Eurofighter Simulation Systems GmbHLiquidiert

Theatinerstraße 45, 80333 München, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 129344
Eingetragen
24.1.2000
Branche
Herstellung von militärischen KampffahrzeugenHerstellung von PrüfmaschinenHerstellung von Turbinen
Gegenstand
Entwicklung, Produktion und Verkauf der künstlichen Hilfsmittel zur Schulung der Flugzeugcrew für das EF 2000 Waffensystem-Programm und alle damit verbundenen Aufgaben.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
David Thomson
seit 17.1.2023
Liquidator

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (4)

NameAnteil
INDRA SISTEMAS, Sociedad AnónimaESP
26.00%
Thales UK LtdGBR
26.00%
LEONARDO S.P.A.ITA
24.00%
Gesellschaft bürgerlichen Rechts unter der Bezeichnung ARGE
24.00%

Gesellschafter
Beta

4 Gesellschafter

GmbH-Struktur

3 von 4 angezeigt

Name
Ort
Betrag
Anteil
INDRA SISTEMAS, Sociedad Anónima
Spain
67.600 €
26.00%
Thales UK Ltd
United Kingdom
67.600 €
26.00%
LEONARDO - FINMECCANICA - SOCIETA' PER AZIONI, IN FORMA ABBREVIATA LEONARDO S.P.A. O FINMECCANTICA S.P.A.
Italy
62.400 €
24.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Eurofighter Simulation Systems GmbH

Hallbergmoos

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Eurofighter Simulation Systems GmbH i. L.

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Eurofighter Simulation Systems GmbH i. L., Hallbergmoos, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Eurofighter Simulation Systems GmbH i. L. für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Hervorhebung eines Sachverhalts

Wir verweisen auf die Ausführungen der Liquidatoren in Abschnitt "II. Buchführung und Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" des Anhangs und Abschnitt "F. Voraussichtliche Entwicklung" des Lageberichts, welche den Beschluss vom 27. September 2022 zur Liquidation der Gesellschaft und die darauf basierende Bilanzierung zu Liquidationswerten aufgrund der Abkehr vom Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit beschreiben. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind diesbezüglich nicht modifiziert.

Verantwortung der Liquidatoren für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die Liquidatoren sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die Liquidatoren verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die Liquidatoren dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur geordneten Liquidation der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der geordneten Liquidation, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage der Abkehr vom Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern der Fortführung der Unternehmenstätigkeit tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die Liquidatoren verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die Liquidatoren verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den Liquidatoren angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den Liquidatoren dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen darüber, ob die Aufstellung des Jahresabschlusses durch die Liquidatoren unter Abkehr vom Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit angemessen ist, sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur geordneten Liquidation der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unsere Prüfungsurteile zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft die geordnete Liquidation ihrer Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den Liquidatoren dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den Liquidatoren zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 9. Mai 2023

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Baur, Wirtschaftsprüfer

Ritzinger, Wirtschaftsprüfer

Bilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 200,00
0,00 200,00
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 3,00 18.777,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 5.231,00
3,00 24.008,00
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 24.717,00 24.717,00
24.720,00 48.925,00
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0,00 3.440.018,65
2. Sonstige Vermögensgegenstände 303.106,48 4.023,51
303.106,48 3.444.042,16
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 3.598.328,18 8.289.413,50
3.901.434,66 11.733.455,66
C. Rechnungsabgrenzungsposten 56.748,87 10.122,75
3.982.903,53 11.792.503,41

Passiva

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 260.000,00 260.000,00
II. Gewinnvortrag 1.872.576,57 3.668.427,39
III. Jahresüberschuss 434.522,96 2.204.149,08
2.567.099,53 6.132.576,47
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 75.200,00 363.963,00
2. Sonstige Rückstellungen 1.019.350,00 4.707.463,00
1.094.550,00 5.071.426,00
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 303.707,87 451.980,21
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 303.707,87 (EUR 451.980,21)
2. Sonstige Verbindlichkeiten 17.546,13 136.520,73
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 17.546,13 (EUR 136.520,73)
- davon aus Steuern: EUR 16.189,31 (EUR 135.608,86)
321.254,00 588.500,94
3.982.903,53 11.792.503,41

