Boer Group Service GmbH
Selbe AdresseErbringung von Logistikdienstleistungen
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Rainer Binger seit 20.10.2010 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Boer Group Services GmbH | 99.80% |
FWS GmbH | 0.18% |
AG Bremen | 0.02% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
M.W. Boer Verwaltungsgesellschaft mbHBremenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2021 bis zum 30.09.2022Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021/2022I. Allgemeine Angaben Der Konzernjahresabschluss der Boer-Gruppe wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches nach §§ 290 ff. HGB sowie der einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Die Konzerngewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. II. Konsolidierungskreis Der Konzernabschluss wird von der M.W. Boer Verwaltungsgesellschaft mbH mit Sitz in Bremen als Mutterunternehmen im Sinne von § 290 Abs. 1 HGB aufgestellt. Die Muttergesellschaft wird beim Amtsgericht Bremen unter HRB 19985 HB geführt. In den Konzernabschluss sind gemäß § 294 Abs. 1 HGB alle Gesellschaften einbezogen, bei denen die M.W. Boer Verwaltungsgesellschaft mbH oder eines ihrer Tochterunternehmen die Stimmrechtsmehrheit hält. III. Konsolidierungsgrundsätze Bei der Erstkonsolidierung von Erwerbsvorgängen vor dem 30. September 2010 wird unverändert die Buchwertmethode gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB a. F. mit den gemäß § 301 Abs. 2 HGB a. F. möglichen Erstkonsolidierungszeitpunkten angewandt. Erwerbsvorgänge ab dem 1. Oktober 2010 haben bis zum Stichtag nicht stattgefunden. Verbleibende aktive Unterschiedsbeträge wurden gemäß § 309 Abs. 1 HGB als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und über eine Nutzungsdauer von 4 Jahren in Vorjahren linear abgeschrieben. Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung wurden sämtliche Forderungen und Schulden zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen gegeneinander aufgerechnet. Sämtliche Umsätze sowie andere Erträge und Aufwendungen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden im Rahmen der Aufwands- und Ertragskonsolidierung eliminiert. Nach § 304 Abs. 1 HGB wurden Zwischenergebnisse aus in den Konzernabschluss übernommenen Vermögensgegenständen, die aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen stammen, eliminiert. Auf die Zwischenergebniseliminierung sowie auf die erfolgswirksamen Teile der Schulden-konsolidierung wurde eine latente Steuerabgrenzung vorgenommen, die in der Position E. Passive latente Steuern im Konzernabschluss enthalten ist. Zur Berechnung der latenten Steuern wurden die individuellen Steuersätze der Gesellschaften angesetzt. IV. Angaben zur Bilanzierung und Bewertung Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze des Vorjahres wurden unverändert beibehalten. Gliederungs-, Ansatz- und Bewertungswahlrechte werden im Konzernabschluss einheitlich ausgeübt. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Nutzungsdauer beträgt 3 Jahre. Soweit es den aus der Kapitalkonsolidierung hervorgegangenen Geschäfts- oder Firmenwert betrifft, gilt dieser als über vier Jahre nutzbar und wird dementsprechend linear über diesen Zeitraum abgeschrieben. Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die unbeweglichen Sachanlagen werden über einen Zeitraum von 10 bis 40 Jahren abgeschrieben und die beweglichen Sachanlagen über 2 bis 25 Jahren. Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens mit Einzelanschaffungskosten bis zu EUR 800,00 sind im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst worden; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Die Bewertung der Gegenstände des Vorratsvermögens erfolgte grundsätzlich zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips gemäß § 253 Abs. 4 HGB. Die Herstellungskosten der fertigen Erzeugnisse und Waren sind gemäß § 255 Abs 2 HGB anhand der retrograden Methode ermittelt worden. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände wurden mit dem Nennbetrag angesetzt. Soweit erforderlich, sind Einzelwertberichtigungen vorgenommen worden. Das allgemeine Kreditrisiko wird durch eine angemessene Pauschalwertberichtigung berücksichtigt. Die liquiden Mittel wurden mit dem Nennbetrag angesetzt. Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen; die Auflösung des Postens erfolgt linear entsprechend dem Zeitablauf. Das gezeichnete Kapital beträgt zum 30. September 2022 EUR 250.000,00. Die Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Die Bewertung erfolgte mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Betrag. Die Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip und das Anschaffungskostenprinzip beachtet. Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden saldiert ausgewiesen. V. Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Konzernbilanz Anlagespiegel für die einzelnen Posten des Anlagevermögens Die Aufgliederung und Entwicklung der Anlagenwerte ist aus dem Anlagenspiegel zu entnehmen (siehe Anlage zum Anhang). Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände verfügen wie im Vorjahr über eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen sind wie im Vorjahr in voller Höhe aus Lieferungen und Leistungen. Eigenkapital Das gezeichnete Kapital der Muttergesellschaft beträgt weiterhin EUR 250.000,00. Ebenso unverändert blieb die Kapitalrücklage über EUR 1.500.000,00 sowie die Konzerngewinnrücklage über EUR 349.900,00. In den Konzernbilanzgewinn über EUR 10.534.089,73 ist ein Konzerngewinnvortrag (vor Gewinnausschüttung) über EUR 15.827.276,93 einbezogen. Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung Der passivische Unterschiedsbetrag blieb unverändert bei EUR 1.921.705,05. Sonstige Rückstellungen Die Rückstellungen setzen sich im Wesentlichen aus den zum 30. September 2022 bestehenden Lizenz- und Tonnageansprüchen in Höhe von TEUR 265 (i. Vj. TEUR 316), Personalverpflichtungen von TEUR 427 (i. Vj. TEUR 440) und Provisionen von TEUR 55 (i. Vj. TEUR 64) zusammen. Verbindlichkeiten Genau wie im Vorjahr haben die Verbindlichkeiten allesamt eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten waren vollständig durch Sicherungsübereignungen besichert. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich im Wesentlichen um Verbindlichkeiten aus Darlehensgewährungen und sind gleichzeitig Verbindlichkeiten gegen den Gesellschafter. Latente Steuern Die passiven latenten Steuern resultieren aus unterschiedlichen bilanziellen Wertansätzen beim Anlagevermögen und Vorratsvermögen. Für die Berechnung der Steuern wurde wie im Vorjahr ein Steuersatz von 31,39 % zugrunde gelegt. Die latenten Steuersalden haben sich wie folgt entwickelt:
Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die Angabe der sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen unterbleibt, da ihre Angabe für die Beurteilung der Finanzlage des Konzerns nicht von Bedeutung ist. Eventualverbindlichkeiten Es bestehen Eventualverbindlichkeiten aus Avalkrediten in Höhe von insgesamt TEUR 287. Mit einer Inanspruchnahme aus den Haftungsverhältnissen ist nicht zu rechnen, da die Boer-Gruppe den zugrundeliegenden Verpflichtungen nachkommt und über eine entsprechend gute Liquidität verfügt. VI. Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse Die Umsätze wurden im Wesentlichen außerhalb des inländischen Marktes (Afrika, Russland und Osteuropa) erzielt. Von den Umsatzerlösen entfallen TEUR 34,7 auf den europäischen Markt, TEUR 6,9 auf den afrikanischen Markt und TEUR 0,9 auf den asiatischen Markt. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 163,72 (i. Vj. EUR 88,61) enthalten. VII. Ergänzende Angaben zur Kapitalflussrechnung und zum Konzerneigenkapitalspiegel Der Zahlungsmittelfonds (TEUR 6.564; i. Vj. TEUR 5.192) ist definiert als der in der Konzernbilanz ausgewiesene Bestand "Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten" (TEUR 6.564; i. Vj. TEUR 5.191) abzüglich der jederzeit fälligen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (TEUR 0; i. Vj. TEUR 0). Das erwirtschaftete Konzerneigenkapital steht grundsätzlich vollständig für Ausschüttungen zur Verfügung. VIII. Sonstige Angaben Namen der Mitglieder der Geschäftsführung Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden die Geschäfte des Mutterunternehmens durch folgende Personen geführt: Kaufmann Jorik Boer, Rotterdam (Niederlande), Kaufmann Folkert Vreeken, Krimpen aan den IJssel (Niederlande) und Kaufmann Rainer Binger, Worpswede Vergütungen der Geschäftsführer Auf die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführer wurde gemäß § 314 Abs. 3 S. 2 HGB i. V. m. § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Arbeitnehmer Im Berichtsjahr wurden im Durchschnitt 176 Arbeitnehmer in folgenden Gruppen beschäftigt:
Abschlussprüferhonorar Die Honorare des Abschlussprüfers betragen TEUR 47 für Abschlussprüferleistungen. Angaben über den Anteilsbesitz an anderen Unternehmen nach § 285 Nr. 11 HGB Neben der M.W. Boer Verwaltungsgesellschaft mbH als Mutterunternehmen werden in den Konzernabschluss folgende Gesellschaften einbezogen:
Die mit * gekennzeichneten o. g. Gesellschaften sind gemäß §§ 325 ff. HGB nicht zur Offenlegung ihrer Jahresabschlüsse verpflichtet, da die Befreiungsvorschrift des § 264 bzw. § 264b HGB in Anspruch genommen wird. Konzernzugehörigkeit Der deutsche Teilkonzernabschluss der M.W. Boer Verwaltungsgesellschaft mbH wird in den Konzernabschluss der Fabo Beheer B.V., Dordrecht, Niederlande, - die den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt - mit einbezogen. Der Konzernabschluss wird beim niederländischen Handelsregister, welches von der "Kamer van Koophandel" geführt wird, eingereicht und offengelegt. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag Es haben sich keine Vorgänge und Ereignisse nach dem Bilanzstichstichtag bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses, die von wesentlicher Bedeutung sind und zu einer veränderten Beurteilung des Unternehmens führen könnten, ergeben. Vorschlag zur Ergebnisverwendung des MutterunternehmensDie Geschäftsführung schlägt vor, den Bilanzgewinn im Jahresabschluss der M.W. Boer Verwaltungsgesellschaft mbH zum 30. September 2022 in Höhe von EUR 10.534.089,73 - davon Jahresüberschuss EUR 4.706.812,80 - auf neue Rechnung vorzutragen.
