Stammdaten

Register
Amtsgericht Offenbach am Main HRB 50149
Vorher
JOST Werke AG
Eingetragen
7.7.2017
Branche
Managementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenBeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
der Erwerb, das Halten, die Veräußerung und die Verwaltung von direkten oder indirekten Beteiligungen an anderen Gesellschaften oder Unternehmen einschließlich der Ausübung der Tätigkeit einer Führungs- oder Funktionsholding im Wege der direkten oder indirekten unternehmerischen Steuerung, Geschäftsführung und Verwaltung dieser Gesellschaften und Unternehmen, insbesondere durch das entgeltliche Erbringen von administrativen, finanziellen, kaufmännnischen und technischen Dienstleistungen an die jeweilige Beteilgungsgesellschaft sowie der Erwerb, das Halten und die Veräußerung von Darlehensforderungen und sonstigen Finanzanlagen, in allen Fällen mit Fokussierung, aber ohne Beschränkung, auf den Bereich der Fertigung von Systemen, Modulen und Komponenten für Nutzfahrzeuge.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Oliver Marc Gantzert
seit 9.10.2023
Vorstandsmitglied
Dirk Hanenberg
seit 6.11.2022
Vorstandsmitglied
Joachim Dürr
seit 4.2.2019
Vorstandsmitglied

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

JOST Werke AG

Neu-Isenburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Liebe Aktionärinnen und Aktionäre,

ein wichtiges Ereignis im Jahre 2019 für JOST war der Wechsel im Vorstandsvorsitz von Lars Brorsen auf Joachim Dürr, das die Arbeit des Aufsichtsrates stark geprägt hat.

2019 war trotz eines schwierigen Marktumfelds, insbesondere in Europa und Asien, ein weiteres erfolgreiches Geschäftsjahr für JOST. Es war umsatz- und ergebnisseitig das zweitbeste Jahr in der Geschichte des JOST Konzerns. Die gute Geschäftsentwicklung in Nordamerika setzte sich fort, aufbauend auf der guten Wachstumsdynamik in den USA. Der Einbruch des indischen Markts belastete die Umsatz- und Ergebnisentwicklung in Asien-Pazifik-Afrika, konnte jedoch durch Mehrverkäufe in anderen Ländern der Region nahezu ausgeglichen werden. In Europa hat die abrupte Abkühlung der LKW-Märkte im 4. Quartal Umsatzverluste verursacht, die letztendlich zu einer unterjährigen Anpassung der Prognose für das Geschäftsjahr 2019 geführt haben. Insgesamt konnte JOST aber die steigenden Herausforderungen der Branche gut meistern und gleichzeitig wichtige Meilensteine für das zukünftige Wachstum des Konzerns legen. So hat JOST im Dezember 2019 einen Vertrag zur Übernahme der Ålö-Gruppe unterzeichnet -eine strategische Investition, die es dem Konzern ermöglichen wird, das Geschäft mit Komponenten für landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge international deutlich zu steigern. Diese Übernahme wurde im Januar 2020 durchgeführt.

Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse

Der Aufsichtsrat besteht seit seiner Gründung im Geschäftsjahr 2017 aus sechs Mitgliedern: Prof. Dr. Bernd Gottschalk, Natalie Hayday, Rolf Lutz, Jürgen Schaubel, Klaus Sulzbach und mir, Manfred Wennemer. Die Amtszeit aller Mitglieder endet mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2022. Prof. Dr. Bernd Gottschalk wurde als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und ich als Vorsitzender gewählt.

Der Aufsichtsrat hat zwei Ausschüsse gebildet: den Präsidial- und Nominierungsausschuss und den Prüfungsausschuss. Prof. Dr. Bernd Gottschalk, Rolf Lutz und ich sind Mitglieder des Präsidial- und Nominierungsausschusses, in dem ich als Aufsichtsratsvorsitzender gemäß Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat auch den Vorsitz innehabe.

Jürgen Schaubel, Klaus Sulzbach und Natalie Hayday gehören dem Prüfungsausschuss an. Jürgen Schaubel wurde zum Vorsitzenden des Prüfungsausschusses gewählt. Er verfügt über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung und hat die erforderliche Fachexpertise und Unabhängigkeit, um die Funktion des Finanzexperten im Sinne des § 100 Abs. 5 AktG innerhalb des Aufsichtsrats wahrzunehmen. Als Vorsitzender des Prüfungsausschusses verfügt er auch über die vom Deutschen Corporate Governance Kodex geforderte Unabhängigkeit.

Aufsichtsratstätigkeit im Geschäftsjahr 2019

Der Aufsichtsrat hat im vergangenen Geschäftsjahr den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens beraten und seine Tätigkeit überwacht. Dabei konnte der Aufsichtsrat sich stets von der Recht- und Ordnungsmäßigkeit, der Zweckmäßigkeit und der Wirtschaftlichkeit der Unternehmensführung überzeugen. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung eingebunden und ihm alle erforderlichen Informationen für eine sachgerechte Erfüllung seiner Aufgaben rechtzeitig zur Verfügung gestellt. Über die Arbeit der Ausschüsse wurde der Aufsichtsrat durch die jeweiligen Vorsitzenden regelmäßig und umfassend unterrichtet. Ferner hat der Vorstand den Aufsichtsratsvorsitzenden und den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses laufend auch zwischen den Plenums- bzw. Ausschusssitzungen über wichtige Entwicklungen informiert. Außerdem traf sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats monatlich mit dem Vorstand, um die aktuelle Geschäftssituation zu diskutieren.

Die Unternehmensstrategie, die Personalpolitik, die Geschäftsentwicklung, die Planung, die Risikolage und Compliance sowie weitere grundsätzliche Fragen der Unternehmensentwicklung und -steuerung waren Gegenstand der regelmäßigen, zeitnahen und umfassenden Berichterstattung des Vorstands an den Aufsichtsrat.

Der Aufsichtsrat trat im Geschäftsjahr 2019 insgesamt vierzehnmal zusammen, davon sechsmal in Sitzungen, siebenmal im Wege der Telefonkonferenz und einmal in Form eines Umlaufbeschlusses. Die Teilnahmequote lag insgesamt bei 89%, in den Sitzungen bei 100%. Jedes Mitglied des Aufsichtsrats hat an mehr als der Hälfte der Sitzungen und Telefonkonferenzen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, denen es angehört, teilgenommen. In seinen Sitzungen und Telefonkonferenzen behandelte der Aufsichtsrat im Einzelnen schwerpunktmäßig die folgenden Themen:

In seiner Sitzung am 20. März 2019 befasste sich der Aufsichtsrat vorrangig mit dem Konzern- und dem Einzelabschluss für das Geschäftsjahr 2018, die er dann billigte bzw. feststellte, sowie mit dem Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2018. Darüber hinaus beschäftigte er sich ausführlich mit dem nichtfinanziellen Bericht und den Compliance- und Risikomanagement-Aktivitäten im Konzern.

In der Sitzung vom 9. Mai 2019 unmittelbar vor der Jahreshauptversammlung befasste sich der Aufsichtsrat mit dem allgemeinen wirtschaftlichen Umfeld und der Unternehmensentwicklung.

Die Sitzung vom 3. Juli 2019 war der Unternehmensstrategie in den einzelnen Geschäftsbereichen und Regionen gewidmet. Daneben befasste sich der Aufsichtsrat auch mit der Entwicklung des Marktumfelds.

In der Telefonkonferenz vom 21. August 2019 beschloss der Aufsichtsrat die Regelung der Nachfolge des bisherigen CEO Lars Brorsen.

Die Sitzung vom 11. September 2019 schloss inhaltlich an die Diskussion der Unternehmensstrategie aus der vorangegangenen Sitzung an. Darüber hinaus beschäftigte sich der Aufsichtsrat ausführlich mit den Halbjahresergebnissen und den Aussichten für das Gesamtjahr vor dem Hintergrund des sich eintrübenden Marktumfelds sowie eingeleiteten Effizienzmaßnahmen des Konzerns.

Wesentlicher Gegenstand der Sitzung vom 7. Oktober sowie der Telefonkonferenzen vom 17. und 25. Oktober sowie 1., 8. und 15. November war die Begleitung der laufenden Akquisition der Ålö-Gruppe.

Dieser geplante Erwerb war auch ein wesentlicher Diskussionspunkt der Sitzung vom 3. Dezember. Daneben diente die Sitzung zu einem großen Teil der ersten Durchsprache des Konzernbudgets für das Jahr 2020.

Per abschließendem Umlaufbeschluss vom 12. Dezember genehmigte der Aufsichtsrat den Erwerb der Ålö-Gruppe, der noch am selben Tag (vorbehaltlich der Kartellgenehmigung) vereinbart wurde.

In seiner Telefonkonferenz vom 20. Dezember befasste sich der Aufsichtsrat erneut mit dem Budget für das Jahr 2020.

Arbeit des Präsidial- und Nominierungsausschusses

Die Mitglieder des Präsidial- und Nominierungsausschusses haben sich im Jahr 2019 aufgabengemäß mit der Personalplanung für den Vorstand beschäftigt und sich dazu in einer Plenums- und zwei telefonischen Sitzungen abgestimmt. Gegenstand der Erörterungen waren insbesondere die Nachfolge des Vertriebsvorstands Joachim Dürr in die Position des Vorstandsvorsitzenden, die bis zum 30. September von Herrn Lars Brorsen bekleidet wurde.

Arbeit des Prüfungsausschusses

Der Prüfungsausschuss trat insgesamt zehnmal zusammen, davon fünfmal in Sitzungen und fünfmal in Telefonkonferenzen. Auftragsgemäß befasste sich der Ausschuss regelmäßig mit Fragen der Abschlusserstellung und -prüfung, des Risikomanagements und der Aktivitäten im Bereich Compliance und Nachhaltigkeit.

In der Telefonkonferenz am 22. Februar 2019 wurde mit den verantwortlichen Wirtschaftsprüfern von PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main ("PwC"), der Status der laufenden Konzern- und Einzelabschlussprüfung für das am 31. Dezember 2018 geendete Geschäftsjahr besprochen.

Die Sitzungen vom 12. und 20. März 2019 dienten vorrangig der Begleitung der Jahresabschlussprüfung durch PwC. Ferner wurden die Empfehlungen des Aufsichtsrats über die Billigung und Feststellung des Jahres- und Konzernabschlusses der JOST Werke AG für das Geschäftsjahr 2018 sowie der Vorschlag für die Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2019 vorbereitet. Ein weiterer Besprechungspunkt waren die Ergebnisse der prüferischen Durchsicht des nichtfinanziellen Berichts durch SPALL & KÖLSCH GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Kronberg im Taunus. Daneben legte der Prüfungsausschuss die Prioritäten im Bereich Compliance für das Jahr 2019 fest. Außerdem befasste er sich mit den Projekten Working Capital Management und Management Reporting sowie der Auswahl der Software für das Risikomanagement.

Die Telefonkonferenz vom 24. Mai 2019 war bestimmt von der Diskussion der Ergebnisse des 1. Quartals 2019.

In der Sitzung am 3. Juli 2019 widmete sich der Prüfungsausschuss den Prüfungsgebühren für die Jahresabschlussprüfungen 2018 und 2019, der Nutzung der steuerlichen Zins- und Verlustvorträge des deutschen Organkreises und den Compliance-Aktivitäten. Daneben beschäftigte er sich mit den Projekten Purchase-to-Pay (P2P), Working Capital Management, Order-to-Cash und Management Reporting.

Am 20. August 2019 ließ sich der Prüfungsausschuss die zur Veröffentlichung vorgesehenen Halbjahreszahlen 2019 telefonisch erläutern.

Schwerpunkte der Sitzung vom 11. September 2019 waren erneut die Nutzung der steuerlichen Zins- und Verlustvorträge des deutschen Organkreises, das Risiko Management, die Compliance-Aktivitäten und die Projekte P2P, Working Capital Management, Order-to-Cash und Management Reporting. In Hinblick auf den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 wurde der Zeitplan besprochen.

In der Telefonkonferenz am 16. Oktober 2019 wurde mit den verantwortlichen Wirtschaftsprüfern von PwC die anstehende Konzern- und Einzelabschlussprüfung für das am 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr besprochen.

Gegenstand der Telefonkonferenz vom 19. November 2019 waren die Ergebnisse des 3. Quartals 2019.

In der Sitzung vom 3. Dezember 2019 widmete sich der Prüfungsausschuss erneut den Compliance-Aktivitäten, dem Risikomanagement sowie den Projekten P2P, Working Capital Management, Order-to-Cash und Management Reporting.

Außerdem tauschen sich der Vorsitzende des Prüfungsausschusses und der Finanzvorstand mindestens einmal im Monat aus, um die aktuelle Geschäftssituation zu besprechen.

Unabhängigkeit und Interessenkonflikte

Kein Mitglied des Aufsichtsrats steht in persönlichen oder geschäftlichen Beziehungen zur Gesellschaft, zum Vorstand oder zu einem kontrollierenden Aktionär oder einem mit diesem verbundenen Unternehmen. Damit sind alle sechs Aufsichtsratsmitglieder unabhängig im Sinne des "Deutschen Corporate Governance Kodex" (DCGK).

Keines der Aufsichtsratsmitglieder übt Organ- oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern des Unternehmens aus. Im zurückliegenden Geschäftsjahr wurden dem Aufsichtsrat keine Interessenkonflikte gemeldet.

Corporate Governance

Aufsichtsrat und Vorstand sind davon überzeugt, dass eine gute Corporate Governance ein wichtiges Fundament für den Erfolg des Unternehmens ist und handeln entsprechend. Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2019 zusammen mit dem Vorstand intensiv mit der Anwendbarkeit der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex' (DCGK) auf die JOST Werke AG und den JOST Konzern auseinandergesetzt, am 3. Dezember 2019 eine Erklärung dazu gemäß §161 AktG abgegeben und diese auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlicht. Vorstand und Aufsichtsrat erklärten, dass den Empfehlungen des DCGK in der Fassung vom 7. Februar 2017 mit bestimmten Ausnahmen entsprochen wurde und wird. Der vollständige Wortlaut der Erklärung kann unter -> http://ir.jost-world.com/entsprechens-erklaerung nachgelesen werden.

Sie finden weitere Informationen zur Corporate Governance sowie zum Diversitätskonzept für den Vorstand und den Aufsichtsrat in der Erklärung zur Unternehmensführung auf der Webseite der Gesellschaft unter -> http://ir.jost-world.com/corporate-governance. Die Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat finden Sie im Konzernlagebericht im Abschnitt "Vergütungsbericht".

Besetzung des Vorstands

Lars Brorsen hat sein Mandat als Vorstandsvorsitzender mit Wirkung zum 30. September 2019 niedergelegt. Als Nachfolger hat der Aufsichtsrat in der Sitzung von 21. August 2019 einstimmig den bisherigen Vertriebsvorstand Joachim Dürr zum Vorstandsvorsitzenden ab 1. Oktober 2019 berufen. Gleichzeitig wurde beschlossen, den Vorstand der Gesellschaft wieder auf drei Mitglieder zu reduzieren.

Entsprechend der Restlaufzeit seines Vorstandsvertrags stand Lars Brorsen dem JOST Konzern bis zum 31. Dezember 2019 beratend zur Seite.

Prüfung des Nichtfinanziellen Berichts

In seiner Sitzung am 20. März 2019 beschloss der Aufsichtsrat einstimmig die Beauftragung von SPALL & KÖLSCH GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Kronberg im Taunus, mit der prüferischen Durchsicht des nichtfinanziellen Berichts für das am 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr.

Der nichtfinanzielle Bericht wurde in Anlehnung an den Deutschen Nachhaltigkeitskodex und nach den Anforderungen des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt. Der Bericht hat allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vorgelegen. Alle Unterlagen sind in den Sitzungen des Prüfungsausschusses am 11. März 2020 sowie des Aufsichtsrats am 19. März 2020 mit dem Vorstand und dem Wirtschaftsprüfer ausführlich diskutiert worden. Die SPALL & KÖLSCH GmbH hat über den Gegenstand, den Ablauf und die wesentlichen Feststellungen der Prüfung ausführlich berichtet und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung.

Nach eingehender Diskussion und Prüfung hat der Aufsichtsrat den nichtfinanziellen Bericht gebilligt.

Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses

Durch Beschluss der Hauptversammlung am 9. Mai 2019 wurde PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, (PwC) zum Abschlussprüfer für das am 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr der JOST Werke AG bestellt. Die Bestellung umfasst auch die Bestellung zum Abschlussprüfer des Konzernabschlusses für das am 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr. Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Stefan Hartwig. Er ist in dieser Funktion im dritten Jahr tätig.

Der Jahresabschluss und der Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, wurden nach den Regeln des HGB und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Der Konzernabschluss wurde unter Anwendung von § 315e HGB entsprechend den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. PwC hat den Jahresabschluss der JOST Werke AG, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht geprüft. Der Abschlussprüfer hat die Prüfungsgrundsätze in seinen Prüfungsberichten erläutert. Der Abschlussprüfer, PwC, hat dem Jahres- und Konzernabschluss sowie dem zusammengefassten Lagebericht uneingeschränkte Bestätigungsvermerke erteilt.

Jahresabschluss, Konzernabschluss und zusammengefasster Lagebericht sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers haben allen Mitgliedern des Aufsichtsrats vorgelegen. Alle Unterlagen sind in den Sitzungen des Prüfungsausschusses am 11. März 2020 sowie des Aufsichtsrats am 19. März 2020 ausführlich diskutiert worden. Der Abschlussprüfer, PwC, hat über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses hat in der Plenumssitzung zudem über die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts ausführlich berichtet.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht eingehend diskutiert und geprüft. Es bestanden keine Einwände gegen die vorgelegten Unterlagen. Der Aufsichtsrat ist aufgrund seiner eigenen Prüfung der Empfehlung des Prüfungsausschusses gefolgt und hat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt.

Durch Beschluss vom 19. März 2020 hat der Aufsichtsrat sodann den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Konzernabschluss der JOST Werke AG für das Geschäftsjahr 2019 gebilligt. Der Jahresabschluss der JOST Werke AG ist somit festgestellt. Der Aufsichtsrat ist mit dem zusammengefassten Lagebericht und der Beurteilung zur erwarteten Entwicklung des Unternehmens einverstanden. Er schließt sich dem Vorschlag des Vorstands hinsichtlich der Ergebnisverwendung und der Ausschüttung von 0,80 Euro je Aktie an.

Wir danken den Vorstandsmitgliedern sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des JOST Konzerns für ihr Engagement und ihren tatkräftigen Einsatz im abgeschlossenen Geschäftsjahr. Auf der Basis dieser Leistung können wir auch 2019 auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken.

 

Neu-Isenburg, 19. März 2020

Für den Aufsichtsrat

Manfred Wennemer, Vorsitzender

MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS

scroll
Manfred Wennemer Aufsichtsratsvorsitzender (Vorsitzender des Präsidial- und Nominierungsausschusses) Prof. Dr. Bernd Gottschalk Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender (Mitglied des Präsidial- und Nominierungsausschusses) Rolf Lutz Mitglied des Aufsichtsrats (Mitglied des Präsidial- und Nominierungsausschusses)
Beruf: Aufsichtsrats- und Beiratsmitglied verschiedener Gesellschaften Erstbestellung: 23.06.2017 Geburtsjahr: 1947 Geburtsort: Ottmarsbocholt, Deutschland Beruf: Unternehmensberater, geschäftsführender Gesellschafter der AutoValue GmbH Erstbestellung: 23.06.2017 Geburtsjahr: 1943 Geburtsort: Lübeck, Deutschland Beruf: Diplom-Ingenieur, im Ruhestand Erstbestellung: 23.06.2017 Geburtsjahr: 1952 Geburtsort: Tübingen, Deutschland
Aktuelle Mandate in Aufsichtsräten / Kontrollgremien außerhalb der JOST Werke AG: • Mitglied des Beirats Brückner Technology Holding GmbH, Siegsdorf, Deutschland • Vorsitzender des Boards, TI Fluid Systems plc, England • Mitglied des Boards, PIAB International AB, Täbi, Schweden Aktuelle Mandate in Aufsichtsräten / Kontrollgremien außerhalb der JOST Werke AG: • Mitglied des Aufsichtsrats, Schaeffler AG, Herzogenaurach, Deutschland • Mitglied des Aufsichtsrats, Plastic Omnium S.A., Paris, Frankreich • Mitglied des Aufsichtsrats, Haldex AB, Landskrona, Schweden • Beiratsvorsitzender, Facton GmbH, Potsdam, Deutschland • Mitglied des Beirats, Serafin Unternehmensgruppe GmbH, München, Deutschland • Mitglied des Beirats, BLG Logistics Group AG & Co. KG, Bremen, Deutschland • Managing Director, Autovalue GmbH, Frankfurt, Deutschland Aktuelle Mandate in Aufsichtsräten / Kontrollgremien außerhalb der JOST Werke AG: • Keine
scroll
Jürgen Schaubel Mitglied des Aufsichtsrats (Vorsitzender des Prüfungsausschusses) Natalie Hayday Mitglied des Aufsichtsrats (Mitglied des Prüfungsausschusses) Klaus Sulzbach Mitglied des Aufsichtsrats (Mitglied des Prüfungsausschusses)
Beruf: Berater, Oaktree Capital Management Erstbestellung: 23.06.2017 Geburtsjahr: 1963 Geburtsort: Bönningheim-Ludwigsburg, Deutschland Beruf: Geschäftsführerin bei der 7Square GmbH, Frankfurt / M., Deutschland Erstbestellung: 23.06.2017 Geburtsjahr: 1976 Geburtsort: Guildford, United Kingdom Beruf: Wirtschaftsprüfer / Unternehmensberater Erstbestellung: 23.06.2017 Geburtsjahr: 1959 Geburtsort: Saarbrücken, Deutschland
Aktuelle Mandate in Aufsichtsräten / Kontrollgremien außerhalb der JOST Werke AG: • Vorsitzender des Audit Committee, Optimum Maritime Holding, Limassol, Zypern Aktuelle Mandate in Aufsichtsräten / Kontrollgremien außerhalb der JOST Werke AG: • Mitglied im Aufsichtsrat und Prüfungskomitee, LEG Immobilien AG, Düsseldorf, Deutschland Aktuelle Mandate in Aufsichtsräten / Kontrollgremien außerhalb der JOST Werke AG: • Keine

NACHHALTIGKEITSBERICHT

Ein nachhaltiger wirtschaftlicher Erfolg im globalen Wettbewerb kann nur durch verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln erzielt werden. Dazu gehört, dass sich sowohl das Unternehmen als auch seine Führungskräfte und Mitarbeiter jederzeit und überall an geltende Gesetze halten, ethische Grundwerte respektieren, verantwortungsvoll mit ökologischen Ressourcen umgehen und vorbildlich handeln. Dafür ist eine langfristige Verknüpfung zwischen ökonomischer Wertschöpfung sowie ökologischer und sozialer Verantwortung fundamental. Langfristig versprechen wir uns von Nachhaltigkeit, dass wir wettbewerbsfähig bleiben, Innovationen vorantreiben und uns dadurch ständig weiterentwickeln.

Wirtschaftlich orientiertes Handeln bei gleichzeitiger Verantwortung für Mitarbeiter, Gesellschaft und Umwelt prägt die Philosophie des JOST Konzerns seit über 60 Jahren. Uns ist bewusst, dass wir mit unserer Geschäftstätigkeit einen Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft haben. Mit unseren Werten und unseren Governance-Strukturen lenken wir den Konzern, um eine nachhaltige Umsetzung unserer Wachstumsstrategie zu ermöglichen. Wir sind überzeugt, dass unsere Ausrichtung an Nachhaltigkeitsthemen nicht nur Gesellschaft und Umwelt dient, sondern auch zum langfristigen wirtschaftlichen Erfolg von JOST entscheidend beiträgt.

In diesem Nachhaltigkeitsbericht wollen wir unsere Auswirkungen auf Wirtschaft, Menschen und Umwelt sowie die Rolle von JOST in der Gesellschaft erläutern.

Gemäß § 289d HGB haben wir die nationalen, europäischen und internationalen Rahmenwerke zur Erstellung des nichtfinanziellen Berichts geprüft und uns entschieden, unseren Nachhaltigkeitsbericht an den deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) anzulehnen. Er ergänzt und vertieft die Berichterstattung um nichtfinanzielle Aspekte und umfasst alle Konzerngesellschaften, auf die JOST Kontrolle ausübt, also 100 % des Konzernumsatzes. Kennzahlen werden dahingehend erhoben und berichtet, dass sie repräsentativ für den JOST Konzern sind. Besonderheiten und Ausnahmen werden entsprechend angegeben. Betrachtet wird das Geschäftsjahr 2019, das dem Kalenderjahr entspricht.

Vor- und nachgelagerte Stufen der Wertschöpfungskette und ausgelagerte Tätigkeiten können wegen eingeschränkten Einflusses nur begrenzt in die Berichterstattung einbezogen werden. Wir üben Kontrolle aus, wenn wir die finanziellen und operativen Entscheidungen eines Unternehmens steuern und Leistungen erhalten.

GESCHÄFTSMODELL

JOST ist ein weltweit führender Hersteller und Lieferant von sicherheitsrelevanten Systemen für die Nutzfahrzeugindustrie. Unsere international bedeutende Marktposition wird durch starke Marken, langfristige Kundenbeziehungen und ein flexibles und kapitaleffizientes Geschäftsmodell untermauert. Das Produktportfolio wird in die Systeme "Vehicle Interface", "Handling Solutions" und "Manoeuvering" unterteilt. Weitere Informationen zum Geschäftsmodell sind im Kapitel "Grundlagen des Konzerns" im zusammengefassten Lagebericht 2019 der JOST Werke AG zu finden.

Im Rahmen unserer Wertschöpfungskette kaufen wir überwiegend vorgefertigte Stahl- und Eisenprodukte von Gießereien oder Schmieden ein, die wir dann in unseren Produktionsstätten nach strengen Qualitäts- und Sicherheitskriterien weiterverarbeiten. Wir konzentrieren uns dabei auf die Bearbeitung und Montage qualitätskritischer Teile, während standardisierte Vorprozesse ausgelagert sind. Die Variantenentstehung erfolgt daher relativ spät im Produktionsprozess. Die finalen Produkte werden an Hersteller von Zugmaschinen und Anhängern für die Schwerlastindustrie und Landwirtschaft verkauft sowie an Großhändler, die den Ersatzteilmarkt beliefern. JOST verfügt über ein breit gefächertes, weltweites Vertriebsnetz, durch das das Unternehmen Erstausrüster (Original Equipment Manufacturers bzw. "OEM"), Ersatzteil- und Großhandelsunternehmen bedient. JOST Produkte werden sowohl in Zugmaschinen als auch in Anhängern eingebaut und kommen in der finalen Anwendung überwiegend bei Logistikunternehmen und Flottenbetreibern zum Einsatz. Zukünftig wird JOST durch die Akquisition der Marke Quicke noch stärker Hersteller und Händler im landwirtschaftlichen Sektor beliefern.

NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE UND ZIELE

Nachhaltig orientiertes Handeln sowie nachhaltige Produkte werden von unseren direkten OEM-Kunden sowie von den Endanwendern unserer Produkte, den Flotten, vermehrt verlangt. Gerade im Hinblick auf die zunehmende Globalisierung wird es immer wichtiger, die Logistik nachhaltiger zu gestalten, denn der weltweite Transportbedarf steigt stetig. Daher will JOST mit seiner Nachhaltigkeitsstrategie seine unternehmerische Tätigkeit und seine Produkte so gestalten und entwickeln, dass sie einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Wertschöpfung im Schwerlasttransport leisten können.

Bei der Herstellung unserer Produkte streben wir an, den Einsatz von Energie und Ressourcen zu minimieren. Dadurch können wir nicht nur Kostenvorteile generieren, sondern auch die Herstellung unserer Produkte umweltschonender machen. In Bezug auf die unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten unserer Produkte versuchen wir ebenfalls neue Lösungen zu entwickeln, die im Einsatz die Umweltbelastungen minimieren. Bei der Auswahl unserer direkten Lieferanten achten wir, neben wirtschaftlichen und qualitativen Aspekten, auch auf die Einhaltung von Menschenrechten, sozialen und ökologischen Standards sowie auf die strikte Vermeidung von Kinder- und Zwangsarbeit.

Im Jahr 2019 haben wir mithilfe eines Fragebogens eine Bestandsaufnahme zu Nachhaltigkeitsthemen (Umwelt, Soziales, Compliance) an unseren Produktionsstandorten durchgeführt. Ziel der Auswertung war es, einzelne Stärken und Schwächen der Standorte zu erkennen, um mögliche Handlungsbedarfe zu identifizieren. So sollen im kommenden Jahr durch Best Practice-Beispiele alle Standorte auf ein Level gebracht werden.

Intern verfolgen wir das Ziel, dass unsere Mitarbeiter zufrieden sind und eine hohe Bindung zu JOST verspüren. Wir investieren in Mitarbeiterzufriedenheit durch die Einführung und Einhaltung von hohen Arbeitsschutz- und Sicherheitsstandards sowie in die Förderung der Mitarbeitergesundheit. Wir achten auf die Einhaltung von Menschenrechten und die Vermeidung jeglicher Formen der Diskriminierung in allen unseren Tochtergesellschaften und Beteiligungsunternehmen. Die Einzelheiten zu den konkreten Zielen und Maßnahmen werden im weiteren Verlauf des Nachhaltigkeitsberichts detailliert erläutert.

WERTE

Im Geschäftsjahr 2019 hat JOST im Dialog zwischen Mitarbeitern und Führungskräften die Kernwerte unseres Unternehmens identifiziert und konkretisiert. Im Rahmen eines Zukunftsprogramms haben die Mitarbeiter in Gruppendiskussionen zusammen mit den Führungskräften die Werte mit der Vision und Mission von JOST verknüpft und darauf basierend konkrete Handlungsfelder für ihre jeweiligen Arbeitsbereiche identifiziert. Folgende Kernwerte lenken das Verhalten innerhalb des JOST Konzerns und bilden die "DNA" unserer Unternehmenskultur:

Die JOST-DNA

Die identifizierten Kernwerte, die Vision und die Mission wurden 2019 bereits an 26 der insgesamt 33 Standorte mit den Mitarbeitern diskutiert. Dieser Prozess soll im Jahr 2020 auf die übrigen Standorte ausgedehnt und auch in Zukunft weitergeführt werden. Unsere Werte sollen den Mitarbeitern dabei helfen, Entscheidungen zu treffen, die richtigen Prioritäten zu setzen und ihre Aufgaben im Sinne des Unternehmens zu erfüllen. Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter verstehen, was uns weltweit bewegt und wo wir als Unternehmen zukünftig hinwollen.

WESENTLICHE NACHHALTIGKEITSTHEMEN

Wir sehen es als unsere unternehmerische Verantwortung an, nachhaltig Werte zur Stärkung des Vertrauens unserer Stakeholder zu schaffen und uns mit den Auswirkungen unseres Handelns bewusst auseinanderzusetzen. Dabei ist es wichtig, die positiven und negativen Auswirkungen sowie Chancen und Risiken unserer Geschäftstätigkeiten zu identifizieren, zu bewerten und bewusst zu steuern.

Als Grundlage für die Nachhaltigkeitsberichterstattung führen wir in einem zweijährigen Rhythmus eine Wesentlichkeitsanalyse durch. Die Basis dieser Analyse bilden Interviews mit Fachexperten und Verantwortlichen aus den Bereichen Umwelt- und Qualitätsmanagement, Vertrieb, Einkauf, Human Resources, Betriebsrat, Produktmanagement, Öffentlichkeitsarbeit, Investor Relations sowie Legal und Compliance. Diese stehen im engen Kontakt zu den relevanten Stakeholdern von JOST und können somit deren Schwerpunkte und Belange wiedergeben. Gleichzeitig werden kontinuierlich Fragen und Feedback aus dem Dialog mit externen Stakeholdern in die Analyse einbezogen. So wurden die ökologischen, ökonomischen und sozialen Sachverhalte, mit denen sich JOST im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit konfrontiert sieht, analysiert und nach ihrer Relevanz bewertet und priorisiert.

Aus dieser Wesentlichkeitsanalyse wurden die Kernthemen für den Nachhaltigkeitsbericht abgeleitet, die den Stakeholdern, nach Meinung der Experten, besonders wichtig sind. Der Vorstand und der Aufsichtsrat haben im Anschluss die ausgewählten Schwerpunkte der nichtfinanziellen Berichterstattung bestätigt. Die identifizierten Kernthemen sind:

Kernthemen der Nachhaltigkeit bei JOST

EINBINDUNG VON NACHHALTIGKEIT IN DIE UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Um nachhaltig agieren zu können, müssen die richtigen Werte, die Handlungsleitlinien und die geeigneten organisatorischen Strukturen fest im Konzern verankert sein. Dadurch kann JOST die Mitarbeiter und Führungskräfte dabei unterstützen, verantwortungsvoll im Sinne einer guten, wertebasierten und sicherheitsbewussten Unternehmensführung zu agieren. Denn zukunftsfähig sind wir nur, wenn es uns gelingt, in unserer Strategie die Erfordernisse von Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft auszubalancieren.

Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für das Thema Nachhaltigkeit im Konzern. Um zu gewährleisten, dass sowohl Strategie als auch Regeln und Standards eingehalten und weiterentwickelt werden, hat er, wie bereits in den letzten Jahren, die entsprechenden Aufgaben auf verschiedene Funktionen innerhalb des Konzerns übertragen.

Umwelt und Qualität

Das Qualitäts- und Umweltmanagement verantwortet die Einhaltung und Weiterentwicklung von Umwelt-, Sicherheits- und Qualitätsstandards innerhalb von JOST. Es verantwortet die weltweite Strategie für das integrierte Qualitäts- und Umweltmanagementsystem. Zur Unterstützung und Implementierung sind auf lokaler Ebene in allen Produktionsstandorten QHSE-Abteilungen eingerichtet. Zudem ist es ist für die Umwelt-, Sicherheits- und Qualitätszertifizierungen aller JOST Standorte zuständig. Mit Hilfe international anerkannter Normen und Zertifizierungen können so der Standardisierungsgrad der Prozesse und Richtlinien in den unterschiedlichen Standorten erhöht und einheitliche unternehmensinterne Richtlinien und Handlungsanweisungen geschaffen werden.

Mitarbeiter

Human Resources ist unter anderem für die Personalstrategie, die Mitarbeiterentwicklung und die Einhaltung der geltenden Arbeitnehmerrechte bei JOST zuständig. Die strategischen Ziele und die globale Koordination werden durch die Führung von Human Resources Global organisiert und geleitet, wobei die Verantwortung der Umsetzung an den einzelnen Standorten auf lokaler Ebene liegt. Aktuell gibt es im Konzern keine finanziellen Anreizsysteme zum Erreichen von Nachhaltigkeitszielen.

Compliance

Neben dem vom Vorstand ernannten Chief Compliance Officer (CCO) gibt es in allen Tochterunternehmen lokale Compliance-Beauftragte, die den CCO bei der gesamten Compliance-bezogenen Kommunikation auf lokaler Ebene sowie bei der Ein- und Durchführung bestimmter Compliance-Maßnahmen in den Tochtergesellschaften unterstützen. So können sowohl auf globaler als auch auf lokaler Ebene Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden, um ungesetzlichem bzw. unethischem Verhalten im Konzern frühzeitig entgegenzuwirken und Fehlverhalten zu vermeiden. Einzelheiten zur Compliance-Organisation finden Sie im Abschnitt "Compliance" im Nachhaltigkeitsbericht.

Risikomanagement

Die direkte Verantwortung, unternehmerische Risiken frühzeitig zu erkennen und zu steuern, liegt bei den Risikoverantwortlichen aus den jeweiligen Geschäftsfeldern. Hierbei enthalten sind auch Risiken aus den Bereichen Umwelt, Personal, Produkt und Compliance. Die Aufgabe der Risikoüberwachung liegt dezentral in der Verantwortung des jeweiligen Risikoverantwortlichen. Die übergreifende Steuerung und Konsolidierung der Informationen findet durch das zentrale Risikomanagement statt. Akute Risiken und Chancen werden dem Vorstand unverzüglich mitgeteilt. Einzelheiten dazu können dem Abschnitt "Chancen- und Risikobericht" des zusammengefassten Lageberichts entnommen werden.

INNOVATIONS- UND PRODUKTMANAGEMENT

JOST fertigt und liefert sicherheitsrelevante Systeme für die Schwerlasttransportindustrie. 75 % unseres Umsatzes generieren wir mit fahrzeugverbindenden Schnittstellen zwischen Zugmaschine und Anhänger wie Sattelkupplungen, Königszapfen, Stützwinden und Anhängekupplungen. Darüber hinaus bietet JOST Systeme für die Handhabung verschiedener Transportgüter wie Containertechnik und hydraulische Zylinder, die der Produktkategorie "Handling Solutions" angehören und etwa 10% des Konzernumsatzes darstellen. Des Weiteren hat JOST Produkte für Nutzfahrzeuge in Bewegung im Portfolio wie Zwangslenkungssysteme und Achsen mit modularen Federungssystemen, die die restlichen rund 15% des Umsatzes ausmachen.

Bei allen unseren Produkten legen wir einen sehr großen Wert auf die Produktsicherheit, Qualität und Zuverlässigkeit, denn Verbindungseinrichtungen wie z. B. Sattelkupplungen und Anhängekupplungen, sind Sicherheitsbauteile mit höchster Beanspruchung. Ein Versagen unserer Produkte bei der Anwendung könnte Verkehrsunfälle als Konsequenz haben. Je nach transportierter Fracht kann ein solcher Unfall wiederum nicht nur Personenschäden verursachen, sondern auch negative Auswirkungen auf die Umwelt haben, wenn es sich um Gefahrgutladungen handelt. Über die hohen Ansprüche an die Qualität und die Zuverlässigkeit unserer Produkte hinaus, ist die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit von JOST das Ziel unseres Innovations- und Produktmanagements. Um weiterhin wettbewerbsfähig zu sein, entwickeln wir unsere Produkte stetig weiter und erweitern durch Innovationen oder Akquisitionen unser Produktportfolio. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten wir 21 Produktinnovationen auf den Markt bringen.

Ein wichtiger Aspekt unserer Produktinnovationen besteht darin, die Herstellung und die Anwendung unserer Systeme und Lösungen nachhaltiger zu gestalten. Wir beziehen unsere Kunden frühzeitig in die Innovationsprozesse mit ein und greifen ihre Bedürfnisse bei der Entwicklung unserer Produkte auf. So können wir sie dabei unterstützen, ihr Geschäft ebenfalls nachhaltiger zu betreiben.

Im Geschäftsjahr 2019 konnten wir erstmalig den von uns entwickelten Bio-Schmierstoff vermarkten. Es handelt sich hierbei um einen Hochleistungsschmierstoff, der gemäß dem Entwicklungstests OECD 301 B schnell biologisch abbaubar ist und entsprechend die Einstufung "readily biodegradable" erreicht hat. Unser Ziel ist es, innerhalb von zwei Jahren unser Schmierstoffportfolio auf nachhaltige Alternativen umzustellen. Beim Schmiersystem "LubeTronic 5-Point" konnten wir innerhalb des ersten Jahres bereits 100 % der neuen Produkte umstellen.

Stark reduzierte Verschmutzung der Straßen und Umwelt durch Fett

Verringerung auf 1,6 KG statt 10 KG Fett pro Jahr

als Schmierstoff für Sattel- und Anhängekupplungen durch die Entwicklung und Einführung des Minimalschmierungssystems LubeTronic(r)

0,0 KG Rückstände - Entwicklung eines vollständig biologisch abbaubaren Hochleistungsschmierstoffs in 2018

Eine weitere umweltfreundliche Entwicklung ist die Einführung unseres neuen Reifenfüllsystems. Durch die Nutzung dieses Systems wird der Druck der Reifen kontrolliert und kann durch Nachfüllen konstant gehalten werden. Somit wird der Treibstoffverbrauch beim Fahren reduziert, was sich positiv auf die CO2-Emissionen auswirkt.

Auch im Bereich Landwirtschaft tragen wir zum Thema Nachhaltigkeit bei. Wir haben eine schmierfreie Kalotte mit austauschbarem Kunststoffeinsatz auf den Markt gebracht, wodurch kein manuelles Schmieren mehr nötig ist und Wartungszeiten sich erheblich verringern. Diese Innovation reduziert außerdem den Verschleiß, wodurch die Produkte deutlich langlebiger werden.

Darüber hinaus stellen die CO2- und Gewichtreduzierung unserer Produkte einen weiteren Fokus unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten dar. Hierbei ist die Entwicklung der gewichtsoptimierten Fernverkehrswinde "OPTIMA" im Geschäftsjahr 2019 zu nennen.

Auch die Steigerung der Sicherheit und der Geschwindigkeit des Kupplungsprozesses, z. B. im Rahmen des automatisierten Kupplungssystems (KKS), ist ein wesentlicher Aspekt unserer Forschung. Eine Automatisierung des Kupplungsprozesses steigert nicht nur die Fahrersicherheit und die Effizienz der Flotte, sondern erleichtert erheblich die physische Arbeit beim Kupplungsprozess und wirkt sich somit positiv auf die Gesundheit der Fahrer aus. Das Projekt befindet sich im Geschäftsjahr 2019 am Ende der Entwicklungsphase. Erprobung und Validierung sind gestartet und erste Feldversuche mit verschiedenen Speditionen werden durchgeführt.

Klima und Umwelt

Im Rahmen unseres unternehmerischen Handelns wollen wir Belastungen für die Umwelt so gering wie möglich halten und - wenn möglich - vermeiden. Deshalb gehört ein integriertes Qualitäts- und Umweltmanagement zum Selbstverständnis von JOST. Wir haben den Anspruch, unsere Produktionsstandorte sicher und nachhaltig zu gestalten. Die Verantwortung hierfür liegt im Bereich Qualitäts- und Umweltmanagement.

JOST betreibt insgesamt 19 Produktionsstandorte weltweit und ist in 21 Ländern vertreten. Eine systematische Schulung der Mitarbeiter und die regelmäßigen Überprüfungen des Gesundheits-, Sicherheits-, Qualitäts- und Umweltmanagements sollen dazu dienen, die Umsetzung der etablierten Normen und Vorgaben zu kontrollieren und Handlungsbedarfsfelder frühzeitig zu erkennen. Im Rahmen unseres Risikomanagementsystems ermitteln wir die Risiken und Gefahrenpotenziale systematisch und minimieren sie. Die Einhaltung lokaler Normen und Vorschriften für den sicheren Betrieb der Anlagen überprüfen die Experten vor Ort. Regelmäßige externe Überprüfungen erfolgen darüber hinaus im Rahmen der Zertifizierung nach dem Qualitätsmanagementstandard DIN ISO 9001, dem Umweltmanagementstandard DIN ISO 14001 und dem Arbeitsschutzmanagementstandard OHSAS 18001 sowie dem Automotive-Industriestandard IATF 16949. Sofern die Ergebnisse der Überprüfungen Verbesserungspotenziale zeigen, implementieren wir die entsprechenden Maßnahmen.

Wir wollen die Zertifizierung unserer Standorte kontinuierlich erweitern. Unser Ziel ist es, alle Produktionsstandorte nach dem Umweltmanagementstandard ISO 14001 zu zertifizieren. Dabei soll mindestens ein neues Werk pro Jahr hinzukommen. Aktuell sind bereits 68 % unserer Produktionswerke nach ISO 14001 zertifiziert, also 13 von 19 Produktionswerken (2018: 63%). Im Geschäftsjahr 2019 wurde TRIDEC BV in den Niederlanden erstmalig nach ISO 14001 zertifiziert. Somit haben wir unser Ziel für das abgelaufene Geschäftsjahr erreicht.

Im Geschäftsjahr 2019 hatten wir erneut keine Beschwerden (2018: 0) in Bezug auf ökologische Auswirkungen zu verzeichnen. Es gab keine Umweltverstöße und keine Sanktionen.

Eingesetzte Materialien

Die wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen sind besonders beim Ressourcenverbrauch eng miteinander verbunden und weisen oft in dieselbe Richtung. So haben Effizienzmaßnahmen häufig eine positive Auswirkung auf die Umwelt, indem sie den Verbrauch von Ressourcen miniminieren. Die größten Umweltrisiken bei der Herstellung unserer Produkte bestehen in der vorgelagerten Wertkette, z. B. bei der Eisenverhüttung oder bei den Schmieden und Gießereien, die hohe klimarelevante Emissionen bei der Herstellung der Stahlprodukte verursachen.

Bei grob 64 % unserer eingesetzten Materialien handelt es sich um bereits verarbeitete Stahl- und Eisenprodukte. Gemäß einer Analyse der "Drive Sustainability, the Responsible Minerals Initiative", die im Jahr 2018 eine ausführliche Studie der Nachhaltigkeitsrisiken verschiedener Rohmaterialien durchgeführt hat, werden die Risiken von Umweltschäden durch den Einsatz von gefährlichen Chemikalien oder Säureeinleitung in die Umwelt bei der Gewinnung und Verarbeitung von Stahl als gering bewertet. Im Gegensatz dazu sind die Kohlendioxidemissionen hoch. Auch als hoch wird das Risiko bewertet, dass Naturschutzgebiete bei der Eisenverhüttung gefährdet werden könnten.

JOST hat nur begrenzt Kontrolle über solche Risiken, da wir nur die Auswahl unserer direkten Lieferanten beeinflussen können. Wir haben aber keine zuverlässige Übersicht bzw. nur begrenzte Kontrollmöglichkeiten über die Lieferanten unserer Lieferanten. Durch unseren Verhaltenskodex für Lieferanten fordern wir sie zur Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards und zur Kontrolle der eigenen Lieferkette auf. Außerdem besuchen wir in regelmäßigem Abstand unsere Top 5 Lieferanten.

Ökologische Indikatoren

Übergeordnete Zielsetzung unserer Klima- und Umweltverantwortung ist die kontinuierliche Output-bezogene Verbesserung unserer Umweltkennzahlen.

Im Rahmen des Umweltmanagementsystems verfolgen und kontrollieren wir jährlich die Entwicklung des Energieverbrauchs, der Abfallmenge, des Wasserverbrauchs und der klimarelevanten Emissionen. Dabei fokussieren wir uns auf folgende Kernindikatoren:

Ökologische Kernindikatoren

Unsere relevanten Kennzahlen haben sich wie folgt entwickelt:

scroll
Indikator Einheit Kenngröße 2019* Kenngröße 2018 Veränderung zum Vorjahr (2018)
Stromverbrauch gesamt kWh / Produktionsstunde 7,47 8,43 -11,4%
Erdgasverbrauch gesamt kWh / Produktionsstunde 7,03 7,10 -1,o%
Wasserverbrauch gesamt m 3 / Produktionsstunde 0,03 0,02 50,0%
CO2 - Ausstoß gesamt Kg CO2eq / Produktionsstunde 6,20 7,60 -18,4%
Gesamtabfall / Waste total t 17.402,8 20.074 -13,3%
Schrott % vor Gesamtabfall 73,3 77,0 -4,8%
Gefährliche Abfälle % von Gesamtabfall 8,1 7,4 9,5 %
nicht gefährlicher Abfall % von Gesamtabfall 18,6 15,6 19,2 %

* Ein direkter Vergleich mit den Zahlen der Vorjahresberichte ist nicht möglich, da sich der Kreis der einbezogenen Unternehmen 2018 und 2019 leicht verändert hat. 2019 ist die neue Produktionsgesellschaft in der Türkei zusätzlich aufgenommen worden.

Der Ausstoß von Treibhausgasen bei der Herstellung von Sattelkupplungen und Stützwinden, den beiden JOST Kernprodukten, ist überwiegend auf die verwendeten Materialien zurückzuführen. Diese sind notwendig, um die Anforderungen an Stabilität, Sicherheit und Langlebigkeit der Produkte zu gewährleisten.

CO2-Emissionen 2019

CO2-Emissionen 0,23 KG CO2eq

pro Produktionseinheit bei Sattelkupplungen

CO2-Emissionen 0,09 KG CO2eq

pro Produktionseinheit bei Stützwinden

Im Durchschnitt wurden 2019 bei der Herstellung einer Sattelkupplung direkt und indirekt Treibhausgase in Höhe von 0,23 kg CO2eq (2018: 0,23 kg CO2eq) emittiert, bei einer Stützwinde waren es 0,09 kg CO2eq (2018: 0,09 kg CO2eq). Für die Ermittlung wurde jeweils der Treibhausgasausstoß der deutschen Produktionswerke Neu-Isenburg und Wolframs-Eschenbach angesetzt, da diese Werke ausschließlich Sattelkupplungen bzw. Stützwinden herstellen, und so die emittierten Treibhausgase den einzelnen Produkten zugerechnet werden können.

Zertifizierungen

Der hohe Stellenwert eines nachhaltigen Wirtschaftens bei JOST spiegelt sich auch in den unterschiedlichen Zertifizierungen der internationalen Standorte und Landesgesellschaften wider.

Übersicht unserer Zertifizierungen weltweit

scroll
ISO 9001: 2015 IATF 16949: 2016 ISO 14001: 2015 KBA Bestätigung OHSAS 18001* : 2007
Europa JOST-Werke Deutschland GmbH, Neu Isenburg v v v v
JOST-Werke Deutschland GmbH, Wolframs-Eschenbach v v v
ROCKINGER Agriculture GmbH v v v
JOST - Hungaria Kft v v v v
JOST Iberica S.A. v v
JOST Polska Sp. z o.o v v v v
JOST TAT OOO v v
JOST UK Limited v
TRIDEC BV v v
TRIDEC - Sistemas Direccionais para Semi-Reboques, Lda. v v
JOST OTOMOTIV SANAYI TICARET ANONIM SIRKETI v
Nord- und Südamerika JOST Brasil Sistemas Automotivos Ltda. v v v v
JOST International Corporation, Grand Haven, Michigan v
JOST International Corporation, Greeneville, Tennessee v v
Asien-Pazifik-Afrika JOST Australia Pty Ltd v
JOST (China) Auto Component Co., Ltd., Economic & Technological Development Zone, Wuhan v v v v
JOST India Auto Component Pvt. Ltd. v v
JOST (Thailand) Co., Ltd v v
JOST South Africa (Pty) Ltd v

* In Ländern mit bereits hohen gesetzlichen Anforderungen bezüglich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz wie die Staaten in Europa und Nordamerika haben wir auf eine zusätzliche Zertifizierung nach OHSAS 18001 verzichtet.

MITARBEITER

Ein verantwortungsvoller, wertschätzender Umgang mit allen Beschäftigten ist ein wesentlicher Aspekt unseres unternehmerischen Handelns. Engagierte Mitarbeiter sind der Schlüssel zu hoher Unternehmensleistung, erfolgreichem Wandel und schließlich nachhaltigem Unternehmenserfolg. Deshalb kommt der Mitarbeitergewinnung und -bindung bei JOST eine hohe Bedeutung zu. Wir wollen für Mitarbeiter und Nachwuchskräfte ein attraktiver Arbeitgeber sein. Für JOST ist es wichtig, die Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden. Unser Ziel ist es, die Mitarbeiter zu motivieren, fair zu behandeln und stetig weiterzuentwickeln.

Im Geschäftsjahr 2019 beschäftigten wir weltweit im Durchschnitt 2.912 Mitarbeiter - das entspricht einem Zuwachs um 2,4 % gegenüber dem Vorjahr (2018: 2.844). Der stärkste Zuwachs war im Bereich Vertrieb zu verzeichnen, während die Anzahl der Produktions- und FuE-Mitarbeiter nur leicht gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist. Die konzernweite Fluktuationsquote belief sich auf 14,4% (Vorjahr: 8,7%).

Durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter nach Funktionen 2019 (2018)

Personalentwicklung

Ein Ziel von JOST ist, den Konzern als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren, um qualifizierte Mitarbeiter für jeden Bereich schnell gewinnen zu können. So können wir eine effektive Besetzung von offenen Positionen mit geeigneten Mitarbeitern gewährleisten. Unsere Unternehmenswerte helfen uns dabei, über die reine fachliche Qualifizierung hinaus die richtigen Mitarbeiter zu finden sowie Talente im Konzern zu identifizieren, weiterzuentwickeln und bestmöglich einzusetzen. Wir sind davon überzeugt, dass eine attraktive, wertschätzende Unternehmenskultur die Leistungsbereitschaft und die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen stärkt, denn nur engagierte und neugierige Menschen können Herausragendes leisten.

Ein essentieller Punkt ist hierbei die langfristige Mitarbeiterentwicklung. Um diese weiter zu fördern, legen wir einen großen Wert auf die Weiterbildung und ständige Entwicklung unserer Mitarbeiter, denn ihr Wissen ist ein elementarer Baustein für den nachhaltigen Erfolg von JOST. Geschult wurden 2019 64% der in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter. Um Mitarbeiter entsprechend ihrer Potenziale und Interessen zu fördern, wird der Entwicklungsbedarf in regelmäßigen Mitarbeitergesprächen konkretisiert. Hierfür haben wir im Jahr 2019 den Prozess der jährlichen Leistungsbeurteilung verbessert und unseren Mitarbeitern durch Trainings verständlicher gemacht. So wurde im Jahr 2019 für rund 66,8 % der Mitarbeiter in Deutschland eine persönliche Leistungsbeurteilung durchgeführt.

Internationale JOST Trainingsmodule

Die durchschnittlichen Weiterbildungskosten

pro Mitarbeiter haben sich konzernweit von 248€ im Vorjahr auf 388€ im Geschäftsjahr 2019 gesteigert

Internationales Talentprogramm

von JOST als feste Institution für die Potenzialförderung im Konzern etabliert

Unsere durchschnittlichen Weiterbildungskosten pro Mitarbeiter haben sich im Geschäftsjahr 2019 gesteigert und beliefen sich konzernweit auf 388 € (Vorjahr: 248€).

Darüber hinaus haben wir unsere Potenzialträger aktiv weiterentwickelt. Hier hat sich das internationale Talentprogramm von JOST als feste Institution für die Potenzialförderung im Konzern etabliert. Das Programm wird im Zweijahresturnus durchgeführt. Der erste Jahrgang von Nachwuchstalenten wird das JOST Talentprogramm im Frühjahr 2020 abschließen. In den letzten 12 Monaten des JOST Talentprogramms lag der Schwerpunkt in drei Modulen auf strategischem und unternehmerischem Denken, Teamführung sowie Konflikt- und Veränderungsmanagement. Das letzte Modul im Januar 2020 konzentrierte sich auf interkulturelle Kommunikationskompetenz und endete mit einem Leadership Summit. Parallel hat die Bewerbungsphase für den nächsten Programmstart im Winter 2019 begonnen. Der zweite Jahrgang wird im Sommer 2020 in das 24-monatige Talentprogramm starten. 15 Nachwuchstalente werden weltweit individuell durch erfahrene JOST Manager in einem Mentorenprogramm und von Talentprogramm-Alumni betreut.

Ferner wurde 2019 ein neues Entwicklungsprogramm in den USA initiiert und die lokalen Programme in den Niederlanden, Portugal und Polen weitergeführt, welche die konzernweiten Leitlinien für Führungskräfteentwicklung als Basis haben. Weitere lokale Entwicklungsprogramme sind in Planung.

Im Geschäftsjahr 2019 bildeten wir an unseren deutschen Standorten elf kaufmännische und zwei gewerbliche Auszubildende aus. Gemäß unserem Ziel, in 2019 einen weiteren Ausbildungsberuf anzubieten, gibt es bei JOST seit August 2019 einen Auszubildenden zum Fachinformatiker für Systemintegration. Wir verfolgen weiterhin das Ziel, die kaufmännischen und gewerblichen Auszubildenden nach Abschluss ihrer Ausbildung auf lange Sicht in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zu übernehmen. Von den vier Auszubildenden, die im Jahr 2019 ihre Ausbildung beendeten, wurden drei in den Konzern übernommen (75 %).

Vielfalt und Chancengleichheit

Die heutige Gesellschaft ist von einer Vielfalt unterschiedlicher Hintergründe und Lebensentwürfe geprägt. Als international agierendes Unternehmen leben wir eine Kultur, die die Individualität jedes Menschen wertschätzt und Chancengleichheit unabhängig von Alter, Geschlecht, Behinderung, ethnisch-kultureller Herkunft, Religion, Weltanschauung oder sexueller Identität fördert.

Alleine in Deutschland, dem Standort unserer Firmenzentrale, beschäftigten wir im Jahr 2019 Mitarbeiter mit über 33 verschiedenen Nationalitäten (Vorjahr: 30), was die große Vielfalt unserer Beschäftigen zeigt. Das Durchschnittsalter dieser Mitarbeiter beträgt rund 44,3 Jahre. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit liegt in Deutschland bei 12,6 Jahren (Vorjahr: 11) und hebt die starke Bindung unserer Mitarbeiter an den JOST Konzern hervor. Wir beschäftigen unsere Mitarbeiter in Deutschland in 124 verschiedenen Berufen (Vorjahr: 121) und sind damit sehr differenziert aufgestellt.

Weltweit liegt das Durchschnittsalter unserer Mitarbeiter bei 41 Jahren und die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit bei 8 Jahren.

Aufteilung der Mitarbeiter nach Regionen zum Stichtag 31. Dezember 2019 (31. Dezember 2018)

Ein besonderes Anliegen ist für uns die Gleichberechtigung der Geschlechter. Es ist uns wichtig, Frauen und Männern in unserem Unternehmen die gleichen Chancen zu bieten. Wir streben ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Geschlechtern auf allen Mitarbeiterebenen an. Die Steigerung der Anzahl der beschäftigten Frauen im Konzern stellt jedoch eine Herausforderung dar, da der fachliche Schwerpunkt bei JOST stark auf technischen Berufen liegt, in denen Frauen sowohl im Studium als auch in den Bewerbungsverfahren immer noch unterrepräsentiert sind. Im Geschäftsjahr 2019 stieg die konzernweite Frauenquote auf 13,2 % (Vorjahr: 12,4 %).

Frauen in Führungspositionen 2019 (2018)

10,5 % (10 %) Frauenanteil konzernweit

in Führungspositionen in den beiden Führungsebener unterhalb des Vorstands

25 % (50 %) Frauenanteil

in Führungspositionen bei der JOST Werke AG

Wir konnten den konzernweiten Anteil von Frauen in Führungspositionen in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands auf 10,5% erhöhen (Vorjahr: 10%). Somit haben wir auch 2019 unser Ziel erreicht, den Anteil von Frauen in Führungspositionen auf mindestens 10 % zu steigern. Auch zukünftig wird der Vorstand bei der Auswahl von Führungskräften stets auf Vielfalt achten und dabei insbesondere weibliche Kandidatinnen berücksichtigen. Bei der finalen Besetzung steht nach wie vor die fachliche und persönliche Qualifikation des jeweiligen Bewerbers bzw. der jeweiligen Bewerberin im Vordergrund.

Zum Stichtag 31. Dezember 2019 reduzierte sich der Anteil von Frauen in Führungspositionen bei der JOST Werke AG auf 25 % (Vorjahr: 50 %). Damit hat die JOST Werke AG die Zielmarke von mindestens 30% leicht unterschritten.

Nachdem wir im Vorjahr in Deutschland einen Workshop zur gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung erfolgreich durchgeführt haben, führten wir im Geschäftsjahr 2019 an unserem polnischen Standort Schulungen zur Bekämpfung von Mobbing und Diskriminierung am Arbeitsplatz durch. Dabei wurden über 200 Mitarbeiter in zweistündigen interaktiven Workshops durch Anwälte geschult. Zusätzlich wurden Vorgesetzte in einer weiteren dreistündigen Unterweisung geschult.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind wesentliche Elemente unserer Geschäftstätigkeit. Als produzierendes Unternehmen haben wir die Verantwortung, eine sichere Arbeitsumgebung für die gesamte Belegschaft zu gewährleisten, denn gerade die Mitarbeiter in der Produktion und dem Lager sind prinzipiell einem erhöhten Gesundheitsrisiko ausgesetzt.

Damit es erst gar nicht zu Unfällen am Arbeitsplatz kommt, ist Prävention für JOST ein wichtiges Anliegen. So setzen wir in unserem Konzern hohe Maßstäbe bei der Sicherheit im Umgang mit Gefahrstoffen und anderen möglichen Gefahrenquellen. Zusätzlich ist es uns wichtig, das Sicherheitsbewusstsein unserer Mitarbeiter zu schärfen und ihre Kompetenzen zu erweitern. Regelmäßige Informationen, Unterweisungen, Schulungen und Weiterbildungen, sowohl aufgrund gesetzlicher Anforderungen oder auf zusätzlicher freiwilliger Basis, tragen dazu bei, einen hohen Sicherheitsstandard zu erreichen. Damit können wir in allen Bereichen, sowohl gewerblich als auch kaufmännisch, sowie an all unseren Standorten ein sicheres Arbeiten gewährleisten und fördern.

Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Erste-Hilfe-Kursen für alle Mitarbeiter und der jährlichen Gabelstapler-Unterweisung für betroffene Kollegen bietet JOST auch im gewerblichen Bereich eine gesetzlich nicht vorgeschriebene Schulung zum Mitgänger-Flurförderfahrzeug an, um die Sicherheit im gesamten Werk zu verbessern. Die Schulung wurde erstmals 2019 durchgeführt und wird auch noch im Jahr 2020 regelmäßig stattfinden. Im Jahr 2020 sollen außerdem Schulungen für die Kranbedienung angeboten werden.

Um Gefahren zu ermitteln und zu identifizieren, gibt es an den Produktionsstandorten in regelmäßigen Abständen sogenannte Arbeitsplatzbegehungen samt Gefährdungsbeurteilungen. Diese werden durch den Abteilungsverantwortlichen, den Betriebsrat, den Betriebsarzt, den Sicherheitsbeauftragten sowie einen Mitarbeiter aus dem jeweiligen operativen Bereich durchgeführt. Bei dieser Begehung werden verschiedene Risikoarten wie beispielsweise mechanische oder physische Gefährdungen identifiziert und beurteilt. Im Fall einer möglichen Gefahr wird im gleichen Kreis gemeinsam eine Risikobewertung durchgeführt und effektive Abstell- oder Gegenmaßnahmen werden eingeleitet.

Ebenfalls sollen Beinah-Unfälle an den Vorgesetzten gemeldet werden, um unmittelbar aktiv reagieren zu können, zum Beispiel durch eine erneute Unterweisung zur Sensibilisierung der Mitarbeiter. Im ungünstigen Fall eines Unfalls, reagiert JOST direkt mit einer Unfallanalyse und leitet entsprechende Maßnahmen zur Vorbeugung in der Zukunft ein. Oftmals werden in solchen Fällen neue Unterweisungen für die konkrete Vermeidung erarbeitet und durchgeführt. Diese Vorgänge leben von der aktiven Kommunikation und dem Austausch zwischen unseren Mitarbeitern und den Bereichsverantwortlichen.

Ferner finden externe Überprüfungen im Rahmen der Zertifizierungen unserer Managementsysteme statt. Wir verfügen über Zertifizierungen nach DIN ISO 9001 (Qualität), DIN ISO 14001 (Umwelt) sowie 18001 (Arbeitsschutz). In Ländern mit bereits hohen gesetzlichen Anforderungen bezüglich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz wie die Staaten in Europa und Nordamerika haben wir auf eine zusätzliche Zertifizierung nach OHSAS 18001 verzichtet. In den Werken in China und Brasilien haben wir die OHSAS 18001 Zertifizierung durchgeführt, um konzernweit vergleichbare Standards für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zu etablieren. Ausführlichere Informationen sind auf unserer Internetseite zu finden unter https://www.jost-world.com/de/ corporate/verantwortung/zertifikate.html

Arbeitsunfälle 2019 (2018)

18,4 / 1.000 (20 / 1.000)

Verbesserte konzernweite Tausend-Mann-Quote (Anzahl von meldepflichtigen Arbeitsunfällen pro 1.000 Mitarbeiter)

Wir erfassen in regelmäßigen Abständen arbeitsbezogene Unfallzahlen und werten diese aus. Im Berichtsjahr 2019 verbesserte sich erneut die konzernweite Tausend-Mann-Quote (Anzahl von meldepflichtigen Arbeitsunfällen pro 1.000 Mitarbeiter) auf 18,4 (2018: 20). Unser Ziel ist, die Anzahl von Arbeitsunfällen kontinuierlich weiter zu reduzieren.

Einige Beispiele für Neuerungen und Aktivitäten im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Geschäftsjahr 2019 waren:

Monatliche Sicherheitsbegehungen im Bereich der Werkslogistik, um mögliche Mängel rechtzeitig zu erkennen und zu beheben.

Externe Unterstützung durch einen Fachexperten für Arbeitssicherheit im Bereich der Gefährdungsbeurteilungen (GBU), um die GBUs zu optimieren und die Mitarbeiter zu schulen.

Optimierung der Beleuchtung in den Arbeitsplätzen, was sich zum einem positiv auf die Gesundheit der Mitarbeiter auswirken soll und zum anderen eine Energieersparnis bewirken dürfte. Für das Jahr 2020 ist geplant, dies weiter voranzutreiben.

Schulungen durch den Betriebsarzt und den Werksleiter zum Thema "Richtig Heben", um Rückenbeschwerden zu minimieren oder komplett zu vermeiden.

