Sparkasse Wolfach

Stammdaten

Register
Amtsgericht Freiburg HRA 680905
Eingetragen
28.3.2000
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute mit SonderaufgabenBeteiligungsgesellschaften
Gegenstand
Gegenstand geändert; nun: 1. Die Versorgung der Bevölkerung, der Wirtschaft und der öffentlichen Hand mit geldund kreditwirtschaftlichen Leistungen sicherzustellen und den Wettbewerb im Kreditgewerbe zu stärken. Sie erbringt ihre Leistungen unter Berücksichtigung der Markterfordernisse und fördert den Sparsinn und die Vermögensbildung breiter Bevölkerungskreise sowie die Wirtschaftserziehung der Jugend. 2. Betreiben aller banküblichen Geschäfte, soweit das Sparkassengesetz, die Sparkassengeschäftsverordnung oder diese Satzung keine Einschränkungen vorsehen. Der Sparverkehr wird durch besondere "Bedingungen für den Sparverkehr" geregelt; sie gelten auch für bereits bestehende Spareinlagen. 3. Unterhaltung der zur Erfüllung ihrer Aufgaben und zur Wahrnehmung ihrer Geschäfte erforderlichen Zweigstellen und sonstigen Einrichtungen. 4. Die Sparkasse kann im Rahmen des § 10 des Gesetzes über das Kreditwesen Vermögenseinlagen stiller Gesellschafter nach Maßgabe des § 32 des Sparkassengesetzes (SpG) sowie Genußrechtskapital und nachrangige Darlehen aufnehmen.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Axel Christian Fahner
seit 10.10.2018
Vorsitzender des Vorstands
Vorsitzender des Vorstands

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert0.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (5)

NameAnteil
Stadt Wolfach
0.00%
Stadt Schiltach
0.00%
Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach
0.00%
Gemeinde Oberwolfach
0.00%
Gemeinde Schenkenzell
0.00%

Gesellschafter
Beta

5 Gesellschafter

GmbH-Struktur

4 von 5 angezeigt

Name
Ort
Anteil
Stadt Wolfach
Germany
Stadt Schiltach
Germany
Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach
Germany
Gemeinde Oberwolfach
Germany

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Sparkasse Wolfach

Wolfach

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

der Sparkasse Wolfach
Sitz Wolfach
eingetragen beim
Amtsgericht Freiburg
Handelsregister-Nr. HRA 680905

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023


Aktivseite

31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 2.324.138,25 1.779
b) Guthaben bei der
Deutschen Bundesbank
1.103.192,51 8.261
3.427.330,76 10.041
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und
Wechsel, die zur Refinanzierung
bei der Deutschen Bundesbank
zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche
Schatzanweisungen sowie ähnliche
Schuldtitel öffentlicher Stellen
0,00 0
b) Wechsel 0,00 0
0,00 0
3. Forderungen an
Kreditinstitute
a) täglich fällig 34.185.858,32 1.303
b) andere Forderungen 39.573.901,17 54.755
73.759.759,49 56.058
4. Forderungen an Kunden 505.527.674,93 480.805
darunter:
durch Grundpfandrechte
gesichert
233.615.902,96 EUR ( 201.346 )
Kommunalkredite 14.708.017,21 EUR ( 16.103 )
5. Schuldverschreibungen und
andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter:
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank
0,00 EUR ( 0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0
darunter:
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank
0,00 EUR ( 0)
0,00 0
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 13.065.706,28 21.840
darunter:
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank
13.065.706,28 EUR ( 21.840 )
bb) von anderen Emittenten 10.455.85,39 15.402
darunter:
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank
6.917.053,37 EUR ( 10.848 )
23.521.491,67 37.243
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 0
Nennbetrag 0,00 EUR ( 0)
23.521.491,67 37.243
6. Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere
120.322.550,99 111.887
6a. Handelsbestand 0,00 0
7. Beteiligungen 3.914.479,15 3.979
darunter:
an Kreditinstituten 1.193.432,20 EUR ( 1.193 )
an Finanzdienst-
leistungsinstituten
218.203,84 EUR ( 218 )
an Wertpapierinstituten 0,00 EUR ( 0)
8. Anteile an verbundenen
Unternehmen
0,00 0
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 EUR ( 0)
an Finanzdienst-
leistungsinstituten
0,00 EUR ( 0)
an Wertpapierinstituten 0,00 EUR ( 0)
9. Treuhandvermögen 646.250,00 726
darunter:
Treuhandkredite 646.250,00 EUR ( 726 )
10. Ausgleichsforderungen gegen
die öffentliche Hand einschließlich
Schuldverschreibungen aus
deren Umtausch
0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche
Rechte und Werte
0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen,
gewerbliche Schutzrechte und ähnliche
Rechte und Werte sowie Lizenzen an
solchen Rechten und Werten
7.130,09 11
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 0,00 0
7.130,09 11
12. Sachanlagen 2.424.343,00 2.442
13. Sonstige Vermögensgegenstände 93.430,76 70
14. Rechnungsabgrenzungsposten 34.973,12 49
Summe der Aktiva 733.679.413,96 703.310


Passivseite

31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
a) täglich fällig 1.176.968,95 487
b) mit vereinbarter Laufzeit
oder Kündigungsfrist
206.865.317,89 222.169
208.042.286,84 222.657
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist
von drei Monaten
94.263.089,80 120.160
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist
von mehr als drei Monaten
10.604.765,53 10.475
104.867.855,33 130.635
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 258.517.093,33 257.735
bb) mit vereinbarter Laufzeit
oder Kündigungsfrist
89.500.216,77 23.198
348.017.310,10 280.933
452.885.165,43 411.567
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 0,00 0
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere 0,00 EUR ( 0)
0,00 0
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 646.250,00 726
darunter:
Treuhandkredite 646.250,00 EUR ( 726 )
5. Sonstige Verbindlichkeiten 715.927,47 429
6. Rechnungsabgrenzungsposten 29.541,19 37
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen
und ähnliche Verpflichtungen
4.651.078,00 6.277
b) Steuerrückstellungen 540.273,37 1.288
c) andere Rückstellungen 2.516.153,90 2.709
7.707.505,27 10.275
8. (weggefallen)
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 9.004.702,87 5.505
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter:
vor Ablauf von zwei Jahren fällig 0,00 EUR ( 0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 20.752.114,70 19.002
Sonderposten nach
§ 340e Abs. 4 HGB
2.114,70 EUR ( 2)
12. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 0,00 0
b) Kapitalrücklage 0,00 0
c) Gewinnrücklagen
ca) Sicherheitsrücklage 33.111.953,96 32.693
33.111.953,96 32.693
d) Bilanzgewinn 783.966,23 419
33.895.920,19 33.112
Summe der Passiva 733.679.413,96 703.310
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus
weitergegebenen abgerechneten
Wechseln
0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus
Bürgschaften und
Gewährleistungsverträgen
37.809.811,15 41.489
c) Haftung aus der Bestellung von
Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten
0,00 0
37.809.811,15 41.489
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen
aus unechten Pensionsgeschäften
0,00 0
b) Platzierungs- und
Übernahmeverpflichtungen
0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 33.519.286,96 61.592
33.519.286,96 61.592

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

1.1.-31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 10.133.165,97 7.649
darunter:
abgesetzte negative Zinsen 7.950,00 EUR ( 17 )
aus der Abzinsung von Rückstellungen 0,00 EUR ( 0)
b) festverzinslichen Wertpapieren
und Schuldbuchforderungen
274.026,77 407
darunter:
abgesetzte
negative Zinsen
0,00 EUR ( 0)
10.407.192,74 8.056
2. Zinsaufwendungen 6.336.124,08 1.863
darunter:
abgesetzte
positive Zinsen
11.207,59 EUR ( 245 )
aus der Aufzinsung
von Rückstellungen
111.341,33 EUR ( 197 )
4.071.068,66 6.193
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht
festverzinslichen Wertpapieren
3.142.035,12 2.309
b) Beteiligungen 322.443,34 271
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 0,00 0
3.464.478,46 2.581
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften,
Gewinnabführungs- oder
Teilgewinnabführungsverträgen
0,00 0
5. Provisionserträge 3.825.217,12 4.179
6. Provisionsaufwendungen 145.007,21 791
3.680.209,91 3.388
7. Nettoertrag oder Nettoaufwand
des Handelsbestands
0,00 0
8. Sonstige betriebliche Erträge 1.771.795,34 151
darunter:
aus der
Fremdwährungs-
umrechnung
0,00 EUR ( 0)
9. (weggefallen)
12.987.552,37 12.313
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 3.998.497,65 3.900
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen
für Altersversorgung und
für Unterstützung
1.207.412,19 1.484
darunter:
für Altersversorgung 477.175,44 EUR ( 785 )
5.205.909,84 5.384
b) andere Verwaltungsaufwendungen 3.137.813,42 2.683
8.343.723,26 8.067
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen
auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen
254.292,22 238
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 115.663,24 252
darunter:
aus der Fremdwährungsumrechnung 0,00 EUR ( 0)
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen
auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere
sowie Zuführungen zu Rückstellungen
im Kreditgeschäft
277.359,85 646
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen
und bestimmten Wertpapieren sowie aus der
Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft
0,00 0
277.359,85 646
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf
Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen
und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere
0,00 855
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen,
Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie
Anlagevermögen behandelten Wertpapieren
0,00 0
0,00 855
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0
18. Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 1.750.000,00 1.000
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 2.246.513,80 1.255
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 0
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.450.434,30 824
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter
Posten 12 ausgewiesen
12.113,27 12
1.462.547,57 836
25. Jahresüberschuss 783.966,23 419
26. Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr 0,00 0
783.966,23 419
27. Entnahmen aus Gewinnrücklagen
a) aus der Sicherheitsrücklage 0,00 0
b) aus anderen Rücklagen 0,00 0
0,00 0
783.966,23 419
28. Einstellungen in Gewinnrücklagen
a) in die Sicherheitsrücklage 0,00 0
b) in andere Rücklagen 0,00 0
0,00 0
29. Bilanzgewinn 783.966,23 419

Anhang

A) Allgemeine Angaben


Der Jahresabschluss der Sparkasse Wolfach wurde nach den für Kreditinstitute geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt.

B) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Forderungen


Die Forderungen an Kunden und Kreditinstitute (einschließlich Schuldscheine) sind zum Nennwert bilanziert. Bei der Auszahlung von Darlehen einbehaltene Disagien bzw. bezahlte Agien werden auf deren Laufzeit bzw. Festzinsbindungsdauer verteilt.


Für die im Rahmen unserer Kreditprozesse insbesondere zur Forderungsbewertung identifizierten akuten Ausfallrisiken werden Einzelwertberichtigungen gebildet. Die Höhe der Einzelwertberichtigung entspricht i. d. R. dem Blankokreditanteil des ausfallgefährdeten Kreditengagements. Sicherheiten werden dabei mit ihrem erwarteten Realisationswert berücksichtigt. Das latente Kreditrisiko ist durch Pauschalwertberichtigungen abgeschirmt. Die Berechnung erfolgt auf Basis der Grundsätze des IDW RS BFA 7 . Hierbei wurde das Bewertungsvereinfachungsverfahren angewandt und der erwartete Verlust über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten ohne eine Anrechnung von Bonitätsprämien angesetzt. Die Berechnung des erwarteten Verlusts erfolgt mit der Anwendung, die in der internen Steuerung eingesetzt wird. Basis dieser Berechnung waren insbesondere die mit unseren Ratingverfahren auf Grundlage der Vergangenheit ermittelten Ausfallwahrscheinlichkeiten der Kreditnehmer für einen 12-Monatszeitraum und die im Rahmen der Kreditprozesse bewerteten Sicherheiten. Kreditnehmer, die im Rahmen der internen Risikosteuerung im Hinblick auf einen Ausfall als risikolos betrachtet werden, wurden auch für die handelsbilanzielle Betrachtung ausgeschlossen. Die Voraussetzungen für die Anwendung des vereinfachten Bewertungsverfahrens sind nach dem Ergebnis unserer Analysen gegeben. Die im Rahmen der Berechnung der Pauschalwertberichtigung verwendeten Modelle und Parameter spiegeln nach unserer Einschätzung die Risikosituation zum Abschlussstichtag ausreichend wider. Für die besonderen Risiken des Geschäftszweiges der Kreditinstitute wurde zusätzlich Vorsorge getroffen.

Wertpapiere


Die Wertpapiere der Liquiditätsreserve werden zu den Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Kurswerten oder den niedrigeren beizulegenden Werten bilanziert (strenges Niederstwertprinzip); die Wertpapiere des Anlagevermögens werden im Rahmen des gemilderten Niederstwertprinzips zu den über den Zeitwerten liegenden (ggfs. fortgeführten) Anschaffungskosten bzw. den Buchwerten des Vorjahres angesetzt.


Für die Ermittlung des Bewertungskurses haben wir die Wertpapiere daraufhin untersucht, ob zum Bilanzstichtag ein aktiver Markt vorliegt. Für die Abgrenzung, ob ein aktiver Markt vorliegt, haben wir die Kriterien zugrunde gelegt, die in der MiFID II (Markets in Financial Instruments Directive - Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Mai 2014) für die Abgrenzung eines liquiden von einem illiquiden Markt festgelegt wurden. In den Fällen, in denen wir insoweit nicht von einem aktiven Markt ausgehen konnten, haben wir die Bewertung anhand von gerechneten Kursen des kursversorgenden Systems vorgenommen, denen unter Verwendung laufzeit- und risikoadäquater Zinssätze ein Discounted Cashflow-Modell zugrunde liegt.

Beteiligungen


Die Beteiligungen wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagevermögen


Die immateriellen Anlagewerte und das Sachanlagevermögen werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer in Anlehnung an die steuerlichen Abschreibungstabellen, bilanziert. Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Aus Vereinfachungsgründen werden bei den Sachanlagen in Anlehnung an die steuerlichen Regelungen Vermögensgegenstände von geringem Wert (bis 250 Euro) sofort als Sachaufwand erfasst und geringwertige Vermögensgegenstände (bis 1.000 Euro) in einen Sammelposten eingestellt und linear über einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschrieben.

Sonstige Vermögensgegenstände


Die in den Sonstigen Vermögensgegenständen enthaltenen Forderungen und Vermögenswerte wurden mit dem Niederstwert bewertet.

Verbindlichkeiten


Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Rückstellungen


Die Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist; sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.


Die Pensionsrückstellungen wurden unter Anwendung versicherungsmathematischer Grundsätze mit dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Zugrundelegung der Richttafeln Heubeck 2018 G ermittelt. Für die Abzinsung wurde der sich aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren ergebende durchschnittliche Marktzinssatz von 1,83 % bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren verwendet. Der Aufwand aus der Änderung des Abzinsungssatzes seit dem letzten Abschlussstichtag wird im Zinsergebnis ausgewiesen. Bei der Berechnung wurden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,0 % und ein Rententrend von jährlich 2,5 % berücksichtigt. Einen Fluktuationsabschlag haben wir weiterhin nicht angesetzt. Aus der Berechnung der Rückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre und der vergangenen sieben Geschäftsjahre ergibt sich ein Unterschiedsbetrag von 40 TEUR. Eine Ausschüttungssperre gemäß § 253 Abs. 6 HGB besteht nicht, da in Vorjahren bereits in entsprechender Höhe die Sicherheitsrücklage dotiert wurde.


