Praxen von Steuerberaterinnen und -beratern, Steuerbevollmächtigten sowie steuerberatende Berufsausübungsgesellschaften
Eurofighter Simulation Systems GmbHLiquidiert
Theatinerstraße 45, 80333 München, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
David Thomson seit 17.1.2023 | Liquidator |
Wirtschaftlich BerechtigteBeta
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (4)
| Name | Anteil |
|---|---|
INDRA SISTEMAS, Sociedad Anónima | 26.00% |
Thales UK Ltd | 26.00% |
LEONARDO S.P.A. | 24.00% |
Gesellschaft bürgerlichen Rechts unter der Bezeichnung ARGE | 24.00% |
GesellschafterBeta
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
4 Gesellschafter
GmbH-Struktur
3 von 4 angezeigt
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Eurofighter Simulation Systems GmbHHallbergmoosJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Eurofighter Simulation Systems GmbH i. L. Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Eurofighter Simulation Systems GmbH i. L., Hallbergmoos, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Eurofighter Simulation Systems GmbH i. L. für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Hervorhebung eines Sachverhalts Wir verweisen auf die Ausführungen der Liquidatoren in Abschnitt "II. Buchführung und Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" des Anhangs und Abschnitt "F. Voraussichtliche Entwicklung" des Lageberichts, welche den Beschluss vom 27. September 2022 zur Liquidation der Gesellschaft und die darauf basierende Bilanzierung zu Liquidationswerten aufgrund der Abkehr vom Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit beschreiben. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind diesbezüglich nicht modifiziert. Verantwortung der Liquidatoren für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die Liquidatoren sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die Liquidatoren verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die Liquidatoren dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur geordneten Liquidation der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der geordneten Liquidation, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage der Abkehr vom Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern der Fortführung der Unternehmenstätigkeit tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die Liquidatoren verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die Liquidatoren verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 9. Mai 2023 Ernst
& Young GmbH
Baur, Wirtschaftsprüfer Ritzinger, Wirtschaftsprüfer Bilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung vom 01.01.2022 bis 31.12.2022
Anhang für das Geschäftsjahr 2022I. Allgemeine Angaben Die Eurofighter Simulation Systems GmbH i.L. wurde am 03.11.1999 gegründet und ist unter der Nummer HRB 129 344 am 24.01.2000 im Handelsregister München eingetragen worden. Mit Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 27.09.2022 wurde die Gesellschaft zum 1.1.2023 aufgelöst und befindet sich seit dem in Liquidation. Die Eintragung der Löschung der Gesellschaft erfolgte am 17.1.2023 im Handelsregister. Der Sitz der Gesellschaft ist Hallbergmoos. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Der Gegenstand des Unternehmens war die Entwicklung, Produktion und Verkauf der künstlichen Hilfsmittel zur Schulung der Flugzeugcrew für das Eurofighter 2000 Waffensystemprogramm. Die Gesellschaft ist nach den Größenkriterien des § 267 Abs. 2 HGB eine mittelgroße Kapital-gesellschaft. Die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung basiert auf dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB. II. Buchführung und Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 1. Grundsätze und Vergleichbarkeit Der Jahresabschluss wurde zum 31.12.2022 aus den Büchern der Gesellschaft entwickelt. Die Erstellung des vorliegenden Jahresabschlusses erfolgte nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches für mittelgroße Kapitalgesellschaften und den Vorschriften des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) sowie den einschlägigen Bestimmungen des Gesellschaftsvertrages. Mit Gesellschafterbeschluss vom 27.09.2022 wurde beschlossen, die Gesellschaft zum 01.01.2023 aufzulösen. Seitdem ist sie nicht mehr operativ tätig. Der Liquidator der Gesellschaft plant die Liquidation im 1. Halbjahr 2024 abzuschließen. Bei Ansatz und Bewertung der Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten wurde entsprechend nicht von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit ausgegangen. Der Jahresabschluss wurde erstmals unter Abkehr vom Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt. Bei der Bilanzierung und Bewertung zu Liquidationswerten haben wir deshalb die Regelungen des IDW RS HFA 17 ("IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung: Auswirkungen einer Abkehr von der Going-Concern-Prämisse auf den handelsrechtlichen Abschluss") beachtet. Insbesondere wurde das Sachanlagevermögen zu Zerschlagungswerten bilanziert, eine Rückstellung für Liquidationskosten von TEUR 30 berücksichtigt sowie eine Drohverlustrückstellung von TEUR 600. Die Bemessung der realisierten Umsatzerlöse erfolgt nach den mit den Kunden vertraglich vereinbarten Vergütungen bei Erbringung von Teilleistungen. Bedingt durch die Abrechnung der Preisprüfungsergebnisse und die Umsatzlegung, wurde der größte Umsatzanteil 2022 aus dem Supplement 1 des Procurement-Vertrags PC07 realisiert. Supplement 1 wurde final abgerechnet und geschlossen. Außerdem wurden Umsätze aus dem In-Service-Support-Vertrag mit Spanien erzielt. Entsprechend der Realisierung der Umsätze im Geschäftsjahr wurde die korrespondierende Rückstellung für noch ausstehende Lieferantenrechnungen verbraucht. Ebenso wurden im Geschäftsjahr alle Gewährleistungsrückstellungen aufgelöst. 