Stammdaten

Register
Amtsgericht Stendal HRB 12705
Eingetragen
13.7.1994
Branche
Großhandel mit kosmetischen Erzeugnissen und KörperpflegemittelnGroßhandel mit chemischen ErzeugnissenTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von kosmetischen Erzeugnissen, Körperpflegemitteln, Putz- und Reinigungsmitteln
Gegenstand
Entwicklung, Erzeugung und weltweiter Vertrieb von Riech- und Geschmackstoffen einschließlich Kompositionen, ätherischen Ölen, ausgewählten Kosmetik- und chemisch-technischen Erzeugnissen sowie Groß- und Einzelhandel mit diesen Produkten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Julia Dr. Haushälter
seit 28.10.2022
Prokura
Andreas Dr. Petri
seit 9.3.2017
Prokura
Prokura
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

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Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Miltitz Aromatics GmbH

Bitterfeld-Wolfen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

A. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Unternehmensstruktur, Geschäftstätigkeit

Die Miltitz Aromatics GmbH wurde am 04.08.1992 gegründet und hat seit 1993 ihren Sitz in Bitterfeld-Wolfen. Das Unternehmen ist spezialisiert auf feinchemische Produkte, hauptsächlich Riech- und Aromastoffe. Am Unternehmenssitz befinden sich alle Organisationseinheiten, insbesondere auch die Produktion und die im Verhältnis zur Unternehmensgröße umfangreiche Forschungsabteilung. Das Unternehmen profitiert von hervorragenden Infrastrukturbedingungen im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen, ebenso wie von hoher behördlicher und gesellschaftlicher Akzeptanz der Chemie in der Region. Es verfügt über sehr gute Personal- und sächliche Ressourcen, um anspruchsvolle Chemie innerhalb Deutschlands zu realisieren. Dadurch konnte das Unternehmen auch 2023 erfolgreich abschließen.

Die rechtliche Unternehmensstruktur hat sich im Geschäftsjahr 2023 nicht verändert.

B. Wirtschaftsbericht

2023 war firmenintern durch die Fortsetzung des ambitionierten Erneuerungsprogramms und extern durch die Auswirkungen multipler Krisen geprägt. Wirtschaftlich war zuvorderst die Veränderung der Marktsituation, insbesondere die verbesserten Lieferketten, entscheidend. Der Wettbewerb nahm im zweiten Halbjahr 2023 schlagartig mit der Folge verringerter Verkaufspreise und Kundenbedarfe zu. Im Vergleich zur Gesamtsituation der deutschen Chemie (Umsatz: -12,2 %, Erzeugerpreise: -5,3 %) verlief unser Geschäft besser, aber insgesamt nur befriedigend.

Der Umsatz ging in 2023 um 7,3 % im Vergleich zu 2022 zurück. Im Vergleich zu 2021 stieg er um knapp 10 %, wodurch sich die Bewertung relativiert. Wichtiger für die Bewertung der Gesamtsituation ist die Kostenentwicklung, die sich seit 2020 signifikant verschlechtert hat. Entscheidende Kostentreiber waren die Rohstoffpreise, gestiegene Personalkosten, Abschreibungen, Instandhaltungsaufwendungen, ebenso die Energiebezugskosten. Letztere, insbesondere der Hauptenergieträge Dampf, werden ab 2024 die Kostenbelastung weiter erhöhen. Durch Absicherungen bis 2028 ist die Energiepreisentwicklung abgesichert, die sich ab 2025 wieder etwas positiver gestaltet. Umso mehr müssen weiter Energieeinsparpotenziale gefunden werden. Mit einem viertelstündlichen Monitoring wird der Energieverbrauch sehr genau überwacht. Gleichzeitig werden erhebliche Ressourcen in die Planung einer Photovoltaikanlage sowie der elektrischen Vakuumerzeugung investiert.

Die Herausforderungen des Wettbewerbsumfelds begegnen wir mit Innovationen, Digitalisierung und Automatisierungen. Durch Prozessoptimierungen können wir uns behaupten und verlorenen Boden zurückerobern, wenngleich die Investition in die Duchflussreaktortechnik wider der Erwartungen in 2023 noch nicht dazu beitrug.

In 2023 gewann das Unternehmen für die schnelle Umsetzung der Forschungsinnovation in die Produktion, insbesondere wegen erheblicher Energieeinsparungen, Verzicht auf Lösemittel und dem Gewinn an Arbeits- und Anlagensicherheit den Reiner-Lemoine-Innovationspreis des Landkreises Anhalt-Bitterfeld.

Es gelang, neue Partnerschaften mit neuem Lohnproduktionsgeschäft, insbesondere im Bereich der Kernkompetenzen, zu generieren. Darüber hinaus konnten wir mit unseren Marketingaktivitäten zwei mittelgroße Partner gewinnen, mit denen wir Entwicklungspartnerschaften für Eigenprodukte realisieren können. Gerade das Marketing eigener Produkte vermag allenfalls sehr langfristig wachsendes Geschäft zu generieren.

Die Produktion hat sich sowohl in der Planung als auch in der Reproduzierbarkeit sehr gut stabilisiert. Wir greifen auf einen weitgehend modernen Anlagenbestand zurück, der immer mehr digital überwacht und gesteuert wird. Die Saat der Digitalisierung ist längst aufgegangen und wird in den nächsten Jahren sicher auch noch zu weiteren Produktivitätssteigerungen führen.

Unsere Forschung hat sich sehr stark auf ein Produkt konzentriert, welches über viele Jahre sehr knapp im Markt war. Die Marktsituation hat sich "leider" 2023 entspannt, aber das Produkt ist weiterhin sehr hochpreisig, insbesondere auch, weil dessen Herstellung sehr komplex ist. Auf dem Weg zu einem wettbewerbsfähigen Produkt, haben wir ca. 2/3 des Weges hinter uns. Die initiale Basis der Herstellkosten wurde mehr als halbiert.

