Molkereivertrieb Franken-Thüringen GmbH
Selbe AdresseGroßhandel mit Milch, Milcherzeugnissen, Eiern, Speiseölen und Nahrungsfetten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Winfried Meier seit 1.2.2022 | Vorsitzender des Vorstands |
Hendryk Muhlack seit 3.7.2020 | Prokura |
Thomas Dr. Obersojer seit 21.11.2011 | Vorstandsmitglied |
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Bayerische Milchindustrie eGLandshutJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht Geschäftsjahr 2023der Bayerischen Milchindustrie eG (BMI)1.1 Grundlagen der GenossenschaftDie BMI ist eine Zentralgenossenschaft mit über 70-jähriger Tradition und internationaler Erfahrung. Sie ist eine der größten Hersteller molkenbasierter Ingredients Deutschlands und im Bereich Bio-Molkenpulverderivate einer der größten Anbieter weltweit. Käse wie Hartkäse und Mozzarella runden das Portfolio ab. In 2023 erwirtschaftete die BMI einen Umsatz in Höhe von 558,8 Mio. EUR. An fünf Produktionsstandorten in Bayern und Sachsen-Anhalt werden jährlich rund 2,8 Milliarden Kilogramm Milch und Molke verarbeitet. Die Standorte befinden sich in Jessen, Peiting, Windsbach, Winzer und Zapfendorf. Der Hauptsitz befindet sich in Landshut. Der Standort Ebermannstadt wurde im März 2023 stillgelegt. Die BMI wird von 28 Mitgliedern getragen. Die Mitglieder sind Milchliefergenossenschaften und milchwirtschaftliche Vereinigungen, welche in Bayern, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg ansässig sind sowie Molkelieferanten und finanzierende Mitglieder. Weltweit in über 60 Ländern verwenden und schätzen Kunden aus dem Lebensmitteleinzelhandel, dem Fachgroßhandel und der Gastronomie sowie der weiterverarbeitenden Lebensmittelindustrie die hochwertigen Produkte der Bayerischen Milchindustrie eG. Zur Erfüllung des Unternehmenszwecks ist eine klare Werteorientierung notwendig. Die genossenschaftliche Organisationsform bringt eine hohe gegenseitige Verantwortung und Wertschätzung aller Beteiligten mit sich: Hochqualifizierte und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zufriedene Kunden und Gesellschafter sowie die Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft haben höchste Priorität. Wir verfolgen daher eine langfristig angelegte Nachhaltigkeitsstrategie, deren Umsetzung wir in einem gesonderten Nachhaltigkeitsbericht dokumentiert haben. Gemäß unserem Motto "Beste Milch Ideen" arbeiten wir beständig an Neuentwicklungen im Produktbereich ebenso wie technischen und qualitativen Optimierungen im Sinne von Beschäftigten, Kunden, Gesellschaftern, Lieferanten und Partnern. Dies erreichen wir zudem durch einen besonders hohen Qualitätsanspruch an unsere Produkte und Verantwortungsbewusstsein gegenüber Mensch, Tier und Umwelt. Die BMI setzt sich zum Ziel, in ihrer Branche ein besonders innovatives Unternehmen mit einem relevanten Sortiment für unterschiedliche Anwendungen und Abnehmer zu sein und sich dabei an den besten Mitbewerbern zu orientieren. Veränderte Markt- und Kundenbedürfnisse sowie technischen Fortschritt nehmen wir schnellstmöglich wahr und nutzen dies für die BMI. Die BMI konzentriert sich zukünftig auf ihre Kernkompetenzen Ingredients und Käse. Daneben erfolgt noch eine Lohnfertigung im Bereich Frische: Ein Schlüsselprojekt ist in diesem Zusammenhang unser Masterplan Ingredients, welcher den bestehenden Standort Zapfendorf substanziell erneuern und erweitern wird und damit die Wettbewerbsfähigkeit der BMI bei hochwertigen Trockenprodukten langfristig sicherstellt. 1.2 Wirtschaftsbericht 1.2.1 Marktübersicht 1.2.1.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Deutschlands Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt lag im Jahr 2023 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 0,3 % unter Vorjahr (kalendertagebereinigt: 0,1 %). Im Vergleich zu 2019, dem Jahr vor der Corona-Pandemie, war das BIP 2023 um 0,7 % höher. Auch wenn die gestiegenen Preise rückläufig sind, dämpfen sie immer noch die Konjunktur. Hinzu kamen ungünstige Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen und eine geringe Nachfrage aus dem In- und Ausland. Die Bruttowertschöpfung entwickelte sich in den einzelnen Wirtschaftsbereichen unterschiedlich: Das produzierende Gewerbe (ohne Baugewerbe) ging insgesamt deutlich um 2,0 % zurück, vor Allem durch eine viel niedrigere Produktion im Bereich Energieversorgung. Das verarbeitende Gewerbe (fast 85 % des produzierenden Gewerbes), war in 2023 preisbereinigt ebenfalls im Minus (-0,4 %). Positive Impulse kamen vorrangig aus der Automobilindustrie und dem sonstigen Fahrzeugbau. Dagegen sanken Produktion und Wertschöpfung in den energieintensiven Industriezweigen wie der Chemie- und Metallindustrie erneut nach deutlicher Schrumpfung bereits in 2022. Die meisten Dienstleistungsbereiche konnten ihre wirtschaftlichen Aktivitäten im Vorjahresvergleich erneut ausweiten und stützten die Wirtschaft, jedoch schwächer als in den beiden Vorjahren. Den größten preisbereinigten Zuwachs verzeichnete der Bereich Information und Kommunikation mit +2,6 %. Der private Konsum nahm im Jahr 2023 preisbereinigt um 0,8 % gegenüber dem Vorjahr ab und entfernte sich damit wieder vom Vorkrisenniveau des Jahres 2019 (-1,5 %). Dies dürfte vor allem auf die hohen Verbraucherpreise zurückzuführen sein. Besonders stark sanken die preisbereinigten Ausgaben für langlebige Güter wie Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte (-6,2 %). Auch der Staat reduzierte im Jahr 2023 erstmals seit fast 20 Jahren seine preisbereinigten Konsumausgaben (-1,7 %). Das lag vor allem am Wegfall staatlich finanzierter Corona-Maßnahmen, die in den Jahren ab 2020 die Wirtschaftsleistung gestützt haben. Der Außenhandel nahm trotz starker Preisanstiege im Jahr 2022 zu: Deutschland exportierte preisbereinigt 3,2 % mehr Waren und Dienstleistungen als im Vorjahr. Die Importe legten gleichzeitig sehr viel stärker um preisbereinigt 6,7 % zu. Der Außenbeitrag dämpfte dadurch insgesamt das BIP-Wachstum. Die Wirtschaftsleistung wurde im Jahr 2023 von durchschnittlich 45,9 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das waren 0,7 % oder 333.000 Personen mehr als im Vorjahr und so viele wie noch nie. Die Beschäftigung nahm im Jahr 2023 unter anderem durch die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte zu. Die positiven Effekte überwogen die dämpfenden Effekte des demografischen Wandels. Der Beschäftigungsaufbau fand 2023 fast ausschließlich in den Dienstleistungsbereichen statt. Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2023 um 0,3 % gesunken - Statistisches Bundesamt (destatis.de) Die Verbraucherpreise in Deutschland stiegen im Jahresdurchschnitt 2023 um 5,9 % und damit geringer als im Vorjahr (+6,9 %). Im Dezember 2023 lag die Inflationsrate im Vergleich zum Vorjahresmonat bei +3,7 %. Sie verstärkte sich damit zum Jahresende, nachdem sie in den Monaten zuvor stärker rückläufig gewesen war. Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich 2023 gegenüber 2022 erneut spürbar um 12,4 % (2022: +13,4 %), deutlich über der Gesamtteuerung. Besonders stark verteuerten sich Brot und Getreideerzeugnisse (+16,4 %), Molkereiprodukte und Eier sowie Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (jeweils +15,7 %). Auch andere Nahrungsmittelgruppen wie Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte (+14,7 %) oder Gemüse (+13,3 %) wurden 2023 gegenüber Vorjahr überdurchschnittlich teurer. Im Jahresdurchschnitt 2023 verbilligten sich hingegen Speisefette und Speiseöle (-3,5 %, darunter Butter: -17,8 %). Inflationsrate im Jahr 2023 bei +5,9 % - Statistisches Bundesamt (destatis.de) 1.2.1.2 Milchwirtschaftliche Rahmenbedingungen Das Milchaufkommen der wichtigsten Exportländer hat sich 2023 im Schnitt um 0,1% leicht erholt. Ähnlich wie in der EU hatte sich das Milchaufkommen im ersten Halbjahr über dem Vorjahresniveau bewegt. Seit August wurde die Vorjahreslinie aber kontinuierlich unterschritten. Ein größeres Wachstum wird nur aus der GUS gemeldet (3,1 %). Ozeanien konnte sich nach den starken Rückgängen 2022/2023 wieder leicht erholen (Australien +0,2%, Neuseeland + 0,9%). In den USA stagnierte der langjährig steigende Trend, was auf die historisch niedrigen Margen zurückgeführt werden kann. Die Milchanlieferung in der EU-27 ist in 2023 im Vergleich zum Vorjahr marginal gesunken, wobei die Saisonalität stärker ausgeprägt war. Im restlichen Europa ohne die EU ist das Milchaufkommen 2023 leicht gesunken. Dairy World 05/2024 - Marktwoche Milch ZMB und AMI (miv.de) Die Nachfrage nach Milchprodukten hat 2023 über alle Kategorien hinweg stagniert. Dies liegt vor allem an der noch immer hohen Inflationsrate. Hinzu kommen die noch stets spürbaren Folgen der Corona-Pandemie, des Russischen Angriffskriegs, der Energiekrise sowie daraus resultierende Lieferengpässe. Vor allem aber ist der private Konsum geschwächt. MIV-Marktworkshop am 22.01.2024 - Vorträge Der FAO-Lebensmittelpreisindex hat sich in 2023 über alle fünf Rohstoffgruppen (Fleisch, Milch, Getreide, Pflanzenöl, Zucker) mit Ausnahme von Zucker vom starken Ausschlag 2022 erholt. (FAO-Lebensmittelpreisindex | Welternährungslage | Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) (FAO Food Price Index, 2023). 1.2.1.3 Milchmarkt in der Europäischen Union Das Milchaufkommen in der EU-27 war im Kalenderjahr 2023 auf dem Vorjahresniveau stabil, aber bei höheren Inhaltsstoffen, während sich die Entwicklung in den Mitgliedstaaten stark unterschied. Mehr Milch als im Vorjahr ist vor allem in Deutschland, Polen und den Niederlanden angeliefert worden, während in Frankreich, Irland und Italien spürbare Rückgänge zu beobachten waren. MarktSpiegel Milch - Frische | Butter | Käse (Ausgabe 12/2023) (miv.de).Gegen Ende 2023 ist in Deutschland das Vorjahresniveau aber wieder unterschritten worden. (MIV, 2023 MarktSpiegel Milch-Frische | Butter | Käse Ausgabe 12/2023). MarktSpiegel Milch - Frische | Butter | Käse (Ausgabe 12/2023) (miv.de). Die EU-27 hatte in 2023 in allen Produktgruppen höhere Mengen an Milchprodukten am Weltmarkt abgesetzt als im Vorjahr. Lediglich bei flüssiger Milch und Sahne kam es zu einem Rückgang, der sich aber im Vergleich zum Vorjahr abgeschwächt hat. Mit Ausnahme von Butter blieben die Exporte aber durchweg etwas niedriger als im Jahr 2021. (MIV Dairy World 08/2024 Dairy World 08/2024 - Marktwoche Milch ZMB und AMI (miv.de). 1.2.1.4 Milchmarkt in Deutschland Die deutschen Erzeuger lieferten 31,3 Mio. t Milch an deutsche Molkereien an. Das waren 0,9 % mehr als im Vorjahr und entspricht dem Stand von 2017. Gleichzeitig fielen auch die Gehalte an Fett und Eiweiß höher aus als im schwachen Vorjahr. Das Wachstum war regional unterschiedlich, am stärksten in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern. Stimuliert wurde die Milchproduktion 2023 vor allem durch die höheren Milchpreise, eine leichte Entspannung auf der Kostenseite und das im Vergleich zu den Vorjahren "normalere" Sommerwetter mit mehr Regen und weniger Hitze. Mittelfristig werden sich verschärfte Umweltauflagen, der fortschreitende Klimawandel und der Strukturwandel in der Milchviehhaltung voraussichtlich dämpfend auf das Milchaufkommen auswirken. Das Aufkommen an Biomilch in Deutschland ist 2023 wieder stärker gewachsen (+5,9 %) als im Vorjahr, während es in der EU insgesamt gesunken ist. Das Wachstum der Nachfrage nach Biomilcherzeugnissen wurde 2023 unterbrochen, wozu die hohe Inflation beigetragen haben dürfte. Dairy World 51/2023 - Marktwoche Milch ZMB und AMI (miv.de) In den deutschen Molkereien ist 2023 mehr Milch verarbeitet worden als in den beiden Vorjahren, jedoch unterschiedlich stark je nach Produktgruppe. Bei den Produkten des weißen Sortiments kam es zu einem Rückgang (-0,9 %). Konsummilch wurde mit 4,03 Mio. t 1,7 % weniger abgefüllt als im Vorjahr. Die Herstellung von Bio-Konsummilch sank überdurchschnittlich um 6,7 %. Naturjoghurt entwickelte sich sehr erfreulich mit einem Plus von 2,9 %. Bei Sauermilch- und Kefirerzeugnissen ohne Zusätze war ein Zuwachs um 1,2 % zu verzeichnen. Die Produktion von Frischprodukten mit Zusätzen ist hingegen um 2,2 % geschrumpft. Sahneerzeugnisse wurden 0,7 % weniger erzeugt als im Vorjahr. Die Käseherstellung ist 2023 nach einem Rückgang im Vorjahr wieder leicht gewachsen. Sie erhöhte sich um 0,9 % auf 2,45 Mio. t und hat damit ihren Höchststand von 2021 noch nicht erreicht. Die einzelnen Segmente entwickelten sich unterschiedlich. Die Produktion von Schnittkäse stieg um 3,6 % auf 777.800 t und war damit höher als je zuvor. Pasta Filata erreichte ebenfalls ein Allzeithoch, legte im Vergleich zum Vorjahr aber lediglich leicht um 1,2 % zu. Die Erzeugung von Frischkäse wurde leicht um 0,3 % ausgeweitet, während bei Hartkäse, Weichkäse, Halbfestem Schnittkäse und Sauermilch-, Koch- und Molkenkäse Einschränkungen zu beobachten waren. Bei Schmelzkäse hat nach einem Allzeitrekord im Vorjahr 2023 wieder ein Rückgang eingesetzt. Die Herstellung von Butter stieg um 1,7 % und erreichte mit 480.500 t ein Dreijahreshoch. Die Produktion von Trockenmilchprodukten hat sich uneinheitlich entwickelt. Bei Magermilchpulver, mit 347.200 t das größte Segment, kam es erneut zu einem leichten Rückgang um 1,2 % und sank auf ihren tiefsten Stand seit 2013. Leicht, um 0,7 %, wurde die Herstellung von Vollmilchpulver ausgeweitet, wohingegen an sonstigen Milcherzeugnissen in Pulverform 0,9 % weniger hergestellt worden ist. Am stärksten gedrosselt wurde bei Buttermilchpulver (-8,9 %). Molkenpulver wurde mit 384.500 t 3,7 % mehr hergestellt als im Vorjahr und die größte Menge seit 2015. (ZMB; Dairy World 08/2024 - Marktwoche Milch ZMB und AMI (miv.de)) Die deutsche Milchwirtschaft hat 2023 größere Mengen an Milchprodukten exportiert als im Vorjahr. Die Käseexporte erreichten einen neuen Allzeitrekord. Sie stiegen um durchschnittlich 5,8 % und haben die Marke von 1,4 Mio. t lediglich geringfügig unterschritten. Die größten Abnehmer von deutschem Käse im Ausland waren wie in den Vorjahren Italien, die Niederlande und Frankreich. In Drittländer gingen mit 206.697 t 14,8 % des Auslandsgeschäftes mit Käse und 4,7 % mehr als im Vorjahr. Die Ausfuhren von Milch und Sahne in abgepackter Form stiegen um 6,3 %. Dabei haben sich die Lieferungen nach Drittländern, die einen Marktanteil von 58 % hatten, überdurchschnittlich um 8,7 % erhöht, obwohl in den größten Markt China 1,3 % weniger gingen als im Vorjahr. Leicht erhöht haben sich im Vergleich zu 2022 die Exporte von Magermilchpulver und Molkenpulver, während bei Laktose eine etwas stärkere Zunahme zu beobachten war. Deutschlands Importe von Milchprodukten haben sich uneinheitlich entwickelt. Weniger als im Vorjahr wurde an Käse, Kasein, Kaseinat, Molkenkonzentrat und Molkenpulver sowie an ungezuckerter Kondensmilch importiert. Gestiegen sind dagegen die Einfuhren von Butter, Butteröl, loser Milch und Sahne, Milch und Sahne in Kleinpackungen, Voll- und Magermilchpulver sowie Joghurt und Milchmischgetränken. Auch an Laktose wurden höhere Mengen aus dem Ausland bezogen. (Dairy World 08/2024 - Marktwoche Milch ZMB und AMI (miv.de) 1.2.1.5 Preisentwicklungen am deutschen Milchmarkt Nach den extremen Preisaufschlägen im Vorjahr gab es am Milchmarkt 2023 eine teils heftige Gegenbewegung. Die Preise für Milchprodukte gaben im Vergleich zu ihren historischen Höchstmarken vom Frühjahr 2022 durchweg teils in kürzester Zeit drastisch nach, blieben im langfristigen Vergleich aber in den meisten Segmenten überdurchschnittlich. Die Preise aller Milcherzeugnisse, die notiert werden, sanken 2023 im Vergleich zum Vorjahr massiv um 20 % oder mehr. Die Commodities Süßmolkenpulver hatten mit -40% gefolgt von Magermilchpulver (-35%) und Vollmilchpulver (-29%) die größten Preissenkungen zu verzeichnen. (Wohlfarth). Im Jahr 2023 lag der bundesdeutsche, durchschnittliche Milchpreis konventionell erzeugter Milch (4,0 % Fett, 3,4 % Eiweiß, netto ab Hof) inklusive der