Gewinn- und Verlustrechnung vom 01.01.2022 bis 31.12.2022

01.01.2022 - 31.12.2022 01.01.2021 - 31.12.2021
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 2.262.401,90 17.649.119,85
2. Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 0,00 -10.042.948,51
3. Gesamtleistung 2.262.401,90 7.606.171,34
4. Sonstige betriebliche Erträge 2.523.390,74 2.302.563,56
- davon aus der Währungsumrechnung: EUR 59.821,18 (EUR 886.571,45)
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -51,96 -200.673,05
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -2.669.648,48 -5.527.456,16
-2.669.700,44 -5.728.129,21
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -290.308,10 -391.945,51
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -24.210,71 -26.332,39
-314.518,81 -418.277,90
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -28.880,74 -16.841,00
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -662.136,25 -464.954,75
- davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR -7.729,13; Vorjahr: EUR -67.742,70
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0,00 8.237,02
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -28.766,56 -43.541,48
- davon Zinsaufwendungen aus der Abzinsung von Rückstellungen: EUR 0,00 (EUR -9.766,00)
11. Ergebnis der Geschäftstätigkeit 1.081.789,84 3.245.227,58
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -647.058,88 -1.040.870,50
13. Ergebnis nach Steuern 434.730,96 2.204.357,08
14. Sonstige Steuern -208,00 -208,00
15. Jahresüberschuss 434.522,96 2.204.149,08

Anhang für das Geschäftsjahr 2022

I. Allgemeine Angaben

Die Eurofighter Simulation Systems GmbH i.L. wurde am 03.11.1999 gegründet und ist unter der Nummer HRB 129 344 am 24.01.2000 im Handelsregister München eingetragen worden. Mit Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 27.09.2022 wurde die Gesellschaft zum 1.1.2023 aufgelöst und befindet sich seit dem in Liquidation. Die Eintragung der Löschung der Gesellschaft erfolgte am 17.1.2023 im Handelsregister.

Der Sitz der Gesellschaft ist Hallbergmoos. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

Der Gegenstand des Unternehmens war die Entwicklung, Produktion und Verkauf der künstlichen Hilfsmittel zur Schulung der Flugzeugcrew für das Eurofighter 2000 Waffensystemprogramm.

Die Gesellschaft ist nach den Größenkriterien des § 267 Abs. 2 HGB eine mittelgroße Kapital-gesellschaft.

Die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung basiert auf dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB.

II. Buchführung und Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

1. Grundsätze und Vergleichbarkeit

Der Jahresabschluss wurde zum 31.12.2022 aus den Büchern der Gesellschaft entwickelt.

Die Erstellung des vorliegenden Jahresabschlusses erfolgte nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches für mittelgroße Kapitalgesellschaften und den Vorschriften des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) sowie den einschlägigen Bestimmungen des Gesellschaftsvertrages. Mit Gesellschafterbeschluss vom 27.09.2022 wurde beschlossen, die Gesellschaft zum 01.01.2023 aufzulösen. Seitdem ist sie nicht mehr operativ tätig. Der Liquidator der Gesellschaft plant die Liquidation im 1. Halbjahr 2024 abzuschließen. Bei Ansatz und Bewertung der Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten wurde entsprechend nicht von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit ausgegangen. Der Jahresabschluss wurde erstmals unter Abkehr vom Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt. Bei der Bilanzierung und Bewertung zu Liquidationswerten haben wir deshalb die Regelungen des IDW RS HFA 17 ("IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung: Auswirkungen einer Abkehr von der Going-Concern-Prämisse auf den handelsrechtlichen Abschluss") beachtet. Insbesondere wurde das Sachanlagevermögen zu Zerschlagungswerten bilanziert, eine Rückstellung für Liquidationskosten von TEUR 30 berücksichtigt sowie eine Drohverlustrückstellung von TEUR 600.