Sparkassen haben ihren Arbeitnehmern Leistungen der betrieblichen Altersversorgung nach Maßgabe des "Tarifvertrags über die zusätzliche Altersvorsorge der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes - Altersvorsorge-TV-Kommunal (ATV-K)" zugesagt. Um den anspruchsberechtigten Mitarbeitern die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung gemäß ATV-K zu verschaffen, ist die Sparkasse Mitglied in der Zusatzversorgungskasse des Kommunalen Versorgungsverbands Baden-Württemberg (ZVK). Die ZVK finanziert die Versorgungsverpflichtungen im Umlage- und Kapitaldeckungsverfahren (Hybridfinanzierung). Hierbei werden im Rahmen eines Abschnittdeckungsverfahrens ein Umlagesatz und ein Zusatzbeitrag bezogen auf die zusatzversorgungspflichtigen Entgelte der versicherten Beschäftigten ermittelt. Aus den Zusatzbeiträgen wird gemäß § 64 ZVK-Satzung innerhalb des Vermögens der ZVK ein separater Kapitalstock aufgebaut. Die ZVK erhebt zusätzlich zur Deckung der im ehemaligen Gesamtversorgungssystem entstandenen Versorgungsansprüche ein Sanierungsgeld. Der Rechtsanspruch der versorgungsberechtigten Mitarbeiter zur Erfüllung des Leistungsanspruchs gemäß ATV-K richtet sich gegen die ZVK, während die Verpflichtung der Sparkasse ausschließlich darin besteht, der ZVK im Rahmen des mit ihr begründeten Mitgliedschaftsverhältnisses die erforderlichen, satzungsmäßig geforderten Finanzierungsmittel zur Verfügung zu stellen. Nach der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) in seinem Rechnungslegungsstandard IDW RS HFA 30 n. F. vertretenen Rechtsauffassung begründet die Durchführung der betrieblichen Altersversorgung bei einem externen Versorgungsträger wie der ZVK handelsrechtlich eine mittelbare Versorgungsverpflichtung. Die ZVK hat im Auftrag der Sparkasse den nach Rechtsauffassung des IDW (vgl. IDW RS HFA 30 n. F.) zu ermittelnden Barwert der auf die Sparkasse im umlagefinanzierten Abrechnungsverband entfallenden Leistungsverpflichtung zum 31. Dezember 2023 ermittelt. Unabhängig davon, dass es sich bei dem Kassenvermögen um Kollektivvermögen aller Mitglieder des umlagefinanzierten Abrechnungsverbandes handelt, ist es gemäß IDW RS HFA 30 n. F. für Zwecke der Angaben im Anhang nach Art. 28 Abs. 2 EGHGB anteilig in Abzug zu bringen. Auf dieser Basis beläuft sich der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB anzugebene Betrag auf 8.105 TEUR. Der Barwert der auf die Sparkasse entfallenden Leistungsverpflichtung wurde in Anlehnung an die versicherungsmathematischen Grundsätze und Methoden (Anwartschaftsbarwertverfahren), die auch für unmittelbare Pensionsverpflichtungen angewendet wurden, unter Berücksichtigung einer gemäß Satzung der ZVK unterstellten jährlichen Rentensteigung von 1% und unter Anwendung der Heubeck-Richttafeln RT 2005 G (in einer an den Bestand der ZVK angepassten Modifikation) ermittelt. Als Diskontierungszinssatz wurde gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB i. V. m. der Rückstellungsabzinsungsverordnung der auf Basis der vergangenen zehn Jahre ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz von 1,82 % verwendet, der sich bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Da es sich nicht um ein endgehaltbezogenes Versorgungssystem handelt, sind erwartete Gehaltssteigerungen nicht zu berücksichtigen. Die Daten zum Versichertenbestand der Versorgungseinrichtung per 31. Dezember 2023 liegen derzeit noch nicht vor, sodass auf den Versichertenbestand per 31. Dezember 2022 abgestellt wurde. Der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB anzugebene Betrag bezieht sich auf die Einstandspflicht der Sparkasse gemäß § 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG, bei der die Sparkasse für die Erfüllung der zugesagten Leistung einzustehen hat (Subsidiärhaftung), sofern die ZVK die vereinbarten Leistungen nicht erbringt. Hierfür liegen gemäß der Einschätzung des Verantwortlichen Aktuars im Aktuar-Gutachten 2023 für die Sparkasse keine Anhaltspunkte vor. Vielmehr bestätigt der Verantwortliche Aktuar der ZVK in diesem Gutachten die Angemessenheit der rechnungsmäßigen Annahmen zur Ermittlung des Finanzierungssatzes und bestätigt auf Basis des versicherungsmathematischen Äquivalenzprinzips die dauernde Erfüllbarkeit der Leistungsverpflichtungen der ZVK.


Bezüglich der als wesentlich einzuordnenden, bei den sonstigen Rückstellungen (Passivposten 7c) ausgewiesenen Rückstellungen ergeben sich folgende ergänzende Hinweise:


Bei der Ermittlung der im Zusammenhang mit der Rückstellungsbewertung entstehenden Aufwendungen und Erträge wird davon ausgegangen, dass die Änderung des Abzinsungssatzes zum Beginn der Periode eingetreten ist. Erfolge aus der Änderung des Abzinsungssatzes oder der Restlaufzeit werden bei den nicht aus dem klassischen Bankgeschäft resultierenden Rückstellungen für Beihilfe im operativen Ergebnis, ansonsten einheitlich im Finanzergebnis ausgewiesen.


Die Berechnung der Beihilferückstellungen erfolgt grundsätzlich nach dem gleichen Verfahren und Annahmen wie bei den Pensionsrückstellungen. Für die Abzinsung wurde der sich aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren ergebende durchschnittliche Marktzinssatz von 1,76 % verwendet. Als Trend bezüglich der Steigerung der entsprechenden Aufwendungen haben wir einen Satz von 2,0 % berücksichtigt.


Bei den Rückstellungen für steigende Prämien bei Spareinlagen haben wir einen Fluktuationsabschlag von 4,8 % angesetzt. Sie werden auch bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger abgezinst.

Verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs (Zinsbuchs)


Nach IDW RS BFA 3 n. F. sind die zinsbezogenen Instrumente des Bankbuchs (Zinsbuch) einer verlustfreien Bewertung zu unterziehen. Zu diesem Zweck werden die zinsbezogenen Vermögensgegenstände und Schulden sowie derivative Finanzinstrumente (insbesondere Zins-Swaps) des Bankbuchs einem Saldierungsbereich zugeordnet. Für diesen ist unter Berücksichtigung von voraussichtlich zur Bewirtschaftung des Bankbuchs erforderlichen Aufwendungen (Refinanzierungs-, Risiko- und Verwaltungskosten) zu prüfen, ob aus den noch zu erwartenden Zahlungsströmen bis zur vollständigen Abwicklung des Bestands ein Verlust droht. Die Sparkasse wendet die barwertige Berechnungsmethode an. Der Barwert ergibt sich aus den zum Abschlussstichtag abgezinsten Zahlungsströmen des Bankbuchs. Betrags- und Laufzeitinkongruenzen sind mittels fiktiver Geschäfte zu schließen. Auf der Passivseite ist dabei der angenommene individuelle Refinanzierungsaufschlag der Sparkasse zu berücksichtigen. Die künftigen für die vollständige Abwicklung des Bankbuchs benötigten Verwaltungskosten wurden aus statistischen Daten abgeleitet. Der ermittelte Verwaltungskostensatz wurde auch für den Einbezug sogenannter Overheadkosten berücksichtigt. Weiterhin wurden Gebühren und Provisionserträge, die direkt aus den Zinsprodukten resultieren, im Rahmen der verlustfreien Ermittlung des Bankbuchs berücksichtigt. Zum Bilanzstichtag ergibt sich kein Verpflichtungsüberschuss.

Strukturierte Produkte


Die strukturierten Produkte (Anleihen mit einmaligem und mehrfachem Schuldnerkündigungsrecht, Forwarddarlehen) wurden unter Berücksichtigung des IDW RS HFA 22 einheitlich (ohne Abspaltung der Nebenrechte), die Credit Linked Schuldscheindarlehen unter Abspaltung der Nebenrechte bilanziert. Die übernommenen Adressenausfallrisiken aus den Credit Linked Schuldscheindarlehen, die als "gestellte" Kreditsicherheiten behandelt werden, wurden nach IDW RS BFA 1 als Eventualverbindlichkeit ausgewiesen.

Derivate


Die zur Steuerung von Zinsänderungsrisiken abgeschlossenen Zinsswapgeschäfte wurden in die verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs (Zinsbuchs) einbezogen und waren somit nicht gesondert zu bewerten.

C) Erläuterungen zur Bilanz

Aktivseite

3. Forderungen an Kreditinstitute


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 13.340 13.343
darunter: Forderungen an die eigene Girozentrale 13.108 13.157


Die Unterposition b) - andere Forderungen - (ohne anteilige Zinsen) setzt sich nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 2.000
mehr als drei Monate bis ein Jahr 10.500
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 21.500
mehr als fünf Jahre 5.000

4. Forderungen an Kunden


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.166 2.166


Diese Position (ohne anteilige Zinsen) setzt sich nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 11.051
mehr als drei Monate bis ein Jahr 31.433
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 127.648
mehr als fünf Jahre 325.690
mit unbestimmter Laufzeit 9.506

5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023
TEUR
Beträge, die in dem auf den Bilanzstichtag folgenden Jahr fällig werden (ohne anteilige Zinsen) 4.500
Von den in dieser Position enthaltenen Wertpapieren sind börsennotiert 23.521
Nicht mit dem Niederstwert bewertet sind Wertpapiere mit Buchwerten von zusammen 23.521
Der Zeitwert dieser so bewerteten Wertpapiere beläuft sich auf 22.386
Es handelt sich um Wertpapiere mit Dauerhalteabsicht sowie mit Restlaufzeiten von größer als zwei Jahren zum Umwidmungszeitpunkt. Wir gehen von einer nur vorübergehenden Wertminderung aus, da der Zeitwert bei diesen Wertpapieren unter deren Einlösungsbetrag liegt.

6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

Anteile an Investmentvermögen


An den folgenden Investmentvermögen halten wir mehr als 10 % der Anteile:

Anlageziele Marktwert Buchwert Ausschüttungen im Geschäftsjahr
TEUR TEUR TEUR
Bezeichnung des Investmentvermögens
WP-Spezialfonds A-Wolfach-Fonds DE000DK0V7G4 89.216 79.633 2.452
WP-Spezialfonds A-Wolf- und Kinzig-Fonds DE000DK0V737 41.692 40.690 690


Bei dem A-Wolfach-Fonds ist die Sparkasse Wolfach verpflichtet, der Investmentgesellschaft gegenüber eine unwiderrufliche Erklärung über die Rückgabe von Anteilen abzugeben. Die Rücknahme der Anteile erfolgt spätestens am letzten Bankgeschäftstag des übernächsten Kalenderquartals (Rücknahmetag), welches auf die Rückgabeerklärung der Sparkasse Wolfach folgt. Der jeweilige Rücknahmetag wird durch die Investmentgesellschaft unter Wahrung der Interessen der Sparkasse Wolfach festgelegt.


Die Rücknahme der Anteile erfolgt zu dem am Rücknahmetag ermittelten Rücknahmepreis.


Bei dem A-Wolf- und Kinzig-Fonds liegen keine Beschränkungen in der Möglichkeit der täglichen Rückgabe vor.

9. Treuhandvermögen


Das ausgewiesene Treuhandvermögen stellt in voller Höhe Forderungen an Kunden (Aktivposten 4) dar.

12. Sachanlagen


In dieser Position sind enthalten:

TEUR
im Rahmen der eigenen Tätigkeit genutzte Grundstücke und Gebäude 1.930
Betriebs- und Geschäftsausstattung 367

14. Rechnungsabgrenzungsposten


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Unterschiedsbetrag zwischen Nennbetrag und höherem Auszahlungsbetrag von Forderungen 25 37

Anlagenspiegel

Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in TEUR)
Entwicklung der Anschaffungs-/Herstellungskosten Entwicklung der kumulierten Abschreibungen
Stand am 1.1. des Geschäftsjahres Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand am 31.12. des Geschäftsjahres Stand am 1.1. des Geschäftsjahres
Immaterielle Anlagewerte 64 3 - - 67 53
Sachanlagen 12.234 243 138 - 12.340 9.792
Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in TEUR)
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen
Abschreibungen im Geschäftsjahr Zu-schreibungen im Geschäftsjahr Änderungen der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit Stand am 31.12. des Geschäftsjahres
Zugängen Abgängen Umbuchungen
Immaterielle Anlagewerte 7 - - - - 60
Sachanlagen 248 - - 125 - 9.915
Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in TEUR)
Buchwerte
Stand am 31.12. des Geschäftsjahres Stand am 31.12. des Vorjahres
Immaterielle Anlagewerte 7 11
Sachanlagen 2.424 2.442
Veränderungssaldo (§ 34 Abs. 3 RechKredV) (ohne anteilige Zinsen)
Forderungen an Kreditinstitute -5.000 34.000 39.000
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere -8.174 23.392 31.565
Beteiligungen -65 3.915 3.979

Passivseite

1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 131.048 131.805
darunter: gegenüber der eigenen Girozentrale 131.048 131.805
TEUR
Der Gesamtbetrag der als Sicherheit übertragenen Vermögensgegenstände für
in dieser Position enthaltene Verbindlichkeiten beläuft sich auf insgesamt
95.204


Die Unterposition b) - mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist - setzt sich (ohne anteilige Zinsen) nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 16.993
mehr als drei Monate bis ein Jahr 36.070
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 81.344
mehr als fünf Jahre 70.797

2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden


Die Unterposition ab) - Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten - setzt sich (ohne anteilige Zinsen) nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate -
mehr als drei Monate bis ein Jahr 10.413
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 192
mehr als fünf Jahre -


Die Unterposition bb) - andere Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist - setzt sich (ohne anteilige Zinsen) nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 33.674
mehr als drei Monate bis ein Jahr 37.392
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 18.085
mehr als fünf Jahre 217

4. Treuhandverbindlichkeiten


Bei den Treuhandverbindlichkeiten handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Passivposten 1).

6. Rechnungsabgrenzungsposten


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Unterschiedsbetrag zwischen Nennbetrag und niedrigerem Auszahlungsbetrag von Forderungen 30 37

9. Nachrangige Verbindlichkeiten


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 3.005 3.005
TEUR
Für die in dieser Position ausgewiesenen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen in folgender Höhe angefallen 204


Die Bedingungen der im Passivposten "Nachrangige Verbindlichkeiten" enthaltenen Mittelaufnahmen entsprechen Artikel 63 der Capital Requirements Regulation (CRR). Die Umwandlung in Kapital oder eine andere Schuldform ist in keinem Fall vereinbart oder vorgesehen.


Die einzelnen Mittelaufnahmen, die jeweils 10 % des Gesamtbetrags übersteigen, sind wie folgt ausgestattet (ohne anteilige Zinsen):

Betrag TEUR Zinssatz % fällig am Vorzeitige Rückzahlungsverpflichtung
3.000 3,40 06.04.2029 nein


Die nachrangigen Verbindlichkeiten von insgesamt 6.000 TEUR (ohne anteilige Zinsen), die im Einzelfall 10 % des Gesamtbetrags der nachrangigen Verbindlichkeiten nicht übersteigen, haben eine Durchschnittsverzinsung von 2,23% und eine Restlaufzeit von zwei Monaten bis zehn Jahren.

Passivseite unter dem Strich

1. Eventualverbindlichkeiten


Im Posten "Eventualverbindlichkeiten" sind im Unterposten b) "Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen" 18 Einzelposten von wesentlicher Bedeutung in Bezug auf die Gesamttätigkeit der Sparkasse enthalten; die Einzelbeträge liegen zwischen 1.000 TEUR und 7.500 TEUR.


Diese übernommenen Verpflichtungen aus Kreditderivaten, die als gestellte Kreditsicherheiten behandelt wurden (abgespaltene Credit Default Swaps aus den Credit Linked Schulscheindarlehen) waren nicht zu passivieren, da keine Kreditereignisse eingetreten sind und wir aufgrund der Bonität der Kreditnehmer davon ausgehen, dass die zugrunde liegenden Verpflichtungen erfüllt werden, und wir daher nicht in Anspruch genommen werden.

2. Andere Verpflichtungen


Im Posten "Andere Verpflichtungen" sind im Unterposten c) "Unwiderrufliche Kreditzusagen" sechs Einzelposten von wesentlicher Bedeutung in Bezug auf die Gesamttätigkeit der Sparkasse enthalten; die Einzelbeträge liegen zwischen 840 TEUR und 1.815 TEUR.


Bei den genannten unwiderruflichen Kreditzusagen handelt es sich mit 900 TEUR um Kontokorrentkredite und mit 5.655 TEUR um Darlehen.


Wir gehen derzeit grundsätzlich davon aus, dass die unwiderruflichen Kreditzusagen künftig von den Kreditnehmern in Anspruch genommen werden.

D) Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

5. Provisionserträge


Wir haben Provisionserträge aus gegenüber Dritten erbrachten Dienstleistungen für die Vermittlung und Verwaltung von Versicherungen, Bausparverträgen, Kredite und Wertpapieren erhalten.

8. Sonstige betriebliche Erträge


In dieser Position sind enthalten:

TEUR
Periodenfremde Erträge:
Erträge aus der Auflösung von Pensionsrückstellungen 1.499

23. Steuern vom Einkommen und Ertrag


In dieser Position sind enthalten:

TEUR
Aperiodische Steueraufwendungen 596
Erträge aus der Auflösung von Steuerrückstellungen 205

29. Bilanzgewinn


Der Verwaltungsrat wird den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 in seiner vorgesehenen Sitzung am 23. Juli 2024 feststellen. Der Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses sieht vor, den Bilanzgewinn vollständig der Sicherheitsrücklage zuzuführen.

E) Sonstige Angaben

Beteiligungen

Name, Sitz Höhe des Kapitalanteils Eigenkapital Jahresergebnis
Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Mainz 0,01 % 15.442 Mio EUR (31.12.2022 1) + 1.510 Mio EUR (2022)
Sparkassenverband Baden-Württemberg, Stuttgart 0,16 % - 2 - 2
SVB-Sparkassen-Versicherung Beteiligungs-GmbH
Nr. 10, Stuttgart
14,04 % 11.696 TEUR
(30.11.2022)
+316 TEUR (2021/2022)

1 Konzernabschluss gemäß IFRS
2 Keine Angabe gemäß § 286 Abs. 3 Satz 2 HGB


Der übrige Anteilsbesitz nach § 285 Nr. 11 HGB ist für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung.


Wir sind unbeschränkt haftende Gesellschafterin der DKE-GbR, Berlin.


Der Sparkassenverband Baden-Württemberg hat sich zusammen mit den weiteren Trägern quotal entsprechend seinem Stammkapitalanteil an der Bereitstellung von zusätzlichem Eigenkapital für die Landesbank Baden-Württemberg beteiligt. Als Mitglied des Sparkassenverbands Baden-Württemberg sind wir verpflichtet, über Umlagen den nicht anderweitig gedeckten Verbandsaufwand entsprechend dem maßgeblichen Umlageschlüssel abzudecken. Darüber hinaus sind wir Mitglied des Sicherungssystems der Deutschen Sparkassenorganisation, wobei das System der freiwilligen Institutssicherung beibehalten wurde. Zusätzlich erfüllt das Sicherungssystem auch die Anforderungen des Einlagensicherungsgesetztes. Aus diesen Verpflichtungen ist über die laufenden jährlichen Beitragsverpflichtungen hinaus derzeit ein akutes Risiko einer wesentlichen Inanspruchnahme nicht erkennbar.


