Verbrauchergenossenschaft Calw eG

Stammdaten

Register
Amtsgericht Stuttgart GnR 330057
Vorher
co op Nordschwarzwald Konsumgenossenschaft eG
Eingetragen
24.2.1948
Branche
Kauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und NichtwohngebäudenTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von KraftwagenGroßhandel mit Anstrichmitteln
Gegenstand
Gegenstand geändert; nun: a) der Einzelhandel mit Bedarfsgütern aller Art, b) der Großhandel mit Bedarfsgütern aller Art, c) die Herstellung und Bearbeitung von Bedarfsgütern in eigenen Unternehmen, d) der Erwerb und die Veräußerung von Immobilien sowie die Bebauung, Bewirtschaftung, Betreuung, Vermietung, Verpachtung und Vermittlung von genossenschaftlichen Immobilien, d) die Bereitstellung von Dienstleistungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Marco Saile
seit 14.1.2022
Vorstandsmitglied
Vorstandsmitglied

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Verbrauchergenossenschaft Calw eG

Calw

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

1. Wirtschaftsbericht

1.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

1.1.1 Konjunktur

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kam im Jahr 2023 im nach wie vor krisengeprägten Umfeld ins Stocken, so die Aussage von Destatis. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2023 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 0,3 % niedriger als im Vorjahr. Die trotz der jüngsten Rückgänge nach wie vor hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen dämpften die Konjunktur. Hinzu kamen ungünstige Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen und eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Damit setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft vom tiefen Einbruch im Corona-Jahr 2020 nicht weiter fort. Im Vergleich zu 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das BIP 2023 um 0,7 % höher.

Die Entwicklung der Bruttowertschöpfung verlief im Jahr 2023 in den einzelnen Wirtschaftsbereichen unterschiedlich: Die Wirtschaftsleistung im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) ging insgesamt deutlich um 2,0 % zurück. Entscheidend dafür war eine sehr viel niedrigere Produktion im Bereich Energieversorgung. Das Verarbeitende Gewerbe, das fast 85 % des Produzierenden Gewerbes (ohne Bau) ausmacht, war im Jahr 2023 preisbereinigt ebenfalls im Minus (-0,4 %). Positive Impulse kamen hier vorrangig aus der Automobilindustrie und dem sonstigen Fahrzeugbau.

Dagegen sanken Produktion und Wertschöpfung in den energieintensiven Industriezweigen wie der Chemie- und Metallindustrie erneut, nachdem die Wirtschaftsleistung in diesen Branchen bereits 2022 besonders stark auf die steigenden Energiepreise reagiert hatte.

Im Baugewerbe machten sich neben den weiterhin hohen Baukosten und dem Fachkräftemangel insbesondere die zunehmend schlechteren Finanzierungsbedingungen bemerkbar. Hiervon war vor allem der Hochbau betroffen. Dagegen konnte die Produktion im Tiefbau und im Ausbaugewerbe gesteigert werden. Insgesamt erreichte das Baugewerbe 2023 preisbereinigt ein kleines Plus von 0,2 %.

Die meisten Dienstleistungsbereiche konnten ihre wirtschaftlichen Aktivitäten im Vorjahresvergleich erneut ausweiten und stützten die Wirtschaft im Jahr 2023. Der Anstieg fiel aber insgesamt schwächer aus als in den beiden vorangegangenen Jahren. Den größten preisbereinigten Zuwachs verzeichnete der Bereich Information und Kommunikation mit +2,6 % und knüpfte damit an seine langjährige, nur im ersten Corona-Jahr 2020 gebremste Wachstumsgeschichte an. Der Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit (+1,0 %) und die Unternehmensdienstleister (+0,3 %) konnten ebenfalls leicht zulegen. Dagegen ging die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im zusammengefassten Wirtschaftsbereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe (-1,0 %) zurück. Das lag vor allem am Groß- und am Einzelhandel, die deutlich nachgaben, während der Kraftfahrzeughandel und der Verkehrsbereich zulegten. Insgesamt ging die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im Jahr 2023 leicht zurück (-0,1 %).

1.1.2 Konsumverhalten

Der private Konsum nahm im Jahr 2023 preisbereinigt um 0,8 % gegenüber dem Vorjahr ab und entfernte sich damit wieder vom Vorkrisenniveau des Jahres 2019 (-1,5 %). Dies dürfte vor allem auf die hohen Verbraucherpreise zurückzuführen sein. Von Rückgängen waren vor allem die Bereiche betroffen, in denen die Preise im Jahresverlauf entweder auf dem hohen Niveau des Vorjahres verharrten oder sogar noch weiter anstiegen. Besonders stark sanken die preisbereinigten Ausgaben für langlebige Güter wie Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte (-6,2 %). Auch der Staat reduzierte im Jahr 2023 erstmals seit fast 20 Jahren seine preisbereinigten Konsumausgaben (-1,7 %).

Die Energieprodukte verteuerten sich 2023 gegenüber dem Vorjahr um 5,3 %, nach einem enormen Anstieg um 29,7 % im Jahr 2022. Im Jahresverlauf zeigte sich zudem von März bis Dezember 2023 bei der Energie insgesamt eine Entspannung bei der Preisentwicklung:

Die monatlichen Teuerungsraten für die Energie fielen deutlich geringer aus als zu Jahresbeginn, im Oktober und November 2023 wurde sogar eine rückläufige Preisentwicklung ausgewiesen. Das Ergebnis für das Jahr 2023 resultiert jedoch im Wesentlichen aus dem Vergleich mit dem hohen Preisniveau im Vorjahr. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Jahresteuerungsrate 2023 bei +6,0 % gelegen.

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich 2023 gegenüber 2022 erneut spürbar für die Verbraucherinnen und Verbraucher um 12,4 %. Bereits 2022 hatte die Preiserhöhung bei Nahrungsmitteln mit +13,4 % deutlich über der Gesamtteuerung gelegen. Im Jahresdurchschnitt 2023 waren fast alle Nahrungsmittelgruppen von Preiserhöhungen betroffen. Besonders stark verteuerten sich beispielsweise Brot und Getreideerzeugnisse (+16,4 %), Molkereiprodukte und Eier sowie Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (jeweils: +15,7 %). Auch andere Nahrungsmittelgruppen wie Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte (+14,7 %) oder Gemüse (+13,3 %) wurden 2023 gegenüber 2022 überdurchschnittlich teurer. Im Jahresdurchschnitt 2023 verbilligten sich hingegen Speisefette und Speiseöle (-3,5 %, darunter Butter: -17,8 %).

Entwicklung der Verbraucherpreise von Nahrungsmitteln in Deutschland nach Warengruppen im Jahr 2023 (gegenüber dem Vorjahr)

Quelle: Statista

Laut GfK hatten es die Herstellermarken, wie schon 2022, auch 2023 schwer. Das Umsatzwachstum der Barcoded Produkte der Herstellermarken betrug nur vier Prozent. Bei einer Steigerung der bezahlten Preise von knapp neun Prozent bedeutet dies ein Mengenminus von knapp fünf Prozent. Ganz anders die Handelsmarken. Ihr Umsatzzuwachs betrug 2023 knapp 14 Prozent, bei einer Preissteigerung von knapp zwölf Prozent. Damit verzeichneten die Handelsmarken ein Mengenwachstum von gut zwei Prozent.

1.1.3 Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt zeigte sich trotz der konjunkturellen Schwächephase robust; die Erwerbstätigkeit nahm im Jahresverlauf weiter zu (+0,7 %) und erreichte im Jahresdurchschnitt 2023 einen historischen Höchststand, so das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Nach Angaben von Statista lag im Jahresdurchschnitt 2023 die Arbeitslosenquote bei 5,7 %, im Vorjahr bei 5,3 %. Die niedrigsten Arbeitslosenquoten verzeichnen unverändert die Bundesländer Bayern (3,4 %) und Baden-Württemberg (3,9 %). Die höchsten Arbeitslosenquoten in Deutschland weisen 2023 nach wie vor Bremen (10,6 %) und Berlin (9,1 %) auf.

Nach Angaben von Destatis wurde die Wirtschaftsleistung im Jahr 2023 von durchschnittlich 45,9 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das waren 0,7 % oder 333.000 Personen mehr als im Jahr zuvor und so viele wie noch nie in Deutschland.

Die Beschäftigung nahm im Jahr 2023 unter anderem durch die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte zu. Hinzu kam eine steigende Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung. Diese positiven Effekte überwogen die dämpfenden Effekte des demografischen Wandels.

Ein Blick auf die Wirtschaftsbereiche zeigt, dass der Beschäftigungsaufbau fast ausschließlich in den Dienstleistungsbereichen stattfand: Die prozentual größten Beschäftigungszuwächse gab es 2023 wie schon im Vorjahr im Bereich Information und Kommunikation (+2,6%) sowie im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit (+1,0 %), in dem mehr als ein Viertel aller Erwerbstätigen beschäftigt ist. Auch im zusammengefassten Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe gab es mehr Beschäftigte als im Vorjahr (+0,9 %), die hohen Beschäftigungsverluste während der Pandemie-Jahre 2020 und 2021 konnten damit aber nicht ausgeglichen werden. Das gilt auch für das Verarbeitende Gewerbe, in dem die Zahl der Erwerbstätigen 2023 nur geringfügig stieg (+0,1 %). Vom Baugewerbe kamen dagegen trotz des häufig beklagten Fachkräftemangels erneut positive Impulse (+0,6 %).

