Wasser Nord Verwaltungs GmbH
Selbe AdresseWassergewinnung mit Fremdbezug zur Verteilung
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
2 Gesellschafter
Kommanditgesellschaft (KG)
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
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Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Wasser Nord GmbH & Co. KGHohen NeuendorfJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023Grundlagen der GesellschaftGeschäftsmodell des Unternehmens Die Wasser Nord GmbH & Co. KG sichert die Trinkwasserversorgung der Stadt Hohen Neuendorf mit ihren Stadtteilen Bergfelde, Borgsdorf, Hohen Neuendorf und Stolpe, der Gemeinden Birkenwerder und Glienicke/Nordbahn sowie des Mühlenbecker Landes mit den Ortsteilen Mühlenbeck, Schildow und Schönfließ. Die Mitarbeiter der Wasser Nord kümmern sich um den Kundenservice, die Buchhaltung, technische Konzepte, Investitionen und die Instandhaltung des Rohrnetzes. Neben den Aufgaben eines Wasserversorgers erbringt die Wasser Nord auch Dienstleistungen im Bereich der Abwasserentsorgung. In diesem Zusammenhang werden Aufgaben für die Abwassergebührenabrechnung für die Gemeinde Glienicke/Nordbahn (ab dem 01.01.2023 für den neugegründeten Eigenbetrieb Schmutzwasser der Gemeinde Glienicke/Nordbahn) und den Eigenbetrieb Abwasser der Stadt Hohen Neuendorf durchgeführt. Darüber hinaus erbringt die Wasser Nord die Leistungen im Rahmen der kaufmännischen und technischen Betriebsführung für den Eigenbetrieb Abwasser der Stadt Hohen Neuendorf und für den Eigenbetrieb Schmutzwasserentsorgung der Gemeinde Glienicke/Nordbahn. Der Trinkwassermengenpreis der Wasser Nord GmbH & Co. KG gilt ab dem 01.01.2023 und beträgt 1,54 €/m 3 (netto). Bis dahin galt seit dem 01.01.1998 ein konstanter Mengenpreis von 1,46 €/m 3 (netto). Ab dem 01.01.2024 wurde der Mengenpreis auf 1,74 €/m 3 (netto). Der Grundpreis beläuft sich seit 01.01.2018 auf 0,21495 €/Tag (netto), ab 01.01.2020 systembedingt gerundet auf 0,22 €/Tag bis Q3 6 Zählernennleistung, ab Q3 10 Zählernennleistung wurden 0,36 €/Tag (netto) erhoben. II. Wirtschaftsbericht1. Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene Rahmenbedingungen Die wirtschaftliche Entwicklung 2023 war in Deutschland wesentlich von den vorangegangenen Krisen geprägt. Der Energiepreisanstieg hat sich in nachgelagerte Wertschöpfungsstufen niedergeschlagen und mündete in einem starken Verbraucherpreisanstieg. Die daraus resultierenden Kaufkraftverluste dämpften die binnenwirtschaftliche Nachfrage. Insgesamt sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt um 0,3 %. Die Inflation hatte im ersten Halbjahr 2023 ihren Höhepunkt überschritten und war seitdem rückläufig. Angesichts der hohen europaweiten Inflationsraten wurde der Zinssatz durch die EZB für Hauptrefinanzierungsgeschäfte erhöht In Bezug auf die Erwartungen für das Jahr 2024 dürften die Verbraucherpreise (Inflationserwartung) von 6,9 % in 2022 und 5,9 % in 2023 im Jahr 2024 deutlich abnehmen. Insgesamt wird im Jahr 2024 in Deutschland ein geringes Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts um 0,2 % erwartet. Folgende Auswirkungen haben sich aus den vorgenannten Entwicklungen u.a. ergeben:
Nachdem sich über Jahrzehnte der Wasserverbrauch der Bevölkerung in Deutschland verringert hat, hat er sich in den letzten Jahren stabilisiert. Aufgrund der zuvor genannten Entwicklungen, könnte das Verbrauchsverhalten zukünftig wieder zu einem sparsameren Umgang mit Trinkwasser führen. Die Unternehmen der Wasserversorgung müssen für den Spitzenbedarf entsprechende Kapazitäten und eine hierauf ausgelegte Infrastruktur zur Verfügung stellen, wie z. B. die letzten Hitzesommer gezeigt haben. Im Jahr 2023 wurden die Einwohner im Einzugsgebiet der Wasser Nord stabil mit Trinkwasser versorgt. Zum 31. Dezember 2023 betrug die Einwohnerzahl 60.827; das entspricht einem leichten Rückgang von ca. 0,56%. Es wurden im Geschäftsjahr 2023 insgesamt 2.988 Tm 3 (Vorjahr 3.156 Tm 3 ) an die Einwohner geliefert. Die Wasser Nord ist in der Stadt Hohen Neuendorf und den Gemeinden Birkenwerder, Mühlenbecker Land und Glienicke/Nordbahn einziger Anbieter dieser Leistung. Die Wasser Nord bezieht ihr Trinkwasser vom Wasserwerk Stolpe, einem Werk der Berliner Wasserbetriebe, und verteilt Wasser über ein 347,4 km langes Rohrnetz an 20.158 Kunden in ihrem Versorgungsgebiet. 2. Geschäftsverlauf Das Berichtsjahr war insgesamt betrachtet ein niederschlagreiches Jahr, weshalb weniger Trinkwasser im Versorgungsgebiet abgegeben wurde als im Vorjahr (2023: 2.988 Tm 3 ; 2022: 3.156 Tm 3 ). Der Pro-Kopf-Verbrauch beträgt damit 134,57 (141,35) Liter/Einwohner und Tag. Damit bewegt sich der Pro-Kopf-Verbrauch auch im Jahr 2023 über den branchenüblichen durchschnittlichen Werten (von 127l/E * d). Aufgrund der Mengenpreiserhöhung zum 01.01.2023 erhöhten sich die Erlöse aus Wasserverkäufen von 6.219 T€ in 2022 um 6 T€ auf 6.225 T€ in diesem Jahr. Die Anzahl der Hausanschlüsse zum 31.12.2023 erhöhte sich auf insgesamt 20.158 Stück (Vorjahr: 20.056 Stück). Die Umsatzerlöse aus Hausanschlussarbeiten sanken von 34 T€ im Jahr 2022 auf 23 T€ im Berichtsjahr. Die Investitionen in die Wasserverteilungsanlagen beliefen sich auf insgesamt 1.068 T€ (inklusive Umbuchungen von Anlagen im Bau). Es wurden 1.812 m Trinkwasserleitungsnetz im Rahmen von Instandhaltung und Sanierung erneuert. Das entspricht insgesamt einer Erneuerungsrate von 0,52 %. Darüber hinaus wurden Rückstellungen für unterlassene Instandhaltungen für die Erneuerung von 410 m (0,12 %) Trinkwasserleitungen in Höhe von 270 T€ im Jahresabschluss berücksichtigt. Des Weiteren wurden mit 232 T€ die Übergabestellen Schildow - Mittelstraße (Ü11), Bergfelde - Herthastraße (Ü3) und Bergfelde - Bieselheider Weg (Ü6) erneuert. Die Anzahl der Rohrschäden auf Versorgungsleitungen beträgt 18 Stück (Vorjahr 9 Stück); die Anzahl der Rohrschäden auf Hausanschlussleitungen beträgt 49 Stück (Vorjahr 38 Stück), davon 21 (Vorjahr 11) im öffentlichen Bereich. Daraus ergeben sich Schadenskoeffizienten, die, wie auch in den vergangenen Jahren, unter den vom DVGW Merkblatt W 400-30 empfohlenen Richtwerten liegen. Der Rohrschadenkoeffizient liegt mit 0,05 Rohrschäden/km/Jahr unter dem Richtwert von 0,1 Rohrschäden/km/Jahr. Die Schadensrate auf Hausanschlüssen (HA) beträgt 1,89 Rohrschäden/1000 HA/Jahr und wird als niedrig eingeschätzt. Entsprechend den Vorgaben der Gesundheitsbehörden lässt die Wasser Nord Untersuchungen des Trinkwassers im Versorgungsgebiet durchführen. Im gesamten Berichtszeitraum wurden keine wesentlichen Beeinträchtigungen des Trinkwassers festgestellt. Die Wasser Nord hat auch in diesem Geschäftsjahr die Maßnahmen zur Reorganisation der Gesellschaft fortgeführt. Die Wasser Nord hat im Jahr 2022 die flächendeckende Umstellung auf fernauslesbare Ultraschall-Wasserzähler planmäßig im gesamten Versorgungsgebiet abgeschlossen. Durch diese Maßnahme werden deutliche Verbesserungen im Prozess der Verbrauchsabrechnung erzielt. Hierbei wird insbesondere der Aufwand für aufwändige Plausibilitätsprüfungen aufgrund von Angabe