Stammdaten

Register
Amtsgericht Rostock HRB 13159
Eingetragen
13.4.2015
Branche
Betrieb von KläranlagenWassergewinnung mit Fremdbezug zur VerteilungWassergewinnung ohne Fremdbezug zur Verteilung
Gegenstand
die Erbringung von Dienstleistungen im Bereich der Wasserver- und Abwasserentsorgung im Verbandsgebiet des Warnow-Wasser- und Abwasserverbandes, die der Erfüllung der satzungsgemäßen Aufgaben des Warnow-Wasser- und Abwasserverbandes (kurz: WWAV) dienen. Der Erfüllung dieser Aufgaben können auch Dienstleistungen dienen, die geeignet sind, zu einer Kostenentlastung oder einer besseren Auslastung ohnehin für die Aufgabenerfüllung vorhandener Ressourcen zu führen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Florian Kuha
seit 9.7.2025
Geschäftsführer
Karsten Dr. Silberbach
seit 23.12.2024
Prokura
Thomas Hannemann
seit 23.12.2024
Prokura
Ulf Altmann
seit 6.3.2019
Geschäftsführer
Henri Hoche
seit 19.12.2018
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
Hanse- und Universitätsstadt Rostock
51.00%
49.00%

Gesellschafter
Beta

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
RVV Rostocker Versorgungs- und Verkehrs-Holding GmbH
Germany
1.020.000 €
51.00%
Wamow-Wasser- und Abwasserverband
Germany
980.000 €
49.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Nordwasser GmbH

Rostock

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

1 Grundlagen der Gesellschaft

1.1 Geschäftsmodell

Kernaufgabe der Nordwasser GmbH (Gesellschaft) ist die Gewährleistung einer kontinuierlichen und qualitätsgerechten Trinkwasserversorgung sowie einer fachgerechten Abwasserableitung und -behandlung im Verbandsgebiet des Warnow-Wasser- und Abwasserverbandes (WWAV). Damit ist die Gesellschaft das größte Unternehmen im Bereich der Wasserver- und Abwasserentsorgung in Mecklenburg-Vorpommern.

Gegründet wurde die Gesellschaft am 23.03.2015 durch den Warnow-Wasser- und Abwasserverband (WWAV) sowie die Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding GmbH (RVV) mit dem Ziel, die operative Betriebsführung im Bereich Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung im Verbandsgebiet des WWAV zum 01.07.2018 zu übernehmen. Die Gesellschaft hat damit ausschließlich öffentlich-rechtliche Eigentümer:

Die Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding GmbH (RVV) ist eine Konzernholdinggesellschaft mit dem Ziel, die Aufgaben der Daseinsvorsorge in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock zu bündeln. Einziger Gesellschafter ist die Hanse- und Universitätsstadt Rostock.

Der Warnow-Wasser- und Abwasserverband (WWAV) ist Träger der öffentlichen Wasserversorgung und die abwasserbeseitigungspflichtige Körperschaft für die Hanse- und Universitätsstadt Rostock sowie für den Zweckverband Wasser Abwasser Rostock-Land, dem 28 Gemeinden im Landkreis Rostock angehören. Er erfüllt als Wasser- und Bodenverband die ihm von den Verbandsmitgliedern übertragenen Aufgaben der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung.

Die Rechte und Pflichten der Nordwasser GmbH regeln sich auf Basis des am 01.02.2016 mit dem WWAV geschlossenen Betriebsführungsvertrages. Demnach übernimmt die Nordwasser GmbH den Betrieb, die Unterhaltung sowie die Instandhaltung und die planmäßige Erneuerung bzw. Erweiterung aller wasserwirtschaftlichen Anlagen des WWAV. Die Durchführung der Investitionen obliegt der Nordwasser auf der Grundlage eines vom WWAV beschlossenen Investitionsplanes. Darüber hinaus führt die Nordwasser GmbH die Abrechnung der Trinkwasser- und Abwassergebühren gegenüber den Anschlussnehmern im Namen und auf Rechnung des Verbandes durch und verantwortet das Anschluss- und Genehmigungswesen. Als vollumfänglicher Dienstleister übernimmt die Nordwasser auch den Kundenservice, die Kundenkommunikation sowie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für den WWAV.

Gemäß der Satzung des WWAV ist die Beauftragung der Nordwasser GmbH ausschließlich und umfasst die Erledigung aller Aufgaben für eine ordnungsgemäße Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Der WWAV hat sich in der eigenen Satzung verpflichtet, keinem Dritten den Betrieb oder den Aufbau eines der öffentlichen Versorgung dienenden Leitungsnetzes für die Wasserversorgung oder Kanalnetzes für die Abwasserentsorgung in seinem Verbandsgebiet zu gestatten. Dies gilt auch für den Fall einer Erweiterung des Verbandsgebiets (Monopolstellung der Nordwasser GmbH gemäß Satzung des WWAV).

1.2 Ziele

Zentrales Ziel der Nordwasser GmbH ist es, im Verbandsgebiet des WWAV eine kontinuierlich qualitätsgerechte und gesetzeskonforme Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung zu gewährleisten. Um dieses Ziel wirtschaftlich, umwelt- und zukunftsgerecht sicherzustellen, gehören eine Reihe weiterer Ziele zur Identität des Unternehmens Nordwasser. Es gilt, die Ziele mit ihren vielfältigen Zielbeziehungen untereinander auszusteuern und langfristig zu optimieren.

Bild

Bild: Zieldreieck Nordwasser

Wirtschaftlichkeit

Bei der Erfüllung der Kernaufgaben setzt Nordwasser auf einen wirtschaftlichen und nachhaltigen Einsatz der zur Verfügung stehenden internen und externen Ressourcen. Dabei gilt es Prozesse zu optimieren, digitale Möglichkeiten zu nutzen und die Potenziale des Assetmanagements auszuschöpfen. Das Bestreben einer möglichst langfristigen Gebührenstabilität im Blick, wird Nordwasser die Leistung und Funktion seiner zu betreibenden Anlagen und Netze unter Berücksichtigung gesetzlicher, technologischer und umweltgerechter Maßstäbe generationenübergreifend erhalten.

Dabei steht nicht nur die Nutzung innovativer Ansätze und IT-gestützter Verfahren im Mittelpunkt, sondern auch die effiziente Gestaltung betrieblicher Prozesse in kaufmännischen und technischen Bereichen.

Umweltverträglichkeit

Als umweltnahes Unternehmen ist der Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen für Nordwasser von hoher Bedeutung und spiegelt sich im unternehmerischen Handeln deutlich wider. In den betrieblichen Abläufen geht es nicht nur um die weitere Optimierung der Energieeffizienz auf den Anlagen und Werken und der damit verbundenen Reduzierung von CO2 -Emissionen bzw. der Erzeugung sauberer Energie. Generell ist Nordwasser bestrebt, Rohstoffe und Ressourcen umweltschonend einzusetzen und Umweltbelastungen zu vermeiden. Nordwasser sieht sich zudem dafür verantwortlich, einen Beitrag zum nachhaltigen Schutz der Trinkwassereinzugsbiete und Gewässer zu leisten. Um dies voranzutreiben, werden technische Innovationen gefördert und implementiert.

Kunden-, Mitarbeitenden- und Gesellschafterzufriedenheit

Als umfänglicher Dienstleister für den WWAV steht Nordwasser im direkten Kontakt mit den Kund*innen, Einwohner*innen und den Kommunen des Verbandsgebietes des WWAV. Die Zufriedenheit dieser steht an oberster Stelle, eine moderne und hohe Servicequalität ist Anspruch der Nordwasser. Eine benutzerfreundliche Erreichbarkeit wird bereits jetzt durch die vielfältigen Kommunikationskanäle per Mail, per Telefon, über das funktionale Online-Kundenportal auf der Unternehmenswebseite und die persönliche Kundenbetreuung abgesichert.

Um die vielfältigen technischen und kaufmännischen Aufgaben bei gleichzeitig steigenden Anforderungen weiterhin auf hohem Niveau erfüllen zu können, muss Nordwasser durch attraktive Rahmenbedingungen nicht nur die eigenen Fachkräfte sichern und entwickeln. Angesichts des demographischen Wandels wird für die Deckung des mittel- bis langfristig einsetzenden Fachkräftebedarfs zudem eine starke Arbeitgebermarke aufgebaut.

Nicht zuletzt ist die Sicherung eines Ergebnisbeitrages für die Gesellschafter WWAV und RVV das Ziel des unternehmerischen Handelns der Nordwasser. Dazu zählt auch die Schaffung von Synergien innerhalb des RVV-Verbundes. Eine wesentliche Säule des Geschäftsmodells der Nordwasser ist die Zugehörigkeit zum städtischen Unternehmensverbund der RVV. Durch die Bündelung von Kompetenzen sowie gemeinsame Projekte werden vielfältige Synergien hin zu höherer Effizienz und Wirtschaftlichkeit realisiert.

1.3 Beschäftigte

Als größtes Unternehmen im Bereich der Wasserver- und Abwasserentsorgung in Mecklenburg-Vorpommern beschäftigt die Nordwasser an insgesamt vier Standorten zum 31.12.2023 314 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 183 Angestellte und 131 gewerbliche Mitarbeiter*innen. Zudem durchlaufen zur Sicherung des Nachwuchses 23 Auszubildende ihre Ausbildung und 6 Werkstudent*innen unterstützen ausgewählte Fachbereiche. Der Anteil der Frauen zum Stichtag liegt unternehmensweit bei 29 % und unter den Führungskräften bei 26,8 %.

Die Personalentwicklung ist eine wesentliche strategische Aufgabe der Nordwasser GmbH. Per 31.12.2023 liegt die Fluktuationsquote bei 1,9 % und die durchschnittliche Dauer der Betriebszugehörigkeit von Arbeitnehmenden bei 19,1 Jahren. Bis zum Jahr 2030 werden sich voraussichtlich rund 50 Beschäftigte der Nordwasser GmbH in den Ruhestand verabschieden. Um diese anstehenden ruhestandsbedingten Personalabgänge weiterhin zu kompensieren, ist die interne Personalentwicklung, die intensive und qualitativ hohe Ausbildung sowie die fortlaufende Stärkung unserer souveränen Arbeitgebermarke von wesentlicher Bedeutung. Das nach innen und außen gerichtete Personalmarketing unterliegt daher bei einem konstanten Corporate Design einer ständigen Anpassung an die relevanten Zielgruppen und aktuellen Entwicklungen.