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Auch das betriebliche Gesundheitsmanagement ist für JOST ein zentrales Thema. Ein Betriebsarzt, der in regelmäßigen Abständen zu allen deutschen Standorten kommt, bietet neben den Vorsorgeuntersuchungen und den vorgeschriebenen Untersuchungen auch Zusatzleistungen, wie Impfungen an. Für den Standort Neu-Isenburg soll ein Ergometer angeschafft werden, sodass Untersuchungen vor Ort gemacht werden können.

Am Werk in Neu-Isenburg gibt es Pilateskurse, die zweimal wöchentlich für alle Mitarbeiter angeboten werden. Zusätzlich gibt es eine Kooperation mit einem Fitnessstudio, die deutschlandweit für alle Studios gilt und bei der Mitgliedschaften bezuschusst werden. Auch in diesem Jahr wurde ein Training zum Zeitmanagement angeboten, um psychischen Krankheiten vorzubeugen. Ziel ist es, diese Trainings regelmäßig anzubieten.

Förderung des Betriebsklimas

Durch Skip-Level-Meetings wird eine Plattform hergestellt, in der sich die Mitarbeiter mit dem Vorstandsvorsitzenden direkt auseinandersetzen können. So können beiderseitige Fragen in einer angenehmen Atmosphäre gestellt und beantwortet werden.

Um den abteilungsübergreifenden Kontakt unter den Mitarbeitern zu verbessern, gibt es seit 2019, neben After-Work Aktivitäten, die seit zwei Jahren angeboten werden, ein neues Format, das sich "Mystery Lunches" nennt. Auf freiwilliger Basis können die Mitarbeiter zufällig ausgeloste Kollegen aus anderen Abteilungen beim Mittagessen zu zweit persönlich kennenlernen. Solche Initiativen sollen eine bessere crossfunktionale Zusammenarbeit ermöglichen.

Mitarbeiter aus den Bereichen Vertrieb, Einkauf und Finanzen aus aller Welt kommen jeweils einmal im Jahr und im Rahmen von Workshops zusammen, um Erfahrungen und Ideen auszutauschen, neue Ziele und Impulse für das kommende Jahr zu setzten, Trends in der Branche frühzeitig zu erkennen und Best Practice Beispiele der Standorte zu identifizieren.

Ziel dieser Programme ist es, das Verständnis untereinander noch weiter zu verbessern und weitere Plattformen zu schaffen, die den Austausch fördern. Denn wir sind überzeugt, dass die internationale und abteilungsübergreifende Zusammenarbeit bei JOST einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil darstellt. In diesem Zusammenhang wollen wir 2020 Job Hospitations anbieten, während denen die Mitarbeiter die Chance erhalten, einen Tag in einer anderen Abteilung zu verbringen.

Menschenrechte

Sowohl die Einhaltung der Menschenrechte als auch die Unterbindung von Zwangs- und Kinderarbeit wurden bei der Wesentlichkeitsanalyse als sehr wichtig eingestuft. Für uns ist die Einhaltung der national und international gültigen Menschen- und Arbeitnehmerrechte selbstverständlich. Somit haben der Schutz und Respekt jedes Menschen für JOST höchste Priorität und werden bei uns als global agierendes Unternehmen zu einem unabdingbaren Teil unserer Verantwortung.

Wir verurteilen jegliche Form der Diskriminierung, etwa aus Gründen der ethnischen Herkunft, der Religion, der politischen Einstellung, des Geschlechts, der körperlichen Konstitution, des Aussehens, Alters oder der sexuellen Orientierung. Um dies zu untermauern, sind klare Antidiskriminierungsregeln Teil unseres weltweit gültigen JOST Verhaltenskodex'. Unsere Mitarbeiter und auch Kunden, Lieferanten und weitere externe Stakeholder können durch unser Hinweisgebersystem Verstöße gegen Menschen- und Arbeitnehmerrechte anonym melden (nähere Informationen unter Punkt "Compliance").

Neben der Kontrolle in unseren eigenen Standorten, wollen wir auch, dass unsere Lieferanten Nachhaltigkeitsstandards und Menschenrechte einhalten. Dafür haben wir im Jahr 2018 einen Verhaltenskodex für Lieferanten entwickelt.

Insgesamt ist zu bemerken, dass gemäß einer Analyse über Nachhaltigkeitsrisiken von Rohmaterialien, die von "Drive Sustainability, the Responsible Minerals Initiative" 2018 durchgeführt worden ist, die Risiken von Kinder- und Zwangsarbeit sowie Menschenrechtsverletzungen bei der Gewinnung und Verarbeitung von Stahl - unserem Hauptrohmaterial - als gering bewertet werden.

COMPLIANCE

In der Struktur einer deutschen Aktiengesellschaft überwacht der Aufsichtsrat den Vorstand, der wiederum das strategische und operative Management der Gesellschaft verantwortet. Im Einklang mit den Grundgedanken des Deutschen Corporate Governance Kodex übernehmen Vorstand und Aufsichtsrat der JOST Werke AG die Verpflichtung, nach den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft für den Bestand des Unternehmens und seine nachhaltige Wertschöpfung zu sorgen. So sind in der Unternehmensführung von JOST gute Corporate Governance, Integrität, umfassende Compliance und das ethische Verhalten jeder Führungskraft und jedes Mitarbeiters fest verankerte Bestandteile.

Mit unserem Compliance Management zielen wir auf die Rechtskonformität aller Aktivitäten des Konzerns ab. Sowohl rechtmäßiges und verantwortungsvolles Handeln als auch die Achtung der Menschenrechte sind fest in unserem Unternehmen verankert. Indem wir unsere Werte im Unternehmen leben, schaffen wir Vertrauen bei unseren Kunden, Geschäftspartnern, bei unseren Aktionären und in der Öffentlichkeit. So sichern wir unseren langfristigen Unternehmenserfolg.

Einhaltung von Gesetzen und Normen

Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für die Einhaltung von Gesetzen, Normen und Grundsätzen im Konzern und in diesem Zusammenhang berichtet er an den Aufsichtsrat. Bei der Wahrnehmung seiner Pflichten hat der Vorstand die entsprechenden Aufgaben auf verschiedene Funktionen innerhalb des JOST Konzerns übertragen.

Der Chief Compliance Officer (CCO) überwacht und kontrolliert die Einhaltung der Gesetze, Normen und internen Richtlinien im Konzern (Compliance) und unterstützt dabei mit Hilfe des Compliance-Management-Systems das integre und regelkonforme Verhalten der Mitarbeiter. Er wird vom Vorstand ernannt und berichtet direkt an den Finanzvorstand. Außerdem trägt er die Verantwortung für das Compliance-Management-System und berät den Vorstand in jeglichen Compliance-Fragen.

Der CCO schlägt die lokalen Compliance-Beauftragten der Tochtergesellschaften vor, überprüft kontinuierlich Compliance bei JOST und schlägt dem Vorstand allgemeine Compliance-Ziele sowie individuelle Compliance-bezogene Maßnahmen vor, die bei JOST und den Tochtergesellschaften umzusetzen sind. Zusätzlich leitet er den Prozess und die möglichen Untersuchungsmaßnahmen bei Meldungen oder Erkennen von potenziellen Compliance-Vorfällen.

Die lokalen Compliance-Beauftragten unterstützen den CCO bei der gesamten Compliance-bezogenen Kommunikation auf lokaler Ebene sowie bei der Einführung bestimmter Compliance-Maßnahmen in den Tochtergesellschaften. Die lokalen Compliance-Beauftragten berichten an den CCO regelmäßig über den Status und den Fortschritt der in den jeweiligen Tochtergesellschaften eingeleiteten Compliance-Maßnahmen sowie über das Auftreten von etwaigen Compliance-Vorfällen. Eine wichtige Aufgabe der lokalen Compliance Beauftragten und des CCO ist es, für alle Mitarbeiter in der jeweiligen lokalen Einheit als Ansprechpartner für jegliche Compliance-bezogene Fragestellungen zu dienen.

Compliance - Einhaltung von Gesetzen und Normen

Bekämpfung von Korruption und Bestechung

Der unternehmensinterne Verhaltenskodex und die dort definierten gesetzlichen Anforderungen und freiwillig auferlegten ethischen Grundsätze des JOST Konzerns stellen ein zentrales Element des Compliance-Management-Systems dar. Der Verhaltenskodex bietet eine wesentliche Grundlage für das tägliche Handeln der Mitarbeiter und Führungskräfte.

Im Geschäftsjahr 2019 wurden 8 Hinweise gemeldet (2018: 2), die sich überwiegend auf das Verhalten von Kollegen oder Vorgesetzten bezogen. Alle Fälle wurden in angemessener Zeit von der Compliance-Abteilung und den lokalen (Personal-) Abteilungen untersucht und zu einer Klärung oder Lösung geführt. Ein kurz vor Jahresende gemeldeter Fall befand sich zum Stichtag 31. Dezember 2019 noch in Untersuchung.

JOST Lieferantenkodex

Zu finden im Internet unter:

https://www.jost-world.com/de/corporate/verantwortung/compliance.html

Wir erwarten von unseren Geschäftspartnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette Rechtstreue und Integrität und sehen dies als zentrale Voraussetzung für dauerhafte erfolgreiche Geschäftsbeziehungen. Aus diesem Grund wurde 2018 ein Verhaltenskodex für Lieferanten entwickelt, der mittlerweile als Standard für neue Vertragsbeziehungen verpflichtend ist und zunehmend auch in bestehende Beziehungen einbezogen wird. Für JOST als stahlverarbeitendes Unternehmen ist er insofern von besonderer Bedeutung, als gemäß der Analyse von "Drive Sustainability, the Responsible Minerals Initiative" Korruption bei der Eisenverhüttung ein hohes Nachhaltigkeitsrisiko darstellt. Denn viele Länder, in denen Stahl gewonnen wird, haben schwach ausgeprägte staatliche Strukturen und weisen Defizite im Bereich der Rechtsstaatlichkeit auf bzw. leiden unter hoher Korruption. Entsprechend sind auch unsere Lieferanten diesem Risiko ausgesetzt. Im Jahr 2019 wurde der Lieferantenkodex an weitere Lieferanten verteilt. Die Quote der unterzeichneten Rückläufer liegt weltweit betrachtet bei 44,4 % (Stand Oktober 2019). Zusätzlich dazu führt JOST im regelmäßigen Abstand von drei Jahren Besuche bei den Top 5 Lieferanten durch.

Korruptionsvermeidung

19,2 % Anteil am Konzernumsatz hergestellt in Ländern mit einem Korruptionsindex < 60 % (Vorjahr: 17,9 %)

Bei JOST betrug im Geschäftsjahr 2019 der Anteil am Konzernumsatz, der in Ländern mit einem Korruptionsindex < 60 % hergestellt wurde, rund 19,2 % (2018: 17,9 %). Deshalb sind Maßnahmen zur Früherkennung und Vermeidung von Korruption besonders wichtig.

Im Jahr 2019 wurden e-Learning-Schulungen zum Thema Compliance und Datenschutz bzw. IT-Sicherheit durchgeführt und der weitere Roll-Out für die europäischen Standorte, vorbereitet. Darüber hinaus haben die lokal verantwortlichen Compliance Officer weltweit Präsenzschulungen zum Verhaltenskodex durchgeführt und dabei den Verhaltenskodex "Code of Conduct" sowie eine Informationskarte über das bestehende Hinweisgebersystem von JOST verteilt. Unser Ziel dabei war, den angestellten und gewerblichen Mitarbeitern erneut den Code of Conduct und das Hinweisgebersystem vorzustellen, um sie für dieses Thema stärker zu sensibilisieren. Im Rahmen der Schulungen konnten wichtige Fragen, beispielsweise zum Schutz und zur Anonymität von Hinweisgebern, direkt geklärt werden. Durch diese Maßnahme wurden verstärkt Mitarbeiter angesprochen, die durch ihre Tätigkeit keinen Computerzugang haben.

Im Rahmen eines globalen Meetings, an dem jährlich verschiedene Führungskräfte und Mitarbeiter aus dem Vertriebsbereich teilnehmen, wurde im Jahr 2019 eine Präsenzschulung im Bereich Kartellrecht durchgeführt.

POLITIK UNU GEMEINWESEN

Eine politische Einflussnahme wurde auch im Geschäftsjahr 2019 vom JOST Konzern und den lokalen Einheiten nicht ausgeübt. Die Ausgaben dafür waren 0 € (Vorjahr: 0 €).

Zur Stärkung des Gemeinwesens engagiert sich JOST freiwillig in sozialen Projekten auf kommunaler Ebene. Dabei unterliegen die gesellschaftlichen Aktivitäten jedoch keinem übergeordneten zentralen Steuerungsprozess und es gibt kein konzernweit einheitliches Konzept, das den Dialog auf regionaler und kommunaler Ebene aktiv steuert. Die Aktivitäten sind vielmehr dezentral organisiert und werden durch Einzelmaßnahmen, gesteuert durch unsere Standorte, lokal umgesetzt. Einen mittelbaren Beitrag zur positiven wirtschaftlichen Entwicklung der lokalen Gemeinden leisten wir als Arbeitgeber, da wir vor Ort Arbeitsplätze schaffen.

Unser Standort in Polen hat sich im Geschäftsjahr 2019 besonders aktiv im Bereich Gemeinwesen und Soziales eingebracht. Zum einen wurden lokale Institutionen wie das örtliche Krankenhaus, die Feuerwehr und das Kulturhaus, mit Spenden unterstützt. Zusätzlich wurde an Sportvereine gespendet, in denen die Kinder der Mitarbeiter aktiv sind. Außerdem konnten die JOST Mitarbeiter bei lokalen Sport- und Kulturveranstaltungen teilnehmen und wurden dabei durch das Unternehmen gefördert.

Auch unsere Tochtergesellschaft in Australien engagierte sich im Jahr 2019 gemeinnützig und spendete an Gemeinden und lokale Wohltätigkeitsorganisationen. Zusätzlich ermöglichte dieser Standort einem seiner Mitarbeiter an einer Charity-Aktion teilzunehmen. Der Mitarbeiter beteiligte sich an einer Aktion, bei der er als Postbote ("Postie Bike Ride 2019") Spenden für benachteiligte Kinder gesammelt hat. Er wurde von JOST Australia für diese Zeit freigestellt.

JOST Goes Green - der Standort in Neu-Isenburg wird grüner

Auch zum Thema Nachhaltigkeit in Umweltbelangen sind JOST Mitarbeiter aktiv gewesen. Innerhalb Deutschlands wird darauf geachtet, bei diversen Terminen auf die Bahn anstelle von Flugzeug und Auto auszuweichen.

Mit der im Sommer 2019 eingeführten Initiative "JOST Goes Green" soll der Standort in Neu-Isenburg grüner, sprich nachhaltiger, gemacht werden. Die Mitarbeiter wurden dazu aufgerufen, ihre Ideen einzubringen, um den ökologischen Fußabdruck am Standort Neu-Isenburg weiter reduzieren zu können. In diesem Zusammenhang wurden Möglichkeiten gesucht, wie Umwelt, Nachhaltigkeit und Gesundheit in dem Standort noch weiter verbessert werden können.

Die gesammelten Ideen wurden anschließend mit Mitarbeitern, die sich freiwillig zu einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen haben, diskutiert und es wurde darüber entschieden, welche Vorschläge umgesetzt werden können. Dieses Projekt hat den Charakter eines Pilotprojektes und es wird geprüft, ob es zukünftig an anderen Standorten des Konzerns ebenfalls umgesetzt werden kann.

NEGATIVE AUSWIRKUNGEN UND RISIKEN AUS DER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Im Rahmen des Berichtsprozesses haben wir geprüft, ob Risiken bestehen, die mit unserer eigenen Geschäftstätigkeit, den Geschäftsbeziehungen sowie den Produkten und Dienstleistungen verknüpft sind und die sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf die im Gesetz genannten nichtfinanziellen Aspekte haben oder haben werden. Auf Grundlage dieser Nettorisikobewertung sowie der allgemeinen gesetzlichen Vorgabe zur Auswahl der wesentlichen Berichtsinhalte haben wir keine Risiken im Sinne des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz zu berichten.

Da diese Prüfung Bestandteil der Risikoberichterstattung des Unternehmens ist, ist eine detailliertere Beschreibung der nichtfinanziellen Risiken im Teil "Risikobericht" des Geschäftsberichts zu finden.

 

Neu-Isenburg, 13. März 2020

JOST Werke AG

Der Vorstand

ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT

GRUNDLAGEN DES KONZERNS

Geschäftsmodell und Organisationsstruktur

Die JOST Werke AG ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Neu-Isenburg, Deutschland. Sie ist die Muttergesellschaft des JOST Konzerns ("JOST"), einem weltweit führenden Hersteller und Lieferanten von sicherheitsrelevanten Systemen für die Nutzfahrzeugindustrie. Die marktführende Position von JOST in der Branche wird durch die starken Marken JOST, ROCKINGER, TRIDEC und Edbro untermauert. Das operative Geschäft ist nach Regionen strukturiert und wird dabei in drei geografische Segmente Europa, Nordamerika und Asien-Pazifik-Afrika (APA) aufgeteilt. Diese Segmente bilden die Struktur der internen Organisation, Steuerung und Berichterstattung.

Zum Stichtag 31. Dezember 2019 setzte sich der JOST Konzern aus 31 Gesellschaften zusammen. Zudem hält JOST 49 % der Anteile an einem Joint Venture in Brasilien, das nach der Equity-Methode bilanziert wird. -> Siehe Konzernanhang Tz. 4

Im Geschäftsjahr 2019 erzielte JOST einen Umsatz von 736,3 Mio. EUR und beschäftigte im Durchschnitt 2.912 Mitarbeiter weltweit. Mit 19 Produktionsstätten (einschließlich des Joint Ventures in Brasilien) in 21 Ländern auf fünf Kontinenten ist JOST ein global aufgestelltes Unternehmen und hat Zugang zu Herstellern von LKWs und Anhängern sowie zu allen relevanten Endkunden. Die starke internationale Präsenz spiegelt sich im Umsatz nach Zielort der Produkte wider: Wie in den vergangenen Jahren, war auch 2019 der stärkste Absatzmarkt Europa, wo JOST 51% des Umsatzes generierte, gefolgt von Asien-Pazifik-Afrika (APA) mit einem Umsatzanteil von 26 % und Nordamerika mit 23 %. Lateinamerika bedient der Konzern hauptsächlich durch das Joint Venture in Brasilien. Die vom Joint Venture generierten Umsätze sind nicht Teil des Konzernumsatzes; im Jahr 2019 stiegen diese Umsatzerlöse um 13% auf 65,0 Mio. EUR (Vorjahr: 57,6 Mio. EUR).

Langfristige und enge Kundenbeziehungen sowie ein kapitaleffizientes Geschäftsmodell stützen diese Marktposition weiter. JOST verfügt über ein breit gefächertes, weltweites Vertriebsnetz, durch das wir Hersteller (Original Equipment Manufacturers bzw. "OEMs") von LKWs und Anhängern beliefern. Darüber hinaus verkaufen wir im Rahmen unserer Handelsaktivitäten (sog. Trading) Komponenten an große Ersatzteilunternehmen der OEMs sowie an Großhandelsunternehmen, die wiederum kleinere OEMs, Fahrzeugflotten und sonstige Endnutzer bedienen.

Produkte und Dienstleistungen

JOST teilt seine Produkte in drei Kategorien ein:

Vehicle Interface - Die fahrzeugverbindende Schnittstelle zwischen Zugfahrzeugen und Anhängern. Dazu gehören u. a. Sattelkupplungen, Königszapfen, Stützwinden und Anhängekupplungen.

Handling Solutions - Systeme zur Handhabung verschiedener Transportgüter und -anwendungen, z. B. Containertechnik, intermodaler Verkehr und hydraulische Zylinder.

Manoeuvering - Produkte für die Nutzfahrzeugkombination in Bewegung, z. B. Achsen mit oder ohne modularen Federungssystemen für LKWs und Anhänger sowie Zwangslenkungssysteme.

Ergänzend zu unserem Produktportfolio bieten wir unseren OEM-Kunden essenzielle Dienstleistungen wie Just-in-Sequence-Fertigung und Logistikintegration sowie die Entwicklung von integrierten Sensor- und Bediensystemen. Ferner beliefern wir Großhandelsunternehmen mit Komponenten und Originalersatzteilen der Marken JOST, ROCKINGER, TRIDEC und Edbro.

Konzernstrategie

Ziele der Konzernstrategie sind der langfristige operative Erfolg und die damit einhergehende kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswertes. Dafür streben wir eine nachhaltige Umsatzsteigerung an, die über dem jeweiligen Marktwachstum liegt und von einer hohen Ertragskraft und einem starken Cashflow begleitet wird. Um diese Kernziele zu erreichen, konzentriert sich JOST auf die folgenden strategischen Handlungsfelder:

Produktinnovationen: Als einer der weltweit führenden Hersteller für sicherheitsrelevante Systeme der Nutzfahrzeugindustrie haben wir über die letzten Jahrzehnte eine große Zahl qualitativ hochwertiger, robuster und langlebiger Markenprodukte auf den Markt gebracht. Auf Basis langjährig bestehender Vertriebskanäle und eines umfassenden Know-hows im Bereich Transportanwendungen, sichern wir unsere Marktposition und Markenbekanntheit und bieten unseren Kunden durch Neu- und Weiterentwicklungen zusätzliche Lösungen für ihre Transportbedürfnisse an. Als Entwicklungspartner unserer Kunden sind wir der Überzeugung, dass wir den Wert der Produkte steigern und den Technologiewandel hin zu komplexeren, automatisierten und autonomen Nutzfahrzeugen begleiten können. Dabei wollen wir auch unsere Produkte nachhaltiger gestalten, um ökologischere Alternativen für die Anwendung zu bieten. Wir streben an, unsere Position als präferierter Partner unserer Kunden zu festigen und auszubauen.

Wachstumsinitiativen: Wir verfolgen aktiv die Konsolidierung in unseren Kerngeschäften durch organisches und externes Wachstum. Dabei nutzen wir die Stärke unserer bestehenden Vertriebskanäle und Infrastrukturen, kombiniert mit der hohen Bekanntheit unserer Marken und unserer globalen Präsenz. Darüber hinaus streben wir die Erweiterung unseres Produktportfolios in angrenzenden Anwendungsgebieten der Nutzfahrzeugindustrie an, um neue Umsatzquellen zu erschließen. Aufbauend auf unserem starken traditionellen Kerngeschäft treiben wir die Expansion unseres Konzerns weiter voran und vertiefen das Angebot an Produkten in den Kategorien Vehicle Interface, Handling Solutions und Manoeuvering für Nutzfahrzeuganwendungen auf und abseits der Straße.

Fokus auf den Cashflow: Unser Geschäftsmodell basiert auf starken Marken und Kundennähe, einem modularen Produktdesign und einer geringen Kapitalintensität der Produktion. So erreichen wir eine überdurchschnittliche Marge und stellen die nötige Flexibilität unserer Produktionskapazitäten sicher, um uns in zyklischen Endmärkten erfolgreich behaupten zu können. Gleichzeitig profitieren wir aufgrund des geringen Anlageninvestitionsbedarfs von einem Überschuss an liquiden Mitteln, die für das weitere Geschäftswachstum zur Verfügung stehen. Durch diese Aufstellung können wir unsere Position als präferierter Anbieter für Systeme im Nutzfahrzeugbereich ausbauen und in den Ausbau der Wettbewerbsvorteile unserer Produkte und Dienstleistungen sowie in weiteres Wachstum investieren.

Unternehmenssteuerung und -kontrolle

Zur Unternehmenssteuerung des JOST Konzerns werden primär finanzielle Leistungsindikatoren eingesetzt. Das größte Gewicht fällt hierbei auf das bereinigte EBIT bzw. das bereinigte EBITDA und die Umsatzentwicklung. Die monatliche, vierteljährliche und jährliche Entwicklung dieser Indikatoren wird mit den Vorjahreswerten und den Plandaten kontinuierlich verglichen, Veränderungen werden analysiert und gesteuert, sowohl auf Segment- als auch auf Konzernebene. Die jährliche Entwicklung des Leistungsindikators "bereinigtes EBITDA" und die bereinigte EBIT-Marge fließen in die Bemessung der variablen Vergütung des Vorstands bzw. der Führungskräfte ein.

Auf Konzernebene werden flankierend das Net Working Capital (NWC) im Verhältnis zum Umsatz, der Nettoverschuldungsgrad (Leverage) und das Eigenkapital im Verhältnis zur Nettoverschuldung (Gearing) monatlich ermittelt. Etwaige Abweichungen zu den Planwerten werden analysiert und bei Bedarf gegengesteuert.

Berechnung der finanziellen Leistungsindikatoren

± Betriebliches Ergebnis (EBIT)

+ PPA-Abschreibungen

± Sonstige Sondereinflüsse

= Bereinigtes EBIT

+ Abschreibungen auf Sachanlagen

+ Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte

= Bereinigtes EBITDA

+ Vorräte

+ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

= Net Working Capital (NWC)

: Umsatzerlöse x 100

= NWC im Verhältnis zum Umsatz

+ Verzinsliche Darlehen ohne abgegrenzte Finanzierungsaufwendungen

- Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

= Nettoverschuldung

: Bereinigtes EBITDA

= Nettoverschuldungsgrad (Leverage)

Bereinigtes EBIT

: Umsatzerlöse x 100

= Bereinigte EBIT-Marge

Nettoverschuldung

: Eigenkapital x 100

= Gearing

Die Entwicklung der Leistungsindikatoren im Geschäftsjahr 2019 und die Soll-Ist-Abweichungen werden im Wirtschaftsbericht erläutert. -> Siehe Geschäftsverlauf 2019

Übernahmerechtliche Angaben (nach §§289a Abs. 1 und 315a Abs. 1 HGB) sowie erläuternder Bericht

Die Angaben nach §§ 289a Abs. 1 und 315a Abs. 1 Handelsgesetzbuch (HGB) zum 31. Dezember 2019 sind in den folgenden Absätzen dargestellt, die neben diesen gesetzlich vorgeschriebenen Angaben zugleich die hierauf bezogenen Erläuterungen gemäß § 176 Abs. 1 Satz 1 Aktiengesetz (AktG) enthalten:

Gezeichnetes Kapital: Zum 31. Dezember 2019 betrug das Grundkapital der Gesellschaft 14.900.000 EUR, eingeteilt in 14.900.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von je 1,00 EUR. Jede Aktie gewährt eine Stimme in der Hauptversammlung, ist maßgebend für den Anteil der Aktionäre am Gewinn der Gesellschaft und ist mit den gleichen gesetzlich vorgesehenen Rechten und Pflichten ausgestattet. Die Rechte und Pflichten der Aktionäre ergeben sich im Einzelnen aus den Regelungen des Aktiengesetzes, insbesondere aus den §§ 12, 53a ff., 118 ff. und 186 AktG.

Stimmrechte- und Aktienübertragungsbeschränkungen: Die Ausübung der Stimmrechte und die Übertragung der Aktien richten sich nach den allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen und der Satzung, die beides nicht beschränkt. § 17 der Satzung regelt die Teilnahmebedingungen an der Hauptversammlung und die Voraussetzungen zur Ausübung der Stimmrechte. In den Fällen des § 136 AktG ist das Stimmrecht aus den betroffenen Aktien kraft Gesetzes ausgeschlossen. Soweit die Gesellschaft eigene Aktien hält - was zum 31. Dezember 2019 nicht der Fall war -, können daraus gemäß §71b AktG keine Rechte ausgeübt werden.

Zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Konzernlageberichts sind dem Vorstand der Gesellschaft keine Vereinbarungen bekannt, die die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien der Gesellschaft betreffen.

Kapitalbeteiligungen von mehr als 10%: Bis zum Stichtag 31. Dezember 2019 wurden der Gesellschaft folgende Kapitalbeteiligungen von mehr als 10 % mitgeteilt: Der Allianz Global Investors GmbH (Frankfurt, Deutschland) wurden durch von ihr verwaltete Fonds 15,08 % Stimmrechte der JOST Werke AG gemäß § 34 WpHG zugerechnet. Der Allianz SE (München, Deutschland) wurden 10,06 % der Stimmrechte der JOST Werke AG zugerechnet. Alle Entscheidungen über die Ausübung der Stimmrechte der JOST Werke AG, die der Allianz SE zugerechnet werden, trifft Allianz Global Investors GmbH unabhängig von der Allianz SE. Entsprechend sind die Stimmrechte der Allianz SE in den der Allianz Global Investors GmbH zugerechneten Stimmrechten enthalten.

Nach den uns vorliegenden Mitteilungen gemäß §§33 ff. WpHG bestanden zum Stichtag 31. Dezember 2019 keine weiteren direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital der Gesellschaft, die 10 % der Stimmrechte erreichen oder überschreiten.

Zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Konzernlageberichts hatten sich keine weiteren Veränderungen hierzu ergeben.

Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder: Die Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder richtet sich nach den §§ 84 und 85 AktG in Verbindung mit § 8 der Satzung. Zuständig hierfür ist grundsätzlich der Aufsichtsrat; fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, so hat in dringenden Fällen das Gericht auf Antrag eines Beteiligten das Mitglied zu bestellen. Gemäß § 8 der Satzung besteht der Vorstand aus einer oder aus mehreren Personen. Die Zahl der Vorstandsmitglieder wird durch den Aufsichtsrat bestimmt. Dieser kann auch einen Vorsitzenden und einen stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands ernennen.

Satzungsänderungen: Die Satzung kann gemäß §§ 119 Abs. 1 Ziffer 5 und 179 Abs. 1 Satz 1 AktG durch Hauptversammlungsbeschluss geändert werden. Dafür ist gemäß §179 Abs. 2 AktG in Verbindung mit § 20 Abs. 2 der Satzung grundsätzlich neben der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen die einfache Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals ausreichend, sofern nicht nach zwingenden gesetzlichen Vorschriften oder nach der Satzung eine höhere Mehrheit erforderlich ist. Gemäß § 12 Abs. 4 der Satzung ist der Aufsichtsrat befugt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die nur deren Fassung betreffen.

Durch § 5 Unterabs. 3 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, nach Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2018 oder Ablauf der Frist für die Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2018 am 3. Mai 2023 die Fassung der Satzung entsprechend anzupassen. Satzungsänderungen werden mit der Eintragung in das Handelsregister wirksam (§ 181 Abs. 3 AktG).

Befugnisse des Vorstands zu Aktienausgabe und -rückkauf: Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 4. Mai 2018 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 3. Mai 2023 einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu 7.450.000,00 EUR durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und / oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2018; §5 der Satzung). Den Aktionären steht bei Ausgabe von neuen Aktien aus dem Genehmigten Kapital 2018 grundsätzlich ein Bezugsrecht zu, das nur in bestimmten, in § 5 Unterabs. 2 der Satzung näher bezeichneten Fällen und unter den dort genannten Bedingungen ausgeschlossen werden kann. Der Vorstand hat die Ermächtigung bisher nicht in Anspruch genommen.

Durch weiteren Beschluss der Hauptversammlung vom 4. Mai 2018 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 3. Mai 2023 einmal oder mehrmals Options-, Wandel- und / oder Gewinnschuldverschreibungen sowie Genussrechte oder Kombinationen dieser Instrumente (zusammen "Schuldverschreibung") im Gesamtnennbetrag von bis zu 350 Mio. EUR mit oder ohne Laufzeitbegrenzung zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern der Schuldverschreibungen Options- bzw. Wandlungsrechte auf insgesamt bis zu 7.450.000 neue, auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von bis zu 7.450.000.00 EUR nach näherer Maßgabe der Anleihebedingungen der Schuldverschreibung zu gewähren. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu; der Vorstand ist jedoch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen unter den in dem vorgenannten Ermächtigungsbeschluss ausgeführten Voraussetzungen mit Zustimmung des Aufsichtsrats auszuschließen. Die Einzelheiten dazu ergeben sich aus dem von der Hauptversammlung beschlossenen Beschlussvorschlag zu Tagesordnungspunkt 8 der Hauptversammlung vom 4. Mai 2018. Der Vorstand hat die Ermächtigung bisher nicht in Anspruch genommen. Zur Bedienung der Schuldverschreibungen hat die Hauptversammlung das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 7.450.000.00 EUR durch Ausgabe von bis zu 7.450.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2018; § 6 der Satzung).

Ferner hat die Hauptversammlung vom 4. Mai 2018 die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 3. Mai 2023 eigene Aktien im Umfang von bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder - falls dieser Wert geringer ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die erworbenen eigenen Aktien können zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck verwendet werden. Die Einzelheiten ergeben sich aus dem von der Hauptversammlung vom 4. Mai 2018 gefassten Ermächtigungsbeschluss (Tagesordnungspunkt 6). Die Gesellschaft hat bis zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Berichtes keine eigenen Aktien erworben.