Das Arbeitnehmerentgelt nahm im Jahr 2023 deutlich um 6,7 % zu. Die Unternehmens- und Vermögenseinkommen stiegen nach vorläufigen Berechnungen mit +6,5 % fast genauso stark und damit deutlich kräftiger als im Jahr 2022 (+1,9 %). Das Volkseinkommen, das sich aus dem Arbeitnehmerentgelt sowie den Unternehmens- und Vermögenseinkommen zusammensetzt, erhöhte sich auf rund 3.082 Milliarden Euro (+6,6 %). Die Durchschnittslöhne stiegen im Jahr 2023 um 6,1 %, insbesondere weil es hohe Lohnabschlüsse und Inflationsausgleichszahlungen gab. Zudem wurde der gesetzliche Mindestlohn zum 1. Oktober 2022 angehoben und es kamen mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte hinzu als geringfügig Beschäftigte. In der Folge nahmen die Bruttolöhne und -gehälter im Jahr 2023 um 7,0 % zu. Noch kräftiger wuchsen die Nettolöhne und -gehälter (+8,6 %), also nach Abzug von Sozialbeiträgen (+5,9 %) und Lohnsteuer (+1,6 %), die jeweils weniger stark stiegen als die Löhne. Gründe dafür waren die steuer- und sozialabgabenfreie Inflationsausgleichsprämie sowie weitere Entlastungen bei der Einkommensteuer. Der Anstieg der Löhne und Gehälter war damit im Jahr 2023 auch größer als die im Jahresdurchschnitt weiterhin hohe Inflation, die im Jahr 2022 zu deutlichen Reallohnverlusten geführt hatte. Neue Auswertungen des Statistischen Bundesamtes zur Verteilung der Nominallöhne basierend auf Vollzeitbeschäftigten im Dashboard Deutschland weisen darauf hin, dass es im Jahr 2023 besonders bei den Geringverdienenden zu Reallohngewinnen kam.

Durch die höheren Nettolöhne und -gehälter stieg im Jahr 2023 auch das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte, und zwar nominal um 5,9 %. Trotz nachlassender Inflation stiegen die Verbraucherpreise im Jahresdurchschnitt also genauso stark wie das verfügbare Einkommen. Die privaten Haushalte mussten somit nach den Einbußen in den Jahren 2021 und 2022 keine weiteren Kaufkraftverluste hinnehmen.

1.2 Entwicklung im Lebensmitteleinzelhandel

1.2.1 Umsatz im Einzelhandel

Der Einzelhandel in Deutschland hat nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Jahr 2023 real (preisbereinigt) 3,3 % weniger Umsatz und nominal (nicht preisbereinigt) 2,3 % mehr Umsatz erwirtschaftet als im Jahr 2022. Im Vergleich zu 2021, als der bisher höchste Umsatz seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1994 erzielt wurde, sank der reale Jahresumsatz 2023 um 3,9 %. Während der Corona-Pandemie im Jahr 2020 hatte der deutsche Einzelhandel, unter anderem getragen durch den Internet- und Versandhandel, einen hohen realen Umsatzzuwachs von 4,8 % erzielt, 2021 war der Umsatz nochmals um real 0,6 % gestiegen.

Dagegen war die reale Umsatzentwicklung 2022 (-0,7 %) und 2023 (-3,3 %) rückläufig. Damit lag der reale Jahresumsatz im Einzelhandel 2023 noch 1,3 % über dem Vor-Corona- Niveau des Jahres 2019.

Im Internet- und Versandhandel ging der Umsatz im Jahr 2023 real um 3,9 % und nominal um 0,4 % gegenüber 2022 zurück. Die Branche konnte insbesondere in den von der Corona-Pandemie geprägten Jahren 2020 und 2021 sehr hohe Zuwächse verbuchen (+25,1 % bzw. 11,5 %), wohingegen die realen Umsätze in den folgenden zwei Jahren ebenfalls sanken. Infolgedessen waren die Umsätze 2023 real 12,0 % niedriger als im Jahr 2021, jedoch noch immer 22,8 % höher als im Jahr 2019.

Der reale Umsatz im Lebensmitteleinzelhandel ging gegenüber dem Vorjahr um 3,9 % zurück. Seit dem coronabedingten Rekordzuwachs von 5,4 % im Jahr 2020 sanken die realen Umsätze in den folgenden drei Jahren kontinuierlich (2021: -1,6 %; 2022: -4,6 %). Im Gegensatz hierzu stieg der nominale Umsatz 2023 um 5,9 % gegenüber 2022 und damit im zweiten Jahr in Folge deutlich (2022: +5,5 %). Die Ursache für den realen Rückgang bei gleichzeitig nominalem Umsatzanstieg sind die stark gestiegenen Nahrungsmittelpreise (+12,4 % im Jahresdurchschnitt 2023 zum Vorjahr). Die Auswirkungen des höheren Preisniveaus für Nahrungsmittel werden insbesondere im langfristigen Vergleich deutlich: So war der reale Umsatz im Einzelhandel mit Lebensmitteln im Jahr 2023 um 5,0 % niedriger als im Vor-Corona-Jahr 2019, wohingegen der nominale Umsatz um 21,4 % höher war.

1.2.2 Wettbewerb

Im Jahr 2023 erwirtschafteten Discounter laut Statista einen Anteil von 37,8 Prozent am Gesamtumsatz im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Damit bleibt die Vertriebslinie gegenüber dem Vorjahr der wichtigste Verkaufskanal des deutschen Lebensmittelhandels - und gewinnt sogar an Marktanteile. Der Fachhandel kam auf einen Marktanteil von 12,5 Prozent und verlor an Marktmacht gegenüber dem Vorjahr.

Quelle: Statista

Bezogen auf die Marktanteile zeigt das jährliche Ranking von NielsenIQ Tradedimensions und Lebensmittel-Praxis vor allem, dass die Konzentration sich verfestigt. Die Umsatzzuwächse im Lebensmittelhandel 2023 waren vor allem inflationsgetrieben. Bei den Marktanteilen haben Edeka und Rewe sogar leichte Verluste, auch wenn sie im Umsatz zulegten. Dass die Verbraucher auf die Inflation reagieren, zeigt die Entwicklung von Aldi Süd und Nord sowie der Schwarz-Gruppe mit leichten Marktanteilsgewinnen und deutlichen Umsatzzuwächsen. Die vier Großen machen 76 Prozent Marktanteil unter den Top 30 aus.

2. Lage der Verbrauchergenossenschaft Calw eG

2.1 Filialnetz

Die Genossenschaft betreibt unverändert per 31.12.2023 insgesamt zehn Filialen. Der Markt in Calw-Heumaden wurde mit dem Umbau ebenfalls der Vertriebsschiene EDEKA zugeordnet.

75365 Calw-Heumaden, Heinz-Schnaufer-Straße 27

71139 Ehningen, Bahnhofstraße 1

78737 Fluorn-Winzeln, Seiler Weg 2

71069 Sindelfingen-Darmsheim, Dagersheimer Straße 20

75365 Calw-Wimberg, Otto-Göhner-Straße 28

72218 Wildberg, Saronweg 4

72290 Loßburg, Arthur-Hehl-Straße 20

75387 Neubulach, Auf der Strazel 2/1

71034 Böblingen-Dagersheim, Albert-Schweitzer-Straße 70

75365 Calw, Gottlob-Bauknecht-Straße 15

2.2 Umsatzentwicklung 2023 im Filialnetz der VGC

Die nachfolgende Betrachtung der Umsatzentwicklung im Kalenderjahr 2023 erfolgt auf Basis der Nettoumsätze nach Erlösschmälerungen. Der Gesamtumsatz stieg 2023 um 6,19 % auf 74,4 Millionen Euro. Dies entsprach einer Steigerung von 4,3 Millionen Euro. Der interne Planumsatz wurde erreicht.

Die stärksten Umsatzzuwächse verzeichneten wir in den Filialen Ehningen mit +5,01 %, Calw-Wimberg mit +5,64 %, Neubulach mit +13,53 % und Calw mit +13,88 %. Der Zuwachs in Neubulach resultiert auch aus der umbaubedingten Schließung des Marktes im Frühjahr 2022.

Die Filiale Calw-Heumaden hatte als einzige Filiale einen Umsatzrückgang um -3,74 % aufgrund der Komplettsanierung des Marktes von April bis Juni 2023.

Die Planzahlen wurden mit einer Abweichung von 2,6 Millionen Euro um 3,63 % übertroffen. Grund für die positive Abweichung war die Tatsache, dass in der Planung die Schließung der Filiale in Calw-Wimberg zur Sanierung des Markes bereits im Jahr 2023 berücksichtigt war. Die Maßnahme begann jedoch erst Ende 2023, sodass die Schließung erst im ersten Halbjahr 2024 erfolgt. Weiter wurde bei der Erstellung des Wirtschaftsplans 2023 davon ausgegangen, dass die Pandemie nicht zurückkehrt. Die weitere Entwicklung des Russland-Ukraine-Konfliktes war zum Zeitpunkt der Erstellung noch nicht absehbar.