falscher Zählerstände nahezu vollständig ausgeschlossen. Im Jahr 2023 erfolgte nach 2021 eine zweite reguläre Stichprobenprüfung der Wasserzähler. Die erfolgreich abgeschlossene Stichprobenprüfung führte zu einer Verlängerung der Zählerlaufzeiten um drei Jahren im entsprechenden Gebiet und vermindert den Aufwand für Zählerwechsel. In 2023 wurden im Rahmen der Armatureninspektion 1.034 Schieber- und Hydranten planmäßig kontrolliert. In 2023 wurden 332 fernauslesbare Ultraschall-Wasserzähler gewechselt und Hausanschlussinspektionen durchgeführt. Der Zustand des Versorgungsnetzes wurde durch kontinuierliche Erneuerung und Reparatur von Versorgungsleitungen und Hausanschlüssen verbessert. Mit einer mittleren jährlichen Erneuerungsrate von 0,94 % (2015 - 2023) wurden die Netzabschnitte auf der Basis eines Rehabilitationskonzeptes erneuert. Aufgrund des weiterhin hohen Anteils an "kritischen" Rohrmaterialien (29 %) und des Alters der entsprechenden Netzabschnitte ist die systematische Erneuerung des TW-Netzes zwingende Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit. Die Erneuerungsstrategie bleibt die vorbeugend-zustandsorientierte Instandhaltung. III. Lage des Unternehmens1. Ertragslage Die Ertragslage der Gesellschaft ist als sehr gut zu bezeichnen. Die verkaufte Trinkwassermenge verringerte sich gegenüber dem Vorjahr von 3.156 Tm 3 auf 2.988 Tm 3 im Berichtsjahr. Aufgrund der zum 01.01.2023 durchgeführten Preisanpassung erhöhten sich die mit dem Wasserverkauf zusammenhängenden Umsatzerlöse von 6.219 T€ auf 6.255 T€. Die Anzahl der aktiven Trinkwasseranschlüsse erhöhte sich auf 20.158 (Vorjahr 20.056); das sind 102 Neuanschlüsse. Im Hausanschlussgeschäft wurden Erlöse von 23 T€ (Vorjahr 34 T€) erzielt. Die Auflösung der passivierten Baukostenzuschüsse wurde mit 2,9 % (256 T€) vorgenommen und entspricht damit der durchschnittlichen Abschreibungsdauer der Rohrleitungen. Die Wasser Nord GmbH & Co. KG erbrachte aktivierte Eigenleistungen bei der Trinkwassernetzerweiterung in einem Umfang von 80 T€. Die sonstigen Umsätze im Geschäftsjahr betrugen 2.828 T€ gegenüber 2.124 T€ im Vorjahr. Die Erhöhung ist zum großen Teil auf die Übernahme der technischen und kaufmännischen Betriebsführung für den Eigenbetrieb Schmutzwasser der Gemeinde Glienicke/Nordbahn zu begründen. Die Umsatzerlöse und Erträge 2023 betragen 9.571 T€ (Vorjahr 8.890 T€); das entspricht einer Erhöhung um 681 T€. Die Erhöhung ist zum großen Teil auf die Übernahme der technischen und kaufmännischen Betriebsführung für den Eigenbetrieb Schmutzwasser der Gemeinde Glienicke/Nordbahn zu begründen. Der Materialaufwand liegt insgesamt um 642 T€ über dem Niveau des Vorjahres. Zum großen Teil ist die Erhöhung der Materialaufwendungen im Zusammenhang mit der Übernahme technischen Betriebsführung für den Eigenbetrieb Schmutzwasser der Gemeinde Glienicke/Nordbahn zu begründen. Ferner ist inflationsbedingt auch der Preis im Einkauf angestiegen. Der Personalaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr um 35 T€ gesunken. Dies ist insbesondere dadurch zu begründen, dass nicht alle zu besetzenden Stellen zeitnah besetzt werden konnten. In diesem Zusammenhang wurden Fremdarbeiten im Rahmen der Personalüberlassung in Anspruch genommen. Somit ist es zu einer Verschiebung der Personalaufwendungen in die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gekommen. Es besteht eine Altersteilzeitvereinbarung, die sich in der Ruhephase befindet. Zum Ende des Geschäftsjahres waren in unserem Unternehmen 29 Mitarbeiter tätig. Die Abschreibungen lagen in 2023 bei 1.156 T€. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen mit 920 T€ über dem Vorjahresniveau von 667 T€. Hauptursächlich für die Erhöhung ist der Bezug von Fremdarbeiten im Rahmen der Personalüberlassung. Diese Position beläuft sich im Jahr 2023 auf 169 T€. Der Jahresüberschuss 2023 beträgt 344 T€ (Vorjahr 528 T€). 2. Finanz- und Vermögenslage Die Finanzlage ist als stabil zu bezeichnen. Die Verbindlichkeiten werden fristgerecht ausgeglichen. Die Forderungen werden zu den Fälligkeitsterminen vereinnahmt. Der Zugang an Investitionen der Wasser Nord GmbH & Co. KG betrug im Geschäftsjahr 979 T€. Im Vorjahr betrug der Zugang an Investitionen 1.160 T€. Das Anlagevermögen beträgt insgesamt 17.500 T€ gegenüber 17.677 T€ im Vorjahr. Die Investitionen 2023 wurden aus eigenen Mitteln finanziert. Die geleisteten Tilgungen betrugen insgesamt 325 T€ (Vorjahr 353 T€). Die Verbindlichkeiten gegenüber den Kreditinstituten betragen insgesamt 2.827 T€ gegenüber 3.151 T€ aus dem Vorjahr. Der Zinsaufwand beträgt 52 T€ (Vorjahr 54 T€). 3. Kennzahlen Das Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdkapital beträgt 69,38 % zu 30,62 %. Dabei sind der Sonderposten aus Zuschüssen und Baukostenzuschüsse dem Eigenkapital zugerechnet. Die Anlagenintensität beträgt 80,30 %; Die Eigenkapitalrentabilität liegt bei 2,88 % und die Umsatzrentabilität bei 3,69 %. IV. Bericht über die zukünftige Entwicklung sowie Chancen und Risiken des Unternehmens1. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens Die Entwicklung der Wasser Nord GmbH & Co. KG wird sich weiterhin erfolgreich gestalten. Wir gehen für die nächsten Jahre von konstanten Bevölkerungszahlen aus. Um in Zukunft weiterhin eine hohe Dienstleistungsqualität sicherzustellen, liegt ein hoher Fokus auf die Mitarbeiterweiterbildung und -entwicklung. Dieser umfasst alle Unternehmensbereiche und betrifft sowohl aktuelle Verfahren und Kenntnisse als auch den Einsatz von Werkzeugen und Programmen. Des Weiteren wurden im Jahr 2023 zusätzliche Stellen geschaffen. Dies dient zum einen um die Übernahme zusätzlicher Aufträge (z. B. technische und kaufmännische Betriebsführung des Eigenbetriebes Schmutzwasser Glienicke / Nordbahn) sicherzustellen. Zum anderen ist damit auch eine Kompetenzerweiterung verbunden, um bisher ausgelagerte Arbeiten eigenständig durchzuführen (z- B. IT). 2. Risikobericht Die Wasser Nord GmbH & Co. KG ist aufgrund ihrer geschäftlichen Aktivitäten einer Reihe von Risiken ausgesetzt. Die Überwachung und Steuerung der wirtschaftlichen Risiken erfolgen durch die Geschäftsführung und den Führungskräften der Wasser Nord GmbH & Co. KG. Neben den regelmäßigen stattfindenden Lagebesprechungen werden die jährliche Planungsrunde, die Prognoseerarbeitung Mitte des Wirtschaftsjahres und die Jahresabschlussauswertung dazu genutzt, eine Risikobewertung durchzuführen und Maßnahmen zur Risikosteuerung zu ergreifen. Ebenso wird eine monatliche Liquiditätsüberprüfung und -bewertung durch die Geschäftsführung und den Führungskräften der Wasser Nord GmbH & Co. KG durchgeführt. Für mögliche Schadenfälle und Haftungsrisiken hat die Wasser Nord GmbH & Co. KG Versicherungen abgeschlossen, die sicherstellen, dass sich finanzielle Folgen in Grenzen halten bzw. vermieden werden. Die aktuelle Risikoanalyse ergab, dass im Jahr 2023 keine den Fortbestand der Wasser Nord GmbH & Co. KG gefährdenden Risiken bestanden haben und auch für die Zukunft bestandsgefährdende Risiken nicht erkennbar sind. Typische Einzelrisiken für die Gesellschaft sind