2. Einzelne Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung Aufgrund der beschlossenen Liquidation wurden alle (nicht mehr werthaltigen) Gegenstände des Anlagevermögens auf 0 abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis zu EUR 800,00 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Die Finanzanlagen werden mit dem Nennwert angesetzt. Der Ansatz der sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zu Nennwerten. Flüssige Mittel werden mit ihren Nennwerten angesetzt. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten und Verpflichtungen sowie drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften mit dem Betrag ihrer voraussichtlichen Inanspruchnahme. Die Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Der Ansatz der Verbindlichkeiten erfolgt zum Erfüllungsbetrag. III. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und die Abschreibungen des Geschäftsjahres sind im Anlagespiegel - Anlage zu diesem Anhang - dargestellt. Bei den Finanzanlagen handelt es sich um eine an den Vermieter der Geschäftsräume geleis-tete Kaution. Rechnungsabgrenzungsposten Als Rechnungsabgrenzungsposten wurden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschluss-stichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstel-len. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für
Verbindlichkeiten Es bestanden zum Bilanzstichtag keine Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern sind mit einem Betrag von EUR 259.625,00 (Vorjahr: EUR 255.347,58) in den Verbindlichkeiten für Lieferungen und Leistungen enthalten. Umsatzerlöse Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz von EUR 2.262.401,90 (Vorjahr: EUR 17.649.119,85). Die Umsätze setzen sich wie folgt zusammen: S1 EUR 1.973.613,98 (Vorjahr EUR 0,00), ISS EUR 271.574,75 (Vorjahr: EUR 1.545.448,53), S5 EUR 0,00 (Vorjahr EUR 11.005.420,42), TDS 2 EUR 0,00 (Vorjahr EUR 2.257.468,00), S2 EUR 0 (Vorjahr EUR 1.965.798,09), C#4 EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 874.984,81) und Übrige EUR 17.213,17 (Vorjahr: EUR 0,00). Sonstige betriebliche Erträge In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge aus Auflösungen von Rückstellungen in Höhe von EUR 2.448.316,00 (Vorjahr: EUR 1.395.922,98) enthalten. Die Auflösung resultiert aus der finalen Schließung der Verträge PC7 Supplement 1 (EUR 1.200.000), des Contract No. 4 (EUR 639.263), des In-Service-Support Vertrages für Spanien (EUR 198.159), des TDS2 Vertrages für Österreich (EUR 325.000) sowie der Auflösung der Garantierückstellungen für diese Verträge (EUR 85.895). Weiterhin sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen Erträge aus Währungsdifferenzen in Höhe von EUR 59.821,18 (Vorjahr: EUR 886.571,45) enthalten. IV. Sonstige Angaben Ergebnisverwendung Der Jahresabschluss zum 31.12.2022 weist einen Jahresüberschuss von EUR 434.522,96 (Vorjahr: EUR 2.204.149,08) aus. Der Gewinnvortrag beläuft sich auf EUR 5.872.576,47 (Vorjahr: EUR 5.668.427,39). Der Gewinnvortrag per 01.01.2022 wurde durch eine Ausschüttung im Geschäftsjahr 2022 von EUR 4.000.000,00 (Vorjahr: EUR 2.000.000,00) entsprechend reduziert. Die Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den Bilanzgewinn von 2.307.099,53 (im Vorjahr Bilanzgewinn: EUR 5.872.576,47) auf neue Rechnung vorzutragen. Nachtragsbericht: Corona Krise/Ukraine Krise Aufgrund der Liquidation ist die Gesellschaft von der Corona sowie der Ukraine-Krise nicht betroffen. Geschäftsführung Als Geschäftsführer war während des Geschäftsjahres im Handelsregister eintragen: Herr Da-vid Thomson, München, Managing Director. Seit 1.1.2023 ist Herr David Thomson, München, zum einzelvertretungsberechtigten Liquidator der Gesellschaft bestellt. Die Eintragung ins Handelsregister erfolgte am 17.1.2023. Prokuristen Als Prokuristen waren während des Geschäftsjahres im Handelsregister eingetragen:
Es wurde Gesamtprokura gemeinsam mit einem Geschäftsführer oder einem anderen Proku-risten erteilt. Gesellschafter
Anzahl der durchschnittlichen Arbeitnehmer Es wurden durchschnittlich 2 (Vorjahr: 2) Arbeitnehmer während des Geschäftsjahres beschäftigt. Haftungsverhältnisse Zum Bilanzstichtag bestanden keine Haftungsverhältnisse im Sinne des § 251 HGB. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Abschlussprüferhonorar Die angefallenen Honorare für Abschlussprüferleistungen der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für das Geschäftsjahr 2022 betrugen EUR 40.000.
