Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 152325
Eingetragen
26.1.2009
Branche
Fernsehveranstalter und Verbreitung von VideoinhaltenBetrieb von Content-Sharing-WebsitesVerlegen von Computerspielen
Gegenstand
Der Betrieb eines Online Video Multichannel Networks. Dies umfasst die Produktion, Aggregation, Distribution und Vermarktung von Online Video Inhalten und verschiedenen Online Plattformen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Alexander Krawczyk
seit 14.2.2024
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
ProSiebenSat.1 Digital Content GP Ltd.GBR
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
ProSiebenSat.1 Digital Content GP Ltd.
United Kingdom
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Studio 71 GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA in EUR

31.12.2023 31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 24.143,00 333.817,10
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 5.614,00 17.807,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 13.503,00 19.778,00
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 7.915,60
19.117,00 45.500,60
43.260,00 379.317,70
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Fertige Erzeugnisse und Waren 41.409,08 53.550,00
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.993.887,01 2.411.169,13
-sämtliche mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr--
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3.416.884,62 7.385.424,87
-sämtliche mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr--
- davon gegen Gesellschafter EUR 1.387.698,18 (i. Vj.: EUR 5.493.126,24)-
--davon aus Lieferungen und Leistungen EUR 2.029.186,44 (i. Vj.: EUR 1.892.298,63)--
3. Sonstige Vermögensgegenstände 256.397,87 115.303,60
-davon mit einer Restlaufzeit über einem Jahr EUR 2.778,55 (i. Vj.: EUR 2.778,55) --
6.667.169,50 9.911.897,60
III. Guthaben bei Kreditinstituten 64.412,34 98.922,69
6.772.990,92 10.064.370,29
C. Rechnungsabgrenzungsposten 172.588,20 102.817,10
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 1.373.476,01 0,00
8.362.315,13 10.546.505,09

PASSIVA in EUR

31.12.2023 31.12.2022
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 50.000,00 50.000,00
II. Kapitalrücklage 9.906.405,15 9.906.405,15
III. Verlustvortrag - 8.709.332,05 -7.053.573,48
IV. Jahresfehlbetrag - 2.620.549,11 -1.655.758,57
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 1.373.476,01 0,00
- 0,00 1.247.073,10
B. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 2.891.518,42 3.126.000,42
2.891.518,42 3.126.000,42
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.252.918,85 1.993.889,57
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.045.151,67 3.797.397,74
3. Sonstige Verbindlichkeiten 97.219,59 115.967,82
-davon aus Steuern EUR 82.904,31 (i. Vj.: EUR 101.552,11)-
--davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 1.346,65 (i. Vj.: EUR 0,00) --
5.395.290,11 5.907.255,13
D. Rechnungsabgrenzungsposten 75.506,60 266.176,44
8.362.315,13 10.546.505,09

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

in EUR

2023 2022
1. Umsatzerlöse 34.086.333,17 34.496.458,94
2. Andere aktivierte Eigenleistungen 0,00 115.203,68
3. Sonstige betriebliche Erträge 397.164,80 469.339,24
- davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 4.510,06 (i. Vj.: EUR 73.589,30) --
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Lizenzen, Sendegebühren und Materialien 137.283,33 982.892,00
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 28.934.605,10 28.458.268,65
29.071.888,43 29.441.160,65
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 3.840.892,57 3.811.814,67
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 730.310,67 679.882,13
-davon für Altersversorgung EUR 4.435,20 (i. Vj.: EUR 7.032,00) --
4.571.203,24 4.491.696,80
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 346.991,58 41.741,97
--davon für außerplanmäßig EUR 236.177,09 (i. Vj.: EUR 0,00)--
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 3.106.974,50 2.712.051,56
--davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 2.685,78 (i. Vj.: EUR 70.314,39) --
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 67.539,01 21.367,79
--davon aus verbundenen Unternehmen EUR 67.170,35 (i. Vj.: EUR 20.756,26) --
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 74.528,34 71.500,00
-davon an verbundene Unternehmen EUR 74.528,34 (i. Vj.: EUR 71.500,00)--
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,00 + 22,76
11. Ergebnis nach Steuern -2.620.549,11 -1.655.758,57
12. Jahresfehlbetrag -2.620.549,11 -1.655.758,57

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Allgemeine Hinweise

Der vorliegende Jahresabschluss der Studio 71 GmbH (HRB 152325 B des Amtsgerichtes Berlin-Charlottenburg), Berlin, im Folgenden auch Gesellschaft, ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches sowie den ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes und des Gesellschaftsvertrags der Studio 71 GmbH aufgestellt.

Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft nach § 267 Abs. 2 HGB und hat von den Erleichterungen des § 288 HGB teilweise Gebrauch gemacht.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das bisher angewendete Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB beibehalten.

Im Geschäftsjahr wurde die BuzzBird GmbH, Berlin, rückwirkend zum 1. Januar 2023 auf die Studio 71 GmbH verschmolzen. Der Verschmelzungsvertrag datiert vom 2. August 2023 und der Eintrag in das Handelsregister erfolgte am 30. August 2023. Es ergab sich ein Verschmelzungsverlust in Höhe von 98,0 TEUR.

Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen in diesem Jahresabschluss nicht genau zur angegebenen Summe addieren lassen und dass dargestellte Prozentangaben nicht genau die absoluten Zahlen widerspiegeln, auf die sie sich beziehen.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgte unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Bezüglich vorliegender, bestandsgefährdender Risiken verweisen wir auf unsere Ausführungen in Abschnitt 3.3 im Lagebericht.

Die Gesellschaft weist einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von 1.373,5 Tsd. Euro (Vorjahr: keinen) aus. Die langfristige Finanzierung der Gesellschaft, die bislang durch die ProSiebenSat.1 Digital Content LP erfolgte, übernahm ab Juli 2023 die ProSiebenSat.1 Media SE. Mit Vereinbarung vom 6. Juli 2023 gewährt die ProSiebenSat.1 Media SE ein Darlehen mit einem Rahmen von 5.000 Tsd. Euro. Die Kreditlinie steht zunächst unbefristet zur Verfügung. Bei schriftlicher Aufforderung des Darlehensgebers sind die ausstehenden Beträge mit einer Frist von 18 Monaten zur Rückzahlung fällig. Die ProSiebenSat.1 Media SE kann als Darlehensgeberin eine sofortige Rückzahlung verlangen, wenn sie nicht mehr unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmen und der Kapitalanteile an der Studio 71 GmbH hält.

Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses liegen keine Hinweise auf eine Veräußerungsabsicht der Gesellschaft seitens der ProSiebenSat.1 Media SE vor. Die Gesellschaft geht daher von einer positiven Fortführungsprognose aus.

Durch den konzerninternen Cash Pooling Vertrag und das langfristige Darlehen mit der ProSiebenSat.1 Media SE verfügt die Gesellschaft über eine ausreichende Grundlage zur Aufrechterhaltung einer positiven Liquiditätslage. Bezüglich vorliegender, bestandsgefährdender Risiken verweisen wir ergänzend auf unsere Ausführungen in Abschnitt 3.3 im Lagebericht.

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer linear abgeschrieben.

Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit mit einer voraussichtlich dauernden Wertminderung gerechnet wird.

Die Sachanlagen sind zu Anschaffungs- und Herstellungskosten angesetzt, und werden, , um lineare Abschreibungen vermindert. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit mit einer voraussichtlich dauernden Wertminderung gerechnet wird.

Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis zu einem Netto-Einzelwert von 250 Euro werden im Jahr des Zugangs in voller Höhe als Aufwand berücksichtigt. Für Vermögensgegenstände, die einen Netto-Einzelwert zwischen 250 Euro und 1.000 Euro haben, wird das steuerliche Sammelpostenverfahren aus Vereinfachungsgründen auch in der Handelsbilanz angewandt. Der Sammelposten wird linear über fünf Jahre abgeschrieben.

Technischen Anlagen und Maschinen werden über drei bis maximal fünf Jahre abgeschrieben.

Betriebs- und Geschäftsausstattung wird abhängig vom Vermögensgegenstand über drei bis maximal 13 Jahre abgeschrieben.

Vorräte

Waren werden zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag angesetzt.

Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und Sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert beziehungsweise zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag angesetzt. Bei der Bewertung der Forderungen ist den erkennbaren Risiken durch Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen worden.

Guthaben bei Kreditinstituten

Die Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nominalwert angesetzt. Kurzfristige Fremdwährungsguthaben und -verbindlichkeiten werden zum Devisenkassamittelkurs am Stichtag umgerechnet.

Rückstellungen

Die Sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten. Sie werden in Höhe des nach kaufmännischer Beurteilung notwendigen voraussichtlichen Erfüllungsbetrages gebildet. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden mit dem laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre, der von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben wird, abgezinst.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Währungsumrechnung

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verpflichtungen werden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres aus dem als Anlage beigefügten Anlagenspiegel ersichtlich.

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden 236,2 Tsd. Euro (Vorjahr: keine) außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

31.12.2023
Restlaufzeit
in Tsd. Euro bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.993,9 - 2.993,9
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3.416,9 - 3.416,9
(davon gegen Gesellschafter) (-) (-) (-)
Sonstige Vermögensgegenstände 253,6 2,8 256,4
Summe 6.664,4 2,8 6.667,2
31.12.2022
Restlaufzeit
in Tsd. Euro bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.411,2 - 2.411,2
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 7.385,4 - 7.385,4
(davon gegen Gesellschafter) (-) (-) (-)
Sonstige Vermögensgegenstände 112,5 2,8 115,3
Summe 9.909,1 2,8 9.911,9

Zum Abschlussstichtag bestehen, unverändert zum Vorjahr, 18,6 Tsd. Euro Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen aus dem Cash Pooling mit der ProSiebenSat.1 Media SE in Höhe von 1.387,7 Tsd. Euro (Vorjahr: 5.493,1 Tsd. Euro) und aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr in Höhe von 2.029,2 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.892,3 Tsd. Euro).

Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände umfassen im Wesentlichen geleistete Erstattungsansprüche aus Überzahlungen an die Künstlersozialkasse.

Aktive Rechnungsabgrenzung

Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält im Wesentlichen berechnete aber noch nicht gelieferte Leistungen und abgegrenzte Lizenzgebühren für das kommende Geschäftsjahr.

Eigenkapital

Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt, wie auch im Vorjahr, 50,0 Tsd. Euro.

Die Kapitalrücklage beträgt unverändert zum Vorjahr 9.906,4 Tsd. Euro.

Mit Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 30. August 2023 wurde der Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2022 in Höhe von 1.655,8 Tsd. Euro auf neue Rechnung vorgetragen.

Rückstellungen

in Tsd. Euro 31.12.2023 31.12.2022
Sonstige Rückstellungen
Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen 2.665,2 2.863,6
Personalrückstellungen 226,3 262,4
Summe 2.891,5 3.126,0

Die Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen betreffen vornehmlich ausstehende Abrechnungen von Vermarktern. Die Personalrückstellungen enthalten im Wesentlichen Sonderzahlungen und Urlaubsansprüche.

Verbindlichkeiten

31.12.2023
Restlaufzeit
in Tsd. Euro bis 1 Jahr über 1 Jahr über 5 Jahre Gesamt
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.252,9 - - 2.252,9
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 545,2 2.500,0 - 3.045,2
(davon gegenüber Gesellschafter) (-) (-) (-) (-)
Sonstige Verbindlichkeiten 97,2 - - 97,2
Summe 2.895,3 2.500,0 - 5.395,3
31.12.2022
Restlaufzeit
in Tsd. Euro bis 1 Jahr über 1 Jahr über 5 Jahre Gesamt
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.993,9 - - 1.993,9
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.797,4 - - 3.797,4
(davon gegenüber Gesellschafter) (-) (-) (-) (-)
Sonstige Verbindlichkeiten 116,0 - - 116,0
Summe 5.907,3 - - 5.907,3

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Verbindlichkeiten aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr in Höhe von 536,9 Tsd. Euro (Vorjahr: 796,9 Tsd. Euro) sowie ein Darlehen in Höhe von 2.500,0 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.000,0 Tsd. Euro) und Zinsverbindlichkeiten in Höhe von 8,3 Tsd. Euro (Vorjahr: 0,5 Tsd. Euro).

Passive Rechnungsabgrenzung

Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält im Wesentlichen abgegrenzte Vereinnahmungen aus der Weiterberechnung von Lizenzkosten.

Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse bestanden zum Abschlussstichtag nicht.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

in Tsd. Euro fällig im Folgejahr fällig im 2. bis 5. Jahr fällig nach dem 5. Jahr Gesamt 31.12.2023
Übrige Verpflichtungen 1.676,3 45,5 - 1.721,8
(davon gegenüber verbundenen Unternehmen) (1.316,3) (-) (-) (1.316,3)
Summe 1.676,3 45,5 - 1.721,8

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen enthalten im Wesentlichen Verpflichtungen aus Leistungsbeziehungen mit verbundenen Unternehmen. Die Vereinbarungen sind auf unbestimmte Zeit geschlossen und können zum Ablauf eines Kalenderjahres gekündigt werden.

Nachtragsbericht

Zwischen dem Ende des Geschäftsjahres 2023 und dem 11. September 2024 sind keine weiteren Ereignisse mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eingetreten.

Prüfungs- und Beratungsgebühren

Auf die Angabe der Honorare des Abschlussprüfers nach § 285 Nr. 17 HGB wird verzichtet, da diese im Anhang des Konzernabschlusses der ProSiebenSat.1 Media SE zum 31. Dezember 2023 enthalten sind.

Konzernverhältnisse

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der ProSiebenSat.1 Media SE (HRB 219439) des Amtsgerichtes München), Unterföhring, einbezogen.

Die ProSiebenSat.1 Media SE, Unterföhring, stellt den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis der Unternehmen auf.

Der Konzernabschluss der ProSiebenSat.1 Media SE wird im Unternehmensregister bekannt gemacht.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresfehlbetrag von 2.620.549,11 Euro auf neue Rechnung vorzutragen.

Mitarbeiter:innen

Die Gesellschaft beschäftigte während des Geschäftsjahres durchschnittlich 62 Mitarbeiterinnen (37 weiblich und 25 männlich).

Organe

Geschäftsführung

Als Geschäftsführer sind bestellt:

Katharina Frömsdorf, Geschäftsführerin

Alexander Krawczyk, Geschäftsführer (seit 1. Februar 2024)

Dr. Catharina Retzke-Heinzelmann, Geschäftsführerin

Gesamtbezüge der Geschäftsführung

Auf die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

 

Berlin, den 11. September 2024

Katharina Frömsdorf, Geschäftsführerin

Alexander Krawczyk, Geschäftsführer

Dr. Catharina Retzke-Heinzelmann, Geschäftsführerin

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungskosten
in Tsd. Euro 01.01.2023 Zugänge Zugänge aus Verschmelzung Abgänge 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 515,3 1,4 - 4,6 512,2
515,3 1,4 - 4,6 512,2
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 91,9 7,9 - 99,8
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 91,0 9,5 15,8 84,6
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 7,9 - 7,9 0,0
190,8 7,9 9,5 23,7 184,5
Summe 706,1 9,3 9,5 28,3 696,7
Kumulierte Abschreibungen
in Tsd. Euro 01.01.2023 Zugänge Abgänge 31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 181,5 311,1 4,6 488,1
181,5 311,1 4,6 488,1
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 74,1 20,1 - 94,2
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 71,2 15,8 15,8 71,2
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - - -
145,3 35,9 15,8 165,4
Summe 326,8 347,0 20,4 653,4
Restbuchwerte
in Tsd. Euro 31.12.2023 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 24,1 333,8
24,1 333,8
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 5,6 17,8
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 13,5 19,8
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,0 7,9
19,1 45,5
Summe 43,2 379,3

Inhalt

Lagebericht vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

I. Grundlagen des Unternehmens

1.1 Gesamtaussage zum Geschäftsjahr 2023

1.2 Rechtliche und organisatorische Gesellschaftsstruktur

1.2.1 Kurzporträt der Studio 71 GmbH

1.2.2 Wesentliche Maßnahmen im Geschäftsjahr 2023

1.2.3 Planungs- und Strategieprozess

1.3 Wirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen

1.3.1 Wirtschaftliches Umfeld

II. Geschäftsverlauf: Vermögens -, Finanz- und Ertragslage

2.1 Wesentliche Geschäftsvorfälle und Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf

2.2 Umsatz- und Ergebnisentwicklung

2.3 Finanz- und Vermögenslage

III. Risikobericht

3.1 Gesamtaussagen zur Risikosituation

3.2 Risikomanagement

3.3 Risikolage: Entwicklung von Einzelrisiken

IV. Chancenbericht

4.1 Chancenmanagement

4.2 Erläuterung wesentlicher Chancen

V. Prognosebericht

5.1 Gesamtaussage zu künftigen wirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen

5.2 Unternehmensausblick und Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung der

Studio 71 GmbH aus Sicht der Unternehmensleitung

Lagebericht vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

I. Grundlagen des Unternehmens

1.1 Gesamtaussage zum Geschäftsjahr 2023

Die Studio 71 GmbH, Berlin, (nachfolgend auch als "Studio 71" bezeichnet) ist im Handelsregister des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg unter der Registernummer HRB 152325 B eingetragen. Das Geschäftsjahr 2023 der Studio 71 GmbH ("Studio 71") war kommerziell durch die Auswirkungen des Russland- /Ukraine- Krieges geprägt, der sich insbesondere im ersten Halbjahr negativ auf die Geschäftsentwicklung ausgewirkt hat. Operativ wurden erfolgreich neue Kanäle mit Content Partnern und Künstlern eingeführt und ausgebaut. Das Angebot an werbefinanzierten Videokanälen und der Betrieb von Kanälen für Geschäftskunden wurde erweitert.

Die anhaltenden Auswirkungen des Russland-/Ukraine-Krieges und die schlechte konjunkturelle Marktlage haben zu einem Umsatz- und Ergebnisrückgang sowie einem negativen Cash Flow im Geschäftsjahr geführt (detaillierte Ausführungen unter Abschnitt 2.1). Dieser Rückgang konnte durch ein Wachstum in der konzerninternen YouTube Media Auswertung sowie über Produktionen für Drittplattformen und Cross-Promotions für Netzwerkkünstler teilweise kompensiert werden. Neben der operativen Performance hat sich auch die Verschmelzung der Buzzbird GmbH und der BuzzbBird Beteiligungsgesellschaft mbH negativ auf den Cash Flow ausgewirkt.

Im Geschäftsjahr wurde die BuzzBird GmbH und die BuzzBird Beteiligungsgesellschaft mbHrückwirkend zum 1. Januar 2023 auf die Studio 71 GmbH verschmolzen. Der Verschmelzungsvertrag datiert vom 2. August 2023 und der Eintrag in das Handelsregister erfolgte am 30. August 2023. Es ergab sich ein Verschmelzungsverlust in Höhe von 98,0 TEUR.