Bremen, den 8. Februar 2023 Geschäftsführung gez. Jorik Boer gez. Folkert Vreeken gez. Rainer Binger Bilanz zum 30. September 2022AKTIVA
PASSIVA
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022
Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021/2022
Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021/2022I Grundlagen des Konzerns Geschäftstätigkeit Die M.W. Boer Verwaltungsgesellschaft mbH ist eine 100%ige Tochter der Boer Inter B.V., Niederlande, die Beteiligungen u. a. in den Niederlanden, Deutschland und Belgien hält. Die M.W. Boer Verwaltungsgesellschaft mbH ist das Mutterunternehmen für den deutschen Teilkonzern der "Boer-Gruppe". Sie hält unter anderem mittelbar Anteile an drei Sortierbetrieben in der Rechtsform einer GmbH. Daneben hält sie mittelbar Anteile an der FWS GmbH, Bremen, die über das flächendeckende Containernetz in Deutschland und den angrenzenden europäischen Ländern verfügt, um die sieben Sortierbetriebe der gesamten Boer-Gruppe mit Alttextilien versorgen zu können. Die "Boer-Gruppe" ist eine mittelständische Unternehmensgruppe und konkurriert in erster Linie mit anderen mittelständischen Kleinstsortierbetrieben aus West- und Osteuropa. Die Anforderungen des Marktes werden laufend beobachtet. Durch die mittelständische Struktur des Konzerns kann auf veränderte Rahmenbedingungen flexibel reagiert werden. Die jährliche Sortierleistung der gesamten Boer-Gruppe betrug in den letzten Jahren durchschnittlich ca. 75.000 Tonnen. Alle in dieser Unternehmensgruppe erfassten Waren werden in eigenen zertifizierten Sortieranlagen einer Vollsortierung von bis zu 350 Sorten unterzogen. Tragbare Bekleidung und Schuhe aus den deutschen Sortierbetrieben werden weltweit exportiert. Die nichttragfähige Bekleidung wird überwiegend zu Textilfasern recycelt oder zu Putzlappen für die inländische Industrie verarbeitet. Durch die breite und feine Sortierung erfolgt eine hochwertige Verwertung mit einer Verwertungsquote von nahezu 100 %. Als Sammler und Beförderer von Alttextilien hat die Gruppe die rechtlichen Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes zu beachten. II Wirtschaftsbericht 1 Branchenbezogene Rahmenbedingungen 1.1 Marktsituation Die positive wirtschaftliche Entwicklung nach der Rücknahme der wesentlichen Coronamaßnahmen setzte sich im laufenden Geschäftsjahr fort. Das Wirtschaftsjahr war geprägt von einer stabilen Nachfrage, die aufgrund eines weiteren Rückgangs der Produktion sowie des weiteren rückläufigen Aufkommens an Original-Sammelware nicht vollständig befriedigt werden konnte. Die weltweit verfügbare reduzierte Menge an Alttextilien sowie die weiterhin restriktiven Corona-Maßnahmen in China führten in vielen Abnehmerländern zu einem Verkäufermarkt. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine führte in der Gruppe zu einem Mengenrückgang in diesen Ländern von rund 50 %. Zudem ist seit Juli 2022 unsere Branche von der Sanktionspolitik der europäischen Union gegen Russland betroffen. Sortierte Alttextilien dürfen seitdem nicht mehr nach Russland exportiert werden. Die Mengenrückgänge in diesen Ländern konnten teilweise durch Steigerung der Mengen in anderen Ländern kompensiert werden. 1.2 Beschaffungsmarkt Auf der Einkaufseite setzte sich die Preisentwicklung fort. Durch die verminderten Sammelmengen in Deutschland und Europa u. a. aufgrund des veränderten Konsumverhaltens bedingt durch die höchste Inflation seit den 70er Jahren wurde ein regelrechter Preiskampf ausgelöst. Die Gebühren für die Containerplätze haben sich im Jahresschnitt im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Für Ausschreibungen zum Ende des Geschäftsjahres wurden Preise in bisher nicht dagewesener Höhe geboten. Diese Entwicklung spiegelt auch die Preiserhebung für Originalsammelware vom EUWID für den deutschen Markt für Alttextilien wider. Dieser ist im Mittelwert von EUR 230 pro Tonne im September 2021 auf EUR 370 pro Tonne im September 2022 angestiegen. 