Die Bemessung der realisierten Umsatzerlöse erfolgt nach den mit den Kunden vertraglich vereinbarten Vergütungen bei Erbringung von Teilleistungen.

Bedingt durch die Abrechnung der Preisprüfungsergebnisse und die Umsatzlegung, wurde der größte Umsatzanteil 2022 aus dem Supplement 1 des Procurement-Vertrags PC07 realisiert. Supplement 1 wurde final abgerechnet und geschlossen. Außerdem wurden Umsätze aus dem In-Service-Support-Vertrag mit Spanien erzielt.

Entsprechend der Realisierung der Umsätze im Geschäftsjahr wurde die korrespondierende Rückstellung für noch ausstehende Lieferantenrechnungen verbraucht.

Ebenso wurden im Geschäftsjahr alle Gewährleistungsrückstellungen aufgelöst.

2. Einzelne Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

Aufgrund der beschlossenen Liquidation wurden alle (nicht mehr werthaltigen) Gegenstände des Anlagevermögens auf 0 abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis zu EUR 800,00 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Die Finanzanlagen werden mit dem Nennwert angesetzt.

Der Ansatz der sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zu Nennwerten.

Flüssige Mittel werden mit ihren Nennwerten angesetzt.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten und Verpflichtungen sowie drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften mit dem Betrag ihrer voraussichtlichen Inanspruchnahme. Die Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt.

Der Ansatz der Verbindlichkeiten erfolgt zum Erfüllungsbetrag.

III. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und die Abschreibungen des Geschäftsjahres sind im Anlagespiegel - Anlage zu diesem Anhang - dargestellt.

Bei den Finanzanlagen handelt es sich um eine an den Vermieter der Geschäftsräume geleis-tete Kaution.

Rechnungsabgrenzungsposten

Als Rechnungsabgrenzungsposten wurden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschluss-stichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstel-len.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für

ausstehende Rechnungen der Gesellschafter für Herstellungskosten EUR 100.000,00 (Vorjahr: EUR 1.993.047,00)

Gewährleistungsansprüche des Kunden und sonstige Risiken (Rückstellungen für Vertragsstrafen) EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 2.448.316,00)

drohende Verluste von EUR 600.000 (Vj. EUR 0,00)

andere sonstige Rückstellungen EUR 319.350,00 (Vorjahr: EUR 266.100,00).

Verbindlichkeiten

Es bestanden zum Bilanzstichtag keine Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern sind mit einem Betrag von EUR 259.625,00 (Vorjahr: EUR 255.347,58) in den Verbindlichkeiten für Lieferungen und Leistungen enthalten.

Umsatzerlöse

Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz von EUR 2.262.401,90 (Vorjahr: EUR 17.649.119,85). Die Umsätze setzen sich wie folgt zusammen: S1 EUR 1.973.613,98 (Vorjahr EUR 0,00), ISS EUR 271.574,75 (Vorjahr: EUR 1.545.448,53), S5 EUR 0,00 (Vorjahr EUR 11.005.420,42), TDS 2 EUR 0,00 (Vorjahr EUR 2.257.468,00), S2 EUR 0 (Vorjahr EUR 1.965.798,09), C#4 EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 874.984,81) und Übrige EUR 17.213,17 (Vorjahr: EUR 0,00).

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge aus Auflösungen von Rückstellungen in Höhe von EUR 2.448.316,00 (Vorjahr: EUR 1.395.922,98) enthalten.