Eine gleichbleibend hohe Qualität der beruflichen Ausbildung ist eine wesentliche Säule der Personalpolitik bei Nordwasser. Die erneute Auszeichnung zum „TOP-Ausbildungsbetrieb“ bestätigt dies. Für einen reibungslosen und erfolgreichen Start in die Ausbildung durchlaufen die neuen Auszubildenden ein abgestimmtes, vielfältiges Onboarding-Programm. Dabei werden Kennenlernaktivitäten absolviert, Unternehmenswerte vermittelt sowie über die grundlegende Organisation, deren Prozesse und Sicherheitsrichtlinien informiert. Innerhalb der Unternehmensgruppe der RVV sorgen regelmäßige Treffen und Projekte der Azubis für einen regen Erfahrungsaustausch. In 2023 fand ein ganztägiger Erfahrungsaustausch aller Auszubildenden der gesamten RVV-Gruppe statt, welcher durch Nordwasser ausgerichtet wurde. Ein Programm aus Workshops, Anlagenbesichtigung und Präsentationen führte zu betriebsübergreifender Vernetzung und Wissensvermittlung der Jugendlichen sowie zur Entwicklung neuer Ideen. Nordwasser bildet in insgesamt acht Ausbildungsberufen aus: Fachkraft für Wasserversorgungstechnik, Fachkraft für Abwassertechnik, Industriemechaniker*in, Elektroniker*in für Betriebstechnik, Mechatroniker*in, Rohrleitungs- und Kanalbauer*in sowie Industriekauffrau/-mann.

Zudem wird eine Vielzahl an geförderten, berufsbegleitenden Maßnahmen genutzt, um das bestehende Personal entsprechend des zukünftigen Bedarfs des Unternehmens zu entwickeln. Dies erfolgt zielgerichtet, um neben einer optimalen Einsatzmöglichkeit im Unternehmen auch gleichzeitig einen positiven Effekt auf Mitarbeiter-Motivation und Bindung zu erreichen.

Das betriebliche Gesundheitsmanagement wurde weiter ausgebaut, vielfältige freiwillige Maßnahmen zur Förderung von Gesundheit, Leistungsfähigkeit sowie zur Steigerung des inneren Wohlbefindens aller Mitarbeitenden wurden angeboten. Dazu zählen Gesundheitstage an ausgewählten Standorten, Grippeschutzimpfungen sowie digitale Möglichkeiten zum Fitness-Training, zum Umgang mit Stress oder Erschöpfung. Es besteht auch die Möglichkeit, anonym und kostenlos eine psychologische Beratung in Anspruch zu nehmen.

Mobiles Arbeiten wird auf Grundlage einer entsprechenden Betriebsvereinbarung offeriert und ermöglicht eine individuelle Abstimmung zwischen Mitarbeiter*in und Führungskraft.

Regelmäßige, durch ein externes Marktforschungsinstitut durchgeführte Mitarbeiterbefragungen erlauben Rückschlüsse auf konkrete Handlungsfelder im Unternehmen und beurteilen die Entwicklung der Zufriedenheiten der Beschäftigten mit konkreten Bereichen des Unternehmens. Die in 2023 durchgeführte Befragung zeigte eine weitere Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit. Unter anderem stimmen über 90 % der Mitarbeitenden der Aussage zu „gern zur Arbeit zu gehen“.

Zur Förderung der Unternehmenskultur wurde in 2023 eine freiwillige Veranstaltungsreihe „Nordwasser trifft sich“ eingeführt, die an alle Beschäftigten gerichtet ist und quartalsweise zum ungezwungenen Austausch über die Abteilungen hinweg einlädt. Eine Erweiterung des Intranets und interaktive Funktionen unterstützen zudem die vielfältige, bereichsübergreifende und transparente interne Kommunikation.

2 Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen

Die Folgen und Auswirkungen des Krieges in der Ukraine führten auch im Jahr 2023 in Deutschland weiterhin zu Beeinträchtigungen des Wirtschaftslebens und der Gesellschaft. Hierzu zählen vor allem die Unsicherheit bei der Entwicklung der Energiepreise, die weiterhin hohe Inflation sowie verschlechterte Finanzierungsbedingungen und nicht zuletzt die Zunahme von Cyberangriffen.

Nordwasser hat generell als Unternehmen der kritischen Infrastruktur hohe Anforderungen an die IT-Sicherheit und hält eine IT-Infrastruktur bereit, die den neuesten technologischen Entwicklungen entspricht. Organisatorische und technische Empfehlungen des Bundesamtes für Sicherheit und Informationstechnik (BSI) werden verfolgt und umgesetzt, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden regelmäßig zu den aktuellen IT-Sicherheitsrisiken geschult und speziell auf diese wachsende Gefahr hin sensibilisiert. Als Unternehmen im Bereich der kritischen Infrastruktur orientiert sich Nordwasser bei der Entwicklung der IT-Infrastruktur an den hohen Standards für KRITIS-Unternehmen.

Für Nordwasser als Unternehmen der kritischen Infrastruktur gilt es daher zudem, das integrierte Krisenmanagement als fest installiertes Krisenmanagementsystem weiterzuentwickeln. Erste Schulungen und Festlegungen wurden in 2023 durchgeführt.

Das Trinkwasser als schützenswerte und endliche Ressource rückt vor dem Hintergrund der Klimaveränderungen weiter in den Fokus der Öffentlichkeit. Zwischen den beiden Extremen - Trockenperioden und Starkregenereignisse - ist die regionale Wasserwirtschaft ein wichtiger Akteur zur Bewältigung der anstehenden Anpassungsmaßnahmen, um die Resilienz der Systeme zu erhöhen. Auch das Jahr 2023 hatte erneut zu warme und teilweise zu trockene Monate. Mecklenburg-Vorpommern wurde in der ersten Jahreshälfte über Monate hinweg eine außergewöhnliche Dürre attestiert. Die regenreichen Monate zum Jahresende konnten die hydrologische Lage wieder stabilisieren, wobei die Grundwasserstände in den tieferen Grundwasserleitern trotz einsetzender Grundwasserneubildung noch unter den langjährigen mittleren Werten liegen.

Die Nordwasser GmbH agiert für den WWAV und kalkuliert ihre Betriebsführungserlöse nach dem öffentlichen Preisrecht. Die Gesellschaft ist umsatzseitig daher nur mittelbar von den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängig. Aufwandsseitig ist die Nordwasser GmbH allerdings den allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklungen, insbesondere in den Bereichen Fachkräfteverknappung, Baukostensteigerungen, pandemiebedingten Engpässen auf dem Beschaffungsmarkt für Baumaterialien, Chemikalien und anderen Betriebsstoffen u. ä., uneingeschränkt ausgesetzt und muss entsprechende risikominimierende Vorkehrungen treffen.

3 Geschäftsverlauf

Vor dem Hintergrund der generellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen ist der Geschäftsverlauf als positiv zu werten. Sowohl die Trinkwasserver- als auch die Abwasserentsorgung im gesamten Verbandsgebiet wurden jederzeit qualitäts- und fachgerecht gesichert, die geplanten Investitionsvorhaben sowie Bauprojekte konnten weitgehend planmäßig abgeschlossen bzw. begonnen werden.

Die rund 270.000 Menschen im Versorgungsgebiet des WWAV haben in 2023 mit rund 13,7 Millionen Kubikmetern etwas weniger Trinkwasser als im Vorjahr (13,9 Millionen Kubikmetern) verbraucht und setzen damit den bereits im Vorjahr spürbaren Trend zum bewussteren Umgang mit Trinkwasser fort. Erklärbar ist diese Entwicklung mit der seit 2022 anhaltenden Energiekrise und dem damit verbundenen Aufruf zum Gas- und Stromsparen in Verbindung mit dem steigenden Bewusstsein der Menschen, dass Trinkwasser eine schützenswerte Ressource ist. Die Rohwasserförderung des Wasserwerkes Rostock betrug in 2023 12,79 Mio. m3 , die der Wasserwerke im Umland lag bei 1,52 Mio. m3. Die Trinkwasserqualität wurde behördlich sowie durch die Eigenkontrollen der Nordwasser GmbH laufend untersucht, um die Einhaltung der Qualitätsanforderungen der Trinkwasserverordnung zu überwachen. Die Wasserverluste werden erneut als gering eingestuft.

Wie erwartet, ist im Juni 2023 die neu gefasste Trinkwasserverordnung in Kraft getreten, mit der maßgebliche Inhalte der EU-Trinkwasserrichtlinie aus dem Jahr 2020 umgesetzt werden. Damit waren auf Seiten Nordwasser eine Reihe von Anpassungen verbunden. Unter anderem wurde das Analysespektrum um die zusätzlichen zu untersuchenden Parameter erweitert und veränderte Grenzwerte entsprechend angepasst. Auch auf Grundlage der neuen Verordnung werden die Vorgaben teilweise über das gesetzliche Maß hinaus erfüllt. Die neuen Informationspflichten gegenüber den Verbraucher*innen werden durch entsprechende Anpassungen auf der Website der Nordwasser und des WWAV eingehalten.

Die Nordwasser bewirtschaftet das rund 1.415 Kilometer lange Rohrnetz und das rund 1.615 Kilometer lange Kanalnetz des WWAV. Mit insgesamt 102 Rohrschäden an Versorgungsleitungen in 2023 (Vorjahr 2022: 133) ist die Rohrschadensquote laut DVGW-Bewertung als gering einzustufen. Ziel der Nordwasser GmbH ist es, das Trink- und Abwassernetz weiterhin zielgerichtet und nachhaltig instand zu halten.

In 2023 wurden in den 15 Kläranlagen 16,71 Mio. m3 Abwasser behandelt, davon 15,87 Mio. m3 Abwasser in der Kläranlage Rostock und 0,83 Mio. m3 Abwasser in den 14 kleineren Kläranlagen. Die behördlichen Einleitgrenzwerte in die Gewässer wurden im Normalbetrieb eingehalten. Die Abbauleistungen entsprechen den Erfordernissen des Gewässerschutzes, teilweise gehen sie weit über die geforderten Normwerte hinaus.

