EU anzuwenden sind (EU-IFRS). Ergänzend wurden die nach § 315e HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften beachtet. Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, erfolgen alle Angaben in Millionen Euro (Mio. €). Um die Übersichtlichkeit der Darstellung zu verbessern, sind einzelne Posten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzernbilanz sowie der Konzern-Kapitalflussrechnung zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang detaillierter ausgewiesen und erläutert.

Die Bertelsmann SE & Co. KGaA ist eine in Gütersloh, Deutschland, ansässige Kommanditgesellschaft auf Aktien.

Die Anschrift des eingetragenen Firmensitzes ist: Carl-Bertelsmann-Straße 270, 33311 Gütersloh.

Bertelsmann ist ein Medien-, Dienstleistungs- und Bildungsunternehmen, das in rund 50 Ländern der Welt aktiv ist. Die geografischen Kernmärkte umfassen Westeuropa - vor allem Deutschland, Frankreich sowie Großbritannien - und die USA. Darüber hinaus verstärkt Bertelsmann sein Engagement in Wachstumsregionen wie Brasilien, Indien und China. Zu den Bertelsmann-Unternehmensbereichen gehören die RTL Group (Bewegtbild), Penguin Random House (Bücher), Gruner + Jahr (Zeitschriften), BMG (Musik), Arvato (Dienstleistungen), die Bertelsmann Printing Group (Druck), die Bertelsmann Education Group (Bildung) und Bertelsmann Investments (Fonds). Weitere Erläuterungen zu den Hauptaktivitäten der Bertelsmann SE & Co. KGaA und ihrer Tochterunternehmen sind ausführlich im zusammengefassten Lagebericht dargestellt.

Auswirkungen von neuen Rechnungslegungsstandards

Die Effekte aus der Erstanwendung neuer Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen waren für den Bertelsmann-Konzern mit Ausnahme des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 16 "Leasingverhältnisse" unwesentlich. Der Standard ist verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen.

IFRS 16 Leasingverhältnisse

Der im Januar 2016 veröffentlichte IFRS 16 "Leasingverhältnisse" regelt den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis und die Angabepflichten bezüglich Leasingverhältnissen. Die Änderungen betreffen im Wesentlichen den Leasingnehmer und führen dazu, dass grundsätzlich alle Leasingverhältnisse und die damit verbundenen vertraglichen Rechte und Verpflichtungen in der Bilanz des Leasingnehmers als Nutzungsrecht am Leasinggegenstand und als Leasingverbindlichkeit erfasst werden. Eine Ausnahme bilden kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr und Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte, für die im Bertelsmann-Konzern keine Nutzungsrechte und keine Leasingverbindlichkeiten angesetzt werden. Der neue Standard ersetzt die bisherige lineare Erfassung von Aufwendungen aus Operating Leases gemäß IAS 17 durch die Erfassung eines Abschreibungsaufwands für das Nutzungsrecht und die Erfassung von Zinsaufwendungen aus den Leasingverbindlichkeiten.

Die Leasingverbindlichkeiten werden zum Zeitpunkt der Erstbilanzierung mit dem Barwert der ausstehenden Leasingzahlungen erfasst. Der Barwert wird unter Anwendung laufzeit-, währungs- und risikospezifischer Grenzfremdkapitalzinssätze ermittelt. In der Folgebewertung wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeit aufgezinst und um die geleisteten Leasingzahlungen vermindert. Die Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Die Anschaffungskosten beinhalten den Betrag der erfassten Leasingverbindlichkeiten, die anfänglichen direkten Kosten und die geleisteten Leasingzahlungen, die am oder vor dem Beginn des Leasingverhältnisses geleistet wurden, abzüglich der erhaltenen Leasinganreize. Das Nutzungsrecht wird linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Nutzungsdauer und Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Die erstmalige Anwendung von IFRS 16 erfolgte in Übereinstimmung mit den Übergangsvorschriften des IFRS 16 nach dem modifiziert retrospektiven Ansatz. Die Vergleichszahlen der Vorjahresperiode wurden dementsprechend nicht angepasst. Die neuen Rechnungslegungsvorschriften wurden im Zeitpunkt der Umstellung auf sämtliche Verträge angewendet, die zuvor als Leasingverträge unter Anwendung von IAS 17 und IFRIC 4 identifiziert waren. Bei der Beurteilung von Verlängerungs- und Kündigungsoptionen wurden aktuelle Erkenntnisse zum Erstanwendungszeitpunkt berücksichtigt. Die Leasingverbindlichkeit zum 1. Januar 2019 wurde mit dem Barwert der ausstehenden Leasingzahlungen unter Anwendung laufzeit-, währungs- und risikospezifischer Grenzfremdkapitalzinssätze angesetzt. Ausgangspunkt für die Ermittlung der Grenzfremdkapitalzinssätze sind risikofreie länder- und laufzeitspezifische Zinssätze für Staatsanleihen. Diese Zinssätze werden um einen spezifischen Risikozuschlag für die Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie um einen leasingspezifischen Risikoaufschlag ergänzt. Der leasingspezifische Risikoaufschlag berücksichtigt insbesondere, dass die Leasingverträge nicht durch die Bertelsmann SE & Co. KGaA selbst, sondern durch deren Tochtergesellschaften abgeschlossen werden, sowie das unterschiedliche Zahlungsprofil eines Leasingvertrages im Gegensatz zu einer endfälligen Staatsanleihe. Der gewichtete durchschnittliche Grenzfremdkapitalzinssatz, mit dem die Leasingverbindlichkeit zum 1. Januar 2019 angesetzt wurde, betrug 3,0 Prozent.

Ausgehend von den Miet- und Leasingverpflichtungen für bereits genutzte Immobilien und Mobilien zum 31. Dezember 2018 ergab sich folgende Überleitung auf den Eröffnungsbilanzwert der Leasingverbindlichkeiten zum 1. Januar 2019:

in Mio. €
Miet- und Leasingverpflichtungen für bereits genutzte Immobilien und Mobilien am 31. Dezember 2018 1.367
Anwendungserleichterung für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse von geringwertigen Vermögenswerten -17
Neueinschätzung von Verlängerungs- und Kündigungsoptionen 191
Sonstige -1
Verpflichtungen aus operativen Leasingverhältnissen (undiskontiert) 1.540
Effekt aus der Abzinsung -210
Verpflichtungen aus operativen Leasingverhältnissen (diskontiert) 1.330
Buchwert der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing am 31. Dezember 2018 39
Buchwert der Leasingverbindlichkeiten am 1. Januar 2019 1.369

Für einzelne Immobilienmietverträge wurde das Nutzungsrecht in der Höhe angesetzt, als ob IFRS 16 schon ab dem Zeitpunkt der Bereitstellung der Immobilie angewendet worden wäre. In allen übrigen Fällen entsprachen die Nutzungsrechte zum Erstanwendungszeitpunkt dem Betrag der zugehörigen Leasingverbindlichkeit, angepasst um Beträge für im Voraus geleistete oder abgegrenzte Leasingzahlungen. Darüber hinaus wurde das Nutzungsrecht um diejenigen Beträge korrigiert, die zum 31. Dezember 2018 als Rückstellungen aus belastenden Leasingverträgen in Höhe von 28 Mio. € in der Bilanz angesetzt waren. Auf einen Werthaltigkeitstest der Nutzungsrechte im Zeitpunkt der Erstanwendung wurde in diesem Zusammenhang verzichtet. Bei der Bewertung der Nutzungsrechte zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung blieben die anfänglichen direkten Kosten unberücksichtigt. Außerdem wurden die neuen Vorschriften in Einzelfällen nicht auf solche Leasingverhältnisse angewendet, deren Laufzeit bis zum 31. Dezember 2019 endet.

Im Rahmen der Umstellung auf IFRS 16 zum 1. Januar 2019 wurden Nutzungsrechte in Höhe von 1.245 Mio. € (einschließlich 35 Mio. € aus zum 31. Dezember 2018 bestehenden Finanzierungsleasingverhältnissen) und Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 1.369 Mio. € (einschließlich 39 Mio. € aus zum 31. Dezember 2018 bestehenden Finanzierungsleasingverhältnissen) erfasst. Der kumulierte Effekt der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 in Höhe von -50 Mio. € wurde ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst. Die Leasingverhältnisse betreffen in weit überwiegendem Umfang Mietimmobilien in den Unternehmensbereichen RTL Group, Penguin Random House und Arvato. Darüber hinaus existieren Leasingverhältnisse über technische Anlagen und Maschinen, Fahrzeuge und sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die geänderte Erfassung von Aufwendungen aus Leasingverhältnissen führt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung durch den Ersatz der bislang in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfassten Aufwendungen aus Operating Leases sowohl durch Abschreibungen auf Nutzungsrechte als auch durch sonstige finanzielle Aufwendungen aus der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeit im Finanzergebnis zu einer Erhöhung des Operating EBITDA um geschätzt 0,3 Mrd. € im Vergleich zum Geschäftsjahr 2018. Durch die geänderte Erfassung von Leasingzahlungen in der Konzern-Kapitalflussrechnung ergibt sich im Geschäftsjahr 2019 eine Verbesserung des Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit verringerte sich entsprechend.

Detaillierte Erläuterungen zu den in Übereinstimmung mit IFRS 16 seit dem 1. Januar 2019 angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zur Leasingbilanzierung finden sich auf Seite 65. Weitere Angaben zu Nutzungsrechten finden sich unter Textziffer 10 "Sachanlagen und Nutzungsrechte" und zu Leasingverbindlichkeiten unter Textziffer 22 "Leasingverbindlichkeiten".

Auswirkungen von zukünftig verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsstandards

Der Bertelsmann-Konzern hat keine vom IASB oder IFRS IC veröffentlichten, aber noch nicht verpflichtend anzuwendenden Standards, Interpretationen oder Änderungen vorzeitig angewendet.

Konsolidierung

Konsolidierungsgrundsätze

Der Bertelsmann-Konzernabschluss beinhaltet den Abschluss des Mutterunternehmens sowie von dessen Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen.

Tochterunternehmen sind Unternehmen, die von der Bertelsmann SE & Co. KGaA gemäß IFRS 10 beherrscht werden. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht, und endet, wenn Bertelsmann die Möglichkeit der Beherrschung verliert. Der Gewinn oder Verlust und jede Komponente des Gesamtergebnisses werden den Anteilseignern des Mutterunternehmens und den nicht beherrschenden Anteilen zugeordnet, auch wenn dadurch die nicht beherrschenden Anteile einen Negativsaldo aufweisen. Unternehmenszusammenschlüsse werden entsprechend IFRS 3 nach der Erwerbsmethode bilanziert. Anteile nicht beherrschender Anteilseigner werden mit den anteiligen beizulegenden Zeitwerten der Vermögenswerte und Schulden bewertet. Wenn die übertragene Gegenleistung des Unternehmenszusammenschlusses oder die den identifizierbaren Vermögenswerten und übernommenen Schulden des erworbenen Unternehmens zuzuweisenden beizulegenden Zeitwerte zum Zeitpunkt der erstmaligen Bilanzierung nur provisorisch bestimmt werden können, wird der Unternehmenszusammenschluss mittels dieser provisorischen Werte bilanziert. Die Fertigstellung der erstmaligen Bilanzierung erfolgt in Übereinstimmung mit IFRS 3.45 unter Berücksichtigung des Bewertungszeitraums von einem Jahr. Vergleichsinformationen für Berichtsperioden vor Fertigstellung der erstmaligen Bilanzierung werden so dargestellt, als wären sie bereits zum Erwerbszeitpunkt vollzogen. Änderungen der Beteiligungsquote des Mutterunternehmens an einem Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert. Nach dem Verlust der Beherrschung eines Tochterunternehmens erfolgt dessen Endkonsolidierung entsprechend den Vorschriften des IFRS 10. Alle an dem ehemaligen Tochterunternehmen weiterhin gehaltenen Anteile sowie alle von dem ehemaligen oder an das ehemalige Tochterunternehmen geschuldeten Beträge werden ab dem Zeitpunkt des Beherrschungsverlustes gemäß den anzuwendenden IFRS bilanziert.

Gemeinschaftsunternehmen gemäß IFRS 11 und assoziierte Unternehmen werden nach der Equity-Methode gemäß IAS 28 in den Konzernabschluss einbezogen. Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, auf die Bertelsmann maßgeblichen Einfluss ausübt. Dies ist regelmäßig bei Stimmrechtsanteilen zwischen 20 und 50 Prozent der Fall. Bei geringerem Anteilsbesitz wird die Bilanzierung nach der Equity-Methode durch das Vorliegen eines maßgeblichen Einflusses nach IAS 28.6 begründet. Bei einem Übergang von der Bilanzierung als Finanzinvestition hin zu der Equity-Methode werden die Vorschriften des IFRS 3 analog angewendet, sodass der beizulegende Zeitwert der Altanteile im Übergangszeitpunkt in die Anschaffungskosten der at-equity bilanzierten Beteiligung einfließt. Die Differenz zwischen Zeitwert und Buchwert der Altanteile wird ergebniswirksam erfasst. Das Portfolio der vom Unternehmensbereich Bertelsmann Investments gehaltenen Beteiligungen umfasst unter anderem Anteile an assoziierten Unternehmen, die nach IAS 28.18 in Verbindung mit IFRS 9 erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Bei der Anwendung der Equity-Methode auf ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen, das eine Investmentgesellschaft ist, behält Bertelsmann, das selbst keine Investmentgesellschaft ist, in der Regel die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert bei, die das Beteiligungsunternehmen auf seine Beteiligungen an Tochterunternehmen anwendet.

Unwesentliche Beteiligungen werden im Bertelsmann-Konzern unter Berücksichtigung von IFRS 9 dargestellt.

Konsolidierungskreis

Bertelsmann ist an der RTL Group mit 75,4 Prozent und an Penguin Random House mit 75 Prozent als Mehrheitsgesellschafter beteiligt. Gruner + Jahr, BMG, Arvato, die Bertelsmann Printing Group und die Bertelsmann Education Group sowie Bertelsmann Investments gehören jeweils zu 100 Prozent zu Bertelsmann.

Zusammensetzung Konsolidierungskreis

Tochterunternehmen Gemeinschaftsunternehmen 2) Assoziierte Unternehmen 2)
31.12.2019 31.12.2018 31.12.2019 31.12.2018 31.12.2019 31.12.2018
RTL Group 282 299 15 14 42 41
Penguin Random House 114 102 - - 1 1
Gruner + Jahr 80 101 1 4 1 1
BMG 65 73 - 1 - -
Arvato 204 196 4 4 2 1
Bertelsmann Printing Group 37 39 1 1 - -
Bertelsmann Education Group 21 31 - - 4 4
Bertelsmann Investments 12 12 1 1 - -
Corporate 1) 46 48 - - - -
Gesamt 861 901 22 25 50 48
Gesamt
31.12.2019 31.12.2018
RTL Group 339 354
Penguin Random House 115 103
Gruner + Jahr 82 106
BMG 65 74
Arvato 210 201
Bertelsmann Printing Group 38 40
Bertelsmann Education Group 25 35
Bertelsmann Investments 13 13
Corporate 1) 46 48
Gesamt 933 974

1) Einschließlich der Bertelsmann SE & Co. KGaA.
2) Bei den in der Tabelle enthaltenen Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen handelt es sich um at-equity bilanzierte Beteiligungen.

Entwicklung Konsolidierungskreis

Deutschland Frankreich Großbritannien Übriges Europa USA Sonstige Länder
Einbezogen am 31.12.2018 280 114 136 198 93 153
Zugänge 7 7 8 17 3 16
Abgänge 21 10 9 14 15 30
Einbezogen am 31.12.2019 266 111 135 201 81 139
Gesamt
Einbezogen am 31.12.2018 974
Zugänge 58
Abgänge 99
Einbezogen am 31.12.2019 933

Nicht im Konsolidierungskreis enthalten sind 191 (Vj.: 209) Unternehmen. Diese setzen sich zusammen aus den im Portfolio des Unternehmensbereichs Bertelsmann Investments befindlichen assoziierten Unternehmen sowie Unternehmen ohne nennenswerten Geschäftsbetrieb und mit einer insgesamt untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Bertelsmann-Konzerns. Die vollständige Liste des Anteilsbesitzes des Bertelsmann-Konzerns gemäß § 313 Abs. 2 HGB wird als Anlage zum vorliegenden Konzernabschluss im Bundesanzeiger veröffentlicht und auf der Hauptversammlung ausgelegt.

Akquisitionen und Desinvestitionen

Im Geschäftsjahr 2019 betrug der Cashflow aus Akquisitionstätigkeit insgesamt -317 Mio. € (Vj.: -556 Mio. €), davon entfielen auf die Neuerwerbe des Berichtsjahres nach Abzug erworbener liquider Mittel -293 Mio. € (Vj.: -508 Mio. €). Die übertragene Gegenleistung im Sinne von IFRS 3 belief sich auf insgesamt 326 Mio. € (Vj.: 375 Mio. €) unter Berücksichtigung von bedingten Bestandteilen in Höhe von 3 Mio. € (Vj.: 8 Mio. €). Des Weiteren wurden im Zusammenhang mit den Unternehmenserwerben Put-Optionen in Höhe von 8 Mio. € (Vj.: 9 Mio. €) bilanziert.

Im April 2019 übernahm Penguin Random House 100 Prozent der Anteile an dem britischen Kinderbuchverlag Little Tiger Group mit Sitz in London, Großbritannien. Die aus fünf Imprints bestehende Little Tiger Group ist vor allem im Vorschulbereich aktiv und wird eng mit dem Bereich Random House Children's Books zusammenarbeiten. Mit der Übernahme baut Penguin Random House seine führende Stellung im englischsprachigen Kinder- und Jugendbuchbereich weiter aus. Die übertragene Gegenleistung betrug 40 Mio. € und setzt sich zusammen aus einer bereits geleisteten Kaufpreiszahlung in Höhe von 38 Mio. € sowie einer bedingten Gegenleistung in Höhe von 2 Mio. €. Aus der Kaufpreisallokation ergab sich ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 16 Mio. €, der hauptsächlich auf eine verbesserte Distribution über Penguin Random House Publisher Services und Umsatzsteigerungen in neuen internationalen Märkten zurückzuführen ist. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist steuerlich nicht abzugsfähig und wurde innerhalb des Unternehmensbereichs Penguin Random House der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Penguin Random House Venture zugeordnet. Im Geschäftsjahr 2019 betrugen die mit der Transaktion verbundenen Aufwendungen weniger als 1 Mio. € und wurden ergebniswirksam erfasst.

Im September 2019 erwarb die zur RTL Group gehörende Groupe M6 100 Prozent der Anteile an Jeunesse TV SAS, Lagardère Thématiques SAS (umbenannt in Jeunesse Thématiques SAS) und LTI Vostok LLC (zusammen "Gulli"). Die Übernahme eröffnet Groupe M6 die strategische Möglichkeit, ihr Angebot für Familien zu ergänzen und ihre Gesamtposition zu stärken, insbesondere durch die Marke Gulli.

Die übertragene Gegenleistung belief sich nach Abzug erworbener liquider Mittel auf 214 Mio. €. Zum Zeitpunkt der Feststellung des Konzernabschlusses befand sich die Kaufpreisallokation in einem sehr vorläufigen Stadium. Insbesondere die Bewertungen sind noch nicht finalisiert. Daher wurden die beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte, insbesondere der immateriellen Vermögenswerte, und der erworbenen Verbindlichkeiten nur vorläufig bestimmt und nicht entsprechend erfasst. Die Bilanzierung des Erwerbs wird im Jahr 2020, innerhalb eines Jahres nach dem Erwerbszeitpunkt, auf Grundlage von Fakten und Umständen, die zum Zeitpunkt der Übernahme der Kontrolle existierten, finalisiert. Aus der Kaufpreisallokation ergab sich ein vorläufiger Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 193 Mio. €, der steuerlich nicht abzugsfähig ist, wobei der Geschäfts- oder Firmenwert innerhalb des Unternehmensbereichs RTL Group der zahlungsmittelgenerierenden Groupe M6 zugeordnet wurde. Im Geschäftsjahr 2019 betrugen die mit der Transaktion verbundenen Aufwendungen weniger als 1 Mio. € und wurden ergebniswirksam erfasst.

Außerdem tätigte der Bertelsmann-Konzern im Geschäftsjahr 2019 mehrere Akquisitionen, die für sich genommen und in Summe nicht wesentlich waren. Nach Abzug erworbener liquider Mittel erfolgten für diese Akquisitionen Zahlungen in Höhe von -44 Mio. €, die übertragene Gegenleistung im Sinne von IFRS 3 belief sich für diese Akquisitionen auf 62 Mio. € unter Berücksichtigung von bedingten Bestandteilen in Höhe von 1 Mio. €. Aus den sonstigen Akquisitionen entstanden Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 40 Mio. €, die Synergiepotenziale widerspiegeln und steuerlich teilweise abzugsfähig sind. Die mit diesen Transaktionen verbundenen Aufwendungen betrugen im Geschäftsjahr 2019 3 Mio. € und wurden ergebniswirksam erfasst.

Die Kaufpreisallokationen berücksichtigen sämtliche bis zur Aufstellung dieses Abschlusses verfügbaren Informationen über Fakten und Umstände, die zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt bestanden. Soweit innerhalb des zwölfmonatigen Bewertungszeitraums nach IFRS 3 weitere solche Fakten und Umstände bekannt werden, erfolgt eine entsprechende Anpassung der Kaufpreisallokation.

Die beizulegenden Zeitwerte der Vermögenswerte und Schulden der Akquisitionen zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung auf Basis der derzeit zum Teil vorläufigen Kaufpreisallokationen können der folgenden Tabelle entnommen werden:

Auswirkungen der Akquisitionen

in Mio. € Little Tiger Group Gulli Sonstige Summe
Langfristige Vermögenswerte
Geschäfts- oder Firmenwerte 16 193 40 249
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 14 - 22 36
Sachanlagen und Nutzungsrechte 1 2 13 16
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen - 1 7 8
Sonstige langfristige Vermögenswerte - 7 3 10
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 5 20 11 36
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 11 24 51 86
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 1 1 8 10
Liquide Mittel 3 10 7 20
Schulden
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen - -2 - -2
Finanzschulden - -1 -5 -6
Leasingverbindlichkeiten -1 - -8 -9
Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Verbindlichkeiten -10 -31 -56 -97
Beizulegender Zeitwert der zuvor gehaltenen Anteile - - -12 -12
Nicht beherrschende Anteile - - -19 -19

Sämtliche im Geschäftsjahr 2019 getätigten Neuerwerbe im Rahmen des IFRS 3 trugen seit der Erstkonsolidierung 186 Mio. € zum Umsatz und 10 Mio. € zum Konzernergebnis bei. Bei Einbeziehung dieser Neuerwerbe ab dem 1. Januar 2019 hätten diese 246 Mio. € zum Umsatz und 13 Mio. € zum Konzernergebnis beigetragen. Der beizulegende Zeitwert der erworbenen Forderungen beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf 94 Mio. €. Davon entfallen 88 Mio. € auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie 6 Mio. € auf sonstige Forderungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind mit 10 Mio. € wertberichtigt, sodass der Bruttobetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 98 Mio. € beträgt. Die sonstigen Forderungsposten wurden nicht wertberichtigt, sodass der beizulegende Zeitwert dem Bruttobetrag entspricht.

Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden erfolgt bei der Anwendung des IFRS 3 vorrangig nach dem marktpreisorientierten Verfahren. Danach werden Vermögenswerte und Schulden mit ihren an einem aktiven Markt feststellbaren Preisen bewertet. Ist eine Bewertung nach dem marktpreisorientierten Verfahren nicht möglich, wird in der Regel das kapitalwertorientierte Verfahren herangezogen. Danach ergibt sich der beizulegende Zeitwert eines Vermögenswerts bzw. einer Schuld als Barwert der zukünftig zufließenden bzw. abfließenden Zahlungen (Cashflows).

Im November 2018 erwarb die Bertelsmann Education Group 100 Prozent der Anteile an dem US Online-Bildungsanbieter OnCourse Learning. Die erstmalige Bilanzierung des Unternehmenserwerbs war im letzten Geschäftsjahr noch nicht abgeschlossen. In Übereinstimmung mit IFRS 3.49 wurde der Geschäfts- oder Firmenwert aus der Übernahme von OnCourse Learning um 17 Mio. € auf 380 Mio. € erhöht. Die Erhöhung resultiert im Wesentlichen aus der Anpassung der übertragenen Gegenleistung in Höhe von 16 Mio. € und aus weiteren geringfügigen Anpassungen der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 1 Mio. €. Die Vorjahreswerte in der Konzernbilanz wurden entsprechend angepasst.

Im April 2019 veräußerte die zur RTL Group gehörende Mediengruppe RTL Deutschland ihre Anteile an der Universum Film GmbH ("Universum"), einem Home-Entertainment- und Kinoverleihunternehmen, für 91 Mio. €. Aus der Veräußerung resultierte nach Abzug von Verkaufsnebenkosten ein Gewinn in Höhe von 63 Mio. €, der in dem Posten "Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen" ausgewiesen wird.

Im Mai 2019 veräußerte die Bertelsmann Education Group ihre Mitgliedschaftsanteile an OnCourse Learning Financial Services und im darauffolgenden Monat ihre Anteile an OnCourse Learning Real Estate (zusammen "OCL-Einheiten") für insgesamt 123 Mio. €. Aus den Transaktionen resultierte nach Abzug von Verkaufsnebenkosten insgesamt ein Gewinn in Höhe von 10 Mio. €, der in der Position "Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen" ausgewiesen wird.

Im Rahmen der gesamten Desinvestitionen erzielte der Bertelsmann-Konzern nach Berücksichtigung abgehender liquider Mittel Zahlungsströme in Höhe von 228 Mio. € (Vj.: 113 Mio. €). Die Desinvestitionen haben zu einem Gewinn aus Endkonsolidierung in Höhe von 72 Mio. € (Vj.: -4 Mio. €) geführt, der in dem Posten "Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen" ausgewiesen wird. Ihre Auswirkungen auf die Vermögenswerte und Schulden des Bertelsmann-Konzerns zum Zeitpunkt der Endkonsolidierung zeigt die nachfolgende Tabelle:

Auswirkungen der Desinvestitionen

in Mio. € Universum OCL-Einheiten Sonstige Summe
Langfristige Vermögenswerte
Geschäfts- oder Firmenwerte 13 79 42 134
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 5 33 37 75
Sachanlagen und Nutzungsrechte - 2 17 19
Sonstige langfristige Vermögenswerte 14 - 1 15
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 30 - 4 34
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 13 5 38 56
Liquide Mittel 6 2 28 36
Schulden
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 6 - 17 23
Finanzschulden 8 2 4 14
Leasingverbindlichkeiten - 1 2 3
Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Verbindlichkeiten 38 10 71 119

Nicht fortgeführte Aktivitäten

Das Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten von 1 Mio. € (Vj.: 1 Mio. €) umfasst Nachlaufeffekte im Zusammenhang mit dem Verkauf von Gesellschaften des ehemaligen Unternehmensbereichs Direct Group.

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden im Zusammenhang mit den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten

Die Buchwerte der als zur Veräußerung gehaltenen klassifizierten Vermögenswerte und zugehörigen Schulden sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und zugehörige Schulden

in Mio. € 31.12.2019 31.12.2018
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
Geschäfts- oder Firmenwerte 44 13
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 4 6
Sachanlagen und Nutzungsrechte 8 -
Anteile an at-equity bilanzierten Beteiligungen 1 -
Sonstige langfristige Vermögenswerte 3 16
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 9 35
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 20 12
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 7 1
Liquide Mittel 7 -
Wertminderungen auf zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte -1 -1
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 102 82
Passiva
Langfristige Schulden
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen - 5
Finanzschulden - 6
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten - 1
Kurzfristige Schulden
Übrige Rückstellungen 1 1
Finanzschulden - 2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 25 46
Sonstige kurzfristige Schulden 19 2
Schulden im Zusammenhang mit den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 45 63

Die Buchwerte der als zur Veräußerung gehaltenen klassifizierten Vermögenswerte und zugehörigen Schulden entfallen zum 31. Dezember 2019 im Wesentlichen auf den Unternehmensbereich RTL Group. Die RTL Group führt aktuell Verkaufsverhandlungen mit der Global Savings Group über den Verkauf seines Cashback-Unternehmens iGraal. Der Abschluss der Transaktion wird im ersten Halbjahr 2020 erwartet.

Bei Veräußerungsgruppen, die zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet wurden, wurden Wertminderungsaufwendungen in Höhe von 7 Mio. € erfasst, die auf geplante oder erfolgte Veräußerungen im Unternehmensbereich Gruner + Jahr entfallen. Die beizulegenden Zeitwerte sind der Stufe 3 der Hierarchie der nicht wiederkehrenden beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen. Die Bewertungen der Stufe 3 basieren auf den Informationen der Vertragsverhandlungen. Die ergebniswirksam erfassten Wertminderungsaufwendungen sind in dem Posten "Sonstige betriebliche Aufwendungen" erfasst.

Fremdwährungsumrechnung

Transaktionen, die auf eine von der funktionalen Währung eines Tochterunternehmens abweichende Währung lauten, werden in der funktionalen Währung mit dem Umrechnungskurs am Tag ihrer erstmaligen Bilanzierung erfasst. Zum Bilanzstichtag werden auf Fremdwährung lautende monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in der funktionalen Währung mit dem dann gültigen Stichtagskurs bewertet. Gewinne und Verluste aus diesen Fremdwährungsbewertungen werden grundsätzlich erfolgswirksam erfasst. Nicht monetäre Bilanzposten in Fremdwährung werden zu historischen Wechselkursen fortgeführt.

Jahresabschlüsse von Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen, die in Fremdwährung aufgestellt wurden, werden gemäß IAS 21 nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet, bevor sie in den Konzernabschluss einbezogen werden. Die Umrechnung der Vermögenswerte und Schulden in die Berichtswährung erfolgt zum Stichtagskurs am Bilanzstichtag, während die Gewinn- und Verlustrechnung mit dem Durchschnittskurs des Geschäftsjahres umgerechnet wird. Unterschiede aus der Währungsumrechnung werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Solche Differenzen entstehen bei der Umrechnung von Bilanzposten zu einem Stichtagskurs, der vom vorherigen Stichtagskurs abweicht, sowie durch den Unterschied zwischen Durchschnitts- und Stichtagskurs bei der Umrechnung des Konzernergebnisses. Zum Zeitpunkt der Endkonsolidierung von Konzerngesellschaften werden die jeweiligen kumulierten Umrechnungsdifferenzen, die bis zu diesem Zeitpunkt im sonstigen Ergebnis erfasst und in einem separaten Bestandteil des Eigenkapitals kumuliert wurden, vom Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Für die aus der Sicht des Bertelsmann-Konzerns wichtigsten Fremdwährungen wurden für Zwecke der Währungsumrechnung folgende Euro-Wechselkurse zugrunde gelegt:

Euro-Wechselkurse der wichtigsten Fremdwährungen

Durchschnittskurse Stichtagskurse
Fremdwährung für 1
2019 2018 31.12.2019 31.12.2018
Australischer Dollar AUD 1,6096 1,5799 1,5995 1,6220
Kanadischer Dollar CAD 1,4872 1,5301 1,4598 1,5605
Chinesischer Renminbi CNY 7,7366 7,8077 7,8205 7,8751
Britisches Pfund GBP 0,8777 0,8847 0,8508 0,8945
US-Dollar USD 1,1206 1,1817 1,1234 1,1450

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Ertrags- und Aufwandsrealisierung

Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden werden gemäß IFRS 15 erfasst. Danach werden anhand eines fünfstufigen vertragsbasierten Modells zunächst die relevanten Verträge mit Kunden identifiziert und abgegrenzt. Anschließend werden die im Vertrag explizit oder implizit vereinbarten separaten Leistungsverpflichtungen identifiziert und das Vertragswerk wird auf fixe und variable Vergütungsbestandteile untersucht, um auf dieser Grundlage den jeweiligen Transaktionspreis zu bestimmen. Dabei werden mögliche Restriktionen der Schätzbarkeit von variablen Gegenleistungen angemessen berücksichtigt. Sofern in einem Vertragswerk mehr als eine separate Leistungsverpflichtung identifiziert wird, erfolgt anschließend die Allokation des Transaktionspreises auf die definierten Leistungsverpflichtungen nach der Methode der relativen Einzelveräußerungspreise, die in der Regel als Preise auf den für die jeweiligen Kunden relevanten Märkten bestimmt werden. Die Umsatzrealisierung erfolgt bei der Erfüllung der Leistungsverpflichtung in Abhängigkeit von dem zugrunde liegenden Geschäftsmodell entweder zeitpunkt- oder zeitraumbezogen. Sofern erforderlich, werden auch die im IFRS 15 dargestellten umfangreichen Prinzipal-Agent-Überlegungen angemessen in der Vertragsanalyse berücksichtigt.

Die Gewichtung der fünf Stufen hängt von der Ausgestaltung des jeweiligen Geschäftsmodells ab. Auf Basis der zugrunde liegenden Erlösquellen im Bertelsmann-Konzern werden im Rahmen der Umsatzrealisierung folgende wesentliche Aspekte beachtet:

Produkte und Waren: Die aus diesen Verträgen resultierenden Umsatzerlöse werden bei Übertragung der Kontrolle grundsätzlich zeitpunktbezogen erfasst. Dies ist regelmäßig in Abhängigkeit von den zugrunde liegenden Lieferbedingungen mit Auslieferung an den Kunden der Fall. Erwartete Remissionen aus dem Vertrieb von Produkten, im Wesentlichen von physischen Büchern und Zeitschriften, werden passiviert und in dem Bilanzposten "Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten" ausgewiesen. Die bilanzielle Erfassung der Herausgabeansprüche für erwartete Remissionen erfolgt in dem Bilanzposten "Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte". In ausgewählten Geschäftsmodellen bei Gruner + Jahr erfüllt die den Kunden gewährte Prämie das Kriterium einer separaten Leistungsverpflichtung, während an einen Vermittler gewährte Prämien als Vertragsanbahnungskosten aktiviert und über die erwartete Laufzeit des Abonnements amortisiert werden.

Dienstleistungen: Grundsätzlich werden Dienstleistungen über einen Zeitraum erbracht und der Umsatz wird unter Berücksichtigung einer angemessenen output- oder inputbasierten Methode zur Messung des Leistungsfortschritts erfasst. Sofern zulässig, werden Umsatzerlöse im Bertelsmann-Konzern in Höhe des Rechnungsbetrags erfasst, wenn dieser Betrag dem Wert der erbrachten Leistung entspricht. Erlöse aus Finanzdienstleistungen werden gesondert als Umsatzerlöse ausgewiesen, sofern sie im Wesentlichen aus Zinseffekten resultieren.

Werbung und Anzeigen: Grundsätzlich werden Werbung und Anzeigen über einen Zeitraum geschaltet und der Umsatz wird unter Berücksichtigung einer angemessenen outputbasierten Methode zur Messung des Leistungsfortschritts erfasst. Sofern in einem Werbe- bzw. Anzeigenvertrag mehrere Leistungsverpflichtungen identifiziert werden, erfolgt die Aufteilung des Transaktionspreises auf Grundlage der relativen Einzelveräußerungspreise.

Rechte und Lizenzen: Bei Geschäftsmodellen, die zur Erzielung von Lizenzerlösen führen, hängt der Zeitpunkt der Umsatzrealisierung davon ab, ob ein Recht auf Zugriff auf das geistige Eigentum über den gesamten Lizenzierungszeitraum oder ein Recht auf Nutzung der Lizenzerteilung eingeräumt wird. Die zugrunde liegenden Verträge werden insbesondere dahingehend analysiert, ob der Kunde wesentlichen Veränderungen am geistigen Eigentum ausgesetzt ist oder ob das geistige Eigentum in Bezug auf Inhalt und Umfang über die Vertragslaufzeit unverändert in dem bei Vertragsschluss definierten Zustand bleibt. Während Lizenzerlöse aus gewährten Nutzungsrechten zum Zeitpunkt des Kontrollübergangs realisiert werden, erfolgt die Realisierung von Lizenzerlösen aus den Zugangsrechten zeitraumbezogen über die Vertragslaufzeit. Bei der Mehrheit der im TV-Geschäft gewährten Lizenzen steht die Nutzung des geistigen Eigentums mit Stand zum Zeitpunkt der Lizenzerteilung im Vordergrund, was zu einer vollständigen Erlösrealisierung zum Zeitpunkt der Übertragung der Nutzungsrechte führt, während im Musikgeschäft auch umfangreiche Zugangsrechte vereinbart werden, deren Erlöse über den Vertragszeitraum erfasst werden.

IFRS 15 sieht Erleichterungen vor, von denen im Bertelsmann-Konzern die folgenden angewendet werden:

Kosten der Auftragserlangung werden nicht aktiviert, sofern der zugrunde liegende Vermögenswert innerhalb von nicht mehr als zwölf Monaten amortisiert wird.

Der Wert der Gegenleistung wird nicht um eine wesentliche Finanzierungskomponente angepasst, sofern sich die Finanzierungskomponente auf einen Zeitraum von nicht mehr als zwölf Monaten bezieht.

Für Verträge mit einer ursprünglichen Laufzeit von bis zu zwölf Monaten sowie für Verträge, für die Umsatzerlöse vereinfachend in Höhe des Rechnungsbetrags realisiert werden dürfen, wird auf die Angabe des aggregierten Transaktionspreises verzichtet.

Einzahlungen, die vor Erfüllung der entsprechenden Leistungsverpflichtung erzielt werden, werden als Vertragsverbindlichkeit ausgewiesen. Sofern vertragliche Regelungen die Fakturierung bereits erbrachter Leistungen kausal davon abhängig machen, dass zunächst weitere Leistungen zu erbringen sind, wird ein Vertragsvermögenswert bilanziert. Forderungen aus Kundenverträgen sind in der Regel in weniger als zwölf Monaten fällig.

Zinserträge und -aufwendungen im Zusammenhang mit zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode in Übereinstimmung mit IFRS 9 periodengerecht erfasst. Dividenden werden erst dann erfolgswirksam erfasst, wenn das Recht auf Zahlung der Dividende begründet ist. Übrige Erträge werden erfasst, wenn der wirtschaftliche Nutzen wahrscheinlich und der Betrag verlässlich bestimmbar ist. Aufwendungen werden nach sachlichen oder zeitlichen Kriterien abgegrenzt.

Geschäfts- oder Firmenwerte

Der aus einem Unternehmenszusammenschluss gemäß IFRS 3 resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wird bei dem erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, in den Folgeperioden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen. Geschäfts- oder Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) gemäß IAS 36 unterzogen. Im Bertelsmann-Konzern werden Werthaltigkeitstests auf Geschäfts- oder Firmenwerte wie im Abschnitt "Wertminderungen" erläutert durchgeführt.

Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens werden mit ihren aktivierungspflichtigen Herstellungskosten gemäß IAS 38 bilanziert, wenn dafür die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind. Nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden ebenfalls gemäß IAS 38 mit ihren Anschaffungskosten, vermindert um kumulierte planmäßige Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen, bilanziert. Der erstmalige Ansatz von immateriellen Vermögenswerten, die im Zuge eines Unternehmenszusammenschlusses übernommen wurden, erfolgt gemäß IFRS 3 zum beizulegenden Zeitwert im Erwerbszeitpunkt. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen bei immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer grundsätzlich linear über deren Nutzungsdauer.

Wertminderungen und Wertaufholungen werden gemäß den Vorschriften des Impairment-Tests gemäß IAS 36 vorgenommen. Die planmäßige Nutzungsdauer beträgt für aktivierte Software in der Regel drei bis fünf Jahre, für erworbene Kundenbeziehungen zwei bis 15 Jahre, für Warenzeichen, Musik- und Verlagsrechte drei bis 25 Jahre. Lizenzen werden linear entsprechend der Vertragslaufzeit oder leistungsabhängig (im Verhältnis der in der Berichtsperiode erzielten Nutzungserlöse zu den gesamten geschätzten Nutzungserlösen für die gesamte Nutzungsdauer) abgeschrieben. Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung. Stattdessen werden sie mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest gemäß IAS 36 unterzogen und gegebenenfalls auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben.

Sachanlagen

Sachanlagen werden gemäß IAS 16 bilanziert und zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um kumulierte planmäßige Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen, bewertet. Die Abschreibung erfolgt nach der linearen Methode über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des Vermögenswerts. Im Geschäftsjahr 2019 lagen den planmäßigen Abschreibungen in der Regel folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Gebäude zehn bis 50 Jahre

technische Anlagen und Maschinen vier bis 15 Jahre

andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen drei bis 15 Jahre

Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben.

Wertminderungen

Geschäfts- oder Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer werden zum 31. Dezember eines jeden Jahres sowie anlassbezogen auf Wertminderung gemäß IAS 36 überprüft. Immaterielle Vermögenswerte mit einer begrenzten Nutzungsdauer sowie Sachanlagen und Nutzungsrechte werden zum Bilanzstichtag gemäß IAS 36 nur dann einem Werthaltigkeitstest unterzogen, wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Eine Wertminderung gemäß IAS 36 liegt vor, wenn der Buchwert eines Vermögenswerts bzw. einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit seinen erzielbaren Betrag überschreitet. Der erzielbare Betrag wird dabei als der jeweils höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert ermittelt. Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und der Nutzungswert werden in der Regel unter Anwendung der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt, die auf im Rahmen von Unternehmensplanungen ermittelten zukünftigen Cashflow-Prognosen basiert. Infolge der Einführung von IFRS 16 wurden die Modelle zur Ermittlung des erzielbaren Betrags und des Buchwertes entsprechend angepasst. Korrespondierend zur Berücksichtigung der bilanzierten Nutzungsrechte im Rahmen der Bestimmung des Buchwertes, werden die Leasingzahlungen bei der Bestimmung des erzielbaren Betrages nicht in Abzug gebracht. Darüber hinaus ergeben sich Auswirkungen auf die Kapitalkosten infolge einer IFRS-16-bedingten Änderung des Verschuldungsgrades der herangezogenen Vergleichsunternehmen. Bei zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten wird ausschließlich der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten als Vergleichsmaßstab herangezogen.

Bei der Bestimmung des Nutzungswerts bleiben geschätzte künftige Mittelzuflüsse bzw. Mittelabflüsse, die aus künftigen Restrukturierungen oder aus der Verbesserung bzw. Erhöhung der Ertragskraft der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten resultieren, unberücksichtigt, es sei denn, die zahlungsmittelgenerierende Einheit hat sich am Bilanzstichtag zu einer Restrukturierung verpflichtet und eine entsprechende Rückstellung gebildet. Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts ist, sofern ein aktiver Markt besteht, der Marktpreis oder gegebenenfalls der Preis der jüngsten vergleichbaren Transaktion heranzuziehen. Liegt kein aktiver Markt vor, wird der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten in der Regel unter Anwendung eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt. Sofern den Vermögenswerten keine eigenen Cashflows zugeordnet werden können, werden die Wertminderungen anhand der Cashflows der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ermittelt, zu denen die Vermögenswerte gehören. Die prognostizierten Cashflows werden den unternehmensinternen Planungen, die drei Detailperioden umfassen, entnommen und in der Regel um zwei weitere Detailplanungsperioden ergänzt. Die über die Detailplanung hinausgehenden Perioden werden durch eine ewige Rente unter Berücksichtigung individueller geschäftsspezifischer Wachstumsraten abgebildet. Die Abzinsung erfolgt grundsätzlich mit den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten nach Steuern (Weighted Average Cost of Capital, WACC). Für zahlungsmittelgenerierende Einheiten mit unterschiedlichen Risikoprofilen werden spezifische WACC abgeleitet. Der Bertelsmann-Konzern führt für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Sensitivitätsanalysen durch, insbesondere für diejenigen, bei denen die Spanne zwischen dem erzielbaren Betrag und dem Buchwert gering ist.

Sind die Gründe für einen Wertminderungsaufwand, der in früheren Perioden erfasst worden ist, entfallen, werden Zuschreibungen bis zu dem Betrag vorgenommen, der sich ergeben hätte, wenn kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Letztere Regelung gilt nicht für Geschäfts- oder Firmenwerte. Sowohl der Wertminderungsaufwand als auch eine Zuschreibung werden unmittelbar ergebniswirksam erfasst.

Leasing

Grundsätzlich werden für alle Leasingverhältnisse, bei denen der Bertelsmann-Konzern Leasingnehmer ist, die damit verbundenen vertraglichen Rechte und Verpflichtungen in der Bilanz als Nutzungsrecht am Leasinggegenstand und als Leasingverbindlichkeit erfasst. Die Leasingverbindlichkeiten werden zum Zeitpunkt der Erstbilanzierung mit dem Barwert der ausstehenden Leasingzahlungen erfasst. Die Leasingzahlungen umfassen fixe Zahlungen abzüglich vom Leasinggeber zu leistender Leasinganreize, variable Zahlungen, die an einen Index oder einen Zins gekoppelt sind, erwartete Zahlungen aus Restwertgarantien, den Ausübungspreis einer Kaufoption, sofern deren Ausübung hinreichend sicher ist, und Vertragsstrafen für die Kündigung von Leasingverhältnissen, sofern in der Laufzeit berücksichtigt ist, dass die Kündigungsoption in Anspruch genommen wird. Variable, vom Umsatz abhängige Leasingzahlungen werden in der Periode ergebniswirksam erfasst, wenn die Bedingungen für die Zahlungen eingetreten sind. Der Barwert wird unter Anwendung laufzeit-, währungs- und risikospezifischer Grenzfremdkapitalzinssätze ermittelt. In der Folgebewertung wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeit aufgezinst und um die geleisteten Leasingzahlungen vermindert. Die Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungen angesetzt. Die Anschaffungskosten beinhalten den Betrag der erfassten Leasingverbindlichkeiten, die anfänglichen direkten Kosten und die geleisteten Leasingzahlungen, die am oder vor dem Beginn des Leasingverhältnisses geleistet wurden, abzüglich der erhaltenen Leasinganreize. Das Nutzungsrecht wird linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Nutzungsdauer und Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Eine Ausnahme bilden kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr und Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte, für die im Bertelsmann-Konzern keine Nutzungsrechte und keine Leasingverbindlichkeiten angesetzt werden. Für solche Leasingverhältnisse werden die Zahlungen linear als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung im Posten "Sonstige betriebliche Aufwendungen" erfasst.

Finanzielle Vermögenswerte

Gemäß dem IFRS 9 Klassifizierungs- und Bewertungsansatz für finanzielle Vermögenswerte wird im Bertelsmann-Konzern zwischen drei Klassifizierungskategorien für finanzielle Vermögenswerte unterschieden:

zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet,

zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertet (FVOCI) und

zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust bewertet (FVTPL).

Die Zuordnung in die jeweilige Klassifizierungskategorie erfolgt auf Basis folgender Kriterien:

des Geschäftsmodells des Unternehmens zur Steuerung finanzieller Vermögenswerte und

der Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme des finanziellen Vermögenswerts.

Der erstmalige Ansatz der finanziellen Vermögenswerte erfolgt zum beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung von Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb des finanziellen Vermögenswerts zuzurechnen sind. Transaktionskosten werden bei den finanziellen Vermögenswerten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, unmittelbar im Gewinn und Verlust als Aufwand erfasst.

Die Folgebewertung von Finanzinstrumenten erfolgt in Abhängigkeit von den Klassifizierungskategorien:

Zu fortgeführten Anschaffungskosten: Finanzielle Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung von vertraglichen Zahlungsströmen gehalten werden und deren Zahlungsströme ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf das ausstehende Kapital darstellen, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. In dieser Kategorie werden überwiegend Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Forderungen erfasst. Ein aus der Ausbuchung resultierender Gewinn oder Verlust sowie Wertminderungsaufwendungen werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

FVOCI: Finanzielle Vermögenswerte, die sowohl zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungen als auch zur Veräußerung gehalten werden und deren Zahlungsströme ausschließlich Tilgungen und Zinsen auf das ausstehende Kapital darstellen, werden zum beizulegenden Zeitwert mit Wertveränderungen im sonstigen Ergebnis bewertet. Der Bertelsmann-Konzern hält keine Fremdkapitalinstrumente, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Das Wahlrecht zur erfolgsneutralen Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert übt Bertelsmann überwiegend für einzelne unwesentliche Beteiligungen aus. Aus Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts resultierende Gewinne und Verluste dieser Eigenkapitalinstrumente werden unter Berücksichtigung latenter Steuern im sonstigen Ergebnis erfasst. Eine Umgliederung der Gewinne und Verluste aus dem beizulegenden Zeitwert in die Gewinn- und Verlustrechnung nach der Ausbuchung der Eigenkapitalinstrumente erfolgt nicht. Dividenden aus solchen Eigenkapitalinstrumenten werden weiterhin als erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

FVTPL: Finanzielle Vermögenswerte, die die Kriterien für "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" oder FVOCI nicht erfüllen, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die aus Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts resultierenden Gewinne und Verluste werden unter Berücksichtigung latenter Steuern in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Wertminderung und Bewertung erwarteter Verluste: Bertelsmann wendet für Fremdkapitalinstrumente, deren Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten erfolgt, und für Vertragsvermögenswerte das Expected-Credit-Loss(ECL)-Modell gemäß IFRS 9 an. Danach hängt die Höhe der als Risikovorsorge für erwartete Kreditausfälle erfassten Wertberichtigung grundsätzlich davon ab, inwieweit sich das Ausfallrisiko seit dem erstmaligen Ansatz verschlechtert hat. Gemäß dem sogenannten allgemeinen Ansatz wird zwischen folgenden beiden Bewertungsebenen unterschieden:

12-Monats-ECL: Bei erstmaliger Erfassung und wenn sich das Ausfallrisiko ab dem erstmaligen Ansatz des Fremdkapitalinstrumentes nicht signifikant erhöht hat, wird eine Wertberichtigung für die innerhalb der nächsten zwölf Monate erwarteten Kreditausfälle erfasst.

Gesamtlaufzeit-ECL: Wenn sich das Ausfallrisiko signifikant erhöht hat, wird eine Wertberichtigung für die erwarteten Kreditverluste über die gesamte Laufzeit des Fremdkapitalinstrumentes erfasst.

Ein Ausfall des finanziellen Vermögenswerts wird spätestens dann angenommen, wenn die Vertragspartei die Vornahme von vertraglichen Zahlungen innerhalb von 90 Tagen nach Fälligkeit versäumt, es sei denn es liegen angemessene und belastbare Informationen vor, die einen anderen Überfälligkeitszeitpunkt begründen.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte wendet Bertelsmann zur Bewertung erwarteter Kreditausfälle eine vereinfachte Vorgehensweise an. Nach dieser bemisst sich die Wertberichtigung an den über die Laufzeit erwarteten Kreditverlusten. Dazu wurden Wertberichtigungsmatrizen auf Basis historischer Forderungsausfälle, Laufzeitbänder und erwarteter Kreditausfälle erstellt. Die Bildung der Wertberichtigungsmatrizen erfolgte unternehmensbereichs- bzw. Business-Unit-spezifisch für Forderungsgruppen, die jeweils ähnliche Ausfallmuster aufweisen. Darüber hinaus werden separate Risikobeurteilungen vorgenommen. Die Vertragsvermögenswerte weisen im Wesentlichen die gleichen Risikoeigenschaften auf wie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen für gleichartige Verträge, sodass die erwarteten Ausfallraten für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auch eine angemessene Annäherung an die Ausfallraten für das Vertragsvermögen darstellen.