Die Auflösung resultiert aus der finalen Schließung der Verträge PC7 Supplement 1 (EUR 1.200.000), des Contract No. 4 (EUR 639.263), des In-Service-Support Vertrages für Spanien (EUR 198.159), des TDS2 Vertrages für Österreich (EUR 325.000) sowie der Auflösung der Garantierückstellungen für diese Verträge (EUR 85.895). Weiterhin sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen Erträge aus Währungsdifferenzen in Höhe von EUR 59.821,18 (Vorjahr: EUR 886.571,45) enthalten.

IV. Sonstige Angaben

Ergebnisverwendung

Der Jahresabschluss zum 31.12.2022 weist einen Jahresüberschuss von EUR 434.522,96 (Vorjahr: EUR 2.204.149,08) aus. Der Gewinnvortrag beläuft sich auf EUR 5.872.576,47 (Vorjahr: EUR 5.668.427,39). Der Gewinnvortrag per 01.01.2022 wurde durch eine Ausschüttung im Geschäftsjahr 2022 von EUR 4.000.000,00 (Vorjahr: EUR 2.000.000,00) entsprechend reduziert. Die Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den Bilanzgewinn von 2.307.099,53 (im Vorjahr Bilanzgewinn: EUR 5.872.576,47) auf neue Rechnung vorzutragen.

Nachtragsbericht: Corona Krise/Ukraine Krise

Aufgrund der Liquidation ist die Gesellschaft von der Corona sowie der Ukraine-Krise nicht betroffen.

Geschäftsführung

Als Geschäftsführer war während des Geschäftsjahres im Handelsregister eintragen: Herr Da-vid Thomson, München, Managing Director.

Seit 1.1.2023 ist Herr David Thomson, München, zum einzelvertretungsberechtigten Liquidator der Gesellschaft bestellt. Die Eintragung ins Handelsregister erfolgte am 17.1.2023.

Prokuristen

Als Prokuristen waren während des Geschäftsjahres im Handelsregister eingetragen:

Herr Carlos Scovell, England

Herr Fernando Ampuero Diaz, Deutschland (bis 14.03.2022)

Herr Bernd Erwin Hilgers, Deutschland

Herr Andrea Fermo, Italien

Es wurde Gesamtprokura gemeinsam mit einem Geschäftsführer oder einem anderen Proku-risten erteilt.

Gesellschafter

Indra Sistemas S.A. (Indra), Spanien, Madrid (26 %)

Thales UK Ltd., England, Crawley (26 %)

Leonardo S.p.A., Italien, Rom (24 %)

ARGE Rheinmetall Electronics GmbH, Deutschland, Bremen und CAE GmbH, Deutschland Stolberg (24 %) (CAE Elektronik GmbH bis 30.06.2020)

Anzahl der durchschnittlichen Arbeitnehmer

Es wurden durchschnittlich 2 (Vorjahr: 2) Arbeitnehmer während des Geschäftsjahres beschäftigt.

Haftungsverhältnisse

Zum Bilanzstichtag bestanden keine Haftungsverhältnisse im Sinne des § 251 HGB.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

2022 2023 2024
TEUR TEUR TEUR
Leasinggebühren 4 4 1
Mietaufwendungen 79 0 0

Abschlussprüferhonorar

Die angefallenen Honorare für Abschlussprüferleistungen der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für das Geschäftsjahr 2022 betrugen EUR 40.000.

 

Hallbergmoos, den 9. Mai 2023

David Thomson, Liquidator

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2022

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2022 Zugänge Abgänge 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 76.640,00 0,00 22.340,00 54.300,00
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 51.002,00 6.239,40 51.001,90 6.239,50
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 28.299,00 7.233,90 25.632,68 9.900,22
79.301,00 13.473,30 76.634,58 16.139,72
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 24.717,00 0,00 0,00 24.717,00
180.658,00 13.473,30 98.974,58 95.156,72
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2022 Zugänge Abgänge 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 76.440,00 199,00 22.339,96 54.300,00
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 32.225,00 17.241,84 43.229,90 6.236,94
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 23.068,00 11.439,90 24.607,68 9.900,22
55.293,00 28.681,74 67.837,58 16.137,16
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00
131.733,00 28.880,74 90.177,54 70.437,16
Buchwerte
31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 200,00
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 3,00 18.777,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 5.231,00
3,00 24.008,00
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 24.717,00 24.717,00
24.720,00 48.925,00