Zum Erwerb der Landesbank Berlin Holding AG (LBBH) durch die S-Finanzgruppe haben wir uns über den Deutschen Sparkassen- und Giroverband ö.K. (DSGV) an der Erwerbsgesellschaft der S-Finanzgruppe mbH & Co. KG (Erwerbsgesellschaft) als Kommanditistin unterbeteiligt. In diesem Zusammenhang besteht ein Aufwendungsersatzanspruch des DSGV gegenüber den Unterbeteiligten für den Fall, dass die über die Erwerbsgesellschaft auszuschüttenden Dividenden der LBBH die laufenden Aufwendungen (im Wesentlichen aus der Fremdfinanzierung) nicht abdecken. Aktuell ist aus dieser Verpflichtung kein akutes Risiko einer Inanspruchnahme erkennbar.

Derivative Finanzinstrumente


Die zum Bilanzstichtag noch nicht abgewickelten Termingeschäfte gliedern sich wie folgt:

Nominalbeträge Zeitwerte 1)
in TEUR in TEUR
nach Restlaufzeiten + ./.
bis 1 Jahr 1-5 Jahre > 5 Jahre Insgesamt
Zinsbezogene Geschäfte
OTC-Produkte
Zinsswaps - 10.000 15.000 25.000 2.748 -
Buchwerte in TEUR
Optionsprämie / Variation Margin Rückstellung (P7)
Zinsbezogene Geschäfte
OTC-Produkte
Zinsswaps -

1) Ohne anteilige Zinsen.


Bei dem Kontrahent im Derivategeschäft per 31. Dezember 2023 handelt es sich ausschließlich um ein deutsches Kreditinstitut.


Bei OTC-gehandelten derivativen Finanzinstrumenten werden theoretisch ermittelte Werte als Zeitwerte angesetzt (Mark to Model Bewertung). Dabei wird wie folgt verfahren:


Zinsswaps werden in die Basisbestandteile Kuponanleihe und Floater zerlegt und unter Zugrundelegung entsprechender Zinsstrukturkurven getrennt bewertet. Der Barwert der Swaps ergibt sich dabei aus der Differenz der Barwerte der beiden Basisprodukte.


Diese in die Zinsbuchsteuerung einbezogenen Derivate wurden bei der verlustfreien Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs (Zinsbuchs) berücksichtigt (vgl. Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden") und waren somit nicht gesondert zu bewerten.

Latente Steuern


Aufgrund abweichender Ansatz- und Bewertungsvorschriften zwischen Handels- und Steuerbilanz bestehen zum Bilanzstichtag Steuerlatenzen. Dabei wird der Gesamtbetrag der künftigen Steuerbelastungen durch absehbare Steuerentlastungen überdeckt. Ein Ausweis passiver latenter Steuern war insoweit nicht erforderlich, auf den Ansatz aktiver latenter Steuern hat die Sparkasse entsprechend § 274 Abs. 1 HGB verzichtet. Die wesentlichen künftigen Steuerbelastungen resultieren aus bilanziellen Ansatzunterschieden bei den Beteiligungen. Die zum Ausgleich der künftigen Steuerbelastungen benötigten absehbaren künftigen Steuerentlastungen ergeben sich im Wesentlichen aus unterschiedlichen bilanziellen Ansätzen bei den Forderungen an Kunden und den Rückstellungen. Der Ermittlung der latenten Steuern wurde ein Steuersatz von 27,950 % (Körperschaft- und Gewerbesteuer zzgl. Solidaritätszuschlag) zugrunde gelegt. Aus Beteiligungen an Personengesellschaften resultierende, lediglich der Körperschaftssteuer und dem Solidaritätszuschlag unterliegende Differenzen wurden bei den Berechnungen mit einem Steuersatz von 15,825 % berücksichtigt.

Abschlussprüferhonorare


Für das Geschäftsjahr wurden von unserem Abschlussprüfer für folgende Leistungen Honorare berechnet:

TEUR
für die Abschlussprüfung 266
für andere Bestätigungen 7
für die Steuerberatung 4
für sonstige 0

Mitarbeiter/innen


Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt:

Anzahl
Vollzeitkräfte 37
Teilzeit- und Ultimokräfte (anteilig) 20
Auszubildende 3
Insgesamt 60

Bezüge / Kreditgewährungen an Vorstand und Verwaltungsrat


Für die früheren Mitglieder des Vorstandes bzw. deren Hinterbliebene wurden Versorgungsbezüge in Höhe von 265 TEUR bezahlt. Für diese Personengruppe bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von 4.651 TEUR.


Die Mitglieder des Verwaltungsrats erhielten für Ihre Tätigkeit im Berichtsjahr Gesamtbezüge in Höhe von 83 TEUR.


Den Mitgliedern des Vorstandes wurden Kredite (einschließlich Haftungsverhältnisse) in Höhe von 274 TEUR gewährt.


Den Mitgliedern des Verwaltungsrats wurden Kredite (einschließlich Haftungsverhältnisse) in Höhe von 2.702 TEUR ausgereicht.

Organe

Verwaltungsrat
Vorsitzender Geppert Thomas, Bürgermeister Wolfach
Stellvertreter Haas Thomas, Bürgermeister Schiltach (1. Stellvertretender Vorsitzender)
Waidele Bernhard, Bürgermeister Bad Rippoldsau-Schapbach (2. Stellvertretender Vorsitzender)
Mitglieder Bauernfeind Matthias, Bürgermeister Oberwolfach
Dieterle Katrin, Sparkassenangestellte
Hacker Jutta, Sparkassenangestellte
Heil Simon, Geschäftsführer bei der Grieshaber GmbH & Co. KG
Heinzelmann Bernd, Bürgermeister Schenkenzell
Mayer Christa, Sparkassenangestellte
Müller Mathias, Sparkassenangestellter
Neef Ralf, Sparkassenangestellter
Reisch Patrick, Steuerberater
Schillinger Wilhelm, Geschäftsführer bei der Fensterbau Erich Schillinger GmbH
Schneider Helmut, EDV-Leiter bei der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg
Trautwein-Trentau Christiane, Geschäftsführerin bei der Trautwein Leder Mode Tracht GmbH
Vorstand
Vorsitzender Fahner Axel
Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden Thau Alexander

 

Wolfach, den 29. Mai 2024


Sparkasse Wolfach Der Vorstand

Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31. Dezember 2023 ("Länderspezifische Berichterstattung")


Die Sparkasse Wolfach hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Sparkasse in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Sparkasse Wolfach besteht im Wesentlichen darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.


Die Sparkasse Wolfach definiert den Umsatz als Saldo aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Erträge aus Gewinngemeinschaften etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen, Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands und sonstige betriebliche Erträge.


Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023 12.988 TEUR.


Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt im Jahresdurchschnitt 57.


Der Gewinn vor Steuern beträgt 2.247 TEUR.


Die Steuern auf den Gewinn betragen 1.450 TEUR. Die Steuern betreffen laufende Steuern.


Die Sparkasse Wolfach hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

Lagebericht der Sparkasse Wolfach 2023

1 Grundlagen der Geschäftstätigkeit der Sparkasse Wolfach


Die Sparkasse Wolfach ist eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitz in Wolfach. Sie ist Mitglied des Sparkassenverbands Baden-Württemberg (SVBW), Stuttgart und über diesen dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband e. V. (DSGV), Berlin, angeschlossen. Sie ist beim Amtsgericht Freiburg unter der Nummer A 680905 im Handelsregister eingetragen.


Träger der Sparkasse sind die Städte Wolfach und Schiltach sowie die Gemeinden Bad Rippoldsau-Schapbach, Oberwolfach und Schenkenzell. Organe der Sparkasse sind der Vorstand und der Verwaltungsrat.


Die Sparkasse ist Mitglied im Sparkassenverband Baden-Württemberg und über dessen Sparkassen-Teilfonds dem Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe angeschlossen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat das institutsbezogene Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe als Einlagensicherungssystem nach dem Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) amtlich anerkannt. Das Sicherungssystem stellt im Entschädigungsfall sicher, dass den Kunden der Sparkassen der gesetzliche Anspruch auf Auszahlung ihrer Einlagen gemäß dem EinSiG erfüllt werden kann ("gesetzliche Einlagensicherung"). Darüber hinaus ist es das Ziel des Sicherungssystems, einen Entschädigungsfall zu vermeiden und die Sparkassen selbst zu schützen, insbesondere deren Liquidität und Solvenz zu gewährleisten ("diskretionäre Institutssicherung").


Die Sparkasse bietet als selbstständiges regionales Wirtschaftsunternehmen zusammen mit ihren Partnern aus der Sparkassen-Finanzgruppe Privatkunden, Unternehmen und Kommunen Finanzdienstleistungen und -produkte an, soweit das Sparkassengesetz, die Sparkassengeschäftsverordnung oder die Satzung keine Einschränkungen vorsehen. Der im Sparkassengesetz verankerte öffentliche Auftrag verpflichtet die Sparkasse, mit ihrer Geschäftstätigkeit in ihrem Geschäftsgebiet den Wettbewerb zu stärken und die angemessene und ausreichende Versorgung aller Bevölkerungskreise, der Wirtschaft - insbesondere des Mittelstands - und der öffentlichen Hand mit Bankdienstleistungen sicherzustellen.


Die Gesamtzahl der Beschäftigten hat sich bis zum 31. Dezember 2023 gegenüber dem Vorjahr verringert. Zum Jahresende beschäftigte die Sparkasse insgesamt 73 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (im Vorjahr 77), davon 38 vollzeitbeschäftigte, 32 teilzeitbeschäftigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 3 Auszubildende.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen im Jahr 2023

Volkswirtschaftliches Umfeld

Die Weltwirtschaft 1 hatte in den letzten Jahren mit der Pandemie, dem Krieg in der Ukraine und schließlich der Inflation und den damit einhergehenden steigenden Lebenshaltungskosten zu kämpfen. Hinzu kamen zunehmende geopolitische Spannungen, die Unsicherheit schürten. Zugleich dämpften die Zinserhöhungen zahlreicher Notenbanken die Wirtschaftsaktivität. Das alles belastete das globale Wachstum merklich.

Laut Internationalem Währungsfonds (IWF) ist die globale Wirtschaftsleistung 2023 um voraussichtlich 3,1 % gewachsen. 2 Im Euro-Raum dürfte sie lediglich um 0,5 % gestiegen sein. 3 Die deutsche Volkswirtschaft verzeichnete 2023 voraussichtlich ein um 0,3 % schrumpfendes Brut-toinlandsprodukt. 4Ursächlich hierfür waren die hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen, die ungünstigen Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen sowie eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. 5

In Baden-Württemberg ist aufgrund der engen globalen Verflechtung der Wirtschaft das Bruttoinlandsprodukt sogar um voraussichtlich 0,6 % zurückgegangen. 6Das außenwirtschaftliche Umfeld zeigte sich eingetrübt, die Inflation belastete weiter die Kaufkraft der privaten Haushalte und die Ertragserwartungen der Unternehmen. 7Die wirtschaftliche Entwicklung ist maßgeblich auf zurückgehende Aufträge und die rückläufige Produktion im verarbeitenden Gewerbe zurück-zuführen. 8

Der deutsche Arbeitsmarkt war trotz schwacher Konjunktur robust. Die Arbeitslosenquote stieg nach der Bundesagentur für Arbeit lediglich leicht von durchschnittlich 5,4 % in 2022 9auf 5,7 % in 2023 und in Baden-Württemberg von 3,6 % auf 4,0 %. Gleichzeitig haben Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in den Jahreswerten etwas zugenommen. Die gemeldete Nachfrage nach neuen Mitarbeitern hat spürbar nachgelassen, ist aber weiterhin vergleichsweise hoch. Die konjunkturell bedingte Kurzarbeit lag im Jahresverlauf auf einem im langjährigen Vergleich moderaten Niveau. 10

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind 2023 gemessen am Verbraucherpreisindex um 5,9 % im Durchschnitt gegenüber 2022 gestiegen. 11Zwar lagen sie damit unter dem historischen Höchststand des Jahres 2022 seit Einführung des Euros von 6,9 % 12, jedoch verharren die Preissteigerungsraten über dem 2 %-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB). 13Auch 2023 hat die EZB daher den Kampf gegen die anhaltend hohen Inflationsraten weitergeführt. Insgesamt hat die EZB im Berichtsjahr 2023 ihren Hauptrefinanzierungssatz um insgesamt 200 Basispunkte auf 4,50 % erhöht. 14Den Einlagensatz hat sie ebenfalls um insgesamt 200 Basispunkte auf 4,0 % erhöht. 15

Die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen sind insbesondere im vierten Quartal 2023 per saldo gesunken. Zum Schluss des Jahres 2022 lagen sie bei 2,51 %. Ende 2023 wurde für diese Benchmark eine Rendite von 2,02 % verzeichnet. 16

Auf den Immobilienmärkten wurde 2023 eine deutliche Preiskorrektur vollzogen. 17Die Zinswende übte einen Abwärtsdruck auf die Bewertung von Immobilien aus. Sowohl die Preise für Wohnimmobilien als auch die Preise für Bürogebäude waren 2023 rückläufig. Die Wohnungs- und Büromieten tendierten hingegen aufwärts. Die Bauinvestitionen sanken im dritten Jahr in Folge, 2023 noch einmal preisbereinigt um 2,1 %. 18Am stärksten war der Rückgang im Wohnungsbau und das trotz Wohnungsknappheit. 2023 wurden bundesweit 26,6 % weniger Baugenehmigungen für Wohnungen als 2022 erteilt 19, in Baden-Württemberg war ein Rückgang von 32,1 % zu verzeichnen. 20Bauunternehmen und Bauträger kämpfen mit massiv gestiegenen Baukosten und höheren Zinsen. 21

1 Vgl. Internationaler Währungsfonds (IWF), Jahresbericht 2023, S. 8, https://www.elibrary.imf.org/downloadpdf/book/9798400240539/9798400240539.xml (abgerufen am 04.03.2024).
2 Vgl. Internationaler Währungsfonds (IWF), World Economic Outlook Update, https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2024/01/30/world-economic-outlook-update-january-2024 (abgerufen am 30.01.2024).
3 Vgl. ebd.
4 Vgl. Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 019 vom 15.01.2024, https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_019_811.html#:~:text=WIES-BADEN%20%E2%80%93%20Das%20preisbereinigte%20Bruttoinlandsprodukt%20(BIP,der%20Wirtschaftsleistung%200%2C1%20%25 (abgerufen am 30.01.2024).
5 Vgl. LBBW, BW Quarterly, Ausgabe Q4/2023, S. 2, https://www.lbbw.de/konzern/research/2023/quarterly/20231215-lbbw-research-bw-quarterly-2023-q4_ahos5zaejv_m.pdf (abgerufen am 30.01.2024).
6 Vgl. LBBW, BW Quarterly, Ausgabe Q4/2023, S. 2, https://www.lbbw.de/konzern/research/2023/quarterly/20231215-lbbw-research-bw-quarterly-2023-q4_ahos5zaejv_m.pdf (abgerufen am 30.01.2024).
7 Dies und das Folgende nach Pressemitteilung des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung vom 19. Dezember 2023: Konjunktur Baden-Württemberg - Wenig Dynamik erkennbar, https://www.iaw.edu/aktuelle-meldungen-detail/konjunktur-baden-wuerttemberg-wenig-dynamik-erkennbar.html (abgerufen am 04.03.2024).
8 Quelle: https://www.statistik-bw.de/GesamtwBranchen/KonjunktPreise/Konjunktur.jsp
9 Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt, Bundesagentur für Arbeit Dezember 2022, Seite 21.
10 Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt, Bundesagentur für Arbeit Dezember 2023, Seite 8 und 20.
11 Vgl. Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 020 vom 16.01.2024, https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_020_611.html (abgerufen am 30.01.2024).
12 Vgl. ebd.
13 Vgl. https://www.ecb.europa.eu/ecb/tasks/monpol/html/index.de.html (abgerufen am 30.01.2024).
14 Vgl. Statista, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/201216/umfrage/ezb-zinssatz-fuer-das-hauptrefinanzierungsgeschaeft-seit-1999/ (abgerufen am 04.03.2024).
15 Vgl. LBBW, Kapitalmarktkompass Januar, S. 37, https://www.lbbw.de/konzern/research/2024/kapitalmarktkompass/lbbw-kapitalmarktkompass-januar-2024_ah-poqx7u8c_m.pdf (abgerufen am 30.01.2024).
16 Quelle Deutsche Bundesbank.
17 Dies und das Folgende nach LBBW, Kapitalmarktausblick 2024, S. 10 f., https://www.lbbw.de/konzern/research/2023/lbbw-research-kapitalmarktausblick-2024_ahhjf84wz2_m.pdf (abgerufen am 05.02.2024) und https://www.haufe.de/immobilien/investment/vdp-immobilienpreisindex_256_515900.html (abgerufen am 05.02.2024).
18 Vgl. Rundschreiben DSGV Nr. 058, S. 4.
19 Vgl. LBBW, Rückgang der Baugenehmigungen für Wohnungen in 2023, https://www.lbbw.de/artikelseite/ersteinschaetzung/rueckgang-der-baugenehmigungen-2023_ahx1p93j38_d.html (abgerufen am 04.03.2024).
20 Vgl. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, https://www.statistik-bw.de/HandwBauwirtsch/Bautaetigkeit/bautaetigkeit01.jsp (abgerufen am 05.03.2024).
21 Dies und das Folgende nach LBBW, Kapitalmarktausblick 2024, S. 11, https://www.lbbw.de/konzern/research/2023/lbbw-research-kapitalmarktausblick-2024_ahhjf84wz2_m.pdf (abgerufen am 05.02.2024)

Wirtschaftliche Entwicklung im Geschäftsgebiet


Im ländlich geprägten Geschäftsgebiet der Sparkasse Wolfach leben rund 16.000 Einwohner (31. Dezember 2022). Das verarbeitende Gewerbe ist neben dem Gastgewerbe sowie den Dienstleistungen für Unternehmen in Wolfach der dominierende Strukturfaktor. Die wirtschaftliche Lage im oberen Wolftal ist weiterhin strukturell ungünstig. In Schiltach und in Wolfach dagegen stehen qualitativ hochwertige und gut entlohnte Arbeitsplätze zur Verfügung.