Bewertung zum beizulegenden Zeitwert

Bei finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, hängt das angewendete Bewertungsverfahren davon ab, welche Inputfaktoren jeweils vorliegen. Wenn notierte Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte ermittelt werden können, werden diese zur Bewertung herangezogen (Stufe 1). Wenn dies nicht möglich ist, werden die beizulegenden Zeitwerte vergleichbarer Markttransaktionen herangezogen sowie finanzwirtschaftliche Methoden, basierend auf beobachtbaren Marktdaten, verwendet (Stufe 2). Sofern die beizulegenden Zeitwerte nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren, werden sie mithilfe anerkannter finanzmathematischer Methoden oder auf Basis von beobachtbaren erzielbaren Preisen im Rahmen von zuletzt durchgeführten qualifizierten Finanzierungsrunden unter Berücksichtigung des Lebens- und Entwicklungszyklus des jeweiligen Unternehmens ermittelt (Stufe 3).

Vorräte

Vorräte, darunter Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, fertige und unfertige Erzeugnisse sowie Handelswaren, werden gemäß IAS 2 bilanziert und am Bilanzstichtag grundsätzlich mit dem niedrigeren Wert aus historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Gleichartige Vorräte werden zu Durchschnittskosten oder nach dem FIFO-Verfahren (first in, first out) bewertet. Darüber hinaus werden im Vorratsvermögen alle kurzfristigen Film-, Fernseh- und ähnlichen Rechte ausgewiesen, die zur Ausstrahlung oder zum Verkauf im normalen operativen Geschäftszyklus bestimmt sind. Dazu gehören insbesondere sich in der Produktion befindende Film- und Fernsehformate, Koproduktionen sowie erworbene Senderechte. Der Ansatz zum Bilanzstichtag erfolgt auch hier mit dem niedrigeren Wert aus historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert. Der Verbrauch von Film- und Fernsehrechten erfolgt mit Beginn der ersten Ausstrahlung und ist entweder von der Anzahl der geplanten Ausstrahlungen oder von den erwarteten Umsatzerlösen abhängig. Der ausstrahlungsbedingte Verbrauch bei den Film- und Fernsehrechten ist wie folgt:

themenbezogene Free-TV-Kanäle: linearer Verbrauch über maximal sechs Ausstrahlungen

sonstige Free-TV-Kanäle:

Unterhaltungsprogramme wie Soapoperas, Dokumentationen, Sport-, Quiz- und Musiksendungen werden in voller Höhe gleich bei der ersten Ausstrahlung verbraucht.

Bei den Kindersendungen und Zeichentrickfilmen teilt sich der Verbrauch zu jeweils 50 Prozent auf zwei Ausstrahlungen auf.

Der Verbrauch von Kinoproduktionen, TV-Spielfilmen und -Serien erstreckt sich ebenfalls auf maximal zwei Ausstrahlungen: 67 Prozent des Werts werden bei der ersten, die restlichen 33 Prozent bei der zweiten Ausstrahlung verbraucht.

Pay-TV-Kanäle: linearer Verbrauch über die Lizenzdauer

Der Verbrauch von Vorräten und von kurzfristigen Film- und Fernsehrechten, Bestandsveränderungen aus unfertigen und fertigen Erzeugnissen und andere aktivierte Eigenleistungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Posten "Materialaufwand" erfasst.

Ertragsteuern

In Übereinstimmung mit IAS 12 werden laufende Ertragsteuern auf Basis des jeweiligen gesellschaftsspezifischen steuerlichen Einkommens des Geschäftsjahres ermittelt. Bei der Berechnung laufender und latenter Steuern werden die anwendbaren steuerlichen Gesetze und steuerlichen Rechtsprechungen der jeweiligen Länder berücksichtigt, in denen die konsolidierten Konzerngesellschaften ihren Sitz haben. Laufende und latente Steuern werden im Falle von bestehenden steuerlichen Organschaften und von steuertransparenten Gesellschaften in Übereinstimmung mit den jeweils anzuwendenden steuerlichen Anforderungen und der formell gültigen gesellschaftsrechtlichen Sichtweise bilanziert. Danach erfolgt der Ausweis laufender und latenter Steuern im Konzernabschluss auf Ebene der Gesellschaft, die die jeweilige Steuerschuld besitzt.

Aktive und passive latente Steuern werden nach Maßgabe von IAS 12 für temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und den Wertansätzen der IFRS-Konzernbilanz sowie für noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge und Steuergutschriften angesetzt. Aktive latente Steuern werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähige temporäre Differenz verwendet werden kann. Für aktive latente Steuern, deren Realisierung in einem überschaubaren Zeitraum nicht zu erwarten ist, werden Wertberichtigungen vorgenommen. Passive latente Steuern werden grundsätzlich für sämtliche zu versteuernden temporären Differenzen gebildet. Aktive und passive latente Steuern auf temporäre Differenzen, die aus Unternehmenserwerben entstehen, werden angesetzt, mit der Ausnahme von temporären Differenzen auf Firmenwerte, sofern diese steuerlich nicht berücksichtigt werden. Bei der Berechnung werden diejenigen Steuersätze angewendet, deren Gültigkeit zum Zeitpunkt der Umkehrung temporärer Differenzen bzw. Nutzung der Verlustvorträge erwartet wird. Latente Steuern werden grundsätzlich ergebniswirksam erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Sachverhalte, die im sonstigen Ergebnis erfasst wurden. In diesem Fall werden latente Steuern im sonstigen Ergebnis erfasst.

Kumuliertes übriges Eigenkapital

Im kumulierten übrigen Eigenkapital werden neben dem Saldo aus Umrechnungsdifferenzen auch Gewinne bzw. Verluste aus der Fair-Value-Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (IFRS 9 Klassifizierungskategorie FVOCI) und von Finanzderivaten, die zur Sicherung eines künftigen Zahlungsstroms (Cash Flow Hedge) eingesetzt werden, gemäß IFRS 9 erfolgsneutral bilanziert.

Darüber hinaus werden gemäß IAS 28.10 Veränderungen im sonstigen Ergebnis bei nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen erfasst. Effekte aus der Neubewertung leistungsorientierter Pensionspläne (versicherungsmathematische Gewinne und Verluste auf die leistungsorientierte Verpflichtung, Unterschiedsbeträge zwischen den tatsächlichen und den durch den Nettozinsaufwand implizierten Erträgen auf das Planvermögen sowie Effekte aus der Begrenzung eines Nettovermögenswerts) werden im Zuge der Verteilung des Gesamtergebnisses der Periode in der Eigenkapitalveränderungsrechnung in den Gewinnrücklagen im Jahr des Anfalls dieser Gewinne und Verluste erfasst. Der Ausweis von latenten Steuern auf die oben genannten Sachverhalte erfolgt dementsprechend ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital.

Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden gemäß IAS 19 nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Der im Pensionsaufwand enthaltene Nettozinsaufwand wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Effekte aus der Neubewertung leistungsorientierter Pensionspläne (versicherungsmathematische Gewinne und Verluste auf die leistungsorientierte Verpflichtung, Unterschiedsbeträge zwischen den tatsächlichen und den durch den Nettozinsaufwand implizierten Erträgen auf das Planvermögen sowie Effekte aus der Begrenzung eines Nettovermögenswerts) werden sofort erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst und in einer nachfolgenden Periode auch nicht mehr ergebniswirksam umgegliedert (recyclet). Mit Ausnahme der nach IAS 19 berechneten übrigen personalbezogenen Rückstellungen werden alle anderen Rückstellungen auf Basis von IAS 37 gebildet. Der Ansatz erfolgt in Höhe des wahrscheinlichsten Verpflichtungsumfangs. Langfristige Rückstellungen werden abgezinst. Die Abzinsungssätze berücksichtigen aktuelle Markterwartungen und gegebenenfalls für die Schuld spezifische Risiken. Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen werden grundsätzlich in dem Posten der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt, in dem zuvor die Zuführung erfasst wurde.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Bei erstmaligem Ansatz werden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten inklusive des Genusskapitals zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten erfasst. Die Folgebewertung erfolgt gemäß der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten, es sei denn, die finanzielle Verbindlichkeit wird beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert. Zukünftige Zahlungen im Zusammenhang mit den vom Bertelsmann-Konzern ausgegebenen Put-Optionen auf Eigenkapitalanteile von Tochtergesellschaften werden als finanzielle Verbindlichkeit ausgewiesen. Der erstmalige Ansatz der Verbindlichkeit erfolgt zum Barwert des Rückzahlungsbetrags mit einer entsprechenden Reduzierung des Eigenkapitals. Im Falle eines Unternehmenszusammenschlusses mit dem Übergang der Risiken und Chancen aus den der Put-Option zugrunde liegenden Eigenkapitalanteilen von den nicht beherrschenden Anteilen auf den Bertelsmann-Konzern wird beim erstmaligen Ansatz der Geschäfts- oder Firmenwert entsprechend erhöht. Die Folgebewertung der Verbindlichkeiten aus Put-Optionen erfolgt ergebniswirksam.

Derivative Finanzinstrumente

Nach IFRS 9 werden alle derivativen Finanzinstrumente in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Der Ansatz der derivativen Finanzinstrumente erfolgt zum Abschlusstag des Geschäfts. Bei Vertragsabschluss eines Derivates wird festgelegt, ob dieses zur Absicherung eines Bilanzpostens (Fair Value Hedge) oder zur Absicherung künftiger Zahlungsströme (Cash Flow Hedge) dient. Einzelne Derivate erfüllen nicht die Voraussetzungen von IFRS 9 für eine Bilanzierung als Sicherungsgeschäft, obwohl sie bei wirtschaftlicher Betrachtung eine Sicherung darstellen (Stand-alone Hedge).

Die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten werden wie folgt erfasst:

1. Fair Value Hedge: Marktwertänderungen dieser Derivate, die zur Absicherung von Vermögenswerten bzw. Schulden dienen, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst; der entsprechende Gewinn oder Verlust aus der Bewertung des gesicherten Bilanzpostens wird ebenfalls sofort im Ergebnis ausgewiesen.

2. Cash Flow Hedge: Der effektive Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Derivate, die zur Absicherung künftiger Cashflows dienen, wird im sonstigen Ergebnis erfasst. Die hier ausgewiesenen Werte werden bei Zugang eines zugrunde liegenden, nicht finanziellen Vermögenswerts bzw. einer nicht finanziellen Verbindlichkeit in die Erstbewertung einbezogen (Basis Adjustment). In den anderen Fällen erfolgt die Umgliederung der zuvor erfassten Gewinne und Verluste aus dem Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung, wenn das abgesicherte Grundgeschäft erfolgswirksam wird. Der ineffektive Teil der Wertänderung des Sicherungsinstruments wird erfolgswirksam erfasst.

3. Stand-alone Hedge: Marktwertänderungen von Derivaten, die nicht die Voraussetzungen für die Bilanzierung als Sicherungsgeschäft erfüllen, werden erfolgswirksam erfasst.

Im Geschäftsjahr 2019 wurden keine Sicherungsgeschäfte mit Fair Value Hedge erfasst. Ebenso lag keine Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb vor.

Anteilsbasierte Vergütung

Anteilsbasierte Vergütungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bertelsmann-Konzerns umfassen Vergütungspläne, deren Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente erfolgt, sowie Vergütungspläne mit Barausgleich. Anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente werden ausgewählten Geschäftsführern und leitenden Angestellten in Form von Aktienoptionen gewährt. Diese Optionen werden zu dem am Tag der Ausgabe geltenden Marktpreis gewährt und sind zu diesem Preis ausübbar. Für Aktienoptionen erfolgt die Erfassung des beizulegenden Zeitwerts der Optionen als Personalaufwand mit einer entsprechenden Erhöhung des Eigenkapitals. Der beizulegende Zeitwert wird am Tag der Gewährung ermittelt und verteilt sich über den Zeitraum, für den die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorbehaltlos Anspruch auf die Optionen haben. Der beizulegende Zeitwert der gewährten Optionen wird mithilfe eines Binomialmodells zur Bestimmung von Optionspreisen bemessen, wobei die Bedingungen, zu denen die Optionen gewährt wurden, berücksichtigt werden. Der als Aufwand erfasste Betrag wird angepasst, um die tatsächliche Anzahl an ausübbaren Aktienoptionen wiederzugeben. Aktienoptionen, deren Verfall nur auf ein Nichterreichen des für die Ausübung vorgeschriebenen Aktienkurses zurückzuführen ist, sind hiervon ausgenommen. Die finanzielle Verbindlichkeit, die aufgrund einer anteilsbasierten Vergütung mit Barausgleich entsteht, wird unter Anwendung eines Optionspreismodells mit dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung bewertet. Bis zur Begleichung der Verpflichtung ist deren beizulegender Zeitwert zu jedem Bilanzstichtag und am Erfüllungstag neu zu bestimmen und alle Wertänderungen sind ergebniswirksam als Personalaufwand der Periode zu erfassen.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und zugehörige Schulden

Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden als zur Veräußerung gehalten eingestuft, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Solche langfristigen Vermögenswerte und die zugehörigen Schulden werden gemäß IFRS 5 in separaten Bilanzposten dargestellt. Die Bewertung erfolgt zum jeweils niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Planmäßige Abschreibungen werden nicht erfasst, solange ein langfristiger Vermögenswert als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wird oder zu einer als zur Veräußerung gehalten eingestuften Veräußerungsgruppe gehört. Unternehmensbestandteile, die die Anforderungen des IFRS 5.32 erfüllen, werden als nicht fortgeführte Aktivitäten klassifiziert und in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Kapitalflussrechnung entsprechend gesondert dargestellt. Alle in der Berichtsperiode vorgenommenen Änderungen von Beträgen, die in direktem Zusammenhang mit der Veräußerung einer nicht fortgeführten Aktivität in einer der vorangehenden Perioden stehen, werden ebenfalls in dieser gesonderten Kategorie angegeben. Wird ein Unternehmensbestandteil nicht mehr als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, so wird das Ergebnis dieses Unternehmensbestandteils, das zuvor unter nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen wurde, für alle dargestellten Berichtsperioden in die fortgeführten Aktivitäten umgegliedert.

Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfordert Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen, die sich auf den Wertansatz der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sowie auf die Höhe der Aufwendungen und Erträge auswirken können. Die tatsächlich realisierten Beträge können von den Schätzwerten abweichen. Nachstehend werden Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen dargestellt, die im Bertelsmann-Konzernabschluss wesentlich für das Verständnis der mit der Finanzberichterstattung verbundenen Unsicherheiten sind.

Ertrags- und Aufwandsrealisierung: Bei Vorliegen von Remissionsrechten, im Wesentlichen für Printprodukte, müssen Schätzungen in Bezug auf das erwartete Remissionsvolumen vorgenommen werden, da die Umsatzrealisierung unter Beachtung der erwarteten Remissionen erfolgt. Zur Ermittlung der erwarteten Remissionen werden statistisch ermittelte Rückgabequoten herangezogen. Die im Rahmen des im IFRS 15 definierten fünfstufigen vertragsbasierten Modells zu ermittelnden Transaktionspreise umfassen häufig neben fixen auch variable Vergütungsbestandteile. Die Bestimmung der variablen Bestandteile unterliegt Schätzungen, die unter Berücksichtigung der Constraint-Bedingungen vorgenommen und aktualisiert werden. Bei verschiedenen Geschäftsmodellen sind im Rahmen von Prinzipal-Agent-Überlegungen qualitative Einschätzungen zu treffen, wer als Kunde einer Bertelsmann-Gesellschaft anzusehen ist und ob eine Bertelsmann-Gesellschaft als Prinzipal oder als Agent im Rahmen einer Transaktion anzusehen ist.

Beherrschung von Unternehmen, an denen der Bertelsmann-Konzern nicht die Mehrheit der Stimmrechte hält: Das Management ist der Auffassung, dass der Bertelsmann-Konzern die zur RTL Group gehörende Groupe M6 trotz der Stimmrechtsbeteiligung von weniger als 50 Prozent de facto beherrscht. Die RTL Group ist der Großaktionär von Groupe M6, während sich die übrigen Anteile im Streubesitz befinden und die übrigen Anteilseigner ihre Anteile nicht derart organisiert haben, dass sie ihre Stimmrechte abweichend vom Bertelsmann-Konzern ausüben. Zudem verfügt der Bertelsmann-Konzern über eine Mehrheit in relevanten Entscheidungsgremien und sich daraus ergebende Entscheidungsbefugnisse über die maßgeblichen Aktivitäten der Groupe M6. Das Management ist außerdem der Auffassung, dass der Bertelsmann-Konzern das zum Unternehmensbereich Arvato gehörende CRM-Unternehmen Majorel bei einer Stimmrechtsbeteiligung von 50 Prozent ebenfalls beherrscht. Der Konzern verfügt über eine Mehrheit in relevanten Entscheidungsgremien und sich daraus ergebende Entscheidungsbefugnisse über die maßgeblichen Aktivitäten des Unternehmens und bezieht Majorel daher als Tochterunternehmen in den Konzernabschluss ein.

Maßgeblicher Einfluss, obwohl der Bertelsmann-Konzern weniger als 20 Prozent an den Stimmrechten eines anderen Unternehmens hält: Obwohl der Bertelsmann-Konzern weniger als 20 Prozent der Anteile an Atresmedia hält, ist das Management der Auffassung, dass der Bertelsmann-Konzern aufgrund der Präsenz der RTL Group im Board of Directors und in anderen Entscheidungsgremien von Atresmedia weiterhin maßgeblichen Einfluss auf Atresmedia ausübt.

Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente: Zur Bewertung verschiedener zum beizulegenden Zeitwert bilanzierter Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente, denen keine auf aktiven Märkten notierten Preise zugrunde liegen, werden beobachtbare erzielbare Preise im Rahmen von zuletzt durchgeführten qualifizierten Finanzierungsrunden unter Berücksichtigung des Lebens- und Entwicklungszyklus des jeweiligen Unternehmens verwendet bzw. Wertansätze, die im Rahmen anerkannter finanzmathematischer Methoden unter Verwendung von risikoadjustierten Diskontierungssätzen ermittelt wurden. Weitere Anpassungen werden bei Finanzinstrumenten mit vertraglichen Handelsbeschränkungen (Lock-ups) berücksichtigt.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen: Die Ermittlung der Wertberichtigung auf Forderungen erfolgt auf Basis historischer Kreditverlustquoten für Gruppen finanzieller Vermögenswerte mit ähnlichen Risikoeigenschaften und zukunftsgerichteter Informationen, darunter kundenspezifische Informationen und Prognosen künftiger wirtschaftlicher Bedingungen.

Geleistete Anzahlungen: Beim Entrichten von Vorauszahlungen an Autoren zur Sicherung der Verwertungsrechte an deren Veröffentlichungen werden des Weiteren Schätzungen und Annahmen bezüglich der zukünftigen Verkaufserfolge vorgenommen.

Wertminderungen: Die den Werthaltigkeitstests zugrunde liegenden Cashflow-Prognosen des Managements basieren unter anderem auf Annahmen hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung und der damit verbundenen Risiken, der regulatorischen Rahmenbedingungen, des Wettbewerbsumfelds, der Marktanteile, der Investitionen, der EBITDA-Margen sowie der Wachstumsraten. Um die Annahmen über die Entwicklung von verschiedenen relevanten Märkten, in denen der Bertelsmann-Konzern tätig ist, begründen zu können, wird eine Kombination von langfristigen Trends, industriespezifischen Ausblicken sowie von internem Wissen unter besonderer Berücksichtigung aktueller Erkenntnisse eingesetzt. Die relevanten Märkte sind in hohem Maße der allgemeinen wirtschaftlichen Lage ausgesetzt. Der Zustand der relevanten Märkte ist nur einer der wesentlichen operativen Faktoren, die vom Bertelsmann-Konzern herangezogen werden, um individuelle Geschäftsmodelle zu bewerten. Die wichtigsten Annahmen beinhalten auch geschätzte Wachstumsraten, gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten und Steuersätze. Diese verschiedenen Elemente sind insgesamt variabel, voneinander abhängig und es ist schwierig, sie als Hauptfaktoren für verschiedene Geschäftsmodelle und entsprechende Bewertungen zu isolieren. Änderungen dieser Schätzungen infolge neuerer Informationen können einen erheblichen Einfluss auf die Höhe der möglichen Wertminderung herbeiführen. Die angesetzten Wachstumsraten orientieren sich am langfristigen realen Wachstum der relevanten Volkswirtschaften, an den Wachstumserwartungen der einschlägigen Branchen und an den langfristigen Inflationserwartungen in jenen Ländern, in denen die jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ihre Geschäftstätigkeit ausüben. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte stimmen dabei grundsätzlich mit externen Informationsquellen überein. Die unter Berücksichtigung entsprechender Diskontierungssätze ermittelten Werte spiegeln den erzielbaren Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wider.

Aus wesentlichen Veränderungen im Markt- und Wettbewerbsumfeld können sich nachteilige Auswirkungen auf die Werthaltigkeit der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ergeben. Erläuterungen hinsichtlich des Werthaltigkeitstests immaterieller Vermögenswerte (einschließlich der Geschäfts- oder Firmenwerte) im Bertelsmann-Konzern finden sich unter Textziffer 9 "Immaterielle Vermögenswerte". Zudem werden bei Sport- und Filmrechten Schätzungen hinsichtlich der erwarteten Umsatzerlöse vorgenommen.

Pensionsverpflichtungen: Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgt auf Basis des sogenannten Anwartschaftsbarwertverfahrens. Dabei werden neben den biometrischen Rechnungsgrundlagen und dem aktuellen langfristigen Kapitalmarktzins insbesondere auch Annahmen über zukünftige Gehalts- und Rentensteigerungen berücksichtigt. Der Rückgang des Abzinsungssatzes für die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen führte zur Erfassung versicherungsmathematischer Verluste in Höhe von 502 Mio. € vor Berücksichtigung der damit verbundenen steuerlichen Auswirkungen im Posten "Neubewertungskomponente leistungsorientierter Versorgungspläne". Erläuterungen hinsichtlich der bei der Pensionsbilanzierung getroffenen Annahmen finden sich unter Textziffer 18 "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen".

Rückstellungen für Drohverlustrisiken und Gewährleistungen beruhen hinsichtlich ihrer Höhe und Eintrittswahrscheinlichkeit ebenfalls in erheblichem Maße auf Einschätzungen des Managements. Der Beurteilung, ob eine gegenwärtige Verpflichtung vorliegt, ein Ressourcenabfluss wahrscheinlich und die Höhe der Verpflichtung verlässlich ermittelbar ist, liegen in der Regel Expertisen interner oder externer Sachverständiger zugrunde. Durch neuere Informationen können sich die Einschätzungen ändern und somit die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns beeinflusst werden. Das rechtliche und regulatorische Umfeld, in dem sich Bertelsmann bewegt, birgt keine bedeutenden Prozessrisiken. Zur Risikovorsorge für den potenziellen Eintritt von Verlusten aus Rechtsstreitigkeiten bildet Bertelsmann Rückstellungen, wenn die Risiken eines Verlustes als wahrscheinlich eingestuft werden und wenn es möglich ist, eine verlässliche Schätzung der erwarteten finanziellen Auswirkungen zu bestimmen. Für wesentliche Eventualverbindlichkeiten, bei denen die Möglichkeit eines zukünftigen Verlusts größer als unwahrscheinlich, aber kleiner als wahrscheinlich ist, schätzt der Bertelsmann-Konzern den möglichen Verlust, wenn er der Auffassung ist, dass eine Schätzung vorgenommen werden kann. Zum Bilanzstichtag lagen Eventualverbindlichkeiten aus Rechtsstreitigkeiten vor, die aus Konzernsicht von untergeordneter Bedeutung sind. Das Management überprüft regelmäßig den Ansatz, die Bewertung und die Inanspruchnahme der Rückstellungen sowie die Angabepflicht von Eventualverbindlichkeiten.

Leasing: Immobilien-Leasingverträge enthalten zum Teil Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen. Die Zahlungen aus diesen optionalen Zeiträumen sind in der Leasingverbindlichkeit enthalten, sofern hinreichend sicher ist, dass der Leasingvertrag über die Grundmietzeit hinaus verlängert wird oder eine Kündigungsoption nicht ausgeübt wird. Bei der Beurteilung der Ausübung von Verlängerungs- und Kündigungsoptionen berücksichtigt das Management sämtliche Fakten und Umstände, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung bzw. Nichtausübung der Option geben. Hierzu zählen insbesondere die Höhe der Leasingzahlungen im Vergleich zu Marktpreisen im Optionszeitraum, fertiggestellte oder erwartete Mietereinbauten und die Bedeutung des zugrundeliegenden Vermögenswerts für die Geschäftstätigkeit des Bertelsmann-Konzerns.

Darüber hinaus werden bei Kaufpreisallokationen Annahmen hinsichtlich der Bewertung von im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Vermögenswerten und übernommenen Schulden getroffen. Dies gilt insbesondere in Bezug auf die erworbenen immateriellen Vermögenswerte, da als Bewertungsmaßstab der beizulegende Zeitwert dient, der in der Regel als Barwert der zukünftigen Cashflows nach Berücksichtigung des Barwerts des abschreibungsbedingten Steuervorteils (Tax Amortization Benefit) ermittelt wird. Ferner basiert die Festlegung konzerneinheitlicher Nutzungsdauern auf Einschätzungen des Managements. Allgemeine Ausführungen zu Nutzungsdauern finden sich in den Abschnitten "Sonstige immaterielle Vermögenswerte" und "Sachanlagen".

Annahmen und Schätzungen liegen auch den Beurteilungen hinsichtlich der Realisierbarkeit unsicherer Steuerpositionen und zukünftiger Steuerentlastungen zugrunde. Die Bilanzierung eines Vermögenswerts oder einer Schuld aus einer Steuerrisikoposition erfolgt in Übereinstimmung mit IAS 12, wenn eine Zahlung oder eine Erstattung für das Steuerrisiko wahrscheinlich ist. Die Bewertung der unsicheren Steuerpositionen erfolgt mit ihrem wahrscheinlichen Wert. Aktive latente Steuern werden in der Höhe angesetzt, in der sie später wahrscheinlich genutzt werden können. Zur Beurteilung der Wahrscheinlichkeit der zukünftigen Nutzbarkeit aktiver latenter Steuern werden verschiedene Faktoren herangezogen, darunter die vergangene Ertragslage, die Unternehmensplanung und Steuerplanungsstrategien sowie Verlustvortragsperioden. Erläuterungen zur Beurteilung der Realisierbarkeit steuerlicher Entlastungen werden unter Textziffer 8 "Ertragsteuern" dargelegt.

Annahmen werden zudem bei der Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten sonstiger finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten getroffen. Hierbei verwendet Bertelsmann verschiedene finanzmathematische Methoden, die den zu den jeweiligen Bilanzstichtagen herrschenden Marktbedingungen und Risiken Rechnung tragen. Die in die Modelle eingehenden Inputfaktoren stützen sich soweit möglich auf beobachtbare Marktdaten. Liegen solche nicht vor, basiert die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte auf Annahmen des Managements. Diese Annahmen betreffen Inputfaktoren wie Cashflows, Abzinsungssatz sowie Liquiditätsrisiko und Ausfallrisiken. Sofern für Finanzschulden ein Recht auf vorzeitige Kündigung oder Rückzahlung besteht, wird bei der Bestimmung der Restlaufzeit berücksichtigt, ob dies tatsächlich beabsichtigt ist.

Des Weiteren beziehen sich die Annahmen und Schätzungen auf die anteilsbasierte Vergütung. Die Bedingungen der anteilsbasierten Vergütung mit Barausgleich und der Aktienoptionspläne werden im Abschnitt "Anteilsbasierte Vergütungen" unter Textziffer 17 "Eigenkapital" näher erläutert.

Die Schätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Anpassungen der Schätzungen werden grundsätzlich in der Periode der Änderung und in den zukünftigen Perioden berücksichtigt.

Erläuterungen zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz

1 Umsatzerlöse

Der Konzernumsatz wurde im Geschäftsjahr 2019 in Höhe von 17.783 Mio. € aus Verträgen mit Kunden im Sinne des IFRS 15 generiert (Vj.: 17.455 Mio. €). Die weiteren Umsatzerlöse in Höhe von 240 Mio. € (Vj.: 218 Mio. €), die nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 15 fallen, resultieren nahezu vollständig aus Finanzdienstleistungen im Unternehmensbereich Arvato. Die folgende Tabelle zeigt die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden im Sinne des IFRS 15 je Unternehmensbereich und ist untergliedert nach Erlösquellen, geografischen Regionen und Zeitpunkt der Umsatzrealisierung. Die dargestellte Kategorisierung der Erlösquellen und geografischen Regionen entspricht der in der Segmentberichterstattung. Hingegen spiegeln die ausgewiesenen Umsatzerlöse ausschließlich die Umsatzerlöse im Sinne des IFRS 15 wider. Sie unterscheiden sich somit betragsmäßig von der Aufteilung in der Segmentberichterstattung.

Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden

2019
in Mio. € RTL Group Penguin Random House Gruner + Jahr BMG Arvato Bertelsmann Printing Group
Erlösquellen
Produkte und Waren 117 3.488 563 45 137 32
Dienstleistungen 373 97 351 - 3.735 1.347
Werbung und Anzeigen 3.628 - 389 - - 26
Rechte und Lizenzen 2.468 51 16 552 - -
6.586 3.636 1.319 597 3.872 1.405
Geografische Regionen
Deutschland 2.072 264 877 46 1.504 883
Frankreich 1.439 9 278 34 391 62
Großbritannien 294 410 14 99 208 153
Übriges Europa 1.509 321 99 65 1.136 182
USA 1.114 2.038 25 300 295 113
Sonstige Länder 158 594 26 53 338 12
6.586 3.636 1.319 597 3.872 1.405
Zeitpunkt
Zeitpunktbezogen 2.245 3.537 844 142 192 55
Zeitraumbezogen 4.341 99 475 455 3.680 1.350
6.586 3.636 1.319 597 3.872 1.405
2019
in Mio. € Bertelsmann Education Group Summe der Bereiche 1)
Erlösquellen
Produkte und Waren - 4.382
Dienstleistungen 333 6.236
Werbung und Anzeigen - 4.043
Rechte und Lizenzen - 3.087
333 17.748
Geografische Regionen
Deutschland 1 5.647
Frankreich - 2.213
Großbritannien 1 1.179
Übriges Europa - 3.312
USA 325 4.210
Sonstige Länder 6 1.187
333 17.748
Zeitpunkt
Zeitpunktbezogen - 7.015
Zeitraumbezogen 333 10.733
333 17.748

1) Ohne Bertelsmann Investments und Corporate-Aktivitäten.

2018
in Mio. € RTL Group Penguin Random House Gruner + Jahr BMG Arvato Bertelsmann Printing Group
Erlösquellen
Produkte und Waren 144 3.280 618 48 222 34
Dienstleistungen 379 90 406 - 3.593 1.400
Werbung und Anzeigen 3.647 - 380 - - 34
Rechte und Lizenzen 2.324 54 16 494 - -
6.494 3.424 1.420 542 3.815 1.468
Geografische Regionen
Deutschland 2.159 257 928 34 1.448 888
Frankreich 1.459 14 315 21 459 68
Großbritannien 244 366 10 134 212 185
Übriges Europa 1.472 287 129 66 1.096 190
USA 972 1.966 20 239 326 123
Sonstige Länder 188 534 18 48 274 14
6.494 3.424 1.420 542 3.815 1.468
Zeitpunkt
Zeitpunktbezogen 2.169 3.327 928 140 295 61
Zeitraumbezogen 4.325 97 492 402 3.520 1.407
6.494 3.424 1.420 542 3.815 1.468
2018
in Mio. € Bertelsmann Education Group Summe der Bereiche 1)
Erlösquellen
Produkte und Waren - 4.346
Dienstleistungen 257 6.125
Werbung und Anzeigen - 4.061
Rechte und Lizenzen - 2.888
257 17.420
Geografische Regionen
Deutschland 1 5.715
Frankreich - 2.336
Großbritannien - 1.151
Übriges Europa - 3.240
USA 250 3.896
Sonstige Länder 6 1.082
257 17.420
Zeitpunkt
Zeitpunktbezogen - 6.920
Zeitraumbezogen 257 10.500
257 17.420

1) Ohne Bertelsmann Investments und Corporate-Aktivitäten.

Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden setzen sich im Berichtszeitraum zusammen aus Leistungsverpflichtungen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt erfüllt wurden, in Höhe von 7.015 Mio. € (Vj.: 6.920 Mio. €) und aus Leistungsverpflichtungen, die über einen bestimmten Zeitraum erfüllt wurden, in Höhe von 10.733 Mio. € (Vj.: 10.500 Mio. €). Sofern die Umsatzrealisierung zeitpunktbezogen erfolgt, bestimmt sich der jeweilige Zeitpunkt der Umsatzrealisierung nach den vertraglich vereinbarten Lieferbedingungen. Für über einen Zeitraum zu erfüllende Leistungsverpflichtungen werden zur Ermittlung des Leistungsfortschritts grundsätzlich outputbasierte Methoden eingesetzt, um den Umsatz entsprechend zu realisieren. Inputbasierte Methoden werden bei den Geschäftsmodellen zur Bestimmung der Umsatzrealisierung angewendet, bei denen dadurch der Leistungsfortschritt zutreffender dargestellt wird. Umsatzerlöse in Höhe von 7 Mio. € (Vj.: 12 Mio. €) resultieren aus Leistungsverpflichtungen, die bereits in früheren Perioden erfüllt wurden. Bertelsmann nimmt Erleichterungsvorschriften des IFRS 15 in Anspruch und macht in Bezug auf noch nicht erfüllte Leistungsverpflichtungen keine Angaben für Verträge mit einer ursprünglichen Laufzeit von bis zu zwölf Monaten sowie für Verträge, für die Umsatzerlöse vereinfachend in Höhe des Rechnungsbetrags realisiert werden dürfen. Aus bestehenden langfristigen Dienstleistungsrahmenverträgen erwartet Bertelsmann zum 31. Dezember 2019 einen zukünftigen Umsatz in Höhe von 1.210 Mio. € (Vj.: 718 Mio. €), der zum Stichtag auf nicht (oder teilweise nicht) erfüllte Leistungsverpflichtungen entfällt und voraussichtlich in Höhe von 451 Mio. € (Vj.: 307 Mio. €) im nächsten Geschäftsjahr und in Höhe von 759 Mio. € (Vj.: 411 Mio. €) in den darauffolgenden Jahren realisiert wird.

2 Sonstige betriebliche Erträge

in Mio. € 2019 2018
Bewertung von Beteiligungen zum beizulegenden Zeitwert 143 157
Erträge aus Erstattungen 77 60
Zusatz- und Nebenerträge 50 45
Erträge aus Anlagenabgängen 12 76
Fremdwährungsgewinne - 3
Übrige betriebliche Erträge 173 132
455 473

Der Posten "Bewertung von Beteiligungen zum beizulegenden Zeitwert" entfällt im Wesentlichen auf Finanzinstrumente, die sich im Portfolio des Unternehmensbereichs Bertelsmann Investments befinden. Bertelsmann Investments ordnet seine Minderheitsbeteiligungen in Start-ups und Fund of Fund Investments der Kategorie der erfolgswirksamen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in Übereinstimmung mit IFRS 9 zu.

Weitere Erläuterungen finden sich unter Textziffer 12 "Minderheitsbeteiligungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte". Im Vorjahr enthielt der Posten "Erträge aus Anlagenabgängen" im Wesentlichen einen Veräußerungsgewinn in Höhe von 35 Mio. € aus dem Verkauf immaterieller Vermögenswerte durch die zur RTL Group gehörende Groupe M6.

3 Personalaufwand

in Mio. € 2019 2018
Löhne und Gehälter 4.507 4.464
Staatliche Sozialabgaben 701 719
Aufwendungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 131 141
Gewinnbeteiligung 96 116
Sonstige Personalaufwendungen 210 218
5.645 5.658

Die im Geschäftsjahr 2019 gezahlten Arbeitgeberbeiträge an staatliche Rentenversicherungsträger belaufen sich auf 367 Mio. € (Vj.: 371 Mio. €).

4 Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen und Nutzungsrechte

in Mio. € 2019 2018
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf
- Immaterielle Vermögenswerte 514 570
- Sachanlagen und Nutzungsrechte 537 277
1.051 847

Weitere Erläuterungen zu den dargestellten Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen finden sich unter Textziffer 9 "Immaterielle Vermögenswerte" und Textziffer 10 "Sachanlagen und Nutzungsrechte".

5 Sonstige betriebliche Aufwendungen

in Mio. € 2019 2018
Verwaltungskosten 1.102 1.336
Vertriebskosten und Übertragungskosten 645 610
Werbekosten 406 393
Wertberichtigungen auf Forderungen, Darlehen und nicht finanzielle Vermögenswerte 257 192
Beratungs- und Prüfungskosten 168 183
Betriebliche Steuern 104 116
Verluste aus Anlagenabgängen 9 16
Anpassung der Buchwerte der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte 7 6
Fremdwährungsverluste 6 -
Übrige betriebliche Aufwendungen 173 102
2.877 2.954

Der Posten "Verwaltungskosten" enthält Reparatur- und Wartungskosten in Höhe von 195 Mio. € (Vj.: 197 Mio. €) und Kosten für IT-Dienstleistungen in Höhe von 204 Mio. € (Vj.: 168 Mio. €). Darüber hinaus umfasst dieser Posten im Geschäftsjahr 2019 Aufwendungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen in Höhe von 48 Mio. € und Aufwendungen für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte in Höhe von 10 Mio. €. Im Vorjahr enthielten die Verwaltungskosten außerdem als Aufwand erfasste Zahlungen aus Operating Leases in Höhe von 275 Mio. € und dazugehörige Dienstleistungen und Nebenkosten in Höhe von 37 Mio. € sowie bedingte Mietzahlungen in Höhe von 8 Mio. €. Der Posten "Wertberichtigungen auf Forderungen, Darlehen und nicht finanzielle Vermögenswerte" enthält im Wesentlichen Wertberichtigungen auf geleistete Anzahlungen auf Honorare und Lizenzen des Unternehmensbereichs Penguin Random House in Höhe von 199 Mio. € (Vj.: 167 Mio. €).

6 Zinserträge und Zinsaufwendungen

in Mio. € 2019 2018
Zinserträge
Zinserträge aus liquiden Mitteln 5 4
Sonstige Zinserträge 8 11
13 15
Zinsaufwendungen
Zinsaufwendungen aus Finanzschulden -108 -104
Zinsaufwendungen aus Zinsderivaten -1 -1
Sonstige Zinsaufwendungen -8 -10
-117 -115

7 Sonstige finanzielle Erträge und Aufwendungen

in Mio. € 2019 2018
Sonstige finanzielle Erträge
Finanzielle Erträge aus Put-Optionen 10 -
Minderheitsanteile von Personengesellschaften - 4
Nicht operative Währungskursgewinne 3 2
Übrige finanzielle Erträge 11 21
24 27
Sonstige finanzielle Aufwendungen
Nettozinsen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen -32 -30
Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten -43 -
Gewinnanspruch Genusskapital -44 -44
Minderheitsanteile von Personengesellschaften -11 -10
Sonstige nicht operative Aufwendungen aus Derivaten -65 -34
Übrige finanzielle Aufwendungen -34 -25
-229 -143

Um den wirtschaftlichen Gehalt besser widerzuspiegeln, werden Erträge und Aufwendungen aus nicht operativen Fremdwährungssicherungsgeschäften mit den Ergebnissen aus der Bewertung der wirtschaftlich abgesicherten Fremdwährungsgeschäfte saldiert und als nicht operative Währungskursgewinne bzw. -verluste ausgewiesen.

Im Geschäftsjahr 2019 standen den Ergebniseffekten aus diesen nicht operativen Fremdwährungsgeschäften in Höhe von 68 Mio. € (Vj.: 35 Mio. €) Ergebniseffekte aus Fremdwährungssicherungsgeschäften in Höhe von -65 Mio. € (Vj.: -33 Mio. €) gegenüber.

8 Ertragsteuern

Die Ertragsteuern setzen sich aus den folgenden laufenden und latenten Steuern zusammen:

Ertragsteuern

in Mio. € 2019 2018
Ergebnis vor Ertragsteuern (gesamt) 1.517 1.405
Laufende Ertragsteuern aus fortgeführten Aktivitäten -375 -394
Latente Ertragsteuern aus fortgeführten Aktivitäten -51 93
Ertragsteuern aus fortgeführten Aktivitäten -426 -301
Laufende Ertragsteuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten - -
Latente Ertragsteuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten - -
Ertragsteuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten - -
Summe Ertragsteuern -426 -301
Ergebnis nach Ertragsteuern (gesamt) 1.091 1.104

Im Geschäftsjahr 2019 wurden steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 612 Mio. € (Vj.: 397 Mio. €) in Anspruch genommen, was zu einer Verminderung des laufenden Steueraufwands um 141 Mio. € (Vj.: 92 Mio. €) führte. Von den genutzten steuerlichen Verlustvorträgen entfallen 6 Mio. € (Vj.: 31 Mio. €) auf inländische Körperschaftsteuer, 6 Mio. € (Vj.: 22 Mio. €) auf inländische Gewerbesteuer und 600 Mio. € (Vj.: 344 Mio. €) auf ausländische Ertragsteuern. In diesen Beträgen sind 19 Mio. € (Vj.: 58 Mio. €) Verlustvorträge enthalten, für die in der Vergangenheit keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden. Sie betreffen in Höhe von 4 Mio. € inländische Körperschaftsteuer (Vj.: 0 Mio. €), in Höhe von 4 Mio. € inländische Gewerbesteuer (Vj.: 0 Mio. €) und in Höhe von 11 Mio. € (Vj.: 58 Mio. €) ausländische Ertragsteuern. Diese Nutzung führt zu einer Verminderung des laufenden Steueraufwands um 4 Mio. € (Vj.: 12 Mio. €).

Aktive und passive latente Steuern wurden im Zusammenhang mit folgenden Posten und Sachverhalten gebildet. Aufgrund der Einführung von IFRS 16 und der damit einhergehenden Änderungen in der Struktur der Konzernbilanz werden die Geschäftsjahre 2018 und 2019 in separaten Tabellen dargestellt.

Latente Steuern

31.12.2019
in Mio. € Aktiva Passiva davon im Geschäftsjahr ergebniswirksam erfasst
Geschäfts- oder Firmenwerte 37 93 10
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 131 317 101
Sachanlagen und Nutzungsrechte 50 421 -69
Anteile an at-equity bilanzierten Beteiligungen 1 - -
Minderheitsbeteiligungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte 22 45 15
Vorräte 228 4 -11
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 257 76 42
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 54 106 -14
Liquide Mittel 1 6 -
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 906 333 -12
Übrige Rückstellungen 126 59 -31
Finanzschulden 3 129 -75
Leasingverbindlichkeiten 432 3 83
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 112 46 27
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 15 9 -11
Verlustvorträge/Steueranrechnungen 264 -106
Gesamt 2.639 1.647 -51
Saldierung -1.552 -1.552
Bilanzansatz 1.087 95
31.12.2018
in Mio. € Aktiva Passiva davon im Geschäftsjahr ergebniswirksam erfasst
Immaterielle Vermögenswerte 291 494 7
Sachanlagen 46 33 3
Finanzanlagen 18 54 -26
Vorräte 76 7 18
Forderungen 138 27 12
Anzahlungen und sonstige Aktiva 173 131 -2
Rückstellungen 840 291 -31
Finanzschulden 15 66 -9
Verbindlichkeiten 9 7 -8
Anzahlungen und sonstige Passiva 85 26 27
Verlustvorträge/Steueranrechnungen 369 102
Gesamt 2.060 1.136 93
Saldierung -1.009 -1.009
Bilanzansatz 1.051 127

Für temporäre Differenzen in Höhe von 507 Mio. € (Vj.: 504 Mio. €) im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen wurden keine latenten Steuerschulden angesetzt, da Bertelsmann deren Umkehrung steuern kann und es wahrscheinlich ist, dass sich diese temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht umkehren werden. Laufende sowie aktive und passive latente Steuern werden insoweit saldiert, als sie gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen und verrechnet werden können. Die Laufzeit der latenten Steuern auf temporäre Differenzen ist im Wesentlichen langfristig geprägt.

Erläuterungen zu den mit dem sonstigen Ergebnis in Zusammenhang stehenden Ertragsteuerbeträgen finden sich unter Textziffer 17 "Eigenkapital".

Wertberichtigungen von aktiven latenten Steuern auf temporäre Differenzen, Verlustvorträge und Steueranrechnungen wurden in denjenigen Fällen vorgenommen, in denen es nicht wahrscheinlich ist, dass sie in absehbarer Zukunft genutzt werden können. Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit werden im Wesentlichen existierende passive temporäre Differenzen sowie zu erwartendes zu versteuerndes Einkommen innerhalb eines Planungszeitraums zugrunde gelegt.

Temporäre Differenzen, steuerliche Verlustvorträge und Steueranrechnungen, für die kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde, sind wie folgt zeitlich vortragsfähig:

Zeitliche Begrenzung

in Mio. € 31.12.2019 31.12.2018
Steuerliche Verlustvorträge
Mehr als 5 Jahre vortragsfähig 5.847 5.845
Höchstens 5 Jahre vortragsfähig 65 132
Temporäre Differenzen 145 116
Steueranrechnungen
Mehr als 5 Jahre vortragsfähig 2 2
Höchstens 5 Jahre vortragsfähig 1 1

Eine Überleitung des erwarteten Steuerergebnisses auf das tatsächliche Steuerergebnis zeigt die folgende Tabelle:

Überleitung zum tatsächlichen Steueraufwand

in Mio. € 2019 2018
Ergebnis vor Ertragsteuern aus fortgeführten Aktivitäten 1.516 1.404
Ertragsteuersatz der Bertelsmann SE & Co. KGaA 31,00 % 31,00 %
Erwarteter Steueraufwand aus fortgeführten Aktivitäten -470 -435
Steuerliche Auswirkungen folgender Effekte führten zu einer Abweichung des tatsächlichen vom erwarteten Steueraufwand:
Anpassung an abweichenden nationalen Steuersatz 5 21
Auswirkung von Steuersatz- und Steuerrechtsänderungen -5 -7
Steuerlich nicht abzugsfähige Geschäfts- oder Firmenwertwertminderung -7 -46
Steuereffekte in Bezug auf Ergebnisse aus Beteiligungsverkäufen 31 1
Laufende Ertragsteuern für Vorjahre -5 7
Latente Ertragsteuern für Vorjahre 16 33
Effekte aus Bewertung aktiver latenter Steuern 14 123
Permanente Differenzen 5 10
Sonstige Anpassungen -10 -8
Summe der Anpassungen 44 134
Tatsächlicher Steueraufwand aus fortgeführten Aktivitäten -426 -301

Der Ertragsteuersatz der Bertelsmann SE & Co. KGaA enthält die Körperschaftsteuer, den Solidaritätszuschlag und die Gewerbesteuer. Die Ertragsteuern erreichten im aktuellen Geschäftsjahr insbesondere infolge gesunkener positiver Bewertungseffekte latenter Steuern eine normalisierte Höhe im Vergleich zum Vorjahr. Die Effekte aus der Bewertung aktiver latenter Steuern im Vorjahr sind auf die geplante Nutzung bisher nicht bewerteter Verlustvorträge und Steueranrechnungen zurückzuführen.

Effektiver Steuersatz

2019 2018
Körperschaftsteuer inklusive Solidaritätszuschlag 15,83 % 15,83 %
Gewerbesteuer 15,17 % 15,17 %
Effektiver Ertragsteuersatz 31,00 % 31,00 %

9 Immaterielle Vermögenswerte

Sonstige immaterielle Vermögenswerte
in Mio. € Geschäfts- oder Firmenwerte Musik- und Filmrechte Sonstige Rechte und Lizenzen Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte Geleistete Anzahlungen Summe
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Stand 1.1.2018 8.403 2.902 2.065 982 14 5.963
Umrechnungsdifferenzen 57 37 26 15 - 78
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse 500 19 200 11 - 230
Sonstige Zugänge - 98 131 45 23 297
Abgänge aus Unternehmensverkäufen -26 - -93 -2 - -95
Sonstige Abgänge - -13 -75 -10 - -98
Umgliederungen gemäß IFRS 5 -13 -14 -2 - - -16
Umbuchungen und sonstige Veränderungen -3 34 43 14 -23 68
Stand 31.12.2018 8.918 3.063 2.295 1.055 14 6.427
Umrechnungsdifferenzen 55 48 30 8 - 86
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse 249 - 36 - - 36
Sonstige Zugänge - 119 128 42 26 315
Abgänge aus Unternehmensverkäufen -121 - -31 -16 - -47
Sonstige Abgänge - -112 -47 -17 - -176
Umgliederungen gemäß IFRS 5 -44 - -94 -8 - -102
Umbuchungen und sonstige Veränderungen 1 41 -15 61 -11 76
Stand 31.12.2019 9.058 3.159 2.302 1.125 29 6.615
Kumulierte Abschreibungen
Stand 1.1.2018 319 1.452 1.125 908 - 3.485
Umrechnungsdifferenzen 3 12 10 16 - 38
Planmäßige Abschreibungen - 179 170 44 - 393
Wertminderungsaufwand 173 1 3 3 - 7
Wertaufholungen - -1 -1 -1 - -3
Abgänge aus Unternehmensverkäufen - - -41 -1 - -42
Sonstige Abgänge - -14 -58 -8 - -80
Umgliederungen gemäß IFRS 5 - -8 -2 - - -10
Umbuchungen und sonstige Veränderungen -4 3 46 - - 49
Stand 31.12.2018 491 1.624 1.252 961 - 3.837
Umrechnungsdifferenzen 2 11 15 7 - 33
Planmäßige Abschreibungen - 181 166 53 - 400
Wertminderungsaufwand 27 - 86 1 - 87
Wertaufholungen - - - - - -
Abgänge aus Unternehmensverkäufen - - -3 -12 - -15
Sonstige Abgänge - -111 -44 -16 - -171
Umgliederungen gemäß IFRS 5 - - -58 -4 - -62
Umbuchungen und sonstige Veränderungen 1 33 -4 41 - 70
Stand 31.12.2019 521 1.738 1.410 1.031 - 4.179
Buchwert am 31.12.2019 8.537 1.421 892 94 29 2.436
Buchwert am 31.12.2018 8.427 1.439 1.043 94 14 2.590
in Mio. € Gesamt
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Stand 1.1.2018 14.366
Umrechnungsdifferenzen 135
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse 730
Sonstige Zugänge 297
Abgänge aus Unternehmensverkäufen -121
Sonstige Abgänge -98
Umgliederungen gemäß IFRS 5 -29
Umbuchungen und sonstige Veränderungen 65
Stand 31.12.2018 15.345
Umrechnungsdifferenzen 141
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse 285
Sonstige Zugänge 315
Abgänge aus Unternehmensverkäufen -168
Sonstige Abgänge -176
Umgliederungen gemäß IFRS 5 -146
Umbuchungen und sonstige Veränderungen 77
Stand 31.12.2019 15.673
Kumulierte Abschreibungen
Stand 1.1.2018 3.804
Umrechnungsdifferenzen 41
Planmäßige Abschreibungen 393
Wertminderungsaufwand 180
Wertaufholungen -3
Abgänge aus Unternehmensverkäufen -42
Sonstige Abgänge -80
Umgliederungen gemäß IFRS 5 -10
Umbuchungen und sonstige Veränderungen 45
Stand 31.12.2018 4.328
Umrechnungsdifferenzen 35
Planmäßige Abschreibungen 400
Wertminderungsaufwand 114
Wertaufholungen -
Abgänge aus Unternehmensverkäufen -15
Sonstige Abgänge -171
Umgliederungen gemäß IFRS 5 -62
Umbuchungen und sonstige Veränderungen 71
Stand 31.12.2019 4.700
Buchwert am 31.12.2019 10.973
Buchwert am 31.12.2018 11.017

In den sonstigen Rechten und Lizenzen sind Markenrechte, Verlagsrechte, erworbene Kundenbeziehungen sowie erworbene Software und sonstige Lizenzen enthalten. Im Geschäftsjahr erwarb BMG Musikkataloge für 49 Mio. €, davon entfielen 21 Mio. € auf diverse Musikkataloge in Großbritannien, 15 Mio. € auf diverse Musikkataloge in den USA und 11 Mio. € auf diverse Musikkataloge in Deutschland. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte umfassen hauptsächlich eigene Film- und TV-Produktionen sowie selbst erstellte Software. Wie im Vorjahr waren zum Bilanzstichtag keine immateriellen Vermögenswerte verfügungsbeschränkt.