Die nachfolgende Grafik verdeutlicht die Bruttoumsatzentwicklung der Genossenschaft in den letzten 10 Jahren. Durch erfolgreiche vertriebliche Maßnahmen liegt die prozentuale Steigerung 2013 zu 2023 bei über 103 Prozent:

2.3 Vertriebliche Veränderungen

In den Filialen Darmsheim und Dagersheim wurde mit der Deutschen Post vereinbart, dass Packstationen vor dem Markt installiert werden. Diese wurden Anfang des Jahres 2023 in Betrieb genommen.

Im Zeitraum vom 28. März 2023 bis zum 24. Mai 2023 wurde unsere Filiale in Calw-Heumaden umfassend renoviert und auf den neusten Stand der Technik gebracht. Ebenso wurde die Marktgestaltung auf das aktuelle Ladenbaudesign angepasst.

Die Lagerhalle in unserem Markt in Fluorn-Winzeln wurde im November 2023 fertiggestellt. Unserem Markt stehen nun weitere Lagerflächen zur Verfügung.

Die Planungen im ehemaligen Ladengeschäft in Neubulach, Badgasse, stocken etwas. Wir planen derzeit, bis Mitte 2024 die erforderlichen Unterlagen und Genehmigung einzuholen. Sollten sich keine weiteren Verzögerungen ergeben, planen wir einen Baubeginn Anfang 2025.

Im Juli 2023 konnten wir eine weitere Bäckerei in der Filiale in Neubulach von den ehemaligen K&U-Filialen in unsere Tochterfirma VGC Backwaren GmbH & Co. KG übernehmen.

Im September 2023 wurde mit dem Anbau und gleichzeitiger Vergrößerung der Verkaufsfläche in unserem Markt in Calw-Wimberg begonnen. Die Fertigstellung der gesamten Maßnahme ist für Juni 2024 geplant.

2.4 Ertragslage

Die Ertragslage bewegt sich, auch aufgrund der Verschiebung der Kernsanierung unserer Filiale in Calw-Wimberg, auf konstantem, gutem Niveau. Die Umsätze konnten im Berichtsjahr leicht gesteigert werden. Der Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2023 beträgt 3.248 T€ (VJ. 2.229 T€).

Gemäß der Gewinn- und Verlustrechnung erhöhten sich die Nettoumsatzerlöse auf 75.731 T€ (Vorjahr 71.456 T€). Der Warenrohgewinn erhöhte sich um 1.828 T€ auf 22.124 T€.

Die Gesamtaufwendungen haben sich gegenüber dem Vorjahr um 961 T€ erhöht. Insbesondere erhöhten sich die Personalkosten (+ 209 T) die Energiekosten (+ 773 T€) sowie der übrige Sachaufwand (113 T€).

Die neutralen Erträge von 1.244 T€ beinhalten die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (299 T€), Investitionszuschüssen (171 T€), Versicherungsentschädigungen (17 T€), sonstige Erträge aus Preisbremsen Strom & Gas (608 T€) sowie die übrigen neutralen Erträge (149 T€).

Die neutralen Aufwendungen von 101 T€ sind im Wesentlichen gekennzeichnet durch übrige neutrale Aufwendungen (90 T€) und Abgänge aus Sachanlagen (11 T€).

Aus dem Saldo des neutralen Ergebnisses (1.143 T€), dem Betriebsergebnis (3.421 T€), dem Zinsergebnis (57 T€) und den Ertragssteuern (Körperschafts-, Kapitalertrags- und Gewerbesteuer (-1.373 T€) resultiert für das Geschäftsjahr 2023 ein Jahresüberschuss von 3.248 T€.

Die Erfolgsspaltung zeigt ausgehend vom Betriebsergebnis folgendes Bild:

2023 2022
T€ T€
Betriebsergebnis 3.421 3.334
Finanzergebnis 57 -133
Betriebsneutrales Ergebnis 1.143 -36
Ertragssteuern -1.373 -936
Jahresüberschuss 3.248 2.229

2.5 Vermögens- und Finanzlage

Die Vermögens- und Finanzlage geht zum 31.12.2023 aus der Bilanz hervor.

Die Bilanz ist gekennzeichnet durch ein hohes Anlagevermögen, welches durch Eigenkapital, Pensionsrückstellungen und anderes langfristiges Fremdkapital mehr als gedeckt ist. Das bilanzielle Eigenkapital erhöhte sich um 3.248 T€ auf 18.690 T€.

Die Eigenkapitalquote ist auf 54,43 % (VJ. 49,64 %) gestiegen.

Im Geschäftsjahr 2023 war eine dauerhafte Liquidität sichergestellt. Bedingt durch Bankguthaben und nicht in Anspruch genommene Kontokorrent-Kredite bestanden ausreichende Liquiditätsreserven in Höhe von 10.251 T€.

Der Cashflow stellt sich anhand der nachfolgend dargestellten verkürzten Kapitalflussrechnung wie folgt dar:

2023 2022
T€ T€
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 5.031 4.283
Cashflow aus Investitionstätigkeit -3.720 -4.044
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -929 571
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 382 810

2.6 Investitionen und Finanzierung

Im Jahr 2023 wurde unsere Filiale in Calw-Heumaden umfassend saniert. Das Gebäude wurde auf den neusten Stand der Technik gebracht. Wir heizen nun über eine Luftwärmepumpe inkl. Wärmerückgewinnung aus der Kälteanlage. Eine Photovoltaikanlage ergänzt den nachhaltigen Umbau. Die Verkaufsfläche haben wir nach den neusten Standards und Design gestaltet. Die Kosten für die Gesamtmaßnahme in Höhe von 1.600 T€ wurden aus Eigenmitteln finanziert.

3. Mitarbeiter und Soziales

Die Genossenschaft hat im Geschäftsjahr 2023 durchschnittlich 340 Mitarbeiter (VJ 334) und 26 Auszubildende (VJ 32) beschäftigt. Dies sind durchschnittlich sieben Mitarbeiter mehr als im Vorjahr. Die Differenz ergibt sich aus den regulären Schwankungen im Jahresverlauf.

Der Haustarifvertrag wurde durch die Gewerkschaft Verdi zum 31. März 2020 gekündigt. Es fanden auch im Jahr 2023 keine Verhandlungen mit der Gewerkschaft statt. Wir haben daher unseren Mitarbeitenden im April und im Dezember freiwillig eine Inflationsausgleichsprämie bezahlt. Weiter werden wir im April 2024 die Löhne und Gehälter unserer Mitarbeitenden um 5,3% auf freiwilliger Basis anpassen, da die Gewerkschaft immer noch keine Verhandlungen aufgenommen hat. Der Betriebsrat der Verbrauchergenossenschaft Calw eG hat der Anpassung zugestimmt. Die Gewerkschaft Verdi beabsichtigt derzeit, die Verhandlungen nach dem neuen Tarifabschluss zwischen Verdi und dem Handelsverband Baden-Württemberg abzuwarten. Somit dürfte die nächste Verhandlungsrunde im Jahr 2024 stattfinden.

Für das Jahr 2023 wurde für unsere Führungskräfte sowie alle Mitarbeiter*innen eine Erfolgsbeteiligung in Höhe von rund 600 T€ vorgesehen.

Seit 2020 bieten wir unseren Mitarbeiter/innen eine betriebliche Zusatzkrankenversicherung an. Die Aufwendungen werden von der Genossenschaft übernommen.

Die Genossenschaft bildet derzeit die Berufsbilder Verkäufer/in, Kauffrau/-mann im Einzelhandel, teilweise auch mit der Zusatzqualifikation zum Frischespezialisten, Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandel Fachrichtung Fleischerei und Kauffrau/-mann für Büromanagement aus. Im Sommer 2023 konnten 13 Absolventen ihre Ausbildung erfolgreich abschließen.

Um den besonderen Anforderungen, die sich bei der Generation Z durch den Start ins Berufsleben ergeben, gerecht werden zu können, wurde im Mai die Stabsstelle "Personalreferentin" geschaffen. Dafür konnte eine erfahrene Personalentwicklerin der EDEKA Südwest zunächst auf Minijob-Basis gewonnen werden.

Im Jahr 2023 fanden wieder Präsenz- und/oder Video-Seminaren für unser Mitarbeiter*innen statt. Neben EDEKA-Seminaren stand insbesondere die Seminarreihe des Handelsverbands Stuttgart in Zusammenarbeit mit Compertus für unsere Führungskräften im Fokus. Nach erfolgreicher Durchführung von drei Seminarmodulen erwerben die Teilnehmer das Zertifikat "zertifizierte Führungskraft Handelsverband Baden-Württemberg".

