Ambulante Betreuungsdienste für ältere Menschen
HDV gemeinnützige GmbH
Freiligrathstraße 8, 64285 Darmstadt, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Birgit Strack seit 6.10.2023 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (2)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 60.00% | |
Förderstiftung Hessischer Diakonieverein | 40.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
2 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
HDV gemeinnützige GmbHDarmstadtJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023A. Allgemeine Angaben zur GeschäftsgrundlageDie HDV gemeinnützige GmbH betreibt 7 Pflegeeinrichtungen mit insgesamt 897 vollstationären Pflegeplätzen. Ergänzend zu den vollstationären Pflegeplätzen werden insgesamt 35 Plätze in zwei Tagespflegeeinrichtungen angeboten. Mit Anteilskaufvertrag vom 11. Dezember 2023 hat die AGAPLESION gemeinnützige AG mit Sitz in Frankfurt am Main ihre Geschäftsanteile an der HDV gemeinnützige GmbH, mit Sitz in Darmstadt, mit Wirkung zum 01. Januar 2023 an die AGAPLESION WOHNEN & PFLEGEN SÜD gemeinnützige GmbH, mit Sitz in Darmstadt, verkauft. Die HDV gemeinnützige GmbH ist Mitglied im Diakonischen Werk Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck e.V. B. Wirtschaftsbericht1. Entwicklung von Branche und Gesamtwirtschaft Die wirtschaftliche Lage im Geschäftsjahr 2023 war durch eine Stagnation gekennzeichnet. Nachwirkende Kaufkraftverluste und anhaltende Konsumentenunsicherheit dämpften den privaten Konsum. Positive Impulse vom Außenhandel waren angesichts der anhaltenden weltwirtschaftlichen Schwäche nicht zu verzeichnen. Die weltwirtschaftliche Dynamik war 2023 bei zunehmenden Divergenzen schwach. Eine Stabilisierung zum Jahresende aufgrund Stimmungsaufhellung und positiver Frühindikatoren war jedoch trotz anhaltender geopolitischer Konflikte, strafferer geld- und finanzpolitischer Rahmenbedingungen und zunehmender weltwirtschaftlicher Fragmentierung wahrnehmbar. Am Arbeitsmarkt zeigte sich dies in einem Stillstand beim Beschäftigungsaufbau und leicht steigender Arbeitslosigkeit. Der deutliche Rückgang der Inflationsrate im Jahresverlauf 2023 schlug sich bei leicht steigenden Reallöhnen noch nicht in einer starken Erholung des privaten Konsums nieder. In Deutschland waren zum Jahresende 2021 laut der neuesten Statistik des statistischen Bundesamtes ca. 4,96 Millionen Menschen pflegebedürftig. Damit haben wir im Jahr 2022 und 2023 erstmalig mehr als 5 Millionen Pflegebdürftige in Deutschland. Davon werden nach wie vor ca. 80 % zu Hause versorgt. Selbst im höchsten Pflegegrad 5 werden noch 51,4 % der Pflegebedürftigen in der häuslichen Umgebung gepflegt. Lt. Statistik gab es in den letzten 20 Jahren seit der Erhebung 2001 einen Aufwuchs von Mitarbeitenden in den ambulanten Pflegediensten um 134 %. So sind zum Ende des Jahres 2021 442.900 Menschen in ambulanten Pflegediensten beschäftigt (2001, 189.600). Eine ähnliche Entwicklung gibt es auch in der vollstationären Pflege. Hier stieg die Zahl der Beschäftigten seit 2001 um 71 % auf 475.400 Personen. Der überwiegende Teil der Beschäftigten (ambulant 68,1 %, stationär 63,3 %) arbeitet in Teilzeit. Bis zum Jahr 2055 erwarten die Statistiker einen Anstieg der Pflegebedürftigen um weitere 37 % und damit ca. 1,8 Mio Menschen. Damit erreicht die Anzahl der Pflegebedürftigen voraussichtlich ihren Höhepunkt mit 6,8 Millionen Menschen. Innerhalb dieses Zeitraums wird bis zum Jahr 2035 ein Anstieg von 14 % auf 5,6 Millionen Pflegebedürftige prognostiziert. Korrespondierend mit dieser Entwicklung überrascht es nicht, dass im Vergleich zum Stand der letzten Erhebung 2019 die Zahl der vollstationären Pflegeeinrichtungen um 735 Einrichtungen auf 16.115 gewachsen ist und die Anzahl der ambulanten Pflegedienste um 688 auf 15.376 zugenommen hat. Im Jahr 2023 wurde die Branche durch einige Großinsolvenzen privater Pflegeketten erschüttert. Von den Insolvenzen sind insgesamt ca. 18.000 Pflegeplätze und tausende Mitarbeitende betroffen. Als Insolvenzgründe wurden überwiegend mangelnde Fachkräfte, niedrige Belegung, steigende Energie- und Sachkosten, steigende Mieten/Pachten und die steigenden Kosten der Pflegereform genannt. 2. Belegungsdaten Die 304.466 im vollstationären Bereich abgerechneten Belegungstage lagen im Berichtsjahr 2023 mit 18.015 Tagen bzw. um 6,3 % über den Belegungstagen von 286.451 des Vorjahres bei einer Auslastung der vollstationären Pflegeplätze von 92,7 %. Der Anstieg der Belegungstage resultiert im Wesentlichen aus dem regelhaften Anstieg der Belegung nach Corona. Im Rahmen der Tagespflege konnten 4.626 Pflegetage abgerechnet werden. 