Die Kostensituation schmälerte gleichzeitig das Gewinnniveau, sodass im Ergebnis nur ein befriedigendes Ergebnis am Jahresende zu verbuchen war. Unter Berücksichtigung der Gesamtumstände und der erreichten Fortschritte in nahezu allen Unternehmensbereichen, ist das Jahr insgesamt als vergleichsweise gutes Jahr zu bewerten

Die Miltitz Aromatics GmbH setzt ihren erfolgreichen Kurs fort, insbesondere aufgrund:

• der Fokussierung auf die Feinchemie, die die lokalen Standortnachteile besser als die Großchemie durch Vorteile beim Zugang zu (außer)universitärer Forschung und Fördermittel sowie großer politischer Stabilität überkompensieren kann,

• der überdurchschnittlichen Forschungs- und Innovationsanstrengungen,

• der mehrfach prämierten Berufsaus-, Weiterbildungstätigkeit und Familienfreundlichkeit, was die Identifikation und Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einem sehr hohen Niveau hält. Insbesondere die eigene, langjährige Berufsausbildung bedingt einen geringen Altersdurchschnitt von 35 Jahren und eine vergleichsweise geringe Krankenquote,

• eine langfristig orientierte Unternehmensstrategie mit dem Fokus auf organischem Wachstum durch Prozess- und Produktinnovationen, die in flachen Entscheidungshierarchien schnell umgesetzt werden.

Die Strategie der Miltitz Aromatics GmbH bezieht sich auf:

• die Stärkung der chemischen Kernkompetenzen durch gezielte Investitionen in innovative Prozesstechnik unter Einbindung in ein digitales, immer stärker automatisiertes Umfeld,

• die Nutzung des Innovationspotenzials der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch ein entsprechendes Arbeitsklima,

• die sinnvolle Verbindung von Ökologie und Ökonomie, insbesondere durch prioritäre Energie-/Rohstoffeinsparung und nachgeordnetem Streben nach nachhaltiger Eigenenergieerzeugung zu verbinden. Die mehrfache Wiederverwendung von Rohstoffen, insbesondere Lösemitteln, sowie Abwärme ist ein wesentliches Ziel.

Dem komplexer werdenden Entscheidungsumfeld begegnen wir mit antizyklischen Verhalten. In den vergangenen Jahren haben wir bewusst auf die Ergebnisoptimierung zugunsten der Investition in zukünftige Wettbewerbsfähigkeit verzichtet. Es ist dadurch nicht nur gelungen, wesentliche Fortschritte bei der Digitalisierung und Automatisierung zu machen, sondern auch Bestandsanlagen in einen überdurchschnittlich guten Zustand zu versetzen.

Wettbewerbsrisiken begegnen wir mit der Fokussierung auf Produkte mit Alleinstellungsmerkmalen, deren Nachahmung überdurchschnittlich komplex ist. In der Riechstoff- und Aromenindustrie wachsen wir mit neuen anspruchsvollen Produkten, auch um dem durch Konsolidierungen immer stärker werden Kundendruck standzuhalten. Die Branchenkonsolidierung bedingt ein sich verstärkendes Clusterrisiko, dem wir durch Spezialisierung und nicht durch eigene Konsolidierung begegnen. Unser Hauptfokus liegt darauf, Produkte anzubieten, die in der Branche allgemein nachgefragt werden, die aber aufgrund der Chemie keinem verzerrten Wettbewerb unterliegen. Dies gelingt uns durch eine sehr stabile Mitarbeitersituation in einer innovationsfreundlichen Atmosphäre.

Das Unternehmen ist zertifiziert nach DIN ISO 9001:2015, DIN ISO 50001:2011, HACCP, Kosher sowie TfS (Together for sustainability) und verfügt über ein CSR-Rating der Fa. Ecovadis mit dem Gold-Standard. Als Mitglied des nationalen Branchenverbandes (DVRH) sind wir verpflichtet, die durch den internationalen Dachverband IFRA vorgegebenen Standards (IFRA-Standards) als Selbstverpflichtung im Umgang mit Riechstoffen einzuhalten. Als Unterzeichner der IFRA-IOFI Sustainability Charter haben wir uns ebenfalls zur Einhaltung der maßgeblichen CSR-Standards verpflichtet. In diesem Zusammenhang sehen wir uns auch als gesellschaftlich relevanter Akteur verpflichtet, was die Unterstützung einer Vielzahl von gemeinnützigen Aktivitäten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch darüber hinaus bedingt. In 2023 wurden wir wiederholt mit der Auszeichnung "Top-Ausbildungsbetrieb" der IHK Halle-Dessau prämiert.

Geschäftsverlauf

Entwicklung der Gesamtwirtschaft

"Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung stieg im Jahr 2023 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamts (Destatis) um 0,3 niedriger als im Vorjahr. Kalenderbereinigt betrug der Rückgang der Wirtschaftsleistung 0,1 %. [...] Die Wirtschaftsleistung im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) ging insgesamt deutlich um 2,0 % zurück. [...] Dagegen sanken Produktion und Wertschöpfung in den energieintensiven Industriezweigen wie der Chemie- und Metallindustrie erneut, nachdem die Wirtschaftsleistung in diesen Branchen bereits 2022 besonders stark auf die steigenden Energiepreise reagiert hatte. [...]

Die Wirtschaftsleistung wurde im Jahr 2023 von durchschnittlich 45,9 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das waren 0,7 % oder 333 000 Personen mehr als im Jahr zuvor und so viele wie noch nie in Deutschland. Die Beschäftigung nahm im Jahr 2023 unter anderem durch die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte zu. Hinzu kam eine steigende Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung. Diese positiven Effekte überwogen die dämpfenden Effekte des demografischen Wandels. Der Beschäftigungsaufbau fand 2023 fast ausschließlich in den Dienstleistungsbereichen statt."