Nachzahlung bei 45,34 Cent/kg. Dies ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr von fast acht Cent bzw. ein Minus von 14,7 Prozent. Während im vergangenen Jahr 2022 Bayern und Baden-Württemberg im Milchpreis von den norddeutschen Mitbewerbern deutlich überholt worden war, hat sich das Blatt in 2023 gewendet. Die BMI zahlte 2023 für oGT Standardmilch (4,0 % Fett, 3,4 % Eiweiß) inkl. S-Klasse einen Milchpreis von 43,33 Cent/kg. Der BMI-Bruttoauszahlungspreis für einen pauschalierenden Milcherzeuger lag bei 47,23 Euro je 100 kg Milch. Für Milch in Bio-Qualität wurden im Durchschnitt 56,99 Euro je 100 kg netto (62,12 Euro je 100 kg brutto) bei Standard-Inhaltsstoffen bezahlt. Nachdem die Commodity-Verwertungen (Butter, Milchpulver und Standard-Käsesorten) im Frühjahr 2023 von Marktturbulenzen und einem heftigen Preisabsturz getroffen wurden, sanken die Milchpreise bei Molkereien mit diesem Portfolio bereits Anfang des Jahres sehr rasant. Markenartikler konnten in 2022 ihre Preise zwar erst nach zähen Diskussionen langfristig verbessern. Durch ihre Kontraktlaufzeiten konnten sie allerdings ihre Verwertungen und damit Milchpreise länger oder zum Teil auch dauerhaft stabil halten. Entsprechend fielen die Milchpreisleistungen der einzelnen Bundesländer für 2023 deutlich auseinander. Das Niveau sank von 56,93 Cent/kg Milch im Januar 2023 auf den Tiefststand im August 2023 von 40,39 Cent/kg Milch und stieg dann wieder Ende des Jahres 2023 auf 43,20 Cent/kg Milch. Während sich die Bandbreite zwischen dem best- und schlechtest-auszahlendem Bundesland in Deutschland 2022 (Schleswig-Holstein/Hamburg und Bayern) bei knapp 3,4 Cent/kg Milch befand, hat sich die Differenz der Auszahlungsleistung 2023 auf über acht Cent/kg Milch ausgeweitet (jetzt Bayern zu Schleswig-Holstein/Hamburg) - zwischen der best- und schlechtest-auszahlenden Molkerei sogar 17 ct/kg. Milchpreis-Charts: Verband der Milcherzeuger Bayern e.V. (milcherzeugerverband-bayern.de) Der Absatz von Molkereiprodukten im Lebensmitteleinzelhandel hat sich 2023 nach den Erhebungen von NielsenIQ unterschiedlich entwickelt. 2022 war es zu generell sinkenden Absatzmengen bei gleichzeitig höheren Ausgaben gekommen. Im Laufe von 2023 haben die Verkäufe von Butter, Käse in Selbstbedienung und Joghurt das Vorjahresniveau wieder übertroffen. An Konsummilch, Sahne, Quark, Käse in der Theke und Mischstreichfetten wurden hingegen niedrigere Mengen eingekauft als im Vorjahr. Insgesamt wurde erneut mehr Geld für Milchprodukte im Lebensmitteleinzelhandel ausgegeben als im Vorjahreszeitraum. Nur bei Butter und Mischstreichfetten, wo die Verbraucherpreise 2023 spürbar nachgegeben haben, kam es zu einem Umsatzrückgang im Lebensmitteleinzelhandel. Am stärksten gestiegen sind die Ausgaben für Quark, Käse in Selbstbedienung und Sahneerzeugnisse. Aufgrund der hohen Inflation war eine steigende Zuwendung zu Handelsmarken, eine große Resonanz auf Aktionen und ein schwieriges Umfeld für Markenartikel zu beobachten. Dairy World 51/2023 - Marktwoche Milch ZMB und AMI (miv.de) 1.2.2 Geschäftsverlauf der BMI eG 1.2.2.1 Anlieferung Die BMI verarbeitete im Jahr 2023 insgesamt 2,77 Mrd. kg Rohstoff, ca. 5,7 % weniger als im Vorjahr. Die Mengenreduktion stammt im Wesentlichen aus dem Rohmilchbereich, 617,3 Mio. kg wurden erfasst, dies sind 221,6 Mio. kg weniger als im Vorjahr. Ursächlich dafür sind die Schließung des Werks Ebermannstadt zum 31.03.2023 und Mengenverluste durch Betriebe, welche ihre Verträge mit der BMI eG nicht verlängerten. Betriebsaufgaben haben sowohl Mitteldeutschland als auch Bayern betroffen. Die Milchmenge der Mitgliedsbetriebe lag mit 380,6 Mio. kg um 33,3% unter dem Vorjahr. Die Milchmenge von Neumitgliedern konnte die Mengenverluste nur teilweise kompensieren. Wie im Vorjahr wurde auch im Jahr 2023 Rohmilch von Dritten zugekauft. Der Zukauf ist jedoch auf 236,7 Mio. kg bzw. um -11,8 % gesunken. Bei der Bewertung der Zahl muss jedoch berücksichtigt werden, dass vom gesamten Zukauf 24,3 Mio. kg Rohmilch mit anderen Molkereien getauscht wurde (Vorjahr 45,1 Mio. kg). Im Ergebnis konnten Logistikkosten eingespart werden. Der Anteil von Bio-Rohmilch lag bei 8,0 % der insgesamt angenommenen Rohmilch-Menge. Der Molke-Zukauf und die internen Milch- und Molke- Lieferungen erhöhen sich auf Basis t-dünn in Summe um 2,8 % bzw. 58.287 t auf 2.115.664 t. Die interne Milch- und Molkenanlieferung sank dabei aufgrund geringerer Produktionsmengen in den Käsereien Jessen, Windsbach und Ebermannstadt um 97.045 t. Dagegen stieg der externe Molkenzukauf um 155.332 t. Der Bio-Anteil bei Molke lag im Jahr 2023 bei 17,6 % bzw. 372.306 t.
Tabelle 2: Rohstoffanlieferung zur Verarbeitung der BMI eG [1] [1] Vgl. BMI Board, umgerechnet in flüssigen Rohstoff, Eingang in die Sparte 1.2.2.2 Produktion In 2023 nahm die Produktion in den Business Units Frische (-126.669 t / -99,9 %) und Käse (-8.795 t / -13,0 %) ab. Die Produktion der Business Unit Ingredients dagegen war leicht höher als im Vorjahr (+734 t / 0,7 %). Im Rahmen des CoPacking-Geschäfts wurden 63.632 t Fertigprodukte im Werk Zapfendorf Frische abgepackt.
Tabelle 3: Produktion (ohne Versand; CoPacking 9-12/2022 in der Frische) der BMI eG [2] [2] Vgl. BMI Board, Produktion Die Reduzierung der Frischeproduktion um 99,9 % ist vor allem dem Verkauf des Frische-Werks Würzburg zuzurechnen. Im Gegensatz zum Vorjahr handelt es sich im Jahr 2023 in der Business Unit Frische um eine reine Werklohn-Produktion in Zapfendorf (Ausnahme ein geringer Teil der Butter-Produktion). Die Herstellmengen der Business Unit Käse haben sich im Jahr 2023 im Wesentlichen aufgrund der Schließung des Werkes Ebermannstadt reduziert. Bei den Herstellmengen im Bereich Ingredients kam es insgesamt zu einer leichten Steigerung der Produktionsleistung um +0,7 %. Dies bei einer Steigerung der Produkte auf Molkebasis und leicht abnehmender Menge der milchbasierten Produkte. 1.2.2.3 Umsatz Der Gesamtumsatz reduzierte sich um 259,7 Mio. EUR bzw. 31,7 % auf 558,8 Mio. EUR. Die wesentlichen Treiber der Umsatzreduktion waren einerseits der Abgang der Werke Würzburg und Ebermannstadt sowie die Umstellung der Frischeproduktion in Zapfendorf von Eigenfertigung auf Werklohnproduktion (-172,7 Mio. EUR). Andererseits wirkte die Preisreduktion über alle Produktsegmente umsatzreduzierend. Die Umsätze der Business Units Ingredients und Käse sind aufgrund der allgemeinen Marktentwicklung preisbedingt um -21,2 % (-51,3 Mio. EUR) bzw. -10,1 % (-38,9 Mio. EUR) deutlich niedriger als im Vorjahr. Der Rückgang in der Business Unit Käse gegenüber dem Vorjahr in Höhe von -38,9 Mio. EUR ist vor allem dem deutlichen Rückgang im Exportgeschäft (- 60,6 Mio. EUR) geschuldet. Das gestiegene Inlandsgeschäft konnte diesen Rückgang nicht kompensieren. Die Haupteffekte der Umsatzrückgänge resultiert aus dem Produktgruppen Pasta Filata-Käse (-14,8 Mio. EUR), Hartkäse (-14,6 Mio. EUR), Schnittkäse (- 13,3 Mio. EUR) und Blauschimmelkäse (-8,9 Mio. EUR). Der Umsatzrückgang (-51,3 Mio. EUR) in der BU Ingredients war vor allem auf die geringeren Exportaktivitäten (-41,7 Mio. EUR) zurückzuführen. Neben den geringeren Absatzmengen (Molkenpulver, demineralisiertes Molkenpulver, Konzentrat) ging vor Allem auch das Niveau der Verkaufspreise im Jahr 2023 deutlich zurück. Der Umsatz der Frische lag mit 21,0 Mio. EUR im Jahr 2023 um -172,7 Mio. EUR (-89,2 %) unter Vorjahresniveau. Dies wurde verursacht durch den Verkauf der BU Frische zum 1. September 2022 und die damit verbundene Umstellung auf Werklohn. Der Versand von Rohstoffen lag mit 72,8 Mio. EUR deutlich über Vorjahresniveau. Vor allem der Verkauf von Rahm ist bedingt durch das Werklohngeschäft gestiegen. Die Exportquote der BMI eG ist von 49,5 % in 2022 auf 52,0 % in 2023 gestiegen, wobei der Exportumsatz absolut um -114,7 Mio. EUR (-28,3 %), sowohl in der BU Ingredients (-41,7 Mio. EUR) wie auch in der BU Käse (-60,6 Mio. EUR) und der BU Frische (-12,4 Mio. EUR) gesunken ist.