1.3 Personal- und Sozialbereich Der deutsche Teil der Boer-Gruppe hat im Geschäftsjahr durchschnittlich 176 (i. Vj. 180) Mitarbeiter beschäftigt. Die Auswirkungen des allgemeinen Fachkräftemangels in Deutschland betreffen auch immer mehr Tätigkeiten, für die es keiner Ausbildung bedarf. Freie Stellen in der Sortierung können überwiegend nur mit Personal aus dem osteuropäischen Ausland besetzt werden. 1.4 Umweltschutz Die Boer-Gruppe bekennt sich mit ihrem unternehmerischen Handeln zu einer wirtschaftlich und ökologisch zukunftsorientierten Entwicklung. 1.5 Interne Organisation und Entscheidungsfindung Die Boer-Gruppe verfügt über eine eindimensionale Organisationsstruktur. In Zweifelsfällen werden zu treffende Entscheidungen damit unmittelbar der Geschäftsleitung vorgelegt. Die Boer-Gruppe Deutschland stellt einen Teilkonzern eines weltweit agierenden Konzerns mit Sitz in den Niederlanden dar. 2 Darstellung der Lage und Geschäftsverlauf Die für die interne Unternehmenssteuerung und die Beurteilung der Geschäftsentwicklung im Wesentlichen herangezogenen Finanzkennzahlen stellen die Umsatzerlöse und das Ergebnis vor Steuern und Zinsen dar. Durch die oben beschriebene Entwicklung zu einem Verkäufermarkt konnten die beiden großen Sortierbetriebe der Boer-Gruppe die Umsatzerlöse pro Tonne um 11,0 % steigern. Auch aufgrund der starken Nachfrage konnten die Sortierprozesse angepasst und somit der Anteil an tragfähiger Bekleidung um 1,1 %-Punkte gesteigert werden. Zusammen mit der Preissteigerung konnten somit der weitere Rückgang der Produktion um 10,2 % sowie die verkaufte Menge um 9,5 % in den Gesamterlösen kompensiert werden, sodass sich bei den Einnahmen der Sortierbetriebe ein Mehrerlös von 1,2 % ergeben hat. Der Produktionsrückgang der Sortierbetriebe von insgesamt rund 10,2 % ist im Wesentlichen auf das erste Halbjahr des Geschäftsjahres zurückzuführen. Die ansteckendere Coronamutante Omikron führte zeitweise zu einem Krankenstand von über 30 %. Erst im letzten Quartal des Geschäftsjahres erreichten die Krankheitsquoten das Vor-Pandemie-Niveau. Die im deutschen Teilkonzern gesammelte Gesamtmenge an Originalware reduzierte sich insgesamt um 8,2 %. Die durchschnittliche Gesamtmenge pro Container im eigenen Containersystem reduzierte sich bis zum Wirtschaftsjahrende um bis zu 10,1 %. Ende des Wirtschaftsjahres lagen die Mengen pro Container rund 5 % unter den Sammelmengen von vor Corona. Die Ursachen hierfür liegen vermutlich in der vorherrschenden starken Inflation. Ein überwiegender Teil der Bevölkerung versucht u. a. bei den Ausgaben für Kleidung zu sparen. Das Aufkommen bei der Sammel- und Fremdcontainerware konnte durch Zugewinne neuer Geschäftspartner stabil gehalten werden. Die Rohgewinnquote wird sich im kommenden Geschäftsjahr, insbesondere durch die extrem angestiegenen Einkaufskonditionen bei Ausschreibungen, spürbar verringern. Die Boer-Gruppe sucht alternative günstigere Erfassungswege/Konzepte, um den Preiskampf nicht weiter anzuheizen. 2.1 Vermögenslage und Kapitalstruktur Die Vermögens- und Kapitalstruktur zeigt die folgende Übersicht:
Die Bilanzsumme hat sich von TEUR 24.618 auf TEUR 24.826 nur minimal um TEUR 208 erhöht. Die wesentlichen Veränderungen auf der Aktivseite ergaben sich bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (TEUR -805) sowie bei den Guthaben bei den Kreditinstituten (TEUR +1.373). Zudem reduzierte sich der Bestand der fertigen Erzeugnisse und Waren um TEUR 328. Durch die weiterhin starke Nachfrage konnten die Bestände der sortierten Alttextilien weiter abgebaut werden. Auf der Passivseite reduzierte sich das Eigenkapital um TEUR 5.293. Die im Wirtschaftsjahr erfolgte Gewinnausschüttung in Höhe von TEUR 10.000 konnte nur teilweise durch den Jahresüberschuss von TEUR 4.707 kompensiert werden. Die Eigenkapitalquote ist in Folge der Gewinnausschüttung von 72,8 % im Vorjahr auf 50,9 % im Berichtsjahr gesunken. In diesem Zusammenhang erhöhten sich die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern um TEUR 5.011, da ein großer Teil der vorgenommenen Gewinnausschüttung gegen Gewährung von Darlehen erfolgte. Zum 30. September 2022 sind das Anlagevermögen und auch Teile des Umlaufvermögens durch langfristige Mittel gedeckt. Zudem sind im kurzfristigen Bereich die kurzfristig fälligen Verbindlichkeiten in voller Höhe durch kurzfristig liquidierbares Vermögen gedeckt. 