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022

A. Geschäftsverlauf

Die Eurofighter Simulation Systems GmbH (ESS) übte ihre Geschäftstätigkeit von 1999 bis 2022 als ein Partner der Eurofighter Jagdflugzeug GmbH (EF) aus. Gegenstand waren die Konzeption, Entwicklung, Produktion, Abnahme und der In Service Support im Rahmen des Advanced Synthetic Training Aids-Programms (ASTA). Nachdem die Gesellschaft all ihre vertraglichen Verpflichtungen erfüllt hatte, wurden im Jahr 2022 sämtliche ausstehenden Verträge erfolgreich zum Abschluss und die Gesellschaft zum 1. Januar 2023 (Eintrag im Handelsregister am 17. Januar 2023) in Liquidation gebracht.

Der ASTA-Hauptvertrag (PC7) wurde 2001 unterzeichnet. Im August 2012 unterzeichnete die NATO Eurofighter Tornado Management Agency (NETMA) im Auftrag der Länder die Type Acceptance Certificates, womit die erfolgreiche Erfüllung des PC7-Entwicklungsvertrags formal anerkannt wurde. Die PC7 Supplements 1 und 2 wurden 2022 erfolgreich zum Abschluss gebracht.

Obwohl PC7 Supplement 5 vorübergehend als Vertragsinstrument für die Beschaffung zusätzlicher Hardware für ASTA genutzt wurde (Addendum #6 wurde beispielsweise im September 2017 und Addendum #7 im November 2018 vertraglich vereinbart), wurden alle Basisaktivitäten in Bezug auf die Produktion, Installation, Indienststellung und Inbetriebnahme von sechs Full Mission Simulators (FMS) und fünf Cockpit Trainer using Interactive Pilot Simulation (CT/IPS) inklusive der Zusatzgeräte 2014 finalisiert. Alle Aktivitäten im Zusammenhang mit der Implementierung der entsprechenden (C#4) Tasks für T2 P1E wurden 2019 finalisiert. Der S5-Vertrag wurde 2021 erfolgreich zum Abschluss gebracht.

Alle gemäß Supplement 7 (S7) durchgeführten technischen und programmbezogenen Aktivitäten im Zusammenhang mit der Anpassung der Simulatoren an den PSP4-Standard wurden 2012 abgeschlossen, und die NETMA hat im Auftrag der Eurofighter-Nationen ein PSP4 Type Acceptance Certificate unterzeichnet. Der S7-Vertrag wurde 2020 erfolgreich zum Abschluss gebracht.

2013 wurden zwei wichtige neue ASTA-Entwicklungsverträge (C#4 Tasks) für T1 EP1 und T2 P1E Flugzeugkonfigurationen abgeschlossen, um das Zeitfenster zwischen dem ASTA- und dem Typhoon Aircraft-Programm zu schließen. Mit dem letzteren der beiden Verträge wurden sowohl die Verfügbarkeit des ASTA-Teams bei der ESS GmbH als auch die erforderlichen Ressourcen der anderen ASTA-Industriepartner gesichert. 2015 wurden zwei neue Aircraft (A/C) Concurrency-Programme, P1E FW (FW=Further Works) und E-SCAN Radar, vertraglich vereinbart. Alle Tasks für T1 EP1 wurden 2019 technisch abgeschlossen und der Vertrag wurde 2021 erfolgreich zum Abschluss gebracht. Alle Tasks für T2 P1E wurden 2020 technisch abgeschlossen. Der C#4-Vertrag wurde 2022 erfolgreich zum Abschluss gebracht.