Die Studio 71 ist seit dem 8. Dezember 2021 in das Finanzmanagement der ProSiebenSat.1 Group einbezogen. Durch ein zentrales Cash-Pooling-System findet ein konzerninterner Liquiditätsausgleich statt. Die Studio 71 war im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit in der Lage ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Bezüglich vorliegender, bestandsgefährdender Risiken verweisen wir auf unsere Ausführungen in Abschnitt 3.3.

1.2 Rechtliche und organisatorische Gesellschaftsstruktur

1.2.1 Kurzporträt der Studio 71 GmbH

Studio 71 ist innerhalb der ProSiebenSat.1 Group im Bereich der digitalen Unterhaltungs- und Medienindustrie tätig.

Das im August 2013 gegründete Unternehmen mit Sitz in Berlin bündelt sowohl Inhalte der ProSiebenSat.1 Sendergruppe als auch Inhalte von Webstars und Content-Partnern unterschiedlichster Genres. Außerdem unterstützt Studio 71 die Content-Distribution und Vermarktung seiner Partner über Drittplattformen wie insbesondere YouTube.

Die Studio 71 GmbH bewegt sich in einem wettbewerbsintensiven Umfeld. Wesentliche Wettbewerber sind internationale Netzwerke. Außerdem arbeiten einzelne Künstler mit sogenannten Talent-Managements bzw. direkt mit YouTube zusammen und verzichten auf die Dienste von YouTube-Netzwerken.

In den Bereichen Content Marketing und Branded Entertainment ("Concept Sales") ist Studio 71 Ansprechpartner für Werbekunden. Dabei werden folgende Leistungen erbracht:

Channel Management

Studio 71 möchte die Reichweiten seiner Partner und Channels steigern. Um dieses Ziel effizient und nachhaltig zu erreichen, entwickeln zertifizierte Channel Manager gemeinsam mit dem Partner individuelle, auf ihn optimierte Channel- Strategien. Sie nutzen professionelle Tools, um die Channel-Performance zu analysieren und Inhalte für Nutzer zu optimieren.

Sales & Media

In enger Zusammenarbeit mit der Seven.One Media GmbH, Unterföhring, Vermarkter der ProSiebenSat.1 Group, bietet Studio 71 ein breites Spektrum für Werbetreibende im Bereich Onlinemarketing, sowie eine effiziente Monetarisierung angeschlossener Channels. Das Angebot umfasst Online- Media, die Kreation individueller Content Marketing oder Branded Entertainment Konzepte sowie die Entwicklung kreativer 360 Grad Kampagnen. Darüber hinaus ist Studio 71 Ansprechpartner bei der Vermittlung passender Testimonial-Deals und übernimmt die strategische Beratung und ganzheitliche Betreuung von Brand Channels.

Produktion

Studio 71 übernimmt sowohl die Produktion von Inhalten als auch die Produktion von Live-Streams oder TV-Spots. Produktionen werden sowohl für Werbekunden als auch für Medienhäuser durchgeführt. Im Jahr 2023 hat das Unternehmen den Fokus vor allem auf die Erstellung von Kurz-Form-Video- Inhalten für alle Plattformen intensiviert und das eigene TV- und Audio Produktionsgeschäft deutlich reduziert.

Cross-Promotion

Studio 71 integriert seine Partner in hauseigene Event-Produktionen und fördert Kollaborationen zwischen den Partnern. Das Channel Management Team bietet Partnern Konzepte und Ideen, die themenverwandte Kanäle vernetzen und zu neuen Reichweiten verhelfen.

Brand and Business Development

Studio 71 verbindet Hersteller, Marken, Einzelhändler, Talents und eines der umsatzstärksten Medienhäuser Deutschlands.

Wir erreichen durch unser YouTube Talentportfolio eine überwiegend sehr junge Zielgruppe und bringen Hersteller und Vertriebskanäle mit Talenten zusammen. In diesem Geschäftsbereich werden neue Endkundenprodukte und - dienstleistungen entwickelt, Marken gefördert oder neue Marken geschaffen.

Rights Management

Damit Studio 71 die Urheberrechte seiner Partner bestmöglich schützen kann, werden individuelle Claiming-Strategien, Claiming Tools und manuelle Recherche eingesetzt, um jeden Content zu finden, der im Netz unrechtmäßig von Dritten verwendet wird.

1.2.2 Wesentliche Maßnahmen im Geschäftsjahr 2023

Im Geschäftsjahr 2023 verfolgte das Management weiterhin das Ziel der Expansion sowie des kontinuierlichen Ausbaus des Netzwerkes an Premium- Künstlern und Inhalten durch Akquise von neuen Talenten und Künstlern auf nationaler wie internationaler Ebene. Im Zuge einer Reorganisation wurde im Vorjahr das TV-Produktions- und Podcast Geschäft deutlich reduziert. Bedingt durch die andauernden, wenn auch weniger stark ausgeprägten, Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, des Russland-/UkraineKriegs, einer hohen Inflation und der Reorganisation, hat das Unternehmen auch im Geschäftsjahr 2023 die Senkung der operativen Kosten weiter fortgesetzt. Dies betraf insbesondere die Reise-, Marketingausgaben und Personalkosten. Im Zuge der Reorganisation wurde die Buzzbird GmbH und die Buzzbird Beteiligungsgesellschaft mbH im August 2023 in die Studio 71 GmbH verschmolzen. Aus der Verschmelzung ergab sich insgesamt ein Verschmelzungsverlust in Höhe von 98,0 TEUR.

1.2.3 Planungs- und Strategieprozess

Die Geschäftsführung steuert das Unternehmen anhand einer Reihe von Soll- Größen, die für verschiedene zeitliche Perioden festgelegt werden. Das Steuerungssystem umfasst sowohl finanzielle Kennzahlen nach IFRS (Umsatz, adjusted EBITDA, Free Cash Flow) als auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, welche die Performance des Unternehmens und die Geschäftstätigkeit widerspiegeln. Eine wesentliche Kennzahl istdabei die erzielten Videoabrufe (Views) auf YouTube. Die Studio 71 GmbH betreute im Jahr 2023 in Deutschland Kanäle, die durchschnittlich über 0,3 Mrd. Views pro Monat und insgesamt rund 3,1 Mrd. Views erzielten (Views Deutschland ohne Youtube Shorts).

Neben unternehmensinternen Kennzahlen werden regelmäßig weitere Indikatoren wie z. B. die Entwicklung erfolgreicher Kanäle, die Entwicklung von Wettbewerbern sowie allgemeine Marktdaten zur Steuerung und Planung herangezogen. Dabei werden unter anderem Daten von Anbietern wie z. B. ComScore (Reichweitenmessung im Vergleich mit Wettbewerbern) sowie interne Leistungsdaten (z. B. Video View Trends aus YouTube Analytics) beobachtet.

Die Studio 71 ist in das übergeordnete Steuerungssystem der ProSiebenSat.1 Media SE einbezogen.

Unternehmensinternes Steuerungssystem

Die für die ProSiebenSat.1 Group spezifischen Leistungsindikatoren orientieren sich an den Interessen der Kapitalgeber und umfassen neben Aspekten einer ganzheitlichen Umsatz- und Ergebnissteuerung auch die Finanzplanung. Das interne Steuerungssystem der ProSiebenSat.1 Media SE bzw. der Studio 71 GmbH besteht im Wesentlichen aus den folgenden Komponenten:

Strategieprozess

finanzielle und operative Steuerungsgrößen

integriertes Budget- und Planungssystem

monatliche Berichterstattung an Vorstand und Geschäftsführung

kontinuierliches Risiko- und Chancenmanagement

Kennzahlenbasiertes Steuerungssystem

Bedeutsame finanzielle Steuerungsgrößen sind der Umsatz, das adjusted EBITDA sowie der Free Cash Flow, die auf Grundlage der IFRS Finanzinformationen der Gesellschaft ermittelt werden:

Die Gesamterlöse (Umsatz), stellen als Maßgrößen für die Geschäftsentwicklung in den einzelnen Geschäftssegmenten, die zentralen Steuerungsgrößen bei Studio 71 dar. Die Ertragskennzahl adjusted EBITDA steht für das bereinigte Betriebsergebnis (Ergebnis vor Zinsen, Steuern sowie Abschreibungen). Wesentliche Sondereffekte, wie M&A-bezogene Aufwendungen, Reorganisationsaufwendungen und Aufwendungen aus Rechtsstreitigkeiten, werden nicht berücksichtigt, sodass diese Kennzahl als Hauptentscheidungsgröße zur Beurteilung der operativen Ertragskraft der Gesellschaft dient.

Der Free Cash Flow bildet die Summe, der im operativen Geschäft erwirtschafteten, liquiden Mittel, abzüglich des Saldos der im Rahmen der Investitionstätigkeit verwendeten und erwirtschafteten Mittel ab. Der Free Cash Flow setzt sich aus dem Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit und dem Cash Flow aus Investitionstätigkeit zusammen. Er gibt die in einer Periode erwirtschafteten Einzahlungsüberschüsse an und kann als finanzwirtschaftlicher Überschuss interpretiert werden, der zur Bedienung von Eigen- sowie ggf. Fremdkapitalgebern herangezogen werden kann.

Neben finanziellen Steuerungsgrößen hat Studio 71 Steuerungsgrößen festgelegt, die nicht unmittelbar finanziell messbar sind. Bei der Studio 71 stehen auf den Werbekunden zugeschnittene Nutzergruppenanalysen bzw. deren Vermarktbarkeit und Reichweite im Vordergrund. Eine wesentliche Kennzahl sind hier die Videoabrufe (Views). Diese tragen mittelbar dazu bei, Profitabilitäts- und Wachstumsziele zu erreichen.