2.2 Finanzlage und Liquiditätsanalyse Der Free Cashflow der Gruppe (Saldo der Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit und aus Investitionstätigkeit) reduzierte sich von TEUR 7.609 um TEUR 982 auf TEUR 6.627. Die Differenz zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus dem niedrigeren Jahresergebnis und aus dem starken Abbau des Vorratsvermögens im letzten Geschäftsjahr 2020/2021. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ging aus diesem Grund ebenfalls zurück und lag mit TEUR 6.935 unter dem Wert des Vorjahres von TEUR 7.942. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit lag mit TEUR 308 nahezu auf Vorjahresniveau. Der im Rahmen des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesene Nettoabfluss in Höhe von TEUR 5.254 resultierte insbesondere durch die Ausschüttung (TEUR 10.000) sowie die Aufnahme eines Gesellschafter-Darlehens (TEUR 7.500) sowie dessen Tilgung an die Gesellschafter des Mutterunternehmens (TEUR 2.500). Die Erhöhung des Finanzmittelfonds um TEUR 1.373 auf TEUR 6.564 resultiert aus den dargestellten Cashflows. Die Gruppe war jederzeit uneingeschränkt in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Investitionen Die Investitionen des Geschäftsjahres in Höhe von TEUR 336 entfallen im Wesentlichen auf die Anschaffung von Betriebs- und Geschäftsausstattung und betreffen hauptsächlich den Kauf von Altkleidercontainern. 2.3 Ertragslage Die Ertragslage aus betriebswirtschaftlicher Sicht zeigt die folgende Übersicht:
Die Umsatzerlöse konnten im Berichtsjahr von TEUR 38.064 um TEUR 4.479 auf TEUR 42.543 gesteigert werden. Die im Konzernlagebericht des Geschäftsjahres 2020/2021 formulierte Erwartung eines leichten Umsatzanstieges für das Geschäftsjahr 2021/2022 wurde damit bestätigt. Der Umsatzzuwachs ist ausschließlich auf Preiserhöhungen aufgrund der allgemeinen reduzierten Verfügbarkeit von Waren und der gleichzeitig hohen Nachfrage zurückzuführen. Der Preisanstieg bei den Alttextilien führte zusammen mit den gestiegenen Kosten für Transport zu einem Anstieg der Materialaufwandsquote trotz erheblich gesunkener gesammelter Mengen um 16,8 %. Die Materialaufwandsquote, definiert als Materialaufwand im Verhältnis zur Gesamtleistung, erhöhte sich von 51,7 % im Vorjahr auf 55,3 %. Das Rohergebnis der Gruppe verschlechterte sich im Vergleich zum Vorjahr leicht von TEUR 19.476 um TEUR 206 auf TEUR 19.267. Durch gestiegene Betriebskosten reduzierte sich das Betriebsergebnis um TEUR 388 auf TEUR 6.860. Im Konzernlagebericht des Geschäftsjahres 2020/2021 wurde auch mit einem leichten Rückgang des Betriebsergebnisses im Geschäftsjahr 2021/2022 geplant. Der deutsche Teil der Boer-Gruppe hat im Geschäftsjahr durchschnittlich 176 Mitarbeiter (i. Vj. 180) beschäftigt. Der Personalaufwand pro Mitarbeiter beträgt im Geschäftsjahr durchschnittlich TEUR 35 (i. Vj. TEUR 34). Die Personalkosten gingen aufgrund der reduzierten Mitarbeiterzahl leicht um TEUR 44 zurück. Die Personalaufwandsquote ging ebenfalls leicht von 16,4 % im Vorjahr auf 14,5 % im Berichtsjahr zurück. III Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung Chancen und Risiken der Gesellschaft werden aktiv gesteuert. In regelmäßigen Sitzungen der Geschäftsführung werden systematisch Einzelrisiken identifiziert, bewertet und Maßnahmen zur Risikobegrenzung getroffen. Nachfolgend stellen wir die