Im Geschäftsjahr 2023 hat die Verbrauchergenossenschaft Calw Aufwendungen für die Zukunftssicherung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getätigt. Hierbei wurden für die zusätzliche Altersversorgung der Mitarbeiter*innen Aufwendungen in Höhe von rund 257 T€ getragen. Hierin enthalten sind im Wesentlichen Beiträge zur Pensionskasse (117 T€) und eine Zuweisung an den Unterstützungsverein der Konsumgenossenschaft Calw e.V. (112 T€). Die Verbrauchergenossenschaft Calw eG ist zu 100 % Trägerin dieser zwischenzeitlich geschlossenen Rentenzuschusskasse.

4. Nachhaltigkeit

Auf Dauer erfolgreich zu sein und ein lebenswertes Umfeld für die kommenden Generationen zu bewahren, kann nur gelingen, wenn ökonomische, ökologische und soziale Kriterien in Einklang gebracht werden. Dabei beruht unser Handeln auf vier Grundsätzen: "Verantwortung für Mitarbeitende", "Nachhaltige Produkte", "Umwelt und Energie" und "Gesellschaftliches Engagement".

4.1 Verantwortung für Mitarbeitende

Unsere Mitarbeiter*innen sind unsere wichtigste Ressource. Deshalb sehen wir die Zufriedenheit, Ausbildung und Motivation der Mitarbeitenden als zentrales Element der sozialen Nachhaltigkeit. Insbesondere legen wir Wert auf faire Arbeitsbedingungen, Förderung von Aus- und Weiterbildung, Sicherheit und Chancengleichheit.

Wiederholt erhalten alle Mitarbeiter*innen für 2023 eine Erfolgsbeteiligung in Höhe von bis zu maximal 1.080 €. Die Auszahlung erfolgt über Wareneinkaufsgutscheine.

Unsere Ausbildungsquote im Verhältnis zu allen sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern betrug im Jahr 2023 10,5 %. Zum Vergleich: die EDEKA Südwest hatte 2022 eine Quote von 3 % und strebt für das Jahr 2027 5 % an.

4.2 Nachhaltige Produkte

Regionalität unterstützt nicht nur unsere heimischen Bauern und Lieferanten, auch die Umwelt wird geschont, weil lange Transportwege entfallen. Deshalb ist uns die Verfügbarkeit und Listung nachhaltiger und lokaler Produkte ein wichtiges Anliegen. Alle unsere Filialen sind bio-zertifiziert und wir haben in Dagersheim und Calw-Kimmichwiesen unverpackte Bio-Lebensmittel sowie Bio-Fleisch in Bedienung im Sortiment.

Um das wichtige Problem der Lebensmittelverschwendung anzugehen, sind wir eine Partnerschaft mit Too Good To Go eingegangen. "Too Good To Go" ist eine App, die Kunden mit Restaurants und Geschäften verbindet, die unverkaufte, überschüssige Lebensmittel haben und diese zu einem vergünstigten Preis an Selbstabholer abgeben. So müssen Lebensmittel, die noch verwendbar sind, nicht entsorgt werden. Weltweit wurden im Jahr 2023 laut Too Good To Go 121.686.720 Mahlzeiten vor der Verschwendung gerettet. Dadurch wurde verhindert, dass fast 100 Milliarden Liter Wasser verbraucht wurden und 328.554 Tonnen CO 2 in die Erdatmosphäre gelangt sind. Im Lauf des Jahres haben wir alle zehn Märkte für die App freigeschaltet und unsere Kunden haben die Möglichkeit, eine Überraschungstüte im Warenwert von 12 € für 4 € vor der Entsorgung zu retten, sehr gut angenommen. Wir konnten 10.367 Tüten verkaufen und damit ca. 28 Tonnen CO 2 einsparen, das entspricht fünf Flügen um die Welt. Außerdem wurden 8,4 Millionen Liter Wasser gespart, mit dieser Menge ließen sich 52.000 Badewannen oder drei olympischen Schwimmbecken füllen. Dabei entsteht keine Konkurrenz zu unserer Zusammenarbeit mit den Tafeln, sondern eine sinnvolle Ergänzung.

4.3 Umwelt und Energie

Der Anbau, die Produktion und der Transport von Lebensmitteln bringen ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen mit sich. Die EDEKA Zentrale auf nationaler Ebene sowie EDEKA Südwest wollen gemeinsam nicht nur einzelne Produkte, sondern übergreifende Lieferketten systematisch und langfristig nachhaltiger gestalten. Daher arbeitet die EDEKA Zentrale seit 2009 mit dem World Wide Fund For Nature (WWF) zusammen, um den ökologischen Fußabdruck von EDEKA zu reduzieren und das Unternehmen sowie die Produkte immer nachhaltiger zu machen. Zum Beispiel durch einen schonenderen Umgang mit den globalen Ressourcen oder den Ausbau des Angebots an umweltverträglicher hergestellten Produkten. EDEKA arbeitet mit regionalen Betrieben und mit den Bio-Verbänden Bioland, Demeter und Naturland zusammen, die für eine umweltschonendere Landwirtschaft stehen und wertvolle Ökosysteme erhalten. Mit dem Bio-Sortiment der Eigenmarke "Unsere Heimat - echt & gut" setzt EDEKA Südwest weitere Maßstäbe für den ressourcenschonenden Anbau in der Region. Im Bereich Energie liegt der Schwerpunkt auf Einsparungen; sei es beim Verpackungsmaterial, bei Kühlung und Beleuchtung oder Transport.

Auch wir nutzen aktiv erneuerbare Energien und ressourcenschonende Verfahren: Unsere Märkte in Ehningen und Wildberg sind beispielsweise mit Geothermie-Anlagen ausgestattet, im Markt in Loßburg nutzen wir Photovoltaik. Moderne Technologien wie CO 2 -Kälteanlagen werden in neun Filialen eingesetzt, effiziente LED-Beleuchtung spart in allen unseren zehn Märkten Strom und damit CO 2. Bei der Sanierung unseres Marktes in Calw-Heumaden waren energetische Überlegungen ein wesentlicher Bestandteil. So wurde eine Luftwärmepumpe zum Heizen und Kühlen des Marktes installiert, die Photovoltaikanlage versorgt den Markt mit Strom, die Wärmerückgewinnung erfolgt aus der CO 2 -Kälteanlage, die mit der Lüftung gekoppelt ist, und ein Energie-Management-System sorgt für das optimale und ressourcenschonende Betreiben der Anlagen.

4.4 Gesellschaftliches Engagement

Zu unserem Selbstverständnis als Genossenschaft gehört die Unterstützung regionaler sozialer Projekte und Vereine. Für unsere Bemühungen um Menschen und Region wurden wir im Januar 2024 mit dem 15. Calwer Löwen als "Unternehmen des Jahres" ausgezeichnet.

Jürgen Ott vom Gewerbeverein sprach in seiner Rede über unsere genossenschaftliche Firmengeschichte und fand anerkennende Worte für unser soziales Engagement, sowohl für unsere Mitarbeitenden als auch für örtliche Vereine und die Tafeln - kurzum dafür, dass die genossenschaftlichen Werte heute noch gelebt werden. Besonders hob er außerdem unsere überaus positive Entwicklung und die enge Verbundenheit mit der Stadt Calw hervor, die sich auch deutlich in unseren hohen Investitionen in die drei Calwer Märkte zeige.

Das seit 2020 laufende Erfolgsprojekt mit den Pfandspendenboxen an unseren Leergutautomaten zu Gunsten des Fördervereins für krebskranke Kinder Tübingen e.V. wird um ein weiteres Jahr verlängert. In Summe wurden im Jahr 2023 von unseren Kunden 37.847,43 € gespendet. Somit wurde trotz der angespannten Wirtschaftslage das Vorjahresergebnis mit -2,6 % nur knapp verfehlt. Kumuliert seit 2020 wurde ein Spendenvolumen von 118.408,33 € erreicht.

5. Prognose-, Risiken- und Chancen-Bericht

5.1 Prognose 2024

Die Bundesregierung und die EU-Kommission senkten ihre Prognose auf nur noch 0,2 und 0,3 Prozent Wirtschaftswachstum im Jahr 2024. Laut ifo-Institut deuten die aktuell vorliegenden Frühindikatoren für den Jahresbeginn 2024 auf keine konjunkturelle Trendwende hin: Verschlechterung der Auftragslage in allen Wirtschaftsbereichen, geringer Auftragsbestand, hoher Krankenstand, andauernde Streiks.

Alles in allem dürfte die Wirtschaftsleistung im laufenden Quartal ihren Rückgang zunächst fortsetzen und um 0,1% im Vergleich zum Vorquartal sinken. Zu einer spürbaren gesamtwirtschaftlichen Erholung dürfte es erst in der zweiten Jahreshälfte kommen. Insgesamt wird das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr nur um 0,2% im Vergleich zum Vorjahr zunehmen. Im kommenden Jahr wird die Wirtschaftsleistung dann um 1,5% zulegen. Damit wurde die Wachstumsprognose für das laufende Jahr im Vergleich zur ifo-Konjunkturprognose Winter 2023 deutlich um 0,7 Prozentpunkte herabgesetzt und für das Jahr 2025 leicht um 0,2 Prozentpunkte angehoben. Anders als erwartet, befindet sich die deutsche Wirtschaft im Winterhalbjahr 2023/24 in einer Rezession. Insbesondere die Erholung der Industriekonjunktur setzt erst später ein.