Operative und strategische Planung

Steuerung und Planung greifen eng ineinander. So werden im Rahmen der Planung Soll-Größen definiert und für verschiedene zeitliche Perioden festgelegt. Im Fokus stehen die zuvor genannten Leistungsindikatoren. Die Planung wird auf Basis der strategischen und operativen Unternehmensziele erstellt, wobei im Fokus der Planungsprozesse, wie zuvor erläutert, der Umsatz, das adjusted EBITDA sowie der Free Cash Flow stehen. Die Umsatz- und Ergebnisplanung (inkl. Cash Flow Planung) umfasst die langfristige Unternehmensplanung sowie die operative Planung. Die einzelnen Planungsprozesse sind systematisch abgestimmt und im Zeitablauf festgelegt. Dies ist von grundlegender Bedeutung für die wirksame Steuerung der definierten Zielgrößen, aber auch für die Erhebung von Chancen und Risiken.

Die nachfolgenden Punkte betreffen das Planungs- und Steuerungssystem der ProsiebenSat.1 Media SE in welches die Studio 71 eingebunden ist:

• Strategieklausur:

Ein wichtiges Instrument der strategischen Planung sind Stärken- und Schwächen-Analysen. Dazu werden Marktbedingungen und aktuelle Kennzahlen relevanter Wettbewerber verglichen, eigene Stärken, Chancen und Risiken beurteilt und Wachstumsstrategien weiterentwickelt. Die Ergebnisse erörtern Vorstand und Aufsichtsrat einmal jährlich im Rahmen einer Strategieklausur.

• Mehrjahresplanung (langfristige Unternehmensplanung auf Jahresbasis):

Die Mehrjahresplanung stellt die detaillierte, zahlenseitige Abbildung der Strategieplanung dar. Sie erfolgt auf Jahresbasis und beinhaltet Soll- Werte für einen Zeithorizont von fünf Jahren. Die Finanzkennzahlen aus der Gewinn- und Verlustrechnung bzw. der Bilanz und Kapitalflussrechnung der einzelnen Tochterunternehmen werden analysiert und auf Segment- und Konzernebene verdichtet.

• Budget (operative Jahresplanung auf Monatsbasis):

Für das Budget werden die Zielvorgaben auf Grundlage der Mehrjahresplanung für die einzelnen finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren auf Monatsbasis im Gegenstromverfahren konkretisiert.

• Monatsberichtswesen und Trendprognosen:

Ein wichtiges Werkzeug zur unterjährigen Planung sind Trendprognosen. Dabei wird auf Basis der bisherigen Zielerreichung, die auf Jahressicht erwartete Unternehmensentwicklung berechnet und mit den ursprünglich budgetierten Soll-Größen verglichen. Ziel ist es, potenzielle Soll-Ist- Abweichungen unmittelbar festzustellen und erforderliche Maßnahmen zur Gegensteuerung zeitnah umzusetzen.

1.3 Wirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen

1.3.1 Wirtschaftliches Umfeld

Nach einer verhaltenen Expansion im Jahr 2022 verzeichnete die Weltwirtschaft 2023 erneut wenig Wachstumsdynamik. Die anhaltenden - wenn auch weniger stark ausgeprägten - Auswirkungen der COVID-19- Pandemie, der Russland-/Ukraine-Krieg und eine hohe Inflation beeinträchtigten die wirtschaftliche Entwicklung im Jahresverlauf. Hinzukommt, dass viele Notenbanken eine restriktive Geldpolitik verfolgten, was das globale Erholungstempo beeinträchtigte. Die Entwicklung verlief regional allerdings unterschiedlich: Während sich die US-amerikanische Wirtschaft robust zeigte, erholte sich die chinesische Wirtschaft nicht mit der Dynamik, die nach Ende der restriktiven Pandemie-Beschränkungen erwartet worden war. Auch die Konjunktur in Europa blieb schwach. Insgesamt dürfte die globale Wirtschaft 2023 laut Internationalem Währungsfonds (IWF) real um 3,1 Prozent gewachsen sein, nach 3,5 Prozent im Vorjahr.

Die deutsche Konjunktur war 2023 von der geringen außenwirtschaftlichen Nachfrage beeinträchtigt und hat - trotz eines soliden Auftragspolsters, deutlich geringeren Engpässen in den Lieferketten sowie rückläufiger Inflationsraten - nicht wie ursprünglich erwartet an Dynamik gewonnen. Dabei blieb vor allem der private Konsum hinter den Erwartungen der Wirtschaftsforschungsinstitute zurück. Während sich die Wirtschaftsleistung in den ersten drei Quartalen stabil entwickelte, kam es im vierten Quartal 2023 zu einem leichten Rückgang (real -0,3 % vs. Vorquartal, Destatis). Grund hierfür waren geringere Investitionen in Bauten und Ausrüstungen.

Zu Jahresbeginn 2023 hatten die Wirtschaftsforschungsinstitute prognostiziert, dass die deutsche Wirtschaft 2023 leicht wachsen und von einer Belebung des privaten Konsums im zweiten Halbjahr profitieren dürfte. Die Wachstumsimpulse im privaten Konsumverhalten blieben jedoch aus. Im Gesamtjahr 2023 ging das Bruttoinlandsprodukt um real 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück und blieb damit deutlich unter dem Durchschnitt der OECD-Staaten (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), der private Konsum entwickelte sich mit minus 0,8 Prozent rückläufig.

1.3.2 Branchenspezifisches Umfeld

Die Mediennutzung wird durch die Digitalisierung vielfältiger, individueller und flexibler. Doch nicht nur die Auswahl an Nutzungsoptionen nimmt zu. Auch zusätzliche Angebote - etwa Audio-Formate wie Podcasts - gewinnen an Bedeutung. Mit Seven.One Audio und deren Portfolio an exklusiv vermarktbaren sowie eigenproduzierten Podcasts sind wir in Deutschland führend - und haben uns einen zusätzlichen und dynamisch wachsenden Umsatzmarkt erschlossen. Daneben ist die Digital Media & Entertainment-Company Studio 71 als Teil des digitalen Entertainment-Angebots von ProSiebenSat.1 auf die Erstellung sowie Vermarktung digitaler Angebote weltweit spezialisiert, hauptsächlich in Zusammenarbeit mit Influencer:innen. Studio 71 entwickelt Inhalte, die täglich auf Plattformen wie YouTube, TikTok, Facebook und Instagram vermarktet und distribuiert werden und ist in den USA, Kanada, Deutschland sowie Großbritannien vertreten. Alle diese Publikumsmarken werden unter dem Dach der Seven.One Entertainment Group GmbH ("Seven.One Entertainment Group") gebündelt.

Das Digital-Angebot des Konzerns wird durch Studio 71 ergänzt: Hier entwickeln und distribuieren wir ein breites Portfolio von Influencer:innen auf digitalen Plattformen wie YouTube, TikTok, Facebook und Instagram - und richten uns damit insbesondere an die junge Zielgruppe. Allein auf YouTube erreichte Studio 71 im Geschäftsjahr 2023 mit rund 1.350 Kanälen weltweit 13,1 Mrd Video Views pro Monat (Vorjahr: 11,8 Mrd Video Views).

II. Geschäftsverlauf: Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

2.1 Wesentliche Geschäftsvorfälle und Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf

Im Geschäftsjahr 2023 erzielte die Studio 71 Umsatzerlöse in Höhe von 34,1 Mio. EUR (Vorjahr: 34,5 Mio. EUR). Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2023 um 1,2 Prozent im Wesentlichen bedingt durch die Einstellung des Produktionsgeschäfts sowie des Podcastgeschäfts und die allgemeine makroökonomische Entwicklung. Die Umsatzerlöse lagen damit deutlich unter der Prognose für das Geschäftsjahr 2023, die einen Anstieg im niedrigen zweistelligen Prozentbereich vorsah.

Dem Unternehmen ist es gelungen, den Umsatzrückgang durch Kostensenkungen zu kompensieren, aber nicht vollständig auszugleichen, sodass der Jahresfehlbetrag gegenüber dem Vorjahr um 1,0 Mio. EUR auf 2,6 Mio. EUR anstieg.

Das EBITDA nach IFRS für das Jahr 2023 beträgt -2,1 Mio. EUR (Vorjahr: -1,6 Mio. EUR). Die Verschlechterung resultiert im Wesentlichen aus den gesunkenen Umsatzerlösen im Berichtszeitraum. Im Geschäftsjahr ergaben sich keine Bereinigungseffekte, sodass sich das adjusted EBITDA ebenfalls auf -2,1 Mio. EUR (Vorjahr: - 1,6 Mio. EUR) beläuft und sich unter dem Vorjahresniveau sowie deutlich unter der Prognose ( -1,5 Mio. EUR vor Verschmelzung mit der Buzzbird GmbH) entwickelte.

Der Free Cash Flow (im Folgenden: FCF) beträgt für das Jahr 2023 -3,6 Mio. EUR (Vorjahr: -0,9 Mio. EUR) und liegt damit etwas schlechter als prognostiziert (-2,5 Mio. EUR). Die Verschlechterung ist vor allem auf das operative Ergebnis (-2,6 Mio. EUR) sowie negative working Capital Effekte zurückzuführen.

