Sparkasse Karlsruhe

Stammdaten

Register
Amtsgericht Mannheim HRA 104513
Vorher
Sparkasse KarlsruheSparkasse Karlsruhe Ettlingen
Eingetragen
28.10.1999
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute mit SonderaufgabenKreditinstitute des Genossenschaftssektors
Gegenstand
Gegenstand von Amts wegen berichtigt in: Die Sparkasse ist ein selbständiges Wirtschaftsunternehmen in kommunaler Trägerschaft mit der Aufgabe, auf der Grundlage der Markt- und Wettbewerbserfordernisse vorrangig in ihrem Geschäftsgebiet den Wettbewerb zu stärken und die angemessene Versorgung aller Bevölkerungskreise, der Wirtschaft, insbesondere des Mittelstandes, und der öffentlichen Hand mit geld- und kreditwirtschaftlichen Leistungen auch in der Fläche sicherzustellen. Sie unterstützt damit die Aufgabenerfüllung der Kommunen im wirtschaftlichen, regionalpolitischen, sozialen und kulturellen Bereich. Die Sparkasse fördert den Sparsinn und die Vermögensbildung breiter Bevölkerungskreise und die Wirtschaftserziehung der Jugend. Die Sparkasse betreibt alle banküblichen Geschäfte, soweit das Sparkassengesetz, die Sparkassengeschäftsverordnung oder diese Satzung keine Einschränkungen vorsehen. Der Sparverkehr wird durch besondere "Bedingungen für den Sparverkehr" geregelt; sie gelten auch für bereits bestehende Spareinlagen. Die Sparkasse unterhält die zur Erfüllung ihrer Aufgaben und zur Wahrnehmung ihrer Geschäfte erforderlichen Zweigstellen und sonstigen Einrichtungen. Die Sparkasse kann im Rahmen des § 10 des Gesetzes über das Kreditwesen Vermögenseinlagen stiller Gesellschafter nach Maßgabe des § 32 SpG sowie Genussrechtskapital und nachrangige Darlehen aufnehmen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Vorsitzender des Vorstands
Marc Jens Sesemann
seit 7.10.2013
Vorstandsmitglied
Lutz Boden
seit 7.5.2013
Vorstandsmitglied
Thomas Schroff
seit 7.4.2009
Vorstandsmitglied

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Sparkasse Karlsruhe

Karlsruhe

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht 2023

1 Grundlagen der Geschäftstätigkeit der Sparkasse


Die Sparkasse Karlsruhe, gegründet im Jahr 1812, ist eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitz in Karlsruhe. Die 15 Träger der Sparkasse sind die Städte Karlsruhe und Philippsburg, die Großen Kreisstädte Ettlingen, Rheinstetten und Stutensee sowie die Gemeinden Dettenheim, Eggenstein-Leopoldshafen, Graben-Neudorf, Karlsbad, Linkenheim-Hochstetten, Malsch, Marxzell, Pfinztal, Waldbronn und Weingarten. Organe der Sparkasse sind der Verwaltungsrat, der Kreditausschuss und der Vorstand.


Die Sparkasse ist Mitglied im Sparkassenverband Baden-Württemberg und über dessen Sparkassen-Teilfonds dem Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe angeschlossen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat das institutsbezogene Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe als Einlagensicherungssystem nach dem Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) amtlich anerkannt. Das Sicherungssystem stellt im Entschädigungsfall sicher, dass den Kunden der Sparkassen der gesetzliche Anspruch auf Auszahlung ihrer Einlagen gemäß dem EinSiG erfüllt werden kann ("gesetzliche Einlagensicherung"). Darüber hinaus ist es das Ziel des Sicherungssystems, einen Entschädigungsfall zu vermeiden und die Sparkassen selbst zu schützen, insbesondere deren Liquidität und Solvenz zu gewährleisten ("diskretionäre Institutssicherung").


Als selbstständiges regionales Wirtschaftsunternehmen bietet die Sparkasse Karlsruhe zusammen mit ihren Partnern aus der Sparkassen-Finanzgruppe Privatkunden, Unternehmen und Kommunen Finanzdienstleistungen und -produkte an. Wir betreiben grundsätzlich alle banküblichen Geschäfte, soweit das Sparkassengesetz Baden-Württemberg, die Sparkassengeschäftsverordnung oder die Satzung keine Einschränkungen vorsehen. Der im Sparkassengesetz verankerte öffentliche Auftrag verpflichtet die Sparkasse, mit ihrer Geschäftstätigkeit in ihrem Geschäftsgebiet den Wettbewerb zu stärken und die angemessene und ausreichende Versorgung aller Bevölkerungskreise, der Wirtschaft - insbesondere des Mittelstands - und der öffentlichen Hand mit Bankdienstleistungen sicherzustellen.


Unser Geschäftsgebiet mit rund 555.000 Einwohnern liegt im Herzen der Technologie-Region Karlsruhe. Zum 31. Dezember 2023 unterhielten wir eine Hauptstelle, 2 Regionaldirektionen, 33 personenbesetzte Filialen und 44 SB-Stellen in unserem Geschäftsgebiet. Gemessen an der Bilanzsumme ist die Sparkasse die fünftgrößte Sparkasse in Baden-Württemberg und gehört zu den 25 größten Sparkassen in Deutschland.


Die Gesamtzahl der Beschäftigten hat sich bis zum 31. Dezember 2023 gegenüber dem Vorjahr um 1,2 % auf 1.278 verringert, von denen 717 vollzeitbeschäftigt, 464 teilzeitbeschäftigt sowie 97 in Ausbildung sind. Die Mitarbeiterkapazitäten der aktiven Beschäftigten sind im Vergleich zum Vorjahr von 1.029,6 auf 1.039,9 um 1,0 % angestiegen.

2 Wirtschaftsbericht

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage 2023 sowie bedeutsamste Leistungsindikatoren


Den Geschäftsverlauf und die Lage der Sparkasse im Geschäftsjahr 2023 bewerten wir unter Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen sowie branchenspezifischen Entwicklung als zufriedenstellend.


Die geopolitischen Spannungen verschärften sich 2023, allen voran durch die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten. Zudem lösten die hohe Inflation und der rasante Zinsanstieg große wirtschaftliche Unsicherheiten aus.


Trotz dieses anspruchsvollen Umfelds können wir auf ein solides Ergebnis blicken. Unser Kundengeschäft entwickelte sich insgesamt positiv. In hohem Maße hat die Einlagenentwicklung der Privatkunden zu der guten geschäftlichen Entwicklung beigetragen. Die Kundenforderungen stellen sich im Vorjahresvergleich nahezu unverändert dar.


Die schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen und die volatilen Kapitalmärkte konnten wir weitestgehend auffangen und in den meisten Geschäftsfeldern unsere Ziele erreichen oder sogar übertreffen. Insbesondere die Zinsentwicklung und die dadurch angespannte Lage am Immobilienmarkt erforderten nennenswerte Bewertungsaufwendungen im Kreditbereich.


Die Finanz- und Vermögenslage kann unter Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung weiterhin als solide beurteilt werden.


Die Ertragslage bewerten wir mit Blick auf die konjunkturelle Situation und die dem Ergebnis zugrunde liegenden Einmaleffekte ebenfalls als noch zufriedenstellend. Der Zinsüberschuss ist im Verhältnis zur DBS (= Summe monatlicher Bilanzsummen dividiert durch 12) gestiegen, maßgeblich beeinflusst durch das gestiegene Zinsniveau. Darüber hinaus war die Ertragslage - ebenfalls im Verhältnis zur DBS betrachtet - in 2023 gekennzeichnet durch einen rückläufigen Provisionsüberschuss sowie einen gestiegenen Verwaltungsaufwand. Auch die Risikovorsorge im Kreditgeschäft erhöhte sich deutlich.

Bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren


Als bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren dienen in Übereinstimmung mit der sparkasseninternen Berichterstattung folgende Steuerungsgrößen:

Wachstum Forderungen an Kunden 1

Wachstum Mittelaufkommen von Kunden 2

Betriebsergebnis vor Bewertung in % der DBS 3


Die Entwicklung der Leistungsindikatoren "Forderungen an Kunden" und "Mittelaufkommen von Kunden" kann der nachfolgend dargestellten Tabelle zum Geschäftsverlauf entnommen werden.


Das Betriebsergebnis vor Bewertung (BEvBew.) ist unsere oberste strategische Steuerungsgröße. Die Kennzahl soll langfristig größer 0,90 % der DBS sein.


Aufgrund der veränderten Zinssituation entfällt das bisher mittelfristig notwendige Mindestziel des BEvBew. von 0,70 % der DBS. Wir kehren zu unserer ausschließlich langfristigen Zielgröße des BEvBew. von 0,90 % der DBS zurück.

1 Bilanzposition Aktiva 4 (Forderungen an Kunden)

2 Bilanzpositionen Passiva 2 + 9 (Verbindlichkeiten gegenüber Kunden + Nachrangige Verbindlichkeiten)

3 Betriebsergebnis vor Bewertung gemäß der Abgrenzung des Betriebsvergleichs (bereinigt um neutrale und aperiodische Positionen) in % der Durchschnittsbilanzsumme gemäß Betriebsvergleich


Mit einem Betriebsergebnis vor Bewertung von 1,08 % der DBS wurde unser Ziel für das Geschäftsjahr 2023 erreicht. (Darstellung des Betriebsergebnisses vor Bewertung siehe Ziffer 2.3.3 Ertragslage.)


Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über den Geschäftsverlauf der Sparkasse Karlsruhe:

Bestand in % des Geschäftsvolumens
31.12.2023 31.12.2022 2023 2022
Bilanz Mio. € Mio. € % %
Geschäftsvolumen 1 11.841,2 11.615,6
Bilanzsumme 11.578,9 11.332,0 97,8 97,6
Aktivgeschäft
Kundenkreditvolumen 9.152,1 9.184,7 77,3 79,1
darunter: Forderungen an Kunden 2 8.859,8 8.866,9 74,8 76,3
Treuhandvermögen 29,9 34,3 0,3 0,3
Eventualverbindlichkeiten 262,3 283,6 2,2 2,4
Forderungen an Kreditinstitute 776,8 772,2 6,6 6,6
Wertpapiervermögen 1.366,5 1.243,7 11,5 10,7
Anlagevermögen 233,8 235,4 2,0 2,0
Sonstige Vermögenswerte 312,1 179,5 2,6 1,5
Passivgeschäft -
Mittelaufkommen von Kunden 3 8.573,7 8.262,5 72,4 71,1
darunter: Spareinlagen 1.433,9 1.988,2 12,1 17,1
Eigenemissionen 107,1 75,6 0,9 0,7
Sichteinlagen 4.858,7 5.819,7 41,0 50,1
Termineinlagen 2.060,6 276,6 17,4 2,4
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.790,3 1.914,7 15,1 16,5
Sonstige Passivposten (einschl. Eventualverbindlichkeiten und Rückstellungen) 1.030,2 1.003,2 8,7 8,6
Bilanzielles Eigenkapital 447,0 435,4 3,8 3,7
darunter: Sicherheitsrücklage 435,4 424,1 3,7 3,7
Veränderungen
2023 2023 2022
Bilanz Mio. € % %
Geschäftsvolumen 1 225,6 1,9 8,9
Bilanzsumme 246,9 2,2 8,8
Aktivgeschäft
Kundenkreditvolumen -32,6 -0,4 13,5
darunter: Forderungen an Kunden 2 -7,1 -0,1 13,6
Treuhandvermögen -4,4 -12,8 1,5
Eventualverbindlichkeiten -21,3 -7,5 11,5
Forderungen an Kreditinstitute 4,6 0,6 821,5
Wertpapiervermögen 122,8 9,9 -4,6
Anlagevermögen -1,6 -0,7 11,0
Sonstige Vermögenswerte 132,6 73,9 -81,7
Passivgeschäft
Mittelaufkommen von Kunden 3 311,2 3,8 4,8
darunter: Spareinlagen -554,3 -27,9 -4,3
Eigenemissionen 31,5 41,7 15,2
Sichteinlagen -961,0 -16,5 2,9
Termineinlagen 1.784,0 645,0 414,1
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -124,4 -6,5 34,1
Sonstige Passivposten (einschl. Eventualverbindlichkeiten und Rückstellungen) 27,0 2,7 7,7
Bilanzielles Eigenkapital 11,6 2,7 2,7
darunter: Sicherheitsrücklage 11,3 2,7 2,5

1) Bilanzsumme zzgl. Eventualverbindlichkeiten

2) Bilanzposition Aktiva 4 (Forderungen an Kunden)

3) Bilanzpositionen Passiva 2 + 9 (Verbindlichkeiten gegenüber Kunden + Nachrangige Verbindlichkeiten)

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Volkswirtschaftliches Umfeld


Das Jahr 2023 war weltweit nach 2022 erneut von hoher Inflation geprägt. Im zweiten Kriegsjahr nach dem russischen Angriff auf die Ukraine waren die Preissteigerungsraten zwar in den meisten Ländern nicht mehr ganz so hoch wie zu ihren Spitzenständen im Herbst 2022. Doch die Kaufkraft der Einkommen war weiterhin stark belastet. Das schwächte den Konsum. Zudem bremsten die in fast allen Währungsräumen fortgesetzten Zinssteigerungen die Nachfrage - ebenfalls beim Verbrauch, aber vor allem bei den Investitionen.


Der Internationale Währungsfonds beziffert das Wachstum der Weltwirtschaft 2023 auf insgesamt 3,0 %. Der Euroraum, der sich 2022 noch gut erholt hatte, verlor 2023 dagegen stärker an Wachstumsdynamik. Er erreichte gemäß der Schätzung des IWF nur noch 0,7 % realen Zuwachs.


In Deutschland ist die Stagnation dagegen schon länger offenkundig. Die deutsche Jahreswachstumsrate profitierte 2023 anders als der Euroraum insgesamt auch nicht von einem Überhang aus dem Vorjahr. Im Gegenteil: Das Schlussquartal 2022 lieferte in Deutschland bereits eine sehr schlechte Ausgangsbasis. Damals waren die Energiepreise auf ihren Höchstständen und es herrschte Angst vor einem Gasmangel im Winter 2022/2023.


Als sich Anfang 2023 zeigte, dass die Mangellage nicht schlagend werden würde und dass Deutschland aufgrund von getroffenen Maßnahmen zur Einsparung und zu neuen Bezugsquellen, aber auch aufgrund einer warmen Witterung recht gut durch den Winter kommen würde, verflog diese Angst. Es keimte Anfang 2023 wieder Zuversicht, dass der lang ersehnte Post-Corona- Aufschwung nun kraftvoll einsetzten würde. Diese Hoffnung erfüllte sich allerdings nicht. Denn die bis weit in das Jahr 2023 hinein auf hohem Niveau bleibende Inflation kostete Kaufkraft.


Die Nominaleinkommensentwicklung zog zwar nach, aber erst zeitlich verzögert. In Deutschland war im Jahresdurchschnitt die Entwicklung der verfügbaren Einkommen mit 5,9 % nominalem Zuwachs genauso hoch wie der Anstieg der Verbraucherpreise. Aber das zeitliche Profil der Kompensation, die Verteilung der Einkommens- und Preisanstiege über die Einkommensklassen und über die Güterkategorien und nicht zuletzt die psychologische Präsenz des Themas Inflation dämpften doch die Kauflust und die Konsummöglichkeiten. Mit -0,8 % schrumpfte der private Verbrauch 2023 stärker als das BIP. Die Sparquote stieg leicht um zwei Promillepunkte auf 11,3 %.


Die Investitionen wurden stark von dem Zinsanstieg geprägt. Die geldpolitische Bremsung war in fast allen großen Währungen in diesem Ausmaß und in dieser Geschwindigkeit ohne Beispiel. Im Euroraum wurden die Leitzinsen aus dem noch bis Mitte 2022 herrschenden Negativzins heraus in nur gut einem Jahr bis zum Herbst 2023 um 450 Basispunkte erhöht.


Die Kapitalmarktzinsentwicklung folgte dieser Vorgabe weitgehend. Gegen Ende des Jahres 2023 bildeten sich am Kapitalmarkt die Renditen für lange Zinsbindungsfristen allerdings wieder zurück, als die Inflationsraten sanken und damit die Erwartung aufkam, dass erste Leitzinssenkungen nicht mehr allzu ferne sind. Über weite Teile des Jahres 2023 lagen die Kapitalmarktrenditen zunächst über dem Startniveau des Jahres. Insbesondere in den Sommermonaten bewegten sich die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen über der Marke von 2,5 %, in der Spitze fast bei 3 %.


Die Bautätigkeit in Deutschland wurde durch das einstweilen erhöhte Zinsniveau stark gebremst. Zunächst wurde noch der recht gute Auftragsbestand bei begonnenen Projekten abgearbeitet. Doch das Angehen neuer Projekte kam praktisch nahezu zum Erliegen, was dann 2023 zunehmend auch in der laufenden Bau-Wertschöpfung sichtbar wurde. Die Bauinvestitionen sanken im dritten Jahr in Folge, 2023 noch einmal preisbereinigt um 2,1 %. Am stärksten war der Rückgang im Wohnungsbau.


Die Ausrüstungsinvestitionen hielten sich dagegen recht gut. Sie wurden zwar ebenfalls vom Zins gebremst. Aber der Strukturwandel macht eine Erneuerung des Kapitalstocks erforderlich, so dass sich mit den treibenden Themen Klimawandel und Digitalisierung eine Sonderkonjunktur entfaltet hat.


Insgesamt ergab sich nach der ersten Schnellschätzung des Statistischen Bundesamtes vom 15. Januar 2024 im abgelaufenen Jahr eine reale Veränderungsrate des deutschen BIP in Höhe von -0,3 %.


Am Arbeitsmarkt fühlt sich die Lage weiterhin nicht an wie eine Rezession. Trotz recht hoher Nettozuwanderung und stagnierender Produktion hat sich die Arbeitslosenquote in der Abgrenzung der Bundesagentur für Arbeit 2023 nur moderat um vier Promillepunkte auf 5,7 % erhöht.

Deutsche Kreditwirtschaft


Die BaFin und die Deutsche Bundesbank haben seit 2016 im Rahmen des aufsichtsrechtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozesses (Supervisory Review and Evaluation Process - SREP) die Grundzüge für die Festsetzung von zusätzlichen Eigenmittelanforderungen der Kreditinstitute bekannt gegeben. Der SREP-Kapitalzuschlag dient der Unterlegung des Zinsänderungsrisikos sowie weiterer wesentlicher Risiken, die nach Auffassung der Aufsicht nicht oder nicht ausreichend über die Säule I-Anforderungen abgedeckt sind. Daneben werden weitere Eigenmittelanforderungen zur Unterlegung von Risiken in Stresssituationen festgelegt. Die BaFin hat mit Bescheid vom 15. Januar 2024 bei der Sparkasse die individuellen Eigenmittelanforderungen zum SREP-Kapitalzuschlag nach § 6c Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V. § 6b KWG von bisher 2 % auf 0,5 % reduziert.