(Quelle: DeStatis, Pressemitteilung Nr. 015 vom 15. Januar 2024)

Entwicklung der Branche

Riech- und Aromastoffe sind in einer Vielzahl von Konsumgütern zu finden und basieren entweder auf natürlicher oder synthetischer Rohstoffquelle, wobei der Einsatz synthetischer Rohstoffe überwiegt.

Der globale Markt für Aromen und Duftstoffe, inklusive Riechstoffe, Kosmetikinhaltsstoffe, Human-/Haustierernährung, betrug 2023 40 Mrd. EUR. Der für unser Unternehmen relevante Bereich der sog. "Aroma molecules and cosmetic ingredients" hatte ein globales Volumen von 8 Mrd. EUR, welches seit 2019 nur vergleichsweise langsam wächst. Betrug das Volumen 2019 7,4 Mrd, wuchs es bis 2022 auf 7,8 Mrd. EUR und entwickelte sich in 2023 linear wachsend auf 8,0 Mrd. EUR., mithin ein Wachstum von 8 % in 5 Jahren (Quelle: Statista, "Market value of the global flavors and fragrances industry from 2014 to 2023, by division"). Im Vergleichszeitraum und unter Berücksichtigung des Umsatzrückgangs in 2023 sind wir in Summe um 6,3 % gewachsen. Ein Haupttreiber des Umsatzrückgangs in 2023 war der Verlust eines umsatzstarken Geschäfts mit einem Kunden, dessen Gründe nicht vollständig nachvollziehbar waren. Angesichts der geringen Wertschöpfung des Geschäfts ist der Verlust verschmerzbar und eröffnet eine höhere Anlagenverfügbarkeit für andere Produkte.

Der Markt ist weiterhin von Wachstum geprägt, wenngleich es in unterschiedlichen Segmenten stark differiert. Im Bereich der synthetischen Riechstoffe sind die zunehmenden regulatorischen Herausforderungen eher wachstumshindernd, eröffnen aber gleichzeitig immer wieder auch neue Marktchancen. Von Experten wird der Nahrungsmittel- und Getränkebereich, ebenso wie die Tierernährung als stärkster Wachstumsbereich gesehen. Gleichzeitig wirkt sich der immer noch global zunehmende Wohlstand auf einen Anstieg der Nutzung pharmazeutischer- und kosmetischer Produkte aus, was das Wachstum treibt. Dem Wunsch einer wachsenden Konsumentenanzahl, nachhaltiger zu konsumieren, steht ein noch stärker wachsendes Kostenbewusstsein vieler Konsumente gegenüber. Hierdurch wird absehbar der Verbrauch synthetischer Stoffe nicht verringert.

Derzeit findet der Hauptumsatz der Branche in Europa statt, wobei ein Überholen durch den Asiatisch-Pazifischen Raum für die mittelfristige Zukunft erwartet wird. Da global alle Märkte von vier Marktteilnehmern dominiert wird, ist die Verschiebung der Märkte irrelevant solange man alle Schlüsselakteure beliefert.

Miltitz Aromatics unterhält zu den Branchenführern, aber auch zu vielen weiteren Branchenunternehmen langjährige Geschäftsbeziehungen. Mit den umsatzstärksten 9 Kunden werden 87 % des Umsatzes generiert. Die Exportquote des Unternehmens liegt bei über 60 %, wobei in 2023 Kunden in 26 Ländern mit insgesamt 53 Verkaufsprodukten und zusätzlichen Dienstleistungen beliefert wurden. Europa ist dabei das Hauptzielgebiet der unternehmerischen Aktivitäten.

Das Unternehmen hat sich in den letzten Jahren auf seine Kernkompetenzen fokussiert und Nischen besetzt, die durch die globalen Entwicklungen, deutliche Entwicklungsvorteile bieten. Damit wird das Unternehmen, trotz der vergleichsweise geringen Größe, als Teil der Branche positiv wahrgenommen und branchenweit in Entwicklungs-/Outsourcing-Prozesse einbezogen. Auch 2023 wurden erfolgreich Projekte pilotiert, die ein signifikantes Wachstum in der Zukunft erwarten lassen.

Unter Berücksichtigung des Anlagenstillstandes im Januar 2023, waren sowohl das erste, als auch zweite Quartal durch sehr gute Umsätze geprägt, was sich im dritten vergleichsweise gut fortsetzte, aber im vierten Quartal einbrach. Es machte sich im zweiten Halbjahr die entspannende Lieferketten- und Kostensituation durch erhöhten Wettbewerbsdruck bemerkbar. Auch der Abbau von Lagerbeständen und neue Marktteilnehmer führten zu einer Verschiebung des Verbrauchsverhaltens unserer Kunden.

Einschätzung der Unternehmensleitung

Die Umsatzentwicklung der Miltitz Aromatics GmbH blieb im Jahr 2023 hinter den Erwartungen zurück, wenngleich der Rückgang mit 7,3 % unter dem der gesamtdeutschen Chemie mit 12,2 % blieb. Das Ergebnis war von dem verminderten Umsatz und gestiegenen Kosten geprägt und damit gerade noch befriedigend.

Berücksichtigt man gleichzeitig die wesentlich gesteigerten Abschreibungen und die Aufwendungen für Instandhaltungen/-setzungen, die sich positiv in der Zukunft auswirken, ist der finanzielle Kurs des Unternehmens weiterhin sehr positiv und erfolgversprechend.

Für 2024 wird mit einem über das Jahr betrachtet wachsenden Umsatz und einem nochmals niedrigeren Niveau des Betriebsergebnisses gerechnet. Mit Abschluss des Instandsetzungsprogramms und den sich perspektivisch wieder verringernden Energiekosten, ist ab 2025 mit einer wesentlichen Steigerung des Betriebsergebnisses zu rechnen.

C. Darstellung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Miltitz Aromatics GmbH hat sich im Geschäftsjahr 2023 gut entwickelt.