Insgesamt hat Nordwasser im Auftrag des WWAV im laufenden Jahr 2023 für Planung und Bau der vielzähligen und umfangreichen Baumaßnahmen in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock sowie den 28 Gemeinden des Landkreises Rostock Investitionen mit einem Wertumfang von rund 38,5 Millionen Euro umgesetzt. Darin enthalten sind insgesamt rund 860 Einzelmaßnahmen, davon rund 480 Ersatzneubau- und Erweiterungsneubauinvestitionen in Grundstücksanschlüsse.

Neben den bereits fertiggestellten Investitionsmaßnahmen befinden sich durch das periodenübergreifende Baugeschehen weitere 460 Maßnahmen, davon rund 150 Grundstücksanschlüsse, in Umsetzung, deren Fertigstellung ab dem Geschäftsjahr 2024 geplant ist. Die zugehörigen aufgelaufenen Kosten betragen per 31.12.2023 35.965 TEUR.

In Bezug auf die geplanten Aufwendungen haben sich Maßnahmen im Vergleich zum Plan im Wert von rund 2,4 Mio. EUR in die nachfolgenden Jahre verschoben. Hierfür waren vor allem Faktoren wie ungünstige Ausschreibungsergebnisse, Materiallieferschwierigkeiten sowie die Verzögerungen bzw. Zurückhaltung der Partner bei der Realisierung von koordinierten Maßnahmen ursächlich.

Der Großteil der Investitionsvorhaben in 2023 sind leitungsgebundene Maßnahmen, die häufig an den Straßenbau gekoppelt sind. Hierzu zählen beispielsweise die Großprojekte in der Satower Straße, der Schillingallee oder der Ziolkowskistraße. Dabei liegt der Fokus weiterhin auf der Erneuerung von Trink- und Abwasserleitungen sowie der Anpassung des Entwässerungssystems an die Anforderungen des Klimawandels, insbesondere an die zunehmenden Starkregenereignisse. Die umfangreiche und öffentlichkeitswirksame Sanierung des Mischwasserkanals in der Rostocker Werftstraße konnte im Frühjahr planmäßig begonnen werden, so dass mit einem Abschluss zum Ende des Jahres 2024 zu rechnen ist.

Im Bereich Digitalisierung konnten weitere Lösungen in die betrieblichen Abläufe eingebunden und analoge Prozesse in digitale transformiert werden. Es wurde eine Prozessmanagementsoftware eingeführt, die auf Grundlage konkret abgebildeter Unternehmensabläufe eine integrierte Lösung zur Visualisierung und Transparenz der Unternehmensabläufe ermöglicht und einzelne Stufen und Ebenen durch Anwendungen, Regelwerke etc. ergänzt.

Der seit dem 1. April 2023 bestehenden Verpflichtung zur elektronischen Rechnungslegung in M-V (ERechVO M-V) kommt Nordwasser als öffentlicher Auftraggeber nach. Interne kaufmännische Prozesse wurden entsprechend angepasst, digitale Lösungen gefunden. Der Umstellungsprozess war mit einem hohen Kommunikations- und Abstimmungsaufwand bei unseren bestehenden Lieferantenbeziehungen verbunden.

Die Nordwasser hat gemäß § 14 Abs. 1 Alt. 3 Hinweisgeberschutzgesetz in Kooperation der Stadtwerke Rostock AG eine interne Meldestelle eingerichtet. Der erste Tätigkeitsbericht vom 22.01.2024 umfasst den Zeitraum vom 02.07.2023 bis zum 31.12.2023. Im Jahr 2023 sind keine Hinweise zur Korruption bei der Nordwasser GmbH eingegangen.

Auch in 2023 wurde das Abwassermonitoring auf der Kläranlage Rostock fortgesetzt. Im Anschluss an das vom Bundesministerium für Gesundheit finanzierte Projekt „Systematische Überwachung von SARS-CoV-2 im Abwasser (ESI-CorA)“ erhielt Nordwasser die Förderung zur Teilnahme am Vorhaben AMELAG („Abwassermonitoring für die epidemiologische Lagebewertung“). Hier ist geplant, dass bundesweit bis zu 175 Kläranlagen teilnehmen. Das Vorhaben wird ebenfalls vom Bundesministerium für Gesundheit finanziert.

Anlässlich des Weltwassertages am 22. März wurde gemeinsam mit der Landesgruppe Nord des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) eine überregionale „Wasserfachtagung Mecklenburg-Vorpommern“ bei Nordwasser für rund 50 Vertreter*innen der Wasserwirtschaft aus Politik, Wissenschaft, Kommune und Wirtschaft initiiert. Unter der Schirmherrschaft von Dr. Till Backhaus als Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt in Mecklenburg-Vorpommern ging es um die aktuellen Themen einer zukunftsfähigen Wasserwirtschaft.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit wurden rund 20 öffentliche Veranstaltungen im Verbandsgebiet des WWAV durch eine aktive Teilnahme der Nordwasser unterstützt. Bei den teilweise sehr öffentlichkeitswirksamen Events wie dem Warnowschwimmen, dem Firmen-oder Citylauf sowie dem Klimaaktionstag ist Nordwasser mit Trinkwasserbar sowie eigenem Personal vor Ort, um mit den Bürger*innen zu aktuellen Themen der Wasserwirtschaft ins Gespräch zu kommen und auf Nordwasser als Arbeitgeber aufmerksam zu machen.

Nordwasser absolvierte die Prüfungen der TÜV Nord auf die Einhaltung aller Vorgaben der DIN ISO EN 45001 (internationaler Standard für Arbeits- und Gesundheitsschutz-Managementsysteme) und der DIN ISO 50001 (Energiemanagementsystem) erneut erfolgreich, die Weiterführung beider Zertifikate wurde beurkundet.

4 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Zu den wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren der Nordwasser GmbH zählt neben der Bilanzsumme und der Eigenkapitalquote auch die Gesamtleistung des Unternehmens.

Die Gesamtleistung des Unternehmens wird definiert als Summe der zwei GuV-Positionen Umsatzerlöse und Bestandsveränderungen an unfertigen Investitionen in die Anlagen und Netze des WWAV. Die Betrachtung der Gesamtleistung dient dazu, die periodenübergreifenden Schwankungen der Umsatzerlöse genauer zu betrachten und diese im Zeitablauf darzustellen.

Für die Analyse der Rentabilität der operativen Geschäftstätigkeit wird der Jahresüberschuss nach Steuern herangezogen.

Außerdem werden das Deckungsverhältnis des Anlagevermögens und die Liquiditätsgrade einzeln dargestellt.

Die wesentlichen nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, die Aufschluss über die aktuellen und künftig zu erwartenden wesentlichen Parameter des Geschäftsumfelds geben, sind:

- Anzahl der Wasserwerke und die Menge der Rohwasserförderung,

- Anzahl der Kläranlagen und die behandelte Abwassermenge,

- Leitungs- und Kanalnetzlänge in km,

- Anzahl der Rohrschäden an Versorgungsleitungen,

- Volumen der durchgeführten und abgeschlossenen Investitionsmaßnahmen (in EUR),

- Fluktuationsrate der Mitarbeitenden:

Formel: Abgänge / Ø Personalbestand x 100 %;

ohne Rentenaustritte, einschl. Zu- und Abgänge befristet angestellter Mitarbeitende,

- durchschnittliche Betriebszugehörigkeit:

Formel: ∑ der Betriebszugehörigkeit aller Mitarbeitenden/Gesamtzahl der Mitarbeitenden.

Die Darstellung der nichtfinanziellen Leistungsindikatoren erfolgt unter Abschnitt 3 und der finanziellen Leistungsindikatoren unter dem Abschnitt Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

4.1 Vermögenslage

Die Bilanzsumme der Nordwasser GmbH erhöht sich im Vergleich zum Vorjahr (37.258 TEUR) um 8.103 TEUR auf 45.361 TEUR.

Das Anlagevermögen im Bereich der Immateriellen Vermögensgegenstände verringerte sich um 133 TEUR und weist zum Stichtag einen Restbuchwert von 544 TEUR aus.

Gemäß dem Betriebsführungsvertrag befinden sich die für die Ver- und Entsorgung notwendigen technischen Anlagen wie Wasser- und Klärwerke, Leitungen und Armaturen im Eigentum des WWAV. Die Nordwasser ist für die Durchführung der Investitionen zuständig und übergibt diese nach Fertigstellung an den Verband. Dies ist der Grund für das branchen-atypische niedrige Sachanlagevermögen.

Das Sachanlagevermögen verringert sich um 488 TEUR und beträgt zum Stichtag 5.463 TEUR (5.951 TEUR). Somit beträgt der um die planmäßigen Abschreibungen reduzierte Restbuchwert des Fuhrparks 3.357 TEUR (3.964 TEUR), der Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Telekommunikation 1.102 TEUR (972 TEUR), der IT-Hardware 886 TEUR (828 TEUR), der geringwertigen Wirtschaftsgüter 118 TEUR (186 TEUR).

Nach Verrechnung mit den erhaltenen Anzahlungen in Höhe von 8.389 TEUR (3.823 TEUR) beträgt der Bestand an Vorräten 28.124 TEUR (23.566 TEUR) und ist insbesondere aus unfertigen Investitionen in die Anlagen und Netze des WWAV mit 27.576 TEUR (23.126 TEUR) zurückzuführen. Die relativ hohen Bestände an unfertigen Investitionsmaßnahmen sind geschäftsimmanent und auf die Größe, Komplexität der Baumaßnahmen und periodenübergreifendes Baugeschehen zurückzuführen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten direkte Abrechnungsleistungen mit Kunden im Verbandsgebiet und betragen zum Stichtag 316 TEUR (223 TEUR).

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 18 TEUR (38 TEUR) entsprechen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Die Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von 9.455 TEUR (4.620 TEUR) resultieren stichtagsbedingt aus der Abrechnung der fertiggestellten Investitionen in die Anlagen und Netze des WWAV.

Die liquiden Mittel liegen bei 581 TEUR (1.815 TEUR), was vor allem auf das straffe Cash-Management zurückzuführen ist (siehe Liquiditätsbetrachtung).