Im Geschäftsjahr 2019 wurde aufgrund des Wegfalls eines wichtigen Kunden innerhalb der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Education Services eine Wertminderung in Höhe von 74 Mio. € auf die als immateriellen Vermögenswert erfassten Kundenbeziehungen vorgenommen.

Die Geschäfts- oder Firmenwerte und die sonstigen immateriellen Vermögenswerte lassen sich folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zuordnen:

Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer nach zahlungsmittelgenerierenden Einheiten

Geschäfts- oder Firmenwerte Sonstige immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer
in Mio. € 31.12.2019 31.12.2018 31.12.2019 31.12.2018
RTL Group 5.216 5.043 127 127
RTL Group, Konzernebene 2.123 2.123 - -
Fremantle 1.047 1.050 - -
Television Germany 968 936 - -
Groupe M6 662 510 127 127
RTL Nederland 159 159 - -
SpotX 126 123 - -
StyleHaul - - - -
Sonstige 131 142 - -
Penguin Random House 1.009 952 - -
Penguin Random House Venture 959 904 - -
Random House Deutschland 50 48 - -
Gruner + Jahr 436 479 - -
Zeitschriften- und Digitalgeschäft Deutschland 290 334 - -
Zeitschriften- und Digitalgeschäft International 129 129 - -
Zeitungen 17 16 - -
BMG 364 361 - -
Arvato 543 535 - -
Financial Solutions 420 419 - -
Sonstige 123 116 - -
Bertelsmann Printing Group 40 40 - -
Print USA 23 23 - -
Sonstige 17 17 - -
Bertelsmann Education Group 921 1.008 - -
Online Learning 889 872 - -
Education Services 26 51 - -
Sonstige 6 84 - -
Bertelsmann Investments 9 9 - -
8.537 8.427 127 127

Die immateriellen Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer betreffen im Wesentlichen die Markenrechte der Groupe M6 in Frankreich (120 Mio. €, Vj.: 120 Mio. €). Bei der Bestimmung, dass die M6-Markenrechte eine unbegrenzte Nutzungsdauer haben, hat das Management unterschiedliche Faktoren berücksichtigt, wie die vergangene und erwartete Dauerhaftigkeit der Marke, den Einfluss möglicher Veränderungen von Übertragungstechnologien, den Einfluss möglicher Entwicklungen des regulatorischen Umfelds innerhalb der französischen Fernsehindustrie, die aktuellen und erwarteten Zuschaueranteile der M6-Sender und die Strategie des Managements zum Erhalt und zur Stärkung der Handelsmarke "M6". Basierend auf einer Analyse dieser Faktoren bestehen zum 31. Dezember 2019 keine Begrenzungen in Bezug auf den Zeitraum, für den erwartet wird, dass die Marke M6 Cashflows generiert.

Geschäfts- oder Firmenwerte aus Unternehmenszusammenschlüssen werden im Rahmen der Werthaltigkeitstests nach IAS 36 auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verteilt, die voraussichtlich von den Synergien des Zusammenschlusses profitieren. Der erzielbare Betrag für den Werthaltigkeitstest des auf Konzernebene erfassten Geschäfts- oder Firmenwerts der RTL Group wurde anhand des Marktpreises ermittelt, der Stufe 1 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen ist. Zum 31. Dezember 2019 betrug der Marktpreis für Aktien der RTL Group S.A. an der Frankfurter Börse 43,98 € (Vj.: 46,70 €). Eine Wertminderung des bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerts wurde nicht identifiziert. Zusätzlich wurde der Nutzungswert mittels eines Discounted-Cashflow-Verfahrens (Level 3) basierend auf einem WACC von 5,8 Prozent (Vj.: 5,8 Prozent) und einer langfristigen Wachstumsrate von 0,5 Prozent (Vj.: 1,0 Prozent) berechnet. Der ermittelte Nutzungswert überstieg den aus dem Börsenkurs ermittelten beizulegenden Zeitwert. Ebenfalls wurde der erzielbare Betrag für den Werthaltigkeitstest des Geschäfts- oder Firmenwerts der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Groupe M6 anhand des Marktpreises ermittelt, der Stufe 1 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen ist. Zum 31. Dezember 2019 betrug der Marktpreis für Métropole-Télévision-Aktien an der Pariser Börse 16,78 € (Vj.: 14,04 €). Eine Wertminderung des bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerts wurde nicht identifiziert.

Zusätzlich wurde der Nutzungswert mittels eines Discounted-Cashflow-Verfahrens (Level 3) basierend auf einem WACC von 5,9 Prozent (Vj.: 6,2 Prozent) und einer langfristigen Wachstumsrate von 0,0 Prozent (Vj.: 0,7 Prozent) berechnet. Der ermittelte Nutzungswert überstieg den aus dem Börsenkurs ermittelten beizulegenden Zeitwert.

Für die übrigen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten entspricht der erzielbare Betrag dem beizulegenden Zeitwert, der aus diskontierten Zahlungsmittelreihen abzüglich Kosten der Veräußerung abgeleitet wird und der Stufe 3 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen ist. Die prognostizierten Cashflows wurden den unternehmensinternen Planungen, die drei Detailperioden umfassen, entnommen und wurden in der Regel um zwei weitere Detailplanungsperioden ergänzt. Die über die Detailplanung hinausgehenden Perioden wurden durch eine ewige Rente unter Berücksichtigung individueller geschäftsspezifischer Wachstumsraten abgebildet.

Die den Werthaltigkeitstests der einzelnen, wesentliche Geschäfts- oder Firmenwerte tragenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugrunde liegenden Cashflow-Prognosen basieren auf den folgenden Annahmen bezüglich der Marktentwicklung für den Beginn des Detailplanungszeitraums:

Für das Jahr 2020 wird eine insgesamt stabile Entwicklung der europäischen TV-Werbemärkte und ein starkes Wachstum der Streaming-Märkte in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden erwartet.

Bei den Buchmärkten wird mit einer insgesamt stabilen Entwicklung gerechnet.

Im Zeitschriftengeschäft werden für 2020 anhaltend starke Rückgänge der Printanzeigenmärkte in Deutschland und Frankreich sowie ein moderater Rückgang des Vertriebsmarktes in Deutschland und ein deutlicher Rückgang in Frankreich erwartet, während auf dem Digitalmarkt in Deutschland und Frankreich mit einem fortgesetzt starken Wachstum gerechnet wird.

Für das Jahr 2020 wird ein anhaltend moderates Wachstum des weltweiten Musikmarkts in dem Marktsegment Verlagsrechte erwartet. Für das Marktsegment Recordingrechte wird mit einem deutlichen Wachstum gerechnet.

Die Dienstleistungsmärkte werden 2020 voraussichtlich ein moderates Wachstum zeigen.

Der Tiefdruckmarkt in Europa entwickelt sich 2020 voraussichtlich weiterhin stark rückläufig. Für den Offsetmarkt in Europa wird eine fortgesetzt moderat rückläufige Entwicklung und für den Buchdruckmarkt in Nordamerika ebenfalls eine fortgesetzt moderat rückläufige Entwicklung erwartet.

Für die relevanten US-amerikanischen Bildungsmärkte wird insgesamt mit einem anhaltend moderaten bis starken Wachstum gerechnet.

Der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts auf Basis der diskontierten Zahlungsmittelreihen wurden darüber hinaus für die über die Detailplanung hinausgehenden Perioden folgende individuelle geschäftsspezifische Wachstumsraten sowie Diskontierungssätze zugrunde gelegt:

Übersicht der Wachstumsraten und Abzinsungssätze

Wachstumsrate in % pro Jahr Abzinsungssatz in % pro Jahr
31.12.2019 31.12.2018 31.12.2019 31.12.2018
RTL Group
Fremantle 1,8 1,8 7,6 7,1
Television Germany 0,5 1,0 5,6 5,8
RTL Nederland 0,0 1,0 5,4 5,8
SpotX 2,0 2,0 10,1 10,1
StyleHaul - - - 27,5
Sonstige 0,0-2,0 0,0-2,0 5,7-10,6 6,4-11,8
Penguin Random House
Penguin Random House Venture 0,5 0,5 8,1 9,6
Random House Deutschland 0,5 0,5 6,5 7,2
Gruner + Jahr
Zeitschriften- und Digitalgeschäft Deutschland 0,0 0,0 5,8 5,5
Zeitschriften- und Digitalgeschäft International 0,0 0,0 6,1 5,8
Zeitungen 0,0 0,0 5,8 6,3
BMG 2,0 2,0 6,1 6,0
Arvato
Financial Solutions 1,0 1,0 5,6 6,3
Sonstige 1,0 1,0 7,4-9,4 6,4-8,2
Bertelsmann Printing Group
Print USA 0,0 0,0 7,4 8,8
Sonstige 0,0 0,0 5,3-6,0 5,5-6,8
Bertelsmann Education Group
Online Learning 2,5 2,5 8,9 10,6
Education Services 1,0 1,0 9,0 11,4
Sonstige 2,0 2,0 9,1 10,6-11,7
Bertelsmann Investments 4,0 5,0 13,7 18,0

Im Geschäftsjahr 2019 betrug der Wertminderungsaufwand auf Geschäfts- oder Firmenwerte 27 Mio. € (Vj.: 173 Mio. €). Der Ausweis von Wertminderungsaufwendungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte und auf sonstige immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer erfolgt in der Gewinn- und Verlustrechnung in dem Posten "Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen und Nutzungsrechte".

Der Wertminderungsaufwand entfällt in voller Höhe auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit Education Services. Aufgrund des Wegfalls eines wichtigen Kunden wurden die Cashflow-Prognosen angepasst und der erzielbare Betrag in Höhe von 102 Mio. € lag unterhalb des Buchwerts. Der Bemessung des Wertminderungsaufwands lagen folgende Annahmen zugrunde: Der Abzinsungssatz betrug 9,0 Prozent (Vj.: 11,4 Prozent) und die langfristige Wachstumsrate 1,0 Prozent (Vj.: 1,0 Prozent).

Die Werthaltigkeit der weiteren wesentlichen ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwerte war auch bei einer Variation jeweils eines der beiden bedeutendsten Einflussfaktoren Abzinsungssatz (Erhöhung um 1,0 Prozentpunkte) und langfristige Wachstumsrate (Verminderung um 1,0 Prozentpunkte) gegeben.

10 Sachanlagen und Nutzungsrechte

Mit der Erstanwendung des IFRS 16 werden Nutzungsrechte aus angemieteten Sachanlagen aktiviert. Der Bilanzposten "Sachanlagen und Nutzungsrechte" setzt sich somit aus im Eigentum des Bertelsmann-Konzern befindlichen Sachanlagen und Nutzungsrechten aus angemieteten Sachanlagen zusammen.

Sachanlagen und Nutzungsrechte

in Mio. € 2019
Im Eigentum befindliche Sachanlagen 1.654
Nutzungsrechte aus angemieteten Sachanlagen 1.281
2.935

Sachanlagen

in Mio. € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Stand 1.1.2018 1.910 2.453 1.372 55 5.790
Umrechnungsdifferenzen 2 9 3 1 15
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse - - 3 - 3
Sonstige Zugänge 36 55 118 114 323
Abgänge aus Unternehmensverkäufen -14 -12 -18 -1 -45
Sonstige Abgänge -43 -92 -150 -1 -286
Umgliederungen gemäß IFRS 5 - - -2 - -2
Umbuchungen und sonstige Veränderungen 32 44 22 -88 10
Stand 31.12.2018 1.923 2.457 1.348 80 5.808
Anpassung -80 -3 -9 - -92
Stand 1.1.2019 11 1.843 2.454 1.339 80 5.716
Umrechnungsdifferenzen 10 17 9 1 37
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse - 2 5 - 7
Sonstige Zugänge 33 49 152 93 327
Abgänge aus Unternehmensverkäufen - - -4 - -4
Sonstige Abgänge -32 -91 -95 -2 -220
Umgliederungen gemäß IFRS 5 -47 - -19 - -66
Umbuchungen und sonstige Veränderungen 17 47 37 -104 -3
Stand 31.12.2019 1.824 2.478 1.424 68 5.794
Kumulierte Abschreibungen
Stand 1.1.2018 1.028 2.124 980 - 4.132
Umrechnungsdifferenzen 2 8 3 - 13
Planmäßige Abschreibungen 56 80 135 - 271
Wertminderungsaufwand - 3 3 - 6
Wertaufholungen - - - - -
Abgänge aus Unternehmensverkäufen -7 -8 -11 - -26
Sonstige Abgänge -31 -91 -144 - -266
Umgliederungen gemäß IFRS 5 - - -1 - -1
Umbuchungen und sonstige Veränderungen 2 9 -2 - 9
Stand 31.12.2018 1.050 2.125 963 - 4.138
Anpassung -50 -2 -5 - -57
Stand 1.1.2019 11 1.000 2.123 958 - 4.081
Umrechnungsdifferenzen 6 15 7 - 28
Planmäßige Abschreibungen 54 80 135 - 269
Wertminderungsaufwand 1 8 2 - 11
Wertaufholungen - - - - -
Abgänge aus Unternehmensverkäufen - - -3 - -3
Sonstige Abgänge -27 -87 -90 - -204
Umgliederungen gemäß IFRS 5 -28 - -16 - -44
Umbuchungen und sonstige Veränderungen - 1 1 - 2
Stand 31.12.2019 1.006 2.140 994 - 4.140
Buchwert am 31.12.2019 818 338 430 68 1.654
Buchwert am 31.12.2018 873 332 385 80 1.670

1) Die Anpassungen resultieren aus der erstmaligen Anwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16 "Leasingverhältnisse" zum 1. Januar 2019. Die Vergleichszahlen der Vorjahresperiode wurden in Übereinstimmung mit den Übergangsvorschriften nach IFRS 16 nicht angepasst.

Zum Bilanzstichtag waren Sachanlagen in Höhe von 10 Mio. € (Vj.: 14 Mio. €) verfügungsbeschränkt. Insgesamt wurde für Sachanlagen ein Wertminderungsaufwand in Höhe von 11 Mio. € (Vj.: 6 Mio. €) erfasst.

Nutzungsrechte

Die Leasingverhältnisse betreffen in weit überwiegendem Umfang Mietimmobilien in den Unternehmensbereichen RTL Group, Penguin Random House und Arvato. Darüber hinaus existieren Leasingverhältnisse über technische Anlagen und Maschinen, Fahrzeuge und sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die bestehenden Mietverträge haben unterschiedliche Laufzeiten und eine Reihe von Immobilienverträgen enthalten Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen, um dem Konzern eine maximale betriebliche Flexibilität in Bezug auf die genutzten Vermögenswerte zu erhalten.

Erläuterungen zu den korrespondierenden Leasingverbindlichkeiten finden sich unter Textziffer 22 "Leasingverbindlichkeiten".

Die folgende Tabelle zeigt die Abschreibungen und Wertminderungen, Zugänge sowie sonstigen Veränderungen der Nutzungsrechte im Geschäftsjahr 2019 sowie die Buchwerte der Nutzungsrechte aus angemieteten Sachanlagen zum 31. Dezember 2019:

Veränderung der Nutzungsrechte

in Mio. € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Gesamt
Buchwert angemieteter Sachanlagen am 1.1.2019 1.199 10 36 1.245
Zugänge 257 3 20 280
Abschreibungen und Wertminderungen -234 -4 -19 -257
Sonstige Veränderungen 18 -3 -2 13
Buchwert angemieteter Sachanlagen am 31.12.2019 1.240 6 35 1.281

Im Geschäftsjahr 2018 wurden Finanzierungsleasingverhältnisse, die insbesondere aus langfristigen Verträgen für Büroimmobilien resultierten, gemäß IAS 17 für folgende Vermögenswerte erfasst:

in Mio. € Anschaffungskosten Nettobuchwert
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 80 30
Technische Anlagen und Maschinen 3 1
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 9 4
92 35

11 Anteile an anderen Unternehmen Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen

Aus Sicht des Bertelsmann-Konzerns entfallen wesentliche nicht beherrschende Anteile auf die Firmengruppe RTL Group, die Verlagsgruppe Penguin Random House sowie das Unternehmen Majorel. Die Beteiligungsquote nicht beherrschender Anteilseigner an der RTL Group mit Sitz in Luxemburg beträgt nach Berücksichtigung eigener Anteile 24,0 Prozent (Vj.: 24,3 Prozent). Bei der RTL Group selbst entfallen wesentliche nicht beherrschende Anteile auf das Tochterunternehmen Groupe M6 mit Sitz in Paris, Frankreich. Der Bertelsmann-Konzern ist mit einem Anteil von 48,4 Prozent (Vj.: 48,3 Prozent) an Groupe M6 beteiligt. Von den nicht beherrschenden Anteilen der RTL Group entfallen auf Groupe M6 496 Mio. € (Vj.: 470 Mio. €). Die durch den Zusammenschluss von Random House und Penguin zum 1. Juli 2013 entstandene Verlagsgruppe Penguin Random House besteht aus den beiden rechtlichen Gruppen Penguin Random House LLC mit Sitz in Wilmington, Delaware, USA, die sämtliche Verlagseinheiten in den USA bündelt, sowie Penguin Random House Limited mit Sitz in London, Großbritannien, die alle weiteren Verlagseinheiten umfasst. Um den wirtschaftlichen Gehalt der Beteiligung des Bertelsmann-Konzerns an den beiden Gruppen besser widerzuspiegeln, werden beide Gruppen als eine Einheit betrachtet. Im Oktober 2017 übernahm Bertelsmann zusätzlich zu den bis dahin 53 Prozent an Penguin Random House weitere 22 Prozent der Anteile an der Buchverlagsgruppe von dem britischen Medien- und Bildungsunternehmen Pearson. Die übrigen Anteile verblieben bei Pearson. Im Dezember 2019 gab Bertelsmann die vollständige Übernahme der Publikumsverlagsgruppe Penguin Random House bekannt. Bertelsmann erwirbt dafür die restlichen 25 Prozent der Anteile von dem britischen Mitgesellschafter Pearson und stockt seine Beteiligung somit auf 100 Prozent auf. Der Kaufpreis für das Anteilspaket liegt bei 675 Mio. US-Dollar. Die Anteilsübernahme steht unter dem Vorbehalt der notwendigen behördlichen Freigaben. Der Vollzug der Transaktion wird ab dem zweiten Quartal 2020 erwartet. Die deutsche Verlagsgruppe Random House, die bereits vollständig von Bertelsmann gehalten wird, wird nach den kartellrechtlichen Freigaben ebenfalls Teil von Penguin Random House. Im Zuge der vollständigen Integration erwartet der Bertelsmann-Konzern eine Realisierung von wertsteigernden Synergien. Die Transaktion wird in Übereinstimmung mit IFRS 10 als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Die Beteiligungsquote nicht beherrschender Anteilseigner an der Verlagsgruppe Penguin Random House beträgt zum 31. Dezember 2019 25 Prozent (Vj.: 25 Prozent).

Veränderung des Eigenkapitals der Bertelsmann-Aktionäre

Im Januar 2019 erfolgte die Zusammenlegung der Customer-Relationship-Management-Geschäfte von Bertelsmann (Arvato CRM) und der marokkanischen Saham Group zum neuen CRM-Unternehmen Majorel mit Sitz in Luxemburg. Beide Partner halten je 50 Prozent der Anteile an Majorel, das zu den Marktführern in Europa, Afrika und dem Nahen Osten gehört, verbunden mit einer starken Präsenz in Amerika und Asien. Für Bertelsmann ermöglicht der Zusammenschluss einen Zugang zu den Wachstumsmärkten des afrikanischen Kontinents. Bertelsmann verfügt über eine Mehrheit in relevanten Entscheidungsgremien und sich daraus ergebende Entscheidungsbefugnisse über die maßgeblichen Aktivitäten des Unternehmens Majorel und bezieht es als Tochterunternehmen in den Konzernabschluss ein. Im Rahmen der Transaktion leistete die Saham Group neben ihren eingebrachten CRM-Geschäften eine Zahlung als Wertausgleich in Höhe von 100 Mio. €. Die Transaktion wurde in Übereinstimmung mit IFRS 10 als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Die Differenz zwischen der erhaltenen Gegenleistung in Höhe von insgesamt 125 Mio. € und dem auf die abgehenden Anteile an Arvato-CRM-Geschäften entfallenden Buchwert in Höhe von 105 Mio. € wurde im Aktionärseigenkapital erfasst.

in Mio. € Veränderung des Eigenkapitals der Bertelsmann-Aktionäre
Beizulegender Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung (inklusive Wertausgleich) 125
Abgehende Anteile an Arvato-CRM-Geschäften -105
Erhöhung des Eigenkapitals der Bertelsmann-Aktionäre 20
- davon Erhöhung der übrigen Gewinnrücklagen 12
- davon Erhöhung der Rücklage für Umrechnungsdifferenzen 8

Die Einbringung der CRM-Geschäfte durch die Saham Group wurde im Bertelsmann-Konzernabschluss als ein Unternehmenszusammenschluss im Sinne von IFRS 3 erfasst. In diesem Zusammenhang wurden 13 Mio. €, die auf nicht beherrschende Anteile der von der Saham Group eingebrachten Geschäfte entfallen, unter den übrigen Eigenkapitalveränderungen ausgewiesen.

Die folgende Tabelle zeigt zusammenfassende Finanzinformationen für die RTL Group, Penguin Random House und Majorel inklusive der Beteiligungen an deren Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen. Die aufgeführten Informationen beziehen sich auf die Beträge vor konzerninternen Eliminierungen.

Finanzinformationen für Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen

RTL Group Penguin Random House Majorel
in Mio. € 31.12.2019 31.12.2018 31.12.2019 31.12.2018 31.12.2019
Langfristige Vermögenswerte 7.050 6.530 2.297 1.838 245
Kurzfristige Vermögenswerte 4.013 3.907 2.276 2.080 479
Langfristige Schulden 1.677 1.290 1.514 1.132 144
Kurzfristige Schulden 3.457 3.482 1.759 1.700 342
Eigenkapital Bertelsmann-Aktionäre 4.696 4.506 1.080 924 117
Nicht beherrschende Anteile 1.233 1.159 220 162 121
in Mio. € 2019 2018 2019 2018 2019
Umsatzerlöse 6.651 6.505 3.329 3.134 1.211
Ergebnis 856 789 321 313 15
- davon nicht beherrschende Anteilseigner 289 279 81 78 8
Gesamtergebnis 845 829 318 348 3
- davon nicht beherrschende Anteilseigner 285 290 78 84 2
Dividenden an nicht beherrschende Anteilseigner 184 219 67 134 -
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 1.077 861 508 352 50
Cashflow aus Investitionstätigkeit -359 -78 -118 -26 -106
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -759 -626 -397 -517 -36
Zunahme/Abnahme von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten -41 157 -7 -191 -92

Anteile an at-equity bilanzierten Beteiligungen

Die Anteile an at-equity bilanzierten Beteiligungen entfallen in Höhe von 33 Mio. € (Vj.: 40 Mio. €) auf Gemeinschaftsunternehmen und in Höhe von 619 Mio. € (Vj.: 618 Mio. €) auf assoziierte Unternehmen.

Anteile an Gemeinschaftsunternehmen

Zum 31. Dezember 2019 wurden Anteile an 22 (Vj.: 25) einzeln betrachtet unwesentlichen Gemeinschaftsunternehmen im Konzernabschluss bilanziert. Die nachfolgende Tabelle zeigt zusammenfassende Finanzinformationen zu diesen Gemeinschaftsunternehmen, wobei die Angaben jeweils den Anteil des Bertelsmann-Konzerns darstellen.

Finanzinformationen einzeln betrachtet unwesentlicher Gemeinschaftsunternehmen

in Mio. € 31.12.2019 31.12.2018
Langfristige Vermögenswerte 37 51
Kurzfristige Vermögenswerte 69 57
Langfristige Schulden 9 9
Kurzfristige Schulden 58 54
in Mio. € 2019 2018
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten 27 27
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten - -
Sonstiges Ergebnis - -
Gesamtergebnis 27 27

Anteile an assoziierten Unternehmen

Zum 31. Dezember 2019 wurden Anteile an 50 (Vj.: 48) assoziierten Unternehmen im Konzernabschluss bilanziert. Die Beteiligung der RTL Group an Atresmedia mit Sitz in San Sebastián de los Reyes, Spanien, ist wie im Vorjahr einzeln betrachtet wesentlich für den Konzern. Zum 31. Dezember 2019 beträgt die Quote unter Berücksichtigung eigener Anteile 18,7 Prozent (Vj.: 18,7 Prozent). Zum 31. Dezember 2019 betrug der Börsenwert von Atresmedia, die an der Madrider Börse gelistet ist, 786 Mio. € (Vj.: 985 Mio. €). Der anteilige beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten, der der Fair-Value-Bewertung der Stufe 1 zuzuordnen ist, belief sich zum 31. Dezember 2019 auf 139 Mio. € (Vj.: 174 Mio. €). Das Management ist der Ansicht, dass der aktuelle Aktienkurs von Atresmedia nicht das Ertragspotenzial des Unternehmens widerspiegelt, von dem erwartet wird, dass es neue digitale und plattformgebundene Einnahmequellen sowie weitere Möglichkeiten zur Nutzung von Inhalten und Kanälen erschließen wird. Daher basiert der erzielbare Betrag von Atresmedia zum 31. Dezember 2019 auf dem Nutzungswert, der auf der Grundlage eines Discounted-Cashflow-Modells ermittelt wurde. Der weitere Rückgang des Aktienkurses, die Entwicklung des spanischen TV-Werbemarktes, der Rückgang des Konsums von linearem Fernsehen und der operative Geschäftsverlauf waren Anlass für die Durchführung eines Werthaltigkeitstests zum 31. Dezember 2019. Die Annahmen, die im Rahmen der Bewertung zum 31. Dezember 2019 herangezogen wurden, berücksichtigen die folgenden Risiken, die zu einer signifikanten Verringerung der nachhaltigen EBITDA-Marge im Vergleich zu früheren Finanzprognosen führen: anhaltend herausforderndes wirtschaftliches Umfeld in Spanien verbunden mit einer Zunahme des Wettbewerbs bei gleichzeitig anhaltender Abhängigkeit vom linearen Fernsehen. Diese Abhängigkeit besteht weiterhin ungeachtet vielversprechender Entwicklungen des Inhalte- und Streaming-Geschäftes. Die aktuelle Bewertung führte zum 31. Dezember 2019 zu einem Wertminderungsaufwand in Höhe von 50 Mio. €. Der Buchwert nach Wertminderung beträgt zum 31. Dezember 2019 198 Mio. €. Der Bemessung des Wertminderungsaufwands lagen folgende Annahmen zugrunde: Der Abzinsungssatz betrug 9,3 Prozent (31. Dezember 2018: 8,4 Prozent) und die langfristige Wachstumsrate 0,0 Prozent (31. Dezember 2018: 1,0 Prozent).

Die folgende Tabelle zeigt zusammenfassende Finanzinformationen zu Atresmedia. Bei den dargestellten Informationen handelt es sich um die im Abschluss von Atresmedia dargestellten Beträge, zuzüglich der im Rahmen der Durchführung der Equity-Methode vorgenommenen Anpassungen, und nicht um den Anteil des Bertelsmann-Konzerns.

Finanzinformationen einzeln betrachtet wesentlicher assoziierter Unternehmen

Atresmedia
in Mio. € |31.12.2019 31.12.2018
Langfristige Vermögenswerte 583 609
Kurzfristige Vermögenswerte 699 750
Langfristige Schulden 356 345
Kurzfristige Schulden 486 593
Eigenkapital 440 421
in Mio. € 2019 2018
Umsatzerlöse 1.039 1.042
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten 120 88
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten - -
Sonstiges Ergebnis - -
Gesamtergebnis 120 88
Vom assoziierten Unternehmen erhaltene Dividende 19 21

Die Überleitung von den dargestellten zusammenfassenden Finanzinformationen zum Buchwert der Beteiligung an Atresmedia im Konzernabschluss zeigt folgende Tabelle:

Überleitung zum Buchwert

in Mio. € 31.12.2019 31.12.2018
Eigenkapital 440 421
Anteiliges Eigenkapital 82 79
Geschäfts- oder Firmenwerte 166 166
Wertminderungen auf at-equity bilanzierte Beteiligungen -50 -
Buchwert 198 245

Die nachfolgende Tabelle zeigt zusammenfassende Finanzinformationen zu den einzeln betrachtet unwesentlichen assoziierten Unternehmen, wobei die Angaben jeweils den Anteil des Bertelsmann-Konzerns darstellen.

Finanzinformationen einzeln betrachtet unwesentlicher assoziierter Unternehmen

in Mio. € 31.12.2019 31.12.2018
Langfristige Vermögenswerte 390 414
Kurzfristige Vermögenswerte 179 205
Langfristige Schulden 55 48
Kurzfristige Schulden 120 168
in Mio. € 2019 2018
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten 75 14
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten - -
Sonstiges Ergebnis -4 -1
Gesamtergebnis 71 13

Die Summe der Buchwerte der Anteile der einzeln betrachtet unwesentlichen assoziierten Unternehmen beträgt zum 31. Dezember 2019 421 Mio. € (Vj.: 373 Mio. €). Davon entfallen auf die Beteiligung an der Online-Weiterbildungsplattform Udacity 104 Mio. € (Vj.: 108 Mio. €). Obwohl der Anteil an Udacity mit 19,0 Prozent (Vj.: 19,1 Prozent) weniger als 20 Prozent beträgt, übt der Bertelsmann-Konzern aufgrund der Präsenz Im Board of Directors maßgeblichen Einfluss auf Udacity aus. Im Geschäftsjahr 2019 entfiel auf Udacity ein anteiliges Ergebnis In Höhe von -6 Mio. € (Vj.: -10 Mio. €). Für die Beteiligung wurde zum 31. Dezember 2019 ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Unter Berücksichtigung der aktuell angestrebten Wachstumsziele war für Udacity keine Wertminderung zu erfassen. Bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um 1,6 Prozentpunkte und einer Verminderung der langfristigen Wachstumsrate um 2,2 Prozentpunkte unterschreitet der erzielbare Betrag den Buchwert.

Weitere 124 Mio. € (Vj.: 96 Mio. €) der Summe der Buchwerte der Anteile der einzeln betrachtet unwesentlichen assoziierten Unternehmen entfallen auf die drei University Ventures Funds, die Investitionen in wachstumsstarke Unternehmen im Bildungssektor tätigen. An diesen Fonds hält Bertelsmann zwischen 47,3 Prozent und 100 Prozent der Kapitalanteile. Da das operative Management und insbesondere die Investitionsentscheidungen bei den jeweiligen Fondsmanagern liegen, liegt trotz einer Beteiligungsquote von teilweise mehr als 50 Prozent keine Kontrolle im Sinne des IFRS 10 vor, sondern nur jeweils ein maßgeblicher Einfluss.

Ergebnis aus at-equity bilanzierten Beteiligungen

in Mio. € 2019 2018
Erträge aus at-equity bilanzierten Beteiligungen 139 92
- Gemeinschaftsunternehmen 29 29
- Assoziierte Unternehmen 110 63
Verluste aus at-equity bilanzierten Beteiligungen -15 -35
- Gemeinschaftsunternehmen -2 -2
- Assoziierte Unternehmen -13 -33
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Beteiligungen 124 57
- Gemeinschaftsunternehmen 27 27
- Assoziierte Unternehmen 97 30

Die von at-equity bilanzierten Beteiligungen erhaltenen Dividenden betrugen im Geschäftsjahr 2019 85 Mio. € (Vj.: 86 Mio. €).

12 Minderheitsbeteiligungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte

Kurzfristig Langfristig
in Mio. € 31.12.2019 31.12.2018 31.12.2019 31.12.2018
Ausleihungen 22 23 86 55
Fund of Fund Investments - - 317 173
Minderheitsbeteiligungen in Start-ups - - 705 685
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 3 - 190 211
Derivative Finanzinstrumente 38 48 22 19
63 71 1.320 1.143

Der Posten "Minderheitsbeteiligungen in Start-ups" enthält Minderheitsbeteiligungen, die der Unternehmensbereich Bertelsmann Investments erwirbt. Für die Ermittlung ihrer beizulegenden Zeitwerte wird bei den börsennotierten Beteiligungen auf ihre Marktpreise und bei den nicht börsennotierten Beteiligungen, wenn möglich, auf beobachtbare erzielbare Preise der zuletzt durchgeführten qualifizierten Finanzierungsrunden, die Mindestanforderungen in Bezug auf Volumen und Teilnehmerkreis erfüllen, unter Berücksichtigung des Lebens- und Entwicklungszyklus des Unternehmens zurückgegriffen. Auch die Fund of Fund Investments, die ebenfalls der Unternehmensbereich Bertelsmann Investments hält, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Der Ermittlung ihrer beizulegenden Zeitwerte liegen Bewertungen des externen Managements gemäß regelmäßigen Berichterstattungen unter Berücksichtigung eines Fungibilitätsabschlags zugrunde. Die aus Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts resultierenden Gewinne und Verluste sowohl der Minderheitsbeteiligungen in Start-ups als auch der Fund of Fund Investments werden innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge im Posten "Bewertung von Beteiligungen zum beizulegenden Zeitwert" erfasst. In der Berichtsperiode betrugen die ergebniswirksamen Wertänderungen der vom Unternehmensbereich Bertelsmann Investments gehaltenen Finanzinstrumente 128 Mio. € (Vj.: 152 Mio. €).

Das durch IFRS 9 eingeräumte Wahlrecht zur erfolgsneutralen Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert übt Bertelsmann überwiegend für einzelne unwesentliche Beteiligungen und Beteiligungen an verbundenen Unternehmen aus und erfasst diese im Posten "Sonstige finanzielle Vermögenswerte".

Zum Bilanzstichtag waren finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 42 Mio. € (Vj.: 32 Mio. €) verfügungsbeschränkt.

13 Vorräte

in Mio. € 31.12.2019 31.12.2018
Programmrechte 1.074 1.095
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 103 118
Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 104 102
Fertige Erzeugnisse und Waren 311 277
Geleistete Anzahlungen 153 143
1.745 1.735

Im Geschäftsjahr 2019 wurden Abwertungen auf Vorräte in Höhe von -134 Mio. € (Vj.: -147 Mio. €) vorgenommen. Außerdem ergaben sich Zuschreibungen auf Vorräte in Höhe von 101 Mio. € (Vj.: 102 Mio. €). Diese sind sowohl auf ausstrahlungsbedingte Faktoren bei Programmrechten als auch auf gestiegene Preise auf einigen Märkten zurückzuführen. Wie im Vorjahr waren zum Bilanzstichtag keine Vorräte verfügungsbeschränkt.

Der in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste ausstrahlungsbedingte Verbrauch für Programmrechte betrug im Geschäftsjahr 2019 2.222 Mio. € (Vj.: 2.120 Mio. €). Für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden Aufwendungen in Höhe von 939 Mio. € (Vj.: 954 Mio. €) und für Waren in Höhe von 170 Mio. € (Vj.: 214 Mio. €) erfasst. Die Bestandsveränderungen aus unfertigen und fertigen Erzeugnissen betrugen 66 Mio. € (Vj.: 70 Mio. €). Zusätzlich wurden andere aktivierte Eigenleistungen in Höhe von 62 Mio. € (Vj.: 49 Mio. €) erfasst.

14 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

in Mio. € 31.12.2019 31.12.2018
Langfristig
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 45 28
Vertragsvermögenswerte - -
Sonstige Forderungen 44 31
Kurzfristig
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.698 3.692
Vertragsvermögenswerte 40 34
Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen 30 28
Sonstige Forderungen 755 689

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind in der Regel innerhalb von zwölf Monaten zur Zahlung fällig. Der Posten "Vertragsvermögenswerte" bezieht sich gemäß IFRS 15 auf den bedingten Anspruch auf eine Gegenleistung für die vollständige Erfüllung vertraglicher Leistungen. Zum 1. Januar 2018 belief sich dieser Posten auf 33 Mio. €. In dem Posten "Sonstige Forderungen" sind unter anderem Forderungen in Höhe von 458 Mio. € (Vj.: 379 Mio. €) der Geschäftseinheit Arvato Financial Solutions enthalten, die im Rahmen des Forderungsmanagements-Dienstleistungsangebots bilanziert wurden. Darüber hinaus werden in diesem Posten Forderungen in Höhe von 92 Mio. € (Vj.: 103 Mio. €) ausgewiesen, die im Zusammenhang mit verkauften Forderungen stehen, die Arvato Financial Solutions im Rahmen des Serviceangebotes zur Durchführung von Finanzdienstleistungen von Dritten erworben und weiterveräußert hat.

15 Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte

in Mio. € 31.12.2019 31.12.2018
Langfristig
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 922 851
Kurzfristig
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 1.092 1.002
- Geleistete Anzahlungen 556 489
- Rechnungsabgrenzungsposten 196 224
- Sonstige Steuerforderungen 130 100
- Übrige sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 210 189

Die langfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte betreffen mit 851 Mio. € (Vj.: 778 Mio. €) geleistete Anzahlungen auf Honorare und Lizenzen. Grundsätzlich werden geleistete Anzahlungen auf Honorare und Lizenzen wertberichtigt, wenn keine Verrechnungsmöglichkeiten mehr erwartet werden. Die Höhe dieser Wertberichtigungen basiert auf Einschätzungen der Geschäftsleitungen hinsichtlich zukünftiger Absatzmengen und Preisentwicklungen unter Berücksichtigung historischer Erfahrungen. Für die Anbahnung oder Erfüllung von Verträgen mit Kunden wurden Kosten aktiviert, die in Summe und einzeln betrachtet unwesentlich sind. Gleiches gilt für die in der Berichtsperiode auf diese Kosten erfassten Abschreibungsbeträge und Wertminderungsaufwendungen.

16 Liquide Mittel

in Mio. € 31.12.2019 31.12.2018
Bankguthaben und Kassenbestände 1.610 1.369
Zahlungsmitteläquivalente 26 36
1.636 1.405

Zahlungsmitteläquivalente umfassen kurzfristige hochliquide Wertpapiere, deren Restlaufzeit beim Erwerb maximal drei Monate beträgt. Zum Bilanzstichtag waren liquide Mittel in Höhe von 7 Mio. € (Vj.: 7 Mio. €) verfügungsbeschränkt.

17 Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Anzahl an Aktien 31.12.2019 31.12.2018
Stammaktien 83.760 83.760
Summe der Aktien 83.760 83.760

Das im Vergleich zum Vorjahr unveränderte gezeichnete Kapital der Bertelsmann SE & Co. KGaA von 1.000 Mio. € ist in 83.760 nennwertlose Namensaktien (Stammaktien) eingeteilt. Zum 31. Dezember 2019 wurden die Kapitalanteile der Bertelsmann SE & Co. KGaA zu 80,9 Prozent von Stiftungen (Bertelsmann Stiftung, Reinhard Mohn Stiftung, BVG-Stiftung) und zu 19,1 Prozent von der Familie Mohn mittelbar gehalten. Die Stimmrechte in der Hauptversammlung der Bertelsmann SE & Co. KGaA und der persönlich haftenden Gesellschafterin Bertelsmann Management SE werden von der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbH (BVG) kontrolliert.

In den Geschäftsjahren 2019 und 2018 wurde jeweils eine Dividende in Höhe von 180 Mio. € (Dividende je Stammaktie jeweils 2.149 €) an die Aktionäre ausgezahlt.

Die Veränderung des sonstigen Ergebnisses nach Steuern leitet sich wie folgt ab:

Veränderungen der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses nach Steuern

in Mio. € 2019
Vorsteuerbetrag Steuern Nachsteuerbetrag davon Anteil Bertelsmann Aktionäre davon nicht beherrschende Anteilseigner
Posten, die anschließend nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
Neubewertungskomponente leistungsorientierter Versorgungspläne -305 81 -224 -205 -19
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts bei Eigenkapitalinstrumenten -2 - -2 -2 -
Anteil am sonstigen Ergebnis, der auf at-equity bilanzierte Beteiligungen entfällt -1 - -1 -1 -
Posten, die anschließend in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind
Umrechnungsdifferenzen 84 - 84 80 4
Cash Flow Hedges 8 -3 5 4 1
Anteil am sonstigen Ergebnis, der auf at-equity bilanzierte Beteiligungen entfällt -4 - -4 -3 -1
Sonstiges Ergebnis nach Steuern -220 78 -142 -127 -15
in Mio. € 2018
Vorsteuerbetrag Steuern Nachsteuerbetrag davon Anteil Bertelsmann Aktionäre davon nicht beherrschende Anteilseigner
Posten, die anschließend nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
Neubewertungskomponente leistungsorientierter Versorgungspläne -110 50 -60 -67 7
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts bei Eigenkapitalinstrumenten 3 - 3 3 -
Anteil am sonstigen Ergebnis, der auf at-equity bilanzierte Beteiligungen entfällt - - - - -
Posten, die anschließend in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind
Umrechnungsdifferenzen 114 - 114 110 4
Cash Flow Hedges 36 -11 25 19 6
Anteil am sonstigen Ergebnis, der auf at-equity bilanzierte Beteiligungen entfällt -2 - -2 -2 -
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 41 39 80 63 17

Anteilsbasierte Vergütungen

Im Bertelsmann-Konzern bestehen anteilsbasierte Vergütungen, die durch Barausgleich oder durch Eigenkapitalinstrumente abgegolten werden.

Bei der zur RTL Group gehörenden Groupe M6 existieren verschiedene Gratisaktien-Programme für Geschäftsführer und bestimmte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Anzahl der den Teilnehmern gewährten Gratisaktien wird vom Aufsichtsrat von Métropole Télévision SA mit Zustimmung der Hauptversammlung festgelegt.

Die Gewährungsbedingungen sind wie folgt, wobei alle Programme durch physische Wertpapierübertragung ausgeübt werden:

Gewährungs- und Ausübungsbedingungen (Groupe M6)

Gratisaktien-Programme Maximale Anzahl gewährter Gratisaktien
(in Tausend) 1)
Verbleibende Anzahl der Optionen
(in Tausend)
Ausübungsbedingungen
Juli 2017 307,20 - 2 Dienstjahre + Leistungsbedingungen
Juli 2017 217,66 217,66 3 Dienstjahre + Leistungsbedingungen
Oktober 2017 8,92 8,92 3 Dienstjahre + Leistungsbedingungen
Juli 2018 313,40 291,20 2 Dienstjahre + Leistungsbedingungen
Juli 2018 247,10 241,04 3 Dienstjahre + Leistungsbedingungen
Juli 2019 298,17 297,17 2 Dienstjahre + Leistungsbedingungen
Juli 2019 246,50 246,50 3 Dienstjahre + Leistungsbedingungen
Summe 1.638,95 1.302,49

1) Die maximale Anzahl der Gratisaktien wird bei deutlichem Übertreffen der Leistungsbedingungen gewährt. Diese Anzahl kann auf null reduziert werden, falls die Ziele nicht erreicht werden.

Die Gratisaktien-Programme unterliegen Leistungsbedingungen. Die im Juli 2017, im Oktober 2017, im Juli 2018 und im Juli 2019 gewährten Programme unterliegen Wachstumszielen, bezogen auf das Konzernergebnis von Groupe M6 in den Geschäftsjahren 2017, 2018 und 2019. Das zweite im Juli 2017 gewährte Programm, das im Oktober 2017, das zweite im Juli 2018 und zweite im Juli 2019 gewährte Programm unterliegen einer kumulierten Leistungsanforderung über drei Jahre.

1.302.495 Gratisaktien sind zum Jahresende ausübbar. Zu Beginn des Jahres waren es 1.083.884. Im Jahresverlauf wurden 544.667 Gratisaktien gewährt. 287.600 Gratisaktien wurden ausgeübt, 38.456 verfielen.

Die noch ausstehenden Gratisaktien-Programme am Ende des Jahres unterliegen den folgenden Bedingungen:

Bedingungen der Gratisaktien-Programme (Groupe M6)

Ablaufdatum Anzahl der Aktien (in Tausend) 2019 Anzahl der Aktien (in Tausend) 2018
Gratisaktien-Programme
2019 - 297
2020 517 540
2021 785 247
1.302 1.084

Zum 31. Dezember 2019 betrug der Marktpreis für Métropole-Télévision-Aktien an der Pariser Börse 16,78 € (Vj.: 14,04 €).

Der beizulegende Zeitwert der im Gegenzug für gewährte Aktienoptionen erhaltenen Leistungen wird unter Bezug auf den beizulegenden Zeitwert der gewährten Aktienoptionen bemessen. Die Schätzung des beizulegenden Zeitwerts der erhaltenen Leistungen wird auf Grundlage des Binomialmodells ermittelt. Gratisaktien werden mit dem Aktienkurs des Ausgabetags, abzüglich der diskontierten zukünftig erwarteten Dividenden, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während der Dauer der Ausübungsperiode nicht erhalten können, bewertet.

Marktwerte der Gratisaktien-Programme (Groupe M6)

Personalaufwand
in Mio. €
Tag der Gewährung Aktienkurs Risikofreier Zins Erwarteter Ertrag Optionsdauer 2019 2018
Gratisaktien-Programme
28.7.2016 16,24 € -0,10 % 5,50 % 2 Jahre - 3,9
27.7.2017 20,59 € -0,17 % 4,31 % 2 Jahre 3,2 4,0
2.10.2017 20,59 € -0,17 % 4,31 % 2 Jahre 0,1 0,1
25.7.2018 16,92 € -0,10 % 5,66 % 2 Jahre 3,4 1,4
30.7.2019 15,35 € -0,30 % 6,97 % 2 Jahre 1,2 -
Summe 7,9 9,4

Darüber hinaus gibt es innerhalb des Bertelsmann-Konzerns weitere anteilsbasierte Vergütungen, die für sich genommen und in Summe nicht wesentlich sind.

18 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

in Mio. € 31.12.2019 31.12.2018
Leistungsorientierte Verpflichtungen 1.884 1.669
Pensionsähnliche Verpflichtungen 83 69
1.967 1.738

Für die derzeitigen und früheren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bertelsmann-Konzerns sowie für deren Hinterbliebene bestehen je nach den rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes unterschiedliche Formen der Altersversorgung. Die betriebliche Altersversorgung erfolgt sowohl beitrags- als auch leistungsorientiert.

Bei den beitragsorientierten Altersversorgungsplänen (Defined Contribution Plans) leistet das Unternehmen auf gesetzlicher, vertraglicher oder freiwilliger Basis Zahlungen an einen externen Fonds oder eine andere Versorgungseinrichtung. Mit Zahlung der Beträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen, sodass keine Rückstellungen gebildet werden. Der Aufwand für beitragsorientierte Pläne betrug im Geschäftsjahr 2019 53 Mio. € (Vj.: 49 Mio. €).

Alle übrigen Altersversorgungspläne sind leistungsorientiert (Defined Benefit Plans). Die Verpflichtungen der US-Gesellschaften für die Krankheitskosten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach deren Eintritt in den Ruhestand (Pläne für medizinische Versorgung) stellen ebenfalls leistungsorientierte Zusagen dar und sind in den bilanzierten Rückstellungen enthalten. Bei allen Altersversorgungsplänen ist zu unterscheiden, ob die Finanzierung über eine externe Anlage erfolgt oder nicht.

Bilanzierte Nettoschuld für leistungsorientierte Pläne

in Mio. € 31.12.2019 31.12.2018
Anwartschaftsbarwert rückstellungsfinanzierter Versorgungszusagen 951 818
Anwartschaftsbarwert extern finanzierter Versorgungszusagen 3.677 3.302
Summe der Anwartschaftsbarwerte der Versorgungszusagen 4.628 4.120
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens -2.786 -2.502
Auswirkungen der Vermögenswertbegrenzung 1 1
Bilanzierte Nettoschuld 1.843 1.619
- davon Pensionsrückstellungen 1.884 1.669
- davon sonstige Vermögenswerte 41 50

Für diese leistungsorientierten Versorgungspläne werden Rückstellungen gebildet. Im Wesentlichen bestehen Festgehaltszusagen sowie Endgehaltspläne.

Leistungsorientierte Versorgungspläne

in Mio. € 31.12.2019 31.12.2018
Festgehaltspläne/Rentenbausteinsysteme 2.397 2.228
Endgehaltspläne 1.492 1.256
Karrieredurchschnittspläne 521 424
Sonstige Zusagen 162 160
Pläne für medizinische Versorgung 56 52
Anwartschaftsbarwert 4.628 4.120
- davon Kapitalzusagen 284 253

Die Verpflichtungen und das vorhandene Planvermögen der bestehenden Pensionspläne sind zum Teil demografischen, ökonomischen und rechtlichen Risiken ausgesetzt. Bei den demografischen Risiken handelt es sich insbesondere um das Langlebigkeitsrisiko der Rentenempfänger. Ökonomische Risiken beinhalten in diesem Sinne hauptsächlich unvorhersehbare Entwicklungen an den Kapitalmärkten und die damit verbundenen Wechselwirkungen auf das Planvermögen und die Pensionsverpflichtungen. Rechtliche Risiken können z. B. aus Beschränkungen bei der Vermögensanlage und Mindestdotierungsvorschriften resultieren. Um diese Risiken deutlich zu minimieren, ist 2004 eine konzernweite Pensionsleitlinie eingeführt worden. Demnach sind neue Pensionspläne grundsätzlich nur als beitragsorientierte Pläne zu konzipieren, sodass die Belastungen aus Versorgungszusagen jederzeit tragbar, kalkulierbar und transparent sind und für das Unternehmen keine unbeeinflussbaren Risiken entstehen. Zudem ist der Bertelsmann-Konzern bestrebt, insbesondere bestehende endgehaltsabhängige Pensionsverträge in trendunabhängige Bausteinsysteme und Kapitalzusagen zu überführen. Aufgrund dieser Maßnahmen entfallen die Verpflichtungen nahezu vollständig auf geschlossene Pläne.