Laut dem "Konjunkturbericht Jahresbeginn 2024" der Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein hat die konjunkturelle Großwetterlage bisher nur wenig Aufbruchstimmung am südlichen Oberrhein entfacht. Dabei wird die aktuelle Geschäftslage noch von der Mehrheit der Unternehmen als gut (40,0 %) oder befriedigend (47,0 %) eingeschätzt, was einer Verbesserung des Index der Geschäftslage im Vergleich zum Herbst um 9 Punkte auf nun 26 Punkte gleichkommt. Gleichzeitig blieben diese Zahlen deutlich hinter jenen Spitzenwerten der Jahre 2013 - 2019 zurück, wo die Geschäftslage durchgehend positiver bewertet wurde.


Die Industrie bewertet ihre Geschäftslage zum Jahresbeginn unverändert verhalten. Von Aufbruchsstimmung ist man weit entfernt. Seit Herbst 2022 wird der Auftragseingang aus dem In- und Ausland nun bereits überwiegend als fallend charakterisiert.


In den Dienstleistungsbranchen kann zum Jahresbeginn eine klar verbesserte Geschäftslage vermeldet werden. Wie immer divergieren die Bewertungen jedoch zwischen den verschiedenen Sektoren des Dienstleistungswesens. Besonders für die Unternehmen der Arbeitnehmerüberlassung waren die vergangenen Monate hart. Aufgrund der konjunkturellen Flaute gab es deutlich weniger Nachfrage nach Zeitarbeit. Auch im Bereich des Gütertransports wird die Geschäftslage eher verhalten beurteilt. Mit guter Geschäftslage hingegen präsentieren sich die wirtschaftlichen und technischen Dienstleister.


Auch im Handel war die Stimmung zuletzt eher gedrückt. Weiterhin leidet die Branche darunter, dass in der Bevölkerung die Konsumneigung zuletzt stark abgenommen hat. Zahlreiche Krisen und in ihrer Folge hohe Energie- und Lebenshaltungskosten haben sich deutlich dämpfend auf die Konsumfreude ausgewirkt. 41,0 % der befragten Händler beurteilen das Kaufverhalten ihrer Kunden als zurückhaltend, kein einziger beschreibt die eigene Kundschaft als kauffreudig. Auch der Fachkräftemangel macht der Branche überproportional zu schaffen: vier von fünf Händler geben an, in ihm ein Risiko zu sehen.


Das Hotel- und Gastgewerbe hat äußerst bewegte Jahre hinter sich. Auch der Jahresbeginn 2024 stellt hiervon keine Ausnahme dar. Im Zuge der Erhöhung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie waren viele Betriebe zuletzt gezwungen, ihre Preise zu erhöhen. Dass sich dies negativ auf die Nachfrage seitens der Kunden auswirkt, ist anzunehmen. Entsprechend erhält die Lageeinschätzung verglichen mit dem Herbst einen deutlichen Dämpfer. Um 13 Punkte fällt der Index der Geschäftslage auf nun 31 Punkte. Immerhin 34,0 % der Hotel- und Gaststättenbetriebe bezeichnen die eigene Geschäftslage aber weiterhin als gut. Nach wie vor sind der Fachkräftemangel (75,0 %) und die Energiekosten (83,0 %) große Herausforderungen, welche die Betriebe der Branche zu bewältigen haben.


Erneut kann aus der Baubranche kaum Aufbruchsstimmung vermeldet werden. Seit den Zinsanhebungen der Europäischen Zentralbank als Reaktion auf die Inflation in vielen europäischen Ländern hat sich die konjunkturelle Großwetterlage der Branche deutlich verdüstert. Der Index der Geschäftslage befindet sich gerade einmal noch bei 11 Punkten, nachdem er vor genau zwei Jahren noch 60 Punkte höher stand. Immerhin 22,0 % der Bauunternehmen bezeichnen die eigene Geschäftslage noch als gut. Weiterhin wird der Auftragseingang von einer Mehrzahl der Unternehmen (61,0 %) als fallend charakterisiert. Der Fachkräftemangel ist für diese Branche ebenfalls ein Problemfeld, das stark ausgeprägt ist: 76,0 % der Bauunternehmen sehen in ihm ein Risiko für das eigene Unternehmen.

Die Arbeitslosenquote zum Jahresende liegt mit 2,3% (Agenturbezirk Offenburg - Geschäftsstelle Hausach) deutlich unter dem Landes- und Bundesdurchschnitt (4,0% bzw. 5,7%). 22

Branchenumfeld und rechtliche Rahmenbedingungen 2023

Das makrofinanzielle Umfeld ist von der Zinswende und einer erhöhten Unsicherheit geprägt. 23 Dabei hat sich das seit 2022 gestiegene Zinsniveau, welches sich in 2023 invers entwickelte 24, sowohl auf der Aktiv- wie auch auf der Passivseite deutlich auf das Geschäft der Kreditinstitute ausgewirkt.

Im Aktivgeschäft verzeichneten die Kreditinstitute nach Angaben der Deutschen Bundesbank nur noch eine leichte Zunahme der Kredite an inländische Nichtbanken 25 um 1,0 % von Dezember 2022 bis Dezember 2023, nach einem Anstieg um 6,5 % im Jahr 2022. 26 Am Jahresende 2023 lag der Bestand an Unternehmenskrediten 1,1 % über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Bei den Krediten an wirtschaftlich unselbstständige und sonstige Privatpersonen verzeichneten die Kreditinstitute ein Plus von 0,7 %. Die Kreditnachfrage privater Haushalte zum Erwerb von Wohneigentum entwickelte sich - nach dem Einbruch um gut 60 % 27 im Jahresverlauf 2022 - weiterhin schwach.

Die Sparkassen in Baden-Württemberg verzeichneten nur eine geringfügige Zunahme des Kreditvolumens (1,8 %). 28 Dieses Plus wurde von den Unternehmenskunden getragen (3,5 %), während das Privatkundengeschäft konstant blieb. Im Neugeschäft ging insbesondere die Nachfrage nach privaten Wohnungsbaukrediten im Vergleich zum Vorjahr zurück (-46,6 %).

Über mehrere Jahre hinweg hatten Niedrig- bzw. Negativzinsen und der Mangel an sicheren Anlagealternativen zu einem starken Anstieg der Sichteinlagen geführt. Im Zuge des steigenden Zinsniveaus kam es zu erheblichen Umschichtungen von Sichteinlagen zu Termingeldern und verzinsten Anlageprodukten, die sich im laufenden Jahr fortsetzen dürften. 29 In Summe nahmen laut der Deutschen Bundesbank die Einlagen von Nichtbanken bei Kreditinstituten im Inland im Jahr 2023 um 2,0 % zu (2022: +4,1 %). 30 Während die täglich fälligen Bankguthaben um 6,6 % zurückgingen, gab es deutliche Steigerungen bei Termineinlagen (+25,9 %).

Die Entwicklung bei den baden-württembergischen Sparkassen bewegte sich im Trend der gesamten Kreditwirtschaft. 31 Insgesamt nahmen die Kundeneinlagen um 1,5 % leicht zu, bei gleichzeitig deutlichen zinsbedingten Umschichtungen von Sicht- und Spareinlagen (-16,2%) zu Gunsten einer Vervierfachung von Termingeldern und Eigenemissionen.


Das nicht bilanzwirksame Kunden-Wertpapiergeschäft der baden-württembergischen Sparkassen hat sich in Folge des gestiegenen Zinsniveaus spürbar belebt und insbesondere zu einer höheren Nachfrage nach festverzinslichen Papieren geführt. Der gesamte Wertpapierumsatz erreichte 25 Mrd. Euro und lag damit fast ein Viertel über dem Vorjahreswert.

Nachdem die langandauernde Niedrigzinsphase die Ertragskraft der Kreditinstitute deutlich belastet hatte, führte die Zinswende der EZB zu einem spürbaren Anstieg der zentralen Ertragsquelle "Zinsüberschuss" und machte sich 2023 positiv in der Ertragslage der Banken bemerkbar. Wie die Deutsche Bundesbank in ihrer Analyse der Ertragslage der deutschen Kreditinstitute 32 hervorhebt, wird sich der Wertberichtigungsbedarf auf festverzinsliche Wertpapiere im Jahr 2023 voraussichtlich verringern, demgegenüber werden die Kreditinstitute voraussichtlich eine höhere Kreditvorsorge zu bilden haben.

22 Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt, Bundesagentur für Arbeit Dezember 2023, Seite 19 und 20.
23 Vgl. Deutsche Bundesbank, Finanzstabilitätsbericht 2023.
24 Quelle SVBW: Basis ist die Datenlieferung der FI zur risikolosen Zinskurve €STR für die Zinsbuchsteuerung.
25 Ohne Geldmarkt- und andere Wertpapiere.
26 Vgl. hierzu und im Folgenden: Deutsche Bundesbank, Monatsbericht Februar 2024 Statistischer Teil, S. 30*/31* und 32/33*.
27 Vgl. Deutsche Bundesbank, Monatsbericht Februar 2023 Statistischer Teil, S. 46* (Neugeschäft, Wohnungsbaukredite mit anfänglicher Zinsbindung von über 10 Jahren).
28 Vgl. hierzu und im Folgenden: SVBW Pressemitteilung vom 01.02.2024.
29 Vgl. Deutsche Bundesbank, Eingangsstatement anlässlich der Vorstellung des Finanzstabilitätsberichts 2023.
30 Vgl. zu diesem Abschnitt: Deutsche Bundesbank, Monatsbericht Februar 2024, Statistischer Teil, S. 22* und S.34*.
31 Vgl. hierzu und im Folgenden: SVBW Pressemitteilung vom 01.02.2024.
32 Vgl. Deutsche Bundesbank, Die Ertragslage der deutschen Kreditinstitute im Jahr 2022, Monatsbericht September 2023. Seite 118

Die Analyse für die Ertragsentwicklung in der Kreditwirtschaft im Allgemeinen gilt im Wesentlichen auch für die baden-württembergischen Sparkassen. 33 Die Zinswende der EZB führte zu einem spürbaren Anstieg der zentralen Ertragsquelle "Zinsüberschuss". Dagegen erhöhte sich der Verwaltungsaufwand bedingt durch die hohe Inflation deutlich. Vor dem Hintergrund der aktuellen Krisen ergibt sich ein steigendes Kreditrisiko, das sich in einer verstärkten Risikovorsorge für Kredite bei baden-württembergischen Sparkassen widerspiegelt.

Die Stabilität der Sparkassen-Finanzgruppe insgesamt ist durch das Verbundrating erneut bestätigt worden. Die Ratingagenturen Fitch (A+), DBRS (A high) und Moodys (Aa2) haben an ihren Einstufungen festgehalten. 34


Aufsichtsrechtliche Änderungen ergaben sich durch die Aktualisierung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (7. MaRisk-Novelle) durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Juni 2023. Mit dieser Novelle wurden die Anforderungen an die Kreditvergabe und Überwachung sowie Regelungen zur Handhabung des Immobiliengeschäfts und der Nachhaltigkeitsrisiken angepasst bzw. ergänzt. Soweit die Änderungen der MaRisk klarstellenden Charakter hatten, trat die neue Fassung mit ihrer Veröffentlichung in Kraft. Für neue Anforderungen galt eine Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2024. Dies bezog sich insbesondere auf die Regelungen zu den Immobiliengeschäften.


Insgesamt müssen sich die Kreditinstitute auf eine Fortsetzung der Regulierungspolitik der letzten Jahre sowie mittelfristig auf weiter erhöhte Eigenmittelanforderungen einstellen. So wurde beispielsweise am 15. Februar 2024 bereits die 8. MaRisk-Novelle von der BaFin zur Konsultation gestellt.


In unserem Geschäftsgebiet ist weiterhin die Volksbank Mittlerer Schwarzwald eG unser Hauptwettbewerber. Die Marktanteile in unserem Geschäftsgebiet bei den Privatgirokunden verteilen sich gemäß der aktuellen Kropf-Analyse (per 2. Januar 2024) zu 46,0% bei der Sparkasse Wolfach und ca. 34,0% bei der Volksbank Mittlerer Schwarzwald eG. Bei den Geschäftsgirokunden zeichnet sich ein ähnliches Bild ab, mit ca. 46,0% des Anteils bei der Sparkasse Wolfach und ca. 29,0% bei der Volksbank Mittlerer Schwarzwald eG. Der durchschnittliche Marktanteil aller Sparkassen des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg liegt bei den Privatgirokunden mit ca. 36,0% und bei den Geschäftsgirokunden mit ca. 37,0% unterhalb der Marktanteile der Sparkasse Wolfach.

33 Vgl. hierzu und im Folgenden: SVBW Pressemitteilung vom 01.02.2024.
34 Vgl. DSGV, Rating, https://www.dsgv.de/sparkassen-finanzgruppe/rating.html (abgerufen am 05.03.2024).

2.2 Bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren


Folgende Kennziffern, die der internen Steuerung dienen und in die Berichterstattung einfließen, stellen unsere bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren dar:

Kennzahlen
Cost-Income-Ratio 1
Wachstum Kredite an Kunden 2
Wachstum Kundeneinlagen 3
Gesamtkapitalquote nach CRR 4

1 Verwaltungsaufwand in Relation zum Zins- und Provisionsüberschuss zuzüglich Saldo der sonstigen ordentlichen Erträge und Aufwendungen gemäß Abgrenzung des Betriebsvergleichs (bereinigt um neutrale und aperiodische Positionen) in % der Durchschnittsbilanzsumme (DBS) gemäß Betriebsvergleich
2 Monatliche Bilanzstatistik (Bundesbank HV11 Pos. 070)
3 Monatliche Bilanzstatistik (Bundesbank HV21 Pos. 220 und HV21 Pos. 280) nur Kundengeschäft
4 Verhältnis der angerechneten Eigenmittel bezogen auf die risikobezogenen Positionswerte

2.3 Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

Bestand zum Jahresende Anteil in % des Geschäftsvolumens
2023 2022 Veränderung Veränderung
Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR % %
Bilanzsumme 733,7 703,3 30,4 4,3
Geschäftsvolumen 1 771,5 744,8 26,7 3,6
Kundenkreditvolumen 2 541,0 520,0 21,0 4,0 70,1
Bankenkreditvolumen 3 76,8 59,1 17,7 30,0 10,0
Wertpapiervermögen 4 143,8 149,1 -5,3 -3,5 18,6
Anlagevermögen 6,3 6,4 -0,1 -1,3 0,8
Sonstige Vermögenswerte 5 3,6 10,2 -6,6 -65,0 0,5
Mittelaufkommen von Kunden 6 458,9 414,1 44,8 10,8 59,5
Mittelaufkommen von Kreditinstituten 7 211,0 225,7 -14,6 -6,5 27,3
Sonstige Passivposten 8 46,9 53,0 -6,0 -11,4 6,1
Eigene Mittel 9 54,6 52,1 2,5 4,9 7,1

1 Bilanzsumme zuzüglich Eventualverbindlichkeiten
2 Bilanzposition Aktiva 4 und Aktiva 9 zuzüglich Eventualverbindlichkeiten (Kunden)
3 Bilanzposition Aktiva 3 zuzüglich Eventualverbindlichkeiten (Kreditinstitute)
4 Bilanzposition Aktiva 5 und Aktiva 6
5 Bilanzposition Aktiva 1, Aktiva 13 und Aktiva 14
6 Bilanzposition Passiva 2, Passiva 3 und Passiva 9 (Kunden)
7 Bilanzposition Passiva 1 und Passiva 9 (Kreditinstitute)
8 Bilanzposition Passiva 4, Passiva 5, Passiva 6, Passiva 7 zuzüglich Eventualverbindlichkeiten
9 Bilanzposition Passiva 11 und Passiva 12 (Hartes Kernkapital)

2.3.1 Bilanzsumme und Geschäftsvolumen


Das Geschäftsvolumen erhöhte sich im Jahr 2023 um 26,7 Mio. EUR auf 771,5 Mio. EUR. Die Bilanzsumme ist um 30,4 Mio. EUR auf 733,7 Mio. EUR gestiegen. Der Anstieg der Bilanzsumme und des Geschäftsvolumens resultiert aus den Zuwächsen beim Kunden- und Bankenkreditvolumen einhergehend mit dem starken Anstieg der Mittelaufkommen von Kunden. Die Mittelaufkommen von Kreditinstituten konnten demgegenüber deutlich verringert werden. Die im Vergleich zum Wachstum der Bilanzsumme geringere Zunahme beim Geschäftsvolumen liegt im Wesentlichen an dem verminderten Bestand an Eventualverbindlichkeiten.


Entsprechend der prognostizierten Erwartung ist die Bilanzsumme leicht gestiegen.

2.3.2 Aktivgeschäft

2.3.2.1 Bankenkreditvolumen


Das Bankenkreditvolumen hat sich zum Vorjahreswert um 17,7 Mio. EUR auf 76,8 Mio. EUR erhöht. Der Anstieg ist vor allem auf die Anlage freier liquider Mittel bei der Deutschen Bundesbank als Übernachtguthaben (Einlagefazilität) zurückzuführen, der den Rückgang bei den Darlehen und Schuldscheindarlehen aufgrund von Fälligkeiten überkompensiert.