Das Eigenkapital der Gesellschaft setzt sich zusammen aus dem Stammkapital in Höhe von 2.000 TEUR und der im Gesellschaftsvertrag vereinbarten Kapitalrücklage in Höhe von weiteren 2.000 TEUR sowie dem anteiligen Gewinnvortrag aus den Vorjahren (3.854 TEUR). Der Eigenkapitalanstieg im Berichtsjahr resultiert aus dem erzielten Jahresüberschuss 2023. Die Eigenkapitalquote vor Ausschüttung des Jahresüberschusses beträgt zum Stichtag 26,0 % (Vorjahr: 26,5 %).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betragen zum Stichtag 19.143 TEUR (16.197 TEUR) und werden sowohl zur Finanzierung der Investitionen in das Anlagevermögen der Nordwasser GmbH als auch zur anteiligen Finanzierung der unfertigen Investitionsmaßnahmen in die Anlagen und Netze des WWAV verwendet. Außerdem besteht eine zum Stichtag nicht beanspruchte Kreditlinie in Höhe von 14.200 TEUR.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern bestehen als solche gegenüber dem WWAV in Höhe von 109 TEUR (143 TEUR) und resultieren überwiegend aus den Trinkwassergebühren an den WWAV für die im Rahmen der Standrohrvermietung veräußerten Trinkwassermengen.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Rückstellungen für ausstehende Rechnungen sind vorwiegend auf die Investitionstätigkeit in die Anlagen und Netze des WWAV und operative Betriebsführung zurückzuführen.

31.12.2023 31.12.2022 Veränderung
TEUR % TEUR % TEUR
AKTIVSEITE
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 544 1,2 677 1,8 -133
Sachanlagen 5.463 12,0 5.951 16,0 -488
6.007 13,2 6.628 17,8 -621
Umlaufvermögen
Vorräte verrechnet mit Anzahlungen 28.124 62,0 23.566 63,3 4.558
Forderungen Lieferungen und Leistungen 316 0,7 223 0,6 93
Forderungen verbundene Unternehmen 18 0,0 38 0,1 -20
Forderungen WWAV 9.455 20,9 4.620 12,4 4.835
sonstige Vermögensgegenstände 678 1,5 130 0,3 548
liquide Mittel 581 1,3 1.815 4,9 -1.234
Abgrenzung 182 0,4 238 0,6 -56
39.354 86,8 30.630 82,2 8.724
45.361 100,0 37.258 100,0 8.103
PASSIVSEITE
Eigenkapital 11.775 26,0 9.855 26,5 1.920
mittel- und langfristiges Fremdkapital
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 12.195 26,9 12.634 33,9 -439
Rückstellungen 3.773 8,3 2.957 7,9 816
15.968 35,2 15.591 41,8 377
kurzfristiges Fremdkapital
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 6.948 15,3 3.563 9,6 3.385
Rückstellungen 5.080 11,2 2.947 7,9 2.133
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.973 6,6 4.362 11,6 -1.389
Verbindlichkeiten verbundene Unternehmen 988 2,2 205 0,6 783
Verbindlichkeiten WWAV 109 0,2 143 0,4 -34
sonstige Verbindlichkeiten 1.499 3,3 572 1,5 927
Abgrenzung 21 0,0 20 0,1 1
17.618 38,3 11.812 31,7 5.806
45.361 100,0 37.258 100,0 8.103

Deckungsverhältnis des Anlagevermögens

Das Anlagevermögen ist vollständig durch Eigenkapital gedeckt. Die Überdeckung durch lang- und mittelfristige Fremdmittel ist vor allem zur Finanzierung der unfertigen Baumaßnahmen notwendig.

Die Deckung des Anlagevermögens gestaltet sich wie folgt:

31.12.2023 31.12.2022
TEUR % TEUR %
Deckung des Anlagevermögens 6.007 100,0 6.628 100,0
durch
Eigenkapital 11.775 196,0 9.855 148,7
Überdeckung I 5.768 96,0 3.227 48,7
lang- und mittelfristige Fremdmittel 15.968 265,8 15.591 235,2
Überdeckung II 21.736 361,8 18.818 283,9

4.1 Ertragslage

Die Gesamtleistung 2023 liegt mit 89.307 TEUR deutlich über dem Vorjahresniveau von 71.668 TEUR. In den einzelnen Geschäftsbereichen ́Betriebsführungserlöse WWAV ́, ́Investitionen in die Anlagen und Netze des WWAV ́ und ́übrige Umsätze ́ sind unterschiedliche Tendenzen zu sehen.

Die ́Betriebsführungserlöse WWAV ́ liegen bei 40.482 TEUR (35.354 TEUR) und die Erlöse aus den ́Investitionen in die Anlagen und Netze des WWAV ́ bei 38.460 TEUR (32.385 TEUR). Außerdem wurden von Nordwasser Mitarbeitenden rund 956 TEUR ́Investitionen in die Anlagen und Netze des WWAV ́ mitbetreut, die direkt im Namen und auf Rechnung des WWAV realisiert und im Jahr 2023 finalisiert wurden.

Die ́Nebengeschäfte/sonstige Umsätze ́ in Höhe von 1.294 TEUR (1.410 TEUR) setzen sich insbesondere aus sonstigen Leistungen im Bereich Trinkwasser und Abwasser zusammen.

Die Bestandsveränderungen erhöhen sich auf 9.071 TEUR (2.518 TEUR) und sind fast ausschließlich auf die Erhöhung des Bestandes an unfertigen Investitionen in die Anlagen und Netze des WWAV zurückzuführen.

Ertragslage

2023 2022 Veränderungen (ergebnisbezogen)
TEUR % TEUR % TEUR
Umsatzerlöse 80.236 89,8 69.150 96,5 11.086
Bestandsveränderungen 9.071 10,2 2.518 3,5 6.553
Gesamtleistung 89.307 100,0 71.668 100,0 17.639
Materialaufwand -56.171 -62,9 -40.696 -56,8 -15.475
Rohertrag 33.136 37,1 30.972 43,2 2.164
sonstige betriebliche Erträge 538 0,6 385 0,5 153
übrige Erlöse 538 0,6 385 0,5 153
Personalaufwand -21.949 -24,6 -19.936 -27,8 -2.013
Abschreibungen -1.998 -2,2 -2.152 -3,0 154
sonstige betriebliche Aufwendungen -3.913 -4,4 -3.910 -5,5 -3
sonstige Steuern -23 0,0 -22 0,0 -1
Betriebsaufwendungen -27.883 -31,2 -26.020 -36,3 -1.863
Betriebsergebnis 5.791 6,5 5.337 7,4 454
Zinserträge 37 0,0 4 0,0 33
Zinsaufwendungen -338 -0,4 -178 -0,2 -160
Finanzergebnis -301 -0,4 -174 -0,2 -127
Ergebnis vor Ertragsteuern 5.490 6,0 5.163 7,1 327
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1.570 -1,8 -1.901 -2,7 331
Jahresüberschuss 3.920 4,2 3.262 4,4 658

Die Materialaufwendungen in Höhe von 56.171 TEUR erhöhen sich im Vergleich zum Vorjahr um 15.475 TEUR, korrespondierend zur Umsatzsteigerung und Bestandsentwicklung im Bereich der unfertigen Investitionen in die Anlagen und Netze des WWAV.

Der Personalaufwand betrug im Jahr 2023 21.949 TEUR (19.936 TEUR) und ist im Wesentlichen auf die planmäßigen Tarifsteigerungen zurückzuführen.

Die Abschreibungen sind auf 1.998 TEUR (2.152 TEUR) gesunken. Der Rückgang resultiert vor allem aus den verlängerten Lieferfristen und den damit einhergehenden Verzögerungen in der Beschaffung der Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Das Finanzergebnis liegt bei -301 TEUR (-174 TEUR) und wird vor allem durch das gestiegene Zinsniveau und die Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beeinflusst. Darin enthalten sind außerdem die Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von insgesamt 40 TEUR. Die zahlungswirksamen Zinserträge und -aufwendungen betragen insgesamt -225 TEUR.

Insgesamt wird damit ein Jahresüberschuss nach Steuern in Höhe von 3.920 TEUR (3.262 TEUR) realisiert, welcher den positiven Geschäftsverlauf des Jahres widerspiegelt.

4.3 Finanzlage

Die Liquiditätsgrade 1. und 2. Ordnung weisen eine Unterdeckung auf. Das Working Capital, also der Liquiditätsüberschuss des 3. Grades, ist hingegen positiv. Somit könnten alle kurzfristigen Schulden durch das Umlaufvermögen bedient werden. Die Liquidität des Unternehmens war im Geschäftsjahr somit jederzeit gesichert. Außerdem besteht zum Stichtag eine nicht ausgeschöpfte Kreditlinie in Höhe von 14.200 TEUR.