Für den Bertelsmann-Konzern liegen Mindestdotierungsverpflichtungen bei den Plänen in den USA und Großbritannien vor. Der Pensionsplan in den USA unterliegt den Mindestfinanzierungsvereinbarungen gemäß dem "Employee Retirement Income Security Act of 1974" (ERISA). Hierbei wird generell ein ausfinanzierter Pensionsplan angestrebt, sodass sich die jährlichen Beiträge zum Planvermögen - wie bei einem beitragsorientierten Plan - lediglich auf die in dem Jahr erdienten Pensionsansprüche der versicherten Arbeitnehmer beschränken. Liegt keine vollständige Deckung der Pensionsverpflichtungen durch Planvermögen vor, ist über diesen Beitrag hinaus ein weiterer Betrag dem Planvermögen zuzuführen, dessen Höhe eine Ausfinanzierung in einem Zeitraum von sieben Jahren gewährleistet. Die Pläne in Großbritannien unterliegen dem "Pensions Act 2004", der bei jährlicher Überwachung vorsieht, in einem Dreijahresturnus die Ausfinanzierung des Pensionsplanes versicherungsmathematisch zu überprüfen und gegebenenfalls aufgetretene Defizite durch weiteres Zuführen von Planvermögen zu eliminieren. Über die in den USA und Großbritannien beschriebenen Mindestdotierungsvorschriften hinaus bestehen keine weiteren wesentlichen regulatorischen Bestimmungen.

Darüber hinaus war ein Konzernunternehmen bis zum 31. Dezember 2014 an einem Pensionsplan beteiligt, der gemeinschaftlich mit nicht verbundenen Unternehmen unterhalten wird (Multi-Employer Plan). Da die für eine Bilanzierung als leistungsorientierter Plan erforderlichen Informationen weder zeitgerecht noch in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen, wurde dieser Versorgungsplan im Konzernabschluss entsprechend den Vorschriften für beitragsorientierte Pläne berücksichtigt. Im Geschäftsjahr 2015 ist der rückwirkende Austritt aus diesem gemeinschaftlichen Plan zum 1. Januar 2015 erklärt worden. Für die Ablösung der Verpflichtung gegen eine Einmalzahlung wurde bereits 2014 eine Rückstellung in Höhe von 16 Mio. € gebildet, die in dem Bilanzposten "Übrige Rückstellungen" unter den sonstigen Personalleistungen ausgewiesen wird. Die im ersten Halbjahr 2017 begonnenen Verhandlungen zur Einigung der Austrittsmodalitäten dauern weiterhin an, allerdings wird ein kurzfristiger Austritt gegen eine Einmalzahlung nicht mehr für wahrscheinlich gehalten. Die Rückstellung wurde daraufhin neu berechnet und beträgt zum 31. Dezember 2019 15 Mio. €. Seit April 2017 leistet die Gesellschaft monatliche Beitragszahlungen, die sich im Geschäftsjahr 2020 voraussichtlich auf 1 Mio. € belaufen werden.

Die zu bildenden Rückstellungen werden nach IAS 19 ermittelt, ihre Bewertung erfolgt auf Basis von versicherungsmathematischen Gutachten. Die Höhe der Rückstellungen hängt von der Dienstzeit im Unternehmen sowie von den versorgungsrelevanten Bezügen ab. Die Berechnung der Rückstellungen erfolgt auf Basis des sogenannten Anwartschaftsbarwertverfahrens, das jedem Dienstjahr den entsprechenden erdienten Leistungsanspruch zuordnet und dadurch im Vergleich zum Teilwertverfahren steigenden Dienstzeitaufwand unterstellt. Für die Ermittlung des Barwerts der Pensionsverpflichtung ist dabei der zugrunde gelegte Rechnungszins von wesentlicher Bedeutung. Dieser basiert im Bertelsmann-Konzern auf dem "Mercer Yield Curve Approach". Hierbei wird jeweils für die Eurozone, Großbritannien und die USA eine "Spot Rate Yield Curve" auf Basis von hochwertigen Unternehmensanleihen erstellt. Um den Zeitwert des Geldes gemäß IAS 19.84 angemessen darzustellen, bleiben dabei in der Basis sowohl statistische Ausreißer, die in ihrer Risikoeinstufung deutlich höher oder niedriger liegen, als auch Anleihen, die zinsverzerrende Optionen besitzen, unberücksichtigt. Für die biometrischen Grundlagen der inländischen Pläne werden die Richttafeln 2018 G der Heubeck-Richttafeln-GmbH zugrunde gelegt. Für die ausländischen Pensionspläne werden vergleichbare landesübliche Bewertungsgrundlagen herangezogen.

Weitere signifikante versicherungsmathematische Annahmen werden wie folgt unterstellt:

Versicherungsmathematische Annahmen

31.12.2019 31.12.2018
Deutschland Ausland Deutschland Ausland
Abzinsungssatz 1,38 % 2,05 % 2,08 % 2,91 %
Gehaltstrend 2,25 % 2,87 % 2,25 % 3,05 %
Rententrend 1,54 % 2,78 % 1,55 % 2,96 %

Eine Erhöhung oder Verminderung der oben genannten Annahmen im Vergleich zu den tatsächlich verwendeten Annahmen hätte folgende Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert zum 31. Dezember 2019 gehabt:

Auswirkungen der versicherungsmathematischen Annahmen

in Mio. € Erhöhung Verminderung
Effekt der Veränderung des Abzinsungssatzes um 0,5 Prozentpunkte -364 416
Effekt der Veränderung des Gehaltstrends um 0,5 Prozentpunkte 43 -39
Effekt der Veränderung des Rententrends um 0,5 Prozentpunkte 176 -158
Effekt der Veränderung der durchschnittlichen Lebenserwartung um 1 Jahr 197 -193

Um die Sensitivität der Langlebigkeit zu bestimmen, wurden die Sterblichkeitsraten für alle Begünstigten gleichmäßig so reduziert bzw. erhöht, dass sich die Lebenserwartung einer Person in einem landestypischen Rentenzugangsalter um ein Jahr erhöht oder vermindert.

Der Anwartschaftsbarwert und das Planvermögen haben sich wie folgt entwickelt:

Entwicklung der leistungsorientierten Pläne

Leistungsorientierte Verpflichtungen (I) Beizulegender Zeitwert des Planvermögens (II) Nettobilanzansatz aus leistungsorientierten Plänen (I)-(II) 1)
in Mio. € 2019 2018 2019 2018 2019 2018
Stand 1.1. 4.120 4.173 2.502 2.591 1.618 1.582
Laufender Dienstzeitaufwand 59 61 - - 59 61
Zinsaufwand 92 89 - - 92 89
Zinsertrag - - 60 59 -60 -59
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -10 2 - - -10 2
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Aufwendungen und Erträge für leistungsorientierte Pläne 141 152 60 59 81 93
Ertrag/Aufwand aus Planvermögen ohne bereits in den Nettozinsaufwendungen erfasste Beträge - - 206 -162 -206 162
Versicherungsmathematische Gewinne (-) und Verluste (+)
- aus der Änderung finanzieller Annahmen 502 -64 - - 502 -64
- aus der Änderung demografischer Annahmen 4 34 - - 4 34
- erfahrungsbedingte Berichtigungen 5 -22 - - 5 -22
In der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasste Neubewertungen von leistungsorientierten Plänen 511 -52 206 -162 305 110
Beiträge des Arbeitgebers zum Planvermögen - - 24 41 -24 -41
Beiträge der Arbeitnehmer zum Planvermögen 3 3 3 3 - -
Pensionszahlungen -155 -148 -32 -25 -123 -123
Zahlungswirksame Effekte aus Abgeltungen - -6 - -6 - -
Veränderung Konsolidierungskreis -31 -1 -11 - -20 -1
Wechselkursänderungen 36 4 36 2 - 2
Sonstige Veränderungen 3 -5 -2 -1 6 -3
Sonstige Überleitungspositionen -144 -153 18 14 -161 -166
Stand 31.12. 4.628 4.120 2.786 2.502 1.843 1.619
davon
Deutschland 3.577 3.234 1.913 1.761 1.664 1.472
Großbritannien 593 476 627 525 -34 -48
USA 215 191 175 147 40 45
Übriges Europa 210 192 57 57 154 135
Sonstige Länder 33 27 14 12 19 15

1) Bei der Ermittlung des "Nettobilanzansatzes aus leistungsorientierten Plänen" werden in dem Posten "Sonstige Veränderungen" Auswirkungen der Vermögensbegrenzung gemäß IAS 19 in Höhe von 1 Mio. € (Vj.: 1 Mio. €) berücksichtigt.

Von den Beiträgen zum Planvermögen entfallen 9 Mio. € (Vj.: 12 Mio. €) auf Deutschland. Im nächsten Geschäftsjahr werden sich die Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen voraussichtlich auf 14 Mio. € belaufen. Im Inland bestehende Erstattungsansprüche für leistungsorientierte Verpflichtungen betragen 32 Mio. € (Vj.: 24 Mio. €) und werden in dem Bilanzposten "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen" ausgewiesen.

Der Aufwand aus leistungsorientierten Plänen setzt sich folgendermaßen zusammen:

Aufwand aus leistungsorientierten Plänen

in Mio. € 2019 2018
Laufender Dienstzeitaufwand 59 61
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand und Auswirkungen von Abgeltungen -10 2
Nettozinsaufwand 32 30
Nettopensionsaufwand 81 93

Die Portfoliostruktur des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

Portfoliostruktur des Planvermögens

in Mio. € 31.12.2019 31.12.2018
Schuldinstrumente 1) 1.708 1.713
Eigenkapitalinstrumente 1) 583 511
Liquide Mittel 206 28
Qualifizierte Versicherungspolicen 164 141
Sonstige Wertpapierfonds 105 85
Derivate 12 13
Immobilien 8 11
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 2.786 2.502

1) Für nahezu alle Eigenkapital- und Schuldinstrumente besteht eine Marktpreisnotierung am aktiven Markt.

Das Planvermögen im Bertelsmann-Konzern dient ausschließlich der Erfüllung der Leistungsverpflichtungen. Um eine Risikokonzentration zu vermeiden, wird das Planvermögen in verschiedene Anlageklassen investiert. Das größte Planvermögen wird durch den Bertelsmann Pension Trust e. V. treuhänderisch im Rahmen eines Contractual Trust Arrangement (CTA) für Pensionszusagen der Bertelsmann SE & Co. KGaA und einige der deutschen Tochterunternehmen verwaltet. Für das CTA besteht keine Dotierungsverpflichtung. In der Berichtsperiode erfolgte eine Einzahlung in das Planvermögen in Höhe von 6 Mio. €. Die Anlage des Treuhandvermögens erfolgt entsprechend der Anlagerichtlinie des Treugebers als langfristig orientierter Total-Return-Ansatz. Diesem liegt die Zielsetzung zugrunde, mittels strategischer Asset-Allokation einen langfristig angemessenen Ertrag unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen und/oder Krisen zu erwirtschaften. Verantwortet wird die Kapitalanlage durch den Vorstand des Pension Trust, der den Treugeber regelmäßig über den Status und die Entwicklung des Pensionsvermögens unterrichtet.

Die gewichtete durchschnittliche Duration der Pensionsverpflichtungen beläuft sich zum 31. Dezember 2019 auf 17 Jahre (Vj.: 16 Jahre). Das Fälligkeitsprofil der erwarteten undiskontierten Pensionszahlungen ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:

Fälligkeitsprofil der Pensionszahlungen

in Mio. € Erwartete Pensionszahlungen
2020 160
2021 158
2022 167
2023 168
2024 180
2025-2029 927

Die pensionsähnlichen Verpflichtungen betreffen Rückstellungen für Dienstjubiläen, noch nicht abgeführte Beträge zu beitragsorientierten Plänen, Altersteilzeit und Abfertigungen. Abfertigungen werden beim Ausscheiden der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Unternehmen gezahlt und beruhen auf gesetzlichen Verpflichtungen, vorwiegend in Italien und Österreich. Rückstellungen für Jubiläumszahlungen und Abfertigungen werden analog zu den Verpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen ermittelt, allerdings werden versicherungsmathematische Gewinne und Verluste ergebniswirksam erfasst. Arbeitnehmer in Deutschland, die das 55. Lebensjahr vollendet haben und in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis stehen, können ihr Arbeitsverhältnis in ein Altersteilzeitarbeitsverhältnis umwandeln. Das Altersteilzeitarbeitsverhältnis dauert zwischen zwei und fünf Jahren.

Die Aufteilungen der pensionsähnlichen Verpflichtungen können der folgenden Tabelle entnommen werden:

Aufteilungen der pensionsähnlichen Verpflichtungen

in Mio. € 31.12.2019 31.12.2018
Rückstellungen für Abfertigungen 37 32
Jubiläumsrückstellungen 29 27
Rückstellungen für Altersteilzeit 12 6
Sonstige 5 4
Pensionsähnliche Verpflichtungen 83 69

19 Übrige Rückstellungen

31.12.2018
in Mio. € davon >1 Jahr Zuführung Auflösung Verbrauch Sonstige Effekte
Drohverlustrisiken 164 61 44 -22 -72 -27
Rechtsstreitigkeiten 83 40 24 -17 -4 -
Restrukturierung 77 4 109 -12 -49 -5
Sonstige Personalleistungen 26 - 5 -1 -2 -
Sonstige 84 30 27 -15 -18 -9
434 135 209 -67 -145 -41
Veränderung Konsolidierungskreis 31.12.2019
in Mio. € Aufzinsung davon >1 Jahr
Drohverlustrisiken 1 1 89 19
Rechtsstreitigkeiten - - 86 50
Restrukturierung - - 120 62
Sonstige Personalleistungen - - 28 15
Sonstige - - 69 32
1 1 392 178

Die Rückstellungen für Drohverlustrisiken betreffen in Höhe von 64 Mio. € (Vj.: 89 Mio. €) die RTL Group und wurden im Wesentlichen für Programmrechte erfasst. Davon entfallen auf die Mediengruppe RTL Deutschland 46 Mio. € (Vj.: 74 Mio. €) und weitere 17 Mio. € (Vj.: 15 Mio. €) auf Groupe M6. Die im Vorjahr ausgewiesenen Rückstellungen für Drohverlustrisiken aus Mietverhältnissen in Höhe von 28 Mio. € wurden zum 1. Januar 2019 gemäß den Übergangsvorschriften des IFRS 16 mit den korrespondierenden Nutzungsrechten verrechnet. Diese Rückstellungen entfielen im Wesentlichen auf Penguin Random House.

Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten entfallen mit 69 Mio. € (Vj.: 71 Mio. €) im Wesentlichen auf Unternehmen der RTL Group. Sie decken erwartete Belastungen aus zum Teil mehrjährigen gerichtlichen Verfahren und außergerichtlichen Auseinandersetzungen ab. Hinsichtlich einer kartellrechtlichen Rechtsstreitigkeit wird auf den Risikobericht im zusammengefassten Lagebericht verwiesen. Die Restrukturierungsrückstellungen umfassen gemäß IAS 37 die Kosten für Personalabbau und sonstige Kosten, die mit der Beendigung von Unternehmensaktivitäten im Zusammenhang stehen. Für verschiedene Restrukturierungsprogramme innerhalb des Bertelsmann-Konzerns bestehen Rückstellungen in Höhe von 120 Mio. € (Vj.: 77 Mio. €). Die Zuführungen betreffen mit 54 Mio. € im Wesentlichen den Unternehmensbereich Bertelsmann Printing Group. Im April 2019 richtete Bertelsmann sein weltweites Druckgeschäft neu aus. Für die in diesem Zusammenhang getroffene Entscheidung, den Prinovis-Standort der Bertelsmann Printing Group in Nürnberg im Frühjahr 2021 zu schließen, wurde eine Rückstellung gebildet, die zum 31. Dezember 2019 51 Mio. € betrug. Weitere 50 Mio. € der Zuführungen entfallen auf diverse Restrukturierungen in den Unternehmensbereichen RTL Group, Gruner + Jahr und Arvato.

Die Rückstellungen für sonstige Personalleistungen entfallen in Höhe von 15 Mio. € (Vj.: 16 Mio. €) auf eine Verpflichtung im Zusammenhang mit dem Austritt aus einem Multi-Employer Plan. Weitere Erläuterungen finden sich unter Textziffer 18 "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen". Der Posten "Sonstige" enthält unter anderem eine Rückstellung in Höhe von 22 Mio. € (Vj.: 22 Mio. €) für Ausgleichsverpflichtungen aus Pensionsansprüchen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Prinovis-Standortes Ahrensburg gegenüber der Axel Springer SE.

20 Genusskapital

in Mio. € 31.12.2019 31.12.2018
Genussscheine 1992 23 23
Genussscheine 2001 390 390
413 413

Der Marktwert der Genussscheine 2001 betrug 1.005 Mio. € bei einem Schlusskurs von 353,40 Prozent am letzten Handelstag des abgelaufenen Geschäftsjahres an der Frankfurter Wertpapierbörse (Vj.: 901 Mio. € bei einem Kurs von 317,01 Prozent) und entsprechend 34 Mio. € bei den Genussscheinen 1992 bei einem Kurs von 201,50 Prozent (Vj.: 33 Mio. € bei einem Kurs von 193,00 Prozent). Die Marktwerte sind der Stufe 1 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen. Weitere Erläuterungen zum Genusskapital sind ausführlich im zusammengefassten Lagebericht dargestellt.

21 Finanzschulden

Unter den Finanzschulden werden alle zum Bilanzstichtag bestehenden verzinslichen Verpflichtungen gegenüber dem Kredit- und Kapitalmarkt ausgewiesen. Die Buchwerte setzen sich wie folgt zusammen:

Kurzfristige und langfristige Finanzschulden

Kurzfristig Langfristig
davon Restlaufzeit in Jahren
in Mio. € 31.12.2019 31.12.2018 1 bis 5 Jahre >5 Jahre 31.12.2019 31.12.2018
Anleihen - 100 1.793 2.584 4.377 4.372
Schuldscheindarlehen 100 210 - 225 225 249
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten 134 248 4 - 4 8
Sonstige Finanzschulden 154 102 6 - 6 9
388 660 1.803 2.809 4.612 4.638

Die im Geschäftsbericht 2018 ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing werden ab dem Geschäftsjahr 2019 als Leasingverbindlichkeiten in der Bilanz ausgewiesen. Weitere Erläuterungen zu den Leasingverbindlichkeiten finden sich unter Textziffer 22 "Leasingverbindlichkeiten".

Dem Bertelsmann-Konzern stehen über verschiedene vertragliche Vereinbarungen variabel verzinsliche und festverzinsliche Mittel zur Verfügung. Die Finanzschulden sind in der Regel unbesichert.

Im Juli 2019 hat Bertelsmann ein Schuldscheindarlehen über 75 Mio. € mit siebenjähriger Laufzeit begeben, davon sind 65 Mio. € festverzinslich und 10 Mio. € variabel verzinst.

Das im Februar 2019 fällige festverzinsliche Schuldscheindarlehen in Höhe von 150 Mio. € wurde termingerecht zurückgeführt. Im Mai 2019 wurde ein fälliges festverzinsliches Schuldscheindarlehen in Höhe von 60 Mio. € fristgerecht zurückgezahlt. Des Weiteren führte Bertelsmann die im November 2019 fällige Floating Rate Note über 100 Mio. € termingerecht zurück. Zum Bilanzstichtag standen öffentlich notierte Anleihen, Privatplatzierungen und Schuldscheindarlehen mit einem Nominalvolumen von 4.725 Mio. € (Vj.: 4.960 Mio. €) aus.

Die Abweichungen der in der nachstehenden Tabelle aufgeführten Buchwerte von den Nominalwerten ergeben sich aus Transaktionskosten, Agien und Disagien.

Anleihen und Schuldscheindarlehen

in Mio. €
Buchwert Marktwert
Zinssatz; Emission; Fälligkeit; Zinsbindung Nominalwert 31.12.2019 31.12.2018 31.12.2019 31.12.2018
0,110 %; 2017; 2019; festverzinsliches Schuldscheindarlehen 150 - 150 - 150
4,207 %; 2012; 2019; festverzinsliches Schuldscheindarlehen 60 - 60 - 61
3-Mon.-EURIBOR + 40 Bp.; 2014; 2019; Floating Rate Note 100 - 100 - 100
0,774 %; 2015; 2020; festverzinsliches Schuldscheindarlehen 100 100 100 101 102
0,250 %; 2017; 2021; festverzinsliche Anleihe 1) 500 499 498 503 502
2,625 %; 2012; 2022; festverzinsliche Anleihe 1) 750 747 746 802 811
1,500 %; 2017; 2024; festverzinsliche Anleihe 50 50 50 53 52
1,750 %; 2014; 2024; festverzinsliche Anleihe 1) 500 498 497 538 525
1,250 %; 2018; 2025; festverzinsliche Anleihe 1) 750 743 743 790 750
1,787 %; 2015; 2025; festverzinsliches Schuldscheindarlehen 150 150 149 164 159
1,125 %; 2016; 2026; festverzinsliche Anleihe 1) 500 496 495 526 496
1,000 %; 2019; 2026; variabel und festverzinsliches Schuldscheindarlehen 2) 75 75 - 78 -
3,700 %; 2012; 2032; festverzinsliche Anleihe 100 99 99 135 126
3,000 %; 2015; 2075; festverzinsliche Hybridanleihe 1) 650 648 647 691 636
3,500 %; 2015; 2075; festverzinsliche Hybridanleihe 1) 600 597 597 669 578
4.702 4.931 5.050 5.048

1) Börsennotiert.
2) 10 Mio. € variabel verzinslich (6-Monats-EURIBOR + 100 Bp.)

Die Dokumentation der Anleihen der Bertelsmann SE & Co. KGaA aus 2012, 2014, 2016, 2017 und 2018 erfolgt auf der Grundlage von Rahmendokumentationen in Form von Debt-Issuance-Programmen. Die Hybridanleihen und Schuldscheindarlehen sowie die nicht börsennotierte Anleihe aus dem Jahr 2017 wurden auf Grundlage separater Dokumentationen begeben. Die Anleihen sind überwiegend mit einem Rating von "Baa1" (Moody's) bzw. "BBB+" (Standard & Poor's) versehen. Das Debt-Issuance-Programm wurde zuletzt im April 2018 aufdatiert. Die Transaktionskosten und vereinbarten Disagien oder Agien werden über die Laufzeit im Zinsergebnis berücksichtigt und verändern den Buchwert der Anleihen und Schuldscheindarlehen. Diese führen zum Jahresende zu einer Abweichung vom Nominalvolumen in Höhe von 23 Mio. € (Vj.: 29 Mio. €).

Für die Bestimmung des Marktwerts der begebenen Anleihen werden grundsätzlich die Börsenkurse zu den Stichtagen herangezogen. Zum 31. Dezember 2019 betrug der kumulierte Marktwert der börsennotierten Anleihen 4.519 Mio. € (Vj.: 4.298 Mio. €) bei einem Nominalvolumen von 4.250 Mio. € (Vj.: 4.250 Mio. €) und einem Buchwert von 4.228 Mio. € (Vj.: 4.223 Mio. €). Die Börsenkurse sind der Stufe 1 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen.

Bei Privatplatzierungen und Schuldscheindarlehen erfolgt die Ermittlung des Marktwerts anhand finanzmathematischer Verfahren auf Basis von Zinskurven, die um die Kreditmarge des Konzerns angepasst werden. Der dabei berücksichtigte Zinsaufschlag resultiert aus der am jeweiligen Stichtag gültigen Marktquotierung für Credit Default Swaps. Der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte liegen Diskontierungssätze von -0,29 Prozent bis 0,82 Prozent zugrunde. Die beizulegenden Zeitwerte der Privatplatzierungen und der Schuldscheindarlehen sind der Stufe 2 der Hierarchie der beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen.

Kreditlinien

Der Bertelsmann-Konzern verfügt über eine syndizierte Kreditvereinbarung mit international tätigen Großbanken in Höhe von 1.200 Mio. € (Vj.: 1.200 Mio. €), die im Juli 2019 vorzeitig bis 2024 erneuert wurde. Diese Kreditlinie kann von der Bertelsmann SE & Co. KGaA durch variabel verzinsliche Kredite in Euro, US-Dollar und Britischem Pfund auf Basis von EURIBOR bzw. LIBOR revolvierend ausgenutzt werden.

Darüber hinaus verfügt Bertelsmann über weitere bilaterale Kreditlinien in Höhe von 200 Mio. € (Vj.: 470 Mio. €), die ebenfalls durch variabel verzinsliche Kredite auf Basis von EURIBOR revolvierend ausgenutzt werden können. Zum 31. Dezember 2019 wurden die Kreditlinien in Höhe von 20 Mio. € in Anspruch genommen (Vj.: 150 Mio. €).

22 Leasingverbindlichkeiten

Die Fälligkeiten der Leasingverbindlichkeiten zum 31.12.2019 sind folgender Tabelle zu entnehmen:

Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten

Undiskontierte Mittelabflüsse
in Mio. € Buchwert Bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre Summe
1.392 315 728 558 1.601

Zum 31. Dezember 2019 wurden potenzielle zukünftige Zahlungsmittelabflüsse in Höhe von 341 Mio. € nicht in die Leasingverbindlichkeiten einbezogen, da nicht mit hinreichender Sicherheit davon ausgegangen werden kann, dass die Leasingverträge verlängert (oder nicht gekündigt) werden. Zukünftige Zahlungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen und Leasingverhältnissen für geringwertige Vermögenswerte werden nicht als Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten erfasst. Für solche Leasingverhältnisse werden die Zahlungen linear als Aufwand erfasst (weitere Erläuterungen finden sich unter Textziffer 5 "Sonstige betriebliche Aufwendungen"). Die Aufwendungen aus variablen Leasingzahlungen, die nicht in der Leasingverbindlichkeit enthalten sind, waren unwesentlich. Gleiches gilt für Erträge aus der Untervermietung von Nutzungsrechten und daraus resultierende künftige erwartete Leasingzahlungen. Zum 31. Dezember 2018 betrugen die Leasingverbindlichkeiten 39 Mio. €. Diese umfassten ausschließlich Sachverhalte, die zuvor nach IAS 17 im Rahmen des Finanzierungsleasings bilanziert wurden. Zum 31. Dezember 2018 bestanden keine materiellen Untermietverhältnisse im Rahmen der Finanzierungsleasingverträge. Erläuterungen zu den korrespondierenden Nutzungsrechten finden sich unter Textziffer 10 "Sachanlagen und Nutzungsrechte".

23 Verbindlichkeiten

in Mio. € 31.12.2019 31.12.2018
Langfristig
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 174 174
Derivative Finanzinstrumente 83 28
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 106 151
Vertragsverbindlichkeiten 9 11
Übrige sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 370 384
Kurzfristig
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.642 3.530
Rückerstattungsverbindlichkeiten 456 440
Derivative Finanzinstrumente 44 28
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 698 720
Vertragsverbindlichkeiten 601 595
Übrige sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1.307 1.244
- Personalverbindlichkeiten 721 699
- Steuerverbindlichkeiten 225 196
- Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 118 116
- Rechnungsabgrenzungsposten 18 19
- Sonstige 225 214

In dem Posten "Vertragsverbindlichkeiten" werden gemäß IFRS 15 Zahlungen ausgewiesen, die Bertelsmann vorzeitig, das heißt vor Erfüllung der vertraglichen Leistungen, erhalten hat. Sie werden als Umsatzerlöse erfasst, sobald die vertragliche Leistung erbracht wurde. Im Geschäftsjahr 2019 wurden dementsprechend Umsatzerlöse in Höhe von 530 Mio. € erfasst (Vj.: 405 Mio. €), die zu Beginn des Geschäftsjahres im Saldo der Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren. Wie im Vorjahr entfallen die Vertragsverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag im Wesentlichen auf Dienstleistungen, die von dem Unternehmensbereich Arvato in der Regel im Folgejahr zu erbringen sind. Zum 1. Januar 2018 betrugen die Vertragsverbindlichkeiten 538 Mio. €.

In dem Posten "Rückerstattungsverbindlichkeiten" werden gemäß IFRS 15 im Wesentlichen Verbindlichkeiten für erwartete Remissionen der Unternehmensbereiche Penguin Random House und Gruner + Jahr in Höhe von 309 Mio. € ausgewiesen (Vj.: 296 Mio. €). Korrespondierend hierzu wird in dem Bilanzposten "Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte" in unwesentlicher Höhe ein Vermögenswert für das Recht zur Rückerstattung von Produkten von Kunden bei Begleichung der Erstattungsverpflichtung aktiviert. In dem Posten "Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten" sind unter anderem Verbindlichkeiten in Höhe von 97 Mio. € (Vj.: 97 Mio. €) der Geschäftseinheit Arvato Financial Solutions enthalten, die im Rahmen des Forderungsmanagements-Dienstleistungsangebots bilanziert wurden. Darüber hinaus werden in diesem Posten Verbindlichkeiten in Höhe von 113 Mio. € (Vj.: 103 Mio. €) ausgewiesen, die im Zusammenhang mit verkauften Forderungen stehen, die Arvato Financial Solutions im Rahmen des Serviceangebotes zur Durchführung von Finanzdienstleistungen von Dritten erworben und weiterveräußert hat. Die langfristigen übrigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten umfassen außerdem enthaltene Andienungsrechte der nicht beherrschenden Anteilseigner von 24 Mio. € (Vj.: 46 Mio. €), Minderheitsanteile an Personengesellschaften in Höhe von 33 Mio. € (Vj.: 45 Mio. €) sowie Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Vermögenswerten in Höhe von 31 Mio. € (Vj.: 22 Mio. €). Unter den kurzfristigen übrigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten werden zusätzlich Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Vermögenswerten in Höhe von 75 Mio. € (Vj.: 94 Mio. €) sowie Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen in Höhe von 23 Mio. € (Vj.: 18 Mio. €) berücksichtigt.

24 Außerbilanzielle Verpflichtungen

Die außerbilanziellen Verpflichtungen teilen sich zum 31. Dezember 2019 wie folgt auf:

Haftungsverhältnisse und sonstige Verpflichtungen

in Mio. € 31.12.2019
Verpflichtungen aus Verträgen über (Ko-)Produktionen, Verträgen über Fernsehlizenzen und Übertragungsrechten sowie sonstigen Rechten und Lizenzen 1.770
Verpflichtungen aus Honorarvereinbarungen 1.025
Verpflichtungen aus in der Erstellung befindlichen Vermögenswerten und nicht bilanzierten Leasingverträgen 157
Einkaufsverpflichtungen für Vorräte 38
Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 17
Bürgschaften 15
Sonstige 269
3.291

Die Verpflichtungen aus (Ko-)Produktionen, Verträgen über Fernsehlizenzen und Übertragungsrechte sowie sonstigen Rechten und Lizenzen betreffen in Höhe von 1.770 Mio. € die RTL Group. Die Verpflichtungen aus Honorarvereinbarungen entfallen in Höhe von 897 Mio. € auf Penguin Random House und in Höhe von 124 Mio. € auf BMG. Die Verpflichtungen aus in der Erstellung befindlichen Vermögenswerten und nicht bilanzierten Leasingverträgen enthalten Verpflichtungen aus eingegangenen, aber noch nicht begonnenen Leasingverhältnissen.

Zum 31. Dezember 2018 bestanden folgende außerbilanzielle Verpflichtungen:

in Mio. € 31.12.2018
Miet- und Leasingverpflichtungen für bereits genutzte Immobilien und Mobilien 1.367
Verpflichtungen aus in der Erstellung befindlichen Vermögenswerten 238
Bürgschaften 15
Sonstige Verpflichtungen 3.408
5.028

Von den sonstigen Verpflichtungen zum 31. Dezember 2018 entfielen 2.386 Mio. € auf die RTL Group. Diese resultieren aus Lieferverträgen über (Ko-)Produktionen, Verträgen über Fernsehlizenzen und Übertragungsrechte sowie sonstigen Rechten und Leistungen. Weitere 832 Mio. € der sonstigen Verpflichtungen zum 31. Dezember 2018 entfielen auf Penguin Random House. Diese repräsentieren denjenigen Teil der gegenüber den Autoren zu erbringenden Verpflichtungen, für die noch keine Zahlungen geleistet worden sind und deren künftige Zahlungen von weiteren Ereignissen abhängen (beispielsweise Lieferung und Annahme des Manuskripts). Zum 31. Dezember 2018 bestanden sonstige Verpflichtungen in Höhe von 17 Mio. € für den Erwerb von Sachanlagen.

Die Mietverpflichtungen mit Ausnahme der Verpflichtungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen und Leasingverhältnissen über geringwertige Vermögenswerte werden seit dem 1. Januar 2019 als Leasingverbindlichkeiten bilanziert. Weitere Erläuterungen finden sich im Abschnitt "Auswirkungen von neuen Rechnungslegungsstandards".

Für alle langfristigen Mietverpflichtungen, die als Operating Leases nach IAS 17 qualifiziert wurden, ergaben sich zum 31. Dezember 2018 folgende Mindestleasingzahlungen:

Mindestleasingzahlungen Operating Leases

in Mio. € 31.12.2018
Nominalwert
Bis 1 Jahr 283
1 bis 5 Jahre 664
Über 5 Jahre 420
1.367
Barwert 1.161

Diese Verpflichtungen betrafen im Wesentlichen Immobilienmietverträge. Den Verpflichtungen standen zum 31. Dezember 2018 erwartete Mindestleasingzahlungen aus Untermietverhältnissen mit einem Nominalwert von 11 Mio. € gegenüber. Die unter Berücksichtigung landesspezifischer Zinssätze ermittelten Nettobarwerte zeigten die zur Begleichung der Verpflichtung notwendigen Nettoauszahlungen.

25 Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Die Buchwerte und Bewertungskategorien finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten nach IFRS 9 zum 31. Dezember 2019 zeigen die beiden folgenden Tabellen:

Buchwerte und Bewertungskategorien finanzieller Vermögenswerte

in Mio. € 31.12.2019 31.12.2018
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte
- Ausleihungen 71 70
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.743 3.720
- Forderungen gegenüber Beteiligungsunternehmen 30 28
- Übrige sonstige finanzielle Forderungen 737 649
- Bankguthaben und Kassenbestände 1.610 1.369
- Zahlungsmitteläquivalente 18 36
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
- Sonstige finanzielle Vermögenswerte 68 74
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete originäre finanzielle Vermögenswerte
- Ausleihungen 37 8
- Fund of Fund Investments 317 173
- Minderheitsbeteiligungen in Start-ups 705 685
- Übrige sonstige finanzielle Forderungen 8 25
- Sonstige finanzielle Vermögenswerte 125 137
- Zahlungsmitteläquivalente 8 -
Derivative Finanzinstrumente 60 67
Continuing Involvement 54 46
7.591 7.087

Buchwerte und Bewertungskategorien finanzieller Verbindlichkeiten

in Mio. € 31.12.2019 31.12.2018
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
- Genusskapital 413 413
- Anleihen und Schuldscheindarlehen 4.702 4.931
- Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten 138 256
- Sonstige Finanzschulden 160 111
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.816 3.704
- Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen 23 18
- Sonstige 1.151 1.215
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete originäre finanzielle Verbindlichkeiten 32 31
Derivative Finanzinstrumente 127 56
Continuing Involvement 54 46
10.616 10.781

Die beizulegenden Zeitwerte der Anleihen und Schuldscheindarlehen sind der Note 21 "Finanzschulden" zu entnehmen. Die Buchwerte der weiteren zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten stellen einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.

Beizulegende Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte nach Bewertungskategorien

in Mio. € Stufe 1: notierte Preise von aktiven Märkten Stufe 2: beobachtbare Marktdaten Stufe 3: nicht beobachtbare Marktdaten Summe 31.12.2019
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 140 10 1.118 1.268
Zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte - 34 - 34
Derivate mit Hedge-Beziehung - 26 - 26
140 70 1.118 1.328
in Mio. € Stufe 1: notierte Preise von aktiven Märkten Stufe 2: beobachtbare Marktdaten Stufe 3: nicht beobachtbare Marktdaten Summe 31.12.2018
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 110 9 983 1.102
Zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte - 51 - 51
Derivate mit Hedge-Beziehung - 16 - 16
110 76 983 1.169

Eine Zuordnung der in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente zu den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie nach Klassen ist aus den Tabellen zu den Buchwerten und Bewertungskategorien für das jeweilige Geschäftsjahr ableitbar. Die finanziellen Vermögenswerte der Bewertungsstufen 1 und 3 entfallen im Wesentlichen auf vom Unternehmensbereich Bertelsmann Investments gehaltene Beteiligungen, die zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden.

Finanzielle Vermögenswerte der Bewertungsstufe 3

in Mio. € Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte Summe
Stand 1.1.2019 983 - 983
Gesamter Gewinn (+) bzw. Verlust (-) 225 - 225
- in Gewinn- und Verlustrechnung 229 - 229
- im sonstigen Ergebnis -4 - -4
Erwerbe 459 - 459
Veräußerung/Tilgung -406 - -406
Umgliederungen aus/in Stufe 3 (inklusive erstmaliger Klassifizierung als Stufe 3) -143 - -143
Stand 31.12.2019 1.118 - 1.118
Gewinn (+) bzw. Verlust (-) aus den zum Stichtag noch im Bestand befindlichen Vermögenswerten 84 - 84
in Mio. € Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte Summe
Stand 1.1.2018 428 - 428
Gesamter Gewinn (+) bzw. Verlust (-) 208 - 208
- in Gewinn- und Verlustrechnung 197 - 197
- im sonstigen Ergebnis 11 - 11
Erwerbe 276 - 276
Veräußerung/Tilgung -133 - -133
Umgliederungen aus/in Stufe 3 (inklusive erstmaliger Klassifizierung als Stufe 3) 204 - 204
Stand 31.12.2018 983 - 983
Gewinn (+) bzw. Verlust (-) aus den zum Stichtag noch im Bestand befindlichen Vermögenswerten 180 - 180

Beizulegende Zeitwerte der finanziellen Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien

in Mio. € Stufe 1: notierte Preise von aktiven Märkten Stufe 2: beobachtbare Marktdaten Stufe 3: nicht beobachtbare Marktdaten Summe 31.12.2019
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten - - 32 32
Zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Verbindlichkeiten - 122 - 122
Derivate mit Hedge-Beziehung - 5 - 5
- 127 32 159
in Mio. € Stufe 1: notierte Preise von aktiven Märkten Stufe 2: beobachtbare Marktdaten Stufe 3: nicht beobachtbare Marktdaten Summe 31.12.2018
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten - - 31 31
Zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Verbindlichkeiten - 52 - 52
Derivate mit Hedge-Beziehung - 4 - 4
- 56 31 87

Finanzielle Verbindlichkeiten der Bewertungsstufe 3

in Mio. € Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten Summe
Stand 1.1.2019 31 31
Gesamter Gewinn (-) bzw. Verlust (+) 1 1
- in Gewinn- und Verlustrechnung 1 1
- im sonstigen Ergebnis - -
Erwerbe 7 7
Tilgungen -7 -7
Umgliederungen aus/in Stufe 3 - -
Stand 31.12.2019 32 32
Gewinn (-) bzw. Verlust (+) aus den zum Stichtag noch im Bestand befindlichen Verbindlichkeiten 1 1
in Mio. € Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten Summe
Stand 1.1.2018 44 44
Gesamter Gewinn (-) bzw. Verlust (+) -8 -8
- in Gewinn- und Verlustrechnung -8 -8
- im sonstigen Ergebnis - -
Erwerbe 9 9
Tilgungen -14 -14
Umgliederungen aus/in Stufe 3 - -
Stand 31.12.2018 31 31
Gewinn (-) bzw. Verlust (+) aus den zum Stichtag noch im Bestand befindlichen Verbindlichkeiten -4 -4

Stufe 1:

Der beizulegende Zeitwert von börsennotierten Finanzinstrumenten wird auf Basis von Börsennotierungen zum Bilanzstichtag bestimmt.

Stufe 2:

Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von nicht börsennotierten Derivaten verwendet Bertelsmann verschiedene finanzwirtschaftliche Methoden, die den zu den jeweiligen Bilanzstichtagen herrschenden Marktbedingungen und Risiken Rechnung tragen. Unabhängig von der Art des Finanzinstruments werden zukünftige Zahlungsströme auf Basis der am Bilanzstichtag geltenden Marktzinsen und Zinsstrukturkurven auf den Bilanzstichtag diskontiert. Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften wird auf Basis der zum Bilanzstichtag geltenden Kassamittelkurse unter Berücksichtigung der Terminabschläge und -aufschläge für die jeweilige Restlaufzeit der Geschäfte ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Zinsderivaten wird auf Basis der am Bilanzstichtag geltenden Marktzinsen und Zinsstrukturkurven ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften wird von zum Bilanzstichtag veröffentlichten Börsennotierungen abgeleitet. Eventuell bestehende Inkongruenzen zu den standardisierten Börsenkontrakten werden durch Interpolation bzw. Hinzurechnungen berücksichtigt.

Stufe 3:

Sofern keine beobachtbaren Marktdaten vorliegen, erfolgt die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte überwiegend auf Basis von Cashflow-basierten Bewertungsverfahren. Für erworbene Minderheitsbeteiligungen im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments wird grundsätzlich auf sogenannte qualifizierte Finanzierungsrunden zurückgegriffen. Die börsennotierten Finanzinstrumente mit vertraglichen Handelsbeschränkungen (Lock-ups) werden ebenfalls der Stufe 3 zugeordnet.

Die Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten nach Stufe 2 und Stufe 3 erfordert bestimmte Annahmen des Managements bezüglich der Inputfaktoren des Modells einschließlich Cashflows, Abzinsungssatz und Ausfallrisiko sowie Lebens-/Entwicklungszyklus der Start-up-Beteiligungen.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden in der Bilanz saldiert, sofern Globalverrechnungsvereinbarungen oder ähnliche Vereinbarungen dem Bertelsmann-Konzern und der Gegenpartei einen Ausgleich auf Nettobasis erlauben.

Ein Ausgleich auf Nettobasis ist dabei sowohl im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit als auch beim Eintritt des Zahlungsausfalls einer Partei rechtlich wirksam. Darüber hinaus schließt Bertelsmann Finanzderivate ab, die die Kriterien für eine Saldierung in der Bilanz nicht erfüllen, da das Recht zur Saldierung von zukünftigen Ereignissen abhängig ist. Die Voraussetzungen für eine Saldierung der bilanzierten Finanzinstrumente werden in der Regel nicht erfüllt, sodass zum 31. Dezember 2019 wie auch im Vorjahr keine wesentlichen Saldierungen vorgenommen wurden.

Kreditausfallrisiko

Bertelsmann wendet gemäß IFRS 9 zur Bewertung erwarteter Kreditausfälle für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte eine vereinfachte Vorgehensweise an, nach der sich die Wertberichtigung an den über die Laufzeit erwarteten Kreditverlusten bemisst. Dazu wurden Wertberichtigungsmatrizen auf Basis historischer Forderungsausfälle, Laufzeitbänder und erwarteter Kreditausfälle erstellt. Die Bildung der Wertberichtigungsmatrizen erfolgte unternehmensbereichs- bzw. Business-Unit-spezifisch für Forderungsgruppen, die jeweils ähnliche Ausfallmuster aufweisen. Darüber hinaus werden separate Risikobeurteilungen vorgenommen. Die Vertragsvermögenswerte weisen im Wesentlichen die gleichen Risikoeigenschaften auf wie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen für gleichartige Verträge, sodass die erwarteten Ausfallraten für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auch eine angemessene Annäherung an die Ausfallraten für das Vertragsvermögen darstellen.

Auf dieser Grundlage wurde die Wertberichtigung zum 31. Dezember 2019 sowohl für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als auch für das Vertragsvermögen wie folgt ermittelt:

Ausfallrisiko für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte

Kollektive Wertberichtigung
in Mio. € Nicht überfällig 1-30 Tage überfällig 31-90 Tage überfällig Mehr als 90 Tage überfällig Individuelle Wertberichtigung
Erwartete Ausfallrate 0,34 % 0,86 % 1,75 % 11,54 % n/a
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte 2.345 465 171 130 878
Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste -8 -4 -3 -15 -149
Stand 31.12.2019 2.337 461 168 115 729
Kollektive Wertberichtigung
in Mio. € Nicht überfällig 1-30 Tage überfällig 31-90 Tage überfällig Mehr als 90 Tage überfällig Individuelle Wertberichtigung
Erwartete Ausfallrate 0,47 % 1,37 % 2,04 % 14,16 % n/a
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte 2.365 439 147 113 878
Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste -11 -6 -3 -16 -126
Stand 31.12.2018 2.354 433 144 97 752

Die erwarteten Wertberichtigungssätze entsprechen den Durchschnittssätzen der jeweiligen unternehmensbereichsbzw. Business-Unit-spezifischen Forderungsgruppen. Im Geschäftsjahr 2019 wurden Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte in Höhe von -18 Mio. € erfasst (Vj.: -7 Mio. €). Eine Überleitungsrechnung der Anfangssalden auf die Schlusssalden der Wertberichtigung für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte im Geschäftsjahr 2019 ist folgender Tabelle zu entnehmen:

Entwicklung der Wertberichtigung für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte

in Mio. € 2019 2018
Stand 1.1. -162 -162
Zuführung -57 -55
Verbrauch 11 12
Auflösung 39 48
Veränderung Konsolidierungskreis -7 -5
Wechselkurseffekt -3 -
Stand 31.12. -179 -162

Für alle übrigen finanziellen Vermögenswerte, die dem Modell der erwarteten Kreditverluste unterliegen, wendet Bertelsmann die allgemeine Vorgehensweise an. Die folgende Tabelle zeigt eine Überleitungsrechnung der Anfangssalden auf die Schlusssalden der Wertberichtigung der betreffenden Finanzinstrumente:

Entwicklung der Wertberichtigung für die übrigen finanziellen Vermögenswerte

in Mio. € Ausleihungen Übrige sonstige finanzielle Forderungen Finanzielle Vermögenswerte mit bereits bei Erwerb oder Ausreichung beeinträchtigter Bonität Summe
Stand 1.1.2019 -39 -63 -16 -118
Zuführung -18 -31 -5 -54
Verbrauch 15 6 3 24
Auflösung 9 11 2 22
Veränderung Konsolidierungskreis 3 2 - 5
Wechselkurseffekt - - - -
Stand 31.12.2019 -30 -75 -16 -121
- davon erwarteter 12-Monats-Kreditverlust -1 -24 n/a -25
- davon über die Laufzeit erwarteter Kreditverlust bei unbeeinträchtigter Bonität - -48 n/a -48
- davon über die Laufzeit erwarteter Kreditverlust bei beeinträchtigter Bonität -29 -3 n/a -32
in Mio. € Ausleihungen Übrige sonstige finanzielle Forderungen Finanzielle Vermögenswerte mit bereits bei Erwerb oder Ausreichung beeinträchtigter Bonität Summe
Stand 1.1.2018 -43 -61 -16 -120
Zuführung -2 -18 -13 -33
Verbrauch 5 2 3 10
Auflösung 2 8 10 20
Veränderung Konsolidierungskreis -1 6 - 5
Wechselkurseffekt - - - -
Stand 31.12.2018 -39 -63 -16 -118
- davon erwarteter 12-Monats-Kreditverlust -25 -19 n/a -44
- davon über die Laufzeit erwarteter Kreditverlust bei unbeeinträchtigter Bonität -1 -34 n/a -35
- davon über die Laufzeit erwarteter Kreditverlust bei beeinträchtigter Bonität -13 -10 n/a -23

Der identifizierte Wertminderungsaufwand für liquide Mittel war im Geschäftsjahr 2019 ebenso wie im Vorjahr unwesentlich.

Wie im Vorjahr stellt der Buchwert aller Forderungen, Ausleihungen und Wertpapiere zum Bilanzstichtag das maximale Ausfallrisiko des Bertelsmann-Konzerns dar.

Die folgende Tabelle zeigt die vertraglich fixierten undiskontierten Mittelabflüsse der finanziellen Verbindlichkeiten für Tilgungen. Die Daten beruhen auf undiskontierten Cashflows, basierend auf dem frühesten Tag, an dem der Bertelsmann-Konzern zur Zahlung verpflichtet werden kann.

Fälligkeitsanalyse für nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten

Undiskontierte Mittelabflüsse
in Mio. € Buchwert Bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre Summe
Genusskapital 413 - 413 - 413
Festverzinsliche Anleihen und Schuldscheindarlehen 4.692 100 1.800 2.815 4.715
Variabel verzinsliche Anleihen und Schuldscheindarlehen 10 - - 10 10
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten 138 134 4 - 138
Sonstige Finanzschulden 160 154 6 - 160
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.816 3.642 168 6 3.816
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen 23 23 - - 23
Sonstige 1.237 1.131 73 33 1.237
Stand 31.12.2019 10.489 5.184 2.464 2.864 10.512
Genusskapital 413 - 413 - 413
Festverzinsliche Anleihen und Schuldscheindarlehen 4.831 210 1.350 3.300 4.860
Variabel verzinsliche Anleihen und Schuldscheindarlehen 100 100 - - 100
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten 256 248 7 1 256
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 39 7 34 - 41
Sonstige Finanzschulden 111 102 9 - 111
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.704 3.530 160 14 3.704
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen 18 18 - - 18
Sonstige 1.293 1.141 88 64 1.293
Stand 31.12.2018 10.765 5.356 2.061 3.379 10.796

Den kurzfristigen Zahlungsabflüssen aus finanziellen Verbindlichkeiten stehen geplante Zahlungszuflüsse aus Forderungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerten gegenüber. Darüber hinaus verfügt die Bertelsmann SE & Co. KGaA zur Deckung kurzfristiger Mittelabflüsse über eine ausreichende Finanzierungsreserve in Höhe der zum Bilanzstichtag bestehenden liquiden Mittel und der freien Kreditlinien.

Die Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2019 findet sich unter Textziffer 22 "Leasingverbindlichkeiten".

Auf Grundlage der vertraglich vereinbarten Restlaufzeiten für die zum Stichtag bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten ergeben sich für den Bertelsmann-Konzern zukünftig folgende Zinszahlungen:

Zukünftige Zinszahlungen

Undiskontierte Zinszahlungen
in Mio. € Bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre Summe
Genusskapital 45 90 - 135
Anleihen und Schuldscheindarlehen 94 310 117 521
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten 3 - - 3
Sonstige Finanzschulden 2 2 - 4
Stand 31.12.2019 144 402 117 663
Genusskapital 45 136 - 181
Anleihen und Schuldscheindarlehen 95 346 167 608
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten 5 - - 5
Sonstige Finanzschulden 2 3 - 5
Stand 31.12.2018 147 485 167 799

Finanzdienstleistungen im Zusammenhang mit verkauften Forderungen

Bertelsmann verkauft in speziellen Einzelfällen von Dritten angekaufte Forderungen an Finanzintermediäre. Bei den verkauften Forderungen handelt es sich im Wesentlichen um kurzfristige, zum Teil kreditversicherte Forderungen, die Arvato Financial Solutions im Rahmen des Serviceangebotes zur Durchführung von Finanzdienstleistungen von Dritten erwirbt und teilweise an Finanzintermediäre fortlaufend weiterveräußert. Dieses Geschäft kann jederzeit unterjährig angepasst werden. Im Rahmen der vertraglichen Vereinbarungen zu den Forderungsverkäufen wurden im Wesentlichen weder alle Chancen noch alle Risiken, die mit den Forderungen in Verbindung stehen, übertragen oder zurückbehalten. Diese betreffen insbesondere mögliche Ausfälle und späte Bezahlung der verkauften Forderungen, sodass eine Forderung in Höhe des anhaltenden Engagements (Continuing Involvement) von 54 Mio. € (Vj.: 46 Mio. €) bilanziert wurde. Der Buchwert der damit verbundenen Verbindlichkeit beträgt 61 Mio. € (Vj.: 52 Mio. €). Dem liegt ein Volumen der verkauften Forderungen in Höhe von 379 Mio. € (Vj.: 340 Mio. €) zum Bilanzstichtag zugrunde.