1. Ertragslage

Die Betriebsleistung konnte gegenüber dem Vorjahr nicht gesteigert werden. Das hat sich auch auf andere betriebswirtschaftliche Kennziffern ausgewirkt. Durch die gleichzeitige Senkung der Materialkostenintensität konnte erfreulicherweise die Rohergebnisquote um 4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr verbessert werden.

Die Personalkosten sind im Vergleich zum Vorjahr weiter angestiegen, wobei sich der Zuwachs zum Vergleichzeitraum verlangsamte.

Bei der Versorgung mit Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen traten im abgelaufenen Geschäftsjahr in erheblichem Umfang Engpässe auf.

Unsere Beschaffungs- und Vorratspolitik war darauf ausgerichtet, die zur Fertigung erforderlichen Einsatzstoffe mit geringstmöglichen Beschaffungs-, Lager- und Fehlmengenkosten zum Bedarfszeitpunkt termingerecht bereitzustellen.

2. Finanzlage

Zur Entwicklung der Liquidität und der Finanzkraft der Fa. Miltitz Aromatics GmbH wurde eine Kapitalflussrechnung erstellt, die zeigt, wie sich die Zahlungsmittel (Kassenbestände, Schecks sowie Guthaben bei Kreditinstituten) im Berichtszeitraum durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. Dabei wird zwischen Zahlungsströmen aus Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden.

Der Cashflow aus operativer Tätigkeit betrug im Berichtszeitraum 1.095 TEUR (Vorjahr: ./. 316 TEUR).

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit belief sich im Geschäftsjahr 2023 auf ./. 1.187 TEUR (Vorjahr: ./. 1.637 TEUR).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich im Berichtszeitraum auf 712 TEUR (Vorjahr: 72 TEUR).

Die Liquiditätslage unseres Unternehmens war im Berichtsjahr jederzeit sichergestellt.

Wir rechnen damit, auch künftig unsere finanziellen Verpflichtungen jederzeit erfüllen zu können.

Unsere Finanzierung erfolgte aus Eigen- und Fremdmitteln.

3. Vermögenslage

Die Vermögens- und Kapitalstruktur wird in folgender Übersicht deutlich:

31.12.2023 31.12.2022 Veränderung (TEuro)
AKTIVA TEuro % TEuro % TEuro %
Anlagevermögen
immat. Vermögensgegenstände 39 0,3 46 0,3 -7 -15,2
Sachanlagen 5.873 45,2 5.548 41,6 325 5,9
5.912 45,5 5.594 41,9 318 5,7
Umlaufvermögen
Vorräte 4.532 34,9 4.797 36 -265 -5,5
Kundenforderungen 1.990 15,3 2.394 18 -404 -16,9
übrige Forderungen 431 3,4 462 3,5 -31 -6,7
liquide Mittel 1 0 1 0 0 0
6.954 53,6 7.654 57,5 -700 -9,1
Rechnungsabgrenzungsposten 111 0,9 74 0,6 37 50
Aktiver Unterschiedsbetrag 6 0 0 0 6 0
Summe Aktiva 12.983 100 13.322 100 -339 -2,5
PASSIVA
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 205 1,6 205 1,5 0 0
Kapitalrücklage 1.645 12,7 1.645 12,3 0 0
Gewinnvortrag 5.388 41,5 4.877 36,6 511 10,5
Jahresergebnis 425 3,3 611 4,6 -186 -30,4
7.663 59,1 7.338 55 325 4,4
Sonderposten für Zuschüsse 682 5,3 643 4,8 39 6,1
Rückstellungen
Steuerrückstellungen 0 0 79 0,6 -79 -100
sonstige Rückstellungen 246 1,9 251 1,9 -5 -2
246 1,9 330 2,5 -84 -25,5
Verbindlichkeiten
Bankverbindlichkeiten 2.561 19,7 2.530 19 31 1,2
Lieferantenverbindlichkeiten 1.567 12,1 2.242 16,8 -675 -30,1
übrige Verbindlichkeiten 217 1,5 231 1,8 -14 -6,1
4.345 33,3 5.003 37,6 -658 -13,2
Rechnungsabgrenzungsposten 47 0,4 8 0,1 39 487,5
Summe Passiva 12.983 100 13.322 100 -339 -2,5

D. Prognosebericht

Voraussichtliche Entwicklung mit ihren Chancen und Risiken

Die Feinchemie hat aufgrund ihrer divergierenden Kostenstruktur deutlich bessere Chancen in Europa und speziell in Deutschland fortzubestehen als die Großchemie. Insbesondere der sehr gute Zugang zu (außer-)universitärem Wissen und qualifiziertem Personal sichern weiterhin gute Zukunftschancen. Darüber hinaus hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren eine sehr positive Transformation zu einer hohen Digitalisierungstiefe und einer modernen Anlageninfrastruktur durchlaufen. Beides ist die Basis für weitergehende Automatisierungen auch in bislang als sehr personalintensiv eingeschätzten Tätigkeiten. Perspektivisch wird sich die Produktivität weiter steigern lassen und die Materialeinsatzquote in Bezug auf die Anstrengungen in der Kreislaufwirtschaft reduzieren. Die durch die Energiekrise ausgelöste Suche nach Einsparpotenzialen wird auch die Energieintensität verringern.

Die größten Chancen für das Unternehmen bestehen in Produkten auf der Grundlage anspruchsvoller Chemie. Verbunden mit der Bereitschaft und dem Risikobewusstsein, in neue Technologien einzusteigen, sie zu nutzen und fortzuentwickeln, wird es gelingen, wettbewerbsfähig zu bleiben. Das setzt auch eine hohe Motivation der Belegschaft voraus, um die positive Identifikation mit dem Unternehmen auf einem konstant hohen Niveau halten zu können. Die gelingt heute und auch zukünftig mit einem verantwortungszentrierten, hoch-kommunikativen Führungsstil. Bei diesem steht das Ergebnis und die Teilhabe möglichst vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegenüber einer Präsenzkultur und der Abgrenzung von Wissensinseln im Vordergrund.