3. Ertragslage - Geschäftsergebnis Die Umsatzerlöse aus Pflegeleistungen erhöhten sich im Berichtsjahr 2023 um 16,3 % auf T€ 47.566 (Vorjahr T€ 40.915). Für das Geschäftsjahr 2023 konnten um durchschnittlich 17 % höhere Pflegesätze mit den Pflegekassen für die Pflegeinrichtungen der HDV gemeinnützige GmbH verhandelt werden. Die Umsatzsteigerung im Bereich der Pflegeleistungen ist somit im Wesentlichen auf die erhöhten Pflegesätze und verbesserte Belegung zurückzuführen. Die Personalaufwandsquote (Summe der Bruttolöhne und -gehälter, Sozialabgaben, betrieblichen Altersversorgung sowie sonstige Personalkosten im Verhältnis zu den Umsatzerlösen) ist von 51,6 % in 2022 um 3,8 %-Punkte auf 55,4 % gestiegen. Dabei sind die Bruttolöhne/ -gehälter gegenüber dem Vorjahr um 14,9 % pro Vollkraft gestiegen. Die Materialaufwandsquote (Materialaufwand im Verhältnis zu den Umsatzerlösen) verminderte sich von 23,4 % im Vorjahr auf 22,6 %. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) beträgt im Berichtsjahr 2023 T€ 1.761 (Vorjahr T€ 1.245), das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA; es werden nur die Abschreibungen auf eigenmittelfinanziertes Anlagevermögen berücksichtigt) beträgt T€ 3.986 (Vorjahr T€ 3.021). Der Jahresüberschuss erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr auf T€ 1.488 (Vorjahr T€ 1.038). 4. Geschäftsverlauf - Prognose-Ist-Vergleich Die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft im Berichtsjahr 2023 liegt über der im Lagebericht des Vorjahres abgegebenen Prognose. Die positive Veränderung der Umsatzerlöse resultiert im Wesentlichen aus der Pflegesatzerhöhung und verbesserter Belegung. Die Auslastung hat sich positiver als erwartet entwickelt. Der Jahresüberschuss und das EBIT liegen über der Prognose 2022, begründet durch oben genannte Sachverhalte. Es zeigte sich somit ein insgesamt günstiger Geschäftsverlauf. 5. Vermögenslage Das in der Gesellschaft gebundene Vermögen beträgt T€ 43.583 (Vorjahr T€ 42.720). Davon entfallen auf das Sachanlagevermögen 84,5 % (Vorjahr 93,9 %), auf Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 14,8 % (Vorjahr 5,4 %) sowie auf liquide Mittel 0,7 % (Vorjahr 0,6 %). Die Eigenkapitalquote der Gesellschaft beträgt 33,5 % gegenüber 30,7 % im Vorjahr. Unter Einbeziehung der Sonderposten (Eigenkapitalcharakter) ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 33,8 % (Vorjahr 31,0 %). Das Eigenkapital (inkl. Sonderposten) und das langfristig verfügbare Fremdkapital decken das langfristig gebundene Anlagevermögen zu 92,1 % (Vorjahr 89,2 %). Der Bilanzverlust verminderte sich von T€ 2.667 in 2022 auf T€ 1.179 in 2023. 6. Finanzlage - Liquidität Die Liquidität der Gesellschaft war zu jeder Zeit gesichert. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit hat sich im Berichtsjahr von T€ 5.347 auf T€ 3.535 aufgrund der Rückzahlung von Verbindlichkeiten verringert. Unter Einbeziehung des Cashflows aus der Investitionstätigkeit von T€ -2.498 (Vorjahr T€ -8.972) und des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit von T€ -1.019 (Vorjahr T€ 3.596) hat sich der Finanzmittelbestand auf T€ 296 (Vorjahr T€ 278) erhöht. Die Gesellschaft finanziert sich mit T€ 21.182 über Bankdarlehen sowie mit T€ 246 über sonstige Darlehen. Durch die Teilnahme der HDV gemeinnützige GmbH am Cash Pooling der AGAPLESION gemeinnützige AG ist die Liquidität auch weiterhin gesichert. 7. Investitionen und deren Finanzierung Um eine Bewohnerversorgung auf höchstem Niveau zu gewährleisten, hat die Gesellschaft im Berichtsjahr 2023 insgesamt T€ 1.264 in Instandhaltungen und Modernisierungen investiert. Darüber hinaus investierte die Gesellschaft T€ 147 in pflegerische und wohnwerterhöhende Ausstattung. 8. Personal- und Sozialbereich Die Zahl der Mitarbeiter:innen (Köpfe im Jahresdurchschnitt) hat sich im Berichtsjahr 2023 von 643 auf 635 vermindert. Dies entspricht einer Vollkräfteanzahl von 442 (Vorjahr 450). Es wurden 414 Mitarbeiter:innen im Pflege- und Funktionsdienst und 46 Vollkräfte sonstiges Personal beschäftigt. Der für die Gesellschaft geltende Tarifvertrag hatte eine Laufzeit bis 31. August 2024. Die Fluktuation der Mitarbeiter:innen befindet sich mit 11,4 % auf einem erfreulich niedrigen Niveau. 9. Wichtige Vorgänge des Geschäftsjahres Im Geschäftsjahr 2023 lagen keine Geschäftsvorfälle vor, die über den Rahmen des normalen Geschäftsbetriebes hinausgingen. Insbesondere hinsichtlich des Leistungsspektrums war das Geschäftsjahr 2023 von einer hohen Kontinuität geprägt. Zum 01. September 2023 gab es einen Wechsel in der Geschäftsführung. Herr Bernhard Pammer schied als Geschäftsführer zum 31. August 2023 aus dem Unternehmen aus. Die Geschäftsführung übernahm Frau Birgit Strack zum 01. September 2023. C. Risiko-, Chancen- und Prognoseberichterstattung1. Risikomanagement und Risiken Risikomanagement- und Risikofrüherkennungssystem Sämtliche Risiken im Konzern der AGAPLESION gemeinnützigen AG werden als wesentlicher Bestandteil des Qualitäts- und Risikomanagementsystems analysiert und bewertet. Darüber hinaus werden durch das bestehende Critical Incident Reporting System (CIRS) kritische Ereignisse und Gefahrenmeldungen konzernweit erfasst und zentral