2.2 Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Die Studio 71 konnte im Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse in Höhe von 34,1 EUR Mio. EUR (Vorjahr: 34,5 Mio. EUR) erzielen, davon entfallen 26,2 Mio. EUR (Vorjahr: 26,1 Mio. EUR) auf Standard-Sales (Streaming-Plattformen) und 7,9 Mio. EUR (Vorjahr: 8,4 Mio. EUR) auf Content Marketing, Branded Entertainment und sonstige Umsätze. Insgesamt wurden Umsätze mit verbundenen Unternehmen in Höhe von 1,6 Mio. EUR (Vorjahr: 1,8 Mio. EUR) erzielt. Die Umsatzerlöse teilen sich nach Regionen wie folgt auf: Bundesrepublik Deutschland 32,9 Mio. EUR (Vorjahr 31,6 Mio. EUR), Europäische Union 1,2 Mio. EUR (Vorjahr: 2,9 Mio. EUR) und Drittländer 0,1 Mio. EUR (Vorjahr: 0,1 Mio. EUR).

Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich gegenüber dem Geschäftsjahr 2022 um 0,1 Mio. EUR auf 0,4 Mio. EUR reduziert und beinhalten, wie im Vorjahr, im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und sonstige periodenfremde Erträge.

Die Materialaufwendungen haben sich von 29,4 Mio. EUR auf 29,1 Mio. EUR reduziert. Der Rückgang erklärt sich bei nahezu unveränderter Brutto-Marge im Wesentlichen aus niedrigeren Aufwendungen für Erlösbeteiligungen aufgrund des Rückgangs der Umsatzerlöse.

Die Personalaufwendungen in Höhe von 4,6 Mio. EUR haben sich im Vergleich zum Vorjahr (4,5 Mio. EUR) unwesentlich erhöht.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 3,1 Mio. EUR (Vorjahr: 2,7 Mio. EUR) betreffen im Wesentlichen Verwaltungs- und Marketingaufwendungen. Zusätzlich ist der Anstieg durch die Verschmelzung der Buzzbird Gesellschaften zu begründen. Der Anstieg liegt vor allem an erhöhten Beratungsaufwendungen und Reisekosten, welcher im Wesentlichen durch die Verschmelzung der Buzzbird Gesellschaften bedingt wurde sowie am Verschmelzungsverlust in Höhe von 98,0 TEUR.

Unter Berücksichtigung von Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens in Höhe von 0,3 Mio. EUR, welche auf die Abschreibung der virtuellen Influenzer zurückzuführen ist, (Vorjahr: 0,04 Mio. EUR) ergibt sich für das Geschäftsjahr 2023 ein EBITDA nach HGB in Höhe von -2,3 Mio. EUR (Vorjahr: - 1,6 Mio. EUR).

Der Jahresfehlbetrag des abgelaufenen Geschäftsjahres beläuft sich auf 2,6 Mio. EUR (Vorjahr: 1,7 Mio. EUR).

2.3 Finanz- und Vermögenslage

Das grundsätzliche Ziel des Finanzmanagements der Studio 71 ist die Aufrechterhaltung einer positiven Liquiditätsausstattung der Gesellschaft und die Bereitstellung der benötigen Mittel für den Geschäftsbetrieb und Expansion sowie geplanter Investitionen.

Liquidität und Cash Flow

Die Studio 71 ist seit dem Geschäftsjahr 2021 in das Finanzmanagement der ProSiebenSat.1 Group einbezogen. Durch ein zentrales Cash-Pooling-System findet ein konzerninterner Liquiditätsausgleich statt. Die Studio 71 ist auf Basis der Finanzierung durch die ProSiebenSat.1 Media SE grundsätzlich in der Lage, ihre externen Zahlungsverpflichtungen zu jedem Zeitpunkt zu erfüllen. Bezüglich vorliegender bestandsgefährdender Risiken verweisen wir auf unsere Ausführungen in Abschnitt 3.3.

Die folgenden Angaben beziehen sich auf den Cash Flow nach HGB.

Der Cash Flow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit betrug im aktuellen Geschäftsjahr -3,6 Mio. EUR (Vorjahr: -1,6 Mio. EUR) und ist neben dem saisonalen Geschäftsmodell der Vermarktung von Inhalten und Talenten (insbesondere zum Kalenderjahresende) auch durch die Zahlungsmodalitäten der Forderungen und korrespondierenden Verbindlichkeiten geprägt.

Der Cash Flow der Investitionstätigkeit hat sich von 0,7 Mio. EUR im Vorjahr auf - 0,01 Mio. EUR reduziert.

Der Free Cash Flow nach HGB als Summe des Cash Flows aus betrieblicher Geschäfts- und aus Investitionstätigkeit beträgt im laufenden Geschäftsjahr - 3,6 Mio. EUR (Vorjahr: -0,9 Mio EUR).

Die Zahlungsmittelzuflüsse aus dem Finanzierungs-Cash Flow beliefen sich auf 3,6 Mio. EUR (Vorjahr: 0,9 Mio. EUR). Dies begründet sich im Wesentlichen durch den Rückgang der Forderungen aus dem Liquiditätsausgleich des zentralen Cash-Pooling-Systems.

Im Geschäftsjahr 2023 wurde die Veränderung der Bestände aus dem zentralen Cash-Pooling dem Finanzierungs-Cash-Flow zugeordnet (3,6 Mio. EUR).

Daraus ergibt sich für das abgelaufene Geschäftsjahr insgesamt ein ausgeglichener Cash Flow von -0,1 Mio. EUR (Vorjahr: -0,1 Mio. EUR).

Der Finanzmittelfonds der Studio 71 beträgt zum 31. Dezember 2023 0,1 Mio. EUR (Vorjahr: 0,1 Mio. EUR).

Die Gesellschaft war im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit in der Lage ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

Vermögenslage und Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2023 beträgt 8,4 Mio. EUR (Vorjahr: 10,5 Mio. EUR).

Das Anlagevermögen beläuft sich auf 0,04 Mio. EUR (Vorjahr: 0,4 Mio. EUR) und betrifft im Wesentlichen immaterielle Vermögensgegenstände sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Das Umlaufvermögen hat sich zum 31. Dezember 2023 um 3,3 Mio. EUR auf 6,8 Mio. EUR reduziert. Dies liegt vor allem am Rückgang der Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 4,0 Mio. EUR bedingt durch den Rückgang der Cash-Pool Forderungen und die allgemeine makroökonomische Entwicklung. Darüber hinaus bestehen sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von 0,3 Mio. EUR (Vorjahr: 0,1 Mio. EUR).

Das Stammkapital (50.000,00 EUR) und die Kapitalrücklage (9.906.405,15 EUR) entsprechen unverändert dem Vorjahreswert.

Die Studio 71 weist zum 31. Dezember 2023 aufgrund des Jahresfehlbetrags des Geschäftsjahres 2023 erstmalig einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von 1,4 Mio. EUR aus.

Die Rückstellungen betragen 2,9 Mio. EUR (Vorjahr: 3,1 Mio. EUR) und betreffen mit 2,6 Mio. EUR (Vorjahr: 2,9 Mio. EUR) im Wesentlichen ausstehende Eingangsrechnungen.

Die Verbindlichkeiten in Höhe von 5,4 Mio. EUR (Vorjahr: 5,9 Mio. EUR) enthalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (2,3 Mio. EUR; Vorjahr: 2,0 Mio. EUR) und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (3,0 Mio. EUR; Vorjahr: 3,8 Mio. EUR).

Die langfristige Finanzierung der Gesellschaft, die bislang durch die ProSiebenSat.1 Digital Content LP erfolgte, wurde ab Juli 2023 von der ProSiebenSat.1 Media SE übernommen. Der Darlehensvertrag mit der ProSiebenSat.1 Digital Content LP wurde mit Auflösungsvereinbarung vom 6. Juli 2023 in voller Höhe im Juli 2023 zur Rückzahlung fällig.

Mit Vereinbarung vom 6. Juli 2023 gewährt die ProSiebenSat.1 Media SE ein Darlehen mit einem Rahmen von 5,0 Mio. EUR, der zum 31. Dezember 2023 mit 2,5 Mio. EUR in Anspruch genommen war. Die Kreditlinie steht zunächst unbefristet zur Verfügung. Bei schriftlicher Aufforderung des Darlehensgebers sind die ausstehenden Beträge mit einer Frist von 18 Monaten zur Rückzahlung fällig.

Die ProSieben Media SE, Unterföhring, kann als Darlehensgeberin eine sofortige Rückzahlung verlangen, wenn sie nicht mehr unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmen und der Kapitalanteile an der Studio 71 GmbH hält. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses liegen keine Hinweise auf eine Veräußerungsabsicht der Gesellschaft seitens der ProSiebenSat.1 Media SE vor. Bezüglich vorliegender, bestandsgefährdender Risiken verweisen wir auf unsere Ausführungen in Abschnitt 3.3.

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Studio 71 GmbH war im Berichtszeitraum durch die Einstellung des Produktionsgeschäfts und die allgemeine makroökonomische Entwicklung geprägt. Dies begründet sich durch die ausreichende Finanzierungsbereitschaft bzw. -verpflichtung der ProsiebenSat.1 Media SE hierzu verweisen wir auch auf den Abschnitt 3.3). Die Ertragslage im Geschäftsjahr 2023 lag unter den Erwartungen, wobei der Umsatzrückgang teilweise durch Kostensenkungen kompensiert werden konnte.

III. Risikobericht

3.1 Gesamtaussagen zur Risikosituation

Die Studio 71 ist in das übergeordnete Risikomanagementsystem der ProSiebenSat.1 Media SE integriert. Die ProSiebenSat.1 Group verfügt über ein umfassendes Risikomanagementsystem, das alle Tätigkeiten, Produkte, Prozesse, Abteilungen, Beteiligungen und Tochtergesellschaften berücksichtigt, die nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung unseres Unternehmens haben könnten.