Die im Bestand enthaltenen mittel- und langfristigen Geldanlagen sind vollständig im S-Finanzverbund angelegt.

2.3.2.2 Kundenkreditvolumen


Infolge der Zinsentwicklung im Jahr 2023 war eine sehr starke Reduzierung der Kreditnachfrage zu beobachten. Dennoch erhöhte sich das Kundenkreditvolumen aufgrund von abgerufenen Darlehenszusagen aus Vorjahren um 21,0 Mio. EUR auf 541,0 Mio. EUR. Das Wachstum vollzog sich fast ausschließlich im langfristigen Bereich.


Insbesondere unsere Privatkunden nutzten die im langfristigen Vergleich nach wie vor günstigen Konditionen und bevorzugten weit überwiegend langfristige Kreditlaufzeiten für Baufinanzierungen. Es wurden 11,1 Mio. EUR (Vorjahr 14,6 Mio. EUR) zinsgünstige Darlehen aus öffentlichen Förderprogrammen an Unternehmen, Existenzgründer und Privatpersonen vermittelt.


Die Sparkasse hat im Geschäftsjahr 2023 neue Kredite in Höhe von insgesamt 47,4 Mio. EUR zugesagt (Vorjahr 79,9 Mio. EUR).


Das Wachstum der Kredite an Kunden (bedeutsamer finanzieller Leistungsindikator) ist entsprechend des im Vorjahr prognostizierten leichten Wachstums um 4,1% bzw. 20,3 Mio. EUR (Vorjahr: 13,6% bzw. 58,8 Mio. EUR) leicht gestiegen. Zu diesem Ergebnis haben sowohl die Kreditzuwächse im Privatkundenbereich (Wohnungsbaukreditgeschäft) als auch bei den Gewerbe- und Unternehmenskrediten beigetragen.

2.3.2.3 Wertpapiervermögen


Zum Bilanzstichtag verminderte sich das Wertpapiervermögen gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 5,3 Mio. EUR auf 143,8 Mio. EUR.


Während die Bestände bei den Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere rückläufig waren, haben sich die Anteile bei den beiden Spezialfonds (Aktien und nicht verzinsliche Wertpapiere) geringfügig erhöht.


Das Wertpapiervermögen dient größtenteils der Liquiditätsreserve (Bilanzposition Aktiva 6) und ist ansonsten zum Jahresende dem Anlagevermögen (Bilanzposition Aktiva 5) zugeordnet.

2.3.2.4. Beteiligungen


Im Geschäftsjahr 2023 sank das Volumen der Beteiligungen um 0,1 Mio. EUR auf 3,9 Mio. EUR.


Die Veränderung ergab sich aus der Reduzierung der Pflichteinlage bei der SI-BW Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG.

2.3.3 Passivgeschäft

2.3.3.1 Mittelaufkommen von Kreditinstituten


Die Mittelaufkommen von Kreditinstituten verminderten sich deutlich um 14,6 Mio. EUR auf 211,0 Mio. EUR. Grund hierfür ist der Abbau der aufgenommenen befristeten Einlagen.

2.3.3.2. Mittelaufkommen von Kunden


Die Mittelaufkommen von Kunden erhöhten sich um 44,8 Mio. EUR auf 458,9 Mio. EUR.


Die Zunahme resultiert weitgehend aus der Entwicklung der Sparkassenbriefe. Vor dem Hintergrund der unklaren wirtschaftlichen Entwicklung des Zinsniveaus bevorzugten unsere Kunden nach wie vor liquide Anlageformen.


Die sehr starke Zunahme bei den befristeten Einlagen und Geldmarktkonten konnten die sehr starken Abgänge bei den Spareinlagen mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten und Sichteinlagen kompensieren.


Entgegen des prognostizierten leichten Wachstums für das Geschäftsjahr 2023 ist das Wachstum der Kundeneinlagen (bedeutsamer finanzieller Leistungsindikator) um 10,8% bzw. 44,6 Mio. EUR (Vorjahr: -1,1% bzw. -4,7 Mio. EUR) stark gestiegen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Unternehmen und die öffentlichen Haushalte ihre bilanziellen Einlagenbestände erhöhten.

2.3.4. Dienstleistungsgeschäft


Während der Bestand an Girokonten im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert blieb, hat sich der Bestand an vermittelten Kreditkarten im gleichen Zeitraum um 4,1% erhöht.


Im Geschäftsjahr 2023 war die Kundennachfrage nach Wertpapieren weiterhin hoch. Der Bruttoumsatz war rückläufig und fiel um 16,9% auf 65,1 Mio. EUR. Der Wertpapierbestand unserer Kunden erhöhte sich netto um 11,8 Mio. EUR oder um 2,6%. Dabei haben unsere Kunden schwerpunktmäßig Mittel in Investmentfonds und Zertifikate der Deka Investment GmbH angelegt.


Der Sparkasse Wolfach ist die private und betriebliche Altersvorsorge Ihrer Kunden wichtig. An Lebensversicherungen konnten Erhöhungs- und Neuverträge mit einer Beitragssumme von 5,5 Mio. EUR (Vorjahr 7,7 Mio. EUR) vermittelt werden. Bei den Sachversicherungen ist der Jahresnettobeitrag mit 30 TEUR sehr stark rückläufig gegenüber dem Vorjahr mit 44 TEUR.


Im Geschäftsjahr wurden insgesamt 353 (Vorjahr 247) neue Bausparverträge mit einer durchschnittlichen Bausparsumme von 94 TEUR (Vorjahr 90 TEUR) und einem Volumen von insgesamt 33,1 Mio. EUR (Vorjahr 22,3 Mio. EUR) abgeschlossen, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 48,9% beim Volumen entspricht.

2.3.5. Derivate


Die im derivaten Geschäftsfeld zum Jahresende bestehenden Zinsswaps dienen der Absicherung des Zinsänderungsrisikos im Zinsbuch. Wir verweisen hinsichtlich dieser Geschäfte auf die Darstellung im Anhang.

2.4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der Lage

2.4.1. Vermögenslage


Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Vermögenslage sowie die Entwicklung unserer bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren*:

Entwicklung Vermögenslage in Mio. EUR 2023 2022
Kundenkreditvolumen 541,0 520,0
Bankenkreditvolumen 76,8 59,1
Wertpapiervermögen 143,8 149,1
Mittelaufkommen von Kunden 458,9 414,1
Mittelaufkommen von Kreditinstituten 211,0 225,7
Bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren in%:
Wachstum Kredite an Kunden 4,1 13,6
Wachstum Kundeneinlagen 10,8 -1,1
Gesamtkapitalquote nach CRR 14,9 13,9

* Die Darstellung der CIR wird unter Abschnitt 2.4.3.Ertragslage dargestellt-


Die Vermögenslage unserer Sparkasse ist gekennzeichnet durch einen Anteil des Kundenkreditvolumens am Geschäftsvolumen in Höhe von 70,1% (im Vorjahr: 69,8%).


Der Anteil des Bankenkreditvolumens am Geschäftsvolumen hat sich insbesondere durch die Anlage freier liquider Mittel bei der Deutschen Bundesbank als Übernachtguthaben von 7,9% auf 10,0% erhöht. Aufgrund der Rückführung von Befristeten Einlagen hat sich der Anteil der Mittelaufkommen von Kreditinstituten in Folge von 30,3% auf 27,3% verringert. Der Anteil des Wertpapiervermögens hat sich von 20,0% auf 18,6% verringert. Aufgrund der Zugänge bei den Sparkassenbriefen hat sich der Anteil der Mittelaufkommen von Kunden von 55,6% auf 59,5% erhöht. Gegenüber dem Vorjahr ergaben sich insofern nennenswerte Veränderungen bei diesen Strukturanteilen.


Sämtliche Vermögensgegenstände und Rückstellungen werden vorsichtig bewertet. Die Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Einzelheiten sind dem Anhang zum Jahresabschluss zu entnehmen. Für besondere Risiken des Geschäftszweigs der Kreditinstitute wurde zusätzlich Vorsorge getroffen.


Die Sparkasse Wolfach weist inklusive des Bilanzgewinns 2023 vor Gewinnverwendung ein Eigenkapital von 33,9 Mio. EUR (Vorjahr 33,1 Mio. EUR) aus. Neben den Gewinnrücklagen verfügt die Sparkasse über umfangreiche weitere aufsichtsrechtliche Eigenkapitalbestandteile.


Die Gesamtkapitalquote gemäß Art. 92 CRR (bedeutsamer Leistungsindikator) übertrifft am 31. Dezember 2023 mit 14,9% (im Vorjahr: 13,9%) den vorgeschriebenen Mindestwert von 8,0% gemäß CRR zuzüglich SREP-Zuschlag sowie den kombinierten Kapitalpufferanforderungen.


Auch die harte Kernkapitalquote und die Kernkapitalquote übersteigen die aufsichtlich vorgeschriebenen Werte deutlich.


Entgegen des im Vorjahr prognostizierten leichten Rückgangs der Gesamtkapitalquote nach CRR (bedeutsamer finanzieller Leistungsindikator) ist diese deutlich gestiegen. Ursächlich hierfür war insbesondere die nur leichte Steigerungsquote der Risikopositionsbeträge. Demgegenüber sind die angerechneten Eigenmittel in Relation hierzu deutlich gestiegen.


Die Verschuldungsquote beträgt am 31. Dezember 2023 7,1% und liegt damit über der aufsichtlichen Mindestanforderung von 3,0%.


Auf Grundlage unserer normativen Risikotragfähigkeit bis zum Jahr 2027 (vom 12. September 2023) ist auch weiterhin eine Übererfüllung der aufsichtlichen Anforderungen an die Eigenmittelausstattung als Basis für die geplante zukünftige Geschäftsausweitung zu erwarten.

2.4.2. Finanzlage


Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund einer angemessenen Liquiditätsvorsorge jederzeit gegeben. Die Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio - LCR) lag mit 133,9% bis 345,4% oberhalb des Mindestwerts von 100,0%. Die LCR-Quote lag zum 31. Dezember 2023 bei 168,8%. Die strukturelle Liquiditätsquote (Net-Stable Funding Ratio - NSFR) lag in einer Bandbreite von 115,4% bis 122,4%; damit wurde die aufsichtliche Mindestquote von 100,0% durchgängig eingehalten. Zur Erfüllung der Mindestreservevorschriften wurden Guthaben bei der Deutschen Bundesbank geführt. Kredit- und Dispositionslinien bestehen bei der Deutschen Bundesbank und der Landesbank Baden-Württemberg. Die Sparkasse nahm 2023 am elektronischen Verfahren "MACCs (Mobilisation and Administration of Credit Claims)" der Deutschen Bundesbank zur Nutzung von Kreditforderungen als notenbankfähige Sicherheiten teil.


Die Zahlungsfähigkeit ist nach unserer Finanzplanung gesichert.

2.4.3. Ertragslage


Die wesentlichen Erfolgskomponenten der Gewinn- und Verlustrechnung laut Jahresabschluss sind in der folgenden Tabelle aufgeführt. Die Erträge und Aufwendungen sind nicht um periodenfremde und außergewöhnliche Posten bereinigt.

2023 2022 Veränderung Veränderung
Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR %
Zinsüberschuss 1 7,5 8,8 -1,3 -14,1
Provisionsüberschuss 2 3,7 3,4 0,3 8,6
Verwaltungsaufwand (Personal- und Sachaufwand) 3 -8,3 -8,1 0,2 3,4
Sonstige ordentliche Erträge und Aufwendungen 4 1,4 -0,3 1,7 -
Ergebnis vor Bewertung und Risikovorsorge 4,3 3,8 0,5 13,8
Aufwand aus Bewertung und Risikovorsorge 5 -0,3 -1,5 1,2 -81,5
Ergebnis nach Bewertung 4,0 2,3 1,7 77,3
Zuführungen Fonds für allgemeine Bankrisiken -1,8 -1,0 -0,8 75,0
Steueraufwand -1,5 -0,8 -0,7 74,9
Jahresüberschuss 0,8 0,4 0,4 87,2
Bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator
Cost-Income-Ratio 77,8 67,2

1 Zinsüberschuss: GuV-Posten Nr. 1 bis 4
2 Provisionsüberschuss: GuV-Posten Nr. 5 und 6
3 Verwaltungsaufwand (Personal- und Sachaufwand): GuV-Posten Nr. 10a und 10b
4 Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen: GuV-Posten Nr. 8, 11, 12, 17, 20 und 21
5 Aufwand aus Bewertung und Risikovorsorge: GuV-Posten Nr. 13 bis 16


Im Geschäftsjahr ging der Zinsüberschuss gegenüber dem Vorjahr stark zurück. Er verminderte sich um 14,1 % von 8,8 Mio. EUR auf 7,5 Mio. EUR. Der Zinsertrag konnte zwar durch höhere laufende Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren sowie höheren Erträgen aus dem Kundengeschäft gesteigert werden, aber die gestiegenen Zinsaufwendungen infolge des gestiegenen Zinsniveaus nicht kompensieren. Er ist weiterhin die bedeutendste Ertragsquelle unseres Geschäfts.


Der Provisionsüberschuss konnte gegenüber dem Vorjahr relativ betrachtet deutlich gesteigert werden. Insbesondere die Provisionserträge aus der Vermittlung von Bausparverträgen konnten sehr stark gesteigert werden. Zudem wirkte sich die Reduzierung der Provisionsaufwendungen für die Vermittlungstätigkeit Dritter im Aktivgeschäft entlastend aus.


Des Weiteren ist der Verwaltungsaufwand (Personalaufwand und Sachaufwand) gegenüber dem Vorjahr entgegen unserer prognostizierten deutlichen Erhöhung nur leicht gestiegen. Der Personalaufwand vermindert sich gegenüber dem prognostizierten Vorjahreswert aufgrund von geringeren Zuführungen bei den Pensionsrückstellungen im Vergleich zum Vorjahr und aufgrund einer geringeren Gesamtzahl an Beschäftigen zum Jahresende. Der Sachaufwand ist unter anderem aufgrund gestiegener Aufwendungen bei den EDV-Kosten, den Aufwendungen für Aus- und Weiterbildung, den Aufwendungen für Dienstleistungen Dritter (ohne EDV-Dienstleistungen) und den Prüferhonoraren für Abschlussprüfungsleistungen entgegen unserer prognostizierten Entwicklung sehr stark gestiegen.


Der Saldo der sonstigen ordentlichen Erträge und Aufwendungen ist durch die Erträge aus der Auflösung von Pensionsrückstellungen geprägt.


Aus diesen Gründen ist der Rohertrag (Zins- und Provisionsüberschuss zuzüglich des Saldos der sonstigen ordentlichen Erträge und Aufwendungen) entgegen unserer Prognose gegenüber dem Vorjahr nicht leicht zurückgegangen, sondern deutlich gestiegen.


Abschreibungen und Wertberichtigungen nach Verrechnung mit Erträgen (Bewertung und Risikovorsorge) bestanden in Höhe von 0,3 Mio. EUR (Vorjahr: 1,5 Mio. EUR). Während sich aus dem Kreditgeschäft erneut ein Bewertungsbedarf ergab, der höher ausfiel als im Vorjahr, stellte sich das Bewertungsergebnis aus den Wertpapieranlagen entgegen dem Vorjahr positiv dar.


Für das Geschäftsjahr 2023 war ein um 0,7 Mio. EUR auf 1,5 Mio. EUR gestiegener Steueraufwand auszuweisen, der in erster Linie auf periodenfremden Ursachen beruht. Weitere Angaben haben wir im Anhang zum Jahresabschluss dargestellt.


Zur Analyse der Ertragslage wird für interne Zwecke und für den überbetrieblichen Vergleich der bundeseinheitliche Betriebsvergleich der Sparkassenorganisation eingesetzt, in dem eine detaillierte Aufspaltung und Analyse des Ergebnisses unserer Sparkasse in Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme erfolgt. Zur Ermittlung eines Betriebsergebnisses vor Bewertung werden die Erträge und Aufwendungen um periodenfremde und außergewöhnliche Posten bereinigt, die in der internen Darstellung dem neutralen Ergebnis zugerechnet werden. Nach Berücksichtigung des Bewertungsergebnisses ergibt sich das Betriebsergebnis nach Bewertung. Unter Berücksichtigung des neutralen Ergebnisses und der Steuern verbleibt der Jahresüberschuss.


Das Betriebsergebnis vor Bewertung auf Basis von Betriebsvergleichswerten beträgt 0,33% (Vorjahr 0,54%) der durchschnittlichen Bilanzsumme des Jahres 2023; es liegt weiterhin unter dem Durchschnitt der baden-württembergischen Sparkassen vergleichbarer Größenordnung.


Entsprechend unserer Prognose aus dem Vorjahr trat eine Verschlechterung bei der Cost-Income-Ratio (bedeutsamer finanzielle Leistungsindikator) ein. Sie veränderte sich sehr stark von 67,2% auf 77,8% und damit in höherem Maße als von uns vorausgesagt.


Unter den gegebenen wirtschaftlichen Bedingungen, dem intensiven Wettbewerb und der Auswirkungen der Veränderungen des Zinsniveaus sind wir mit der Ertragslage im Jahr 2023 zufrieden.


Die gemäß § 26a Absatz 1 Satz 4 KWG offen zu legende Kapitalrendite, berechnet als Quotient aus Nettogewinn (Jahresüberschuss) und Bilanzsumme, betrug im Geschäftsjahr 2023 0,11%.