31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Veränderung
TEUR
flüssige Mittel 581 1.815 -1.234
abzüglich
kurzfristige Bankschulden -6.948 -3.563 -3.385
kurzfristige Schulden -10.670 -8.249 -2.421
Liquidität 1. Ordnung -17.037 -9.997 -7.040
kurzfristige Forderungen 10.649 5.249 5.400
Liquidität 2. Ordnung -6.388 -4.748 -1.640
Vorräte 28.124 23.566 4.558
Liquidität 3. Ordnung 21.736 18.818 2.918
Liquiditätsgrade in Prozent
Liquidität 1. Grades 3,3 15,4 -12,1
Liquidität 2. Grades 63,7 59,8 3,9
Liquidität 3. Grades 223,4 259,3 -35,9

5 Prognosebericht

Die Notwendigkeit für Klimaanpassungen gilt auch für die Wasserwirtschaft und spiegelt sich in einer Reihe neuer Verordnungen, Richtlinien und Regelwerke in Richtung eines ambitionierten und ganzheitlichen Klima- und Gewässerschutzes wider. Dies gilt unter anderem für die zukünftige Bewirtschaftung und Behandlung von Regenwetterabflüssen, geregelt durch die neue Arbeits- und Merkblattreihe DWA-A/M 102. Auch die voraussichtlich in 2024 auf EU-Ebene zu verabschiedende Kommunalabwasserrichtlinie wird mit einer Reihe investiver Maßnahmen und Anpassungen im abwasserbetrieblichen Bereich einhergehen. Weiterhin ist am 12. Dezember 2023 die Verordnung über Einzugsgebiete von Entnahmestellen für die Trinkwassergewinnung in Kraft getreten, nach der bis Ende 2025 die deutschen Wasserversorgungsunternehmen eine Risikobewertung ihrer Einzugsgebiete für Trinkwasser durchführen und ein auf die identifizierten Risiken abgestimmtes Untersuchungsprogramm für Grund-, Oberflächen- oder Rohwasser erstellen müssen. Für die verschiedenartigen Einzugsgebiete des Verbandsgebietes des WWAV ergibt sich für Nordwasser ein erheblicher Aufwand bei der Analyse, Bewertung und Berichterstattung. Im Zuge der Neuerungen bei der EU-Taxonomie und der Einführung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) in der EU ist auch die Nordwasser ab 2025 zur Nachhaltigkeitsberichterstattung als Teil des Lageberichtes verpflichtet. Die Berichterstattung soll nach detaillierten Vorgaben erfolgen, die teilweise bereits verabschiedet wurden. Dazu zählen auch die Kriterien zur Bewertung der Nachhaltigkeit der Systeme zur Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung. Diese Kennzahlen werden bereits seit Jahren im Zuge des technischen Controllings der Nordwasser erfasst und mit Blick auf die EU-Vorgaben auch erfüllt. Die weiteren Konkretisierungen zur Erfüllung der neuen Berichtsauflagen müssen beobachtet und entsprechende Prozesse zur Berichterstellung vorbereitet werden.

Das von Nordwasser in 2020 im Auftrag des WWAV erstellte Ver- und Entsorgungskonzept zur Entwicklung der wasserwirtschaftlichen Anlagen und Netze im Gebiet des WWAV bis zum Jahr 2040 (kurz: „VEK 2040“) wird in 2024 planmäßig aktualisiert. Auf Grundlage umfangreicher IST-Analysen, Studien und Prognosen wird die Zukunftsfähigkeit der wasserwirtschaftlichen Anlagen des WWAV für Trinkwasser, Schmutz- und Regenwasser geprüft und Maßnahmen abgeleitet. Dieser Leitfaden stellt sicher, dass die geplanten Investitionen mit den langfristigen Zielen und zukünftigen Herausforderungen der Wasserwirtschaft einhergehen und ist Grundlage für die Investitionsplanung der kommenden Jahre.

Auch auf kommunaler Ebene wachsen die Bestrebungen rund um den Klimaschutz: die Hanse- und Universitätsstadt Rostock möchte bis 2035 klimaneutral werden. Als städtisches Unternehmen unterstützt Nordwasser dieses Ziel aktiv, jegliche Optionen und Potenziale werden ausgelotet, auch durch Nutzung von Synergien innerhalb der RVV-Gruppe. Die Nutzung der Abwärme der Kläranlage Rostock als ein Baustein zur Wärmewende der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und der Bau von PV-Anlagen im Zuge der Weiterentwicklung des Wasserwerkes Rostocks sind in konkreter Planung.

Wenngleich sich die wirtschaftlichen Konsequenzen aus dem Krieg in der Ukraine deutlich abgeschwächt haben, so ist die Entwicklung auch weiterhin schwer zu prognostizieren. Hinzu kamen in jüngster Vergangenheit weitere weltpolitische Konflikte, insbesondere im Roten Meer, deren Auswirkungen auf für Nordwasser relevante Lieferketten noch unklar sind. Gleichwohl ist das Unternehmen durch die bisherigen Erfahrungen und Anpassungen als vorbereitet einzuschätzen, um die Ver- und Entsorgungssicherheit sowie die übertragenen Aufgaben auch weiterhin sicher erfüllen zu können. Entsprechende Vorkehrungen im Hinblick auf ein vorausschauendes Beschaffungsmanagement werden auch weiterhin vorangetrieben, spezielle vertragliche Vereinbarungen mit Partnern und Dienstleistern werden ebenfalls umgesetzt und ausgebaut.

Der im Zuge der steigenden Energiepreise und drohenden Gasmangellage in 2022 erfolgte eindringliche Aufruf zum Energiesparen hat rückblickend zu einem sparsameren Trinkwasserverbrauch der Bürgerinnen und Bürger geführt. Da im Verbandsgebiet des WWAV der Pro-Kopf-Verbrauch bisher allerdings bereits weit unter dem Bundesdurchschnitt liegt, wird keine weitere Reduzierung des Wasserverbrauchs angenommen.

Bei der Situation um den Fachkräftemangel sowie dem erschwerten Besetzen der Lehrstellen ist in den nächsten Jahren auch weiterhin von einer Verschärfung auszugehen. Den Recruiting-Aktivitäten des Unternehmens kommt daher eine besondere Bedeutung zu.

6 Abgleich Ergebnis mit Vorjahresprognose und Ergebnisvorschau

Im Vergleich zum in der Gesellschafterversammlung vom 08.12.2022 beschlossenen Wirtschaftsplan ist der operative Geschäftsverlauf 2023 als positiv zu beurteilen.

Die Gesamtleistung 2023 liegt mit 89.307 TEUR leicht unter dem Wirtschaftsplanniveau von 90.145 TEUR. Für 2024 wird mit einer Gesamtleistung von 88.196 TEUR geplant.

In 2023 wurden Erlöse aus der Betriebsführung in Höhe von 40.482 TEUR realisiert, was dem Planansatz 2023 entspricht. Für das Jahr 2024 sind Erlöse aus der Betriebsführung in Höhe von 41.248 TEUR geplant.

Die Erlöse aus der ́Investitionstätigkeit in die Anlagen und Netze des WWAV ́ betragen in 2023 38.460 TEUR. Diese liegen mit 6.718 TEUR über dem Planansatz 2023. Zusätzlich dazu haben die Nordwasser Mitarbeitenden weitere Teilinvestitionen in Höhe von 956 TEUR betreut und finalisiert, die im Namen und auf Rechnung des WWAV im Jahr 2023 fertiggestellt wurden. Gemäß der Vergütungsregelung wurden die Aufwendungen der Nordwasser zzgl. Gewinn- und Wagniszuschläge erstattet.

Die Erlöse aus der Investitionstätigkeit sind im Folgejahr in Höhe von rund 42.003 TEUR geplant.

Plan-IST Vergleich und Prognose PLAN 2023
TEUR
IST 2023
TEUR
Ist-Plan Abweichung
TEUR
PLAN 2024
TEUR
Gesamtleistung 90.145 89.307 -838 88.196
Umsatzerlöse 73.379 80.236 6.857 84.318
Bestandsveränderung 16.766 9.071 -7.695 3.878
Sonstige betriebliche Erträge 220 538 318 203
Materialaufwand -57.047 -56.171 876 -51.398
Personalaufwand -21.856 -21.950 -94 -24.718
Sonstiger betrieblicher Aufwand -4.230 -3.912 318 -4.175
Abschreibungen -2.073 -1.998 75 -2.045
Finanzergebnis -577 -301 276 -958
Sonstige Steuern -26 -23 3 -23
Steuern vom Einkommen und Ertrag -1.485 -1.570 -85 -1.657
Jahresüberschuss nach Steuern 3.071 3.920 849 3.425

Die Bestandsveränderungen an unfertigen Investitionen in die Anlagen und Netze des WWAV betragen 9.071 TEUR und liegen damit 7.695 TEUR unter dem Planniveau. Dies ist vor allem auf die deutlich höheren Umsatzerlöse aus der ́Investitionstätigkeit in die Anlagen und Netze des WWAV ́ zurückzuführen. In 2024 ist ein weiterer Bestandsaufbau in Höhe von 3.878 TEUR geplant.

Der Personalaufwand liegt mit 21.950 TEUR weitestgehend auf Planniveau. Die Planerhöhung in 2024 resultiert aus der Tarifentwicklung des Flächentarifvertrags der Versorgungswirtschaft TV-V.

Im Bereich Materialaufwand sind die Kosten im Vergleich zum Plan um 876 TEUR geringer ausgefallen. Dies korrespondiert zu zeitlichen Verschiebungen in der Realisierung der Investitionsmaßnahmen in die Anlagen und Netze des WWAV in die Folgeperioden. Für 2024 wird mit einem Materialaufwand in Höhe von 51.398 TEUR geplant. Der Rückgang in den Materialaufwendungen im Vergleich zu 2023 ist zum einem auf die inflationsbedingten Kostensteigerungen und zum anderen auf die im Vergleich zu 2023 geringeren ́Investitionen in die Anlagen und Netze des WWAV ́ zurückzuführen.

Die Abschreibungen 2023 liegen bei 1.998 TEUR. Für das Jahr 2024 sind Abschreibungen in Höhe von 2.045 TEUR geplant.

Das Finanzergebnis fällt im Vergleich zum Plan um 276 TEUR besser aus. Dies ist vor allem auf die zeitliche Verschiebung bei der Kreditaufnahme zurückzuführen. Für das Folgejahr geht die Nordwasser GmbH von einem Finanzergebnis in Höhe von -958 TEUR aus. Dies wird durch die Aufnahme neuer, zur Finanzierung von Betriebs- und Geschäftsausstattung und Baumaßnahmen, geplanter Darlehen sowie durch die inzwischen deutlich gestiegenen Finanzierungskonditionen auf dem Finanzmarkt begründet.

Insgesamt wird damit ein Jahresüberschuss i. H. v. 3.920 TEUR (3.262 TEUR) und somit 849 TEUR über Planniveau realisiert.

Für das kommende Geschäftsjahr 2024 rechnet die Gesellschaft mit Umsatzerlösen in Höhe von 84.318 TEUR und einem Jahresüberschuss von 3.425 TEUR.

Für 2024 sind Investitionen in Höhe von rund 2.383 TEUR in die weitere Erneuerung der Betriebs- und Geschäftsausstattung geplant, die über die Aufnahme von Bankkrediten finanziert werden. Durch die geplante Ertragslage, dem langfristig bestehenden Betriebsführungsvertrag und der sich weiterhin abzeichnenden hohen Investitionstätigkeit im Verbandsgebiet des WWAV rechnet die Nordwasser GmbH mit einer soliden Finanz- und Ertragslage.