Die konjunkturelle Schwäche wird den Beschäftigungsaufbau verlangsamen und die Arbeitslosigkeit zunächst weiter steigen lassen. Die Arbeitslosenquote wird in diesem Jahr mit durchschnittlich 5,9% um 0,2 Prozentpunkte höher liegen als noch im Jahr 2023. Erst im Jahr 2025 dürfte die Quote wieder auf 5,6% zurückgehen.

Die Konsumstimmung in Deutschland liegt laut GfK weiter auf niedrigem Niveau. Der GfK- Konsumklima-Index lag im März 2024 bei einen Indexwert von -28,8 Punkten. Für April 2024 prognostiziert die GfK für das Konsumklima einen Wert von -27,4 Punkten und somit eine leichte Verbesserung bei der Stimmung der Konsumentinnen und Konsumenten. Laut der GfK-Konsumklimastudie verbesserten sich die Indikatoren für die Einkommens- und Konjunkturerwartungen leicht, der für die Anschaffungsneigung blieb allerdings fast unverändert auf niedrigem Niveau.

Laut Destatis lag die Inflationsrate in Deutschland - gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat - im Februar 2024 bei +2,5 %. Im Januar 2024 hatte die Inflationsrate bei +2,9 % gelegen, im Dezember 2023 noch bei +3,7 %. Niedriger als im Februar 2024 war die Inflationsrate zuletzt im Juni 2021 (+2,4 %). "Die Inflationsrate hat sich weiter abgeschwächt", sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes. "Die Preissituation bei Energie entspannt sich weiter. Der Preisauftrieb für Nahrungsmittel hat sich deutlich verlangsamt und liegt nun erstmals seit mehr als zwei Jahren unter der Gesamtteuerung", so Brand. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im Februar 2024 gegenüber dem Vormonat Januar 2024 um 0,4 %.

5.2. Prognose VGC 2024

Die Umsatzplanung unserer Genossenschaft 2024 basiert auf den aktuellen Einflüssen, insbesondere der immer noch anhaltenden Ereignisse im Russland-Ukraine Konflikt. Die steigende Teuerungsrate wurde mit eingeplant. Beim Planungszeitpunkt im Januar 2024 wurde davon ausgegangen, dass der Russland-Ukraine-Konflikt noch Auswirkungen auf die Teuerungsrate und das Einkaufsverhalten unserer Kunden hat. Für das laufende Geschäftsjahr wurde ein Nettoumsatz nach Erlösschmälerung von 75,1 Millionen Euro geplant. Dies entspricht einer Umsatzsteigerung von 0,95 % zum Vorjahr.

Der Rohgewinn wurde leicht rückläufig geplant, da unsere Einschätzung darauf beruht, dass die Rückvergütung unseres Hauptlieferanten aufgrund der gegenwärtigen Situation unter dem Vorjahr liegen könnte.

Der Personalaufwand wird gegenüber dem Vorjahr mit 7,01 % Erhöhung geplant. Hierin enthalten sind erwartete Lohnsteigerungen und erhöhte Lohnkosten aufgrund hoher Krankheitstage. Aufgrund der geplanten Sanierung des Marktes in Calw-Wimberg erhöhen sich die Instandhaltungsaufwendungen um 92,09 %. Der Gesamtaufwand erhöht sich in unseren Planungen um 9,62 %.

Die Nettoumsatzentwicklung nach Erlösschmälerung betrug zum Jahresauftakt im Januar 2024 5,831 Mio. € (VJ 5,569 Mio. €). Die prozentuale Umsatzsteigerung betrug 4,70 %. Die Umsatzplanung wurde erreicht.

Zum Jahresauftakt weisen wir im Januar ein operatives Ergebnis (EBIT) von 286 T€ (VJ 23 T€) aus. Der Gesamtertrag erhöhte sich zum Vorjahr auf 1.801 T€ (VJ 1.710 T€). Hauptursache der Steigerung sind eine bessere Wareneingangsspanne sowie Bestandskorrekturen in der Ware, der sich im Wareneinsatz widerspiegelt.

Der Gesamtaufwand sank auf 1.151 T€ (VJ 1.687 T€). Die wesentlichen Einflüsse sind gesunkene Personalkosten und gesunkene Energiekosten sowie ein strenges Kostenmanagement. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) der kurzfristigen Erfolgsrechnung (KER) im Januar 2024 beläuft sich auf 263 T€ (VJ 29 T€).

Die Planumsätze wurden in den ersten drei Monaten 2024 erreicht. Wir hoffen, dass sich diese Entwicklung im Jahr 2024 so fortsetzt und wir unsere Planzahlen erreichen werden.

Der Krieg in der Ukraine wird nach unseren Planungen weiter zu keinen großen Hamsterkäufen führen. Aufgrund der weiterhin hohen Preissteigerungen sinkt die Konsumstimmung. Das Konsumverhalten wurde zurückhaltender und angebotsfixierter. Die Discounter holen sich die in der Coronakrise verlorenen Marktanteile, auch bedingt durch das Konsumverhalten der Kunden, weiterhin zurück. Wir rechnen daher im weiteren Jahresverlauf zwar mit leicht steigenden Umsätzen, jedoch aufgrund des Einkaufsverhaltens unserer Kunden*innen mit Ertragsrückgängen. Allerdings kann aufgrund der derzeit nicht planbaren Entwicklung im Ukraine-Krieg zum Berichtszeitpunkt keine weitere verlässliche Einschätzung getroffen werden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit muss davon ausgegangen werden, dass die negativen Folgen für unsere operative Geschäftstätigkeit umso größer sind, je länger der Russland-Ukraine-Krieg anhält. In unserem Wirtschaftsplan gehen wir dennoch davon aus, dass wir für das Jahr 2024 ein positives Betriebsergebnis erzielen werden, welches aufgrund der aktuellen Entwicklungen und unseren vertrieblich geplanten Maßnahmen deutlich abgeschwächt sein könnte.

Im vertrieblichen Bereich werden die Planungen im Jahr 2024 weiter konkretisiert. Insbesondere sollen im laufenden Jahr folgende Projekte realisiert werden:

Modernisierung EDEKA Calw-Wimberg:

Die Planentwürfe sind nochmals überarbeitet worden. Baustart war September 2023. Die Verkaufsfläche wird durch einen Anbau um 223 m 2 erweitert. In diesem Zuge erhält auch das Gebäude einen kompletten Relaunch, weiter wird die Marktgestaltung auf das aktuelle Layout angepasst. Der Fertigstellung ist auf Mitte Juni 2024 geplant.

Modernisierung EDEKA Loßburg:

Der Markt soll Anfang des Jahres auf das neue Layout angepasst werden. In diesem Zuge werden wir auch eine SB-Backstation einführen.

EDEKA 24/7:

Wir planen in einer Ladeneinheit am Calwer Bahnhof ein EDEKA 24/7. Die neue Konzeption soll ohne Verkaufspersonal auskommen, sodass entsprechende Technik verbaut werden muss. Wir sind aktuell in Verhandlungen mit dem Eigentümer der Immobilie, sodass das Vorhaben nach unseren Planungen Ende 2024 umgesetzt werden kann.

Umbau ehemaliges Ladengeschäft zu Wohnungen in Neubulach:

Der Umbau des ehemaligen Ladengeschäfts in Neubulach in vier seniorengerechte Wohnungen schreitet weiter voran. Die Teilungserklärung muss aufgrund der Neuausrichtung angepasst werden. Die Realisierung des Projektes bedarf einer Zustimmung der Eigentümergemeinschaft. Dies Zustimmung liegt nun vor, allerdings muss diese noch notariell beurkundet werden. Daher rechnen wir mit einer Realisierung nicht vor Ende 2025.

5.3 Risiken

Die Genossenschaft verfügt über ein installiertes Risikomanagementsystem, das mit einer entsprechenden Dokumentation verbunden ist.

Die Risikosteuerung und das Risikomanagement beruhen auf einer kontinuierlichen Identifikation, Messung und Überwachung der Risiken aus allen Geschäftsaktivitäten. Das Risikomanagement dient der Früherkennung von Risiken vor dem Hintergrund eines wachsenden Wettbewerbs. Dies wird permanent ausgebaut und aktualisiert, um Indikatoren für Gefährdungspotentiale frühzeitig zu erkennen.

Die Risiken unserer Geschäftstätigkeit sind im Einzelnen differenziert zu bewerten und ergeben sich aus den genannten Ausführungen. Wettbewerbsveränderungen - auf die kein Einfluss genommen werden kann - können die Entwicklung betroffener Filialen gefährden. Deshalb werden diese Veränderungen überwiegend als übliche Risiken geschäftlicher Aktivitäten angesehen.

Einzelrisiken sind - soweit bekannt und konkret bewertbar - durch ausreichende Rückstellungen im Jahresabschluss berücksichtigt. Andere, eher sporadisch auftretende Risiken (z. B. Einbruch, Feuer etc.), sind durch entsprechende Versicherungspolicen gedeckt. Dar- über hinaus haben wir im Hinblick auf den optimalen Versicherungsschutz unserer Genossenschaft einen Makler beauftragt, der permanent den Versicherungsumfang prüft und optimiert.