Die Geschäftsführung der Studio 71 beurteilt die Gesamtrisikolage zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts weiterhin - mit Ausnahme des bestandsgefährdenden Risikos - als begrenzt.

Hinsichtlich der in diesem Risikobericht erläuterten Risiken wurden im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 ein bestandsgefährdendes Risiko aufgrund der finanziellen Abhängigkeit der Gesellschaft von der ProSiebenSat.1 Media SE im Prognosezeitraum identifiziert.

Die Studio 71 unterliegt im Wesentlichen den Risiken und Chancen hinsichtlich des Onlinegeschäfts. Die Identifizierung und Steuerung von potenziellen Risiken sind für das Unternehmen ebenso wichtig wie das Erkennen und Nutzen von Chancen. Um Risiken frühzeitig und konsequent zu handhaben, setzt Studio 71 wirksame Kontrollsysteme ein. Dies trifft auch auf das Chancenmanagement zu.

Risiko ist im vorliegenden Bericht als mögliche künftige Entwicklung bzw. mögliches künftiges Ereignis definiert, das die Geschäftslage wesentlich beeinflussen und zu einer negativen Ziel- bzw. Prognoseabweichung führen könnte. Damit fallen jene Risikoausprägungen, die bereits in der finanziellen Planung bzw. im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 berücksichtigt wurden, nicht unter diese Definition und werden folglich in vorliegendem Risikobericht nicht erläutert.

3.2 Risikomanagement

Als international tätiger Medienkonzern ist die ProSiebenSat.1 Group einer Reihe von Veränderungen und Unsicherheiten ausgesetzt. Die ProSiebenSat.1 Group setzt Steuerungs- und Kontrollsysteme ein, um die sich daraus ergebenen Risiken zu erkennen, zu bewerten und möglichst zu minimieren. Diese wurden in einem konzernweit einheitlichen Risikomanagementsystem zusammengefasst, welches auch die Studio 71 mit einbezieht.

Neben einem strukturierten Prozess sind klare Entscheidungsstrukturen, einheitliche Richtlinien und methodisches Vorgehen der verantwortlichen Instanzen Grundvoraussetzungen für den konzernweit sicheren Umgang mit Risiken. Zugleich müssen Abläufe und Organisationsstrukturen so flexibel gestaltet sein, dass die ProSiebenSat.1 Group jederzeit angemessen auf neue Situationen reagieren kann. Daher erfolgt die regelmäßige Klassifizierung der Risiken dezentral und somit direkt in den verschiedenen Unternehmenseinheiten, wie nachfolgend beschrieben:

Dezentrale Risikomanager:innen: Die dezentralen Risikomanager:innen erfassen die Risiken aus ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich nach der beschriebenen, konzernweit einheitlichen Systematik. Sie dokumentieren ihre Ergebnisse quartalsweise in einer IT-Datenbank.

Group Risk Officer: Der Group Risk Officer berichtet die in der Datenbank gemeldeten relevanten Risiken quartalsweise an den Vorstand und den Aufsichtsrat. Kurzfristig auftretende relevante Risiken werden zudem unverzüglich gemeldet. Vorstand bzw. Aufsichtsrat erhalten auf diesem Weg frühzeitig und regelmäßig alle entscheidungsrelevanten Analysen und Daten, um angemessen reagieren zu können.

Das Group Risk Management unterstützt die verschiedenen Unternehmensbereiche bei der Risikofrüherkennung. Durch Schulungen der dezentralen Risikomanager:innen und eine kontinuierliche Prüfung des Risikokonsolidierungskreises stellt das Ressort die Effektivität und Aktualität des Systems sicher. Darüber hinaus prüft der Bereich Internal Audit regelmäßig die Qualität und Ordnungsmäßigkeit des Risikomanagementsystems. Die Ergebnisse werden direkt an den Finanzvorstand des Konzerns berichtet, danach im Vorstand des Konzerns besprochen und dem Aufsichtsrat zur Kenntnis gegeben.

Risikomanagementprozess

Die ProSiebenSat.1 Group verfügt über ein umfassendes Risikomanagementsystem, das alle Tätigkeiten, Produkte, Prozesse, Abteilungen, Beteiligungen und Tochtergesellschaften berücksichtigt, die nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung unseres Unternehmens haben könnten. Der klassische Risikomanagementprozess ist dabei in vier Phasen strukturiert:

• 1.

Identifikation: Grundlage ist die Identifikation der wesentlichen Risiken über einen Soll-Ist-Vergleich. Verantwortlich hierfür sind die dezentralen Risikomanager:innen. Sie orientieren sich dazu an Frühwarnindikatoren, die für relevante Sachverhalte bzw. Kennzahlen definiert wurden.

• 2.

Bewertung: Die Bewertung der relevanten konsolidierten Risiken erfolgt auf Basis einer Matrix. Dazu werden die Sachverhalte zum einen nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit auf einer Fünf-Stufen-Prozentskala kategorisiert. Zum anderen wird der Grad ihrer möglichen finanziellen Auswirkung beurteilt; die finanziellen Äquivalente gliedern sich ebenfalls in fünf Stufen. Mithilfe der Matrixdarstellung werden die Risikopotenziale nach ihrer relativen Bedeutung als "hoch", "mittel" oder "gering" klassifiziert. Neben der Klassifizierung ist die Analyse von Ursachen und Wechselwirkungen Teil der Risikobeurteilung. Dabei fließen Maßnahmen zur Gegensteuerung bzw. Risikominimierung in die Bewertung ein (Netto-Betrachtung). Um ein möglichst präzises Bild der Risikolage zu erhalten, werden Chancen hingegen nicht berücksichtigt.

• 3.

Steuerung: Über geeignete Maßnahmen kann die ProSiebenSat.1 Group die Eintrittswahrscheinlichkeit von Verlustpotenzialen verringern und mögliche Einbußen begrenzen oder vermindern. Von großer Bedeutung für den sicheren Umgang mit Risiken ist daher, adäquate Gegenmaßnahmen zu ergreifen, sobald ein Indikator eine bestimmte Toleranzgrenze überschreitet.

• 4.

Monitoring: Die Risikoüberwachung und Risikoberichterstattung komplettieren den Risikomanagementprozess. Ziel ist es, die Veränderungen zu überwachen und die Effektivität der ergriffenen Steuerungsmaßnahmen zu prüfen. Teil des Monitorings ist auch die Dokumentation. Diese stellt sicher, dass alle entscheidungsrelevanten Hierarchieebenen über adäquate Risikoinformationen verfügen.

3.3 Risikolage: Entwicklung von Einzelrisiken

Zur Beurteilung der Gesamtrisikolage klassifiziert Studio 71 zunächst alle Einzelrisiken im Rahmen des vierteljährlichen Bewertungsprozesses, aggregiert sie und ordnet sie den Clustern zu. Die Cluster gewichtet Studio 71 bei der Bewertung der Gesamtrisikolage entsprechend ihrer Bedeutung für das Unternehmen.

Die Studio 71 ist den folgenden Einzelrisiken ausgesetzt, welche die Gesellschaft gefährden könnten, jedoch von der Gesellschaft als gering bis mittel angesehen werden. Die Einschätzung dieser Risiken erfolgt jeweils nach den unten dargestellten ergriffenen Risikobegrenzungsmaßnahmen. Risiken, die als niedrige Risiken im Sinne dieses Risikoberichts eingestuft sind, werden hier nicht berichtet. Einen Überblick über die relevanten Risiken zum 31. Dezember 2023 zeigt nachfolgende Tabelle. Die folgende Darstellung der Risiken beruht auf einer Brutto-Sichtweise, d. h. vor Bewältigungsmaßnahmen durch das Management.

Risiken aus dem wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeld sowie allgemeine Branchenrisiken (hohes Risiko)

Nach einer verhaltenen Expansion im Jahr 2022 verzeichnete die Weltwirtschaft 2023 erneut wenig Wachstumsdynamik. Die anhaltenden - wenn auch weniger stark ausgeprägten - Auswirkungen der COVID-19- Pandemie, der Russland-/Ukraine-Krieg und eine hohe Inflation beeinträchtigten die wirtschaftliche Entwicklung im Jahresverlauf. Hinzukommt, dass viele Notenbanken eine restriktive Geldpolitik verfolgten, was das globale Erholungstempo beeinträchtigte. Die Entwicklung verlief regional allerdings unterschiedlich: Während sich die US-amerikanische Wirtschaft robust zeigte, erholte sich die chinesische Wirtschaft nicht mit der Dynamik, die nach Ende der restriktiven Pandemie-Beschränkungen erwartet worden war. Auch die Konjunktur in Europa blieb schwach. Insgesamt dürfte die globale Wirtschaft 2023 laut Internationalem Währungsfonds (IWF) real um 3,1 Prozent gewachsen sein, nach 3,5 Prozent im Vorjahr.

Die deutsche Konjunktur war 2023 von der geringen außenwirtschaftlichen Nachfrage beeinträchtigt und hat - trotz eines soliden Auftragspolsters, deutlich geringeren Engpässen in den Lieferketten sowie rückläufiger Inflationsraten - nicht wie ursprünglich erwartet an Dynamik gewonnen. Dabei blieb vor allem der private Konsum hinter den Erwartungen der Wirtschaftsforschungsinstitute zurück. Während sich die Wirtschaftsleistung in den ersten drei Quartalen stabil entwickelte, kam es im vierten Quartal 2023 zu einem leichten Rückgang (real - 0,3% vs. Vorquartal, Destatis). Grund hierfür waren geringere Investitionen in Bauten und Ausrüstungen.