Die NETMA-Nationen haben 2017 bestätigt, dass keine zusätzlichen T2C-Vertragsverlängerungen für ASTA abgeschlossen werden. Diese Entscheidung bedeutete, dass die ASTA-Flugsimulatoren nicht mehr analog zu den Flugzeugprogrammen aktualisiert werden und die ESS GmbH aufgelöst werden muss.

Für alle in Betrieb befindlichen Simulatoren der vier Eurofighter-Kernnationen erfolgte der Support über nationale Support-Verträge (zuvor Support im Rahmen von PC7 Supplement 2). Der entsprechende internationale Arbeitsumfang sowie der Joint Integration Facility (JIF) Support wurden im Rahmen des C#1 vereinbart. Hauptauftragnehmer der ESS war die Eurofighter GmbH. Der Support-Vertrag wurde ursprünglich für fünf Jahre bis Ende 2016 geschlossen. Unterauftragnehmer waren: ARGE, Leonardo, Indra, Thales, CAE Inc., SGI und HP/MCE. Es wurden drei ITPs (Instruction to Proceed) zur Fortsetzung der Arbeit bis Ende Dezember 2017 erteilt, ein weiterer ITP für die Fortsetzung der Arbeit bis Oktober 2018 bei reduziertem Umfang (z. B. wurden keine Reparaturleistungen vertraglich beauftragt). Letzterer wurde dann verlängert, um auch November und Dezember 2018 abzudecken. Mit der Schließung der JIF im Dezember 2018 wurden alle mit diesem Vertrag in Zusammenhang stehenden Aktivitäten abgeschlossen. Der C#1-Vertrag wurde 2020 erfolgreich zum Abschluss gebracht.

2011 wurde die Vergaberoutine für den nationalen Integrated Service Support (ISS) dahingehend geändert, als dass nunmehr die ESS GmbH über die entsprechende Anteilseignergesellschaft in jedem der vier Länder vertraglich beauftragt wurde. Gemäß obengenannter Vergaberoutine für den nationalen Integrated Service Support unterzeichnete die ESS GmbH folgende Verträge und Unterverträge:

Nationaler In Service Support, Großbritannien: Hauptauftragnehmer der ESS war Thales UK; der Vertrag wurde für einen Zeitraum von drei Jahren bis 31. März 2019 geschlossen. Unterauftragnehmer: Leonardo, Indra, Thales und CAE Inc. Dieser Vertrag wurde zur Abdeckung des Zeitraums April 2019 bis März 2020 sowie zur Abdeckung des Zeitraums April 2020 bis März 2021 um jeweils ein weiteres Jahr verlängert. Dieser Vertrag wurde 2021 erfolgreich zum Abschluss gebracht.

Nationaler In Service Support, Deutschland: Hauptauftragnehmer der ESS war ARGE; es wurde eine Vertragsverlängerung um weitere fünf Jahre bis zum 31. August 2020 unterzeichnet. Unterauftragnehmer: Thales und CAE Inc. Derzeit wird über eine zusätzliche Beauftragung zur Unterstützung der Central Integration Facility (CIF) als Nachfolgerin der ASTA Joint Integration Facility (JIF) verhandelt. Dieser Vertrag wurde 2020 erfolgreich zum Abschluss gebracht.

Nationaler In Service Support, Italien: Hauptauftragnehmer der ESS war Leonardo; es wurde ursprünglich eine Laufzeit von fünf Jahren bis Ende 2016 vereinbart. Unterauftragnehmer: Indra, Thales und CAE Inc. Eine Verlängerung bis 31. Dezember 2017 wurde vertraglich vereinbart; seitdem wurde jedoch kein weiterer In Service Support über die ESS GmbH vertraglich vereinbart.

Nationaler In Service Support, Spanien: Hauptauftragnehmer der ESS war Indra; der Vertrag wurde ursprünglich für fünf Jahre bis Ende 2016 geschlossen. Unterauftragnehmer: Leonardo, Thales und CAE Inc. 2017 wurde eine Verlängerung bis 31. Dezember 2021 vertraglich vereinbart. Dieser Vertrag wurde 2022 erfolgreich zum Abschluss gebracht.