ausgewertet. Diese fließen in die Risikobewertung ebenso ein, wie aufgetretene und potentielle Schäden. Durch die regelmäßige Risikoneubewertung sowie Evaluation abgeleiteter Risikopräventionsmaßnahmen erfolgt zudem die Einschätzung, ob die Risikotragfähigkeit des Konzerns trotz der identifizierten Risiken gegeben ist. Das bestehende Risikomanagement- und Risikofrüherkennungssystem wird durch den Zentralen Dienst Compliance & Datenschutz sowie den ZD Interne Revision ergänzt. Somit sind die Einhaltung maßgeblicher Gesetzgebung, regulatorischer Standards und interner Richtlinien sichergestellt. a) Finanzierung Im vergangenen Jahr stand und steht die Pflegebranche vor immensen Herausforderungen. Ein schnelles Ansteigen der Inflation und die damit verbundenen Preisanstiege im Bereich der Sachkosten, insbesondere Energie und Lebensmittel, sowie die durch Tariferhöhungen steigenden Lohnkosten und Dienstleistungskosten verursachen ein deutlich höheres Kostenniveau. Diese erhöhten Kosten in den Pflegesatzverhandlungen auch in entsprechend kostendeckende Pflegesätze umzuwandeln, konnte durch gut vorbereitete und effizient geführte Verhandlungen erreicht werden. Damit ist eine gute Basis für künftige Pflegesatzvereinbarungen geschaffen. Gerade die prospektive Annahme weiter steigender Kosten war in den meisten Fällen nicht verhandelbar. Dies führt bei einer unverminderten Preisentwicklung zu einer Unterdeckung in den Pflegesätzen, welche erst in der nächsten, jährlichen Pflegesatzverhandlung korrigierbar ist. Hier ist jedoch in den meisten Fällen eine rückwirkende Berücksichtigung von Unterdeckungen nicht verhandelbar. Eine weitere Herausforderung besteht im Bereich der Refinanzierung von Investitionskosten. Das starre Investitionskostensatzverfahren führt in Zeiten von schnell steigenden Kosten bei Instandhaltungen und indexgebundenen Mieten zu einer weiteren Verschärfung der wirtschaftlichen Situation. Sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos als auch das Ausmaß bei Eintritt werden unverändert zum Vorjahr als niedrig eingeschätzt. Die Risikoposition hat sich dabei gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. b) Kostenentwicklung Die Kostensteigerungen beim Personal lagen in der Vergangenheit bei 2-3 % pro Jahr. Sofern im letzten Jahr keine mehrjährigen Tarifvereinbarungen geschlossen wurden, erwarten wir Tarifsteigerungen von 3 % bis 12 %. Neben den Tarifsteigerungen wird es auch in 2024 bereits beschlossene Inflationsausgleichsprämien geben, die die Ergebnissituation weiter verschlechtern. Darüber hinaus wird mit einer Erhöhung der allgemeinen Sachkosten und der Kosten für medizinische Verbrauchsgüter um 4-5 % gerechnet, im Bereich Lebensmittel mit 18 %. Bei einem gleichzeitigen Anstieg der Erlöse durch den Landesbasisfallwert bzw. der Pflegesätze von ca. 5 %, ergibt sich durch die nachlaufende Finanzierung eine Deckungslücke. Des Weiteren werden aufgrund der unter B.1 beschriebenen Umstände steigende Energiepreise erwartet, welche durch einen sparsamen Ressourcenverbrauch kompensiert werden müssen. Darüber hinaus besteht ein professioneller Energieeinkauf, der mittelfristig die Preise absichert. Sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos als auch das Ausmaß bei Eintritt werden unverändert zum Vorjahr als niedrig eingeschätzt. Die Risikoposition hat sich dabei gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. c) Fachkräftemangel Der Beginn des Jahres 2023 war von einer hohen Krankenquote u.a. aufgrund der Corona Pandemie geprägt. Zusätzlich ergab sich auch bei anderen Atemwegserkrankungen ein Nachholeffekt. Im weiteren Verlauf des Jahres blieb die Zahl der durchschnittlichen Krankheitstage deutlich über dem "Vor Corona-Niveau". Da es sich überwiegend um Erkrankungen innerhalb des Lohnfortzahlungszeitraums handelte, wurde die Wirtschaftlichkeit der Einrichtungen weiter strapaziert. Perspektivisch muss auch dem Ausscheiden der "Boomer"-Generation aus der aktiven Pflege begegnet werden. Grundsätzlich bleibt die Ausbildung, Gewinnung und Bindung von Mitarbeitenden der erfolgsentscheidende Faktor für die Pflegeeinrichtungen. Im Jahr 2023 haben die ersten Auszubildenden nach der generalisierten Ausbildung ihre Ausbildung beendet und konnten als Fachkräfte übernommen werden. Eine weitere Herausforderung besteht in der Gestaltung der Konvergenzphase (vom 1. Juli 2023 - 31. Dezember 2025) auf dem Weg zur PeBeM. Ziel ist es, die Aufgabenbereiche von Fachkräften, Assistenzkräften und Hilfskräften klar zu definieren und dadurch die knappen Pflegefachkräfte effizient einzusetzen. Für alle Pflegekräfte sollen die nötigen Freiräume und Ressourcen für eine fachgerechte, menschenwürdige und gute Pflege geschaffen werden. Das neue Personalbemessungsinstrument wird für alle Einrichtungen einen Umbruch in den bisherigen Prozessen, Rollenverständnissen und Tagesroutinen sein und muss deshalb als herausforderndes Projekt im Rahmen