Mit einer überdurchschnittlichen jungen Arbeitnehmerschaft und eher langfristig orientierten Gesellschaftern ist weiterhin ein überdurchschnittliches, organisches Wachstum angestrebt. Neben den kontinuierlichen (teilweise zum Patent eingereichten) Verfahrensverbesserungen, eingereichten in der Patentierung befindlichen Neuprodukten sowie vielversprechender, neuer Lohnproduktionsaufträge, ist ein weiteres Umsatz- und Ergebniswachstum sehr realistisch. Die im Vorjahr prognostizierte best-case-Betrachtung eines Umsatzwachstums auf 30 Mio. EUR innerhalb der nächsten fünf Jahre bei gleichzeitig überdurchschnittlicher Ergebnisentwicklung bleibt möglich. Da sich die Forschungsarbeiten an einem wesentlichen Neuprodukt aber schwieriger gestalten, dürfte ein realistische Szenario eher 20-22 Mio. EUR sein.

Die sich verändernden Rohstoffpreise, insbesondere auch Edelmetallkosten für Katalysatoren sowie neue Erkenntnisse zu alternativen Katalysatoren, bedingen Wachstumschancen. Insbesondere die Hydroformylierung als Reaktionstechnik erfährt mittlerweile großer Nachfrage und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Wachstumsmotor für weitere Umsatzsteigerungen bei sehr guter Margensituation sein. In 2025 ist die Pilotierung einer Synthesegas-Erzeugungsanlage auf unserem Betriebsgelände geplant, die die Entwicklung weiter befördern dürfte.

Die Renaissance einer Kundenbeziehung zu einem der Top-Häuser bietet für die nächsten Jahre erhebliches Wachstumspotenzial als wertgeschätzter Lohnproduzent.

Risikobehaftet ist weiterhin die globale politische Situation, die zu einem sehr komplexen Prognose- und Entscheidungsraum führt. Bei einer sich abschwächenden Wirtschaft, insbesondere in China, sind einige Marktbegleiter zu extremem Wettbewerb geneigt, um die eigenen Deckungskosten zu erwirtschaften. Auch der anhaltende Konflikt im Nahen Osten mit seinen Auswirkungen auf Handelsrouten, hat einen schwer einschätzbaren Einfluss auf die Entwicklung. Einerseits verlängert dieser die Dauer des Rohstoffbezugs, andererseits erhöht er auch die Kundenbereitschaft, örtlich nähere Quellen zu bevorzugen. Eine Abkehr einer rein preisorientierten Beschaffung ist gleichwohl nicht in Sicht.

Schwierig gestaltet sich die sich vergrößernde Schere zwischen den standortbedingten Nachteilen im Bereich der Personal- und Energiekosten gegenüber den wettbewerbsbedingt nur teilweise durchsetzbaren Preissteigerungen. Verbunden mit den hohen Investitions- und Instandhaltungskosten der vergangenen Jahre ist die Ergebniserwartung für die nächsten 1-2 Jahre unterdurchschnittlich.

E. Risikobericht

Risikomanagementziele und -methoden

Vom Unternehmen wurden Maßnahmen getroffen, mit denen die Risikoerkennung, die Risikoanalyse und die Risikokommunikation sichergestellt werden.

Risikomanagement ist ein integraler Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Das Unternehmen verfügt über umfangreiche Planungs- und Kontrollinstrumente. Diese unterstützen die Geschäftsführung dabei, Geschäftsrisiken frühzeitig zu erkennen und wirksame Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Preisänderungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken

Preisänderungsrisiken können grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Sie sind aber eher branchenuntypisch, da häufig auf Spotpreisbasis bzw. auf Grundlage von Preisformeln gearbeitet wird. Langfristige Lieferverträge mit Preisrisiken sind die Ausnahmen. Im Produktionsbereich wird die Wahrscheinlichkeit eines nicht optimalen Betriebes der Fertigungsanlagen durch vorbeugende Maßnahmen, insbesondere Prüfungen, Wartungen und Instandhaltungen, reduziert. Nahezu alle Anlagen sind Vielzweckanlagen und daher in begrenztem Umfang- auch bei Ausfällen als Ausweichanlagen nutzbar.

Größere Ausfälle von Produkten mit geringem Wettbewerbsumfeld werden durch die Qualifikation weiterer Lohnhersteller für den Notfall abgesichert. Die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls prozesskritischer Informationssysteme wird durch Sicherungsmaßnahmen reduziert und extern begutachtet. Aus der internationalen Ausrichtung unserer Geschäftsaktivitäten resultieren Lieferungs- und Zahlungsströme unterschiedlicher Währungen. Somit ist das Unternehmen Wechselkursrisiken ausgesetzt. Zur Währungssicherung wurden ausschließlich Termin- und Optionsgeschäfte mit Banken, die eine hohe Bonität aufweisen, abgeschlossen. Zinspositionen werden mit derivativen Finanzinstrumenten abgesichert.

Die Unternehmensleitung der Miltitz Aromatics GmbH ist stark wertezentriert und auch auf einen hohen Grad an "corporate social responsibility" ausgerichtet. Dies drück sich durch die "Gold"-Zertifizierung durch Ecovadis, aber auch das erfolgreich abgeschlossene Audit nach den Prinzipien der "Together for sustainablity"-Initiative aus. Auf das Unternehmen ist das Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz nicht direkt anwendbar; es fühlt sich gleichwohl daran gebunden und setzt es ebenso zuverlässig um, wie es bestrebt ist, nachweisbar umwelt- und klimafreundlicher zu werden.