Der FMS für Österreich wurde ausgeliefert und vom Kunden im Mai 2007 abgenommen. Dieser FMS ist am Luftwaffenstützpunkt in Zeltweg im Einsatz und gewährleistet das Training der österreichischen Eurofighter-Piloten. Die ursprünglichen ESS-Wartungs- und Service-Aktivitäten (TDS) für diese Anlage endeten im Februar 2011. Eine Verlängerung dieses Wartungs- und Servicevertrags (TDS-2) um weitere acht Jahre wurde 2011 erreicht. Ende 2018 wurde eine weitere Verlängerung um drei Jahre bis Ende 2021 unterzeichnet. Im Dezember 2019 hat EF die Durchführung der Konfiguration des EP1 Amendment 2 an die ESS weitervergeben. 2021 wurden diese Arbeiten erfolgreich abgeschlossen und der Vertrag zum Abschluss gebracht. Im September 2021 wurde die Bereitstellung der Nutzungsrechte am geistigen Eigentum in Bezug auf die Konfiguration des P1E Amendment 3 durch die ESS im Rahmen eines Untervertrags vereinbart. 2021 wurde dies erfolgreich abgeschlossen und der Vertrag zum Abschluss gebracht. Der TDS-2-Vertrag wurde 2022 erfolgreich zum Abschluss gebracht.

2017 beschlossen die Eurofighter-Nationen, den Prozess zur Ablösung des ASTA-Programms durch nationale Initiativen in Gang zu setzen. Daher war es Aufgabe der ESS GmbH, ihre Entwicklungsarbeit und In-Service-Support-Verpflichtungen vollumfänglich zu erfüllen und die jeweiligen Verträge abzuwickeln. Um sich an den Richtungswechsel der Eurofighter-Nationen anzupassen, passte die ESS GmbH ihre Geschäftstätigkeit an und restrukturierte diese. 2018 wurde ein neues Managementteam eingesetzt, der Mitarbeiterstand wurde reduziert und die laufenden operativen Kosten gesenkt. Darüber hinaus wurde die Chance wahrgenommen, das Leitbild der Gesellschaft an ihre neue Rolle innerhalb des ASTA-Programms anzupassen. Das neue Leitbild der Gesellschaft lautete:

"Erfüllung aller Verpflichtungen gegenüber unseren Anteilseignern, Kunden, Partnern und Zulieferern bei gleichzeitigem/r Zurückfahren unseres Geschäftsbetriebs, Aufrechterhaltung der finanziellen Rentabilität und Einhaltung gesetzlicher Vorschriften."

B. Wesentliche Geschäftsaktivitäten

Im Jahr 2022 hat sich die ESS auf die finale Abwicklung des TDS-2, des nationalen In Service Support in Spanien, der C#4-, PC7-S1- und PC7-S2-Verträge sowie sämtlicher zugehöriger Neben- bzw. Rahmenverträge konzentriert. Mit der Unterzeichnung des EF ASTA Contract Closure Agreement mit Datum vom 25. Juli 2022 zwischen der EF und der ESS GmbH und der anschließenden Abwicklung aller ausstehenden Zahlungen wurden sämtliche Verträge erfolgreich zum Abschluss gebracht.

C. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Aufgrund der Abkehr vom Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit wurde eine Rückstellung für Liquidationskosten in Höhe von TEUR 30 berücksichtigt sowie eine Drohverlustrückstellung in Höhe von TEUR 600 bilanziert.

1. Umsatz

Im Geschäftsjahr 2022 erzielte die ESS GmbH Umsätze in Höhe von EUR 2,3 Mio. (Vorjahr: EUR 17,6 Mio.) aus der finalen Abwicklung ihrer Verträge.