eines Change Managements begleitet werden. Die Einrichtungen des Geschäftsbereichs AGAPLESION Wohnen und Pflegen bereiten sich mit einem Netzwerkteam und mehreren Piloteinrichtungen auf die konzernweite Umstellung vor. Neben der Veränderungen durch PeBem setzt die Gesellschaft auf verschiedene weitere Instrumente, um auch zukünftig für die personellen Herausforderungen gewappnet zu sein. Dazu zählen Investitionen in Ausbildung, die quantitativ wie qualitativ gesteigert werden soll, die Einführung der Akademisierung auch in der stationären Langzeitpflege (Duales Studium Pflege und Soziale Arbeit), die Rekrutierung von Fachkräfen und insbesondere auch Auszubildenden aus dem Ausland, der Einsatz von personalressourcenschonender Technik, Digitalisierung und KI sowie die Erarbeitung konzeptioneller Veränderungen beim Pflege- und Betreuungsangebot. AGAPLESION ist in seiner Identität christlich-diakonisch ausgerichtet und begegnet den Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt durch wirksame Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung und -gewinnung und eine werteorientierte Führungskultur. Dazu gehören eine individuell angepasste Einarbeitung und Integration der Mitarbeiter:innen, flexible Arbeitszeitmodelle, nachhaltige und moderne Recruitingverfahren für Führungskräfte und Fachkräfte im In- und Ausland sowie eine unternehmenskulturelle Ausrichtung, die sich durch Zusammenarbeit und regen Austausch auszeichnet. Sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos als auch das Ausmaß bei Eintritt werden gegenüber dem Vorjahr als mittleres Risiko eingeschätzt. Die Risikoposition hat sich dabei gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. d) Informationstechnologie und Cyber Die Digitalisierung steht bei AGAPLESION seit Jahren in der Strategiematrix und mit dem KHZG nimmt dies noch einmal einen Entwicklungsschub. Mit dem steigenden Datenvolumen, den neuen IT Systemen und dem damit verbundenen Risiko, werden auch Systeme zur Steigerung der IT-Sicherheit und Informationsssicherheit etabliert. Die IT-Sicherheitsaudits überprüfen die Prozessqualität und decken Defizite auf, die nachgelagert optimiert und angepasst werden. Im Zuge der Novellierung der DIN ISO 27001 passen wir unsere Risikomatrix und Maßnahmen an die neuen Herausforderungen sukzessive an. Seit Jahren bauen wir die Schulungsmaßnahmen und -medien aus, um möglichst alle Mitarbeiter:innen des ZD IT auf dem aktuellen Stand der Technik zu halten. Mittlerweile bilden wir mehr als 25 junge Menschen zum Fachinformatiker:in bundesweit aus und sind stolz unter den besten Ausbildern Deutschlands zu sein - siehe Capital Erhebung 2023. Sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos als auch das Ausmaß bei Eintritt werden unverändert zum Vorjahr als niedrig eingeschätzt. Die Risikoposition hat sich dabei gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. e) Datenschutz Die AGAPLESION gAG muss als Gesundheitsdienstleister tagtäglich persönliche Daten und vor allem besondere Kategorien personenbezogener Daten (Gesundheitsdaten) erfassen und verarbeiten. Zusätzlich erfordert die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung im Gesundheitswesen die Kommunikation und Speicherung dieser sensiblen personenbezogenen Daten. Das Risiko einer Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten bedeutet gleichzeitig eine Verletzung der Sicherheit, die, ob unbeabsichtigt oder unrechtmäßig, zur Vernichtung, zum Verlust, zur Veränderung oder zur unbefugten Offenlegung von oder zum unbefugten Zugang zu personenbezogenen Daten führt, die übermittelt, gespeichert oder auf sonstige Weise bei AGAPLESION verarbeitet werden. Zur Minimierung dieses Risiko hat AGAPLESION eine Vielzahl technischer und organisatorischer Maßnahmen, die dem Stand der Technik entsprechen und auf ihre Wirksamkeit und Angemessenheit regelmäßig im Rahmen verschiedenster Audits getestet und geprüft werden. Ziel ist es, im AGAPLESION-Konzern ein einheitliches, hohes Datenschutzniveau bei der Erhebung, Verarbeitung und Übermittlung von personenbezogenen Daten zu schaffen. Damit stärkt der Konzern nicht nur das Vertrauen gegenüber den Patient:innen, Bewohner:innen, Gästen und den Mitarbeitenden, sondern erfüllt die gesetzlichen Anforderungen der EU Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die Anforderungen des Kirchengesetzes über den Datenschutz der Evangelischen Kirche in Deutschland (DSG-EKD), des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) sowie weiterer relevanter Regelungen. Neben der AGAPLESION Datenschutz-Richtlinie als zentrales Dokument gibt es weitere interne Verfahrensanweisungen, Dokumente und Checklisten, welche zum einen den Datenschutz im Prozess aber auch die unterschiedlichen Datenschutzvorschriften berücksichtigen, denen wir als Konzern unterliegen. Die Vielzahl technischer und organisatorischer Maßnahmen, die stets dem Stand der Technik entsprechen, werden