Aufgrund des Russland-Ukraine-Konflikts bleiben die Energiepreise auf einem hohen Niveau. Die gestiegenen Preise tragen letztendlich die Verbraucher. Dies hat zur Folge, dass viele Verbraucher noch preissensibler werden und häufiger die Discounter aufsuchen. Das Risiko, dass wir die gewonnenen Marktanteile der letzten Jahre wieder an den Discounter abgeben müssen, bleibt weiterhin bestehen.

Durch das veränderte Verbraucherverhalten sinkende Roherträge und steigende Aufwendungen in den Bereichen Personal- und Energiekosten wird das Betriebsergebnis stark abschwächen.

Durch Belieferungsschwierigkeiten - verursacht durch Preisverhandlungen unseres Hauptlieferanten - kommt es bei wichtigen Artikeln namhafter Hersteller zu Engpässen. Dies stellt ein weiteres Risiko dar, da Verbraucher diese Marken nachfragen und diese bei Konkurrenten erwerben.

5.4 Chancen

Wie oben dargestellt, sind die derzeitigen Risiken hoch und können aus heutiger Sicht schwer beziffert werden. Es besteht in der Krise dennoch die Chance, mit unseren vertrieblichen Konzepten und unserer Nähe zu den Kunden erwartete Umsatzverluste zu minimieren. Renovierte und für den Verbraucher attraktive Filialen tragen zu dazu bei.

Insbesondere werden lokale und regionale Produkte weiterhin häufig nachgefragt. Auch die Discounter passen die Verkaufspreise an und sind ebenfalls von Lieferausfällen betroffen. Unser Hauptlieferant EDEKA passt die Preise an den Wettbewerb täglich an. Dadurch stärken wir unsere Wettbewerbsfähigkeit.

 

Calw, den 28. März 2024

Marco Saile, Vorstandsvorsitzender

Heidrun Weinmann, Vorstand

Bilanz zum 31. Dezember 2023

(verkürzt)

Aktiva

Geschäftsjahr Vorjahr
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 52.894,27 55.985,03
II. Sachanlagen 15.542.604,10 14.283.210,49
III. Finanzanlagen 3.977.563,77 2.843.926,47
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte 4.075.168,59 3.681.190,81
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 785.424,17 717.695,25
III. Schecks, Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 9.900.750,13 9.511.722,55
C. Rechnungsabgrenzungsposten 2.374,05 9.608,55
Bilanzsumme 34.336.779,08 31.103.339,15

Passiva

Geschäftsjahr Vorjahr
A. Eigenkapital
I. Geschäftsguthaben 302.900,00 279.400,00
II. Ergebnisrücklagen 15.139.986,25 12.933.417,21
III. Jahresüberschuss 3.247.580,05 2.228.893,24
Eigenkapital 18.690.466,30 15.441.710,45
B. Sonderposten für Zuschüsse 529.705,82 523.080,97
C. Rückstellungen 5.693.696,17 4.846.026,19
D. Verbindlichkeiten 9.422.910,79 10.292.521,54
E. Rechnungsabgrenzungsposten 0,00 0,00
Bilanzsumme 34.336.779,08 31.103.339,15

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.Januar - 31. Dezember 2023

Geschäftsjahr Vorjahr
1. Umsatzerlöse 75.730.618,84 71.456.459,58
2. Sonstige betriebliche Erträge 1.613.636,49 77.344.255,33 1.085.073,78 72.541.533,36
3. Materialaufwand 53.223.563,25 50.735.197,73
4. Personalaufwand 11.831.846,39 11.622.500,13
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.311.618,64 1.283.036,80
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 6.347.698,91 5.211.589,93
7. Erträge aus Wertpapieren des Finanzanlagevermögens 228.284,89 37.384,16
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 19.379,84 247.664,73 667,87 38.052,03
9. Abschreibungen auf Finanzanlagen 13.105,99
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 190.855,07 171.236,79
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.373.014,00 935.711,75
11. Ergebnis nach Steuern 3.300.217,81 2.282.334,06
12. Sonstige Steuern 52.637,76 53.440,82
13. Jahresüberschuss 3.247.580,05 2.228.893,24

Anhang für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis 31.12.2023

A. Allgemeine Angaben

Die Verbrauchergenossenschaft Calw eG mit Sitz in Calw ist eine im Genossenschaftsregister beim Amtsgericht Stuttgart unter Nummer 330057 eingetragene Genossenschaft.

Unsere Genossenschaft erfüllt zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer großen Genossenschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB.

Die Bilanzgliederung entspricht dem Schema der §§ 266 und 337 HGB mit folgenden Abweichungen:

Zusätzlich eingefügt wurde bei den Aktiva der Posten

 

A. II 4. "Einbauten in fremden Grundbesitz"

 

A. III 2. "Geschäftsguthaben bei Genossenschaften".

Auf der Passivseite wurde das Eigenkapital als Gesamtbetrag in einer zusätzlichen statistischen Zeile ausgewiesen. Die in den vergangenen Jahren aus dem Jahresüberschuss eingestellten anderen Ergebnisrücklagen werden im Anhang erläutert. Der "Sonderposten für Zuschüsse" wurde unter dem Eigenkapital eingefügt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) aufgestellt.

Sachverhalte, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung aufzuführen sind, werden im Anhang angegeben.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden im Berichtsjahr unverändert fortgeführt. Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern abnutzbar, planmäßig linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben.

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und im Falle abnutzbarer Sachanlagen um die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer entsprechende planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Die im Geschäftsjahr angeschafften geringwertigen Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis zu 800 € wurden voll abgeschrieben. Bei Gebäuden wurde in Einzelfällen in früheren Jahren auch die degressive Methode angewandt. Im Anschaffungsjahr erfolgt eine zeitanteilige Berücksichtigung der Abschreibung auf Monatsbasis.

Die Finanzanlagen sind grundsätzlich zu Anschaffungskosten angesetzt. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung erfolgt eine Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert.

Das Umlaufvermögen, wie die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sowie die flüssigen Mittel sind grundsätzlich mit den Anschaffungskosten angesetzt. Das strenge Niederstwertprinzip wird beachtet.

Die Steuerrückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist.

Bei der Bildung der sonstigen Rückstellungen werden alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften berücksichtigt. Die Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlichen Erfüllungsbetrages angesetzt. Die Rückstellungen für mögliche Verbindlichkeiten, aufgrund der gesetzlichen Rücknahmeverpflichtung für Leergut, wurden um 14 T€ auf 252 T€ erhöht. Für den Anspruch gegen Lieferanten aus der Leergutrückgabe wurde die Forderung ebenfalls erfolgswirksam um 14 T€ erhöht. Die Rücknahmeverpflichtungen stellen einen durchlaufenden Posten dar.

Die Verbindlichkeiten sind zu ihren Erfüllungsbeträgen passiviert.

C. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist dem Anlagenspiegel auf der Folgeseite zu entnehmen.

Die in Vorjahren erfolgten Wertberichtigungen nach § 253 Abs. 4 HGB a. F. (770 T€) sowie Wertberichtigungen aus der Übertragung von Sonderposten gemäß § 6 b EStG (1.213 T€) wurden in Ausübung bestehender Wahlrechte beibehalten. Daraus resultieren jährliche AfA- Einsparungen mit 24 T€. Darüber hinaus hat sich an der Notwendigkeit von Wertberichtigungen aus Vorjahren infolge dauerhafter Wertminderung von (280 T€) keine Änderung ergeben.

Verbundenes Unternehmen im Sinne des § 271 Abs. 2 HGB sind weiterhin unverändert die VGC Verwaltungs GmbH, Ostelsheim. Zum 31.12.2023 betrug die Beteiligungsquote 100 %, das Eigenkapital 65 T€ (enthaltener Jahresüberschuss 1 T€).

Weiter ist die Genossenschaft mit einer Hafteinlage von 300 T€ an der VGC Backwaren GmbH & Co. KG als alleinige Kommanditistin beteiligt. Die Hafteinlage von 300 T wurde vollständig eingebracht. Das Jahresergebnis beträgt 5 T€, das Eigenkapital 95 T€.