7 Risiko- und Chancenbericht

Mit der planmäßigen Übernahme der Wasserver- und Abwasserentsorgung im Verbandsgebiet des WWAV wurde im Unternehmen ein ausgefeiltes Risikomanagement- und Risikofrüherkennungssystem etabliert, das sowohl kaufmännische als auch technische Einflussfaktoren engmaschig überwacht.

Zu den Risiken aus der Betriebsführung gehören u. a. die Einhaltung der Überwachungswerte gemäß den erteilten Genehmigungen, Vorhaltung von genügend Trinkwasseraufbereitungs- und Abwasserentsorgungskapazitäten sowie das Managen von Investitionsprozessen. Die üblichen geschäftsimmanenten Risiken wie Fehler in der Betriebsführung oder Fehler in der Durchführung von Investitionen, die zu nicht erstattungsfähigen LSP-Kosten führen könnten, werden durch die etablierten Managementsysteme gut beherrscht.

Gemäß dem 20-jährigen Betriebsführungsvertrag zwischen dem WWAV und der Nordwasser erfolgt ab dem Wirtschaftsjahr 2022 die Vergütung der Betriebsführung anhand eines im Voraus auf Selbstkostenbasis kalkulierten Festpreises. Das heißt, alle im Voraus kalkulierten ansatzfähigen Aufwendungen der Gesellschaft werden durch den WWAV zuzüglich eines kalkulatorischen Gewinn- und Wagniszuschlags erstattet. Für den Fall einer möglichen Kostenüber- oder -unterdeckung greift ein zuvor festgelegter Schwellenwert. Somit tragen beide Parteien (der Auftraggeber WWAV und der Auftragnehmer NW) das Risiko der potenziell möglichen Kostenüber- bzw. Kostenunterdeckung. Zur Erfüllung der hohen Anforderungen in Bezug auf die Erstellung einer preisrechtskonformen Selbstkostenkalkulation sowie zur Minimierung des Kostenüber- bzw. Kostenunterdeckungsrisikos wurde bei der Nordwasser ein strukturiertes Controllingsystem eingerichtet, welches laufend weiterentwickelt wird.

Die Entwicklung im Bausektor mit den Segmenten Baukosten und Baukapazität ist nach wie vor angespannt. Im Rahmen des Projektes Prozessoptimierung wird unter anderem der Investitionsprozess näher beleuchtet, um mögliche Optimierungs- und Einsparpotenziale zu heben.

Im Prozess der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung spielen die ununterbrochene Verfügbarkeit von Strom sowie die Stromkosten eine wesentliche Rolle. Durch die in 2023 abgeschlossenen Stromlieferverträge für das Jahr 2024 sind die Auswirkungen der Stromkosten für das Jahr 2024 weitestgehend begrenzt. Den Risiken der Stromunterbrechungen wurde mit der Anmietung bzw. Beschaffung von Notstromaggregaten entgegengewirkt.

Die hohen Energiekosten und der anhaltende Krieg in der Ukraine könnten weiterhin zu Beschaffungsengpässen im Bereich von Chemikalien und diversen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen führen. Ferner besteht weiterhin das Risiko in der Unterbrechung von Lieferketten (u. a. Lieferengpässe bei verschiedenen Baumaterialien) mit Auswirkungen auf bestehende und geplante Bauprojekte. Hier kann es zu unplanmäßigen Verzögerungen kommen. Die Risiken werden laufend beobachtet und es wurden Gegensteuerungsmaßnahmen wie aktives Lieferantenmanagement eingeleitet.

Deutschland ist ein attraktives Ziel von Cyberangriffen, so dass auch Nordwasser einem latenten Cyberangriff-Risiko ausgesetzt ist. Um dieses Risiko zu minimieren hält Nordwasser eine den neuesten technologischen Entwicklungen entsprechende IT-Infrastruktur bereit. In Konsequenz eines erheblichen Cyberangriffes auf einen IT-Dienstleister in 2023, musste Nordwasser zur Erhöhung der Sicherheit kurzfristig eine alternative Struktur bei einem anderen Dienstleister aufbauen. Das Bewusstsein aller Mitarbeitenden für die vielgestaltige Gefahr von Cyberangriffen wird regelmäßig auf individueller und organisatorischer Ebene geschärft und im Hinblick auf die aktuellen Sicherheitsrisiken geschult.

Weitere Herausforderungen aus dem operativen Betrieb resultieren aus der demografischen Entwicklung, welche sich auf die Personalstruktur, -beschaffung und -entwicklung auswirkt. Risiken, die den Bestand der Gesellschaft gefährden könnten, sind aus heutiger Sicht nicht erkennbar.

Die Interne Revision führte im Berichtsjahr 2023 unabhängige Prüfungen bzgl. der Funktionalität des Internen Kontrollsystem (IKS) sowie bestehender Risiken bzgl. Wirtschaftlichkeit, Zweckmäßigkeit, Sicherheit, Ordnungsmäßigkeit, Zukunftsfähigkeit und ökologischer Nachhaltigkeit durch. Schwerpunkte bildeten die Prüfung der Strom- und Energiesteuer, des Zählermanagements und der Personalabrechnung. Die Ergebnisse der Prüfungen wurden dokumentiert und entsprechende Prüfungsberichte erstellt.

Darüber hinaus führte das Hauptzollamt Stralsund im Jahr 2023 eine Außenprüfung zum Thema Strom- und Energiesteuer für das Kalenderjahr 2021 durch. Aus dem erstellten Prüfungsbericht vom 12.07.2023 geht hervor, dass die durchgeführte Außenprüfung keine Beanstandungen mit finanziellen Auswirkungen ergeben hat.

Gemäß den internen Vorgaben wurden in 2023 zwei Complianceberichte zu den Gesetzesänderungen erstellt.

 

Rostock, 27.03.2024

Ulf Altmann, Geschäftsführer

Michaela Link, Geschäftsführerin

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 527.369,50 31
2. Geleistete Anzahlungen 17.020,00 677
544.389,50 677
II. Sachanlagen
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.462.478,98 5.951
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0
5.462.478,98 5.951
6.006.868,48 6.628
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 370.585,04 317
2. Unfertige Leistungen 36.142.396,10 27.072
3. Erhaltene Anzahlungen auf unfertige Leistungen -8.389.029,29 -3.823
28.123.951,85 23.566
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 316.130,75 223
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 18.151,27 38
3. Forderungen gegen Gesellschafter 9.454.508,46 4.620
4. Sonstige Vermögensgegenstände 678.197,95 130
10.466.988,43 5.011
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 581.158,79 1.815
39.172.099,07 30.392
C. Rechnungsabgrenzungsposten 182.113,16 238
45.361.080,71 37.258

PASSIVA

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Stammkapital 2.000.000,00 2.000
II. Kapitalrücklage 2.000.000,00 2.000
III. Gewinn-/ Verlustvortrag 3.854.432,00 2.593
IV. Jahresüberschuss/ -fehlbetrag 3.920.404,21 3.262
11.774.836,21 9.855
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 133.748,00 162
2. Sonstige Rückstellungen 8.719.498,03 5.741
8.853.246,03 5.903
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 19.143.195,07 16.197
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.972.712,41 4.363
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 988.361,68 205
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 108.565,38 143
5. Sonstige Verbindlichkeiten 1.499.270,37 572
davon aus Steuern EUR 1.199.581,37 (Vorjahr: TEUR 341)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 15.191,78 (Vorjahr: TEUR 8)
24.712.104,91 21.480
D. Rechnungsabgrenzungsposten 20.893,56 20
45.361.080,71 37.258

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis 31.12.2023

2023 2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Umsatzerlöse 80.236.275,41 69.150
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an unfertigen Leistungen 9.070.523,55 2.518
3. Sonstige betriebliche Erträge 537.756,85 385
89.844.555,81 72.053
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -10.279.053,79 -6.934
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -45.891.975,11 -33.763
-56.171.028,90 -40.697
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -18.142.216,89 -16.352
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -3.806.297,29 -3.583
-21.948.514,18 -19.935
6. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -1.998.418,65 -2.152
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens 0,00 0
-1.998.418,65 -2.152
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -3.911.501,81 -3.910
-84.029.463,54 -66.694
5.815.092,27 5.359
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 36.861,20 4
davon nach § 277 Abs. 5 Satz 1 HGB: EUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 0)
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -337.697,90 -178
davon nach § 277 Abs. 5 Satz 1 HGB: EUR 40.103,66 (Vorjahr: TEUR 32)
davon gegenüber verbundenen Unternehmen: EUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 0)
10. Steuern vom Einkommen und Ertrag -1.570.366,93 -1.901
11. Ergebnis nach Steuern 3.943.888,64 3.284
12. Sonstige Steuern -23.484,43 -22
13. Jahresüberschuss 3.920.404,21 3.262

Anhang zum Geschäftsjahr 2023

I. Allgemeine Angaben

Die Nordwasser GmbH hat ihren Sitz in Rostock und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Rostock (HRB 13159). Die Geschäftsanschrift lautet Carl-Hopp-Str. 1, 18069 Rostock.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches unter Beachtung der für große Kapitalgesellschaften vorgeschriebenen Ansatz-, Bewertungs- und Gliederungsgrundsätzen aufgestellt. Soweit Postenbezeichnungen vom gesetzlichen Wortlaut abweichen, wurde dies in Übereinstimmung mit § 265 Abs. 6 HGB vorgenommen.

Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren.

Aus Gründen der Klarheit und Übersichtlichkeit wurden die Angaben über die Restlaufzeiten der Forderungen sowie der Verbindlichkeiten in den Anhang aufgenommen.

Die Angaben in Klammern betreffen das Vorjahr.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Immaterielle Vermögensgegenstände sind mit den Anschaffungskosten angesetzt und werden planmäßig über die jeweilige Nutzungsdauer nach der linearen Methode pro rata temporis abgeschrieben.