Weitere wesentliche Risiken

Umfeld-, Branchen- und Wettbewerbsrisiken

Die fortschreitende Konsolidierung der Branche bietet weiterhin große Chancen, aber auch wesentliche Risiken. Clusterrisiken konnten in den vergangenen Jahren reduziert werden und haben sich durch die aktuellen Konsolidierungen auch eher entspannt als vergrößert. Weiterhin bleibt hier aber nur die Risikoprävention durch die Konzentration auf technologiebasierte Alleinstellungsmerkmale. Unterstützt wird diese Strategie durch einen verstärkten Marketingfokus.

Verbraucher verlangen zunehmend nachhaltigere Produkte, was durch regulatorische Anforderungen unterstützt wird. Hieraus erwachsen mittelfristig Risiken für das gesamte Geschäftsmodell der Synthesechemie. Dem kann nur durch Forschung zugunsten der Nutzung biogener Quellen und die Prozessoptimierung begegnet werden. In diesem Bereich sind wir sehr aktiv und vielfach erfolgreich.

Produktrisiken

Die zukünftige Unternehmensentwicklung hängt in besonderem Maße davon ab, innovativ, schnell und qualitativ hochwertig zu bleiben und sich kontinuierlich zu verbessern. Dem begegnet das Unternehmen mit einer verhältnismäßig großen Forschungsabteilung, einer offenen und sehr schnellen Kommunikationskultur unter Einbeziehung aller relevanten Unternehmensteile sowie einer auf Wachstum und Innovation ausgerichteten, von den Eigentümern getragenen Unternehmenspolitik und -kultur.

Produkte im bestehenden Portfolio unterliegen hohen regulatorischen Anforderungen, insbesondere aus der europäischen Chemikaliengesetzgebung REACH. Ergeben sich daraus Beschränkungen, werden diese umgesetzt. Entwicklungsprojekte im Bereich der PFAS wurden abgebrochen.

Gefährdungen für die Umwelt werden durch ein sehr hohes Risikobewusstsein und entsprechend eingeleitete Vorsorge- und Kontrollmaßahmen minimiert.

Investitions-/Finanzierungsrisiken

Risiken, die aus wesentlichen Investitionen resultieren, werden durch einheitliche Investitionsrechnungen bewertet. Investitionsrisiken werden vielfach durch die Inanspruchnahme von Fördermitteln reduziert.

Personalrisiken

Die Fa. Miltitz Aromatics GmbH ist für die Realisierung ihrer strategischen Ziele auf qualifizierte Fach- und Führungskräfte angewiesen.

Die mehrfach ausgezeichnete Aus- und Weiterbildung für Mitarbeiter sichert die fachliche Kompetenz des Personals und ist die Basis einer kontinuierlichen Verjüngung der Belegschaft bei gleichzeitig hoher Motivation sowie Kontinuität von Erfahrungswissen.

Bestandsgefährdende Risiken

Risiken mit besonderem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind nicht zu sehen. Hier verbleibt gleichwohl ein hohes Unsicherheitspotenzial.

F. Forschung und Entwicklung

Tätigkeiten im Bereich Forschung und Entwicklung werden durch eigene Mitarbeiter und in Kooperation mit Forschungseinrichtungen erbracht. Diesem Bereich kommt weiterhin eine wichtige Bedeutung im Rahmen der Innovationstätigkeit zu.

 

Bitterfeld-Wolfen, den 26. Juni 2024

gez. Dr. Stefan Müller, Geschäftsführer

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 5.912.255,81 5.594.649,88
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 39.279,00 46.187,00
1. sonstige immaterielle Vermögensgegenstände 39.279,00 46.187,00
II. Sachanlagen 5.872.976,81 5.548.462,88
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 762.363,88 810.647,88
2. technische Anlagen und Maschinen 3.923.329,00 3.894.511,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 159.688,00 192.556,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.027.595,93 650.748,00
B. Umlaufvermögen 6.954.189,04 7.653.197,78
I. Vorräte 4.531.774,86 4.796.579,81
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 2.420.972,69 2.855.158,32
1. sonstige Vermögensgegenstände 2.420.972,69 2.855.158,32
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 1.441,49 1.459,65
C. Rechnungsabgrenzungsposten 110.675,17 74.356,45
D. Steuerrechtlicher Ausgleichsposten 5.943,66 0,00
Bilanzsumme, Summe Aktiva 12.983.063,68 13.322.204,11

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 7.662.130,85 7.337.111,95
I. gezeichnetes Kapital 204.516,75 204.516,75
II. Kapitalrücklage 1.644.634,51 1.644.634,51
III. Gewinnvortrag 5.387.960,77 4.876.541,13
IV. Jahresüberschuss 425.018,82 611.419,56
B. Sonderposten für Zuschüsse und Zulagen 681.853,00 642.723,00
C. Rückstellungen 246.380,00 329.671,74
D. Verbindlichkeiten 4.345.599,83 5.004.397,42
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.560.587,15 2.529.566,74
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 1.451.487,55 1.421.295,64
2. sonstige Verbindlichkeiten 1.785.012,68 2.474.830,68
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 1.785.012,68 2.474.830,68
E. Rechnungsabgrenzungsposten 47.100,00 8.300,00
Bilanzsumme, Summe Passiva 12.983.063,68 13.322.204,11

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 7.127.604,68 7.299.538,06
2. Personalaufwand 3.326.635,07 3.130.197,48
a) Löhne und Gehälter 2.669.475,48 2.594.121,65
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 657.159,59 536.075,83
davon für Altersversorgung 8.564,00 8.162,67
3. Abschreibungen 869.356,79 747.478,76
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sowie auf aktivierte Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebs 869.356,79 747.478,76
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 2.284.948,79 2.517.857,23
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 3.994,54 3.126,62
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 120.690,41 33.677,83
7. Steuern vom Einkommen und Ertrag 100.706,18 257.563,66
8. sonstige Steuern 4.243,16 4.470,16
Jahresüberschuss 425.018,82 611.419,56

Anhang

Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 der Miltitz Aromatics GmbH wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt.