Aufsichtsrechtliche Änderungen ergaben sich durch die Aktualisierung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (7. MaRisk-Novelle) durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Juni 2023. Mit dieser Novelle wurden die Anforderungen an die Kreditvergabe und Überwachung sowie Regelungen zur Handhabung des Immobiliengeschäfts und der Nachhaltigkeitsrisiken angepasst bzw. ergänzt. Soweit die Änderungen der MaRisk klarstellenden Charakter hatten, trat die neue Fassung mit ihrer Veröffentlichung in Kraft. Für neue Anforderungen galt eine Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2024. Dies bezieht sich insbesondere auf die Regelungen zu den Immobiliengeschäften.


Insgesamt müssen sich die Kreditinstitute auf eine Fortsetzung der Regulierungspolitik der letzten Jahre sowie mittelfristig auf weiter erhöhte Eigenmittelanforderungen einstellen. So wurde beispielsweise am 15. Februar 2024 bereits die 8. MaRisk-Novelle von der BaFin zur Konsultation gestellt.


Aufgrund ihrer zentralen gesamtwirtschaftlichen Verantwortung und Funktion spielen die Kreditinstitute bei den gesetzlichen Maßnahmen zum Thema "Nachhaltigkeit" eine bedeutsame Rolle. Ab dem Geschäftsjahr 2024 bestehen erweiterte Berichtspflichten auf Basis detaillierter gesetzlicher Vorgaben.

Entwicklungen in der Sparkassenorganisation


Internationale Rating-Agenturen stellen der Sparkassen-Finanzgruppe regelmäßig sehr gute Zeugnisse aus:


Die Analysten der kanadischen DBRS bestätigten das Rating der Sparkassen-Finanzgruppe zuletzt im März 2023 mit einer Note "A (high)", die eine gute Kreditqualität zum Ausdruck bringt. Dieses sogenannte Floor-Rating zeigt an, dass die Bonität aller Mitglieder der Sicherungseinrichtungen der Sparkassen-Finanzgruppe mit mindestens A (high) bewertet wird; kein Mitglied schneidet schlechter ab.


Die Ratingagentur Fitch hat zuletzt im April 2023 ihr Rating von "A+" für die Sparkassen bestätigt. Auch Moody's Investors Service bestätigte die Einstufung unseres Verbunds im April 2023 mit dem Rating "Aa2". Das sogenannte "Corporate Family Rating" für die Sparkassen-Finanzgruppe bewertet die Gruppe als Ganzes. Es stellt keine Einheitsnote dar, bestätigt aber die hohe Solidität und Kreditwürdigkeit der Sparkassen-Finanzgruppe insgesamt.

Regionaler Wirtschaftsraum


Die regionale Wirtschaft stagniert. Zeigten die Unternehmen im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe (IHK) im Frühsommer noch langsam wachsende Zuversicht, kehrte im Herbst 2023 der Pessimismus zurück. Die Geschäftslage wurde von den Unternehmen insgesamt weniger positiv bewertet als noch vier Monate zuvor. Die Auftragslage hat sich spürbar verschlechtert, die Umsatzentwicklung ist oftmals ins Minus gerutscht. Hinzu kommen massive Kostensteigerungen nicht zuletzt durch die im internationalen Vergleich sehr hohen Energiepreise, die hohe Inflation und das gestiegene Zinsniveau. Auch das Regelungsdickicht in Deutschland mit langwierigen Genehmigungsprozessen, immer neuen Auflagen und Verordnungen und die widersprüchlichen Maßnahmen der Bundespolitik, die keine klare Linie erkennen lassen, führen zu großer Unzufriedenheit in den Betrieben. Dementsprechend stellen sich die Unternehmen auf eine längere Durststrecke ein. Dies zeigt auch die Stimmungslage zu Jahresbeginn 2024, die sich gegenüber dem vergangenen Herbst nur wenig verbessert hat. Der in fast allen Branchen bestehende Fachkräftemangel ist eines der drängendsten Probleme der regionalen Wirtschaft.


Die schwierige wirtschaftliche Lage hat sich in den letzten zwölf Monaten auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt. Zum Jahresende ist die Arbeitslosigkeit in der Region Karlsruhe-Rastatt leicht angestiegen, die Arbeitslosenquote liegt bei 4,1 % und somit 0,4 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau. Im Bereich der Geschäftsstelle Karlsruhe - die neben der Stadt einige Umlandgemeinden umfasst - liegt die Quote bei 4,3 % (2022: 3,8 %).


In einem Vergleich der Zeitschrift "Wirtschaftswoche" in der die 71 kreisfreien Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern betrachtet werden, konnte die Stadt Karlsruhe im Jahr 2023 den 16. Platz aus dem Vorjahr behaupten. Berücksichtigt wurden 71 verschiedene Indikatoren aus den Bereichen Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstruktur, Lebensqualität, Immobilienmarkt sowie Nachhaltigkeit.

Wettbewerbssituation im Geschäftsgebiet


Die Rahmenbedingungen auf dem nach wie vor durch eine sehr hohe Konkurrenzdichte geprägten Markt der Finanzdienstleistungsinstitute in der Karlsruher Region waren im letzten Jahr erneut durch starken Konditionenwettbewerb geprägt. In unserem direkten Geschäftsgebiet operieren 25 Kreditinstitute (Vorjahr: 28) mit stationären Vertriebseinheiten sowie zusätzlich zahlreiche banknahe Mitbewerber.

2.2 Geschäftsverlauf

2.2.1 Bilanzsumme und Geschäftsvolumen


Die Bilanzsumme der Sparkasse zum Jahresende 2023 erreichte 11.578,9 Mio. EUR (2022: 11.332,0 Mio. EUR). Sie nahm gegenüber dem Vorjahr um 246,9 Mio. EUR (+2,2 %) zu. Das Geschäftsvolumen weitete sich von 11.615,6 Mio. EUR im Jahr 2022 um 225,6 Mio. EUR bzw. 1,9 % auf 11.841,2 Mio. EUR aus.

2.2.2 Aktivgeschäft (inklusive Eventualverbindlichkeiten)

Kundenkreditvolumen


Konjunkturbedingt und als Folge der Zinsentwicklung im Jahr 2023 war eine deutliche Reduzierung der Kreditnachfrage zu beobachten. Der Bestand an Krediten und Darlehen sank infolge dessen um 32,6 Mio. EUR, das sind 0,4 %, auf 9.152,1 Mio. EUR. Unsere Erwartungen hinsichtlich eines allenfalls sehr moderaten Wachstums der Forderungen an Kunden wurden damit nicht erfüllt. Damit lag der Wert unterhalb des Durchschnittswerts der baden-württembergischen Sparkassen.


Insbesondere die Baufinanzierungen waren rückläufig. Der Bestand von Krediten an Privatpersonen verringerte sich um 1,0 %. Die Neuzusagen für Wohnungsbaukredite reduzierten sich auf 377,5 Mio. EUR (2022: 826,8 Mio. EUR). Bei den gewerblichen Kreditkunden lagen die Neuzusagen mit 743,4 Mio. EUR ebenfalls deutlich unter dem Wert des Vorjahres (1.344,5 Mio. EUR).


Die Sparkasse Karlsruhe vermittelte im Jahr 2023 zinsgünstige Darlehen aus öffentlichen Förderprogrammen in Höhe von 90,7 Mio. EUR (2022: 53,5 Mio. EUR) an Existenzgründer und Unternehmen sowie in Höhe von 42,9 Mio. EUR (2022: 41,0 Mio. EUR) an Privatpersonen.


In 2023 hat die Sparkasse Karlsruhe erneut 40 Gründer (2022: 40 Existenzgründer) auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleitet. Das Finanzierungsvolumen betrug hierbei 7,4 Mio. EUR (2022: 6,0 Mio. EUR). 41 % (2022: 48 %) aller Existenzgründungsanfragen wurden durch die Sparkasse begleitet und dabei 172 Arbeitsplätze (2022: 132) geschaffen.

Forderungen an Kreditinstitute


Die Forderungen an Kreditinstitute erhöhten sich um 4,6 Mio. EUR auf 776,8 Mio. EUR. Der Bestand der Forderungen an Kreditinstitute ist vor allem auf die Anlage freier liquider Mittel bei der EZB zurückzuführen.

Wertpapiervermögen (Eigenanlagen)


Zum Bilanzstichtag erhöhte sich der Bestand an Wertpapieranlagen gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 122,8 Mio. EUR auf 1.366,5 Mio. EUR. Bei den Beständen unserer Eigenanlagen fanden im Jahr 2023 wesentliche Veränderungen im Bereich der hochliquiden Anleihen und der Pfandbriefe statt. Einfluss auf unsere Anlageentscheidungen im Rentenbereich hatten im Wesentlichen die Auswirkungen des gestiegenen Renditeniveaus. In diesem Zusammenhang haben wir Anlagen mit niedrigen Kupons durch Anlagen mit höheren Kupons ersetzt. Bei der Entscheidungsfindung zur Investition wurde weiterhin Wert auf hochliquide Papiere sowie auf eine angemessene Risiko-Ertrags-Betrachtung unter Einhaltung der Vorschriften bezüglich der Liquiditätskennzahl LCR (liquidity coverage ratio) gelegt. Die überschüssige Liquidität wurde bei der Bundesbank angelegt.


Das Wertpapiervermögen dient vor allem der Liquiditätsreserve sowie dem Anlagevermögen und setzt sich insbesondere aus verzinslichen Wertpapieren erstklassiger Adressen zusammen, die teilweise über Fondsanteile gehalten werden. Im Handelsbestand halten wir Fondsanteile, die zum Wiederverkauf an Kunden bestimmt sind.

Beteiligungen


Im Geschäftsjahr 2023 verringerte sich das Volumen der Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen um 1,1 Mio. EUR auf 92,3 Mio. EUR.

2.2.3 Passivgeschäft

Mittelaufkommen von Kunden


Das Mittelaufkommen von Kunden (einschließlich verbriefter Verbindlichkeiten) beläuft sich zum Jahresende 2023 auf 8.573,7 Mio. EUR und liegt um 3,8 % (311,2 Mio. EUR) über dem Vorjahreswert. Die Bestandsentwicklung lag damit leicht über unseren Erwartungen einer moderaten Zunahme und über dem Durchschnittswert der baden-württembergischen Sparkassen.


Die Einlagen der Privatkunden entwickelten sich positiv. Sie legten um 142,7 Mio. EUR oder 2,3 % auf 6.459,6 Mio. EUR zu. Die Einlagen von Unternehmen erhöhten sich ebenfalls deutlich um 114,3 Mio. EUR auf 1.443,8 Mio. EUR.


Im Zuge des steigenden Zinsniveaus kam es zu erheblichen Umschichtungen von Sicht- und Spareinlagen zu höher verzinslichen Anlageprodukten. Während die täglich fälligen Bankguthaben um 16,5 % und die klassischen Spareinlagen um 27,9 % zurück gingen, stiegen die Termineinlagen um über 600,0 %.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten


Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verringerten sich um 124,4 Mio. EUR auf 1.790,3 Mio. EUR. Im Jahr 2023 wurden fällige Langfristtender der EZB (TLTRO III) zurückbezahlt und teilweise vorzeitig getilgt. In der zweiten Jahreshälfte wurden fällige Refinanzierungen, insbesondere im Termingeldbereich, nicht mehr ersetzt.

2.2.4 Dienstleistungen


Das Dienstleistungsgeschäft der Sparkasse entwickelte sich zufriedenstellend.


Das Wertpapiergeschäft 2023 war insbesondere geprägt durch verändertes Kundenverhalten aufgrund des erhöhten Zinsniveaus sowie den nach wie vor bestehenden geopolitischen Unsicherheiten und Konjunktursorgen. Die Wertpapierumsätze (Käufe und Verkäufe sind in der Folge insgesamt um 15,1 % gestiegen (2022: -20,5 %). Die Wertpapierersparnisbildung betrug 133,0 Mio. EUR (2022: 291,9 Mio. EUR).


Der bereits im Jahr 2022 erkennbare Umbruch am Immobilienmarkt hat sich im Jahr 2023 bestätigt. Die bundesweiten Preise für Wohnimmobilien sind allein im 3. Quartal 2023 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 10 % gefallen. Der Verkauf von Bestandsimmobilien konnte sich im Vergleich zum Vorjahr behaupten. Allerdings ist das Geschäft mit Neubauimmobilien nahezu zum Erliegen gekommen. Grund dafür sind neben dem höheren Zinsniveau die weiterhin hohen Preise für Neubauimmobilien. Die Stückzahl der vermittelten Objekte verringerte sich auf insgesamt 202 Stück (Vorjahr: 235 Stück). Der Objektumsatz war mit insgesamt 79,7 Mio. EUR ebenfalls rückläufig (Vorjahr: 84,5 Mio. EUR).


Das Neugeschäft mit der Landesbausparkasse (LBS-Süd) war leicht rückläufig. Das Volumen der neu abgeschlossenen Bausparverträge betrug 230,1 Mio. EUR (Vorjahr: 248,1 Mio. EUR). Im Vergleich aller baden-württembergischen Sparkassen konnten wir damit jedoch den zweiten Rang erreichen.


Im Neugeschäft mit der Deutsche Leasing wurden im Geschäftsjahr 2023 insgesamt 281 Leasing-Neuverträge (2022: 276 Verträge) mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 51,8 Mio. EUR (2022: 73,7 Mio. EUR) geschlossen.


Die S-VersicherungsAgentur vermittelte im Jahr 2023 ein Lebensversicherungsvolumen von 34,7 Mio. EUR (Vorjahr 39,5 Mio. EUR). Im Kompositgeschäft (Sach/ Haftpflicht/ Unfall/ Rechtsschutz) wurden Neuabschlüsse mit einem Jahresnettobeitrag von 1,2 Mio. EUR (Vorjahr 1,4 Mio. EUR) vermittelt. Bei den neu vermittelten Krankenversicherungen belaufen sich die Monatsbeiträge auf insgesamt 47,9 TEUR (Vorjahr 23,2 TEUR).


Das Volumen der in Zusammenarbeit mit der S-Kreditpartner GmbH, dem Spezialisten für Auto- und Privatkredite der S-Finanzgruppe, vermittelten Kredite im Geschäftsjahr 2023 beläuft sich auf 27,6 Mio. EUR (Vorjahr: 35,7 Mio. EUR).

2.2.5 Derivate


Die derivativen Finanzinstrumente dienten überwiegend der Steuerung des Zinsänderungsrisikos der eigenen Positionen. Hinsichtlich der zum Jahresende bestehenden Geschäfte wird auf die Darstellung im Anhang verwiesen.

2.2.6 Wesentliche Baumaßnahmen und technische Veränderungen


Im Januar 2023 begann die Innensanierung der Parkgarage in Ettlingen. Rechtzeitig zum Start des Weihnachtsmarktes konnte eine Teilfläche eröffnet werden. Die Gesamtfertigstellung wird bis Anfang Mai 2024 erwartet.


Ende 2023 wurde der Kaufvertrag für das, in einem großen Wohn- und Geschäftshaus liegende, neue Beratungszentrum in Rheinstetten Neue Mitte geschlossen. Der Rohbau des Gebäudes ist in vollem Gang. Das Beratungszentrum wird voraussichtlich im Spätjahr 2025 an die Sparkasse übergeben.


Die Arbeiten an einem Objekt in Graben-Neudorf mit 36 Wohnungen, 3 Arztpraxen und zweigeschossiger Tiefgarage haben im Sommer 2023 planmäßig begonnen. Die Fertigstellung ist für Sommer 2025 geplant.

2.3 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

2.3.1 Vermögenslage


Die Vermögenslage unserer Sparkasse ist zum Bilanzstichtag durch überdurchschnittliche Anteile beim Mittelaufkommen von Kunden und in besonderem Maße beim Kundenkreditvolumen gekennzeichnet. Diese Konzentration auf das Kundengeschäft ist unser primäres geschäftspolitisches und strategisches Ziel. Demgegenüber liegen unsere eigenen Wertpapier- und Vermögensanlagen unter dem Durchschnitt der baden-württembergischen Sparkassen. Die Forderungen an Kreditinstitute sowie die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind unterdurchschnittlich ausgeprägt.


Den bestehenden bilanziellen Risiken wurde durch Wertberichtigungen und Rückstellungen in ausreichendem Maße Rechnung getragen. Außerdem haben wir gemäß § 340f HGB zur Sicherung gegen die besonderen Risiken des Geschäftszweigs der Kreditinstitute zusätzlich Vorsorge getroffen. Stille Lasten bestehen in Form von vermiedenen Abschreibungen auf festverzinsliche Wertpapiere. Einzelheiten sind dem Anhang zum Jahresabschluss zu entnehmen.


Die Vermögenslage des Jahres 2023 wurde durch den ausgewiesenen Bilanzgewinn und die vorgesehene Zuführung zur Sicherheitsrücklage in Höhe von 11,6 Mio. EUR beeinflusst. Ferner haben wir zum Fonds für allgemeine Bankrisiken Zuführungen in Höhe von weiteren 50,0 Mio. EUR getätigt. Nach Feststellung der Bilanz wird sich das Eigenkapital auf 447,0 Mio. EUR und der für allgemeine Bankrisiken gebildete Fonds nach § 340g HGB auf 612,4 Mio. EUR erhöhen, dies entspricht in der Summe einer Steigerung von 6,2 % gegenüber dem Vorjahr.


Die Gesamtkapitalquote gemäß Art. 92 CRR (Verhältnis der angerechneten Eigenmittel bezogen auf die anrechnungspflichtigen Positionen) übertrifft am 31. Dezember 2023 mit 15,17 % (im Vorjahr: 14,80 %) die aufsichtlichen Mindestanforderungen von 8,0 % gemäß CRR zuzüglich SREP-Zuschlag sowie den kombinierten Kapitalpufferanforderungen. Zum 1. Februar 2022 erhöhte sich der antizyklische Kapitalpuffer von null auf 0,75 % der risikogewichteten Positionswerte. Zudem wurde ein Systemrisikopuffer von 2,00 % für den Wohnimmobiliensektor eingeführt. Beide Kapitalpufferanforderungen sind seit dem 1. Februar 2023 zu erfüllen. Die anrechnungspflichtigen Positionen zum 31. Dezember 2023 betragen 7.702,1 Mio. EUR und die aufsichtlich anerkannten Eigenmittel 1.168,3 Mio. EUR.


Auch die harte Kernkapitalquote und die Kernkapitalquote übersteigen die aufsichtlich vorgeschriebenen Werte. Die Kernkapitalquote beläuft sich zum 31. Dezember 2023 auf 12,88 % der anrechnungspflichtigen Positionen nach CRR.


Die Verschuldungsquote (Verhältnis des Kernkapitals zur Summe der bilanziellen und außerbilanziellen Positionen) beträgt am 31. Dezember 2023 8,26 % und liegt damit über der aufsichtlichen Mindestanforderung von 3,0 %.


Auf Grundlage unserer normativen Risikotragfähigkeit bis zum Jahr 2026 ist auch weiterhin eine Erfüllung der aufsichtlichen Anforderungen an die Eigenmittelausstattung als Basis für die Umsetzung unserer Geschäftsstrategie zu erwarten.

2.3.2 Finanzlage


Im Berichtszeitraum hatte die Sparkasse einen uneingeschränkten Zugang zum Geld- und Kapitalmarkt. Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im Geschäftsjahr aufgrund einer planvollen und ausgewogenen Liquiditätsvorsorge jederzeit gegeben.


Das Liquiditätsmanagement der Sparkasse liegt in der Verantwortung der Abteilung Treasury.