einzelnen Risiken nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und Höhe ihrer Auswirkung absteigend dar. 1 Bestandsgefährdende Risiken Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir keine Einzelrisiken festgestellt, die allein oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand einzelner Unternehmen der Gruppe bzw. der Gruppe an sich hätten gefährden können. Treten eine oder mehrere unvorhersehbare oder außergewöhnliche Risiken ein, so wäre ein Einfluss auf die Leistungs- und Ergebnisentwicklung nicht auszuschließen. Es sind jedoch keine Risiken erkennbar, die das Unternehmen derzeit in seinem Bestand gefährden könnten. 2 Andere wesentliche Risiken 2.1 Marktrisiken Makroökonomische Entwicklungen in unseren Segmenten werden regelmäßig durch die Geschäftsleitung beobachtet, sodass die betriebswirtschaftlichen und technischen Auswirkungen neuer Gesetze, Verordnungen und Bestimmungen früh genug berücksichtigt werden. Die zentrale Beobachtung der Geschäfte ermöglicht es, Risiken frühzeitig zu erkennen. Die spezifischen Risiken im Altkleidergeschäft halten wir deshalb für beherrschbar. 2.2 Beschaffungsrisiken Die Situation in der Textilrecycling-Branche ist unbestimmt. Eine langfristige Planung der Geschäftstätigkeit, hinsichtlich einer Mengensteigerung durch Expansion und Zukauf oder einer Mengenreduzierung, ist äußerst schwierig zu beurteilen. Zudem können die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Coronapandemie sowie die Entwicklung der Inflation zu einem veränderten Konsumverhalten führen, die die Art, Qualität und Menge der Originalsammelmengen beeinflussen könnten. Weitere Kostenrisiken bestehen vor allem in der Beschaffung der Originalware. Aufgrund der weiterhin hohen Inflationsraten und damit einhergehender Reallohnverlust in Deutschland von 4,1 % in 2022 gemäß des Statistischen Bundesamtes, könnte das Gesamtaufkommen an originaler Sammelware weiter rückläufig sein. Die Rückgänge könnten nur durch sehr teure Zukäufe im Rahmen von Ausschreibungen kompensiert werden. Zudem bewirken die hohen Dieselpreise einen weiteren Anstieg der Transpostkosten. Abzuwarten bleiben die Auswirkungen auf den Dieselpreis der kürzlich weiteren beschlossenen Sanktionsmaßnahmen gegenüber Russland. Bei Eintritt der oben genannten Risiken würde dies einen negativen Einfluss auf die Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. 2.3 Ausfallrisiken Die Ausfallrisiken von Forderungen können zu Cashflow-Ausfällen führen. Die Forderungen der einzelnen Unternehmen der Gruppe unterliegen einer kontinuierlichen Beobachtung; bei einem Zahlungsverzug wird zeitnah gemahnt. Für erwartete Ausfallrisiken wurden entsprechende Wertberichtigungen gebildet. In wenigen Fällen, in denen die abzurechnenden Leistungen zunächst bestritten werden, greift das Unternehmen auf renommierte Anwälte zurück. Die Umsätze werden im Wesentlichen in Euro fakturiert. Ein Währungsrisiko besteht insofern nahezu nicht und eine Absicherung ist folglich nicht erforderlich. 2.4 Personalrisiken Zu Personalrisiken, die sich aus Nachwuchsmangel, hoher Fluktuation, fehlender Qualifikation, geringer Motivation oder Überalterung der Belegschaft ergeben könnten, wurden Überlegungen angestellt. Im Mittelpunkt der Personalarbeit stehen die betriebliche Aus- und Weiterbildung und die Förderung von Nachwuchskräften. Die Rekrutierung neuer Mitarbeiter für den Sortierprozess gestaltete sich im letzten Jahr schwieriger. Zudem ist festzustellen, dass bei den neuen Mitarbeitern - die überwiegend aus dem osteuropäischen Ausland rekrutiert worden sind - die Wechsel- und Umzugsbereitschaft deutlich höher ist als beim bestehenden Mitarbeiterstamm, da die fehlende Verbundenheit zur Region nicht vorhanden ist. Zudem könnten politische Entscheidungen zur weiteren Erhöhung des Mindestlohnes das Konzernergebnis negativ beeinflussen. Die Förderung von Mitarbeitern in Kombination mit Führungsgrundsätzen reduziert das Risiko der Personalfluktuation und sichert den hohen Qualifikationsstandard der Mitarbeiter. 