Das Sachanlagevermögen wird mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet und unterliegt planmäßigen Abschreibungen. Die Abschreibungen erfolgen über die jeweilige Nutzungsdauer pro rata temporis. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau werden zum Nennbetrag angesetzt.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten zwischen 250 EUR und 800 EUR werden analog den steuerrechtlichen Vorschriften des § 6 Abs. 2 EStG in voller Höhe abgeschrieben. Die in den Jahren 2018 bis 2020 für geringwertige Wirtschaftsgüter gebildeten Sammelposten werden weiterhin in Anwendung des § 6 Abs. 2a EStG mit jeweils einem Fünftel abgeschrieben.

Die Vorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen werden mit ihren durchschnittlichen Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Bei den unfertigen Leistungen werden Material- und Fertigungseinzelkosten, zurechenbare Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich der fertigungsbedingten Abschreibungen und der allgemeinen Verwaltungskosten in die Herstellungskosten einbezogen. Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs werden nicht in den Herstellkosten berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert abzüglich erforderlicher Einzel- und Pauschalwertberichtigungen angesetzt.

Flüssige Mittel sind zum Nennwert bilanziert.

Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handels- und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragssteuersatzes von aktuell 31,1 %. Der kombinierte Ertragssteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag. Im Geschäftsjahr ergab sich insgesamt ein Überhang aktiver latenter Steuern. Auf den Ansatz aktiver latenter Steuern wurde aufgrund des Wahlrechtes gem. § 274 HGB verzichtet.

Das Eigenkapital ist mit dem Nennwert angesetzt.

Die Rückstellungen erfassen alle erkennbaren Risiken sowie ungewisse Verpflichtungen und sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden entsprechend ihrer Restlaufzeit mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre nach der Nettomethode abgezinst. Änderungen des Abzinsungszinssatzes oder Zinseffekte aus einer geänderten Schätzung der Restlaufzeit werden im Zinsergebnis ausgewiesen.

Die Rückstellungen für Jubiläumsleistungen sind auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen nach dem Teilwertverfahren (entsprechend den Grundsätzen des § 5 Abs. 4 EStG) unter Berücksichtigung der Heubeck-Richttafeln 2018 G bewertet worden. Die Rückstellungen für Jubiläumsleistungen wurden mit 1,74 % p.a. zum 31.12.2023 abgezinst. Dies entspricht dem pauschalen Rechnungszinssatz für eine 15-jährige Restlaufzeit. Bei der Ermittlung der Rückstellungen wurde ein Gehaltstrend von 3,5 % p.a. und eine Fluktuationsquote von 2,0 % p.a. berücksichtigt.

Die Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag passiviert.

In den Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen bzw. Einnahmen erfasst, soweit sie Aufwand bzw. Ertrag nach dem Bilanzstichtag darstellen.

III. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens wurde im Anlagespiegel dargestellt (siehe Anlage I, Seite 10).

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 18 TEUR (38 TEUR) sowie gegen Gesellschafter in Höhe von 9.455 TEUR (4.620 TEUR) entfallen vollständig auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten vor allem Forderungen gegen das Finanzamt in Höhe von 289 TEUR (39 TEUR) und Forderungen aus der Stromsteuererstattung in Höhe von 111 TEUR (79 TEUR) sowie den beizulegenden Zeitwert der Rückdeckungsversicherung zur Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber den Mitarbeitenden aus Zeitwertkonten, welcher die Rückstellung nach Verrechnung um 20 TEUR (7 TEUR) übersteigt. Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind innerhalb eines Jahres fällig.

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital der Nordwasser GmbH in Höhe von 2.000 TEUR ist voll erbracht. Die Kapitalrücklage (§ 272 Abs. 4 HGB) beträgt 2.000 TEUR. Das Eigenkapital veränderte sich durch den Jahresüberschuss 2023 in Höhe von 3.920 TEUR (3.262 TEUR) sowie durch eine Ausschüttung an die Gesellschafter aus dem Vorjahresergebnis (2.000 TEUR) auf 11.775 TEUR.

Rückstellungen

Die Steuerrückstellungen betreffen Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer für das Jahr 2022.

Die sonstigen Rückstellungen enthalten vor allem Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen i. H. v. 2.014 TEUR (1.282 TEUR), Rückstellungen für die Beräumung von Teichkläranlagen i. H. v. 1.347 TEUR (470 TEUR), Rückstellungen für die Beräumung von Regenrückhaltebecken i. H. v. 2.410 TEUR (2.368 TEUR), Rückstellungen für nicht genommenen Urlaub i. H. v. 352 TEUR (334 TEUR), Rückstellungen für Jubiläumsleistungen i. H. v. 218 TEUR (222 TEUR) und Rückstellungen für Gleitzeitguthaben i. H. v. 189 TEUR (166 TEUR).

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen i. H. v. 988 TEUR (205 TEUR).

Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern bestehen gegenüber dem Warnow-Wasser- und Abwasserverband in Höhe von 109 TEUR (143 TEUR) und betreffen vollumfänglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten aus Steuern i. H. v. 1.200 TEUR (341 TEUR) und Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit i. H. v. 15 TEUR (8 TEUR).

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten und deren Besicherung ergeben sich aus dem als Anlage I, Seite 11 beigefügten Verbindlichkeitenspiegel.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse

2023
TEUR
2022
TEUR
Erlöse aus dem Betriebsführungsentgelt 40.482 35.354
Erlöse aus der Investitionstätigkeit in die Anlagen und Netze des WWAV 38.460 32.385
Erlöse aus Nebengeschäften/sonstigen Umsätzen 1.294 1.410
80.236 69.150

Bestandsveränderungen an unfertigen Erzeugnissen und Leistungen

Die Bestandsveränderungen an unfertigen Erzeugnissen und Leistungen weisen im Wesentlichen solche aus der Investitionstätigkeit in die Anlagen und Netze des Warnow- Wasser- und Abwasserverbandes i. H. v. 9.071 TEUR (2.518 TEUR) aus.

Sonstige betriebliche Erträge

Die Sonstigen betrieblichen Erträge resultieren im Wesentlichen aus den Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 172 TEUR (58 TEUR), Erträgen aus Sachbezügen in Höhe von 68 TEUR (70 TEUR), steuerfreien Erstattungen der Krankenkassen in Höhe von 35 TEUR (61 TEUR) sowie Schadensersatzleistungen in Höhe von 74 TEUR (42 TEUR). Im Geschäftsjahr fielen weitere periodenfremde Erträge in Höhe von 87 TEUR (93 TEUR) an. Diese betreffen Energie- und Stromsteuererstattungen.

Personalaufwendungen

Im Personalaufwand sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von 241 TEUR (251 TEUR) enthalten.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich im Wesentlichen zusammen aus Aufwendungen für IT-Systeme und Telekommunikation i. H. v. 1.354 TEUR (1.346 TEUR), Betriebs- und Verwaltungsaufwendungen i. H. v. 791 TEUR (711 TEUR), Rechts- und Beratungskosten i. H. v. 289 TEUR (388 TEUR), Miet- und Leasingaufwendungen i. H. v. 575 TEUR (567 TEUR), Versicherungen und Schadenersatz i. H. v. 151 TEUR (174 TEUR) sowie sonstige Personalkosten i. H. v. 310 TEUR (348 TEUR).

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Im Zinsaufwand sind die Zinsen für Bankdarlehen in Höhe von 294 TEUR (112 TEUR), für Steuernachzahlungen 4 TEUR (34 TEUR) sowie die Zuführung des Zinsanteils auf Rückstellungen i. H. v. 40 TEUR (32 TEUR) enthalten.

Steuern vom Einkommen und Ertrag

Das Ergebnis ist durch Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von insgesamt 1.570 TEUR (1.901 TEUR) belastet.

V. Ergänzende Angaben

1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen i. H. v. 758 TEUR (335 TEUR), davon zahlbar im Folgejahr 393 TEUR und Verpflichtungen aus Wartungsverträgen i. H. v. 1.643 TEUR (1.021 TEUR), davon zahlbar im Folgejahr 955 TEUR.

Außerdem bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus dem Bestellobligo für Betriebs- und Geschäftsausstattung und Informationstechnologie i. H. v. 608 TEUR (343 TEUR) und aus dem Bestellobligo für Investitionen in die Anlagen und Netze des WWAV i. H. v. 20.256 TEUR (23.397 TEUR).

2. Angaben zu den Organen

Im Berichtszeitraum wurden keine Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen im Sinne des § 285 Nr. 21 HGB getätigt, die nicht zu marktüblichen Bedingungen zustande gekommen sind.

Zu den Geschäftsführern der Gesellschaft waren im Geschäftsjahr 2023 bestellt:

Michaela Link, Rostock, kaufmännische Geschäftsführerin,

Ulf Altmann, Lalendorf, OT Niegleve, technischer Geschäftsführer.

Die Vergütung der Geschäftsführung für das Jahr 2023 stellt sich wie folgt dar:

Michaela Link kaufm. Geschäftsführung Ulf Altmann techn. Geschäftsführung
feste Vergütung 168,0 TEUR 150,0 TEUR
Sachbezüge und sonstige Bezüge 14,7 TEUR 9,3 TEUR
Gesamt 182,7 TEUR 159,3 TEUR

Der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung für die Geschäftsführung belief sich im Jahr 2023 für Frau Link auf 14,8 TEUR und für Herrn Altmann auf 14,9 TEUR.

Die Mitglieder des Aufsichtsrates setzen sich zusammen aus:

den Vertretern der Anteilseigner:

Reinke, Christian (Vorsitzender), Rostock, Sachgebietsleiter, Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein (Statistikamt Nord), Standort Kiel

Wiechmann, Axel (stellvertretender Vorsitzender), Dummerstorf OT Schlage, Landwirt

Engelmann, Andreas, Rostock, Rentner

Schulz, Claudia, Rostock, Bildungsreferentin für Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Lau, Martin, Rostock, Unternehmer

Kaatz, Bodo, Mönchhagen, Rentner

Fritze, Bernhard, Rostock, Rentner

Peters, Daniel, Rostock, Mitglied des Landtages Mecklenburg-Vorpommern den Vertretern der Arbeitnehmer:

Beneke, Kathi, Rostock, Mitarbeiterin Assetmanagement der Nordwasser

Bialuch, Mathias, Poppendorf, Gewerkschaftssekretär ver.di

Niendorf, Jens, Rostock, Abteilungsleiter der Nordwasser

Hamann, Axel, Bentwisch, Netzmeister der Nordwasser

Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhielten für ihre Tätigkeit Sitzungsgelder in Höhe von insgesamt 7,5 TEUR (7,3 TEUR).