auf ihre Wirksamkeit regelmäßig im Rahmen verschiedenster Audits getestet und auf ihre Angemessenheit geprüft. Die Einhaltung der internen sowie externen Datenschutzvorschriften durch unsere Mitarbeiter:innen wird durch kontinuierliche Sensibilisierung (bspw. Schulung, Begehungen), die Verschwiegenheitsverpflichtungen, datenschutzkonforme Arbeitsplatzgestaltung, Arbeits- und Verfahrensanweisungen und transparente Unternehmenskommunikation gefördert. Für eingetretene Datenschutz-Vorfälle / -Pannen haben wir Prozesse und Möglichkeiten eingeführt, um diese frühzeitig melden zu können und dadurch drohende negative materielle wie immaterielle Folgen für die Betroffenen und die Verantwortlichen zu reduzieren und die vorgegebenen Fristen wahren zu können. Eine fortlaufende Dokumentation der Datenschutztätigkeit mit jährlicher Berichterstattung wird vom jeweiligen Datenschutzbeauftragten nachgehalten und den Verantwortlichen auf oberster Führungsebene berichtet. Sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos als auch das Ausmaß bei Eintritt werdenunverändert zum Vorjahr als niedrig eingeschätzt. Die Risikoposition hat sich dabei gegenüber demVorjahr nicht verändert. f) Ukraine-Krieg und Nah-Ost Konflikt Mit dem Ukraine-Krieg und dem im Herbst 2023 ausgebrochenen Konflikt zwischen Israel und dem Gaza-Streifen haben die geopolitischen Risiken weiter zugenommen. Die Verwerfungen an den Waren- und Energiemärkten hinsichtlich Preisen und Verfügbarkeiten als Folge der Konflikte halten an. 2023 wurde mit Kompensationszahlungen (u.a. Energiepreispauschalen) politisch gegengesteuert, um extreme wirtschaftliche Belastungen u.a. des Gesundheitssektors zu vermeiden. Nachlaufende negative realwirtschaftliche Effekte (z.B. Beeinträchtigungen von Lieferketten und Medikamentenverfügbarkeiten), die den Sektor belasten können, sind jedoch nicht auszuschließen. Sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos als auch das Ausmaß bei Eintritt werdenunverändert zum Vorjahr als niedrig eingeschätzt. Die Risikoposition hat sich dabei gegenüber demVorjahr nicht verändert. g) Bewertung der derzeitigen gesamthaften Risikoposition Im Vorjahresvergleich hat sich die Gesamtrisikoposition im Berichtsjahr nicht wesentlich verändert. Als Ergebnis unserer Analyse von Risiken, Gegenmaßnahmen und Vorsorgen sind auf Basis der gegenwärtigen Risikobewertung keine bestandsgefährdenden Risiken vorhanden. 2. Chancen a) Komplettanbieter an Dienstleistungen rund um Bewohner und Patienten Im Jahr 2023 hat sich gezeigt, dass eine breiter angelegte Produktpalette nicht nur eine sehr kundenorientierte Möglichkeit eröffnet, ein an die jeweilige Lebensphase und den Bedarf angepasste Versorgung zu gewährleisten, sondern sich auch die Geschäftsfelder gegenseitig stabilisieren. Von unseren Kunden wird insbesondere die Möglichkeit einer barrierefreien Nutzung der jeweils benötigten Versorgungsform und der unkomplizierte Wechsel in ein anderes Angebot geschätzt. Das Portfolio umfasst je nach Standort die unterschiedlichsten Angebote von ambulanten Diensten über Tagespflegen, vollstationäre Angebote und Betreutem Wohnen. Darüber hinaus kooperieren wir sowohl mit Ärzten und Krankenhäusern aus dem AGAPLESION Verbund als auch mit niedergelassenen Ärzten und anderen Spezialisten. Hierzu gehören insbesondere Physiotherapeuten, Apotheken, Ergotherapeuten und Logopäden. Zusätzlich bieten wir unseren Bewohnern auch die üblichen Servicedienstleistungen an. Hierzu gehören z. B. Frisör, Fußpflege, Ausrichtung von Feiern u.ä. Langfristig stellt sich die Abbildung der "Angebotskette" über das Spektrum von ambulanter über teilstationäre bis zur vollstationären Pflege, ergänzt um Angebote des betreuten Wohnens, als ein ausgewogenes Portfolio dar. Sowohl Kunden als auch Mitarbeitende schätzen die Durchlässigkeit und die Möglichkeit von Wechseln zwischen den verschiedenen Angeboten und nehmen diese auch regelmäßig in Anspruch. b) Personalgewinnungs- und -entwicklungsmaßnahmen Die werteorientierte Unternehmens- und Führungskultur des diakonischen Unternehmens AGAPLESION ist für die Gewinnung neuer Mitarbeitenden, ihre Entwicklung und Bindung sehr wesentlich und trägt erheblich zum Erfolg vielfältiger Maßnahmen bei. Auch im Geschäftsjahr 2023 war der Wettbewerb um Fachkräfte branchenübergreifend stark ausgeprägt. Um eine hohe Versorgungsqualität für Patient:innen/Bewohner:innen sicherzustellen, gewährleisten Führungskräfte auf allen Ebenen eine angemessene Arbeitsplatz- und Arbeitsablaufgestaltung in sämtlichen Bereichen. Die Mitarbeiter:innen haben über die digitale Lernplattform und viele Präsenzschulungen Zugang zu einem umfassenden Angebot an Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, welches ständig erweitert wird. c) Digitalisierung Die Informationstechnologie als Grundlage der digitalen Transformation bietet neben den aufgeführten Risiken auch Chancen. Dabei ist der Einsatz von neuen