Wesentliche Vereinbarungen im Falle eines Kontrollwechsels: Zwischen der JOST Werke AG und verschiedenen Darlehensgebern bestehen zum Stichtag 31. Dezember 2019 Finanzierungsvereinbarungen über Schuldscheindarlehen in Höhe von 150,0 Mio. EUR, die im Falle eines Kontrollwechsels den Gläubigern das Recht einräumen, die Finanzierung zu kündigen bzw. fällig zu stellen, soweit sich die beteiligten Parteien nicht auf eine Fortführung einigen konnten. Weiter bestehen mit einem Bankenkonsortium Vereinbarungen über eine revolvierende Liquiditätsfazilität in Höhe von bis zu 150,0 Mio. EUR, welche den Gläubigern ein vergleichbares Kündigungsrecht im Falle eines Kontrollwechsels einräumt. Außerdem wurde im Dezember 2019 für die Finanzierung der Übernahme der Ålö Gruppe eine neue Kreditfazilität in Höhe von 120 Mio. EUR abgeschlossen, die ebenfalls den Gläubigern ein Kündigungsrecht im Falle eines Kontrollwechsels einräumt.

Sonstige übernahmerelevante Angaben: Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht. 2019 wurde ein Long-Term-Incentive-Plan (LTIP) für Führungskräfte (ohne Vorstand) eingeführt, der an die Entwicklung von virtuellen Aktien der JOST Werke AG gekoppelt ist. Das Programm gewährt keine Aktien und keine Aktienoptionen. Entschädigungsvereinbarungen für den Fall einer Übernahme wurden zwischen der Gesellschaft, den Mitgliedern des Vorstands oder den Arbeitnehmern ebenfalls nicht getroffen.

WIRTSCHAFTSBERICHT 2019

Wesentliche Geschäftsereignisse 2019

Veränderung im Vorstand: Lars Brorsen hat sein Mandat als Vorstandsvorsitzender mit Wirkung zum 30. September 2019 niedergelegt. Als Nachfolger ist Vertriebsvorstand Joachim Dürr einstimmig vom Aufsichtsrat zum 1. Oktober 2019 zum Vorstandsvorsitzenden berufen worden. Gleichzeitig wurde der Vorstand der Gesellschaft auf drei Mitglieder reduziert. Entsprechend der Laufzeit seines Vorstandsvertrages stand Lars Brorsen JOST bis zum 31. Dezember 2019 beratend zu Seite.

Erwerb von Ålö Holding AB: JOST hat am 12. Dezember 2019 einen Kaufvertrag zum Erwerb von 100 % der Anteile an der Ålö Holding AB (Ålö) abgeschlossen. Es handelt sich hierbei um ein in Umeå, Schweden, ansässiges Unternehmen mit Produktionsstandorten in Schweden, China, den USA und Frankreich sowie Vertriebsniederlassungen in allen wichtigen Märkten. Seit der Gründung im Jahr 1949 hat sich Ålö zu einem international führenden Hersteller von Frontladern für die Landwirtschaft entwickelt. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vermarktet seine Produkte unter der Marke Quicke. Im Geschäftsjahr 2019 erzielte Ålö gemäß vorläufigen ungeprüften Zahlen einen Umsatz von 196,6 Mio.EUR und ein bereinigtes EBITDA von 25,4 Mio.EUR. Das Unternehmen beschäftigte rund 700 Mitarbeiter weltweit.

Durch die Übernahme von Ålö baut JOST seine industrielle Kompetenz als Hersteller und Lieferant von Systemen und Komponenten für die Landwirtschaft wesentlich aus und verstärkt seine Positionierung in diesem zukunftsträchtigen Markt entscheidend. Ferner will JOST zukünftig die eigene Expertise in Asien, Afrika und Lateinamerika nutzen, um für Ålö den Zugang zu diesen Märkten zu beschleunigen und dadurch weitere Wachstumsquellen zu schaffen.

Der vereinbarte Kaufpreis entspricht einem Unternehmenswert von 250 Mio. EUR, der erst nach dem Closing am 31. Januar 2020 fällig wurde. Die Transaktion wurde durch eigene liquide Mittel, den Einsatz bestehender Kreditlinien sowie durch die Aufnahme von neuem, langfristigem Fremdkapital finanziert. Eine weitere mögliche Zahlung von bis zu 25 Mio. EUR im Jahr 2021 ist streng an das Erreichen von klar definierten Ergebnissteigerungen und die erfolgreiche Umsetzung von Effizienzprojekten geknüpft.

Die Transaktion wurde am 31. Januar 2020, nach Freigabe durch das zuständige Kartellamt, abgeschlossen. Ålö soll mit Wirkung zum 1. Februar 2020 in den Konsolidierungskreis des JOST Konzerns einbezogen werden. -> Siehe Textziffer 49 "Ereignisse nach dem Abschlussstichtag."

Rahmenbedingungen 2019

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Globales Wirtschaftswachstum verlangsamt sich 2019: Die Weltwirtschaft kühlte sich im Laufe des Jahres 2019 spürbar ab. Insbesondere im 2. Halbjahr 2019 haben handelspolitische Unsicherheiten und geo-politische Spannungen die globale Wirtschaft stark belastet. Auffallend war dabei der geografisch breit gefächerte Rückgang der industriellen Güterproduktion und des Welthandels. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) wuchs das weltweite Handelsvolumen 2019 nur um 1,0% gegenüber dem Vorjahr und war somit schwächer als im Jahr 2018 (2018: 3,7%). Analog reduzierte sich 2019 das Wachstum des globalen Bruttoinlandprodukts auf 2,9% (2018: 3,6 %). Ausschlaggebend für den negativen Trend waren die höheren Zölle und die anhaltenden Unsicherheiten über den Fortgang der Handelsstreitigkeiten zwischen den USA, China und Europa. Zudem stand Europa 2019 unter dem Einfluss der Unsicherheiten über den Zeitpunkt und die Form des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union.

In Europa stieg das Bruttoinlandsprodukt 2019 mit 1,2% langsamer als im Vorjahr (2018: 1,9 %). Auch in den USA verlangsamte sich das konjunkturelle Wachstum auf 2,3 % (2018: 2,9 %). Asien konnte sich dem Trend nicht entziehen - die asiatische Konjunktur stieg 2019 nur um 5,6 % gegenüber Vorjahr (2018: 6,4 %). Lateinamerika verlor ebenfalls an Dynamik: Laut IWF stieg die Wirtschaftsleistung der Region mit 0,1% kaum gegenüber dem Vorjahr (2018: 1,1 %).

Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Rückläufige Produktionszahlen bei schweren LKW 2019: Die weltweite konjunkturelle Abkühlung und der spürbare Rückgang des Welthandelsvolumens haben auch die Investitionsbereitschaft der Logistikflotten gedämpft. Entsprechend trübten sich die Aussichten vieler LKW-Märkte im Laufe des Jahres 2019. Gemäß Angaben von LMC Automotive sank die weltweite Produktion schwerer LKW im Jahr 2019 um 2,4 % gegenüber dem Vorjahr.

In Europa fiel die Produktion schwerer LKW um 2,4% gegenüber 2018. Diese Entwicklung ist maßgeblich auf den abrupten Rückgang der Nachfrage im 4. Quartal 2019 zurückzuführen, der zum Jahresende zu längeren Produktionsschließungen bei einigen OEM-Kunden geführt hat. In Asien, Pazifik und Afrika sank die LKW-Produktion laut Angaben von LMC Automotive um 5,1% gegenüber 2018 - auch hier fiel der Rückgang im 2. Halbjahr 2019 stärker als im 1. Halbjahr aus. Im Gegensatz dazu stieg die LKW-Produktion in Nordamerika 2019 erneut. FTR, ein auf Nordamerika spezialisiertes Marktforschungsinstitut, rechnet für das Gesamtjahr 2019 mit einem Produktionszuwachs von 6,7% gegenüber 2018. Auch in Südamerika erholte sich der LKW-Markt weiter. Gemäß LMC Automotive stieg dort die LKW-Produktion im Geschäftsjahr 2019 um 12,7 % gegenüber 2018.

Rückgang der Anhängerproduktion 2019: Nach einer langanhaltenden Wachstumsperiode und insgesamt hohen Produktionszahlen im Geschäftsjahr 2018 ist der Markt von Anhängern für die Nutzfahrzeugindustrie 2019 um 9 % gegenüber dem Vorjahr geschrumpft. Am stärksten betroffen war der europäische Markt, in dem laut Angaben von Clear Consulting ein Rückgang von 10 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnet wurde. In Asien ist 2019 die Anhängerproduktion um 9 % im Vergleich zu 2018 zurückgegangen. Anders als in Europa und Asien ist der Markt in Nordamerika 2019 gemäß FTR um 3,7 % gestiegen. In Lateinamerika ist der Markt für Nutzfahrzeuganhänger laut Clear Consulting im Geschäftsjahr 2019 um 33 % gegenüber 2018 stark gewachsen.

Auswirkungen der Rahmenbedingungen auf den Geschäftsverlauf

Die gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen im Geschäftsjahr 2019 übten einen gemischten Einfluss auf das Geschäft von JOST aus. Wir konnten vom starken Wachstum im US-Markt profitieren und unsere Marktposition stärken. In Asien-Pazifik-Afrika (APA) wirkte sich der starke Rückgang des indischen Marktes negativ auf die Entwicklung in der Region aus. Allerdings konnten wir in China kräftig wachsen, obwohl der Markt für schwere LKW dort rückläufig war. In Europa konnte JOST sich in den ersten neun Monaten des Jahres trotz rückläufiger Nachfrage für Nutzfahrzeuganhänger gut behaupten. Die abrupte Abschwächung des europäischen LKW-Marktes im 4. Quartal 2019 konnte jedoch nicht kompensiert werden. Entsprechend sind Umsatz und bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Geschäftsjahr 2019 gegenüber dem Rekordvorjahr leicht gesunken.

Geschäftsverlauf 2019

Soll-Ist-Vergleich der finanziellen Leistungsindikatoren

Die Entwicklung der LKW- und Anhängermärkte verzeichnete starke regionale Unterschiede im Geschäftsjahr 2019. Dank einer breiten internationalen Präsenz konnte JOST in den ersten neun Monaten des Jahres die Nachfrageverschiebungen innerhalb der Regionen ausgleichen. Die gute Entwicklung in Nordamerika kompensierte die Schwäche in den anderen Regionen. Im 4. Quartal 2019 verschlechterte sich jedoch das Marktumfeld in allen Regionen. Insbesondere der europäische LKW-Markt verzeichnete einen abrupten Rückgang in den letzten zwei Monaten des Jahres, sodass JOST die Anfang 2019 bekanntgegebenen Wachstumsziele anpassen musste.

Der Konzernumsatz sank im Geschäftsjahr 2019 um 2,5 % auf 736,3 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr (2018: 755,4 Mio. EUR). Der niedrigere Umsatz führte erwartungsgemäß zu einer Reduktion des operativen Ergebnisses im niedrigen einstelligen Prozentbereich gegenüber 2018. Entsprechend sank das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 5,4 % auf 76,8 Mio. EUR (2018: 81,2 Mio. EUR).

Die bereinigte EBIT-Marge konnte mit 10,4 % nahezu stabil gehalten werden (2018: 10,7 %). Das bereinigte EBITDA entwickelte sich besser als der Umsatz und stieg um 1,1 % auf 100,8 Mio. EUR (2018: 99,7 Mio. EUR). Dies war hauptsächlich auf die Erstanwendung von IFRS 16 zurückzuführen.

JOST war in der Lage, das Verhältnis zwischen Net Working Capital und Umsatz gegenüber dem Vorjahr weiter zu verbessern. Mit einer Relation von 18,2 % konnte der Konzern im Geschäftsjahr 2019 das bereits angehobene Ziel, besser als im Vorjahr (18,5 %) zu sein, erreichen.

Im Laufe des Geschäftsjahres 2019 konnten wir dank der hohen Cash-Generierung unseres Geschäftsmodels die liquiden Mittel zum Bilanzstichtag um 38,7 Mio.EUR auf 104,8 Mio.EUR erhöhen, obwohl wir eine Dividende in Höhe von 16,4 Mio. EUR ausgeschüttet haben. Dadurch reduzierte sich die Nettoverschuldung auf 46,3 Mio. EUR (Vorjahr: 85,2 Mio. EUR). Parallel dazu wuchs unser bereinigtes EBITDA auf 100,8 Mio. EUR. So konnten wir unser Leverage-Ratio-Ziel (Verhältnis Nettoverschuldung zu bereinigtem EBITDA) auf 0,46x stark reduzieren und das Ziel, den Leverage auf rund 0,50x zu senken, erreichen.

Finanzielle Leistungsindikatoren

scroll
Ergebnisse 2018 Prognose 2019 Unterjährige Aktualisierung Ergebnisse 2019
Umsatz 755,4 Mio.EUR Niedriges einstelliges Wachstum vs. 2018 Niedrige einstellige Reduktion vs. 2018 -2,5% auf 736,3 Mio.EUR
Bereinigtes EBITDA 99,7 Mio.EUR Niedriges einstelliges Wachstum vs. 2018, überproportional zur Umsatzentwicklung Niedriges einstelliges Wachstum vs. 2018, überproportional zur Umsatzentwicklung +1,1% auf 100,8 Mio.EUR
Bereinigtes EBIT 81,2 Mio.EUR Niedriges einstelliges Wachstum vs. 2018 Niedrige einstellige Reduktion vs. 2018 -5,4% auf 76,8 Mio.EUR
Bereinigte EBIT-Marge 10,7% Stabil vs. 2018 Nahezu stabil vs. 2018 10,4%
Net Working Capital in % vom Umsatz 139,8 Mio.EUR 18,5% < 20% < 18,5 % 133,9 Mio.EUR 18,2%
Nettoverschuldung zu bereinigtem EBITDA 0,85x < 0,85x ca.0,50x 0,46x

Ertragslage

Umsatzentwicklung

Umsatzerlöse nach Herkunftsland

scroll
in TEUR 2019 2018 % Vgl. Vorjahr
Europa 431.684 463.776 -6,9%
Nordamerika 161.779 145.632 11,1%
Asien-Pazifik-Afrika (APA) 142.884 146.006 -2,1%
Gesamt 736.347 755.414 -2,5 %

Nach einer guten Entwicklung im 1. Halbjahr 2019 verlangsamte sich das Wachstum im Laufe des 3. Quartals 2019 und fiel unter Vorjahresniveau in den letzten drei Monaten des Jahres. Insbesondere in Europa überstieg der plötzliche Marktrückgang im Laufe des 4. Quartals 2019 deutlich die typische Saisonalität der Industrie. Aus diesem Grund reduzierte sich der Konzernumsatz um 2,5% auf 736,3 Mio.EUR (2018: 755,4 Mio. EUR). Bereinigt um Effekte aus der Währungsumrechnung belief sich der Rückgang auf 3,7 %.

In Europa lag die Nachfrage nach Nutzfahrzeuganhängern seit Jahresbeginn deutlich unter dem Vorjahr, wenngleich JOST diesen Trend durch Mehrverkäufe von Komponenten für Spezialtrailer teilweise kompensieren konnte. Zum Jahresende führte die abrupte Abkühlung des LKW-Markts zu zusätzlichen Umsatzverlusten. So sank der Umsatz in Europa im Geschäftsjahr 2019 um 6,9 % auf 431,7 Mio. EUR (2018: 463,8 Mio. EUR).

Nordamerika zeigte sich zum zweiten Jahr in Folge als wichtigster Wachstumstreiber für den JOST Konzern. Dort stieg der Umsatz 2019 um 11,1 % auf 161,8 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr (2018: 145,6 Mio. EUR). JOST konnte von der guten Marktdynamik in der Region profitieren und sich als Lieferant für die serienmäßige Ausstattung weiterer Truckhersteller etablieren, was unsere Marktposition in der Region gestärkt hat.

In Asien-Pazifik-Afrika (APA) konnte JOST durch die gestiegenen Umsätze in China und den anderen Ländern der Region den starken Rückgang des indischen Marktes im Geschäftsjahr 2019 nur teilweise ausgleichen. Entsprechend lag der APA-Umsatz bei 142,9 Mio. EUR und war mit 2,1 % nur leicht unter dem starken Vorjahr (2018: 146,0 Mio.EUR).

Ergebnisentwicklung

Ertragslage 2019

scroll
in TEUR 2019 2018 % Vgl. Vorjahr
Umsatzerlöse 736.347 755.414 -2,5 %
Umsatzkosten -548.801 -560.110
Bruttoergebnis 187.546 195.304 -4,0 %
Betriebliche Aufwendungen / Erträge -141.742 -142.117
Betriebliches Ergebnis (EBIT) 45.804 53.187 -13,9 %
Netto-Finanzergebnis -4.199 -9.661
Ergebnis vor Steuern 41.605 43.526 -4,4 %
Ertragsteuern -8.081 9.924
Ergebnis nach Steuern 33.524 53.450 -37,3 %

Ein Anstieg der Personalkosten insbesondere in Europa sowie Zölle auf importierte Stahlprodukte in Nordamerika hatten einen negativen Einfluss auf die Entwicklung der Umsatzkosten. JOST hat diverse Maßnahmen eingeleitet, um den Anstieg der Personal- und Materialkosten im Laufe des Jahres zu begrenzen und durch Effizienzsteigerungen weitgehend zu kompensieren. Entsprechend sanken die Umsatzkosten 2019 um 2,0 % nahezu analog zum Umsatz (-2,5 %) und die Bruttomarge konnte mit 25,5% stabil gehalten werden (2018: 25,9%). Wir erhöhten den Automatisierungsgrad in Europa und profitierten stark von den in den USA bereits im Jahr 2018 getätigten Erweiterungsinvestitionen, die ebenfalls zu Effizienzverbesserungen führten. Im Gegensatz dazu sanken die betrieblichen Aufwendungen um 0,3 % nur leicht. Hauptgründe für den unterproportionalen Rückgang waren der Anstieg von Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen sowie Sonderkosten im Zusammenhang mit der Übernahme von Ålö und der Harmonisierung globaler IT-Infrastrukturen. Insgesamt reduzierte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um 13,9% auf 45,8 Mio.EUR (2018: 53,2 Mio.EUR).

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 1,1 % auf 100,8 Mio. EUR (2018: 99,7 Mio.EUR), überwiegend aufgrund der Erstanwendung von IFRS 16 im Geschäftsjahr 2019. Entsprechend verbesserte sich die bereinigte EBITDA-Marge auf 13,7 % (2018: 13,2 %). Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank um 5,4 % auf 76,8 Mio. EUR (2018: 81,2 Mio. EUR). Die bereinigte EBIT-Marge belief sich auf 10,4 % und war trotz Gegenwind von Personal- und Materialkosten und eines gesunkenen Umsatzvolumens gegenüber dem Vorjahr nahezu stabil (2018: 10,7 %).

Die nachfolgende Tabelle erläutert die Bereinigungen des operativen Ergebnisses. In erster Linie wird das Ergebnis um nicht-operative Sondereffekte aus Kaufpreisallokationen in Höhe von 25,1 Mio. EUR (2018: 25,4 Mio. EUR) adjustiert. Die sonstigen adjustierten Sondereffekte im Geschäftsjahr 2019 waren überwiegend Sonderkosten im Zusammenhang mit der Übernahme von Ålö, Personalaufwendungen sowie der Harmonisierung globaler IT-Infrastrukturen.

Überleitungsrechnung bereinigtes Ergebnis 2019

scroll
in TEUR 2019 2018
Ergebnis nach Steuern 33.524 53.450
Ertragsteuern -8.081 9.924
Netto-Finanzergebnis -4.199 -9.661
EBIT 45.804 53.187
PPA-Abschreibungen -25.108 -25.415
Sonstige Effekte -5.923 -2.579
Bereinigtes EBIT 76.835 81.181
Abschreibungen auf Sachanlagen -21.735 -12.787
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte -2.222 -5.713
Bereinigtes EBITDA * 100.792 99.681

* Aufgrund der Erstanwendung von IFRS 16 im Geschäftsjahr 2019 ist der Vergleich des bereinigten EBITDA 2019 mit dem des Vorjahres nur eingeschränkt möglich. Siehe Tz. 2.3 im Konzernanhang.

Das Finanzergebnis verbesserte sich im Geschäftsjahr 2019 auf -4,2 Mio.EUR (2018: -9,7 Mio.EUR). Wesentlicher Grund dieser Veränderung war eine in 2018 durchgeführte Refinanzierung, die zu einer Reduktion von Zinszahlungen an Kreditinstitute führte. Außerdem sind im Vorjahr im Zusammenhang mit der Refinanzierung einmalige Sonderkosten in Höhe von 2,2 Mio. EUR angefallen.

Das Ergebnis vor Steuern reduzierte sich im Einklang mit dem Umsatz um 4,4 % auf 41,6 Mio. EUR (2018: 43,5 Mio. EUR). Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf 33,5 Mio. EUR (2018: 53,5 Mio. EUR). Der signifikante Rückgang ist auf einen positiven Steuereffekt aufgrund der Aktivierung von latenten Steuern aus Zins- und Verlustvorträgen in Höhe von 17,2 Mio. EUR im Vorjahr zurückzuführen. Für 2019 ist aufgrund dessen faktisch kein Steueraufwand im deutschen Jasione-Organkreis angefallen. So beliefen sich die Ertragsteuern im Geschäftsjahr 2019 auf -8,1 Mio. EUR, während sie in der Vergleichsperiode des Vorjahres mit 9,9 Mio.EUR positiv waren. Entsprechend sank das Ergebnis je Aktie auf 2,25 EUR (2018: 3,59 EUR).

Adjustiert um die oben erwähnten Sondereffekte sank das bereinigte Ergebnis nach Steuern mit 1,6 % weniger stark als der Umsatz und betrug 50,8 Mio.EUR (2018: 51,6 Mio.EUR). Das bereinigte Ergebnis je Aktie belief sich auf 3,41 EUR (2018: 3,46 EUR).

Überleitung des bereinigten Ergebnisses 2019

in Mio. EUR

Segmente

Segmentberichterstattung 2019

scroll
in TEUR Europa Nordamerika Asien, Pazifik und Afrika Überleitung Konzernabschluss
Umsatzerlöse * 699.138 162.692 179.080 -304.563 736.347 **
davon: externe Umsatzerlöse * 431.684 161.779 142.884 0 736.347
davon: interne Umsatzerlöse * 267.454 913 36.196 -304.563 0
Bereinigtes EBIT *** 38.200 15.472 19.707 3.456 76.835
davon: Abschreibungen 16.178 4.134 3.645 0 23.957
Bereinigte EBIT-Marge 8,8 % 9,6% 13,8% 10,4 %
Bereinigtes EBITDA *** / **** 54.378 19.606 23.352 3.456 100.792
Bereinigte EBITDA-Marge 12,6 % 12,1% 16,3% 13,7 %

* Umsatz nach Zielort im Jahr 2019:
- Europa: 375.959 TEUR
- Nord- und Südamerika: 170.254 TEUR
- Asien, Pazifik und Afrika: 190.134 TEUR
** Die Umsatzerlöse in den Segmenten sind nach Herkunft ausgewiesen.
*** Das bereinigte EBIT / EBITDA enthält den Anteil am Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen.
**** Aufgrund der Erstanwendung von IFRS 16 im Geschäftsjahr 2019 ist der Vergleich des bereinigten EBITDA 2019 mit dem des Vorjahres nur eingeschränkt möglich. Siehe Tz. 2.3 im Konzernanhang.

Segmentberichterstattung 2018

scroll
in TEUR Europa Nordamerika Asien, Pazifik und Afrika Überleitung Konzernabschluss
Umsatzerlöse * 746.723 146.465 191.888 -329.662 755.414 **
davon: externe Umsatzerlöse * 463.776 145.632 146.006 0 755.414
davon: interne Umsatzerlöse * 282.947 833 45.882 -329.662 0
Bereinigtes EBIT *** 43.947 13.545 20.651 3.038 81.181
davon: Abschreibungen 14.645 2.612 1.243 0 18.500
Bereinigte EBIT-Marge 9,5 % 9,3% 14,1% 10,7 %
Bereinigtes EBITDA *** 58.592 16.157 21.894 3.038 99.681
Bereinigte EBITDA-Marge 12,6 % 11,1% 15,0% 13,2 %

* Umsatz nach Zielort im Jahr 2018:
- Europa: 403.721 TEUR
- Nord- und Südamerika: 155.018 TEUR
- Asien, Pazifik und Afrika: 196.675 TEUR
** Die Umsatzerlöse in den Segmenten sind nach Herkunft ausgewiesen.
*** Das bereinigte EBIT / EBITDA enthält den Anteil am Ergebnis von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen.

Europa

Mit einem Anteil von 58,6% am Gesamtumsatz war das Segment Europa 2019 weiterhin das größte Segment innerhalb des JOST Konzerns (2018: 61,4%). Die negative Entwicklung der LKW- und Anhängermärkte in der Region war der Hauptgrund für die Reduktion des Umsatzes um 6,9% auf 431,7 Mio. EUR. Das gesunkene Umsatzniveau und die steigenden Personalkosten dämpften das bereinigte operative Ergebnis (EBIT), da Europa die Konzernverwaltungskosten und damit einen vergleichsweise höheren Fixkostenanteil trägt. Im Geschäftsjahr 2019 reduzierte es sich um 13,1% auf 38,2 Mio.EUR (2018: 43,9 Mio.EUR). So belief sich die bereinigte EBIT-Marge auf 8,8 % (2018: 9,5 %).

2019 investierten wir in Europa 10,7 Mio. EUR (2018: 10,6 Mio. EUR). Im Wesentlichen handelte es sich hierbei um Ersatzinvestitionen für Maschinen und Produktionsanlagen sowie Investitionen für die Automatisierung von Produktionsvorgängen.

Nordamerika

Das Segment Nordamerika war der wichtigste Wachstumstreiber für Umsatz und Ergebnis im Geschäftsjahr 2019. Gegenüber dem Vorjahr konnte der Umsatz um 11,1 % auf 161,8 Mio. EUR gesteigert werden. Somit betrug 2019 der Konzernumsatzanteil des Segments 22,0 % (2018: 19,3%). In Nordamerika erhöhten die Zölle auf importierte Stahlprodukte die Materialpreise im 1. Quartal 2019. Im Laufe des Jahres gelang es uns jedoch, durch weitere Effizienzmaßnahmen und Preisanpassungen diesen Effekt größtenteils zu kompensieren. So konnten wir das bereinigte EBIT um 14,2 % auf 15,5 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr steigern (2018: 13,5 Mio.EUR). Die bereinigte EBIT-Marge stieg auf 9,6 % (2018: 9,3 %).

JOST hatte bereits im Vorjahr 7,0 Mio. EUR im Segment Nordamerika investiert. Entsprechend fiel der Investitionsbedarf im Geschäftsjahr 2019 geringer aus als im Vorjahr. Insgesamt investierten wir in Nordamerika 4,8 Mio. EUR (2018: 7,0 Mio. EUR).

Asien, Pazifik und Afrika (APA)

Der gestiegene Umsatz in China und in anderen Ländern der Region reichte nicht aus, um den Einbruch des indischen Marktes für LKW und Trailer zu kompensieren. Der Rückgang der Nachfrage in Indien war der Hauptgrund für die Reduktion des Umsatzes in APA um 2,1 % auf 142,9 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr (2018: 146,0 Mio. EUR). Die regionale Umsatzverschiebung und die damit verbundene Veränderung im Produktmix sowie die Unterauslastung des indischen Produktionswerkes wirkten sich negativ auf das operative Ergebnis in APA aus. Dennoch konnte JOST dank schnell eingeleiteter Kostensenkungsmaßnahmen den Rückgang des operativen Ergebnisses begrenzen. Das bereinigte EBIT sank um 4,6 % auf 19,7 Mio. EUR und die bereinigte EBIT-Marge belief sich auf 13,8 % (2018: 14,1 %).

Im Geschäftsjahr 2019 investierten wir 2,1 Mio. EUR in dieser Region (2018: 2,2 Mio. EUR). Es handelte sich überwiegend um Ersatzinvestitionen für Maschinen und Produktionsanlagen.

Vermögenslage

Bilanzstruktur

Aktiva

scroll
in TEUR 31.12.2019 31.12.2018
Langfristige Vermögenswerte 313.477 309.602
Kurzfristige Vermögenswerte 325.075 310.350
638.552 619.952

Passiva

scroll
in TEUR 31.12.2019 31.12.2018
Eigenkapital 263.130 251.613
Langfristige Schulden 267.851 240.396
Kurzfristige Schulden 107.571 127.943
638.552 619.952

Im Geschäftsjahr 2019 stieg das Eigenkapital des Konzerns um 4,6 % auf 263,1 Mio.EUR (31. Dezember 2018: 251,6 Mio.EUR). Trotz der Erstanwendung von IFRS 16 und einer Dividendenausschüttung in Höhe von 16,4 Mio. EUR verbesserte sich die Eigenkapitalquote als Quotient von Eigenkapital und Bilanzsumme um 60 Basispunkte auf 41,2 % gegenüber dem Vorjahr (31. Dezember 2018: 40,6 %).

Die langfristigen Schulden bestehen im Wesentlichen aus verzinslichen Darlehen gegenüber Kreditinstituten (150,4 Mio. EUR), aus Pensionsverpflichtungen (69,1 Mio.EUR) und aus sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten (25,2 Mio. EUR). Zum Bilanzstichtag stiegen die langfristigen Schulden um 27,5 Mio. EUR auf 267,9 Mio. EUR (31. Dezember 2018: 240,4 Mio.EUR). Dies hängt maßgeblich mit dem Anstieg der sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten um 24,5 Mio. EUR aufgrund der Erstanwendung von IFRS 16 zusammen. Auch der durch den Rückgang des Kalkulationszinssatzes bedingte Anstieg der Pensionsverpflichtungen um 10,4 Mio. EUR erhöhte die langfristigen Schulden. Mindernd wirkte sich der Rückgang der passiven latenten Steuern aus. -> Siehe Konzernanhang Tz. 12

Bei den verzinslichen Darlehen und Ausleihungen handelt es sich fast ausschließlich um Schuldscheine. Die zukünftige Zinsvolatilität der variablen verzinsten Tranchen wird teilweise mit Zinsswaps abgesichert.

Die kurzfristigen Schulden bestehen im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (64,2 Mio.EUR) sowie sonstigen kurzfristigen Schulden (18,4 Mio. EUR). Der Hauptgrund für den Rückgang der kurzfristigen Schulden um 20,3 Mio. EUR auf 107,6 Mio. EUR (31. Dezember 2018: 127,9 Mio. EUR) ist die Reduktion der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 16,6 Mio. EUR auf 64,2 Mio. EUR aufgrund der zum Jahresende deutlich gesunkenen Geschäftstätigkeit (31. Dezember 2018: 80,8 Mio. EUR).

Die langfristigen Vermögenswerte stiegen im Geschäftsjahr 2019 um 3,9 Mio. EUR auf 313,5 Mio. EUR (31. Dezember 2018: 309,6 Mio.EUR). Die Entwicklung wurde insbesondere durch eine Erhöhung der Sachanlagen um 26,9 Mio.EUR auf 109,7 Mio.EUR verursacht (31. Dezember 2018: 82,8 Mio. EUR). Dies ist ebenfalls auf die Erstanwendung von IFRS 16 zurückzuführen. Gegenläufig reduzierten die planmäßigen Abschreibungen der immateriellen Vermögenswerte aus historischen Kaufpreisallokationen (PPA) und die laufenden Abschreibungen auf Sachanlagen die langfristigen Vermögenswerte.

Das gesunkene Geschäftsvolumen im Geschäftsjahr 2019 und das aktive Working Capital Management führten zu einer Reduktion der Vorräte auf 108,2 Mio.EUR (31. Dezember 2018: 110,9 Mio.EUR) sowie der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf 89,9 Mio. EUR (31. Dezember 2018: 109,7 Mio.EUR). Diese Entwicklung war maßgeblich für die erzielte Verbesserung des Working Capitals, das sich um 4,2% auf 133,9 Mio.EUR gegenüber dem Vorjahr reduzierte (31. Dezember 2018: 139,8 Mio. EUR). Dank des effektiven Working-Capital-Managements konnten wir das Verhältnis von Net Working Capital zum Umsatz im Geschäftsjahr 2019 weiter senken. Es belief sich auf 18,2 % (2018: 18,5 %). Somit konnte JOST das angekündigte Ziel erreichen, diese Relation gegenüber dem Vorjahr weiter zu verbessern.