2.4.4 Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage


Vor dem Hintergrund der politischen und konjunkturellen Rahmenbedingungen sowie der Zinsentwicklung bewerten wir die Geschäftsentwicklung insgesamt als noch günstig. Das Geschäftsvolumen und die Bilanzsumme sind jeweils leicht gestiegen, ursächlich hierfür waren Zuwächsen beim Kunden- und Bankenkreditvolumen einhergehend mit dem starken Anstieg der Mittelaufkommen von Kunden. Während das Wachstum der Kredite an Kunden entsprechend unserer Vorjahresprognose leicht angestiegen ist, sind die Kundeneinlagen stärker als prognostiziert gewachsen. Der Anstieg der risikobezogenen Positionswerte blieb hinter unserer Erwartungshaltung im Vorjahr zurück, so dass sich die Gesamtkapitalquote zum 31. Dezember 2023 entgegen unserer Vorjahresprognose erhöht hat. Die Finanzlage hat sich im Jahresverlauf stabil entwickelt und mit der Entwicklung der Ertragslage sind wir zufrieden, wenngleich die Cost-Income-Ratio in höherem Maß als von uns vorausgesagt angestiegen ist.

3 Nachtragsbericht


Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2023 haben sich nicht ergeben.

4 Risikobericht

4.1 Risikomanagementsystem


Zur Sicherstellung der langfristigen Fortführung der Unternehmenstätigkeit auf Basis der eigenen Substanz und Ertragskraft setzt die Sparkasse ein Risikotragfähigkeitskonzept mit einer regelmäßigen Berechnung der Risikotragfähigkeit (ökonomische Perspektive) und einer Kapitalplanung (normative Perspektive) ein. Die Risikotragfähigkeit wird ergänzt um Stresstests, und es erfolgt eine prozessuale Verknüpfung mit den Strategien, der Risikoinventur und der Risikoberichterstattung. Erstmals zum 31. März 2023 wurden damit fristgerecht die Anforderungen der am 24. Mai 2018 veröffentlichten aufsichtlichen Leitlinien an bankinterne Risikotragfähigkeitskonzepte umgesetzt.


In der Geschäftsstrategie werden die Ziele der Sparkasse für jede wesentliche Geschäftstätigkeit sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele dargestellt. Die Risikostrategie umfasst die Ziele der Risikosteuerung der wesentlichen Geschäftsaktivitäten sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele.


Ziel der Risikoinventur ist es, mindestens jährlich systematisch Risiken zu identifizieren, um deren Wesentlichkeit beurteilen zu können. Zudem werden regelmäßig quantitative und qualitative Analysen zur Bestimmung von Risiko- und Ertragskonzentrationen vorgenommen. Auf Grundlage der zuletzt durchgeführten Risikoinventur wurden folgende Risiken in der ökonomischen und der normativen Perspektive als wesentlich eingestuft:

Risikoart Risikokategorie
Adressenrisiko Kundengeschäft
Eigengeschäft
Marktpreisrisiko Zinsänderungsrisiko
Spreadrisiko
Immobilienrisiko
Beteiligungsrisiko
Liquiditätsrisiko Zahlungsunfähigkeitsrisiko
Refinanzierungskostenrisiko
Operationelles Risiko


Für die frühzeitige Identifizierung von wesentlichen Risiken sowie von risikoartenübergreifenden Effekten wurden Indikatoren abgeleitet, die auf quantitativen oder qualitativen Merkmalen basieren.


Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive ist die Gewährleistung des Gläubigerschutzes. Die Sparkasse ermittelte zum 31. Dezember 2023 ein ökonomisches Risikodeckungspotenzial von 75,5 Mio. EUR. Das daraus abgeleitete Gesamtlimit von 42,5 Mio. EUR wurde auf die wesentlichen Risiken verteilt und so bemessen, dass eine angemessene Steuerung der Risiken ermöglicht wird. Die wesentlichen Risiken werden vierteljährlich ermittelt und den Limiten gegenübergestellt. Die bereitgestellten Limite reichten sowohl unterjährig als auch zum Bilanzstichtag aus, um die wesentlichen Risiken abzudecken.


Zur Berechnung des gesamtinstitutsbezogenen Risikos wurden für alle wesentlichen Risiken das Konfidenzniveau auf 99,9% und der Risikobetrachtungshorizont auf ein Jahr rollierend festgelegt. Zwischen den wesentlichen Risikoarten werden keine risikomindernden Diversifikationseffekte berücksichtigt. Die Sparkasse berücksichtigt innerhalb des Marktpreisrisikos zwischen den Risikofaktoren Zinsen und Spreads risikomindernde Diversifikationseffekte.


Das auf der Grundlage des Gesamtlimits eingerichtete Limitsystem in der ökonomischen Perspektive stellt sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

Risikoart Risikokategorie Limit Limitauslastung
Mio. EUR Mio. EUR %
Adressenausfallrisiko 8,0 7,8 97,6
Kundengeschäft 5,9
Eigengeschäft 1,9
Marktpreisrisiko 23,5 20,0 85,0
Zinsänderungsrisiko 10,4
Spreadrisiko 5,6
Immobilienrisiko 4,0
Beteiligungsrisiko 3,0 2,8 95,0
Liquiditätsrisiko Refinanzierungskostenrisiko 6,0 4,3 72,4
Operationelles Risiko 2,0 1,3 62,6
Risikotragfähigkeitslimit/Gesamtlimit 42,5 36,2 85,2


Die Risikocontrolling-Funktion steuert die Risiken im Rahmen der bestehenden organisatorischen Regelungen und der Limitvorgaben des Vorstands.


Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive ist die Fortführung der Sparkasse. Hierzu besteht ein zukunftsgerichteter Kapitalplanungsprozess bis zum Jahr 2027. Um einen Kapitalbedarf rechtzeitig identifizieren zu können, wurden Annahmen über die künftige Ergebnisentwicklung für das Planszenario sowie für ein adverses Szenario getroffen.


In der normativen Perspektive sind alle regulatorischen und aufsichtlichen Anforderungen sowie die darauf basierenden internen Anforderungen zu berücksichtigen. Relevante Steuerungsgrößen sind die Kernkapitalanforderung, die Gesamtkapitalanforderung (SREP-Gesamtkapitalanforderung, die kombinierte Pufferanforderung) und die Eigenmittelempfehlung sowie die Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals, die Höchstverschuldungsgrenze und die Großkreditgrenze.


Für den betrachteten Zeitraum von fünf Jahren können die aufsichtlichen Anforderungen im Planszenario vollständig erfüllt werden. Gleiches gilt im Falle der Betrachtung adverser Entwicklungen, in dem jedoch nur die harten Mindestkapitalanforderungen zwingend einzuhalten sind.


Die der Risikotragfähigkeit zu Grunde liegenden Annahmen sowie die Angemessenheit der Methoden und Verfahren werden jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst (Validierung).


Die Sparkasse setzt zur Steuerung der Zinsänderungsrisiken derivative Finanzinstrumente (Swapgeschäfte) ein. Sie wurden in die verlustfreie Bewertung des Bankbuchs einbezogen.


Stresstests werden ergänzend zur Risikotragfähigkeit durchgeführt. Ziel ist die Abbildung außergewöhnlicher aber plausibel möglicher Ereignisse über Szenario- und Sensitivitätsanalysen. Als Ergebnis dieser Simulationen per 31. Dezember 2023 ist festzuhalten, dass auch im Stressfall das Risikotragfähigkeitslimit in jedem Fall ausreichend ist und die Risikotragfähigkeit gegeben ist.


Die turnusmäßige Risikoberichterstattung an den Vorstand umfasst den Gesamtrisikobericht. Die Berichte enthalten neben quantitativen Informationen auch eine qualitative Beurteilung zu wesentlichen Positionen und Risiken. Auf besondere Risiken für die Geschäftsentwicklung und dafür geplante Maßnahmen wird gesondert eingegangen.


Der Verwaltungsrat wird vierteljährlich über die Risikosituation auf der Grundlage des Gesamtrisikoberichts informiert. Neben der turnusmäßigen Berichterstattung ist auch geregelt, in welchen Fällen eine Ad-hoc-Berichterstattung zu erfolgen hat.


Der Sicherung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit von Steuerungs- und Überwachungssystemen (Interne Kontrollverfahren) dienen neben eingerichteten Funktionstrennungen bei Zuständigkeiten und Arbeitsprozessen auch die Tätigkeiten der Risikocontrolling-Funktion, der Compliance-Funktion und der Internen Revision.


Die Risikocontrolling-Funktion, die aufbauorganisatorisch von Bereichen, die Geschäfte initiieren oder abschließen, getrennt ist, hat die Aufgabe, die wesentlichen Risiken zu identifizieren, zu beurteilen, zu überwachen und darüber zu berichten. Der Risikocontrolling-Funktion obliegt die Methodenauswahl, die Überprüfung der Angemessenheit der eingesetzten Methoden und Verfahren und die Errichtung und Weiterentwicklung der Risikosteuerungs- und -controllingprozesse. Zusätzlich verantwortet sie die Umsetzung der aufsichtlichen und gesetzlichen Anforderungen, die Erstellung der Risikotragfähigkeitsberechnung und die laufende Überwachung der Einhaltung von Limiten. Sie unterstützt den Vorstand in allen risikopolitischen Fragen und ist an der Erstellung und Umsetzung der Risikostrategie maßgeblich beteiligt. Die Risikocontrolling-Funktion wird im Wesentlichen durch die Leiterin der Abteilung Gesamtbanksteuerung wahrgenommen.


Die Compliance-Funktion wirkt auf die Implementierung wirksamer Verfahren zur Einhaltung der für die Sparkasse wesentlichen rechtlichen Regelungen und Vorgaben und entsprechender Kontrollen hin. Ferner hat sie den Vorstand hinsichtlich der Einhaltung dieser rechtlichen Regelungen und Vorgaben zu unterstützen und zu beraten.


Die Interne Revision prüft und beurteilt risikoorientiert und prozessunabhängig die Wirksamkeit und Angemessenheit des Risikomanagements im Allgemeinen und des internen Kontrollsystems im Besonderen sowie die Ordnungsmäßigkeit grundsätzlich aller Aktivitäten und Prozesse. Sie ist dem Vorstand unmittelbar unterstellt und ihm gegenüber berichtspflichtig.


Verfahren zur Aufnahme von Geschäftsaktivitäten in neuen Produkten oder auf neuen Märkten (Neu-Produkt-Prozess) sind festgelegt. Zur Einschätzung der Wesentlichkeit geplanter Veränderungen in der Aufbau- und Ablauforganisation sowie den IT-Systemen bestehen Definitionen und Regelungen.

4.2 Strukturelle Darstellung der wesentlichen Risiken

4.2.1 Adressenrisiko


Unter dem Adressenrisiko wird ein Verlust in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position verstanden, der durch eine Bonitätsverschlechterung einschließlich des Ausfalls eines Schuldners bedingt ist. Dabei wird das Adressenrisiko in das Ausfall- sowie das Migrationsrisiko eines Schuldners unterteilt.


Das Ausfallrisiko umfasst die Gefahr eines Verlustes, welcher aus einem drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Schuldners entsteht.


Das Migrationsrisiko bezeichnet die Gefahr eines Verlustes, der sich dadurch ergibt, dass sich die Bonitätseinstufung (Rating) des Schuldners verändert hat.


Das Länderrisiko umfasst neben dem bonitätsinduzierten Länderrisiko auch das politische Risiko, z. B. aus einem Transferstopp. Das Länderrisiko im Sinne eines Ausfalls oder einer Bonitätsveränderung eines Schuldners ist Teil des Adressenrisikos im Kunden- und Eigengeschäft. Der Schuldner kann ein ausländischer öffentlicher Haushalt oder ein sonstiger Schuldner sein, der seinen Sitz im Ausland und somit in einem anderen Rechtsraum hat.


Die Messung des Adressenrisikos erfolgt in der ökonomischen Perspektive über eine Monte-Carlo-Simulation mithilfe der Anwendung Credit Portfolio View (CPV). Dabei wird die Wertentwicklung der einzelnen Geschäfte in einem jeweils spezifischen ökonomischen Umfeld simuliert. Zur Bewertung werden neben den Portfoliodaten der Sparkasse Risikoparameter (z. B. Ausfallzeitreihen, Korrelationen, Migrations- und Shiftmatrizen, Verwertungs-, Neubewertungs- und Einbringungsquoten) verwendet, die aus historischen Daten aller Sparkassen ermittelt wurden. Die Ergebnisse der simulierten Wertentwicklungen werden zu einer Wertänderungsverteilung zusammengeführt, woraus die Risikokennzahlen wie z. B. der Value-at-Risk abgeleitet werden. Die Risikomessung von Kunden- und Eigengeschäft erfolgt jeweils isoliert.

4.2.1.1 Adressenrisiko im Kundengeschäft


Das Adressenrisiko im Kundengeschäft umfasst einerseits die Gefahr eines Verlustes durch einen drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines originären Kredites sowie von Eventualverbindlichkeiten wie beispielsweise Avale (Ausfallrisiko). Andererseits umfasst es auch die Gefahr, dass Sicherheiten teilweise oder ganz an Wert verlieren und deshalb zur Absicherung der Kredite nicht ausreichen oder überhaupt nicht beitragen können (Sicherheitenverwertungs- und -einbringungsrisiko).


Teil des Adressenrisikos im Kundengeschäft ist auch die Gefahr, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Ratingklasse) des Kreditnehmers ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko).


Die Steuerung des Adressenrisikos im Kundengeschäfts erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der Branchen, der gestellten Sicherheiten sowie des Risikos der Engagements.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Trennung zwischen Markt (1. Votum) und Marktfolge (2. Votum) bis in die Geschäftsverteilung des Vorstands

Regelmäßige Bonitätsbeurteilung und Beurteilung des Kapitaldienstes auf Basis aktueller Unterlagen

Einsatz standardisierter Risikoklassifizierungsverfahren (Rating- und Scoringverfahren) in Kombination mit bonitätsabhängiger Preisgestaltung und bonitätsabhängigen Kompetenzen

Interne, bonitätsabhängige Richtwerte für Kreditobergrenzen, die unterhalb der Großkreditgrenzen des KWG liegen, dienen der Vermeidung von Risikokonzentrationen im Kundenkreditportfolio. Einzelfälle, die diese Obergrenze überschreiten, unterliegen einer verstärkten Beobachtung

Regelmäßige Überprüfung von Sicherheiten

Einsatz eines Risikofrüherkennungsverfahrens, das gewährleistet, dass bei Auftreten von signifikanten Bonitätsverschlechterungen frühzeitig risikobegrenzende Maßnahmen eingeleitet werden können

Festgelegte Verfahren zur Überleitung von Kreditengagements in die Intensivbetreuung oder Sanierungsbetreuung

Berechnung des Adressenrisikos für die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive mit dem Kreditrisikomodell "Credit Portfolio View"

Einsatz von Sicherungsinstrumenten zur Reduzierung vorhandener Risikokonzentrationen

Kreditportfolioüberwachung auf Gesamthausebene mittels regelmäßigem Reporting


Das Kreditgeschäft der Sparkasse gliedert sich in folgende Gruppen:

Kreditgeschäft der Sparkasse Buchwerte
31.12.2023 31.12.2022
Mio. EUR Mio. EUR
Firmenkundenkredite 222,3 219,2
Privatkundenkredite 371,5 373,3
Kommunalkredite und kommunalverbürgte Kredite 22,1 26,5
Kredite an Kreditinstitute 3,7 8,8
Gesamt 619,6 627,8


Zum 31. Dezember 2023 sind im Kreditportfolio der Sparkasse Weiterleitungsdarlehen i.H.v. 95,2 Mio. EUR (davon 67,2 Mio. EUR für den Wohnungsbau) enthalten, im Vorjahr waren es 91,8 Mio. EUR (davon 64,7 Mio. EUR für den Wohnungsbau). Zudem bestehen Credit Linked Schuldscheindarlehen i.H.v. 34,0 Mio. EUR. Der Ausweis der Eventualverbindlichkeiten (Referenzschuldner) erfolgt in den Bereichen Firmenkundenkredite (18,5 Mio. EUR), Kommunalkredite und kommunalverbürgte Kredite (12,5 Mio. EUR) und Kredite an Kreditinstitute (3,0 Mio. EUR).


Die regionale Wirtschaftsstruktur spiegelt sich auch im Firmenkundenkreditgeschäft der Sparkasse wider. Der Gesamtbestand der Firmenkundenkredite per 31. Dezember 2023 in Höhe von 222,3 Mio. EUR verteilt sich auf folgende Branchen:

Branche Anteil in %
Grundstücks- und Wohnungswesen 17,9
Verarbeitendes Gewerbe 15,8
Gesundheit, Soziales 11,0
Dienstleistungen für Unternehmen 9,2
Beratung, Planung, Sicherheit 9,1
Kredit und Versicherungsgewerbe 7,9
Baugewerbe 5,1
Verkehr und Nachrichtenübermittlung 4,1
öffentliche und private Dienstleistungen 3,8
Großhandel 3,7
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei und Aquakultur 2,9
Energie- und Wasserversorgung 2,6
Einzelhandel 2,6
Gastgewerbe 2,5
Kraftfahrzeughandel 0,9
Bauträger 0,8
Organisationen ohne Erwerbszweck 0,1


Die Größenklassenstruktur zeigt insgesamt eine breite Streuung des Gesamtkreditvolumens im Sinne des § 19 Abs. 1 KWG. Die Aufteilung der Kreditengagements aus dem Kundenkreditgeschäftsvolumen per 31. Dezember 2023 in Höhe von 619,6 Mio. EUR ergibt sich wie folgt:

Größenklassen Anteil in %
<= 0,5 Mio. EUR 42,8
0,5 Mio. EUR <= 1,0 Mio. EUR 21,2
1,0 Mio. EUR <= 5,2 Mio. EUR 1 24,9
> 5,2 Mio. EUR 1 11,1

1 Zugrunde gelegt wird die aktuelle Großkreditdefinitionsgrenze per 31.12.2023


Die Risikostrategie ist ausgerichtet auf Kreditnehmer mit guten Bonitäten bzw. geringeren Ausfallwahrscheinlichkeiten. Dies wird durch die Neugeschäftsplanung unterstützt. Zum 31. Dezember 2023 ergibt sich im oben genannten Kundenkreditportfolio folgende Ratingklassenstruktur:

Ratingklasse Anzahl in % Volumen in %
Ohne erkennbare Risiken (Rating 1 bis 9) 93,0 95,9
Erhöht latente Risiken (Rating 10 bis 15) 4,8 3,3
Akute Risiken (Rating 16 bis 18) 0,8 0,3
Ohne Rating 1,4 0,5


Konzentrationen bestehen im Kreditportfolio bei Sicherheiten aus Grundpfandrechten unserer Immobilienfinanzierungen. Sofern es zu einem Verfall der Immobilienpreise kommen würde, könnte dies eine Erhöhung der jeweiligen Blankoanteile zur Folge haben. Nach den aktuellen Unterlagen der Marktschwankungsanalyse ergeben sich jedoch keine risikoerhöhenden Erkenntnisse.