Technologien nicht das originäre Ziel, sondern lediglich Mittel zum Zweck. Ziel ist die Verbesserung der medizinischen und pflegerischen Versorgung sowie die Souveränität und Selbstbestimmung der Patient:innen und der Bewohner:innen. Zudem sollen langfristig die Versorgungsqualität erhöht und den Mitarbeiter:innen neue Perspektiven eröffnet werden. Damit bietet sich für AGAPLESION die Chance als zuverlässiger und qualitativ hochwertiger Anbieter von Versorgungsleistungen im Gesundheitswesen sowie für Mitarbeiter:innen als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Investitionen bspw. in die konzernweite Umstellung auf den modernen Arbeitsplatz der Zukunft mittels Microsoft MS365 bringen die Zukunftssicherheit von AGAPLESION an dieser Stelle deutlich zum Ausdruck. 3. Prognose Für das Geschäftsjahr 2024 streben wir trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen eine gleichbleibend hohe Auslastung an. Im Bereich der Umsatzerlöse erwarten wir eine leichte Steigerung durch die verhandelten Pflegesatzerhöhungen im Durchschnitt um 8 %. Trotz der erwarteten Kostensteigerungen gehen wir im Hinblick auf das EBIT für 2024 von einer leicht positiven Steigerung im Vergleich zu 2023 aus. Die im AGAPLESION HAUS JOHANNES geplante und bis zur Berichtserstellung bereits umgesetzte Reduktion der Betten aufgrund einer anstehenden Brandschutzmaßnahme seitens des Vermieters, wurde in der Planung berücksichtigt. Je länger die weltwirtschaftlichen Unsicherheiten, wie zum Beispiel die Coronavirus-Pandemie, die Ukraine-Krise sowie der Konflikt zwischen Israel und Palästina anhalten, und je komplexer sich politische und wirtschaftliche Beziehungen weltweit gestalten, desto weniger differenziert können Vorhersagen hinsichtlich der Auswirkungen auf die HDV gemeinnützige GmbH getroffen werden. Nach derzeitigem Kenntnisstand gehen wir allerdings davon aus, dass keine wesentliche Unsicherheit hinsichtlich der künftigen Zahlungsfähigkeit vorliegt und somit keine Bestandsgefährdung besteht.
Darmstadt, den 13. September 2024 HDV gemeinnützige GmbH Birgit Strack, Geschäftsführerin Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Anhang für das Geschäftsjahr 2023Allgemeine AngabenDer Sitz der HDV gemeinnützige GmbH ist in Darmstadt. Die Gesellschaft ist im Handelsregister B mit der Nummer 9646 geführt und das zuständige Amtsgericht ist das Amtsgericht Darmstadt. Der Jahresabschluss der HDV gemeinnützige GmbH wurde unter Berücksichtigung der Konzernbilanzierungsrichtlinie der AGAPLESION gemeinnützige AG, Frankfurt am Main, die den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften entspricht, aufgestellt. Bei der Erstellung des Jahresabschlusses kommen die Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften und des GmbH-Gesetzes sowie nach den ergänzenden Regelungen der Pflege-Buchführungsverordnung (PBV) zur Anwendung. Die Gliederung der Bilanz und der nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellten Gewinn- und Verlustrechnung sowie des Anlagennachweises als Bestandteil des Anhangs erfolgt gemäß §§ 266, 268, 275 und 284 HGB. Mit Anteilskaufvertrag vom 11. Dezember 2023 hat die AGAPLESION gemeinnützige AG mit Sitz in Frankfurt am Main ihre Geschäftsanteile an der HDV gemeinnützige GmbH, mit Sitz in Darmstadt, mit Wirkung zum 01. Januar 2023 an die AGAPLESION WOHNEN & PFLEGEN SÜD gemeinnützige GmbH, mit Sitz in Darmstadt, verkauft. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenFür die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. 1. Die immateriellen Vermögensgegenstände sowie das Sachanlagevermögen sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibungen erfolgen linear und im Zugangsjahr pro rata temporis. Die immateriellen Vermögensgegenstände und das bewegliche Anlagevermögen werden entsprechend der wirtschaftlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Geringwertige Vermögensgegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten bis zu einem Netto-Einzelwert von € 250 werden im Jahr des Zugangs in voller Höhe als Aufwand erfasst. Geringwertige Vermögensgegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten über € 250 bis zu € 800 (ohne Umsatzsteuer) werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben und der sofortige Abgang unterstellt. Abweichend davon werden PCs über vier Jahre abgeschrieben, auch wenn die Anschaffungskosten für diese unter € 800 (ohne Umsatzsteuer) liegen. Soweit die beizulegenden Werte einzelner immaterieller Vermögensgegenstände oder des Sachanlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten, werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Die Nutzungsdauern betragen durchschnittlich:
2. Die Finanzanlagen betreffen sonstige Beteiligungen. Diese werden zu Anschaffungskosten oder bei voraussichtlich dauernder oder vorübergehender Wertminderung zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. 3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten bilanziert. Alle erkennbaren Einzelrisiken werden durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung von 1,0 % Rechnung getragen. 4. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffen die bis zum Bilanzstichtag noch nicht eingegangenen Leistungsentgelte für die von der Gesellschaft erbrachten Leistungen. 5. Der Ansatz der flüssigen Mittel erfolgt zum Nennwert. 6. Unter dem aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. 7. Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert. 8. Die zur Finanzierung des Anlagevermögens verwendeten sonstigen Investitionszuschüsse werden unter dem Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Sachanlagevermögens ausgewiesen, die entsprechend den anteiligen Abschreibungen sowie in Höhe der Buchwertabgänge des finanzierten Anlagevermögens aufgelöst werden. 9. Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen werden für erkennbare Risiken und ungewisse Verpflichtungen gebildet und in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden, von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten, durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Kostensteigerungen werden bis zum voraussichtlichen Zeitpunkt der Erfüllung berücksichtigt. Die Bewertung der unter den sonstigen Rückstellungen enthaltenen Jubiläumsrückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden, von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten, durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Dieser Zinssatz beträgt zum 31. Dezember 2023 bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren 1,74 %. Kostensteigerungen werden konzerneinheitlich mit 2,0 % und die Fluktuation mit 11,4 % bis zum voraussichtlichen Zeitpunkt der Erfüllung berücksichtigt. 10. Für die Mitarbeiter:innen der Gesellschaft besteht eine Zusatzversorgung. Eine Passivierungspflicht besteht für derartige Verpflichtungen gemäß Art. 28 Abs. 1 EGHGB nicht. Qualitative Angaben über Art und Umfang der mittelbaren Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar: Grundlage der Zusatzversorgung sind die Arbeitsvertragsrichtlinien der AVR/HN, wonach der Arbeitgeber verpflichtet ist, die Arbeitnehmer:innen zu versichern. Der Pflichtbeitrag betrug im Jahr 2023 6,5% des zusatzversorgungspflichtigen Entgelts. Durch die neue Finanzierungssystematik, welche zum 01. Januar 2017 in Kraft getreten ist, wurde das Sanierungsgeld durch die Einführung der sogenannten Sonderzahlungen ersetzt. Anhand der Beteiligtengruppen werden Sonderzahlungssätze den jeweiligen Arbeitgebern nach Datum des Anschlusses an die EZVK (z.B. § 65 EZVK-Satzung) zugeordnet. Der Beitragssatz der Sonderzahlungen 1, 2 und 3 betrug im Jahr 2023 1,7%. Die umlagepflichtigen Löhne und Gehälter beliefen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf T€ 18.243 (Vorjahr T€ 17.759). Hieraus ergaben sich Aufwendungen in Höhe von T€ 1.251 (Vorjahr T€ 1.212). 11. Die Verbindlichkeiten werden in Höhe der jeweiligen Erfüllungsbeträge bilanziert. 12. Unter dem passiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, die für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag einen Ertrag darstellen. Ergänzende Angaben und Erläuterungen zur Bilanz sowie zur Gewinn- und Verlustrechnung13. Die Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagenvermögens (Anlagenspiegel) ist diesem Anhang als Anlage beigefügt. 14. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffen in voller Höhe von T€ 1.572 (Vorjahr T€ 1.399) Leistungsentgelte für erbrachte Pflegeleistungen und haben sämtlich wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. 15. Bei den Forderungen gegen Gesellschafter handelt es sich um Verrechnungssalden aus der laufenden Geschäftstätigkeit mit der AGAPLESION gemeinnützige AG in Höhe von T€ 41 (Vorjahr T€ 88). Durch ein liquiditätswirksames Cash-Pooling bestehen Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von T€ 3.862 (Vorjahr T€ 350). Die Forderungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. 16. Die Forderungen nach dem Krankenhausfinanzierungsrecht in Höhe von T€ 359 (Vorjahr T€ 359) beinhalten Forderungen nach § 17a KHG in Höhe von T€ 359 (Vorjahr T€ 359). Diese haben wie im Vorjahr Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr. 17. Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen T€ 13 (Vorjahr T€ 15) Lieferungen und Leistungen. Diese haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. 18. Die sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr in voller Höhe eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. 19. Das gezeichnete Kapital beträgt T€ 500 und ist vollständig eingezahlt. 20. Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen aus dem Personalbereich (T€ 1.334, Vorjahr T€ 1.047). 21. Die Aufteilung der Verbindlichkeiten nach Restlaufzeiten ergibt sich aus dem folgendem Verbindlichkeitenspiegel:
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von T€ 20.000 durch eine Buchgrundschuld besichert. 22. Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern betreffen in Höhe von T€ 98 (Vorjahr T€ 0) den Leistungsverkehr und mit T€ 1.970 (Vorjahr T€ 0) das Cash-Pooling. 23. Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen T€ 1.386 (Vorjahr T€ 480) Lieferungen und Leistungen. 24. Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 1.765 (Vorjahr T€ 1.767) bestehen wesentlich aus der Umgliederung von kreditorischen Debitoren. 25. In dem passiven Rechnungsabgrenzungsposten sind im Wesentlichen die Renteneingangszahlungen von T€ 242 (Vorjahr T€ 168) abgebildet. 26. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die nicht in der Bilanz ausgewiesen werden, betragen T€ 66.702. Sie betreffen im Wesentlichen:
Im Zusammenhang mit dem Cash-Pooling zwischen verbundenen Unternehmen besteht eine gesamtschuldnerische Mithaftung. Das diesbezüglich bestehende Risiko der Inanspruchnahme aus der gesamtschuldnerischen Haftung wird als gering eingeschätzt, da die zugrundeliegenden Verpflichtungen durch die AGAPLESION gemeinnützige AG, Frankfurt am Main, aufgrund deren stabiler Vermögens-, Finanz- und Ertragslage voraussichtlich erfüllt werden können. Die HDV gemeinnützige GmbH nimmt an einem liquiditätswirksamen Cash-Pooling teil. 27. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde gemäß § 275 Abs. 2 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. 28. In den Umsatzerlösen sind periodenfremde Erträge mit T€ 455 (Vorjahr T€ 272) berücksichtigt, die im Wesentlichen aus Jahresendabrechnungen resultieren. Ebensolche finden sich in den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von T€ 942 (Vorjahr T€ 174), die aus der Auflösung von Rückstellungen sowie Wertberichtigungen, Erträgen aus dem Abgang von Sachanlagevermögen, Erstattungen von Versicherern und sonstigen Erstattungen resultieren. Periodenfremde Aufwendungen sind im Berichtsjahr in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen mit T€ 305 (Vorjahr T€ 1.055) berücksichtigt. Diese resultieren aus der Zuführung zu Wertberichtigungen, Abschreibungen von Forderungen im Budgetbereich sowie bereits wertberichtigten Forderungen, Aufwendungen aus dem Abgang von Sachanlagevermögen und sonstigen periodenfremden Effekten. 29. Im Zinsergebnis werden Zinsaufwendungen aus der Rückstellungszuführung in Höhe von T€ 4 (Vorjahr Zinsertrag T€ 25) ausgewiesen. 30. Der Jahresüberschuss beträgt T€ 1.488 (Vorjahr T€ 1.038). Unter Berücksichtigung des Verlustvortrags von T€ 2.667 ergibt sich ein Bilanzverlust von T€ 1.179. Die Geschäftsführung schlägt vor, diesen auf neue Rechnung vorzutragen. Sonstige Angaben31. Im Berichtsjahr 2023 wurden im Durchschnitt 635 Mitarbeiter:innen beschäftigt (ohne Zivildienstleistende, Freiwilligendienstleistende, Bundesfreiwilligendienstleistende und Krankenpflegeschüler:innen). Die Anzahl der Mitarbeiter:innen stellt sich nach Personalgruppen wie folgt dar:
32. Organe der HDV gemeinnützige GmbH:
33. Geschäftsführung
34. Auf die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung wird verzichtet und von der Schutzvorschrift des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht. 35. Auf die Angaben des Abschlussprüferhonorars gem. § 285 Nr. 17 HGB wird mit Verweis auf die Einbindung in den Konzernabschluss der AGAPLESION gemeinnützige AG, Frankfurt am Main, verzichtet. 36. Geschäfte im Sinne des § 285 Nr. 21 HGB lagen nicht vor. 37. Konzernzugehörigkeit Die HDV gemeinnützige GmbH gehört zum Verbund der AGAPLESION gemeinnützige AG, Frankfurt am Main. Die AGAPLESION gemeinnützige AG erstellt einen Konzernabschluss, in den alle wesentlichen verbundenen Unternehmen einbezogen werden (kleinster und größter Konsolidierungskreis). Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht werden nach den Vorschriften der §§ 290 ff. HGB bzw. § 315 HGB erstellt, im Unternehmensregister elektronisch veröffentlicht und im Handelsregister Frankfurt am Main, HRB 55321, hinterlegt. 38. Berichtspflichtige Vorgänge gem. § 285 Nr. 33 HGB. Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach Abschluss des Geschäftsjahres eingetreten sind und sich auf den vorliegenden Jahresabschluss auswirken, liegen nicht vor.
Darmstadt, den 13. September 2024 HDV gemeinnützige GmbH Birgit Strack, Geschäftsführerin Entwicklung des Anlagevermögens für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die HDV gemeinnützige GmbH, Darmstadt Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der HDV gemeinnützige GmbH, Darmstadt, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der HDV gemeinnützige GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Frankfurt am Main, den 13. September 2024 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Cirsten Schönmeier, Wirtschaftsprüfer ppa. Matthias Graef, Wirtschaftsprüfer Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde am 03.12.2024 festgestellt. |
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