Risikomanagement von Finanzinstrumenten

Finanzrisikomanagement

Aufgrund seiner internationalen Aktivitäten ist der Bertelsmann-Konzern einer Reihe von Finanzrisiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere die Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse und der Zinssätze. Das Risikomanagement von Bertelsmann ist darauf ausgerichtet, Risiken zu reduzieren. Der Vorstand legt die allgemeinen Richtlinien für das Risikomanagement fest und bestimmt so das generelle Vorgehen bei der Absicherung von Währungskurs- und Zinsänderungsrisiken sowie den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten. Die Zentrale Finanzabteilung berät die Tochterunternehmen bezüglich operativer Risiken und führt gegebenenfalls Sicherungen mittels derivativer Finanzgeschäfte durch. Bei operativen Risiken wird den Tochterunternehmen jedoch nicht vorgeschrieben, den Service der Zentralen Finanzabteilung in Anspruch zu nehmen. Einige Tochterunternehmen, so insbesondere die RTL Group, verfügen über eine eigene Finanzabteilung. Sie melden ihre Sicherungsgeschäfte quartalsweise der Zentralen Finanzabteilung. Weitere Informationen zu den Finanzmarktrisiken und zum Finanzrisikomanagement sind im zusammengefassten Lagebericht dargestellt.

Währungsrisiko

Der Bertelsmann-Konzern ist einem Kursänderungsrisiko bezüglich verschiedener Fremdwährungen ausgesetzt. Es wird den Tochterunternehmen empfohlen, jedoch nicht vorgeschrieben, sich gegen Fremdwährungsrisiken in der lokalen Berichtswährung durch den Abschluss von Termingeschäften mit Banken hoher Bonität abzusichern. Darlehen innerhalb des Konzerns, die einem Währungsrisiko unterliegen, werden durch derivative Finanzinstrumente gesichert. Sofern designierte Fremdwährungssicherungsgeschäfte den Effektivitätsanforderungen genügen, erfolgt die Bilanzierung als Sicherungsgeschäft im Sinne des IFRS 9 zur Absicherung von Zahlungsströmen. Eine Reihe von Tochterunternehmen ist außerhalb des Euro-Währungsraumes angesiedelt. Die Steuerung der sich hieraus ergebenden Translationsrisiken erfolgt über das Verhältnis aus den wirtschaftlichen Finanzschulden und dem Operating EBITDA für die wesentlichen Währungsräume. Langfristig wird für jeden Währungsraum ein angemessenes Verhältnis der Finanzschulden zur operativen Ertragskraft angestrebt. Hierbei orientiert sich Bertelsmann an der für den Bertelsmann-Konzern definierten Höchstgrenze für den Leverage Factor.

Zinsänderungsrisiko

Zinsänderungsrisiken liegen bei verzinslichen Vermögenswerten und Finanzschulden vor. Das Zinsänderungsrisiko des Bertelsmann-Konzerns wird zentral analysiert und in Abhängigkeit von den geplanten Nettofinanzschulden gesteuert. Maßgabe bei der Steuerung sind das Zinsergebnis des Konzerns im Zeitablauf und die Sensitivität für Zinsänderungen. Dabei wird ein ausgewogenes Verhältnis von variablen zu langfristig fest vereinbarten Zinsbindungen in Abhängigkeit von der absoluten Höhe, der geplanten Entwicklung der verzinslichen Verbindlichkeit und dem Zinsniveau angestrebt und über originäre sowie derivative Finanzinstrumente in der Steuerung umgesetzt.

Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiken können durch die fehlende Möglichkeit einer Anschlussfinanzierung (Liquiditätsrisiko im engeren Sinne) sowie durch die Verzögerung geplanter Zahlungseingänge und durch ungeplante Auszahlungen (Planrisiko) auftreten. Das Planrisiko bemisst sich aus einer Gegenüberstellung von Plan-Ist-Abweichungen einerseits und der Höhe der Reserven andererseits. Das Liquiditätsrisiko im engeren Sinne ist abhängig vom Volumen der Fälligkeiten in einer Periode. Das Liquiditätsrisiko wird laufend auf Basis des erstellten Budgets für das Budgetjahr und die Folgejahre überwacht. Dabei werden neue und ungeplante Geschäftsvorfälle (z. B. Akquisitionen) kontinuierlich einbezogen. Zusätzlich erfolgt eine regelmäßige Abstimmung der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Die Steuerung von Planrisiken erfolgt durch ein effektives Cash Management sowie eine ständige Überwachung der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows. Zudem werden Laufzeiten für Finanzierungen so gewählt, dass Fälligkeiten über den Zeitablauf diversifiziert sind und sich somit ein Anstieg der Refinanzierungskosten nur langfristig auswirken würde. Kreditlinien bei Banken schaffen darüber hinaus Vorsorge für ungeplante Auszahlungen.

Kontrahentenrisiko

Im Bertelsmann-Konzern bestehen Ausfallrisiken in Höhe der angelegten liquiden Mittel sowie der positiven Marktwerte der abgeschlossenen Derivate. Geldgeschäfte und Finanzinstrumente werden grundsätzlich nur mit einem fest definierten Kreis von Banken ("Kernbanken") hoher Bonität abgeschlossen. Die Bonität der Kernbanken wird anhand quantitativer und qualitativer Faktoren (Rating, CDS-Spreads, Börsenkursentwicklung etc.) fortlaufend beobachtet und klassifiziert. Die aus dieser Bonitätsbeurteilung abgeleiteten Kontrahentenlimite beziehen sich auf die liquiden Mittel und positiven Marktwerte der abgeschlossenen Derivate. Die Ausnutzung wird regelmäßig überwacht. Um auf veränderte Bonitätseinschätzungen reagieren zu können, ist die Anlage zum Teil sehr kurzfristig ausgerichtet. Des Weiteren werden zur Reduzierung der Ausfallrisiken mit Banken teilweise Tri-Party-Geschäfte abgeschlossen. Bei den Tri-Party-Geschäften handelt es sich um besicherte Geldanlagen. Als Sicherheit werden von den Banken zuvor definierte Wertpapiere bereitgestellt. Zum Bilanzstichtag waren keine Tri-Party-Geschäfte ausstehend, es wurden wie im Vorjahr keine Sicherheiten gewährt. Die Geschäftsabwicklung sowie die Sicherheitenverwaltung und -bewertung werden von einer Clearingstelle übernommen. Ausfallrisiken bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden durch den teilweisen Abschluss von Kreditversicherungen gemindert. Der Bertelsmann-Konzern verfügt für diese Forderungen über Kreditsicherungen in Höhe von 632 Mio. € (Vj.: 713 Mio. €).

Kapitalmanagement

Die finanzpolitischen Zielsetzungen des Bertelsmann-Konzerns sollen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Finanzierungssicherheit, Eigenkapitalrentabilität und Wachstum gewährleisten. Die Verschuldung des Konzerns soll sich hierbei insbesondere an den Anforderungen eines Credit Rating der Bonitätsstufe "Baa1/BBB+" orientieren. Die finanzielle Steuerung bei Bertelsmann erfolgt nach quantifizierten Finanzierungszielen, die einen zentralen Beitrag zur Unabhängigkeit und Handlungsfähigkeit des Konzerns leisten. Als Bestandteil des Planungsprozesses und einer laufenden Beobachtung sind sie Teil der Steuerungskennzahlen im weiteren Sinne. Die finanzielle Steuerungsgröße für die Begrenzung der Verschuldung im Bertelsmann-Konzern stellt der Leverage Factor von maximal 2,5 dar. Zum 31. Dezember 2019 lag der Leverage Factor bei 2,6 (Vj.: 2,7). Daneben soll die Coverage Ratio (Zinsdeckungsgrad) über einem Wert von vier liegen. Die Coverage Ratio betrug zum 31. Dezember 2019 8,5 (Vj.: 11,1). Die Eigenkapitalquote soll mindestens 25 Prozent der Konzernbilanzsumme betragen. Die Steuerung der Eigenkapitalquote orientiert sich hierbei an der Definition des Eigenkapitals nach IFRS. Nicht beherrschende Anteilseigner an Personengesellschaften werden, obwohl sie bei wirtschaftlicher Betrachtung Eigenkapital darstellen, als Fremdkapital bilanziert. Die Eigenkapitalquote betrug im Geschäftsjahr 2019 38,2 Prozent (Vj.: 38,8 Prozent) und erfüllte damit die interne finanzielle Zielsetzung.

Zins- und Währungssensitivität

Für die Analyse des Zinsrisikos ist zwischen Cashflow- und Barwert-Risiken zu unterscheiden. Bei Finanzschulden, liquiden Mitteln und Zinsderivaten mit einer variablen Zinsbindung überwiegt das Cashflow-Risiko, da Veränderungen der Marktzinssätze sich - nahezu ohne Zeitverzug - im Zinsergebnis des Konzerns auswirken. Im Gegensatz hierzu entstehen Barwert-Risiken aus mittel- bis langfristig vereinbarten Zinsbindungen. Die bilanzielle Abbildung von Barwert-Risiken ist vom jeweiligen Finanzinstrument oder von einem im Zusammenhang mit Derivaten dokumentierten Sicherungszusammenhang (Micro-hedge) abhängig. Originäre Finanzschulden werden in der Bilanz bei erstmaligem Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten erfasst. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Veränderungen des Marktwerts beschränken sich auf Opportunitätseffekte, da sich Zinsänderungen weder in der Bilanz noch in der Gewinn- und Verlustrechnung niederschlagen. Eine hiervon abweichende Bilanzierung der originären Finanzschulden zum Marktwert wird auf Vorgänge beschränkt, für die im Zusammenhang mit dem Abschluss einer Zins- und Währungssicherung über Derivate nach IFRS 9 ein Microhedge dokumentiert wird. In diesen Fällen wird die Marktwertänderung der Finanzschulden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, um gegensätzliche Effekte aus der Marktbewertung der zugehörigen Derivate zu einem wesentlichen Teil zu kompensieren. Für derivative Finanzinstrumente werden die Wirkungen aus Zinsänderungen grundsätzlich über die Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Bei dokumentierten Sicherungszusammenhängen (Cash Flow Hedges) erfolgt die Abbildung im Eigenkapital.

Die Analyse der zu den Stichtagen bestehenden Cashflow- bzw. Barwert-Risiken erfolgt über eine Sensitivitätsberechnung als Nachsteuerbetrachtung. Hierbei wird eine Parallelverschiebung der Zinskurve um jeweils +/-1 Prozent für alle wesentlichen Währungen unterstellt. Die Analyse erfolgt auf Grundlage der Finanzschulden, der liquiden Mittel sowie der zu den Stichtagen bestehenden Derivate. Die Ergebnisse sind in der nachstehenden Tabelle dargestellt:

Sensitivitätsanalyse der Cashflow-Risiken und Barwert-Risiken

31.12.2019 31.12.2018
in Mio. € Veränderung um +1
%
Veränderung um -1
%
Veränderung um +1
%
Veränderung um -1
%
Cashflow-Risiken über Gewinn- und Verlustrechnung 12 -12 10 -10
Barwert-Risiken über Gewinn- und Verlustrechnung 12 -12 17 -17
Barwert-Risiken über Eigenkapital - - - -

In die Ermittlung der Fremdwährungssensitivität werden die zu den Stichtagen bestehenden Finanzschulden und operativen Geschäftsvorfälle sowie die vereinbarten Sicherungsgeschäfte einbezogen. Die Berechnung wird für die ungesicherte Nettoposition auf Basis einer angenommenen 10-prozentigen Aufwertung des Euro gegenüber allen Fremdwährungen vorgenommen und als Nachsteuerbetrachtung dargestellt. Eine einheitliche Abwertung der Fremdwährungen hätte zu einer ergebniswirksamen Veränderung des Buchwerts von -7 Mio. € (Vj.: -2 Mio. €) geführt. Hiervon entfallen -2 Mio. € (Vj.: -1 Mio. €) auf eine Veränderung des US-Dollar bei einer Netto-Exposure von 39 Mio. US-$ (Vj.: 19 Mio. US-$). Das Eigenkapital wäre durch Schwankungen der Marktwerte aus dokumentierten Cash Flow Hedges um -22 Mio. € (Vj.: -34 Mio. €) verändert worden. Hiervon entfallen -24 Mio. € (Vj.: -37 Mio. €) auf eine Veränderung des US-Dollar bei einem Volumen dokumentierter Cash Flow Hedges von 389 Mio. US-$ (Vj.: 605 Mio. US-$). Bei einer einheitlichen Aufwertung der Fremdwährungen hätte dies für den Bertelsmann-Konzern zu gegenläufigen Veränderungen der genannten Beträge geführt.

Finanzderivate

Bertelsmann verwendet als Finanzderivate marktübliche, überwiegend außerhalb der Börse gehandelte (sogenannte OTC-) Instrumente. Dies sind vor allem Terminkontrakte, Währungsswaps, Währungsoptionen, Zinsswaps und vereinzelt Warentermingeschäfte. Die Geschäfte werden ausschließlich mit Banken hoher Bonität getätigt. Abschlüsse der Zentralen Finanzabteilung erfolgen grundsätzlich nur mit einem durch den Vorstand genehmigten Bankenkreis. Das Nominalvolumen ist die Summe aller den Geschäften zugrunde liegenden Kauf- bzw. Verkaufsbeträge.

Der überwiegende Teil der zum Stichtag bestehenden Finanzderivate mit einem Nominalvolumen von 5.734 Mio. € (Vj.: 5.233 Mio. €) dient zur Absicherung gegen Währungskursrisiken aus konzerninternen Finanzierungen. Auf diese Finanzderivate entfallen zum Bilanzstichtag insgesamt 3.723 Mio. € bzw. 65 Prozent (Vj.: 3.390 Mio. € bzw. 65 Prozent). Auf Finanzderivate, die zur Absicherung gegen Währungskursrisiken aus dem operativen Geschäft abgeschlossen wurden, entfallen zum Bilanzstichtag insgesamt 1.531 Mio. € bzw. 27 Prozent (Vj.: 1.363 Mio. € bzw. 26 Prozent). Des Weiteren werden Finanzderivate zur Absicherung gegen Zinsrisiken aus verzinslichen Forderungen und Verbindlichkeiten eingesetzt. Finanzderivate werden ausschließlich zu Sicherungszwecken abgeschlossen.

Die Beziehungen zwischen Sicherungsinstrumenten und gesicherten Positionen sowie die Risikomanagementziele und -strategien im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Sicherungsgeschäften werden dokumentiert. Dieses Verfahren beinhaltet die Verknüpfung aller als Sicherungsinstrumente bestimmten Derivate mit den jeweiligen Vermögenswerten, Schulden, festen Verpflichtungen oder vorhergesehenen Transaktionen. Des Weiteren beurteilt und dokumentiert das Unternehmen sowohl bei Eingehen des Sicherungsgeschäfts als auch auf fortlaufender Basis, ob die als Sicherungsinstrument verwendeten Derivate hinsichtlich des Ausgleichs von Änderungen der Marktwerte oder Cashflows der gesicherten Positionen hochwirksam sind.

Nominalvolumen und beizulegende Zeitwerte der Finanzderivate

31.12.2019
Nominalvolumen Beizulegende Zeitwerte
in Mio. € < 1 Jahr 1 bis 5 Jahre >5 Jahre Summe
Währungsgeschäfte
Termingeschäfte und Währungsswaps 3.249 1.182 823 5.254 -74
Zinsgeschäfte
Zinsswaps - 480 - 480 7
Übrige derivative Finanzinstrumente - - - - -
3.249 1.662 823 5.734 -67
31.12.2018
Nominalvolumen Beizulegende Zeitwerte
in Mio. € < 1 Jahr 1 bis 5 Jahre >5 Jahre Summe
Währungsgeschäfte
Termingeschäfte und Währungsswaps 2.682 1.411 660 4.753 8
Zinsgeschäfte
Zinsswaps - 480 - 480 3
Übrige derivative Finanzinstrumente - - - - -
2.682 1.891 660 5.233 11

Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzderivaten wird das Wahlrecht nach IFRS 13.48 (Nettorisikobetrachtung) genutzt. Für die Ermittlung des Kreditrisikos aus Finanzderivaten wird die jeweilige Nettoposition der beizulegenden Zeitwerte mit den Vertragspartnern zugrunde gelegt, da diese hinsichtlich ihrer Markt- oder Kreditausfallrisiken auf Basis einer Nettoposition gesteuert werden. Die Absicherung gegen das Fremdwährungsrisiko aus dem Kauf und Verkauf von Programmrechten und Output-Deals für das Fernsehgeschäft erfolgt über den Abschluss von Devisentermingeschäften. Bertelsmann sichert dabei zwischen 80 und 100 Prozent der kurzfristigen (innerhalb eines Jahres) zukünftigen Cashflows und zwischen 10 und 80 Prozent der längerfristigen (zwischen zwei und fünf Jahren) zukünftigen Cashflows ab. Die eingesetzten Derivate werden grundsätzlich unter Berücksichtigung der Volumina der abzusichernden Zahlungsströme im Rahmen von Cash Flow Hedges bilanziert. Der effektive Teil der Marktwertänderungen im Rahmen eines Cash Flow Hedge wird so lange im übrigen kumulierten Eigenkapital belassen, bis die erfolgswirksamen Auswirkungen der gesicherten Positionen eintreten oder ein Basis Adjustment vorliegt. Aus dem kumulierten übrigen Eigenkapital wurden in Bezug auf Cash Flow Hedges -4 Mio. € (Vj.: 3 Mio. €) in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Es handelt sich um Beträge vor Steuern. Der zum 31. Dezember 2019 im übrigen kumulierten Eigenkapital verbleibende Teil wird demnach die Gewinn- und Verlustrechnung in den nächsten Jahren im Wesentlichen beeinflussen. Ein ineffektiver Teil aus den Cash Flow Hedges bestand wie im Vorjahr nicht. Die Effekte aus nicht designierten Komponenten einer Cashflow-Sicherungsbeziehung (bspw. die Terminkomponente eines Fremdwährungsderivates bei einer Designation auf Spotbasis) wurden in Höhe von 16 Mio. € (Vj.: 10 Mio. €) unmittelbar erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

In der nachfolgenden Tabelle wird eine Übersicht über die Buchwerte der derivativen Finanzinstrumente gegeben, die den beizulegenden Zeitwerten entsprechen. Dabei wird unterschieden, ob sie in eine wirksame Sicherungsbeziehung nach IFRS 9 eingebunden sind oder nicht.

Derivative Finanzinstrumente

in Mio. € Buchwert zum 31.12.2019 Buchwert zum 31.12.2018
Aktiva
Termingeschäfte und Währungsswaps
- Ohne Hedge-Beziehung 27 48
- In Verbindung mit Cash Flow Hedges 26 16
Zinsswaps
- Ohne Hedge-Beziehung 7 3
- In Verbindung mit Cash Flow Hedges - -
Übrige derivative Finanzinstrumente ohne Hedge-Beziehung - -
Passiva
Termingeschäfte und Währungsswaps
- Ohne Hedge-Beziehung 122 52
- In Verbindung mit Cash Flow Hedges 5 4
Zinsswaps
- Ohne Hedge-Beziehung - -
- In Verbindung mit Cash Flow Hedges - -
Übrige derivative Finanzinstrumente ohne Hedge-Beziehung - -

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Restlaufzeiten der vertraglich festgelegten, im Rahmen eines derivativen Finanzinstruments zu tauschenden Beträge, für die Zahlungen auf Bruttobasis getauscht werden:

Verbindlichkeiten aus Derivaten mit Bruttoausgleich

Restlaufzeit der Verbindlichkeiten
in Mio. € Bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre Über 5 Jahre
Zahlungsabflüsse -2.399 -989 -1.048
Zahlungszuflüsse 2.353 894 886
Stand 31.12.2019 -46 -95 -162
Zahlungsabflüsse -1.644 -967 -660
Zahlungszuflüsse 1.617 889 554
Stand 31.12.2018 -27 -78 -106

26 Kapitalflussrechnung

Mit der auf IAS 7 basierenden Kapitalflussrechnung des Bertelsmann-Konzerns wird die Fähigkeit des Konzerns beurteilt, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu erwirtschaften. Die Zahlungsströme werden aufgeteilt in den Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit, den Cashflow aus Investitionstätigkeit und den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit. Die Darstellung der Zahlungsströme aus betrieblicher Tätigkeit erfolgt mittels der indirekten Methode, wobei das EBIT um Auswirkungen nicht zahlungswirksamer Geschäftsvorfälle oder Abgrenzungen von vergangenen oder künftigen betrieblichen Ein- oder Auszahlungen (einschließlich Rückstellungen) sowie um Ertrags- oder Aufwandsposten, die den Cashflows aus der Investitionstätigkeit zuzurechnen sind, bereinigt wird. Darüber hinaus werden Zahlungsströme aus Ertragsteuern ebenso als Zahlungsströme aus betrieblicher Tätigkeit klassifiziert wie auch andere Zahlungsströme, die weder der Investitions- noch der Finanzierungstätigkeit zuzurechnen sind.

Die operative Geschäftssteuerung des Bertelsmann-Konzerns erfolgt unter anderem auf Basis des Operating EBITDA und somit vor Finanzergebnis und Steuern, Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen sowie Sondereinflüssen. Der operative Erfolg und der sich hieraus ergebende Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit sollen daher in einem konsistenten, vergleichbaren Verhältnis zueinander stehen. Aus diesem Grund werden im Geschäftsjahr gezahlte bzw. erhaltene Zinsen im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

Die Veränderung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen ist der Saldo aus dem Personalaufwand für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen und den betrieblichen Auszahlungen für diese Verpflichtungen (weitere Erläuterungen finden sich unter Textziffer 18 "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen"). Einzahlungen in Pensionspläne in Höhe von 24 Mio. € (Vj.: 41 Mio. €) werden ebenfalls in diesem Posten erfasst. Bei den "Sonstigen Effekten" des Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit handelt es sich um die Anpassungen von Ergebnissen at-equity bilanzierter Beteiligungen unter Berücksichtigung der von diesen erhaltenen Dividenden und um Bereinigungen im Zusammenhang mit zahlungsunwirksamen Erträgen und Aufwendungen.

Bei der Aufstellung der Kapitalflussrechnung werden Effekte aus Fremdwährungskursänderungen und Veränderungen des Konsolidierungskreises berücksichtigt. Die Posten der Kapitalflussrechnung können daher nicht mit den entsprechenden Veränderungen auf Grundlage der veröffentlichten Bilanz abgestimmt werden. Die Investitionstätigkeit umfasst neben Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen auch Kaufpreiszahlungen für Akquisitionen sowie Erlöse aus dem Abgang von Anlagevermögen und Beteiligungen. Hinsichtlich der im Geschäftsjahr erfolgten Erwerbe von Beteiligungen wird auf den Abschnitt "Akquisitionen und Desinvestitionen" verwiesen. Die Veräußerungen innerhalb des Geschäftsjahres sind dort ebenfalls gesondert dargestellt. In der Berichtsperiode wurden Finanzschulden in Höhe von 6 Mio. € (Vj.: 192 Mio. €) übernommen. Aufgrund der Übernahme oder des Verlusts der Beherrschung über Tochterunternehmen oder sonstige Geschäftseinheiten gingen Finanzschulden in Höhe von 14 Mio. € (Vj.: 2 Mio. €) ab. Der unter "Verkäufe von sonstigem Anlagevermögen" erfasste Betrag resultiert im Wesentlichen aus mehreren im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments getätigten Transaktionen, darunter aus dem Verkauf der Beteiligung an dem Tech-Unternehmen Bigo.

Im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit werden neben den zahlungswirksamen Veränderungen des Eigenkapitals, der Finanzschulden, Leasingverbindlichkeiten und Dividendenausschüttungen auch gezahlte und erhaltene Zinsen (inklusive der gezahlten Zinsen aus Leasingverhältnissen) gezeigt. Der Posten "Aufnahme/Tilgung übrige Finanzschulden" umfasst Einzahlungen in Höhe von 185 Mio. € (Vj.: 214 Mio. €) und Auszahlungen in Höhe von -252 Mio. € (Vj.: -374 Mio. €). Die Auszahlungen enthalten unter anderem die Rückzahlung eines Bankdarlehens in Höhe von 150 Mio. € durch die Bertelsmann SE & Co. KGaA. Im Vorjahr betrafen die Auszahlungen unter anderem die Ablösung von Finanzschulden in Höhe von -165 Mio. € im Zusammenhang mit der Übernahme der Anteile an OnCourse Learning. Die übrigen Ein- und Auszahlungen im Vorjahr entfielen im Wesentlichen auf kurzfristige Darlehen mit kurzen Laufzeiten und entsprechend großer Umschlagshäufigkeit. Der Posten "Sonstige Effekte" enthält wie im Vorjahr im Wesentlichen zahlungswirksame Veränderungen im Zusammenhang mit Sicherungsgeschäften. Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse aus Leasingverhältnissen betrugen im Geschäftsjahr 2019 -288 Mio. €. Der Posten "Veränderung des Eigenkapitals" beträgt 81 Mio. € und wird im Wesentlichen durch die Transaktion im Zusammenhang mit Majorel bedingt (weitere Erläuterungen hierzu finden sich unter Textziffer 11 "Anteile an anderen Unternehmen"). Im Vorjahr betrug der Posten "Veränderung des Eigenkapitals" -59 Mio. € und betraf mit -29 Mio. € im Wesentlichen die Ausübung der Put-Option für die Anteile an Relias Learning. Weitere -18 Mio. € entfielen im Vorjahr auf den Erwerb eigener Anteile durch Groupe M6.

Die zahlungswirksamen und die zahlungsunwirksamen Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten zum 31. Dezember 2019 zeigt folgende Tabelle:

Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten

Zahlungswirksame Veränderungen Nichtzahlungswirksame Veränderungen
in Mio. € 1.1.2019 1 ' Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse
Anleihen 4.472 -100 -
Schuldscheindarlehen 459 -134 -
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten 256 -120 2
Leasingverbindlichkeiten 1.369 -288 9
Sonstige Finanzschulden 111 53 4
Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten 6.667 -589 15
Nichtzahlungswirksame Veränderungen
in Mio. € Abgänge durch Unternehmenszusammenschlüsse Wechselkursbedingte Veränderungen Sonstige Veränderungen
Anleihen - - 5
Schuldscheindarlehen - - -
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten - - -
Leasingverbindlichkeiten -3 18 287
Sonstige Finanzschulden -14 - 6
Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten -17 18 298
in Mio. € 31.12.2019
Anleihen 4.377
Schuldscheindarlehen 325
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten 138
Leasingverbindlichkeiten 1.392
Sonstige Finanzschulden 160
Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten 6.392

1) Die Leasingverbindlichkeiten zum 1. Januar 2019 enthalten sowohl die Leasingverbindlichkeiten aus der Erstanwendung des IFRS 16 in Höhe von 1.330 Mio. € als auch Leasingverbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing in Höhe von 39 Mio. €, die zum 31. Dezember 2018 nach IAS 17 im Posten "Sonstige Finanzschulden" erfasst wurden.

Zum 31. Dezember 2019 betreffen die sonstigen nichtzahlungswirksamen Veränderungen der Leasingverbindlichkeiten im Wesentlichen im Geschäftsjahr 2019 neu abgeschlossene Leasingverträge.

Die zahlungswirksamen und die zahlungsunwirksamen Veränderungen der Finanzschulden zum 31. Dezember 2018 zeigt folgende Tabelle:

Zahlungswirksame Veränderungen Nichtzahlungswirksame Veränderungen
in Mio. € 31.12.2017 Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse
Anleihen 3.725 742 -
Schuldscheindarlehen 659 -200 -
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten 324 -87 1
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 47 -9 -
Sonstige Finanzschulden 164 -240 191
Gesamte Finanzschulden 4.919 206 192
Nichtzahlungswirksame Veränderungen
in Mio. € Wechselkursbedingte Veränderungen Sonstige Veränderungen 31.12.2018
Anleihen - 5 4.472
Schuldscheindarlehen - - 459
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten 18 - 256
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing - 1 39
Sonstige Finanzschulden 1 -5 111
Gesamte Finanzschulden 19 1 5.337

27 Segmentberichterstattung

IFRS 8 "Geschäftssegmente" fordert die Orientierung der externen Segmentberichterstattung an der internen Organisations- und Managementstruktur sowie an intern verwendeten Steuerungs- und Berichtsgrößen. Der Bertelsmann-Konzern umfasst acht, nach der Art der angebotenen Produkte und Dienstleistungen differenzierte, operative berichtspflichtige Segmente (RTL Group, Penguin Random House, Gruner + Jahr, BMG, Arvato, Bertelsmann Printing Group, Bertelsmann Education Group und Bertelsmann Investments), über die von Segmentmanagern an den Vorstand der Bertelsmann Management SE in seiner Funktion als Hauptentscheidungsträger im Sinne des IFRS 8 berichtet wird. Der Bereich Corporate umfasst im Wesentlichen Aufgaben in den Bereichen Rechnungswesen und Berichterstattung, Steuern, Recht, Personal, Informationstechnologie, interne Revision, Unternehmenskommunikation sowie die Führung, die Steuerung und strategische Weiterentwicklung des Konzerns, die Sicherung der erforderlichen Finanzierungsmittel, die Risikosteuerung und die laufende Optimierung des Beteiligungsportfolios.

Die Eliminierungen segmentübergreifender Verflechtungen werden in der Spalte "Konsolidierung" ausgewiesen.

Die Definition der einzelnen Segmentangaben entspricht, wie auch in der Vergangenheit, der für die Konzernsteuerung zugrunde gelegten Definition. Die Bilanzierung und Bewertung erfolgt in der Segmentberichterstattung grundsätzlich nach denselben IFRS-Vorschriften wie im Konzernabschluss. Das investierte Kapital ergibt sich aus den Vermögenspositionen der Bilanz, die dem operativen Betriebszweck dienen, abzüglich solcher Verbindlichkeiten, die dem Unternehmen unverzinslich zur Verfügung stehen. Die Umsatzerlöse innerhalb des Konzerns werden grundsätzlich nur zu marktüblichen Konditionen, wie sie auch bei Geschäften mit Konzernfremden verwendet werden, abgewickelt.

Als Steuerungsgröße zur nachhaltigen Ermittlung des operativen Ergebnisses wird das Operating EBITDA genutzt. Auch die Beurteilung der Leistung der operativen Segmente erfolgt anhand dieser Steuerungsgröße. Das Operating EBITDA repräsentiert das durch das jeweilige Segmentmanagement erwirtschaftete operative Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern sowie Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen und ist um Sondereinflüsse bereinigt. Die Bereinigung um Sondereinflüsse ermöglicht die Ermittlung einer normalisierten Ergebnisgröße und erleichtert dadurch die Prognosefähigkeit und Vergleichbarkeit. Die Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen je Segment betreffen Sachanlagen und Nutzungsrechte und immaterielle Vermögenswerte, wie sie unter den Textziffern 9 "Immaterielle Vermögenswerte" und 10 "Sachanlagen und Nutzungsrechte" ausgewiesen werden. Konzerninterne Leasingverhältnisse werden der internen Steuerung entsprechend gemäß IFRS 8 in der Segmentberichterstattung als operative Mietverhältnisse mit linearer Aufwands- und Ertragserfassung dargestellt. Die Geschäftsentwicklung von Bertelsmann Investments wird im Wesentlichen auf Basis des EBIT ermittelt.

Für jedes Segment sind die Ergebnisse von und die Anteile an at-equity bilanzierten Beteiligungen angegeben, sofern diese Unternehmen dem Segment eindeutig zugeordnet werden können. Das Ergebnis aus at-equity bilanzierten Beteiligungen wird vor Wertminderungen gezeigt. Zusätzlich zur Segmentaufteilung werden die Umsatzerlöse entsprechend dem Standort des Kunden und nach Erlösquellen aufgeteilt. Langfristige Vermögenswerte werden zusätzlich nach dem Standort des jeweiligen Unternehmens angegeben.

Die tabellarischen Segmentinformationen finden sich auf Seite 52 f.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Überleitung der Segmentinformationen zum Konzernabschluss:

Überleitung der Segmentinformationen auf das Konzernergebnis

in Mio. € 2019 2018
Operating EBITDA aus fortgeführten Aktivitäten 2.909 2.586
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte 1.051 847
Korrektur um in Sondereinflüssen enthaltene Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte -121 -177
Sondereinflüsse 154 296
EBIT aus fortgeführten Aktivitäten 1.825 1.620
Finanzergebnis -309 -216
Ergebnis vor Steuern aus fortgeführten Aktivitäten 1.516 1.404
Ertragsteueraufwand -426 -301
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten 1.090 1.103
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten 1 1
Konzernergebnis 1.091 1.104

28 Angaben zu Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Als nahestehende Personen und Unternehmen gemäß IAS 24 gelten für den Bertelsmann-Konzern die Personen und Unternehmen, die den Bertelsmann-Konzern beherrschen bzw. einen maßgeblichen Einfluss auf diesen ausüben oder durch den Bertelsmann-Konzern beherrscht, gemeinschaftlich geführt bzw. maßgeblich beeinflusst werden. Dementsprechend werden bestimmte Mitglieder der Familie Mohn, die Mitglieder des Vorstands der Bertelsmann Management SE als persönlich haftender Gesellschafterin und des Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie deren nahe Familienangehörige, inklusive der von ihnen jeweils beherrschten oder gemeinschaftlich geführten Unternehmen, und die Gemeinschaftsunternehmen bzw. assoziierten Unternehmen des Bertelsmann-Konzerns sowie deren Tochterunternehmen als nahestehende Personen und Unternehmen definiert. Darüber hinaus ist auch der Bertelsmann Pension Trust e.V. als nahestehendes Unternehmen anzusehen (weitere Erläuterungen hierzu finden sich unter Textziffer 18 "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen").

Die Kontrolle über den Bertelsmann-Konzern übt die Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbH (BVG), Gütersloh, eine nicht operativ tätige Besitzgesellschaft, aus.

Die Johannes Mohn GmbH hat der Bertelsmann SE & Co. KGaA mitgeteilt, dass ihr unmittelbar mehr als 50 Prozent der Aktien der Bertelsmann Management SE sowie der Bertelsmann SE & Co. KGaA gehören. Der Reinhard Mohn Verwaltungsgesellschaft mbH gehören jeweils mehr als 25 Prozent der Aktien der Bertelsmann Management SE sowie der Bertelsmann SE & Co. KGaA.

In der Rechtsform der KGaA werden die Geschäfte von einer persönlich haftenden Gesellschafterin geführt. Im Fall der Bertelsmann SE & Co. KGaA nimmt die Bertelsmann Management SE, vertreten durch ihren Vorstand, die Geschäftsführung wahr. Die gesetzlich vorgeschriebenen Gremien umfassen Aufsichtsrat und Hauptversammlung auf Ebene der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung auf Ebene der Bertelsmann Management SE. Der Aufsichtsrat der KGaA wird von den Kommanditaktionären in der Hauptversammlung gewählt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Bertelsmann Management SE werden durch die Hauptversammlung der Bertelsmann Management SE bestimmt. Die Stimmrechte in der Hauptversammlung der Bertelsmann SE & Co. KGaA sowie der Bertelsmann Management SE werden von der BVG kontrolliert.

Die Vergütungen für Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen umfassen:

Vergütungen des Managements in Schlüsselpositionen

in Mio. € 2019 2018
Kurzfristig fällige Leistungen und Abfindungen 19 26
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 2 4
Andere langfristig fällige Leistungen 9 13

Die ausgewiesenen Vergütungen enthalten auch die Bezüge für die Tätigkeiten der Aufsichtsratsmitglieder der Bertelsmann SE & Co. KGaA im Aufsichtsrat der Bertelsmann Management SE. Geschäftsvorfälle mit in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen wurden eliminiert und werden nicht weiter erläutert. Neben den Geschäftsbeziehungen zu konsolidierten Tochterunternehmen bestanden in der Berichtsperiode die folgenden Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen:

Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen

in Mio. € Mutterunternehmen sowie Unternehmen, die maßgeblichen Einfluss haben Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen Gemeinschaftsunternehmen Assoziierte Unternehmen Sonstige nahestehende Personen
2019
Erbrachte Lieferungen und Leistungen an - 1 68 44 -
Erhaltene Lieferungen und Leistungen von - -2 -32 -38 -1
Forderungen an - - 31 41 -
Verpflichtungen gegenüber - 58 72 20 17
2018
Erbrachte Lieferungen und Leistungen an - 1 64 29 -
Erhaltene Lieferungen und Leistungen von - -2 -35 -29 -2
Forderungen an - - 24 40 -
Verpflichtungen gegenüber - 65 62 14 36

In Verpflichtungen gegenüber Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen sind Pensionsverpflichtungen und variable Vergütungsbestandteile sowie langfristige Incentivierung enthalten. Unter "Sonstige nahestehende Personen" werden primär Transaktionen mit der persönlich haftenden Gesellschafterin Bertelsmann Management SE gezeigt. Die Verpflichtungen zum Stichtag resultieren aus weiterbelasteten Aufwendungen.

Zum 31. Dezember 2019 bestehen gegenüber assoziierten Unternehmen Bürgschaften in unwesentlicher Höhe (Vj.: 0 Mio. €). An den Eventualverbindlichkeiten der assoziierten Unternehmen hatte Bertelsmann wie im Vorjahr keinen Anteil. Zum 31. Dezember 2018 bestand gegenüber einem brasilianischen Fonds, der sich auf Bildungsunternehmen, insbesondere im Bereich Gesundheitswesen, fokussiert und von Bertelsmann gemeinsam mit weiteren Partnern und der Investmentgesellschaft Bozano Investimentos aufgelegt wurde, eine Einzahlungsverpflichtung in Höhe von 31 Mio. €. Zum 31. Dezember 2019 bestehen keine vergleichbaren Einzahlungsverpflichtungen gegenüber dem Fonds. Einzahlungsverpflichtungen bestehen zum 31. Dezember 2019 gegenüber den University Ventures Funds in Höhe von 9 Mio. €. Kapitaleinzahlungen an assoziierte Unternehmen wurden im Geschäftsjahr 2019 in Höhe von 3 Mio. € (Vj.: 21 Mio. €) erbracht. Darüber hinaus erfolgten im Geschäftsjahr 2019 Kapitalausschüttungen von assoziierten Unternehmen in Höhe von 18 Mio. €, die nahezu vollständig auf den University Ventures Funds entfielen (Vj.: 0 Mio. €). Zum 31. Dezember 2019 waren Darlehen in Höhe von 8 Mio. € an assoziierte Unternehmen ausgegeben (Vj.: 9 Mio. €). Wie im Vorjahr waren keine Darlehen gegenüber assoziierten Unternehmen aufgenommen worden. Im Geschäftsjahr 2019 wurden wie im Vorjahr keine signifikanten Aufwendungen für uneinbringliche oder zweifelhafte Forderungen gegen assoziierte Unternehmen erfasst.

Gemeinschaftsunternehmen weisen gegenüber dem Bertelsmann-Konzern zum 31. Dezember 2019 keine Verpflichtungen aus abgeschlossenen, aber noch nicht begonnenen Leasingverhältnissen aus (im Vorjahr Verpflichtungen aus Operating-Lease-Verträgen gemäß IAS 17 in Höhe von 3 Mio. €). Eventualverbindlichkeiten seitens Gemeinschaftsunternehmen stehen zum 31. Dezember 2019 in Höhe von 18 Mio. € (Vj.: 22 Mio. €) aus. Zum Bilanzstichtag bestehen Verpflichtungen in Bezug auf Gemeinschaftsunternehmen der RTL Group in Höhe von 7 Mio. € (Vj.: 10 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2019 wurden wie auch im Vorjahr keine Aufwendungen für uneinbringliche oder zweifelhafte Forderungen gegenüber Gemeinschaftsunternehmen erfasst. Zum 31. Dezember 2019 wurden Darlehen in Höhe von 2 Mio. € (Vj.: 1 Mio. €) an Gemeinschaftsunternehmen ausgegeben. Aufgenommen gegenüber Gemeinschaftsunternehmen waren Darlehen in Höhe von 23 Mio. € (Vj.: 2 Mio. €). Wie im Vorjahr wurden keine Kapitaleinzahlungen gegenüber Gemeinschaftsunternehmen erbracht.

29 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Im März 2020 hat Bertelsmann eine syndizierte Kreditlinie in Höhe von 675 Mio. € mit einer Laufzeit von bis zu 18 Monaten vereinbart. Diese Kreditlinie kann von der Bertelsmann SE & Co. KGaA durch variabel verzinsliche Kredite in Euro und US-Dollar auf Basis von EURIBOR bzw. LIBOR in Anspruch genommen werden und dient der allgemeinen Unternehmensfinanzierung sowie der Deckung eines kurzfristigen Finanzmittelbedarfs im Rahmen des Erwerbs der restlichen Anteile an Penguin Random House.

30 Befreiung Tochterunternehmen von Aufstellung, Prüfung und Offenlegung

Für folgende Tochterunternehmen wurden für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr die Befreiungsvorschriften des § 264 Abs. 3 HGB über die ergänzenden Vorschriften für Kapitalgesellschaften zur Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht sowie über die Prüfung und Offenlegung von Kapitalgesellschaften in Anspruch genommen:

Name der Gesellschaft Sitz
"I 2 I" Musikproduktions- und Musikverlagsgesellschaft mbH Köln
3 C Deutschland GmbH Heilbronn
adality GmbH München
Ad Alliance GmbH Köln
Applike GmbH Hamburg
arvato CRM Healthcare GmbH Berlin
arvato direct services GmbH Gütersloh
arvato distribution GmbH Harsewinkel
arvato eCommerce Beteiligungsgesellschaft mbH Gütersloh
arvato eCommerce Verwaltungsgesellschaft mbH Gütersloh
arvato infoscore GmbH Baden-Baden
arvato Logistics, Corporate Real Estate & Transport GmbH Gütersloh
arvato media GmbH Gütersloh
Arvato Payment Solutions GmbH Verl
arvato SCM Consumer Products GmbH Gütersloh
Arvato SCM Kamen GmbH Gütersloh
arvato services Dresden GmbH Dresden
arvato services Gera GmbH Gera
arvato services Leipzig GmbH Leipzig
arvato services solutions GmbH Gütersloh
arvato services Suhl GmbH Suhl
Arvato Supply Chain Solutions SE Gütersloh
arvato systems GmbH Gütersloh
arvato Systems perdata GmbH Leipzig
arvato Systems S4M GmbH Köln
Audio Alliance GmbH Berlin
AVE Gesellschaft für Hörfunkbeteiligungen mbH Berlin
AZ Direct Beteiligungs GmbH Gütersloh
AZ Direct GmbH Gütersloh
BAG Business Information Beteiligungs GmbH Gütersloh
BAI GmbH Gütersloh
BDMI GmbH Gütersloh
BePeople GmbH Gütersloh
Bertelsmann Accounting Services GmbH Gütersloh
Bertelsmann Accounting Services Schwerin GmbH Schwerin
Bertelsmann Aviation GmbH Gütersloh
Bertelsmann Capital Holding GmbH Gütersloh
Bertelsmann China Holding GmbH Gütersloh
Bertelsmann Transfer GmbH Gütersloh
Bertelsmann Treuhand- und Anlagegesellschaft mit beschränkter Haftung Gütersloh
BFS finance GmbH Verl
BFS finance Münster GmbH Münster
BFS health finance GmbH Dortmund
BMG Production Music (Germany) GmbH Berlin
BMG RIGHTS MANAGEMENT (Europe) GmbH Berlin
BMG RIGHTS MANAGEMENT GmbH Berlin
Campaign Services Neckarsulm GmbH Neckarsulm
Campaign Services Offenbach GmbH Frankfurt am Main
CBC Cologne Broadcasting Center GmbH Köln
Chefkoch GmbH Bonn
COUNTDOWN MEDIA GmbH Hamburg
Der Audio Verlag GmbH Berlin
DeutschlandCard GmbH München
Digital Media Hub GmbH Köln
Direct Analytics GmbH Gütersloh
direct services Gütersloh GmbH Gütersloh
DIVIMOVE GmbH Berlin
DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH Hamburg
Eat the World GmbH Berlin
Erste TD Gütersloh GmbH Gütersloh
Erste WV Gütersloh GmbH Gütersloh
European SCM Services GmbH Gütersloh
FremantleMedia International Germany GmbH Potsdam
GGP Media GmbH Pößneck
G+J Digital Ventures GmbH Berlin
G+J Electronic Media Sales GmbH Hamburg
G+J Enterprise GmbH Hamburg
G+J Innovation GmbH Hamburg
G+J Lifestyle GmbH Hamburg
G+J LIVING Digital GmbH Hamburg
G+J Medien GmbH Hamburg
G+J Vermietungsgesellschaft Sächsischer Verlag mbH Dresden
G+J Wirtschaftsmedien Verwaltungs GmbH Hamburg
G+J Zweite Grundstücksbeteiligungsgesellschaft München mbH München
Global Assekuranz Vermittlungsgesellschaft mit beschränkter Haftung Gütersloh
Gruner + Jahr Communication GmbH Hamburg
Gruner + Jahr GmbH Hamburg
Henri-Nannen-Schule Gruner+Jahr/ DIE ZEIT GmbH Hamburg
infoNetwork GmbH Köln
informa HIS GmbH Wiesbaden
informa Solutions GmbH Baden-Baden
infoscore Business Support GmbH Baden-Baden
infoscore Consumer Data GmbH Baden-Baden
infoscore Finance GmbH Baden-Baden
infoscore Forderungsmanagement GmbH Verl
infoscore Portfolio Management International GmbH Gütersloh
infoscore Tracking Solutions GmbH Gütersloh
inmediaONE] GmbH Gütersloh
IP Deutschland GmbH Köln
mbs Nürnberg GmbH Nürnberg
MEDIASCORE Gesellschaft für Medien- und Kommunikationsforschung mbH Köln
Mediengruppe RTL Deutschland GmbH Köln
Mohn Media Energy GmbH Gütersloh
Mohn Media Mohndruck GmbH Gütersloh
MSP Medien-Service und Promotion GmbH Hamburg
NETLETIX GmbH München
Next Level Integration GmbH Köln
Prinovis Ahrensburg Weiterverarbeitung und Logistik GmbH Hamburg
Prinovis GmbH Gütersloh
Prinovis Klebebindung GmbH Nürnberg
PRINOVIS Service GmbH Hamburg
Print Service Gütersloh GmbH Gütersloh
Probind Mohn media Binding GmbH Gütersloh
PSC Print Service Center GmbH Oppurg
Random House Audio GmbH Köln
Reinhard Mohn GmbH Gütersloh
Relias Learning GmbH Berlin
rewards arvato services GmbH München
RM Buch und Medien Vertrieb GmbH Gütersloh
RTL Group Central & Eastern Europe GmbH Köln
RTL Group Deutschland Markenverwaltungs GmbH Köln
RTL Group Financial Services GmbH Potsdam
RTL Group GmbH Köln
RTL Group Licensing Asia GmbH Köln
RTL Group Vermögensverwaltung GmbH Köln
RTL Hessen GmbH Frankfurt am Main
RTL interactive GmbH Köln
RTL Journalistenschule GmbH Köln
RTL Nord GmbH Hamburg
RTL Radio Berlin GmbH Berlin
RTL Radio Center Berlin GmbH Berlin
RTL Radio Deutschland GmbH Berlin
RTL Radio Luxemburg GmbH Köln
RTL Radiovermarktung GmbH Berlin
RTL STUDIOS GmbH Köln
RTL West GmbH Köln
rtv media group GmbH Nürnberg
smartclip Deutschland GmbH Köln
smartclip Europe GmbH Düsseldorf
Sonopress GmbH Gütersloh
Sparwelt GmbH Berlin
SSB Software Service und Beratung GmbH München
stern.de GmbH Hamburg
stern Medien GmbH Hamburg
TERRITORY Content to Results GmbH Hamburg
TERRITORY EMBRACE GmbH Bochum
TERRITORY MEDIA GmbH München
TERRITORY webguerillas GmbH München
TERRITORY webguerillas Nord GmbH Hamburg
trnd DACH GmbH München
trnd International GmbH München
trndnxt GmbH München
trndsphere blue GmbH München
UFA Distribution GmbH Potsdam
UFA Fiction GmbH Potsdam
UFA Fiction Production GmbH Potsdam
UFA Film und Fernseh GmbH Köln
UFA GmbH Potsdam
Ufa Radio-Programmgesellschaft in Bayern mbH Ismaning
UFA Serial Drama GmbH Potsdam
UFA Show & Factual GmbH Köln
Verlag RM GmbH Gütersloh
Verlagsgruppe Random House GmbH Gütersloh
Verlegerdienst München GmbH Gilching
VIVENO Group GmbH Gütersloh
Vogel Druck und Medienservice GmbH Höchberg
VOX Holding GmbH Köln
VSG Schwerin - Verlagsservicegesellschaft mbH Schwerin
webmiles GmbH München

Weiterhin wurden für das zum 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr die Befreiungsvorschriften des § 264b HGB für folgende Gesellschaften in Anspruch genommen:

Name der Gesellschaft Sitz
"Alwa" Gesellschaft für Vermögensverwaltung mbH & Co. Grundstücksvermietung KG Schönefeld
11 Freunde Verlag GmbH & Co KG Berlin
AVE II Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG Köln
AZ fundraising services GmbH & Co. KG Gütersloh
Berliner Presse Vertrieb GmbH & Co. KG Berlin
DDV Mediengruppe GmbH & Co. KG Dresden
Deutsche Medien-Manufaktur GmbH & Co. KG Münster
G+J Food & Living GmbH & Co. KG Hamburg
G+J Immobilien GmbH & Co. KG Hamburg
infoscore Portfolio Management GmbH & Co. KG Verl
infoscore Portfolio Management II GmbH & Co. KG Baden-Baden
LV-Publikumsmedien GmbH & Co. KG Münster
Prinovis GmbH & Co. KG Hamburg
Sellwell GmbH & Co. KG Hamburg

Das konsolidierte Tochterunternehmen Arvato SCM Ireland Limited in Balbriggan, Irland, macht von der Freistellung von der Publikationspflicht seines Jahresabschlusses, geregelt in Section 357 des Republic of Ireland Companies Act 2014, Gebrauch.