3. Arbeitnehmerschaft

In 2023 betrug die durchschnittliche Zahl der beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 310 Personen, davon 181 Angestellte und 129 gewerbliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zzgl. 23 Auszubildende und 6 Werkstudent*innen.

4. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres haben sich bis zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses nicht ergeben.

5. Sonstige Angaben

Als Abschlussprüferhonorar sind 21 TEUR (21 TEUR) berücksichtigt worden. Es betrifft ausschließlich Abschlussprüfungsleistungen.

Mutterunternehmen des größten und kleinsten Konsolidierungskreises ist die RVV Rostocker Versorgungs- und Verkehrs-Holding GmbH.

Die Nordwasser GmbH wird in den Konzernabschluss der RVV Rostocker Versorgungs- und Verkehrs-Holding GmbH einbezogen. Der Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Die Entsprechenserklärung zum „Public Corporate Governance Kodex für die Hanse- und Universitätsstadt Rostock“ für das Geschäftsjahr 2023 wurde dem Prüfbericht als Anlage beigefügt.

Die Geschäftsführung schlägt vor, aus dem Jahresüberschuss 2.000.000 EUR an die Gesellschafter auszuschütten und 1.920.404,21 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Rostock, 27.03.2024

Ulf Altmann, Geschäftsführer

Michaela Link, Geschäftsführerin

Entwicklung des Anlagevermögens 2023

Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand 1.1.
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Stand 31.12.
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.396.274,46 158.875,22 14.628,50 45.320,00 2.585.841,18
2. Geleistete Anzahlungen 31.820,00 30.520,00 0,00 -45.320,00 17.020,00
2.428.094,46 189.395,22 14.628,50 0,00 2.602.861,18
II. Sachanlagen
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.078.859,20 1.235.195,84 869.118,23 19.876,99 12.464.813,80
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 117,60 19.759,39 -19.876,99 0,00
12.078.976,80 1.254.955,23 869.118,23 0,00 12.464.813,80
14.507.071,26 1.444.350,45 883.746,73 0,00 15.067.674,98
Abschreibungen Buchwert Buchwert
Stand 1.1.
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Stand 31.12.
EUR
31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.750.754,93 319.091,25 11.374,50 2.058.471,68 527.369,50 645.519,53
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 17.020,00 31.820,00
1.750.754,93 319.091,25 11.374,50 2.058.471,68 544.389,50 677.339,53
II. Sachanlagen
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.128.357,65 1.679.327,40 805.350,23 7.002.334,82 5.462.478,98 5.950.501,55
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 117,60
6.128.357,65 1.679.327,40 805.350,23 7.002.334,82 5.462.478,98 5.950.619,15
7.879.112,58 1.998.418,65 816.724,73 9.060.806,50 6.006.868,48 6.627.958,68

Verbindlichkeitenspiegel zum 31. Dezember 2023

Restlaufzeiten
Bilanzposten bis zu 1 Jahr
EUR
über 1 Jahr
EUR
davon über 5 Jahre
EUR
Gesamtbetrag
EUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 6.948.469,07 12.194.726,00 192.850,00 19.143.195,07
im Vorjahr: 3.563.284,56 12.633.670,00 449.994,00 16.196.954,56
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.972.712,41 0,00 0,00 2.972.712,41
im Vorjahr: 4.362.151,62 0,00 0,00 4.362.151,62
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 988.361,68 0,00 0,00 988.361,68
im Vorjahr: 205.459,17 0,00 0,00 205.459,17
4. Verbindlichkeiten gegenüber dem Warnow- Wasser- und Abwasserverband 108.565,38 0,00 0,00 108.565,38
im Vorjahr: 142.996,21 0,00 0,00 142.996,21
5. Sonstige Verbindlichkeiten 1.499.270,37 0,00 0,00 1.499.270,37
im Vorjahr: 572.179,79 0,00 0,00 572.179,79
Summe Geschäftsjahr: 12.517.378,91 12.194.726,00 192.850,00 24.712.104,91
Summe Vorjahr: 8.846.071,35 12.633.670,00 449.994,00 21.479.741,35

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Nordwasser GmbH, Rostock, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Nordwasser GmbH, Rostock, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Rostock, den 27. März 2024

DOMUS Steuerberatungs-AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Niederlassung Rostock

Christmann, Wirtschaftsprüfer

Singer, Wirtschaftsprüfer

Bericht über die Tätigkeit des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2023

Der Aufsichtsrat der Nordwasser GmbH führte im Geschäftsjahr 2023 seine Tätigkeiten entsprechend den Vorgaben der Gesetze, des Gesellschaftsvertrages sowie seiner Geschäftsordnung und unter Beachtung des „Public Corporate Governance Kodex“ der Hanse- und Universitätsstadt Rostock durch und hat die Geschäftsführung bei der Leitung des Unternehmens fortlaufend überwachend und beratend begleitet. In alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden.

Die Geschäftsführung hat den Aufsichtsrat im Rahmen der Aufsichtsratssitzungen sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über die Unternehmensplanung, die aktuelle Geschäftstätigkeit, die strategische Weiterentwicklung sowie die aktuelle Lage des Unternehmens unterrichtet. Zudem wurde der Vorsitzende des Aufsichtsrates auch außerhalb von Aufsichtsratssitzungen regelmäßig von der Geschäftsführung detailliert über aktuelle Entwicklungen der Geschäftslage und wesentliche Geschäftsvorfälle informiert.

Im Berichtsjahr 2023 fanden 4 Aufsichtsratssitzungen statt:

1. 30. März 2023

2. 8. Juni 2023,

3. 7. September 2023,

4. 7. Dezember 2023.

Die Gesamtteilnahmequote der Aufsichtsratsmitglieder an den Aufsichtsratssitzungen im Jahr 2023 betrug rund 98 %.

Der Aufsichtsrat hat in den Sitzungen die anstehenden Sachfragen zur Nordwasser GmbH eingehend beraten. Im Einzelnen wurden neben dem detaillierten Bericht zur aktuellen Geschäftslage des Unternehmens schwerpunktmäßig die nachfolgend aufgeführten Themen, Beschlüsse und Empfehlungen für die Gesellschafterversammlung behandelt:

- Informationen aus dem Krisenmanagement der Nordwasser GmbH im Zusammenhang mit der SARS-CoV-2 Pandemie, den Auswirkungen des Angriffskrieges in der Ukraine und dem Cyberangriff auf die RSAG am 18.11.2023;

- Aktuelle Informationen über die Ver- und Entsorgungslage im gesamten Verbandsgebiet;

- Sachstand und Erläuterung der Untersuchungen von Abwasserproben (SARS-CoV2-Abwassermonitoring, Drogenrückstände im Auftrag des NDR);

- Informationen über den aktuellen Stand der Baumaßnahmen der Nordwasser GmbH in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock sowie im Landkreis Rostock;

- Information über den Sachstand der Netzersatzanlagen im Wasserwerk Rostock;

- Eingehende Erläuterungen zu und Beratungen über die jeweiligen Quartalszahlen und deren wesentliche Einflussfaktoren;

- Vorstellung und Kenntnisnahme des Risikomanagements der Nordwasser GmbH;

- Vorstellung und Kenntnisnahme der Umsetzung der Strategie „Nordwasser 2030“;

- Empfehlung an den Hauptausschuss der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und der Gesellschafterversammlung der Nordwasser GmbH zur Wiederbestellung der technischen Geschäftsführung der Nordwasser GmbH;

- Empfehlungen an die Gesellschafterversammlung der Nordwasser GmbH für die Feststellung des Jahresabschlusses 2022 und der Ergebnisverwendung 2022;

- Empfehlungen an die Gesellschafterversammlung der Nordwasser GmbH zur Entlastung der Geschäftsführung und des Aufsichtsrates der Nordwasser GmbH für das Geschäftsjahr 2022;

- Empfehlung an die Gesellschafterversammlung der Nordwasser GmbH zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2023;

- Vorstellung und Beratung zum Wirtschaftsplan 2024 inklusive Mittelfristplanung 2025-2027 sowie Beschlussempfehlung an die Gesellschafterversammlung der Nordwasser GmbH zur Bestätigung des Wirtschaftsplanes 2024.

Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat im Berichtsjahr regelmäßig die Effizienz seiner Arbeit überprüft.

Es bestanden im Berichtsjahr keine Interessenskonflikte von Mitgliedern des Aufsichtsrates.

Der Aufsichtsratsvorsitzende und die Geschäftsführung der Nordwasser GmbH unterzeichneten am 04.03.2024 die Entsprechenserklärung zum „Public Corporate Governance Kodex der Hanse- und Universitätsstadt Rostock“ für das Geschäftsjahr 2023. Alle Aufsichtsratsmitglieder wurden vor dem Versand an die Hanse- und Universitätsstadt Rostock per E-Mail in Kenntnis gesetzt.

Im Jahr 2023 fanden keine Schulungen für die Aufsichtsratsmitglieder der Nordwasser GmbH statt.

Die DOMUS AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 der Nordwasser GmbH den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 ausführlich geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung hat der Aufsichtsrat keine Einwände erhoben und empfiehlt der Gesellschafterversammlung, den Jahresabschluss festzustellen. Dem Vorschlag der Geschäftsführung, aus dem Jahresüberschuss 2.000.000,00 EUR an die Gesellschafter auszuschütten und 1.920.404,21 EUR auf neue Rechnung vorzutragen, hat der Aufsichtsrat zugestimmt.

Der Aufsichtsrat spricht der Geschäftsführung und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Nordwasser GmbH für ihr tatkräftiges Engagement und die geleistete Arbeit im Geschäftsjahr 2023 seinen besonderen Dank aus.

 

Rostock, 06.06.2024

Christian Reinke, Vorsitzender des Aufsichtsrates

Ergebnisverwendungsbeschluss

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde am 19. Juni 2024 festgestellt. Die Gesellschafterversammlung der Nordwasser GmbH beschließt, aus dem Jahresüberschuss 2.000.000 EUR per 15. Juli 2024 an die Gesellschafter auszuschütten und 1.920.404,21 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.

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