2. Personal

Im Jahr 2022 war kein internationaler Spezialist aus dem Bereich Simulationstechnik von den Gesellschaftern zur ESS GmbH entsandt. Die Gesellschaft hatte 2022 durchschnittlich zwei direkte Mitarbeiter. Zum 1. Januar 2023 beschäftigte die ESS GmbH keine Mitarbeiter.

3. Vermögenslage

Aus der folgenden Darstellung sind die wesentlichen Veränderungen der Vermögenslage der Gesellschaft ersichtlich:

2022 2021
Anlagevermögen TEUR 25 TEUR 49
Umlaufvermögen * TEUR 3.901 TEUR 11.733
Eigenkapital TEUR 2.567 TEUR 6.133
Fremdkapital TEUR 1.416 TEUR 5.660

* Das Umlaufvermögen besteht im Wesentlichen aus den vorhandenen Barmitteln, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Steuerforderungen.

4. Ertragslage

2022 2021
Umsatzerlöse TEUR 2.262 TEUR 17.649
Bestandsveränderung TEUR 0 TEUR -10.043
Sonstige betriebliche Erträge TEUR 2.523 TEUR 2.303
Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen TEUR -2.670 TEUR -5.728
Betrieblicher Aufwand TEUR -1.006 TEUR -900
Finanzergebnis TEUR -29 TEUR -35
Jahresüberschuss TEUR 435 TEUR 2.204

Die Ertragslage der ESS GmbH stellt sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt dar:

2022 wurden sämtliche ausstehenden Verträge zum Abschluss gebracht, woraus Umsatzerlöse in Höhe von EUR 2,3 Mio. und ein Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 435 resultierten.

5. Finanzlage

Die Gesellschaft verfügt über ausreichend finanzielle Mittel für den voraussichtlichen Liquidationszeitraum. Dementsprechend benötigt die Gesellschaft keine Kreditlinien.

D. Risiken und Chancen

In der Zeit ihrer operativen Geschäftstätigkeit verfügte die ESS GmbH über ein Risikomanagementsystem, um die - aus der komplexen Gesellschafter-Struktur aus vier Nationen - resultierenden Risiken zu vermeiden. Mit dem erfolgreichen Abschluss aller ausstehenden Verträge im Jahr 2022 und der anschließenden Einleitung des Liquidationsverfahrens zum 1. Januar 2023 wurden all diese potenziellen Risiken erfolgreich begrenzt.

Mit der Einleitung des Liquidationsverfahrens zum 1. Januar 2023 verlieren etwaige weitere Risiken und Chancen ihre Relevanz. Zudem wurde der Digitalisierungsgrad auf einem Niveau aufrechterhalten, das ausreicht, um das Liquidationsverfahren bis zur endgültigen Abwicklung zu unterstützen.

E. Voraussichtliche Entwicklung

Auf der 62. Gesellschafterversammlung am 27. September 2022 unterzeichneten die Gesellschafter der ESS GmbH den entsprechenden Beschluss zur Auflösung der Gesellschaft mit Wirkung zum 1. Januar 2023 und bestellten den zu diesem Zeitpunkt amtierenden Geschäftsführer als Liquidator. Der Beschluss wurde vom Notar beim zuständigen Gericht eingereicht, das inzwischen bestätigt hat, dass die ESS GmbH am 1. Januar 2023 in Liquidation trat. Folglich wird der Hauptfokus 2023 auf dem Abschluss aller Aktivitäten liegen, sodass die Gesellschaft im Jahr 2024, nach Ablauf der Gläubigerschutzfrist von mindestens 12 Monaten (Sperrjahr), aus dem Handelsregister gelöscht werden kann. Vor der endgültigen Auflösung wird das gesamte verbleibende Vermögen unter den Gesellschaftern nach Verhältnis ihrer Geschäftsanteile verteilt.

 

Hallbergmoos, den 9. Mai 2023

David Thomson, Geschäftsführer/Liquidator

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