Ergänzend zu diesen Vorschriften waren die Regelungen des GmbHG zu beachten.

Soweit Wahlrechte für Angaben und Erläuterungen in der Bilanz oder im Anhang ausgeübt werden können, wurde der Vermerk im Anhang gewählt.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenordnungen erfüllt die Gesellschaft die Kriterien für eine mittelgroße Kapitalgesellschaft.

Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht

Firmenname laut Registergericht: Miltitz Aromatics GmbH
Firmensitz laut Registergericht: Bitterfeld-Wolfen
Registereintrag: Handelsregister
Registergericht: Stendal
Register-Nr.: HRB 12705

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Aktiva

Anlagevermögen

Erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und um planmäßige Abschreibungen vermindert. Für die Abschreibungen gelten die handelsrechtlichen Grundsätze.

Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen.

Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten bis 800,00 EUR wurden analog § 6 Abs. 2 EStG im Jahr des Zugangs vollständig abgeschrieben. Der Sammelposten für geringwertige Wirtschaftsgüter aus Vorjahren wurde fortgeführt.

Umlaufvermögen

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgte zu Anschaffungskosten oder zu Marktpreisen, soweit diese am Bilanzstichtag niedriger waren.

Bestandsrisiken, die sich aus Lagerdauer oder verminderter Verwendbarkeit ergeben, wurden durch Abwertungen berücksichtigt.

Die unfertigen Erzeugnisse wurden mit den Herstellungskosten bewertet, die dem jeweiligen Grad der Fertigstellung entsprechen.

Die fertigen Erzeugnisse wurden zu Herstellungskosten bewertet.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände wurden zum Nominalbetrag bewertet.

Dem allgemeinen Kreditrisiko wurden durch eine Pauschalwertberichtigung zu Forderungen ausreichend Rechnung getragen. Einzelwertberichtigungen waren nicht erforderlich.

Die Bewertung der flüssigen Mittel erfolgte zum Nennwert.

Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen die periodengerechte Abgrenzung von anteiligen Aufwendungen, die auf den Zeitraum nach dem 31. Dezember 2023 entfallen.

Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Zum Abschlussstichtag war eine Rückstellung für Alterteilzeitverpflichtungen zu bilden. Die Verpflichtung wurde abgezinst und beträgt zum Stichtag 105.839,00 EUR. Vermögenswerte, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung dieser Alterversorgungsverpflichtung dienen, wurden mit diesen Schulden verrechnet (§ 246 Abs. 2 HGB). Derartige Vermögenswerte betragen zum Stichtag 111.782,66 EUR. Die Bewertung des Deckungskapitals erfolgt zum Zeitwert (§ 253 Abs. 1 HGB). Der Unterschiedsbetrag war auf der Aktivseite der Bilanz auszuweisen.

Passiva

Eigenkapital

Der Ausweis des Eigenkapitals entspricht den Vorschriften des § 272 HGB i.V.m. § 268 Abs. 3 HGB.

Sonderposten für Zulagen und Zuschüsse

Die bilanzielle Zuordnung erfolgt in Übereinstimmung mit der Stellungnahme des HFA 1/1984 des IDW. Die Gesellschaft führt die lineare Abschreibung fort und löst dabei den Sonderposten in der Weise auf, dass der Saldo aus der Auflösung und linearer Abschreibung dem geminderten Abschreibungsbetrag entspricht. Die Auflösung des Sonderpostens in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt unter dem Posten "Investitionszuschüsse" innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge.

Rückstellungen

Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt.

Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Sofern die Tageswerte über den Erfüllungsbeträgen lagen, wurden die Verbindlichkeiten zum höheren Tageswert angesetzt.

Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen die periodengerechte Abgrenzung von anteiligen Einnahmen, die auf den Zeitraum nach dem 31. Dezember 2023 entfallen.

Gegenüber dem Vorjahr abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die im Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden im Berichtsjahr grundsätzlich beibehalten.

Angaben und Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Gliederung und Entwicklung des Anlagevermögens sind im Anlagenspiegel (vgl. Anlage III) dargestellt. Aufgrund der längerfristigen Inanspruchnahme erfolgt der Ausweis der Laborausstattung unter dem Bilanzposten "Technische Anlagen und Maschinen".

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen gegenüber den Gesellschaftern bestanden am 31. Dezember 2023 nicht. Die Position der sonstigen Vermögensgegenstände beinhaltet neben Ansprüchen auf die Gewährung von Forschungszulagen (185 TEUR) Erstattungsansprüche überzahlter Ertragsteuern (87 TEUR), Umsatzsteuererguthaben (70 TEUR), im Folgejahr abzugsfähige Vorsteuer von (62 TEUR) sowie Kautionen (16 TEUR).

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen bestanden zum 31. Dezember 2023 für Personalaufwendungen (91 TEUR), für Gewährleistungen (76 TEUR), für Abschluss- und Prüfungskosten (35 TEUR), sowie für sonstige Rückstellungen (45 TEuro).

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Gesamt davon mit einer Restlaufzeit von ...
Euro bis zu 1 Jahr
Euro
1 bis 5 Jahre
Euro
mehr als 5 Jahren
Euro
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.560.587,15 1.451.487,55 844.483,64 264.615,96
2. sonstige Verbindlichkeiten 1.785.012,68 1.785.012,68 0 0
4.345.599,83 3.236.500,23 844.483,64 264.615,96

Neben den üblichen Eigentumsvorbehalten an den am Bilanzstichtag noch nicht veräußerten Vermögensgegenständen wurden für Verbindlichkeiten in Höhe von 2.560.587,15 EUR Sicherheiten durch Pfandrecht oder ähnliche dingliche Rechte geleistet. Es handelt sich hierbei um Grundschulden, Sicherungsübereignungen, Verpfändungen von Guthaben sowie Sicherungszessionen.