Im Geschäftsjahr 2019 konnten wir trotz einer Dividendenausschüttung in Höhe von 16,4 Mio.EUR unsere liquiden Mittel um 38,7 Mio.EUR auf 104,8 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr erhöhen (31. Dezember 2018: 66,1 Mio.EUR). Entsprechend sank die Nettoverschuldung zum Bilanzstichtag auf 46,3 Mio. EUR (31. Dezember 2018: 85,2 Mio. EUR). Diese gute Entwicklung zusammen mit dem Anstieg des bereinigten EBITDA aufgrund von IFRS 16 erlaubt es uns, den Verschuldungsgrad bzw. Leverage (Verhältnis von Nettoverschuldung zum bereinigten EBITDA) auf 0,46x zu senken (31. Dezember 2018: 0,85x). Folglich konnte JOST auch hier das Ziel erreichen, eine Leverage-Ratio von rund 0,5x zu erzielen.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2019 haben wir 17,6 Mio. EUR konzernweit investiert (2018: 19,8 Mio. EUR). Die Reduktion der Investitionen ging mit dem Umsatzrückgang einher. Dabei flossen 15,5 Mio. EUR in Sachanlagen. Schwerpunkte waren hierbei Ersatzinvestitionen, Maßnahmen zur Erhöhung der Automatisierung in der Produktion sowie der Kauf von neuen Maschinen für die Steigerung der Produktionskapazität und Effizienz in Nordamerika und Europa. Weitere 2,1 Mio. EUR haben wir in immaterielle Vermögenswerte investiert. Hierbei handelte es sich hauptsächlich um die Aktivierung von Entwicklungskosten und Investitionen in die Harmonisierung globaler IT-Infrastrukturen. Das Verhältnis von Investitionen zum Umsatz betrug 2,4 % (2018: 2,6%).

Liquiditätsentwicklung und Finanzlage

Cashflow

scroll
in TEUR 2019 2018
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 77.563 58.145
davon Veränderungen des Net Working Capital 8.328 -10.884
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -13.270 -18.365
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -26.331 -39.512
Zahlungswirksame Veränderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 37.962 268
Wechselkursbedingte Veränderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 763 -494
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 1. Januar 66.087 66.313
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember 104.812 66.087

Die Maßnahmen zur Steuerung des Net Working Capitals unterstützten die Verbesserung des operativen Cashflows im Laufe des Geschäftsjahres. So stieg der Cashflow aus der Geschäftstätigkeit 2019 um 33,6 % auf +77,6 Mio. EUR (2018: +58,1 Mio.EUR). Darin enthalten sind 6,9 Mio. EUR aufgrund der erstmaligen Anwendung von IFRS 16.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit verbesserte sich auf -13,3 Mio.EUR (2018: -18,4 Mio.EUR). Gründe hierfür waren insbesondere das gesunkene Investitionsvolumen im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie erhaltene Dividenden von Gemeinschaftsunternehmen.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit verbesserte sich 2019 auf -26,3 Mio. EUR (2018: -39,5 Mio. EUR), was insbesondere mit einer Rückzahlung von langfristigen Darlehen und Ausleihungen in Höhe von 30,2 Mio. EUR im Vorjahr zusammenhängt. Ferner haben die im Mai 2019 durchgeführte Dividendenausschüttung (-16,4 Mio.EUR) und Tilgungen von Leasingverbindlichkeiten (-6,9 Mio. EUR) aufgrund der Anwendung von IFRS 16 den Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 2019 belastet.

Zum 31. Dezember 2019 beliefen sich die liquiden Mittel auf 104,8 Mio. EUR (2018: 66,1 Mio. EUR).

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements und Dividendenpolitik

Unser Finanzmanagement orientiert sich sowohl an der Unternehmensstrategie als auch an den Erfordernissen des operativen Geschäfts. Ziel unserer Finanzierungspolitik ist es, zu jedem Zeitpunkt über entsprechende Liquiditätsreserven zu verfügen, um dem Konzern die notwendige finanzielle Flexibilität für weiteres Wachstum zu verleihen, finanzwirtschaftliche Risiken zu begrenzen und die Kapitalkosten durch eine adäquate Kapitalstruktur zu optimieren. Darüber hinaus soll sie die Wahrnehmung etwaiger Akquisitionsopportunitäten ermöglichen. Hierfür stand dem Konzern zum 31. Dezember 2019 - neben der Möglichkeit, sich am Kapitalmarkt zusätzlich zu finanzieren - eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von 150,0 Mio. EUR zur Verfügung. Außerdem wurde Ende 2019 eine zusätzliche Kreditfazilität in Höhe von 120,0 Mio.EUR für die Finanzierung der Übernahme der Ålö Gruppe abgeschlossen.

Wir verfolgen eine möglichst konstante Ausschüttungspolitik, die sich an der Ertrags- und Finanzlage des Konzerns ausrichtet. Bei positiver Geschäftsentwicklung wollen wir unsere Aktionäre durch kontinuierliche Dividendenerträge am Ergebnis der JOST Werke AG partizipieren lassen. Die geplante Ausschüttungsquote beträgt mittelfristig 35% bis 50 % des Konzernergebnisses nach Steuern und wird unter anderem vom Kapitalbedarf der Gesellschaft abhängen. Unsere Fähigkeit, Ausschüttungen zu leisten, kann jedoch durch Bedingungen bestehender bzw. zukünftiger Schuld- und Vorzugstitel beschränkt werden.

Für das Geschäftsjahr 2019 wird der Vorstand der Hauptversammlung am 7. Mai 2020 eine Dividende in Höhe von 0,80 EUR pro Aktie vorschlagen. (2018: 1,10 EUR). Dies entspricht einer Gesamtausschüttung von 11,9 Mio. EUR und bedeutet eine Steigerung der Ausschüttungsquote gegenüber dem Vorjahr auf 35,6 % (2018: 30,6 %). Damit liegt 2019 die Ausschüttungsquote zwei Jahre nach dem Börsengang innerhalb des mittelfristig geplanten Zielkorridors von 35 % bis 50 %. Im Vorjahr war das Konzernergebnis durch einen Steuersondereffekt in Höhe von 17,2 Mio. EUR einmalig positiv beeinflusst worden; entsprechend fiel die Dividende je Aktie trotz niedriger Ausschüttungsquote 2018 höher aus.

Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen Lage

JOST konnte sich im Geschäftsjahr 2019 in einem schwieriger werdenden Marktumfeld gut behaupten. Wir leiteten diverse Kostensenkungsmaßnahmen in Europa und APA ein und konnten so teilweise den Rückgang der Nachfrage in diesen Regionen abfedern. In Nordamerika konnten wir mit dem Markt wachsen und unsere Profitabilität gegenüber dem Vorjahr verbessern. Trotz der Reduktion von Umsatz und Ergebnis gegenüber dem Vorjahr konnte JOST den operativen Cashflow stark verbessern, die liquiden Mittel steigern und die Nettoverschuldung signifikant reduzieren. Insgesamt gelang es uns, trotz erschwerter Rahmenbedingungen die operative bereinigte EBIT-Marge im Konzern mit 10,4 % nahezu stabil zu halten.

Wir stellten durch die Akquisition von Ålö wichtige Weichen für das zukünftige Wachstum des Konzerns und stärken unsere Position im Agrarmarkt entscheidend. Aus Sicht des Vorstands ist die wirtschaftliche Lage von JOST solide. Sie verleiht dem Unternehmen zusätzliche finanzielle Stabilität und bildet eine sichere Basis für den zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg.

Forschung und Entwicklung

Produktinnovationen bilden eines der drei strategischen Handlungsfelder des JOST Konzerns, die zum profitablen und nachhaltigen Wachstum beitragen sollen. Mit unserem Know-how im Bereich Transportanwendungen wollen wir unseren Kunden innovative Lösungen und Produkte anbieten, die die Bedienung von Nutzfahrzeugen sicherer und einfacher machen, ihnen Effizienzsteigerungen ermöglichen, die Flexibilität und Einsatzfähigkeit ihres Fuhrparks erweitern und den Flottenbetrieb kontinuierlich verbessern.

Die Produktentwicklungs- und Ingenieurskapazitäten für die Voraus- und Anwendungsentwicklung unserer Produkte werden im Wesentlichen am Standort Neu-Isenburg in Deutschland gebündelt. Auch unser internationaler Lieferantenstamm wird größtenteils von NeuIsenburg aus technisch unterstützt und in den Entwicklungsprozess eingebunden.

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich im Geschäftsjahr 2019 auf 13,2 Mio.EUR (Vorjahr: 12,7 Mio.EUR). Weltweit beschäftigten wir 2019 im Bereich Forschung und Entwicklung durchschnittlich 123 Mitarbeiter (Vorjahr: 120 Mitarbeiter).

Im abgeschlossenen Geschäftsjahr lag der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten weiterhin auf der Weiterentwicklung von Komponenten für den autonomen Kupplungsprozess. In diesem Zusammenhang haben wir erste Feldversuche mit verschiedenen Speditionen im Geschäftsjahr 2019 durchgeführt. Als führender Anbieter von Schnittstellen für Nutzfahrzeuge wollen wir unsere Kunden auch über die Ära des mechanischen Kuppelns hinaus unterstützen und begleiten. Deshalb erforschen und entwickeln wir neue Technologien und Produkte, um unsere aktuellen mechanischen Verbindungslösungen so zu optimieren, dass sie in digitale oder elektrische Smart-Truck-Funktionen integriert werden können.

Ebenfalls im Geschäftsjahr 2019 haben wir ein neues Reifenfüllsystem im Markt eingeführt, das den Druck der Reifen kontrolliert und konstant hält. Dadurch sparen Flotten Treibstoff und Emissionen und steigern nicht nur ihre Effizienz, sondern reduzieren auch ihren ökologischen Fußabdruck. Ferner haben wir an Zusatzausstattungen zur Aufwertung unserer Produkte geforscht und die Entwicklung weiterer Produkte für anspruchsvolle Spezialanwendungen vorangetrieben. Besonderes Augenmerk wurde weiterhin auf die Bereiche Sicherheits- und Komfortausstattung sowie die CO2- und Gewichtsreduzierung gelegt. Auch im klassischen mechanischen Bereich haben wir Produkte entwickelt, um neue Nischen und Märkte zu besetzen.

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen befinden sich in Textziffer 43 des Konzernanhangs.

Nachtragsbericht

Wir verweisen auf die Ausführungen im Konzernanhang unter Textziffer 49 "Ereignisse nach dem Abschlussstichtag."

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Chancen- und Risikomanagementsystem

Aufgrund seiner geschäftlichen Aktivitäten als weltweit agierender Konzern ist JOST einer Reihe von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbunden sind und sich trotz aller Sorgfalt nicht vollständig ausschließen lassen. Das Chancen- und Risikomanagementsystem des JOST Konzerns ist darauf ausgerichtet, Chancen zu erkennen, zu ergreifen und gleichzeitig Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und ihnen entgegenzuwirken. Neben der Erfüllung gesetzlicher und aufsichtsrechtlicher Vorgaben stellt ein funktionierendes Risikomanagementsystem die nachhaltige Leistungsfähigkeit im Wettbewerb und die Erreichung der Unternehmensziele sicher.

Der Vorstand der JOST Werke AG trägt die Verantwortung für ein wirksames Chancen- und Risikomanagementsystem und gibt die Risikopolitik vor, die die Basis für das Handeln aller Beteiligten am Risikomanagementprozess bildet. Oberster Grundsatz ist es, Chancen zu identifizieren und zu nutzen, um die Unternehmensziele, die Existenz, die Wettbewerbsfähigkeit und den Geschäftserfolg zu sichern und dabei die mit der Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken bewusst einzugehen und darauf zu achten, dass dadurch ein Mehrwert für das Unternehmen geschaffen wird und die Unternehmensziele nicht gefährdet werden.

Das JOST Risikomanagementsystem wurde 2017 eingeführt. Es orientiert sich an der Norm "ISO 31000 Risk Management - Principles and Guidelines" und ist ein integraler Bestandteil der Führungsprozesse. Dabei orientiert sich das System an den Kernelementen: Risikoidentifikation, Risikobewertung, Risikosteuerung und Risikoüberwachung. Chancen und Risiken sind bei JOST definiert als potenzielle positive bzw. negative Abweichungen von Zielen und Planzahlen auf das Ergebnis vor Steuern (EBT) bzw. die Liquidität. Damit soll sichergestellt werden, dass sich das Chancen- und Risikomanagement an künftigen Werten und möglichen Ereignissen orientiert und so einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Unternehmensgruppe leistet.

Die Risiken werden im Rahmen eines intern definierten Prozesses mittels Checklisten, Kontrollverfahren, Workshops und Interviews erfasst. Nach strukturierter Risikoidentifikation pro Risikofeld (Risikoinventar) erfolgt die Einschätzung anhand einer vom Vorstand vorgegebenen Relevanzskala. Die Risikofelder orientieren sich dabei an der JOST Prozesslandschaft bzw. den internen Abläufen des JOST Konzerns und dienen der Strukturierung der Chancen- und Risikoidentifikation. Die direkte Verantwortung, unternehmerische Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen und zu steuern, liegt bei den Risikoverantwortlichen aus den jeweiligen Abteilungen. Aufgabe der Risikoverantwortlichen ist es, neben der Identifikation und Bewertung von Chancen und Risiken auch geeignete Maßnahmen zu entwickeln, einzuleiten und zu überwachen. Diese Maßnahmen verfolgen den Zweck, Risiken zu vermeiden, zu mindern oder zu übertragen.

Die Relevanzskala für die Risikobeurteilung ist ein Ausdruck für die Gesamtbedeutung des jeweiligen Risikos bei JOST und soll Kommunizierbarkeit und Risikoquantifizierung verbinden, sowie zur Schwerpunktsetzung der Risikobewältigung dienen. Die Einschätzung aller Risiken orientiert sich dabei wie in der aufgezeigten Grafik an einer bestimmten Eintrittswahrscheinlichkeit (gemäß den Stufen: sehr unwahrscheinlich, unwahrscheinlich, möglich, wahrscheinlich, sehr wahrscheinlich) und an der finanziellen Auswirkung des Risikos (Schadensausmaß gemäß den Stufen: sehr gering, gering, mittel, hoch, sehr hoch). Die Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit und des Schadensausmaßes erfolgt nach umgesetzten Maßnahmen (Netto-Betrachtung). Die Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit und des Schadensausmaßes künftiger Ereignisse und Entwicklungen unterliegt naturgemäß Unsicherheiten. Nicht immer können wir diese präzise vorhersehen und ihnen entgegenwirken.

Relevanzskala für die potenzielle Abweichung vom geplanten EBT bzw. von geplanter Liquidität

Die Aufgabe der Risikoüberwachung liegt dezentral in der Verantwortung des jeweiligen Risikoverantwortlichen. Die Informationen der Risikoverantwortlichen zu Ihren Risiken werden durch das zentrale Risikomanagement konsolidiert und dem Vorstand zweimal im Jahr in Form eines Risikoberichts vorgelegt. Dieser Bericht gibt einen detaillierten Überblick über die aktuelle Risikolage. Akute Chancen und Risiken werden dem Vorstand unverzüglich und direkt berichtet (Ad-hoc Berichte).

Seit Anfang 2019 setzt JOST eine integrierte Software-Lösung für das Risikomanagementsystem ein. Damit können die Risikoverantwortlichen selbstständig identifizierte Risiken bewerten, steuern und beobachten. Zudem ermöglicht das System den Risikoverantwortlichen von JOST, regelmäßig den aktuellen Risikozustand abzufragen. Hierzu müssen die Risikoverantwortlichen ihre Risiken in regelmäßigen Abständen aktualisieren, bewerten, gegebenenfalls geeignete Maßnahmen einleiten, bestätigen und freigeben. Diese werden anschließend im System zu einem Report konsolidiert und dem Vorstand berichtet.

Darüber hinaus flankieren u. a. das konzernweite Umwelt- und Qualitätsmanagementsystem sowie diverse Sicherungsinstrumente, Versicherungen und Standards das interne Kontrollsystem, in dem sämtliche operationellen Prozesse erfasst sind. Ferner sind Instrumente zur Steuerung von Compliance-Belangen, wie ein Hinweisgebersystem und ein Verhaltenskodex, konzernweit eingeführt und werden kontinuierlich weiterentwickelt. Die Regelüberwachung - etwa von Gesetzen und Richtlinien - erfolgt durch den Compliance-Beauftragten, der in seiner Funktion bei Bedarf durch externe Juristen beraten wird.

Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem in Bezug auf den Konzernrechnungslegungsprozess

Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem in Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess (IKS) soll die Ordnungsmäßigkeit und Zuverlässigkeit der Rechnungslegung der JOST Werke AG und des Konzerns gewährleisten. Das IKS soll sicherstellen, dass die gesetzlichen Regelungen, die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und die International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, sowie die konzerninternen Richtlinien eingehalten werden. Fehler in der Rechnungslegung sollen so grundsätzlich vermieden bzw. Fehlbewertungen zeitnah aufgedeckt werden, damit die Adressaten des Konzernabschlusses valide und verlässliche Informationen erhalten.

Zu den Grundprinzipien des IKS im JOST Konzern gehören insbesondere die Funktionstrennung und die Einhaltung von Richtlinien sowie definierte präventive und überwachende Kontrollmechanismen, wie z. B. systematische und manuelle Abstimmungsprozesse, Vier-Augen-Prinzip, Zugriffsberechtigungen und vordefinierte Genehmigungsprozesse. Sicherheitseinrichtungen im EDV-Bereich schützen die eingesetzten Finanzsysteme bestmöglich gegen unbefugte Zugriffe. Das Konzerncontrolling überwacht die operativen und finanziellen Prozesse durch monatliche Kontrollen von Plan-Ist- und Ist-Ist-Abweichungen. Dadurch werden wesentliche oder nicht-plausible Veränderungen frühzeitig erkannt.

Für die Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts gilt ein für alle Gesellschaften vorgegebener Terminplan. Die in den Konsolidierungskreis einbezogenen Gesellschaften erstellen ihre Abschlüsse lokal und übermitteln sie in einheitlicher Form an die Zentralabteilung Group Accounting. Die Finanzberichterstattung der Konzerngesellschaften erfolgt über das Reporting-System COGNOS. Die einheitliche Rechnungslegung wird insbesondere durch das konzernweit geltende Bilanzierungshandbuch (Accounting Manual), das vom Konzernrechnungswesen regelmäßig aktualisiert und gepflegt wird, gewährleistet. Änderungen bestehender Rechnungslegungsvorschriften mit Auswirkung auf die Abschlüsse der JOST Werke AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie auf den Konzernabschluss werden zeitnah analysiert und gegebenenfalls den Gesellschaften mitgeteilt. Für spezielle fachliche Fragestellungen und komplexe Bilanzierungssachverhalte fungiert das Group Accounting als zentraler Ansprechpartner. Falls erforderlich, wird auf externe Sachverständige (Wirtschaftsprüfer, qualifizierte Gutachter etc.) zurückgegriffen. Zwar sind die Gesellschaften für die Einhaltung des Bilanzierungshandbuchs und für den ordnungsgemäßen Ablauf ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme selbst verantwortlich, sie werden aber hierbei vom Group Accounting unterstützt.

Die übergreifende Qualitätssicherung der in den Konzernabschluss einbezogenen Abschlüsse der Konzerngesellschaften wird durch das Group Accounting wahrgenommen, das für die Erstellung des Konzernabschlusses verantwortlich ist. Zudem werden sowohl die Daten und Angaben der Konzerngesellschaften als auch die für die Konzernabschlusserstellung erforderlichen Konsolidierungsmaßnahmen unter Berücksichtigung der damit verbundenen Risiken durch Prüfungshandlungen externer Abschlussprüfer verifiziert.

Chancen und Risiken

Im Folgenden stellen wir die Chancen und Risiken dar, die aus heutiger Sicht einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz-, und Vermögenslage unseres Geschäfts haben können. Über die dargestellten Chancen und Risiken hinaus könnte es weitere Einflussfaktoren geben, die wir aus heutiger Sicht nicht als wesentlich beurteilen oder uns noch nicht bekannt sind und die sich positiv bzw. negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns auswirken könnten.

Sofern nicht anders spezifiziert, betreffen die dargestellten Chancen und Risiken alle Geschäftssegmente des Konzerns. Sollten Chancen und Risiken sich auf die verschiedenen Geschäftssegmente unterschiedlich auswirken, werden die unterschiedlichen Beurteilungen explizit dargestellt.

Risiken

Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Risiken

Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen haben einen maßgeblichen Einfluss auf unser Geschäft. Aufgrund der Konjunkturabhängigkeit der Branche, in der wir tätig sind, können zyklische Konjunkturrückgänge, insbesondere in der Nutzfahrzeugindustrie oder der Landwirtschaft, unser Geschäft beeinträchtigen. Durch den Zukauf der Ålö Gruppe eröffnen sich JOST neue Segmente und Verkaufs- bzw. Konjunkturzyklen im Agrarbereich. Mit den unterschiedlichen Verkaufs- bzw. Konjunkturzyklen erwarten wir eine insgesamt stabilere und weniger zyklische Entwicklung unserer Geschäfte.

Politische, soziale oder wirtschaftliche Rahmenbedingungen und negative Veränderungen in Ländern, in denen wir und unsere Kunden agieren, könnten sich nachteilig auf unser Geschäft sowie unsere Ertrags-, Finanz-, und Vermögenslage auswirken. Auch Verschiebungen der Marktanteile zwischen Fahrzeugsegmenten oder Verringerungen der Marktanteile von Fahrzeugen, für die wir wesentliche Komponenten liefern, könnten unser Geschäft beeinträchtigen. Ebenfalls könnte ein unerwartet starker Aufschwung der Nutzfahrzeugnachfrage dazu führen, dass unsere Produktionskapazitäten nicht ausreichen, um die tatsächliche Nachfrage nach unseren Produkten zu decken, und wir dadurch Marktanteile verlieren.

Für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung nehmen die Unsicherheiten tendenziell zu. Aktuell sind die Auswirkungen des geplanten EU-Austritts des Vereinigten Königreiches ("Brexit") für Unternehmen und Verbraucher insbesondere in Europa und im Vereinigten Königreich mit großen Unsicherheiten verbunden. Es besteht die Gefahr, dass sich der Brexit negativ auf die konjunkturelle Lage Europas auswirkten könnte. Eine weitere Unsicherheit stellt nach wie vor der amerikanisch-chinesische Handelskonflikt dar, welcher zu einer Verminderung des globalen wirtschaftlichen Wachstums führen könnte. Die wirtschaftliche Entwicklung einiger Schwellenländer wird vor allem durch die Abhängigkeit von Energie- und Rohstoffpreisen sowie Kapitalimporten als auch durch soziopolitische Spannungen gehemmt. Generell belasten Wachstumsrückgänge in wichtigen Ländern und Regionen oft unmittelbar die Weltkonjunktur und stellen somit auch ein Risiko für JOST dar.

Die Konjunkturerwartungen trüben sich weltweit ein und die Zeichen einer Abschwächung verstärken sich, wenngleich der Internationale Währungsfonds (IWF) weiterhin ein weltweites Wirtschaftswachstum für das Jahr 2020 erwartet. Aktuell gibt es jedoch keine zuverlässigen Schätzungen über den potenziellen negativen Einfluss der Ausbreitung des Coronavirus auf die Realwirtschaft und das Handelsvolumen weltweit. Darüber hinaus könnten die politischen und handelsrechtlichen Konflikte sowie die steigenden wirtschaftlichen Unsicherheiten einen negativen Einfluss auf die Investitionsbereitschaft in der Nutzfahrzeugindustrie haben und somit unser Geschäft beeinflussen.

Die geringe Anlagenintensität unserer Produktion erlaubt uns, schnell und flexibel auf regionale Nachfrageschwankungen zu reagieren. Ebenfalls können wir durch die internationale Ausrichtung unseres Geschäftsmodells die Abhängigkeit von einzelnen Ländern und Regionen reduzieren, sodass wir eine bessere Risikostreuung erreichen. Aktuell rechnet das Prognoseinstitut LMC für das Geschäftsjahr 2020 mit einem weltweiten Rückgang der LKW-Produktion um rund 11,5 % gegenüber dem Vorjahr. Dieser Rückgang wird regional unterschiedlich ausfallen. Auch im Trailer-Markt wird ein Rückgang der Produktion weltweit erwartet. Die negativen Branchenaussichten könnten einen negativen Einfluss auf den Umsatz und das Ergebnis des Konzerns haben. Sollte JOST nicht in der Lage sein, die Prozesse und Kapazitäten anzupassen und die Kosten zu reduzieren, könnte sich die Profitabilität des Konzerns schlechter als erwartet entwickeln.

Neben der Entwicklung der allgemeinen Konjunktur können sich das Wetter, Tierkrankheiten und Preisrückgänge von Agrarprodukten negativ auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung unseres Geschäfts mit Komponenten für die Landwirtschaft auswirken.

Wir bewerten die aktuellen gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Risiken als mittel. Die Eintrittswahrscheinlichkeit bewerten wir als möglich. Die Einschätzung dieser Risiken ist aufgrund der erhöhten konjunkturellen und branchenspezifischen Unsicherheit gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Wettbewerbsrisiken

Die Branche, in der wir tätig sind, ist durch einen intensiven Wettbewerb geprägt. Wir konkurrieren in erster Linie auf Basis von Qualität, Sicherheit, Preis, Service, Lieferpräzision und -geschwindigkeit sowie der Fähigkeit, Ersatzteile für unsere Produkte international schnell und zuverlässig anbieten zu können. Eine Konsolidierung unserer Wettbewerber oder ein Überangebot im Markt könnte sich nachteilig auf unser Geschäft sowie unsere Finanz- und Ertragslage auswirken.

Um diesem Risiko zu begegnen, versuchen wir als Teil unserer Strategie, unser Produktportfolio zu erweitern, neue Marktregionen mit bestehenden und neuen Produkten zu erschließen und die Marktpenetration unserer Produkte weltweit weiter zu steigern. Gleichzeitig streben wir an, durch unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten die technologische Führerschaft unserer Kern- und Nischenprodukte stetig auszubauen. Darüber hinaus versuchen wir, die internationale Positionierung unserer Marken in der Nutzfahrzeugindustrie weiter zu stärken, um uns besser vom Wettbewerb abheben zu können. Wir pflegen eine enge und langjährige Beziehung zu unseren Kunden und streben an, deren Bedürfnisse zu antizipieren und ihnen mit unseren Produkten passende Lösungen anbieten zu können. Durch den Zukauf von Ålö haben wir unsere Präsenz im landwirtschaftlichen Markt der Nutzfahrzeugindustrie ausgebaut und uns Zugang zu neuen Kunden verschafft. Die gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und die Kombination der Vertriebskanäle von JOST und Ålö sollten JOST ermöglichen, sich im Wettbewerb noch weiter abzuheben.

Wir schätzen die Bedeutung der Wettbewerbsrisiken für unser Geschäft als mittel und die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos als unwahrscheinlich ein. Das Risiko ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Risiken aus der Geschäftstätigkeit

Mehr als ein Drittel (ca. 35 %) unseres Umsatzes 2019 generierten wir mit OEM-Truck-Kunden. Es handelt sich hierbei um einen stark konzentrierten Markt mit nur einer begrenzten Anzahl von globalen Herstellern. Im Gegensatz dazu ist der Anhängermarkt, in dem wir ebenfalls mehr als ein Drittel (ca. 39%) unseres Umsatzes generieren, deutlich fragmentierter und wird von mehreren hundert Herstellern, die überwiegend regional tätig sind, bedient. Der restliche Anteil des Umsatzes (ca. 26%) kommt aus unseren Trading-Aktivitäten, in denen die Anzahl der Kunden ebenfalls hoch ist. Dank dieser ausgewogenen Umsatzverteilung ist keiner unserer Kunden für mehr als 10% unseres Umsatzes verantwortlich, trotz der hohen Konzentration innerhalb des Truckmarkts. Darüber hinaus versuchen wir, durch die Erschließung neuer Regionen und die Erweiterung des Produktportfolios ständig neue Kunden zu gewinnen, und achten darauf, dass unsere Kundenstruktur weiterhin ausgewogen bleibt. Ab 2020 wird sich die Abhängigkeit von Truck-OEMs und Trailer-Kunden weiter reduzieren, denn Ålö ist überwiegend mit Händlern und OEMs in der Landwirtschaft tätig, sodass die Kundenstreuung von JOST noch weiter steigen wird. Dennoch kann sich die Verhandlungsmacht großer Kunden nach wie vor negativ auf unsere Umsatz- und Ertragslage auswirken.

Aufgrund der Sicherheitsrelevanz unserer Produkte könnten sich Mängel oder Produktionsfehler negativ auf unsere Umsatz- und Ertragslage auswirken. Dies könnte der Reputation unseres Unternehmens schaden und den Wert unserer Marke mindern. Zur Adressierung der Risiken aus Produktionsfehlern haben wir globale Haftpflicht- und Rückrufversicherungen abgeschlossen. Unser Hauptaugenmerk liegt aber selbstverständlich auf der permanenten Überprüfung unserer internen Organisation und der permanenten Schulung unserer Belegschaft, um die erwähnten Risiken so gering wie möglich zu halten. Dazu zählen unter anderem umfangreiche Tests und Versuche, bevor ein neues oder modifiziertes Produkt zur Produktion freigegeben wird. Ebenfalls wird die Qualität der Produktion permanent überwacht und durch ein geeignetes Prozessmanagement gesichert.

Wir schätzen die Bedeutung der Risiken (Schadensausmaß) aus der Geschäftstätigkeit für unser Geschäft als gering und die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos als möglich ein. Das Risiko ist gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Produktionsrisiken

Unsere Produktionsprozesse sind professionell gesteuert. Sie werden im Rahmen verschiedener Zertifizierungen nach DIN ISO 9001 oder ISO / TS 16949 und IATF 16949 (Qualität), DIN ISO 14001 (Umwelt) sowie OHSAS 18001 (Arbeitsschutz) kontinuierlich überprüft und verbessert. Dennoch können wir nicht gänzlich ausschließen, dass es zu ungeplanten Betriebsunterbrechungen kommt, z. B. durch Naturkatastrophen oder Großereignisse. Auch der Ausfall wichtiger Schlüsselanlagen kann trotz aller Vorsicht und präventiver Maßnahmen nicht vollkommen ausgeschlossen werden. Diese Risiken sind durch unseren Versicherungsschutz soweit möglich abgedeckt und im Rahmen der Notfallplanung bewertet. Darüber hinaus arbeiten wir an der kontinuierlichen Verbesserung der Effizienz und Effektivität unserer Managementsysteme. Ferner kann der Ausbruch von Epidemien in Ländern, in denen JOST Produktionswerke hat, ebenfalls zur Produktionsunterbrechungen führen, die nicht von JOST beeinflusst werden können.

Aktuell stufen wir die potenziellen Auswirkungen dieser Risiken (Schadensausmaß) aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus in China als mittel ein. Die Eintrittswahrscheinlichkeit zukünftiger Produktionsunterbrechungen stufen wir jedoch als unwahrscheinlich ein. Das Risiko ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Unternehmensstrategische Risiken

Das Ziel der Unternehmensstrategie ist die fortlaufende Steigerung des Unternehmenswerts. Strategische Entscheidungen hinsichtlich Investitionen, Technologie- und Produktentwicklung, Standortentscheidungen, Akquisitionen und Joint Ventures sowie struktureller Veränderungen innerhalb der Organisation sind mit komplexen Risiken behaftet, die nicht vollkommen ausgeschlossen werden können. Es könnte sein, dass wir nicht in der Lage sind, technologische Veränderungen vorauszusehen, um uns darauf einzustellen oder diese zu nutzen. Es könnte sein, dass wir nicht in der Lage sind, bisherige oder zukünftige Akquisitionen und Joint Ventures sowie neu eröffnete, übernommene oder verlagerte Produktionsstätten erfolgreich zu integrieren oder die erwarteten Vorteile zu erzielen. Diese Risiken könnten die Akzeptanz unserer Produkte reduzieren, das Image unserer Marken verletzen, unsere Marktanteile verringern und die Ertrags- und Finanzlage des Konzerns beeinträchtigen.

Solche strategischen Entscheidungen werden daher in mehreren Stufen sorgfältig geprüft. Es findet ein Best-Practice-Austausch zwischen den einzelnen Konzernstandorten statt. Wir beobachten kontinuierlich die Entwicklung der Rahmenbedingungen in den verschiedenen Regionen, um Trends am Markt oder regulatorische Änderungen frühzeitig zu erkennen. Wir arbeiten kontinuierlich daran, in allen Unternehmensbereichen effiziente Strukturen zu schaffen und Prozesse zu optimieren, um unsere Flexibilität zu erhöhen.

Durch die Übernahme von Ålö sind die strategischen Risiken von JOST gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Trotz sorgfältiger Due Diligence im Vorfeld der Akquisition besteht das Risiko, dass sich die Integration von Ålö in den JOST Konzern verzögert, oder dass JOST die erwarteten Ertragsziele später als erwartet realisieren kann.

Aktuell bewerten wir das Schadensausmaß der strategischen Risiken als gering und die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos als unwahrscheinlich. Das Risiko ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen.