Die Steuerung der täglichen Zahlungszu- und -abflüsse, die Planung der erwarteten Zahlungsströme und die Steuerung des Zugangs zur Deutschen Bundesbank ist Aufgabe des operativen Liquiditätsmanagements. Ergänzend verantwortet die Abteilung den Zugang zu den Refinanzierungsquellen am Geld- und Kapitalmarkt sowie das Management des Liquiditätsportfolios. Zur Überwachung unserer Zahlungsbereitschaft bedienen wir uns einer kurz- und mittelfristigen Liquiditätsvorschau.


Die Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio - LCR) lag mit 112,86 % bis 197,53 % oberhalb des Mindestwerts von 100,0 %. Die LCR-Quote lag zum 31. Dezember 2023 bei 189,74 %. Die strukturelle Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio - NSFR) lag in einer Bandbreite von 119,02 % bis 127,90 %; damit wurde die aufsichtliche Mindestquote von 100,0 % eingehalten.


Bei der Deutschen Bundesbank und der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) bestehen Kredit- bzw. Dispositionslinien. Das zur Erfüllung der Mindestreservevorschriften notwendige Guthaben wurde in der erforderlichen Höhe bei der Deutschen Bundesbank unterhalten. Des Weiteren wurde die überschüssige Liquidität bei der Bundesbank angelegt.


Die Sparkasse nahm 2023 am elektronischen Verfahren "MACCs (Mobilisation and Administration of Credit Claims)" der Deutschen Bundesbank zur Nutzung von Kreditforderungen als notenbankfähige Sicherheiten teil.


Die Zahlungsbereitschaft ist nach unserer Liquiditätsvorschau auch für die absehbare Zukunft gesichert. Deshalb beurteilen wir die Liquiditätslage der Sparkasse als gut.

2.3.3 Ertragslage


Nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Ertragslage auf Basis der Gewinn- und Verlustrechnung der Sparkasse:

Ergebnis Veränderungen
01.01. -31.12.2023 01.01. -31.12.2022 2023 2023 2022
GuV Mio. € Mio. € Mio. € % %
Zinsüberschuss (inkl. GuV-Positionen 3, 4 und 17) 210,7 179,8 30,9 17,2 12,2
Provisionsüberschuss 45,9 45,5 0,4 0,9 2,5
Verwaltungsaufwand 131,2 120,9 10,3 8,5 5,1
Nettoergebnis aus Finanzgeschäften 0,0 0,1 -0,1 -,- -,-
Sonstige ordentliche Erträge und Aufwendungen -3,1 18,4 -21,5 -116,8 -278,6
Ergebnis vor Bewertung 122,3 122,9 -0,6 -0,5 55,0
Bewertungsergebnis -134,6 -51,5 -83,1 161,4 281,5
Ergebnis nach Bewertung -12,3 71,4 -83,7 -117,2 8,5
Zuführung Fonds für allgemeine Bankrisiken -50,0 -27,5 -22,5 81,8 323,1
Außerordentliches Ergebnis 0,0 0,0 -,- -,- -,-
Steuern 73,9 -32,6 106,5 -326,7 -33,2
Jahresüberschuss und Bilanzgewinn 11,6 11,3 0,3 2,7 7,6


Der Zinsüberschuss ist die bedeutendste Ertragsquelle unseres Geschäfts. Im Geschäftsjahr erhöhte er sich gegenüber dem Vorjahr um 30,9 Mio. EUR auf 210,7 Mio. EUR. Die positive Entwicklung im Jahr 2023 ist maßgeblich auf eine Verbesserung des Zinsertrages aus dem Eigen- und Kundengeschäften zurückzuführen. Im Verhältnis zur Bilanzsumme ist der Zinsüberschuss deutlich gestiegen. Die Zinsspanne lag 2023 bei 1,76 % der DBS (2022: 1,57 %).


Der Provisionsüberschuss erhöhte sich in absoluten Zahlen leicht um 0,4 Mio. EUR auf 45,9 Mio. EUR. Der Verwaltungsaufwand nahm insbesondere aufgrund gestiegener Pflichtbeiträge sowie tariflicher Steigerungen und der vereinbarten steuer- und abgabenfreien Inflationsausgleichsprämien 2023 um 10,3 Mio. EUR zu.


Das Betriebsergebnis vor Bewertung verringerte sich um 0,6 Mio. EUR auf 122,3 Mio. EUR.


Die aktuelle konjunkturelle Situation führte zu einer deutlichen Erhöhung der Risikovorsorge im Kreditgeschäft. Die Zuführungen überstiegen die Auflösungen bei weitem. Das Bewertungsergebnis Wertpapiere stellte sich aufgrund der Realisierung von Kursverlusten sowie Abschreibungen auf den Marktwert ebenfalls leicht negativ dar. Sonstige Bewertungsmaßnahmen waren von untergeordneter Bedeutung. Nach Vornahme aller notwendigen Bewertungsmaßnahmen liegt das Ergebnis nach Bewertung in der Gewinn- und Verlustrechnung um 83,7 Mio. EUR unter dem Wert des Vorjahres und damit im negativen Bereich.


Der Sonderposten nach § 340g HGB wurde deutlich um 50,0 Mio. EUR aufgestockt.


Für das Geschäftsjahr 2023 ergibt sich aufgrund der erstmaligen Aktivierung latenter Steuern ein Steuerertrag in Höhe von 73,9 Mio. EUR.


Der Jahresüberschuss in Höhe von 11,6 Mio. EUR lag 2,7 % über dem Vorjahr.


Der gemäß § 26a Absatz 1 Satz 4 KWG offen zu legende Quotient aus Jahresüberschuss und Bilanzsumme beträgt unverändert 0,1 %.


Zur weiteren Analyse der Ertragslage unseres Hauses setzen wir für interne Zwecke den sogenannten "Betriebsvergleich" der Sparkassenorganisation ein, in dem eine detaillierte Aufspaltung und Analyse des Ergebnisses unserer Sparkasse in Relation zur DBS erfolgt.


Die Ertragskennziffern in % der DBS (nach Betriebsvergleich) stellen sich wie folgt dar:

Sparkasse
in % der DBS
Gruppendurchschnitt
in % der DBS
2023 2022 2023 2 2022
Ordentliche Erträge, darunter: 2,28 2,11 2,37 2,00
- Zinsüberschuss 1,76 1,57 1,79 1,44
- Provisionsüberschuss 0,46 0,49 0,54 0,53
- sonstige ordentliche Erträge 0,06 0,06 0,04 0,04
Verwaltungsaufwand 1,20 1,14 1,24 1,18
Nettoaufwand des Handelsbestands 0,00 0,00 0,00 0,01
Betriebsergebnis vor Bewertung 1 1,08 0,97 1,14 0,83
Betriebsergebnis nach Bewertung -0,08 0,52 0,88 0,40

1) Betriebsergebnis vor Bewertung gemäß der Abgrenzung des Betriebsvergleichs (bereinigt um neutrale und aperiodische Positionen) in % der Durchschnittsbilanzsumme gemäß Betriebsvergleich

2) vorläufige Zahlen Mai 2024


Unser wichtigster finanzieller Leistungsindikator, das nach dem Betriebsvergleich errechnete Betriebsergebnis vor Bewertung, liegt mit 1,08 % über dem Vorjahreswert (0,97 %) und unter dem Gruppendurchschnitt der baden-württembergischen Sparkassen ähnlicher Größenordnung (1,14 %). Die im Vorjahreslagebericht prognostizierte Entwicklung auf konstantem Niveau konnte übertroffen werden, da sich der Zinsüberschuss aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus deutlich verbesserte.


Nach Berücksichtigung aller Bewertungsmaßnahmen erreichen wir mit -0,08 % ein leicht negatives Betriebsergebnis nach Bewertung, das unter dem Gruppendurchschnitt liegt. Unter den gegebenen wirtschaftlichen Bedingungen und mit Blick auf die beschriebenen Einmaleffekte bewerten wir die Ertragslage als noch zufriedenstellend.

3 Nachtragsbericht


Die Nachtragsberichterstattung erfolgt gemäß § 285 Nr. 33 HGB im Anhang.

4 Risikobericht

4.1 Risikomanagementsystem


Der Vorstand hat eine Geschäftsstrategie und eine hierzu konsistente Risikostrategie festgelegt. In der Geschäftsstrategie sind die strategischen Ziele unseres Hauses für die wesentlichen Geschäftstätigkeiten sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele dargelegt. Die Risikostrategie beinhaltet die Ziele der Steuerung der wesentlichen Risiken sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele.


Zur Sicherstellung der langfristigen Fortführung der Unternehmenstätigkeit auf Basis der eigenen Substanz und Ertragskraft setzt die Sparkasse ein Risikotragfähigkeitskonzept mit einer regelmäßigen Berechnung der Risikotragfähigkeit (ökonomische Perspektive) und einer Kapitalplanung (normative Perspektive) ein. Die Risikotragfähigkeit wird ergänzt um Stresstests und ist prozessual mit den Strategien, der Risikoinventur und der Risikoberichterstattung verknüpft. Erstmals zum 31. März 2023 wurden damit fristgerecht die Anforderungen der am 24. Mai 2018 veröffentlichten aufsichtlichen Leitlinien an bankinterne Risikotragfähigkeitskonzepte umgesetzt.


Die mindestens jährlich durchzuführende Risikoinventur umfasst die systematische Identifizierung der Risiken sowie die Einschätzung der Wesentlichkeit. Zudem werden quantitative und qualitative Analysen zur Bestimmung von Risiko- und Ertragskonzentrationen vorgenommen.


Auf Grundlage der zuletzt durchgeführten Risikoinventur wurden folgende Risiken in der ökonomischen und der normativen Perspektive als wesentlich eingestuft:

Adressenrisiko in Kundenkredit- und Eigengeschäften,

Beteiligungsrisiko,

Marktpreisrisiko (Zinsänderungsrisiko, Spreadrisiko, Aktien-, Immobilien- und Währungsrisiko so wie das sonstige Marktpreisrisiko, das Positionen umfasst, die sich nicht unter den anderen Kategorien subsumieren lassen),

Liquiditätsrisiko (Zahlungsunfähigkeits- und Refinanzierungskostenrisiko) und

operationelles Risiko.


Für die frühzeitige Identifizierung von wesentlichen Risiken sowie von risikoartenübergreifenden Effekten wurden Indikatoren abgeleitet, die auf quantitativen oder qualitativen Merkmalen basieren.


Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive ist die Gewährleistung des Gläubigerschutzes. Die Sparkasse ermittelte zum 31. Dezember 2023 ein ökonomisches Risikodeckungspotenzial von 1.416 Mio. EUR. Das daraus abgeleitete Gesamtlimit von 1.100 Mio. EUR wurde auf die wesentlichen Risiken verteilt und so bemessen, dass eine angemessene Steuerung der Risiken ermöglicht wird. Die wesentlichen Risiken werden vierteljährlich ermittelt und den Limiten gegenübergestellt. Die bereitgestellten Limite reichten im Berichtszeitraum aus, um die wesentlichen Risiken abzudecken.


Zur Berechnung des gesamtinstitutsbezogenen Risikos wurden für alle wesentlichen Risiken das Konfidenzniveau auf 99,9 % und der Risikobetrachtungshorizont auf ein Jahr rollierend festgelegt. Zwischen den wesentlichen Risikoarten werden keine risikomindernden Diversifikationseffekte berücksichtigt. Lediglich innerhalb des Marktpreisrisikos zwischen den Risikofaktoren Zinsen, Spreads, Aktien und Währungen kommen risikomindernde Diversifikationseffekte zum Ansatz.


Das auf der Grundlage des Gesamtlimits eingerichtete Limitsystem in der ökonomischen Perspektive stellt sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

Risikoart Risikokategorie Limit Limitauslastung
Mio. EUR Mio. EUR %
Adressenrisiko Kundengeschäft 190,0 149,12 78,49
Eigengeschäft 55,0 31,01 56,38
Marktpreisrisiko Zinsänderungsrisiko 375,0 262,30 69,95
Spreadrisiko 110,0 77,76 70,69
Aktienrisiko (inkl. Fonds ohne Durchschau) 10,00 7,21 72,09
Immobilienrisiko (inkl. Fonds ohne Durchschau) 52,0 35,80 68,85
Währungsrisiko 1,0 0,56 56,46
Beteiligungsrisiko 114,0 80,95 71,01
Liquiditätsrisiko Refinanzierungskostenrisiko 111,0 82,04 73,91
Operationelles Risiko 82,0 59,08 72,05
Risikotragfähigkeitslimit/Gesamtrisiko 1.100 785,83 71,44


Die zuständigen Bereiche des Hauses steuern die Risiken im Rahmen der bestehenden organisatorischen Regelungen und der Limitvorgaben des Vorstands.


Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive ist die Fortführung der Sparkasse. Hierzu besteht ein zukunftsgerichteter Kapitalplanungsprozess bis zum Jahr 2026. Um einen Kapitalbedarf rechtzeitig identifizieren zu können, wurden Annahmen über die künftige Ergebnisentwicklung für das Planszenario sowie für ein adverses Szenario getroffen.


In der normativen Perspektive sind alle regulatorischen und aufsichtlichen Anforderungen sowie die darauf basierenden internen Anforderungen zu berücksichtigen. Relevante Steuerungsgrößen sind die Kernkapitalanforderung, die Gesamtkapitalanforderung (SREP-Gesamtkapitalanforderung, die kombinierte Pufferanforderung) und die Eigenmittelempfehlung sowie die Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals, die Höchstverschuldungsgrenze und die Großkreditgrenze.


Für den betrachteten Zeitraum von drei Jahren können die aufsichtlichen Anforderungen im Planszenario vollständig erfüllt werden. Gleiches gilt im Falle der Betrachtung adverser Entwicklungen, in dem jedoch nur die harten Mindestkapitalanforderungen zwingend einzuhalten sind.


Die Sparkasse setzt zur Steuerung der Zinsänderungsrisiken derivative Finanzinstrumente (Swapgeschäfte) ein. Sie wurden in die verlustfreie Bewertung des Bankbuches einbezogen.


Die der Risikotragfähigkeit zu Grunde liegenden Annahmen sowie die Angemessenheit der Methoden und Verfahren werden jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst (Validierung).


Stresstests werden ergänzend zur Risikotragfähigkeit für alle wesentlichen Risiken regelmäßig durchgeführt. Ziel ist die Abbildung außergewöhnlicher aber plausibel möglicher Ereignisse über Szenario- und Sensitivitätsanalysen. Auch die Stresstests zeigen derzeit keinen zusätzlichen Handlungsbedarf bei der Risikoabsicherung auf.


Der Sicherung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit von Steuerungs- und Überwachungssystemen (Interne Kontrollverfahren) dienen neben der Einrichtung von Funktionstrennungen bei Zuständigkeiten und Arbeitsprozessen auch die Tätigkeit der Risikocontrolling-Funktion, der Compliance-Funktion und der Internen Revision.


Die Risikocontrolling-Funktion, die aufbauorganisatorisch von Bereichen, die Geschäfte initiieren oder abschließen, getrennt ist, hat die Aufgabe, die wesentlichen Risiken zu identifizieren, zu beurteilen, zu überwachen und darüber zu berichten. Der Risikocontrolling-Funktion obliegt die Methodenauswahl, die Überprüfung und Validierung der Angemessenheit der eingesetzten Methoden und Verfahren und die Errichtung und Weiterentwicklung der Risikosteuerungs- und -controllingprozesse. Zusätzlich verantwortet die Risikocontrolling-Funktion die Umsetzung der aufsichtsrechtlichen und gesetzlichen Anforderungen in diesem Bereich, die Erstellung der Risikotragfähigkeitsberechnung und die laufende Überwachung der Einhaltung von Risikolimiten. Sie unterstützt den Vorstand in allen risikopolitischen Fragen und ist an der Erstellung und Umsetzung der Risikostrategie maßgeblich beteiligt.


Die Risikocontrolling-Funktion wird im Wesentlichen durch die Mitarbeitenden des Risikomanagements wahrgenommen. Darüber hinaus sind weitere Bereiche in Teilaufgaben eingebunden. Die Leiterin der Risikocontrolling-Funktion ist in ihrer Funktion dem Überwachungsvorstand direkt unterstellt und wird in ihrer Aufgabenwahrnehmung von den Mitarbeitenden des Risikomanagements unterstützt.


Auch die regelmäßige Berichterstattung an den Vorstand und die zuständigen Geschäftsbereiche über das Gesamtbankrisiko und die einzelnen Risikoarten ist Aufgabe der Risikocontrolling-Funktion. Die Berichte enthalten neben quantitativen Informationen auch eine qualitative Beurteilung zu wesentlichen Positionen und Risiken. Auf besondere Risiken für die Geschäftsentwicklung und dafür geplante Maßnahmen wird gesondert eingegangen.


Im Rahmen seiner Sitzungen wird der Verwaltungsrat durch den Vorstand regelmäßig über die Risikosituation unseres Hauses auf Grundlage des vierteljährlichen Gesamthausrisikoberichts informiert; ein Risikoausschuss wurde nicht gebildet.


Neben der turnusmäßigen Berichterstattung ist auch geregelt, in welchen Fällen eine Ad-hoc-Berichterstattung zu erfolgen hat.


Die Compliance-Funktion wirkt auf die Implementierung wirksamer Verfahren zur Einhaltung der für die Sparkasse wesentlichen rechtlichen Regelungen und Vorgaben und entsprechender Kontrollen hin. Ferner hat sie den Vorstand hinsichtlich der Einhaltung dieser rechtlichen Regelungen und Vorgaben zu unterstützen und zu beraten.


Die Interne Revision prüft und beurteilt risikoorientiert und prozessunabhängig die Wirksamkeit und Angemessenheit des Risikomanagements im Allgemeinen und des internen Kontrollsystems im Besonderen sowie die Ordnungsmäßigkeit grundsätzlich aller Aktivitäten und Prozesse. Sie ist dem Vorstand unmittelbar unterstellt und ihm gegenüber berichtspflichtig.


Verfahren zur Aufnahme von Geschäftsaktivitäten in neuen Produkten oder auf neuen Märkten (Neu-Produkt-Prozess) sind festgelegt. Zur Einschätzung der Wesentlichkeit geplanter Veränderungen in der Aufbau- und Ablauforganisation sowie den IT-Systemen bestehen Definitionen und Regelungen.

4.2 Strukturelle Darstellung der wesentlichen Risiken


Nachfolgend wird auf die Risiken eingegangen, die nicht schon bilanziell, durch Bewertungsmaßnahmen oder den Ansatz von Rückstellungen dargestellt wurden. Die Berechnungen basieren auf dem Risikobericht der Sparkasse zum Stichtag 31.12.2023 sowie der im Nachgang bekannt gewordenen wesentlichen Änderungen.

4.2.1 Adressenrisiko


Unter dem Adressenrisiko wird ein Verlust in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position verstanden, der durch eine Bonitätsverschlechterung einschließlich Ausfall eines Schuldners bedingt ist. Dabei wird das Adressenrisiko in das Ausfall- sowie das Migrationsrisiko eines Schuldners unterteilt.


Das Ausfallrisiko umfasst die Gefahr eines Verlustes, welcher aus einem drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Schuldners entsteht.


Das Migrationsrisiko bezeichnet die Gefahr eines Verlustes, der sich dadurch ergibt, dass sich die Bonitätseinstufung (Rating) des Schuldners verändert hat.