Insgesamt sind wir der Auffassung, dass unser Kreditportfolio sowohl nach Branchen und Größenklassen als auch nach Ratinggruppen gut diversifiziert ist.


Risikovorsorgemaßnahmen sind für alle Engagements vorgesehen, bei denen nach umfassender Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Kreditnehmer davon ausgegangen werden kann, dass es voraussichtlich nicht mehr möglich sein wird, alle fälligen Zins- und Tilgungszahlungen gemäß den vertraglich vereinbarten Kreditbedingungen zu vereinnahmen. Bei der Bemessung der Risikovorsorgenmaßnahmen werden die voraussichtlichen Realisationswerte der gestellten Sicherheiten berücksichtigt. Der Vorstand wird vierteljährlich über die Entwicklung der Strukturmerkmale des Kreditportfolios, die Einhaltung der Limite und die Entwicklung der notwendigen Vorsorgemaßnahmen für Einzelrisiken schriftlich unterrichtet. Eine ad-hoc-Berichterstattung ergänzt bei Bedarf das standardisierte Verfahren.


Entwicklung der Risikovorsorge:

Art der Risikovorsorge Anfangsbestand
per 01.01.2023
Zuführung Auflösung Verbrauch Endbestand
per 31.12.2023
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Einzelwertberichtigungen 820 586 117 113 1.176
Rückstellungen 36 10 5 0 41
Pauschalwertberichtigungen 370 142 9 0 503
Gesamt 1.226 738 131 113 1.720


Das Verfahren für die Bildung der Pauschalwertberichtigungen ist im Anhang erläutert.


Die Entwicklung der Risikovorsorge in 2023 zeigt im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung aufgrund eines großen Einzelfalls.

4.2.1.2 Adressenrisiko im Eigengeschäft


Das Adressenrisiko im Eigengeschäft umfasst die Gefahr eines Verlustes, der aus einem drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Emittenten oder eines Kontrahenten (Ausfallrisiko) resultieren kann.


Ebenso besteht die Gefahr, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Rating) des Schuldners ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko). Dabei unterteilt sich das Kontrahentenrisiko in ein Wiedereindeckungs-, ein Vorleistungs- und ein Erfüllungsrisiko.


Zudem gibt es im Eigengeschäft das Risiko, dass die tatsächlichen Restwerte der Emissionen bei Ausfall von den prognostizierten Werten abweichen.


Ferner beinhalten Aktien eine Adressenrisikokomponente. Diese besteht in der Gefahr einer negativen Wertveränderung aufgrund von Bonitätsverschlechterung oder Ausfall des Aktienemittenten.


Die Steuerung des Adressenrisikos des Eigengeschäfts erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der Branchen sowie des Risikos der Engagements.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Festlegung von Limiten je Partner (Emittenten- und Kontrahentenlimite)

Regelmäßige Bonitätsbeurteilung der Vertragspartner anhand von externen Ratingeinstufungen sowie eigenen Analysen

Berechnung des Adressenausfallrisikos für die Risikotragfähigkeit mit dem Kreditrisikomodell "Credit Portfolio View".


Die Eigengeschäfte (ohne anteilige Zinsen) umfassen zum Bilanzstichtag ein Volumen von 187,8 Mio. EUR. Wesentliche Positionen sind dabei die Spezialfonds (120,3 Mio. EUR), die Schuldverschreibungen und Anleihen (23,4 Mio. EUR) und die Schuldscheindarlehen bei Kreditinstituten (39,0 Mio. EUR). Ferner werden die Swaps (anteiliger Kreditäquivalenzbetrag 5,0 Mio. EUR) nur bei einem positiven Marktwert im Risiko berücksichtigt.


Die direkt durch die Sparkasse gehaltenen Eigengeschäfte liegen ausschließlich im Rahmen des Investmentgrades.


Konzentrationen bestehen hinsichtlich der Forderungen an die DekaBank Deutsche Girozentrale und an die Landesbank Baden-Württemberg. Diese Konzentrationen ergeben sich als Folge der Mitgliedschaft in der Sparkassen-Finanzgruppe. Ferner werden hinsichtlich Branche/Segment Konzentrationen in den Bereichen "Privatkunden" und "Versorger" identifiziert.


Die bonitätsinduzierten Länderrisiken im Sinne eines Ausfalls oder einer Bonitätsveränderung eines Schuldners werden im Adressenausfallrisiko berücksichtigt. Das Ländertransferrisiko ist für die Sparkasse Wolfach von untergeordneter Bedeutung.

4.2.2 Marktpreisrisiko


Das Marktpreisrisiko wird definiert als Verlust in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Risikofaktoren ergibt.


Die Steuerung des Marktpreisrisikos erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der festgelegten Limite und der vereinbarten Anlagerichtlinien für Spezialfonds.

4.2.2.1 Zinsänderungsrisiko


Das Zinsänderungsrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung der risikolosen Zinskurve ergibt. In einer periodischen Sicht bzw. in der normativen Perspektive können sich Veränderungen im Zinsüberschuss, im Bewertungsergebnis Wertpapiere sowie aus einer Bildung bzw. Veränderung einer Drohverlustrückstellung im Rahmen der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs gemäß IDW RS BFA 3 n. F. ergeben. Schwankungen im Zinskonditionsbeitrag sind in die Betrachtung des Zinsänderungsrisikos in der normativen Perspektive integriert.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Zinsszenarien mittels der IT-Anwendung "Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus", Betrachtung des laufenden Geschäftsjahres und der vier Folgejahre bei der Bestimmung der Auswirkungen auf das handelsrechtliche Ergebnis

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der von der S-Rating und Risikosysteme GmbH entwickelten IT-Anwendung "MPR". Die Parameter der Normalverteilung werden aus historischen Daten geschätzt. Unter Berücksichtigung ihrer Portfoliostruktur wurde der Delta-Gamma-Ansatz ausgewählt.

Ermittlung des Zinsrisikokoeffizienten und des Frühwarnindikators gemäß § 25a Abs. 2 KWG auf Basis des BaFin-Rundschreiben 6/2019 vom 6. August 2019.

Steuerung des wertorientierten Zinsänderungsrisikos auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes. Der VaR wird mit einer Haltedauer von 250 Tagen mit einem Konfidenzniveau von 99,9% berechnet. Zur Beurteilung des Zinsänderungsrisikos orientiert sich die Sparkasse an einer definierten Benchmark (angelehnt an die Struktur des gleitenden 10-Jahresdurchschnitts). Abweichungen zeigen ggf. einen Bedarf an Steuerungsmaßnahmen auf und dienen als zusätzliche Information für tätigende Neuanlagen, Verkäufe bzw. Absicherungen.

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip


Zur Steuerung von Zinsänderungsrisiken wurden neben bilanzwirksamen Instrumenten in Form langfristiger Refinanzierungen auch derivative Finanzinstrumente in Form von Zinsswaps eingesetzt (vgl. Angaben im Anhang zum Jahresabschluss).


Die Auswirkungen eines Zinsschocks um + bzw. - 200 Basispunkte auf den Barwert der zinstragenden Geschäfte des Anlagebuchs stellen sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

Zinsänderungsrisiken
Barwertveränderung
+200 Basispunkte -200 Basispunkte
TEUR -7.313 8.791
in % der Eigenmittel -11,10 13,34


Wir sehen eine Risikokonzentration im Szenario +200 bp. Aufgrund des Passivüberhangs bis 2024 (Gründe: rollierende Refinanzierung KI sowie hoher Bestand an variablen Kundenpassiva (MV mit wesentlichem Anteil 3-Monatsgeld)) sehen wir im CF-Laufzeitband bis 1 Jahr eine Risikokonzentration. Es erfolgt eine vierteljährliche Betrachtung der Szenarien. Ein Zinsrisikokoeffizient von max. 15,0% des haftenden Eigenkapitals wird grundsätzlich angestrebt.


Der erneut starke Zinsanstieg im Jahr 2023 führte zu deutlich gesunkenen Bar- und Marktwerten zinstragender Geschäfte, die in die Bewertung des Zinsbuchs gemäß IDW RS BFA 3 n. F. eingehen. Weitere Zinsanstiege erhöhen das Risiko eines Verpflichtungsüberschusses und damit das Risiko zur Bildung einer Drohverlustrückstellung in künftigen Jahresabschlüssen.

4.2.2.2 Spreadrisiko


Das Spreadrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Spreads bei gleichbleibendem Rating ergibt. Dabei wird unter einem Spread die Differenz zu einer risikolosen Zinskurve verstanden. Der Spread ist unabhängig von der zu Grunde liegenden Zinskurve zu sehen, d. h. ein Spread in einer anderen Währung wird analog einem Spread in Euro behandelt.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "MPR". Die Parameter der Normalverteilung werden aus historischen Daten geschätzt. Unter Berücksichtigung ihrer Portfoliostruktur wurde der Delta-Gamma-Ansatz ausgewählt.

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip


In einer Spreadklasse sehen wir eine Risikokonzentration. Die Risikowerte betreffen insbesondere Bestandteile aus den Spezialfonds. Sie sind breit diversifiziert.

4.2.2.3 Immobilienrisiko


Das Immobilienrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Marktwerten aus Immobilien ergibt. Hier werden sowohl eigengenutzte Immobilien als auch Immobilieninvestitionen betrachtet.


In der normativen Perspektive umfasst das Immobilienrisiko darüber hinaus das Mietertragsrisiko aus eigenen, fremdgenutzten Immobilien.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Ermittlung und normative Perspektive: Berechnung des Marktpreisrisikos aus Immobilienfonds im Rahmen der Berechnung des Bewertungsrisikos aus Handelsgeschäften (inkl. Spreadrisiken)

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "caballito"


Immobilien im Eigenbestand werden in einem überschaubaren Umfang gehalten. Im Bereich der Land-Nutzungsart-Kombinationen "Deutschland/Büro" und "Deutschland/Handel" bestehen Risikokonzentrationen bei den Immobilienfonds. Besondere Risiken sind aus den Anlagen derzeit nicht erkennbar.

4.2.3 Beteiligungsrisiko


Das Beteiligungsrisiko umfasst die Gefahr eines Verlustes durch eine negative Wertänderung einer Beteiligung.


Je nach Beteiligungsart unterscheidet man nach dem Risiko aus strategischen Beteiligungen, Funktionsbeteiligungen und Kapitalbeteiligungen.


Die Steuerung des Beteiligungsrisikos erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.


Der Risikomanagementprozess umfasst insbesondere den Rückgriff auf das Beteiligungscontrolling des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg für die Verbundbeteiligungen.


Wertansätze für Beteiligungsinstrumente zum 31. Dezember 2023:

Gruppen von Beteiligungsinstrumenten 1 Buchwert TEUR
Strategische Beteiligungen 3.854
Funktionsbeteiligungen 61
Kapitalbeteiligungen 0

1 In dieser Aufstellung werden keine mittelbaren Beteiligungen, Kapitalbeteiligungen und Beteiligungsbeträge aus der Fondsdurchschau berücksichtigt. Die mittelbaren Beteiligungen über Darlehen an den SVBW (2.117 TEUR) und an den DSGV öK (955 TEUR) sind im Kundenkreditgeschäft enthalten. Kapitalbeteiligungen sowie Beteiligungsbeträge aus der Fondsdurchschau werden im Adressenausfallrisiko berücksichtigt.


Das Beteiligungsportfolio besteht vorwiegend aus strategischen Beteiligungen innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe sowie einer Funktionsbeteiligung an der SI-BW. Konzentrationen im Beteiligungsportfolio bestehen nicht.

4.2.4 Liquiditätsrisiko


Das Liquiditätsrisiko setzt sich allgemein aus dem Zahlungsunfähigkeits- und dem Refinanzierungskostenrisiko zusammen. Das Liquiditätsrisiko umfasst in beiden nachfolgend definierten Bestandteilen auch das Marktliquiditätsrisiko. Dieses ist das Risiko, dass aufgrund von Marktstörungen oder unzulänglicher Markttiefe Finanztitel an den Finanzmärkten nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt und/oder nicht zu fairen Preisen gehandelt werden können.


Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko stellt die Gefahr dar, Zahlungsverpflichtungen nicht in voller Höhe oder nicht fristgerecht nachzukommen.


Das Refinanzierungskostenrisiko bildet die Gefahr ab, dass die Refinanzierungskosten über der in der Planung angesetzten Höhe liegen. Dies kann auf der Schwankung des institutseigenen Spreads sowie aus der unerwarteten Veränderung der Refinanzierungsstruktur beruhen.


Das Refinanzierungskostenrisiko in der ökonomischen Perspektive ergibt sich aus der negativen Veränderung des Liquiditätsbeitrages aufgrund von marktbedingten Spreadschwankungen.


In der normativen Perspektive wird die GuV-Auswirkung des Refinanzierungskostenrisikos in Form höherer Zinsaufwendungen abgebildet. Aufgrund des Einflusses von Bilanzbeständen und der Zinsentwicklung wird das Refinanzierungskostenrisiko zusammen mit dem Zinsänderungsrisiko betrachtet.


Die Steuerung des Liquiditätsrisikos erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Regelmäßige Ermittlung und Überwachung der Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio, LCR)

Regelmäßige Ermittlung und Überwachung der strukturellen Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio, NSFR)

Regelmäßige Ermittlung der Survival Period und Festlegung einer Risikotoleranz

Diversifikation der Vermögens- und Kapitalstruktur

Regelmäßige Erstellung von Liquiditätsübersichten auf Basis einer hausinternen Liquiditätsplanung, in der die erwarteten Mittelzuflüsse den erwarteten Mittelabflüssen gegenübergestellt werden

Tägliche Disposition der laufenden Konten

Liquiditätsverbund mit Verbundpartnern der Sparkassen-Finanzgruppe

Definition eines sich abzeichnenden Liquiditätsengpasses sowie eines Notfallplans

Erstellung einer Refinanzierungsplanung

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der von der S-Rating und Risikosysteme GmbH entwickelten IT-Anwendung "RKR". Der Risikowert beschreibt die Veränderung des Liquiditätsbarwerts bei veränderten Refinanzierungskosten, die aus veränderten Marktliquiditätsspreads resultieren. Die voraussichtliche Liquiditätsspreadbindungsdauer der variabel verzinslichen Geschäfte wird über Liquiditätsmischungsverhältnisse abgebildet.

Regelmäßige Überwachung der Fundingkonzentration zur Ermittlung und Begrenzung des Anteils einzelner Kontrahenten an der Gesamtrefinanzierung


Unplanmäßige Entwicklungen, wie z. B. vorzeitige Kündigungen sowie Zahlungsunfähigkeit von Geschäftspartnern, werden dadurch berücksichtigt, dass im Rahmen der Risiko- und Stressszenarien sowohl ein Abfluss von Kundeneinlagen als auch eine erhöhte Inanspruchnahme offener Kreditlinien simuliert wird. An liquiditätsmäßig engen Märkten ist die Sparkasse nicht investiert.


Die Survival Period der Sparkasse beträgt zum 31. Dezember 2023 über 6 Monate (kombiniertes Stressszenario).


Es bestehen keine Konzentrationen beim Liquiditätsrisiko.


Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im Geschäftsjahr jederzeit gegeben.

4.2.5 Operationelles Risiko


Das operationelle Risiko bedeutet die Gefahr eines Verlustes durch Schäden, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Mitarbeitern, der internen Infrastruktur oder infolge externer Einflüsse eintreten.


Die Steuerung der operationellen Risiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Jährliche Schätzung des operationellen Risikos auf Basis der szenariobezogenen Schätzung von risikorelevanten Verlustpotenzialen aus der IT-Anwendung "OpRisk-Szenarien".

Systematische Sammlung und Analyse eingetretener Schadensfälle in einer Schadensfalldatenbank

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Abbildung im Plan- und adversen Szenario

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis der IT-Anwendung "OpRisk-Schätzverfahren" der SR. Die Sparkasse schätzt zunächst den Median ihrer eigenen Schadensfallhistorie. Dieser Median wird mit dem Median des OpRisk-Pools adjustiert und anschließend zur Ermittlung des Risikos mittels sog. q-Faktoren auf das gewünschte Konfidenzniveau skaliert. Die q-Faktoren werden aus Schadensfällen aller Sparkassen abgeleitet.