Beschaffungsrisiken

JOST ist von Preisschwankungen der eingesetzten Materialien betroffen. Die Verteuerung von Energie- und Rohstoffpreisen stellt ein wesentliches Beschaffungsrisiko für den JOST Konzern dar. Insbesondere der in Amerika zunehmende Protektionismus kann zu einem Anstieg der Beschaffungspreise führen. Ferner sind wir bei bestimmten Produkten und Teilkomponenten von einer begrenzten Anzahl von Zulieferern abhängig. Lieferunterbrechungen, Preiserhöhungen sowie Liefer- und Kapazitätsengpässe durch den Ausfall von Zulieferern können eine höhere Auswirkung auf unsere Produktion und unseren Absatz haben. Ebenfalls kann der Ausbruch von Epidemien oder Naturkatastrophen in den Regionen, in denen unsere Lieferanten produzieren, zu Lieferunterbrechungen sowie Liefer- und Kapazitätsengpässen führen.

Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns und zur Sicherung der Lieferkette sind wir kontinuierlich auf der Suche nach neuen, qualitativ und preislich wettbewerbsfähigen Lieferquellen. Darüber hinaus haben wir längerfristige Verträge mit den wesentlichen Lieferanten weltweit verhandelt und in einigen Fällen Warengruppen auf Lieferanten umdisponiert, die wir zur Einhaltung unserer hohen Qualitätsanforderungen qualifiziert haben. Dabei legen wir den Fokus weiterhin verstärkt auf Kostenkontrolle, um unsere Ertragskraft zu erhalten und weiter zu verbessern. Dies stellt einen laufenden und zeitintensiven Prozess dar, inklusive Anforderungen an Qualität, Compliance sowie Logistik. Ziel ist es, die Rohstoffpreise auf der Lieferantenseite weiter zu stabilisieren und gegenüber den Marktindikatoren zu reduzieren.

Wir schätzen die Risiken aus der Beschaffung als gering ein. Wir bewerten die Eintrittswahrscheinlichkeit aufgrund der Unsicherheitsfaktoren wie eines potenziellen Handelskonflikts zwischen China und den USA als möglich. Aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus in China ist das Risiko im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Personalrisiken

Wir sind auf qualifizierte und motivierte Mitarbeiter angewiesen, um uns weiterhin langfristig am Markt erfolgreich zu behaupten. Der Fachkräftemangel und der demografische Wandel sowie die unterschiedlichen Ausbildungs- und Qualifizierungsstandards in den verschiedenen Ländern, in denen wir aktiv sind, können dazu führen, dass Stellen nicht oder nicht rechtzeitig besetzt werden. Die geringe Arbeitslosigkeit in den Ländern, in denen JOST produziert, verstärkt den Fachkräftemangel und birgt das Risiko steigender Personalkosten. Personalengpässe können die Weiterentwicklung, die Produktion und den Vertrieb unserer Produkte und Dienstleistungen einschränken, was sich wiederum negativ auf das Ergebnis des JOST Konzerns auswirken kann. Ferner kann sich der Verlust von Know-how-Trägern und Führungskräften in Schlüsselpositionen negativ auf das Geschäft auswirken. Arbeitsniederlegungen oder andere arbeitsrechtliche Angelegenheiten sowohl in unseren Betrieben als auch in den Betrieben unserer Kunden und Lieferanten könnten unser Geschäft beeinträchtigen.

Dem Verlust von Know-how-Trägern und Führungskräften in Schlüsselpositionen begegnen wir mit frühzeitiger Einsteuerung von Know-how-Transfer. Durch Mitarbeiterentwicklungsmaßnahmen wie Weiterbildungen oder Talentmanagementprogramme wollen wir zudem unsere Mitarbeiter an das Unternehmen binden und sie gleichzeitig befähigen, ihre Aufgaben besser erfüllen zu können.

Aktuell beurteilen wir das Schadensausmaß für die Personalrisiken als gering und die Eintrittswahrscheinlichkeit als unwahrscheinlich bis möglich. Das Risiko ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert.

IT-Risiken

Die Sicherheit und die Zuverlässigkeit der Informationstechnologie ist für JOST von großer Bedeutung. Störungen beim Betrieb der Informationssysteme und Netzwerke können die Verfügbarkeit der IT-Services an unseren Standorten gefährden und sich negativ auf die Produktivität auswirken. Darüber hinaus steigt die Cyber-Wirtschaftskriminalität, die eine verstärkte Gefahr für die IT-Sicherheit betroffener Unternehmen darstellt. Unbefugte Datenzugriffe, Datenverlust bzw. Betriebsstörungen oder -unterbrechungen, die durch Cyberangriffe auf IT- und Geschäftsprozesse verursacht werden, stellen eine Bedrohung dar. Die weiter steigende organisatorische und technische Vernetzung zwischen unseren weltweiten Standorten erhöht die Komplexität und die Anforderungen an die Verfügbarkeit und Sicherheit unserer IT-Systeme. Außerdem steigt die Abhängigkeit von Softwareanbietern und IT-Dienstleistern. Zudem sind durch das Inkrafttreten der EU-Datenschutzgrundverordnung im Mai 2018 neue und strengere Anforderungen zu Datenschutz und Datensicherheit hinzugekommen.

Wir begegnen diesem Risiko mit Umsetzungsprojekten und der Festlegung von Implementierungsverantwortlichen pro Standort. Zudem verfolgen wir eine zentrale IT-Strategie, mit der wir stets darauf achten, dass der Konzern über ein solides IT-Kompetenzprofil verfügt. Wir arbeiten mit etablierten Standards und verfügen über diverse Kontrollverfahren in Bezug auf Systemverfügbarkeit, -integrität und -vertraulichkeit sowie Datensicherheit, Datenschutz und IT-Management. Für JOST ist der aktuelle, vollständige und korrekte Austausch von Informationen von großer Bedeutung, hierfür werden dem Schutzbedarf der Informationen entsprechend gesicherte IT-Systeme und Infrastrukturen betrieben. Ferner haben wir sowohl technische und organisatorische Maßnahmen als auch ergänzende präventive Maßnahmen (z. B. Schutz der redundant ausgelegten Rechenzentren) und reaktive Maßnahmen (z. B. Notfallplanung), die die IT-Risiken weiter begrenzen sollen, im Einsatz. Mittels unserer IT-Sicherheitsrichtlinie, der stetigen Weiterentwicklung der Organisation für IT-Sicherheit und durch die Vorgabe von konzernweiten Sicherheitsstandards und regelmäßigen Simulationen von Hackerangriffen und Penetrationstests wird diesem Risiko aktiv begegnet. Darüber hinaus aktualisieren wir unsere IT-Security-Lösungen kontinuierlich und achten auf das Lifecycle-Management unserer IT-Landschaft. Unsere Mitarbeiter werden zu den Themen Datenschutz und Datensicherheit konsequent sensibilisiert und geschult.

Aktuell stufen wir die Auswirkungen (Schadensausmaß) der IT-Risiken auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als gering und die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos als unwahrscheinlich ein. Das Risiko ist gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Aufgrund der internationalen Tätigkeit als weltweit agierender Konzern sind wir zwangsläufig finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt, die sich überwiegend aus den Schwankungen von Währungskursen, Zinssätzen, Kreditausfällen und Preisen ergeben.

Wesentliche Wechselkursschwankungen des Euro gegenüber anderen Währungen, insbesondere dem US-Dollar und dem chinesischen Renminbi, könnten sich auf unsere Gewinn- und Verlustrechnung 2020 auswirken. Da JOST in seinen wichtigen Absatzmärkten ebenfalls produziert, verfügt der Konzern über eine ausreichende "natürliche Absicherung" gegen währungsbedingte Transaktionsrisiken. Sofern wirtschaftlich sinnvoll, optimieren wir unsere Warenströme, sodass wir die Währungsräume nicht verlassen müssen. Nichtsdestotrotz besteht ein Translationsrisiko als Folge der Währungsumrechnung von Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen unserer ausländischen Tochtergesellschaften in Euro. Währungsschwankungen können die Zahlungsströme aus erhaltenen Dividenden unserer Tochtergesellschaften ebenfalls beeinflussen und sich auf die Rentabilität auswirken. Währungsänderungsrisiken werden derzeit nicht systematisch abgesichert.

Das Liquiditätsmanagement im Konzern sichert uns gegen Liquiditätsengpässe ab. Die verfügbaren Liquiditätsreserven werden kontinuierlich überwacht und Soll-Ist-Abweichungen der Entwicklung regelmäßig durchgeführt. Es besteht ein Zinsänderungsrisiko für die variablen verzinslichen Schuldscheindarlehen, welches aber durch Zinsswaps abgesichert ist. Die Nettoverschuldung von JOST belief sich zum Stichtag 31. Dezember 2019 auf 46,3 Mio.EUR. Der hohe Bestand an liquiden Mitteln und die starke Cash-Generierung unseres Geschäftsmodells spiegeln die solide Finanzierungsstruktur des Konzerns wider. Zusätzlich verfügen wir über eine revolvierende Liquiditätsfazilität, die zum Stichtag 31. Dezember 2019 noch nicht genutzt wurde. Ein Teil der revolvierenden Liquiditätsfazilität hat JOST 2020 zusammen mit anderen Fremdkapitalinstrumenten für die Finanzierung der Akquisition von Ålö eingesetzt. -> Siehe Textziffer 49 "Ereignisse nach dem Abschlussstichtag."

Insgesamt stufen wir das Schadensausmaß für die finanziellen Risiken als gering und die Eintrittswahrscheinlichkeit als unwahrscheinlich ein. Sie sind jedoch aufgrund der durchgeführten Akquisition im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Weitere Informationen zu den Finanzrisiken und deren Management sind im Konzernanhang unter Textziffer 44 zu finden.

Rechtliche Risiken

Wir sind bestrebt, rechtliche Risiken zu vermeiden bzw. zu kontrollieren. Dennoch ist der JOST Konzern im Rahmen seiner internationalen Geschäftstätigkeit vielfältigen steuerlichen, wettbewerbs-, patent-, kartell-, arbeits-, marken- und umweltrechtlichen Regelungen ausgesetzt, deren Verletzung Kosten und Imageverluste verursachen könnten. Wir unterliegen Exportkontrollen, die uns einem Haftungsrisiko aussetzen und unsere Wettbewerbsfähigkeit an internationalen Märkten beeinträchtigen könnten. Behördliche Vorschriften oder Steuern könnten unsere Kosten erhöhen und sich nachteilig auf unser Geschäft und unsere Ertragslage auswirken. Wir könnten Gewährleistungs- und Produkthaftungsansprüchen unterliegen. Wir sind Risiken aus Gerichts-, Verwaltungs- und Schiedsverfahren ausgesetzt.

Durch vielfältige interne Kontrollmechanismen wie einen Verhaltenskodex, ein Hinweisgebersystem sowie diverse interne Richtlinien u. a. streben wir die Prävention und möglichst schnelle Aufdeckung von Verstößen an, um so diese Risiken zu minimieren. Zudem gibt es regelmäßige Workshops zur Exportkontrolle und eine tägliche Prüfung unserer Geschäftspartner gegen Sanktionslisten. Außerdem schulen wir unsere Mitarbeiter regelmäßig zu Compliance-Themen. Derzeit bestehen Rechtsrisiken aus Gewährleistungsverpflichtungen, Streitigkeiten im Zusammenhang mit Schadensersatzansprüchen und Abgabenforderungen, für die wir angemessene Rückstellungen gebildet haben.

Damit stufen wir die potenziellen Auswirkungen der rechtlichen Risiken auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als gering und die Eintrittswahrscheinlichkeit als unwahrscheinlich ein. Das Risiko ist gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Chancen

Gesamtwirtschaftliche Chancen

Die globale Geschäftstätigkeit von JOST und seine Positionierung als innovativer und serviceorientierter Anbieter von Markenprodukten für LKWs und Anhänger eröffnen kontinuierlich neue Chancen für unseren Konzern. Mit zunehmender Globalisierung der Wirtschaft steigen der Bedarf für internationalen Güterverkehr und das Wachstum der weltweiten Verkehrsinfrastruktur, insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern.

Megatrends wie Urbanisierung, E-Commerce, Digitalisierung und Nachhaltigkeit bieten grundlegende Wachstumschancen für den straßengebundenen Gütertransport, da LKWs eines der Haupttransportmittel für die Versorgung von Metropolen und Städten darstellen. Insbesondere bieten die Wachstumsländer in Asien, Südamerika, Afrika und Osteuropa große Chancen für JOST, da in diesen Märkten viel in die Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur investiert wird. Allerdings erschweren die Rahmenbedingungen in einigen Ländern dieser Regionen die Steigerung der dortigen Absatzzahlen. Beispiele hierfür sind hohe Zollbarrieren und Mindestanforderungen hinsichtlich des Anteils der lokalen Fertigung.

Im Jahr 2019 erzielten wir rund ein Viertel des Konzernumsatzes in Schwellen- und Entwicklungsländern. Darüber hinaus beliefern wir auch über ein Joint Venture in Brasilien den lateinamerikanischen Markt mit JOST Produkten. Durch unsere starke globale Präsenz sehen wir uns gut positioniert, um vom dynamischen Wachstum in Schwellen- und Entwicklungsländern profitieren zu können. Wir erwarten kurz- bis mittelfristig eine positive Auswirkung dieser Chancen auf die Umsatz-und Ertragslage aller unserer Geschäftssegmente. Insbesondere das APA-Segment, aber auch einige Länder im Segment Europa, vor allem in Osteuropa, könnten dadurch schneller wachsen.

Branchenspezifische Chancen

Autonomes Fahren als wichtiger Branchentrend eröffnet große Wachstumschancen für unseren Konzern. Wir verstehen uns als Marktführer bei der Fertigung von Produkten und Systemen, die LKWs und Anhänger miteinander verbinden. Aus diesem Grund investieren wir bewusst in Forschung und Entwicklung, mit dem Ziel, ein autonomes Kupplungssystem zwischen LKWs und Anhängern zu entwickeln, das es ermöglichen soll, den heute noch manuell durchgeführten Kupplungsvorgang zukünftig zu autonomisieren. Dies sehen wir als wichtigen Schritt auf dem Weg zum vollautonomen Fahren von Nutzfahrzeugen. Wichtig ist es uns dabei, durch Effizienzsteigerungen einen Mehrwert für die Nutzer unserer Produkte, die Betreiber von Flotten, zu schaffen. Zudem erwarten wir durch die Elektrifizierung und die Entwicklung unserer Systeme neue Marktimpulse. Hierzu bieten wir die neue innovative elektrische Stützwinde Modul E-Drive an, die merklich den Komfort, die Arbeitssicherheit sowie die Wirtschaftlichkeit für den Anwender steigert. Durch den Einsatz der Modul E-Drive entfällt mühseliges und kraftaufwändiges Handkurbeln, wodurch das Auf- und Absatteln des Aufliegers deutlich vereinfacht wird.

Wir schätzen die mittel- bis langfristigen Chancen aus der erfolgreichen Entwicklung und Vermarktung solcher Systeme für unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als hoch ein. Insbesondere die Segmente Europa und Nordamerika sollten von diesen Chancen profitieren, da die Flottenbetreiber in den Industrienationen am stärksten daran interessiert sind, den Automatisierungsgrad ihrer Flotten zu verbessern.

Für den Prognosezeitraum 2020 beurteilen wir die Chancen dieser Entwicklung noch als gering.

Chancen aus Veränderungen von Regulierungen

Neue regulatorische Anforderungen für Nutzfahrzeuge stellen wichtige Chancen für unseren Konzern dar, denn oft sind sie entweder mit vorgezogenen Bestellungen von Nutzfahrzeugen, die von den alten Standards noch profitieren können, oder mit nachgelagerten Bestellungen, die die neuen Anforderungen erfüllen, verbunden. Neue Standards werden mittelfristig Flotten dazu zwingen, effizienter und nachhaltiger zu werden, und ihr Interesse an technologisch anspruchsvolleren Produkten steigern. Wir sehen darin gute Chancen, unser Produktportfolio in Asien zu erweitern. Ferner können wir den Trend erkennen, dass insbesondere aufstrebende Volkswirtschaften die Sicherheitsvorgaben für Nutzfahrzeuge und die Anforderung zur Einhaltung von Umweltstandards kontinuierlich verschärfen. Indien will z. B. im Jahr 2020 strengere Standards einführen, um die Abgase von LKWs zu senken. Solche Entwicklungen steigern den Bedarf an neuen Produkten und Ersatzteilen in der Region. Entsprechend werden wir unsere Standorte in Asien weiterentwickeln, um darüber hinaus vom wachsenden Ersatzteilmarkt in dieser Region profitieren zu können.

Insgesamt stufen wir die Bedeutung dieser Chancen für das Segment APA als mittel ein. Für das Segment Nordamerika und das Segment Europa schätzen wir die Bedeutung dieser Chancen für den Prognosezeitraum 2020 als gering ein.

Beschaffungschancen

Wir sehen gute Chancen zur Förderung der globalen Geschäftstätigkeit von JOST im Bereich der Beschaffung, indem wir neue Zulieferer für unsere hohen Produktansprüche qualifizieren und so unsere internationale Lieferantenlandschaft erweitern. Dadurch können wir Abhängigkeiten vermeiden, unsere Flexibilität und Verhandlungskraft steigern und unsere Wettbewerbsfähigkeit erhöhen, indem wir Kosten- und Währungsunterschiede zwischen Ländern und Regionen besser ausgleichen können. Durch die Akquisition von Ålö stärkt sich die Verhandlungsposition von JOST gegenüber einigen Lieferanten. Die Integration soll uns ermöglichen, unsere internationalen Warenströme weiter zu optimieren und neue Beschaffungssynergien zu heben.

Wir bewerten den positiven Einfluss dieser Chancen auf die Ertragslage aller unserer Geschäftssegmente als gering bis mittel.

Unternehmensstrategische Chancen

Wachstum durch Akquisitionen oder Beteiligungen ist ein weiterer Teil unserer Unternehmensstrategie, um unser Produkt- und Prozessportfolio sowohl zu verbreiten als auch weiter zu vertiefen. Wir verfügen über eine bewährte Expertise bei der Umsetzung und Integration von Akquisitionen. Auch zukünftig dürften Akquisitionen einen wichtigen Beitrag zum Unternehmenswachstum leisten. Die gute Liquiditätslage des Konzerns sowie die durch den Börsengang gewonnene Möglichkeit, uns bei Bedarf am Kapitalmarkt zusätzlich finanzieren zu können, verleihen uns die notwendige finanzielle Stärke, um kurz- bis mittelfristig weitere Akquisitionen durchführen zu können. Wir beobachten kontinuierlich den Markt und suchen aktiv nach potenziellen Übernahmekandidaten, die die Umsetzung unserer Wachstumsstrategie zusätzlich beschleunigen können.

So hat JOST im Dezember 2019 einen Übernahmevertrag für Ålö, einen der weltweit führenden Hersteller von landwirtschaftlichen Frontladern, unterschrieben. Mit dieser Akquisition hat JOST die Wachstumschancen im landwirtschaftlichen Geschäft deutlich gesteigert. Mit einem weltweiten Marktanteil von rund 30 % im Markt für landwirtschaftliche Frontlader bereichert Ålö mit seinem attraktiven Produktportfolio und breiten Kundennetzwerk von OEMs und Händlern JOST im Agrarbereich. JOST erwartet durch die Integration von Ålö Synergien bei der Produktentwicklung, im Einkauf sowie bei dem gemeinsamen Vertrieb von Produkten für die Agrarindustrie der JOST-Marke ROCKINGER und der Ålö Marke Quicke. Die Bündelung des gemeinsamen Know-hows sollte die erfolgreiche Erschließung von neuen zukunftsträchtigen Geschäftsfeldern ermöglichen. Gleichzeitig wird JOST zukünftig neben dem klassischen On-Road-Geschäft auch von den langfristigen Wachstumstrends im Off-Highway-Segment stärker profitieren können.

Wir schätzen die kurz- bis mittelfristigen unternehmensstrategischen Chancen als hoch ein.

Gesamtaussage des Vorstands zur Chancen- und Risikolage

Das Risikomanagementsystem des JOST Konzerns dient dazu, bestandsgefährdende und andere wesentliche Risiken rechtzeitig zu identifizieren, zu bewerten und diesen ggf. entgegenzuwirken sowie gleichzeitig Chancen zu erkennen und zu ergreifen. Die oben dargestellten Risiken entsprechen der konsolidierten Betrachtung aller Risiken, die aus dem konzernweiten Früherkennungssystem abgeleitet wurden und die beim Eintreten zu einer negativen Abweichung vom prognostizierten Unternehmensergebnis führen könnten. Insgesamt haben die identifizierten Risiken, aufgrund der zur Begrenzung getroffenen Maßnahmen, auch keinen bestandsgefährdenden Einfluss auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und werden als beherrschbar beurteilt. Trotz veränderter Einschätzungen einzelner Risiken hat die Gesamtrisikobewertung keine wesentlichen Veränderungen gegenüber dem Vorjahr ergeben. Aus heutiger Sicht sieht der Vorstand keine Risiken, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand der Gesellschaft und des Konzerns gefährden könnten.

Der Vorstand hat Maßnahmen eingeleitet, die es dem Unternehmen erlauben sollen, die sich bietenden Chancen zu ergreifen, ohne dabei unvertretbar hohe Risiken eingehen zu müssen. Die Ertragskraft des JOST Konzerns bietet eine solide Grundlage für eine nachhaltige, positive Entwicklung des Unternehmens und die Realisierung der Geschäftsplanung. Der Vorstand ist zuversichtlich, dass der Konzern in der Lage ist, die vielfältigen Chancen für sich zu nutzen. Aus heutiger Sicht erwartet der Vorstand in der Gesamtbetrachtung keine grundlegende Veränderung der dargestellten Risiko- und Chancenlage.

Der Chancen- und Risikobericht enthält zukunftsbezogene Aussagen über erwartete Entwicklungen. Diese Aussagen basieren auf aktuellen Einschätzungen und sind naturgemäß mit Risiken und Unsicherheiten verbunden. Die tatsächlich eintretenden Ergebnisse können von den hier formulierten Einschätzungen abweichen.

PROGNOSEBERICHT

Erwartete Entwicklung der Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Bessere konjunkturelle Aussichten für 2020: Für das Jahr 2020 erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) eine Stabilisierung der globalen Konjunktur. Nach einer Abkühlung im Jahr 2019 sollte die Weltwirtschaft 2020 wieder an Fahrt gewinnen und um 3,3 % gegenüber 2019 wachsen (2019: 2,9%). Die unterstützenden geldpolitischen Maßnahmen im Jahr 2019 sollten 2020 eine stärkere Wirkung zeigen und mit einer Belebung des Handelswachstums einhergehen. Entsprechend soll das Handelsvolumen um 2,9 % steigen (2019: 1,0 %).

Für Europa rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) mit einem etwas stärkeren Zuwachs der Wirtschaftsleistung um 1,3% gegenüber 2019 (2019: 1,2 %). In den USA soll jedoch die Konjunktur an Dynamik verlieren und nur noch um 2,0 % gegenüber dem Vorjahr steigen (2019: 2,3%). Dies wird überwiegend durch die erwartet strengere Geldpolitik verursacht. Auch für China rechnet der IWF mit einer leichten Verlangsamung der Wirtschaftsleistung. Die chinesische Konjunktur soll 2020 um 6,0% gegenüber dem Vorjahr steigen (2019: 6,1%). Allerdings sind in den Erwartungen des IWF etwaige Auswirkungen durch den Ausbruch des Coronavirus in China nicht berücksichtigt. Insgesamt soll die Wirtschaft in den asiatischen Schwellen- und Entwicklungsländern 2020 mit 5,8% etwas stärker als im Vorjahr wachsen (2019: 5,6%). Auch die Wirtschaft in Lateinamerika soll sich weiter erholen und 2020 um 1,6 % gegenüber dem Vorjahr steigen (2019: 0,1 %).

Die konjunkturellen Erwartungen dürften sich jedoch durch die Ausbreitung des Coronavirus weiter eintrüben. Aktuell gibt es keine zuverlässigen Schätzungen über den potenziellen negativen Einfluss des Coronavirus auf die Realwirtschaft und das Handelsvolumen weltweit.

Branchenspezifische Rahmenbedingungen Rückläufige Produktionszahlen bei schweren LKW: Nach starken Investitionen in den Vorjahren sind Flottenbetreiber in vielen Regionen bei einer natürlichen Pause des Investitionszyklus angelangt. Entsprechend rechnen große OEM-Hersteller 2020 in Europa mit einem Rückgang der schweren LKW-Produktion um bis zu 15 % gegenüber dem Vorjahr. Für Nordamerika erwartet FTR Consulting einen Rückgang der schweren LKW-Produktion um 31% gegenüber 2019. In Asien-Pazifik-Afrika prognostiziert LMC Automotive ebenfalls eine weitere Reduktion der LKW-Produktion um 11 % im Vergleich zum Vorjahr. Nur in Lateinamerika soll sich der Markt für schwere LKW weiter erholen und im Geschäftsjahr 2020 um 19 % weiterwachsen. Diese Zahlen berücksichtigen etwaige Auswirkungen aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus nicht.

Trotz des für 2020 überwiegend negativ prognostizierten Markttrends für die Produktion von neuen LKW zeigen die guten konjunkturellen Aussichten in den verschiedenen Regionen, dass der Transportbedarf vieler Volkswirtschaften nach wie vor stark ist. Dies deutet auf eine hohe Nutzung der bestehenden LKW hin, was sich wiederum positiv auf unser Geschäft mit Ersatzteilen auswirken dürfte.

Rückgang der Anhängerproduktion setzt sich fort: Nach dem starken Rückgang des Anhängermarkts im Geschäftsjahr 2019 erwartet das Prognoseinstitut Clear Consulting eine gewisse Stabilisierung im Geschäftsjahr 2020, wenngleich die Anhängerproduktion noch leicht schrumpfen sollte. Weltweit rechnet das Institut mit einem Rückgang um 2 % gegenüber 2019. In Europa und in Asien-Pazifik-Afrika soll die Anhängerproduktion 2020 auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres stagnieren bzw. leicht wachsen. Hier sind jedoch potenzielle Auswirkungen aus der Coronavirus-Epidemie in China und anderen Ländern der Region nicht berücksichtigt. Im Gegensatz dazu soll der Markt in Nordamerika gemäß FTR nach dem starken Wachstum 2019 im Geschäftsjahr 2020 um 16% schrumpfen. In Lateinamerika rechnet Clear Consulting ebenfalls mit einem leicht rückläufigen bis stagnierenden Markt.

Markt für landwirtschaftliche Traktoren stabil: In Nordamerika erwartet das landwirtschaftliche Ministerium (USDA) für 2020 keine signifikante Erholung des landwirtschaftlichen Einkommens, denn die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse befinden sich nach wie vor auf einem niedrigen Niveau und die wirtschaftliche Unterstützung für Landwirte im Rahmen des "Market Facilitation Program" (MFP) ist noch mit Unsicherheiten behaftet. Entsprechend rechnen wir mit einem stagnierenden bis leicht rückläufigen Markt für landwirtschaftliche Traktoren in Nordamerika. Auch in Europa erwarten Marktexperten, dass das landwirtschaftliche Einkommen aufgrund der niedrigeren Milchpreise leicht zurückgehen wird, wenngleich dies durch eine bessere Getreideproduktion teilweise kompensiert werden könnte. Entsprechend erwarten wir, dass der europäische Markt für landwirtschaftliche Traktoren 2020 auf dem Vorjahresniveau bleibt bzw. leicht zurückgeht.

Konzernausblick

Durch den Abschluss der Akquisition der Ålö Holding AB rechnet JOST für den Konzern mit einem Umsatzwachstum für das Jahr 2020 im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich gegenüber 2019 (2019: 736,3 Mio. EUR). Das bereinigte EBIT des Konzerns soll ebenfalls bedingt durch die Akquisition im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr steigen (2019: 76,8 Mio. EUR). Hierbei sind bislang nur geringe Umsatzeffekte aus der Coronavirus-Epidemie in China berücksichtigt.

Die organische Umsatzentwicklung von JOST (ohne Effekte aus der Übernahme von Ålö) sollte im Geschäftsjahr 2020 im niedrigen zweistelligen Prozentbereich rückläufig sein. Dies ist überwiegend auf den voraussichtlichen Marktrückgang für LKW und Anhänger in Europa und Nordamerika sowie auf die zurzeit in China bereits eingetretenen negativen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie zurückzuführen. Das organische bereinigte EBIT von JOST 2020 wird prozentual etwas stärker als der organische Konzernumsatz sinken.

Aus diesem Grund rechnet JOST im Geschäftsjahr 2020 für den Gesamtkonzern inklusive Ålö mit einer rückläufigen bereinigten EBIT-Marge gegenüber dem Vorjahr (2019: 10,4%). Das bereinigte EBITDA wird sich analog zum bereinigten EBIT entwickeln.

Diese Prognose basiert auf der Annahme, dass sich die konjunkturelle Lage in Europa und Nordamerika aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus nicht weiter verschlechtert. Sie setzt ebenfalls voraus, dass sich die Lage in Asien im Laufe des 2. Quartals 2020 normalisieren wird.

An Investitionen erwartet der Konzern auch inkl. Ålö weiterhin Auszahlungen in Höhe von etwa 2,5% des Umsatzes.

Das Net Working Capital im Verhältnis zum Umsatz wird voraussichtlich auf dem Niveau von 2019 bleiben und sich bei rund 18 % einpendeln (2019: 18,2%).

2020 wird der Verschuldungsgrad (Verhältnis Nettoverschuldung zu bereinigtem EBITDA) aufgrund der Übernahme von Ålö gegenüber dem Vorjahr steigen (2019: 0,45x). Bis Ende 2020 streben wir an, unter der Zielmarke von 2,5x zu sein.

Aus heutiger Sicht und unter Einbeziehung der operativen Entwicklung des JOST Konzerns in den ersten Monaten des Jahres 2020 beurteilt der Vorstand die wirtschaftliche Lage des Konzerns als solide. Zwar wird die abschwächende Konjunktur auf den Absatzmärkten für LKW und Anhänger im Geschäftsjahr 2020 einige Herausforderungen mit sich bringen, JOST sieht sich aber gut positioniert, um mit innovativen Produkten und einem zuverlässigen Kundenservice seine internationale Position weiter zu stärken und sich gut in den schwankenden Märkten zu behaupten. Gleichzeitig eröffnet die Akquisition von Ålö neue zukunftsträchtige Wachstumsfelder für JOST und stärkt die Position des Konzerns im Agrarmarkt entscheidend. Die solide finanzielle und wirtschaftliche Lage des Konzerns bietet JOST zahlreiche Chancen, um die Unternehmensstrategie weiterhin erfolgreich umzusetzen.

JOST WERKE AG (HGB)

Die JOST Werke AG mit Sitz in Neu-Isenburg, Deutschland, ist die Muttergesellschaft des JOST Konzerns. -> Siehe "Grundlage des Konzerns"

Es handelt sich um eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht. Die Aktien notieren seit dem 20. Juli 2017 im Regulierten Markt (Prime Standard) an der Frankfurter Wertpapierbörse. Sie sind zudem seit März 2018 im SDAX gelistet.

Die wirtschaftliche Lage der JOST Werke AG wird entscheidend vom Ergebnis ihrer Tochtergesellschaften bestimmt. Entsprechend unterliegt die Geschäftsentwicklung der JOST Werke AG den gleichen Chancen und Risiken wie die Entwicklung des Konzerns und wird von den gleichen wirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen beeinflusst.

Der Jahresabschluss der JOST Werke AG wird nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt.

Ertragslage (HGB)

Da es sich bei der JOST Werke AG um eine reine Konzernholding handelt, ohne eigenes operatives Geschäft, werden hier nur Umsatzerlöse aus Dienstleistungsverträgen gegenüber verbundenen Unternehmen (2,0 Mio. EUR, Vorjahr 2,1 Mio. EUR) sowie Erträge aus Kostenweiterbelastungen an verbundene Unternehmen (2,1 Mio.EUR, Vorjahr 0 EUR) generiert. 2019 ist die Gesamtleistung um 90,9 % auf 4,2 Mio. EUR gestiegen (2018: 2,2 Mio. EUR). Dies ist im Wesentlichen auf die konzerninterne Weiterbelastung von Kosten des Erwerbs von Ålö an die erwerbende Tochtergesellschaft zurückzuführen.

Das Ergebnis nach Steuern ist um 1,7 Mio.EUR auf -8,4 Mio.EUR (2018: -6,6 Mio. EUR) gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken und lag somit innerhalb unserer Erwartungen (Prognose für 2019 für die Einzelgesellschaft JOST Werke AG: Jahresverlust in einem ähnlichen Niveau wie 2018). Im Wesentlichen ist dies auf den Anstieg der Zinsen und ähnlichen Aufwendungen um 0,9 Mio. EUR auf 2,5 Mio. EUR (2018: 1,6 Mio. EUR) sowie auf den Abschluss des langfristigen aktienbasierten Bonusprogramms für Führungskräfte unterhalb des Vorstands innerhalb der JOST-Gruppe (0,7 Mio EUR) zurückzuführen. Der Anstieg der Zinsen und ähnlichen Aufwendungen resultiert im Wesentlichen daraus, dass die Fremdfinanzierung erst in der Mitte des Vorjahres erfolgte.