Das Länderrisiko umfasst neben dem bonitätsinduzierten Länderrisiko auch das politische Risiko, z. B. aus einem Transferstopp. Das Länderrisiko im Sinne eines Ausfalls oder einer Bonitätsveränderung eines Schuldners ist Teil des Adressenrisikos im Kunden- und Eigengeschäft. Der Schuldner kann ein ausländischer öffentlicher Haushalt oder ein sonstiger Schuldner sein, der seinen Sitz im Ausland und somit in einem anderen Rechtsraum hat.


Die Messung des Adressenrisikos erfolgt in der ökonomischen Perspektive über eine Monte-Carlo-Simulation mithilfe der Anwendung Credit Portfolio View (CPV). Dabei wird die Wertentwicklung der einzelnen Geschäfte in einem jeweils spezifischen ökonomischen Umfeld simuliert. Zur Bewertung werden neben den Portfoliodaten der Sparkasse Risikoparameter (z. B. Ausfallzeitreihen, Korrelationen, Migrations- und Shiftmatrizen, Verwertungs, Neubewertungs- und Einbringungsquoten) verwendet, die aus historischen Daten aller Sparkassen ermittelt wurden. Die Ergebnisse der simulierten Wertentwicklungen werden zu einer Wertänderungsverteilung zusammengeführt, woraus die Risikokennzahlen wie z. B. der Value-at-Risk abgeleitet werden. Die Risikomessung von Kunden- und Eigengeschäft erfolgt jeweils isoliert.

4.2.1.1 Adressenausfallrisiko im Kundengeschäft


Das Adressenrisiko im Kundengeschäft umfasst einerseits die Gefahr eines Verlustes durch einen drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines originären Kredites sowie von Eventualverbindlichkeiten wie beispielsweise Avalen (Ausfallrisiko). Andererseits umfasst es auch die Gefahr, dass Sicherheiten teilweise oder ganz an Wert verlieren und deshalb zur Absicherung der Kredite nicht ausreichen oder überhaupt nicht beitragen können (Sicherheitenverwertungs- und einbringungsrisiko).


Teil des Adressenrisikos im Kundengeschäft ist auch die Gefahr, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Ratingklasse) des Kreditnehmers ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko).


Die Steuerung des Adressenrisikos im Kundengeschäft erfolgt entsprechend den strategischen Festlegungen unter besonderer Berücksichtigung der Portfoliostrukturen (Größenklassen, Sicherheiten, Bonitäten etc.) sowie des Risikos der Engagements.


Der Risikomanagementprozess umfasst u.a. folgende wesentliche Elemente:

Die Funktionstrennung zwischen Markt (1. Votum) und Marktfolge (2. Votum) bis in die Geschäftsverteilung des Vorstands.

Regelmäßige Bonitätsbeurteilung und Beurteilung der Kapitaldiensttragfähigkeit auf Basis aktueller Unterlagen.

Einsatz standardisierter Risikoklassifizierungsverfahren (Rating- und Scoringverfahren), die auch Berücksichtigung in der Konditionengestaltung und kompetenzgerechten Genehmigung finden.

Kreditvergabe nach Maßgabe eines differenzierten Kompetenzsystems.

Interne, bonitätsabhängige Richtwerte für Kreditobergrenzen dienen zur Vermeidung von Risikokonzentrationen im Kundenkreditportfolio.

Darüber hinaus bestehen weitere Richtwerte (Risikotoleranzen), um Risikokonzentrationen auf Teilportfolioebene (Kreditarten, Branchen etc.) aktiv begegnen zu können.

Regelmäßige Überprüfung von Sicherheiten.

Einsatz eines Risikofrüherkennungsverfahrens, das gewährleistet, dass bei Auftreten von signifikanten Bonitätsverschlechterungen frühzeitig risikobegrenzende Maßnahmen eingeleitet werden können.

Festgelegte Verfahren zur Überleitung von Kreditengagements in die Intensiv- oder Sanierungsbetreuung.

Berechnung des Adressenausfallrisikos für die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive mit dem Kreditrisikomodell "Credit Portfolio View".

Anrechnung der ermittelten Risiken auf die bestehenden Risikolimite.

Kreditportfolioüberwachung auf Gesamthausebene mittels regelmäßigem Reporting.


Zum 31. Dezember 2023 wurden rund 67,2 % (Vorjahr: 66,3 %) der zum Jahresende ausgelegten Kreditmittel gem. § 19 Abs. 1 KWG an Unternehmen und wirtschaftlich selbstständige Privatpersonen vergeben, 32,6 % (Vorjahr: 33,0 %) an wirtschaftlich unselbstständige und sonstige Privatpersonen. Die Verteilung unseres Kundenkreditportfolios spiegelt die Struktur im Geschäftsgebiet unter Berücksichtigung der konjunkturellen Entwicklung einzelner Branchen wider. Den Schwerpunkt der Ausleihungen an Unternehmen und wirtschaftlich selbstständige Privatpersonen stellt die Branche Grundstücks- und Wohnungswesen mit einem Anteil von 33,9 % dar (Vorjahr: 34,5 %). Das Kundenkreditportfolio dieser Branche verteilt sich dabei überwiegend auf Ratingklassen mit geringen Ausfallwahrscheinlichkeiten.


Die nächst größere Branche ist die Dienstleistungsbranche, deren Anteil 21,2 % (Vorjahr: 20,5 %) beträgt.


Die gewerblichen Kreditnehmer werden regelmäßig auf etwaige strukturelle Konzentrationen analysiert; bei Bedarf werden Maßnahmenvorschläge abgeleitet. Auf Sicht des Gesamtportfolios ist eine Diversifikation durch die Verteilung auf Ebene der Wirtschaftszweige gegeben.


Die Forderungen zeigen eine sparkassentypische Verteilung auf die geographischen Hauptgebiete. Dabei befinden sich etwa 81,9 % (Vorjahr: 83,1 %) unserer Kundenforderungen (auf Basis Engagement, ohne Schuldscheindarlehen und ohne Verbundunternehmen) im bzw. im angrenzenden Geschäftsgebiet. Hierfür ist der Wohnsitz bzw. die Niederlassung des Schuldners oder des finanzierten bzw. zur Sicherheit hinterlegten Objekts maßgeblich.


Insgesamt entfallen 24,4 % (Vorjahr: 23,9 %) des Kundenkreditvolumens auf Engagements ab einem Volumen größer 25.000 TEUR. Im Bereich ab 1.000 TEUR bis 25.000 TEUR befinden sich 37,8 % (Vorjahr: 37,8 %) des Kundenkreditvolumens. 37,8 % (Vorjahr: 38,4 %) am gesamten Kundenkreditvolumen entfallen auf Engagements bis zu 1.000 TEUR. Die Steuerung der Verteilung unseres Kreditportfolios auf Größenklassen erfolgt über Strukturvorgaben. Alle internen Zielwerte werden eingehalten.


Nahezu 64,0 % (Vorjahr: 64,6 %) unseres gesamten Kundenkreditvolumens nach Limiten befindet sich im Investmentgrade-Bereich (gemäß S&P-Rating) bzw. DSGV-Ratingklassen 1-5; davon wiederum mehr als die Hälfte 52,1 %, (Vorjahr: 51,9 %) in der besten DSGV-Ratingklasse 1. Im Bereich der Ratingklassen mit erhöhter Ausfallwahrscheinlichkeit (DSGV-Ratingklasse 11-16) bzw. vergleichbar ab "B+" bis "C" (gemäß S&P-Rating) sind rund 3,7 % (Vorjahr: rd. 4,2 %) unserer Kunden eingestuft. Hierbei resultiert ein wesentlicher Anteil aus Kunden, die mit dem Risikoklassifizierungsverfahren Immobiliengeschäftsrating geratet werden und den Branchen Grundstücks- und Wohnungswesen, Baugewerbe und Dienstleistungen angehören.


Das Ländertransferrisiko ist für die Sparkasse von untergeordneter Bedeutung. Das an Kreditnehmer mit Sitz im Ausland ausgelegte Kreditvolumen betrug am 31. Dezember 2023 144,3 Mio. EUR (Vorjahr: 154,4 Mio. EUR).


Risikokonzentrationen bestehen im Kreditportfolio u. a. bei den Immobilien, bei den Landesbanken, bei den Branchen (größte Branche: Grundstücks- und Wohnungswesen, zweitgrößte Branche: Dienstleistungen; Anteil dieser beiden Branchen an Ausleihungen an Unternehmen und wirtschaftlich selbstständige Privatpersonen zusammen 55,2 % (Vorjahr: 54,9 %)) sowie bei den Großkreditnehmern (Art. 392 CRR). Im Bereich der Immobilien besteht die größte Konzentration aus der grundpfandrechtlichen Absicherung der Darlehen. Bei den Landesbanken ist die Landesbank Baden-Württemberg der größte Konzentrationstreiber. Insgesamt sind diese Interkonzentrationen unserem Geschäftsmodell geschuldet und bekannt. Diese werden akzeptiert.


Die Kreditengagements werden regelmäßig dahingehend überprüft, ob Risikovorsorgebedarf besteht. Risikovorsorgemaßnahmen sind für alle Engagements vorgesehen, bei denen nach umfassender Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Kreditnehmer davon ausgegangen werden kann, dass es voraussichtlich nicht mehr möglich sein wird, alle fälligen Zins- und Tilgungszahlungen gemäß den vertraglich vereinbarten Kreditbedingungen zu vereinnahmen. Bei der Bemessung der Risikovorsorgemaßnahmen werden die voraussichtlichen Realisationswerte der gestellten Sicherheiten berücksichtigt.


Für latente Risiken im Forderungsbestand wurden Pauschalwertberichtigungen gebildet.


Der Vorstand wird vierteljährlich über die Entwicklung der Strukturmerkmale des Kreditportfolios, die Einhaltung der Limite und die Entwicklung der notwendigen Vorsorgemaßnahmen schriftlich unterrichtet. Eine Ad-hoc-Berichterstattung ergänzt bei Bedarf das standardisierte Verfahren.


Durch die angespannte Lage am Immobilienmarkt kommt es zu einem deutlichen Konsolidierungsbedarf. Diese Lage wirkte sich auch auf die Risikovorsorge für den Kreditbestand der Sparkasse Karlsruhe aus.


Die Entwicklung der Risikovorsorge im Jahr 2023 führte zu einem deutlichen Anstieg der Einzelwertberichtigungen von 69,1 Mio. EUR auf 173,2 Mio. EUR. Die Rückstellungen erhöhten sich von 6,2 Mio. EUR auf 17,0 Mio. EUR.


Die Pauschalwertberichtigungen (PWB) erhöhten sich von 26,0 Mio. EUR auf 37,4 Mio. EUR.


Das Verfahren für die Bildung der Pauschalwertberichtigungen ist im Anhang zum Jahresabschluss erläutert.

4.2.1.2 Adressenrisiko im Eigengeschäft


Das Adressenrisiko im Eigengeschäft umfasst die Gefahr eines Verlustes, welcher aus einem drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Emittenten oder eines Kontrahenten (Ausfallrisiko) resultieren kann.


Ebenso besteht die Gefahr, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Rating) des Schuldners ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko).


Das Kontrahentenrisiko unterteilt sich in ein Wiedereindeckungs-, ein Vorleistungs- und ein Erfüllungsrisiko.


Zudem gibt es im Eigengeschäft das Risiko, dass die tatsächlichen Restwerte der Emissionen bei Ausfall von den prognostizierten Werten abweichen.


Ferner beinhalten Aktien eine Adressenrisikokomponente. Diese besteht in der Gefahr einer negativen Wertveränderung aufgrund von Bonitätsverschlechterung oder Ausfalls des Aktienemittenten.


Die Steuerung des Adressenrisikos des Eigengeschäfts erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten und Anlageklassen sowie des Risikos der Engagements.


Der Risikomanagementprozess umfasst u.a. folgende wesentliche Elemente:

Festlegung von Limiten je Partner (Emittenten- und Kontrahentenlimite).

Regelmäßige Bonitätsbeurteilung der Vertragspartner anhand von externen Ratingeinstufungen sowie eigenen Analysen.

Berechnung des Adressenrisikos für die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive mit dem Kreditrisikomodell "Credit Portfolio View".

Anrechnung der ermittelten Risiken auf die bestehenden Risikolimite.

Portfolioüberwachung auf Gesamthausebene mittels regelmäßigem Reporting.


Die Eigengeschäfte umfassen zum Bilanzstichtag auf Basis des Marktwertes ein Volumen von 2.122,22 Mio. EUR. Unser Portfolio ist zu 92,46 % in Zinspapieren (inkl. EZB-Einlagen) investiert.


Unser Anleihenportfolio weist nachfolgende Ratingverteilung auf:

Externes Rating Moody's/ Standard & Poors Aaa bis Baal/ AAA bis BBB+ Baa2 bis Baa3/ BBB bis BBB- Ba1 bis Ba2/ BB+ bis BB Ba3 bis C/ BB-bis C Ausfall ungeratet
Ratingklassen 1-3 4-6 7-9 10-15 16-18
31.12.2022 93,3 % 3,5 % 0,1 % 0,0 % 0,0 % 3,1 %
31.12.2023 95,4 % 2,8 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 1,8 %


Die Positionen ohne Rating betreffen fünf Anleihen von Bundesländern und eine Unternehmensanleihe. Diese sind von der Agentur Fitch beurteilt, deren Rating aus technischen Gründen nicht berücksichtigt werden kann. Im Bereich der Handelsgeschäfte kam es nicht zu Ausfällen aus Adressenrisiken.


Der bei Emittenten mit Sitz im Ausland investierte Marktwert der Wertpapiere betrug am 31. Dezember 2023 602,24 Mio. EUR. Für ausländische Emittenten wird das individuelle Risiko des Emittenten bzw. der Emission berücksichtigt. In diesem ist dem Risiko des Herkunftslandes ausreichend Rechnung getragen. Zudem wird das politische Risiko gemeinsam mit dem Kundenkreditgeschäft einer Wesentlichkeitsüberprüfung unterzogen. Dieses ist vor dem Hintergrund seiner geringen Größe als unwesentlich einzustufen.


Bei den Eigenanlagen verzeichnen wir u.a. eine Konzentration gegenüber Landesbanken. Die Konzentrationen resultieren aus unserer geschäftspolitischen Ausrichtung. Zu berücksichtigen sind dabei auch das institutsbezogene Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe sowie die Beteiligungen, von denen ein hoher Anteil auf Gesellschaften der Sparkassen-Finanzgruppe entfallen.

4.2.1.3 Beteiligungsrisiko


Das Beteiligungsrisiko umfasst die Gefahr eines Verlustes durch eine negative Wertänderung einer Beteiligung.


Je nach Beteiligungsart unterscheidet man nach dem Risiko aus strategischen Beteiligungen, Funktionsbeteiligungen und Kapitalbeteiligungen. Bei den Beteiligungen der Sparkasse handelt es sich vorwiegend um strategische Beteiligungen, insbesondere an Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe (= 66,45 %). Unter Renditegesichtspunkten bzw. zur Diversifizierung unserer Assetklassen werden operative Beteiligungen gehalten. Darüber hinaus beteiligen wir uns an regionalen Gesellschaften zum Zwecke der lokalen Wirtschafts- und Standortförderung.


Die Steuerung der Beteiligungsrisiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Rückgriff auf das Beteiligungscontrolling des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg für die Verbundbeteiligungen.

In der normativen Perspektive wird die Auswirkung auf aufsichtliche Quoten durch Beteiligungen berücksichtigt.

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis einer Szenarioanalyse.

Ermittlung des Beteiligungsrisikos anhand kritisch gewürdigter Expertenschätzungen.

Anrechnung der ermittelten Risiken auf die bestehenden Risikolimite.

Regelmäßige qualitative Beurteilung der Unternehmensentwicklung, der strategischen Ausrichtung sowie der Marktstellung des jeweiligen Beteiligungsunternehmens.


Insgesamt betrachtet konzentriert sich das Beteiligungsrisiko der Sparkasse derzeit auf die großen Verbundbeteiligungen LBBW und SVB-Sparkassen-Versicherung Beteiligungs-GmbH. Diese werden als systemimmanent akzeptiert. Weitere Informationen zu den Verbundbeteiligungen sind dem Anhang zum Jahresabschluss zu entnehmen.

4.2.2 Marktpreisrisiko


Das Marktpreisrisiko wird definiert als Verlust in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Risikofaktoren ergibt.


Die Steuerung der Marktpreisrisiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der festgelegten Limite und der vereinbarten Anlagerichtlinien für Spezialfonds. Der Anlageausschuss hat die Aufgabe, den Vorstand bei der Umsetzung der Strategie zu unterstützen.

4.2.2.1 Zinsänderungsrisiko


Das Zinsänderungsrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung der risikolosen Zinskurve ergibt. In einer periodischen Sicht bzw. in der normativen Perspektive können sich Veränderungen im Zinsüberschuss, im Bewertungsergebnis Wertpapiere sowie aus einer Bildung bzw. Veränderung einer Drohverlustrückstellung im Rahmen der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs gemäß IDW RS BFA 3 n. F. ergeben. Schwankungen im Zinskonditionsbeitrag sind in die Betrachtung des Zinsänderungsrisikos in der normativen Perspektive integriert.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Zinsszenarien mittels der IT-Anwendung "Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus", Betrachtung des laufenden Geschäftsjahres und der drei Folgejahre bei der Bestimmung der Auswirkungen auf das handelsrechtliche Ergebnis.

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der von der S-Rating und Risikosysteme GmbH entwickelten IT-Anwendung "MPR" und einem Konfidenzniveau von 99,9%. Die Parameter der Normalverteilung werden aus historischen Daten geschätzt. Unter Berücksichtigung ihrer Portfoliostruktur wurde der Delta-Gamma-Ansatz ausgewählt.

Steuerung des wertorientierten Zinsänderungsrisikos auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes. Der VaR wird mit einer Haltedauer von 90 Tagen mit einem Konfidenzniveau von 95,0 % berechnet. Zur Beurteilung des Zinsänderungsrisikos orientiert sich die Sparkasse an einer definierten Benchmark (angelehnt an die Struktur des gleitenden 10-Jahresdurchschnitts). Abweichungen zeigen ggf. einen Bedarf an Steuerungsmaßnahmen auf und dienen als zusätzliche Information für zu tätigende Neuanlagen, Verkäufe bzw. Absicherungen.

Ermittlung des Zinsrisikokoeffizienten gemäß § 25a Abs. 2 KWG auf Basis des BaFin-Rundschreibens 6/2019 vom 6. August 2019 und des Frühwarnindikators.

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds im Wesentlichen nach dem Durchschauprinzip.

Portfolioanalysen auf Gesamthausebene mittels regelmäßigem Reporting.


Im Rahmen der Gesamtbanksteuerung wurden zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken neben bilanzwirksamen Instrumenten auch derivative Finanzinstrumente in Form von Zinsswaps eingesetzt (vgl. Angaben im Anhang zum Jahresabschluss).


Die Auswirkungen eines Zinsschocks um + bzw. - 200 Basispunkte auf den Barwert der zinstragenden Geschäfte des Anlagebuchs ergab zum 31. Dezember 2023 die folgenden Werte:

Zinsänderungsrisiken
Währung Barwertveränderung
+ 200 Basispunkte - 200 Basispunkte
TEUR -152.541,32 186.464,61
in % der Eigenmittel -13,06 15,96


Hinsichtlich der Zinsbindung liegt der Schwerpunkt aktivseitig auf den festverzinslichen Produkten, passivseitig auf den variabel verzinslichen Produkten.