Tabelle 4: Umsatz der BMI eG nach Produktgruppen [3] 1.2.2.4 Investitionen Zur Optimierung der Produktion, zur Erweiterung der Kapazitäten und um neue Wachstumsmärkte erschließen zu können, hat die BMI im Jahr 2023 insgesamt 18,5 Mio. EUR in die technische und bauliche Weiterentwicklung der Betriebe investiert. Wesentliche Schwerpunkte waren dabei: • Planerische Vorbereitung der Umsetzung des "Masterplan Ingredients" Zur Weiterentwicklung der BU Ingredients verfolgt die BMI die Umsetzung eines Neubauprojektes in Zapfendorf. Hierzu erfolgten in 2023 wesentliche planerische Vorarbeiten. Neben der Änderung des Bebauungs- und Flächennutzungsplanes wurden die planerischen Grundlagen für die Produktionstechnik, die Gebäude und die technische Gebäudeausstattung gelegt. • Ausbau des Absack-Bereichs im Werk Jessen Ingredients Zur Optimierung der Abfüllkapazitäten und zur konsequenten Erhöhung der Produktqualität wurde das Gebäude inkl. TGA für die Inbetriebnahme einer neuen Absackanlage umgebaut. Die finale Inbetriebnahme soll bis Mitte 2024 abgeschlossen sein. • Errichtung einer Laktose-Linie in Winzer Die Investition in eine Laktose-Linie in Winzer dient der Optimierung der Produktionskapazitäten bei einer gleichzeitigen Flexibilisierung der Werksauslastung. Mit den Arbeiten wurde bereits im Jahr 2022 begonnen. Fertiggestellt wurde diese Investition im Dezember 2023. • Nass-Trocken-Trennung aller Türme in Winzer Aufgrund zusätzlicher Anforderung an die Qualität wurde in Winzer eine Trennung der drei Türme in Winzer untereinander und von den Verdampfungsanlagen vorgenommen. • Vorbereitung neues ERP-System Im Rahmen der Digitalisierungsstrategie der BMI wurde ein Projekt zur Implementierung eines neuen ERP-Systems angestoßen. Nach der Konzeptionsphase im Jahr 2024 soll im Jahr 2025 mit der Realisierung begonnen werden. 1.2.2.5 Personal- und Sozialbereich Die Zahl der Mitarbeitenden der BMI hat sich zum Ende des Geschäftsjahr 2023 im Vorjahresvergleich um 69 Personen reduziert. Die größte Veränderung (-93 Beschäftigte) ist hierbei der Schließung des Werkes Ebermannstadt zum 31.03.2023 zuzurechnen. Darüber hinaus ergaben sich folgende Veränderungen: Reduktion der Beschäftigtenzahl in der Hauptverwaltung (-7) sowie in Peiting, Jessen TP und Tirschenreuth (jeweils -1). Einen Personalaufbau verzeichneten die Werke Zapfendorf TP (+24), Zapfendorf FK (+5), Jessen FK (+3) sowie Winzer und Wang (jeweils +1). Zum Jahresende 2023 beschäftigte die BMI insgesamt 821 Mitarbeitende, davon 91 in Teilzeit, 32 Auszubildende, 3 Mitarbeitende auf Geringfügigkeitsbasis einschließlich Praktikanten und 55 Mitarbeitende im passiven Arbeitsverhältnis (u. a. ATZ-Freistellung, Elternzeit, Dauerkrankheit, unbezahlter Urlaub). 2023 war die gestiegene Inflation, der mediale Druck und die gestiegene Streikbereitschaft eine Herausforderung bei den Tarifverhandlungen. Im Juni wurde für das Tarifgebiet Bayern ein 12-montiger Tarifabschluss mit folgendem Inhalt erzielt: • schnelle finanzielle Entlastung in Form einer steuer- und beitragsfreien Inflationsausgleichsprämie, die in den Abrechnungsmonaten Juni und Juli 2023 sowie Januar 2024 jeweils in Höhe EUR 600,- (für Auszubildende EUR 300,-) ausgezahlt wurde. • Steigerung der Löhne und Gehälter einheitlich in allen Entgeltgruppen um EUR 310,- ab August 2023 (≙ 9,16 % vom Ecklohn, Durchschnittserhöhung BMI 6,66 %). • Steigerung der Ausbildungsvergütungen ab August 2023 in allen Ausbildungsjahren um EUR 120,-. Für das Tarifgebiet Ost wurde im November 2023 folgender Abschluss vereinbart: • Prozentuale Erhöhung der Einkommen ab November 2023 in Höhe von 4,45 % sowie ab Augst 2024 um weitere 3,69 %. • schnelle finanzielle Entlastung in Form einer steuer- und beitragsfreien Inflationsausgleichsprämie in Höhe von EUR 1.000,- (EUR 500,- für Auszubildende) mit der Entgeltabrechnung Dezember 2023 sowie weitere EUR 900,- (EUR 450,- für Auszubildende) mit der Entgeltabrechnung Mai 2024. • Erhöhung der Ausbildungsvergütungen ab November 2023 von jeweils EUR 200,- für jedes Ausbildungsjahr EUR 500,- mit der Entgeltabrechnung Dezember 2023 und weitere EUR 450,- mit der Entgeltabrechnung Mai 2024 ausgezahlt. Gleichzeitig wurden die Regelungen des neuen Manteltarifvertrag OST (aus 2022) vereinbarungsgemäß umgesetzt und die Arbeitszeit von 39,5 h/Woche auf 39 h/Woche ab Juli 2023 reduziert. Die eigene Ausbildung stellt nicht nur einen wichtigen Rekrutierungsweg für unsere zukünftigen Fachkräfte dar, sondern zielt auch auf eine Abfederung des demografischen Wandels ab. So wurden 2023 mit 11 jungen Menschen Berufsausbildungsverträge in einem unserer 7 Ausbildungsberufen geschlossen. Jedoch konnten trotz erhöhter Bemühungen nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzt werden. Auch das bestehende Personal erhielt im Jahr 2023 im Rahmen der beruflichen Fort- und Weiterbildung vielfältige Möglichkeiten. So konnten in diesem Jahr 25 Veranstaltungen in unserem HR-Shop 247 Beschäftigte erreichen. Externe Fortbildungsangebote wurden zielgruppenübergreifend (z.B. Milchtechnologischer Grundlehrgang) und auch zielgruppenspezifisch angeboten. Langfristige Weiterbildungsangebote wie die Ausbildereignung, Meister und Techniker wurden erweitert, um die Möglichkeit eines Vollzeitstudiums im Fach Milchwirtschaftliche Lebensmitteltechnologie (ProStudium) an der Hochschule Hannover. Hierbei erhalten die Beschäftigten individuelle Unterstützungsangebote und binden sich im Gegenzug weiterhin vertraglich an uns. Zielsetzung ist die langfristige Sicherung von Besetzungspotentialen unserer Fach- und Führungspositionen. Die BMI fördert im Rahmen der regional und satzungsmäßig bestehenden Möglichkeiten den Einsatz von qualifizierten Frauen in Führungspositionen der Genossenschaft. Der Vorstand und Aufsichtsrat legte hierzu in 2021 in Analogie zu § 9 IV GenG für die Besetzung des Vorstands mit Frauen eine Zielgröße von 0 % fest und für die Besetzung des Aufsichtsrates für Frauen eine Zielgröße von 22 %. Die festgelegten Zielgrößen sind maßgeblich für den Zeitraum bis einschließlich 30.06.2023. Die festgelegte Zielgröße im Vorstand entspricht dem Status quo. Eine Steigerung kommt nicht in Betracht, da nach derzeitigem Stand voraussichtlich weder weitere Stellen frei, noch zusätzliche Stellen geplant sind. Nach der Umsetzung der Drittelbeteiligung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat konnte die festgelegte Zielgröße mit 20 % statt 22 % nicht vollumfänglich erfüllt werden. Zudem legte der Vorstand in Analogie zu § 9 III GenG für die Besetzung der ersten und zweiten Führungsebene mit Frauen in 2022 eine Zielgröße von 14 % (erste Ebene) sowie 13 % (zweite Ebene) fest. Der Vorstand definiert als erste Führungsebene die Abteilungsleiter mit direkter Berichtspflicht an den Vorstand, als zweite Führungsebene Abteilungsleiter, welche nicht unter die erste Ebene fallen sowie Werksleiter. Die festgelegten Zielgrößen sind ebenfalls für den Zeitraum bis einschließlich 30.06.2023 maßgeblich. Die festgelegte Zielgröße für die erste Ebene wurde nicht erreicht, für die zweite Ebene wurde die Zielgröße eingehalten. 1.2.2.6 Nachhaltigkeit / Umweltschutz Anfang 2023 erfolgte die Veröffentlichung des ersten Nachhaltigkeitsberichts der BMI mit den vier wesentliche Handlungsfelder: - Klima, Energie und Ressourcenschonung - Wasserverbrauch und -verfügbarkeit - nachhaltige Landwirtschaft mit Schwerpunkt Tierwohl und - Miteinander - Mitarbeitergesundheit und -zufriedenheit. Diesbezüglich wurden übergreifende Ziele festgelegt und spezifische Maßnahmen definiert. Auch 2023 stand die Entwicklung an den Energiemärkten im Fokus. Die Reaktion war die Entwicklung einer strikt regelbasierten Beschaffungsstrategie. Zudem wurde für 2024 rund 30 % grüner Strom beschafft. Für 2025 soll der Anteil an Grünstrom auf ca. 50 % erhöht werden. Ein weiterer wesentlicher Schwerpunkt war die Erarbeitung eins Transformationskonzeptes für den Standort Zapfendorf und die Vorbereitungen für den Standort Jessen mit dem Ziel, die Möglichkeiten zur CO 2 -Reduktion an den Bestandsstandorten herzuleiten, Maßnahmen zu definieren und einen Fahrplan zur Umsetzung abzuleiten. 1.2.2.7 Qualitätsmanagement / Qualitätssicherung Das vorrangige Ziel des Qualitätsmanagements und der Qualitätssicherung ist die Sicherstellung der Lebensmittelsicherheit über die gesamte Herstellungskette. Dies beinhaltet neben der Aufrechterhaltung marktgerechter Qualitätsstandards die stetige Weiterentwicklung der hierzu erforderlichen Ressourcen und Prozesse. Herauszuheben für 2023 sind folgende Projekte: Global Food Safety Initiative (GFSI) / FSSC / IFS: Die beiden Standards FSCC 22.000 Version 5.1 (BU Ingredients) und IFS 7.0 (BU Käse/BU Frische) wurden in 2023 in den Werken weitergeführt, die Anforderungen umgesetzt sowie die Vorbereitung auf die neuen Versionen (FSCC 22.000 Version 6 und IFS 8) gestartet und Aufgabenpakete definiert. Die Themen Food Fraud, Food Defense und Lebensmittelsicherheitskultur wurden weiterentwickelt. Die hierfür notwendigen Audits wurden in 2023 in den Produktionsstandorten und der Hauptverwaltung erfolgreich durchgeführt. Die BMI befindet sich im Rahmen der aktuellen Zertifizierungen auf einem höheren Niveau des Anforderungs-Portfolios. Produktzertifizierungen: Die Produktzertifizierungen für HALAL, Kosher, Bio/Bioland/Naturland, COFCC und oGt/VLOG von Produkten, Produktionseinheiten und Produktionswerken BU Ingredients / BU Käse wurden erfolgreich absolviert. Zentrallabor Wang: 2023 stand für das Zentrallabor die Überprüfung durch die DAkkS an. Durch eine intensive Vorbereitungsphase mit deutlichen Verbesserungen in der Struktur und Effizienz konnte die Akkreditierung bestätigt werden. Die Planung zur Kapazitätserweiterung des Zentrallabors konnte abgeschlossen werden. 