31 Zusätzliche Angaben nach § 315e HGB

Die Vergütung des Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA für das Geschäftsjahr 2019 beträgt 1.727.667 € zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer. Die Mitglieder des Vorstands erhielten in der Berichtsperiode Bezüge in Höhe von insgesamt 26.381.799 €, davon von der Bertelsmann Management SE 16.319.406 €. Ehemalige Mitglieder des Vorstands der Bertelsmann Management SE und der Bertelsmann AG und ihre Hinterbliebenen erhielten Bezüge in Höhe von 5.789.051 €, davon von der Bertelsmann SE & Co. KGaA 5.393.417 €. Die Rückstellung für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands der Bertelsmann AG und der Bertelsmann Management SE beträgt bei der Bertelsmann SE & Co. KGaA und der Bertelsmann Management SE insgesamt 89.532.742 €. Die Mitglieder der Aufsichtsräte und des Vorstandes sind auf den Seiten 150 ff. angegeben.

Die Honorare für die Tätigkeit des Konzernabschlussprüfers PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft betrugen im Geschäftsjahr 7 Mio. €, davon entfallen 6 Mio. € auf Honorare für die Abschlussprüfung. Für sonstige Bestätigungsleistungen, Steuerberatungsleistungen und sonstige darüber hinausgehende Leistungen wurde von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft 1 Mio. € berechnet. Die Abschlussprüfungsleistungen beinhalten vor allem die Honorare für die prüferische Durchsicht des Konzernzwischenabschlusses, die Konzernabschlussprüfung sowie die Prüfung der Einzelabschlüsse der Bertelsmann SE & Co. KGaA und ihrer Tochterunternehmen. Die Honorare für sonstige Bestätigungsleistungen umfassen im Wesentlichen gesetzliche vorgeschriebene oder freiwillig beauftragte Bestätigungsleistungen durch den Abschlussprüfer. Die Honorare für sonstige Leistungen umfassen Honorare für projektbezogene Beratungs- und Due-Diligence-Leistungen.

Die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum 31. Dezember 2019 und im Jahresdurchschnitt zeigt die folgende Tabelle:

Mitarbeiteranzahl

Mitarbeiteranzahl (Bilanzstichtag) Mitarbeiteranzahl (Durchschnitt)
RTL Group 16.264 16.525
Penguin Random House 10.663 10.530
Gruner + Jahr 9.273 9.682
BMG 904 883
Arvato 77.342 76.219
Bertelsmann Printing Group 7.866 8.013
Bertelsmann Education Group 1.834 1.862
Bertelsmann Investments 433 319
Corporate 1.868 1.883
Summe 126.447 125.916

32 Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns

Die persönlich haftende Gesellschafterin Bertelsmann Management SE und der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn der Bertelsmann SE & Co. KGaA von 663 Mio. € wie folgt zu verwenden:

Bilanzgewinn der Bertelsmann SE & Co. KGaA

in Mio. €
Bilanzgewinn 663
Dividende an die Aktionäre -180
Vortrag auf neue Rechnung 483

Die Dividende je Stammaktie beträgt somit 2.149 €.

Die persönlich haftende Gesellschafterin Bertelsmann Management SE hat den Konzernabschluss am 16. März 2020 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

 

Gütersloh, den 16. März 2020

Bertelsmann SE & Co. KGaA,
vertreten durch:
Bertelsmann Management SE, die persönlich haftende Gesellschafterin

Der Vorstand

Thomas Rabe

Markus Dohle

Immanuel Hermreck

Bernd Hirsch

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Bertelsmann-Konzerns sowie der Bertelsmann SE & Co. KGaA so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Bertelsmann-Konzerns bzw. der Bertelsmann SE & Co. KGaA beschrieben sind.

 

Gütersloh, den 16. März 2020

Bertelsmann SE & Co. KGaA,
vertreten durch:
Bertelsmann Management SE, die persönlich haftende Gesellschafterin

Der Vorstand

Thomas Rabe

Markus Dohle

Immanuel Hermreck

Bernd Hirsch

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Bertelsmann SE & Co. KGaA, Gütersloh

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA, Gütersloh, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019, der Gewinn- und Verlustrechnung, der Gesamtergebnisrechnung, der Kapitalflussrechnung und der Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Bertelsmann SE & Co. KGaA, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, einschließlich der nichtfinanziellen Erklärung nach § 289b Abs. 1 HGB und § 315b Abs. 1 HGB für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögensund Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2019 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

1 Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte

2 Werthaltigkeit der Anteile an assoziierten Unternehmen

3 Pensionsrückstellungen

4 Bildung der Unternehmensgruppe Majorel

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:

1 Sachverhalt und Problemstellung

2 Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

3 Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

1 Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte

1 In dem Konzernabschluss der Gesellschaft werden Geschäfts- oder Firmenwerte mit einem Betrag von insgesamt € 8,5 Mrd. (31,3 % der Konzernbilanzsumme bzw. 81,7 % des Konzerneigenkapitals) ausgewiesen. Geschäfts- oder Firmenwerte werden einmal jährlich zum 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres oder anlassbezogen von der Gesellschaft einem Werthaltigkeitstest unterzogen, um einen möglichen Abschreibungsbedarf zu ermitteln. Der Werthaltigkeitstest erfolgt auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen der jeweilige Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Im Rahmen des Werthaltigkeitstests wird der Buchwert des jeweiligen Geschäfts- oder Firmenwerts dem entsprechenden erzielbaren Betrag gegenübergestellt. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgt zunächst auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten der Veräußerung. Übersteigt dieser bereits den Buchwert, so wird auf die Berechnung eines Nutzungswertes verzichtet. Da in der Regel keine Preise aus aktiven Märkten (Ausnahme: Börsenkurs der RTL Group und Groupe M6) oder vergleichbaren Transaktionen aus der jüngeren Vergangenheit für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten vorliegen, wird der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten im Allgemeinen wie der Nutzungswert mittels Discounted Cash Flow-Modellen (DCF) ermittelt.

Dabei bildet die verabschiedete Planung des Konzerns den Ausgangspunkt für grundsätzlich zwischen drei und fünf Detailplanungsperioden, die mit Annahmen über langfristige Wachstumsraten fortgeschrieben werden. Hierbei werden auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren berücksichtigt.

Die Diskontierung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten ("Weighted Average Cost of Capital", "WACC") der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten.

Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests kam es auch nach Berücksichtigung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten der Veräußerung bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Education Services zu Wertminderungen von insgesamt € 27 Mio.

Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse der jeweiligen Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, des verwendeten Diskontierungssatzes, der Wachstumsrate sowie weiteren Annahmen abhängig und dadurch mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Komplexität der Bewertung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung des Werthaltigkeitstests nachvollzogen. Nach Abgleich der bei der Berechnung verwendeten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse mit der vom Vorstand verabschiedeten und vom Aufsichtsrat genehmigten Planung des Konzerns haben wir die Angemessenheit der Berechnung insbesondere durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Zudem haben wir auch die sachgerechte Berücksichtigung der Kosten von Konzernfunktionen beurteilt. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt, die ermittelten spezifischen durchschnittlichen Kapitalkosten gewürdigt und das Berechnungsschema nachvollzogen.

Um den bestehenden Prognoseunsicherheiten Rechnung zu tragen, haben wir die von der Gesellschaft erstellten Sensitivitätsanalysen nachvollzogen und eigene Sensitivitätsanalysen für die Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit geringer Überdeckung (Buchwert im Vergleich zum erzielbaren Betrag) durchgeführt.

Für Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, bei denen eine für möglich gehaltene Änderung einer Annahme zu einem erzielbaren Betrag unterhalb des Buchwerts der jeweiligen Geschäfts- oder Firmenwerte führen würde, haben wir uns davon vergewissert, dass die erforderlichen Anhangangaben gemacht wurden.

Die Werthaltigkeit der Geschäfts- und Firmenwerte der RTL Group und der Groupe M6 haben wir anhand der Börsenbewertung zum Bilanzstichtag beurteilt.

Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen stimmen insgesamt mit unseren Erwartungen überein und liegen innerhalb vertretbarer Bandbreiten.

3 Die Angaben der Gesellschaft zu den bilanzierten Geschäfts- und Firmenwerten sind in Abschnitt 9 des Anhangs zum Konzernabschluss enthalten.

2 Werthaltigkeit der Anteile an assoziierten Unternehmen

1 In den im Konzernabschluss der Gesellschaft ausgewiesenen Anteilen an at-equity bilanzierten Beteiligungen sind € 0,6 Mrd. Anteile an assoziierten Unternehmen enthalten.

Für Anteile an assoziierten Unternehmen wird eine zweistufige Werthaltigkeitsprüfung vorgenommen. In einem ersten Schritt wird der Anteil des Investors am Wertminderungsaufwand für die Vermögenswerte des assoziierten Unternehmens erfasst. Sofern Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Buchwert der Anteile an dem assoziierten Unternehmen im Wert gemindert sein könnte, ist in einem zweiten Schritt für die Anteile als Ganzes eine Werthaltigkeitsprüfung erforderlich und gegebenenfalls ein zusätzlicher Wertminderungsaufwand zu erfassen. Dazu wird im Rahmen des Werthaltigkeitstests der Buchwert des jeweiligen Anteils am assoziierten Unternehmen dem entsprechenden erzielbaren Betrag gegenübergestellt. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgt grundsätzlich zunächst auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten der Veräußerung. Übersteigt dieser bereits den Buchwert, so wird auf die Berechnung eines Nutzungswertes verzichtet. Da mit Ausnahme von Atresmedia keine Preise aus aktiven Märkten oder vergleichbaren Transaktionen aus der jüngeren Vergangenheit für die Anteile an assoziierten Unternehmen vorliegen, wird der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten im Allgemeinen wie der Nutzungswert mittels Discounted Cash Flow-Modellen (DCF) ermittelt.

Dabei bildet die Planung des assoziierten Unternehmens den Ausgangspunkt (Detailplanungszeitraum drei und fünf Jahre). In den Planungen des assoziierten Unternehmens sind auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt mittels der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten ("Weighted Average Cost of Capital", "WACC").

Für den aus Konzernsicht wesentlichen Anteil an Atresmedia wird der erzielbare Betrag aus dem Nutzungswert (Value in Use) abgeleitet.

Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests kam es bei dem assoziierten Unternehmen Atresmedia zu einer Wertminderung von € 50 Mio.

Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse der jeweiligen assoziierten Unternehmen, des verwendeten Diskontierungssatzes, der Wachstumsrate sowie weiteren Annahmen abhängig und dadurch mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Komplexität der Bewertung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung des Werthaltigkeitstests nachvollzogen. Nach Abgleich der bei der Berechnung verwendeten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse mit der Planung für das assoziierten Unternehmen haben wir die Angemessenheit der Berechnung insbesondere durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten erzielbaren Ertrags haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen.

Um den bestehenden Prognoseunsicherheiten Rechnung zu tragen, haben wir die von der Gesellschaft erstellten Sensitivitätsanalysen nachvollzogen und eigene Sensitivitätsanalysen für die Anteile an assoziierten Unternehmen mit geringer Überdeckung (Buchwert im Vergleich zum erzielbaren Betrag) durchgeführt. Dabei haben wir festgestellt, dass die jeweiligen Buchwerte der Beteiligungen unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen ausreichend durch die diskontierten künftigen Zahlungsmittelüberschüsse gedeckt sind.

Die Ermittlung des erzielbaren Betrags der Anteile an Atresmedia haben wir anhand des Nutzungswerts zum Bilanzstichtag gewürdigt und die Berechnung der Höhe der Wertminderung nachvollzogen.

Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen stimmen insgesamt mit unseren Erwartungen überein und liegen innerhalb vertretbarer Bandbreiten.

3 Die Angaben der Gesellschaft zu den bilanzierten Anteilen an assoziierten Unternehmen sind in Abschnitt 11 des Anhangs zum Konzernabschluss enthalten.

3 Pensionsrückstellungen

1 In dem Konzernabschluss der Gesellschaft werden unter dem Bilanzposten "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" insgesamt € 2,0 Mrd. ausgewiesen. Die Pensionsrückstellungen setzen sich aus den Verpflichtungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen in Höhe von € 4,6 Mrd., dem Planvermögen in Höhe von € 2,8 Mrd. (bilanzierte Nettoschuld € 1,8 Mrd., davon € 1,9 Mrd. Pensionsrückstellungen) sowie weiteren pensionsähnlichen Verpflichtungen in Höhe von € 0,1 Mrd. zusammen. Der überwiegende Anteil entfällt mit € 3,6 Mrd. auf Altersversorgungszusagen aus Deutschland. Die übrigen Verpflichtungen entfallen im Wesentlichen auf Großbritannien und die USA, wobei in den USA in geringem Maße Verpflichtungen aus Plänen zur medizinischen Versorgung bestehen. Die Bewertung der Verpflichtungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen erfolgt nach der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method). Dabei sind insbesondere Annahmen über die zukünftigen Gehalts- und Rentensteigerungen, die durchschnittliche Lebenserwartung (Biometrie) und die Fluktuation zu treffen. Ferner ist zu jedem Bilanzstichtag der Abzinsungssatz aus der Rendite hochwertiger, währungskongruenter Unternehmensanleihen mit Laufzeiten, die mit den voraussichtlichen Fristigkeiten der Verpflichtungen übereinstimmen, abzuleiten. Die Bewertung des Planvermögens erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der wiederum mit Schätzungsunsicherheiten behaftet sein kann. Ein hoher Anteil des Planvermögens wird durch den Bertelsmann Pension Trust e.V. treuhänderisch im Rahmen eines Contractual Trust Arrangement ("CTA") für Pensionszusagen der Bertelsmann SE & Co. KGaA und einige deutsche Tochterunternehmen verwaltet.

Aus unserer Sicht waren diese Sachverhalte im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung, da der Ansatz und die Bewertung dieses betragsmäßig bedeutsamen Postens in einem wesentlichen Maß auf Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft basieren.

2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem die eingeholten versicherungsmathematischen Gutachten und die fachliche Qualifikation der externen Gutachter gewürdigt. Ferner haben wir uns unter anderem mit den spezifischen Besonderheiten der versicherungsmathematischen Berechnungen befasst und das Mengengerüst, die versicherungsmathematischen Parameter sowie das den Bewertungen zugrunde liegende Bewertungsverfahren auf Standardkonformität und Angemessenheit überprüft. Zudem wurden auf Basis der versicherungsmathematischen Gutachten die Verpflichtungsentwicklung sowie die Kostenkomponenten vor dem Hintergrund der eingetretenen Änderungen in den Bewertungsparametern sowie den Veränderungen im Mengengerüst analysiert und plausibilisiert. Für die Prüfung des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens haben wir für die im Planvermögen enthaltenen Fondsanteile entsprechende Bankbestätigungen eingeholt. Des Weiteren haben wir die beizulegenden Zeitwerte der im Planvermögen enthaltenen Vermögenswerte in angemessenen Stichproben mit den jeweiligen Marktpreisen verglichen.

Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen hinreichend dokumentiert und begründet sind, um den Ansatz und die Bewertung der betragsmäßig bedeutsamen Pensionsrückstellungen zu rechtfertigen.

3 Die Angaben der Gesellschaft zu den Pensionsrückstellungen sind in Abschnitt 18 des Anhangs zum Konzernabschluss enthalten.

4 Bildung der Unternehmensgruppe Majorel

1 Im Geschäftsjahr hat die Gesellschaft ihr Customer-Relationship-Management-Geschäft ("Arvato CRM") mit dem CRM-Geschäft der marokkanischen Saham Group in der Unternehmensgruppe Majorel ("Majorel" zusammengelegt und in diesem Zuge ihre Anteile an den Arvato CRM-Geschäften abgestockt. Im Ergebnis halten beide Gesellschafter je 50 % der Anteile an Majorel. Im Konzernabschluss wird Majorel konsolidiert, da die Gesellschaft über mehrheitsvermittelnde Entsenderechte in den maßgeblichen Entscheidungsgremien verfügt und damit Majorel im Sinne des IFRS 10 beherrscht.

Die Anteilsabstockung wurde als Transaktion unter Anteilseignern in Übereinstimmung mit IFRS 10 unmittelbar im Eigenkapital erfasst. Insgesamt erhöhte sich das auf die Bertelsmann-Aktionäre entfallende Konzerneigenkapital (einschließlich der Umgliederung von übrigen Eigenkapital-Posten) um € 20 Mio.

Der Erwerb der Customer-Relationship-Management-Geschäfte der Saham Group wurde als Unternehmenszusammenschluss gemäß IFRS 3 unter Berücksichtigung der Erwerbsmethode bilanziert.

Die Unternehmensgruppe Majorel trägt hinsichtlich der Umsatzerlöse als auch der Vermögenswerte einen wesentlichen Teil zum Konzernabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA bei. Aus unserer Sicht war dieser Sachverhalt aufgrund der Komplexität der Gesamttransaktion und der wesentlichen betragsmäßigen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir uns im Hinblick auf die Abbildung der Zusammenlegung der Customer-Relationship-Management-Geschäfte in der Unternehmensgruppe Majorel zunächst ein Verständnis von den vertraglichen Grundlagen verschafft und die bilanzielle Würdigung der gesetzlichen Vertreter beurteilt.

Anschließend haben wir beurteilt, ob eine Beherrschung von Majorel durch Bertelsmann im Sinne des IFRS 10 vorliegt und uns dazu unter anderem mit den Führungsstrukturen befasst und die Entscheidungsbefugnisse gewürdigt, welche Bertelsmann in den maßgeblichen Entscheidungsgremien hat.

Bezüglich der Darstellung in der Eigenkapitalveränderungsrechnung haben wir die erhaltene Gegenleistung aus Sicht der Bertelsmann-Aktionäre mit den vertraglichen Vereinbarungen und weiteren zugrunde liegenden Nachweisen abgestimmt sowie den Zugang in den Anteilen der nicht beherrschenden Gesellschafter beurteilt. Zudem haben wir die bilanzielle Abbildung des Unternehmenszusammenschlusses hinsichtlich der CRM-Geschäfte von Saham nachvollzogen und beurteilt.

Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns insgesamt davon überzeugen, dass die bilanzielle Abbildung der Zusammenlegung der CRM-Geschäfte von Bertelsmann und der Saham Group sachgerecht erfolgte und die dieser Bilanzierung zugrunde liegenden Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter begründet und hinreichend dokumentiert sind.

3 Die Angaben der Gesellschaft zur Einschätzung der Beherrschung über Majorel sind im Konzernanhang des Konzernabschlusses im Bereich "Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen" enthalten. Die Angaben zu den Auswirkungen der Zusammenlegung des Customer-Relationship-Management-Geschäfts auf die Konzerneigenkapitalposten werden in Abschnitt 11 "Anteile an anderen Unternehmen" des Anhangs zum Konzernabschluss gemacht.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den Geschäftsbericht - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen - mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht, den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher -beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 21. Mai 2019 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 4. Juli 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2011 als Konzernabschlussprüfer der Bertelsmann SE & Co. KGaA, Gütersloh, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Christian Landau.

 

Bielefeld, den 16. März 2020

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Christian Landau, Wirtschaftsprüfer

Volker Voelcker, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionäre,

die Weltwirtschaft wuchs auch im Berichtsjahr 2019 weiterhin moderat, wenngleich das Expansionstempo insbesondere in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften leicht nachließ. Die für Bertelsmann relevanten Märkte entwickelten sich erwartungsgemäß uneinheitlich. Die TV-Werbemärkte verzeichneten Rückgänge in Deutschland, Frankreich, Belgien und Spanien, in den Niederlanden blieben sie hingegen stabil und in Ungarn zeigten sie ein deutliches Wachstum. Die Video-on-Demand-Märkte in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden wiesen ein starkes Wachstum auf. Die relevanten Märkte für gedruckte Bücher entwickelten sich insgesamt leicht positiv. In den USA und Großbritannien gingen die Verlagsumsätze mit E-Books moderat zurück, während die Märkte für Audiobücher ihr starkes Wachstum fortsetzten. Die Zeitschriftenmärkte in Deutschland und Frankreich waren geprägt durch stark rückläufige Anzeigenmärkte sowie einen moderaten bis deutlichen Rückgang der Vertriebsmärkte, wogegen die relevanten Digitalmärkte erneut stark wuchsen. Anhaltendes Wachstum verzeichneten sowohl die Musikmärkte für Verlags- und Recording-Rechte als auch die Dienstleistungsmärkte in den für Bertelsmann relevanten Branchen. Die europäischen Druckmärkte gingen weiter zurück, wobei sich die Offsetdruckmärkte robuster entwickelten als die Tiefdruckmärkte. Dagegen setzten die für Bertelsmann relevanten Bildungsmärkte ihr Wachstum fort. In diesem heterogenen Marktumfeld konnte der Bertelsmann-Konzern bei einem leichten organischen Umsatzwachstum sein operatives Ergebnis sowie den Anteil der Wachstumsgeschäfte am Konzernumsatz weiter steigern.

Der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA hat auch im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung übertragenen Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Er hat die persönlich haftende Gesellschafterin, die Bertelsmann Management SE, die durch ihren Vorstand vertreten wird, bei der ihr obliegenden Leitung und Führung der Geschäfte des Unternehmens beraten und überwacht. Gegenstand dieses Berichts ist die Tätigkeit des Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA. Die Tätigkeit des Aufsichtsrats der Bertelsmann Management SE, des Aufsichtsrats der persönlich haftenden Gesellschafterin der Bertelsmann SE & Co. KGaA, ist nicht Gegenstand der Berichterstattung.

Beratung und Überwachung des Vorstands der Bertelsmann Management SE

Im Rahmen seiner Beratungs- und Überwachungstätigkeit war der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA in die für das Unternehmen bedeutsamen Entscheidungen und Geschäftsvorgänge unmittelbar und frühzeitig eingebunden und hat diese auf Basis der Berichte des Vorstands ausführlich erörtert und eingehend geprüft.

Der Aufsichtsrat wurde von der persönlich haftenden Gesellschafterin, vertreten durch den Vorstand der Bertelsmann Management SE, regelmäßig sowohl in schriftlicher als auch in mündlicher Form zeitnah und umfassend über alle für die Bertelsmann SE & Co. KGaA bedeutsamen Fragen der Strategie, der Planung, des Geschäftsverlaufs, der beabsichtigten Geschäftspolitik und andere grundsätzliche Fragen der Geschäftsführung informiert. In den Sitzungen des Aufsichtsrats standen zahlreiche Sachthemen und Vorhaben zur Diskussion an. Die Berichterstattung des Vorstands umfasste unter anderem die Lage und Entwicklung des Unternehmens, vor allem die aktuelle Geschäfts- und Finanzlage, sowie wesentliche Geschäftsvorfälle, insbesondere größere Investitions- und Desinvestitionsvorhaben. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den festgelegten Plänen und Zielen wurden dem Aufsichtsrat im Einzelnen erläutert und vom Aufsichtsrat anhand der vorgelegten Unterlagen geprüft. Der Aufsichtsrat hat sich regelmäßig über die Entwicklung der Finanzschulden informieren lassen. Ein weiteres Augenmerk des Aufsichtsrats galt der Risikolage sowie dem Risikomanagement. Das interne Kontrollsystem, das Risikomanagementsystem und das interne Revisionssystem waren Gegenstand regelmäßiger Berichterstattungen und Erörterungen. Auch über die Entwicklung der Corporate Governance und Compliance bei Bertelsmann hat sich der Aufsichtsrat regelmäßig berichten lassen. Über die Corporate Governance und die Compliance bei Bertelsmann berichten Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam auf den Seiten 142-144. Ein weiterer Schwerpunkt der Tätigkeit war die Befassung mit der Managemententwicklung und die routinemäßige Nachfolgeplanung für den Vorstand.

Aufsichtsratsplenum

Gegenstand regelmäßiger Beratungen im Plenum des Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA waren die Berichte des Vorstands zur aktuellen Geschäfts- und Finanzlage des Konzerns und der einzelnen Unternehmensbereiche sowie die Berichterstattung über die Konzernplanung und wesentliche Geschäftsvorfälle, insbesondere größere Investitions- bzw. Desinvestitionsvorhaben. Der Aufsichtsratsvorsitzende, der zugleich auch Vorsitzender des Aufsichtsrats der Bertelsmann Management SE ist, berichtete im Aufsichtsratsplenum regelmäßig und ausführlich über die Themen und den Verlauf der Erörterungen im Aufsichtsrat der Bertelsmann Management SE. Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand in seinen Sitzungen regelmäßig über den Stand der Umsetzung der Konzernstrategie auf dem Laufenden gehalten. Der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA hat gemeinsam mit dem Vorstand der Bertelsmann Management SE grundsätzliche Fragen der strategischen Konzernentwicklung erörtert und Modifikationen an der Konzernstrategie besprochen. Soweit in Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung vorgesehen, fasste das Plenum die notwendigen Beschlüsse. Im Geschäftsjahr 2019 kam der Aufsichtsrat zu vier Sitzungen und zu einer gemeinsam mit dem Vorstand durchgeführten zweitägigen Strategieklausur zusammen.

In der ersten Sitzung des Aufsichtsrats am 31. Januar 2019 stand neben dem Bericht über die aktuelle Geschäfts- und Finanzlage die Erörterung und anschließende Beschlussfassung über das Konzernbudget 2019 im Mittelpunkt. Ferner befasste sich der Aufsichtsrat auch mit Überlegungen zur weiteren Entwicklung des Konzernportfolios von Bertelsmann. Ein weiteres Thema war die Erörterung des Investitionsantrags der RTL Group zum Erwerb von 100 Prozent der Anteile an Gulli, dem führenden französischen Free-TV-Kindersender.

In der darauffolgenden Sitzung am 22. März 2019 berichtete der Vorstand insbesondere über die aktuelle Geschäftslage und den Stand der Strategieumsetzung. Weiterer Tagesordnungspunkt war die Billigung des Jahres- und Konzernabschlusses 2018 sowie des zusammengefassten Lageberichts. Auf Empfehlung des Prüfungs- und Finanzausschusses und nach Erörterung mit dem Abschlussprüfer Pricewaterhouse-Coopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) billigte der Aufsichtsrat den Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2018 sowie den zusammengefassten Lagebericht der Bertelsmann SE & Co. KGaA. Auch der Gewinnverwendungsvorschlag der persönlich haftenden Gesellschafterin wurde gebilligt. Darüber hinaus ist der Aufsichtsrat der Wahlempfehlung des Prüfungs- und Finanzausschusses für den Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2019 und den Prüfer des Halbjahresfinanzberichts gefolgt und hat über seinen entsprechenden Vorschlag an die Hauptversammlung beschlossen. Weitere Themen der Sitzung waren die Diskussionen über die künftig integrierte Gesamtstrategie für das Druckgeschäft des Konzerns sowie über die Neuausrichtung der Führungs- und Organisationsstruktur der Bertelsmann Printing Group. Der Aufsichtsrat informierte sich auch über den Bereich Corporate Learning mit seinem innovativen Aus-und Weiterbildungsangebot für den Bertelsmann-Konzern. Der Aufsichtsrat befasste sich ferner mit dem Umsetzungs- und Implementierungsprozess der neuen Bertelsmann Essentials "Kreativität & Unternehmertum".

Im Rahmen der zweitägigen Sitzung des Aufsichtsrats am 3. und 4. Juli 2019 fand der jährliche gemeinsame Strategiedialog von Vorstand und Aufsichtsrat statt. Der Aufsichtsrat verschaffte sich zunächst ein aktuelles Bild vom Stand der Strategieumsetzung und von den seit dem letzten Strategiedialog erzielten Fortschritten bei der Transformation des Konzernportfolios. Er konnte ein immer stärker werdendes operatives Wachstum, einen zunehmenden Umsatzanteil digitaler und wachstumsstarker Geschäfte und einen Rückgang der Werbeabhängigkeit der Konzerngeschäfte feststellen. Der Konzern hat auch seine Geschäfte in den Wachstumsregionen China, Indien und Brasilien weiter ausbauen können. Ferner befasste sich der Aufsichtsrat mit beispielhaften Wachstums- und Innovationsprojekten aus den einzelnen Unternehmensbereichen sowie mit vorbildlichen Kooperationsprojekten zwischen einzelnen Geschäften verschiedener Bereiche. Die vorgestellte Personalstrategie bildet ein wesentliches Element für den Umsetzungserfolg der Konzernstrategie. Der Aufsichtsrat sieht den Konzern aufgrund der aus der Strategieklausur gewonnenen Erkenntnisse für die Herausforderungen der Zukunft gut aufgestellt.

In der letzten Aufsichtsratssitzung des Geschäftsjahres am 7. November 2019 befasste sich der Aufsichtsrat wiederum mit der Geschäfts- und Finanzlage des Konzerns und erhielt vom Vorstand einen Ausblick auf das Gesamtgeschäftsjahr. Sehr umfassend waren der Bericht und die anschließende Diskussion des aktuellen Stands der Strategieumsetzung und der geplanten Kapitalallokation. Der Aufsichtsrat diskutierte auch die Ergebnisse der im Jahr 2019 intern durchgeführten Evaluation der Aufsichtsratsarbeit. Nach eigener Einschätzung bewegt sich die Arbeit des Bertelsmann-Aufsichtsrats auch im Vergleich zu anderen Aufsichtsratsgremien auf einem hohen Niveau. Einzelne Anregungen, die im Rahmen des Evaluationsverfahrens gemacht wurden, wurden diskutiert und sollen umgesetzt werden.

Im Rahmen der im Geschäftsjahr 2019 durchgeführten öffentlichen Ausschreibungs- und Auswahlverfahren für das Abschlussprüfermandat für das Geschäftsjahr 2020 sowie für das Geschäftsjahr 2021 befasste sich der Aufsichtsrat in der Sitzung am 7. November 2019 mit der entsprechenden Wahlempfehlung des Prüfungs- und Finanzausschusses. Auf der Grundlage dieser Wahlempfehlung und der hierin zum Ausdruck gebrachten Präferenz des Prüfungs- und Finanzausschusses beschloss der Aufsichtsrat, der Hauptversammlung zu empfehlen, die KPMG Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit Sitz in Berlin zum Abschlussprüfer für den Jahresabschluss und den Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, zum Prüfer für den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2020 sowie zum Prüfer für eine prüferische Durchsicht des Halbjahreskonzernabschlusses und des Zwischenlageberichtes (Halbjahresfinanzbericht) zum 30. Juni 2020 zu wählen.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats stand auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen in laufendem Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dem Vorstandsvorsitzenden, und hat sich über die aktuelle Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informieren lassen. Es haben alle Aufsichtsratsmitglieder an mindestens der Hälfte der Aufsichtsratssitzungen teilgenommen. Potenzielle Interessenkonflikte im Aufsichtsrat sind nicht entstanden. Der Aufsichtsrat hat sich mit den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex und deren Befolgung durch Bertelsmann befasst. Ein gemeinsamer Bericht von Aufsichtsrat und Vorstand der Bertelsmann Management SE zur Corporate Governance im Unternehmen ist auf Seite 142 ff. dieses Geschäftsberichts zu finden. Als nicht börsennotiertes Unternehmen gibt Bertelsmann keine formelle Entsprechenserklärung nach § 161 des Aktiengesetzes ab.

Prüfungs- und Finanzausschuss des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA hat zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben im Rahmen seines Verantwortungsbereichs den Prüfungs- und Finanzausschuss eingerichtet. Der Prüfungs- und Finanzausschuss hat vier Mitglieder, wobei der Aufsichtsratsvorsitzende nicht den Vorsitz dieses Ausschusses innehat. Vorsitzender des Prüfungsund Finanzausschusses ist Bodo Uebber. Entsprechend der Vorgabe des Deutschen Corporate Governance Kodex ist der Vorsitzende des Prüfungs- und Finanzausschusses unabhängig im Sinne der Kodex-Anforderungen und verfügt über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren. Die Mitglieder des Prüfungs- und Finanzausschusses sind in ihrer Gesamtheit mit den Sektoren, in denen die Bertelsmann SE & Co. KGaA tätig ist, vertraut.

Der Prüfungs- und Finanzausschuss erörterte im Rahmen der ihm zugewiesenen Aufgaben im Berichtsjahr insbesondere Fragen der Unternehmensfinanzierung, der Finanzlage des Konzerns, der Finanzplanung, der Steuerpolitik sowie einzelne negative Planabweichungen des Geschäftsverlaufs von Konzerngeschäften. Ferner befasste sich der Ausschuss eingehend mit der Rechnungslegung und dem Rechnungslegungsprozess und überwachte die Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit des Risikoüberwachungs- und Risikomanagementsystems, des internen Kontrollsystems sowie des internen Revisionssystems. Er hat sich hierzu auch vom Leiter der Konzernrevision regelmäßig Bericht erstatten lassen. Der Ausschuss befasste sich ferner mit Fragen der Compliance, insbesondere mit der Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit des Compliance-Management-Systems. Er ließ sich in diesem Rahmen auch über einzelne berichtenswerte Compliance-relevante Vorfälle im Konzern informieren. Des Weiteren widmete sich der Prüfungs- und Finanzausschuss eingehend der mittlerweile weit fortgeschrittenen Umsetzung der EU-Datenschutzgrundverordnung bei Bertelsmann. Hier wurde der Prüfungs- und Finanzausschuss über die weiterentwickelte Datenschutzstrategie und die Struktur der Datenschutzorganisation im Konzern informiert. Ein regelmäßiger Gegenstand der Tagesordnungen der Sitzungen des Prüfungs- und Finanzausschusses waren die Lage und die Weiterentwicklung der Cyber-Security sowie der IT-Sicherheitsstruktur im Konzern.

Ein Schwerpunkt der Arbeit des Prüfungs- und Finanzausschusses im Geschäftsjahr 2019 war die Durchführung und Steuerung zweier getrennter öffentlicher Ausschreibungsverfahren für das Abschlussprüfermandat zur Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses der Bertelsmann SE & Co. KGaA entsprechend den Regelungen und Vorgaben der EU-Verordnung zur Abschlussprüfung Nr. 537/2014 ("EU-VO") sowie der EU-Abschlussprüferrichtlinie ("AP-RiLi") für das Geschäftsjahr 2020 sowie für das Geschäftsjahr 2021. Da PwC seit dem Geschäftsjahr 2011 Abschlussprüfer der Bertelsmann SE & Co. KGaA ist, musste das Mandat spätestens für das Geschäftsjahr 2021 ausgeschrieben werden. Der Prüfungs- und Finanzausschuss legte die Ausgestaltung des Auswahlverfahrens fest, einschließlich des Zeitplans, der Auswahlkriterien und des entsprechenden Scoringmodells. Die operative Durchführung des Auswahlverfahrens wurde an ein Projektteam unter Führung des Finanzvorstands delegiert, wobei sich der Prüfungs- und Finanzausschuss für alle Fragen des Ausschreibungsverfahrens das Letztentscheidungsrecht vorbehielt. Ein externer Berater wurde zur Sicherstellung der Compliance und zur Unterstützung des Auswahlverfahrens beauftragt. Im Rahmen eines Pre-Qualifikationsverfahrens wurden interessierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zur Abgabe von ersten Angeboten eingeladen und die Erfüllung von Mindestkriterien wurde festgestellt. Vor Einholung vollständiger schriftlicher Angebote sind vom Projektteam eine Vielzahl von Workshops mit allen beteiligten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, denen auch ein virtueller Datenraum zur Verfügung gestellt wurde, durchgeführt worden. Teil des Ausschreibungsverfahrens waren auch Präsentationen der potenziellen Prüfungsteams vor der Projektgruppe und Vertretern des Prüfungs- und Finanzausschusses. Nach umfassender Prüfung und Auswertung der finalen Angebote beschloss der Prüfungs- und Finanzausschuss in seiner Sitzung am 28. August 2019 dem Aufsichtsrat zu empfehlen, der Hauptversammlung vorzuschlagen, entweder KPMG oder PwC zum Abschlussprüfer für den Jahresabschluss, den Konzernabschluss und für den zusammengefassten Lagebericht des Konzerns und der Bertelsmann SE & Co. KGaA für das Geschäftsjahr 2020 zu wählen. Dabei sprach der Prüfungs- und Finanzausschuss seine Präferenz für KPMG aus. Die umfassende Begründung der beiden Wahlempfehlungen sowie der eigenen Präferenz des Prüfungs- und Finanzausschusses ist Teil des schriftlichen Berichts über das Ausschreibungsverfahren an den Aufsichtsrat. Der Ausschuss konnte auch erklären, dass seine Empfehlung frei von ungebührlicher Einflussnahme Dritter war und dass der Prüfungs- und Finanzausschuss in seiner Entscheidung frei war. Das parallel durchgeführte Ausschreibungsverfahren für die Abschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2021 wurde mit der Entscheidung des Aufsichtsrats am 7. November 2019, der Hauptversammlung KPMG zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2020 zu empfehlen, eingestellt.

Einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit des Prüfungs- und Finanzausschusses bildete die Prüfung des Jahresabschlusses sowie des Konzernabschlusses (siehe unten, Abschnitt "Jahres- und Konzernabschlussprüfung"). Die Prüfungsschwerpunkte der Abschlussprüfung 2018 waren bereits während des Geschäftsjahres 2018 vom Prüfungs- und Finanzausschuss mit dem Abschlussprüfer erörtert und dann in einer Ausschusssitzung festgelegt worden. Ebenso waren auch die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte des Bestätigungsvermerks mit dem Abschlussprüfer in der Ausschusssitzung Ende Januar 2019 vorab erörtert worden. Die vorläufigen Ergebnisse der Konzern- und Jahresabschlussprüfung des Geschäftsjahres 2018 wurden vom Vorsitzenden des Prüfungs- und Finanzausschusses in einem fortlaufenden Prozess vor der Bilanzsitzung des Ausschusses, die am 22. März 2019 stattfand, mit dem Abschlussprüfer eingehend diskutiert. Der Ausschuss befasste sich in diesem Zusammenhang auch mit der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und den vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Es gab dabei keine Anhaltspunkte für Befangenheitsgründe oder eine Gefährdung der Unabhängigkeit. Der Halbjahresfinanzbericht 2019 wurde vor seiner Veröffentlichung am 28. August 2019 im Ausschuss ausführlich erörtert.

Der Prüfungs- und Finanzausschuss der Bertelsmann SE & Co. KGaA kam im Berichtsjahr 2019 zu vier Sitzungen zusammen. Darüber hinaus wurde eine Telefonkonferenz durchgeführt. Der Vorsitzende des Prüfungs- und Finanzausschusses oder sein Vertreter informierten im Rahmen einer regelmäßigen Berichterstattung das Aufsichtsratsplenum kontinuierlich über die Arbeit des Ausschusses. Zu einzelnen Tagesordnungspunkten waren die jeweiligen Leiter von Fachabteilungen vertreten. Zusätzlich führte der Vorsitzende des Prüfungsausschusses auch Einzelgespräche mit dem verantwortlichen Abschlussprüfer durch.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2019

Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, ist seit dem Geschäftsjahr 2011 Abschlussprüfer für die Bertelsmann SE & Co. KGaA und den Konzern. Als für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer unterzeichnen Christian Landau seit dem Geschäftsjahr 2016 und Volker Voelcker seit dem Geschäftsjahr 2018.

PwC hat den vom Vorstand der Bertelsmann Management SE aufgestellten Jahresabschluss und den Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht der Bertelsmann SE & Co. KGaA, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, einschließlich der nichtfinanziellen Erklärung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Jahresabschluss ist nach den Regeln des HGB aufgestellt worden; der Konzernabschluss der Bertelsmann SE & Co. KGaA wurde gemäß § 315e HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Der Prüfungs- und Finanzausschuss des Aufsichtsrats hatte entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer für die Jahresabschlussprüfung und die Konzernabschlussprüfung vergeben. Der Abschlussprüfer hat die Prüfung unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung vorgenommen. Aufgrund einer Erweiterung des Prüfungsauftrags ist vom Abschlussprüfer auch das Risikofrüherkennungssystem der Bertelsmann SE & Co. KGaA beurteilt und im Sinne des § 91 Absatz 2 AktG für geeignet befunden worden. Die vorläufigen Ergebnisse der besonders wichtigen Prüfungssachverhalte wurden mit dem Abschlussprüfer in einer Videokonferenz am 10. März 2020 erörtert. Die Abschlussunterlagen, die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers sowie die weiteren Abschlussunterlagen wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats fristgemäß vor der Bilanzsitzung zugesandt. Der Abschlussprüfer hat am 16. März 2020 im Prüfungs- und Finanzausschuss sowie im Plenum des Aufsichtsrats jeweils an der Bilanzsitzung teilgenommen. Hierbei hat er umfangreich Bericht erstattet und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Er konnte bestätigen, dass im Rahmen der Abschlussprüfung keine wesentlichen Schwächen des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems festgestellt wurden. Der Prüfungs- und Finanzausschuss hat die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte intensiv diskutiert. Das Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer wurde sorgfältig bei der eigenen Prüfung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses herangezogen. Der Prüfungs- und Finanzausschuss hat dem Plenum über die Prüfung des Jahresabschlusses bzw. Konzernabschlusses sowie der Prüfungsberichte in dessen Sitzung ausführlich berichtet.

Das Plenum des Aufsichtsrats hat am 16. März 2020 unter Berücksichtigung der Empfehlung des Prüfungs- und Finanzausschusses und des Prüfungsberichts des Abschlussprüfers sowie nach weiterer Diskussion mit dem Abschlussprüfer den Jahresabschluss und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht intensiv geprüft und eingehend erörtert. Der Aufsichtsrat stimmte dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu. Der Aufsichtsrat folgte damit der entsprechenden Empfehlung des Prüfungs- und Finanzausschusses und erhob nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung des Jahresabschlusses bzw. Konzernabschlusses sowie des zusammengefassten Lageberichts keine Einwendungen. Die vom Vorstand der Bertelsmann Management SE aufgestellten Abschlüsse wurden gebilligt. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat den Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung sowie den Bericht zur Corporate Governance wie auch seine Beschlussvorschläge zu den Tagesordnungspunkten der ordentlichen Hauptversammlung am 8. Mai 2020 verabschiedet. Der Aufsichtsrat hat ferner den Vorschlag des Vorstands der Bertelsmann Management SE zur Höhe der Verwendung des Bilanzgewinns an die Aktionäre geprüft und sich diesem angeschlossen. Die vom Vorstand der Bertelsmann Management SE vorgeschlagene Gewinnausschüttung ist nach Ansicht des Aufsichtsrats angesichts der Höhe des Bilanzgewinns und unter Berücksichtigung des konjunkturellen Umfelds, der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens sowie der Interessen der Aktionäre angemessen.

Veränderungen im Vorstand der Bertelsmann Management SE und im Aufsichtsrat, Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Die Geschäfte der Bertelsmann SE & Co. KGaA werden von ihrer persönlich haftenden Gesellschafterin, der Bertelsmann Management SE, vertreten durch ihren Vorstand, geführt. Im Vorstand der Bertelsmann Management SE veränderte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 die personelle Zusammensetzung nicht. Herr Rabe übernahm jedoch mit Wirkung ab dem 1. April 2019 auf der Grundlage einer Einwilligung des Personalausschusses der Bertelsmann Management SE neben seiner Verantwortung für den Vorstandsvorsitz der Bertelsmann Management SE zusätzlich die Aufgabe als CEO der RTL Group S.A.

Im Laufe des Geschäftsjahres bzw. des Berichtszeitraums ergaben sich folgende Veränderungen im Aufsichtsrat: Herr Murat Cetin schied am 28. Februar 2019 aus dem Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA aus. Herr Kasper Rorsted schied am 31. März 2019 aus dem Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA aus. Herr Ian Hudson wird zum 30. April 2020 aus dem Aufsichtsrat ausscheiden. Der Aufsichtsrat bedankt sich bei allen dreien für die langjährige, sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Derzeit sind alle neun Mitglieder des Aufsichtsrats der Bertelsmann Management SE auch Mitglieder des zurzeit dreizehnköpfigen Aufsichtsrats der Bertelsmann SE & Co. KGaA.

Für den Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA, die kein börsennotiertes Unternehmen ist, findet das "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" keine Anwendung. Dennoch unterstützt der Aufsichtsrat die Zielsetzung des Gesetzes. Strategisch verfolgt der Aufsichtsrat das Ziel, auch durch die Vielfalt seiner Mitglieder seiner Überwachungs- und Beratungsfunktion gerecht zu werden. Der Aufsichtsrat wird aber bis auf Weiteres keine Zielquote für Frauen im Aufsichtsrat festlegen. Er ist davon überzeugt, dass im Unternehmen in den Bereichen der Nachfolgeplanung, der Managemententwicklung und der Auswahlprozesse geeignete Maßnahmen getroffen wurden, um die gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen nachhaltig zu implementieren. Im Aufsichtsrat soll der derzeit bestehende Frauenanteil im Fall von Neubesetzungen nicht zurückgehen. Idealerweise haben die Biografien von Neumitgliedern Bezüge zu den Wachstumsregionen und -märkten von Bertelsmann. (Dazu siehe auch der Abschnitt "Vielfalt als gelebte Praxis" im Bericht zur Corporate Governance auf Seite 143 f.) Neben den drei Vertretern der Familie Mohn und den vier Vertretern der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besteht der Aufsichtsrat der Bertelsmann SE & Co. KGaA ausschließlich aus unabhängigen Aufsichtsratsmitgliedern. Der Aufsichtsrat erkennt die Intention der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex bei ihrer Forderung nach einer Festsetzung von Zielen für eine Altersgrenze und einer Regelgrenze für die Dauer der Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat an. Vor dem Hintergrund der besonderen Gesellschafterstruktur von Bertelsmann und der bereits in der Satzung der Gesellschaft enthaltenen Altersgrenzenregelung erscheint es dem Aufsichtsrat aber nicht angebracht, bei Bertelsmann weitere bzw. weitergehende Zielvorgaben zu Altersgrenze und Zugehörigkeitsdauer zu formulieren.

Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand für seinen großen Einsatz und seine gute unternehmerische Leistung im Geschäftsjahr 2019 seine Anerkennung aus. Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bertelsmann-Konzerns und der Unternehmensleitung für ihr Engagement und ihren Beitrag zum erfolgreichen Geschäftsjahr 2019.

 

Gütersloh, den 16. März 2020

Christoph Mohn, Aufsichtsratsvorsitzender

Bertelsmann Geschäftsbericht 2019 149

Anteilsbesitz gem. § 285 und § 313 HGB für die Bertelsmann SE & Co. KGaA und den Bertelsmann Konzern zum 31. Dezember 2019

List of shareholdings according to § 285 and § 313 HGB for Bertelsmann SE & Co. KgaA and the Bertelsmann Group as per December 31, 2019

Nachfolgende Tabellen zeigen den Anteilsbesitz der Bertelsmann SE & Co. KGaA gem. § 285 Nr. 11 HGB und des Bertelsmann Konzerns gem. § 313 Abs. 2 HGB. Bei den Angaben zu den Werten von Eigenkapital und Ergebnis handelt es sich grundsätzlich um IFRS Werte. Fußnoten zu nachfolgenden Tabellen sind am Ende zusammengefasst. / The tables below show the shareholdings of the Bertelsmann SE & Co. KGaA according to Section 285 No. 11 of the German Commercial Code (HGB) and Bertelsmann Group according to section 313 (2) HGB. Information about equity and net result of the companies complies with International Financial Reporting Standards. Footnotes on the tables below are presented at the end.