Gegenüber Gesellschaftern bestanden am Bilanzstichtag keine Verbindlichkeiten.

Auf Verbindlichkeiten aus Steuern entfallen 33 TEUR, auf Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 3 TEUR.

Haftungsverhältnisse aus nicht bilanzierten Verbindlichkeiten gemäß § 251 HGB

Zum Abschlussstichtag bestanden keine nicht bilanzierten Haftungsverhältnisse.

Wir weisen auf eine Versorgungsverpflichtung hin, die nach § 236 VAG auf einen Pensionsfonds ausgelagert worden ist. Gemäß gesetzlicher Regelung sind wir verpflichtet, Ausgleichszahlungen zu leisten, sofern es im Pensionsfonds zu einer Unterfinanzierung kommt.

Angaben zu sonstigen finanziellen Verpflichtungen

Finanzielle Verpflichtungen bestanden zum Bilanzstichtag in Höhe von 50 TEUR. Es handelt sich hierbei um künftige Verbindlichkeiten aus Miet- und Leasingverträgen.

Angaben und Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Periodenfremde Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen werden periodenfremde Erträge in Höhe von 21 TEUR ausgewiesen.

Periodenfremde Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind 26 TEUR periodenfremde Aufwendungen enthalten.

Erträge und Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung

Zum Bilanzstichtag werden Ansprüche auf Gewährung von Forschungszulagen im Umfang von 185 TEUR als sonstige betriebliche Erträge ausgewiesen.

Im Berichtsjahr entstanden Reparaturkosten für Maschinen, Baulichkeiten sowie Betriebs- und Geschäftsausstattungen in Höhe von insgesamt 829 TEUR . Diese werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Erträge und Aufwendungen aus der Währungsumrechnung

Aus der Währungsumrechnung ergeben sich Erträge in Höhe von 4 TEUR (i.Vj.: 19 TEUR), ausgewiesen als sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen in Höhe von 6 TEUR (i.Vj.: 33 TEUR), ausgewiesen als sonstige betriebliche Aufwendungen.

Steuern vom Einkommen und Ertrag

Steuern vom Einkommen und Ertrag haben das Ergebnis mit 101 TEUR belastet.

Ergänzende Angaben

Angaben zur Vermittlung eines besseren Einblicks in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang geben entsprechend den gesetzlichen Vorschriften die wirtschaftliche Lage zutreffend wieder.

Angaben zu den Organen der Gesellschaft

Im Geschäftsjahr gehörte der Geschäftsführung an:

Herr Dr. Stefan Müller

Die Gesellschaft verzichtet unter Berufung auf § 286 Abs. 4 HGB auf die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung.

Ergebnisverwendung

Der Jahresabschluss wurde ohne Darstellung der Gewinnverwendung aufgestellt. Die Geschäftsführung schlägt daher vor, den Jahresüberschuss auf neue Rechnung vorzutragen.

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer betrug im Geschäftsjahr 49 , davon 28 Arbeiter und 21 Angestellte.

 

Bitterfeld-Wolfen, den 26. Juni 2024

gez. Dr. Stefan Müller, Geschäftsführer

Anlagespiegel

Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2023
Euro
Zugänge
Euro
davon FK-Zinsen
Euro
Abgänge
Euro
Umbuchungen
Euro
Anschaffungs-, Herstellungskosten 31.12.2023
Euro
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 338.657,59 23.655,00 0,00 9.929,00 0,00 352.383,59
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 338.657,59 23.655,00 0,00 9.929,00 0,00 352.383,59
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.357.291,16 2.744,76 0,00 0,00 0,00 1.360.035,92
technische Anlagen und Maschinen 12.807.923,77 79.014,75 0,00 25.578,55 687.229,41 13.548.589,38
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 480.996,83 17.479,87 0,00 13.490,17 0,00 484.986,53
geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 650.748,00 1.064.077,34 0,00 0,00 -687.229,41 1.027.595,93
Summe Sachanlagen 15.296.959,76 1.163.316,72 0,00 39.068,72 0,00 16.421.207,76
Summe Anlagevermögen 15.635.617,35 1.186.971,72 0,00 48.997,72 0,00 16.773.591,35
kumulierte Abschreibungen 01.01.2023
Euro
Abschreibungen Geschäftsjahr
Euro
Zugänge
Euro
Abgänge
Euro
Umbuchungen
Euro
kumulierte Abschreibungen 31.12.2023
Euro
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 292.470,59 30.561,00 0,00 9.927,00 0,00 313.104,59
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 292.470,59 30.561,00 0,00 9.927,00 0,00 313.104,59
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 546.643,28 51.028,76 0,00 0,00 0,00 597.672,04
technische Anlagen und Maschinen 8.913.412,77 737.424,16 0,00 25.576,55 0,00 9.625.260,38
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 288.440,83 50.342,87 0,00 13.485,17 0,00 325.298,53
geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 9.748.496,88 838.795,79 0,00 39.061,72 0,00 10.548.230,95
Summe Anlagevermögen 10.040.967,47 869.356,79 0,00 48.988,72 0,00 10.861.335,54
Zuschreibungen Geschäftsjahr
Euro
Buchwert 31.12.2023
Euro
Buchwert 31.12.2022
Euro
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 39.279,00 46.187,00
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 39.279,00 46.187,00
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 762.363,88 810.647,88
technische Anlagen und Maschinen 0,00 3.923.329,00 3.894.511,00
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 159.688,00 192.556,00
geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 1.027.595,93 650.748,00
Summe Sachanlagen 0,00 5.872.976,81 5.548.462,88
Summe Anlagevermögen 0,00 5.912.255,81 5.594.649,88

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 08.08.2024 festgestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Miltitz Aromatics GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Miltitz Aromatics GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Miltitz Aromatics GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Coesfeld, den 27. Juni 2024

W&N Wirtschaftsprüfer GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Master of Arts Benedikt Burbaum, Wirtschaftsprüfer

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