Anlagenspiegel 2023

Anschaffungskosten
Stand 01.01. Zugang Abgang Umbuchung Stand 31.12.
EUR EUR EUR EUR EUR
1. EDV-Software 152.232,25 10.231,50 0,00 0,00 162.463,75
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 152.232,25 10.231,50 0,00 0,00 162.463,75
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 19.386.766,20 1.043.112,40 0,00 0,00 20.429.878,60
2. Technische Anlagen und Maschinen 341.995,06 356.293,72 0,00 0,00 698.288,78
3. Andere Anlagen, Betriebs-/ Geschäftsausstattung 9.724.056,19 1.001.862,67 -401.593,54 0,00 10.324.325,32
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 143.949,37 1.824.910,97 -1.640.309,86 0,00 328.550,48
II. Sachanlagen 29.596.766,82 4.226.179,76 -2.041.903,40 0,00 31.781.043,18
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 325.600,00 0,00 0,00 0,00 325.600,00
2. Genossenschaftsanteile 800.000,00 0,00 0,00 0,00 800.000,00
3. Wertpapiere 2.056.304,67 1.030.204,11 0,00 0,00 3.086.508,78
III. Finanzanlagen 3.181.904,67 1.030.204,11 0,00 0,00 4.212.108,78
Anlagevermögen 32.930.903,74 5.266.615,37 -2.041.903,40 0,00 36.155.615,71
Kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01. Zugang Abgang Umbuchung Stand 31.12.
EUR EUR EUR EUR EUR
1. EDV-Software -96.247,22 -13.322,26 0,00 0,00 -109.569,48
I. Immaterielle Vermögensgegenstände -96.247,22 -13.322,26 0,00 0,00 -109.569,48
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken -8.932.782,86 -419.317,29 0,00 0,00 -9.352.100,15
2. Technische Anlagen und Maschinen -199.851,50 -31.297,51 0,00 0,00 -231.149,01
3. Andere Anlagen, Betriebs-/ Geschäftsausstattung -6.180.921,97 -847.681,58 373.413,63 0,00 -6.655.189,92
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
II. Sachanlagen -15.313.556,33 -1.298.296,38 373.413,63 0,00 -16.238.439,08
1. Anteile an verbundenen Unternehmen -200.000,00 0,00 0,00 0,00 -200.000,00
2. Genossenschaftsanteile 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Wertpapiere -137.978,20 -13.105,99 116.539,18 0,00 -34.545,01
III. Finanzanlagen -337.978,20 -13.105,99 116.539,18 0,00 -234.545,01
Anlagevermögen -15.747.781,75 -1.324.724,63 489.952,81 0,00 -16.582.553,57
Buchwerte
Buchwert 2022 Buchwert 2023
EUR EUR
1. EDV-Software 55.985,03 52.894,27
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 55.985,03 52.894,27
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 10.453.983,34 11.077.778,45
2. Technische Anlagen und Maschinen 142.143,56 467.139,77
3. Andere Anlagen, Betriebs-/ Geschäftsausstattung 3.543.134,22 3.669.135,40
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 143.949,37 328.550,48
II. Sachanlagen 14.283.210,49 15.542.604,10
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 125.600,00 125.600,00
2. Genossenschaftsanteile 800.000,00 800.000,00
3. Wertpapiere 1.918.326,47 3.051.963,77
III. Finanzanlagen 2.843.926,47 3.977.563,77
Anlagevermögen 17.183.121,99 19.573.062,14

Umlaufvermögen

Der Wert der in den Verkaufsstellen befindlichen Handelswaren wurde in 2023 nach dem gleitenden Durchschnittspreis (GLD) ermittelt.

Der sich aus den Jahresinventuren ergebende Gesamtwert des Warenbestands wurde mengen- und wertmäßig auf den Bilanzstichtag fortgeschrieben. Das Niederwertprinzip bei Waren mit längerer Verweildauer wurde berücksichtigt, weiter wurden zusätzlich die üblichen Verderbrisiken angemessen berücksichtigt (Abschriften für unmittelbar nach dem Abschlussstichtag abgelaufene Ware). Die im Rahmen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung in Vorjahren gebildete Abwertung blieb mit 110 T€ unverändert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten hauptsächlich Forderungen aus Mieten (41 T€) und sonstige kurzfristige Forderungen (84 T€), die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Forderungen an Kunden im Rahmen der gesetzlichen Leergutrücknahme (252 T€), Forderungen gegenüber dem Finanzamt (93 T€) und Vorauszahlungen für Instandhaltungen an Hausverwaltungen (150 T€), die zum Abschlussstichtag nicht fällig waren. Weiter enthalten die Forderungen (21 T€) Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen.

Andere Ergebnisrücklagen

Aus dem Jahresüberschuss des jeweiligen Vorjahres wurden folgende Beträge den anderen Ergebnisrücklagen zugeführt:

Jahr Anfangsbestand Zuführung Endbestand
in € in € in €
2022 9.939.844,14 2.493.573,07 12.433.417,21
2023 12.433.417,21 2.206.569,04 14.639.986,25

Sonderposten für Zuschüsse

Es handelt sich hierbei um öffentliche und private Zuschüsse. Die ertragswirksame Auflösung der Zuschüsse wurde im Geschäftsjahr 2023 entsprechend der individuellen Laufzeit zeitanteilig vorgenommen. Die latente Rückzahlungsverpflichtung beträgt 219 T€.

Pensionsrückstellungen

Die Pensionsrückstellungen entsprechen dem nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelten Barwert der Versorgungsverpflichtungen. Rückstellungen aus Pensionsverpflichtungen bestehen zum Bilanzstichtag in Höhe von 406 T€, sie wurden auf Basis der Richttafeln 2018 G von Dr. Klaus Heubeck bewertet. Die Rückstellung wurde mit dem von der Deutschen Bundesbank zum Bilanzstichtag veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz (10- Jahres-Durchschnitt) abgezinst. Der Zinssatz beträgt 1,82 % (Vorjahr 1,78 %). Es wurde ein Rententrend von 2,30 % pro Jahr zugrunde gelegt. Der Differenzbetrag der Rückstellung aus den unterschiedlichen Zinssätzen auf Basis des durchschnittlichen Marktzinssatzes zu den letzten sieben Jahren (Zinssatz 1,74 %, Vorjahr 1,44 %) beträgt 3 T€ und ist mit einer Ausschüttungssperre belegt.

Die in Vorjahren freiwillig gebildeten zusätzlichen Rückstellungen für mittelbare und unmittelbare Pensionsverpflichtungen wurden beibehalten.

Sonstige Rückstellungen

In den sonstigen Rückstellungen sind im Wesentlichen Aufwendungen für personalbedingte Verpflichtungen (896 T€), Verbindlichkeiten aus der Rücknahmeverpflichtung von Leergut und Leihemballagen (252 T€), Rückstellung für Berufsgenossenschaftsbeiträge (101 T€), Rückstellungen für ausstehende Rechnungen der gesetzlichen Pflichtprüfung (59 T€) und unterlassene Instandhaltungen (209 T€), sowie ausstehende Rechnungen (66 T€).

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten werden nach ihrer Zusammensetzung, ihren Restlaufzeiten und ihrer Besicherung im nachstehenden "Verbindlichkeitenspiegel" dargestellt.

Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Verpflichtungen gegenüber dem Unterstützungsverein der coop Nordschwarzwald Konsumgenossenschaft eV (836 T€), Lohn- und Kirchensteuer (82 T€), sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit (31T€).

Verbindlichkeitenspiegel

Restlaufzeit
bis zu einem Jahr mehr als ein Jahr davon mehr als fünf Jahre
Art der Verbindlichkeit:
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 880.296,00 4.274.814,90 1.495.540,00
(Vj. 930.296,00) (Vj. 5.155.110,90) (Vj. 2.007.052,00)
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.292.546,55
(Vj. 3.296.198,11)
- davon ggü. verb. Unternehmen 96.681,97
(Vj. 104.454,06)
3. Sonstige Verbindlichkeiten 265.253,34 710.000,00 710.000,00
(Vj. 212.916,53) (Vj. 698.000,00) (Vj. 698.000,00)
- davon aus Steuern 81.686,67
(Vj. 82.420,15)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 30.576,53
(Vj. 31.896,24)
Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten 4.438.095,89 4.984.814,90 2.205.540,00
(Vj. 4.439.410,64) (Vj. 5.853.110,90) (Vj. 2.705.052,00)
Summe - Wert am Bilanzstichtag davon durch Pfandrecht oder ähnliche Rechte gesichert
Art der Verbindlichkeit: Betrag Art der Sicherheit
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 5.155.110,90 5.155.110,90 * 1
(Vj. 6.085.406,90) (Vj. 6.085.406,90)
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.292.546,55 3.292.546,55 *2
(Vj. 3.296.198,11) (Vj. 3.296.198,11)
- davon ggü. verb. Unternehmen
3. Sonstige Verbindlichkeiten 975.253,34
(Vj. 910.916,53)
- davon aus Steuern
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit
Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten 9.422.910,79 8.447.657,45
(Vj. 10.292.521,54) (Vj. 9.381.605,01)

D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse stellen sich wie folgt dar:

2023
Einzelhandelsumsatz 74.286.275,29
Miet-/Pachteinnahmen 1.336.903,34
Sonstige Umsatzerlöse 107.440,21
Summe der Umsatzerlöse 75.730.618,84
Sonstige betriebliche Erträge 1.503.276,79
Gesamtleistung 77.233.895,63

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge betreffen hauptsächlich Erträge aus Energiepreisbremse (608 T€), Erlöse aus Expansionsvergütungen und Zuschüsse (171 T€), Erstattungen von Lohnfortzahlungen (125 T€), Erträge aus Zuschreibung von Finanzanlagen (117 T€) Erlöse aus Abfallverwertung (32 T€), Versicherungsentschädigung (17 T€), sowie Erträge aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen (299 T€).

Materialaufwand

Die Aufwendungen für bezogene Waren umfassen die bezogenen Handelswaren einschließlich der Inventurergebnisse und Abschriften für Schwund und Verderb.