I. Mutterunternehmen / Parent Company

Name und Sitz der Gesellschaft - Name and pace of the company Eigenkapital -Equity
(T€)
Ergebnis -Result
(T€)
Direkte Beteiligung durch Konzerngesellschaft(en) -Direct share by group company / companies Konzernanteil -Group share
Bertelsmann SE & Co. KGaA, Gütersloh

II. Im Konzernabschluss vollkonsolidierte Unternehmen sowie nach der Equity-Methode einbezogene Beteiligungen /
Fully consolidated companies and investments accounted for using the equity method included in the consolidated financial statements

Name und Sitz der Gesellschaft - Name and pace of the company Eigenkapital -Equity
(T€)
Ergebnis -Result
(T€)
Direkte Beteiligung durch Konzerngesellschaft(en) -Direct share by group company / companies Konzernanteil -Group share
II.A. Vollkonsolidierte Tochterunternehmen / Fully consolidated Subsidiaries
Ägypten / Egypt
Eclipse Technologies for Business Services S.A.E., Kairo 1,568 -12 100.00 % 50.00 %
Egyptian Call Center Operators S.A.E., Gizeh 8,511 703 100.00 % 50.00 %
International Company for Administrative and Human Development S.A.E., Kairo 599 52 100.00 % 50.00 %
Argentinien / Argentina
Fremantle Productions Argentina S.A., Buenos Aires 0 51 100.00 % 76.01 %
Market Self S.A., Buenos Aires 265 26 85.00 % 64.11 %
Penguin Random House Grupo Editorial S.A., Buenos Aires 5,773 -72 100.00 % 75.43 %
Armenien / Armenia
Majorel Armenia LLC, Jerewan -582 -586 100.00 % 50.00 %
Australien / Australia
Better Way Records Pty Ltd, Surry Hills -79 -1 100.00 % 100.00 %
BMG AM International Pty Ltd, Surry Hills -375 0 100.00 % 100.00 %
BMG AM Pty Ltd, Surry Hills 6,159 891 100.00 % 100.00 %
BMG Production Music (Australia) Pty Ltd, Surry Hills -445 19 100.00 % 100.00 %
BMG Rights Management (Australia) Pty Ltd, Surry Hills 7,352 -2,990 100.00 % 100.00 %
Easy Tiger Holdings Pty Ltd, St. Leonards 4,771 109 75.00 % 56.83 %
Easy Tiger Productions Pty Ltd, Sydney 1,350 137 100.00 % 56.83 %
Forum 5 Pty Ltd, Melbourne 0 0 100.00 % 75.77 %
FremantleMedia Australia Holdings Pty Ltd, St. Leonards 477 0 100.00 % 75.77 %
FremantleMedia Australia Pty Ltd, St. Leonards 28,441 1,753 100.00 % 75.77 %
Grundy Organization Pty Ltd, St. Leonards 309 0 100.00 % 75.77 %
Orient Pacific Music Pty Ltd, Surry Hills 277 31 100.00 % 100.00 %
Origin Network Pty Ltd, Surry Hills -13 0 100.00 % 100.00 %
Penguin Australia Pty Ltd, Docklands 0 0 100.00 % 75.00 %
Penguin Random House Australia Pty Ltd, Docklands 34,097 5,987 100.00 % 75.00 %
RHA Holdings Pty Ltd, Melbourne -1,365 0 100.00 % 75.00 %
SpotXchange Australia Pty Ltd, Sydney -187 -520 100.00 % 75.77 %
The Broken Shore Holdings Pty Ltd, St. Leonards - - 100.00 % 57.01 % 1
The Broken Shore Pty Ltd, St. Leonards - - 100.00 % 57.01 % 1
Belgien / Belgium
Best of TV Benelux S.P.R.L., Brüssel 1,183 106 100.00 % 18.75 %
Cobelfra S.A., Brüssel 10,198 8,734 100.00 % 33.52 %
E2C BVBA, Temse -3,997 -27 100.00 % 100.00 %
Freecaster BVBA, Naninne 108 -69 100.00 % 75.77 %
FremantleMedia Belgium NV, Brüssel 3,285 186 100.00 % 75.77 %
Home Shopping Service Belgique S.A., Brüssel 85 -89 100.00 % 36.77 %
Inadi S.A., Brüssel 2,077 336 100.00 % 33.52 %
IP Belgium S.A., Brüssel 120,295 8,735 100.00 % 50.01 %
Optilens SPRL, Jette 460 -1 100.00 % 36.77 %
Radio Belgium Holding S.A., Brüssel 112,616 8,983 50.20 % 33.52 %
RTL Belgium S.A., Brüssel 4,687 3,736 65.99 % 50.01 %
RTL Group Services Belgium S.A., Ans 2,611 2,920 100.00 % 76.01 %
Unite 15 Belgique S.A., Brüssel - - 100.00 % 36.77 % 1
Brasilien / Brazil
Affero Lab Participacoes S.A., Rio de Janeiro 8,157 -3,524 100.00 % 97.60 %
Affero Tecnologia em Conhecimento Ltda. 1,506 -523 100.00 % 97.60 %
Arvato Participacoes Ltda., Sao Paulo 16,128 -741 100.00 % 97.60 %
Arvato Servicos, Comercio e Industria Grafica Ltda., Sao Paulo 434 -52 100.00 % 100.00 %
Bertelsmann Brasil Participacoes Ltda., Sao Paulo 807 46 100.00 % 100.00 %
BMG Rights Management Brasil Ltda., Sao Paulo 3,695 -397 100.00 % 97.60 %
Editora Bonifacio Ltda., Sao Paulo 17 16 99.99 % 52.49 %
Editora Claro Enigma Ltda., Sao Paulo 110 82 100.00 % 52.50 %
Editora Fontanar Ltda., Rio de Janeiro 22 19 100.00 % 52.50 %
Editora Pequena Zahar Ltda., Rio de Janeiro -1 -3 100.00 % 52.50 %
Editora Reviravolta Ltda., Sao Paulo 40 34 99.99 % 52.49 %
Editora Schwarcz S.A., Sao Paulo 24,343 4,557 70.00 % 52.50 %
Erste BBI Participacoes Ltda., Sao Paulo 28,534 -111 100.00 % 97.60 %
ERSTE WV FUNDO DE INVESTIMENTO MULTIMERCADO CREDITO PRIVADO 176,81 4 66,881 100.00 % 100.00 %
FremantleMedia Brazil Producao de Televisao Ltda., Sao Paulo 74 -709 100.00 % 76.01 %
Intervalor Cobranca Gestao de Credito e Call Center Ltda., Sao Paulo -2,964 -3,163 100.00 % 79.55 %
Intervalor Holding S.A., Sao Paulo 817 90 81.51 % 79.55 %
Intervalor Promocao de Vendas Ltda., Osasco 659 121 100.00 % 79.55 %
Jorge Zahar Editor Ltda., Rio de Janeiro 1,331 354 100.00 % 52.50 %
Stylehaul Brasil Agenciamento de Midia Ltda, Sao Paulo 0 -11 100.00 % 75.77 %
Valorati Servicos de Cobranca Ltda., Sao Paulo 98 19 100.00 % 79.55 %
Chile
Market Self Chile SpA, Santiago de Chile -363 -215 100.00 % 64.11 %
Penguin Random House Grupo Editorial, S.A., Santiago de Chile 11,013 572 100.00 % 75.00 %
China
Arvato Digital Services (Hangzhou) Co. Ltd., Hangzhou 169 12 100.00 % 100.00 %
Arvato Digital Services (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai 8,310 -313 100.00 % 100.00 %
Arvato Digital Services (Xiamen) Co. Ltd., Xiamen 544 3 100.00 % 100.00 %
Arvato Digital Services Limited, Hong Kong 1,449 -425 100.00 % 100.00 %
Arvato Digital Technology (Shenzhen) Co. Ltd., Shenzhen -339 -12 100.00 % 100.00 %
Arvato Logistics (Shenzhen) Co. Ltd., Shenzhen 374 1 100.00 % 100.00 %
Arvato Services (Nanchang) Co. Ltd., Nanchang 508 -2 100.00 % 100.00 %
Arvato Services Hong Kong Limited, Tuen Mun 11,301 2,741 100.00 % 100.00 %
Arvato Supply Chain Management (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai 307 -1 100.00 % 100.00 %
Bertelsmann Equity Investment Fund Management (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai 1,926 362 100.00 % 100.00 %
Bertelsmann Management (Guizhou) Co. Ltd., Shanghai 0 0 100.00 % 100.00 %
Bertelsmann Management (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai 16,157 354 100.00 % 100.00 %
Bertelsmann-Arvato Commercial Services (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai -731 65 100.00 % 100.00 %
BMG (Beijing) Music & Culture Co. Ltd., Peking 2,020 -247 100.00 % 100.00 %
BMG RIGHTS MANAGEMENT (Hong Kong) Limited, Hong Kong -1,154 -915 100.00 % 100.00 %
Boman (Beijing) Cultural Development Co. Ltd., Peking -335 268 100.00 % 100.00 %
Fremantle (Shanghai) Culture Media Co. Ltd., Shanghai -968 -137 100.00 % 75.77 %
Fremantle Productions Asia Ltd., Hong Kong 764 1 100.00 % 76.01 %
Penguin Random House (Beijing) Culture Development Co. Ltd., Peking 1,726 -163 100.00 % 75.00 %
Penguin Random House (Hong Kong) Limited, Hong Kong 641 -14 100.00 % 75.00 %
Relias Learning (Beijing) Consulting Co. Ltd., Peking -1,047 -670 100.00 % 100.00 %
Relias Online (Beijing) Consulting Co. Ltd., Peking -623 -267 100.00 % 100.00 %
Shanghai Bertelsmann Commercial Services Co. Ltd., Shanghai 10,920 -200 100.00 % 100.00 %
Shanghai Bertelsmann-arvato Information Services Co. Ltd., Shanghai 12,735 4,439 100.00 % 100.00 %
Shanghai Kaichang information technology Co. Ltd., Shanghai -3,688 -24 100.00 % 100.00 %
Cote d'Ivoire
Majorel Cote D'Ivoire S.A.R.L., Abidjan 3,317 854 100.00 % 50.00 %
Dänemark / Denmark
Arvato Finance A/S, Kopenhagen 2,576 -93 100.00 % 100.00 %
Blu A/S, Valby 8,199 2,045 100.00 % 75.77 %
Gothia A/S, Kopenhagen 863 271 100.00 % 100.00 %
Miso Estate ApS, Kopenhagen -176 -21 100.00 % 76.01 %
Miso Film ApS, Kopenhagen 2,504 246 100.00 % 76.01 %
Miso Holding ApS, Kopenhagen 1,587 0 100.00 % 76.01 %
Deutschland / Germany
"Alwa" Gesellschaft für Vermögensverwaltung mbH & Co. Grundstücksvermietung 6e,910 7,652 100.00 % 93.98 %
"I 2 I" Musikproduktions- und Musikverlagsgesellschaft mbH, Köln 27 0 100.00 % 75.77 % 2
11 Freunde Verlag GmbH & Co KG, Berlin 146 421 51.00 % 51.00 %
3 C Deutschland GmbH, Heilbronn 2,032 0 100.00 % 100.00 % 2
adality GmbH, München 27 0 100.00 % 100.00 % 2
Ad Alliance GmbH, Köln 13 0 100.00 % 75.77 % 2
Anaconda Verlag GmbH, Köln 1,208 43 100.00 % 100.00 %
Antenne Niedersachsen GmbH & Co. KG, Hannover 7,180 3,094 63.00 % 39.27 %
Applike GmbH, Hamburg 41 0 100.00 % 100.00 % 2
arvato CRM Healthcare GmbH, Berlin 864 0 100.00 % 100.00 % 2
arvato direct services GmbH, Gütersloh -1,346 0 100.00 % 100.00 % 2
arvato distribution GmbH, Harsewinkel 1,977 0 100.00 % 100.00 % 2
arvato eCommerce Beteiligungsgesellschaft mbH, Gütersloh 4,078 0 100.00 % 100.00 % 2
arvato eCommerce Verwaltungsgesellschaft mbH, Gütersloh 87 0 100.00 % 100.00 % 2
arvato infoscore GmbH, Baden-Baden 61,321 0 100.00 % 100.00 % 2
arvato Logistics, Corporate Real Estate & Transport GmbH, Gütersloh 1,243 0 100.00 % 100.00 % 2
arvato media GmbH, Gütersloh 8,491 0 100.00 % 100.00 % 2
Arvato Payment Solutions GmbH, Verl 80,858 0 100.00 % 100.00 % 2
arvato print service Russland GmbH, Gütersloh 43,485 2,257 100.00 % 100.00 %
arvato SCM Consumer Products GmbH, Gütersloh -438 0 100.00 % 100.00 % 2
Arvato SCM Kamen GmbH, Gütersloh -470 0 100.00 % 100.00 % 2
arvato services Dresden GmbH, Dresden 26 0 100.00 % 100.00 % 2
arvato services Gera GmbH, Gera 26 0 100.00 % 100.00 % 2
arvato services Leipzig GmbH, Leipzig 26 0 100.00 % 100.00 % 2
arvato services solutions GmbH, Gütersloh -620 0 100.00 % 100.00 % 2
arvato services Suhl GmbH, Suhl 26 0 100.00 % 100.00 % 2
Arvato Supply Chain Solutions SE, Gütersloh 697 0 100.00 % 100.00 % 2
arvato systems GmbH, Gütersloh 799 0 100.00 % 100.00 % 2
arvato Systems perdata GmbH, Leipzig 6,315 0 100.00 % 100.00 % 2
arvato Systems S4M GmbH, Köln 5,189 0 100.00 % 100.00 % 2
Audio Alliance GmbH, Berlin 28 0 100.00 % 100.00 % 2
AVE Gesellschaft für Hörfunkbeteiligungen mbH, Berlin 10,207 0 100.00 % 75.77 % 2
AVE II Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG, Köln 4,797 166 100.00 % 75.77 %
AZ Direct Beteiligungs GmbH, Gütersloh 401 0 100.00 % 100.00 % 2
AZ Direct GmbH, Gütersloh -229 0 100.00 % 100.00 % 2
AZ fundraising services GmbH & Co. KG, Gütersloh -132 1,305 100.00 % 100.00 %
BAG Business Information Beteiligungs GmbH, Gütersloh 297 0 100.00 % 100.00 % 2
BAI GmbH, Gütersloh 155,397 0 100.00 % 100.00 % 2
BDMI GmbH, Gütersloh 9,363 0 100.00 % 100.00 % 2
BePeople GmbH, Gütersloh -657 0 100.00 % 100.00 % 2
Berliner Presse Vertrieb GmbH & Co. KG, Berlin -1,673 6,431 84.50 % 84.50 %
Bertelsmann Accounting Services GmbH, Gütersloh -1,362 0 100.00 % 100.00 % 2
Bertelsmann Accounting Services Schwerin GmbH, Schwerin 42 0 100.00 % 100.00 % 2
Bertelsmann Aviation GmbH, Gütersloh 776 0 100.00 % 100.00 % 2
Bertelsmann Capital Holding GmbH, Gütersloh 8,733,964 0 100.00 % 100.00 % 2
Bertelsmann China Holding GmbH, Gütersloh -130,398 0 100.00 % 100.00 % 2
Bertelsmann Transfer GmbH, Gütersloh -631 0 100.00 % 100.00 % 2
Bertelsmann Treuhand- und Anlagegesellschaft mit beschränkter Haftung, Gütersloh 26 0 100.00 % 100.00 % 2
BFS finance GmbH, Verl 98,389 0 100.00 % 100.00 % 2
BFS finance Münster GmbH, Münster 1,614 0 100.00 % 100.00 % 2
BFS health finance GmbH, Dortmund 8,605 0 100.00 % 100.00 % 2
BMG Production Music (Germany) GmbH, Berlin 54 0 100.00 % 100.00 % 2
BMG RIGHTS MANAGEMENT (Europe) GmbH, Berlin 141 0 100.00 % 100.00 % 2
BMG RIGHTS MANAGEMENT GmbH, Berlin 560,779 0 100.00 % 100.00 % 2
Campaign Services Neckarsulm GmbH, Neckarsulm 845 0 100.00 % 100.00 % 2
Campaign Services Offenbach GmbH, Frankfurt am Main 88 0 100.00 % 100.00 % 2
CBC Cologne Broadcasting Center GmbH, Köln 9,226 0 100.00 % 75.77 % 2
Chefkoch GmbH, Bonn 1,275 0 100.00 % 100.00 % 2
Chrysalis Music Holdings GmbH, Berlin 12,781 322 100.00 % 100.00 %
COUNTDOWN MEDIA GmbH, Hamburg 750 0 100.00 % 100.00 % 2
CRM Holding GmbH, Gütersloh 47,476 0 100.00 % 50.00 % 2
DDV Druck GmbH, Dresden 246 0 100.00 % 60.00 % 2
DDV Immobilien GmbH, Dresden 11,775 466 60.00 % 60.00 %
DDV Mediengruppe GmbH & Co. KG, Dresden 12,795 7,951 60.00 % 60.00 %
DDV Technik GmbH, Dresden 76 0 100.00 % 60.00 % 2
Der Audio Verlag GmbH, Berlin 2,186 0 100.00 % 100.00 % 2
Deutsche Medien-Manufaktur GmbH & Co. KG, Münster 10,283 9,411 50.00 % 50.00 %
Deutsche Medien-Manufaktur Verwaltungs-GmbH, Münster 25 -1 50.00 % 50.00 %
DeutschlandCard GmbH, München 751 0 100.00 % 100.00 % 2
Die Mehrwertmacher GmbH, Dresden 738 131 100.00 % 60.00 %
Digital Media Hub GmbH, Köln -45 0 100.00 % 75.77 % 2
Direct Analytics GmbH, Gütersloh 307 23 100.00 % 100.00 %
direct services Gütersloh GmbH, Gütersloh -1,323 0 100.00 % 100.00 % 2
DIVIMOVE GmbH, Berlin -199 0 100.00 % 75.77 % 2
Dorling Kindersley Verlag GmbH, München 11,067 1,304 100.00 % 75.00 %
DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH, Hamburg -1,423 0 100.00 % 100.00 % 2
Dresden Information GmbH, Dresden 237 94 50.00 % 30.00 %
Dresdner Chauffeur Service 8x8 GmbH, Dresden -348 0 100.00 % 60.00 % 2
Dresdner Verlagshaus kaufmännische Dienste GmbH, Dresden 36 0 100.00 % 60.00 % 2
Eat the World GmbH, Berlin 40 0 100.00 % 100.00 % 2
Erste TD Gütersloh GmbH, Gütersloh 10,111 0 100.00 % 100.00 % 2
Erste WV Gütersloh GmbH, Gütersloh 90,250 0 100.00 % 100.00 % 2
European SCM Services GmbH, Gütersloh 466 0 100.00 % 100.00 % 2
Fernwärme Gütersloh GmbH, Gütersloh 2,661 219 51.00 % 51.00 %
FlexStorm GmbH, Gütersloh 1,859 -19 100.00 % 100.00 %
FremantleMedia International Germany GmbH, Potsdam 30 0 100.00 % 75.77 % 2
Funkhaus Halle GmbH & Co. KG, Halle (Saale) -5,476 -172 61.38 % 44.10 %
GGP Media GmbH, Pößneck 24,573 0 100.00 % 100.00 % 2
G+J Digital Ventures GmbH, Berlin 1,519 0 100.00 % 100.00 % 2
G+J Electronic Media Sales GmbH, Hamburg 4 0 100.00 % 100.00 % 2
G+J Enterprise GmbH, Hamburg 26 0 100.00 % 100.00 % 2
G+J Food & Living GmbH & Co. KG, Hamburg 3,194 3,918 100.00 % 50.00 %
G+J Immobilien GmbH & Co. KG, Hamburg 13,303 507 100.00 % 100.00 %
G+J Innovation GmbH, Hamburg 27 0 100.00 % 100.00 % 2
G+J Lifestyle GmbH, Hamburg 26 0 100.00 % 100.00 % 2
G+J LIVING Digital GmbH, Hamburg 23 0 100.00 % 100.00 % 2
G+J Medien GmbH, Hamburg 3,257 0 100.00 % 100.00 % 2
G+J Vermietungsgesellschaft Sächsischer Verlag mbH, Dresden 3,837 0 100.00 % 100.00 % 2
G+J Wirtschaftsmedien Verwaltungs GmbH, Hamburg 36 0 100.00 % 100.00 % 2
G+J Zweite Grundstücksbeteiligungsgesellschaft München mbH, München 21,553 0 93.98 % 93.98 % 2
Global Assekuranz Vermittlungsgesellschaft mit beschränkter Haftung, Gütersloh 25 0 100.00 % 100.00 % 2
Grundstücksgesellschaft Vorsetzen 2 mbH, Hamburg 101 0 100.00 % 100.00 % 2
Gruner + Jahr Communication GmbH, Hamburg 27 0 100.00 % 100.00 % 2
Gruner + Jahr GmbH, Hamburg 203,261 42,917 100.00 % 100.00 % 2
Henri-Nannen-Schule Gruner+Jahr/DIE ZEIT GmbH, Hamburg 27 0 95.00 % 95.00 % 2
HITRADIO RTL Sachsen GmbH, Dresden 1,574 0 86.53 % 65.56 % 2
Honey GmbH, Hamburg 92 -252 100.00 % 100.00 %
infoNetwork GmbH, Köln 619 0 100.00 % 75.77 % 2
informa HIS GmbH, Wiesbaden 386 0 100.00 % 100.00 % 2
informa Solutions GmbH, Baden-Baden 68,930 0 100.00 % 100.00 % 2
infoscore Business Support GmbH, Baden-Baden 152 0 100.00 % 100.00 % 2
infoscore Consumer Data GmbH, Baden-Baden 6,323 0 100.00 % 100.00 % 2
infoscore Finance GmbH, Baden-Baden 6,506 0 100.00 % 100.00 % 2
infoscore Forderungsmanagement GmbH, Verl 12,715 0 100.00 % 100.00 % 2
infoscore Portfolio Management GmbH & Co. KG, Verl 26 0 100.00 % 100.00 %
infoscore Portfolio Management II GmbH & Co. KG, Baden-Baden 26 -1 100.00 % 100.00 %
infoscore Portfolio Management International GmbH, Gütersloh 21 0 100.00 % 100.00 % 2
infoscore Tracking Solutions GmbH, Gütersloh -1,942 0 100.00 % 100.00 % 2
inmediaONE] GmbH, Gütersloh 5,674 0 100.00 % 100.00 % 2
IP Deutschland GmbH, Köln 1,462 0 100.00 % 75.77 % 2
KURIER Direktservice Dresden GmbH, Dresden 96 0 100.00 % 60.00 % 2
KWS Kontowechsel Service GmbH, Schortens 36 0 100.00 % 50.00 % 2
LiquidM Technology GmbH, Berlin 2,597 -543 100.00 % 100.00 %
LV-Publikumsmedien GmbH & Co. KG, Münster 4,192 5,197 100.00 % 50.00 %
Madsack Hörfunk GmbH, Hannover 2,299 209 24.90 % 18.87 %
Majorel Berlin GmbH, Berlin -180 0 100.00 % 50.00 % 2
Majorel Brandenburg GmbH, Brandenburg 16 0 100.00 % 50.00 % 2
Majorel Chemnitz GmbH, Chemnitz -1,119 0 100.00 % 50.00 % 2
Majorel Cottbus GmbH, Cottbus -150 0 100.00 % 50.00 % 2
Majorel Deutschland GmbH, Gütersloh -5,655 0 100.00 % 50.00 % 2
Majorel Dortmund GmbH, Dortmund -441 0 100.00 % 50.00 % 2
Majorel Energy GmbH, Leipzig 451 0 100.00 % 50.00 % 2
Majorel Erfurt GmbH, Erfurt -589 0 100.00 % 50.00 % 2
Majorel Essen GmbH, Essen -1,135 0 100.00 % 50.00 % 2
Majorel Münster GmbH, Münster -13 0 100.00 % 50.00 % 2
Majorel Neubrandenburg GmbH, Neubrandenburg -1,820 0 100.00 % 50.00 % 2
Majorel Nordhorn GmbH, Nordhorn 37 0 100.00 % 50.00 % 2
Majorel Real Estate GmbH, Gütersloh 69 44 100.00 % 50.00 %
Majorel Rostock I GmbH, Rostock -961 0 100.00 % 50.00 % 2
Majorel Rostock II GmbH, Rostock 20 0 100.00 % 50.00 % 2
Majorel Saarbrücken GmbH, Saarbrücken 79 0 100.00 % 50.00 % 2
Majorel Schwerin GmbH, Schwerin -155 0 100.00 % 50.00 % 2
Majorel Stralsund GmbH, Stralsund -279 0 100.00 % 50.00 % 2
Majorel Wilhelmshaven GmbH, Schortens -366 0 100.00 % 50.00 % 2
Mambo-Plak GmbH, Dresden 457 201 75.00 % 45.00 %
mbs Nürnberg GmbH, Nürnberg -104 0 100.00 % 100.00 % 2
Media Logistik GmbH, Dresden 5,433 2,226 51.00 % 30.60 %
MEDIASCORE Gesellschaft für Medien- und Kommunikationsforschung mbH, Köln 447 0 100.00 % 75.77 % 2
Mediengruppe RTL Deutschland GmbH, Köln 292,139 0 100.00 % 75.77 % 2
Mohn Media Energy GmbH, Gütersloh 1,030 0 100.00 % 100.00 % 2
Mohn Media Mohndruck GmbH, Gütersloh 3,665 0 100.00 % 100.00 % 2
Morgenpost Sachsen GmbH, Dresden 22 0 100.00 % 60.00 % 2
MSP Medien-Service und Promotion GmbH, Hamburg 35 0 100.00 % 100.00 % 2
MVD Medien Vertrieb Dresden GmbH, Dresden 25 0 100.00 % 60.00 % 2
NETLETIX GmbH, München 168 0 100.00 % 75.77 % 2
Neue Spreeradio Hörfunkgesellschaft mbH, Berlin -5,474 625 100.00 % 75.77 %
Next Level Integration GmbH, Köln 8,085 0 100.00 % 100.00 % 2
n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH, Köln 1,231 0 100.00 % 75.77 % 2
OBERÜBER KARGER Kommunikationsagentur GmbH, Dresden 198 150 51.00 % 30.60 %
ORTEC Messe und Kongress GmbH, Dresden 400 1,285 51.00 % 30.60 %
Penguin Books Deutschland GmbH, München 215 113 100.00 % 75.00 %
PRINOVIS Ahrensburg Weiterverarbeitung und Logistik GmbH, Hamburg -468 0 100.00 % 100.00 % 2
PRINOVIS GmbH & Co. KG, Hamburg -382,548 -58,704 100.00 % 100.00 %
Prinovis GmbH, Gütersloh 53,733 0 100.00 % 100.00 % 2
Prinovis Klebebindung GmbH, Nürnberg 4,172 0 100.00 % 100.00 % 2
PRINOVIS Service GmbH, Hamburg -937 0 100.00 % 100.00 % 2
Print Service Gütersloh GmbH, Gütersloh -3 0 100.00 % 100.00 % 2
Probind Mohn media Binding GmbH, Gütersloh -4,707 0 100.00 % 100.00 % 2
PSC Print Service Center GmbH, Oppurg 228 0 100.00 % 100.00 % 2
Random House Audio GmbH, Köln 19 0 100.00 % 100.00 % 2
Redaktions- und Verlagsgesellschaft Bautzen/Kamenz mbH, Bautzen 414 314 55.00 % 33.00 %
Redaktions- und Verlagsgesellschaft Döbeln mbH, Döbeln 150 125 55.00 % 33.00 %
Redaktions- und Verlagsgesellschaft Elbland mbH, Meißen 322 237 52.00 % 31.20 %
Redaktions- und Verlagsgesellschaft Freital/Pirna mbH, Freital 278 171 52.00 % 31.20 %
Redaktions- und Verlagsgesellschaft Neiße mbH, Görlitz 451 428 68.00 % 40.80 %
Reinhard Mohn GmbH, Gütersloh 888,601 0 100.00 % 100.00 % 2
Relias Learning GmbH, Berlin 157 0 100.00 % 100.00 % 2
rewards arvato services GmbH, München 38,117 0 100.00 % 100.00 % 2
RM Achte Beteiligungsverwaltungs GmbH, Gütersloh 159,371 10,881 100.00 % 50.00 %
RM Buch und Medien Vertrieb GmbH, Gütersloh -3,794 0 100.00 % 100.00 % 2
RTL AdConnect GmbH, Köln 891 753 100.00 % 75.77 %
RTL Group Central & Eastern Europe GmbH, Köln 206,998 0 100.00 % 75.77 % 2
RTL Group Deutschland Markenverwaltungs GmbH, Köln 1,171,763 0 100.00 % 75.77 % 2
RTL Group Financial Services GmbH, Potsdam 25 0 100.00 % 75.77 % 2
RTL Group GmbH, Köln 2,804,993 0 100.00 % 75.77 % 2
RTL Group Licensing Asia GmbH, Köln 25 0 100.00 % 75.77 % 2
RTL Group Services GmbH, Köln 12,160 246 100.00 % 75.77 %
RTL Group Vermögensverwaltung GmbH, Köln 3,035,098 0 100.00 % 76.01 % 2
RTL Hessen GmbH, Frankfurt am Main 62 0 100.00 % 75.77 % 2
RTL Hessen Programmfenster GmbH, Bad Vilbel 419 25 60.00 % 45.46 %
RTL interactive GmbH, Köln 9,723 0 100.00 % 75.77 % 2
RTL International GmbH, Köln 169 -21 100.00 % 75.77 %
RTL Journalistenschule GmbH, Köln 26 0 90.00 % 68.19 % 2
RTL Nord GmbH, Hamburg 52 0 100.00 % 75.77 % 2
RTL Radio Berlin GmbH, Berlin 2,111 0 100.00 % 75.77 % 2
RTL Radio Center Berlin GmbH, Berlin 5,701 0 100.00 % 75.77 % 2
RTL Radio Deutschland GmbH, Berlin 11,925 0 100.00 % 75.77 % 2
RTL Radio Luxemburg GmbH, Köln 25 0 100.00 % 75.77 % 2
RTL Radiovermarktung GmbH, Berlin 39 0 100.00 % 75.77 % 2
RTL STUDIOS GmbH, Köln 321 0 100.00 % 75.77 % 2
RTL Television GmbH, Köln 510,688 0 100.00 % 75.77 % 2
RTL WEST GmbH, Köln 73 0 75.00 % 56.83 % 2
rtv media group GmbH, Nürnberg 700 0 100.00 % 100.00 % 2
Sächsische Zeitung GmbH, Dresden 130 0 100.00 % 60.00 % 2
Saxo-Phon GmbH, Dresden 92 0 100.00 % 60.00 % 2
Sellwell GmbH & Co. KG, Hamburg -357 61 100.00 % 100.00 %
smartclip Deutschland GmbH, Köln 644 0 100.00 % 75.89 % 2
smartclip Europe GmbH, Düsseldorf 24,224 0 100.00 % 76.01 % 2
Sonopress GmbH, Gütersloh 6,449 0 100.00 % 100.00 % 2
SPARWELT GmbH, Berlin 4,316 0 100.00 % 75.77 % 2
SSB Software Service und Beratung GmbH, München 2 0 100.00 % 100.00 % 2
stern.de GmbH, Hamburg 34 0 100.00 % 100.00 % 2
stern Medien GmbH, Hamburg 95 0 100.00 % 100.00 % 2
SZ-Reisen GmbH, Dresden 41 0 100.00 % 60.00 % 2
TAG24 NEWS Deutschland GmbH, Dresden 14 0 100.00 % 60.00 % 2
TERRITORY Content to Results GmbH, Hamburg 863 0 100.00 % 100.00 % 2
TERRITORY EMBRACE GmbH, Bochum 2,764 0 100.00 % 100.00 % 2
TERRITORY MEDIA GmbH, München 3 0 100.00 % 100.00 % 2
TERRITORY webguerillas GmbH, München 2,373 0 100.00 % 100.00 % 2
TERRITORY webguerillas Nord GmbH, Hamburg 321 0 100.00 % 100.00 % 2
trnd DACH GmbH, München 1,061 0 100.00 % 100.00 % 2
trnd International GmbH, München 1,863 0 100.00 % 100.00 % 2
trndnxt GmbH, München 102 0 100.00 % 100.00 % 2
trndsphere blue GmbH, München 57 0 100.00 % 100.00 % 2
UFA Distribution GmbH, Potsdam 23 0 100.00 % 75.77 % 2
UFA Fiction GmbH, Potsdam 4,529 0 100.00 % 75.77 % 2
UFA Fiction Production GmbH, Potsdam 2,920 0 100.00 % 75.77 % 2
UFA Film und Fernseh GmbH, Köln 4,515,049 0 100.00 % 75.77 % 2
UFA GmbH, Potsdam 546 0 100.00 % 75.77 % 2
Ufa Radio-Programmgesellschaft in Bayern mbH, Ismaning 9,631 0 100.00 % 75.77 % 2
UFA Serial Drama GmbH, Potsdam 356 0 100.00 % 75.77 % 2
UFA Show & Factual GmbH, Köln 518 0 100.00 % 75.77 % 2
Verlag RM GmbH, Gütersloh -6,856 0 100.00 % 100.00 % 2
Verlagsgruppe Random House GmbH, Gütersloh 62,816 0 100.00 % 100.00 % 2
Verlegerdienst München GmbH, Gilching 4,805 0 100.00 % 100.00 % 2
VIVENO Group GmbH, Gütersloh 11,425 0 100.00 % 100.00 % 2
Vogel Druck und Medienservice GmbH, Höchberg 6,469 0 100.00 % 100.00 % 2
VOX Holding GmbH, Köln 339,382 0 100.00 % 75.77 % 2
VOX Television GmbH, Köln 24,365 0 99.70 % 75.54 % 2
VSG Schwerin - Verlagsservicegesellschaft mbH, Schwerin 25 0 100.00 % 100.00 % 2
webmiles GmbH, München 24 0 100.00 % 100.00 % 2
Estland / Estonia
AFS IT Services Estonia OÜ, Tallinn 446 343 100.00 % 100.00 %
Majorel Estonia OÜ, Tallinn 2,562 160 100.00 % 50.00 %
Finnland / Finland
Fremantlemedia Finland Oy, Helsinki 5,796 1,300 100.00 % 75.77 %
Gothia Oy, Helsinki 30,922 3,786 100.00 % 100.00 %
United Screens Finland Oy, Helsinki -632 -296 100.00 % 75.77 %
Frankreich / France
1.2.3. Productions SAS, Paris 293 -8 100.00 % 75.77 %
3media SARL, Pont-Sainte-Marie 1,143 -89 100.00 % 50.00 %
ACR France SARL, Paris 113,687 17,967 100.00 % 50.00 %
AdVideum SASU, Gennevilliers -2,517 -2,369 100.00 % 100.00 %
ALSF - Arvato Logistique Services France SARL, Atton 2,231 389 100.00 % 100.00 %
Anteles SARL, L'Isle-D'Espagnac 891 260 100.00 % 50.00 %
AQUITEL SAS, Chasseneuil du Poitou 711 59 100.00 % 50.00 %
Arvalife SAS, Vendin-le-Vieil -9,227 -959 100.00 % 50.00 %
Arvato Services Healthcare France SAS, Chanteloup en Brie 2,117 -1,194 100.00 % 100.00 %
ASCM - Arvato Supply Chain Management SAS, Chanteloup en Brie 1,140 29 100.00 % 100.00 %
ASCMDF - Arvato SCM Developement France SARL, Chanteloup en Brie 1,209 217 100.00 % 100.00 %
BCE France SAS, Paris -339 -120 100.00 % 75.77 %
Bedrock SAS, Neuilly-sur-Seine -931 8,089 100.00 % 36.77 %
Best of TV SAS, Boissy l'Aillerie 13,930 647 50.99 % 18.75 %
BMG Production Music (France) SAS, Paris -19 104 100.00 % 100.00 %
BMG RIGHTS MANAGEMENT (France) SARL, Paris 10,600 -2,531 100.00 % 100.00 %
Call Insurance SARL, Vendin-le-Vieil 699 255 100.00 % 50.00 %
Camaris SARL, Longuenesse 1,562 668 100.00 % 50.00 %
Canal Star SARL, Paris 1,677 -371 100.00 % 36.77 %
Cap2Call SARL, Chaumont 939 361 100.00 % 50.00 %
Capdune SARL, Coudekerque-Branche -774 -834 100.00 % 50.00 %
Capital Productions SA, Neuilly-sur-Seine 1,404 1,016 100.00 % 36.77 %
Ceacom SARL, Le Havre 1,473 592 100.00 % 50.00 %
Cerise Media SASU, Tourcoing -14 882 100.00 % 100.00 %
Cometz SARL, Metz 1,386 -1,177 100.00 % 50.00 %
CTZAZ SAS, Paris 683 194 51.00 % 18.75 %
Divimove France SAS, Paris -631 -525 100.00 % 75.77 %
Document Channel SAS, Paris -5,266 -408 100.00 % 50.00 %
Duacom SARL, Douai 1,040 382 100.00 % 50.00 %
Edit TV/ W9 SNC, Neuilly-sur-Seine -13,075 401 100.00 % 36.77 %
Euracom SARL, Lingolsheim -5 -164 100.00 % 50.00 %
Euroroutage data marketing et logistique services SAS, Chanteloup en Brie 13,467 924 100.00 % 100.00 %
FM Graffiti SARL, Paris 1,103 17 100.00 % 36.77 %
Fontaram SAS, Paris -1,599 -875 51.00 % 38.77 %
Francis Dreyfus Music SARL, Paris 7,136 55 100.00 % 100.00 %
Freecaster France SARL, Paris -37 -83 100.00 % 75.77 %
FremantleMedia France SAS, Issy-les-Moulineaux 16,767 18 100.00 % 75.77 %
Gigasud SARL, Paris -10 -1 100.00 % 36.77 %
GM6 SAS, Nanterre -13,359 -2,534 100.00 % 36.77 %
Home Shopping Service SA, Rungis 8,001 -2,868 100.00 % 36.77 %
ID (Information et Diffusion) SARL, Paris -4,649 -2,323 100.00 % 36.77 %
iGraal SAS, Boulogne-Billancourt 15,006 5,754 100.00 % 36.77 %
Immobiliere 46D SAS, Neuilly-sur-Seine 20,156 -294 100.00 % 36.77 %
Immobiliere M6 SAS, Neuilly-sur-Seine 26,714 1,879 100.00 % 36.77 %
infoscore SARL, Vendin-Le-Vieil -107 -119 100.00 % 100.00 %
Jeunesse Thematiques SAS, Paris 22,275 3,035 100.00 % 36.77 %
Jeunesse TV SAS, Paris 23,256 8,881 100.00 % 36.77 %
Joikka SAS, Neuilly-sur-Seine -3,506 -2,863 100.00 % 36.77 %
Kwai SAS, Paris 3,585 3,040 51.00 % 38.77 %
Luxview SAS, Paris -1,699 -419 100.00 % 36.77 %
M6 Bordeaux SAS, Neuilly-sur-Seine 120 4 100.00 % 36.77 %
M6 Communication SAS, Neuilly-sur-Seine 842 501 100.00 % 36.77 %
M6 Creations SAS, Neuilly-sur-Seine 9,023 3,193 100.00 % 36.77 %
M6 Developpement SAS, Neuilly-sur-Seine -85 12 100.00 % 36.77 %
M6 Diffusions SA, Neuilly-sur-Seine 469 148 100.00 % 36.77 %
M6 Digital Services SAS, Neuilly-sur-Seine 57,175 8,893 100.00 % 36.77 %
M6 Distribution Digital SASU, Neuilly-sur-Seine 37,875 22,326 100.00 % 36.77 %
M6 Editions SA, Neuilly-sur-Seine 7,441 92 100.00 % 36.77 %
M6 Evenements SA, Neuilly-sur-Seine 85 11 100.00 % 36.77 %
M6 Films SA, Neuilly-sur-Seine 1,405 -22 100.00 % 36.77 %
M6 Foot SAS, Neuilly-sur-Seine 19,733 -1,466 100.00 % 36.77 %
M6 Generation SAS, Neuilly-sur-Seine -29 8,984 100.00 % 36.77 %
M6 Hosting SAS 702 282 100.00 % 36.77 %
M6 Interactions SAS, Neuilly-sur-Seine 117,796 22,712 100.00 % 36.77 %
M6 Publicite SAS, Neuilly-sur-Seine 43,006 25,677 100.00 % 36.77 %
M6 Shop SAS, Neuilly-sur-Seine -10 -4 100.00 % 36.77 %
M6 Studio SAS, Neuilly-sur-Seine -3,087 1,567 100.00 % 36.77 %
M6 Thematique SAS, Neuilly-sur-Seine 77,275 11,400 100.00 % 36.77 %
MBD - Majorel Business Developpement SAS, Paris 8,871 7,434 100.00 % 50.00 %
Media Communication SAS, Vendin-Le-Vieil 283,547 22,506 100.00 % 100.00 %
Media Strategie SARL, Paris -494 -30 100.00 % 36.77 %
Metropole Television SA, Neuilly-sur-Seine 584,869 178,892 48.53 % 36.77 %
Mobvalue SAS, Gennevilliers -2,270 -661 100.00 % 100.00 %
Mohn Media France SARL, Villepinte 121 72 100.00 % 100.00 %
MSCS - Moissy Supply Chain Services SARL, Moissy Cramayel 563 310 100.00 % 100.00 %
MSE - Majorel Strategie & Expertises SARL, Paris 797 40 100.00 % 50.00 %
Nordcall SARL, Marcq-en-Baroeul 1,059 321 100.00 % 50.00 %
Paris Premiere SAS, Neuilly-sur-Seine 19,677 5,061 100.00 % 36.77 %
Pitcheo SARL, Tourcoing 6 6 100.00 % 100.00 %
Porte Sud SARL, Mülhausen -16 -2 100.00 % 36.77 %
Prisma Media SNC, Gennevilliers -34,500 -5,002 100.00 % 100.00 %
Radio Golfe SARL, Paris 257 21 100.00 % 36.77 %
RTL AdConnect SA, Paris 2,878 1,114 100.00 % 75.77 %
RTL France Radio SAS, Neuilly-sur-Seine 63,470 4,492 100.00 % 36.77 %
SCI du 107, Neuilly-sur-Seine 3,843 207 100.00 % 36.77 %
SEDI TV - Teva SAS, Neuilly-sur-Seine 15,353 7,822 100.00 % 36.77 %
SMED SAS, Bussy Saint-Georges 4,602 -891 100.00 % 100.00 %
SNDA SAS, Neuilly-sur-Seine 13,772 -43 100.00 % 36.77 %
SociAddict SAS, Paris -618 -380 100.00 % 18.75 %
Societe Commuinication A2B SARL, Paris 80 0 100.00 % 36.77 %
Societe d'Exploitation Radio Chic SA, Paris 14,149 4,096 100.00 % 36.77 %
Societe Immobiliere Bayard d'Antin SA, Neuilly-sur-Seine 425,699 56,853 100.00 % 75.77 %
Societe Nouvelle de Distribution SA, Neuilly-sur-Seine 51,233 7,969 100.00 % 36.77 %
Societe Privee de Radiodiffusion Gibus Bourgogne SARL, Paris -384 -129 100.00 % 36.77 %
Sodera SA, Paris 13,239 6,620 100.00 % 36.77 %
Soneo SARL, Maxeville -700 -1,400 100.00 % 50.00 %
SpotXchange France SAS, Paris -958 -700 100.00 % 75.77 %
Studio 89 Productions SAS, Neuilly-sur-Seine 3,261 586 100.00 % 36.77 %
Tellis Telephone Limousin Services SARL, Favars 2,408 203 100.00 % 50.00 %
trnd SARL, Paris -1,314 30 100.00 % 100.00 %
TV Presse Productions SAS, Issy-les-Moulineaux -1,133 -570 100.00 % 75.77 %
Upload Producions SASU, Gennevilliers 847 734 100.00 % 100.00 %
yzee - services SARL, Vendin-Le-Vieil 2,078 -3,102 100.00 % 50.00 %
Georgien / Georgia
Majorel Georgia LLC, Tiflis 2,521 601 100.00 % 50.00 %
Griechenland / Greece
Fremantle Productions SA, Athen 1 0 100.00 % 75.77 %
Großbritannien / Great Britain
AIR Records Limited, London 0 0 100.00 % 100.00 %
Arbie Productions Ltd., London 321 54 100.00 % 75.77 %
Arrow Books Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Arvato CRM Limited, London -4,841 -2,738 100.00 % 100.00 %
Arvato Financial Solutions Limited, Glasgow 1,940 -1,724 100.00 % 100.00 %
Arvato Government Services Limited, London -3,119 -51 100.00 % 100.00 %
Arvato Limited, London 21,799 4,503 100.00 % 100.00 %
Arvato Public Sector Services Limited, London 39 730 100.00 % 100.00 %
Arvato SCM UK Limited, London 1,673 -231 100.00 % 100.00 %
Arvato Systems UK & Ireland Limited, Cardiff 347 97 100.00 % 100.00 %
Barrie & Jenkins Limited, London - - 98.00 % 73.50 % 1
Bartlett Bliss Productions Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Bellew & Higton Publishers Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Bertelsmann Accounting Services Ltd., London -253 -178 100.00 % 100.00 %
Bertelsmann Corporate Services Limited, London 64 31 100.00 % 100.00 %
Bertelsmann UK Limited, London 1,372,871 46,742 100.00 % 100.00 %
BMG Production Music (UK) Limited, London 412 316 100.00 % 100.00 %
BMG RIGHTS MANAGEMENT (UK) Limited, London 175,535 10,237 100.00 % 100.00 %
BMG Rights Management Services (UK) Limited, London 924 438 100.00 % 100.00 %
BMG VM Music Limited, London 0 -1,197 100.00 % 100.00 %
Business Books Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Caterpillar Books Ltd, London 3,896 1,110 100.00 % 75.00 %
Cavalcade Records Limited, London 0 0 100.00 % 100.00 %
Century Benham Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Century Hutchinson Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Century Hutchinson Publishing Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Century Publishing Co. Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Chatto and Windus Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Children's Character Books Limited, London 950 -213 75.00 % 56.25 %
Chrysalis Copyrights Limited, London 0 0 100.00 % 100.00 %
Chrysalis Holdings Limited, London 0 0 100.00 % 100.00 %
Chrysalis Music Limited, London 0 0 100.00 % 100.00 %
CLT-UFA UK Radio Limited, London 0 0 100.00 % 75.77 %
Creole Records Limited, London 43 0 100.00 % 100.00 %
Deep East Music Limited, London 0 -7 100.00 % 100.00 %
Dorling Kindersley Limited, London -8,327 -3,271 100.00 % 75.00 %
Euston Films Productions Limited, London 702 667 100.00 % 75.77 %
Flaname 0 Limited, London 1 1 100.00 % 75.00 %
Flaname 1 Limited, London 3 3 100.00 % 75.00 %
Flaname 2 Limited, London 2 2 100.00 % 75.00 %
Flaname 3 Limited, London 2 2 100.00 % 75.00 %
Flaname 4 Limited, London 2 2 100.00 % 75.00 %
Flaname 5 Limited, London 2 2 100.00 % 75.00 %
Flaname 6 Limited, London 2 2 100.00 % 75.00 %
Flaname 7 Limited, London 2 2 100.00 % 75.00 %
Flaname 8 Limited, London 2 2 100.00 % 75.00 %
Frederick Warne & Co Limited, London 6,719 3,810 100.00 % 75.00 %
Fremantle (UK) Productions Limited, London 0 2,919 100.00 % 75.77 %
FremantleMedia Group Limited, London 613,706 7,502 100.00 % 75.77 %
FremantleMedia Limited, London 176,592 10,569 100.00 % 75.77 %
FremantleMedia Overseas Limited, London 423,588 6 100.00 % 75.77 %
FremantleMedia Services Limited, London 0 0 100.00 % 75.77 %
G.W. Mills Limited, London 0 0 100.00 % 100.00 %
Grantham Book Services Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Hammond, Hammond and Company, Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Herbert Jenkins Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Hurst & Blackett Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Hutchinson & Co. (Publishers) Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Hutchinson Books Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Hutchinson Childrens Books Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Infectious Music Limited, London 444 174 100.00 % 100.00 %
Jackdaw Publications Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Jonathan Cape Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Ladybird Books Limited, London 3,688 414 100.00 % 75.00 %
Little Tiger Group Limited, London 1,656 0 100.00 % 75.00 %
Little Tiger Press Limited, London 8,507 978 100.00 % 75.00 %
Loaded Records Limited, London 577 342 100.00 % 100.00 %
Macrocom 1055 Limited, Glasgow 0 0 100.00 % 100.00 %
Mainstream Publishing Company (Edinburgh) Limited, Edinburgh 703 146 100.00 % 75.00 %
Majorel UK Limited, Slough -403 -391 100.00 % 50.00 %
Martin Secker and Warburg Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Men From The North Limited, London 10 0 100.00 % 100.00 %
Minder Music Limited, London 0 0 100.00 % 100.00 %
Mute Records Limited, London 5,868 491 100.00 % 100.00 %
Oxford Street Studios Limited, London 0 0 100.00 % 100.00 %
Penguin Books Limited, London 153,619 48,281 100.00 % 75.00 %
Penguin Random House Limited, London 418,143 83,453 75.00 % 75.00 %
Plane Tree Publishers Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Prestel Publishing Limited, London 1,285 144 100.00 % 100.00 %
Prinovis UK Limited, London -4,703 2,247 100.00 % 100.00 %
Ram Records Limited, London 380 86 100.00 % 100.00 %
Random House Properties Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Random House Publishing Group Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Random House UK Ventures Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Relias Learning Ltd, London -5,559 -704 100.00 % 100.00 %
Rock Music Company Limited, London 0 0 100.00 % 100.00 %
RTL Group Support Services Limited, London 1,987 149 100.00 % 76.01 %
Salspot Limited, London 294 -51 100.00 % 75.00 %
Sanctuary Copyrights Limited, London 0 0 100.00 % 100.00 %
Sanctuary Records Group Limited, London 35,508 3,469 100.00 % 100.00 %
Sinclair - Stevenson Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Skint Records Limited, London 0 0 100.00 % 100.00 %
Snowdog Enterprises Limited, London 374 404 100.00 % 75.00 %
Snowman Enterprises Limited, London 307 97 100.00 % 75.00 %
SpotXchange Limited, London 23,750 22,209 100.00 % 75.77 %
Stage Three Music (Catalogues) Limited, London 0 151 100.00 % 100.00 %
Stage Three Music Publishing Limited, London 0 8,326 100.00 % 100.00 %
Stanley Paul & Co Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Stripes Publishing Limited, London 1,489 270 100.00 % 75.00 %
StyleHaul UK Ltd., London -1,068 -1,369 100.00 % 75.77 %
T. Werner Laurie, Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Talkback Productions Limited, London 0 0 100.00 % 75.77 %
TalkbackThames UK Limited, London 0 0 100.00 % 75.77 %
Thames Television Holdings Limited, London 0 0 100.00 % 75.77 %
Thames Television Limited, London 0 0 100.00 % 75.77 %
The Bodley Head Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
The Book Service Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
The Cresset Press Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
The Echo Label Limited, London 2,517 12,795 100.00 % 100.00 %
The Harvill Press Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
The Hogarth Press Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
The Random House Group Limited, London 158,719 32,406 100.00 % 75.00 %
Tom Jones (Enterprises) Limited, London 0 0 99.00 % 99.00 %
Transworld Publishers Limited, London - - 100.00 % 75.00 % 1
Trojan Recordings Limited, London 11 0 100.00 % 100.00 %
UFA Fiction Limited, London 312 -1 100.00 % 75.77 %
Union Square Music Limited, London 844 518 100.00 % 100.00 %
USM Copyrights Limited, London 0 0 100.00 % 100.00 %
USM Copyrights Nazareth Limited, London 0 0 100.00 % 100.00 %
Ventura Publishing Limited, London 575 182 100.00 % 75.00 %
Virgin Books Limited, London 5,654 353 100.00 % 75.00 %
Woodlands Books Limited, London 8,871 1,157 85.00 % 63.75 %
World Circuit Limited, London 11,723 64 100.00 % 100.00 %
Yospace Enterprises Limited, Staines-upon-Thames -497 -6 100.00 % 75.77 %
Yospace Technologies Limited, Staines-upon-Thames 3,948 1,592 100.00 % 75.77 %
Indien / India
Bertelsmann Corporate Services India Private Limited, Neu-Delhi 1,260 214 100.00 % 100.00 %
Dorling Kindersley Publishing Private Limited, Neu-Delhi 5,050 646 100.00 % 75.00 %
Fremantle India TV Productions Pvt Ltd, Mumbai 5,158 322 100.00 % 76.01 %
Hind Pocket Books Private Limited, Neu-Delhi 31 3 100.00 % 75.00 %
Majorel India Private Limited, Neu-Delhi 13,926 -1,812 100.00 % 50.00 %
Penguin Random House India Private Limited, Neu-Delhi 10,286 1,691 100.00 % 75.00 %
Ramyam Intelligence Lab Private Limited, Bangaluru -6,794 -1,099 100.00 % 50.00 %
YoBoHo New Media Private Limited, Mumbai 8,553 2,326 100.00 % 41.72 %
Indonesien / Indonesia
PT Dunia Visitama IDN/PMA, Jakarta -311 182 100.00 % 76.01 %
Irland / Ireland
Arvato Financial Solutions (Ireland) Limited, Dublin -987 187 100.00 % 100.00 %
Arvato FS Ireland Limited, Dublin -164 41 100.00 % 100.00 %
Arvato SCM Ireland Limited, Balbriggan 4,016 916 100.00 % 100.00 %
Dublin Murder Productions Limited, Belfast 0 0 75.00 % 56.83 %
IFA Finance Designated Activity Company, Dublin -1,519 -1,419 100.00 % 100.00 %
IFA Securitisation Designated Activity Company, Dublin 10,213 102 100.00 % 100.00 %
Majorel Ireland Limited, Fairview 12,002 2,183 100.00 % 50.00 %
Penguin Random House Ireland Limited, Dublin 223 114 100.00 % 75.00 %
Israel
Abot Hameiri Communications Ltd., Tel Aviv 902 638 51.00 % 38.77 %
Italien / Italy
Arvato Services Italia S.r.l., Grassobbio 2,765 1,576 100.00 % 100.00 %
BMG RIGHTS MANAGEMENT (ITALY) S.r.l., Mailand 9,555 1,975 100.00 % 100.00 %
Boats S.r.l., Rom 5 -2 100.00 % 47.36 %
Divimove Italia S.r.l. -260 -218 100.00 % 75.77 %
FremantleMedia Italia S.p.A., Rom 11,633 53 100.00 % 75.77 %
Istituto Italiano d'Arti Grafiche S.p.A., Bergamo 2,724 -51 100.00 % 100.00 %
Majorel Italy S.r.l., Mailand 392 241 100.00 % 50.00 %
Offside S.r.l., Rom 203 21 100.00 % 47.36 %
Quarto Piano S.r.l., Rom 21,633 446 100.00 % 75.77 %
Ricordi & C. S.r.l., Mailand 675 -622 100.00 % 100.00 %
smartclip Italia S.r.l., Mailand 170 38 100.00 % 76.01 %
Societa Holding Industriale di Grafica S.p.A., Bergamo 5,011 696 100.00 % 100.00 %
The Apartment S.r.l. 12 -28 100.00 % 75.77 %
Wildside S.r.l., Rom 18,481 5,057 62.50 % 47.36 %
Japan
Alliant Kyoiku Support Services GK -332 -102 100.00 % 99.48 %
Arvato Digital Services Japan Co., Ltd., Tokyo 163 304 100.00 % 100.00 %
SpotX Japan GK, Tokyo -343 -382 100.00 % 75.77 %
Kanada / Canada
AIS Assessment and Intelligence Systems, Inc., Montreal 2,373 685 100.00 % 100.00 %
BMG Rights Management (Canada), Inc., Saint John 1,896 930 100.00 % 100.00 %
BroadbandTV Corporation, Vancouver -32,422 -8,106 54.88 % 41.72 %
FremantleMedia Canada Inc., Montreal 35,454 1 100.00 % 75.77 %
FremantleMedia Canada No 2 Inc., Vancouver -24 6 100.00 % 75.77 %
Ludia Inc., Montreal 35,199 4,788 100.00 % 75.77 %
Majorel Canada, Inc., Saint John -328 -600 100.00 % 50.00 %
Penguin Random House Canada Limited, Toronto 21,365 8,163 100.00 % 75.00 %
RTL Canada Ltd., Montreal 55,896 1,553 100.00 % 75.77 %
Kolumbien / Colombia
Distribuidora Penguin Random House S.A.S., Bogota 2,891 445 100.00 % 75.01 %
Majorel Colombia S.A.S., Bogota 242 -8 100.00 % 50.00 %
Majorel Bucaramanga S.A.S., Floridablanca 1,680 165 100.00 % 50.00 %
Penguin Random House Grupo Editorial S.A.S., Bogota 4,855 2,111 100.00 % 75.02 %
Kroatien / Croatia
FremantleMedia Hrvatska d.o.o., Zagreb 511 -53 100.00 % 75.77 %
RTL Hrvatska d.o.o., Zagreb 5,443 1,210 100.00 % 75.77 %
RTL Music Publishing DOO, Zagreb -709 -419 100.00 % 75.77 %
Lettland / Latvia
SIA Arvato Systems Latvia, Riga 195 193 100.00 % 100.00 %
Luxemburg / Luxembourg
B&CE S.A., Luxemburg 1,696 -19 100.00 % 75.77 %
Bertelsmann Business Support S.a r.l., Luxemburg 1,982,536 9,481 100.00 % 97.60 %
Bertelsmann Luxembourg Investments S.a r.l., Luxemburg 48,025 -534 100.00 % 97.60 %
Bertelsmann Luxembourg S.a r.l., Luxemburg 2,008,276 41,260 100.00 % 100.00 %
Broadcasting Center Europe International S.A., Luxemburg -28 -33 100.00 % 75.77 %
Broadcasting Center Europe S.A., Luxemburg 6,368 -2,106 100.00 % 75.77 %
CLT-UFA S.A., Luxemburg 4,016,648 770,709 99.73 % 75.77 %
Data Center Europe S.a r.L., Luxemburg 491 102 100.00 % 75.77 %
Duchy Digital S.A., Luxemburg 74 -1 100.00 % 75.77 %
European News Exchange S.A., Luxemburg 1,318 153 100.00 % 58.11 %
IP Luxembourg S.a r.l., Luxemburg 3,695 1,834 100.00 % 75.77 %
Luxradio S.a r.L., Luxemburg 2,471 902 100.00 % 75.77 %
Majorel Group Luxembourg S.A., Luxemburg 274,446 -538 50.00 % 50.00 %
Media Properties S.a r.l., Luxemburg 96,483 63 100.00 % 75.77 %
Media Real Estate S.A., Luxemburg 173 -503 100.00 % 75.77 %
RTL AdConnect International S.A., Luxemburg 5,808 598 100.00 % 75.77 %
RTL Belux S.A. & Cie SECS, Luxemburg 8,887 5,173 66.20 % 50.01 %
RTL Belux S.A., Luxemburg 174 21 66.00 % 50.01 %
RTL Group Germany S.A., Luxemburg 3,052,184 188 100.00 % 75.77 %
RTL Group S.A., Luxemburg 5,618,788 374,401 76.17 % 76.01 %
Malaysia
AGT Productions Sdn Bhd, Johor Bahru 16 0 100.00 % 75.77 %
Arvato Systems Malaysia Sdn. Bhd., Kuala Lumpur 957 494 100.00 % 100.00 %
Majorel Malaysia Sdn. Bhd., Kuala Lumpur 832 517 100.00 % 50.00 %
Malta
Eclipse Holdings Limited, Floriana 2,253 -171 100.00 % 50.00 %
Marokko / Morocco
Majorel Academy SARL, Casablanca 337 67 100.00 % 50.00 %
Majorel Africa S.A., Casablanca 19,793 19,681 100.00 % 50.00 %
Phone Active SARL, Casablanca 15,953 16,494 100.00 % 50.00 %
Phone Outsourcing SARL, Casablanca 1,224 1,149 100.00 % 50.00 %
Mexiko / Mexico
Alliant International University-Campus Mexico, S.C. 791 246 100.00 % 99.48 %
Arist Servicios Educativos, S. de R.L. de C.V., Mexiko-Stadt -579 -1 100.00 % 99.48 %
Arvato de Mexico, S.A. de C.V., Mexiko-Stadt 12,745 -1,168 100.00 % 50.00 %
FremantleMedia Mexico, S.A. de C.V., Mexiko-Stadt 3,040 1,252 100.00 % 76.01 %
Grupo SL School of Medicine, S.A. de C.V. 759 0 82.76 % 82.33 %
Penguin Random House Grupo Editorial, S.A. de C.V., Mexiko-Stadt 23,791 3,306 100.00 % 75.00 %
Saint Luke School of Medicine, S.C. -2,043 267 99.90 % 82.25 %
Neuseeland / New Zealand
Penguin Random House New Zealand Limited, Auckland 9,246 1,929 100.00 % 75.00 %
Niederländische Antillen / Netherlands Antilles
Grundy International Operations Ltd, St. Johns 72 0 100.00 % 76.01 %
Niederlande / Netherlands
8ball Music B.V., Laren 1,510 554 51.00 % 51.00 %
Adfactor B.V., Den Haag 1,687 693 60.00 % 45.46 %
Arvato Benelux B.V., Heijen 42,230 16,461 100.00 % 100.00 %
Arvato Finance B.V., Heerenveen 10,539 5,100 100.00 % 100.00 %
Arvato Finance International B.V., Heerenveen 281 -67 100.00 % 100.00 %
Arvato Financial Solutions Benelux Holding B.V., Heerenveen 3,465 -96 100.00 % 100.00 %
Bertelsmann Nederland B.V., Amsterdam 51,421 163 100.00 % 100.00 %
BMG Production Music (Benelux) B.V., Hilversum 2,370 706 100.00 % 100.00 %
BMG RIGHTS MANAGEMENT (Benelux) B.V., Amsterdam 8,878 2,314 100.00 % 100.00 %
BrandDeli B.V., Amsterdam 31 -3 100.00 % 75.77 %
BrandDeli C.V., Amsterdam -6,985 -7,015 100.00 % 75.77 %
Divimove Nederland B.V., Amsterdam 406 380 100.00 % 75.77 %
EMEA CRM hub Netherlands B.V., Venlo 95 95 100.00 % 50.00 %
Fiction Valley B.V., Hilversum 594 -413 100.00 % 76.01 %
FM Productions B.V., Amsterdam 243 243 100.00 % 75.89 %
Format Creation Group B.V., Hilversum -426 -426 100.00 % 76.01 %
FremantleMedia Netherlands B.V., Amsterdam-Duivendrecht 145,589 23,506 100.00 % 76.01 %
FremantleMedia Overseas Holdings B.V., Hilversum -6,016 -3,559 100.00 % 76.01 %
Grundy International Holdings (I) B.V., Hilversum 32 -5 100.00 % 76.01 %
Infoscore Nederland B.V., Heerenveen -4,367 189 100.00 % 100.00 %
Majorel Benelux B.V., Venlo 9,968 -4,110 100.00 % 50.00 %
Majorel Holding Nederland B.V., Venlo 14,957 957 100.00 % 50.00 %
No Pictures Please Productions B.V., Amsterdam 301 111 100.00 % 76.01 %
Penguin Books Benelux B.V., Amsterdam 323 145 100.00 % 75.00 %
RTL AdConnect B.V., Hilversum 356 207 100.00 % 76.01 %
RTL DSP B.V., Hilversum -206 -77 100.00 % 76.01 %
RTL Group Beheer B.V., Hilversum 1,038,057 -1,253 100.00 % 76.01 %
RTL Nederland B.V., Hilversum 128,179 28,736 100.00 % 75.77 %
RTL Nederland Film Venture B.V., Hilversum 3,063 97 100.00 % 75.77 %
RTL Nederland Holding B.V., Hilversum 578,998 52,749 100.00 % 75.77 %
RTL Nederland Ventures B.V., Hilversum 29,491 -1,368 100.00 % 75.77 %
SpotX Benelux B.V., Amsterdam -59 83 100.00 % 75.89 %
The Entertainment Group B.V., Katwijk 779 -2,123 100.00 % 75.77 %
Themakanalen B.V., Hilversum 1,347 1,307 75.00 % 56.83 %
UC Investment B.V., Druten 5,408 2,300 100.00 % 100.00 %
Norwegen / Norway
Arvato Finance AS, Oslo 7,163 50 100.00 % 100.00 %
FremantleMedia Norge AS, Oslo 101 102 100.00 % 75.77 %
Gothia AS, Oslo 11,727 4,529 100.00 % 100.00 %
Gothia Holding AS, Oslo 49,240 572 100.00 % 100.00 %
Miso Film Norge AS, Oslo 1,008 1,181 100.00 % 76.01 %
Österreich / Austria
Arvato Logistics Services GmbH, Wien 1,390 630 100.00 % 100.00 %
AZ Direct Österreich GmbH, Wien 1,596 -12 100.00 % 100.00 %
Bertelsmann Österreich GmbH, Wien 57,135 -1,272 100.00 % 100.00 %
Credify Informationsdienstleistungen GmbH, Wien 655 261 60.00 % 60.00 %
Eat the World GmbH, Wien -28 -63 100.00 % 100.00 %
G+J Holding GmbH, Wien 2,708 -1,609 100.00 % 100.00 %
Gruner + Jahr Verlagsgesellschaft m.b.H., Wien 498 197 100.00 % 100.00 %
infoscore austria gmbh, Wien 3,901 2,763 100.00 % 100.00 %
IP Österreich GmbH, Wien 2,012 842 50.00 % 37.89 %
RTL Austria GmbH, Wien 139 3 100.00 % 75.77 %
Verlagsservice für Bildungssysteme und Kunstobjekte Gesellschaft m.b.H. & Co. K 388 67 100.00 % 100.00 %
Verlagsservice für Bildungssysteme und Kunstobjekte Gesellschaft m.b.H., Wien 43 2 100.00 % 100.00 %
Peru
Arvato Services S.A.C., Lima 2 0 100.00 % 50.00 %
Penguin Random House Grupo Editorial S.A., Miraflores, Lima 1,702 468 100.00 % 75.00 %
Philippinen / Philippines
Majorel Philippines Corp., Quezon City 15,597 6,656 100.00 % 50.00 %
Polen / Poland
Administration Personnel Services Sp. z o.o., Warschau 567 562 100.00 % 50.00 %
Arvato Polska Sp. z o.o., Warschau 12,475 5,545 100.00 % 100.00 %
FremantleMedia Polska Sp. z o.o., Warschau 4,325 174 100.00 % 75.77 %
Majorel Polska Sp. z o.o., Warschau 4,342 918 100.00 % 50.00 %
Portugal
FremantleMedia Portugal SA, Amadora 2,962 1,105 100.00 % 75.77 %
Majorel Corporate Portugal, SGPS, Lda., Lissabon 1,497 -126 100.00 % 50.00 %
Majorel Portugal, Unipessoal, Lda., Lissabon 4,099 441 100.00 % 50.00 %
Penguin Random House Grupo Editorial, Unipessoal, Lda., Lissabon -858 -152 100.00 % 75.00 %
Rumänien / Romania
Arvato Systems IT SRL, Brasov -133 45 100.00 % 100.00 %
MSE - Majorel Strategy & Expertise SRL, Brasov -333 -847 100.00 % 50.00 %
Russland / Russia
Arvato Rus LLC, Jaroslawl 12,088 5,080 100.00 % 100.00 %
OOO Jaroslawskij Poligraphitscheskij Kombinat, Jaroslawl 2,601 790 100.00 % 100.00 %
OOO Lti Vostok, Moskau 2,886 713 100.00 % 36.77 %
OOO Sonopress, Jaroslawl 389 -135 100.00 % 100.00 %
Saudi-Arabien / Saudi Arabia
Pioneers Outsourcing Company Limited, Riad 11,363 1,587 70.00 % 35.00 %
Schweden / Sweden
Arvato Finance AB, Varberg 32,595 3,605 100.00 % 100.00 %
Arvato Holding AB, Varberg 48,631 177 100.00 % 100.00 %
BMG Rights Management (Scandinavia) AB, Stockholm 15,299 309 100.00 % 100.00 %
FremantleMedia Sverige AB, Stockholm 942 124 100.00 % 75.77 %
Miso Film Sverige AB, Stockholm 368 220 100.00 % 76.01 %
SHOC Media Agency AB, Stockholm 5 -5 100.00 % 76.01 %
smartclip Nordics AB, Stockholm 984 -512 100.00 % 76.01 %
SpotX Nordics AB -223 -227 100.00 % 76.01 %
U Screens AB, Stockholm 3,585 -3,811 100.00 % 75.77 %
United Screens Music AB, Stockholm 138 -624 100.00 % 75.77 %
Vidispine AB, Kista 1,666 578 100.00 % 100.00 %
Schweiz / Switzerland
Arcadia Verlag AG, Zug 132,287 117,426 100.00 % 100.00 %
Arvato Systems Schweiz AG, Zug -164 213 100.00 % 100.00 %
AZ Direct AG, Cham 1,240 -262 100.00 % 100.00 %
Bertelsmann Asia Investments AG, Zug 49,708 -100,544 100.00 % 100.00 %
infoscore AG, Schlieren 6,134 1,837 100.00 % 100.00 %
Media Select AG, Ittigen 597 1 100.00 % 100.00 %
Verlagsservice Süd AG, Zug 134 -92 100.00 % 100.00 %
Senegal
Majorel Senegal SUARL, Dakar 5,041 2,583 100.00 % 50.00 %
Singapur / Singapore
Arvato Digital Services Pte. Ltd., Singapur 3,071 563 100.00 % 100.00 %
Fremantle Productions Asia Pte. Ltd., Singapur -2,433 -90 100.00 % 75.77 %
Penguin Random House SEA Pte. Ltd., Singapur -148 -109 100.00 % 75.00 %
RTL Group Asia Pte. Ltd., Singapur 38 -298 100.00 % 76.01 %
SpotX Singapore Pte. Ltd., Singapur -1,330 -904 100.00 % 75.77 %
Spanien / Spain
Arvato Services Spain, S.A.U., Alcalá de Henares 9,967 236 100.00 % 100.00 %
Arvato Technical Information, S.L.U., Martorell 750 13 100.00 % 100.00 %
Bertelsmann Espana, S.L., Barcelona 18,808 1,316 100.00 % 100.00 %
BMG Rights Management and Administration (Spain), S.L., Madrid 247 52 100.00 % 100.00 %
Centro de Imposicion Palleja, S.L., Barcelona 3,398 -355 100.00 % 100.00 %
Direct Group Grandes Obras, S.L., Barcelona 1,137 189 100.00 % 75.00 %
Divimove Espana, S.L., Madrid -492 -252 100.00 % 75.77 %
Fremantle de Espana, S.L., Madrid - - 99.60 % 75.47 % 1
FremantleMedia Espana, S.A., Madrid -8,625 -189 100.00 % 75.77 %
Grupo Editorial Bertelsmann, S.L., Barcelona 6,585 -953 100.00 % 100.00 %
Majorel Iberia, S.L., Madrid 213 -75 100.00 % 50.00 %
Majorel QA Solutions, S.A., Madrid 1,321 1,105 100.00 % 50.00 %
Majorel SP Solutions, S.A., Madrid 15,317 2,988 100.00 % 50.00 %
Majorel Systems Spain, S.A.U., Madrid 20,418 273 100.00 % 50.00 %
Majorel Tria, S.L., Madrid 1,262 1,174 100.00 % 50.00 %
Penguin Books, S.A., Madrid 1,396 105 100.00 % 75.00 %
Penguin Random House Grupo Editorial, S.A.U., Barcelona 119,136 9,577 100.00 % 75.00 %
Printer Industria Grafica Newco, S.L.U., Barcelona 411 -1,120 100.00 % 100.00 %
Team 4 Collection and Consulting, S.L.U., Madrid 1,590 142 100.00 % 100.00 %
THE REAL NETWORK DIALOGUE, S.L., Barcelona 196 -26 100.00 % 100.00 %
Südafrika / South Africa
Penguin Random House South Africa (Pty) Ltd., Johannesburg 6,887 504 100.00 % 75.00 %
Random House Struik Proprietary Limited, Kapstadt 0 0 100.00 % 75.00 %
Verlag Automobil Wirtschaft (Pty) Ltd., Uitenhage 1,669 259 100.00 % 100.00 %
Südkorea / South Korea
Penguin Random House Korea LLC, Seoul -96 -73 100.00 % 75.00 %
Thailand
Arvato Services (Thailand) Ltd., Bangkok -997 -184 100.00 % 100.00 %
Thai B E Holding Ltd., Bangkok -91 -20 99.60 % 99.60 %
Togo
Phone Group Togo SARL, Lome 32 353 100.00 % 50.00 %
Tschechische Republik / Czech Republic
Arvato Services Management Czech Republic s.r.o., Prag -70 -18 100.00 % 100.00 %
Arvato Services k.s., Prag 906 -1,572 100.00 % 100.00 %
Türkei / Turkey
Arvato Lojistik Dis Ticaret ve E Ticaret Hismetleri Anonim Sirketi, Istanbul 9,077 1,597 100.00 % 100.00 %
Ungarn / Hungary
Magyar RTL Televizio Zrt., Budapest 60,509 3,355 100.00 % 75.77 %
R-Time Kft., Budapest 709 -9 100.00 % 75.77 %
RTL Services Kft., Budapest 9,432 1,279 100.00 % 75.77 %
trnd Central Eastern Europe Kft., Budapest 47 -44 100.00 % 100.00 %
UFA Magyarorszag Kft., Budapest 2,084 589 100.00 % 75.77 %
Uruguay
Ediciones B (Uruguay) S.A. 686 78 100.00 % 75.00 %
Penguin Random House Grupo Editorial S.A., Montevideo 1,804 354 100.00 % 75.04 %
USA
495 Productions Holdings LLC, Burbank 633 3,179 75.00 % 56.83 %
ACI Communications, Inc., Burbank 861 72 100.00 % 75.77 %
Alliant International University, Inc., Sacramento -8,369 -2,873 100.00 % 99.48 %
Amygdala Records, Inc., Burbank 4,744 1,683 100.00 % 75.77 %
Arist Education System Fund LP, Wilmington 30,635 -35 100.00 % 99.48 %
Arist Education System LLC, Wilmington 85,185 -2,250 100.00 % 99.48 %
Arvato Digital Services LLC, Wilmington 287,612 22,336 100.00 % 100.00 %
arvato Entertainment LLC, Wilmington -1,540 -121 100.00 % 100.00 %
Arvato Systems North America, Inc., Wilmington -3,684 -245 100.00 % 100.00 %
Audigram Songs, Inc., Nashville 694 15 100.00 % 100.00 %
Berryville Graphics, Inc., Wilmington 67,654 900 100.00 % 100.00 %
Bertelsmann Accounting Services, Inc., Wilmington -1,386 -349 100.00 % 100.00 %
Bertelsmann Digital Media Investments, Inc., Wilmington 8,633 -1,511 100.00 % 100.00 %
Bertelsmann Education Services LLC, Wilmington 23,759 -1,016 100.00 % 100.00 %
Bertelsmann Health & Human Science Education LLC, Wilmington 2,572 -35 99.48 % 99.48 %
Bertelsmann Learning LLC, Wilmington 632,374 -297 100.00 % 100.00 %
Bertelsmann PRH Finance, Inc., Wilmington 1,002,781 31,033 100.00 % 100.00 %
Bertelsmann Publishing Group, Inc., Wilmington 1,326,509 62,605 85.71 % 85.71 %
Bertelsmann Ventures, Inc., Wilmington 34,474 1,251 100.00 % 100.00 %
Bertelsmann, Inc., Wilmington 1,334,936 -150,423 100.00 % 100.00 %
Big Balls LLC, Burbank -9,473 679 95.00 % 71.98 %
BMG Audiovisual Productions LLC, Wilmington -46 -30 100.00 % 100.00 %
BMG Production Music, Inc., New York 4,035 1,731 100.00 % 100.00 %
BMG Rights Management (US) LLC, Wilmington -5,868 -30,058 100.00 % 100.00 %
BroadbandTV (USA), Inc., New York 126 125 100.00 % 41.72 %
Cathedral Technologies LLC, Burbank 1,021 151 100.00 % 56.83 %
Coral Graphic Services, Inc., New York 72,613 9,986 100.00 % 100.00 %
FCB Productions, Inc., Burbank 49,548 -1,812 100.00 % 75.77 %
Frederick Warne & Co. LLC, Wilmington - - 100.00 % 75.00 % 1
Fremantle Productions North America, Inc., Dover 596,492 -49,799 100.00 % 75.77 %
Fremantle Productions, Inc., Burbank 105 0 100.00 % 75.77 %
FremantleMedia Latin America, Inc., Miami -633 -7 100.00 % 75.77 %
FremantleMedia Licensing, Inc., New York 0 5,873 100.00 % 75.77 %
FremantleMedia North America, Inc., New York 245,020 69,156 100.00 % 75.77 %
Golden Treasures LLC, Wilmington -1,757 -85 100.00 % 75.00 %
Good Games Live, Inc., Burbank 10,818 1,096 100.00 % 75.77 %
Haskell Studio Rentals, Inc., New York 400 295 100.00 % 75.77 %
HotChalk, Inc., Wilmington 5,482 -4,843 82.84 % 82.84 %
LiquidM, Inc., Wilmington 4,820 -22 100.00 % 100.00 %
Majorel USA, Inc., Wilmington -1,835 -4,395 100.00 % 50.00 %
Max Post, Inc., Burbank 4,545 894 100.00 % 75.77 %
Music Box Library, Inc., Burbank -5,184 77 100.00 % 75.77 %
OCL Professional Education, Inc., Wilmington 7,957 7,976 100.00 % 100.00 %
Offset Paperback Mfrs., Inc., Wilmington 15,680 -2,383 100.00 % 100.00 %
OP Services, Inc., Burbank 0 0 100.00 % 75.77 %
Original Productions, Inc., Burbank 9,137 751 100.00 % 75.77 %
Pajama Pants Productions LLC, Burbank 86 112 100.00 % 56.83 %
Penguin Random House Grupo Editorial (USA) LLC, Wilmington 815 984 100.00 % 75.00 %
Penguin Random House LLC, Wilmington 328,475 261,411 100.00 % 75.00 %
Prestel Publishing LLC, Wilmington -3,459 15 100.00 % 100.00 %
PRH Holdings, Inc., Wilmington 1,176,465 56,607 83.66 % 71.70 %
PRH Publications, Inc., Wilmington 1,234,313 23,816 100.00 % 78.71 %
R & B Music LLC, Los Angeles 109 2 50.00 % 50.00 %
Random House Children's Entertainment LLC, Wilmington -4,346 921 100.00 % 75.00 %
Relias LLC, Wilmington 87,030 130,673 100.00 % 100.00 %
Rise Records, Inc., Salem 12,449 2,062 100.00 % 100.00 %
RTL US Holding, Inc., Wilmington 275,994 -252,619 100.00 % 75.77 %
Sasquatch Books LLC, Wilmington 1,049 -5 100.00 % 75.00 %
SFLS, Inc., Wilmington 6,419 253 100.00 % 99.48 %
SND Films LLC, New York 218 -5 100.00 % 36.77 %
SND USA, Inc., Wilmington 987 0 100.00 % 36.77 %
SpotX, Inc., Wilmington 71,119 6,103 100.00 % 75.77 %
Sputnik 84 LLC, New York -991 -1,037 100.00 % 75.00 %
Stern Magazine Corp., New York 4,876 200 100.00 % 100.00 %
Studio Production Services, Inc., Burbank 19,699 3,011 100.00 % 75.77 %
StyleHaul, Inc., Wilmington -1,392 20,240 100.00 % 75.77 %
TCF Productions, Inc., Burbank 90 0 100.00 % 75.77 %
This is Hit, Inc., Nashville 41,088 8,261 100.00 % 100.00 %
Tiny Riot, Inc., Dover -4,261 -95 100.00 % 75.77 %
YoBoHo New Media, Inc., New York 21 -5 100.00 % 41.72 %
II.B. Nach der Equity-Methode einbezogene Gemeinschaftsunternehmen / Joint ventures accounted for using the equity method
Belgien / Belgium
New Contact S.A., Brüssel 559 96 50.00 % 37.89 %
Brasilien / Brazil
FK LAB Tecnologias Educacionais S.A. 368 227 50.00 % 48.80 %
Deutschland / Germany
ABIS GmbH, Frankfurt am Main 35 0 100.00 % 49.00 % 2
bedirect GmbH & Co. KG, Gütersloh -649 570 50.00 % 50.00 %
Delta Advertising GmbH, München 34 0 100.00 % 37.13 % 2
Deutsche Post Adress Geschäftsführungs GmbH, Bonn 75 23 49.00 % 49.00 %
Deutsche Post Adress GmbH & Co. KG, Bonn 22,074 17,660 49.00 % 49.00 %
d-force GmbH, Freiburg im Breisgau 815 115 50.00 % 37.89 %
G+J NG Media GmbH & Co. KG, Hamburg 514 1,285 50.00 % 50.00 %
MAIRDUMONT NETLETIX GmbH & Co. KG, Ostfildern 599 0 49.00 % 37.13 % 2
MAIRDUMONT NETLETIX Verwaltungs GmbH, Stuttgart 26 0 49.00 % 37.13 %
RISER ID Services GmbH, Berlin 2,585 2,371 100.00 % 49.00 %
RTL DISNEY Fernsehen Geschäftsführungs GmbH, Köln 95 0 100.00 % 37.89 %
RTL DISNEY Fernsehen GmbH & Co. KG, Köln 27,558 0 50.00 % 37.89 % 2
Skyline Medien GmbH, Berlin -1,543 609 49.87 % 37.81 %
Frankreich / France
Panora Services SAS, Paris 787 183 50.00 % 18.38 %
Extension TV SA, Neuilly-sur-Seine 2,209 676 49.99 % 18.38 %
Niederlande / Netherlands
Benelux Film Investments B.V., Schelluinen 6,186 1,052 50.00 % 37.89 %
eHealth B.V., Utrecht 43 53 35.08 % 26.58 %
Grundy Endemol Productions VOF, Hilversum 318 4,853 50.00 % 38.01 %
NLZiet Coöperatief U.A., Hilversum -12,139 -2,284 33.33 % 25.26 %
USA
Vice Food LLC, Wilmington -1,602 -1,314 30.00 % 22.73 %
II.C. Nach der Equity-Methode einbezogene assoziierte Unternehmen / Associates accounted for using the equity method
Deutschland / Germany
BCS Broadcast Sachsen GmbH & Co. KG, Dresden 750 341 55.00 % 36.06 %
Mediengesellschaft Mittelstand Niedersachsen GmbH, Braunschweig 308 127 23.12 % 4.36 %
nachrichtenmanufaktur GmbH, Berlin 1,988 207 25.10 % 19.02 %
NiedersachsenRock 21 GmbH & Co. KG, Garbsen 3,249 2,018 29.83 % 15.30 %
Radio Hamburg GmbH & Co. KG, Hamburg 7,532 6,282 29.17 % 22.10 %
Radio NRW GmbH, Oberhausen 8,366 2,355 100.00 % 17.11 %
RTL 2 Fernsehen Geschäftsführungs GmbH, Grünwald 759 337 35.90 % 27.20 %
RTL 2 Fernsehen GmbH & Co. KG, Grünwald 59,909 47,266 36.54 % 27.20 %
Screenworks Köln GmbH, Köln 719 468 49.89 % 37.80 %
SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG, Hamburg 91,051 34,034 25.25 % 25.25 %
SQL Service GmbH, Wuppertal 758 331 50.00 % 37.89 %
Frankreich / France
Elephorm SAS, Lyon 1,343 -144 34.00 % 12.50 %
Quicksign SAS, Paris 1,439 695 23.90 % 8.79 %
Salto Gestion SAS 12 3 33.33 % 12.25 %
Salto SNC 1,311 -1,689 33.33 % 12.25 %
Stephane Plaza Franchise SAS, Levallois Perret 10,415 4,989 49.00 % 18.02 %
Wild Buzz Agency SAS, Paris 592 622 40.00 % 14.71 %
Großbritannien / Great Britain
Bend IT TV Limited, London -199 639 25.00 % 18.94 %
Dancing Ledge Productions Limited, London -350 -366 24.98 % 18.94 %
Dr Pluto Films Limited, London -545 38 25.00 % 18.94 %
Duck Soup Films Limited, Leeds -1,158 -468 25.00 % 18.94 %
Full Fat Television Limited, Cheltenham -874 70 24.81 % 18.94 %
Label1 Television Limited, London -838 -535 25.00 % 18.94 %
Man Alive Entertainment Limited, London -827 854 25.00 % 18.94 %
Naked Television Limited, Cheltenham -1,587 465 24.98 % 18.93 %
Squawka Ltd, London -183 0 34.77 % 26.34 %
Wild Blue Media Limited, London -635 -8 25.00 % 18.94 %
Kanada / Canada
UMI Mobile, Inc., Montreal -22 -138 31.40 % 23.79 %
Vemba Corporation, Toronto 806 -819 23.52 % 20.93 %
Katar / Qatar
Ecco Gulf WLL, Doha 3,175 1,288 49.00 % 24.50 %
Luxemburg / Luxembourg
Heliovos S.A., Esch an der Alzette 1,115 -3 49.00 % 37.13 %
Niederlande / Netherlands
E-Health & Safety skills B.V., Maarssen 3,702 469 49.00 % 37.13 %
Flinders B.V., Zaandam 3,570 -583 20.00 % 15.15 %
HelloSparkle B.V., Den Haag 228 121 25.01 % 18.94 %
Sarthro Travelbags B.V., Hardenberg 3,114 -421 25.00 % 18.94 %
Schweiz / Switzerland
Goldbach Audience (Switzerland) AG, Küsnacht 2,169 657 24.95 % 18.90 %
Goldbach Media (Switzerland) AG, Küsnacht 26,169 26,402 22.96 % 17.39 %
MF Group Factoring AG, St. Gallen -203 1,657 49.00 % 49.00 %
Swiss Radioworld AG, Zürich 4,748 2,384 22.96 % 17.49 %
Spanien / Spain
Atresmedia Corporacion de Medios de Comunicacion, S.A., San Sebastian de los 440,042 120,096 18.71 % 14.18 %
USA
Eureka Productions LLC, Camden -2,221 743 25.00 % 18.94 %
Inception VR, Inc., Wilmington 1,644 -4,994 16.14 % 12.27 %
Sourcebooks LLC, Naperville 13,513 7,407 45.00 % 33.75 %
The Immigrant LLC 2,340 -86 25.00 % 18.94 %
The Pet Collective LLC, Los Angeles -73 -574 35.00 % 26.52 %
Udacity, Inc., Wilmington -1,544 -22,174 19.00 % 19.00 %
University Ventures Fund I BeCo-Investment, L.P., New York 15,488 1,458 100.00 % 100.00 %
University Ventures Fund I, L.P., New York 56,461 6,280 47.27 % 47.27 %
University Ventures Fund II, L.P., Delaware 170,275 95,558 55.10 % 55.10 %
VideoAmp, Inc., New York 23,958 -23,052 15.09 % 11.43 %