Aufgrund unseres breit aufgestellten Geschäftsmodells sind wir sowohl auf Einzelproduktebene wie auch auf Kundengruppenebene hinreichend diversifiziert.


Die Zinsänderungsrisiken in Fremdwährung sind in unserem Haus aktuell nicht wesentlich.


Der auch im Jahr 2023 anhaltende starke Zinsanstieg führte z.T. zu deutlich gesunkenen Bar- und Marktwerten zinstragender Geschäfte, die in die Bewertung des Zinsbuchs gemäß IDW RS BFA 3 n. F. eingehen. Weitere Zinsanstiege können zu einem Verpflichtungsüberschuss und damit zur Bildung einer Drohverlustrückstellung in künftigen Jahresabschlüssen führen.

4.2.2.2 Spreadrisiko


Das Spreadrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlusts in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Spreads bei gleichbleibendem Rating ergibt. Dabei wird unter einem Spread die Differenz zu einer risikolosen Zinskurve verstanden. Der Spread ist unabhängig von der zu Grunde liegenden Zinskurve zu sehen, d. h. ein Spread in einer anderen Währung wird analog einem Spread in Euro behandelt.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Spreadszenarien mittels der IT-Anwendung "Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus".

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "MPR". Die Parameter der Normalverteilung werden aus historischen Daten geschätzt. Unter Berücksichtigung ihrer Portfoliostruktur wurde der Delta-Gamma-Ansatz ausgewählt.

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip bzw. der Risiken aus Fonds ohne Durchschau anhand einer hochskalierten 1-Tages-Standardabweichung.

Anrechnung der ermittelten Risiken auf die bestehenden Risikolimite.

Portfolioanalysen auf Gesamthausebene mittels regelmäßigem Reporting.

4.2.2.3 Aktienrisiko


Das Aktienrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Aktienkursen ergibt. Neben dem Marktpreisrisiko beinhalten Aktien auch eine Adressenrisikokomponente.


In der normativen Perspektive umfasst das Aktienrisiko darüber hinaus das Risiko, dass Dividendenerträge nicht in der erwarteten Höhe erzielt werden können.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Szenarien mittels der IT-Anwendung "SimCorp Dimension bzw. msg-Portal".

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "MPR" Die Parameter der Normalverteilung werden aus historischen Daten geschätzt. Unter Berücksichtigung ihrer Portfoliostruktur wurde im Varianz-Kovarianz-Ansatz die Delta-Gamma-Variante ausgewählt.

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip oder über Kennzahl der Fondsgesellschaft.

Anrechnung der ermittelten Risiken auf die bestehenden Risikolimite.

Portfolioanalysen auf Gesamthausebene mittels regelmäßigem Reporting.


Unser Haus war im Geschäftsjahr 2023 nicht direkt in Aktien investiert.

4.2.2.4 Immobilienrisiko


Das Immobilienrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Marktwerten aus Immobilien ergibt. Immobilieninvestitionen umfassen sowohl Direktinvestitionen (Renditeobjekte, eigengenutzte Immobilien) als auch indirekte Investitionen (Immobilienfonds, Beteiligungen in Immobiliengesellschaften).


In der normativen Perspektive umfasst das Immobilienrisiko darüber hinaus das Mietertragsrisiko aus eigenen, fremdgenutzten Immobilien.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Ermittlung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Szenarien mittels der IT-Anwendung "caballito (MPR - Immobilienpreisrisiko)".

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "caballito (MPR - Immobilienpreisrisiko)".

Anrechnung der ermittelten Risiken auf die bestehenden Risikolimite.

Portfolioanalysen auf Gesamthausebene mittels regelmäßigem Reporting.


Immobilen im Eigenbestand/ Immobilienfonds werden in einem überschaubaren Umfang gehalten. Besondere Risiken sind aus den Anlagen derzeit nicht erkennbar. Das Immobilienrisiko wird daher als vertretbar eingestuft.

4.2.2.5 Währungsrisiko


Das Währungsrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Währungskursen ergibt.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Szenarien mittels der IT-Anwendung "MPR".

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "MPR" Die Parameter der Normalverteilung werden aus historischen Daten geschätzt. Unter Berücksichtigung ihrer Portfoliostruktur wurde der Delta-Gamma-Ansatz ausgewählt.

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds im Wesentlichen nach dem Durchschauprinzip.

Anrechnung der ermittelten Risiken auf die bestehenden Risikolimite.

Portfolioanalysen auf Gesamthausebene mittels regelmäßigem Reporting.


Devisentermin- und Devisenoptionsgeschäfte mit den Kunden werden ausschließlich als Botengeschäft abgeschlossen. Darüber hinaus kann die Sparkasse Devisengeschäfte im Rahmen ihres Eigenhandelsgeschäfts tätigen; dies geschieht in erster Linie im Rahmen des Bilanzstrukturmanagements bzw. zur Zinsbuchsteuerung, zur Refinanzierung unserer Aktivseite (Begrenzung des Zinsänderungsrisikos), aber auch zur Ertragsoptimierung. Hierfür können auch offene Positionen eingegangen werden. Währungsrisiken begegnen wir durch eine sorgfältige Analyse und begrenzen diese durch eine entsprechende Limitierung der Volumina.


An Kunden vergebene Fremdwährungsdarlehen werden - ebenso wie von den Kunden hereingenommene Sichteinlagen in Fremdwährung - im Vermittlungsgeschäft abgeschlossen. Die Währungsrisiken sind hinsichtlich ihrer GuV-Wirkung von untergeordneter Bedeutung. Bemerkenswerte Konzentrationen sind nicht erkennbar.

4.2.3 Liquiditätsrisiko


Das Liquiditätsrisiko setzt sich aus dem Zahlungsunfähigkeits- und dem Refinanzierungskostenrisiko zusammen. Das Liquiditätsrisiko umfasst in beiden Bestandteilen auch das Marktliquiditätsrisiko. Dies ist das Risiko, dass aufgrund von Marktstörungen oder unzulänglicher Markttiefe Finanztitel an den Finanzmärkten nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt und/oder nicht zu fairen Preisen gehandelt werden können.


Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko stellt die Gefahr dar, Zahlungsverpflichtungen nicht in voller Höhe oder nicht fristgerecht nachzukommen.


Das Refinanzierungskostenrisiko ist definiert als die Gefahr, dass die Refinanzierungskosten über der in der Planung angesetzten Höhe liegen. Dies kann auf der Schwankung des institutseigenen Spreads sowie auf der unerwarteten Veränderung der Refinanzierungsstruktur beruhen.


Das Refinanzierungskostenrisiko in der ökonomischen Perspektive ergibt sich aus der negativen Veränderung des Liquiditätsbeitrages aufgrund von marktbedingten Spreadschwankungen.


In der normativen Perspektive wird die GuV-Auswirkung des Refinanzierungskostenrisikos in Form höherer Zinsaufwendungen abgebildet.


Die Steuerung der Liquiditätsrisiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Regelmäßige Ermittlung und Überwachung der Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio, LCR).

Regelmäßige Ermittlung und Überwachung der strukturellen Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio, NSFR).

Regelmäßige Ermittlung der Survival Period und Festlegung einer Risikotoleranz.

Diversifikation der Vermögens- und Kapitalstruktur.

Regelmäßige Erstellung von Liquiditätsübersichten auf Basis einer hausinternen Liquiditätsplanung, in der die erwarteten Mittelzuflüsse den erwarteten Mittelabflüssen gegenübergestellt werden.

Tägliche Disposition der laufenden Konten.

Liquiditätsverbund mit Verbundpartnern der Sparkassen-Finanzgruppe.

Definition eines sich abzeichnenden Liquiditätsengpasses sowie eines Notfallplans.

Erstellung einer Refinanzierungsplanung.

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der von der S-Rating und Risikosysteme GmbH entwickelten IT-Anwendung "RKR". Der Risikowert beschreibt die Veränderung des Liquiditätsbarwerts bei veränderten Refinanzierungskosten, die aus veränderten Marktliquiditätsspreads resultieren. Die voraussichtliche Liquiditätsspreadbindungsdauer der variabel verzinslichen Geschäfte wird über Liquiditätsmischungsverhältnisse abgebildet.

Anrechnung der ermittelten Risiken auf die bestehenden Risikolimite.


Die Sparkasse hat einen Refinanzierungsplan aufgestellt, der die Liquiditätsstrategie und den Risikoappetit des Vorstands angemessen widerspiegelt. Der Planungshorizont umfasst den Zeitraum von mindestens fünf vollen Kalenderjahren und dem aktuellen Restjahr. Grundlage des Refinanzierungsplans sind die geplanten Entwicklungen im Rahmen der mittelfristigen Unternehmensplanung, die festgelegten Ziele aus der Geschäftsstrategie, in der ggfs. Veränderung in der eigenen Geschäftstätigkeit, der strategischen Ziele und des wirtschaftlichen Umfelds zu berücksichtigen sind. Darüber hinaus wird auch ein Szenario unter Berücksichtigung adverser Entwicklungen durchgeführt.


In die Analysen des Risikomanagements werden auch die Auswirkungen unplanmäßiger Entwicklungen wie z. B. Abzug von Kundeneinlagen, Kursverluste in der Liquiditätsreserve etc. einbezogen.


Die Survival Period der Sparkasse beträgt zum Bilanzstichtag 5 Monate.


Hauptrefinanzierungspartner sind aufgrund des Geschäftsmodells der Sparkassen die Kundeneinlagen (in erster Linie täglich fällige Kundeneinlagen, Termineinlagen und variable Spareinlagen). Aufgrund der hinreichenden Verteilung der Kundeneinlagen über die Kundenzahl sehen wir hier keine Risikokonzentration.


Bei der institutionellen Refinanzierung liegen Konzentrationen auf wenige große Institute vor. Diesen wird mit einer Überwachung der Refinanzierungskonditionen und der Höhe der Konzentration begegnet.


Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im Geschäftsjahr jederzeit gegeben.

4.2.4 Operationelles Risiko


Das operationelle Risiko bedeutet die Gefahr eines Verlustes durch Schäden, die in Folge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Mitarbeitenden, der internen Infrastruktur oder in Folge externer Einflüsse eintreten können.


Die Steuerung der operationellen Risiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Regelmäßige, mindestens jährliche Schätzung des operationellen Risikos auf Basis der szenariobezogenen Schätzung von risikorelevanten Verlustpotenzialen aus der IT-Anwendung "OpRisk-Szenarien".

Systematische Sammlung und Analyse eingetretener Schadensfälle in einer Schadensfalldatenbank.

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Abbildung auf Basis verschiedener Szenarien.

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis der IT-Anwendung "OpRisk-Schätzverfahren" der SR. Die Sparkasse schätzt zunächst den Median ihrer eigenen Schadensfallhistorie. Dieser Median wird mit dem Median des OpRisk-Pools adjustiert und anschließend zur Ermittlung des Risikos mittels sog. q-Faktoren auf das gewünschte Konfidenzniveau skaliert. Die q-Faktoren werden aus Schadensfällen aller Sparkassen abgeleitet.

Anrechnung der ermittelten Risiken auf die bestehenden Risikolimite.

Erstellung von Notfallplänen, insbesondere im Bereich der IT.


Aufgrund der nahezu ausschließlichen Nutzung von IT-Anwendungen der Sparkassen-Finanzgruppe bzw. der S-Rating und Risikosysteme GmbH bestehen hohe Abhängigkeiten im Falle eines Ausfalls der IT.


Wegen ihrer Bedeutung stellen für uns die wesentlichen Auslagerungen Konzentrationsrisiken dar. Diese sind zum großen Teil strukturbedingt.

4.3 Zusammenfassende Risikobeurteilung


Unser Haus verfügt über ein dem Umfang der Geschäftstätigkeit entsprechendes System zur Steuerung, Überwachung und Kontrolle der vorhandenen Risiken gemäß § 25a KWG. Mit den eingerichteten Risikosteuerungs- und -controllingprozessen können die wesentlichen Risiken frühzeitig identifiziert und gesteuert sowie relevante Informationen den zuständigen Entscheidungsträgern rechtzeitig zur Verfügung gestellt werden.


In 2023 bewegten sich die Risiken innerhalb des vom Vorstand vorgegebenen Limitsystems. Das Risikotragfähigkeitslimit (ökonomische Perspektive) war am Bilanzstichtag mit 71,44 % ausgelastet.


Die Mindestanforderungen an die Einhaltung aufsichtlicher Kenngrößen der normativen Perspektive der Risikotragfähigkeit wurden sowohl im Planszenario als auch unter der Berücksichtigung adverser Entwicklungen erfüllt. Demnach war und ist die Risikotragfähigkeit derzeit gegeben.


Auch die Analyse der Stresstests zeigt keinen zusätzlichen Handlungsbedarf auf.


Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges und der konjunkturellen Entwicklungen haben wir im Einklang mit unserem internen Reporting bei der Darstellung der Risiken berücksichtigt.


Den Risikokonzentrationen wird in den Risikomanagementprozessen ausreichend Rechnung getragen. Sie weisen die für Sparkassen typische Verteilung von Regionalinstituten aus und bewegen sich im entsprechenden Rahmen.


Die Sparkasse nimmt am Risikomonitoring des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg teil. Die Erhebung erfolgt dreimal jährlich. Dabei werden die wichtigsten Risikomesszahlen auf Verbandsebene ausgewertet und die Entwicklungen beobachtet. Jede Sparkasse wird insgesamt bewertet und einer von vier Monitoringstufen zugeordnet. Die Sparkasse ist der zweitbesten Bewertungsstufe zugeordnet.


Insgesamt beurteilen wir unsere Risikolage weiterhin als tragbar.


Allerdings ist für die deutschen Kreditinstitute die Risikolage angesichts des Wirtschaftsabschwungs weiterhin angespannt. Darüber hinaus ist die Nachfrage am Wohnimmobilienmarkt noch sehr niedrig. Den Auswirkungen daraus konnte sich auch das Kreditportfolio der Sparkasse Karlsruhe nicht entziehen.


Baukostensteigerungen, deutlich gestiegene Bauzinsen sowie der damit in Zusammenhang stehende Nachfragerückgang führten in 2023 zu einem deutlichen Konsolidierungsbedarf. Es bestanden aber zu keinem Zeitpunkt bestandsgefährdende Risiken.


Auch weiterhin befinden wir uns in einem sehr dynamischen und volatilen Umfeld. Die aktuelle konjunkturelle und geopolitische Lage beinhaltet weiterhin zahlreiche hohe Risiken, die es sorgfältig zu überwachen gilt, um rechtzeitig entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können.


Risiken für die künftige Entwicklung bestehen allerdings nicht nur im Hinblick auf die weitere Entwicklung der aktuellen Krisen. Neben der künftigen Zins- und Inflationsentwicklung im Euroraum sorgen auch die Gefahren aus geopolitischen Risiken für weitere Unwägbarkeiten. Die Gefahr von Cyberattacken steigt. Zusätzlich bedarf es weiterer erheblicher Anstrengungen in Bezug auf Klimaneutralität und Weiterentwicklung der Digitalisierung.


Dennoch gehen wir durch die in 2023 getroffenen Vorsorgemaßnahmen im Bereich der Kreditrisiken davon aus, dass sich die künftige Risikolage im tragbaren Bereich bewegt. Aktuell sind für die Zukunft keine bestandsgefährdenden oder entwicklungsbeeinträchtigenden Risiken mit einem wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ersichtlich.


Bezüglich der zum Jahresende bestehenden Vermögenssituation verweisen wir auf die Abschnitte Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Lageberichts.

5 Chancen- und Prognosebericht

5.1 Chancenbericht


Die Sparkasse nimmt Trends und Entwicklungen im Marktumfeld sukzessive auf, um sie zu analysieren und, bei einer positiven Einschätzung, erkannte Potenziale zu heben. Unser Chancenmanagementsystem ist in dem jährlich stattfindenden Planungs- und Strategiekreis integriert. Verantwortlich für die Planung sind die Führungskräfte der für die Geschäftspolitik relevanten Bereiche. Die Empfehlungen des Planungs- und Strategiekreises sollen den Vorstand bei der Entscheidungsfindung hinsichtlich Strategie und Planung unterstützen. Die Strategieempfehlung wird jährlich fortgeschrieben.


Chancen auf eine Stabilisierung unserer Ertragskraft sehen wir insbesondere in folgenden Bereichen:

Die relativ hohe Kaufkraft in unserer Region bietet die Möglichkeit, unsere gute Marktdurchdringung zu behaupten.

Mit einer konsequenten Anwendung des ganzheitlichen Beratungsansatzes wollen wir unsere Kundschaft durch Qualitätsberatung stärker an uns binden.

Aufgrund der veränderten Zinssituation wird das Einlagengeschäft deutlich belebt. Mit unserer aktuellen Produktpalette wird der Spargedanke weiter gefördert.

Weitere Chancen erwarten wir aus der Digitalisierung. Diese soll die Prozesse zunehmend standardisieren und zur Effizienzverbesserung beitragen.


Unsere ganzheitliche Beratung mit dem Sparkassen-Finanzkonzept sowie anlass- und zielgruppenorientierte Vertriebsmaßnahmen sind gute Voraussetzungen, um die Marktposition im Wertpapier-, Bauspar-, Versicherungs- und Immobiliengeschäft sowie im Kredit- und Einlagengeschäft zu erhalten.


Aufgrund der anhaltenden Stärkung unserer Eigenmittelbasis in den vergangenen Jahren sehen wir uns für die zunehmenden Kapitalanforderungen gut gerüstet. Auf Basis unserer Kapitalplanung bis zum Jahr 2026 ist auch eine ausreichende Kapitalbasis für unsere Geschäftsziele vorhanden.

5.2 Prognosebericht


Die Prognosen stellen unsere Einschätzungen der wahrscheinlichsten künftigen Entwicklung auf Basis der uns zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts zur Verfügung stehenden Informationen dar. Da Prognosen mit Unsicherheit behaftet sind bzw. sich durch die Veränderungen der zugrundeliegenden Annahmen als unzutreffend erweisen können, ist es möglich, dass die tatsächlichen künftigen Ergebnisse gegebenenfalls deutlich von den zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts getroffenen Erwartungen über die voraussichtlichen Entwicklungen abweichen. Zu diesen gehören insbesondere die Konjunktur-, Inflations- und Zinsentwicklung, die Entwicklung der Immobilienmärkte, aber auch geopolitische Krisen.


Der Prognosezeitraum umfasst das auf den Bilanzstichtag folgende Geschäftsjahr. Als Risiken im Sinne des Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Als Chancen im Sinne des Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können.

5.2.1 Rahmenbedingungen für 2024


Die meisten Prognosen der Volkswirte für das Gesamtjahr 2024 gehen vom Einsetzen einer konjunkturellen Erholung im Jahresverlauf 2024 aus. Sollte sich der Preisauftrieb weiter abschwächen und die Entwicklung der Einkommen die nominale Dynamik des Vorjahres nachholen, wäre die Kaufkraft entsprechend gestärkt und neues Wachstum möglich. Derartige positive Prognosen stehen unter dem Vorbehalt, dass es nicht zu weiteren Verschärfungen bei den zahlreichen geopolitischen Konflikten kommt.