Den Aufwendungen für bezogene Leistungen stehen Mieterträge gegenüber und bilden einen durchlaufenden Posten.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Aufwendungen für Mieten (1.210 T€), Energie (1.750 T€), Werbung (491 T€), Instandhaltung (911 T€), Kosten der Warenabgabe (255 T€), Kosten des Geldverkehrs (217T€) sowie Fremdleistungen (124 T€).

Abschreibungen auf Finanzanlagen

Die Finanzanlagen wurden aufgrund von dauerhaften Wertminderungen außerplanmäßig um 13 T€ abgeschrieben.

Steuern vom Einkommen und Ertrag

Der Steueraufwand umfasst im Wesentlichen die Körperschaftssteuer und den Solidaritätszuschlag (691 T€) sowie die Gewerbesteuer (634 T€).

Sonstige Steuern

Die sonstigen Steuern beinhalten im Wesentlichen Grundsteuern für die betrieblichen Gebäude in Höhe von 51 T€.

E. Ergänzende Angaben

Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses

Der Vorstand wird der Generalversammlung den Vorschlag unterbreiten, vom Jahresüberschuss eine Dividende in Höhe von 8,00 % auf das Geschäftsguthaben der Mitglieder (23.528,10 €) auszuschütten und 3.224.051,95 € den anderen Ergebnisrücklagen zuzuführen.

Bericht über Vorgänge besonderer Bedeutung

Durch den anhaltenden Russland-Ukraine-Krieg können sich nachhaltige Belastungen auch für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Genossenschaft ergeben. In welchem Umfang sich die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage unserer Genossenschaft niederschlagen werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt weiterhin nur schwer abzuschätzen. Wir rechnen mit einem leicht niedrigeren Jahresergebnis.

Arbeitnehmer

Die Zahl der im Geschäftsjahr 2023 durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer belief sich auf:

Vollbeschäftigte Teilzeitbeschäftigte Gesamt
Mitarbeiter 127 213 340
(Vj. 118) (Vj.216) (Vj.334)
Auszubildende 26 26
(Vj. 32) (Vj. 32)

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

In den Aufwendungen für bezogene Leistungen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Mietaufwendungen in Höhe von 994 T€ enthalten. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand werden diese Aufwendungen im folgenden Geschäftsjahr circa 994 T€ betragen. Die Gesamtverpflichtungen belaufen sich auf 13,0 Millionen € mit einer durchschnittlichen Laufzeit von rund sechs Jahren. Dem stehen Mieterträge aus langfristiger Vermietung in Höhe von rund 5,9 Millionen € gegenüber.

Die Verbrauchergenossenschaft Calw eG ist Trägerunternehmen des Unterstützungsvereins der Konsumgenossenschaft Calw e.V. Die Berechnung des notwendigen Deckungskapitals wurde unter Ansatz der "Richttafeln 2018 G" von Klaus Heubeck aus dem Jahr 2018 mit einem Rechnungszins von 1,82 % nach dem 10-Jahres-Durchschnitt (Vorjahr 1,78 %) der PUC- Methode vorgenommen. Die Abweichung zur Berechnung nach dem 7-Jahres-Durchschnitt dieser Methode beträgt 20 T€. Die sich aus dem Vereinsvermögen ergebende Unterdeckung betrug danach zum Bilanzstichtag 1,2 Millionen €; die für dieses Risiko gemäß Artikel 28 Absatz 2 EGHGB gebildete Rückstellung beträgt 500 T€.

Mitglieder, Geschäftsanteile-/guthaben

Zahl der verbleibenden Mitglieder Geschäftsanteile
01.01.2023 224 2.793
Zugänge 2023 11 235
Abgänge 2023 2 1
31.12.2023 233 3.029

Das Geschäftsguthaben betrug im Berichtsjahr 302,9 T€ im Vergleich zu 279,4 T€ in 2022 (+23,5 T€). Die Höhe eines Geschäftsanteils beträgt 100,00 EUR.

Vorstand

Der Vorstand der Genossenschaft besteht aus folgenden Personen:

Herr Marco Saile (Vorstandsvorsitzender)
Frau Heidrun Weinmann

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der Genossenschaft besteht aus folgenden Personen:

Herr Bernd Paul (Vorsitzender)
Herr Gerhard Eisenhut (stv. Vorsitzender)
Herr Gert Kleindienst (Schriftführer)
Herr Werner Wurster
Frau Sabine Bäuerle

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen, die von wesentlicher Bedeutung sind, wurden im Geschäftsjahr 2023 nicht getätigt.

Prüfungsverband

Seit dem 1. Januar 2005 ist die Genossenschaft Mitglied des Prüfungsverbandes der Deutschen Verkehrs-, Dienstleistungs- und Konsumgenossenschaften e. V., Gotenstraße 17, 20097 Hamburg.

 

Calw, den 28.03.2024

Der Vorstand

Marco Saile, Vorstandsvorsitzender

Heidrun Weinmann, Vorstand

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Verbrauchergenossenschaft Calw eG

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Verbrauchergenossenschaft Calw eG - bestehend aus der Bilanz zum 31.12.2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.31.2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Verbrauchergenossenschaft Calw eG für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Genossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft zum 31.12.2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.

Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Information

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen im Lagebericht die Berichterstattung über die Nachhaltigkeit (Abschnitt 4 des Lageberichts).

Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf diese sonstige Information, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerungen hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Genossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben.

Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Genossenschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, das aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Genossenschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können.

Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren.

Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Genossenschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Darstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, den 26. April 2024

Prüfungsverband
der Deutschen Verkehrs-, Dienstleistungs- und
Konsumgenossenschaften e.V.

Schmidt, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat hat sich im Berichtsjahr 2023 fortlaufend und ausführlich mit der Situation der Genossenschaft befasst und die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Kontroll- und Beratungsaufgaben mit Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit wahrgenommen. In allen operativen und strategischen Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für die Genossenschaft war der Aufsichtsrat unmittelbar und frühzeitig eingebunden. Dem Aufsichtsrat ist dabei vom Vorstand regelmäßig über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, die Unternehmensplanung sowie sonstige wichtige Geschäftsvorfälle der Genossenschaft berichtet worden. Die vom Vorstand dazu erteilten Berichte und sonstigen Informationen wurden eingehend geprüft und ausführlich beraten. Die in die Zuständigkeit des Aufsichtsrates fallenden Beschlüsse wurden dabei gefasst. Darüber hinaus stand der Aufsichtsratsvorsitzende bei Bedarf in einem engen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand. Die Zusammenarbeit mit dem Vorstand war immer konstruktiv und geprägt durch Offenheit sowie Vertrauen.

Der Aufsichtsrat trat im Jahr 2023 zu zehn gemeinschaftlichen Sitzungen mit dem Vorstand zusammen.

Der vorliegende Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 mit Lagebericht, die wirtschaftlichen Verhältnisse und die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung wurden vom Prüfungsverband der "Deutschen Verkehrs-, Dienstleistungs- und Konsumgenossenschaften e.V., Hamburg", geprüft. In einer gemeinsamen Sitzung am 18. April 2024 haben die Prüfer über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung berichtet und für Fragen zur Verfügung gestanden.

Das "Zusammengefasste Prüfungsergebnis" im vom Prüfungsverband erstellten Bericht enthält keine Beanstandungen, dem Jahresabschluss und dem Lagebericht wurde der uneingeschränkte Prüfungsvermerk erteilt, die wirtschaftlichen Verhältnisse als geordnet beurteilt und die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung bestätigt.

Nach dem Ergebnis der vom Aufsichtsrat durchgeführten Prüfung von Jahresabschluss, Lagebericht sowie des Vorschlags des Vorstandes zur Verwendung des Jahresüberschusses, der den Vorschriften der Satzung entspricht, und aufgrund des Ergebnisses der Prüfung sind auch aus Sicht des Aufsichtsrates keine Einwendungen gegen die Vorlagen des Vorstandes zu erheben. Der Aufsichtsrat genehmigt somit den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und schließt sich dem Vorschlag des Vorstandes zur Jahresüberschussverwendung an.

Der Generalversammlung wird daraus resultierend empfohlen, den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 festzustellen, die vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses zu beschließen sowie dem Vorstand Entlastung zu erteilen.

Durch Ablauf der satzungsmäßigen Amtsdauer scheidet zu dieser Generalversammlung das Aufsichtsratsmitglied, Herr Werner Wurster, aus; Herr Wurster stellt sich zur Wiederwahl.

Mit rund 3,2 Mio. € wurde im Geschäftsjahr 2023 das - in der Geschichte unserer Genossenschaft - beste Jahresergebnis erzielt. Dafür und für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit bedankt sich der Aufsichtsrat beim Vorstand.

Ein besonderer Dank gilt wieder unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr großes Engagement und die geleistete Arbeit im Geschäftsjahr 2023 sowie unseren Mitgliedern, Kunden und Geschäftspartnern für deren Treue und Vertrauen in unsere Genossenschaft.

 

Calw, im Juni 2024

Bernd Paul, Aufsichtsratsvorsitzender

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