2.5 Rechtliche und steuerliche Risiken Gerichts- oder Schiedsverfahren, die einen wesentlichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage der Boer-Gruppe haben könnten, sind nach Kenntnis der Gesellschaft weder anhängig noch angedroht. Insofern ist keine Beeinträchtigung der Geschäftsentwicklung zu erwarten. Grundsätzlich wird in rechtlichen Belangen auf externe Rechtsberater zurückgegriffen. Infolge zahlreicher unbestimmter Rechtsbegriffe im Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) besteht eine latente Gefahr aus den unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten. Angefangen bei der Erfassung, über den grenzüberschreitenden Transport, bis hin zum Ende der Abfalleigenschaft, besteht weiterhin Klärungsbedarf. In diesen Fällen lässt sich der deutsche Teil der Boer-Gruppe permanent anwaltlich vertreten. Risiken und eventuelle Forderungen, die grundsätzlich für die Einschätzung der Finanz- und Ertragslage von materieller Bedeutung sind, können abschließend nicht beurteilt werden. Für Schadensfälle und Haftungsrisiken besteht ausreichender Versicherungsschutz. Steuerliche Risiken, die einen erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage der Unternehmen der Gruppe bzw. die Gruppe haben, sind derzeit nicht erkennbar. Die letzte steuerliche Außenprüfung für die Jahre bis 2013 hat zu keinen wesentlichen Beanstandungen geführt. 2.6 IT-Risiken Um unberechtigten Zugriff und Datenverluste zu verhindern und die ständige Verfügbarkeit unserer Systeme zu garantieren, schützen wir unsere Informationstechnik mit entsprechenden Programmen, deren Aktualität laufend von der Geschäftsführung beobachtet wird. 3 Chancenbericht Die Stärken des Unternehmens liegen in den Kernkompetenzen Betreuung und Beratung karitativer Organisationen und sozialer Verbände, Städten, Gemeinden sowie des Einzelhandels in allen Fragen der Alttextilerfassung. Das spiegelt sich in dem hohen Qualitätsstandard, der Termintreue und der damit erforderlichen Flexibilität wider. Diese Kernkompetenzen werden durch hochqualifizierte Mitarbeiter in allen Bereichen sichergestellt. Die Boer-Gruppe hat sich durch die langjährige Zusammenarbeit mit den Auftraggebern am Markt etabliert und zeichnet sich durch Kompetenz, Zuverlässigkeit, Zahlungssicherheit und Abnahmegarantie nach den geltenden gesetzlichen Standards/Vorgaben aus. Hierdurch besteht die Chance, bei zukünftigen Ausschreibungen weiterhin den Zuschlag zu erhalten. Mit der Veröffentlichung der Europäischen Textilstrategie hat die EU Kommission ihre Vision 2030 für nachhaltige Textilien mitgeteilt. Es sollen demnach nur noch Textilien auf den Markt gebracht werden, die langlebig und recyclingfähig sind, größtenteils aus Recyclingfasern bestehen, keine gefährlichen Stoffe enthalten und unter Einhaltung der sozialen Rechte und im Sinne des Umweltschutzes hergestellt werden. Darüber hinaus wurden verschiedene Schlüsselmaßnahmen aufgezeigt, die diese Transformation unterstützen sollen. Damit diese Wirkung entfalten, werden in den nächsten Jahren eine Vielzahl von Direktiven und Verordnungen überarbeitet, die auch den Alttextilsektor betreffen wie beispielsweise die Ökodesign Richtline, Abfallrahmenrichtlinie und die Abfallverbringungsverordnung. Mit Blick auf das Abfallmanagement ist zu erwarten, dass Regelungen zur erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien eingeführt werden. All die Maßnahmen zielen darauf ab, die europäische Sortier- und Recyclinginfrastruktur zu stärken bzw. aufzubauen. Das Deutsche Umweltbundesamt hat Mitte 2022 ein Forschungsvorhaben mit dem Titel "Erarbeitung möglicher Modelle der erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien" vergeben. Ziel ist es, Empfehlungen für ein Konzept zur Ausgestaltung einer erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien zu geben. Darüber hinaus hat die LAGA (Länderarbeitsgemeinschaft für Abfall) eine Vollzugshilfe zur Vermeidung sowie zur Erfassung, Sortierung und Verwertung von Alttextilien erarbeitet und im August 2022 ein Anhörungsverfahren eingeleitet. Es ist zu erwarten, dass diese LAGA Mitteilung Mitte 2023 zur Beschlussfassung vorgelegt wird. All diese Maßnahmen zielen darauf ab, dass gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die hochwertige Nutzung von Alttextilien zu stärken und eine zirkuläre Textilwirtschaft aufzubauen. Nach Abwägung aller Risiken und Chancen haben die gesamtwirtschaftlichen Unwägbarkeiten gegenüber dem Vorjahr nicht abgenommen. Die Unsicherheitsspanne bei Prognosen ist aufgrund vieler geopolitischer und ökonomischer Risiken verhältnismäßig groß. Die das Unternehmen betreffenden Risikofaktoren sind überwiegend exogener Natur. Weitere wirtschaftliche oder rechtliche Risiken, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Boer-Gruppe maßgeblich beeinflussen, sind aus heutiger Sicht nicht bekannt. Mit der flexiblen Unternehmensstruktur ist die Boer-Gruppe jedoch darauf vorbereitet, im Bedarfsfall zeitnah und durchgreifend zu reagieren. IV Prognosebericht Für die Planung des Geschäftsjahres 2022/2023 gehen wir davon aus, dass durch die nahezu komplette Rücknahme sämtlicher Coronabeschränkungen es zu keinen Störungen mehr kommt, die den betrieblichen Ablauf hemmen könnten. Die Krankheitsquote wird sich durch die Aufhebung der Isolationspflicht, selbst bei vereinzelt auftretenden Coronaerkrankungen, dem Vorpandemieniveau nähern und somit zu einem ordentlichen Anstieg der Produktion führen. Weiterhin beruht unsere Prognose für das Geschäftsjahr 2022/2023 auf der Annahme, dass die geopolitischen Spannungen nicht weiter eskalieren. Durch die noch weltweit knappe Verfügbarkeit von gebrauchten Textilien wird die Nachfrage weiterhin hoch sein. Der bereits in den letzten zwei Quartalen stark angestiegene durchschnittliche Verkaufspreis pro Tonne, wird sich im Laufe des Geschäftsjahres nur noch leicht erhöhen. Erste Anzeichen und Rückmeldungen aus den Abnehmerländern deuten bereits einen Preispeak an. Zudem wird der Rückgang der Seefrachtkosten von Ost (Südostasien) nach West unsere Absatzmärkte mit der gesteigerten Lieferung von neuen und gebrauchten Textilien unter Druck setzen. Infolge verminderter Verfügbarkeit und guter Nachfrage werden sich die durchschnittlichen Einkaufskonditionen erhöhen. Erst frühestens zum Wirtschaftsjahrende, rechnen wir mit einem Abebben des Preisanstieges. Ebenso werden die hohen Dieselpreise die Gesamtbeschaffungskosten weiter verteuern. Die gestiegenen Aufwendungen für die Warenbeschaffung können vermutlich nur noch bedingt an den Endkunden weitergeben werden. Die Gesellschaft plant daher für das Geschäftsjahr 2022/2023 mit einem leichten Anstieg der Umsatzerlöse bei gleichzeitiger erheblicher Kostensteigerung in der Warenbeschaffung. Insgesamt erwarten wir eine deutliche Reduzierung des Ergebnisses vor Steuern und Zinsen.
Bremen, den 8. Februar 2023 M.W. Boer Verwaltungsgesellschaft mbH Geschäftsführung gez. Jorik Boer gez. Folkert Vreeken gez. Rainer Binger Konzernkapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Oktober 2021 bis 30. September 2022
Konzerneigenkapitalspiegel zum 30. September 2022
Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die M.W. Boer Verwaltungsgesellschaft mbH: Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der M.W. Boer Verwaltungsgesellschaft mbH und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. September 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der M.W. Boer Verwaltungsgesellschaft mbH für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen..
Bremen, den 26. Juli 2023 RSM
GmbH
Mählmann, Wirtschaftsprüfer Westphal, Wirtschaftsprüfer |
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