Hallbergmoos, den 9. Mai 2023 David Thomson, Liquidator Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2022
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022A. Geschäftsverlauf Die Eurofighter Simulation Systems GmbH (ESS) übte ihre Geschäftstätigkeit von 1999 bis 2022 als ein Partner der Eurofighter Jagdflugzeug GmbH (EF) aus. Gegenstand waren die Konzeption, Entwicklung, Produktion, Abnahme und der In Service Support im Rahmen des Advanced Synthetic Training Aids-Programms (ASTA). Nachdem die Gesellschaft all ihre vertraglichen Verpflichtungen erfüllt hatte, wurden im Jahr 2022 sämtliche ausstehenden Verträge erfolgreich zum Abschluss und die Gesellschaft zum 1. Januar 2023 (Eintrag im Handelsregister am 17. Januar 2023) in Liquidation gebracht. Der ASTA-Hauptvertrag (PC7) wurde 2001 unterzeichnet. Im August 2012 unterzeichnete die NATO Eurofighter Tornado Management Agency (NETMA) im Auftrag der Länder die Type Acceptance Certificates, womit die erfolgreiche Erfüllung des PC7-Entwicklungsvertrags formal anerkannt wurde. Die PC7 Supplements 1 und 2 wurden 2022 erfolgreich zum Abschluss gebracht. Obwohl PC7 Supplement 5 vorübergehend als Vertragsinstrument für die Beschaffung zusätzlicher Hardware für ASTA genutzt wurde (Addendum #6 wurde beispielsweise im September 2017 und Addendum #7 im November 2018 vertraglich vereinbart), wurden alle Basisaktivitäten in Bezug auf die Produktion, Installation, Indienststellung und Inbetriebnahme von sechs Full Mission Simulators (FMS) und fünf Cockpit Trainer using Interactive Pilot Simulation (CT/IPS) inklusive der Zusatzgeräte 2014 finalisiert. Alle Aktivitäten im Zusammenhang mit der Implementierung der entsprechenden (C#4) Tasks für T2 P1E wurden 2019 finalisiert. Der S5-Vertrag wurde 2021 erfolgreich zum Abschluss gebracht. Alle gemäß Supplement 7 (S7) durchgeführten technischen und programmbezogenen Aktivitäten im Zusammenhang mit der Anpassung der Simulatoren an den PSP4-Standard wurden 2012 abgeschlossen, und die NETMA hat im Auftrag der Eurofighter-Nationen ein PSP4 Type Acceptance Certificate unterzeichnet. Der S7-Vertrag wurde 2020 erfolgreich zum Abschluss gebracht. 2013 wurden zwei wichtige neue ASTA-Entwicklungsverträge (C#4 Tasks) für T1 EP1 und T2 P1E Flugzeugkonfigurationen abgeschlossen, um das Zeitfenster zwischen dem ASTA- und dem Typhoon Aircraft-Programm zu schließen. Mit dem letzteren der beiden Verträge wurden sowohl die Verfügbarkeit des ASTA-Teams bei der ESS GmbH als auch die erforderlichen Ressourcen der anderen ASTA-Industriepartner gesichert. 2015 wurden zwei neue Aircraft (A/C) Concurrency-Programme, P1E FW (FW=Further Works) und E-SCAN Radar, vertraglich vereinbart. Alle Tasks für T1 EP1 wurden 2019 technisch abgeschlossen und der Vertrag wurde 2021 erfolgreich zum Abschluss gebracht. Alle Tasks für T2 P1E wurden 2020 technisch abgeschlossen. Der C#4-Vertrag wurde 2022 erfolgreich zum Abschluss gebracht. Die NETMA-Nationen haben 2017 bestätigt, dass keine zusätzlichen T2C-Vertragsverlängerungen für ASTA abgeschlossen werden. Diese Entscheidung bedeutete, dass die ASTA-Flugsimulatoren nicht mehr analog zu den Flugzeugprogrammen aktualisiert werden und die ESS GmbH aufgelöst werden muss. Für alle in Betrieb befindlichen Simulatoren der vier Eurofighter-Kernnationen erfolgte der Support über nationale Support-Verträge (zuvor Support im Rahmen von PC7 Supplement 2). Der entsprechende