Im Berichtsjahr belief sich der Bilanzgewinn auf 16,4 Mio. EUR (2018: 16.4 Mio. EUR).

Vermögens- und Finanzlage (HGB)

Die Bilanzsumme reduzierte sich in 2019 von 709,4 Mio. EUR auf 708,8 Mio. EUR. Dem Anstieg der Forderungen gegen verbundene Unternehmen auf 2,1 Mio.EUR (31. Dezember 2018: 0,0 Mio.EUR) steht ein Rückgang der sonstigen Vermögensgegenstände auf 0,1 Mio. EUR (31. Dezember 2018: 2,6 Mio. EUR) entgegen. Im Vorjahr enthielten die sonstigen Vermögensgegenstände im Wesentlichen Forderungen aus der Umsatzsteuer mit 2,1 Mio. EUR, die zum Stichtag nur noch 0,1 Mio.EUR betragen. Zudem war im Vorjahr noch eine Rückforderung aus doppelt gezahlten Zinsen mit 0,5 Mio.EUR enthalten. Dies umfasst hauptsächlich Forderungen aus der Umsatzsteuer.

Das Eigenkapital lag zum 31. Dezember 2019 bei 512,2 Mio. EUR und damit um 24,7 Mio. EUR unter dem Stand zum Jahresende 2018 (31. Dezember 2018: 536,9 Mio. EUR). Die Eigenkapitalquote belief sich auf 72,2 % (31. Dezember 2018: 75,7 %). Der Jahresfehlbetrag von 8.4 Mio. EUR sowie die Dividendenausschüttung von 16,4 Mio. EUR wirkten sich mindernd auf das Eigenkapital aus.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind die sonstigen Rückstellungen um 3,7 Mio. EUR auf 6,8 Mio. EUR angestiegen (31. Dezember 2018: 3,1 Mio. EUR). Dieser Anstieg ist maßgeblich auf Rückstellungen für ausstehende Rechnungen im Zusammenhang mit Rechts-, Beratungs- und Jahresabschlusskosten sowie auf Personalrückstellungen und Rückstellungen für drohende Verluste aus Derivaten zurückzuführen. Im Berichtsjahr sind die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten unverändert bei 150,3 Mio.EUR geblieben. Es handelt sich hierbei überwiegend um Schuldscheindarlehen im Gesamtwert von 150,0 Mio.EUR. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen haben sich um 20,4 Mio.EUR auf 38,6 Mio.EUR gegenüber dem Vorjahr erhöht und betreffen im Wesentlichen das Verrechnungskonto mit der JOST-Werke Deutschland GmbH, über das sich die Gesellschaft im Wesentlichen finanziert, und sonstige Verbindlichkeiten (31. Dezember 2018: 18,2 Mio. EUR). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich im Berichtsjahr auf 0,2 Mio. EUR (31. Dezember 2018: 0,2 Mio. EUR) und die sonstigen Verbindlichkeiten beliefen sich auf 0,8 Mio. EUR (31. Dezember 2018: 0,6 Mio. EUR).

Prognosebericht (HGB)

Die Gesellschaft erwartet für 2020 einen leicht rückläufigen Umsatz gegenüber dem Vorjahr. Vor Berücksichtigung der Beteiligungserträge erwarten wir für die Einzelgesellschaft JOST Werke AG (HGB) ebenfalls ein leicht rückläufiges Ergebnis nach Steuern im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019.

Bilanzgewinn und Ergebnisverwendungsvorschlag

Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, aus dem zum 31. Dezember 2019 ausgewiesenen Bilanzgewinn der Muttergesellschaft JOST Werke AG in Höhe von 16,4 Mio. EUR eine Ausschüttung von 0,80 EUR pro Aktie vorzunehmen.

Erklärung zur Unternehmensführung nach §289f Abs. 1 HGB

Die nach § 289f Abs. 1 HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung finden Sie im Abschnitt "Erklärung zur Unternehmensführung" in diesem Geschäftsbericht sowie auf unserer Website unter -> http://ir.jost-world.com/corporate-governance.

Nichtfinanzieller Bericht

Den nach § 289b Abs. 3 HGB und § 315b f. HGB abzugebenden nichtfinanziellen Bericht finden Sie im Geschäftsbericht 2019 unter dem Abschnitt ->"Nachhaltigkeitsbericht".

Vergütungsbericht

Den Vergütungsbericht von Vorstand und Aufsichtsrat der JOST Werke AG finden Sie im Corporate-Governance-Bericht. Er ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts. -> Siehe Vergütungsbericht

Übernahmerechtliche Angaben nach §289a Abs. 1 HGB

Die nach §289a Abs. 1 HGB geforderten übernahmerechtlichen Angaben sind Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts. Siehe Übernahmerechtliche Angaben

CORPORATE GOVERNANCE

Erklärung zur Unternehmensführung

Mit der Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§289f Abs. 1 und 315d Abs. 1 HGB informiert die JOST Werke AG darüber, wie die wesentlichen Elemente von Corporate Governance im Konzern und der Gesellschaft strukturiert sind.

Sie beinhaltet die Entsprechenserklärung gemäß §161 AktG, relevante Angaben zu Unternehmensführungspraktiken, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen, die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat, die Zusammensetzung und Arbeitsweise ihrer Ausschüsse sowie den Frauenanteil in Führungspositionen samt Zielen und das Diversitätskonzept des Konzerns.

Die vom Vorstand und Aufsichtsrat am 3. Dezember 2019 abgegebene Entsprechenserklärung lautet:

"Vorstand und Aufsichtsrat der JOST Werke AG erklären, dass den Empfehlungen des "Deutschen Corporate Governance Kodex" (DCGK) in der Fassung vom 7. Februar 2017 mit nachfolgenden Einschränkungen seit Abgabe der Entsprechenserklärung am 4. Dezember 2018 entsprochen wurde und wird:

Ziff. 3.8 Abs. 3 DCGK (Selbstbehalt bei D&O-Versicherung für den Aufsichtsrat). Die Gesellschaft hat eine D&O-Versicherung für die Mitglieder des Aufsichtsrats ohne den vom DCGK empfohlenen Selbstbehalt abgeschlossen. Der Vorstand ist der Auffassung, dass ein solcher Selbstbehalt für sich genommen keine geeignete Maßnahme zur Verbesserung der Überwachung durch den Aufsichtsrat und der sorgfältigen Amtsausübung durch seine Mitglieder darstellt. Im Gegenteil kann ein solcher Selbstbehalt die Gewinnung geeigneter Kandidaten für das Aufsichtsratsamt erschweren.

Ziff. 4.2.2 Abs. 2 Satz 3 DCGK (Angemessenheit der Vorstandsvergütung; Durchführung des Vertikalvergleichs). Der Aufsichtsrat hat auch aufgrund der dynamischen Entwicklung bisher keinen oberen Führungskreis oder die Belegschaft insgesamt als Kategorien definiert und daher auch nicht in der zeitlichen Entwicklung der Vorstandsvergütung berücksichtigt. Eine solche Kategorisierung erscheint dem Aufsichtsrat nicht entscheidend.

Ziff. 5.1.2 Abs. 1 Satz 2 DCGK (Vielfalt / Diversity bei der Zusammensetzung des Vorstands). Von dieser Empfehlung wird vorsorglich eine Abweichung erklärt. Der Aufsichtsrat achtet bei der Auswahl von Vorstandsmitgliedern auf Diversity und berücksichtigt weibliche Kandidaten. Bei künftigen Bestellungen wird der Aufsichtsrat versuchen, auch weibliche Kandidaten zu Vorstandsmitgliedern zu bestellen. Gleichzeitig ist der Aufsichtsrat der Auffassung, dass das entscheidende Kriterium für Vorstandsbestellungen immer die persönliche und fachliche Qualifikation des Kandidaten sein soll."

Die gesamte Erklärung zur Unternehmensführung finden Sie auf unserer Website unter http://ir.jost-world.com/corporate-governance. Auch die aktuelle Entsprechenserklärung der JOST Werke AG gemäß §161 AktG kann auf unserer Internetseite unter dem gesonderten Link -> http:// ir.jost-world.com/entsprechenserklaerung nachgelesen werden.

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht stellt die Grundsätze der Vergütungssysteme für Vorstand und Aufsichtsrat dar und informiert über die im Geschäftsjahr 2019 gewährten und zugeflossenen Bezüge. Er ist entsprechend den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in der Fassung vom 7. Februar 2017 und nach den Erfordernissen der deutschen Rechnungslegungsstandards (DRS), der Internationalen Financial Reporting Standards (IFRS) sowie des Handelsgesetzbuches (HGB) erstellt.

Vergütungssystem des Vorstands

Der Aufsichtsrat der JOST Werke AG hat das Vergütungssystem des Vorstands festgelegt und die sich daraus ableitende individuelle Vergütung für jedes einzelne Vorstandsmitglied vereinbart. Die Bezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder stehen gemäß §87 AktG in einem angemessenen Verhältnis zu den jeweiligen Aufgaben sowie zur wirtschaftlichen Lage und zum Marktumfeld der Gesellschaft.

Das Vergütungssystem des Vorstands setzt sich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Komponenten mit kurz- und langfristiger Wirkung zusammen.

Feste Vergütung: Die erfolgsunabhängige Komponente besteht aus einer Jahresfestvergütung und Nebenleistungen. Die Jahresfestvergütung ist zahlbar in zwölf gleichen Raten zum jeweiligen Monatsende. Die Nebenleistungen umfassen die Firmenwagennutzung.

Darüber hinaus haben Joachim Dürr (CEO), Dr. Ralf Eichler (COO) und Dr. Christian Terlinde (CFO) Anspruch auf eine feste jährliche Bruttoeinmalzahlung, die sie in eine betriebliche Rentenkomponente umwandeln können. Der ehemalige CEO Lars Brorsen hat Anspruch auf eine von der JOST-Werke Deutschland GmbH gezahlte Betriebsrente. Weitere Pensionsansprüche bestehen nicht.

Für alle Mitglieder des Vorstands besteht eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (sog. D&O-Versicherung) und eine Hinterbliebenenabsicherung. Gemäß § 93 Abs. 2 AktG beträgt der hierbei vereinbarte Selbstbehalt 10 % des Schadens bis mindestens 150 % der Jahresfestvergütung des jeweiligen Vorstandsmitglieds.

Variable Vergütung: Die erfolgsabhängige Komponente der Vorstandsvergütung orientiert sich am bereinigten EBITDA des Konzerns. Im Einklang mit Ziffer 4.2.3 DCGK und § 87 Abs. 1 Satz 3 AktG umfasst die erfolgsabhängige Vergütung neben einem kurzfristigen Anreiz (Short-Term-Incentive "STI") ebenfalls einen nachhaltigen Anreiz (Long-Term-Incentive "LTI").

Das zu erreichende bereinigte EBITDA-Ziel wird vom Aufsichtsrat jährlich festgelegt. Sollte das bereinigte EBITDA in einem Geschäftsjahr nicht mindestens 80 % des vom Aufsichtsrat festgelegten Ziels betragen, besteht kein Anspruch auf variable Vergütung.

Die gesamte variable Vergütung ist für jedes Vorstandsmitglied begrenzt und darf nicht die doppelte Jahresfestvergütung des jeweiligen Mitglieds überschreiten.

Die variable Vergütung wird, auch wenn die vereinbarten Ziele erreicht sind, nicht vollständig auf einmal ausgezahlt. 45 % werden als kurzfristige STI-Komponente gezahlt, während die restlichen 55 % in eine nachhaltige LTI-Komponente umgewandelt werden.

Joachim Dürr und Dr. Ralf Eichler erhalten eine komplette Auszahlung der LTI nur, wenn das bereinigte Konzern-EBITDA im darauffolgenden Geschäftsjahr mindestens das Niveau des bereinigten EBITDA im Bemessungszeitraum erreicht hat. Dr. Christian Terlinde erhält die komplette Auszahlung der LTI nur, wenn das bereinigte Konzern-EBITDA zwei Jahre später das Niveau des bereinigten EBITDA im Bemessungszeitraum überschritten hat. So werden langfristige Anreize gesetzt, die die nachhaltige positive Entwicklung des Unternehmens fördern.

Endet der Vorstandsvertrag im Laufe eines Kalenderjahres, werden die feste und variable Vergütung für das Kalenderjahr zeitanteilig gewährt.

Regelung im Falle eines vorzeitigen Austritts: Im Falle einer vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit sehen die Verträge von Joachim Dürr, Dr. Ralf Eichler und Dr. Christian Terlinde vor, dass die fixe Vergütung und die Hälfte der variablen Vergütung für die Restlaufzeit des Vertrags fortgezahlt werden.

Die vertraglichen Vereinbarungen regeln, dass Zahlungen an das jeweilige Vorstandsmitglied auf den niedrigeren Wert von maximal zwei Jahresfestvergütungen oder von der Gesamtvergütung für die Restlaufzeit des Vertrags begrenzt werden. Somit wird der DCGK-Empfehlung entsprochen, dass im Falle vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit nicht mehr als der Wert der Ansprüche für die Restlaufzeit des Vertrags vergütet wird (Abfindungs-Cap).

Im Falle einer Kündigung des Dienstvertrags aus wichtigem Grund besteht kein Anspruch auf Fortzahlung (von Teilen) der Vergütung.

Die Vorstandsverträge enthalten keine Abfindungszusagen.

Lars Brorsen hat sein Mandat als Vorstandsvorsitzender mit Wirkung zum 30. September 2019 niedergelegt. Gemäß der Aufhebungsvereinbarung und entsprechend der Restlaufzeit seines Vorstandsvertrages stand Lars Brorsen dem JOST Konzern bis zum 31. Dezember 2019 beratend zur Seite. Gemäß vertraglicher Vereinbarung bezog Lars Brorsen bis zum 31. Dezember 2019 die im Rahmen seines Vorstandsvertrags mit ihm vereinbarte feste und variable Vergütung.

Vorstandsvergütung 2019

Die Offenlegung der Vorstandsvergütung entspricht den Empfehlungen des DCGK in seiner Fassung vom 7. Februar 2017. Die im Geschäftsjahr gewährten Zuwendungen werden von dem tatsächlich erfolgten Zufluss getrennt ausgewiesen. Bei der Zuwendungsbetrachtung werden zudem die Vergütungswerte angegeben, die im Minimum und Maximum erreicht werden könnten.

Gewährte Zuwendungen I

scroll
Lars Brorsen (ehem. CEO) Eintritt: 199S Austritt: 30.09.2019 Joachim Dürr (CEO) Eintritt: 01.01.2019 (CSO; CEO ab 01.10.2019
in TEUR 2018 2019 Min. Max. 2018 2019
Festvergütung 700 525 525 525 - 540
Nebenleistungen 24 4 4 4 - 8
Summe (feste Bestandteile) 724 529 529 529 - 548
Einjährige variable Vergütung 336 240 0 473 - 192
Mehrjährige variable Vergütung 411 294 0 577 - 235
Summe (variable Bestandteile) 747 534 0 1.050 - 427
Gesamtvergütung DCGK 1.471 1.063 529 1.579 - 975
scroll
Joachim Dürr (CEO) Eintritt: 01.01.2019 (CSO; CEO ab 01.10.2019
in TEUR Min. Max.
Festvergütung 540 540
Nebenleistungen 8 8
Summe (feste Bestandteile) 548 548
Einjährige variable Vergütung 0 405
Mehrjährige variable Vergütung 0 495
Summe (variable Bestandteile) 0 900
Gesamtvergütung DCGK 548 1.448

Gewährte Zuwendungen II

scroll
Dr. Ralf Eichler (COO) Eintritt: 2000 Dr. Christian Terlinde (CFO) Eintritt: 01.01.2019
in TEUR 2018 2019 Min. Max. 2018 2019
Festvergütung 400 480 480 480 - 480
Nebenleistungen 24 24 24 24 - 7
Summe (feste Bestandteile) 424 504 504 504 - 487
Einjährige variable Vergütung 157 171 0 360 - 171
Mehrjährige variable Vergütung 192 209 0 440 - 209
Summe (variable Bestandteile) 349 380 0 800 - 380
Gesamtvergütung DCGK 773 884 504 1.304 - 867
scroll
Dr. Christian Terlinde (CFO) Eintritt: 01.01.2019
in TEUR Min. Max.
Festvergütung 480 480
Nebenleistungen 7 7
Summe (feste Bestandteile) 487 487
Einjährige variable Vergütung 0 360
Mehrjährige variable Vergütung 0 440
Summe (variable Bestandteile) 0 800
Gesamtvergütung DCGK 487 1.287

Zufluss

scroll
Lars Brorsen (ehem. CEO) Eintritt: 199S Austritt: 30.09.2019 Joachim Dürr (CEO) Eintritt: 01.01.2019 (CSO; CEO ab 01.10.2019 Dr. Ralf Eichler (COO) Eintritt: 2000
in TEUR 2018 2019 2018 2019 2018 2019
Festvergütung 700 525 - 540 400 480
Nebenleistungen 24 4 - 8 24 24
Summe (feste Bestandteile) 724 529 - 548 424 504
Einjährige variable Vergütung 336 240 - 192 157 171
Mehrjährige variable Vergütung 195 401 - - 182 187
Summe (variable Bestandteile) 531 641 - 192 339 358
Gesamtvergütung DCGK 1.255 1.170 - 740 763 862
scroll
Dr. Christian Terlinde (CFO) Eintritt: 01.01.2019
in TEUR 2018 2019
Festvergütung - 480
Nebenleistungen - 7
Summe (feste Bestandteile) - 487
Einjährige variable Vergütung - 171
Mehrjährige variable Vergütung - -
Summe (variable Bestandteile) - 171
Gesamtvergütung DCGK - 658

Vorstandsvergütung nach §314 HGB für den JOST Konzern und nach §285 HGB für die JOST Werke AG

scroll
Lars Brorsen (ehem. CEO) Eintritt: 199S Austritt: 30.09.2019 Joachim Dürr (CEO) Eintritt: 01.01.2019 (CSO) CEO ab 01.10.2019 Dr. Ralf Eichler (COO) Eintritt: 2000
in TEUR 2018 2019 2018 2019 2018 2019
Festvergütung 700 525 - 540 400 480
Nebenleistungen 24 4 - 8 24 24
Erfolgsunabhängige Komponente 724 529 - 548 424 504
Einjährige variable Vergütung 336 240 - 192 157 171
Erfolgsbezogene Komponente 336 240 - 192 157 171
Mehrjährige variable Vergütung 195 401 - - 182 187
Komponente mit lfr. Anreizwirkung 195 401 - - 182 187
Gesamtvergütung §314, § 285 HGB 1.255 1.170 - 740 763 862

Vorstandsvergütung nach §314 HGB für den JOST Konzern und nach §285 HGB für die JOST Werke AG

scroll
Dr. Christian Terlinde (CFO) Eintritt: 01.01.2019 Christoph Hobo (ehem. CFO) Eintritt: 2016 Austritt: 31.12.2018 Gesamtbezüge Vorstand
in TEUR 2018 2019 2018 2019 2018 2019
Festvergütung - 480 400 - 1.500 2.025
Nebenleistungen - 7 15 - 63 43
Erfolgsunabhängige Komponente - 487 415 - 1.563 2.068
Einjährige variable Vergütung - 171 157 - 650 774
Erfolgsbezogene Komponente - 171 157 - 650 774
Mehrjährige variable Vergütung - - 182 - 559 588
Komponente mit lfr. Anreizwirkung - - 182 - 559 588
Gesamtvergütung §314, § 285 HGB - 658 754 - 2.772 3.430

Vergütung des Aufsichtsrats

Gemäß § 15 der Satzung erhält jedes Aufsichtsratsmitglied eine jährliche Festvergütung von 50 TEUR. Entsprechend Ziffer 5.4.6 DCGK berücksichtigt das Vergütungssystem den Vorsitz und den stellvertretenden Vorsitz im Aufsichtsrat sowie die Mitgliedschaft in den Ausschüssen: Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält die dreifache Festvergütung, folglich 150 TEUR, und sein Stellvertreter das Eineinhalbfache, also 75 TEUR.

Für die Tätigkeit in Ausschüssen erhält der jeweilige Ausschussvorsitzende zusätzlich 20 TEUR und jedes andere Mitglied des Ausschusses zusätzlich 10 TEUR. Ein Anspruch auf ein separates Sitzungsgeld besteht nicht.

Aufsichtsratsmitglieder, die nur während eines Teils eines Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat angehören oder das Amt des Vorsitzenden innehaben, erhalten eine entsprechende anteilige Vergütung.

Darüber hinaus erstattet die JOST Werke AG den Aufsichtsratsmitgliedern die bei der Ausübung ihres Mandats entstehenden Auslagen gemäß §670 BGB sowie die auf die Vergütung und Auslagen zu entrichtende Umsatzsteuer.

Zusätzlich zur vereinbarten Vergütung übernimmt die JOST Werke AG für den Aufsichtsrat die Prämie für die abgeschlossene D&O-Versicherung. Abweichend von Ziffer 3.8 DCGK wurde für die Aufsichtsratsmitglieder kein Selbstbehalt vereinbart.

Aufsichtsratsvergütung

scroll
in TEUR 2018 2019
Mitglieder des Aufsichtsrats Fixum Ausschusstätigkeit Gesamt Fixum Ausschusstätigkeit Gesamt
Manfred Wennemer (Vorsitz) 150 20 170 150 20 170
Prof. Dr. Bernd Gottschalk (stellvertretender Vorsitz) 75 10 85 75 10 85
Jürgen Schaubel 50 20 70 50 20 70
Klaus Sulzbach 50 10 60 50 10 60
Natalie Hayday 50 10 60 50 10 60
Rolf Lutz 50 10 60 50 10 60
Gesamtbezüge Aufsichtsrat 425 80 505 425 80 505

 

Neu-Isenburg, 13. März 2020

JOST Werke AG

Der Vorstand

Bilanz zum 31.12.2019

Aktiva

scroll
31.12.2019
EUR
31.12.2018
EUR
A. Anlagevermögen
I. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 706.021.424,48 706.021.424,48
706.021.424,48 706.021.424,48
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 2.110.272,18 22.467,70
2. sonstige Vermögensgegenstände 116.440,90 2.645.992,78
2.226.713,08 2.668.460,48
C. Rechnungsabgrenzungsposten 592.101,00 705.182,00
708.840.238,56 709.395.066,96

Passiva

31.12.2019
EUR
31.12.2018
EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 14.900.000,00 14.900.000,00
II. Kapitalrücklage 480.882.954,90 505.628.849,99
III. Bilanzgewinn 16.390.000,00 16.390.000,00
512.172.954,90 536.918.849,99
B. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 6.782.613,33 3.074.420,50
6.782.613,33 3.074.420,50
C. Verbindlichkeiten
I. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 150.345.300,88 150.354.598,66
II. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 155.248,03 181.419,35
III. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 38.584.876,46 18.241.890,60
IV. Sonstige Verbindlichkeiten 799.244,96 623.887,86
davon aus Steuern: EUR 229.604,82 (EUR 117.076,20)
189.884.670,33 169.401.796,47
708.840.238,56 709.395.066,96

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019

scroll
2019
EUR
2018
EUR
1.) Umsatzerlöse 2.038.897,00 2.138.436,00
2.) Sonstige betriebliche Erträge 2.198.993,29 64.676,05
3.) Gesamtleistung 4.237.890,29 2.203.112,05
4.) Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -4.719.660,86 -3.633.059,28
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung -81.171,87 -57.460,45
-4.800.832,73 -3.690.519,73
5.) Sonstige betriebliche Aufwendungen -5.327.300,65 -3.541.172,58
6.) Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 0,00 15.729,50
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 15.729,50)
7.) Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 81,01 1.203,45
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 81,01 (Vorjahr: EUR 1.203,45)
8.) Zinsen und ähnliche Aufwendungen -2.464.645,01 -1.621.643,68
davon an verbundene Unternehmen EUR -288.034,21 (Vorjahr: EUR -51.793,90)
9.) Ergebnis vor sonstigen Steuern -8.354.807,09 -6.633.290,99
10.) Sonstige Steuern -1.088,00 -734,83
11.) Jahresfehlbetrag -8.355.895,09 -6.634.025,82
12.) Entnahmen aus der Kapitalrücklage 24.745.895,09 23.024.025,82
13.) Bilanzgewinn 16.390.000,00 16.390.000,00

Anhang für das Geschäftsjahr 2019

I. Allgemeine Angaben

Die JOST Werke AG (nachfolgend auch "Gesellschaft") wurde am 27. Februar 2008 als Cintinori Holding GmbH gegründet. Am 23. Juni 2017 wurde die Cintinori Holding GmbH von einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) in eine Aktiengesellschaft (AG) umgewandelt und in JOST Werke AG umbenannt. Die entsprechende Eintragung im Handelsregister erfolgte am 7. Juli 2017. Die Aktien wurden am 20. Juli 2017 erstmals an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt.

Der Sitz der Gesellschaft ist in der Siemensstraße 2 in 63263 Neu-Isenburg. Die Gesellschaft ist registriert im Handelsregister des Amtsgerichtes Offenbach am Main unter Sektion B mit der Registernummer 50149.

Der Abschluss für das Geschäftsjahr der JOST Werke AG ist nach den Vorschriften der aktuellen Fassung des Handelsgesetzbuches (HGB) unter Berücksichtigung des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Die JOST Werke AG ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 Abs. 3 S. 2 HGB.

Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

Der Jahresabschluss ist in Euro (EUR) aufgestellt. Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Abschreibungen werden bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung vorgenommen. Bei Wegfall der Gründe für die Abschreibungen werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen.

Die Forderungen, die sonstigen Vermögensgegenstände und die flüssigen Mittel sind zu Nominalwerten angesetzt.

Für Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden angemessene Einzelwertberichtigungen vorgenommen, sofern Umstände bekannt sind, die Zweifel an der Einbringlichkeit der Forderungen bzw. Werthaltigkeit der sonstigen Vermögensgegenstände aufkommen lassen.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet Ausgaben vor dem Bilanzstichtag für Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag. Das aus der Neufinanzierung der Gesellschaft enthaltene Disagio wird planmäßig über die Laufzeit der Verbindlichkeiten aus den Schuldscheindarlehen abgeschrieben. Die Bewertung erfolgt zu Nominalwerten.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Die Rückstellungen decken alle erkennbaren Risiken und Verpflichtungen in angemessener Höhe und nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung ab. Die Bewertung erfolgt in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Für ausgewählte Führungskräfte des JOST Konzerns unterhalb des Vorstands ist im Jahr 2019 ein Long-Term-Incentive-Plan (LTIP) eingeführt worden, um ausgewählten Führungskräften (ohne Vorstand) des JOST Werke Konzerns in der Erwartung einer langfristigen Bindung die Gelegenheit zu geben, am Erfolg des JOST Werke Konzerns zu partizipieren. Die Rechte des LTIP in Form von virtuellen Aktien begründen den Anspruch auf eine Barzahlung nach einem vierjährigen Referenzzeitraum (gleich Dienstzeit) vom 1. April 2019 bis 31. März 2023 in Abhängigkeit von der Outperformance der JOST Werk Aktie im Vergleich zum SDAX-Index. Wenn sich die JOST Werke-Aktie gleich oder besser als der SDAX entwickelt, wird eine Sonderzahlung in Höhe von 100% des Wertes der JOST Werke-Aktie gewährt. Falls die Entwicklung der JOST Werke-Aktie hinter der Entwicklung des SDAX zurückbleibt, wird eine Sonderzahlung in Höhe von 20% des Wertes der JOST Werke-Aktie gezahlt. Die Auszahlung aus den virtuellen Aktien ist auf das Dreifache des Ausgangswerts (Durchschnittskurs der JOST Werke-Aktie während der letzten 30 Börsenhandelstage vor Beginn des Referenzzeitraums) begrenzt. Aus dem LTIP wurden in 2019 insgesamt 148.133 virtuelle Aktien mit einem Ausgangswert in Höhe von TEUR 4.425 gewährt. Der beizulegende Zeitwert der virtuellen Aktien wurde unter Anwendung einer Monte-Carlo-Simulation mit den folgenden Inputfaktoren zum 31. Dezember 2019 ermittelt:

scroll
31.12.2019
Aktienkurs JOST 37,30 €
Indexstand SDAX 12.511,89
Erwartete Volatilität JOST 34,79%
Erwartete Volatilität SDAX 14,42%
Korrelation JOST / SDAX 0,4758
Dividendenrendite JOST 2,89%
Risikoloser Zinssatz -0,57%
Beizulegender Zeitwert 27,62 €

In der Monte-Carlo-Simulation wurde die relative Performance der JOST Werke-Aktie gegenüber dem SDAX-Index, die Durchschnittswertbildung am Ende des Referenzzeitraums, diskrete Dividendenschätzungen für die JOST-Aktie und die Begrenzung des Auszahlungsbetrages berücksichtigt.

Die Aufwendungen aus dem LTIP werden über den erwarteten Erdienungszeitraum verteilt und unter den sonstigen Rückstellungen erfasst.

Zum 31. Dezember 2019 beträgt der Buchwert der Verbindlichkeit aus den virtuellen Aktien und erfasste Aufwand EUR 675.619,95. In der Berichtsperiode wurden keine virtuellen Aktien verwirkt oder unverfallbar.

Für die derivativen Finanzgeschäfte werden keine Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB gebildet. Diese Geschäfte sind als schwebende Geschäfte bilanzunwirksam. Werden aus diesen Geschäften allerdings Verluste erwartet, wird eine Rückstellung auf Basis der negativen Marktpreise gebildet. Die hieraus resultierenden unrealisierten Verluste werden ergebniswirksam berücksichtigt.

Die Verbindlichkeiten sind zu Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Der Ermittlung von latenten Steuern wird ein Steuersatz von 30% zugrunde gelegt. Zum Bilanzstichtag ergibt sich nach Saldierung der aktiven und passiven latenten Steuern (Gesamtdifferenzenbetrachtung) ein Aktivüberhang der latenten Steuern. Dieser resultiert insbesondere aus Unterschieden in der Bewertung der sonstigen Rückstellungen. Die Gesellschaft macht von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB keinen Gebrauch, sodass ein Ansatz des Aktivüberhangs in der Bilanz unterbleibt.