III. Wegen untergeordneter Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen / Companies excluded from consolidation due to negligible importance

Name und Sitz der Gesellschaft -Name and place of the company Eigenkapital -Equity (T€) Ergebnis -Result (T€) Direkte Beteiligung durch Konzerngesellschaft(en) -Direct share by group company / companies Konzernanteil -Group share
III.A. Nicht vollkonsolidierte Tochterunternehmen / Not fully consolidated subsidiaries
Argentinien / Argentina
Grundy Productions S.A., Buenos Aires n/a n/a 100.00 % 76.01 %
Belgien / Belgium
G+J i|MS BVBA, Gent 0 0 100.00 % 100.00 %
Deutschland / Germany
11 Freunde Verlag Verwaltungsgesellschaft mbH, Berlin 35 2 100.00 % 51.00 %
Antenne Niedersachsen Geschäftsführungs-GmbH, Hannover 50 3 100.00 % 39.27 %
APD Antenne Niedersachsen GmbH & Co. Produktions- und Distributions-KG, Han 512 52 100.00 % 39.27 %
ASA Informationsdienste GmbH, Berlin 0 14 100.00 % 100.00 %
BCS Broadcast Sachsen Verwaltungsgesellschaft mbH, Dresden 22 0 55.00 % 36.06 %
Berliner Presse Vertrieb Verwaltungs GmbH, Hamburg 34 1 100.00 % 100.00 %
DDV Beteiligungs GmbH, Dresden 28 1 100.00 % 60.00 %
DIPLOMA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH, Schönefeld 78 4 94.80 % 89.10 %
Funkhaus Halle Komplementär-GmbH, Halle (Saale) 33 2 100.00 % 44.10 %
G+J Immobilien-Verwaltungs GmbH, Hamburg 89 1 100.00 % 100.00 %
GEO Verlags- und Vertriebsgesellschaft mbH, München 0 -10 100.00 % 100.00 %
NOW GmbH, Gütersloh 25 0 100.00 % 100.00 % 2
RM Elfte Beteiligungsverwaltungs GmbH, Gütersloh 25 0 100.00 % 100.00 %
RM Zwölfte Beteiligungsverwaltungs GmbH, Gütersloh n/a n/a 100.00 % 100.00 %
RTL Lux GmbH, Berlin 25 0 100.00 % 75.77 %
Sellwell Verwaltungs GmbH, Hamburg 30 1 100.00 % 100.00 %
The Wave Hörfunk GmbH, Berlin 94 0 100.00 % 75.77 %
topac GmbH, Gütersloh 32 0 100.00 % 100.00 % 2
W.S.D. Apps GmbH, Hamburg n/a n/a 100.00 % 100.00 %
Frankreich / France
G+J International Media Sales SARL, Vendin-le-Vieil -9 -1 100.00 % 100.00 %
Music Nancy FM SARL, Nancy -51 -22 51.00 % 18.75 %
Paris Television SARL, Paris 52 -20 100.00 % 75.77 %
SCM-A SARL, Noyelles sous Lens 9 0 100.00 % 100.00 %
Societe Operatrice de Multiplex R4 SAS, Neuilly-sur-Seine 63 0 50.25 % 18.48 %
Großbritannien / Great Britain
Allen Lane The Penguin Press Limited, London 158 0 100.00 % 75.00 %
Bantam Books Limited, London 1 0 100.00 % 75.00 %
Carousel Books Limited, London 0 0 100.00 % 75.00 %
Corgi Books Limited, London 0 0 100.00 % 75.00 %
Dorling Kindersley Vision Limited, London 0 0 100.00 % 75.00 %
Euston Films Limited, London -11 0 100.00 % 75.77 %
Fremantle Group Pension Trustee Limited, London n/a n/a 100.00 % 75.77 %
Fremantle Limited, London n/a n/a 100.00 % 75.77 %
FremantleMedia Animation Limited, London -1 0 100.00 % 75.77 %
Funfax Limited, London -1,685 0 100.00 % 75.00 %
GJ International Media Sales Ltd., London 0 0 100.00 % 100.00 %
Gruner + Jahr Limited, London n/a n/a 100.00 % 100.00 %
Hamish Hamilton Limited, London 0 0 100.00 % 75.00 %
Hugo's Language Books Limited, London 479 0 100.00 % 75.00 %
Michael Joseph Limited, London -1,488 0 100.00 % 75.00 %
Radio Luxembourg (London) Limited, London 0 0 100.00 % 75.77 %
Retort Productions Limited, London n/a n/a 100.00 % 75.77 %
RTL AdConnect UK Ltd, London 2,152 363 100.00 % 75.77 %
Screenpop Limited, London 0 -97 100.00 % 75.77 %
Tamarind Limited, London 0 0 100.00 % 75.00 %
Thames Television Animation Limited, London 0 0 100.00 % 75.77 %
WH Allen General Books Limited, London 0 0 100.00 % 75.00 %
Italien / Italy
C.D.C. S.p.A., Rom n/a n/a 80.00 % 60.62 %
G+J International Sales Italy S.r.l., Mailand 82 25 100.00 % 100.00 %
RTL AdConnect S.r.l., Mailand 1,020 -38 100.00 % 75.77 %
Kanada / Canada
0971999 B.C. Ltd, Vancouver n/a n/a 100.00 % 41.72 %
1189065 B.C. Ltd, Vancouver n/a n/a 100.00 % 41.72 %
TGN Game Communities Inc., Vancouver n/a n/a 100.00 % 41.72 %
VISO Online Video Productions Inc., Vancouver n/a n/a 100.00 % 41.72 %
Kroatien / Croatia
INEO d.o.o., Cakovec 146 34 100.00 % 75.77 %
Luxemburg / Luxembourg
Media Assurances S.A., Luxemburg 1,270 1,132 100.00 % 75.77 %
Malaysia
FremantleMedia Malaysia Sdn Bhd, Petaling Jaya n/a n/a 100.00 % 75.77 %
Mexiko / Mexico
FremantleMedia Services, S. de R.L. de C.V., Mexiko-Stadt 110 173 100.00 % 76.01 %
Neuseeland / New Zealand
Fremantle New Zealand Pty Limited, Auckland n/a n/a 100.00 % 75.77 %
Niederlande / Netherlands
M Nederland Holding B.V., Hilversum 14 0 75.00 % 56.83 %
Stichting Derdengelden infoscore Collection, Heerenveen * 2 0 0.00 % 0.00 %
Polen / Poland
Refassa Investments Sp. z o.o., Warschau 5 0 100.00 % 100.00 %
Russland / Russia
OOO Bertelsmann Kniga, Moskau 0 0 100.00 % 100.00 %
Schweiz / Switzerland
Gruner + Jahr (Schweiz) AG, Zürich 678 127 100.00 % 100.00 %
Serbien / Serbia
LTR mediji i komunikacije d.o.o. Beograd-Vracar, Belgrad n/a n/a 100.00 % 75.77 %
Spanien / Spain
Penguin Random House Edicion y Distribucion, S.L., Madrid 3 0 100.00 % 75.00 %
Südafrika / South Africa
Dorling Kindersley Publishers (South Africa) Pty Ltd. 1 0 100.00 % 75.00 %
USA
3 Doors Productions, Inc., Reno n/a n/a 100.00 % 75.77 %
495 Productions Services LLC, Delaware n/a n/a 100.00 % 56.83 %
American Idols Productions, Inc., Burbank n/a n/a 100.00 % 75.77 %
Big Break Productions, Inc., Burbank n/a n/a 100.00 % 75.77 %
Blue Orbit Productions, Inc., Burbank n/a n/a 100.00 % 75.77 %
DK Publishing LLC, Wilmington n/a n/a 100.00 % 75.00 %
Fremantle International, Inc., New York n/a n/a 100.00 % 75.77 %
Kickoff Productions, Inc., Burbank n/a n/a 100.00 % 75.77 %
Little Pond Television, Inc., Santa Monica n/a n/a 100.00 % 75.77 %
Mad Sweeney Productions, Inc., Burbank n/a n/a 100.00 % 75.77 %
Marathon Productions, Inc., Burbank n/a n/a 100.00 % 75.77 %
Nonna's Productions LLC, Burbank n/a n/a 100.00 % 56.83 %
P & P Productions, Inc., Delaware n/a n/a 100.00 % 75.77 %
RTL AdConnect, Inc., Wilmington n/a n/a 100.00 % 75.77 %
RTL NY, Inc., Wilmington 139 96 100.00 % 100.00 %
Terrapin Productions, Inc., Burbank n/a n/a 100.00 % 75.77 %
The Price Is Right Productions, Inc., Burbank n/a n/a 100.00 % 75.77 %
The Young Pope, Inc., New York n/a n/a 100.00 % 47.36 %
Tick Tock Productions, Inc., Burbank n/a n/a 100.00 % 75.77 %
Triple Threat Productions, Inc., Burbank n/a n/a 100.00 % 75.77 %
Tundra Books of Northern New York, Inc., Plattsburgh 0 0 100.00 % 75.00 %
Wanderlust Productions, Inc., Wilmington 0 0 100.00 % 75.77 %
Venezuela
Ediciones B Venezuela, S.A., Caracas 0 0 100.00 % 75.00 %
Vereinigte Arabische Emirate / United Arab Emirates
Fremantlemedia Enterprises FZ - LLC, Dubai 12 0 100.00 % 75.77 %
III.B. Nicht nach der Equity-Methode einbezogene Gemeinschaftsunternehmen / Joint ventures not accounted for using the equity method
Belgien / Belgium
Fun Radio Belgique S.A., Brüssel 1,050 414 50.00 % 18.66 %
Deutschland / Germany
Arbeitsgemeinschaft DIG/Maxity, Dresden 2 0 50.00 % 15.00 %
bedirect Verwaltungs GmbH, Gütersloh 109 5 50.00 % 50.00 %
Berliner Pool TV Produktionsgesellschaft mbH, Berlin 561 57 50.00 % 37.89 %
G+J NG Media Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg 96 4 50.00 % 50.00 %
MV Hoyerswerda-Weißwasser Zustellservice GmbH, Hoyerswerda 26 1 50.00 % 30.00 %
Nutzwerk GmbH, Dresden 64 34 50.00 % 30.00 %
scoyo GmbH, Hamburg 156 0 100.00 % 37.89 %
Vorratsgesellschaft Picassoplatz GmbH, Köln 112 0 100.00 % 37.89 %
Großbritannien / Great Britain
CO92 The Film Limited, London 33 0 50.00 % 37.89 %
Euston Music Limited, London n/a n/a 50.00 % 37.89 %
Niederlande / Netherlands
Dialogical B.V., Rotterdam 154 20 50.00 % 37.89 %
Österreich / Austria
Adria Media Holding GmbH, Wien 93 -7 50.00 % 50.00 %
III.C. Nicht nach der Equity-Methode einbezogene assoziierte Unternehmen / Associates not accounted for using the equity method
Belgien / Belgium
maRadio.be, Brüssel 31 -2 26.67 % 8.94 %
Brasilien / Brazil
BR Education Ventures FIP 7,638 -520 31.40 % 31.40 %
Crescera Educacional II FIP, Rio de Janeiro 116,570 -1,817 40.00 % 40.00 %
China
Beijing 352 Environmental Protection Technology Co., Ltd., Peking 15,212 -4,243 15.23 % 15.23 %
Beijing Yi Jiu Pi E-commerce Co., Ltd., Peking 220,628 -10,988 7.68 % 7.68 %
Beijing Yiheng Chuangyuan Technology Co., Ltd., Peking 8,609 1,006 10.79 % 10.79 %
Deutschland / Germany
adjoe GmbH, Hamburg 25 0 80.00 % 80.00 % 2
Bidmanagement GmbH, Berlin 0 21 21.35 % 21.35 %
Chemnitzverlag Sachsen GmbH, Monschau 0 24 25.00 % 15.00 %
Deutscher Fernsehpreis GmbH, Köln 57 -36 25.00 % 18.94 %
EnID - European netID Foundation, Montabaur n/a n/a 33.33 % 25.26 %
FF Performance One GmbH, Berlin 0 0 54.10 % 54.10 %
Gesellschaft für integrierte Kommunikationsforschung mbH & Co. KG, München 2,704 887 20.00 % 20.00 %
Hanseatische Print & Medien Inkasso GmbH, Seevetal 104 764 49.00 % 49.00 %
Leipziger Wochenkurier Verlagsgesellschaft mbH & Co. Kommanditgesellschaft, Le 94 -10 37.45 % 22.47 %
Leipziger Wochenkurier Verlagsgesellschaft mbH, Leipzig 30 0 37.45 % 22.47 %
LOG Logistik GmbH, Nürnberg 510 139 46.08 % 46.08 %
manager magazin Verlagsgesellschaft mit beschränkter Haftung, Hamburg 5,220 1,422 24.90 % 24.90 %
Medienvertrieb Görlitz-Niesky GmbH, Görlitz 45 19 25.10 % 15.06 %
Medienvertrieb Löbau-Zittau GmbH, Löbau 38 12 25.10 % 15.06 %
Medienvertrieb Meißen GmbH, Meißen 59 26 25.10 % 15.06 %
Medienvertrieb Riesa GmbH, Riesa 46 21 25.10 % 15.06 %
MV Bautzen Zustellservice GmbH, Bautzen 36 10 25.10 % 15.06 %
MV Dresden Zustellservice GmbH, Dresden 45 11 25.10 % 15.06 %
MV Freital Zustellservice GmbH, Freital 58 32 25.10 % 15.06 %
MV Kamenz Zustellservice GmbH, Kamenz 56 30 25.10 % 15.06 %
MV Pirna Zustellservice GmbH, Pirna 40 15 25.10 % 15.06 %
NG Buchverlag GmbH, München 1,705 -76 49.00 % 24.50 %
NiedersachsenRock 21 Beteiligungs GmbH, Garbsen 38 4 29.83 % 15.30 %
Rudolf Augstein Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Hamburg 295 1,803 25.50 % 25.50 %
Skoobe GmbH, München 5,388 -477 25.00 % 25.00 %
Verfahrensabwicklungs 85 IN 7/18 GmbH, Münster 1,022 -2,878 15.00 % 15.00 %
Frankreich / France
Alliance gravity SARL 46 -1,106 23.50 % 16.52 %
Societe Operatrice Du Multiplex-M1 SAS, Nanterre n/a n/a 25.00 % 9.19 %
Großbritannien / Great Britain
Bounce! Sales & Marketing Limited, London 222 41 30.00 % 22.50 %
Fintech Innovation Program Limited, London 446 59 20.00 % 20.00 %
Wide-Eyed Entertainment Limited, London n/a n/a 23.75 % 18.00 %
Indien / India
BigFoot Retail Solutions Private Limited, Neu-Delhi 1,734 -1,086 33.83 % 33.83 %
i-Nurture Education Solutions Private Limited, Bangalore 478 -453 34.77 % 34.77 %
Lendingkart Technologies Private Limited, Ahmedabad 76,218 -6,208 11.60 % 11.60 %
Relevant e-solutions Private Limited, Haryana 2,618 -9,202 7.61 % 7.61 %
Ruptub Solutions Private Limited, Bangalore 7,465 -15,523 13.45 % 13.45 %
Kaimaninseln / Cayman Islands
Agricultural Services Limited, Grand Cayman -21,504 -15,249 12.32 % 12.32 %
Bufan Investment Cayman Limited n/a n/a 20.00 % 20.00 %
Buzzbit Inc. n/a n/a 22.22 % 22.22 %
Gangwei Network Technology Inc., Grand Cayman n/a n/a 17.87 % 17.87 %
Haizhi Holding Inc., Grand Cayman 5,225 -115 10.92 % 10.92 %
HLJK Information & Technology Cayman Inc., Grand Cayman 386 -1,317 12.12 % 12.12 %
Hooma Hooma Technology Limited, Grand Cayman 0 -2,829 21.70 % 21.70 %
INCAR Inc., Grand Cayman n/a n/a 10.75 % 10.75 %
KangSeed Technology Ltd., Grand Cayman -6,075 -3,738 21.65 % 21.65 %
Know Box Limited, Grand Cayman 17,736 -47,435 5.19 % 5.19 %
Meixin Federation Group Inc. 18,878 -238 14.72 % 14.72 %
Mioji Group Limited, Grand Cayman 2,831 -15,307 8.76 % 8.76 %
Mi Ritao Inc. n/a n/a 23.53 % 23.53 %
moKredit Inc., Grand Cayman n/a n/a 17.09 % 17.09 %
Penguin Guide Inc., Grand Cayman 609 -206 16.34 % 16.34 %
Qianye (Cayman) Ltd., Grand Cayman -1,677 -759 12.12 % 12.12 %
See Mobile Technology, Grand Cayman 29,319 0 9.92 % 9.92 %
Tapai Inc., Grand Cayman 2,306 0 11.34 % 11.34 %
The Look Limited, Grand Cayman 1,647 -1,550 15.06 % 15.06 %
TrendSutra Cayman Holdings Limited, Grand Cayman 14,678 -23,255 22.18 % 22.18 %
Velocious Technologies Inc., Grand Cayman -347 -1,223 7.82 % 7.82 %
Vnision International Limited, Grand Cayman 0 -2,347 13.40 % 13.40 %
Weplanter (Cayman) Limited, Grand Cayman n/a n/a 12.92 % 12.92 %
Wothing (Cayman) Limited, Grand Cayman n/a n/a 26.32 % 26.32 %
Wish Wood Holdings Limited, Grand Cayman n/a n/a 18.18 % 18.18 %
Xianlife Limited 34,756 -20,014 5.93 % 5.93 %
Xiaobu Holdings Inc., Grand Cayman 4,555 -4,019 18.04 % 18.04 %
Yueranzhishang Holding Limited, Grand Cayman 2,624 -3,833 14.34 % 14.34 %
Zaozuo Zaohua ZWORKS Ltd., Grand Cayman 12,507 -6,403 11.26 % 11.26 %
Luxemburg / Luxembourg
Radiolux S.A., Differdingen -160 108 25.00 % 18.94 %
Mauritius
Kaizen Private Equity, limited life public company limited by shares, Ebene 24,729 0 20.10 % 20.10 %
Niederlande / Netherlands
Bedrock B.V., Amsterdam n/a n/a 30.00 % 22.80 %
Ushi Film Organization B.V., Amsterdam n/a n/a 33.33 % 25.26 %
Österreich / Austria
tele-Zeitschriftenverlagsgesellschaft m.b.H., Wien 129 4 24.90 % 24.90 %
tele-Zeitschriftenverlagsgesellschaft m.b.H. & Co. KG, Wien 648 345 24.90 % 24.90 %
Singapur / Singapore
Eruditus Learning Solutions Pte. Ltd., Singapur 9,948 -8,442 18.39 % 18.39 %
Thailand
FremantleMedia (Thailand) Co. Limited, Bangkok n/a n/a 49.00 % 37.12 %
USA
Boostr, Inc., Wilmington 432 -2,212 11.00 % 11.00 %
BV Capital Fund II-A, L.P., Dover 411 -24 99.00 % 99.00 %
Dynamic Graphic Engraving, Inc., Horsham 67 -245 25.00 % 25.00 %
Mojiva, Inc., New York n/a n/a 30.05 % 30.05 %
Monashees Capital V, L.P., Wilmington 17,999 -21 33.33 % 33.33 %
SecuredTouch, Inc., Wilmington 5,149 -2,985 23.37 % 23.37 %
Synergis Education, Inc., Wilmington n/a n/a 30.92 % 25.61 %

1 = Vorkonsolidiert / preconsolidated
2 = Ergebnisabführungsvertrag / profit and loss transfer agreement

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