internationale Arbeitsumfang sowie der Joint Integration Facility (JIF) Support wurden im Rahmen des C#1 vereinbart. Hauptauftragnehmer der ESS war die Eurofighter GmbH. Der Support-Vertrag wurde ursprünglich für fünf Jahre bis Ende 2016 geschlossen. Unterauftragnehmer waren: ARGE, Leonardo, Indra, Thales, CAE Inc., SGI und HP/MCE. Es wurden drei ITPs (Instruction to Proceed) zur Fortsetzung der Arbeit bis Ende Dezember 2017 erteilt, ein weiterer ITP für die Fortsetzung der Arbeit bis Oktober 2018 bei reduziertem Umfang (z. B. wurden keine Reparaturleistungen vertraglich beauftragt). Letzterer wurde dann verlängert, um auch November und Dezember 2018 abzudecken. Mit der Schließung der JIF im Dezember 2018 wurden alle mit diesem Vertrag in Zusammenhang stehenden Aktivitäten abgeschlossen. Der C#1-Vertrag wurde 2020 erfolgreich zum Abschluss gebracht. 2011 wurde die Vergaberoutine für den nationalen Integrated Service Support (ISS) dahingehend geändert, als dass nunmehr die ESS GmbH über die entsprechende Anteilseignergesellschaft in jedem der vier Länder vertraglich beauftragt wurde. Gemäß obengenannter Vergaberoutine für den nationalen Integrated Service Support unterzeichnete die ESS GmbH folgende Verträge und Unterverträge:
Der FMS für Österreich wurde ausgeliefert und vom Kunden im Mai 2007 abgenommen. Dieser FMS ist am Luftwaffenstützpunkt in Zeltweg im Einsatz und gewährleistet das Training der österreichischen Eurofighter-Piloten. Die ursprünglichen ESS-Wartungs- und Service-Aktivitäten (TDS) für diese Anlage endeten im Februar 2011. Eine Verlängerung dieses Wartungs- und Servicevertrags (TDS-2) um weitere acht Jahre wurde 2011 erreicht. Ende 2018 wurde eine weitere Verlängerung um drei Jahre bis Ende 2021 unterzeichnet. Im Dezember 2019 hat EF die Durchführung der Konfiguration des EP1 Amendment 2 an die ESS weitervergeben. 2021 wurden diese Arbeiten erfolgreich abgeschlossen und der Vertrag zum Abschluss gebracht. Im September 2021 wurde die Bereitstellung der Nutzungsrechte am geistigen Eigentum in Bezug auf die Konfiguration des P1E Amendment 3 durch die ESS im Rahmen eines Untervertrags vereinbart. 2021 wurde dies erfolgreich abgeschlossen und der Vertrag zum Abschluss gebracht. Der TDS-2-Vertrag wurde 2022 erfolgreich zum Abschluss gebracht. 2017 beschlossen die Eurofighter-Nationen, den Prozess zur Ablösung des ASTA-Programms durch nationale Initiativen in Gang zu setzen. Daher war es Aufgabe der ESS GmbH, ihre Entwicklungsarbeit und In-Service-Support-Verpflichtungen vollumfänglich zu erfüllen und die jeweiligen Verträge abzuwickeln. Um sich an den Richtungswechsel der Eurofighter-Nationen anzupassen, passte die ESS GmbH ihre Geschäftstätigkeit an und restrukturierte diese. 2018 wurde ein neues Managementteam eingesetzt, der Mitarbeiterstand wurde reduziert und die laufenden operativen Kosten gesenkt. Darüber hinaus wurde die Chance wahrgenommen, das Leitbild der Gesellschaft an ihre neue Rolle innerhalb des ASTA-Programms anzupassen. Das neue Leitbild der Gesellschaft lautete: "Erfüllung aller Verpflichtungen gegenüber unseren Anteilseignern, Kunden, Partnern und Zulieferern bei gleichzeitigem/r Zurückfahren unseres Geschäftsbetriebs, Aufrechterhaltung der finanziellen Rentabilität und Einhaltung gesetzlicher Vorschriften." B. Wesentliche Geschäftsaktivitäten Im Jahr 2022 hat sich die ESS auf die finale Abwicklung des TDS-2, des nationalen In Service Support in Spanien, der C#4-, PC7-S1- und PC7-S2-Verträge sowie sämtlicher zugehöriger Neben- bzw. Rahmenverträge konzentriert. Mit der Unterzeichnung des EF ASTA Contract Closure Agreement mit Datum vom 25. Juli 2022 zwischen der EF und der ESS GmbH und der anschließenden Abwicklung aller ausstehenden Zahlungen wurden sämtliche Verträge erfolgreich zum Abschluss gebracht. C. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Aufgrund der Abkehr vom Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit wurde eine Rückstellung für Liquidationskosten in Höhe von TEUR 30 berücksichtigt sowie eine Drohverlustrückstellung in Höhe von TEUR 600 bilanziert. 1. Umsatz Im Geschäftsjahr 2022 erzielte die ESS GmbH Umsätze in Höhe von EUR 2,3 Mio. (Vorjahr: EUR 17,6 Mio.) aus der finalen Abwicklung ihrer Verträge. 2. Personal Im Jahr 2022 war kein internationaler Spezialist aus dem Bereich Simulationstechnik von den Gesellschaftern zur ESS GmbH entsandt. Die Gesellschaft hatte 2022 durchschnittlich zwei direkte Mitarbeiter. Zum 1. Januar 2023 beschäftigte die ESS GmbH keine Mitarbeiter. 3. Vermögenslage Aus der folgenden Darstellung sind die wesentlichen Veränderungen der Vermögenslage der Gesellschaft ersichtlich:
4. Ertragslage
Die Ertragslage der ESS GmbH stellt sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt dar: 2022 wurden sämtliche ausstehenden Verträge zum Abschluss gebracht, woraus Umsatzerlöse in Höhe von EUR 2,3 Mio. und ein Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 435 resultierten. 5. Finanzlage Die Gesellschaft verfügt über ausreichend finanzielle Mittel für den voraussichtlichen Liquidationszeitraum. Dementsprechend benötigt die Gesellschaft keine Kreditlinien. D. Risiken und Chancen In der Zeit ihrer operativen Geschäftstätigkeit verfügte die ESS GmbH über ein Risikomanagementsystem, um die - aus der komplexen Gesellschafter-Struktur aus vier Nationen - resultierenden Risiken zu vermeiden. Mit dem erfolgreichen Abschluss aller ausstehenden Verträge im Jahr 2022 und der anschließenden Einleitung des Liquidationsverfahrens zum 1. Januar 2023 wurden all diese potenziellen Risiken erfolgreich begrenzt. Mit der Einleitung des Liquidationsverfahrens zum 1. Januar 2023 verlieren etwaige weitere Risiken und Chancen ihre Relevanz. Zudem wurde der Digitalisierungsgrad auf einem Niveau aufrechterhalten, das ausreicht, um das Liquidationsverfahren bis zur endgültigen Abwicklung zu unterstützen. E. Voraussichtliche Entwicklung Auf der 62. Gesellschafterversammlung am 27. September 2022 unterzeichneten die Gesellschafter der ESS GmbH den entsprechenden Beschluss zur Auflösung der Gesellschaft mit Wirkung zum 1. Januar 2023 und bestellten den zu diesem Zeitpunkt amtierenden Geschäftsführer als Liquidator. Der Beschluss wurde vom Notar beim zuständigen Gericht eingereicht, das inzwischen bestätigt hat, dass die ESS GmbH am 1. Januar 2023 in Liquidation trat. Folglich wird der Hauptfokus 2023 auf dem Abschluss aller Aktivitäten liegen, sodass die Gesellschaft im Jahr 2024, nach Ablauf der Gläubigerschutzfrist von mindestens 12 Monaten (Sperrjahr), aus dem Handelsregister gelöscht werden kann. Vor der endgültigen Auflösung wird das gesamte verbleibende Vermögen unter den Gesellschaftern nach Verhältnis ihrer Geschäftsanteile verteilt.
Hallbergmoos, den 9. Mai 2023 David Thomson, Geschäftsführer/Liquidator |
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