Erstellung von Notfallplänen, insbesondere im Bereich der IT


Konzentrationen bestehen bei den operationellen Risiken in folgenden Bereichen:


Aufgrund der ausschließlichen Nutzung von IT-Anwendungen der Sparkassen-Finanzgruppe bzw. der S-Rating und Risikosysteme GmbH bestehen hohe Abhängigkeiten im Falle eines Ausfalls der IT. Zudem ist aus unserer Sicht die SR das alleinige Kompetenzzentrum für Entwicklung, Pflege und Weiterentwicklung von Risiko- und Banksteuerungsverfahren sowie ergänzender Konzepte.

4.3. Gesamtbeurteilung der Risikolage


Unser Haus verfügt über ein dem Umfang der Geschäftstätigkeit entsprechendes System zur Steuerung, Überwachung und Kontrolle der vorhandenen Risiken gemäß § 25a KWG. Mit den eingerichteten Risikosteuerungs- und -controllingprozessen können die wesentlichen Risiken frühzeitig identifiziert und gesteuert sowie relevante Informationen an die zuständigen Entscheidungsträger weitergeleitet werden.


In 2023 bewegten sich die Risiken innerhalb des vom Vorstand vorgegebenen Limitsystems. Das Risikotragfähigkeitslimit (ökonomische Perspektive) war am Bilanzstichtag mit 85,2% ausgelastet. Die Mindestanforderungen an die Einhaltung aufsichtlicher Kenngrößen der normativen Perspektive der Risikotragfähigkeit wurden sowohl im Planszenario als auch unter der Berücksichtigung adverser Entwicklungen vollständig erfüllt. Demnach war und ist die Risikotragfähigkeit derzeit gegeben. Die durchgeführten Stresstests zeigen, dass auch außergewöhnliche Ereignisse durch das vorhandene Risikodeckungspotenzial abgedeckt werden können. Auf Basis der durchgeführten Kapitalplanung ist bei den bestehenden Eigenmittelanforderungen bis zum Ende des Planungshorizonts keine Einschränkung der Risikotragfähigkeit zu erwarten.


Bestandsgefährdende oder entwicklungsbeeinträchtigende Risiken sind nicht erkennbar. Risiken der künftigen Entwicklung bestehen im Hinblick auf die Auswirkungen der geopolitischen Konflikte, im Fall einer sich weiter eintrübenden Konjunktur, der weiterwachsenden Regulatorik und in weiteren starken Zinsanstiegen (u. a. Drohverlustrückstellung gem. ID RS BFA 3 n. F.).


Die Sparkasse nimmt am Risikomonitoring des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg teil. Die Erhebung erfolgt dreimal jährlich. Dabei werden die wichtigsten Risikomesszahlen auf Verbandsebene ausgewertet und die Entwicklungen beobachtet. Jede Sparkasse wird insgesamt bewertet und einer Monitoringstufe zugeordnet. Die Sparkasse Wolfach befindet sich zum 31. Dezember 2023 in der besten Bewertungsstufe "grün".


Insgesamt beurteilen wir unsere Risikolage als ausgewogen.

5 Chancen- und Prognosebericht

5.1 Chancenbericht


Unser "Chancenmanagement" ist in den jährlichen Strategieüberprüfungsprozess integriert.


Chancen erwarten wir aus unseren Investitionen in zukunftsweisende Informationstechnologien. Durch den Einsatz von standardisierter Infrastruktur und standardisierten Anwendungen/Produkte wollen wir unsere Prozesskosten optimieren und dem Thema Digitalisierung Rechnung tragen. Zudem arbeiten wir laufend daran, unsere Prozesse zu optimieren.


Chancen wollen wir nutzen, indem wir neben der bestehenden Filialpräsenz in der Fläche und der vorhandenen flächendeckend angebotenen SB-Technik das Multikanalbanking und die digitalen Vertriebskanäle weiter ausbauen.


Darüber hinaus sehen wir durch eine weitere Intensivierung der Arbeitsteilung mit unseren Verbundpartnern in der Sparkassen-Finanzgruppe die Möglichkeit, dem Wettbewerbs- und Rentabilitätsdruck zu begegnen.

5.2 Prognosebericht


Die nachfolgenden Einschätzungen haben Prognosecharakter. Sie stellen unsere Einschätzungen der wahrscheinlichsten künftigen Entwicklung auf Basis der uns zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts zur Verfügung stehenden Informationen dar. Da Prognosen mit Unsicherheit behaftet sind bzw. sich durch die Veränderungen der zugrundeliegenden Annahmen als unzutreffend erweisen können, ist es möglich, dass die tatsächlichen künftigen Ergebnisse gegebenenfalls deutlich von den zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts getroffenen Erwartungen über die voraussichtlichen Entwicklungen abweichen. Zu diesen gehören insbesondere die Konjunktur-, Inflations- und Zinsentwicklung, die Entwicklung der Immobilienmärkte, aber auch geopolitische Krisen.


Der Prognosezeitraum umfasst das auf den Bilanzstichtag folgende Geschäftsjahr.


Als Risiken im Sinne des Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können.


Als Chancen im Sinne des Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können.

5.2.1 Rahmenbedingungen


Nach dem Internationalen Währungsfonds (IWF) dürfte die Weltwirtschaft im laufenden Jahr um 3,1 % wachsen. Im Euroraum soll das Wirtschaftswachstum 2024 leicht anziehen auf 0,9 % nach 0,5 % im Jahr zuvor. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt soll nach der Konjunkturprognose des ifo Instituts vom März 2024 im laufenden Jahr nur um 0,2 % wachsen; in Baden-Württemberg nach der Landesbank Baden-Württemberg um 0,1 %. Getrieben sind diese Werte von einem negativen statistischen Überhang aus 2023 und dem schwachen Jahresauftakt 2024. Getragen wird das Wachstum vor allem von einer unterstellten Erholung des privaten Konsums, der in 2024 preisbereinigt um 1,0 % zulegen könnte. Für die Lage bei den Bauinvestitionen und im Außenhandel bleibt eine Prognose für 2024 dagegen noch schwierig. Die konjunkturelle Schwäche wird den Beschäftigungsaufbau verlangsamen und die Arbeitslosigkeit zunächst weiter steigen lassen. Für die Arbeitslosenquote wird nach der Konjunkturprognose des ifo Instituts erwartet, dass diese in diesem Jahr mit durchschnittlich 5,9 % um 0,2 %-Punkte höher liegt als noch im Jahr 2023. Der weitgehend geräumte Arbeitsmarkt dürfte die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der Gütermärkte mit einer Seitwärtsbewegung bei der Erwerbstätigkeit begleiten. Diese Prognosen stehen natürlich unter dem Vorbehalt, dass es nicht zu weiteren Verschärfungen bei den zahlreichen geostrategischen und politischen Konflikten kommt.


Die Inflationsraten dürften auch aufgrund gesunkener Energiepreise im laufenden Jahr weiter zurückgehen. In Deutschland ist mit einer Inflationsrate von 2,5 % zu rechnen. Nachdem die Notenbanken in 2023 weltweit zunächst ihren restriktiven Kurs fortgeführt hatten und in den vergangenen Monaten das Leitzinsniveau stabil gehalten haben, deuten sich nunmehr erste Tendenzen für Zinssenkungen der Zentralbanken im Jahr 2024 an.


Nach einem Ausblick der Deutschen Bundesbank wird erwartet, dass der zunehmende Wettbewerb im Einlagengeschäft, das schwache Kreditneugeschäft sowie steigende Verwaltungsaufwendungen durch notwendige Investitionen (u. a. zur Verhinderung von Cyberkriminalität und zur verstärkten Digitalisierung) die Ertragslage der nächsten Jahre belasten werden. Eine schwache gesamtwirtschaftliche Entwicklung könnte zusätzlich zu einem Anstieg von Kreditausfällen führen. Vor dem Hintergrund der angespannten wirtschaftlichen Gesamtsituation unterliegt die Einschätzung zur Entwicklung der Risikovorsorge im Kreditgeschäft den gleichen Unsicherheiten wie die Prognose zur Wirtschaftsentwicklung.

5.2.2 Geschäftsentwicklung


Abgeleitet aus der Bestandsentwicklung des Jahres 2023 rechnen wir mit einem weiteren leichten Wachstum für unser Kundenkreditgeschäft, vorrangig aus dem Darlehensgeschäft mit unseren Privat- und Firmenkunden.


Im Einlagengeschäft setzt sich der über Konditionen geführte Wettbewerb fort. Vor dem Hintergrund der erwarteten konjunkturellen Entwicklung und unserer darauf angepassten Geschäftsstrategie erwarten wir für 2024 ein deutliches Wachstum der Kundeneinlagen.


Bei der Bilanzsumme erwarten wir aufgrund der vorgenannten Entwicklungen im Kredit- und Einlagengeschäft für das Folgejahr einen leichten Anstieg.

5.2.3 Finanzlage


Aufgrund unserer vorausschauenden Finanzplanung gehen wir davon aus, dass auch im Prognosezeitraum die Zahlungsfähigkeit gewährleistet ist und die bankaufsichtlichen Anforderungen eingehalten werden können.

5.2.4 Ertrags- und Vermögenslage


Vor dem Hintergrund der dargestellten Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung der Rahmenbedingungen erwarten wir auf der Grundlage der Ergebnisvorschaurechnung per Februar 2024 für das Geschäftsjahr 2024 folgende Entwicklung:


Hinsichtlich des Rohertrages (Zins- und Provisionsüberschuss zuzüglich des Saldos der sonstigen ordentlichen Erträge und Aufwendungen) erwarten wir einen leichten Rückgang. Der prognostizierte Verwaltungsaufwand für 2024 nimmt leicht zu und ist vor allem durch die deutlich gestiegenen Personalkosten gekennzeichnet. Insgesamt erwarten wir deshalb eine leichte Verschlechterung der Cost-Income-Ratio gegenüber dem Geschäftsjahr 2023.


Für die Gesamtkapitalquote nach CRR erwarten wir auf Grundlage unserer Prognosen gemäß der aktuellen Geschäftsstrategie eine leichte Erhöhung der Quote für das Folgejahr. Wir rechnen aufgrund einer schwächelnden Konjunkturlage lediglich mit leichten Zuwächsen in den Risikopositionsbeträgen.


Des Weiteren können sich bei einer weiteren konjunkturellen Abschwächung sowie aufgrund regulatorischer Verschärfungen für die Finanzwirtschaft (Vereinheitlichung der Einlagensicherung, Basel IV-Regelungen, Meldewesen) weitere Belastungen ergeben, die sich auf die Ergebnis- und Kapitalentwicklung der Sparkasse negativ auswirken können.

5.3 Gesamtaussage


Die Prognose für das Geschäftsjahr 2024 lässt insgesamt erkennen, dass das hinsichtlich Wettbewerbssituation und Zinslage schwieriger werdende Umfeld auch an der Sparkasse nicht spurlos vorübergeht.


Unsere Perspektiven für das Geschäftsjahr 2024 beurteilen wir in Bezug auf die aufgezeigten Rahmenbedingungen unter Berücksichtigung der von uns erwarteten Entwicklung der Rahmenbedingungen und unserer bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren zusammengefasst als herausfordernd.


Bei der prognostizierten Entwicklung der Ertragslage sollte eine weitere Stärkung der Eigenmittel möglich sein.


Aufgrund unserer vorausschauenden Finanzplanung gehen wir daher davon aus, dass auch im Prognosezeitraum die Risikotragfähigkeit und die Einhaltung aller bankaufsichtsrechtlichen Kennziffern durchgängig gewährleistet sind.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS


An die Sparkasse Wolfach, Wolfach

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile


Wir haben den Jahresabschluss der Sparkasse Wolfach (im Folgenden: Sparkasse) bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Sparkasse für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.


Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Sparkasse zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.


Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 Handelsgesetzbuch (im Folgenden: HGB) erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile


Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden: EU-APrVO) unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Sparkasse unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Art. 10 Abs. 2 Buchstabe f) EU-APrVO i. V. m. § 340k Abs. 3 HGB, dass alle von uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art. 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses


Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.


Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

Bewertung von Forderungen an Kunden


a) Sachverhalt und Problemstellung


Das Kundenkreditgeschäft ist ein maßgebliches Geschäftsfeld der Sparkasse. Bei der Bewertung einzelner Kundenforderungen ist das Adressenausfallrisiko des Kreditnehmers, d. h. insbesondere die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kreditnehmer seinen vertraglichen Leistungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, sowie die Bewertung der ggf. vorliegenden Sicherheiten, maßgeblich. Die Bewertung dieser Forderungen beruht somit in einem hohen Maße auf den Einschätzungen und Annahmen des Vorstands der Sparkasse zu den genannten Sachverhalten. Die Unsicherheiten bei diesen Ermessensentscheidungen sind aktuell insbesondere durch die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt. Von besonderer Bedeutung ist hierbei die Einschätzung, inwieweit die hieraus resultierenden Belastungen die Kapitaldienstfähigkeit der betroffenen Kreditnehmer dauerhaft negativ beeinflussen. Diese Thematik hat daher wesentliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss, insbesondere auf die Ertragslage der Sparkasse. Für die Zwecke der Rechnungslegung sind insofern die Kreditprozesse zur Bewertung der Forderungen von besonderer Bedeutung. Die Bewertung von Forderungen an Kunden bedarf insoweit einer besonderen Befassung durch den Abschlussprüfer.


Daneben hat die Sparkasse in erheblichem Umfang Credit Linked Schuldscheindarlehen im Portfolio, die sie dem Anlagevermögen zuordnet und nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet. Bilanziell werden die Produkte gemäß der Stellungnahme zur Rechnungslegung des Instituts der Wirtschaftsprüfer "Zur einheitlichen oder getrennten handelsrechtlichen Bilanzierung strukturierter Finanzinstrumente (IDW RS HFA 22)" in ein Schuldscheindarlehen und einen Credit Default Swap aufgeteilt. Das Ausfallrisiko bezogen auf den Referenzschuldner wird über eine Eventualverbindlichkeit abgebildet.


Die Bewertung von Forderungen an Kunden und die Bewertung der Adressenausfallrisiken der Referenzschuldner bedarf insoweit einer besonderen Befassung durch den Abschlussprüfer.


b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse


Bereits im Rahmen unserer vorgezogenen Prüfung der organisatorischen Pflichten haben wir die Ordnungsmäßigkeit der Kreditprozesse, u. a. die Früherkennungsverfahren für Kreditrisiken und den Forderungsbewertungsprozess, betrachtet. Die relevanten Kreditprozesse sowie die Ausgestaltung und Wirksamkeit des internen Kontrollsystems bei der Bewertung der Kundenforderungen beurteilen wir regelmäßig auf Grundlage von Aufbau- und Funktionsprüfungen.


Bei einer risikoorientierten - unter besonderer Berücksichtigung der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen - vorgenommenen bewussten Auswahl von Kreditengagements haben wir aussagebezogene Prüfungshandlungen in Form von Einzelfallprüfungen vorgenommen und auf der Grundlage von Kreditunterlagen zu den wirtschaftlichen Verhältnissen die von der Sparkasse vorgenommene Beurteilung des kreditnehmerbezogenen Adressenausfallrisikos sowie die Bewertung der Kreditsicherheiten bei ausfallgefährdeten Forderungen nachvollzogen.


Des Weiteren haben wir im Rahmen unserer Prüfung die Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, insbesondere den Prozess zur Bewertung der Credit Linked Schuldscheindarlehen, hinsichtlich des Ausfallrisikos bezogen auf die Referenzadresse durch Aufbau- und Funktionsprüfungen beurteilt. Darüber hinaus haben wir risikoorientiert die Bewertung ausgewählter Einzelfälle nachvollzogen.


c) Verweis auf weitergehende Informationen


Weitere Informationen und Erläuterungen sind in den Anhangangaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (Abschnitt B) sowie zu den Beständen zum Bilanzposten Aktiva 4 (Abschnitt C) enthalten. Darüber hinaus verweisen wir auf die Darstellungen und Erläuterungen im Lagebericht (Abschnitte 2.3.2.2 und 4.2.1.1).

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter (Vorstand) und des Aufsichtsorgans (Verwaltungsrat) für den Jahresabschluss und den Lagebericht


Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.


Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.


Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.


Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Sparkasse zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts


Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.


Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.


Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Sparkasse ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Sparkasse.

führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.


Wir erörtern mit dem Verwaltungsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.


Wir geben gegenüber dem Verwaltungsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und, sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.


Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Verwaltungsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Art. 10 EU-APrVO


Wir sind nach § 30 Abs. 2 Satz 2 Sparkassengesetz für Baden-Württemberg i. V. m. § 340k Abs. 3 Satz 1 HGB gesetzlicher Abschlussprüfer der Sparkasse.


Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem Prüfungsbericht nach Art. 11 EU-APrVO in Einklang stehen.


Von uns beschäftigte Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die Sparkasse erbracht:

Prüfung im Zusammenhang mit dem "MACCs-Verfahren" (Kreditforderungen - Einreichung und Verwaltung) gemäß Abschnitt V Nr. 11 (1) der Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Deutschen Bundesbank

Prüfung im Zusammenhang mit der Kostenumlage der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht für den Aufsichtsbereich Wertpapierhandel gemäß § 16j Abs. 2 Satz 2 des Gesetzes über die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Finanzdienstleistungsaufsichtsgesetz - FinDAG)

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER


Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Lukas Faißt.

 

Stuttgart, den 24. Juni 2024


Sparkassenverband Baden-Württemberg Prüfungsstelle


Faißt Wirtschaftsprüfer

Feststellung und Gewinnverwendung


Der Verwaltungsrat hat den Jahresabschluss 2023 in der vorgelegten Fassung in seiner Sitzung am 23. Juli 2024 festgestellt (§ 30 SpG BW) und beschlossen, dass der Bilanzgewinn in voller Höhe der Sicherheitsrücklage zugeführt wird.

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.