Zu Jahresbeginn 2023 hatten die Wirtschaftsforschungsinstitute prognostiziert, dass die deutsche Wirtschaft 2023 leicht wachsen und von einer Belebung des privaten Konsums im zweiten Halbjahr profitieren dürfte. Die Wachstumsimpulse im privaten Konsumverhalten blieben jedoch aus. Im Gesamtjahr 2023 ging das Bruttoinlandsprodukt um real 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück und blieb damit deutlich unter dem Durchschnitt der OECD-Staaten (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), der private Konsum entwickelte sich mit minus 0,8 Prozent rückläufig.

Finanzwirtschaftliche Risiken (hohes Risiko - bestandsgefährdend)

Die Kostensteuerung ist ein wichtiges Ziel unserer Finanzierungspolitik. Ein Risiko besteht hier insbesondere beim Ausbau noch junger Geschäftsfelder, deren Erfolg nicht immer sicher absehbar ist. Zur Risikominderung wird der Ausbau neuer Geschäftsfelder sorgfältig geplant; ergänzend wird darauf geachtet, eine möglichst variable Kostenbasis zu erhalten. Aus diesem Grund ist die Kosteneffizienz eine kontinuierlich beobachtete Größe deren Überwachung dazu dient, dass ausreichend liquide Mittel vorliegen.

Die Gesellschaft weist zum Stichtag einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von EUR 1,4 Mio. aus. Aufgrund der aktuellen Unsicherheiten und deren Auswirkungen auf den Werbemarkt könnten der Umsatz sowie das adjusted EBITDA in den kommenden zwölf Monaten deutlich unter der Prognose der Gesellschaft liegen. Daher wird die Gesellschaft auch im Prognosezeitraum auf die Bereitstellung weiterer liquider Mittel angewiesen sein, da sie bis Ende Juli 2025 in diesem Fall weitere negative Free Cashflows erwarten wird, welche sie aus den ihr zur Verfügung stehenden liquiden Mitteln nicht selbst decken könnte.

Mit Vereinbarung vom 6. Juli 2023 hat die ProSiebenSat.1 Media SE, Unterföhring, der Gesellschaft daher ein Darlehen mit einem Kreditrahmen von 5,0 Mio. EUR gewährt, der zum Aufstellungsdatum mit 1,9 Mio. EUR in Anspruch genommen war. Die Kreditlinie steht zunächst unbefristet zur Verfügung. Bei schriftlicher Aufforderung des Darlehensgebers sind die ausstehenden Beträge mit einer Frist von 18 Monaten zur Rückzahlung fällig. Zum Aufstellungsdatum wurde eine etwaige Rückzahlung nicht angefordert.

Die ProSieben Media SE, Unterföhring, kann als Darlehensgeberin ferner eine sofortige Rückzahlung verlangen, wenn sie nicht mehr unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmen und der Kapitalanteile an der Studio 71 GmbH, Berlin, hält. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses liegen keine Hinweise auf eine Veräußerungsabsicht der Gesellschaft seitens der ProSiebenSat.1 Media SE sowie anderer Shareholder vor.

Zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit im Prognosezeitraum und damit zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit ist die Gesellschaft somit auf die finanzielle Unterstützung durch die ProSiebenSat.1 Media SE, Unterföhring, angewiesen. Insofern liegt ein bestandsgefährdendes Risiko vor.

IV. Chancenbericht

4.1 Chancenmanagement

Unser Chancenmanagement ist Bestandteil des unternehmensinternen Steuerungssystems. Ziel ist es, Chancen möglichst frühzeitig zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen zu nutzen. Das Management von Chancen ist bei der ProSiebenSat.1 Group dezentral in den Geschäftsbereichen organisiert und wird von der Abteilung "Group Strategy & Business Development" unterstützt und koordiniert. Die Abteilung steht in engem Kontakt mit den einzelnen operativen Einheiten; so erhält sie einen detaillierten Einblick in die Geschäftssituation. Zudem dienen Markt- und Wettbewerbsanalysen sowie der Erfahrungsaustausch mit externen Experten als wichtige Quellen, um Wachstumsmöglichkeiten für die ProSiebenSat.1 Group zu identifizieren. Die definierten Chancen werden im Rahmen der Strategieplanung erfasst. Dabei werden die relevanten Wachstumsoptionen priorisiert, konkrete Ziele abgeleitet sowie Maßnahmen und Ressourcen zur operativen Zielerreichung festgelegt. Insbesondere, aber nicht ausschließlich, verfolgt die Studio 71 GmbH Chancen in den unter 1.2.1 aufgeführten Geschäftsbereichen.

4.2 Erläuterung wesentlicher Chancen

Chancen, deren Eintrittswahrscheinlichkeit wir als hoch einstufen, haben wir bereits in unsere Prognose für 2024 sowie unsere mittelfristige Planung aufgenommen. Diese Wachstumsmöglichkeiten berichten wir im Unternehmensausblick.

Chancen für die Studio 71 ergeben sich im Wesentlichen aus dem anhaltenden Wachstum des Gesamtdigitalmarktes, insbesondere aufgrund wachsender Beliebtheit von Online-Videos sowie dem Einstieg in Auftragsproduktionen mit Webstars. Die Gesellschaft plant an diesem Wachstum zu partizipieren. Insbesondere erwartet die Gesellschaft ein Wachstum der Videovermarktungserlöse auf Basis des geplanten Wachstums an Video Views durch die auch weiter unten im Prognosebericht beschriebene Akquise, Etablierung und Ausbau von neuen und bestehenden Talenten.

Studio 71 verzeichnet ein hohes Interesse im Brand and Business Development Markt. Es besteht eine Nachfrage seitens der Talent Fanbase an Büchern, Merchandise-Artikeln und Liveevents. Hierbei tätigt Studio 71 Investitionen in neue Talente, Formate und Produkte.

Der Konzern hat seine Gesamtjahresprognose 2024 unter spezifischen Annahmen hinsichtlich der weiteren konjunkturellen Rahmenbedingungen getroffen. Eine positive Abweichung von diesen wichtigen Planungsprämissen könnte das Wachstum der gesamten Gruppe und der Studio 71 zusätzlich beschleunigen. Dies gilt insbesondere für eine günstigere Entwicklung des Werbeumfelds als im Prognosebericht beschrieben.

Studio 71 erreichte im ersten Halbjahr 2024 einen Gesamtumsatz von 16,3 Mio Euro (H1 Prognose 16,3 Mio. Euro). Das EBITDA fiel mit -0,9 Mio. Euro im ersten Halbjahr negativ aus. Aufgrund der getroffenen Kosteneinsparungen, liegt das erreichte EBITDA aber über der Prognose von -1,1 Mio. Euro. Der Free Cash Flow liegt mit -0,4 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2024 im Rahmen der Erwartungen (Prognose -0,3 Mio. Euro).

V. Prognosebericht

5.1 Gesamtaussage zu künftigen wirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft hat 2023 weiter an Schwung verloren, und auch für 2024 rechnen sowohl IWF als auch OECD mit keiner nachhaltigen Belebung: So dürfte die hohe Inflation weiter sinken. Gleichzeitig wird die Geldpolitik aber vorerst restriktiv bleiben, was weiterhin mit höheren Finanzierungskosten verbunden ist. Erst im weiteren Jahresverlauf könnten sinkende Leitzinsen in den USA und der Eurozone für eine Entlastung der Wirtschaft sorgen. Wann und in welcher Geschwindigkeit sie kommen, ist allerdings unklar und hängt stark von der weiteren Konjunktur- bzw. Inflationsentwicklung ab.

Vor diesem Hintergrund dürfte die US-amerikanische Wirtschaft nach überraschend guter Vorjahresentwicklung etwas an Tempo verlieren. Der IWF rechnet hier mit real plus 2,1 Prozent, nach plus 2,5 Prozent im Jahr 2023. Auch die chinesische Konjunktur dürfte sich 2024 spürbar abkühlen. Grundlegende strukturelle Probleme, unter anderem im Immobiliensektor, sind hierfür die Ursache. Dies gilt analog für die gesamte Weltwirtschaft. Der IWF erwartet für 2024 daher insgesamt ein weiterhin gedämpftes Wachstum von 3,1 Prozent (Vorjahr: 3,1 %).

Demgegenüber haben sich die Aussichten für die Eurozone etwas verbessert. Angesichts robuster Arbeitsmärkte, sinkender Inflationsraten und deutlich steigender Kaufkraft, sollte die Erholung des privaten Konsums im Jahresverlauf 2024 an Dynamik gewinnen. Der IWF erwartet daher für die Eurozone ein reales Wachstum von 0,9 Prozent, nach 0,5 Prozent im Vorjahr.

Auch die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft sollte 2024 wieder zulegen können. Die Wachstumserwartungen divergieren jedoch erneut deutlich: Das Bruttoinlandsprodukt dürfte laut Prognosen zum Jahresende 2023 real zwischen 0,5 Prozent (IWH, Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle) und 0,9 Prozent (IfW) wachsen. Besonders vorsichtig ist die Bundesbank, sie erwartet ein Plus von real 0,3 Prozent. Positive Impulse werden angesichts des verhaltenen globalen Umfeldes vor allem vom privaten Konsum erwartet.