Als mittleres Szenario halten die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe 2024 ein Wachstum in Deutschland in Höhe von 0,3 % für möglich. Das ist weniger als das zugleich für den Euroraum prognostizierte Wachstum (0,8 %). Die Rate für Deutschland würde damit lediglich die Schrumpfung des Vorjahres kompensieren. 2024 wäre damit unter dem Strich das fünfte konjunkturell schwache Jahr in Folge.


Eine weitere Unsicherheit geht von der Lohnentwicklung aus. Hier stehen einige wichtige Tarifabschlüsse aus. Nur wenn Übertreibungen vermieden werden, dürfte sich die Inflationslage weiter entspannen. Die stark gebremste Geldmengenentwicklung und die weitgehend angehaltene Kreditvergabe zeigen an, dass das geldpolitische Bremsmanöver eine deutliche Wirkung entfaltet hat und die Transmission funktioniert.


Auch wenn das Inflationsziel noch nicht erreicht ist, könnten die bereits erzielten Teilerfolge den Notenbanken bald eine Neujustierung ihrer Instrumente erlauben. Das gilt für den US-Dollar und die Federal Reserve ebenso wie für die Europäische Zentralbank im Euroraum. Die derzeit noch herrschenden nominalen Leitzinsen, die 2023 erforderlich waren, werden in einer Realzinsperspektive bei sich weiter zurückbildenden Inflationsraten immer restriktiver und könnten dann entsprechend angepasst werden. Eine knappe Mehrheit der Chefvolkswirte geht davon aus, dass bei der EZB erste Leitzinsschritte noch nicht im ersten Halbjahr erfolgen könnten. Im Mittel gehen die Einschätzungen von Reduzierungen um 50 Basispunkte bis zum Jahresende 2024 aus.

5.2.2 Voraussichtliche Entwicklung der Sparkasse Karlsruhe in 2024


Aufgrund der hohen Unsicherheiten im wirtschaftlichen Umfeld ist eine seriöse Prognose für das Jahr 2024 nur sehr eingeschränkt möglich. Insbesondere bei einer weiteren konjunkturellen Abschwächung könnten sich weitere Belastungen für die künftige Ergebnis- und Kapitalentwicklung ergeben.


Unsere Planung für das Jahr 2024 basiert auf der Annahme einer Stabilisierung des Zinsniveaus. Der Wettbewerb in der Kreditwirtschaft wird intensiv bleiben, was sich negativ auf das Betriebsergebnis vor Bewertung auswirken wird.


Vor dem Hintergrund der dargestellten Rahmenbedingungen erwarten wir für das Geschäftsjahr 2024 folgende Entwicklung unserer bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren:


Die Forderungen an Kunden dürften auf Basis der prognostizierten Jahresendbestände weitestgehend stabil bleiben, allenfalls sehr moderat wachsen. Beim Mittelaufkommen von Kunden erwarten wir auf Grundlage der prognostizierten Jahresendbestände ebenfalls eine eher moderate Zunahme.


Für das Betriebsergebnis vor Bewertung in % der DBS (gemäß der Abgrenzung des Betriebsvergleichs bereinigt um neutrale und aperiodische Positionen) gehen wir von einem leicht steigenden Zinsüberschuss, einem nahezu unveränderten Provisionsergebnis sowie einem leicht zunehmenden Verwaltungsaufwand aus und erwarten im Ergebnis einen geringfügigen Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

Gesamtaussage


Unsere Perspektiven für das Geschäftsjahr 2024 beurteilen wir unter Berücksichtigung der von uns erwarteten Entwicklung der Rahmenbedingungen und unserer bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren dennoch als zufriedenstellend. Aufgrund unserer vorausschauenden Finanzplanung gehen wir daher davon aus, dass auch im Prognosezeitraum die Risikotragfähigkeit und die Einhaltung aller bankaufsichtsrechtlichen Kennziffern durchgängig gewährleistet sind.

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023

der Sparkasse Karlsruhe
Sitz Karlsruhe
eingetragen beim Amtsgericht Mannheim
Handelsregister-Nr. HRA104513

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023

Aktivseite

31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 45.198.147,84 43.728
b) Guthaben bei der Deutschen Bundesbank 83.878.839,33 79.104
129.076.987,17 122.832
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei der Deutschen Bundesbank zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0
b) Wechsel 0,00 0
0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 774.102.938,73 733.791
b) andere Forderungen 2.670.509,08 38.401
776.773.447,81 772.192
4. Forderungen an Kunden 8.859.846.984,65 8.866.867
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert
3.883.960.963,91 EUR
(4.149.681)
Kommunalkredite
354.690.790,35 EUR
(405.043)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank
0,00 EUR
(0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank
0,00 EUR
(0)
0,00 0
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 534.615.736,19 342.221
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank
534.615.736,19 EUR
(342.221)
bb) von anderen Emittenten 462.093.627,36 449.761
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank
378.143.727,87 EUR
(375.655)
996.709.363,55 791.982
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 0
Nennbetrag
0,00 EUR
(0)
996.709.363,55 791.982
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 359.055.143,81 440.788
6a. Handelsbestand 10.715.934,81 10.900
7. Beteiligungen 86.235.714,95 87.407
darunter:
an Kreditinstituten
23.491.056,74 EUR
(23.491)
an Finanzdienstleistungsinstituten
9.792.870,61 EUR
(9.793)
an Wertpapierinstituten
0,00 EUR
(0)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 6.019.700,00 6.020
darunter:
an Kreditinstituten
0,00 EUR
(0)
an Finanzdienstleistungsinstituten
0,00 EUR
(0)
an Wertpapierinstituten
0,00 EUR
(0)
9. Treuhandvermögen 29.949.552,64 34.283
darunter:
Treuhandkredite
29.949.552,64 EUR
(34.283)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 14.210,00 19
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 0,00 0
14.210,00 19
12. Sachanlagen 134.419.935,14 134.860
13. Sonstige Vermögensgegenstände 67.902.042,59 60.226
14. Rechnungsabgrenzungsposten 30.871.718,04 3.590
15. Aktive latente Steuern 91.304.941,00 0
Summe der Aktiva 11.578.895.676,16 11.331.966

Passivseite

31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 15.941.892,71 24.907
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 1.774.327.753,10 1.889.791
1.790.269.645,81 1.914.698
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 965.540.209,69 1.281.895
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 468.337.041,61 706.326
1.433.877.251,30 1.988.221
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 4.858.687.581,90 5.819.726
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 2.168.063.510,42 352.483
7.026.751.092,32 6.172.209
8.460.628.343,62 8.160.430
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 0,00 0
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere
0,00 EUR
(0)
0,00 0
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 29.949.552,64 34.283
darunter:
Treuhandkredite
29.949.552,64 EUR
(34.283)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 13.636.876,41 7.331
6. Rechnungsabgrenzungsposten 2.279.168,59 2.893
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 51.489.205,00 48.349
b) Steuerrückstellungen 5.222.717,19 20.044
c) andere Rückstellungen 52.899.756,51 44.087
109.611.678,70 112.480
8. (weggefallen)
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 113.113.891,92 102.050
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter:
vor Ablauf von zwei Jahren fällig
0,00 EUR
(0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 612.410.300,00 562.407
Sonderposten nach § 340e Abs. 4 HGB
10.300,00 EUR
(7)
12. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 0,00 0
b) Kapitalrücklage 0,00 0
c) Gewinnrücklagen
ca) Sicherheitsrücklage 435.392.951,56 424.081
435.392.951,56 424.081
d) Bilanzgewinn 11.603.266,91 11.312
446.996.218,47 435.393
Summe der Passiva 11.578.895.676,16 11.331.966
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln 0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 212.156.084,35 231.229
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 50.123.226,20 52.370
262.279.310,55 283.600
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Platzierungs- und Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 657.917.263,86 1.003.153
657.917.263,86 1.003.153

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

1.1.-31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 284.248.658,34 171.407
darunter:
abgesetzte negative Zinsen
25,18 EUR
(455)
aus der Abzinsung von Rückstellungen
96.483,57 EUR
(16)
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 8.922.690,60 6.111
293.171.348,94 177.518
2. Zinsaufwendungen 101.726.505,74 19.091
darunter:
abgesetzte positive Zinsen
108.216,70 EUR
(5.638)
aus der Aufzinsung von Rückstellungen
667.890,17 EUR
(1.425)
191.444.843,20 158.426
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 8.965.718,43 12.207
b) Beteiligungen 7.539.554,56 5.474
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 2.747.375,65 3.668
19.252.648,64 21.348
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen 2.461,78 2
5. Provisionserträge 51.380.061,49 53.308
6. Provisionsaufwendungen 5.529.656,46 7.776
45.850.405,03 45.533
7. Nettoertrag des Handelsbestands 26.699,68 66
darunter: Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken
3.000,00 EUR
(7)
8. Sonstige betriebliche Erträge 23.818.448,69 30.906
darunter:
aus der Fremdwährungsumrechnung
662.128,60 EUR
(698)
9. (weggefallen)
280.395.507,02 256.281
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 61.621.277,89 57.601
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 22.168.885,28 20.268
darunter:
für Altersversorgung
10.304.774,98 EUR
(9.175)
83.790.163,17 77.869
b) andere Verwaltungsaufwendungen 47.429.562,33 43.017
131.219.725,50 120.886
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 8.791.107,84 6.581
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 18.148.151,53 5.935
darunter:
aus der Fremdwährungsumrechnung
1.459,71 EUR
(1)
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 125.693.601,11 51.483
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 0
125.693.601,11 51.483
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 8.803.280,25 26
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren 0,00 0
8.803.280,25 26
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0
18. Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 50.000.000,00 27.500
19. Verlust aus der normalen Geschäftstätigkeit (i. Vj. Gewinn) 62.260.359,21 43.870
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 0
23. Erstattete Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (i. Vj. Aufwand) 74.215.851,08 32.206
darunter: Veränderung der Steuerabgrenzung nach § 274 HGB
91.304.941,00 EUR
(0)
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 352.224,96 352
73.863.626,12 32.557
25. Jahresüberschuss 11.603.266,91 11.312
26. Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr 0,00 0
11.603.266,91 11.312
27. Entnahmen aus Gewinnrücklagen
a) aus der Sicherheitsrücklage 0,00 0
b) aus anderen Rücklagen 0,00 0
0,00 0
11.603.266,91 11.312
28. Einstellungen in Gewinnrücklagen
a) in die Sicherheitsrücklage 0,00 0
b) in andere Rücklagen 0,00 0
0,00 0
29. Bilanzgewinn 11.603.266,91 11.312

Anhang

A. Allgemeine Angaben


Die Sparkasse Karlsruhe hat ihren Jahresabschluss nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt.


Eine Konsolidierung der Tochterunternehmen der Sparkasse wäre für die Verpflichtung, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln, von untergeordneter Bedeutung, da die Vermögenswerte aller Tochterunternehmen in Relation zur Bilanzsumme der Sparkasse und die Jahresergebnisse im Verhältnis zu den GV-Posten der Sparkasse unwesentlich sind. Die Sparkasse hat daher in Anwendung von § 296 Abs. 2 HGB auf die Aufstellung eines Konzernabschlusses verzichtet.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden


Forderungen an Kunden und Kreditinstitute (einschl. Schuldscheine) sind zum Nennwert bilanziert. Bei der Auszahlung von Darlehen einbehaltene Disagien werden auf deren Laufzeit bzw. Festzinsbindungsdauer verteilt.


Für die im Rahmen unserer Kreditprozesse insbesondere zur Forderungsbewertung identifizierten akuten Ausfallrisiken werden Einzelwertberichtigungen gebildet. Die Höhe der Einzelwertberichtigung entspricht i. d. R. dem Blankokreditanteil des ausfallgefährdeten Kreditengagements. Sicherheiten werden dabei mit ihrem erwarteten Realisationswert berücksichtigt. Das latente Kreditrisiko ist durch Pauschalwertberichtigungen abgeschirmt. Die Berechnung erfolgt auf Basis der Grundsätze des IDW RS BFA 7. Hierbei wurde das Bewertungsvereinfachungsverfahren angewandt und der erwartete Verlust über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten ohne eine Anrechnung von Bonitätsprämien angesetzt. Die Berechnung des erwarteten Verlusts erfolgt mit der Anwendung, die in der internen Steuerung eingesetzt wird. Basis dieser Berechnung waren insbesondere die mit unseren Ratingverfahren auf Grundlage der Vergangenheit ermittelten Ausfallwahrscheinlichkeiten der Kreditnehmer für einen 12-Monatszeitraum und die im Rahmen der Kreditprozesse bewerteten Sicherheiten. Kreditnehmer, die im Rahmen der internen Risikosteuerung im Hinblick auf einen Ausfall als risikolos betrachtet werden, wurden auch für die handelsbilanzielle Betrachtung ausgeschlossen. Die Voraussetzungen für die Anwendung des vereinfachten Bewertungsverfahrens sind nach dem Ergebnis unserer Analysen gegeben. Die im Rahmen der Berechnung der Pauschalwertberichtigung verwendeten Modelle und Parameter spiegeln nach unserer Einschätzung die Risikosituation zum Abschlussstichtag ausreichend wider. Für die besonderen Risiken des Geschäftszweiges der Kreditinstitute wurde zusätzlich Vorsorge getroffen.


Die Wertpapiere der Liquiditätsreserve werden zu den Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Kurswerten oder den niedrigeren beizulegenden Werten bilanziert (strenges Niederstwertprinzip); die Wertpapiere des Anlagevermögens werden im Rahmen des gemilderten Niederstwertprinzips zu den über den Zeitwerten liegenden (ggfs. fortgeführten) Anschaffungskosten angesetzt. Die Buchwerte dieser Wertpapiere lagen teilweise nicht über deren Zeitwerte.


Im Rahmen der Abwicklung bei einem offenen Immobilieninvestmentvermögen wurde der beizulegende Wert anhand des rechnerischen Rücknahmepreises unter Berücksichtigung eines Szenarioabschlags für die Ungewissheit des Rückzahlungsbetrags entsprechend den Informationen der Fondsgesellschaft bestimmt.


Für die Ermittlung des Bewertungskurses haben wir die Wertpapiere daraufhin untersucht, ob zum Bilanzstichtag ein aktiver Markt vorliegt. Für die Abgrenzung, ob ein aktiver Markt vorliegt, haben wir die Kriterien zugrunde gelegt, die in der MiFiID II (Markets in Financial Instruments Directive - Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Mai 2014) für die Abgrenzung eines liquiden von einem illiquiden Markt festgelegt wurden. In den Fällen, in denen wir insoweit nicht von einem aktiven Markt ausgehen konnten, haben wir die Bewertung anhand von gerechneten Kursen des kursversorgenden Systems vorgenommen, denen unter Verwendung laufzeit- und risikoadäquater Zinssätze ein Discounted Cashflow-Modell zugrunde liegt.


Bei Wertpapierleihgeschäften gehen wir nicht von einem Übergang des wirtschaftlichen Eigentums der Wertpapiere aus. Insoweit bleiben verliehene Wertpapiere (Buchwert 93,6 Mio. EUR) in den ursprünglichen Bilanzposten.


Bei einzelnen Fonds wurde der Net-Asset-Value zugrunde gelegt (Buchwert 40,0 Mio. EUR).


Die Wertpapiere des Handelsbestands wurden gemäß § 340e Abs. 3 HGB mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich eines Risikoabschlags bewertet. Der Risikoabschlag wurde entsprechend der internen Risikosteuerung auf Einzelgeschäftsebene ermittelt und vollständig bei der Aktivposition 6a berücksichtigt. Die Berechnung erfolgte in Form eines Value at Risk (VaR) auf Basis eines Konfidenzniveaus von 99 %, einer Haltedauer bis zum Ultimo des Folgejahres und eines Beobachtungszeitraums ab dem 01.01.2002. Zum Bilanzstichtag betrug der so ermittelte Risikoabschlag insgesamt 10 TEUR.


In Übereinstimmung mit der internen Risikosteuerung haben wir die laufenden Erträge aus Finanzinstrumenten des Handelsbestands im GV-Posten 3 ausgewiesen.


Die Beteiligungen - einschließlich der unter Bilanzposten Aktiva 6 ausgewiesenen Anteile an geschlossenen Investmentvermögen - und Anteile an verbundenen Unternehmen wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet.


Die immateriellen Anlagewerte und das Sachanlagevermögen werden mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer bilanziert. Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Aus Vereinfachungsgründen werden bei den Sachanlagen in Anlehnung an die steuerlichen Regelungen Vermögensgegenstände von geringem Wert (bis 250 Euro) sofort als Sachaufwand erfasst und geringwertige Vermögensgegenstände (bis 1.000 Euro) in einen Sammelposten eingestellt und linear über einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschrieben.


Die in den sonstigen Vermögensgegenständen enthaltenen Forderungen und Vermögenswerte wurden mit dem Niederstwert bewertet.


In Ausübung des Ansatzwahlrechts des § 274 Abs. 1 HGB wurde erstmals eine Aktivierung der latenten Steuern zur Verbesserung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in Höhe von 91.305 TEUR vorgenommen. Auf die weiteren Ausführungen zu den latenten Steuern in den Abschnitten D. und E. wird verwiesen.


Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Der Unterschied zwischen Erfüllungs- und Ausgabebetrag wird unter den Rechnungsabgrenzungen ausgewiesen.


Die Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrags angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist; sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.


Die Pensionsrückstellungen wurden unter Anwendung versicherungsmathematischer Grundsätze mit dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Zugrundelegung der Richttafeln Heubeck 2018 G ermittelt. Für die Abzinsung wurde der sich aus den vergangenen zehn Jahren ergebende durchschnittliche Marktzinssatz von 1,83 % bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren verwendet. Die Erfolge aus der Änderung des Abzinsungssatzes seit dem letzten Abschlussstichtag werden im Zinsergebnis ausgewiesen. Bei der Berechnung wurden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,0 % und ein Rententrend von jährlich 2,5 % berücksichtigt. Einen Fluktuationsabschlag haben wir weiterhin nicht angesetzt. Aus der Berechnung der Rückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre und der vergangenen sieben Geschäftsjahre ergibt sich ein Unterschiedsbetrag von 472 TEUR. Bezüglich der Ausschüttungssperre verweisen wir auf die Gesamtdarstellung im Abschnitt D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung.