in Änderungen der gesetzlichen Grundlagen für die Tätigkeit der Gesellschaft zu sehen. Hierbei sind neben den privat-rechtlichen Vorschriften insbesondere auch die öffentlich-rechtlichen Vorschriften des Wassergesetzes und des Kommunalabgabengesetzes zu sehen. Zudem sieht sich die Gesellschaft den branchentypischen Umweltrisiken ausgesetzt. Folgende Einzelrisiken werden aktuell gesehen. Finanzwirtschaftliche Risiken: Die Steuerung und Überwachung der Finanz- und Liquiditätsrisiken erfolgen auf Grundlage der internen kurz- und mittelfristigen Finanzplanungen. Ein Risiko besteht darin, dass Liquiditätsreserven kurzzeitig nicht ausreichen, um die finanziellen Verpflichtungen fristgerecht zu decken. Insbesondere innerhalb der ersten zwei Monaten eines Kalenderjahres, die die Zeit zwischen den Abschlagszahlungen im November des Vorjahres und den angepassten Abschlagszahlungen im März umfasst, besteht für das Eintreten eines Liquiditätsengpasses eine relativ hohe Eintrittswahrscheinlichkeit. Als Maßnahme zur kurzfristigen Absicherung sollten entsprechende Kontokorrentkreditzusagen bei den Kreditinstituten vereinbart werden. Ein weiteres finanzielles Risiko wird in einem möglichen Ausfall von Kundenforderungen gesehen. Grundsätzlich bestehen Ausfallrisiken über den gesamten Bestand der Kundenforderungen. Dieses Risiko wird vornehmlich im Bereich der gewerblichen Kunden gesehen, da hier im Jahr 2024 ein deutlicher Anstieg der Insolvenzen im Vergleich zu den Vorjahren deutschlandweit zu erkennen ist. Diesen Risiken wird durch ein zeitnahes, effizientes Forderungsmanagement begegnet. Risiken im Marktumfeld: Im Marktumfeld bestehen insbesondere auf der Verkaufsseite von Trinkwasser Risiken. Sie stellen sich als Mengenrisiken dar, die sich insbesondere aus Witterungseinflüssen, Veränderungen im Verbrauchsverhalten sowie technologischen Neuerungen ergeben. Diesen Risiken wird durch Berücksichtigung von möglichen Mengenschwankungen in der Planung und Prognostizierung des Bedarfs der Kunden entgegengewirkt. Hierbei ist im Trend zu erkennen, dass sich das Verbrauchsverhalten mehr und mehr zu einem sparsameren Umgang mit Trinkwasser entwickelt. Insgesamt wird jedoch weiter von einer stabilen Bevölkerungsentwicklung ausgegangen. Das ist als Geschäftschance zu beurteilen und bietet eine gute Grundlage für die erfolgreiche Fortführung der Tätigkeit der Gesellschaft. Cyberkriminalität: Bisher sind keine unerlaubten Zugriffsversuche auf IT-Systeme der Wasser Nord zu verzeichnen. Es wurden und werden weiterhin technische und organisatorische Maßnahmen ergriffen, um sich den Herausforderungen im Kontext anzupassen. Hierzu gehört bspw. die erhöhte Überwachung unserer IT-Infrastruktur sowie die Sensibilisierung der Beschäftigten der Wasser Nord (hier insbesondere zum Thema Phishing-Mails). Generell sieht sich die Gesellschaft auch mit den Risiken der Digitalisierung konfrontiert. Die fortschreitende Digitalisierung wird die Ressourcen belasten und kann mit nicht unerheblichen Kosten einhergehen. Aufgrund der durchgeführten Lohnabschlüsse in allen Bereichen der Volkswirtschaft, werden die Preise für zu beschaffende Güter und Leistungen insgesamt dauerhaft auf einem höheren Niveau im Vergleich zum Niveau vor dem Ukraine Krieg verbleiben. Diese Entwicklung wurde durch Neukalkulation der Mengenpreise für jeweils 2023 und 2024 berücksichtigt. Das höhere Niveau der Kapitalmarktzinsen wird sich voraussichtlich im Zuge zukünftiger Finanzierungsmaßnahmen mit steigenden durchschnittlichen Zinsaufwendungen bemerkbar machen.