Die Prognosen für den privaten Konsum liegen zwischen real plus 0,9 Prozent (RWI, Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung; Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., DIW) und 1,7 Prozent (IfW). Voraussetzung für die Konsumbelebung ist, dass die Inflation im Jahresverlauf 2024 weiter absinkt und die Reallöhne kräftig wachsen. Die Schätzungen für die Inflation reichen von jahresdurchschnittlich 2,1 Prozent (RWI) bis 3,0 Prozent (IWH), nach 5,9 Prozent im Jahr 2023. Hier liegen gleichzeitig große Unsicherheiten: Sollten sich die Einkommen bzw. die Inflation anders entwickeln als derzeit erwartet, könnte sich die Konsumbelebung weiter verzögern. Hinzukommen die Spannungen aus dem geopolitischen Umfeld und insbesondere dem Russland-/Ukraine-Krieg sowie dem Nahostkonflikt.

ERWARTETE ENTWICKLUNG WICHTIGER KONJUNKTURINDIKATOREN

in Prozent, 2024p

Deutschland
Bruttoinlandsprodukt (real) ' 0,3-0,9
Privater Konsum (real) 2 0,9-1 ,7
Inflationsrate 3 2,1 -3,0

1 Bundesbank; IfW.
2 RWI, DIW; IfW.
3 RWI; IWH.

Der Entertainment-Markt dürfte laut der Studie "German Entertainment & Media Outlook 2023-2027" der PricewaterhouseCoopers GmbH ("PricewaterhouseCoopers") 2024 ein Volumen von insgesamt 43,1 Mrd Euro erreichen (+1,5 % im Vergleich zum Vorjahr), davon sind 12,5 Mrd Euro (2023: 11,8 Mrd Euro) Ausgaben für digitale Entertainment-Angebote. Im Prognosezeitraum bis 2027 dürfte der digitale Entertainment-Markt jährlich um 5,0 Prozent wachsen, wobei unter anderem für den Streaming-Sektor ein dynamisches Wachstum erwartet wird.

Auf die weitere Entwicklung der Ausgaben für Entertainment-Angebote werden - neben strukturellen Entwicklungen im Zuge der Digitalisierung - makroökonomische Indikatoren einen starken Einfluss haben. Dies gilt auch für die gesamte Werbebranche, so dass die Prognosen für die einzelnen Mediengattungen unterschiedlich sind: Für die gesamten Werbeausgaben im Jahr 2024 prognostizieren die Mediaagenturen Magna Global und ZenithOptimedia ein Plus von 4,3 Prozent bzw. 3,5 Prozent netto. Dieses Wachstum wird - wie im Jahr 2023 - von der Entwicklung im Online-Markt getragen. So dürfte dieser zwischen 7,6 Prozent (ZenithOptimedia) und 7,8 Prozent (Magna Global) wachsen. Gleichzeitig wird für das lineare TV erneut ein Minus erwartet. Hier liegen die Prognosen der Netto-Werbeausgaben derzeit bei minus 0,5 Prozent (ZenithOptimedia) bis minus 3,1 Prozent (Magna Global). Diese hohe Divergenz ist darauf zurückzuführen, dass die makroökonomischen Entwicklungen nach wie vor mit Unsicherheit behaftet sind und daher auch die Visibilität des besonders konjunktursensitiven TV- Werbemarktes begrenzt bleibt.

5.2 Unternehmensausblick und Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung der Studio 71 GmbH aus Sicht der Unternehmensleitung

Die zukünftige Geschäftsentwicklung der Studio 71 hängt zu einem wesentlichen Anteil von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie den Wachstumsprognosen der digitalen Unterhaltungs- und Medienindustrie in Deutschland ab.

Der mittel- und langfristige Geschäftserfolg der Studio 71 wird in hohem Maße von der erfolgreichen Vermarktung von Talenten und Formaten bestimmt.

Die Prognose für Studio 71 GmbH basiert auf Grundlage von IFRS Finanzinformationen. Eine wesentliche Abweichung zu handelsrechtlichen Finanzinformationen wird nicht erwartet.

Wir erwarten für das Jahr 2024 einen Umsatzanstieg im unteren zweistelligen Prozentbereich. Das Wachstum ist maßgeblich getrieben durch die Akquise, Etablierung und Ausbau von neuen und bestehenden Talenten und dem Wachstum des Influencer Marketing Geschäftes sowie durch die erwartete gesamtwirtschaftliche Erholung und die damit verbundene Erholung des Werbemarktes.

Das prognostizierte adjusted EBITDA für das Geschäftsjahr 2024 liegt mit -0,9 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau von -2,1 Mio. EUR (Ist-Zahlen erstes Halbjahr 2024: -0,9 Mio. Euro)

Der FCF für das Geschäftsjahr 2024 wird planmäßig bei +0,5 Mio. EUR liegen, was im Wesentlichen aus einer erwarteten Verbesserung des Working Capital beruht (Ist-Zahlen erstes Halbjahr 2024: -0,4 Mio. Euro).

Für das Geschäftsjahr 2024 erwartet Studio 71 in Deutschland Video Views (ohne Youtube Shorts) in Höhe von insgesamt 4,0 Mrd. (Vorjahr 3,1 Mrd.).

Die View Planung für 2023 (8,4m Video Views) beruhte noch auf weltweiten Views inkl. YouTube Shorts. Hier wurden im Gesamtjahr 2023 6,0 Mrd. also -2,4 Mrd. vs. Plan erreicht, was durch Netzwerkaustritte von reichweitenstarken Creator bedingt war. Die Planung wurde 2024 auf die tatsächlich vermarktbaren und damit relevanten Views für Deutschland ohne Shorts umgestellt.

Um mittelfristig die Ziele der Gesellschaft zu erreichen und ein positives Ergebnis zu erzielen, werden Investitionen in neue Talente, Formate und Infrastruktur weiterhin nur dann erfolgen, wenn Studio 71 positive Renditeaussichten und einen positiven Deckungsbeitrag erzielen kann. Neue strategische Ziele werden in enger Abstimmung mit der Gesellschafterin erfolgen und - sofern erforderlich - durch diese finanziert.

Wie oben ausgeführt, wird die Studio 71 ihre zukünftigen Erlöse weiterhin primär durch Akquise von Talenten (Webstars), der Vermarktung der dadurch aggregierten Online Video Reichweite und dem Ausbau des Branded Entertainment Geschäftes erzielen. Zudem werden weitere Geschäftsfelder, wie zum Beispiel das Syndikation- bzw. die Lizenzierung von künstlerischem Eigentum und das Brand and Business Development weiter ausgebaut. Das Unternehmen sieht sich aufgrund des weiterwachsenden Talent- und Content-Pools gut positioniert.

Es bestehen bezüglich der weiteren Entwicklung der makroökonomischen Lage sowie der hohen Inflationsrate nach wie vor hohe Unsicherheiten.

Aufgrund der aktuellen Unsicherheiten und deren Auswirkungen auf den Werbemarkt könnte der Umsatz sowie das adjusted EBITDA jedoch unter der Prognose liegen und sich somit ein negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben. Wir verweisen ergänzend auf unsere Ausführungen zum vorliegenden, bestandsgefährdenden Risiko in Abschnitt 3.3.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Studio 71 GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Studio 71 GmbH, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Studio 71 GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023.

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.

Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Ausführungen in Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" im Anhang und in den Abschnitten "3.1 Gesamtaussagen zur Risikosituation" sowie unter "3.3 Finanzwirtschaftliche Risiken" im Lagebericht, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass die Gesellschaft zum Stichtag einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von EUR 1,4 Mio. ausweist.

Aufgrund der aktuellen Unsicherheiten und deren Auswirkungen auf den Werbemarkt könnten der Umsatz sowie das adjusted EBITDA in den kommenden zwölf Monaten deutlich unter der Prognose der Gesellschaft liegen. Daher wird die Gesellschaft auch im Prognosezeitraum auf die Bereitstellung weiterer liquider Mittel angewiesen sein, da sie erwartet, bis Ende August 2025 negative Cashflows zu erwirtschaften, welche sie aus den ihr zur Verfügung stehenden liquiden Mitteln nicht selbst decken könnte.

Mit Vereinbarung vom 6. Juli 2023 hat die ProSiebenSat.1 Media SE, Unterföhring, der Gesellschaft daher ein Darlehen mit einem Kreditrahmen von EUR 5,0 Mio. gewährt, der zum Aufstellungsdatum mit EUR 1,9 Mio. in Anspruch genommen war. Die Kreditlinie steht zunächst unbefristet zur Verfügung. Bei schriftlicher Aufforderung des Darlehensgebers sind die ausstehenden Beträge mit einer Frist von 18 Monaten zur Rückzahlung fällig. Zum Aufstellungsdatum wurde eine etwaige Rückzahlung nicht angefordert.

Die ProSieben Media SE, Unterföhring, kann als Darlehensgeberin ferner eine sofortige Rückzahlung verlangen, wenn sie nicht mehr unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmen und der Kapitalanteile an der Studio 71 GmbH, Berlin, hält. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses liegen keine Hinweise auf eine Veräußerungsabsicht der Gesellschaft seitens der ProSiebenSat.1 Media SE sowie deren Tochterunternehmen vor.

Zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit im Prognosezeitraum und damit zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit ist die Gesellschaft somit auf die finanzielle Unterstützung durch die ProSiebenSat.1 Media SE, Unterföhring, angewiesen.

Damit wird auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hingewiesen, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt.

Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, 11. September 2024

EY GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Mielke, Wirtschaftsprüferin

Beil, Wirtschaftsprüfer

Beschluss über die Feststellung des Jahresabschlusses zum 31.12.2023 der Studio 71 GmbH :

Die Gesellschafter der Studio 71 GmbH haben mit Gesellschafterbeschluss vom 10.12.2024 den Jahresabschluss zum 31.12.2023 mit einer Bilanzsumme von 8.362.315,13 Euro festgestellt.

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