1.2.3 Lage der Genossenschaft 1.2.3.1 Vermögens- und Finanzlage Die enorme Volatilität an den Rohstoff- wie auch den Absatzmärkten prägten die Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft. Neben der üblichen Abschreibungspolitik und Investitionstätigkeit wurde das wirtschaftliche Ergebnis und Bilanzbild vor allem durch folgende Haupteffekte beeinflusst: • Das Geschäftsjahr 2023 war von einer marktlichen Gegenbewegung zum starken Preisanstieg in 2022 geprägt. Die hohen Verbraucherpreise haben zu einer Kaufzurückhaltung geführt. Gleichzeitig stimulierten die attraktiven Milchpreise die Milcherzeugung. o Dies führte zu einem massiven Preiseinbruch, verbunden mit einer deutlichen Abwertung der Bestände. Die Wertreserve in den Beständen in Höhe von 4,1 Mio. EUR konnte allerdings vollständig erhalten bleiben. o Zur Stabilisierung der Rohstoffbasis musste ein Preis bezahlt werden, der nicht erwirtschaftet worden ist. Hierzu wurden Reserven der Vorjahre eingesetzt. • Auch die Energiepreise blieben auf einem historisch hohen Niveau, die extremen Preisspitzen aus 2022 wurden jedoch nicht mehr erreicht. Trotzdem belasteten sie das Jahresergebnis zusätzlich. • Insgesamt konnte nur ein negatives Ergebnis in Höhe von -6,217 Mio. EUR erreicht werden. • Die Liquiditätslage blieb auch in 2023 weiterhin positiv. Die Kreditlinien der Banken standen in unveränderter Höhe zur Verfügung. Im Berichtsjahr erfolgten die vertraglich vorgesehenen Tilgungsleistungen. Alle im Konsortialkreditvertrag vertraglich definierten Finanzkennzahlen wurden während der Berichtsperiode eingehalten. • Die bereits in 2022 kommunizierte Schließung des Werks Ebermannstadt wurde in 2023 umgesetzt. Hierbei erfolgte im Berichtsjahr der weitgehende Verkauf des beweglichen Anlagevermögens. Hinsichtlich des Verkaufs des Grundstücks befindet sich die BMI in fortgeschrittenen Verhandlungen. Zur Vermögenslage:
Tabelle 5: Anlagevermögen und Eigenkapital der BMI Die Bilanzsumme sank in 2023 um 35,8 Mio. EUR auf 198,6 Mio. EUR. Ursächlich hierfür ist u.a. die Verminderung des Working Capitals aufgrund verminderter Umsätze und generell niedrigerer Preisniveaus auf der Verkaufs- wie auch der Einkaufsseite. Gegenläufig hingegen war der Anstieg im Anlagevermögen durch höhere Investitionsaktivitäten im Berichtsjahr. Das Anlagevermögen stieg um 3,2 Mio. EUR auf insgesamt 94,3 Mio. EUR. Der Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen beträgt 47,5 % und stieg damit im Vergleich zu 2022 (38,9 %). Das Umlaufvermögen, inklusive aktiver Rechnungsabgrenzungsposten, sank um insgesamt 39,0 Mio. EUR auf 104,2 Mio. EUR fast ausschließlich infolge eines mehr als halbierten Forderungsbestandes. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verminderten sich um 35,4 Mio. EUR auf 31,5 Mio. EUR. Ursächlich hierfür waren einerseits niedrigere Umsätze (Umsatz Dez. 2022: 63,5 Mio. EUR - Umsatz Dezember 2023: 42,9 Mio. EUR) und andererseits eine etwas intensivere Nutzung von Factoring im Vergleich zum vorhergehenden Abschluss-Stichtag (Dez. 2022 18,8 Mio. EUR vs. 10,1 Mio. EUR Dez. 2022). Das in Vorräten gebundene Vermögen sank bei Anwendung des strengen Niederstwertprinzips trotz eines physischen Bestandsaufbaus um 1,4 Mio. EUR auf 47,4 Mio. EUR. Es besteht weiterhin ein abgesetzter Wertabschlag zur Vorwegnahme künftiger Wertschwankungen gemäß § 253 Abs. 3 Satz 3 HGB a.F. auf das Vorratsvermögen in Höhe von 3,8 Mio. EUR und nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung gemäß § 253 Abs. 4 HGB a.F. in Höhe von 0,3 Mio. EUR. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen gab es zum Bilanzstichtag keine. Die sonstigen Vermögensgegenstände sanken um 3,1 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr, vornehmlich aufgrund einer geringerem Vorsteuerforderung. Die liquiden Mittel nahmen um 0,9 Mio. EUR auf 16,7 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr zu. Das Eigenkapital reduzierte sich um knapp 9 Mio. EUR auf 83,6 Mio. EUR. Neben dem Jahresfehlbetrag in Höhe von 6,2 Mio. EUR wurden Geschäftsguthaben in Höhe von 3,85 Mio. EUR nach der letzten Generalversammlung ausbezahlt. Gegenläufig wurden im Jahr 2023 weiterer Geschäftsguthaben in Höhe von 1,1 Mio. EUR gezeichnet, gut 1 Mio. EUR durch die Milchwirtschaftliche Beteiligungs-AG, sowie durch die Milchverwertung Ostallgäu und die Pinzgau Milch Produktions-GmbH. Gekündigte freiwillige Geschäftsguthaben und Pflichtanteile in Höhe von 4,878 Mio. EUR werden aufgrund der Kündigung zum 31.12.2023 nach der Generalversammlung 2024 ausbezahlt. Aus dem Bilanzgewinn des Jahres 2022 in Höhe von 23,9 Mio. EUR wurden 2,4 Mio. EUR der gesetzlichen Rücklage und 2,4 Mio. EUR den anderen Ergebnisrücklagen zugewiesen. Der Rest in Höhe von 19,1 Mio. EUR wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Der Jahresfehlbetrag 2023 in Höhe von 6,2 Mio. EUR wird mit dem verbliebenen Bilanzgewinn 2022 verrechnet. Damit verbleibt ein bilanzielles Eigenkapital in engster Definition in Höhe von 83,6 Mio. EUR bzw. 42,1 %. Die stille Beteiligung der Bayerischen Beteiligungsgesellschaft, die zum 30.09.2011 bei der BMI eingezahlt wurde, wurde im Juni 2016 um weitere 10 Jahre verlängert. In 2023 wurde sie vertragskonform um 0,6 Mio. EUR auf 1,8 Mio. EUR getilgt. Die Rückstellungen nahmen insgesamt um 13,1 Mio. EUR ab und betrugen zum Jahresultimo 41,6 Mio. EUR. Rückstellungen für Restrukturierung wurden in Höhe von 5,5 Mio. EUR verbraucht bzw. aufgelöst. Die Rückstellung für Gewährleistung wurde in Höhe von 1,3 Mio. EUR aufgelöst. Die Pensionsrückstellung verminderte sich auf Bais des Stichtagsgutachtens um 1,5 Mio. EUR. Die Rückstellung für Steuern verminderte sich um 0,2 Mio. EUR. Dabei wurden alle Rückstellungen stichtagskonform bewertet. Die Verbindlichkeiten verminderten sich insgesamt um 13,1 Mio. EUR. Dabei reduzierten sich die Bankverbindlichkeiten aufgrund der vertraglich vereinbarten Tilgungen um 1,8 Mio. EUR. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verminderten sich insbesondere preisbedingt um 11,4 Mio. EUR auf 56,7 Mio. EUR. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen stichtagsbedingt um 0,1 Mio. EUR. Die sonstigen Verbindlichkeiten verminderten sich um 0,2 Mio. EUR auf 7,9 Mio. EUR. Hauptgrund war die Verminderung der Darlehen durch Mitglieder um 0,3 Mio. EUR auf 2,6 Mio. EUR. Die Lohnverbindlichkeiten nahmen um 0,2 Mio. EUR zu. Die gesunkene Bilanzsumme führte trotz des gesunkenen Eigenkapitals zu einer Erhöhung der Eigenkapitalquote von 39,5 % auf 42,1 %. Die wirtschaftliche Eigenkapitalquote beträgt 42,6 %. Das wirtschaftliche Eigenkapital setzt sich zusammen aus dem bilanziellen Eigenkapital (83,6 Mio. EUR), vermindert um die Summe der Geschäftsguthaben der ausscheidenden Mitglieder (4,9 Mio. EUR), zuzüglich der stillen Beteiligung der Bayerischen Beteiligungs-Gesellschaft (1,8 Mio. EUR) und den versteuerten Wertabschlägen auf das Vorratsvermögen (4,1 Mio. EUR). Es beträgt insgesamt 84,6 Mio. EUR. Die bisherigen Finanzierungsbausteine wurden auch in 2023 unverändert fortgeführt. Dadurch ist eine gesicherte und fristenkongruente Finanzierung der BMI weiterhin gegeben. Der Rest konnte eigenfinanziert werden. 1.2.3.2 Ertragslage Die Gewinn- und Verlustrechnung ist ganz grundsätzlich vom Abgang der BU Frische zum 31.08.2022 geprägt, was alle Positionen betrifft. Der Effekt ist jeweils in Klammern dargestellt. Die Umsatzerlöse reduzierten sich aufgrund des Abgangs der BU Frische (- 160,6 Mio. EUR) und des massiven Einbruchs der Erlöse vor Allem bei den Commodity-Produkten um 259,7 Mio. EUR auf 558,8 Mio. EUR. Die Bestandsveränderungen sind geprägt von zwei gegenläufigen Effekten. Die negativen Preiseffekte führten zu einer unterjährigen Bestandsabwertung in Höhe von 12,4 Mio. EUR. Diese wurde überkompensiert durch den mengenmäßigen Bestandsaufbau in beiden BUs (Ing. +1.994,5 t, Käse + 604,6 t). Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken massiv von 36,7 Mio. EUR auf 12,5 Mio. EUR. Während 2022 vom Verkauf der BU Frische geprägt war, stammen die sonstigen betrieblichen Erträge insbesondere aus der Auflösung von Rückstellungen und dem Verkauf von Anlagen des Betriebes Ebermannstadt. Der Materialaufwand reduzierte sich vor Allem preisbedingt um 209,4 Mio. EUR (BU Frische: 141,7 Mio. EUR). In Summe führen diese Änderungen zu einer Reduktion des Rohergebnisses um 75,6 Mio. EUR gegenüber 2022. Der Personalaufwand verminderte sich um 14,4 Mio. EUR (21%) auf 54 Mio. EUR. Trotz der massiven tariflichen Lohnsteigerung reduzierte sich der Personalaufwand aufgrund des Verkaufs der Business Unit Frische (-7,2 Mio. EUR) zum 31.08.2022, der einmalig in 2022 eingestellten Rückstellung für Sozialplan Ebermannstadt (3,7 Mio. EUR) und dem Entfall der Lohnsumme des Standortes Ebermannstadt zum 31.03.2023 aufgrund der Schließung. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen reduzierten sich um 26,7 Mio. EUR auf 59,8 Mio. EUR. Begründet ist dies durch den Abgang der BU Frische (15,2 Mio. EUR), der Schließung des Standortes Ebermannstadt (1,8 Mio. EUR) und der Reduktion der Beschaffungspreise. Die Abschreibung reduzierte sich aufgrund des Abgangs der BU Frische (1,5 Mio. EUR) und der reduzierten außerplanmäßigen Abschreibung auf die Assets des Werks Ebermannstadt (-1,3 Mio. EUR nach 2,9 Mio. EUR im Vorjahr) von 19,0 Mio. EUR in 2022 auf 14,1 Mio. EUR in 2023.