Sparkassen haben ihren Arbeitnehmern Leistungen der betrieblichen Altersversorgung nach Maßgabe des "Tarifvertrags über die zusätzliche Altersvorsorge der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes - Altersvorsorge-TV-Kommunal (ATV-K)" zugesagt. Um den anspruchsberechtigten Mitarbeitern die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung gemäß ATV-K zu verschaffen, ist die Sparkasse Mitglied in der Zusatzversorgungskasse des Kommunalen Versorgungsverbands Baden-Württemberg (ZVK). Die ZVK finanziert die Versorgungsverpflichtungen im Umlage- und Kapitaldeckungsverfahren (Hybridfinanzierung). Hierbei werden im Rahmen eines Abschnittdeckungsverfahrens ein Umlagesatz und ein Zusatzbeitrag bezogen auf die zusatzversorgungspflichtigen Entgelte der versicherten Beschäftigten ermittelt. Aus den Zusatzbeiträgen wird gemäß § 64 ZVK-Satzung innerhalb des Vermögens der ZVK ein separater Kapitalstock aufgebaut. Die ZVK erhebt zusätzlich zur Deckung der im ehemaligen Gesamtversorgungssystem entstandenen Versorgungsansprüche ein Sanierungsgeld. Der Rechtsanspruch der versorgungsberechtigten Mitarbeiter zur Erfüllung des Leistungsanspruchs gemäß ATV-K richtet sich gegen die ZVK, während die Verpflichtung der Sparkasse ausschließlich darin besteht, der ZVK im Rahmen des mit ihr begründeten Mitgliedschaftsverhältnisses die erforderlichen, satzungsmäßig geforderten Finanzierungsmittel zur Verfügung zu stellen. Nach der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) in seinem Rechnungslegungsstandard IDW RS HFA 30 n. F. vertretenen Rechtsauffassung begründet die Durchführung der betrieblichen Altersversorgung bei einem externen Versorgungsträger wie der ZVK handelsrechtlich eine mittelbare Versorgungsverpflichtung. Die ZVK hat im Auftrag der Sparkasse den nach Rechtsauffassung des IDW (vgl. IDW RS HFA 30 n. F.) zu ermittelnden Barwert der auf die Sparkasse im umlagefinanzierten Abrechnungsverband entfallenden Leistungsverpflichtung zum 31. Dezember 2023 ermittelt. Unabhängig davon, dass es sich bei dem Kassenvermögen um Kollektivvermögen aller Mitglieder des umlagefinanzierten Abrechnungsverbandes handelt, ist es gemäß IDW RS HFA 30 n. F. für Zwecke der Angaben im Anhang nach Art. 28 Abs. 2 EGHGB anteilig in Abzug zu bringen. Auf dieser Basis beläuft sich der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB anzugebene Betrag auf 138,4 Mio. EUR. Der Barwert der auf die Sparkasse entfallenden Leistungsverpflichtung wurde in Anlehnung an die versicherungsmathematischen Grundsätze und Methoden (Anwartschaftsbarwertverfahren), die auch für unmittelbare Pensionsverpflichtungen angewendet wurden, unter Berücksichtigung einer gemäß Satzung der ZVK unterstellten jährlichen Rentensteigung von 1% und unter Anwendung der Heubeck-Richttafeln RT 2005 G (in einer an den Bestand der ZVK angepassten Modifikation) ermittelt.


Als Diskontierungszinssatz wurde gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB i. V. m. der Rückstellungsabzinsungsverordnung der auf Basis der vergangenen zehn Jahre ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz von 1,82 % verwendet, der sich bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt.


Da es sich nicht um ein endgehaltbezogenes Versorgungssystem handelt, sind erwartete Gehaltssteigerungen nicht zu berücksichtigen. Die Daten zum Versichertenbestand der Versorgungseinrichtung per 31. Dezember 2023 liegen derzeit noch nicht vor, sodass auf den Versichertenbestand per 31. Dezember 2022 abgestellt wurde. Der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB anzugebene Betrag bezieht sich auf die Einstandspflicht der Sparkasse gemäß § 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG, bei der die Sparkasse für die Erfüllung der zugesagten Leistung einzustehen hat (Subsidiärhaftung), sofern die ZVK die vereinbarten Leistungen nicht erbringt. Hierfür liegen gemäß der Einschätzung des Verantwortlichen Aktuars im Aktuar-Gutachten 2023 für die Sparkasse keine Anhaltspunkte vor. Vielmehr bestätigt der Verantwortliche Aktuar der ZVK in diesem Gutachten die Angemessenheit der rechnungsmäßigen Annahmen zur Ermittlung des Finanzierungssatzes und bestätigt auf Basis des versicherungsmathematischen Äquivalenzprinzips die dauernde Erfüllbarkeit der Leistungsverpflichtungen der ZVK.


Bezüglich der als wesentlich einzuordnenden, bei den sonstigen Rückstellungen (Passivposten 7c) ausgewiesenen Rückstellung, ergeben sich folgende ergänzende Hinweise:


Bei der Ermittlung der im Zusammenhang mit der Rückstellungsbewertung entstehenden Aufwendungen und Erträge wird davon ausgegangen, dass die Änderung des Abzinsungssatzes zum Beginn der Periode eingetreten ist. Erfolge aus der Änderung des Abzinsungssatzes oder der Restlaufzeit werden einheitlich im Finanzergebnis ausgewiesen.


Die Rückstellungen für offene Kreditlinien werden nicht abgezinst, da wir von einer Inanspruchnahme während des nächsten Jahres ausgehen. Das akute Ausfallrisiko haben wir vorsichtig geschätzt.


Nach IDW RS BFA 3 n. F. sind die zinsbezogenen Instrumente des Bankbuchs (Zinsbuch) einer verlustfreien Bewertung zu unterziehen. Zu diesem Zweck werden die zinsbezogenen Vermögensgegenstände und Schulden sowie derivative Finanzinstrumente (insbesondere Zins-Swaps) des Bankbuchs einem Saldierungsbereich zugeordnet. Für diesen ist unter Berücksichtigung von voraussichtlich zur Bewirtschaftung des Bankbuchs erforderlichen Aufwendungen (Refinanzierungs-, Risiko- und Verwaltungskosten) zu prüfen, ob aus den noch zu erwartenden Zahlungsströmen bis zur vollständigen Abwicklung des Bestands ein Verlust droht. Die Sparkasse wendet die barwertige Berechnungsmethode an. Der Barwert ergibt sich aus den zum Abschlussstichtag abgezinsten Zahlungsströmen des Bankbuchs. Betrags- und Laufzeitinkongruenzen sind mittels fiktiver Geschäfte zu schließen. Auf der Passivseite ist dabei der angenommene individuelle Refinanzierungsaufschlag der Sparkasse zu berücksichtigen. Die künftigen für die vollständige Abwicklung des Bankbuchs benötigten Verwaltungskosten wurden aus statistischen Daten abgeleitet. Der ermittelte Verwaltungskostensatz wurde auch für den Einbezug sogenannter Overheadkosten berücksichtigt. Weiterhin wurden Gebühren und Provisionserträge, die direkt aus den Zinsprodukten resultieren, im Rahmen der verlustfreien Ermittlung des Bankbuchs berücksichtigt. Zum Bilanzstichtag ergibt sich kein Verpflichtungsüberschuss. Zinsswapgeschäfte, deren Zinsbindungsdauer über den Steuerungszeitraum des Bankbuchs hinausgehen, haben wir aufgeteilt und den nicht in das Bankbuch einbezogenen Teil einzeln bewertet.


Die strukturierten Produkte (Forwarddarlehen, eine nachrangige Anleihe mit Kündigungsrecht des Emittenten) wurden unter Berücksichtigung des IDW RS HFA 22 einheitlich (ohne Abspaltung der Nebenrechte) bilanziert und gegebenenfalls bewertet.


Die zur Steuerung von Zinsänderungsrisiken abgeschlossenen Zinsswapgeschäfte (mit Ausnahme der Zinsswapgeschäfte, deren Zinsbindungsdauer über den Steuerungszeitraum des Bankbuchs hinausgehen) wurden in die verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs (Zinsbuchs) einbezogen und waren somit nicht gesondert zu bewerten.


Das Währungsrisiko wird über eine Währungsgesamtposition je Währung als Einheit gesteuert. In diese werden die einzelnen Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie Kassageschäfte eingestellt. Eine besondere Deckung gemäß § 340h HGB wird in Höhe der sich hierbei betragsmäßig ausgleichenden Positionen je Währung angenommen.


Die Umrechnung der auf fremde Währung lautenden Bilanzposten und der am Bilanzstichtag nicht abgewickelten Kassageschäfte erfolgte mit dem Kassamittelkurs. Die Sortenbestände wurden zum Mittelkurs aus Schalterankaufs- und -verkaufskursen der Landesbank Hessen-Thüringen bewertet.


Die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Die Erträge aus der Umrechnung besonders gedeckter Geschäfte wurden erfolgswirksam vereinnahmt.


Der Ausweis der Aufwendungen und Erträge aus besonders gedeckten Positionen erfolgte saldiert im sonstigen betrieblichen Ergebnis.

C. Erläuterungen zur Jahresbilanz

Aktivseite

3. FORDERUNGEN AN KREDITINSTITUTE


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 42.139 87.800
darunter: Forderungen an die eigene Girozentrale 41.901


Die Unterposition b) - andere Forderungen - (ohne anteilige Zinsen) setzt sich nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate -
mehr als drei Monate bis ein Jahr 2.671
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre -
mehr als fünf Jahre -

4. FORDERUNGEN AN KUNDEN


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Forderungen an verbundene Unternehmen 3.282 4.120
Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 20.448 13.130
nachrangige Forderungen 5.718 6.028
darunter: 3.282 4.120
an verbundene Unternehmen
an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.437 1.908
Im Rahmen des sogenannten Pfandbriefpoolings wurden grundpfandrechtlich besicherte Kundenforderungen in Höhe von 237.825
sowie in der Vergütungsvariante 50.123
an die Landesbank Baden-Württemberg übertragen. Die Landesbank kann diese Forderungen zur Begebung von Hypotheken-Pfandbriefen nutzen. Aufgrund der vertraglichen Rückübertragungsmöglichkeiten verbleibt das wirtschaftliche Eigentum an den Forderungen bei der Sparkasse, die dem entsprechend die Forderungen weiterhin unter Aktiva-Posten 4 und mit nebenstehendem Betrag in dem dazugehörigen Unterausweis "durch Grundpfandrechte besichert" ausweist. 287.948
Forderungen, denen keine entsprechenden Refinanzierungen gegenüberstehen, sind mit ihrem nebenstehenden Buchwert in den Angaben zur "Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten" enthalten. 50.123


Diese Position (ohne anteilige Zinsen) setzt sich nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 184.017
mehr als drei Monate bis ein Jahr 767.107
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 2.020.251
mehr als fünf Jahre 5.530.663
mit unbestimmter Laufzeit 355.021

5. SCHULDVERSCHREIBUNGEN UND ANDERE FESTVERZINSLICHE WERTPAPIERE


In dieser Position sind enthalten:

31.12. 2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 20.106 10.014
Beträge, die in dem auf den Bilanzstichtag folgenden Jahr fällig werden (ohne anteilige Zinsen) 116.330
TEUR
Von den in dieser Position enthaltenen Wertpapieren sind börsennotiert 937.887
Nicht mit dem Niederstwert bewertet sind Wertpapiere mit Buchwerten von zusammen 364.239
Der Zeitwert dieser so bewerteten Wertpapiere beläuft sich auf Es handelt sich um Wertpapiere mit Endfälligkeiten ab 2024. Wir gehen von einer nur vorübergehenden Wertminderung aus, da der Zeitwert bei diesen Wertpapieren unter deren Einlösungsbetrag bzw. fortgeführten Anschaffungskosten liegt. 330.283


In Unterposition b) - Anleihen und Schuldverschreibungen - sind enthalten:

31.12. 2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Nachrangige Forderungen 4.069 4.199

6. AKTIEN UND ANDERE NICHT FESTVERZINSLICHE WERTPAPIERE

Anteile an Investmentvermögen


An den folgenden Investmentvermögen halten wir mehr als 10 % der Anteile:

Anlageziele Bezeichnung des Investmentvermögens Marktwert Buchwert Ausschüttungen im Geschäftsjahr
TEUR TEUR TEUR
Deka Fidelitas Fund Master 2 1 DE000DK0EDF7 Gemischter Fonds 0 0 620
Deka Fidelitas Fund Master 3 DE000DK0EDG5 Rentenfonds 65.726 50.000 960
Deka Fidelitas Fund Master 4 DE000DK0EDH3 Rentenfonds 69.393 50.000 670
Deka Fidelitas Fund Master 5 DE000DK0EDJ9 Rentenfonds 67.791 59.990 576
Deka Fidelitas Fund Master 6 DE000DK0EDK7 Rentenfonds 62.314 50.000 516
Deka Fidelitas Fund Master 7 1 DE0009771527 Rentenfonds 0 0 122
HSBC Euro Credit Non-Fin. Bond 1 DE000A0Q7S32 Rentenfonds 0 0 168
Deka-Instit. RentSpez.Co.Bd.9/2023 1 DE000DK0EFS5 Rentenfonds 0 0 160
Deka-Instit. RentSpez.Co.Bd 9/2025 DE000DK0LM33 Rentenfonds 10.011 10.000 150
Real I.S. SCF I DE000A2ADW19 Immobilienfonds 20.437 20.437 0

1 Im Berichtsjahr veräußert


Die Deka Fidelitas Fund Master 2 und 7 sowie der HBSC Euro Credit Non-Finance Bond und der Deka Rent Spezial Co. Bd. 9/2023 wurden im Berichtsjahr veräußert. Bei dem Real I.S. SCF I- Fonds sieht die vertragliche Grundlage eine Rückgabe der Anteile unter Einhaltung einer Rückgabefrist von zwölf Monaten vor. Die weiteren dargestellten Investmentvermögen unterlagen keiner Beschränkung in der Möglichkeit der täglichen Rückgabe.

6a. HANDELSBESTAND


Der Handelsbestand besteht ausschließlich aus anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren.

9. TREUHANDVERMÖGEN


Das ausgewiesene Treuhandvermögen stellt in voller Höhe Forderungen an Kunden (Aktivposten 4) dar.

12. SACHANLAGEN


In dieser Position sind enthalten:

TEUR
im Rahmen der eigenen Tätigkeit genutzte Grundstücke und Gebäude 49.567
Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.723

13. SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
nachrangige Vermögensgegenstände 7.120 7.120
Kapitalanlagen bei der SV Sparkassenversicherung Lebensversicherung AG 40.000
Steuererstattungsansprüche 17.473

14. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN


In dieser Position sind enthalten:

31.12. 2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Unterschiedsbetrag zwischen Erfüllungs- und niedrigerem Ausgabebetrag von
Verbindlichkeiten oder Anleihen
30.635 3.326

Mehrere Positionen betreffende Angaben

TEUR
Von den Vermögensgegenständen lauten auf Fremdwährung 27.932

ANLAGENSPIEGEL

Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben TEUR)
Entwicklung der Anschaffungs-/ Herstellungskosten Entwicklung der kumulierten Abschreibungen
Stand am 1.1. des Geschäftsjahres Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand am 31.12. des Geschäftsjahres Stand am 1.1. des Geschäftsjahres
Immaterielle Anlagewerte 3.646 9 71 - 3.584 3.627
Sachanlagen 268.218 8.349 1.837 - 274.730 133.359
Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben TEUR)
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen
Abschreibungen im Geschäftsjahr Zuschreibungen im Geschäftsjahr Änderungen der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit Stand am 31.12. des Geschäftsjahres
Zugängen Abgängen Umbuchungen
Immaterielle Anlagewerte 14 - - 71 - 3.569
Sachanlagen 8.777 32 - 1.793 - 140.311
Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben TEUR)
Buchwerte
Stand am 31.12. des Geschäftsjahres Stand am 31.12. des Vorjahres
Immaterielle Anlagewerte 14 19
Sachanlagen 134.420 134.860

Finanzanlagen


- ohne anteilige Zinsen -

Buchwert 31.12.2022 Veränderungssaldo (§ 34 Abs. 3 RechKredV) Buchwert 31.12.2023
TEUR TEUR TEUR
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 456.445 + 160.114 616.559
Beteiligungen 87.407 - 1.171 86.236
Anteile an verbundenen Unternehmen 6.020 0 6.020
Sonstige Vermögensgegenstände 7.002 0 7.002

Passivseite

1. VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.050.106 917.701
darunter: gegenüber der eigenen Girozentrale 1.050.084
TEUR
Der Gesamtbetrag der als Sicherheit übertragenen Vermögensgegenstände für in dieser
Position enthaltene Verbindlichkeiten beläuft sich auf insgesamt
1.041.976


Die Unterposition b) - mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist - setzt sich (ohne anteilige Zinsen) nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 115.427
mehr als drei Monate bis ein Jahr 147.269
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 582.871
mehr als fünf Jahre 918.398

2. VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KUNDEN


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 2.216 3.010
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 531 473


Die Unterposition ab) - Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten -setzt sich (ohne anteilige Zinsen) nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 9.786
mehr als drei Monate bis ein Jahr 457.459
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 1.079
mehr als fünf Jahre 0


Die Unterposition bb) - andere Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist -setzt sich (ohne anteilige Zinsen) nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 609.325
mehr als drei Monate bis ein Jahr 1.186.748
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 273.650
mehr als fünf Jahre 78.000

4. TREUHANDVERBINDLICHKEITEN


Bei den Treuhandverbindlichkeiten handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Passivposten 1).

6. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN


In dieser Position sind enthalten:

31.12. 2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Unterschiedsbetrag zwischen Nennbetrag und niedrigerem
Auszahlungsbetrag von Forderungen
1.524 2.129

9. NACHRANGIGE VERBINDLICHKEITEN


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 30.771 30.854
TEUR
Für die in dieser Position ausgewiesenen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen in folgender Höhe angefallen 3.616


Die Bedingungen der im Passivposten "Nachrangige Verbindlichkeiten" enthaltenen Mittelaufnahmen entsprechen dem Artikel 63 der Capital Requirements Regulation (CRR). Die Umwandlung in Kapital oder eine andere Schuldform ist in keinem Fall vereinbart oder vorgesehen.


Die einzelnen Mittelaufnahmen, die jeweils 10 % des Gesamtbetrags übersteigen, sind wie folgt ausgestattet (ohne anteilige Zinsen):

Betrag TEUR Zinssatz % fällig am Vorzeitige Rückzahlungsverpflichtung
20.000 4,222 19.05.2034 nein


Die nachrangigen Verbindlichkeiten von insgesamt 91.076 TEUR (ohne anteilige Zinsen), die im Einzelfall 10 % des Gesamtbetrags der nachrangigen Verbindlichkeiten nicht übersteigen, haben eine Durchschnittsverzinsung von 3,32 % und eine Ursprungslaufzeit von 10 und 12 Jahren.

Mehrere Positionen betreffende Angaben

TEUR
Von den Schulden lauten auf Fremdwährung 28.648

Passivseite unter dem Strich

1. Eventualverbindlichkeiten


Im Posten "Eventualverbindlichkeiten" sind im Unterposten b) "Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen" drei Einzelposten von wesentlicher Bedeutung in Bezug auf die Gesamttätigkeit der Sparkasse enthalten; die Einzelbeträge liegen zwischen 14,9 Mio. EUR und 22,5 Mio. EUR.


Die übernommenen Verpflichtungen aus Bürgschaften und Gewährleistungsavalen waren nicht zu passivieren, da wir aufgrund der Bonität der Kreditnehmer davon ausgehen, dass die zugrunde liegenden Verpflichtungen erfüllt werden, und wir daher nicht in Anspruch genommen werden.

2. ANDERE VERPFLICHTUNGEN


Im Posten "Andere Verpflichtungen" sind im Unterposten c) "Unwiderrufliche Kreditzusagen" vier Einzelposten von wesentlicher Bedeutung in Bezug auf die Gesamttätigkeit der Sparkasse enthalten; die Einzelbeträge liegen zwischen 15,0 Mio. EUR und 67,1 Mio. EUR. Bei den genannten unwiderruflichen Kreditzusagen handelt es sich mit 67,1 Mio. EUR um Kontokorrentkredite und mit 65,5 Mio. EUR um Darlehen.