Hohen Neuendorf, 21.06.2024 Wasser Nord Verwaltungs GmbH gez. Olaf Bennühr, Geschäftsführer Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Anhang für das Geschäftsjahr 2023Allgemeine AngabenDie Wasser Nord GmbH & Co. KG wurde am 19. Dezember 1994 zum 01. Januar 1995 mit Sitz in Hohen Neuendorf gegründet. Die Eintragung in das Handelsregister des Amtsgerichtes Neuruppin erfolgte am 23. Februar 1995 unter der Nummer HRA 524 NP. Die Gesellschaft ist eine kleine Gesellschaft nach den Größenkriterien des § 267 Abs. 1 i. V. m. § 264a HGB. Gemäß gesellschaftsvertraglicher Vereinbarung erfolgt die Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichtes jedoch nach den für mittelgroße Kapitalgesellschaften geltenden Bestimmungen des Zweiten Abschnittes des Dritten Buches des HGB. Auf die Inanspruchnahme der größenabhängigen Erleichterung gemäß § 276 Satz 1 HGB wurde verzichtet. Von den größenabhängigen Erleichterungen nach § 288 Abs. 2 HGB wurde Gebrauch gemacht. Nach dem Gesellschaftsvertrag ist der Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und des Lageberichtes entsprechend den für mittelgroße Kapitalgesellschaften geltenden Bestimmungen des Dritten Buches des HGB und unter weiterer Berücksichtigung der Vorschriften des § 53 Abs. 1 des Haushaltsgrundsätzegesetzes durch den Abschlussprüfer zu prüfen. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie Ergebnisverwendung wird durch eine Verlängerungsrechnung zur Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt. Die Bewertung der entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände erfolgt zu Anschaffungskosten unter Abzug linearer Abschreibungen. Die Sachanlagen sind mit den fortgeschriebenen Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Die Abschreibung auf Sachanlagen erfolgt linear. Geringwertige Anlagegüter werden im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abgeschrieben. Die Ermittlung der zeitanteiligen Abschreibungen im Zugangsjahr erfolgt stets streng nach Monaten. Die Festlegung der jeweiligen Nutzungsdauer der Anlagegüter und der daraus resultierenden Abschreibungssätze erfolgt in Anlehnung an die vom Bundesministerium für Finanzen veröffentlichten Tabellen. Folgende Nutzungsdauern sind den Abschreibungen der einzelnen Sachanlagegruppen zugrunde gelegt worden:
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind zu durchschnittlichen Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Verwertbarkeit am Bilanzstichtag angesetzt worden. Dem Niederstwertprinzip wurde Rechnung getragen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nominalwert bewertet. Alle erkennbaren Risiken werden durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt. Für allgemeine Kreditrisiken wurde eine entsprechende Pauschalwertberichtigung gebildet. Zum Bilanzstichtag uneinbringliche Forderungen werden vollständig wertberichtigt. Guthaben bei Kreditinstituten sind zu Nominalwerten angesetzt. Kassenbestände sind zu Nennwerten bilanziert. Einnahmen bzw. Ausgaben, die Erträge bzw. Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen, sind im aktiven Rechnungsabgrenzungsposten abgegrenzt. Das Eigenkapital wird zum Nennwert bilanziert. Die Entwicklung für 2023 stellt sich wie folgt dar:
Die von den Kommunen bereitgestellten Fördermittel für die Finanzierung der Trinkwassernetzerweiterung werden entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der im Anlagevermögen nachgewiesenen Sachanlagegüter gewinnerhöhend entnommen. Die Auflösung erfolgt in Höhe der Abschreibungen. Baukostenzuschüsse, die die Gesellschaft von Anschlussnehmern im Zusammenhang mit der Wasserversorgung erhalten hat, wurden handelsrechtlich dem Sonderposten "Baukostenzuschüsse" zugeführt. Die erfolgswirksame Auflösung erfolgt jährlich mit 2,9% des Ursprungsbetrages. Bei der Bemessung der Rückstellungen wurde den erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten Rechnung getragen. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlichen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr werden nicht abgezinst. Nach Auffassung des Instituts der Wirtschaftsprüfer in der Stellungnahme IDW RS HFA 3 vom 19.06.2013 erfolgt die Bewertung der Verpflichtungen aus Altersteilzeit durch eine getrennte Betrachtung der Erfüllungsrückstände und der Aufstockungsbeträge. Demnach werden im Blockmodell die Erfüllungsrückstände in der Arbeitsphase in der Rückstellung angesammelt, um die Verpflichtungen in der Freistellungsphase daraus zu finanzieren. Die Bewertung hat nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mit dem Barwert zu erfolgen. Die Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt. Erläuterungen zur BilanzAnlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens einschließlich der Abschreibungen im Geschäftsjahr 2023 ist im Anlagespiegel der Wasser Nord GmbH & Co. KG zum 31. Dezember 2023 dargestellt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Es bestehen keine Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die Forderungen gegen Gesellschafter beinhalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1.479 T€ (Vorjahr 545 T€). In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Vorsteuererstattungsansprüche von 95 T€ (Vorjahr 65 T€) enthalten, die rechtlich erst nach dem Abschlussstichtag entstehen. Eigenkapital Das Haftkapital ist voll eingezahlt und beträgt unverändert 2.045 T€. Das Jahresergebnis von 344 T€ wird in voller Höhe den Kapitalkonten der Gesellschafter gutgeschrieben. Sonderposten aus Zuschüssen Der Sonderposten aus Zuschüssen setzt sich zusammen aus erhaltenen Fördermitteln für die Trinkwassernetzerweiterung in Höhe von 686 T€ (Vorjahr 762 T€), aus Zuschüssen von Investoren in Höhe von 883 T€ (Vorjahr 939 T€) und sonstigen Zuschüssen in Höhe von 219 T€ (Vorjahr 225 T€). Sie werden entsprechend der Nutzungsdauer der Anlagegüter aufgelöst. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen wurden für folgende Risiken und ungewisse Verbindlichkeiten gebildet:
Die Altersteilzeitvereinbarungen beruhen auf dem Tarifvertrag zu flexiblen Arbeitszeitregelungen für ältere Beschäftigte (TV FlexAZ) vom 27.02.2010 in der Fassung des Änderungstarifvertrages Nr.5 vom 29.04.2016. Die Ausscheidewahrscheinlichkeiten sind den Heubeck-Richttafeln 2018 G entnommen. Für die Bewertung zum Bilanzstichtag wurde ein Abzinsungssatz von 1,75 % angesetzt. Ferner wurde zur Bestimmung des handelsrechtlichen Erfüllungsbetrages eine Gehaltssteigerung zum 01.03.2024 in Höhe von 11,5% p.a. weitere Gehaltssteigerungen spielen aufgrund der kurzen Restlaufzeit keine Rolle. Verbindlichkeiten Zur Verbesserung der Klarheit des Jahresabschlusses werden die Angaben im Zusammenhang mit den Verbindlichkeiten gemäß § 268 Abs. 5 Satz 1 HGB im Folgenden Verbindlichkeitenspiegel zusammengefasst dargestellt: Es sind keine Verbindlichkeiten durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten keine Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern enthalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 146 T€ und entfallen fast ausschließlich auf die regelmäßigen monatlichen Trinkwasserlieferungen. Des Weiteren beinhalten die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter die beschlossene Gewinnausschüttung des Jahres 2021 in Höhe von 211 T€. Erläuterungen zur Gewinn- und VerlustrechnungDie Gewinn- und Verlustrechnung wurde gemäß § 275 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Sonstige AngabenDerivative Finanzinstrumente Die im Anlagevermögen erfassten Wasserverteilungsanlagen wurden teilweise fremdfinanziert. Die Verzinsung des aufgenommenen Kapitals erfolgte im Einzelfall variabel. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Leasingverträgen in Höhe von insgesamt 95 T€ für die Jahre 2024 bis 2026. Anzahl der Beschäftigten Die Gesellschaft beschäftigt im Geschäftsjahr 2023 durchschnittlich 29 Mitarbeiter (ohne Geschäftsführer) und unterteilt sich auf 10 kaufmännische und 19 technische Mitarbeiter. Geschäftsführung Die Geschäftsführung wurde durch die Komplementärin Wasser Nord Verwaltungs GmbH wahrgenommen. Zum alleinvertretungsberechtigten Geschäftsführer der Wasser Nord Verwaltungs GmbH war im Berichtsjahr bestellt:
Der Sitz der Wasser Nord Verwaltungs GmbH ist Hohen Neuendorf, das Stammkapital beträgt 30 T€.
Hohen Neuendorf, 21.06.2024 Wasser Nord Verwaltungs GmbH Olaf Bennühr, Geschäftsführer Anlagegitter für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023
***** Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde am 11.10.2024 festgestellt. |
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