Tabelle 6: Ertragslage der BMI Das Finanzergebnis liegt mit -1,5 Mio. EUR um 0,4 Mio. EUR über Vorjahresniveau. Aufgrund der steuerlichen negativen Einkünfte für 2023, wurde ein Verlustrücktrag für die Ertragssteuerbelastung 2022 berücksichtigt. Somit ergibt sich eine Auflösung der Steuerrückstellung für 2022 in Höhe von 139 TEUR. Für das Jahr 2023 resultiert demnach ein Jahresfehlbetrag nach Steuern in Höhe von 6,2 Mio. EUR. Im Jahresergebnis ist eine Verzinsung der freiwillig gezeichneten Geschäftsguthaben gemäß § 55 Abs. 2 der Satzung in Höhe von 0,4 Mio. EUR enthalten. Nach Verrechnung mit dem Gewinnvortrag in Höhe von 19.080.738,39 EUR, ergibt sich ein Bilanzgewinn in Höhe von 12.863.471,77 EUR, der wie folgt zu verwenden ist: 10 % (1.286.347,18 EUR) sind zu der gesetzlichen Rücklage (§ 46 Satzung) und 1.286.347,18 EUR sind den anderen Ergebnisrücklagen zuzuführen. Der restliche Bilanzgewinn von 10.290.777,41 EUR wird in das neue Jahr vorgetragen. 1.2.3.3 Vorgänge von besonderer Bedeutung Auch das Jahr 2023 war von den Folgen des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine geprägt, insbesondere von der Explosion der Energiepreise und der Preise aller energieintensiven Produkte. Auch wenn unterjährig ein Preisrückgang einsetzte, hielten vor Jahresbeginn abgeschlossene Kontrakte, insbesondere für Energie die Kosten hoch. Der Aufwand für Energie lag immer noch ca. 18 Mio. EUR über einem "Normaljahr". Gleichzeitig verprellten die inflationierten Preise die Konsumnachfrage auch bei Lebensmitteln. Vor Allem die Commodities und Handelsmarken erlitten schnell einen preislichen Absturz. Dies traf die BMI überdurchschnittlich im Vergleich zu den süddeutschen Markenartiklern, die in 2022 zwar erst zeitversetzt die Preise anheben, diese jedoch in 2023 weitgehend stabil halten konnten. Durch die Portfolio-bedingt hohen Lagerbestände hatte die BMI massive Bestandswertkorrekturen zu verkraften. Betrieblich war die Abwicklung des Standortes Ebermannstadt eine Herausforderung. Durch intensive Betreuung der Kollegen konnten knapp 20 Mitarbeiter in andere Standorte integriert werden. Dank engagierter Mitarbeiter konnte die BMI diese Herausforderungen insgesamt jedoch erfolgreich bestehen und daneben noch die bereits eingeleitete strategische Weiterentwicklung vorantreiben: • Auf Basis der vom Management-Team formulierten "6 Essentials", welche die strategischen Leitlinien und Prioritäten des jeweils laufenden Jahres beschreiben, wurden wesentliche Projekte unter anderem zur Mitarbeiterbindung, der Performancesteigerung, aber auch der strategischen Weiterentwicklung des Unternehmens bearbeitet. • Das wesentliche Leuchtturmprojekt war die Weiterentwicklung der BU Ingredients mit der hygienischen und baulichen Sanierung des Standortes Winzer, der Installation einer Laktoselinie in Winzer sowie der Planung des Neubaus am Standort Zapfendorf. 1.2.3.4 Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage der Genossenschaft Das milchwirtschaftliche Jahr 2023 war im Wesentlichen geprägt durch den Abstieg der Märkte von der historischen Preisspitze des Vorjahres. Dabei waren die einzelnen Marktsegmente sehr unterschiedlich schnell und stark betroffen. Infolgedessen ging die Schere zwischen den einzelnen Molkereien und Regionen sehr weit auf. Die Monatspreise lagen sogar über 20 ct/kg Milch auseinander. Die Jahresdurchschnittspreise der am besten und der am schlechtesten auszahlenden Molkerei gingen 17 ct/kg auseinander. Dies führte in den Milchpreis-Gesprächen mit den Milchlieferanten der BMI zu kontroversen Auffassungen über den richtigen Milchpreis. Trotz unterschiedlicher Interessen sind sowohl die Milcherzeuger in der Region Jessen als auch die BMI einig, ihre Partnerschaft in 2024 auf eine mittelfristig stabile Basis stellen zu wollen. Auch wenn das Jahr mit einem Verlust in Höhe von 6,2 Mio. EUR abgeschlossen werden musste, hat die BMI eine solide Eigenkapital-Basis und einen starken Kundenstamm, um ihre Zukunftsstrategie umzusetzen. Im Mittelpunkt steht, ihren hervorragenden, internationalen Ruf im Bereich molkenbasierter Ingredients durch innovative, qualitativ hochwertige Produkte zu beweisen und auszubauen. Hierfür gilt es, den Neubau des Standortes Zapfendorf mit aller Konsequenz voranzutreiben. Hierzu gilt es nicht nur, die BMI Milchlieferanten mit einem wettbewerbsfähigen zukünftig wohl wieder referenzierten Milchpreis mittelfristig stabil zu binden, sondern auch die Molkelieferanten als Voraussetzung von MPI. Hierzu werden nicht nur die Gesellschafter unter den Molkelieferanten intensiv in die Projektplanung eingebunden. Vielmehr wurden in den letzten 2 Jahren weitere Molkelieferanten für die BMI gewonnen. 1.3 Risiko- und Chancenbericht sowie Prognosebericht1.3.1 Risikobericht Die BMI hat organisatorische Regelungen und Maßnahmen getroffen, damit wesentliche Risiken, die den Fortbestand und die künftige Entwicklung der Genossenschaft gefährden könnten, früh erkannt werden. Dazu gehört insbesondere ein gut ausgebautes Rechnungswesen mit stark gegliederter Kosten- und Leistungsrechnung und angebundenem Controlling, das die Einhaltung der organisatorischen Regelungen permanent überwacht. Zur Begrenzung nicht ausschaltbarer Marktrisiken wird weiterhin die bisherige Abschreibungspolitik fortgesetzt. Die Bewertungsansätze für die Warenbestände orientieren sich strikt an der Entwicklung der Markt- bzw. Rohstoffpreise und dem strengen Niederstwertprinzip. Ein Wertabschlag zur Vorwegnahme künftiger Wertschwankungen gemäß § 253 Abs. 3 Satz 3 HGB a.F. auf das Vorratsvermögen in Höhe von 4,1 Mio. EUR wurde beibehalten und bietet die Möglichkeit, besonders starke Abwertungszwänge abzupuffern. Die Finanzierung der BMI ist für die kommenden Jahre bei Einhaltung der vereinbarten Covenants gesichert. Die im Konsortialkreditvertrag definierten Finanzkennzahlen wurden in der Berichtsperiode durchgängig mit Reserven eingehalten. Zur Finanzierung des schwankenden Bedarfs des Umlaufvermögens steht zudem eine Factoring-Fazilität zur Verfügung. Zinssicherungsinstrumente begrenzen das Risiko steigender Finanzierungskosten auf einem historisch niedrigen Niveau. Die Produktionssicherheit ist durch ein sorgfältig gegliedertes, dokumentiertes Qualitäts-Management-System nach ISO 22001 (Verwaltung, Trockenwerke) und IFS (Käse- und Frischprodukte-Werke) gewährleistet. Die Risikoinventur findet bei der BMI jährlich mit Hilfe eines softwarebasierten Risikomanagement-Tools statt. Dabei werden durch die Risikoverantwortlichen potenzielle Risiken identifiziert und anhand der Parameter Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Schadenshöhe validiert. Das Software-Tool ermöglicht dabei umfangreiche Auswertungen und Wiedervorlagen zum aktiven Management von Risiken und Maßnahmen, die zur Schadensminimierung oder Risikovermeidung durchgeführt werden. Durch diese regelmäßig durchgeführte Risikoinventur wird der Blick der Mitarbeiter für vorhandene Risikofelder und deren Auswirkungen geschärft. Ziel ist primär eine Risikovermeidung. Versicherbare Risiken sind weitgehend durch Versicherungen abgedeckt. Es erfolgt regelmäßig eine Überprüfung, ob der Versicherungsumfang noch zeit- und sachgerecht ist. Die Risikoinventur wird einmal im Jahr in Form eines Risikomanagement-Reports an den Aufsichtsrat und den Wirtschaftsprüfer berichtet. Nach der aktuellen Risikoinventur (Q4/2023) liegt ein besonderer Fokus auf den Themen Lieferunfähigkeit wegen Qualitätsmängeln oder mangelnder Verfügbarkeit, Cybersicherheit, Mangel an qualifizierten Mitarbeitern und Risiken der strategischen Standortentwicklung. Damit hat sich gegenüber der Erhebung im Vorjahr, keine Verschiebung der Themen ergeben. Lieferfähigkeit ist für die BMI ein elementares Erfordernis. Durch organisatorische Optimierungen im Bereich Produktion, Einkauf und Qualitätsmanagement wurden bzw. werden die hierfür notwendigen Prozesse weiter verbessert, um Wertschöpfungsverluste zu vermeiden. Die IT-Infrastruktur ist ein kritischer Bestandteil im Unternehmensprozess der BMI. Der Schutz gegen die zwischenzeitlich allgegenwärtigen Cyberangriffe hat daher eine hohe Priorität. Die zuständige Fachabteilung hat im Jahr 2023 hier mit Mitarbeiterschulung und -sensibilisierung, dem Aufsetzen eines SOC als Schutzschirm und Pentests entgegengesteuert. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird sich die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften in den nächsten Jahren weiter verknappen. Auch die BMI ist davon betroffen. Um dem entgegenzuwirken, ist BMI nicht nur seit vielen Jahren ein anerkannter Ausbildungsbetrieb, der einen erheblichen Teil seines Fachkräftebedarfs selbst qualifiziert, sondern ist die Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit und der Ausbau der Fort- und Weiterbildung auch ein wesentlicher Teil der BMI-Nachhaltigkeitsstrategie, um als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Im Zuge der Fokussierung der BMI auf die Sparten Käse und insbesondere Ingredients ist eine transformatorische Investition speziell am Standort Zapfendorf vorgesehen, um BMI für die Zukunft technologisch zu rüsten. Eine Nichtrealisierung hätte weitreichende negative Effekte. Bereits im Jahr 2023 hat man in Zusammenarbeit mit einem Generalplaner und Projektsteuerer mit der Planung eines neuen Trocknungswerkes und den vorbereitenden Arbeiten begonnen. Im Frühjahr 2024 soll die Finanzierung des Projektes mit den jeweiligen Banken besprochen werden. Weitere externe, nicht beeinflussbare Risiken wie Wechselkursschwankungen aufgrund der weltwirtschaftlichen Entwicklung, Restriktionen beim Export nach Russland bzw. Unsicherheiten/Streichungen bei der Förderpolitik erneuerbarer Energien in Deutschland stehen außerhalb des Einflussbereiches des Unternehmens. Deshalb werden diese Risiken permanent beobachtet, um die Handlungsweisen des Unternehmens - soweit möglich - konsequent darauf ausrichten zu können. Die weltweit hohen Inflationsraten haben die Zentralbanken in den großen westlichen Volkswirtschaften veranlasst, durch signifikante Zinserhöhungen dem Inflationsdruck entgegenzuwirken. Dies führt dazu, dass sich bereits in einigen Volkswirtschaften eine Rezession bemerkbar macht und es zu einer Vertrauenskrise im Bankensektor kommt. Hinzu kommen die weiterhin bestehenden signifikanten geopolitischen Risiken insbesondere in Osteuropa, im Nahen Osten und Ostasien, welche disruptive Effekte im globalen Handel verstärken können. Dies kann zu Umsatzeinbußen, schlechterem Zahlungsverhalten der Kunden und höheren Forderungsausfällen führen. Überfälligkeiten bei Forderungen a. L.u.L. werden deshalb eng überwacht und frühzeitig adressiert. Die strenge Absicherungspolitik für Kundenkreditrisiken wird fortgesetzt. Mögliche hieraus entstehende negative Liquiditätseffekte werden durch ein tägliches Liquiditätsmonitoring und eine rollierende monatliche Liquiditätsplanung mit einer 13 Wochen-Vorschau erkannt und durch die Vorhaltung ausreichender mittelfristig verfügbarer Kreditlinien abgefangen. Bei der Zusammenarbeit mit Finanzinstituten achten wir auf die Bonität der Partner und eine ausreichende Streuung. 