Wir gehen derzeit grundsätzlich davon aus, dass die unwiderruflichen Kreditzusagen künftig von den Kreditnehmern in Anspruch genommen werden.

D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

5. PROVISIONSERTRÄGE


Wir haben Provisionserträge aus gegenüber Dritten erbrachten Dienstleistungen für die Vermittlung und Verwaltung von Versicherungen, Bausparverträgen, Finanzportfolioverwaltungen, Investmentfonds und Krediten erhalten.

8. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE


In dieser Position sind enthalten:

TEUR
Grundstückserträge 5.538
Periodenfremde Erträge:
Ausgleichszahlung für Schaden aus Wertpapiergeschäften 8.673
Erstattungszinsen gemäß § 233a AO 4.833

11. ABSCHREIBUNGEN UND WERTBERICHTIGUNGEN AUF IMMATERIELLE ANLAGEWERTE UND SACHANLAGEN


In dieser Position sind enthalten:

TEUR
Periodenfremde Aufwendungen:
Außerplanmäßige Abschreibungen auf nicht betrieblich genutzte Grundstücke und Gebäude 2.059

12. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN


In dieser Position sind enthalten:

TEUR
Sanierungsaufwand für ein nicht sparkassenbetrieblich genutztes Grundstück 7.015
Periodenfremde Aufwendungen:
Nachzahlungszinsen gemäß § 233a AO 5.401

23. ERSTATTETE STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG (i. VJ. AUFWAND)


In dieser Position sind enthalten:

TEUR
Steuererstattungen für vorangegangene Veranlagungszeiträume 8.942
Steuernachzahlungen für vorangegangene Veranlagungszeiträume 11.901

29. BILANZGEWINN


Der Verwaltungsrat wird den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 in seiner für den 25. September 2024 vorgesehenen Sitzung feststellen. Der Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses sieht vor, den Bilanzgewinn vollständig der Sicherheitsrücklage zuzuführen.

Ausschüttungssperren


Im Sinne des § 268 Abs. 8 HGB sind nachfolgende Sachverhalte bei der Ermittlung der Ausschüttungssperre zu berücksichtigen.

Sachverhalte TEUR
Aktive latente Steuern 91.305
Unterschiedsbetrag aus Pensionsrückstellungen gemäß § 253 Abs. 6 HGB 472
Summe 91.777
abzüglich in Vorjahren für Ausschüttungssperren der Sicherheitsrücklage zugeführte Beträge 4.783
im aktuellen Jahresabschluss nach HGB ausschüttungsgesperrter Betrag 86.994

E. Sonstige Angaben

Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen

Name, Sitz Höhe des Kapitalanteils Eigenkapital Jahresüberschuss
(-fehlbetrag)
% TEUR
Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Mainz 0,24 15.442 Mio. EUR
(31.12.2022 1)
+ 1.510 Mio. EUR
(2022 1)
Sparkassenverband Baden-Württemberg, Stuttgart 3,13 - 2 - 2
SVB-Sparkassen-Versicherung Beteiligungs-GmbH Nr. 1, Stuttgart 16,38 171.726 TEUR
(30.09.2023)
+ 5.832 TEUR
(2022/2023)
SVB-Sparkassen-Versicherung Beteiligungs-GmbH Nr. 8, Stuttgart 10,64 42.000 TEUR
(30.11.2022)
+ 1.225 TEUR
(2021/2022)

1 Konzernabschluss gemäß IFRS

2 Keine Angabe gemäß § 286 Abs. 3 Satz 2 HGB


Der übrige Anteilsbesitz nach § 285 Nr. 11 HGB ist für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung.


Wir sind unbeschränkt haftende Gesellschafterin der DKE-GbR, Berlin.


Der Sparkassenverband Baden-Württemberg hat sich zusammen mit den weiteren Trägern quotal entsprechend seinem Stammkapitalanteil an der Bereitstellung von zusätzlichem Eigenkapital für die Landesbank Baden-Württemberg beteiligt. Als Mitglied des Sparkassenverbands Baden-Württemberg sind wir verpflichtet, über Umlagen den nicht anderweitig gedeckten Verbandsaufwand entsprechend dem maßgeblichen Umlageschlüssel abzudecken. Darüber hinaus sind wir Mitglied des Sicherungssystems der Deutschen Sparkassenorganisation, wobei das System der freiwilligen Institutssicherung beibehalten wurde. Zusätzlich erfüllt das Sicherungssystem auch die Anforderungen des Einlagensicherungsgesetzes. Aus diesen Verpflichtungen ist über die laufenden jährlichen Beitragsverpflichtungen hinaus derzeit ein akutes Risiko einer wesentlichen Inanspruchnahme nicht erkennbar.


Zum Erwerb der Landesbank Berlin Holding AG (LBBH) durch die S-Finanzgruppe haben wir uns über den Deutschen Sparkassen- und Giroverband ö.K. (DSGV) an der Erwerbsgesellschaft der S-Finanzgruppe mbH & Co. KG (Erwerbsgesellschaft) als Kommanditistin unterbeteiligt. In diesem Zusammenhang besteht ein Aufwendungsersatzanspruch des DSGV gegenüber den Unterbeteiligten für den Fall, dass die über die Erwerbsgesellschaft auszuschüttenden Dividenden der LBBH die laufenden Aufwendungen (im Wesentlichen aus der Fremdfinanzierung) nicht abdecken. Aktuell ist aus dieser Verpflichtung kein akutes Risiko einer Inanspruchnahme erkennbar.

Derivative Finanzinstrumente


Die am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelten Termingeschäfte gliedern sich wie folgt:

Nominalbeträge in TEUR
nach Restlaufzeiten
bis 1 Jahr 1-5 Jahre > 5 Jahre Insgesamt
Zinsbezogene Geschäfte
OTC-Produkte
Zinsswaps - 695.000 1.240.000 1.935.000


Bei den Kontrahenten im Derivategeschäft per 31. Dezember 2023 handelt es sich ausschließlich um deutsche Kreditinstitute.


Für die nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Derivate ergeben sich folgende zusätzliche Angaben nach § 285 Nr. 19 HGB:

Nominalwerte in TEUR Zeitwerte in
TEUR 1
Options-Prämie in TEUR Rückstellung (P7)in TEUR
+ -
Zinsbezogene Geschäfte
OTC-Produkte
Zinsswaps 2 1.935.000 16.329 40.030 426

1 Ohne anteilige Zinsen

2 Diese in die Zinsbuchsteuerung einbezogenen Derivate wurden - mit Ausnahme der Zinsswapgeschäfte, deren Zinsbindungsdauer über den Steuerungszeitraum des Bankbuchs hinausgehen - bei der verlustfreien Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs (Zinsbuchs) berücksichtigt (vgl. Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden") und waren insoweit nicht gesondert zu bewerten.


Bei OTC-gehandelten derivativen Finanzinstrumenten werden theoretisch ermittelte Werte als Zeitwerte angesetzt (Mark to Model Bewertung).


Bei der Mark to Model Bewertung wird bezüglich der derivativen Finanzinstrumente wie folgt verfahren:


Zinsswaps werden in die Basisbestandteile Kuponanleihe und Floater zerlegt und unter Zugrundelegung entsprechender Zinsstrukturkurven getrennt bewertet. Der Barwert des Swaps ergibt sich dabei aus der Differenz der Barwerte der beiden Basisprodukte.

Latente Steuern


Aufgrund abweichender Ansatz- und Bewertungsvorschriften zwischen Handels- und Steuerbilanz bestehen zum Bilanzstichtag Steuerlatenzen. Dabei wird der Gesamtbetrag der künftigen Steuerbelastungen in Höhe von 2.432 TEUR durch absehbare Steuerentlastungen in Höhe von 93.737 TEUR überdeckt. Die Sparkasse hat von ihrem Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 HGB Gebrauch gemacht und eine Aktivierung des Überschusses der Steuerentlastungen über die Steuerbelastungen in Höhe von 91.305 TEUR vorgenommen (vgl. Aktiva 15). Die wesentlichen künftigen Steuerbelastungen resultieren aus bilanziellen Ansatzunterschieden bei nicht festverzinslichen Wertpapieren. Die zum Ausgleich der künftigen Steuerbelastungen benötigten absehbaren künftigen Steuerentlastungen ergeben sich insbesondere aus unterschiedlichen bilanziellen Ansatzunterschieden bei den Forderungen an Kunden und bei den Rückstellungen. Der Ermittlung der latenten Steuern wurde ein Steuersatz von 30,813 % (Körperschaft- und Gewerbesteuer zzgl. Solidaritätszuschlag) zugrunde gelegt. Aus Beteiligungen an Personengesellschaften resultierende, lediglich der Körperschaftsteuer und dem Solidaritätszuschlag unterliegende Differenzen wurden bei den Berechnungen mit einem Steuersatz von 15,825 % berücksichtigt. Der Gesamtbetrag wurde zu Gunsten von GV-Posten 23 vereinnahmt.

Abschlussprüferhonorare


Für das Geschäftsjahr wurden von unserem Abschlussprüfer für folgende Leistungen Honorare berechnet:

TEUR
für die Abschlussprüfung 355
für andere Bestätigungen 7
für die Steuerberatung 7

Nachtragsberichterstattung


In ihrer Sitzung vom 11. Juni 2024 erteilte die Trägerversammlung und der Vorsitzende des Verwaltungsrats dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Karlsruhe den Auftrag, eine detaillierte Vorstudie bzw. ein Diskussionspapier zu einer möglichen Fusion mit der Sparkasse Kraichgau zu erstellen. Die Ergebnisse der Vorstudie werden voraussichtlich Ende Juli 2024 in den zuständigen Gremien der beiden Sparkassen (Trägerversammlung und Verwaltungsrat) erörtert bzw. zur Beschlussfassung vorgelegt.

Mitarbeiter/innen


Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt:

Anzahl
Vollzeitkräfte 677
Teilzeit- und Ultimokräfte 435
Auszubildende 83
Insgesamt 1.195

Bezüge / Kreditgewährungen an Vorstand und Verwaltungsrat


Den Mitgliedern des Vorstandes wurden für ihre Tätigkeit im Berichtsjahr Gesamtbezüge in Höhe von 2.197 TEUR gewährt.


Für die früheren Mitglieder des Vorstandes bzw. deren Hinterbliebene wurden Versorgungsbezüge in Höhe von 2.075 TEUR bezahlt. Für diese Personengruppe bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von 28.791 TEUR.


Die Mitglieder des Verwaltungsrats erhielten für ihre Tätigkeit im Berichtsjahr Gesamtbezüge in Höhe von 170 TEUR.


Den Mitgliedern des Vorstandes wurden Kredite (einschließlich Haftungsverhältnisse) in Höhe von 2.120 TEUR gewährt.


An die Mitglieder des Verwaltungsrates wurden Kredite (einschließlich Haftungsverhältnisse) in Höhe von 4.960 TEUR ausgereicht.

Mandate


Eines unserer Vorstandsmitglieder ist Mitglied im Aufsichtsrat der Deutsche Kreditbank AG, Berlin und bei der Deutsche Leasing AG & Co. KG, Bad Homburg vor der Höhe. Ein weiteres Vorstandsmitglied ist Mitglied im Aufsichtsrat der DAL Deutsche Anlagen-Leasing GmbH & Co. KG, Mainz.

Organe

Verwaltungsrat

Vorsitzender Dr. Frank Mentrup, Oberbürgermeister Karlsruhe
Stellvertreter Johannes Arnold, Oberbürgermeister Ettlingen
Sebastian Schrempp, Oberbürgermeister Rheinstetten
Mitglieder Christina Bardusch-Haupt, Dipl.-Kaufmann, Gesellschafterin Bardusch GmbH & Co KG
Doris Baitinger, Pensionärin, ab 20.07.2023
Petra Becker, Oberbürgermeisterin Stutensee
Christian Eheim, Bürgermeister Graben-Neudorf
Thorsten Ehlgötz, Geschäftsführer, Maschinenbaumeister
Jorinda Fahringer, Kreisgeschäftsführerin
Philipp Faltermeier, Mitarbeiter der Sparkasse, ab 01.05.2023
Monika Glück-Kiefer, Mitarbeiterin der Sparkasse
Tom Hoyem, Pensionär
Sabine Just-Höpfinger, Dipl.-Informatikerin
Klaus Kasperlik, Mitarbeiter der Sparkasse
Jörg Lesser, Privatier
Alexander Litterst, Mitarbeiter der Sparkasse
Petra Rastetter, Mitarbeiterin der Sparkasse, bis 30.04.2023
Rainer Schuhmacher, Mitarbeiter der Sparkasse
Arthur Sharp, Mitarbeiter der Sparkasse
Susanne Trauth, Angestellte im öffentlichen Dienst, bis 19.07.2023

Vorstand

Vorsitzender Michael Huber, Sparkassendirektor
Mitglieder Thomas Schroff, Sparkassendirektor
Lutz Boden, Sparkassendirektor
Marc Sesemann, Sparkassendirektor

 

Karlsruhe, den 12. Juni 2024


SPARKASSE KARLSRUHE


Der Vorstand

Michael Huber Thomas Schroff Lutz Boden Marc Sesemann

Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31. Dezember 2023 ("Länderspezifische Berichterstattung")


Die Sparkasse Karlsruhe hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Sparkasse in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Sparkasse Karlsruhe besteht im Wesentlichen darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.


Die Sparkasse Karlsruhe definiert den Umsatz aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Erträge aus Gewinngemeinschaften etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen, Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023 280.396 TEUR.


Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt im Jahresdurchschnitt 1.033.


Der Verlust vor Steuern beträgt 62.260 TEUR.


Die erstatteten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betragen 74.216 TEUR. Die Steuern betreffen sowohl laufende Steuern wie auch latente Steuern.


Die Sparkasse Karlsruhe hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Sparkasse Karlsruhe, Karlsruhe

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile


Wir haben den Jahresabschluss der Sparkasse Karlsruhe (im Folgenden: Sparkasse) bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Sparkasse für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.


Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Sparkasse zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.


Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 Handelsgesetzbuch (im Folgenden: HGB) erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile


Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden: EU-APrVO) unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Sparkasse unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Art. 10 Abs. 2 Buchstabe f) EU-APrVO i. V. m. § 340k Abs. 3 HGB, dass alle von uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art. 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses


Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.


Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

Bewertung von Forderungen an Kunden

a) Sachverhalt und Problemstellung


Das Kundenkreditgeschäft ist ein maßgebliches Geschäftsfeld der Sparkasse. Bei der Bewertung einzelner Kundenforderungen ist das Adressenausfallrisiko des Kreditnehmers, d. h. insbesondere die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kreditnehmer seinen vertraglichen Leistungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, sowie die Bewertung der ggf. vorliegenden Sicherheiten, maßgeblich. Die Bewertung dieser Forderungen beruht somit in einem hohen Maße auf den Einschätzungen und Annahmen des Vorstands der Sparkasse zu den genannten Sachverhalten. Die Unsicherheiten bei diesen Ermessensentscheidungen sind aktuell insbesondere durch die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt. Von besonderer Bedeutung ist hierbei die Einschätzung, inwieweit die hieraus resultierenden Belastungen die Kapitaldienstfähigkeit der betroffenen Kreditnehmer dauerhaft negativ beeinflussen. Diese Thematik hat daher wesentliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss, insbesondere auf die Ertragslage der Sparkasse. Für die Zwecke der Rechnungslegung sind insofern die Kreditprozesse zur Bewertung der Forderungen von besonderer Bedeutung. Die Bewertung von Forderungen an Kunden bedarf insoweit einer besonderen Befassung durch den Abschlussprüfer.

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse


Bereits im Rahmen unserer vorgezogenen Prüfung der organisatorischen Pflichten haben wir die Ordnungsmäßigkeit der Kreditprozesse, u. a. die Früherkennungsverfahren für Kreditrisiken und den Forderungsbewertungsprozess, betrachtet. Die relevanten Kreditprozesse sowie die Ausgestaltung und Wirksamkeit des internen Kontrollsystems bei der Bewertung der Kundenforderungen beurteilen wir regelmäßig auf Grundlage von Aufbau- und Funktionsprüfungen.


Bei einer risikoorientierten - unter besonderer Berücksichtigung der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen - vorgenommenen bewussten Auswahl von Kreditengagements haben wir aussagebezogene Prüfungshandlungen in Form von Einzelfallprüfungen vorgenommen und auf der Grundlage von Kreditunterlagen zu den wirtschaftlichen Verhältnissen die von der Sparkasse vorgenommene Beurteilung des kreditnehmerbezogenen Adressenausfallrisikos sowie die Bewertung der Kreditsicherheiten bei ausfallgefährdeten Forderungen nachvollzogen.

c) Verweis auf weitergehende Informationen


Weitere Informationen und Erläuterungen sind in den Anhangangaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (Abschnitt B) sowie zu den Beständen zum Bilanzposten Aktiva 4 (Abschnitt C) enthalten. Darüber hinaus verweisen wir auf die Darstellungen und Erläuterungen im Lagebericht (Abschnitte 2.2.2, 2.3.1 und 4.2.1.1).

Sonstige Informationen


Der Vorstand ist für die sonstigen Informationen verantwortlich.


Die uns vor dem Datum des Bestätigungsvermerks vorgelegte sonstige Information umfasst den gemäß § 340a Abs. 1a HGB i. V. m. § 289b Abs. 3 Satz 1 Nr. 2a HGB zusammen mit dem Lagebericht nach § 325 HGB zu veröffentlichenden nichtfinanziellen Bericht für das Geschäftsjahr 2023.


Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.


Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.


Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter (Vorstand) und des Aufsichtsorgans (Verwaltungsrat) für den Jahresabschluss und den Lagebericht


Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.


Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.


Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.


Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Sparkasse zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts


Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.


Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.


Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Sparkasse ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Sparkasse.

führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.


Wir erörtern mit dem Verwaltungsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.


Wir geben gegenüber dem Verwaltungsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und, sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.


Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Verwaltungsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Art. 10 EU-APrVO


Wir sind nach § 30 Abs. 2 Satz 2 Sparkassengesetz für Baden-Württemberg i. V. m. § 340k Abs. 3 Satz 1 HGB gesetzlicher Abschlussprüfer der Sparkasse.


Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem Prüfungsbericht nach Art. 11 EU-APrVO in Einklang stehen.


Von uns beschäftigte Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die Sparkasse erbracht:

Prüfung im Zusammenhang mit dem "MACCs-Verfahren" (Kreditforderungen - Einreichung und Verwaltung) gemäß Abschnitt V Nr. 11 (1) der Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Deutschen Bundesbank

Prüfung im Zusammenhang mit der Kostenumlage der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht für den Aufsichtsbereich Wertpapierhandel gemäß § 16j Abs. 2 Satz 2 des Gesetzes über die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Finanzdienstleistungsaufsichtsgesetz - FinDAG)

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER


Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Peter Wöhrle.

 

Stuttgart, den 15. Juli 2024


Sparkassenverband Baden-Württemberg Prüfungsstelle


Wöhrle Wirtschaftsprüfer

Feststellung und Gewinnverwendung


Der Verwaltungsrat hat am 25.09.2024 den Jahresabschluss festgestellt (§ 30 SpG). Gleichzeitig hat der Verwaltungsrat beschlossen, den Bilanzgewinn in voller Höhe der Sicherheitsrücklage zuzuführen.

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