III. Erläuterungen zur Bilanz

1. Anlagevermögen / Finanzanlagen

Die Entwicklung des Anlagevermögens stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

Entwicklung des Anlagevermögens für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019

scroll
Anschaffungskosten Zu-/Abschreibungen
Stand 01.01.2019
TEUR
Zugang
TEUR
Abgang
TEUR
Stand 31.12.2019
TEUR
Stand 01.01.2019
TEUR
Zugang
TEUR
Anteile an verbundenen Unternehmen 706.022 0 0 706.022 0 0
Finanzanlagen 706.022 0 0 706.022 0 0
scroll
Zu-/Abschreibungen Stand 31.12.2019
TEUR
Buchwerte 31.12.2019
TEUR
Buchwerte 31.12.2018
TEUR
Anteile an verbundenen Unternehmen 0 706.022 706.022
Finanzanlagen 0 706.022 706.022

Der Anteilsbesitz nach § 285 Nr. 11 HGB ergibt sich wie folgt:

Anteilsbesitzliste zum 31.12.2019

der JOST Werke AG

scroll
Gesellschaft Anteile an verbundenen Unternehmen Anteil der JOST Werke AG Eigenkapital zum 31.12.2019
TEUR
1) Ergebnis 2019
TEUR
2)
JOST-Werke VG1 GmbH (in Gründung) 100,00% 5) 0 0
Neu-Isenburg
Jasione GmbH 100,00% 5) 564.226 25.349
Neu-Isenburg
JOST-Werke Deutschland GmbH 100,00% 4) 42.611 0
Neu-Isenburg 5)
JOST-Werke Asset Management GmbH (in Gründung) 100,00% 5) 0 0
Frankfurt am Main
Jost-Werke International Beteiligungsverwaltung GmbH 100,00% 4) 36.326 0
Neu-Isenburg 5)
Rockinger Agriculture GmbH 100,00% 3) -546 -756
Waltershausen / Deutschland 5)
JOST France S.a r.l. 100,00% 3) 5.303 490
Paris / Frankreich 6)
JOST Iberica S.A. 100,00% 3) 4.254 989
Zaragoza / Spanien 6)
Jost Italia S.r.l. 100,00% 3) 2.524 322
Milan / Italien 6)
Jost GB Ltd. 100,00% 3) 3.851 -29
Bolton / Großbritannien 6)
Jost UK Ltd. 100,00% 3) -1.281 -2.553
Bolton / Großbritannien 6)
ooo JOST RUS 100,00% 3) 2.394 330
Moscow / Russland 6)
JOST Polska Sp. z o.o. 100,00% 3) 16.830 4.069
Nowa Sol / Polen 6)
Jost Hungaria Kft. 100,00% 3) 13.544 2.240
Veszprem / Ungarn 6)
JOST TAT LLC 100,00% 3) 1.811 399
Naberezhyne Chelny / Russland 6)
Tridec Holdings B.V. 100,00% 3) 21.297 5.401
Son / Niederlande 6)
Transport Industry Development Centre B.V. 100,00% 3) 4.672 4.899
Best / Niederlande 6)
Tridec Ltda. 100,00% 3) 4.109 236
Cantanhede / Portugal 6)
JOST Achsen Systeme GmbH 100,00% 4) 25 0
Calden / Deutschland 5)
Jost Otomotiv Sanayi Ticaret A.S. 100,00% 3) 1.689 165
Izmir / Türkei 6)
JOST (S.A.) Pty. Ltd. 100,00% 3) 4.038 3.247
Chloorkop / Südafrika 5)
JOST Transport Equipment Pty. Ltd. 100,00% 3) 7.806 500
Chloorkop / Südafrika 5)
Jost Australia Pty. Ltd. 100,00% 3) 13.933 1.267
Seven Hills / Australien 6)
Jost New Zealand Ltd. 100,00% 3) 302 6
Hamilton / Neuseeland 6)
JOST International Corp. 100,00% 3) 37.287 8.599
Grand Haven, Michigan / U.S.A. 6)
Jost (China) Auto Component Co. Ltd. 100,00% 3) 23.511 4.865
Wuhan, Province Hubei / Volksrepublik China 6)
JOST (Shanghai) Trading Co. Ltd. 100,00% 3) 2.012 214
Shanghai / Volksrepublik China 6)
Jost Far East Pte. Ltd. 100,00% 3) 4.927 2.549
Singapur 6)
JOST India Auto Component Pte. Ltd. 100,00% 3) 10.439 1.239
Jamshedpur / Indien 6)
JOST Japan Co. Ltd. 100,00% 3) 367 24
Yokohama / Japan 6)
Jost (Thailand) Co. Ltd. 100,00% 3) 226 -202
Bangsaotong / Thailand 6)
Beteiligungen
JOST Brasil Sistemas Automotivos Ltda. 49,00% 3) 15.964 7.048
Caxias do Sul / Brasilien 6)

1) Umgerechnet mit den Mittelkursen am Jahresabschlussstichtag
2) Umgerechnet mit den Mittelkursen im Jahresdurchschnitt
3) Mittelbar über die Jasione GmbH gehalten
4) Mittelbar über die Jasione GmbH gehalten, nach Ergebnisabführungsvertrag
5) Daten aus den vorläufigen Einzelabschlüssen der Gesellschaften nach HGB
6) Daten aus den Reporting Packages der Gesellschaften nach IFRS für Konsolidierungszwecke

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen Forderungen an die Tochtergesellschaften Jasione GmbH, Neu-Isenburg, Jost-Werke International Beteiligungsverwaltung GmbH, Neu-Isenburg, sowie Rockinger Agriculture GmbH, Waltershausen, und resultieren aus sonstigen Verrechnungen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände umfassen Forderungen aus Umsatzsteuer in Höhe von EUR 116.440,90 (Vorjahr EUR 2.149.643,52). Im Vorjahr war zudem eine Rückforderung aus doppelt gezahlten Zinsen enthalten (Vorjahr EUR 496.076,39).

Alle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

3. Rechnungsabgrenzungsposten

Der Rechnungsabgrenzungsposten beträgt zum Stichtag EUR 592.101,00 (Vorjahr EUR 705.182,00). Hiervon betreffen EUR 271.197,00 (Vorjahr EUR 298.214,00) Zahlungen für eine Versicherung, die über die folgenden Jahre abzugrenzen sind. Zudem ist mit EUR 320.904,00 (Vorjahr EUR 406.968,00) das Disagio aus der Neufinanzierung in 2018 der Gesellschaft über die Laufzeit der Schuldscheindarlehen abgegrenzt und wird planmäßig abgeschrieben (siehe auch 6. Verbindlichkeiten).

4. Eigenkapital

Vor der Umwandlung der ehemaligen GmbH in eine Aktiengesellschaft wurde im Juni 2017 das gezeichnete Kapital um EUR 10.000.000 und die Kapitalrücklage um EUR 342.478.924,48 durch Sacheinlage aus der Abtretung von Gesellschafterdarlehen erhöht.

Die vormals bestehenden GmbH-Anteile (EUR 25.000) wurden in Aktien umgewandelt.

Im Juli 2017 wurde eine ordentliche Erhöhung des Grundkapitals der Gesellschaft um EUR 4.875.000 auf EUR 14.900.000 unter Ausschluss des Bezugsrechts gegen Bareinlage durch Ausgabe von 4.875.000 neuen, nennwertlosen Stückaktien als Inhaberaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von je EUR 1,00 beschlossen.

Am 20. Juli 2017 wurde der Handel mit den Aktien der Gesellschaft im Prime-Standard-Segment der Frankfurter Wertpapierbörse erfolgreich aufgenommen. Der Emissionskurs für die Aktien der JOST Werke AG lag bei EUR 27,00 (Preisspanne: EUR 25,00 bis EUR 31,00). Im Rahmen des Börsengangs wurde die Kapitalerhöhung von 4.875.000 Aktien im Wert von EUR 131.625.000 durchgeführt (davon betreffen EUR 4.875.000 das gezeichnete Kapital und EUR 126.750.000 betreffen die Kapitalrücklage).

Im Rahmen der ordentlichen Hauptversammlung am 4. Mai 2018 wurde die Aufhebung des bestehenden genehmigten Kapitals 2017 und die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals 2018 beschlossen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 3. Mai 2023 durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmalig oder in Teilbeträgen um insgesamt bis EUR 7.450.000 zu erhöhen. Ferner wurde die Schaffung eines bedingten Kapitals 2018 beschlossen. Das Grundkapital kann einmalig oder mehrmals durch Ausgabe von bis zu 7.450.000 neuen, auf den Inhaber lautenden, Stückaktien um bis zu EUR 7.450.000 erhöht werden. Den Aktionären steht bei Ausgabe von neuen Aktien aus dem Genehmigten Kapital 2018 grundsätzlich ein Bezugsrecht zu, das nur in bestimmten, in § 5 Unterabs. 2 der Satzung näher bezeichneten Fällen und unter den dort genannten Bedingungen ausgeschlossen werden kann. Der Vorstand hat die Ermächtigung bisher nicht in Anspruch genommen.

Durch weiteren Beschluss der Hauptversammlung vom 4. Mai 2018 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 3. Mai 2023 einmal oder mehrmals Options-, Wandel- und/oder Gewinnschuldverschreibungen sowie Genussrechte oder Kombinationen dieser Instrumente (zusammen "Schuldverschreibung") im Gesamtnennbetrag von bis zu 350 Mio. EUR mit oder ohne Laufzeitbegrenzung zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern der Schuldverschreibungen Options- bzw. Wandlungsrechte auf insgesamt bis zu 7.450.000 neue, auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von bis zu 7.450.000,00 EUR nach näherer Maßgabe der Anleihebedingungen der Schuldverschreibung zu gewähren. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu; der Vorstand ist jedoch ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldverschreibungen unter den in dem vorgenannten Ermächtigungsbeschluss ausgeführten Voraussetzungen mit Zustimmung des Aufsichtsrats auszuschließen. Die Einzelheiten dazu ergeben sich aus dem von der Hauptversammlung beschlossenen Beschlussvorschlag zu Tagesordnungspunkt 8 der Hauptversammlung vom 4. Mai 2018. Der Vorstand hat die Ermächtigung bisher nicht in Anspruch genommen. Zur Bedienung der Schuldverschreibungen hat die Hauptversammlung das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 7.450.000,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 7.450.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2018; § 6 der Satzung).

Ferner hat die Hauptversammlung vom 4. Mai 2018 die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 3. Mai 2023 eigene Aktien im Umfang von bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder - falls dieser Wert geringer ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die erworbenen eigenen Aktien können zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck verwendet werden. Die Einzelheiten ergeben sich aus dem von der Hauptversammlung vom 4. Mai 2018 gefassten Ermächtigungsbeschluss (Tagesordnungspunkt 6). Die Gesellschaft hat bis zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Berichtes keine eigenen Aktien erworben.

Zum 31. Dezember 2019 beträgt das gezeichnete Kapital der Gesellschaft unverändert EUR 14.900.000, welches vollständig eingezahlt ist und sich auf 14.900.000 Stückaktien ohne Nennwert (Inhaberaktien) aufteilt.

Die Entwicklung der Kapitalrücklage ergibt sich wie folgt:

scroll
Kapitalrücklage 2019
TEUR
2018
TEUR
Stand 01.01. 505.629 528.653
Entnahmen des Geschäftsjahres -24.746 -23.024
Stand 31.12. 480.883 505.629

Die frei verfügbaren Rücklagen betragen zum 31. Dezember 2019 EUR 354.132.954,90 (Vorjahr EUR 378.878.849,99).

Die Entwicklung des Bilanzgewinns ergibt sich wie folgt:

scroll
Bilanzgewinn 2019
TEUR
2018
TEUR
Stand 01.01. 16.390 7.450
Dividendenausschüttung -16.390 -7.450
Jahresfehlbetrag -8.356 -6.634
Entnahme aus der freien Kapitalrücklage 24.746 23.024
Stand 31.12. 16.390 16.390

5. Rückstellungen

Die Rückstellungen betreffen personalbezogene Rückstellungen in Höhe von EUR 3.403.319,95 (Vorjahr EUR 2.124.000,00), davon aus aktienbasierten Vergütungen EUR 675.619,95 (Vorjahr EUR 0,00). Zudem sind mit EUR 1.806.000,00 (Vorjahr EUR 254.000,00) Rückstellungen für ausstehende Rechnungen im Zusammenhang mit Rechts-, Beratungs- und Jahresabschlusskosten gebildet worden. Rückstellungen für drohende Verluste aus Derivaten wurden in Höhe von EUR 1.573.293,38 (Vorjahr EUR 696.420,50) gebildet.

6. Verbindlichkeiten

scroll
Davon mit einer Restlaufzeit von
Gesamtbetrag
EUR
Bis zu 1 Jahr
EUR
>1 Jahr
EUR
Davon mehr als 5 Jahre
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 150.345.301 345.301 150.000.000 34.500.000
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 155.248 155.248 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 38.584.876 38.584.876 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 799.245 799.245 0 0
Summe 189.884.670 39.884.670 150.000.000 34.500.000

Im Vorjahr betrugen die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr:

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten EUR 354.599

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen EUR 181.419

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen EUR 18.241.891

Sonstige Verbindlichkeiten EUR 623.888

Im Vorjahr betrugen die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einen Jahr:

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten EUR 150.000.000 (davon mehr als fünf Jahre Restlaufzeit: EUR 34.500.000)

Mit Wirkung vom 29. Juni 2018 hat die mittelbare Tochtergesellschaft JOST-Werke Deutschland GmbH die bestehende Kreditvereinbarung gekündigt. Die JOST Werke AG hat in diesem Zuge Schuldscheindarlehen im Gesamtwert von 150 Mio. EUR platziert, welche mit Laufzeiten von fünf bzw. sieben Jahren ausgestattet sind und sowohl fix als auch variabel verzinst werden. Neben den Schuldscheindarlehen existiert eine revolvierende Kreditlinie von 150 Mio. EUR. Mit der Finanzierung aus 2018 konnten die Zinskonditionen für die Gruppe verbessert und die Laufzeiten verlängert werden. Die Verpflichtung zur Einhaltung bestimmter finanzieller Vorgaben (sog. Covenants) besteht bei Inanspruchnahme der revolvierenden Kreditlinie. In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind Zinsabgrenzungen in Höhe von EUR 345.300,88 enthalten.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind nicht durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte besichert.

Zur Finanzierung des Erwerbs der Ålö Holding AB hat die Gesellschaft mit einem Bankenkonsortium eine neue Finanzierung über 120 Mio. EUR mit einer Laufzeit von fünf Jahren abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2019 war das Darlehen nicht in Anspruch genommen. Dieses Bankdarlehen unterliegt der Einhaltung verschiedener finanzieller Sicherungsklauseln, die sich aus dem Konzernabschluss der JOST Werke AG, dem obersten Mutterunternehmen, ableiten. Bei Nichteinhaltung dieser finanziellen Sicherungsklauseln könnten Bankdarlehen sofort fällig gestellt werden. Zu den Einzelheiten des Erwerbs verweisen wir auf den Nachtragsbericht im Konzernabschluss der JOST Werke AG.

Die Verbindlichkeiten betreffen mit EUR 38.584.876,46 (Vorjahr EUR 18.241.890,60) Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus dem Verrechnungskonto mit der JOST-Werke Deutschland GmbH und sonstige Verbindlichkeiten mit EUR 799.244,96 (Vorjahr EUR 623.887,86). Über das Verrechnungskonto mit der JOST-Werke Deutschland GmbH wurden insbesondere die Dividendenausschüttungen (EUR 16.390.000, Vorjahr EUR 7.450.000) an die Aktionäre der Gesellschaft bezahlt. In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus der Vergütung des Aufsichtsrates in Höhe von EUR 565.495,00 (Vorjahr EUR 505.000,00) enthalten.

7. Finanzsicherungsinstrumente

Zur Absicherung künftiger Zinsvolatilitäten aus den variabel verzinslichen Tranchen des Schuldscheindarlehens sind vier Zins-Swaps mit einem Nominalwert von insgesamt EUR 60.000.000,00 und einer Laufzeit bis maximal zum 29. Juni 2023 abgeschlossen worden. Für die Swaps ergibt sich ein negativer Marktwert von EUR 1.573.293,38 zum 31. Dezember 2019 (Mark-to-Market Bewertung), für welchen eine Drohverlustrückstellung in gleicher Höhe gebildet wurde. Diese ist unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von EUR 2.038.897,00 (Vorjahr EUR 2.138.436,00) resultieren ausschließlich aus Dienstleistungsverträgen mit verbundenen Gesellschaften und wurden im Inland erzielt.

2. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge umfassen im Geschäftsjahr im Wesentlichen Erträge aus Weiterbelastung an die verbundene Gesellschaft Jost-Werke International Beteiligungsverwaltung GmbH mit EUR 2.067.439,21 (Vorjahr EUR 0,00). Dabei handelt es sich um die Weiterbelastung von Kosten im Zusammenhang mit dem Ålö-Erwerb, da dieser durch die Jost-Werke International Beteiligungsverwaltung GmbH erfolgt. Erträge aus der PKW-Nutzung sind mit EUR 49.200,45 (Vorjahr EUR 59.891,94) enthalten. Die periodenfremden Erträge betreffen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von EUR 81.966,47 (Vorjahr EUR 3.726,01).

3. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Es handelt sich im Wesentlichen um Aufwendungen für Rechts- und Beratungskosten (EUR 2.088.268,70; Vorjahr EUR 889.471,27), Aufwendungen für das langfristige Bonusprogramm von Führungskräften unterhalb des Vorstands innerhalb des JOST Konzerns (EUR 652.311,06; Vorjahr EUR 0,00), Jahresabschlusskosten (EUR 178.490,90; Vorjahr EUR 267.667,14), Aufwendungen für die Aufsichtsratvergütung (EUR 505.086,40; Vorjahr EUR 505.000,00), und Reisekosten (EUR 308.616,91; Vorjahr EUR 168.648,60). Die Rechts- und Beratungskosten beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Erwerb der Ålö Holding AB, Umeå, Schweden. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist zudem die Zuführung zur Rückstellung für drohende Verluste aus Derivaten berücksichtigt.

Im Vorjahr waren zudem noch Kosten aus der Personaleinstellung (EUR 0,00; Vorjahr EUR 260.543,67) enthalten.

4. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens

Diese betrafen im Vorjahr ausschließlich Erträge gegenüber verbundenen Unternehmen.

5. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Die sonstigen Zinsen und ähnliche Erträge betreffen mit EUR 81,01 (Vorjahr EUR 1.203,45) verbundene Unternehmen.

6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Diese betreffen im abgelaufenen Geschäftsjahr im Wesentlichen Zinsen im Zusammenhang mit den Schuldscheindarlehen in Höhe von EUR 1.756.376,08 (Vorjahr EUR 1.569.849,78). Hierin sind Aufwendungen aus planmäßigen Abschreibungen des Disagios in Höhe von EUR 86.064,00 (Vorjahr EUR 43.032,00) enthalten. Die Zinsaufwendungen mit verbundenen Unternehmen betragen EUR 288.034,21 (Vorjahr EUR 51.793,90). In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen werden zudem die Kreditbereitstellungsgebühren ausgewiesen.

7. Sonstige Steuern

Die sonstigen Steuern betreffen Kfz-Steuern.

V. Sonstige Angaben

1. Anzahl der Mitarbeiter

Die Gesellschaft beschäftigte zum Stichtag 8 Mitarbeiter. Hierin sind die drei Vorstände sowie fünf weitere Angestellte enthalten. Im Jahresdurchschnitt waren es 8 Mitarbeiter.

2. Vorstand

Zum 1. Oktober hat Joachim Dürr den Vorstandsvorsitz von Lars Brorsen übernommen.

Der Vorstand setzt sich aus folgenden Personen zusammen mit Angabe der weiteren Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien außerhalb der JOST Werke AG:

Lars Brorsen, cand.oecon., Heubach (bis 30. September 2019)

Vorsitzender des Vorstands

Chief Executive Officer

Mitglied des Beirats, Digades Holding GmbH, Zittau

Joachim Dürr, Diplom-Ingenieur, Dachau

Vorsitzender des Vorstands (ab 1. Oktober 2019)

Chief Executive Officer (vom 1. Januar bis 30. September 2019 Chief Sales Officer)

Keine Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien

Dr.-Ing. Ralf Eichler, Diplom-Ingenieur, Dreieich

Chief Operating Officer

Keine Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien

Dr. Christian Terlinde, Diplom-Kaufmann, Dinslaken

Chief Financial Officer (ab 1. Januar 2019)

Keine Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien

3. Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat setzt sich aus folgenden Personen zusammen mit Angabe der weiteren Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien außerhalb der JOST Werke AG:

Manfred Wennemer (Vorsitzender)

Beruf: Aufsichtsrats- und Beiratsmitglied verschiedener Gesellschaften

Mitglied des Beirats, Brückner Technology Holding GmbH, Siegsdorf, Deutschland

Mitglied des Boards, TI Fluid Systems plc, England

Mitglied des Boards, PIAB International AB, Täbi, Schweden

Prof. Dr. Bernd Gottschalk (stellvertretender Vorsitzender)

Beruf: Unternehmensberater, geschäftsführender Gesellschafter der AutoValue GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland

Mitglied des Aufsichtsrats, Schaeffler AG, Herzogenaurach, Deutschland

Mitglied des Aufsichtsrats, Plastic Omnium S.A., Paris, Frankreich

Beiratsvorsitzender, Facton GmbH, Potsdam, Deutschland

Mitglied des Beirats, Serafin Unternehmensgruppe GmbH, München, Deutschland

Mitglied des Beirats, BLG Logistics Group AG & Co. KG, Bremen, Deutschland

Mitglied des Aufsichtsrats, Haldex AB, Landskrona, Schweden

Natalie Hayday

Beruf: Geschäftsführerin bei der 7Square GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland

Mitglied im Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss, LEG Immobilien AG, Düsseldorf, Deutschland

Rolf Lutz

Beruf: Diplom-Ingenieur, in Ruhestand

Keine weiteren Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien

Jürgen Schaubel

Beruf: Berater, Oaktree Capital Management

Vorsitzender des Audit Committees, Optimum Maritime Holding, Limassol, Zypern

Klaus Sulzbach

Beruf: Wirtschaftsprüfer/Unternehmensberater

Keine weiteren Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien

4. Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats

Die Grundzüge des Vergütungssystems und die individualisierte Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht dargestellt. Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des Lageberichts.

Die Gesamtbarbezüge (= Gesamtbezüge) des Vorstands betragen einschließlich der Nebenleistungen TEUR 3.430 (Vorjahr TEUR 2.772) und die Gesamtbezüge des Aufsichtsrates TEUR 505 (Vorjahr TEUR 505).

5. Konzernabschluss

Die Gesellschaft stellt den Konzernabschluss für den kleinsten sowie den größten Kreis der Unternehmen der JOST-Gruppe auf. Der Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger in deutscher Sprache offengelegt.

Der Konzernabschluss der JOST Werke AG wurde nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) der International Accounting Standards Board (IASB), London, sowie den Interpretationen des International Reporting Interpretations Committee, wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, aufgestellt.

6. Abschlussprüferhonorar

Die Angabe des Abschlussprüferhonorars nach § 285 Nr. 17 HGB erfolgt im Konzernabschluss der JOST Werke AG. Der Abschlussprüfer hat neben der Prüfung von Einzel- und Konzernabschluss andere Bestätigungsleistungen sowie Steuerberatungsleistungen (insbesondere Erstellung von Steuererklärungen, Unterstützung bei Betriebsprüfungen) erbracht. Die anderen Bestätigungsleistungen betrafen eine prüferische Durchsicht der Überleitungsrechnung nach § 4h Abs. 2 Satz 12f. EStG.

7. Nachtragsbericht

Am 31. Januar 2020 erwarb die mittelbare Tochtergesellschaft Jost-Werke International Beteiligungsverwaltung GmbH (JWI) 100 % der Anteile an Ålö Holding AB, einem international führenden Hersteller von landwirtschaftlichen Frontladern der Marke Quicke.

Die zum Erwerb der Ålö Holding AB am 19. Dezember 2019 abgeschlossene neue Finanzierung über 120 Mio. EUR ist am 31. Januar 2020 in Anspruch genommen worden. Bereits am 29. Januar 2020 ist die revolvierende Kreditfazilität in Höhe von 90 Mio. EUR gezogen worden. Zu den weiteren Einzelheiten des Erwerbs verweisen wir auf den Nachtragsbericht im Konzernabschluss der JOST Werke AG.

Es ergaben sich keine weiteren wesentlichen Ereignisse oder Entwicklungen, die zu einer Änderung des Ausweises oder Wertansatzes der einzelnen Vermögensgegenstände und Schuldposten zum 31. Dezember 2019 geführt hätten.

8. Ergebnisverwendungsvorschlag

Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, aus dem zum 31. Dezember 2019 ausgewiesenen Bilanzgewinn der JOST Werke AG in Höhe von TEUR 16.390, eine Ausschüttung von EUR 0,80 pro Aktie vorzunehmen.

9. Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex

Die nach § 289f Abs. 1 HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung finden Sie auf unserer Website unter http://ir.jost-world.com/corporate-governance.

10. Angaben nach § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG

Zum Bilanzstichtag bestehen Beteiligungen an der Gesellschaft, die nach § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt und nach § 26 Abs. 1 WpHG auf unserer Website unter http://ir.jost-world.com veröffentlicht worden sind. Wir verweisen zudem auf die Ausführungen im Abschnitt Übernahmerechtliche Angaben im Lagebericht.

 

Neu-Isenburg, den 13. März 2020

Joachim Dürr

Dr. Ralf Eichler

Dr. Christian Terlinde

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt und die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben werden.

 

Neu-Isenburg, den 13. März 2020

Joachim Dürr

Dr. Ralf Eichler

Dr. Christian Terlinde

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die JOST Werke AG, Neu-Isenburg

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der JOST Werke AG, Neu-Isenburg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der JOST Werke AG, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Lageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht war folgender Sachverhalt am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

1 Bewertung der Anteile an der Tochtergesellschaft

Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert:

1 Sachverhalt und Problemstellung

2 Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

3 Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

1 Bewertung der Anteile an der Tochtergesellschaft

1 Im Jahresabschluss der JOST Werke AG werden zum 31. Dezember 2019 unter dem Bilanzposten "Finanzanlagen" Anteile an der Tochtergesellschaft Jasione GmbH als Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von € 706,0 Mio. (99,6% der Bilanzsumme) ausgewiesen.

Die handelsrechtliche Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen richtet sich nach den Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert. Die Ermittlung des beizulegenden Werts erfolgt als Barwert der erwarteten künftigen Zahlungsströme (Free Cashflows), die sich aus den von den gesetzlichen Vertretern erstellten Planungsrechnungen ergeben, mittels eines Discounted-Cashflow-Modells. Hierbei werden auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt anhand der individuell ermittelten Kapitalkosten.

Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße abhängig davon, wie die gesetzlichen Vertreter die künftigen Zahlungsströme einschätzen, sowie vom verwendeten Diskontierungszinssatz und der Wachstumsrate. Die Bewertung ist daher mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der hohen Komplexität der Bewertung und der wesentlichen Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

2 Im Hinblick auf die Bewertung der Anteile an der Tochtergesellschaft zum 31. Dezember 2019 haben wir das methodische Vorgehen zur Bewertung nachvollzogen und beurteilt, ob der beizulegende Wert sachgerecht mittels Discounted-Cashflow-Verfahren unter Beachtung der relevanten Bewertungsstandards ermittelt wurde. Hierzu haben wir gewürdigt, ob die zugrundeliegenden künftigen Zahlungsmittelzuflüsse und die angesetzten Kapitalkosten insgesamt eine sachgerechte Grundlage darstellen. Dabei haben wir uns unter anderem auf einen Abgleich mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen sowie auf umfangreiche Erläuterungen der gesetzlichen Vertreter zu den wesentlichen Werttreibern gestützt, die den erwarteten Zahlungsströmen zugrunde liegen. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Wertauswirkungen haben können, haben wir auch die bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parameter beurteilt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Zusätzlich wurde auch ein Abgleich mit der Marktkapitalisierung und den Erwartungen der Analysten der JOST Werke AG vorgenommen, da das gesamte operative Geschäft des Konzerns sich in Beteiligungen der Tochtergesellschaft befindet.

Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen sind unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen aus unserer Sicht insgesamt für die Bewertung der Anteile an der Tochtergesellschaft geeignet.

3 Die Angaben der Gesellschaft zu den Finanzanlagen sind in dem Abschnitt "II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" sowie dem Gliederungspunkt III "1. Anlagevermögen/Finanzanlagen" des Anhangs, enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Lageberichts:

die in Abschnitt "Erklärung zur Unternehmensführung" des Lageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB

den gesonderten nichtfinanziellen Bericht nach § 289b Abs. 3 HGB und § 315b Abs. 3 HGB.

Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses, des geprüften Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der ordentlichen Hauptversammlung am 9. Mai 2019 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 3. Dezember 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2017 als Abschlussprüfer der JOST Werke AG, Neu-Isenburg, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Stefan Hartwig.

 

Frankfurt am Main, den 13. März 2020

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Stefan Hartwig, Wirtschaftsprüfer

ppa. Benedikt Goldschmidt, Wirtschaftsprüfer

PRÜFUNGSBESCHEINIGUNG FÜR DEN NACHHALTIGKEITSBERICHT

VERMERK DES UNABHÄNGIGEN WIRTSCHAFTSPRÜFERS ÜBER EINE PRÜFUNG ZUR ERLANGUNG BEGRENZTER SICHERHEIT ÜBER NACHHALTIGKEITSINFORMATIONEN

An die JOST Werke AG, Neu-Isenburg

Wir haben den nichtfinanziellen Bericht der JOST Werke AG, NeuIsenburg (im Folgenden die "Gesellschaft"), nach § 315b ff. HGB, der mit dem nichtfinanziellen Bericht des Mutterunternehmens nach § 289b Abs. 3 zusammengefasst ist, für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des nichtfinanziellen Berichts in Anlehnung an den deutschen Nachhaltigkeitskodex (im Folgenden: "DNK") und in Übereinstimmung mit den §§ 315b und 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB.

Diese Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft umfasst die Auswahl und Anwendung angemessener Methoden zur Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie das Treffen von Annahmen und die Vornahme von Schätzungen zu einzelnen Nachhaltigkeitsangaben, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines nichtfinanziellen Berichts zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Angaben ist.

Erklärung des Wirtschaftsprüfers in Bezug auf die Unabhängigkeit und Qualitätssicherung

Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Unsere Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wendet die nationalen gesetzlichen Regelungen und berufsständischen Verlautbarungen zur Qualitätssicherung an, insbesondere die Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer sowie den IDW Qualitätssicherungsstandard: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1).

Verantwortung des Wirtschaftsprüfers

Unsere Aufgabe ist es, auf Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung ein Prüfungsurteil mit begrenzter Sicherheit über den nichtfinanziellen Bericht abzugeben.

Nicht Gegenstand unseres Auftrages ist die Beurteilung von externen Dokumentationsquellen oder Expertenmeinungen, auf die im nichtfinanziellen Bericht verwiesen wird.

Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung des International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information", herausgegeben vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB), durchgeführt. Danach haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir mit einer begrenzten Sicherheit beurteilen können, dass uns keine Sachverhalte bekannt geworden sind, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass

der nichtfinanzielle Bericht der Gesellschaft für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 nicht in allen wesentlichen Belangen in Anlehnung an den DNK

und

der nichtfinanzielle Bericht für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315b und 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB aufgestellt worden ist.

Dies bedeutet nicht, dass zu jeder Angabe jeweils ein separates Prüfungsurteil abgegeben wird. Bei einer Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger umfangreich, sodass dementsprechend eine erheblich geringere Prüfungssicherheit erlangt wird. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers.

Im Rahmen unseres Auftrags haben wir unter anderem folgende Prüfungshandlungen und sonstige Tätigkeiten durchgeführt:

Verschaffung eines Verständnisses über die Struktur der Nachhaltigkeitsorganisation und über die Einbindung von Stakeholdern

Einschätzung der Konzeption und der Implementierung von Systemen und Prozessen für die Ermittlung, Verarbeitung und Überwachung von Angaben zu Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelangen, Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption und Bestechung, einschließlich der Konsolidierung der Daten

Befragung von Mitarbeitern, die in die Aufstellung des nichtfinanziellen Berichts einbezogen wurden, über den Aufstellungsprozess, über das auf diesen Prozess bezogene interne Kontrollsystem sowie über Angaben im nichtfinanziellen Bericht

Einsichtnahme in ausgewählte interne und externe Dokumente

Identifikation wahrscheinlicher Risiken wesentlicher falscher Angaben im nichtfinanziellen Bericht

Analytische Beurteilung von Angaben im nichtfinanziellen Bericht

Abgleich von Angaben mit den entsprechenden Daten im Konzernabschluss und Konzernlagebericht

Beurteilung der Darstellung ausgewählter Angaben

Urteil

Auf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass

der nichtfinanzielle Bericht der Gesellschaft für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 nicht in allen wesentlichen Belangen in Anlehnung an den DNK

und

der nichtfinanzielle Bericht der Gesellschaft für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315b und 315c i. V. m. 289c bis 289e HGB aufgestellt worden ist.

Verwendungszweck des Vermerks

Wir erteilen diesen Vermerk auf Grundlage des mit der JOST Werke AG, Neu-Isenburg, geschlossenen Auftrags. Die Prüfung wurde für Zwecke der Gesellschaft durchgeführt, und der Vermerk ist nur zur Information der Gesellschaft über das Ergebnis der Prüfung bestimmt und nicht für andere als bestimmungsgemäße Zwecke zu verwenden. Dieser Vermerk ist nicht dazu bestimmt, dass Dritte hierauf gestützt (Vermögens-)Entscheidungen treffen.

Auftragsbedingungen und Haftung

Für diesen Auftrag gelten, auch im Verhältnis zu Dritten, unsere Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften vom 1. Januar 2017. Wir verweisen ergänzend auf die dort in Ziffer 9 enthaltenen Haftungsregelungen und den Haftungsausschluss gegenüber Dritten. Dritten gegenüber übernehmen wir keine Verantwortung, Haftung oder anderweitige Pflichten, es sei denn, dass wir mit dem Dritten eine anders lautende schriftliche Vereinbarung geschlossen hätten oder ein solcher Haftungsausschluss unwirksam wäre.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir keine Aktualisierung des Vermerks hinsichtlich nach seiner Erteilung eintretender Ereignisse oder Umstände vornehmen, sofern hierzu keine rechtliche Verpflichtung besteht. Wer auch immer das in vorstehendem Vermerk zusammengefasste Ergebnis unserer Tätigkeit zur Kenntnis nimmt, hat eigenverantwortlich zu entscheiden, ob und in welcher Form er dieses Ergebnis für seine Zwecke nützlich und tauglich erachtet und durch eigene Untersuchungshandlungen erweitert, verifiziert oder aktualisiert.

 

Kronberg, den 13. März 2020

Spall & Kölsch GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Christian Spall, Wirtschaftsprüfer

Ralph Becker, Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

15 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.