1.3.2 Prognosebericht Der Jahresstart 2024 war von steigenden Rohstoffmärkten und überwiegend seitwärts tendierenden Absatzmärkten geprägt. Insbesondere fehlten im Bereich der Bio-Ingredients die notwendigen Impulse. Die weiter steigenden Milchmengen führten zu zusätzlichem Preisdruck. Gleichzeitig erfuhren die Energiemärkte eine deutliche Entspannung. Dadurch wurden auch andere Beschaffungskategorien günstiger. Geopolitische Krisen führten jedoch kurzfristig zu spürbaren Ausschlägen nach oben. Insgesamt bleibt die Volatilität weiterhin sehr hoch. Auch die Spreizung der unterschiedlichen Verwertungsrichtungen blieben ungewöhnlich hoch. Die BMI weist für das 1. Quartal einen Überschuss in Höhe von 420 T EUR aus. Dabei wurde gut die Hälfte der Bestandswertreserve wertaufhellend aufgelöst. Die hohe Verfügbarkeit von Rohstoffmengen am Sportmarkt zu günstigen Preisen ermöglichten Zusatzgeschäfte zu attraktiven Margen. Auch wenn der gesamte Sektor der Babynahrung unter Druck steht, erwartet die BMI ab dem 2. Quartal eine Erholung ihrer Absätze bei Bio-Ingredients. Die Erholung auf den Bio-Ingredients-Märkten, die im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunkenen Energiepreise und keine weiteren, erkennbaren Bestandsabwertungen lassen erwarten, dass sich die Ergebnislage ab Q 2 2024 weiter erholt und auf Jahressicht 2024 operativ positiv ist. Trotz aller Herausforderungen ist der Fahrplan für die BMI klar definiert. Die gesamte Organisation ist hoch motiviert, die vielen herausfordernden Aufgaben konsequent abzuarbeiten und die gesteckten Ziele zu erreichen: Besonderer Fokus gilt hier dem Masterplan Ingredients. Sollten sich externe Einflussfaktoren ändern, sind kurzfristige Reaktionen vorzunehmen, um die übergeordneten Ziele zu erreichen.
Landshut, 31.03.2024 BMI Der Vorstand Dr. Thomas Obersojer Winfried Meier BilanzAktiva
Gewinn- und Verlustrechnung
AnhangA. Allgemeine Angaben Der Jahresabschluss 2023 der Bayerische Milchindustrie eG
Genossenschaftsregister: Nr. 717 wurde gemäß §§ 242 ff. HGB und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GenG aufgestellt. Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG). Der Jahresabschluss umfasst die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und den Anhang. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. In der Gliederung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung ergaben sich keine Veränderungen. Die Fortführungswahlrechte nach BilMoG leiten sich aus den Übergangsvorschriften des EGHGB ab. Es wurden folgende Fortführungswahlrechte in Anspruch genommen: • Wertabschläge nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung gem. § 253 Abs. 4 HGB a.F. auf das Vorratsvermögen in Höhe von 300.000,00 Euro, • Wertabschläge zur Vorwegnahme künftiger Wertschwankungen gem. § 253 Abs. 3 Satz 3 HGB a.F. auf das Vorratsvermögen in Höhe von 3.767.813,52 Euro. B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend: • Erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt, und sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert. • Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen vermindert. Auf Zugänge ab dem Geschäftsjahr 2011 wird ausschließlich nach der gesetzlich zulässigen linearen Abschreibungsmethode abgeschrieben. Ab dem Geschäftsjahr 2018 werden geringwertige Anlagegüter bis zu einem Anschaffungspreis von 250 Euro im Jahr der Anschaffung in voller Höhe aufwandswirksam berücksichtigt. Geringwertige Anlagegüter mit einem Anschaffungspreis über 250 Euro bis 800 Euro werden aktiviert und im Jahr der Anschaffung abgeschrieben. Die planmäßigen Abschreibungen werden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände vorgenommen. • Die Finanzanlagen wurden wie folgt angesetzt und bewertet: Beteiligungen zu Anschaffungskosten Anteile an verbundenen Unternehmen zu Anschaffungskosten verzinsliche Ausleihungen zu Anschaffungskosten (Nennwert), sonstige Wertpapiere zu Anschaffungskosten, Geschäftsguthaben zu Anschaffungskosten. Soweit erforderlich, wurde der am Bilanzstichtag vorliegende niedrigere beizulegende Wert angesetzt. • Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. In die Herstellungskosten wurden neben den unmittelbar zurechenbaren Kosten auch notwendige Gemeinkosten und durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen und Zinsen einbezogen. Sofern die Tageswerte am Bilanzstichtag bzw. im Januar oder Februar 2024 niedriger waren, wurden diese angesetzt. Für den Ersatzteilebestand ist ein Festwert in Höhe der Anschaffungskosten gebildet. Dieser wurde beibehalten. Darüber hinaus wurden in Ausübung des Fortführungswahlrechts gemäß Artikel 67 Abs. 4 EGHGB auf der Grundlage von § 253 Abs. 3 Satz 3 bzw. Abs. 4 HGB a.F. gebildete Wertabschläge zur Vorwegnahme künftiger Wertschwankungen bzw. nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung von zusammen 4.067.813,52 Euro beibehalten und vom Bestand der Vorräte abgesetzt. Dem Grundsatz der verlustfreien Bewertung wurde entsprochen. • Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet. Auf fremde Währung lautende Forderungen und Verbindlichkeiten werden, wenn grundsätzlich von Bedeutung, zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet. • Die Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten wurden zu Anschaffungskosten (Nennwert) angesetzt. • Aktive Rechnungsabgrenzungen wurden zeitanteilig vorgenommen. • Das Eigenkapital, im Wesentlichen in Form der einbezahlten Geschäftsguthaben, der Rücklagen und des Bilanzgewinns wurde in Höhe des Nennwertes angesetzt. • Für ungewisse Verbindlichkeiten aus Pensionsverpflichtungen und ähnlichen Verpflichtungen wurden Rückstellungen gebildet. Die Rückstellungsbildung wurde auf der Basis versicherungsmathematischer Berechnungen nach der Projected Unit-Credit-Methode (PUC) durchgeführt. Der Berechnung wurde ein Zinssatz von 1,74 % (i.Vj. 1,68 %), der dem der Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre entspricht zugrunde gelegt. Für Lohn- und Gehaltssteigerungen bzw. den Rententrend wurden nach den Erfahrungen aus der Vergangenheit 2,5 % (i.Vj. 2,5 %) % berücksichtigt. Als Sterbetafeln wurden die Rechentafeln Heubeck 2018 G zugrunde gelegt. Der Bewertungsunterschied im Vergleich zur bisherigen Ermittlung (bis einschließlich Jahresabschluss 2015) mit einem Rechnungszinssatz auf Basis der vergangenen sieben Geschäftsjahre (1,67 %; i.Vj. 1,36 %) beträgt -254.861,00 Euro (i.Vj.-1.298.255,00 Euro). • Die Steuerrückstellungen beinhalten die das Vorjahr betreffenden, noch nicht veranlagten Steuern. • Auf Basis der vertraglichen Milchpreisvereinbarungen mit zwei Milchliefergruppen waren Rückstellungen einzustellen. • Die Rückstellungen für Altersteilzeit sind nach handelsrechtlichen Grundsätzen im Rahmen des Blockmodells gebildet. Für die versicherungsmathematische Berechnung der Rückstellung werden die Heubeckschen Richttafeln 2018G zugrunde gelegt. Dabei wird gemäß der durchschnittlichen Restlaufzeit von einem Jahr unter Ansatz einer monatlich vorschüssigen Zahlungsweise ein Rechnungszins von 0,42 % (i.Vj. 0,42 %) p.a. angesetzt. Als Trendannahmen für den Gehalts- und für den Aufstockungsbetrag werden jeweils 2,5 % (i.Vj. 2,5 %) angenommen. Zur Insolvenzsicherung der Altersteilzeitverpflichtungen besteht ein Wertpapierdepot einschließlich Zinsgutschriften über 498.023,03 Euro (i.Vj. 658.093,65 Euro), das von den Rückstellungen abgesetzt wurde. • Die übrigen sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. • Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Sofern die Tageswerte über den Erfüllungsbeträgen lagen, wurden die Verbindlichkeiten zum höheren Tageswert angesetzt. Von den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Vorjahres (einschließlich Abschreibungsmethoden) wurde nicht abgewichen. C. Entwicklung des Anlagevermögens
D. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung I. Bilanz Die Genossenschaft besitzt folgende Kapitalanteile in Höhe von mindestens 20 % an anderen Unternehmen:
In den sonstigen Vermögensgegenständen sind 1.332.829,20 Euro enthalten, mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr. Im Posten "Sonstige Vermögensgegenstände" sind folgende antizipative Beträge größeren Umfangs enthalten: • noch nicht abziehbare Vorsteuerbeträge in Höhe von 1.484.048,33 Euro (i.Vj. 1.901.017,32 Euro), • Steuererstattungsansprüche VZ 2022 der Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von 19.135,67 Euro (i.Vj. 6.973,84 Euro). In den Rechnungsabgrenzungsposten ist kein Damnum für aufgenommene Darlehen enthalten. Die Geschäftsguthaben verbleibender Mitglieder betragen 19.236.000,00 Euro (Vorjahr: 23.046.000,00 Euro). Die Veränderung der Geschäftsguthaben insgesamt resultiert aus der Zeichnung weiterer Pflichtanteile i.H.v. 66.000.000 Euro und freiwilliger Anteile i.H.v. 1.002.000,00 Euro, verrechnet mit dem Geschäftsguthaben ausgeschiedener Mitglieder i.H.v. 3.846.000,00 Euro. Zum Bilanzstichtag 31.12.2023 bestehen keine rückständig fälligen Pflichteinzahlungen. Die Rücklagen haben sich wie folgt entwickelt:
In den sonstigen Rückstellungen sind insbesondere enthalten:
Von den Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit bis zu 1 Jahr bzw. über 5 Jahre:
In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und den sonstigen Verbindlichkeiten sind keine Beträge enthalten, die auch Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Beteiligungsunternehmen sind. Von den Verbindlichkeiten sind durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert:
Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte. Am Bilanzstichtag bestanden keine Haftungsverhältnisse nach § 251 HGB. II. Gewinn- und Verlustrechnung Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:
Die Aufwendungen für Altersversorgung belaufen sich auf 275.900,37 Euro (Vorjahr 1.593.512,26 Euro). Im GuV-Posten 4. Sonstige betriebliche Erträge entfallen auf außergewöhnliche und periodenfremde Erträge:
Im GuV-Posten 6. Personalaufwand entfallen auf außergewöhnliche Aufwendungen: • Abfindungen 52.088,73 Euro Im GuV-Posten 7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen entfallen auf außergewöhnliche Aufwendungen:
Im GuV-Posten 8. sonstige betriebliche Aufwendungen entfallen auf außergewöhnliche und periodenfremde Aufwendungen:
Im GuV-Posten 15. Steuern vom Einkommen und Ertrag entfallen auf außergewöhnliche und periodenfremde Erträge/Aufwendungen:
In den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind keine Erträge und Aufwendungen aus / an verbundene Unternehmen enthalten. E. Sonstige Angaben Die nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäfte im Sinne § 285 Nr. 3 HGB beinhalten: Die Durchführung eines Factoring im Umfang von 18.831.115,79 Euro. Zweck und Vorteil des Geschäfts besteht in einer Verbesserung der Liquiditätslage. Es bestehen folgende, nicht in der Bilanz ausgewiesene oder vermerkte finanzielle Verpflichtungen, die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind:
Nach § 285 Satz 1 Nr. 19 HGB sind folgende Angaben zu machen: Derivative Finanzinstrumente kommen zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken sowie zur Absicherung von Energiepreisrisiken in Betracht. Das diesbezügliche Volumen setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:
Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes der Derivate zum Bilanzstichtag wurde ein internes Bewertungsmodell mit aktuellen Marktparametern herangezogen. Devisentermingeschäfte werden auf der Grundlage des Euro-Mittelwertes, bezogen auf den Bilanzstichtag, bewertet. Bewertungseinheiten wurden im Jahresabschluss 2023 nicht gebildet. Für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften wurden Rückstellungen in Höhe des negativen beizulegenden Zeitwertes gebildet (Ausweis: Sonstige Rückstellungen). Die Zahl der im Geschäftsjahr durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug:
Außerdem wurden durchschnittlich 31 Auszubildende beschäftigt. Mutterunternehmen welches im Falle einer Verpflichtung zur Aufstellung eines Konzernabschlusses bzw. freiwilligen Aufstellung eines Konzernabschlusses den Konzernabschluss für den größten Konsolidierungskreis aufstellt, ist die Bayerische Milchindustrie eG, Landshut. Der Konzernabschluss ist dann am Sitz der Genossenschaft in Landshut erhältlich. Nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wurden Vermögensgegenstände und Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen verrechnet. Es betragen
Der beizulegende Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände wurde nach dem Nennwert der Geldanlage ermittelt. Der Gesamtbetrag der ausschüttungsgesperrten Beträge im Sinne § 268 Abs. 8 HGB beziffert sich auf 254.861,00 Euro. Er resultiert aus dem Bewertungsunterschied bei den Pensionsverpflichtungen aus unterschiedlichen Zinssätzen (1,67 % vs. 1,74 %). Die latenten Steuern beruhen auf Vermögensgegenständen und Schuldposten des Sach- und Finanzanlagevermögens, des Vorratsvermögens, der Pensionsrückstellungen und der sonstigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten (v.a. für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften zur Währungssicherung) sowie einer in der Steuerbilanz bestehenden § 6b EStG-Rücklage. Es handelt sich bei den Finanzanlagen, den Vorräten und den Rückstellungen sowie Verbindlichkeiten um temporäre bzw. quasi temporäre aktive Latenzen und bei den Sachanlagen und der § 6b EStG-Rücklage um temporäre bzw. quasi temporäre passive Latenzen. In der Gesamtdifferenzbetrachtung errechnet sich unter Berücksichtigung steuerlicher Verlustvorträge eine aktive Latenz. Gemessen an der Vermögens,- Finanz- und Ertragslage ist diese von untergeordneter Bedeutung. Für die aktive Latenz aus der Gesamtdifferenzbetrachtung wurde das Ansatzwahlrecht gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht ausgeübt. Die Wertermittlungen beruhen auf der Bewertung zum unternehmensindividuellen Steuersatz von 29 %, der den aktuell gültigen Steuersatz für Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer unter Maßgabe des unternehmensindividuellen Hebesatzes und der unternehmensindividuellen gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen und -kürzungen berücksichtigt. Über Vorgänge von besonderer Bedeutung die nach dem Schluss des Geschäftsjahres ( Nachtragsbericht) eintreten, ist wie folgt zu berichten: Vor dem Hintergrund der aktuellen Marktlage ergab sich im ersten Quartal 2024 ein kleiner Betriebsgewinn, der durch eine Teilauflösung von Bestandsreserven gestützt wurde. Von den gezeichneten Pflichtbeteiligungen sind innerhalb der nächsten fünf Jahre 4.878.000,00 Euro, von den freiwilligen Anteilen innerhalb der nächsten zwei Jahre 1.488.000,00 Euro gekündigt. Mitgliederbewegung
Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes Genossenschaftsverband Bayern e.V. Türkenstraße 22 - 24 80333 München Mitglieder des Vorstands (Vor- und Zuname) Dr. Thomas Obersojer (hauptamtliches Vorstandsmitglied) Vorstandsvorsitzender Winfried Meier (hauptamtliches Vorstandsmitglied) stv. Vorstandsvorsitzender Mitglieder des Aufsichtsrats (Vor- und Zuname) Heinz Saalfrank (Vorsitzender bis 27.06.2023) Klaus Schönfeldt (Vorsitzender ab 27.06.2023) Walter Bauer (stv. Vorsitzender ab 27.06.2023) Helmut Hümmer (stv. Vorsitzender) Christine Bauer Martin Boschet * Daniel Elsner René Guhl (bis 27.06.2023) ** Kurt Haberl Markus Häßlein (bis 27.06.2023) * Irene Harrer Stefan Hipp Ines Loy (bis 30.06.2023) Marko Mattner Norbert Münch (ab 27.06.2023) * Nadine Reichenberg * Achim Schaller * Laura Schick (bis 30.06.2023) Johannes Schmidt (bis 27.06.2023) Ludwig Weiß * Arbeitnehmer ** Gewerkschaftsvertreter Am Bilanzstichtag betrugen die Forderungen an
ErgebnisverwendungsvorschlagNach Verrechnung mit dem Gewinnvortrag in Höhe von 19.080.738,39 Euro ergibt sich ein Bilanzgewinn in Höhe von 12.863.471,77 Euro, der wie folgt zu verwenden ist: 10 % (1.286.347,18 Euro) sind der gesetzlichen Rücklage (§ 46 Satzung) und 10 % (1.286.347,18 Euro) den anderen Ergebnisrücklagen zuzuführen. Der restliche Bilanzgewinn von 10.290.777,41 Euro wird in das neue Jahr vorgetragen.
Landshut, 28.03.2024 Bayerische
Milchindustrie eG
Der Vorstand Dr. Thomas Obersojer Winfried Meier Bericht des AufsichtsratesDer Aufsichtsrat wurde vom Vorstand in turnusmäßigen Sitzungen eingehend über die Geschäftsentwicklung, die finanzielle Situation sowie die aktuelle Lage der BMI eG jederzeit umfassend unterrichtet und trägt die Entscheidungen geschlossen mit, insbesondere die Auszahlung eines Milchpreises, der nicht ganz erwirtschaftet worden ist. Die Markturbulenzen konnten nicht 1:1 auf die Erzeuger abgewälzt werden, um auch für die Zukunft die BMI mit ausreichender Menge an Rohmilch absichern zu können. Der Aufsichtsrat war auch in die Planungen im Rahmen des Projekts Masterplan Ingredients eingebunden und unterstützt auf Grundlage der vorgelegten Wirtschaftlichkeitsberechnung diese strategische Neuausrichtung. Die Stabilisierung der Energiepreise sowie eine Erholung der Absatzmärkte ab Q 2 2024, insbesondere auch bei Bio-Ingredients lassen eine Verbesserung der Ertragslage erwarten. Folglich wird für das Gesamtjahr 2024 von einem operativ positiven Ergebnis ausgegangen. Geschäftsvorfälle, die nach der Satzung der Zustimmung des Aufsichtsrates bedürfen, wurden ausführlich erörtert. Bei der Ausübung seiner Tätigkeit hat der Aufsichtsrat keine Beanstandungen festgestellt. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag des Vorstandes über die Verwendung des Bilanzgewinnes geprüft, in Ordnung befunden und befürwortet den Vorschlag des Vorstands. Der Vorschlag entspricht den Bestimmungen der Satzung der BMI.
Landshut, 15.05.2024 Vorsitzender Klaus Schönfeldt sonstige BerichtsbestandteileAngaben zur Feststellung: Der Jahresabschluss wurde am 25.06.2024 festgestellt. BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Bayerische Milchindustrie eG, Landshut Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Bayerische Milchindustrie eG , Landshut, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Genossenschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) sowie den Entgeltbericht haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse • entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Genossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und • vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG i.V.m. § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die uns zum Zeitpunkt des Bestätigungsvermerks vorliegenden sonstigen Informationen umfassen: • die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) und • den Bericht des Aufsichtsrats. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen • wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder • anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Genossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Genossenschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG i.V.m. § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahrsabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolosen Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Genossenschaft abzugeben. • beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Genossenschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. • beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt. • beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens. • führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 06.06.2024 Genossenschaftsverband Bayern e.V. Udo Löw, Wirtschaftsprüfer Günter Edelmann, Wirtschaftsprüfer |
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